[Rezension] Der Atlas der besonderen Kinder von Ransom Riggs

[Rezension] Der Atlas der besonderen Kinder von Ransom Riggs

[Rezension] Der Atlas der besonderen Kinder von Ransom Riggs

Wer mich schon länger verfolgt, weiß es. Ransom Riggs hat sich mit seinen besonderen Kindern in mein Herz geschrieben. Seit J.K. Rowling habe ich niemanden mehr so gehyped. Umso mehr freute es mich, zu hören, dass auch der vierte Teil aus dem Universum der besonderen Kinder wieder bei Droemer Knaur erscheint. Und zwar als schmuckes Hardcover! Vielen Dank an Droemer Knaur (Grüße an Patricia!), die es mir ermöglicht haben, das Buch vorab zu lesen.

Da mit dem Buch eine neue Trilogie eingeläutet wird und ich ausführlicher über die besonderen Kinder reden möchte, hier eine Spoiler Warnung, für alle, die Band 1-3 noch lesen möchten. Ich versuche aber, nicht zu konkret zu werden. Die ersten drei Bände habe ich hier drei Bände habe ich hier rezensiert.

Eine Blogtour zum Buch startet übrigens morgen genau hier auf meinem Blog, also haltet die Augen offen. 😉


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  • Autor: Ranroms Riggs, übersetzt von Silvia Kinkel
  • Titel: Der Atlas der besonderen Kinder
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: (Urban) Fantasy, Roadtrip
  • 512 Seiten, Hardcover: 18€ | Ebook: 12,99€
  • auf amazon* kaufen

Reihenfolge:

  1. Die Insel der besonderen Kinder
  2. Die Stadt der besonderen Kinder
  3. Die Bibliothek der besonderen Kinder
  4. Der Atlas der besonderen Kinder (Beginn einer neuen Trilogie, aufbaunend auf 1-3)

 

Worum geht’s?
Der Auftakt zu einer neuen „besonderen Kinder“ Trilogie.
Jacob hat Devil’s Acre schweren Herzens verlassen, nachdem er gemeinsam mit den besonderen Kindern die Wights und Hollows besiegt hat. Doch er fühlt sich seinen Eltern und seinem alten Leben gegenüber verpflichtet. Als seine Eltern ihn in eine Psychiatrie stecken wollen, weil ihnen sein seltsames Verhalten Sorgen bereitet, geschieht das Undenkbare. Alma Peregrine und die besonderen Kinder stehen vor seiner Haustür. Die große Schlacht ist vorbei, doch es gibt Einiges aufzuräumen. Während Jacob versucht, die besondere und normale Welt in Balance zu halten, stößt er auf weitere Geheimnisse, die sein Großvater vor ihm hatte. Auf der Spur seines Opas reist er mit seinen Freunden durch Amerika und muss schnell feststellen, dass die Spielregeln der besonderen Kinder hier so ganz anders sind.


Meine Meinung:

Ich habe das Buch bereits auf Englisch gelesen, weil ich einfach nicht warten konnte! Umso schöner war es, jetzt nochmal die deutsche Version vor sich zu haben.

Dass ich ein großer Fan der besonderen Kinder bin, dürften regelmäßige Besucher meines Blogs schon gemerkt haben. Mir gefällt die Mischung aus Urban Fantasy, bizarren Fähigkeiten und liebenswerten Charakteren, die wortgewandte und präzise Sprache und der kleine Hauch Schaurigkeit.

Klar ist – wer die ersten drei Bände nicht gelesen hat, wird über dem Buch vermutlich verzweifeln, denn Ransom Riggs erklärt nur ganz grob, was bisher geschehen ist. Es gibt keine Vorstellungen und das Wissen aus den ersten drei Bänden wird teilweise als Voraussetzung gesehen. Selbst ich musste nochmal in Band 3 bezüglich einiger Punkte nachblättern. Hier würde ich mir vom Autor etwas mehr Erklärungen wünschen, denn er selbst ist als Erschaffer natürlich ständig in der Materie, dem Plot und der Geschichte. Als Leser*in muss man aber doch manchmal ein oder zwei Jahre auf die Bücher warten, da vergisst man leichtsam ein paar Details.

