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[Rezension] Blut gegen Blut 2 von Benjamin Spang

[Rezension] Blut gegen Blut 2 von Benjamin Spang

[Rezension] Blut gegen Blut  2 von Benjamin Spang

Ich durfte „Blut gegen Blut 2“ von Benjamin Spang testlesen und habe nun das fertige Endprodukt in Händen halten dürfen. Natürlich ist es spannend, zu sehen, was sich in den letzten Schritten noch getan hat. Die Rezension zum ersten Band könnt ihr übrigens *hier* nachlesen.

Nach dem ersten Band war für mich klar: Ich muss beim Crowdfunding für den zweiten Teil dabei sein! Ich durfte testlesen und sogar bei der Blogtour mitmachen und Benni interviewen. Die Zusammenarbeit mit Benni macht einfach immer Spaß und er selbst lässt sich auch tolle Aktionen einfallen und ist sehr engagiert. Zwischen lieblosen „hier blogger1 lies mein Buch„-Mails ist das absolut erste Sahne. Mein Unterstützerpaket war wieder proppenvoll mit coolen Sachen!

Ich versuche natürlich, möglichst spoilerfrei zu schreiben, aber es könnte für alle, die Band 1 noch nicht gelesen haben, ein bisschen was vorweg nehmen. Sorry!


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  • Autor: Benjamin Spang
  • Titel: Blut gegen Blut 2
  • Genre: Dark Fantasy
  • 544 Seiten, Ebook: 3,99€ | TB: 16,99€ | geb.: 25,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Nach Blut gegen Blut sind Katrina und ihre Mutter vereint, Helenas Schicksal ist ungewiss. Doch der „Frieden“ soll nicht lange andauern, denn Katrina und ihre Mutter werden von den misstrauischen Werwölfen grausam ermordet. Doch Katrina wacht wieder auf. Eine traumhafte Stimme sendet ihr Visionen und lockt sie tiefer ins Gebiet der Vampire. Mit einem uralten Artefakt, der Blutschrift, soll sie ihre Eltern retten können. Doch die gefährliche Blutmagierin Faedora und die grausame Vampirkönigin Eliska sind hinter der Schrift her. Was kann eine einfache Mechanikerin diesen übermächtigen Gegnerinnen schon entgegensetzen?


~Videorezension folgt~

Meine Meinung:

Schon die Testleseversion war mit knapp 500 Seiten echt ein Brocken. Aber ich habe mich tatsächlich gefreut, das Buch nochmal in Endversion zu lesen. Natürlich ist man neugierig, was alles umgesetzt wurde und wie bestimmte Dinge geändert wurden.

Normalerweise bin ich eine langsame Leserin, lese auch mal queerbeet und lasse angefangene Bücher einstauben, bis ich wieder zu ihnen greife. Nicht so bei „Blut gegen Blut 2“! Während ich am ersten Teil noch den etwas schleppenden Anfang kritisiert habe, werden wir hier mitten in die Geschichte hineingezogen.

Und Schlag auf Schlag geht es weiter. Benni hat sich bemüht, jedes Kapitel mit einem Cliffhanger abzuschließen und das ist ihm auch meistens gelungen. Es ist wirklich schwer gewesen, das Buch für längere Zeit wegzulegen. Auch das, ist wirklich wirklich selten bei mir.

Atemlos durch Nuun~

Aber auch, wenn das Buch turbulent und temporeich ist, bleibt Zeit für leisere Momente. In diesen lernen wir Katrina und auch Helena besser kennen, die unabhängig voneinander mit ihren eigenen Dämonen und den Wunden aus Band 1 zu kämpfen haben. Man fiebert, man leidet mit den beiden mit. Denn sie wachsen einem ans Herz. Toughe Frauen, die auf sich auf ihre Art durchschlagen.

Wie in Band 1 mochte ich die Grautöne. Beide hatten ihre Prinzipien, ihre Vorstellungen, Wünsche und Überzeugungen. Aber auch sie bereuten, zweifelten, wankten. Das machte sie menschlich und nahbar. Da Benni es seinen Charakteren auch gerne mal schwer macht, fürchtet man auch um sie.

Und er hat es ihnen wirklich schwer gemacht. Ganz nach Murphy’s Law, wenn man so will. Fast alles, was schief gehen konnte, ging auch schief. Ist das ein Spoiler? Vielleicht. Stellt euch jedenfalls auf Nervenkitzel und Spannung ein, die euch manchmal ins Buch beißen lassen wollen.

Besonders hat mir gefallen, dass Benjamin sich in diesem Band auch wieder auf ganz ursprüngliche Fähigkeiten seiner Charaktere konzentriert hat. Katrina ist eine talentierte Mechanikerin und diese Fähigkeit hat ihr in Band 2 oft weitergeholfen. Helena durfte ihr Kampf- und Informationsgewinnunsgeschick unter Beweis stellen. Während ich Katrina in Band 1 recht ambivalent gegenüber stand, hat sie es im zweiten Teil geschafft, sich auch in mein Herz zu schrauben. Helena mochte ich seit ihrem ersten Auftritt schon.

Alles hat seinen Preis…

Benni schafft es, obwohl das Buch düster, hart und kantig ist und keinen Kitsch enthält, trotzdem Emotionen zu provozieren. Trauer, Schmerz, Angst und Wut. Denn auch in „Blut gegen Blut 2“ gibt es wieder einige schmerzhafte Verluste. Über einen davon bin ich besonders entsetzt (und immer noch sauer auf Benni!), aber er zeigt, wie gnadenlos die Welt Nuun ist.

Die Bösewichte sind auch wieder sehr gut gelungen. Unsympathisch, monströs und von fragwürdiger Moral. Und doch – je mehr man über sie erfuhr, desto besser konnte man ihr Handeln nachvollziehen. Niemals verstehen oder gutheißen, aber man konnte erkennen, was dazu geführt hatte.

Diese Graustufen liebe ich! Es zeugt für mich von guter Charakterkonstruktion, von lebendigen Wesen, die jeder ihre eigene Geschichte haben. Vor allem die Frauencharaktere liegen Benjamin einfach. Dagegen war der „liebe“ Edgar fast schon blass.

Benjamin Tarantino?

Eine andere Leserin verglich Benjamin mit Tarantino. Was Blut, Innereien und Action anging, kann ich diesem Vergleich nur zustimmen.

Es gibt einige wirklich eklige Szenen, viele Leichen und erbarmungslose Kämpfe. Sowohl Katrina und Helena haben auch in diesem Buch viel durchmachen müssen, wurden gefangen, geschlagen und fast schon gefoltert. Darüber hinaus gibt es exzessive Gewalt durch die Vampire und Werwölfe. Das sollte man definitiv wissen, bevor man sich auf das Buch einlässt.

Ich habe es bei der Rezension zu Teil 1 bereits erwähnt, aber Benjamin Spang steckt unglaublich viel Arbeit, Leidenschaft und Mühe in seine Projekte. Lektorat, Korrektorat, Coverdesign und umfangreiches Marketing – an all dem, merkt man auch, wie sehr er für seine Arbeit brennt. Es macht Spaß mit ihm zu arbeiten und am Entstehungsprozess seiner Projekte teilhaben zu können. Besucht ihn auf seiner Homepage oder auf patreon, um mehr zu erfahren.

Crowdfunding-Unterstützer-Paket-Ausbeute!

Fazit:

Blut gegen Blut 2 hat auf den sehr guten ersten Band nochmal eine Schippe draufgelegt. Alles an diesem Buch stimmt: Tempo, Charaktere. Eine gute Mischung aus blutiger Action, Tiefgründigkeit und Charakterentwicklung. Das Buch ist sicherlich nichts für zartbesaitete Gemüter, oder Leser*innen, die es lieber ruhig und gesittet mögen. Für mich war das Buch auf jeden Fall eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Spannend, fesselnd und emotional involvierend. Dafür gibt es von mir eine fette Leseempfehlung und die volle Zahl Seesterne!

