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Was ist deine besondere Fähigkeit? (Der Atlas der besonderen Kinder – Blogtour)

Was ist deine besondere Fähigkeit? (Der Atlas der besonderen Kinder – Blogtour)

Was ist deine besondere Fähigkeit? (Der Atlas der besonderen Kinder – Blogtour)

 

Herzlich Willkommen zur Blogtour zu „Der Atlas der besonderen Kinder“ von Ransom Riggs!

Das Buch ist gestern bei Droemer Knaur erstmalig auf Deutsch erschienen. Meine Rezension dazu findet ihr hier. Vielen Dank an Droemer Knaur und Patricia, die uns bei der Blogtour unterstützt und uns die Bücher vorab zur Verfügung gestellt haben! Zwar bildet „Der Atlas der besonderen Kinder“ zwar den Auftakt einer neuen Trilogie, dennoch ist es ratsam zuerst die vorhergehende Trilogie zu lesen.


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  • Autor: Ransom Riggs, übersetzt von Silvia Kinkel
  • Titel: Der Atlas der besonderen Kinder
  • Verlag: Droemer Knaur
  • 512 Seiten, Hardcover: 18€ | Ebook: 12,99€

Reihenfolge:

  1. Die Insel der besonderen Kinder
  2. Die Stadt der besonderen Kinder
  3. Die Bibliothek der besonderen Kinder
  4. Der Atlas der besonderen Kinder


Worum geht’s?
Nach den Ereignissen der ersten drei Bände ist Ruhe eingekehrt – könnte man denken. Doch der Wiederaufbau der zerstörten Gebiet und die Etablierung von neuen Strukturen beschäftigen die besonderen Kinder. Jacob hingegen ist unzufrieden, hin und hergerissen zwischen zwei Welten. Das Erbe seines Großvaters stellt ihn vor viele Rätsel, denen er auf den Grund gehen möchte. Doch dazu muss er sich über die Regeln und den Kopf von Miss Peregrine hinwegsetzen und sich auf unbekanntes Terrain begeben: Die Welt der Besonderen in den USA, die nach ganz anderen Regeln funktionieren. Werden ihn seine Freunde dabei unterstützen? Was für Gefahren lauern in den unbekannten Zeitschleifen, wer ist der mysteriöse H und warum sind besondere Kinder wieder in Gefahr?


 

Die Teilnehmer*innen der Blogtour:

02.03 *Du bist hier*

03.03 Lieschen Liest: Auf Reisen mit den besonderen Kindern

04.03 Hertzklecks: Die Charaktere und ihre besonderen Fähigkeiten

05.03 Bücherwanderin: Must Haves für einen besonderen Roadtrip

06.03 The Booted Kat: Die Victorians und die Fotografie

07.03 Bibliophilara: Zehn besondere Fotos

 

Was ist deine besondere Fähigkeit?

Zum Start der Blogtour erwartet dich hier ein interaktives Quiz, bei dem du entdecken kannst, welche besondere Fähigkeit vielleicht in dir schlummert! Notiere dir bei jeder Antwort den entsprechenden Buchstaben.

1. Du gelangst in den Besitz eines rätselhaften Briefs, einer alten Karte, eines mystischen Gegenstands – etwas, das eindeutig mehr ist als es zu sein scheint. Der Beginn eines Abenteuers vielleicht. Was machst du?

A – Ich versuche in der Bibliothek oder im Internet mehr darüber zu erfahren
B – Das weckt meinen Forschungsdrang. Ich setze alles daran herauszufinden, was es damit auf sich hat
C – Ich gebe es an jemanden weiter, der mehr Erfahrung mit solchen Dingern hat.
D – Sobald ich denke, dass es etwas Böses oder Dunkles ist, versuche ich, den Gegenstand zu zerstören

2. Um ein Abenteuer zu bestreiten braucht man ordentlichen Proviant! Was packst du für eine lange Reise ein?

A – Ein paar Brote belegt mit Wurst oder Käse, etwas Gemüse und etwas Obst und genug Wasser. Und etwas als Nachtisch!
B – Eine Flasche Wasser muss reichen, um den Rest kümmere ich mich unterwegs!
C – Die Reste vom Abendessen gestern.
D – Ein koffeinhaltiges Getränk und energiereiche, aber praktische Snacks z.B. Müsliriegel & Äpfel

3. Wen nimmst du mit auf dein Abenteuer?

A – Ein sich gut ergänzendes Team mit ausgewogenen Fähigkeiten für verschiedene Situationen.
B – Die fähigsten Personen unter meinen Vertrauten.
C – Meine Freunde und Familie.
D – Nur wenige Personen, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren.

4. Eine gute Freundin/Ein guter Freund ist in Schwierigkeiten! Du …?

A – Ich überlege mir einen Plan, wie wir am besten vorgehen.
B – Ich hole mir Verstärkung und dann helfen wir.
C – Ich eile ihr/ihm sofort zur Hilfe.
D – Ich beseitige die Ursache des Problems.

5. Im Laufe des Abenteuers ändern sich eure Informationen – was ihr erreichen wollt, könnte katastrophale Konsequenzen für viele haben. Was tut ihr?

A – Ich wäge die Vor- und Nachteile ab und entscheide mich je nachdem wie wahrscheinlich die negativen Konsequenzen wären.
B – Ich versuche, mein Ziel zu erreichen und gleichzeitig die negativen Konsequenzen einzudämmen oder zu verhindern.
C – Ich breche ab, denn ich würde meinen eigenen Nutzen nie über das Gemeinwohl stellen.
D – Um die Konsequenzen kümmere ich mich, wenn es soweit ist. Meine Liebsten und ich sind es mir wert, dieses Risiko einzugehen.

6. Was ist deine größte Angst? 

A – Krankheiten und das älter werden.
B – Nichts im Leben zu erreichen.
C – Geliebte Menschen zu verlieren.
D – Einsamkeit.

7. Wie steht es um deine körperliche Fitness?

A – Bei Gefahr könnte ich wegrennen, aber nicht für lange. Fitness ist nicht so meins.
B – Ganz gut, aber ich würde eigentlich gerne öfter Sport treiben.
C – Ich mache einigermaßen regelmäßig Sport, aber hauptsächlich, weil es mir Spaß macht.
D – Ich arbeite regelmäßig an mir und treibe oft Sport. Körperliche Fitness ist mir sehr wichtig, ich gehe auch gerne auf Wettkämpfe.

8. Euer Erzfeind ist endlich besiegt. Wie verfahrt ihr mit ihm?

A – Ich werde seine Informationen und sein Wissen nutzen und ihm die Chance geben, gemeinsam mit mir zu arbeiten um sich zu rehabilitieren.
B – Ich sperre ihn ein. So jemand Gefährliches sollte nicht frei herumlaufen!
C – Er soll vor Gericht für seine Schandtaten geradestehen.
D – Er wird doppelt und dreifach für all das büßen, was er verbrochen hat.

9. Das Abenteuer ist geschafft, endlich wieder Zeit für dich. Wenn du es dir aussuchen könntest, was für einen Urlaub würdest du machen?

A – Ein entspannter Aufenthalt in einem Spa-Hotel mit Therme. Ausschlafen, ausgedehnte Spaziergänge, Gesichtsmasken und Massagen – Hauptsache kein Stress!
B – Ein Städtetrip mit kulturellem Programm. Die Tage sind gut durchgeplant mit Museen, Stadtführungen, Sehenswürdigkeiten und leckerer regionaler Küche.
C – Ein Urlaub am Meer, mit viel Sonne, faulenzen am Strand, leckerem Eis und gelegentlichen Bootsausflügen.
D – Etwas Abwechslungsreiches wie ein Roadtrip oder ein kleiner Abenteuerurlaub mit Safari, Dschungelexpedition oder Erlebnis-Wanderungen.

10. Was für Hobbies hast du so, wenn die Welt nicht gerade gerettet werden muss?

A – Lesen, neue Dinge lernen, Bullet Journal oder Tagebuch führen.
B – Nicht wirklich viel. Serien oder Fernsehen schauen. Für mehr habe ich kaum Energie.
C – Etwas mit meinen Händen machen. Gärtnern, Töpfern, Zeichnen o.Ä.
D – Vieles! Ein Instrument spielen, Pfadfinder, Reiten oder Tanzgruppe – ich brauche Abwechslung.

11. Mit welchem Charakter aus der Welt der besonderen Kinder wärst du am liebsten befreundet?

A – Millard.
B – Ich kann mich nicht entscheiden.
C – Miss Peregrine.
D – Jacob.

Am häufigsten A

Puh, besonders sein ist ganz schön anstrengend! Du hältst dich lieber von Kämpfen fern und agierst unterstützend und aus dem Hintergrund. Dein ruhiges, rationales Gemüt wirkt ausgleichend auf die anderen Hitzköpfe in deinem Team. Demenstprechend wären deine Fähigkeiten auch eher subtil wie Horaces Visionen, perfide wie Enochs Nekromantie oder geheimnisvoll wie Millards Unsichtbarkeit. Manchmal stellst du dich und deine Fähigkeiten unter den Scheffel, dabei hast du das gar nicht nötig. Vertraue in dich und deine Fähigkeiten.

Am häufigsten B

Immer tapfer voraus! Dein starkes Gespür für Gerechtigkeit, dein Tatendrang und deine Entschlossenheit machen dich zur geborenen Anführer*in. Trotzdem verlierst du nicht den Überblick über das große Ganze und bist kreativen Lösungswegen nicht abgeneigt.  Zu dieser großen Verantwortung passen große Kräfte wie Jacobs Gespür für Hollows, Frankies Puppenspiel oder die Ymbrine Fähigkeiten von Miss Peregrine. Pass nur auf, dass dein Ehrgeiz deine Sicht nicht trübt! Manchmal kann es ratsam zu sein, abzuwarten oder sich mit seinen Freunden zu besprechen sonst kann es sein, dass du schnell vom Held zum Bösewicht kippst.

Am häufigsten C

Hauptsache drauf! Oft bist du eher verwirrt und überfordert mit der Situation, aber du stehst deinen Freunden immer helfend zur Seite, wenn Not am Mann ist. Du bist loyal und stehst stets für deine Lieben ein. Du hättest vermutlich Bronwyns Stärke, Hughs Bienen oder Claires bissigen, versteckten Mund. Du folgst lieber, als den Ton anzugeben. Trau dich ruhig, auch Hilfe in Anspruch zu nehmen, Rücksicht auf dich und deine Bedürfnisse zu nehmen und deine Meinung zu sagen.