Zu Gemütlich? Zu rasant?

Wie schon beim allerersten Band der besonderen Kinder zieht sich die Geschichte stellenweise etwas. Es gab einige wirklich bezaubernde Stellen, z.B. als Jacob die besonderen Kinder mit in einen großen US-Supermarkt mitnimmt. Zur Vorbereitung des eigentlichen Abenteuers auf Achse muss aber noch einiges an Aufklärungsarbeit passieren. Das Haus von Jacobs Großvater versteckt einige Geheimnisse, die es zu entschlüsseln gibt. Und schließlich der mysteriöse Bekannte, der die Geschichte erst so richtig ins Rollen bringt.

Ab der zweiten Hälfte passiert dann wieder sagenhaft viel, dass man kaum Zeit hat, all die Details und Infos zu verarbeiten. Hier hätte ich mehr zwischendurch etwas mehr Zeit gewünscht, während am Anfang ruhig etwas mehr Pfeffer hätte sein können. Es treten eine Fülle von Personen auf. Gerade der Übergang von Frankies Haus zum Treffen der New Yorker Chefs war ziemlich hart und ich musste die beiden Kapitel mehrmals überfliegen.

Holzkopf Jacob

Leider ist Jacob – nachdem er in den letzten paar Bänden so viele Pluspunkte sammeln konnte – in diesem Buch wieder eher in meiner Gunst abgerutscht. Das lag vor allem an seiner Starrköpfigkeit und seinem eingeschränkten Blick für das große Ganze. Er hat teilweise wirklich unverantwortlich gehandelt und wirkte mehr wie ein pubertärer Bengel denn je. Natürlich ist es auch realistisch, dass er manchmal bockt – schließlich ist er ein junger, heranwachsender Mann – aber man sollte doch meinen, dass die ganzen Erfahrungen ihn etwas reifer gemacht hätten. Allerdings fällt er durch seinen Stolz auch oft genug auf die Schnauze. Mit großer Macht kommt auch große Verantwortung – und der ist Jacob nicht so ganz gewachsen.

Ein Auge für Feinheiten hat Ransom Riggs auch bewiesen, indem er sich auf weniger Charaktere konzentriert hat und deren Beziehungen und Persönlichkeiten genauer exploriert hat. Auch wenn ich einige besondere Kinder wieder schmerzlich vermisst habe – Horace! Hugh! – so war die Kombination aus unseren Helden Bronwyn, Emma, Millard, Enoch und Jacob bunt genug. Mir hat gefallen, dass die Beziehungen und Freundschaften nicht in Stein gemeißelt waren. Es gab Streitereien, Schwierigkeiten, Zweifel und Weiterentwicklung. Besonders um die zarte Romanze von Emma und Jacob muss man sich im Laufe des Buches häufiger Sorgen machen, denn Emmas Temperament und Jacobs befeuerter Wille seinen ganz eigenen Weg zu gehen stoßen oft aneinander.

Ransom kann schreiben!

Bisher habe ich die Bücher nur auf Deutsch gelesen, diesmal eben auf Englisch und auf Deutsch. So hatte ich einen schönen Vergleich über die Sprachlichkeit. Übersetzerin Silvia Kinkel fängt die Besonderheiten von Ransom Riggs‘ Schreibstil, die kräftige Bildsprache, die Wortgewandtheit und den trockenen Witz wunderbar ein. Sie bleibt dabei nah am Original, was mir sehr gut gefällt.

Generell würde ich Ransom Riggs‘ Schreibstil als sehr individuell beschreiben. Er hat einen breiten Wortschatz, schreibt abwechslungsreich und für ein Jugendbuch auch durchaus anspruchsvoll. Das mindert ab keineswegs die Leseflüssigkeit oder die Verständlichkeit. Auch ohne die skurrilen Fotografien kann man sich wunderbar in die Szenerie hineinträumen.