Weiter Meinungen:
  • Julia Hartmann/Akiko Hana
  • Du hast eine Rezension zu „Blut gegen Blut 2“ geschrieben? Schreib mir gerne einen Kommentar, dann verlinke ich deine Rezension hier.

 


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[Rezension] Blut gegen Blut 1 von Benjamin Spang

[Rezension] Blut gegen Blut 1 von Benjamin Spang

[Rezension] Blut gegen Blut 1 von Benjamin Spang

Wer ist dieser seltsame Autor von twitter, der hin und wieder ganz witzige Sachen macht? Meine Neugier war geweckt und zack, holte ich mir „Blut gegen Blut“ ins Haus. Ich habe das Buch schon vor längerer Zeit gelesen und auch schon ein Video dazu gedreht. Aber irgendwie habe ich es total verpennt, eine ordentliche Rezension zu verschriftlichen. Das hole ich natürlich hier nach. Direkt morgen gibt es übrigens die Rezension zu Teil 2.


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  • Autor: Benjamin Spang
  • Titel: Blut gegen Blut
  • Genre: Dark Fantasy, Steampunk
  • 360 Seiten, Ebook: 2,99€ | TB: 14,99€ | geb.: 23,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Die Welt Nuun, in der zwei Monde am Himmel stehen, ist brandgefährlich. Werwölfe, Vampire und Menschen bekriegen sich. Mechanikerin Katrina lebt mit ihrer Mutter in einer kleineren Ortschaft hinter sicheren Mauern. Doch Katrinas Vater verschwand spurlos und ihre Mutter ertränkt die Sorgen in Alkohol. Nach einem Zwischenfall auf ihrer Arbeit flieht Katrina in die große Stadt zu ihrem Onkel, um in dessen Werkstatt auszuhelfen. Der Frieden währt jedoch nur kurz, denn Katrina heuert auf dem Luftschiff der Doppelmond-Agenten um Helena Keska an, die Vampire und Werwölfe jagen. Außerhalb der Stadtmauern lauern viele Gefahren und Katrina muss feststellen, dass sowohl die Werwölfe als auch ein Blutmagier der Vampire es auf sie abgesehen haben.


 

Meine Meinung:

Der Anfang von „Blut gegen Blut“ zieht sich etwas. Dabei kann ich gar nicht genau festmachen, woran es liegt, denn eigentlich passiert ständig etwas. Vielleicht war es einfach die Anhäufung von Informationen und die Eingewöhnungszeit an die ganz eigene Fantasywelt.

Sobald Katrina aber in die Stadt aufbricht, fühlt sich das Tempo der Geschichte gut an.

Keine Glitzervampire und keine passiven Mädels

Das Buch hält was es verspricht. Wir haben starke Frauencharaktere und die Vampire und Werwölfe sind keine schimmernden Boyfriends, sondern kaltblütige und hungrige Bestien. Aber die Aufteilung in Gut und Böse ist gar nicht so leicht. Je mehr wir erfahren, desto mehr zweifeln wir auch an der Richtigkeit des Verhaltens der Menschen und der Doppelmond-Agenten. Alle haben ihre Geschichte und ihre Gründe.

Die Charaktere sind sehr lebhaft und eigenständig, vor allem Katrina und Helena sind vielschichtig und wirken lebendig und lebensecht. Mit Katrina bin ich trotz ihrer emotionalen Geschichte nicht so ganz warm geworden. Helena hingegen sammelte durch ihr mutiges und entschlossenes Handeln mehr Pluspunkte.

Auch die anderen Charaktere waren interessant, auch wenn mir der Blutmagier-Bösewicht und einige der Werwölfe des Clans irgendwie nicht so gut gefallen haben. Sie waren ein bisschen zu blass (Haha! Wortwitz!) oder generisch, was ich schade fand.

Handwerklich begabt

Ich mochte, dass wir mit Mechanikerin Katrina eine „gewöhnliche“ Frau als Protagonistin hatten, die eben kein übertalentiertes Kampfass ab dem ersten Training waren. Sie musste sich oft mit Grips und List durchkämpfen. Auch die toughe Helena war keine „Auserwählte“ und kam bisweilen in Schwierigkeiten. Die Kämpfe waren riskant und forderten trotz Waffen und Talent Opfer, was maßgeblich zur Spannung beitrug. Dass die Protagonisten eben nicht unantastbar sind.

Benjamin hat den Plot klug konstruiert und seine Charaktere auch leiden lassen, es ihnen nicht zu einfach gemacht, ihre Ziele zu erreichen. Zusätzlich sorgten sein flüssiger Schreibstil und die präzisen Beschreibungen für ein wunderbares Abtauchen im Buch. Manchmal hätte ich mir etwas mehr Zeit gewünscht, diese Welt zu erkunden. Man merkt zwar, dass sie total lebendig und vielseitig ist, aber als Leser*in hat man nicht alle Informationen, die im Kopf des Autors verfügbar sind. Aber das ist nur ein kleiner Wehmutstropfen!

Auch die verschiedenen Wesen, der Mix aus bekannten und neuen Kreaturen hat mir gefallen. Mein Liebling war Katze Emma, deren Hinterläufe sie nicht mehr tragen und die deshalb von Katrinas Onkel ein paar Räder verpasst bekommen hat. Das Steampunk-Setting verleiht dem ganzen noch zusätzliche Coolness.

Inzwischen haben sich Selfpublisher*innen etabliert, gewinnen Preise und werden auch auf den Buchmessen anerkannt. Dennoch gibt es noch viele Vorbehalte und Vorurteile. Benjamin macht vor, dass man mit professionellem Lektorat und Korrektorat, sowie einem guten Coverdesign Verlagsbüchern in Nichts nachsteht. Wenn alle Selfpublisher*innen so gewissenhaft arbeiten würden, dann müsste ich diesen Punkt nicht so oft erwähnen. Auch Marketing und Aktionen plant Benjamin selbst, man merkt einfach, dass er mit Leidenschaft bei seinen Projekten dabei ist. Besucht ihn auf seiner Homepage oder auf patreon, um mehr zu erfahren.

Ich habe das Buch zuerst als Ebook gelesen und mir dann das Hardcover bestellt, weil es mir so gut gefallen hat. Benjamin, der Übertreiber, hat mir einfach ein fettes Goodie-Paket zusammengestellt. Zu seinen Büchern gibt es Making Offs, Spin Off Geschichte und viele weitere Extras, die sich definitiv lohnen!

Ernste Themen

Katrinas Mutter stürzt sich nach dem Verschwinden ihres Mannes in den Alkohol, wird laut und übergriffig gegenüber Katrina. Katrina verletzt sich selbst und auch Helena ist nicht frei von persönlichen Dämonen. Ich mochte es, wie menschliche und sehr ernste Themen mit der Fantasygeschichte verknüpft wurden. Das hat die Geschichte emotionaler, aber auch realer und greifbarer gemacht. Neben der übernatürlichen Bedrohung, musste die Charaktere oft gegen ihre inneren Monster kämpften.

Fazit:

„Blut gegen Blut“ von Benjamin Spang ist etwas ganz Besonderes. Das Buch besticht durch Action, toughe Frauencharaktere, viel Spannung und eine interessante Fantasy-Welt. Wer es düster und gefährlich mag, der sollte dem Buch eine Chance geben, auch wenn es ein bisschen dauert, bis man in der Geschichte ankommt. Es gibt noch ein bisschen Luft nach oben, ansonsten habe ich das Leseerlebnis sehr genossen.

 

Weiter Meinungen:

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[Rezension] Sépharial – Verwoben von Jana Tomy

[Rezension] Sépharial – Verwoben von Jana Tomy

[Rezension] Sépharial – Verwoben von Jana Tomy

Endlich ist es soweit! Vor wenigen Tagen erschien „Sépharial – Verwoben“, das Debüt meiner guten Freundin, Schreibkollegin und Mit-Podcasterin Jana Tomy. Gemeinsam haben wir bei 9lesen in Leipzig auf der Bühne gestanden und dieser Abend wurde gekrönt, indem Denise vom Gedankenreich Jana nach ihrer Lesung gesagt hat: „Ich will dein Buch!“. Und nun ist es soweit. Ich bin so stolz und glücklich!