Am häufigsten D

Explosiv! Du bist tough, entschlossen und weißt genau was du willst und was nicht. Faule Kompromisse sind nicht deins. Du hättest vermutlich die Kräfte, Elemente zu bändigen, so wie Emma das Feuer, Fiona ihre Pflanzen oder Noor das Licht. Du bist eine treue und gute Seele, aber alle werden sich davor hüten, dich zu ihrem Feind zu machen. Manchmal übermannen dich deine Gefühle und du sagst vielleicht Sachen, die du später bereust. Sei nicht zu stolz, dich zu entschuldigen oder Fehler einzugestehen.

Mehrere Buchstaben gleich häufig

Die Welt ist nicht schwarz oder weiß. Vielleicht hast du Talente in mehreren Bereichen oder deine besondere Fähigkeit hat sich noch nicht herauskristallisiert? Sharon, Lily und viele andere Charaktere im Buch sind ebenso wichtig wie unsere Helden – und zwar ohne Flammen aus ihren Händen zu schießen o.Ä.. Lass dich nicht davon beirren was andere können und machen, sondern folge deinem Herzen und dem woran du glaubst. Fehler, Neuanfänge und Kurswechsel sind in Ordnung. Es ist deine Geschichte. Jeder ist auf seine Art und Weise besonders und wichtig.


Ich hoffe, euch hat dieses kleine Quiz gefallen! Schreibt mir doch gerne in die Kommentare, welches Ergebnis ihr bekommen habt.

Morgen geht es weiter mit der Blogtour und zwar bei Lisa von www.lieschenliest.de!

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[Rezension] Der Atlas der besonderen Kinder von Ransom Riggs

[Rezension] Der Atlas der besonderen Kinder von Ransom Riggs

[Rezension] Der Atlas der besonderen Kinder von Ransom Riggs

Wer mich schon länger verfolgt, weiß es. Ransom Riggs hat sich mit seinen besonderen Kindern in mein Herz geschrieben. Seit J.K. Rowling habe ich niemanden mehr so gehyped. Umso mehr freute es mich, zu hören, dass auch der vierte Teil aus dem Universum der besonderen Kinder wieder bei Droemer Knaur erscheint. Und zwar als schmuckes Hardcover! Vielen Dank an Droemer Knaur (Grüße an Patricia!), die es mir ermöglicht haben, das Buch vorab zu lesen.

Da mit dem Buch eine neue Trilogie eingeläutet wird und ich ausführlicher über die besonderen Kinder reden möchte, hier eine Spoiler Warnung, für alle, die Band 1-3 noch lesen möchten. Ich versuche aber, nicht zu konkret zu werden. Die ersten drei Bände habe ich hier drei Bände habe ich hier rezensiert.

Eine Blogtour zum Buch startet übrigens morgen genau hier auf meinem Blog, also haltet die Augen offen. 😉


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  • Autor: Ranroms Riggs, übersetzt von Silvia Kinkel
  • Titel: Der Atlas der besonderen Kinder
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: (Urban) Fantasy, Roadtrip
  • 512 Seiten, Hardcover: 18€ | Ebook: 12,99€
  • auf amazon* kaufen

Reihenfolge:

  1. Die Insel der besonderen Kinder
  2. Die Stadt der besonderen Kinder
  3. Die Bibliothek der besonderen Kinder
  4. Der Atlas der besonderen Kinder (Beginn einer neuen Trilogie, aufbaunend auf 1-3)

 

Worum geht’s?
Der Auftakt zu einer neuen „besonderen Kinder“ Trilogie.
Jacob hat Devil’s Acre schweren Herzens verlassen, nachdem er gemeinsam mit den besonderen Kindern die Wights und Hollows besiegt hat. Doch er fühlt sich seinen Eltern und seinem alten Leben gegenüber verpflichtet. Als seine Eltern ihn in eine Psychiatrie stecken wollen, weil ihnen sein seltsames Verhalten Sorgen bereitet, geschieht das Undenkbare. Alma Peregrine und die besonderen Kinder stehen vor seiner Haustür. Die große Schlacht ist vorbei, doch es gibt Einiges aufzuräumen. Während Jacob versucht, die besondere und normale Welt in Balance zu halten, stößt er auf weitere Geheimnisse, die sein Großvater vor ihm hatte. Auf der Spur seines Opas reist er mit seinen Freunden durch Amerika und muss schnell feststellen, dass die Spielregeln der besonderen Kinder hier so ganz anders sind.


Meine Meinung:

Ich habe das Buch bereits auf Englisch gelesen, weil ich einfach nicht warten konnte! Umso schöner war es, jetzt nochmal die deutsche Version vor sich zu haben.

Dass ich ein großer Fan der besonderen Kinder bin, dürften regelmäßige Besucher meines Blogs schon gemerkt haben. Mir gefällt die Mischung aus Urban Fantasy, bizarren Fähigkeiten und liebenswerten Charakteren, die wortgewandte und präzise Sprache und der kleine Hauch Schaurigkeit.

Klar ist – wer die ersten drei Bände nicht gelesen hat, wird über dem Buch vermutlich verzweifeln, denn Ransom Riggs erklärt nur ganz grob, was bisher geschehen ist. Es gibt keine Vorstellungen und das Wissen aus den ersten drei Bänden wird teilweise als Voraussetzung gesehen. Selbst ich musste nochmal in Band 3 bezüglich einiger Punkte nachblättern. Hier würde ich mir vom Autor etwas mehr Erklärungen wünschen, denn er selbst ist als Erschaffer natürlich ständig in der Materie, dem Plot und der Geschichte. Als Leser*in muss man aber doch manchmal ein oder zwei Jahre auf die Bücher warten, da vergisst man leichtsam ein paar Details.

Zu Gemütlich? Zu rasant?

Wie schon beim allerersten Band der besonderen Kinder zieht sich die Geschichte stellenweise etwas. Es gab einige wirklich bezaubernde Stellen, z.B. als Jacob die besonderen Kinder mit in einen großen US-Supermarkt mitnimmt. Zur Vorbereitung des eigentlichen Abenteuers auf Achse muss aber noch einiges an Aufklärungsarbeit passieren. Das Haus von Jacobs Großvater versteckt einige Geheimnisse, die es zu entschlüsseln gibt. Und schließlich der mysteriöse Bekannte, der die Geschichte erst so richtig ins Rollen bringt.

Ab der zweiten Hälfte passiert dann wieder sagenhaft viel, dass man kaum Zeit hat, all die Details und Infos zu verarbeiten. Hier hätte ich mehr zwischendurch etwas mehr Zeit gewünscht, während am Anfang ruhig etwas mehr Pfeffer hätte sein können. Es treten eine Fülle von Personen auf. Gerade der Übergang von Frankies Haus zum Treffen der New Yorker Chefs war ziemlich hart und ich musste die beiden Kapitel mehrmals überfliegen.

Holzkopf Jacob

Leider ist Jacob – nachdem er in den letzten paar Bänden so viele Pluspunkte sammeln konnte – in diesem Buch wieder eher in meiner Gunst abgerutscht. Das lag vor allem an seiner Starrköpfigkeit und seinem eingeschränkten Blick für das große Ganze. Er hat teilweise wirklich unverantwortlich gehandelt und wirkte mehr wie ein pubertärer Bengel denn je. Natürlich ist es auch realistisch, dass er manchmal bockt – schließlich ist er ein junger, heranwachsender Mann – aber man sollte doch meinen, dass die ganzen Erfahrungen ihn etwas reifer gemacht hätten. Allerdings fällt er durch seinen Stolz auch oft genug auf die Schnauze. Mit großer Macht kommt auch große Verantwortung – und der ist Jacob nicht so ganz gewachsen.

Ein Auge für Feinheiten hat Ransom Riggs auch bewiesen, indem er sich auf weniger Charaktere konzentriert hat und deren Beziehungen und Persönlichkeiten genauer exploriert hat. Auch wenn ich einige besondere Kinder wieder schmerzlich vermisst habe – Horace! Hugh! – so war die Kombination aus unseren Helden Bronwyn, Emma, Millard, Enoch und Jacob bunt genug. Mir hat gefallen, dass die Beziehungen und Freundschaften nicht in Stein gemeißelt waren. Es gab Streitereien, Schwierigkeiten, Zweifel und Weiterentwicklung. Besonders um die zarte Romanze von Emma und Jacob muss man sich im Laufe des Buches häufiger Sorgen machen, denn Emmas Temperament und Jacobs befeuerter Wille seinen ganz eigenen Weg zu gehen stoßen oft aneinander.

Ransom kann schreiben!

Bisher habe ich die Bücher nur auf Deutsch gelesen, diesmal eben auf Englisch und auf Deutsch. So hatte ich einen schönen Vergleich über die Sprachlichkeit. Übersetzerin Silvia Kinkel fängt die Besonderheiten von Ransom Riggs‘ Schreibstil, die kräftige Bildsprache, die Wortgewandtheit und den trockenen Witz wunderbar ein. Sie bleibt dabei nah am Original, was mir sehr gut gefällt.

Generell würde ich Ransom Riggs‘ Schreibstil als sehr individuell beschreiben. Er hat einen breiten Wortschatz, schreibt abwechslungsreich und für ein Jugendbuch auch durchaus anspruchsvoll. Das mindert ab keineswegs die Leseflüssigkeit oder die Verständlichkeit. Auch ohne die skurrilen Fotografien kann man sich wunderbar in die Szenerie hineinträumen.

Besondere Charaktere hat er auch drauf. In „Der Atlas der besonderen Kinder“ treten unglaublich viele neue Figuren auf den Plan. Viele davon spielen eher kleine, untergeordnete Rollen, andere sind sehr wichtig.

Mir gefiel, dass viele der neuen Charaktere auf ihre Weise nicht gut-böse, schwarz-weiß, sondern sehr ambivalent waren. Das System der Besonderen in  den USA unterscheidet sich stark von den bisher bekannten Regeln und so lässt sich erahnen, warum einige der neu auftretenden Figuren so handeln wie sie handeln. Auch, wenn ihr Handeln böse oder gemein erscheint, agieren sie in ihrem Weltbild logisch. Anders als in den ersten drei Büchern ist „der Bösewicht“ bzw. „die Gegner“ gar nicht so leicht erkennbar. Frankie zählt auf ihre Weise sicherlich dazu, Leo ist hart aber nicht gnadenlos und auch viele andere Personen im Buch brillieren durch feine Graustufen.

Spannend fand ich vor allem die Geschichte rund um Noor, die sich gegen Ende des Buches spinnt. Hier wird auch deutlich, dass es wieder eine Gefahr für die besonderen Kinder gibt, gegen die sie sich wehren müssen. Außerdem ist es erfrischend, einige moderne besondere Kinder kennen zu lernen, die sich wie Jacob im 21. Jahrhundert zurecht finden. Das ganze Buch habe ich übrigens über genau das Szenario nachgedacht, dass mit Millard und Lily eingetreten ist und war begeistert, dass auch Ransom Riggs sich diese Idee nicht entgehen ließ. Millard ist ohnehin mein liebster Charakter!

