Kategorie: Schreiben

Weißkittelphobie? Ärzte und Psychiater in der Literatur

Weißkittelphobie? Ärzte und Psychiater in der Literatur

Weißkittelphobie? Ärzte und Psychiater in der Literatur

 

Da ich selbst Psychologie studiere und Psychotherapeutin werden will, kämpfe ich nicht nur gegen die hartnäckigen Vorurteile rund um psychische Erkrankungen, sondern auch gegen die Vorbehalten gegenüber Psycholog*innen, Psychiater*innen und Ärzt*innen. Mit der „Weißkittelphobie“, genauer gesagt dem „Weißkittelsyndrom“, gibt es sogar den wissenschaftlichen Beweis, dass allein das charakteristische Kleidungsstück den Blutdruck höher treiben kann. Da muss der Onkel Doktor noch nicht mal die Spritze zücken, damit es den Patient*innen Angst und Bange wird.

Zahnarztbesuche – unangenehm, für manche Leute ist der jährliche Kontrolltermin mit Panikattacken verbunden oder nur in Begleitung oder Vollnarkose auszuhalten. Viele Menschen meiden Krankenhäuser, Arztpraxen wirken seltsam steril und die gelegentlichen Schreie und Horrorgeschichten über die lokale „Irrenanstalt“ sorgen für den Rest.

Warum verspüren wir Angst oder Unbehagen?

Einerseits hat es etwas mit dem Beruf an sich zu tun. Krankheiten, Tod, Blut, Verletzungen, Leidensgeschichten. Was Ärzte und Pflegepersonal tagtäglich mitansehen müssen, strapaziert die Nerven. Es sind Schicksale, die mit dem Krankenwagen eingeliefert werden, Schicksale, die stundenlang in Notoperationen zusammegeflickt werden und Schicksale, die mit niederschmetternden Diagnosen klarkommen müssen. Anders als bei einem Friedhof – wo der Drops gelutscht, der Frieden wiederhergestellt ist – geht im Krankenhaus das Leben ab. Der Kampf, das Drama, all die Gefühle. So etwas färbt einen Ort sicherlich.

Damit die Behandlung gut läuft, müssen die Arbeitenden auch abliefern. Mit kühlem Kopf, professionell und sauber Arbeiten. Blutbad beseitigen, Leiche weg, nächster Patient. Diese Hektik, der Prozess und die fehlende Zeit für Wehklagen, Trauer oder Wut wirkt befremdlich. Dabei ist es eine der größten Leistungen von Pflegepersonal und Ärzt*innen! Gefühle eben aufzuschieben und nicht zu heulen, während man den nächsten Patient behandeln muss. Gefühle aufschieben, nicht wegschieben.

Trotzdem hat es etwas Gruseliges, dieser präzise getaktete Ablauf eines Krankenhauses. Die sterile, unpersönliche Fassade.

Macht und Hilflosigkeit

Wie viele andere Ängste auch, fürchten wir Menschen vor allem, was wir nicht beeinflussen und kontrollieren können. Unsere Gesundheit, unser Todeszeitpunk. Wir können vieles zur Prävention oder Vorbeugung tun, aber Schicksalsschläge kommen aus dem Nichts. Als Behandelnde haben Ärzt*innen und Kolleg*innen jedoch Wissen, Mittel und demnach auch Macht, diese zu beeinflussen. Unser Wohlbefinden, unser Leben, liegt buchstäblich in ihren Händen.

Sie haben (scheinbar) die Macht uns umzubringen, unseren Tod zu vertuschen, uns für unzurechnungsfähig zu erklären und in die Klapse einzuweisen. Wem glaubt man im Zweifelsfall eher? Dem weißen Kittel.

Mit diesem Motiv habe ich tatsächlich auch in meinem eigenen Projekt „Save Our Souls“ gespielt. Als Kind ist Victoria in einer Klinik den Psychiatern, die übermenschliche Fähigkeiten erforschen und züchten wollen, hilflos ausgeliefert. Dabei wollte ich eigentlich vermeiden, ein so negatives Bild von Kliniken zu zeichnen! Deshalb habe ich auch einen Gegenpol eingebaut, denn Victoria gelingt es nur mit der Hilfe einer fähigen Psychologin ihr Traum zu bewältigen. Das ganze spielt lange vor den Ereignissen meiner Bücher. Gilt das als Spoiler? Ups!

Little Albert, Milgram, Stanford Prison Experiment, die Stoffmamas etc.

Gerade die Psychologie kann sich nicht mit Ruhm bekleckern, so sind doch einige der berühmtesten Experimente mindestens moralisch bedenklich. So wurde am jungen Albert die Entstehung von Angsterkrankungen untersucht, indem man ihm die Angst vor Nagetieren ankonditionierte (Watson & Rayner, 1920).

Harlow untersuchte bei Affenbabys das Bindungsverhalten, indem die Präferenz für eine Stoffmutter oder eine Drahtmutter getestet wurde. Auch, wenn es die Nahrung bei der Drahtmutter gab, kuschelten sich die Affen an die Stoffmutter – was beweist, dass die Bindung eines Kindes an seine Mutter eben nicht nur durch die Versorgung mit Nahrung begründbar ist. Eine wichtige Erkenntnis, die viele Äffchen traumatisiert oder sogar tot zurückgelassen hat (Harlow, 1957). Tierexperimente sind leider auch in der Psychologie immer noch häufig.

Ebenso berüchtigt sind das Stanford Prison Experiment (Zimbardo, 1971), indem Probanden in „Wächter“ und „Insassen“ aufgeteilt wurden oder das Milgram Experiment(Milgram, 1961), in dem Probanden Elektroschocks verteilen sollten. Beide setzten sich mit dem Einfluss von Macht und Authorität auseinander und sorgten neben interessanten Erkenntnissen glücklicherweise auch für Richtlinien für psychologische Studien.

Beispiele aus Literatur & Medien

 

Psychiatrie-Horror

Die zweite Staffel American Horror Story „Asylum“ spielt in einer Anstalt in den 50er-60er Jahren, wo die Behandlung von psychischen Erkrankungen noch nicht sehr weit entwickelt und teils sehr rabiat war. Sowohl die Behandlungsformen (Elektroschocks, Schläge mit dem Gürtel, Drogen, Lobotomie) als auch die Ärzte und behandelnden Nonnen sind grauenhafte Albtraumgestalten. Sie benutzen ihre Macht, um Insassen zu quälen und zu züchtigen. Heilung? Liebe? Respekt? Fehlanzeige!

Hannibal Lecter, der wohl bekannteste Kannibale, ist/war von Beruf Psychiater, der seinen Beruf und seine Expertise benutzt hat, um sich sein täglich „Brot“ zu verdienen.

Auch in Filmen wie „Verrückt“ mit Wynona Ryder und Angelina Jolie oder „Einer flog übers Kuckucksnest“ mit Jack Nicholson sieht der Psychiatrie Alltag ziemlich chaotisch und düster aus. Lichtblicke gibt es bei „Veronica beschließt zu sterben“ von Paulo Coelho.

Die traurige Wahrheit ist, dass es in den frühen Zeiten der Psychiatrie oft harsch zu ging – weil man es einfach nicht besser wusste. „Verrückte“ waren Ausgestoßene, die ruhiggestellt werden sollten. Es gab kaum Gesprächstherapie, kaum Verständnis und dennoch waren die meisten Behandler*innen wohl keine Horrorgestalten. Dennoch prägen diese teilweise wahren Begebenheiten die Folklore und dienen gerne als Motiv für Gruselgeschichten, Horrorfilme und -videospiele.

Dr. Harleen Frances Quinzel

Harleen Quinnzel behandelte den Joker, verliebte sich und wurde ihm zuliebe zur berüchtigten Harley Quinn. Je nach Comic-, Serien oder Filmadaption wird „ihre Entstehung“ anders beschrieben. In „Suicide Squad“ springt sie für den Joker in einen Bottich mit Chemikalien, ein ander Mal erhält sie ihre besonderen Kräfte durch ein Serum von Poison Ivy. Sie ist eher für ihre Person bekannt, als ihre Funktion als Psychiaterin. Dennoch verhilft sie dem größten Feind Batmans zur Flucht, indem sie ihre Position ausnutzt.

Dr. House

Dr. House ist ein unkonventioneller, ruppiger, aber brillianter Zeitgenosse aus der gleichnamigen Serie. Er ist durchaus ein Antiheld, durch seine schräge und direkte Art und seinen Medikamentenabusus. Zudem ist er auch in zwischenmenschlichen Beziehungen sehr manipulativ und lässt sich nicht gerne helfen. Dennoch würden sich viele von seinen Kollegen und auch wir als Zuschauer*innen in seine Behandlung begeben, mit dem Wissen, dass er die größten Chancen hat, uns zu heilen.

Dr. Malcolm Cowe

Gespielt von Bruce Willis in „The Sixth Sense“ ist Dr. Malcolm Cowe ein engagierter und liebevoller Kinderpsychologie, der sich um den jungen Cole kümmert, der angeblich Geister sehen kann. Während sein eigenes Leben aus den Fugen gerät, gelingt es ihm zumindest, Cole zu unterstützen.