Ich habe ein Ebook vom Gedankenreich Verlag als Rezensionsexemplar vorab zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank! Natürlich werde ich mich trotzdem um Objektivität bemühen, aber ein bisschen fangirlen muss ich wohl doch.


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  • Autorin: Jana Tomy
  • Titel: Sépharial – Verwoben
  • Verlag: Gedankenreich Verlag
  • Genre: Romantasy
  • 466 Seiten, Ebook: 2,49€ | TB: 15,90€ | geb.: 20,90€
  • Teil 1 von vorraussichtlich 2
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Lathalia ist die Tochter eine reichen Familie und lebt einer Welt, die voll von Schnee und Kälte ist. Das Haus ist mehr ein goldener Käfig, doch als der Soldat Nikion in ihr Leben tritt, verändert sich alles. Doch der Frieden soll nicht lange dauern, denn die Kollegen ihres Vaters werden nach und nach bestohlen.
Fanai ist ein Dieb, der in einer Welt voll Sonne und Staub lebt. Er kämpft sich jeden Tag aufs Neue durch, um seine Lieben zu beschützen. Eines Tages beauftragt ihn ein geheimnisvoller Mann mit dem Diebstahl von besonderen Steinen, mit denen man ferne Welten bereisen kann: die Sépharial. Fanai sieht darin die Chance, sich und seine Schwester endlich befreien zu können. Doch er kann nicht ahnen, dass er damit nicht nur sein Leben, sondern das Schicksal mehrerer Welten riskiert.


Meine Meinung:

Zuerst möchte ich etwas über die Aufmachung sagen. Bisher habe ich ja „nur“ das Ebook, aber auch das ist so schön gestaltet! Neben dem schmucken Cover gibt es im Buch zahlreiche Grafikspielereien. So sind die Kapitel mit Mustern verziert. Ich liebe solche Details. Auch das Hardcover wird unter dem Schutzumschlag eine wunderschöne Gestaltung haben wie die Fotos bereits verraten. Ich freue mich schon auf meine signierte Ausgabe, die ich mir schon lange vorbestellt habe.

Aber nun zu den inneren Werten des Buches!

Janas Schreibstil lässt sich locker und flüssig, die Beschreibungen sind wunderschön und detailreich. Aber man wird nie davon erschlagen oder ausgebremst. Wunderbar!

Bei Hofe…

Im Buch wechseln sich die Perspektiven unserer beiden Protagonisten Lathalia und Fanai ab. Zwischendurch sind kurze Briefe und Manuskripte von Marial, der lange Zeit vor den beiden gelebt hat, aber auch etwas mit den magischen Kristallen zutun hatte.

Jana Tomy, 2019 (Foto von Chris Burchert)

Jana kann wirklich nichts dafür, dass ich schon zig Bücher gelesen habe, bei denen Mädchen aus gutem Hause unzufrieden mit ihrer Situation sind. Am liebsten würde ich die ganzen Tändeleien „bei Hof“ immer überspringen. Das ging mir bei der Grischa Trilogie und zahlreichen anderen Büchern schon so. Ränkespiele, Kleiderproben, Streitigkeiten mit den Eltern über die Etikette – das hat den Anfang für mich ein klitzekleines Bisschen zähflüssig werden lassen. Absoluter Lichtblick waren die Begegnungen und Dialoge mit Nikion, die das ganze etwas aufgelockert haben!

Nikion war so geduldig, zuvorkommend und nett, dass ich ein bisschen sauer war, wie gemein Lathalia oft zu ihm ist. Nikion mochte ich über das ganze Buch über sehr gern. Er war warm, klug und irgendwo auch unsicher und verletzlich. Das ließ ihn auf mich total sympathisch wirken. Gleichzeitig weiß ich nie so ganz genau, ob er nicht doch etwas Größeres im Schilde führt.

Lathalia war mir insgesamt oft sehr unsympathisch. Viele ihrer Entscheidungen waren impulsiv, rücksichtslos und egoistisch. Auch, wenn sie sich im Laufe des Buches weiterentwickelt hat, wurde ich nicht warm mit ihr. Die Geschichte mit ihrem Bruder war traurig und hat der ganzen Familie nochmal einen interessanten Twist gegeben. Aber so ganz hat es mich emotional nicht abgeholt. Und Lathalias Mutter war so klischeehaft bösartig und streng, dass ich ab und zu die Augen verdrehen musste.

Araja, die Freundin und Dienerin von Lathalia, war mir ein bisschen zu blass. Sie hatte nicht so viele Szenen und wirkte sonst etwas generisch, mechanisch.

Bei den Dieben…

Fanais Welt hat mir viel besser gefallen als das Schneereich. Vermutlich weil wir bei Lathalia die Mauern des Hauses kaum verließen und bei Fanai einen Einblick in die ganze Welt bekommen. Wie die soziale Ordnung ist, welche Regeln und Gepflogenheiten herrschen. Fanai wurde als Kind vom Verbrecherkönig Marorck aufgenommen, der seine Eltern getötet hat. Seine einzige Verwandte, seine Schwester, lebt nichtsahnend bei einer Adoptivfamilie. Um sie zu schützen und ihr ein gutes Leben zu ermöglichen, lebt und arbeitet Fanai. Unterstützt wird er dabei von Marorcks Tochter Kjanja, die ganz anders ist als ihr Vater.

Diese ganzen interessanten Beziehungen und Dynamiken haben Fanais Abschnitte spannend gemacht. Bei ihm ging es oftmals actionreich und turbulent zu, was mir besser gefallen hat als Lathalias Gestreite mit ihrer Mutter.

Kjanja hat mehr Interesse und Sympathie in mir geweckt als Lathalia. Die Bedingungen unter denen sie aufwachsen musste, mit denen sie leben muss und die Leidenschaft und ihr gutes Herz machen sie zu einem meiner Lieblingscharaktere des Buches. Umso wütender macht es mich, wie Fanai und Lathalia sie an manchen Stellen ausnutzen und ihre Gefühle Fanai gegenüber als Mittel benutzen. Sie hat Besseres verdient.

Es knistert!

Wie ihr vielleicht am Genre gesehen oder am Cover erkannt habt: Es handelt sich bei „Sépharial – Verwoben“ um romantische Fantasy und – wie könnte es anders sein – Lathalia und Fanai kommen sich näher. Und das, obwohl Lathalia eigentlich Nikion lieben sollte! Schon bei ihrer ersten Begegnung waren sie fasziniert voneinander. Immer wieder bewundern sie *Hier Eigenschaft einfügen* am anderen. Fanai bewundert z.B. oftmals Lathalias Mut und ihre Klugheit, wo ich nur laut seufzen bzw. nicht zustimmen könnte. Dass ich Lathalia echt nicht mochte, hat leider auch ein bisschen dafür gesorgt, dass bei mir die Funken über dieses Pairing nicht so übergesprungen sind. Manchmal war es mir auch eine Spur zu kitschig, aber ich weiß, dass das vielen Leser*innen gefällt. (Obwohl ich vergleichsweise viele Bücher mit Liebesgeschichten lese, darf es bei mir nie zu romantisch sein. Hahaha)

Allerdings mochte ich die „subtile“ Romantik. Dass sie nicht auf Seite 70 bereits übereinander herfallen und ständig in brünftiger Hitze standen. Sondern dass es vorallem eine sich entwickelnde Beziehung war. Ich hätte mir noch etwas mehr Zeit, mehr Gespräche gewünscht, denn letztendlich war mir diese tiefe Verbundenheit bzw. Liebe zu schnell erreicht. Verknallt sein, gerne. Aber Liebe, für die man bereit ist, alles aufzugeben? Hmmm.

Positiv anzumerken ist außerdem, dass Fanai sehr respektvoll und behutsam mit Lathalia umgeht und ihre Grenzen achtet. Keine toxischen Bad Bod Boyfriends also, juchu!

Abenteuer!