Besondere Charaktere hat er auch drauf. In „Der Atlas der besonderen Kinder“ treten unglaublich viele neue Figuren auf den Plan. Viele davon spielen eher kleine, untergeordnete Rollen, andere sind sehr wichtig.

Mir gefiel, dass viele der neuen Charaktere auf ihre Weise nicht gut-böse, schwarz-weiß, sondern sehr ambivalent waren. Das System der Besonderen in  den USA unterscheidet sich stark von den bisher bekannten Regeln und so lässt sich erahnen, warum einige der neu auftretenden Figuren so handeln wie sie handeln. Auch, wenn ihr Handeln böse oder gemein erscheint, agieren sie in ihrem Weltbild logisch. Anders als in den ersten drei Büchern ist „der Bösewicht“ bzw. „die Gegner“ gar nicht so leicht erkennbar. Frankie zählt auf ihre Weise sicherlich dazu, Leo ist hart aber nicht gnadenlos und auch viele andere Personen im Buch brillieren durch feine Graustufen.

Spannend fand ich vor allem die Geschichte rund um Noor, die sich gegen Ende des Buches spinnt. Hier wird auch deutlich, dass es wieder eine Gefahr für die besonderen Kinder gibt, gegen die sie sich wehren müssen. Außerdem ist es erfrischend, einige moderne besondere Kinder kennen zu lernen, die sich wie Jacob im 21. Jahrhundert zurecht finden. Das ganze Buch habe ich übrigens über genau das Szenario nachgedacht, dass mit Millard und Lily eingetreten ist und war begeistert, dass auch Ransom Riggs sich diese Idee nicht entgehen ließ. Millard ist ohnehin mein liebster Charakter!

Das Ende ist jedenfalls wieder schön fies mit leichtem Cliffhanger und ich hänge schon wieder hibbelig in meinem Stuhl, wenn ich darüber nachdenke.

Nicht vergessen: Morgen startet die Blogtour bei mir. 🙂

 

Fazit:

Das vierte Buch um die besonderen Kinder macht große Lust auf die neue Trilogie. Wir haben die charmanten und einzigartigen besonderen Kinder und ein ganz neues Setting, das sie vor einige Probleme stellt. Darunter litt für mich aber manchmal ein wenig die verzauberte, weltfremde Stimmung, die ich in der Urtrilogie so sehr mochte. Dennoch liest sich das Buch spannend, es geschieht viel. Die Welt um die besonderen Kinder wird größer und gefährlicher. Die Geschwindigkeit und die Aufteilung der Schwerpunkte im Buch haben mir nicht ganz so gut gefallen wie in den bisherigen Büchern. Ich bin trotz kleiner Kritikpunkte sehr gespannt, wie es weitergehen wird!

Weitere Meinungen:
  • Du hast eine Rezension zu diesem Buch geschrieben? Schreib mir, dann verlinke ich dich hier!

 


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Christin

Hey, vielen Dank für deine Rezession, ich bin nicht so der Leser und habe mir daher alle 4 Teile als Höhrbuch gekauft, bin allerdings etwas erstaunt über das abrupt Ende. Klar es wird wieder eine triologie aber muss das Ende so dermaßen Abrupt sein? Das finde ich das einzige, was mir nicht gefällt. Nun habe ich noch eine Frage, vielleicht kannst du mir die ja beantworten. Es gibt ja noch die Legenden der besonderen Kinder, was hat es mit diesem Buch aufsich? Ist es eine Zusammenfassung, oder ein Vorspann zur Insel der besonderen? Vielleicht kannst du mir ja Aufschluss darüber… Read more »

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karin

Hallo und guten Tag,

Danke für diese interessante und aufschlussreiche Rezi…LG..Karin

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