Kriminalromane & Thriller

Kay Scarpetta ist Ärztin und Forensikerin und ermittelt in den Büchern von Patricia Cornwell. Sie ist perfektionistisch und diszipliniert, arbeitet für das Gute. Ihr scharfer Verstand und ihr kühler Kopf helfen ihr bei der Lösung von Kriminalfällen und machen sie zu einer spannenden Heldin.

In Sebastian Fitzeks Büchern tummeln sich allerlei Ärzte und Psychiater. So ist in „Das Paket“ Psychiaterin Emma Stein das traumatisierte Opfer, Dr. Roth hingegen kühl und berechnend. Psychologische Themen sind spannend und dienen vielen (Krimi-)Autor*innen als Motiv. Es wird mit Wahrnehmung, Fiktion und Realität gespielt und eben dem Machtmotiv. Wenn selbst Fachfrauen wie Dr. Emma Stein sich unsicher sind, ob es eine Halluzination oder echt ist, wie sollen wir das dann als Leser*in wissen? Das sorgt für Hochspannung!

Meine Beobachtung:

Während Ärzt*innen oftmals auch eine Heldenrolle einnehmen, sind Psychiater*innen und Psycholog*innen oftmals entweder böse oder zumindest unfähig. „Gute“ Psychiater*innen und Psycholog*innen sind zumindest in den populären Werken noch selten. Trotzdem haben auch Ärzt*innen noch ein Imageproblem: Hyperintelligent, sozial eher nicht so kompetent, oft abhängig von Medikamenten oder Drogen.

Während bei Ärzt*innen der Berufsalltag durchaus im Vordergrund stehen kann, geht es bei Psycho-Docs eher um Geheimnisse, Kriminalfälle oder gestörte Wahrnehmungen. Die Narrative gleichen sich, aber Geschichten um psychische Gesundheit werden oft düsterer und hoffnungsloser gezeichnet. Ich mache mir jedenfalls öfter Gedanken über dieses Thema und die Repräsentation in den Medien. Auch deshalb sind mir Bücher wie die von Irvin D. Yalom oder Lena Kuhlmann wichtig. Deshalb liegen mir Blogbeiträge und Infos zu „meinem“ zukünftigen Beruf so am Herzen. Um zu zeigen, dass es eben nicht nur düster-manipulative Quacksalber*innen gibt.

Was denkt ihr zu diesem Thema? Habt ihr andere Beispiele?


Beitragsbild Piron Guillaume // andere Bilder von Unsplash

Wie läuft’s eigentlich mit dem Schreiben?

Wie läuft’s eigentlich mit dem Schreiben?

Ja, Babsi: Wie läuft’s eigentlich mit dem Schreiben?

Ich gehöre zu der Sorte von Autoren, die gerne im stillen Kämmerchen schreiben. Einerseits, weil ich kaum plotte und sich viel im Prozess entwickelt und andererseits weil ich gar nicht so gerne über meine Projekte rede.

Irgendwie habe ich wohl Angst die Leute nerven zu können, wenn ich mal loslege und meine komplexe Welt und die Verbindungen erkläre. Denn wenn ich Projekt Save Our Souls runterbreche, klingt es denkbar unspektakulär: „Medium und Teufel arbeiten zusammen, um seelenfressendes Biest in der Hölle zu versiegeln. Dabei begegnen sie mächtigen Geistern, alten Geheimnissen und lernen, welche Kraft eine Seele wirklich hat.“

Wenn ich dann noch erwähne, dass Nero und Victoria ein bisschen miteinander anbändeln, klingt es wie eine 0815 Urban Fantasy Geschichte. Und genau das wollte ich eigentlich beim Schreiben nie. Ich habe viele Elemente eingebaut, viele Charaktere und bewusst Klischees gedreht oder aufs Korn genommen. Ohne viel zu spoilern, kommt das aber oft nicht raus.

Wie steht es also aktuell um „mein Baby“? Schließlich habe ich es beendet und Testleserfeedback eingeholt und dieses auch eingearbeitet.

Nun ja, es dümpelt so vor sich hin. Das Exposé und eine Leseprobe liegen aktuell bei zwei Verlagen vor und ich warte noch geduldig auf eine Antwort. Nebenbei werkele ich an einer Fortsetzung. Ursprünglich war Projekt Save Our Souls nämlich als Trilogie angedacht. Inzwischen könnte ich mir auch vorstellen, dass es mit dem zweiten Band beendet sein wird. Je nachdem ob ich alles, was ich erzählen will, unterbringe.

Die Welt, in der es spielt, ist so groß und lebendig in meinem Kopf, dass ich allerlei Novellen und Kurzgeschichten dazu schreiben könnte. Aber in meinem Herzen fühlt es sich noch falsch an, diese aufzuschreiben. Victorias Geschichte ist so viel lauter und dringlicher. Die möchte ich auf jeden Fall fertig erzählen, bevor ich mich weiter in diesem Universum austobe.

Außerdem habe ich neulich eine Commission in Auftrag gegeben und die liebe AoiShi Art hat meine Victoria gezeichnet. Sie sieht richtig cool und erwachsen aus!

Nebenbei schreibe ich aber trotzdem und lasse nicht alles pausieren.

Ich fange gerne Geschichten an

Leserfeedback ist eine gute Möglichkeit mir in den Hintern zu treten. Deswegen habe ich meine maritime Fantasy Geschichte „Der Horizont hinter den Wellen“ auf Sweek veröffentlicht. Früher habe ich viel mehr Fanfictions und damit kapitelweise geschrieben, das hat Spaß gemacht und war recht ergiebig. Im Gegensatz zu meinem Herzensprojekt Save Our Souls bin ich da auch weniger perfektionistisch. Nicht, dass ich nicht kritisch überarbeite und rumfeile, aber es fällt mir leichter ein Kapitel stehen zu lassen, auch wenn ich nicht zu 100% zufrieden damit bin. Zusätzlich warten die Leser*innen, sodass ich auch einfach vorankommen möchte.

Ich wollte schon ganz lange eine Fantasy Geschichte mit einer Meerjungfrau erzählen.

Mavi ist zur Hälfte Meerjungfrau und schleicht sich an Bord des Piratenschiffes von Kapitän Tayon, um dem besessenen Marinearzt Wayland zu entkommen.
Halbblüter wie sie überleben eigentlich nicht lange, weswegen sie eine Rarität unter Forschern und Sammlern ist. Tayon ist ganz angetan von Mavi, doch das gilt nicht für alle Crewmitglieder. Und Wayland ist ihr nach wie vor auf den Fersen.

Mavi ist nicht die Meerjungfrau, die ich erwartet habe, aber eine, die ich verdient habe. Haha! Sie ist eher zurückgezogen und düster, zwiegespalten und misstrauisch. Sie ist noch etwas blass in meinem Kopf, aber für diese Geschichte ist sie die passende Meerjungfrau. Wayland als Bösewicht macht aber unglaublich viel Spaß. Er ist ein Forscher, ein Sammler und regelrecht besessen von Mavi. Er möchte ihr nicht wehtun, aber sie einsperren und für sich haben und naja… ich stelle es mir ziemlich eklig vor, wenn er mit ihr alleine ist. Tayon ist eine absolut Frohnatur und ein ziemlicher Charmeur, aber auch eine gute Seele. Dennoch hat er eine dunkle Vergangenheit und einige Geheimnisse und ich hoffe, es gelingt mir, ihn vielschichtig zu zeichnen.

Damit nehme ich übrigens am #SchreibmitDarkDiamonds Wettbewerb teil – die 30 Geschichten mit den meisten Likes, kommen auf die Shortlist.

Wie viele Meerjungfrauen hast du denn, Babsi?

Einige! Es blubbern in meiner Ideenmappe so einige Fischwesen vor sich hin. Tragisch-boshafte Sirenen und verspielte Bad Ass Nixen. Aber Mavis und Tayons Plot hat sich für eine kapitelweise Veröffentlichung angeboten, da die Geschichte an sich recht einfach gestrickt ist. Einfacher als meine tragisch-boshafte Sirene, die doch noch einiges an Vorab-Plotten und logischen Kausalketten braucht.

Und dann gibt es da noch diese Fantasy-Idee, die nichts mit Meerjungfrauen zu tun hat, obwohl die erste Szene im Wasser spielt.

Sie ist emotional, auf eine seltsame metaphorische Ebene sehr persönlich und interessanterweise extrem bildlastig. Ich weiß gar nicht, ob es ein Traum war oder vor dem Einschlafen ein Grundgedanke, jedenfalls musste ich diese Szene zeichnen. Ich wünschte, ich könnte so stabil und gut zeichnen, um das ganze als Comic oder Graphic Novel zu verpacken. Mal sehen. Jedenfalls gibt es einige Bilder bei dieser Geschichte, die ich definitiv malen möchte.

Die Charaktere haben noch keinen Namen und es gibt nur einen ganz groben Plot, aber ich weiß welche Entwicklung die Hauptcharaktere durchmachen und was sie lernen. (Wasser zu zeichnen ist übrigens gar nicht so einfach!)

Außerdem habe ich noch eine Kurzgeschichte für eine Anthologie geschrieben, die voraussichtlich im Dezember erscheinen wird. Und eine Fanfiktion zu „Die Götter von Asgard“ von Liza Grimm.