Ich mochte auch die Thematik um die Sépharial-Kristalle. Gleichgewicht, Einklang mit der Natur. Und die Gier der Menschen, die das Leben anderer zerstört und schwerer macht.

Das Ende entwickelt nochmal eine spannende Dynamik und lässt auf einen Nachfolgeband hoffen. Trotzdem ist es kein fieser Cliffhanger. Gerade der letzte Brief taucht alles nochmal in ein anderes Licht, was mich allerdings etwas skeptisch macht. Ich bin gespannt, wie Jana diese Geschichte zu Ende bringen wird und werde den zweiten Band auf jeden Fall auch lesen.

Es gab viele Dinge, die mich gestört haben. Vieles davon waren Kleinigkeiten oder meine Marotten. Doch insgesamt hatte ich Freude an der Geschichte und beim Lesen.

 

Fazit:

Wer Romantasy, fantastische Welten und klassische Abenteuer mag, der darf bei diesem Buch gerne zugreifen! Jana Tomy entführt mit ihrem geschmeidigen Schreibstil in zwei besondere Welten. Mit Fanai und Lathalia erleben wir unterschiedliche Perspektive und Blickpunkte, was das Buch nochmal abwechslungsreicher macht. Über ein paar Längen und die schnelle Verliebtheit kann man deswegen leicht hinwegsehen. Es gibt garantiert keine übersexy Bad Boys, die übergriffig werden, sondern eine interessante Beziehung, in der beide Charaktere voneinander lernen. An ein paar Stellen ist sicherlich noch Luft nach oben, aber Jana hat ein solides Debüt abgeliefert!

 

Weitere Meinungen:
  • Lesen im Mondregen
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[Rezension] Unstern von Katrin Ils

[Rezension] Unstern von Katrin Ils

[Rezension] Unstern von Katrin Ils

Viel zu lange lag dieses Buch ungelesen auf meinem SuB. Ich habe es auf der Buchmesse gekauft und mir direkt von Katrin signieren lassen, es stand auf meiner 18für2018 Buchliste. Trotzdem wurde es jetzt Dezember bis ich es gelesen habe. Die liebe Katrin Ils ist einer der herzlichsten, fröhlichsten und liebsten Menschen, den ich kenne. Außerdem liebe ich ihren österreichischen Dialekt. Wenn ihr das live hören möchtet, schaut am Besten bei ihren Youtube Videos vorbei. Hier gelangt ihr zu Katrins Homepage.


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  • Autorin: Katrin Ils
  • Titel: Unstern
  • Genre: Dark Fantasy
  • Selfpublishing
  • 310 Seiten, Taschenbuch: 12,90€ | Ebook: 3,99€
  • Teil 1 einer Reihe (bisher zwei Bände + ein Kurzroman erschienen)
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Kerra, Dolan und Sidra sind seit Ewigkeiten befreundet. Gemeinsam sind sie aus ihrer Heimat in die Stadt Alat geflohen und haben sich ein neues Leben aufgebaut. Als jedoch ein gefährlicher Serienmörder aus dem Gefängnis entkommt und Magie aus ihrem Heimatland angewandt wird, stehen die drei schnell unter Verdacht. Die Stadtwache hat Kerra ohnehin schon im Blick. Doch da sie ihr nichts nachweisen können, stecken sie Dolan hinter Gitter. Seine Hinrichtung ist nur eine Frage der Zeit, die Stimmung in der Stadt ist aufgeheizt und nervös. Kerra sieht sich gezwungen, einen alten Bekannten um Hilfe zu bitten. Den unberechenbaren, grausamen Verbrecherkönig der Stadt: Ravid.


Meine Meinung:

Schon nach dem ersten Kapitel war mir klar, dass Katrin Ils zumindest handwerklich Einiges auf dem Kasten hat. Die Beschreibungen, der Schreibstil, die präzise Wortwahl. Das konstante und gut in die Geschichte eingewebte Wordbuilding. Es ist einfach, in die Stadt Alat abzutauchen, unter der wilde Magie schlummert. Ich bin ganz wunderbar in die Geschichte gezogen worden und das ist so unglaublich wichtig, wenn man eine eigene Fantasy Welt erschafft.

Katrin bewirbt „Unstern“ auch gerne als Geschichte ohne unnötige Liebesbeziehung. Und ja, es funktioniert wunderbar auch so. Die innige Beziehung der drei Freunde Kerra, Sidra und Dolan wird schnell klar. Sie haben viel zusammen durchgemacht, viel erlebt. Auch, wenn sie sich nicht immer einer Meinung sind, Geheimnisse voreinander haben, so sind sie wie eine Familie. Deswegen wird klar, dass die beiden Frauen handeln, als ihr Kumpel im Gefängnis landet.

Kerra ist als Läuferin, als Botin, in der Stadt unterwegs. Für ihre Jobs erkunden wir die verschiedenen Ecken der Stadt Alat, die lebendig und pulsierend wie eine Metropole auf uns wirkt. Die bunten, belebten Viertel und die Elendsviertel und verlassenen Gassen, in denen nur Kadaver und Isch (Rabenartige Aasfresser) hausen. Dass Kerra eine vielschichtige Persönlichkeit ist, lernen wir schnell. Einerseits ist sie stolz, ein wenig streitsüchtig und kann sich doch zusammenreißen, wenn es darauf ankommt. Als sogenannter Unstern ist sie nicht magiebegabt, kann diese jedoch sehen. Als Jägerin kann sie kämpfen, ist aber in engen Straßen schwer bewaffneten Männern in der Überzahl unterlegen. Sie hat keine außergewöhnlichen Zauberkräfte, ist keine Kampfgöttin, die wie ein Berserker jeden Gegner niedermetzeln kann. Sie hat ihre Fehler und Schwächen. Das macht sie sympathisch und macht es auch spannender ihrem Abenteuer zu folgen.

Vertraue niemandem!

Sie holt sich Hilfe beim mysteriösen, fragwürdigen Verbrecherkönig Ravid, der überall in der Stadt Fäden zieht und Leute mit Schuldzaubern an sich bindet. Er ist kein harmloser Onkel, der milde mit Kerra umgeht. Im Austausch für seine Hilfe will er immer etwas. Gefallen, deren Ausmaß noch nicht bekannt ist.

Doch es bieten sich überraschenderweise mehrere Helfer an, um Dolan zu befreien. Kerras Läuferkollege Jorrah, der die Stadt unbedingt verlassen möchte. Ein Magier, der mindestens ebenso zwielichtig ist wie Ravid. Eine Stadtwache, die den „Mondschieber“, einen Menschenschmuggler, dingfest machen will.

Dass der Mondschieber auch eine Rolle spielt, wird klar, als wir lernen, dass man die Stadt nur mit Passierschein verlassen kann. Schleierzauber werden durch Magie an den Eingängen und Ausgängen der Stadt gebrochen. Und mit einem befreiten Gefangenen würde das auffallen. Doch niemand weiß, ob es den Mondschieber wirklich gibt und wer er ist.

Während wir all den spannenden Figuren folgen, zieht sich die Schlinge um Dolans Hals enger. Genau wie Kerra finden wir fast alle Personen, die ihr Hilfe angeboten haben, irgendwie zwielichtig. Es ist unmöglich zu sagen, wer es gut meint und wer nicht. Kein Schwarz und Weiß, sondern viele Graustufen. Deswegen bin ich richtig am Buch geklebt, nachdem ich mich in die Welt eingefunden habe.

Die Ereignisse überschlagen sich bald und es ist unfassbar spannend, langsam die verworrenen Geheimnisse der Stadt zu entschlüsseln.

Selfpub-Perle!

Das Selfpublishing professionalisiert sich und erkämpft sich weiter Anerkennung, wird nun in der Buchbranche auch wahrgenommen und besser gefördert als noch vor einigen Jahren. Viele der Bücher haben eine hohe Qualität und packende, fantastische Geschichten, die sich keinesfalls hinter Verlagsbüchern verstecken müssen. „Unstern“ ist so eines dieser Bücher. Es ist fesselnd, spannend, hat einen wunderbaren Weltenbau, clevere Charaktere, interessante Geheimnisse und das gewisse Etwas. Der Schreibstil von Katrin Ils ist mir auch sehr positiv aufgefallen. Flüssig, wortgewandt mit präzisen Beschreibungen und lebhaften Bildern.