Das Ende ist jedenfalls wieder schön fies mit leichtem Cliffhanger und ich hänge schon wieder hibbelig in meinem Stuhl, wenn ich darüber nachdenke.

Nicht vergessen: Morgen startet die Blogtour bei mir. 🙂

 

Fazit:

Das vierte Buch um die besonderen Kinder macht große Lust auf die neue Trilogie. Wir haben die charmanten und einzigartigen besonderen Kinder und ein ganz neues Setting, das sie vor einige Probleme stellt. Darunter litt für mich aber manchmal ein wenig die verzauberte, weltfremde Stimmung, die ich in der Urtrilogie so sehr mochte. Dennoch liest sich das Buch spannend, es geschieht viel. Die Welt um die besonderen Kinder wird größer und gefährlicher. Die Geschwindigkeit und die Aufteilung der Schwerpunkte im Buch haben mir nicht ganz so gut gefallen wie in den bisherigen Büchern. Ich bin trotz kleiner Kritikpunkte sehr gespannt, wie es weitergehen wird!

Weitere Meinungen:
  • Du hast eine Rezension zu diesem Buch geschrieben? Schreib mir, dann verlinke ich dich hier!

 


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[Rezension] Das Mädchen von Stephen King

[Rezension] Das Mädchen von Stephen King

[Rezension] Das Mädchen von Stephen King

Das letzte Buch, das ich im Jahr 2018 gelesen habe, war „Das Mädchen“ von Stephen King. Für den Meister des Horrors ist das Buch recht kurz und so konnte ich es gemütlich auf einer längeren Zugfahrt lesen.


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  • Autor: Stephen King, übersetzt von
  • Titel: Das Mädchen
  • Verlag: Droemer Knaur (Mein Buch ist eine alte Weltbild Hardcover Ausgabe, die nur noch gebraucht erhältlich ist)
  • Genre: Horror
  • 304 Seiten, Taschenbuch: | Ebook:
  • auf amazon* kaufen

Worum geht’s?
Trisha ist neun Jahre alt und geht mit ihrer Mutter und ihrem Bruder wandern. Die beiden zanken sich ständig und Trish versucht, sich rauszuhalten. Sie will in die Büsche pinkeln gehen und dann wieder zu den beiden Streithähnen aufschließen. Doch anstatt zurück auf den Weg läuft sie immer tiefer in die Wildnis. Aber allein ist sie keinesfalls…


Videorezension folgt  

Meine Meinung:

Stephen King hat mich mit Geschichten wie „Carrie“ oder „Sie“ und auch mit seinen Kurzgeschichten bisher immer überzeugen können. „Das Mädchen“ gehört zu seinen dünneren Büchern und spielt mit einer realistischen Angst. Sich im Wald zu verlaufen. Das ist in Amerika mit riesigen unbewohnten Wäldern sicherlich nochmal viel realistischer als in Deutschland, zumal wir kaum Bären, Wölfe oder Pumas haben, die ihren Hunger mit Menschenfleisch stillen möchten.

Ich muss leider sagen, dass mich das Buch nicht wirklich begeistern konnte. Es war ganz spannend, aber normalerweise habe ich nach dem Lesen eines Buches sofort das Bedürfnis, meine Gedanken mit der Welt zu teilen. Bei diesem Buch habe ich die Rezension aber vor mir hergeschoben. Schreibstil und Idee sind gut, keine Frage. Aber ich habe keine wirkliche Beziehung aufbauen können. Weder zu Trisha, noch zum Setting noch zu der ganzen Geschichte.

Mich hat der „Gott der Verirrten“, bei dem man nicht wirklich weiß, ob er übernatürlich ist oder nicht, nicht wirklich gruseln können.

Dabei waren wirklich wieder tolle Sätze und Formulierungen mit dabei:

Die Welt hatte Zähne, und sie konnte damit zubeißen, wann immer sie wollte.

Mit Baseball habe ich nichts am Hut

Eine der Quellen, die unserer Protagonistin immer wieder Kraft gegeben hat, war ihre Leidenschaft zum Baseball. Mit ihrem Walkman hat sie über Radio die Spiele ihrer Lieblingsmannschaft gehört und sich vorgestellt, ihr liebster Spieler wäre bei ihr. Ich bin kein Sportfan, wenn ich mal im Fernsehen Sport schaue, dann aus Zufall oder purer Langeweile. Besondere Sympathien gegenüber Mannschaften habe ich auch nicht. Die vielen Vergleiche, Metaphern und Beschreibungen waren für mich öde und unverständlich.

In den USA ist Baseball ebenso populär wie hierzulande Fußball – dennoch war die Ikonisierung dieses Spielers für mich schwer nachzuvollziehen. Ich hatte als Kind keine „realen“ Helden, meine stammten aus Büchern oder Serien. Während ich Trishs Gedanken und Hoffnungen verstehen konnte, blieb mir doch so der Zugang zu ihr und ihrer Motivation verwehrt.

Konstruktion?

Zwischendurch gab es ein paar Szenen, in denen wir wieder zu den Suchtrupps und Trishas Eltern geschwenkt sind. Diese Szenen waren aber zu kurz, zu lieblos. Sie hätten Potenzial gehabt, die Spannung des Buches zu erhöhen, aber das hat nicht stattgefunden. Stephen King schaut eigentlich gerne tief in die Seelen seiner Charaktere. Hier hat er das aber nur bei Trish getan, die sich abgelenkt hat, um in der Wildnis nicht wahnsinnig zu werden. Ihre kindliche Sichtweise hat einen Filter über die Bedrohung gelegt, die sie leider auch für mich als Leserin gemindert hat.

Fazit:

Dieses Buch von Stephen King ist nicht schlecht. Es lässt sich gut lesen, hat seine Spannung, aber konnte mich nicht fesseln oder nachhaltig zum Nachdenken bringen. Es einmal zu lesen hat gereicht und auch in meinen Gedanken hat das Buch keinen wirklichen Platz eingenommen. Von allen Büchern, die ich von Stephen King bisher gelesen habe, war das hier für mich das Schwächste.

Weitere Meinungen:

 


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[Rezension] The Ending von Iain Reid

[Rezension] The Ending von Iain Reid

[Rezension] The Ending von Iain Reid

Diesen Thriller habe ich mir bei arvelle mitbestellt, weil ich fand, dass er interessant klang. „Du wirst dich fürchten und du wirst nicht wissen, warum“ und „Für Fans von Stephen King und Alfred Hitchcock“ hat mich neugierig gemacht. Ich war sehr überrascht, dass das Buch so dünn war, aber so habe ich es direkt an einem Tag durchlesen können.


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  • Autor: Iain Reid, übersetzt von Anke Kreutzer und Eberhardt Kreutzer
  • Titel: The Ending
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Psychothriller
  • 240 Seiten, Broschiert: 14,99€ | Ebook: 12,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Jake fährt mit seiner Freundin durch verschneite Täler und Dörfer, um seine Eltern zu besuchen. Die beiden sind erst seit kurzer Zeit zusammen und die Freundin, denkt heimlich daran, Schluss mit Jake zu machen. Sie verschweigt ihm außerdem die Anrufe eines mysteriösen Stalkers. Unbehagen liegt in der Luft, doch was beide nicht wissen: Nach diesem Ausflug wird nichts mehr sein, wie zuvor.


Meine Meinung:

Das Buch liest sich aufgrund seiner Kürze sehr schnell, der Schreibstil ist flüssig. Die Kapitel sind durch kurze, kursive Gespräche unterteilt, die nach den Ereignissen des Buches spielen. Zwei unbeteiligte unterhalten sich, man erhält Andeutungen auf das, was noch geschehen wird.

Das soll die Leser*in kitzeln, reizen und locken. Weiterzulesen und weiterzustöbern. Anfangs hat das noch funktioniert, ab der zweiten Hälfte, haben mir diese Gespräche zu viel vorweggenommen.

Die Beklemmung mit jemandem im Auto zu sitzen, mit dem man Schluss machen möchte, wird uns denke ich, allen klar. Ein Pärchen, auf dem Weg zu seinen Eltern. Einsame Straßen, ländliche Einsamkeit. Eine perfekte Kulisse für eine sich zuspitzende Lage. Leider spitzt sie sich nicht zu? Ich fand die Gespräche der beiden interessant, philosophisch und nachdenklich. Ich glaube, auch hieraus kann man bereits viele Hinweise auf den Verlauf der Geschichte ziehen, wenngleich sie viel subtiler sind als die kursiven Dialoge am Ende der Kapitel.

Es endet in einer Katastrophe

Die Auflösung war denkbar unspektakulär. Was ich bereits als Lösung erahnt hatte, trat auch genau so ein. Auch die Darbietung war mir zu konfus, zu unlogisch. Das Handeln der Charaktere hat für mich keinen Sinn ergeben und deswegen wurde umso klarer, worauf es hinauslaufen wird. Ziemlich lahm – meiner Meinung nach – und nicht zeitgemäß. Es macht mich eher wütend. Ich habe extra geschaut, wann das Buch erschienen ist. 2016. Also eigentlich keine Entschuldigung für so einen unspektakulären Abschluss.

Zumal das Verhalten der Charaktere sehr unlogisch war. Das Finale sollte spannend, beklemmend sein, war aber zu konfus, zu aberwitzig, um mich zu fesseln. Ich habe die letzten fünfzig Seiten eher überflogen, um einfach zu wissen, wie es jetzt ausgeht. Wenn man googlet, scheinen auch viele Leute nicht kapiert zu haben, was geschehen ist. Trotzdem fallen viele Rezensionen zum Buch positiver aus als meine.

Iain Reid hat – in meinen Augen – bei dem Versuch einen philosophischen, für die grauen Zellen anspruchsvollen Psychothriller mit subtilem Horror zu gestalten, ziemlich versagt. Deswegen bin ich froh, dass ich das Buch vergünstigt bei arvelle gekauft habe und nicht zum vollen Preis. Denn das ist eines der wenigen Bücher, das ich lieber in die Tonne statt in den Bücherschrank stecken würde.

Um doch noch was Gutes zu sagen: Das Cover finde ich cool.

Rage-Babsi

Deswegen kommt hier ein kleiner spoilernder Rant, den ich in weißer Schrift halte. Markiert den Abschnitt, um ihn zu lesen. Wenn ihr euch nicht spoilern wollt, lest einfach unten weiter.

Spoiler Anfang:

Wow, wie lahm. Ich habe nach dem Ende direkt nach der Jahreszahl geschaut. Um vielleicht eine Entschuldigung zu finden, für die lahmste Ausrede nach „Alles war ein Traum.“ Natürlich: multiple Persönlichkeiten. Die Freundin, Jake, die Eltern, das alles existiert gar nicht wirklich, das sind alles Erinnerungen gemischt mit sich selbstständig machenden Persönlichkeiten. Um dem Wahnsinn zu entkommen, rammt er sich Kleiderbügel in den Hals. Tolles Ende. Danke für Nichts.