Man könnte also sagen, dass ich an allen möglichen Dingen arbeite, nur nicht an meinen Hauptprojekten. Stimmt. Aber so ist das eben mit dem Schreiben. Ich schreibe, wohin mich meine Fantasie trägt. Manchmal bedeutet das, das Dinge ein bisschen ruhen, während andere Welten entstehen.

Bei Victorias Geschichte kann ich mir sicher sein, dass sie auf mich wartet. Dass ich sie auf jeden Fall erzähle – und veröffentliche – komme, was wolle.

 

Titelbild Hannah Olinger on Unsplash

Literaturcamp Heidelberg 2018

Literaturcamp Heidelberg 2018

Letztes Jahr war ich das erste Mal auf dem Litcamp, danach war für mich klar: „Babsi, das Literaturcamp Heidelberg 2018 – da musst du wieder hin!

Gesagt, getan. An Neujahr um kurz nach Mitternacht, stellte ich mich für einen Moment an den Rand und bestellte mir fix ein Ticket. Und wie im Vorjahr auch, schwebe ich immer noch von der positiven Stimmung und der Liebe all dieser Buchmenschen um mich herum.

Außerdem habe ich meine erste eigene Session gehalten! Und nun ja, die wurde auch noch livegestreamt… Da bin ich nicht nur wegen der Temperaturen ins Schwitzen gekommen!

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Das Bild stammt von Gedankenfunken – Vielen Dank!

Übrigens habe ich dieses Jahr verhältnismäßig wenig gefilmt und fotografiert. Die Sessions in denen ich war, waren extrem fesselnd und vor lauter Quatschen und Wiedersehensfreude war auch zwischendurch nicht so viel Lust & Zeit für Blogarbeit da.

Die Anreise war anstrengend, da es ziemlich warm im Auto war und wir durch Baustellen über vier Stunden anstatt drei gebraucht haben. Zum Glück hatte ich mit Charline von Sternenbrise, Viola alias Miriam Malik und Kira wunderbare Mitfahrerinnen, sodass die Fahrt trotzdem ganz lustig war.

Ziemlich k.o. aber gespannt auf die Leute sind Charline und ich dann Freitag Abend noch zum Dezernat gegangen, haben mit den Leuten geplaudert, Slush gekostet, gemeinsam gegessen und alibimäßig noch eine Pinnwand von A nach B getragen. Dann bin ich erschöpft ins Hostelbett gefallen.

 

Meine erste Session – Psycho, oder was? Ist der Schizophrene immer der Mörder?

Wie ihr wisst, liegen mir psychologische Themen und die korrekte Repräsentation psychischer Störungen sehr am Herzen. Ich wollte eine offene Diskussion über mentale Probleme und deren Darstellungen in Büchern anbieten. Ein bisschen Fachwissen aus dem Studium und Praktikum einbringen und über Erfahrungen reden. Dass sich dann so viele Leute meldeten, dass meine Session als erste im großen Leipziger Buchmesse Saal stattfand und auch noch LIVE gestreamt wurde, hat mich total umgehauen (Hätte ich das geahnt, hätte ich Donnerstag Abend weniger Sims gespielt und ein bisschen mehr für eine feste Struktur geplant 😉 ).

Auf dem Litcamp tummeln sich allerlei Leute und psychische Erkrankungen wie Depressionen finden sich vor allem unter Künstlern. Zusätzlich gibt es allerlei Bücher, die alkoholkranke Ermittler, schizophrene Serienkiller und andere Stereotype zeigen und ein ganz falsches Bild vermitteln.

#ausderklapse

Unter anderem saß Uwe Hauck im Publikum, der selbst an Depressionen leidet und auch ein Buch über seine Klinikerfahrungen geschrieben hat (außerdem hat er mit seiner Petition dafür gesorgt, dass Söders geplantes Psychiatriegesetz entschärft wurde!). Auch die liebe Katri redete offen über ihre Schizophrenie und es entstand eine lebendige Diskussion, die Zeit verging wie im Flug und mir blieb kaum Zeit nervös rumzustottern. Ich habe persönliche Erfahrungen mit Anekdoten aus Praktika und Uniwissen gemischt. Dabei habe ich versucht, ein bisschen in die Tiefe zu gehen, aber trotzdem einen allgemeinen Überblick zu geben.

 

Zwar konnten in der kurzen Zeit bestimmte Themen nur angeschnitten werden (für jede psychische Erkrankung ließen sich zahlreiche Sessions gestalten), aber ich glaube es war ein ganz guter erster Überblick. Wenn das Video online geht, werde ich auch nochmal einen Blogbeitrag als Zusammenfassung schreiben, denn es war doch etwas sprunghaft.

Trotz meiner Nervosität und dem umfangreichen Themenkomplex bekam ich ganz viel liebes Feedback und Uwe hat mir sein Buch geschenkt und signiert. Vielen Dank für die aktive Beteiligung und die positive Rückmeldung!

Lasst uns weiter offen über psychische Krankheiten reden, Vorurteile abbauen und Stigmata abschaffen!

Engelchen

Direkt nach meiner Session hatte ich mich als Engelchen eingetragen. Das war ganz gut, um runterzukommen. Nach so viel Aufmerksamkeit brauche ich als introvertierter Mensch oft eine Pause. Es war total schön mit den anderen zu plaudern und ich habe gerne geholfen – nicht nur, weil es eine tolle Veranstaltung ist, sondern weil ich diesmal weder beim Auf- noch beim Abbau groß helfen konnte. Ich habe gemerkt, dass es mich diesmal mehr Energie gekostet hat, mit den Leuten in Kontakt zu treten als letztes Jahr.

Deswegen habe ich mich am Nachmittag auch etwas zurückgenommen mit Sessions und Gesprächen und konnte leider nicht so da sein, wie ich es gerne gewesen wäre. Ich hätte am liebsten noch mit viel mehr Menschen ausführlicher gesprochen als der Smalltalk, den es letztlich gab, aber mir fehlte einfach die Energie dazu. Nachdem ich etwas Kraft bei Kaffee und Kuchen getankt hatte, bin ich zu Rachel gegangen, deren Session ich keinesfalls verpassen wollte.

(c) Stehlblüten

Emotionaler Missbrauch in YA/NA

Die liebe Rachel hat eine sehr aktuelle Debatte aufgegriffen und klärte in ihrer Session über emotionalen Missbrauch, toxische Beziehungen usw. in der Literatur auf. Welche Anzeichen gibt es, welche Beispiele, wo liegen die Grenzen? Das ganze als Beitrag könnt ihr hier nachlesen, die Session wurde auch aufgezeichnet.

Ein wichtiges und brisantes Thema, das leider oftmals mit Worten wie „Das sind doch nur Geschichten“ oder „Wenn mans nicht mag, muss man es doch nicht lesen“ unter den Tisch gekehrt wird und immer noch an junge Leser*innen vermarktet werden, die diese Differenzierung oftmals noch gar nicht richtig vornehmen können. Zumal der Buchmarkt in letzter Zeit nicht aus einer bunten Mischung im Bereich Romance sondern hauptsächlich aus fragwürdigen, toxischen Beziehungen mit ungleichem Machtverhältnis bestand.

Problematisches Verhalten in Büchern ist ein Thema, das ich hier bereits angesprochen habe. Vielleicht sind einige genervt von der Diskussion – aber es ist wichtig und weiterhin notwendig, dieses Thema im Gedächtnis zu behalten und unser eigenes Lese- und Konsumverhalten zu beobachten. Nur so können wir verhindern, dass solche Bücher verharmlost werden und in der Jugendromantikabteilung stehen.

Spieltheorie

Dass Maggo super interessante Ansätze hat und gut vor Leuten reden kann, hat er bereits beim letzten Litcamp bewiesen. Da ich sehr müde war und eine Pause brauchte, habe ich leider nur die zweite Hälfte der Session mitnehmen können. Da ging es dann um das Thema „Regeln brechen“ – auch Verbrecher haben einen gewissen Verhaltenskodex und nur weil man etwas klaut, denkt man sich bei der nächsten Gelegenheit nicht „Ach, ich hab ja schon mal gegen das Gesetz verstoßen, jetzt kann ich auch morden!„. Ich kann von Maggo, dem Plotter-Experten, immer wieder etwas mitnehmen und werde mir die ganze Session auf jeden Fall nochmal als Video anschauen.

Lasagne~

Auch wenn es diesmal am Samstag sogar auf dem Litcamp Essen gab, hatten wir geplant den preisgünstigen Imbiss aufzusuchen, der uns im Jahr zuvor positiv mit Pizza und Nudeln überrascht hat. Entspanntes Plaudern bei einer kühlen Cola und einer leckeren Lasagne. Vor lauter Schlemmen haben wir fast die Nachtsessionplanung verpasst…

Foto von Elenor Avelle

Nachtsessions

Neben Suses wundervollem Cover & Rezensionsgruselkabinett sorgte auch die Session von Erik, in der man den Urheber einiger Litcamp Tweets erraten musste, für viel Gelächter und eine wunderbare Stimmung. Herrlich!