Wie sie die Geschichte aufbaut, in die Welt einführt und wie die Geschichte an Spannung aufnimmt und einen bis zum Ende nicht mehr loslässt, ist einfach sehr gut gelungen. Wie gut, dass der zweite Band „Flammendunkel“ auch schon in meinem Besitz weilt, denn ich möchte gleich weiterlesen und mehr Abenteuer mit Kerra erleben.

Fazit:

Düstere, spannende Fantasy ohne Liebesgedöns und trotzdem auch emotional packend. Moralische Dilemma, zwielichtige Verbrecher, Geheimnisse und die sympathische Protagonistin Kerra entführen uns in die Stadt Alat. Es fällt schwer, das Buch wegzulegen, wenn man einmal abgetaucht ist. Ich will definitv von Unstern und Katrin Ils lesen.

Das Buch würde ich allen ans Herz legen, die gerne Dark Fantasy lesen, lebendige Großstädte, Schurken, dreidimensionale Charaktere ohne Heldenkomplex und übertriebene Superkräfte mögen. Auch Leser*innen, die sich bisher nicht an Dark Fantasy oder Selfpublisher oder beides getraut haben, können beruhigt zugreifen.

Weiter Meinungen:


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[Rezension] The Ending von Iain Reid

[Rezension] The Ending von Iain Reid

[Rezension] The Ending von Iain Reid

Diesen Thriller habe ich mir bei arvelle mitbestellt, weil ich fand, dass er interessant klang. „Du wirst dich fürchten und du wirst nicht wissen, warum“ und „Für Fans von Stephen King und Alfred Hitchcock“ hat mich neugierig gemacht. Ich war sehr überrascht, dass das Buch so dünn war, aber so habe ich es direkt an einem Tag durchlesen können.


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  • Autor: Iain Reid, übersetzt von Anke Kreutzer und Eberhardt Kreutzer
  • Titel: The Ending
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Psychothriller
  • 240 Seiten, Broschiert: 14,99€ | Ebook: 12,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Jake fährt mit seiner Freundin durch verschneite Täler und Dörfer, um seine Eltern zu besuchen. Die beiden sind erst seit kurzer Zeit zusammen und die Freundin, denkt heimlich daran, Schluss mit Jake zu machen. Sie verschweigt ihm außerdem die Anrufe eines mysteriösen Stalkers. Unbehagen liegt in der Luft, doch was beide nicht wissen: Nach diesem Ausflug wird nichts mehr sein, wie zuvor.


Meine Meinung:

Das Buch liest sich aufgrund seiner Kürze sehr schnell, der Schreibstil ist flüssig. Die Kapitel sind durch kurze, kursive Gespräche unterteilt, die nach den Ereignissen des Buches spielen. Zwei unbeteiligte unterhalten sich, man erhält Andeutungen auf das, was noch geschehen wird.

Das soll die Leser*in kitzeln, reizen und locken. Weiterzulesen und weiterzustöbern. Anfangs hat das noch funktioniert, ab der zweiten Hälfte, haben mir diese Gespräche zu viel vorweggenommen.

Die Beklemmung mit jemandem im Auto zu sitzen, mit dem man Schluss machen möchte, wird uns denke ich, allen klar. Ein Pärchen, auf dem Weg zu seinen Eltern. Einsame Straßen, ländliche Einsamkeit. Eine perfekte Kulisse für eine sich zuspitzende Lage. Leider spitzt sie sich nicht zu? Ich fand die Gespräche der beiden interessant, philosophisch und nachdenklich. Ich glaube, auch hieraus kann man bereits viele Hinweise auf den Verlauf der Geschichte ziehen, wenngleich sie viel subtiler sind als die kursiven Dialoge am Ende der Kapitel.

Es endet in einer Katastrophe

Die Auflösung war denkbar unspektakulär. Was ich bereits als Lösung erahnt hatte, trat auch genau so ein. Auch die Darbietung war mir zu konfus, zu unlogisch. Das Handeln der Charaktere hat für mich keinen Sinn ergeben und deswegen wurde umso klarer, worauf es hinauslaufen wird. Ziemlich lahm – meiner Meinung nach – und nicht zeitgemäß. Es macht mich eher wütend. Ich habe extra geschaut, wann das Buch erschienen ist. 2016. Also eigentlich keine Entschuldigung für so einen unspektakulären Abschluss.

Zumal das Verhalten der Charaktere sehr unlogisch war. Das Finale sollte spannend, beklemmend sein, war aber zu konfus, zu aberwitzig, um mich zu fesseln. Ich habe die letzten fünfzig Seiten eher überflogen, um einfach zu wissen, wie es jetzt ausgeht. Wenn man googlet, scheinen auch viele Leute nicht kapiert zu haben, was geschehen ist. Trotzdem fallen viele Rezensionen zum Buch positiver aus als meine.

Iain Reid hat – in meinen Augen – bei dem Versuch einen philosophischen, für die grauen Zellen anspruchsvollen Psychothriller mit subtilem Horror zu gestalten, ziemlich versagt. Deswegen bin ich froh, dass ich das Buch vergünstigt bei arvelle gekauft habe und nicht zum vollen Preis. Denn das ist eines der wenigen Bücher, das ich lieber in die Tonne statt in den Bücherschrank stecken würde.

Um doch noch was Gutes zu sagen: Das Cover finde ich cool.

Rage-Babsi

Deswegen kommt hier ein kleiner spoilernder Rant, den ich in weißer Schrift halte. Markiert den Abschnitt, um ihn zu lesen. Wenn ihr euch nicht spoilern wollt, lest einfach unten weiter.

Spoiler Anfang:

Wow, wie lahm. Ich habe nach dem Ende direkt nach der Jahreszahl geschaut. Um vielleicht eine Entschuldigung zu finden, für die lahmste Ausrede nach „Alles war ein Traum.“ Natürlich: multiple Persönlichkeiten. Die Freundin, Jake, die Eltern, das alles existiert gar nicht wirklich, das sind alles Erinnerungen gemischt mit sich selbstständig machenden Persönlichkeiten. Um dem Wahnsinn zu entkommen, rammt er sich Kleiderbügel in den Hals. Tolles Ende. Danke für Nichts.

Am Ende als Jake ins Schulgebäude geht um den Mann zu verfolgen und die Freundin ihm folgt, ist jegliche Logik bereits auf der Strecke geblieben. Dass sie dort halten, die Verfolgung mit dem seltsamen Hausmeister, das macht keinen Sinn und das als Leser*in zu wissen, hat zumindest meine Spannung unter den Nullpunkt getrieben. Ich habe die Seiten mehr gelangweilt überflogen als es eigentlich am spannendsten bleiben sollte.

Psychische Erkrankungen als Plot Device, keine Hilfestellung, Selbstmord als „beste und einzige Lösung“. Beschisssener kann man ein Buch nicht beenden. Je mehr ich darüber nachdenke, desto wütender bin ich auf dieses Ende. Nicht mal die Umsetzung ist besonders gut gelungen. Schon beim Besuch bei den Eltern wird klar, dass eigentlich niemand in dem Buch mehr psychisch gesund ist. Wir haben eine unzuverlässige Erzählerin, die auch kaum den Anschein erwägt, eine eigenständige Person zu sein. Man ahnt es bereits. Auch die Mutter ist/war psychisch krank, alle waren irgendwie irgendwo psychisch krank und das soll den Horror des Buches bilden.

Eine wunderbare Message, oder?

Spoiler Ende.

Fazit:

Die interessanten, nachdenklichen Dialoge trösten nicht über die verpassten Chancen, die fehlende Spannung und die katastrophale Auflösung machen es nicht besser. Dieser Psychothriller hatte schlecht geliefertes „Psycho“, sehr wenig „Thriller“ und konnte mich so gar nicht überzeugen. Das unfassbar schlechte Ende reißt mich nicht vom Hocker, sondern macht mich einfach nur wütend. Reinfall!