Am Ende als Jake ins Schulgebäude geht um den Mann zu verfolgen und die Freundin ihm folgt, ist jegliche Logik bereits auf der Strecke geblieben. Dass sie dort halten, die Verfolgung mit dem seltsamen Hausmeister, das macht keinen Sinn und das als Leser*in zu wissen, hat zumindest meine Spannung unter den Nullpunkt getrieben. Ich habe die Seiten mehr gelangweilt überflogen als es eigentlich am spannendsten bleiben sollte.

Psychische Erkrankungen als Plot Device, keine Hilfestellung, Selbstmord als „beste und einzige Lösung“. Beschisssener kann man ein Buch nicht beenden. Je mehr ich darüber nachdenke, desto wütender bin ich auf dieses Ende. Nicht mal die Umsetzung ist besonders gut gelungen. Schon beim Besuch bei den Eltern wird klar, dass eigentlich niemand in dem Buch mehr psychisch gesund ist. Wir haben eine unzuverlässige Erzählerin, die auch kaum den Anschein erwägt, eine eigenständige Person zu sein. Man ahnt es bereits. Auch die Mutter ist/war psychisch krank, alle waren irgendwie irgendwo psychisch krank und das soll den Horror des Buches bilden.

Eine wunderbare Message, oder?

Spoiler Ende.

Fazit:

Die interessanten, nachdenklichen Dialoge trösten nicht über die verpassten Chancen, die fehlende Spannung und die katastrophale Auflösung machen es nicht besser. Dieser Psychothriller hatte schlecht geliefertes „Psycho“, sehr wenig „Thriller“ und konnte mich so gar nicht überzeugen. Das unfassbar schlechte Ende reißt mich nicht vom Hocker, sondern macht mich einfach nur wütend. Reinfall!

Weitere Meinungen:


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Verlagsvorschauen 2019 – Meine Highlights!

Verlagsvorschauen 2019 – Meine Highlights!

Verlagsvorschauen 2019 – Meine Highlights!

 Ich hab mich durch die Verlagsprogramme gewühlt und wieder einige Schätze ausgegraben, die auf meine Wunschliste kommen. Wie soll man mit dem Lesen hinterher kommen, wenn so viele Highlights erscheinen. Hach!


(Werbung wegen Namensnennung)

Jugendbuch

Julie Murphy: Ramona Blue

Ramona liebt Mädchen, da ist sie sicher. Sie weiß auch, dass sie obwohl sie ihre Eltern sehr liebt, nicht ewig in ihrem Heimatstädtchen leben möchte. Als ihr alter Freund, der Wettkampfschwimmer Freddie wiederkommt und sie überzeugen kann, mit ihm gemeinsam zu Schwimmen zu gehen, gerät Ramonas Leben durcheinander. Freddie weckt Gefühle in ihr und Ramona muss sich fragen – kann man Mädchen UND Jungs lieben?

  • Autorin: Julie Murphy, Übersetzung: Kattrin Stier
  • Titel: Ramona Blue
  • Verlag: Fischer FJB
  • ISBN: 978-3-8414-4025-9
  • gebunden 18,99€
  • lieferbar ab 22. Mai 2019

Warum ich mich freue?
Ich mochte Dumplin‘ von Julie Murphy schon total gerne. Sie hat bewiesen, dass sie Themen, die (nicht nur) Jugendliche bewegen, in unterhaltsame Geschichten verpacken kann. Dass mit Ramona ein LGBTQ+ Charakter im Fokus steht, finde ich wunderbar. Und wenn es einen Sport gibt, den ich gerne mag, dann ist es Schwimmen! Schließlich war ich selbst mehrere Jahre als Rettungsschwimmerin aktiv.

 

Lucy van Smit – The Hurting

Nell glaubt nicht an Liebe auf den ersten Blick. Bis sie Lukas, dem Sohn eines reichen Ölmagnaten, begegnet. Mit ihm ist sie glücklich, doch er hat eine dunkle Seite voller Geheimnisse. Als Nell dahinter kommt, ist es bereist zu spät und sie wird von der Polizei gesucht. Sie flieht sich in die norwegischen Wälder und ein Kampf gegen die Mächte der Natur, das Gesetz und ihre große Liebe beginnt.

  • Autorin: Lucy van Smit, übersetzt von Sophie Zeitz
  • Titel: The Hurtig
  • Verlag: Carlsen/Chicken House
  • ISBN: 978-3-551-52112-5
  • gebunden 17€
  • erscheint im März 2019

Warum ich mich freue?
Mädels, die nicht an Liebe auf den ersten Blick glauben und sich dann doch Hals über Kopf verknallen – das ist nichts Neues. Mich lockt eher der zweite Teil der Geschichte. Kindesentführung? Eine Flucht in die Wälder? Das klingt nach einer spannenden, turbulenten Geschichte.

 

Ceylan Scott: Auf einer Skala von 1 bis 10

Tamar sitzt einer geschlossenen Jugendpsychiatrie und ihre Freundin Iris ist tot. Sie soll Fragebögen beantworten, in Gesprächen über Iris‘ Tod sprechen. Doch Tamar bringt kein Wort heraus, denn das Monster in ihrem Kopf tobt viel zu laut. TW: Borderline Persönlichkeitsstörung

  • Autorin: Ceylan Scott, übersetzt von Beate Schäfer
  • Titel: Auf einer Skala von 1 bis 10
  • Verlag: Carlsen/Chicken House
  • ISBN: 978-3-551-52111-8
  • gebunden
  • erscheint im März 2019

Warum ich mich freue?
Psychische Krankheiten sind tabuisiert und werden dämonisiert. Die Autorin des Buches leidet an derselben psychischen Erkrankung wie ihre Hauptfigur und schreibt ehrlich und ungeschönt über die Schwierigkeiten und Vorurteile. Das kombiniert mit einer Prise Thriller und Coming of Age klingt hochspannend!


Roman

Shaun Bythell: Tagebuch eines Buchhändlers

Buchhändler! Absoluter Traumjob, oder? In Wigtown ist die größte Second Hand Buchhandlung Schottlands, in der Shaun Bythell arbeitet. Hinter meterhohen Büchertürmen, Regalen bis zur Decke und dem Geruch von Papier verbergen sich allerlei Geschichten. Nervige Kunden, rare Fundstücke und schwächelnde Umsätze – die Geschichte über Buchhandlungen hinter den Kulissen.

  • Autor: Shaun Bythell, übersetzt von Mechthild Barth
  • Titel: Tagebuch eines Buchhändlers
  • Verlag: btb
  • ISBN: 978-3-442-71865-8
  • Taschenbuch 11,99€
  • erscheint im September 2019

Warum ich mich freue?
Bücher über Bücher, Buchhändler*innen und Buchhandlungen haben ihren ganz eigenen Charme. Da ich selbst in einem modernen Antiquariat jobbe, hat dieses Buch sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Es hört sich witzig, interessant und sehr sympathisch an!


Fantasy/SciFi

Jonathan Maberry: V-Wars – Die Vampirkriege

Los Angeles: Der Schauspieler Michael Fayne wacht nach einem One Night Stand neben einer verstümmelten Leiche auf. Bald stellt er fest: Er ist Patient 0 eines vampirartigen Virus. Das Auftauchen der Vampire wirft die Gesellschaft in ein moralisches Chaos. Müssen die Blutsauger beseitigt werden oder ist ein friedliches Miteinander möglich?

  • Autor: Jonathan Maberry, Übersetzung: Maike Hallmann und Birgit Herden
  • Titel: V-Wars – Die Vampirkriege
  • Verlag: Fischer TOR
  • ISBN: 978-3-596-70458-3
  • Paperback 16,99€
  • erscheint am 27.02.2019

Warum ich mich freue?
Ich mag klassische Vampire. Also Blutsauger, die nicht glitzern. Außerdem mag ich es, wenn die gesellschaftlichen Konsequenzen und politischen Folgen miteinbezogen werden, wenn es um die Aufdeckung übernatürlicher Wesen geht. Im Manga Devil’s Line werden die Monster auch „entdeckt“ und müssen sich mit den Folgen auseinandersetzen. Das gibt den klassischen Problematiken um das Vampirdasein nochmal einen Haufen Schwierigkeiten und Hindernisse. Außerdem wird zu dem Buch eine Netflix Serie produziert. Yay!

 

Ransom Riggs: Der Atlas der besonderen Kinder

Das vierte Buch um die besonderen Kinder der Miss Peregrine und der Auftakt einer neuen Trilogie. Die Geschichte schließt an die Trilogie an, weswegen ich zum Inhalt nicht so viel erzählen möchte. Aus den Zeitschleifen in die moderne Welt werden die Bindungen der besonderen Kinder, ihre bisherigen Erfahrungen und Einstellungen herausgefordert. Denn in Amerika sind die Besonderen ganz anders organisiert als in Europa.

  • Autor: Ransom Riggs, übersetzt von Silvia Kinkel
  • Titel: Der Atlas der besonderen Kinder
  • Verlag: Droemer Knaur
  • ISBN: 978-3-426-22657-5
  • gebunden 18€
  • erscheint am 01.03.2019

Warum ich mich freue?
ICH LIEBE DIE BESONDEREN KINDER Ich habe schon lange auf das Buch hingefiebert. Nachdem ich das englische Original bereits verschlungen habe, kann ich nur bestätigen: Das wird wieder ein tolles, übernatürliches Abenteuer mit viel Wortwitz und genialen Ideen (MILLARD UND LILLY FTW). Aber auch unter ulkigen Szenen geht die Ernsthaftigkeit nicht verloren. Unsere Helden müssen sich hinterfragen, sich selbst und ihren Ängsten stellen und wachsen. Einfach genial!

 

Liza Grimm: Die Helden von Midgard

Die Vorgeschichte zu „Die Götter von Asgard„! Walküre Kára war eine der coolsten Figuren in DGvA, großherzig und tough. Aber wie wurde sie zu dieser Frau? In „Die Helden von Midgard“ erfahren wie ihre tragische, emotionale Geschichte. Sie verliebt sich in den Menschen Erik, doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Die einzige Möglichkeit für ihre Liebe ist, Erik, zu einem Helden zu machen und ihn nach Wallhalla zu holen. Doch es scheint, dass die Götter sich gegen sie verschworen haben…

  • Autorin: Liza Grimm
  • Titel: Die Helden von Midgard
  • Verlag: Droemer Knaur
  • ISBN: 978-3-426-52371-1
  • Broschur 12,99€
  • erscheint am 01.03.2019

Warum ich mich freue?
Ich durfte der lieben Liza als Testleserin meinen Senf aufdrücken und schon in die Geschichte spitzeln. Deshalb weiß ich, dass sie gegenüber „Die Götter von Asgard“ nochmal eine ordentliche Schippe draufgelegt hat. Fesselnd und emotional packt euch Káras Vergangenheit am Kragen. Zwar ist die Geschichte romantischer, aber auch düsterer und stellt viele philosophische Fragen an die Welt und die Charaktere. Das. wird. großartig!