Nachdem ich am Freitag Abend bereits mit einer lustigen Runde „Werwolf“ gespielt habe, wollten Bianca – mein liebstes Krawallhuhn – und ich auch abends einige Spielerunden anbieten. Viele Leute gesellten sich zu uns und es wurde gefiebert, wer nun Werwolf, Hexe oder kleines Mädchen sei. Als Erzählerin ist es sehr spannend, da ich alle Rollen kenne und mitfiebere, welche Seite sich geschickt genug anstellt, um am Ende als Sieger hervorzugehen. Nach mehreren Runden war ich dann doch etwas k.o. und es kamen Stilblüten wie „Alle Bauern öffnen die Augen… oh!“ (dann wüssten alle, wer die Spezialrollen sind…) und „Die Werwälfe schlafen auf!“ zustande. Es waren total lustige Runden!

Anschließend gab es noch Umtrunk unten beim Zelt und neben netten Gesprächen, Glitzertattoos von Benni und Singstar zuschauen bin ich dann früh ins Hostelbett gehuscht, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Litcamp-Sonntag

Der Sonntag startete für mich etwas früher, denn ich war um 9 Uhr mit Benjamin Spang verabredet ( Nicht die Art von Verabredung, ihr Schlingel! 😉 ).

Wir haben ein Videointerview für seinen Roman „Blut gegen Blut 2“ geführt. Ein bisschen müsst ihr euch noch gedulden bis ihr das Interview zu sehen bekommt.

Humpeln, flanieren, stolzieren

Nach einer kurzen Stärkung mit Kaffee und leckeren Aufstrichen von Teekesselchen ging es schon los mit der Session Planung und wie immer hatte man die Qual der Wahl. Ich entschied mich für die Improtheater-Session von Jana „Charaktere (er)leben“.

Anhand Übungen und Regeln des Improtheaters durften wir beim Raumlaufen in verschiedenste Charaktere schlüpfen, die sich wie von selbst entwickelten, wenn man sich eine Kugel in einem bestimmten Körperteil vorstellte. Eine positive und heitere Session, die zeigt, wie das Körperliche Charaktere beeinflussen kann. Immer wieder eine super Inspiration für Charaktermerkmale und mehr „Show, don’t tell“.

Danach gab es Mittagessen und ich fühlte mich wieder etwas schlapp und ließ eine Session ausfallen, um mich etwas auszuruhen, Slush zu schlürfen und Leute zu knipsen.

(c) Stefanie Walther
(c) Jürgen Albers

Nach Hause…

Viel zu schnell war es auch schon wieder vorbei. Zusammen mit der lieben Nora & der lieben Alisha haben wir von 14-16 Uhr Engelchen gespielt. Die verpassten Sessions sind zwar immer schade, aber die Gespräche am Engelstisch und die Begegnungen sind auch schön – und zumindest ein paar Sessions werde ich ja live nachschauen können. Nora und ich sind dann noch als Engelchen durchs Publikum geflattert und haben Spenden eingesammelt – vielen Dank!

(c) Sternenbrise

Zum Abschluss bin ich dann noch mit Zippi, Benni, Jill, Christian und vielen anderen lieben Menschen ins Moe’s zum Burger Essen und Milchshake schlürfen gegangen. Es war ein total schöner Abend, auch wenn ich ein schlechtes Gewissen hatte, nicht beim Abbau geholfen zu haben.

Nachwehen

Dann habe ich Viola und Charline ins Auto gepackt und wir haben Heidelberg mit einem Tränchen im Auge hinter uns gelassen. Zum Glück war die Heimfahrt wesentlich kühler und entspannter und zuhause bin ich nach einer Dusche direkt ins Bett gefallen.

Ich vermisste am nächsten Tag direkt die offene, liebe Atmosphäre,die tollen Menschen. Dieses Jahr hatte ich irgendwie nicht so viel Energie und konnte nicht mit allen Leuten reden, mit denen ich mich eigentlich ausgiebig unterhalten wollte. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich kann gar nicht allen Leuten gerecht werden und ihnen so viel Zeit und Aufmerksamkeit schenken, wie ich gerne würde. Ich hoffe, dass es mir nächstes Jahrbesser geht und ich wieder voll dabei sein kann!

Vielen Dank an all die lieben Menschen, die Orga und alle, die das Litcamp wieder möglich gemacht haben!

 


Weitere Beiträge, Rückblicke und Zusammenfassungen:

 

Babsi auf der LBM18: Meine Leipziger Buchmesse

Babsi auf der LBM18: Meine Leipziger Buchmesse

Uff. Das beschreibt ziemlich gut, wie ich mich nach vier prall gefüllten Messetagen fühle. Ich bin k.o., hab heute bis halb 12 geschlafen und von Büchern und Menschen geträumt und musste zweimal blinzeln, um zu verstehen, dass ich wieder in meinem eigenen Bett liege. Ich bin erschöpft, glücklich erschöpft.

„Glücklich erschöpft“ ist ein tolles Gefühl. Etwas, an das man gerne zurückdenkt. Etwas, das vor allem Buchmessen oder Litcamps bei mir auslösen. In diesen wenigen Tagen ist viel passiert, ich habe viel gesehen, viel geredet, viel gelernt und doch verging die Zeit wie im Flug.

Ich bin froh, wieder in meinem Bett zu schlafen, aber meine Luftmatratzenschubserin Nadja vermisse ich ein bisschen. Auch die morgendlichen „Kaffeeeeee“ Ausrufe von Kia Kahawa und das zustimmende Brummen von Flo. Was ich definitiv nicht vermisse, ist die kitschige Dekoration in unserer Messe WG, die jegliche Regeln des guten Geschmacks in meinen Augen bricht.

Ansonsten war unsere Airbnb Wohnung übrigens super. Wir mussten mit der Straßenbahn nur einmal umsteigen, um zur Messe zu gelangen. Ich war nervös – mein erstes Mal Leipzig!

Ich werde mich hier auf meine Highlights beschränken, viele bunte Bilder und Ausschnitte gibt es in meinem Messevideo.

 

Meine Leipziger Buchmesse 2018

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Nornennetz

Da ich am ersten Tag direkt Standdienst beim Nornennetz hatte, eilten Nadja und ich durch die Hallen. Sehnsüchtig erblickten wir dabei bunte Stände, die wir uns später in Ruhe anschauen wollten.

Der allererste Messe-Stand des Nornennetzes war ein absoluter Hingucker – nicht zuletzt wegen den vielen unterschiedlichen Büchern, sondern auch wegen den niedlichen Boxen von Elenor Avelle und dem Loskelch, der viele Messegänger anlockte. Außerdem traf man dort immer liebe Kolleginnen, die ein warmes Lächeln und eine Umarmung parat hatten. Die Location war super, direkt daneben war eine Wand und schräg gegenüber ein Café bei dem man kurz verschnaufen konnte. Der Geruch von frischen Crêpes wehte stetig hinüber und lockte Besucher auch zu uns.


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Lesung von Fanny Bechert

Etwas peinlich war unsere erste Begegnung am Sternensand-Stand. Ich mutmaßte anhand des Covers, das es in „Countdown to Noah“ wohl um eine Zombieapokalypse ging. Fanny stand direkt hinter Nadja und mir und belehrte uns sofort eines Besseren. Die „Noah“ in ihrem Buch sind keine verfaulenden Leichen, sondern sehr lebendig. Durch eine Substanz die ursprünglich eine besser überlebensfähige Rasse aus dem Menschen machen sollte, wurden die Noahs kreiiert, die zwar durchaus kräftiger, sportlicher, aber auch instinkgeleiteter und damit hungriger wurden. Leider kamen sie dabei auch auf den Geschmack von Menschenfleisch… Das klang extrem cool! Anders als der Walking Dead Einheitsbrei. Die Lesung stand ohnehin auf dem Plan und nach dieser kleinen Einführung mussten wir auf jeden Fall hin. Die rothaarige Fanny ist sehr nett und fröhlich und hat auch extrem gut und lebhaft vorgelesen. Letztlich ist das Buch übrigens signiert mit auf die Reise nach Hause gekommen. 😉 Danke Fanny!


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9 lesen

Ein fabelhaftes Projekt füllte den Freitag Abend. Neun unterschiedliche Autor*innen aus verschiedenen Genres,  in verschiedenen Stadien des Schreibprozesses. Veröffentlicht und unveröffentlicht. Nebeneinander lesend, 10 Minuten Einblick in verschiedene Werken. Speedlesungsdating sozusagen. Und ich war eine der Autorinnen und durfte den Abend mit einem Ausschnitt aus meinem „Save Our Souls“ beschließen. Ich war so nervös, so aufgeregt, so hibbelig. Innerhalb kürzester Zeit leerte ich mein Wasser und mein Guiness und musste ab der zweiten Lesung aufs Klo. Da ich mich um die Videoaufnahmen kümmerte und meine Kamera aufgrund der Hitze zickte, blieb ich jedoch dabei und hätte mir wirklich beinahe in die Hose gemacht… Äh ja, genug über meine Blase.