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Ruin and Rising von Leigh Bardugo

[Rezension] Ruin and Rising von Leigh Bardugo

[Rezension] Ruin and Rising von Leigh Bardugo

Ich freue mich, dass ich diese Reihe beenden konnte. Abgeschlossene Reihen erfüllen mich immer irgendwie mit Zufriedenheit und Wehmut. Zufriedenheit, weil die Geschichte beendet und die Fragen geklärt sind. Wehmut, weil die Geschichte, die einen über mehrere Bücher gefesselt hat, die Reise mit den Charakteren nun zu Ende ist. Konnte mich das Finale der Grischa Trilogie überzeugen?

Da ich hier über das dritte Buch der Reihe spreche, kann es sein, dass ich gewisse Dinge aus Band 1 und 2 spoilere.


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  • Autorin: Leigh Bardugo
  • Titel: Ruin and Rising (auf deutsch: Grischa – Lodernde Schwingen)
  • Genre: Jugendbuch, Fantasy
  • 384 Seiten, TB(eng): 16,56 | geb.(dt): 14,48€
  • Ruin and Rising auf amazon* kaufen | engl. Taschenbuch Schuber auf amazon* kaufen

Worum geht’s?
Nach einer Niederlage gegen den Dunklen erholen sich die Sonnenbeschwörerin Alina und ihre Verbündeten in einer unterirdischen Kapelle umringt von Pilgern und Gläubigen. Sie sehen in Alina eine Heilige, die ihnen den Weg aus der Dunkelheit leuchten kann. Aber die Wunden der letzten Schlacht sind tief und der letzte Verstärker, der sagenumwobene Feuervogel, scheint ferner denn je. Der Dunkle zieht alle Register, um Alina aus der Reserve zu locken und sie werden sich wieder begegnen – im alles entscheidenden Kampf.


~Videorezension folgt~

Meine Meinung:

Das Ende von Band 2 schließt mit einer düsteren Aussicht. Ebenso trist und erdrückend beginnt Band 3. Das Leben untertage fühlt sich zäh und anstrengend an und leider liest es sich auch so. Nicht nur die Protagonisten atmen erleichtert auf, wenn die unterirdischen Tunnel hinter ihnen liegen.

Leider muss ich sagen, dass die Spannung in Band 3 durch die berechenbaren Plottwists durchaus gelitten hat. Es läuft seit dem zweiten Band nach demselben Schema ab: Alina und Verbündete machen einen Plan. Der Dunkle funkt dazwischen. Alina und Verbündete müssen viel opfern, um zu entkommen. Und wieder von vorne. Natürlich ist es interessanter von missglückten Plänen und Täuschungen zu lesen, aber für mich als Leserin wurde es absolut berechenbar. Oftmals waren die Reisen von Plotpunkt zu Plotpunkt auch etwas schleppend verbunden. Ich glaube, das war in Band 1 und Band 2 auch schon so, aber in Band 3 ist er mir erst so richtig aufgefallen.

Für mich die beste Stelle im Buch war im Bergversteck – mit Genya und dem König, dem intensiven Gespräch mit Baghra, der resultierende Kampf und seine Konsequenzen. Der Endkampf dagegen schien aus irgendeinem Grund weniger dynamisch, konstruierter. Irgendwie wusste ich bereits, dass der Dunkle wieder einen Schritt voraus sein würde. Dennoch war das letzte Gefecht zwischen Alina und dem Dunklen dramatisch und emotional – vor allem der letzte Moment. Dennoch konnten mich die Ereignisse nicht so packen wie die Mitte.

Mal und Alina kommen sich im dritten Band endlich näher, ihre tiefe Verbindung wird deutlich und ihre Kabbeleien sind niedlich, lockern die düstere Stimmung im Buch auf und sind süß. Aber Mal wird trotz Heldenmuts und Entschlossenheit von Prinz Nikolai und Antagonist dem Dunklen komplett ausgeblendet. Die beiden anderen Herren sind wesentlich interessanter. Ich konnte in der ganzen Trilogie kaum eine Bindung zu Mal aufbauen. Alina hatte einen schlechten Start, wuchs mir aber dennoch ans Herz. Sie musste viel leiden, durchmachen, sich ihren eigenen Dämonen stellen. Mal musste das auch und trotzdem war er für mich nur ein blasser Schatten im Gegensatz zu den anderen, spannenden Nebencharakteren (Harshaw und Oncat!).

Gutes Ende? Schlechtes Ende?

Das Ende war für mich wirklich rund und stimmig. Es hat mir sehr gut gefallen und so oder so ähnlich hätte ich es wohl auch geschrieben. Wenngleich mich eine Entscheidung doch etwas nachdenklich gestimmt hat. Andererseits hat Leigh Bardugo ihre Charaktere während der ganzen Reihe genug malträtiert, sodass ich das guten Gewissens absegnen kann. Der Epilog ist etwas unspektakulär, aber ich bin sehr gespannt auf die versprochenen Easter Eggs und Andeutungen auf die Grischa-Trilogie in den Folgebüchern.

Ich wiederhole mich…

Ja, das habe ich bei den letzten beiden Teilen der Reihe auch schon angemerkt, aber: Leigh Bardugos Weltenbau, die Folklore, die mythischen Elemente, die feinen Andeutungen. All das finde ich wunderbar und spannend. Am liebsten würde ich die Welt von Ravka und Co. selbst erkunden, ihre Wunder kennen lernen. Mir gefällt, dass sie trotz dem starken Fokus auf Alina nie den Rest der Welt und Gesellschaft aus den Augen verliert. Dass nie etwas gut ist, ohne ein „Aber“ zu haben. Die Nebencharaktere sprudeln und die vielen Geschichten, die man noch erzählen könnte, machen die Grischa Welt für mich zu etwas ganz Besonderem.

Ich bin jedenfalls froh diese Trilogie gelesen zu haben. Auch wenn es nicht die beste Reihe war, die ich jemals gelesen habe und manche Kapitel etwas zäh waren. Umso gespannter bin ich auf das vielgelobte „Lied der Krähen“, das in der selben Welt spielt. Mein Eindruck war, dass diese Trilogie in puncto Ideen, Worldbuilding und Schreibstil schon vieles richtig gemacht hat. Aber das Pacing, das Erzähltempo und die gewählten Schwerpunkte waren etwas krumm. Das sind Übungs- und Erfahrungswerte. Leigh Bardugo hat auch gezeigt, dass sie tolle Charaktere zeichnen kann. Wenn sie diese jetzt noch in den Fokus rückt, kann kaum noch etwas schief gehen.

Mein Fazit:

Ein runder Abschluss für die Trilogie. Das Buch hatte seine Längen, der letzte Kampf fiel weniger episch und dramatisch aus als einige Schlachten in der Mitte des Buches. Der Dunkle überstrahlt mit seinem Charakter unsere Helden, aber die Welt und die Nebencharaktere machen Lust auf mehr. Nichtsdestotrotz eine gute und solide Fantasy Jugendbuchreihe mit einzigartigem Worldbuilding und viel Liebe zum Detail. Leigh Bardugos Schreibstil überzeugt, die Geschwindigkeit der Geschichte dürfte ruhig noch etwas anziehen.

Weitere Meinungen:

 


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[Rezension] Der Insasse von Sebastian Fitzek

[Rezension] Der Insasse von Sebastian Fitzek

[Rezension] Der Insasse von Sebastian Fitzek

Das Paket“ von Sebastian Fitzek hat mir ja eher solala gefallen, die alten, hochgelobten Bücher habe ich (noch) nicht gelesen. Das neue Buch weckte aber nicht nur aufgrund der Thematik mein Interesse. Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Leseraktion, bei der Leser*innen gemeinsam mit Sebastian Fitzek in einer Psychiatrie „eingesperrt“ werden sollten. Nach haufenweise Kritik wurde das Event in ein Hotel verlegt. Nun ist das nicht Fitzeks erstes Buch rund um Psychiatrie, Psychologen und Psychopathen. Aber ich wollte es lesen, auch um mir ein Bild zu machen. Als angehende Psychologin bin ich vielleicht etwas sensibler bezüglich der Darstellung ebenjener. Weil meine Berufsgruppe nicht unbedingt den besten Ruf hat.