 

Katharina V. Haderer: Das Schwert der Totengöttin

Im Stadtstaat Tradea erheben sich die Toten. Gardist Erik ist sicher, dass dahinter nur die Kräuterhexe Mirage stecken kann. Als er sie stellt und dem Gericht übergibt, erzählt sie ihm jedoch vom gestohlenen Artefakt der Totengöttin Nif.

  • Autorin: Katharina V. Haderer
  • Titel: Das Schwert der Totengöttin
  • Verlag: Droemer Knaur
  • ISBN: 978-3-426-52452-7
  • Broschur 9,99€
  • erscheint am 01.03.2019

Warum ich mich freue?
Die Geschichte hört sich düster, spannend und magisch an. Außerdem Dark Fantasy einer deutschen Hybridautorin – das würde ich gerne unterstützen. Auch das Cover sieht wunderbar mystisch und geheimnisvoll aus, findet ihr nicht?

 

Mara Elbrach: Die Gabe des Winters

Heldin Nuria ist Gefangene am Hof des dunklen Lords und Magier Tarik, der das Volk knechtet. Im Land herrscht ewiger Winter. Doch dann entdeckt Nuria Fähigkeiten in sich, mit denen sie den Kälte beenden könnte. Aber dazu muss Nuria Tarik vom Thron werfen, in den sie sich in ihrer Zeit in Gefangenschaft verliebt hat.

  • Autorin: Mara Elbrach
  • Titel: Die Gabe des Winters
  • Verlag: Blanvalet
  • ISBN: 978-3-7341-6193-3
  • Paperback 12,99€
  • erscheint am 01.03.2019

Warum ich mich freue?
Ein bisschen Romantasy darf nie fehlen! Ein dunkler Lord, eine junge Magierin und ein winterliches Setting? Das klingt genau nach meinem Geschmack. Ich bin gespannt wie die Liebe des Lords Tarik und der Gefangenen Nuria entsteht. Und schaut euch mal das Cover an. Wie schön ist das denn?

 

Quifan Chen: Die Silizium Insel

Auf der Silizium Insel im Südwesten Chinas wird der Elektroschrott der Welt recyclet. Auf der Insel herrschen ganz eigene Gesetze und Dynamiken, giftige Dämpfe, Müllsucher, Elend. Als eine amerikanische Firma ihre Fühler nach der Insel ausstreckt, droht die labile Ordnung der Insel vollends zusammenzubrechen.

  • Autor: Quifan Chen, übersetzt von Marc Hermann
  • Titel: Die Silizium Insel
  • Verlag: Heyne
  • ISBN: 978-3-453-31922-6
  • Klappbroschur 16,99€
  • erscheint im Oktober 2019

Warum ich mich freue?
Ich bin ja nicht so der SciFi-Freund. Aber die Geschichte um eine Elektroschrott-Insel klingt gleichzeitig fantastisch und sehr realistisch. Außerdem habe ich bisher kaum Bücher von chinesischen Autoren gelesen, was mich zusätzlich neugierig auf den Erzählstil von Quifan Chen macht!

 

Madeleine Puljic: Noras Welten – Durch den Nimbus

Selfpublishing Preis Gewinnerin Madeleine Puljic schreibt über Nora, die Angst vor Büchern hat. Warum? Weil sie jedes Mal, wenn sie beginnt, zu lesen in die Geschichte hineingezogen wird. Um das zu überwinden begibt sich Nora zu einem Hypnosetherapeuten. Doch nun werden sie beide in eine Geschichte gesogen und müssen feststellen: Sie kommen vermutlich nur wieder raus, indem sie die Geschichte bis zum Ende überstehen.

  • Autorin: Madeleine Puljic
  • Titel: Noras Welten – Durch den Nimbus
  • Verlag: Piper
  • ISBN: 978-3-492-26036-7
  • Klappbroschur 13€
  • erscheint am 02.04.2019

Warum ich mich freue?
Wenn Selfpublisher-Titel es zum Verlag schaffen, freut mich das immer sehr. Schon bei der Preisverleihung 2017 klang die Geschichte ziemlich spannend und hat mich neugierig gemacht.

 


Horror

Scott Thomas: Kill Creek

Ein Haus, dessen Besitzer kein glückliches Ende fanden. Vier Horrorautoren und eine Marketingkampagne, die mehr als Gag gedacht ist. Doch aus Spaß wird tödlicher Ernst, als jemand stirbt.

  • Autor: Scott Thomas, übersetzt von Kristof Kurz
  • Titel: Kill Creek
  • Verlag: Heyne
  • ISBN: 978-3-453-32025-3
  • Klappbroschur 14,99€
  • erscheint im September 2019

Warum ich mich freue?
Ich weiß auch nicht, warum ich verfluchte/verspukte Häuser so liebe. Die Vorstellung keine hormongesteuerten Teenager, sondern vier Horrorautoren in ein solches Setting zu packen, verspricht witzige Anekdoten und klug handelnde Charaktere

 

Grady Henrix: Der Exorzismus der Gretchen Lang 

Die ganz normale Gretchen verwandelt sich nach einem LSD Trip in ein sadistisches Biest. Sie manipuliert, schikaniert und terrorisiert ihre Mitschüler*innen. Ihre Freundin Abby ist sicher: Gretchen ist von einem Dämon besessen. Oder?

  • Autorin: Grady Henrix, übersetzt von Jakob Schmidt
  • Titel: Der Exorzismus der Gretchen Lang
  • Verlag: Droemer Knaur
  • ISBN: 978-3-426-22690-2
  • Klappbroschur 16,99€
  • erscheint am 01.03.2019

Warum ich mich freue?
Bisher habe ich über Grady Henrix nur Gutes gehört. Als olle Horrorliebhaberin sprechen mich Bücher dieser Art oft an. Exorzismus? Wer ist hier verrückt? Count me in.

 


Sachbuch

Olivia Wollinger: Essanfälle adé

Olivia Wollinger litt selbst jahrelang an einer Essstörung. Wie sie diese überwunden hat und es geschafft hat, Essen nicht mehr als Emotionsregulations-Mechanismus einzusetzen erfährt man in diesem autobiografischen Ratgeber.

  • Autorin: Olivia Wollinger
  • Titel: Essanfälle adé
  • Verlag: Ullstein
  • ISBN: 978-3-548-06014-9
  • Taschenbuch 9,99€
  • erscheint am 25.01.2019

Warum ich mich freue?
Wie ihr vielleicht wisst, bin ich übergewichtig. Daran gibt es nichts zu beschönigen, aber ich mag mich, wie ich bin. Was mich allerdings belastet, ist, dass ich oft wenn ich traurig/wütend oder gelangweilt bin, zu Snacks greife. Emotionales Essen. Ich weiß es besser, aber ich komme nicht gegen die jahrelang eingeschlichenen Verhaltensmuster an. Olivia Wollinger arbeitet inzwischen selbst mit Klienten und Körperarbeit an dem Thema. Vielleicht finden sich ja in dem Buch gute Ansätze, um mein Frustessen ein bisschen besser regulieren zu können?

 

Irvin D. Yalom: Wie man wird, was man ist (Memoiren eines Psychotherapeuten)

Psychoanalytiker Irvin D. Yalom wurde als Sohn russischer Eltern in den USA geboren. Er ist einer der bekanntesten Psychoanalytiker des Landes, der über ein turbulentes, spannendes Leben zu berichten hat. Das hat er zu großen Teilen, in seiner Arbeit als Psychotherapeut, anderen und deren Geschichten gewidmet. In diesem Buch erzählt er nun seine eigene.

  • Autor: Ivirn D. Yalom, übersetzt von Barbara von Bechtolsheim
  • Titel: Wie man wird, was man ist (Memoiren eines Psychotherapeuten)
  • Verlag: btb
  • ISBN: 978-3-442-71842-9
  • Broschur 12€
  • erscheint im Oktober 2019

Warum ich mich freue?
Irvin D. Yalom ist ein bekannter Psychotherapeut und Autor. Seine bisherigen Werke fand ich unfassbar beeindruckend, eingänglich und mir gefällt sein humanistischer, einfühlsamer Einsatz. Meist erzählt er von seinen Patienten oder psychologisch-philosophischen Themen. Ab und zu streut er persönliche Dinge ein. Umso mehr freue ich mich jetzt auf ein sehr persönliches Buch von ihm.

 

Christina Lamb: Unsere Körper sind euer Schlachtfeld (Frauen, Krieg und Gewalt)

Christina Lamb ist Kriegsreporterinnen und war Co-Autorin des Buches „Ich bin Malala“. Krieg zerstört Länder und Menschen. Geschichte von Soldaten und Politik gibt es zuhauf. Aber oft werden die Frauen übersehen, die in Kriegszeiten unsagbares Leiden ertragen müssen. Christina Lamb gibt ihnen eine Stimme und will aufmerksam für das Schicksal zahlreicher Frauen machen.

  • Autorin: Christina Lamb
  • Titel: Unsere Körper sind euer Schlachtfeld (Frauen, Krieg und Gewalt)
  • Verlag: Penguin
  • ISBN: 978-3-328-60072-5
  • Hardcover 22€
  • erscheint im April 2019

Warum ich mich „freue“?
Dieses Buch verspricht weder besonders fröhlich, unterhaltsam oder angenehm zu werden. Und doch ist es wichtig. Denn Frauen leiden überall auf der Welt. In den Wirren des Krieges geraten sie unter die Räder und die meisten Verbrechen werden nie geahndet. Ich bin gespannt auf dieses Buch und die Schicksale, die Geschichten, von denen Christina Lamb berichten wird.

 

Auf welche Bücher, die 2019 erscheinen, freut ihr euch besonders? Und soll ich auch bei Kleinverlagen, Selfpublishern und Comics & Mangas stöbern gehen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!


Titelbild Paul Schafer // Unsplash

[Rezension] Der Insasse von Sebastian Fitzek

[Rezension] Der Insasse von Sebastian Fitzek

[Rezension] Der Insasse von Sebastian Fitzek

Das Paket“ von Sebastian Fitzek hat mir ja eher solala gefallen, die alten, hochgelobten Bücher habe ich (noch) nicht gelesen. Das neue Buch weckte aber nicht nur aufgrund der Thematik mein Interesse. Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Leseraktion, bei der Leser*innen gemeinsam mit Sebastian Fitzek in einer Psychiatrie „eingesperrt“ werden sollten. Nach haufenweise Kritik wurde das Event in ein Hotel verlegt. Nun ist das nicht Fitzeks erstes Buch rund um Psychiatrie, Psychologen und Psychopathen. Aber ich wollte es lesen, auch um mir ein Bild zu machen. Als angehende Psychologin bin ich vielleicht etwas sensibler bezüglich der Darstellung ebenjener. Weil meine Berufsgruppe nicht unbedingt den besten Ruf hat.