ES WAR BOMBASTISCH! Das Pub war voll, die Lesungen war spannend und trotz einiger kleiner Schwierigkeiten hat der Abend total viel Spaß gemacht. Ein nächstes 9 lesen wird von der lieben Andrea Schrader geplant und ich glaube, wir haben unser Publikum ganz gut unterhalten. Vielen Dank an alle, die dabei waren! Videos von der Lesung wird es noch geben, die findet ihr später auch auf der offiziellen Website von 9lesen. (Der Mops hat nicht gelesen, aber er ist niedlich…)


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Lesung Liza Grimm

Auch für die liebe Liza Grimm war diese Messe ein Abenteuer – die erste große Lesung aus ihrem Buch „Die Götter von Asgard“. Außerdem war ich als Teil ihres Bloggerteams als Goldener Faden unterwegs und hatte ein Goodiebag dabei – die liebe Rachel hat mich superschnell gefunden.
Liza hat ihre Lesung absolut wundervoll gemeistert. Trotz Terminen und Stress hat sie immer ein riesiges Grinsen im Gesicht, bleibt herzlich und liebevoll. Meine Messekumpanin Nadja wurde sogleich zum Fan ohne irgendwas über das Buch zu wissen – einfach weil die liebe Liza ein so wunderbarer Mensch ist. <3


Natürlich war das nicht alles, aber das sind meine persönlichen Highlights!

Wir haben noch Jacky Vellguth getroffen und mit ihr geplaudert, Lesungen und Interviews gelauscht z.B. von Neil Shusterman, Marah Woolf und Bianca Iosivoni. Bei der Seraph Verleihung haben wir uns mit Janna Ruth über ihren Preis gefreut und beim Meet and Greet blaue Drinks geschlürft. Dann gab es das Heldentreffen mit Mary Cronos, Fans und Bloggern. Wir haben Künstler und Verlage besucht, ich habe mir meinen Manga von Melanie Schober signieren lassen, einen Polstergeist von Horrorkissen gezeichnet bekommen und einige Bücher und Goodies geschenkt bekommen.

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Menschen

Ohne euch wäre die Messe nicht, was sie ist.<3

Danke Nadja, Kia, Flo, Andrea, Jana, Julia, Magret, Jana, Chris, Michael, Hannes. Auch Muchas Gracias an Nora, Anne, Ela, Nika, Stella, Nise, Bonnie, Liza, Kat, Verena, Jen, Zippi, Anke, Denise. Merci Anna, Lily, Mareike, Charline, Anja, Thorsten, Janna, Janna R., Nora B., Nadine, Jenny, Suse, Cindy, Fanny, Franzi. Danke Rachel, Mary, Sophie, Isa, Anna, Lars, Helen, Sara, Jacky, Melanie, Jenni, Kathy Vanessa, Juliana. Ich habe so viele Menschen getroffen, dass ich bestimmt jemanden hier vergessen habe.

Danke auch an alle, die ich leider zeitlich nicht mehr treffen konnte.

Zum Schluss möchte ich allen Menschen danken, die mich auf der Messe begleitet haben. Alle, die ich treffen durfte. Allen Organisatoren, Verlagen, Sicherheitsleuten, Mitwirkenden, allen Besuchern (außer denen mit Rollkoffern und denen, die mitten im Gang stehen bleiben), allen fleißigen Helferlein, allen wundervollen Menschen, die ich treffen durfte und alle, die ich gerne noch getroffen hätte und hoffentlich beim nächsten Mal sehe.

 

Ich bin noch etwas k.o., aber voller Arbeitseifer und Motivation. Bis zur nächsten Messe!

Tüdelü, eure Babsi

Hobbyautoren vs. seriöse Autoren? Von Spaßprojekten und ernsten Kindern

Hobbyautoren vs. seriöse Autoren? Von Spaßprojekten und ernsten Kindern

Hobbyautor*innen – gibt es das überhaupt? Sind alle Autor*innen, die nicht vom Schreiben leben können gleich Hobbyautor*innen? Oder ist jeder, der eine Geschichte schreibt ein Autor*in?

Früher, als ich hauptsächlich Fanfiction geschrieben habe, und noch keinerlei Ambitionen hatte meine Geschichten bei einem Verlag zu veröffentlichen, habe ich mich selbst als „Hobbyautorin“ betitelt. Ich sehe mich als Autorin, denn ich habe eigene Projekte beendet und möchte bald mit meinem Exposé auf der Suche nach einer passenden Agentur gehen.

Kurzgeschichten habe ich schon immer ohne große Bedenken im Internet veröffentlich, bei manchen Projekten – vor allem bei meinem Baby Save Our Souls – war ich da zurückhaltender. Aber warum? Liegt es daran, dass SoS ein „ernstes“ Projekt ist? Und was bedeutet das? Sind „nicht-ernste“ Geschichte automatisch schludrig und nachlässig geschrieben?

 

Plotten, Komplott, Kompott

Ich bin kein Plotter. Je genauer ich eine Geschichte plane, desto sicherer schreibe ich mich in eine Sackgasse. Die erste, richtig lange Geschichte, die ich beendet habe, war eine Fanfiction. Ich habe immer ein paar Kapitel mit ca. 2000 Wörtern geschrieben, dann veröffentlicht und auf Leserfeedback gewartet. Ein grober Plan. Einige Eckpunkte. Mehr gab es nicht und die Kapitel sind nach Lust und Laune, nach Tagesstimmung aus meinen Fingern geflossen. Natürlich haben sich einige Logikfehlerchen oder Inkonsistenzen ergeben, denn mit 50 Kapiteln habe ich gut über ein Jahr an der Geschichte geschrieben. Es hat unfassbar viel Spaß gemacht und ich bin dieses Projekt ernsthaft angegangen. Als Fanfiction allerdings mit dem Wissen, dass es nie bei einem Verlag landen wird (Shades of Grey war da noch nicht so bekannt). Ich konnte mich austoben, ausprobieren. Und dass ohne den Druck irgendeinem Maßstab gerecht zu werden.

 

Die ernsten Kinderlein

Dann aber gibt es Projekte, an denen ich im stillen Arbeite. Mit etwas mehr Plan als die Fanfictions. Der große Unterschied: Kaum jemand bekommt sie zu Gesicht, bevor sie fertig sind. Und der Grund?

Das ist eine ernsthafte, wichtige Geschichte.“

Alle meine Geschichten sind meine Babys, aber es gibt ein paar, die sind mir besonders wichtig. Die möchte ich polieren, perfektionieren, ihr Potenzial und ihre Charaktere ausschöpfen. Wie bei Save Our Souls. Ich hoffe, dass es irgendwann in einem Verlag unterkommt. Oder dass ich es als Selfpublisher veröffentliche. Das ist keine Geschichte, die ich „leichtfertig“ aus der Hand gebe. Nichts, das im Internet landen soll und eventuell kopiert und auf einer anderen Plattform von jemandem hochgeladen wird, der sich meine Lorbeeren umhängen will. Man veröffentlicht nur Ausschnitte, Schnipsel, vielleicht eine Kurzgeschichte zur Welt, aber auf keinen Fall die ganze Geschichte. Heutzutage treiben sich bei Sweek und Wattpad auch Leute herum, die nach guten Geschichten mit großer Fangemeinde Ausschau halten. Aber früher hieß es: „Wenn die Story schon irgendwo gepostet ist, hast du keine Chance mehr bei einem Verlag.“ Der Gedanke hält sich immer noch hartnäckig bei mir. Die Chance entdeckt zu werden ist mir zu gering als das ich bestimmte Geschichtenschätze freilassen würde.

Natürlich würde es mir sauer aufstoßen, wenn jemand einfach meine Fanfiction kopiert und unter anderem Namen veröffentlicht. Aber es ist eine Geschichte, die ich wissentlich und bewusst bereits in einem frühen Stadium in die Welt hinaussetze.

 

Liebst du nicht all deine Kinder gleichermaßen?

Jein. Ich mag meine Geschichten. Ich mag meine Charaktere. Aber ich weiß, dass es qualitative Unterschiede gibt. Ideen, die Potenzial haben. Ideen, die neu und außergewöhnlich sind. Und Geschichten, die ich vielleicht aus einem Gefühl heraus schreibe, weil ich Lust auf eine romantische Geschichte habe. Womöglich haben all diese Rohlinge dasselbe Potenzial, aber ich kann nicht alle Steinchen schmirgeln und polieren, die in meiner Schatztruhe liegen. Meine aktuelle „Romantasy“-Idee ist so ein Steinchen. Ich glaube, dass die Welt durchaus Potenzial hat, dass es nicht der totale Einheitsbrei ist – aber ich möchte die Geschichte in die Welt schicken, um sie wachsen zu sehen. Möchte Kapitel für Kapitel auf Abenteurreise gehen und Leserfeedback hören und einbauen. Es ist ein Stein, der sich hoffentlich durchs über den Boden rollen und über das Wasser flitschen, abreibt und den Edelstein freigibt. Es ist eine Geschichte, die ich zwanglos und entspannt angehen kann. Eine, bei der ich mir keine hohen Maßstäbe setzen muss, bei der ich einfach schreibe. Gerade wenn man sehr verbissen und konzentriert an einer Story feilt, kann es gut tun, zwischendurch mal ein bisschen gröber arbeiten zu können. Ein bisschen weniger anspruchsvoll zu sein, ohne zu schludern.

 

Hä, Babsi?