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  • Autor: Sebastian Fitzek
  • Titel: Der Insasse
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Psychothriller
  • 377 Seiten, limitierte Sonderausgabe, geb.: 22,99€ | Ebook: 14,99€
  • auf amazon* kaufen

Worum geht’s?
Der Kindermörder Tramnitz plädiert auf nicht zurechnungsfähig und wird anstatt ins Gefängnis in eine forensische Psychiatrie gesperrt. Doch seinen letzten Mord am kleinen Max – und wo er dessen Leiche verscharrt hat, bleiben sein Geheimnis. Till Bentow, der Vater des Jungen, kann keine Ruhe finden, bis er weiß, was mit seinem Sohn passiert ist. Also übernimmt er die Identität eines Toten und lässt sich selbst einweisen. Doch in der Anstalt spielt jeder sein eigenes Spiel und die Türen nach draußen sind fest verschlossen.


Meine Meinung:

Die Prämisse des Buches verspricht Hochspannung in bedrohlicher, beklemmender Atmosphäre. Und die bekommt man auch!

Das Buch reißt einen von Anfang an mit. Fitzeks klarer, unverblümter Schreibstil und der gekonnte Perspektivenwechsel ziehen einen in die Geschichte. Wenn es um Kinder geht, ist es immer besonders schlimm. Vor allem die Ungewissheit, die größte Angst, das größte Unglück.

Till Bentow handelt verrückt und doch nachvollziehbar. Wir können ihn verstehen und hoffen mit ihm, dass sein aberwitziger Plan klappt.

Die dubiosen Machenschaften und Tändeleien in den Mauern der Steinklinik erschweren die Suche nach Antworten. Alle möglichen menschlichen Abgründe offenbaren sich. Es schmerzt, zu lesen und es schmerzt, die Verletzungen und Misshandlungen mitzuerleben.

Splatter kann Fitzek!

Die blutigen, gewaltsamen Beschreibungen kommen wie immer nicht zu kurz. Sebastian Fitzek zeigt, warum er Psychothriller schreibt, wobei manche Szenen für mich durchaus auch Horror-Genre-reif wären. Sie tragen zur Spannung bei, auch wenn in „Der Insasse“ auch die Geschichte überzeugt.

Während ich bei „Das Paket“ relativ gleichgültig durchblätterte, litt ich Qualen mit den Figuren. War wütend und schockiert, emotional involviert. Gewisse Dinge, z.B. Fingernägel oder Verbrennungen lösen bei mir immer eine richtige Gänsehaut aus. Für zarte Gemüter ist das Nichts!

Yay, gute Psychologen!

Was mich immer freut, ist, wenn Psycholog*innen und Psychiater*innen nicht als blutrünstige kalkulierende Teufel dargestellt werden. Mit Frau Sänger hat Sebastian Fitzek zumindest eine sympathische und kompetente Figur aus dieser Berufsgruppe, wenngleich die Ärztekollegen sich nicht mit Ruhm bekleckern.

Der Antagonist Guido Tramnitz war ein wirklich widerlicher, unmenschlicher Zeitgenosse, der sich durch sein Kalkül und seine barbarische Freude am Leid anderer, von seinen Mitpatient*innen abhob.

Auch das finde ich, im Lichte der vorherrschenden Stigmatisierung psychischer Erkrankungen, unfassbar wichtig.

Tramnitz Ränkespiel, die hohe Emotionalität der Geschichte und das Verwirrspiel taten ihre Wirkung. Das Buch war hochspannend, von der ersten bis zur letzten Seite. Vor allem das Finale hat nochmal reingehauen. Nervlich aufreibend!

Klitzekleine Kritikpunkte…

Letztlich bin ich nur nicht komplett vom Hocker gerissen, weil das Ende für mich zu simpel war. Der unzuverlässige Erzähler ist ein beliebtes Stilmittel, aber letztlich kam die Auflösung nicht sonderlich schockierend, sondern wirkte irgendwie… lahm? Zu Einfach? Es ging zu schnell und wirkte für meinen Geschmack zu sehr nach deus ex machina. Auch die Parts mit Ricarda blieben für mich unangenehm offen. Natürlich sollte es nur angedeutet werden, aber es war mir trotzdem nicht greifbar genug.

Die Aufmachung des Buches inkl. rotem Buchschnitt und Gummizellenhaptik und auch die kreative Danksagung sind aber definitiv auch noch positiv zu erwähnen. Sehr cool!

Ich denke zwar immer noch, dass man beim Marketing etwas sensibler mit dem Thema Psychiatrie hätte umgehen sollen. Auch weil die Einrichtung im Buch weit entfernt von einem Horrrorschauerpalast war.

Fazit:

Hochspannend, emotional und beklemmend hat dieses Buch alles, was einen guten Psychothriller ausmacht. Im Vergleich zu „Das Paket“ hat Fitzek mich hier weitaus mehr von sich überzeugt. Ein gelungener Pageturner mit heftiger Thematik, der durchgehend spannend ist.

4,5seesterne

Weitere Meinungen:
[Rezension] Siege and Storm von Leigh Bardugo

[Rezension] Siege and Storm von Leigh Bardugo

[Rezension] Siege and Storm von Leigh Bardugo

Endlich habe ich den zweiten Band der Grischa Trilogie gelesen! Den ersten Band „Shadow and Bone“ habe ich bereits rezensiert und hatte nun Lust und Zeit, den zweiten Band zu lesen. Die Grischa Trilogie um Alina spielt zeitlich vor dem bekannten „Das Lied der Krähen“ und man muss die drei Bücher nicht gelesen haben, um die Krähen Dilogie zu verstehen. Allerdings gibt es einige Andeutungen und Bezüge. Außerdem ist im neuesten Grishaverse Ableger „King of Scars“ Nikolai der Protagonist, der das erste Mal in Siege and Storm auftritt.
Ich habe das Buch auf Englisch gelesen.


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  • Autorin: Leigh Bardugo
  • Titel: Siege and Storm (auf deutsch: Grischa – Eisige Wellen)
  • Genre: Jugendbuch, Fantasy
  • 416 Seiten, TB(eng): 12,22 | TB(dt): 8,99€
  • Siege and Storm auf amazon* kaufen | engl. Taschenbuch Schuber auf amazon* kaufen

Worum geht’s?
Sonnenbeschwörerin Alina ist mit ihrem Sandkastenfreund und großen Liebe Mal auf der Flucht aus Ravka. Doch bald erreichen sie schlechte Neuigkeiten: Der Dunkle hat ihre letzte Konfrontation überlebt und sucht nach Alina. Denn sie ist sein Schlüssel zu unermesslicher Macht. Gemeinsam mit dem mysteriösen Pirat Seefahrer Sturmhund befahren sie gefährliche Gewässer, hören von einem Kult um die Sonnenbeschwörerin und müssen sich dem Chaos stellen, dass ihr Gefecht mit dem Dunklen in Ravka und den umliegenden Ländern ausgelöst hat.


Meine Meinung:

Das Buch beginnt turbulent und wirft Alina und Mal gleich ins Abenteuer. Die Konfrontation mit ihren Feinden, die Schifffahrt mit dem Sturmhund und seiner Crew und die turbulente Jagd auf die Seeschlange ließen die Seiten am Anfang nur so vorbeifliegen.

So spannend und kess die Kapitel des Sturmhunds waren, mit Auftritt Nikolais und der Rückkehr zum Königshof schlief die Geschichte ein bisschen ein. Politische Entwicklungen, die religiösen Ausmaße und Alinas Kampf mit ihrer Rolle als „Erlöserin“/“Heilige“ waren interessant, zogen sich aber ein bisschen. Die mittlere Hälfte des Buches hat den frischen Wind des Anfangs verloren. Die Beziehungskriselei aufgrund mangelnder Konversation und Gespräche, die widersprüchlichen Gefühle – das war irgendwie nervig, wirkte zu unbedrohlich, um wirklich zu fesseln.