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  • Autor: Sebastian Fitzek
  • Titel: Der Insasse
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Psychothriller
  • 377 Seiten, limitierte Sonderausgabe, geb.: 22,99€ | Ebook: 14,99€
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Worum geht’s?
Der Kindermörder Tramnitz plädiert auf nicht zurechnungsfähig und wird anstatt ins Gefängnis in eine forensische Psychiatrie gesperrt. Doch seinen letzten Mord am kleinen Max – und wo er dessen Leiche verscharrt hat, bleiben sein Geheimnis. Till Bentow, der Vater des Jungen, kann keine Ruhe finden, bis er weiß, was mit seinem Sohn passiert ist. Also übernimmt er die Identität eines Toten und lässt sich selbst einweisen. Doch in der Anstalt spielt jeder sein eigenes Spiel und die Türen nach draußen sind fest verschlossen.


Meine Meinung:

Die Prämisse des Buches verspricht Hochspannung in bedrohlicher, beklemmender Atmosphäre. Und die bekommt man auch!

Das Buch reißt einen von Anfang an mit. Fitzeks klarer, unverblümter Schreibstil und der gekonnte Perspektivenwechsel ziehen einen in die Geschichte. Wenn es um Kinder geht, ist es immer besonders schlimm. Vor allem die Ungewissheit, die größte Angst, das größte Unglück.

Till Bentow handelt verrückt und doch nachvollziehbar. Wir können ihn verstehen und hoffen mit ihm, dass sein aberwitziger Plan klappt.

Die dubiosen Machenschaften und Tändeleien in den Mauern der Steinklinik erschweren die Suche nach Antworten. Alle möglichen menschlichen Abgründe offenbaren sich. Es schmerzt, zu lesen und es schmerzt, die Verletzungen und Misshandlungen mitzuerleben.

Splatter kann Fitzek!

Die blutigen, gewaltsamen Beschreibungen kommen wie immer nicht zu kurz. Sebastian Fitzek zeigt, warum er Psychothriller schreibt, wobei manche Szenen für mich durchaus auch Horror-Genre-reif wären. Sie tragen zur Spannung bei, auch wenn in „Der Insasse“ auch die Geschichte überzeugt.

Während ich bei „Das Paket“ relativ gleichgültig durchblätterte, litt ich Qualen mit den Figuren. War wütend und schockiert, emotional involviert. Gewisse Dinge, z.B. Fingernägel oder Verbrennungen lösen bei mir immer eine richtige Gänsehaut aus. Für zarte Gemüter ist das Nichts!

Yay, gute Psychologen!

Was mich immer freut, ist, wenn Psycholog*innen und Psychiater*innen nicht als blutrünstige kalkulierende Teufel dargestellt werden. Mit Frau Sänger hat Sebastian Fitzek zumindest eine sympathische und kompetente Figur aus dieser Berufsgruppe, wenngleich die Ärztekollegen sich nicht mit Ruhm bekleckern.

Der Antagonist Guido Tramnitz war ein wirklich widerlicher, unmenschlicher Zeitgenosse, der sich durch sein Kalkül und seine barbarische Freude am Leid anderer, von seinen Mitpatient*innen abhob.

Auch das finde ich, im Lichte der vorherrschenden Stigmatisierung psychischer Erkrankungen, unfassbar wichtig.

Tramnitz Ränkespiel, die hohe Emotionalität der Geschichte und das Verwirrspiel taten ihre Wirkung. Das Buch war hochspannend, von der ersten bis zur letzten Seite. Vor allem das Finale hat nochmal reingehauen. Nervlich aufreibend!

Klitzekleine Kritikpunkte…

Letztlich bin ich nur nicht komplett vom Hocker gerissen, weil das Ende für mich zu simpel war. Der unzuverlässige Erzähler ist ein beliebtes Stilmittel, aber letztlich kam die Auflösung nicht sonderlich schockierend, sondern wirkte irgendwie… lahm? Zu Einfach? Es ging zu schnell und wirkte für meinen Geschmack zu sehr nach deus ex machina. Auch die Parts mit Ricarda blieben für mich unangenehm offen. Natürlich sollte es nur angedeutet werden, aber es war mir trotzdem nicht greifbar genug.

Die Aufmachung des Buches inkl. rotem Buchschnitt und Gummizellenhaptik und auch die kreative Danksagung sind aber definitiv auch noch positiv zu erwähnen. Sehr cool!

Ich denke zwar immer noch, dass man beim Marketing etwas sensibler mit dem Thema Psychiatrie hätte umgehen sollen. Auch weil die Einrichtung im Buch weit entfernt von einem Horrrorschauerpalast war.

Fazit:

Hochspannend, emotional und beklemmend hat dieses Buch alles, was einen guten Psychothriller ausmacht. Im Vergleich zu „Das Paket“ hat Fitzek mich hier weitaus mehr von sich überzeugt. Ein gelungener Pageturner mit heftiger Thematik, der durchgehend spannend ist.

4,5seesterne

Weitere Meinungen:

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

Auf jellybooks habe ich vorab eine XXL Leseprobe zu diesem Buch gelesen und war am Haken, obwohl ich „New Adult“ Büchern gegenüber sehr skeptisch bin. Auch der Klappentext klingt eigentlich nach Klischee hoch zehn. Aber die Leseprobe war gut, ich mochte den Schlagabtausch und so habe ich das Buch nach erscheinen bei Droemer Knaur angefragt und als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank!


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  • Autorin: Kati Wilde, übersetzt von Karla Lowen
  • Titel: Lost in a kiss
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Romantik, Erotik, New Adult
  • 412 Seiten, Paperback: 12,99€ | Ebook: 9,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Aspen wollte eigentlich mit ihrer besten Freundin Bethany und derem unausstehlichen Bruder Bram Urlaub machen, um den Uni Abschluss zu feiern. Aber als Bethany absagt und Aspen bittet, mit Bram den Urlaub durchzuziehen und ihrem Bruder zu verschweigen, dass sie selbst in Schwierigkeiten steckt, willigt Aspen ein. Der kontrollfreudige Bram ist überhaupt nicht begeistert von Aspen und ihrem Schweigen über seine Schwester. Sie beschließen jedoch das Kriegsbeil zu begraben und Bethany mit schönen Fotos aus dem Urlaub vielleicht aus der Reserve zu locken. Dabei kämpfen Aspen und Bram immer wieder in fiesen Wortgefechten und rufen um Bethany Willen immer neue Waffenruhen aus. Doch zwei so feurige Persönlichkeiten können nicht lange auf einem Fleck sein, ohne dass Funken fliegen und sprühen…


Meine Meinung:

Vorweg – Im Englischen lautet der Titel des Buches „Going nowhere fast“ und den finde ich persönlich so viel aussagekräftiger als den „deutschen“ Titel. Es ist schade, dass hier zugunsten eines nichtssagenden Titel entschieden wurde.

Dass Aspen und Bram gemeinsam den Urlaub durchziehen, obwohl Bethany abgesprungen ist und dieses Spiel durchziehen um sie doch noch herzulocken, finde ich ziemlich aus der Luft gegriffen, aber es ist die Prämisse, ohne die die Geschichte nicht funktionieren würde. Das Buch überzeugte mich durch die kratzbürstige Dynamik der beiden Protagonisten doch davon, weiterzulesen.

Aschenputtel und der dunkle Prinz

Wie die Prämisse schon sagt ist Bram reich, dominant und mag es, die Kontrolle über die Dinge zu haben. Viele Dinge, die ihn richtig ätzend machen. Er ist kein Sympathiebolzen, auch wenn seine schnippischen und zynischen Bemerkungen ihn ziemlich witzig machen. Rührend ist auch die Liebe und Besorgnis seiner Schwester gegenüber. Auch bei Aspen wird er eher zahm, zumindest wenn es ihr schlecht geht oder sie Probleme hat.

Aspen ist eine Kämpferin aus schwierigen Familienverhältnissen. Auch sie hat ein Mundwerk wie eine Rasierklinge und würde dennoch viel ertragen für die Menschen liebt. Weswegen sie auch Bethanys Geheimnis bewahrt und damit Brams Zorn auf sich zieht. Gleichzeitig hat sie (nachvollziehbare) Vorurteile gegenüber Brams Reichtum und hält ihn für einen lackierten Schnösel – und ganz unrecht hat sie damit auch nicht. Was mir auch gut gefallen hat, war das Aspen kein Mauerblümchen war, die beim Wort „Kondom“ in Ohnmacht fällt. Sie ist in ihrer sturen Art zwar manchmal etwas kindlich, aber dennoch eine Frau, die weiß, was sie will und was sie hat. Es ist erfrischend mal eine Protagonistin zu haben, die um ihre eigenen Reize weiß und nicht ständig in Gegenwart des hübschen Kerls denkt, dass sie viel zu hässlich und fett sei.

Die Beziehung der beiden basiert auf ihrer Hassliebe, Mikroaggressionen und körperlicher Anziehung. Denn die beiden beginnen, ihre Wut gegenüber dem anderen, körperlich zu, ähm… verarbeiten. Während der Geschichte lernen sie einander besser kennen und merken, dass hinter der Fassade des anderen viel mehr steckt, als anfangs geahnt.

NACHSITZEN bei Jen und mir!

Ich weiß, die Dramatik von Liebesgeschichten basiert oft darauf, dass Dinge nicht ausreichend kommuniziert werden. Aber es ist nicht weniger zum Haare raufen. Gerade als die beiden eigentlich schon körperlich miteinander vertraut sind und beginnen liebevoll miteinander umzugehen, hören sie auf, offen miteinander zu reden. Natürlich hat Aspen ihre Gründe Bethanys Geheimnis nicht zu verraten, aber Bram könnte Aspen durch Offenheit und Ehrlichkeit so viel Schmerz ersparen. Aber nein, sie bleiben sturköpfig. Uff.

Wer Jens und meine Kommunikations-Session auf dem Litcamp Hamburg besucht hat, weiß, dass ich es hasse, wenn Charaktere nicht miteinander reden. Konflikte, die auf Schweigen aufbauen, finde ich ausgelutscht, deswegen hat mich dieser Abschnitt im Buch auch extrem genervt. Ich wollte ständig ins Buch springen und beide ohrfeigen. Die Autorin hat gezeigt, dass die beiden auch streiten können, wenn sie miteinander reden. Zum Glück gibt es von dem Miteinander reden und Konflikte haben mehr als vom Schweigen und Konflikte haben.