Ich prüfe die Geschichten trotzdem auf Herz und Niere, lese die Kapitel Korrektur, aber ich schicke sie mit einem anderen Zweck in die Welt hinaus. Und ich lerne daraus für die Feinarbeit, die Save Our Souls mir aktuell abverlangt – denn das Testleserfeedback trudelt nach und nach ein und die große, zweite Überarbeitung steht an. Denn Save Our Souls lässt sich nicht so Kapitel für Kapitel mit dem Kopf in den Wolken schreiben, Save Our Souls packt mich am Kragen und zwingt mich zur vollsten Konzentration, da es viel komplexer ist.

Zwischendurch also eine „einfache“ Geschichte zu konstruieren ist eine willkommene Abwechslung, ein Ausflug, eine Fingerübung. Einfach bedeutet dabei aber nicht gleich schlecht. Es ist anders, eben ein bisschen kompliziert. Autorinnenhirnwortsalatdings.

 

Üben, üben, Üben

„Seriöse“ Autor*innen belächeln gerne die Fanfiction-Schreiber, die jungen Teenager, die ihre Geschichten auf Wattpad, fanfiktion.de etc. hochladen. Aber das ist falsch und ziemlich dumm. JUNGE MENSCHEN, die SCHREIBEN. Die LESEN. Die ihre Geschichten präsentieren und riskieren, kritisiert zu werden. Was Besseres gibt es doch gar nicht? Aber vermutlich sind diese „seriösen“ Kritiker genau diejenigen, die sich über Jugendliche mit Smartphones aufregen und die Verrohung der Gesellschaft fürchten. Schreiben & Lesen sind das genaue Gegenteil. Und wenn es eine simpel konstruierte Twilight Kopie mit jeder Menge Kitsch und peinlichen Sexszenen ist – es ist ein Anfang. Es ist ein geschriebenes Wort, es ist eine Geschichte, ein Stein. Nicht überall schlummern Juwelen, aber das findet man erst mit der Zeit heraus. Schreiben ist ein Handwerk, das man lernen kann. Und ein Handwerk für das man sich begeistern kann. Ich finde es wundervoll, dass junge Leute schreiben und lesen und sich trauen, ihre eigenen Werke im Internet zu publizieren, wo sie manchmal ziemlich schroffe Kritik abbekommen. Macht niemanden nieder, weil er nicht „ernsthaft“ genug schreibt. Ermutigt stattdessen, sich zu verbessern, Potenzial auszuschöpfen, die Edelsteine freizulegen.

So eine positive Autor*innengemeinschaft wünsche ich mir jedenfalls. <3

→ Meine maritime Romantasy-Geschichte bei Sweek: Der Horizont hinter den Wellen

 

Konntet ihr diesen Gedankenwust entknoten, am Ende sogar nachvollziehen? Schreibt mir gerne eure Meinung dazu in die Kommentare!
Tüdelü, eure Babsi

 

Interview Mary Cronos #03 – Schottische Mythologie

Interview Mary Cronos #03 – Schottische Mythologie

Ich darf euch zu einem neuen Interview begrüßen! Mary Cronos, die mir schon für zwei Videos Rede und Antwort gestanden hat, hat mir ein paar Fragen zu ihrem neuen Buch beantwortet. Zum Release von „Houston Hall – Schatten der Vergangenheit“ wollen wir uns ein bisschen genauer ansehen, was diesen Titel so besonders macht. Tauchen wir also ab in die faszinierende Welt der schottischen Mythologie…

Schottische Mythologie spielt eine wichtige Rolle in deinem Buch – griechische oder nordische Mythologie, das sieht man häufiger. Wie bist du auf genau dieses Thema gestoßen?

Mary: Als diese Geschichte vor vielen Jahren (beinah so alt wie Nafishurs Idee) geboren wurde, da wusste ich noch gar nicht, wo sie spielen sollte. Zu dieser Zeit war sie noch viel, viel allgemeiner gehalten. Aus heutiger Sicht erschreckend simpel. Als ich dann einen passenden Ort finden wollte, war mir nur klar, dass die Geschichte nach UK gehört. Ich schloss die Augen und zeigte blind auf einen Ort (zum Glück habe ich nicht die Nordsee getroffen): Dirleton. Damit war mit wachsender Komplexität der Geschichte klar, dass es um schottische/keltische Mythologie gehen muss.

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Dirleton Castle © visitscotland.com

 

Warst du schonmal in Schottland?

Bisher leider noch nicht. Für Houston Hall habe ich das große Glück gehabt, eine liebe Freundin auf Schottlandreise zu haben, die sich einen Tag nimmt, um meine Locations für mich kennenzulernen. So habe ich trotzdem Flyer, Fotos und Berichte von der Gegend, die unschätzbar wertvoll für mich waren.

Nichts desto trotz steht Schottland auf meiner Reise-Liste und wird von mir hoffentlich so bald als möglich besichtigt.

Hast du auch schottische Märchen und Sagen gelesen?

Ich habe tatsächlich viele Sagengestalten kennengelernt während meiner Recherchen. Einige davon haben es in mein Buch geschafft: Zum Beispiel die Baobhan Sith und die Ceasg, oder auch die Kelpies und Selkies.

Ganze Märchen oder Sagen habe ich nicht gelesen. Wohl aber von einigen Geschichten gehört, die ich gerne noch lesen würde. Sollte es zu Houston Hall einen zweiten Teil geben, dann würde ich eine solche gern deutlicher einbinden. Und bis es soweit ist, habe ich zum Glück noch einen Moment, um mich zu entscheiden.

Die meisten Wesen und auch Legenden, von denen ich las, sind eng mit dem Meer oder den Wäldern verbunden – in jedem Fall mit der Natur. Es scheint beinah so, als gäbe es nichts, das keine Bedeutung hat: Bestimmte Elemente, Farben, Bäume, Gesteine, Tiere. Das ist unglaublich inspirierend.

Unter Selkies und Kelpies kann ich mir noch grob etwas vorstellen, aber was sind Ceasg und Baobhan Sith?

Eine Ceasg würden wir wohl am ehesten als eine Meerjungfrau bezeichnen. Es gibt viele Wesen, die man in der Nordsee gesehen haben will. Die Kelpies und Selkies gehören auch dazu. Aber die Ceasg scheint von allen die freundlichste Gestalt zu sein. Halb Frau, halb Lachs, erfüllt sie dem, der sie fängt, drei Wünsche. Man kann sich vorstellen, dass es dementsprechend schwer ist, eine Ceasg zu fangen. Im Gegensatz zu den anderen Wesen habe ich zu ihr verhältnismäßig wenig gefunden. Um so spannender fand ich den Gedanken, mit ihrer Legende zu arbeiten und sie noch etwas … auszuschmücken.

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© Nsey Benajah on Unsplash

Kelpies sind – vor allem im Kontrast zur Ceasg – ziemlich niederträchtige Geschöpfe. Sie sind halb Pferd, halb Fisch (manchmal auch nur Pferd) und bieten Wanderern heimtückisch ihre Hilfe an, um das Wasser zu überqueren. Nimmt der Wanderer die „Hilfe“ an, war das seine letzte Entscheidung. Denn die netten Tierchen ertränken ihren Reiter und fressen ihn im Anschluss.

Selkies sind auch eher friedlich. Sie sind Robben, die an Land kommen können, ihr Fell ablegen und dann zu Menschen werden. Die meisten Selkiegeschichten, die ich gelesen habe, waren ziemlich traurig und haben mich irgendwie an Arielle erinnert.

Zuletzt wäre da noch die Baobhan Sith. Sie ist die schottische Version eines Vampirs. Diese besondere Version ist in vielen Punkten anders: Es gibt nur weibliche Baobhan Sith. Ein gebissener Mann stirbt, eine gebissene Frau wird verwandelt. Die Baobhan Sith sollen außergewöhnlich schön und harmlos aussehen und meist grün tragen – als Sinnbild ihrer Naturverbundenheit. Sie scheinen keineswegs Einzelgängerinnen zu sein. Der Blutdurst und die Jagd bei Nacht sind uns dafür aber nur zu vertraut.

Welche Parallelen bestehen z.B. zur europäischen Mythologie und worin liegen die Unterschiede?

Eine sehr gute Frage. Ich fürchte, dass ich im Grunde nicht qualifiziert genug bin, um mich dazu kompetent zu äußern. Also kann ich Dir nur meine persönlichen Entdeckungen verraten.

„Europäische Mythologie“ ist ein schwieriger Begriff. Das heutige Europa gab es so nicht, als all die Mythen und Legenden entstanden und tradiert wurden. Es gab die keltische und die germanische Mythologie, die römische und griechische. In der antiken Welt von Athen und Rom gab es vor allem die Götterfamilie, den Olymp. Hier haben die Römer fleißig bei den Griechen geklaut. Als sich das Römische Reich dann weiter ausbreitete und erst auf die Germanen und später die Kelten stieß, vermischten sich die verschiedenen Religionen und Legenden. Dann mischte sich noch das Christentum dazwischen und letztlich geschah, was auch heute passiert: Ein Kult eignete sich Ideen eines anderen Kults an. Eine Kultur bereichert sich an den Geschichten der anderen.