Die Reibereien zwischen den beiden waren umso anziehender, das schlug sich auch in den Erotik-Szenen nieder. Wenngleich mich der inflationäre Gebrauch des Wortes „pussy“ auch ein bisschen gestört hat. Gute Sexszenen zu schreiben ist eine Kunst für sich (siehe Patzer, gesammelt von Desasterotik), aber die Autorin bzw. die Übersetzerin haben das gut gemeistert.

Verschlungen!

Aber da hatte es die Autorin Kati Wilde schon geschafft. Ihr Schreibstil, ihre Art die Geschichte zu erzählen, das sanfte Einstreuen von Hinweisen auf die Geheimnisse und auch Bethanys Schicksal. Das Buch lässt sich angenehm lesen und man ist immer neugierig, was geschieht. Ob Bram und Aspen die Kurve bekommen, wie sie leidenschaftlich rumknutschen, sich wieder zerstreiten. Kanu durch Stromschnellen fahren, Motorradtour mit Aspens Cousin. Es war mächtig was los.

Meiner Meinung hätte es weniger von Brams Luxusgetue sein müssen. Denn er wird mit dem Fortschritt des Buches sympathischer. Seinen Reichtum und Einfluss weniger zu betonen, hätte seine Sympathie meiner Meinung nach geholfen. Genau wie es gereicht hätte, seinen muskulösen Körperbau ein oder zweimal zu betonen. Aber das ist eben typisch Erotik/New Adult, damit muss ich leben, wenn ich mir solche Bücher aussuche.

Mir haben auch die Nebencharaktere Bethany und Murphy gut gefallen. Murphy wegen seiner direkten, humorvollen Art und Bethany weil sie trotz wenigen direkten Auftritten im Buch für mehr Komplexität und Tiefe in der Geschichte gesorgt hat. Auch der Schluss mit seinen Wendungen und Ergebnissen hat mir gut gefallen und die Beziehungen im Buch in ein anderes Licht getaucht.

 

Fazit:

Auch wenn das Buch einige Klischees bedient – reicher Typ mit Beschützerinstink und toughes Mädchen aus armen Verhältnissen – konnte mich die Geschichte in ihren Bann ziehen. Die Wortgefechte, die Reibereien und die Dynamik des „Blechmanns“ und dem „Mädchen mit dem schlechten Einfluss“ haben mir gut gefallen. Hier und da hätte ein bisschen weniger Klischee gut getan, aber die Charakterentwicklung der beiden hat mich berührt. Letztlich gibt es zwar einige Kritikpunkte, aber das ist Kritisiern auf hohem Niveau, denn im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Weitere Meinungen:

 


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Die Götter von Asgard ist als Taschenbuch erschienen!

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Das Taschenbuch zu „Die Götter von Asgard“ von Liza Grimm im Knaur Verlag. 💙

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[Rezension] Die Götter von Asgard von Liza Grimm

[Rezension] Die Götter von Asgard von Liza Grimm

Jennifer aka Liza Grimm ist einfach so eine sympathische, quietschbunte Frohnatur. Ich habe auf dieses Buch hingehyped und konnte letzten Endes nicht auf das Taschenbuch warten, ich MUSSTE das Ebook haben! Wie ihr vielleicht wisst, bin ich ein großer Fan von Jennis Kanal und ihre Projekten. Ihre fröhliche und offene Art haben es auf der FBM 2017 auch ganz einfach gemacht, mit ihr ins Gespräch zu kommen – auch wenn ich ganz dolle Herzklopfen hatte. 😀 Ich werde aber versuchen, das Buch so objektiv wie möglich zu bewerten und nicht minder streng zu sein als mit den anderen Büchern.


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Liza Grimm – Die Götter von Asgard

  • Titel: Die Götter von Asgard
  • Autorin: Liza Grimm
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: (Urban) Fantasy, nordische Mythologie
  • Ebook*: 4,99€ (Einführungspreis)  | Taschenbuch*:  12,99€ (ab 01.03.2018)

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Worum geht’s?
Die Studentin Ray ist ziemlich unzufrieden mit ihrer aktuellen Situation. Als die geheimnisvolle Kára ihr also die Möglichkeit eröffnet, in eine andere Welt hineinzuschnuppern, überlegt Ray nicht lange. Dass damit Asgard, nordische Götter, Thor, Loki, Odin, Walküren, Nornen und Tyr gemeint sind – damit hat Ray jedoch nicht gerechnet. Plötzlich ist sie jedoch mittendrin in einer alten Prophezeihung. Denn das Erscheinen eines neuen Helden soll das Ende der bekannten Götterwelt bedeuten. Ray soll genau diese Heldin werden und gerät damit zwischen die Fronten und muss sich auf eine abenteuerliche Reise durch verschiedene Welten begeben, die von märchenhaften, aber auch gefährlichen Kreaturen bevölkert wird.

Wie immer alles spoilerfrei. <3

Meine Meinung:

Nordische Mythologie ist sehr cool und vor allem Dank den Marvel Comics wieder voll im Trend. Dass wir uns in diesem Buch aber nicht nur auf die plakativen Brüder Loki und Thor konzentrieren, merken wir gleich zu Beginn als die Nornen den Schicksalsfaden spinnen. Dann schwenken wir zur nichtsahnenden Ray, die einem gleich sympathisch ist, weil in ihrem Leben eben nicht alles perfekt läuft und sie ganz normale Probleme und Sorgen hat. Deswegen ist es zwar etwas überraschend, aber durchaus verständlich, dass sie einwilligt, mit der fremden Kára nach Berlin zu gehen.

Ab dann geht es Schlag auf Schlag und Ray und uns als Lesern bleibt kaum Gelegenheit zu verschnaufen. Loki, Tyr, Walküren – wir nehmen alles mit. Mal mit Verwirrung und Gefahr, dann wieder mit etwas mehr Humor. Nach dem turbulenten Anfang blieb die Spannung für mich im Mittelteil manchmal etwas auf der Strecke. Für meinen Geschmack hätten gewissen brenzlige und gefährliche Szenen noch mehr ausgereizt werden können bzw. gravierendere Nachwirkungen haben können. Ray hat das Meiste doch ganz gut weggesteckt und viele Konflikte wurden rasch wieder gelöst. Die Krux an Prophezeihungen ist, dass man eben ungefähr weiß, was den Protagonisten bevorsteht und dass sie diese vermutlich erfüllen. Das gibt uns als Leser eine Sicherheit, die manchmal die Spannung etwas dämpft, da wir wissen, dass ein Ereignis vermutlich glimpflich ausgeht. Es ist schwer, da noch große Unsicherheiten zu erzeugen, das weiß ich.

Mir haben deswegen gerade die Szenen mit den Hexen, Nixen und Werwölfen gut gefallen, da sich hier gezeigt hat, wie bedrohlich die übernatürliche Welt sein kann. Ich bin eben ne olle Horrortante, sowas mag ich. Manche Sorgen und Zweifel wurden zu schnell zerstreut, manche Mysterien hätte man ruhig ungeklärt lassen können. Ein paar wenige Stellen waren mir – trotz Göttern und Heldensagen – auch ein bisschen zu dramatisch-pathetisch. Für die Romantik hätte ich mir hingegen noch ein oder zwei zusätzliche Szenen gewünscht, um Intimität zu erzeugen und die Zuneigung jenseits von gemeinsamen Kampfszenen zu intensivieren.

Gegen Ende hin wurde es wieder flotter, spannender, gefährlicher und das gefiel mir gut. Auch, dass Elemente ganz vom Anfang des Buches wieder aufgegriffen wurden! Sowas zeugt einfach davon, dass Charaktere und die Welt gut durchdacht sind.

Ray hat mir als Protagonistin gut gefallen – sie war ein bisschen naiv, geflasht, dann misstrauisch, mal ängstlich, mal mutiger. Manchmal wirkte sie ein bisschen wankelmütig, gegen Ende wurde sie immer selbstsicherer. Dafür, dass mir manche Szenen im Hauptteil nicht ausreichend bedrohlich waren, war das am Ende fast schon ein bisschen zu mutig. Aber sie hatte ja auch Unterstützung. Auch, dass sie sich recht schnell verknallt hat, war mir ein bisschen zu plötzlich? Große Pluspunkte gab es aber für ihr großes Herz, ihre Sturheit und Gewieftheit.

Kára, die Walküre, ist eine liebenswürdige, kluge und starke Frau und holte gleich eine Menge Sympathiepunkte. Sie glaubt von der ersten Sekunde an daran, dass in Ray mehr schlummert und begegnet ihr mit viel Geduld.

Loki, wie die Autorin ihn darstellt, ist ein liebenswürdiger Schelm. Ein gewiefter und hinterlistiger Geck, der gerne Spaß auf Kosten anderer hat und dabei trotzdem irgendwie sympathisch bleibt.

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Tyr ist ein heldenhafter Gott zum Anschmachten. Er blieb für mich leider neben Thor einer der blasseren Charaktere, auch wenn man ihn aufgrund seiner freundlichen und geduldigen Natur ins Herz schließen musste!

Generell muss ich ein großes Lob dafür aussprechen, wie die Götter einerseits aufgrund ihres Wissens und ihrer Fähigkeiten erhaben waren, andererseits aber sehr liebenswürdig wirkten, weil ihnen auch Missgeschicke passiert sind und sie eben nicht gegen alles immun waren. Als Loki in eine Tür gerannt ist, musste ich losprusten, das war so schön unerwartet! Das Buch hebt sich durch die teils ulkige Stimmung angenehm von anderen pathetisch anmutenden Heldenreisen aus dem Fantasygenre ab.

Liza Grimms Schreibstil lässt sich wunderbar flüssig lesen. Die Beschreibungen sind malerisch und magisch. Nur manchmal waren die Formulierungen etwas dramatischer als sie hätten sein müssen. Viele kleine Anekdoten sorgten für Schmunzeln und es ist Liza ganz wunderbar gelungen, Ray und ihre Gedanken darzustellen.

Das Ende ist definitiv interessant und bietet Raum für Fanfiction, Spekulationen und vielleicht weitere Geschichten aus diesem Universum? Ich freu mich auf mehr Märchenhaftes von Fräulein Grimm. 😉

Fazit:

Nicht alle Aspekte des Buches haben mich vollkommen überzeugen können, aber ich hatte unglaublich Spaß beim Lesen und durfte mit Ray und den Göttern von Asgard ein tolles Abenteuer bestreiten und nebenbei viel über die nordische Mythologie lernen. Ich glaube, das Buch ist wunderbar auch für jüngere Leser geeignet. Für meinen Geschmack hätte es an manchen Stellen ruhig noch ein bisschen düsterer zugehen dürfen. Von mir bekommt das Buch aufgrund einiger kleiner Kritikpunkte 4 Seesterne!

4seesterne

p.s.: Bluebert, der Blobfisch, war extrem angetan von der Nixe.

Weitere Stimmen zum Buch:


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Interview Mary Cronos #03 – Schottische Mythologie

Interview Mary Cronos #03 – Schottische Mythologie

Ich darf euch zu einem neuen Interview begrüßen! Mary Cronos, die mir schon für zwei Videos Rede und Antwort gestanden hat, hat mir ein paar Fragen zu ihrem neuen Buch beantwortet. Zum Release von „Houston Hall – Schatten der Vergangenheit“ wollen wir uns ein bisschen genauer ansehen, was diesen Titel so besonders macht. Tauchen wir also ab in die faszinierende Welt der schottischen Mythologie…

Schottische Mythologie spielt eine wichtige Rolle in deinem Buch – griechische oder nordische Mythologie, das sieht man häufiger. Wie bist du auf genau dieses Thema gestoßen?

Mary: Als diese Geschichte vor vielen Jahren (beinah so alt wie Nafishurs Idee) geboren wurde, da wusste ich noch gar nicht, wo sie spielen sollte. Zu dieser Zeit war sie noch viel, viel allgemeiner gehalten. Aus heutiger Sicht erschreckend simpel. Als ich dann einen passenden Ort finden wollte, war mir nur klar, dass die Geschichte nach UK gehört. Ich schloss die Augen und zeigte blind auf einen Ort (zum Glück habe ich nicht die Nordsee getroffen): Dirleton. Damit war mit wachsender Komplexität der Geschichte klar, dass es um schottische/keltische Mythologie gehen muss.

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Dirleton Castle © visitscotland.com

 

Warst du schonmal in Schottland?

Bisher leider noch nicht. Für Houston Hall habe ich das große Glück gehabt, eine liebe Freundin auf Schottlandreise zu haben, die sich einen Tag nimmt, um meine Locations für mich kennenzulernen. So habe ich trotzdem Flyer, Fotos und Berichte von der Gegend, die unschätzbar wertvoll für mich waren.

Nichts desto trotz steht Schottland auf meiner Reise-Liste und wird von mir hoffentlich so bald als möglich besichtigt.

Hast du auch schottische Märchen und Sagen gelesen?

Ich habe tatsächlich viele Sagengestalten kennengelernt während meiner Recherchen. Einige davon haben es in mein Buch geschafft: Zum Beispiel die Baobhan Sith und die Ceasg, oder auch die Kelpies und Selkies.

Ganze Märchen oder Sagen habe ich nicht gelesen. Wohl aber von einigen Geschichten gehört, die ich gerne noch lesen würde. Sollte es zu Houston Hall einen zweiten Teil geben, dann würde ich eine solche gern deutlicher einbinden. Und bis es soweit ist, habe ich zum Glück noch einen Moment, um mich zu entscheiden.

Die meisten Wesen und auch Legenden, von denen ich las, sind eng mit dem Meer oder den Wäldern verbunden – in jedem Fall mit der Natur. Es scheint beinah so, als gäbe es nichts, das keine Bedeutung hat: Bestimmte Elemente, Farben, Bäume, Gesteine, Tiere. Das ist unglaublich inspirierend.

Unter Selkies und Kelpies kann ich mir noch grob etwas vorstellen, aber was sind Ceasg und Baobhan Sith?

Eine Ceasg würden wir wohl am ehesten als eine Meerjungfrau bezeichnen. Es gibt viele Wesen, die man in der Nordsee gesehen haben will. Die Kelpies und Selkies gehören auch dazu. Aber die Ceasg scheint von allen die freundlichste Gestalt zu sein. Halb Frau, halb Lachs, erfüllt sie dem, der sie fängt, drei Wünsche. Man kann sich vorstellen, dass es dementsprechend schwer ist, eine Ceasg zu fangen. Im Gegensatz zu den anderen Wesen habe ich zu ihr verhältnismäßig wenig gefunden. Um so spannender fand ich den Gedanken, mit ihrer Legende zu arbeiten und sie noch etwas … auszuschmücken.

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© Nsey Benajah on Unsplash

Kelpies sind – vor allem im Kontrast zur Ceasg – ziemlich niederträchtige Geschöpfe. Sie sind halb Pferd, halb Fisch (manchmal auch nur Pferd) und bieten Wanderern heimtückisch ihre Hilfe an, um das Wasser zu überqueren. Nimmt der Wanderer die „Hilfe“ an, war das seine letzte Entscheidung. Denn die netten Tierchen ertränken ihren Reiter und fressen ihn im Anschluss.

Selkies sind auch eher friedlich. Sie sind Robben, die an Land kommen können, ihr Fell ablegen und dann zu Menschen werden. Die meisten Selkiegeschichten, die ich gelesen habe, waren ziemlich traurig und haben mich irgendwie an Arielle erinnert.

Zuletzt wäre da noch die Baobhan Sith. Sie ist die schottische Version eines Vampirs. Diese besondere Version ist in vielen Punkten anders: Es gibt nur weibliche Baobhan Sith. Ein gebissener Mann stirbt, eine gebissene Frau wird verwandelt. Die Baobhan Sith sollen außergewöhnlich schön und harmlos aussehen und meist grün tragen – als Sinnbild ihrer Naturverbundenheit. Sie scheinen keineswegs Einzelgängerinnen zu sein. Der Blutdurst und die Jagd bei Nacht sind uns dafür aber nur zu vertraut.

Welche Parallelen bestehen z.B. zur europäischen Mythologie und worin liegen die Unterschiede?

Eine sehr gute Frage. Ich fürchte, dass ich im Grunde nicht qualifiziert genug bin, um mich dazu kompetent zu äußern. Also kann ich Dir nur meine persönlichen Entdeckungen verraten.

„Europäische Mythologie“ ist ein schwieriger Begriff. Das heutige Europa gab es so nicht, als all die Mythen und Legenden entstanden und tradiert wurden. Es gab die keltische und die germanische Mythologie, die römische und griechische. In der antiken Welt von Athen und Rom gab es vor allem die Götterfamilie, den Olymp. Hier haben die Römer fleißig bei den Griechen geklaut. Als sich das Römische Reich dann weiter ausbreitete und erst auf die Germanen und später die Kelten stieß, vermischten sich die verschiedenen Religionen und Legenden. Dann mischte sich noch das Christentum dazwischen und letztlich geschah, was auch heute passiert: Ein Kult eignete sich Ideen eines anderen Kults an. Eine Kultur bereichert sich an den Geschichten der anderen.

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© Sweet Ice Cream Photography on Unsplash

Ich habe so viele Artikel gelesen, in denen von Gottheiten die Rede ist, die jeweils einer ursprünglich anderen Religion zuzuordnen sind. So ist es auch bei den Sagengestalten. Gerade die Inselkelten trugen ihre Geschichten weiter. Die Namen veränderten sich leicht, aber die Geschichten blieben.

Im übrigens war das eine Besonderheit, wie ich finde: Im alten Rom oder in Griechenland wurden Mythen und Legenden von großen Geschichtsschreibern niedergeschrieben. Die Sagen der Kelten sind vor allem mündlich tradiert worden. Das erklärt auch die vielen Variationen der Geschichten. Außerdem kann man die Anderwelt der Kelten nicht mit dem Jenseits der Antike vergleichen. Aber das führt zu weit. 😊

Welches mythologische Wesen findest du am faszinierendsten?

Oh, das ist schwer. Das kann ich gar nicht so ohne weiteres sagen. Vier habe ich Dir ja eben vorgestellt. Jedes einzelne von ihnen ist spannend und ich wüsste zu gern mehr über diese Wesen.

Und dabei sind das nur die wenigen, die ich in Houston Hall erwähne. Es gibt noch so viele mehr. Allein die verschiedenen Versionen von Kobolden sind klasse!

Wie schon erwähnt, fasziniert mich die Ceasg. Schon allein, weil ich zu ihr die wenigsten Informationen gefunden habe. Die Baobhan Sith ist aber mindestens genauso interessant. Knuffig finde ich auch die Pucas. Wobei mich der Name irgendwie an ein Pokemon erinnert. Ein Puka ist eine Art Kobold. Er kann die Gestalt wechseln und manchmal beherrscht er auch die Sprache der Menschen. Er treibt vor allem (eher harmlosen) Schabernack, ab und an ringt er sich aber auch durch, Menschen zu warnen und ihnen so zu helfen.

 

Gibt es eine andere Mythologie, die du unbedingt in einem deiner nächsten Werke unterbringen möchtest?

Unzählige! Wir Fantasyautoren hoffen immer noch, wirklich und wahrhaft neues zu erfinden. Und doch musste ich immer wieder feststellen, dass ich nicht die erste war, die sich bestimmte Dinge ausgedacht hat. All die verschiedenen Mythologien, Sagen, Legenden, Religionen auf der Welt bieten Stoff für unzählige weitere Bücher.

Als jemand, der beinah zwanzig Jahre ihres Lebens mit toten Sprachen zugebracht hat, bin ich gewillt, der römischen und griechischen Mythologie später mehr Zeit zu widmen. Dann könnte ich mir immerhin sagen, dass der Latein- und Alt-Griechisch-Unterricht nicht vollkommen umsonst war. 😛

 

Vielen Dank für das spannende Interview, liebe Mary!

Apropos: Wer mitliest, die Beiträge teilt und in den sozialen Medien den Hashtag #ReiseNachHoustonHall benutzt, hat die Chance auf ein prall gefülltes Goodie-Paket! Enthalten sind eine Leseprobe, Lesezeichen, Anthonys Lieblingstee, das Badesalz einer Ceasg im Houston Hall-Design und einer Weihnachtsleckerei aus Beatrix‘ Küche.

Und für die, die aufs Ganze gehen wollen: Am Ziel unserer Reise wird es ein Quiz geben – am 02.01. Wer vorher gut aufgepasst hat, hat dort die Chance, zusätzlich zu den tollen Goodies auch noch ein signiertes Printexemplar zu gewinnen! Also passt gut auf und kommt mit. Es lohnt sich!houstonhall

Die Blogtour:

 

Das Buch:

Houston Hall: Schatten der Vergangenheit“ erscheint am 02.01.2018 als Ebook* für 4,99€ und als Taschenbuch* für 16,99€ bei  feelings ebooks.
Inhalt: Der vom Leben gebeutelte Anthony lebt allein auf einem großen Anwesen in Schottland und sucht eine neue Haushälterin. Er findet sie in Mary, die mehr über sein mystisches Familiengeheimnis zu wissen scheint. Als schließlich jemand vor den Toren von Houston Hall steht, der eigentlich tot sein müsste, muss sich Anthony mit Marys Hilfe seiner gefährlichen Vergangenheit stellen. (Genre: Romantasy)

 


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