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© Sweet Ice Cream Photography on Unsplash

Ich habe so viele Artikel gelesen, in denen von Gottheiten die Rede ist, die jeweils einer ursprünglich anderen Religion zuzuordnen sind. So ist es auch bei den Sagengestalten. Gerade die Inselkelten trugen ihre Geschichten weiter. Die Namen veränderten sich leicht, aber die Geschichten blieben.

Im übrigens war das eine Besonderheit, wie ich finde: Im alten Rom oder in Griechenland wurden Mythen und Legenden von großen Geschichtsschreibern niedergeschrieben. Die Sagen der Kelten sind vor allem mündlich tradiert worden. Das erklärt auch die vielen Variationen der Geschichten. Außerdem kann man die Anderwelt der Kelten nicht mit dem Jenseits der Antike vergleichen. Aber das führt zu weit. 😊

Welches mythologische Wesen findest du am faszinierendsten?

Oh, das ist schwer. Das kann ich gar nicht so ohne weiteres sagen. Vier habe ich Dir ja eben vorgestellt. Jedes einzelne von ihnen ist spannend und ich wüsste zu gern mehr über diese Wesen.

Und dabei sind das nur die wenigen, die ich in Houston Hall erwähne. Es gibt noch so viele mehr. Allein die verschiedenen Versionen von Kobolden sind klasse!

Wie schon erwähnt, fasziniert mich die Ceasg. Schon allein, weil ich zu ihr die wenigsten Informationen gefunden habe. Die Baobhan Sith ist aber mindestens genauso interessant. Knuffig finde ich auch die Pucas. Wobei mich der Name irgendwie an ein Pokemon erinnert. Ein Puka ist eine Art Kobold. Er kann die Gestalt wechseln und manchmal beherrscht er auch die Sprache der Menschen. Er treibt vor allem (eher harmlosen) Schabernack, ab und an ringt er sich aber auch durch, Menschen zu warnen und ihnen so zu helfen.

 

Gibt es eine andere Mythologie, die du unbedingt in einem deiner nächsten Werke unterbringen möchtest?

Unzählige! Wir Fantasyautoren hoffen immer noch, wirklich und wahrhaft neues zu erfinden. Und doch musste ich immer wieder feststellen, dass ich nicht die erste war, die sich bestimmte Dinge ausgedacht hat. All die verschiedenen Mythologien, Sagen, Legenden, Religionen auf der Welt bieten Stoff für unzählige weitere Bücher.

Als jemand, der beinah zwanzig Jahre ihres Lebens mit toten Sprachen zugebracht hat, bin ich gewillt, der römischen und griechischen Mythologie später mehr Zeit zu widmen. Dann könnte ich mir immerhin sagen, dass der Latein- und Alt-Griechisch-Unterricht nicht vollkommen umsonst war. 😛

 

Vielen Dank für das spannende Interview, liebe Mary!

Apropos: Wer mitliest, die Beiträge teilt und in den sozialen Medien den Hashtag #ReiseNachHoustonHall benutzt, hat die Chance auf ein prall gefülltes Goodie-Paket! Enthalten sind eine Leseprobe, Lesezeichen, Anthonys Lieblingstee, das Badesalz einer Ceasg im Houston Hall-Design und einer Weihnachtsleckerei aus Beatrix‘ Küche.

Und für die, die aufs Ganze gehen wollen: Am Ziel unserer Reise wird es ein Quiz geben – am 02.01. Wer vorher gut aufgepasst hat, hat dort die Chance, zusätzlich zu den tollen Goodies auch noch ein signiertes Printexemplar zu gewinnen! Also passt gut auf und kommt mit. Es lohnt sich!houstonhall

Die Blogtour:

 

Das Buch:

Houston Hall: Schatten der Vergangenheit“ erscheint am 02.01.2018 als Ebook* für 4,99€ und als Taschenbuch* für 16,99€ bei  feelings ebooks.
Inhalt: Der vom Leben gebeutelte Anthony lebt allein auf einem großen Anwesen in Schottland und sucht eine neue Haushälterin. Er findet sie in Mary, die mehr über sein mystisches Familiengeheimnis zu wissen scheint. Als schließlich jemand vor den Toren von Houston Hall steht, der eigentlich tot sein müsste, muss sich Anthony mit Marys Hilfe seiner gefährlichen Vergangenheit stellen. (Genre: Romantasy)

 


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Nomen est omen? Die wunderbare Welt der Namen

Nomen est omen? Die wunderbare Welt der Namen

Barbara

Am 4. Dezember war „Barbara-Tag„. Man gedenkt der Märtyrerin Barbara von Nikomedien, die trotz vieler Verehrer und Drängen ihres Vaters keinen Mann heiraten wollte. Sie wollte lieber Christin sein, auch das war verwerflich. Daraufhin wurde sie in einen Turm eingesperrt. Sie wurde misshandelt, gefoltert und schließlich getötet. Später wird sie von der katholischen Kirche heiliggesprochen und als Schutzpatronin von Bauarbeitern, Bergleuten und Architekten verehrt.

Ein kaum noch wirklich bekannter Brauch ist, am 4.12 ein paar Zweige von einem Baum oder Strauch (z.B. Apfel, Forsythie) zu schneiden und diese in einen Krug mit Wasser zu stellen. Bis zum Heiligabend sollen diese Zweige blühen und die kalte Jahreszeit erhellen. Dann gibt es noch das „Bärbeletreiben“ – Frauen verkleiden sich als alte Greisinnnen, hauen Leute mit Weidenruten und verteilen Nüsse und Obst. Das erinnert fern an Klausentreiben oder den Krampusbrauch.

Warum weiß ich sowas? Weil ich auch Barbara heiße und meine Großeltern mir jeden Namenstag ein bisschen Schokolade geschenkt und mir gratuliert haben. Außerdem haben wir in der Familie immer Zweige abgeschnitten und manchmal haben sie sogar geblüht.

Der Name Barbara geht vermutlich auf das lateinische „barbarus“ für Barbaren zurück, da die Römer nur „Blablabla“ verstanden, wenn die wilden Nordmänner redeten. Es wird mit „Fremder, Ausländer“ übersetzt oder mit „bärtig“. Nach der Bedeutung sind meine Eltern jedenfalls nicht gegangen als sie meinen Namen ausgesucht haben. 😉

bartbro
Ich bin goldrichtig bei den BartBroAuthors!

Namen und ihre Bedeutung für die Literatur

Bella & Edward, Elisabeth & Darcy, Romeo & Julia – diese Namen pflanzen uns in Kombination sofort ein Bild in den Kopf. Kevin, Chantalle, Jerome, Jacqueline – auch diese Namen lösen sofort etwas aus. Lilith, Lucian, Caleb oder Dawn wollen uns vielleicht nachts bei Vollmond in eine fantastisch-düstere Welt entführen und uns das Blut aussaugen. Bei häufig vorkommenden Namen wie Anna, Lisa oder Lucas sind die Assoziationen vielleicht nicht so stark. Und dann gibt es noch die Namen, die wohl noch Jahre vor allem mit einem bestimmten Charakter assoziiert werden wie Alice, Hermine oder Edward.

Namen sind Schall und Rauch? Namen als Stigma? Nomen est omen? Sind Namen wichtig?

Wenn die Geschichte passt, sind Namen nicht so wichtig. Aber sie können auch ganz wunderbare Stilmittel sein, um Charakterzüge zu unterstreichen oder dem Charakter durch ihre Bedeutung in ein ganz neues Licht zu tauchen.

Fantasy ist ein gutes Beispiel. Ein Elf namens „Horst„, eine Zwergin namens „Caroline“ und ein Drache namens „Kerstin“ – Passt nicht so gut, oder? Melodias, Gundrid, Saphira – das passt schon ein bisschen besser. Natürlich spielen Namen gerne mit Stereotypen oder äußerlichen Merkmalen der Charaktere. Gerne kommen auch Namen aus der Mythologie zum Einsatz „Hades“, „Lilith“, „Eva“ oder „Pandora“. Manche erfinden Namen höchstselbst oder kreieren sie: Gwendocian, Markamas, Truphiosa, Klerangina, Jestovizius.

Es gibt strahlende Heldinnen wie Light, Hope, Stella oder Grace. Toughe Kämpferinnen nennt man vielleicht eher Raven oder Cat. Mysteriöse Typen können auf keinen Fall Sven oder Karl heißen, es muss irgendwie besonders klingen wie Jace, Caleb, Vincent oder zumindest Luke. Will man einen alten Charakter benennen, sucht man einfach einen längst aus der Mode gekommenen, früher üblichen Namen, wie Holger, Helga, Gertrude oder Wolfgang aus. Manche Namen werden auch aufgrund ihrer Bedeutung ausgesucht. Ein schönes Detail um einen Twist anzudeuten, ein Merkmal des Charakters zu unterstreichen oder eine Kontroverse des Charakters darzustellen:

Sophie, altgriech. Weisheit. Alexander, Beschützer. Lucia, die Lichtbringerin. Leo, der Löwe. Charlotte, die Anmutige. Gizem, die Geheimnisvolle. Felix, Glück. Marina, am Meer lebend. Alina, die Edle, die Erhabene.

Ich finde z.B. die Namen in Harry Potter sehr gelungen. Severus Snape, Draco Malfoy, Ron Weasley, Sirius Black, Bellatrix Lestrange – Das sind sprechende Namen!
Auch, wenn man keine Ahnung von Harry Potter hat wird man sich unter diesen Namen etwas vorstellen können. Die Gesinnung, das Gemüt entspricht irgendwie dem Klang der Namen. In Kinderbüchern wird das viel häufiger und noch offensichtlicher gemacht, man denke nur an „Frau Knüppelkuh“ und „Fräulein Honig“ aus Matilda von Roald Dahl.

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Natürlich kann man nach dem Klang gehen, wenn man seine Charaktere benennt. Aber ich finde es immer wieder faszinierend, wenn Namen zu mir sprechen oder ich herausfinde, dass der Name eine Bedeutung hat, die mit der Geschichte oder eine Charaktereigenschaft zu tun hat. Es gibt auf jeden Fall viele Namen, die eher selten verwendet werden und dennoch wunderschön sind. Bei vorname.com findet ihr allemöglichen Formen der Sortierung um den passenden Namen für eure Schöpfungen zu finden.

Wisst ihr, was euer Name bedeutet? Worauf achtet ihr bei der Namenssuche für eure Charaktere? Was ist euer Fantasie-Name?

Tüdelü,
eure Babsi

Interview mit Autorin Bianca Fuchs – Seelenläufer 2 erscheint!

Interview mit Autorin Bianca Fuchs – Seelenläufer 2 erscheint!

Heute präsentiere ich euch ein weiteres Interview und zwar mit der bezaubernden Selfpublisherin Bianca Fuchs!

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Ich durfte Bianca (links) auf dem Litcamp 2017 in Bonn kennen lernen <3

Ihr erstes Buch „Seelenläufer“ aus dem Genre Urban Fantasy erschien im April 2016 und nun ist es soweit.

Am 16.11.2018 erscheint endlich die Fortsetzung „Seelenräuber„!

Ihr könnt übrigens hübsche signierte Exemplare direkt bei Bianca selbst erwerben. Auf twitter gibt es außerdem mehr Infos zu Bianca und ihren Projekten!

Lasst uns loslegen!

*

  • Hallo Bianca, nach „Seelenläufer“ erscheint nun bald dein zweites Buch als Selfpublisherin! Erstmal Glückwunsch dazu.

Bianca Fuchs: Vielen Dank, liebe Babsi.

  • Worum geht es in der „Seelenläufer“ Reihe?

Es geht um Zoya, die eines Tages entdeckt, dass sie die Gabe besitzt, die Seelen von Menschen zu sehen und sogar zu verändern. Sie muss lernen, mit dieser Gabe umzugehen, wobei sie schnell merkt, dass es auch Seelenläufer gibt, die ganz andere Interessen haben, als anderen zu helfen.

  • Welchen Charakter magst du am liebsten und warum?

Ich mag Robert Hautcrave, weil in ihm die Ambivalenz zwischen Gut und Böse am sichtbarsten wird. Er muss für seine Ziele sehr hart kämpfen und hat so Einiges zu verlieren. Aber ich mag auch Zoya, weil sie diejenige ist, für die wohl das meiste auf dem Spiel steht.

  • Wie viele Teile soll es geben?

Es wird eine Trilogie.

(Babsi: Ich hoffe, es gibt keine fiesen Cliffhanger! xD)

  • Wie viel Zeit braucht es, bis ein Buch fertig ist? Welcher Schritt dabei macht dir am meisten Spaß?

Für Teil I habe ich fünf Jahre gebraucht, für den zweiten 1,5 Jahre. Der dritte Teil wird 2 Jahre in Anspruch nehmen. Wie du siehst, ist es sehr unterschiedlich. Zu Beginn war natürlich sehr viel Recherchearbeit nötig, Figuren mussten zum Leben erweckt werden, der Ort des Geschehens – Cambridge – musste gefunden werden.

Ich mag eigentlich alle Schritte. Ich mag es, wenn sich der Plot entwickelt, wenn die Seitenzahl stetig wächst, aber auch, wenn der Text reift. Es ist gut, dass sich die drei Schritte Plotten, Schreiben, Überarbeiten abwechseln.

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  • Wer macht diese schönen Cover?

Das Cover hat Juliane Schneeweiss entworfen. Und ich liebe es. Ich habe lange nach einer Coverdesignerin gesucht und bin umso glücklicher, dass ich sie gefunden habe. Sie leistet eine tolle Arbeit, kann meine Ideen perfekt umsetzen. Wer mal schauen möchte, was sie noch so entworfen hat, kann dies gerne auf ihrer Homepage tun: Juliane Schneeweiss

 

  • Was hast du aus der Veröffentlichung von „Seelenläufer“ Teil 1 gelernt?
    Was ist dein schönste Erfahrung mit dem ersten Teil?

Das man viel Zeit benötigt, um sein Buch zu vermarkten. Teil 1 hatte ich eigentlich nur für mich geschrieben, bis mich mein Coach auf die Idee brachte, „Seelenläufer“ im Selbstverlag zu veröffentlichen. Damals stand nicht einmal sicher fest, ob es eine Fortsetzung geben würde. Mit dem Marketing hatte ich mich damals also noch gar nicht auseinandergesetzt und völlig unterschätzt, was da eigentlich auf mich zukommt. Vielleicht war das auch gut so ;-).

Ich glaube, es ist diese Ambivalenz, die Selfpublisher in sich tragen. Der Kontakt mit den Lesern war die schönste Erfahrung, die ich machen durfte. Dass mein Roman Gefallen findet, dass es sogar Leser gibt, die sehnsüchtig auf Teil 2 warten, das ist ein unglaubliches Gefühl. Aber bis das gedruckte Buch seinen Weg zu den Lesern findet, ist es eben eine weite Strecke.

Babsi: Oh ja, es ist sehr viel Arbeit, die in so einem Buch steckt, auch nach dem es geschrieben ist. Das wird ja gerne mal unterschätzt!

  • Möchtest du weiterhin Selfpublisherin bleiben oder kannst du dir für zukünftige Projekte auch den Verlagsweg vorstellen? Was gefällt dir am Selfpublishing am besten?

Das Marketing ein Stück weit einem Verlag zu überlassen, wäre tatsächlich ein Grund, warum ich mir auch diesen Weg vorstellen könnte. Aber grundsätzlich bin ich sehr gerne Selbstverleger, weil ich meine Zeit so einteilen kann, wie ich möchte, was für mich als berufstätige Mutter von zwei Kindern ein sehr wichtiger Faktor ist, aber auch, dass ich über mein Cover sowie den Buchsatz, also das Innenlayout, selbst bestimmen kann.

  • Hast du neben Seelenläufer noch andere Projekte?

Mir schwirrt seit einiger Zeit eine Geschichte im Kopf herum, die sich immer weiter in den Vordergrund drängt. Doch ich halte sie zurück, weil ich mich dazu entschieden habe, jetzt erst einmal den Weg mit Zoya bis zum Ende zu gehen. Ich tanze ungern auf zwei Hochzeiten.

  • Liest du aktuell ein Buch oder bleibt dafür keine Zeit? Welches Buch würdest du  – neben deinen eigenen Werken – empfehlen?

Ich habe mir in meinen Herbstferien bewusst Zeit fürs Lesen genommen. Tatsächlich war dies während der Schreib- und Überarbeitungsphase nicht möglich. Und ich kann alle drei gelesenen Bücher nur empfehlen: Nina C. Hasse: „Ersticktes Matt“, J.M. Volckmann: „Neunundneunzig Namen“ und „Weil wir längst woanders sind“ von Rasha Khayat. Sonst bin ich ein großer Fan von Brandon Sanderson. Zwei Bücher, die mich sehr berührt haben sind auch „Sieben Minuten nach Mitternacht“ von Siobhan Dowd und „Ich nannte ihn Krawatte“ von Milena Michiko Flasar. Und jetzt höre ich auf. Es gibt einfach zu viele gute Bücher auf dieser Welt.

Babsi: Wundervolle Empfehlungen! Zwei davon habe ich auch schon gelesen und geliebt! 🙂

  • Was sind deine Pläne und Wünsche für 2018?

Ich wünsche mir, dass viele Leser noch viel mehr Spaß mit meinen Romanen haben. Auch wünsche ich mir, dass ich mit dem dritten Teil vom Seelenläufer gut vorankomme. Außerdem würde ich gerne einen weiteren Schreibkurs belegen, wenn ich die Zeit finde. Ich hätte sie gerne, denn ich möchte mich weiterentwickeln.

  • Auf welchen Events 2018 kann man dich vielleicht persönlich treffen?

Ich wünsche mir, dass ich es endlich auf die Frankfurter Buchmesse schaffe. Auf der BonnBuch bin ich aber sicher wieder anzutreffen. Auch steht noch die Entscheidung aus, ob ich die Zeit für Rheinfantasie freischaufeln kann.

Liebe Babsi, ich danke dir sehr, dass ich an deinem Interview teilnehmen durfte.

Babsi: Ich danke DIR liebe Bianca, dass du mir Rede und Antwort gestanden hast und in der stressigen Release-Woche noch ein bisschen Zeit für meine Fragen gefunden hast!

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Ich hoffe, euch hat das Interview genauso gut gefallen wie mir und wir hypen jetzt zusammen das Release von „Seelenläufer 2“.

 


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