Die Gespräche und Dialoge waren aber mit Humor und Wortwitz gespickt, auch Charaktere wie Tamar und Tolya waren interessant. Leider blieben die Nebencharaktere wieder etwas zu sehr am Rand, sodass man sie nicht wirklich kennen lernen konnten. An vielen Stellen hätte ich mir mehr von Alinas Temperament gewünscht, mehr Gegenwind, mehr Schmackes.

Es flaut ab…

So dümpelte das Buch eine Weile vor sich hin, bis schließlich das Finale kam wie ein Knall. Recht plötzlich und unerwartet wurde es wieder ernst. Der Sturm brach über unsere verdatterten Charaktere herein und griff die Spannung des Anfangs wieder auf. Dennoch war mir das Ende an vielen Stellen zu schnell und schludrig beschrieben. Am Anfang war Zeit für imposante und gut choreografierte Kämpfe, am Ende wirkte alles etwas durcheinander. Nichtsdestotrotz hat das Ende mich wieder gepackt.

Es war spät, ich wollte schlafen und musste aber wissen, wie Band 2 endet. Natürlich – in Erwartung des dritten Teils – offen. Zum Glück kein Cliffhanger des Todes, aber eben doch ungeklärt genug, um mich gleich am nächsten Morgen zu Band 3 greifen zu lassen.

„Grischa 2 – Siege and Storm“ hat an einigen Stellen Fortschritte zum ersten Teil gemacht, an anderen dieselben „Fehler“ wiederholt. Zu viel Geplänkel am Hof, zu viel nervige Kabbeleien. Gut war die Charakterentwicklung, die Dynamik der Welt und dass Handlungen Konsequenzen hatten. Fehler wurden gemacht, es lief nicht immer glatt und wenn, dann so glatt, dass die Charaktere kräftig ausrutschten.

Ich bin nach wie vor begeistert von dem Taschenbuch-Schuber. Nicht nur, dass ich die Aufmachung und die beigelegte Karte total schön finde, auch das Zusatzmaterial hinten ist den Kauf definitiv wert. Eine Kurzgeschichte aus Genyas Sicht und ein interessantes Interview mit Leigh Bardugo finden sich in dieser Ausgabe der Bücher. In Band 3 werden wir den wahren Namen des Dunklen erfahren und es ist leider nicht Hubert!

Fazit:

Ein würdiger Nachfolger für den spannenden ersten Band. Politisches Ränkespiel, die lebendige Welt und ihre dynamische Entwicklung trösten über nervige Liebesquärelen und Dreiecksbeziehungen hinweg. Alinas Charakterentwicklung wird deutlicher und auch der Dunkle hat seinen Charme als interessanter Gegenspieler nicht verloren. Leigh Bardugos flüssiger Schreibstil sorgt wieder für Sogwirkung, Schmunzeln und Wortwitz. Ein gelungenes und unterhaltsames Buch, das heiß auf das Finale der Trilogie macht.

Weitere Meinungen:

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[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

Auf jellybooks habe ich vorab eine XXL Leseprobe zu diesem Buch gelesen und war am Haken, obwohl ich „New Adult“ Büchern gegenüber sehr skeptisch bin. Auch der Klappentext klingt eigentlich nach Klischee hoch zehn. Aber die Leseprobe war gut, ich mochte den Schlagabtausch und so habe ich das Buch nach erscheinen bei Droemer Knaur angefragt und als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank!


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  • Autorin: Kati Wilde, übersetzt von Karla Lowen
  • Titel: Lost in a kiss
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Romantik, Erotik, New Adult
  • 412 Seiten, Paperback: 12,99€ | Ebook: 9,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Aspen wollte eigentlich mit ihrer besten Freundin Bethany und derem unausstehlichen Bruder Bram Urlaub machen, um den Uni Abschluss zu feiern. Aber als Bethany absagt und Aspen bittet, mit Bram den Urlaub durchzuziehen und ihrem Bruder zu verschweigen, dass sie selbst in Schwierigkeiten steckt, willigt Aspen ein. Der kontrollfreudige Bram ist überhaupt nicht begeistert von Aspen und ihrem Schweigen über seine Schwester. Sie beschließen jedoch das Kriegsbeil zu begraben und Bethany mit schönen Fotos aus dem Urlaub vielleicht aus der Reserve zu locken. Dabei kämpfen Aspen und Bram immer wieder in fiesen Wortgefechten und rufen um Bethany Willen immer neue Waffenruhen aus. Doch zwei so feurige Persönlichkeiten können nicht lange auf einem Fleck sein, ohne dass Funken fliegen und sprühen…


Meine Meinung:

Vorweg – Im Englischen lautet der Titel des Buches „Going nowhere fast“ und den finde ich persönlich so viel aussagekräftiger als den „deutschen“ Titel. Es ist schade, dass hier zugunsten eines nichtssagenden Titel entschieden wurde.

Dass Aspen und Bram gemeinsam den Urlaub durchziehen, obwohl Bethany abgesprungen ist und dieses Spiel durchziehen um sie doch noch herzulocken, finde ich ziemlich aus der Luft gegriffen, aber es ist die Prämisse, ohne die die Geschichte nicht funktionieren würde. Das Buch überzeugte mich durch die kratzbürstige Dynamik der beiden Protagonisten doch davon, weiterzulesen.

Aschenputtel und der dunkle Prinz

Wie die Prämisse schon sagt ist Bram reich, dominant und mag es, die Kontrolle über die Dinge zu haben. Viele Dinge, die ihn richtig ätzend machen. Er ist kein Sympathiebolzen, auch wenn seine schnippischen und zynischen Bemerkungen ihn ziemlich witzig machen. Rührend ist auch die Liebe und Besorgnis seiner Schwester gegenüber. Auch bei Aspen wird er eher zahm, zumindest wenn es ihr schlecht geht oder sie Probleme hat.

Aspen ist eine Kämpferin aus schwierigen Familienverhältnissen. Auch sie hat ein Mundwerk wie eine Rasierklinge und würde dennoch viel ertragen für die Menschen liebt. Weswegen sie auch Bethanys Geheimnis bewahrt und damit Brams Zorn auf sich zieht. Gleichzeitig hat sie (nachvollziehbare) Vorurteile gegenüber Brams Reichtum und hält ihn für einen lackierten Schnösel – und ganz unrecht hat sie damit auch nicht. Was mir auch gut gefallen hat, war das Aspen kein Mauerblümchen war, die beim Wort „Kondom“ in Ohnmacht fällt. Sie ist in ihrer sturen Art zwar manchmal etwas kindlich, aber dennoch eine Frau, die weiß, was sie will und was sie hat. Es ist erfrischend mal eine Protagonistin zu haben, die um ihre eigenen Reize weiß und nicht ständig in Gegenwart des hübschen Kerls denkt, dass sie viel zu hässlich und fett sei.

Die Beziehung der beiden basiert auf ihrer Hassliebe, Mikroaggressionen und körperlicher Anziehung. Denn die beiden beginnen, ihre Wut gegenüber dem anderen, körperlich zu, ähm… verarbeiten. Während der Geschichte lernen sie einander besser kennen und merken, dass hinter der Fassade des anderen viel mehr steckt, als anfangs geahnt.

NACHSITZEN bei Jen und mir!

Ich weiß, die Dramatik von Liebesgeschichten basiert oft darauf, dass Dinge nicht ausreichend kommuniziert werden. Aber es ist nicht weniger zum Haare raufen. Gerade als die beiden eigentlich schon körperlich miteinander vertraut sind und beginnen liebevoll miteinander umzugehen, hören sie auf, offen miteinander zu reden. Natürlich hat Aspen ihre Gründe Bethanys Geheimnis nicht zu verraten, aber Bram könnte Aspen durch Offenheit und Ehrlichkeit so viel Schmerz ersparen. Aber nein, sie bleiben sturköpfig. Uff.

Wer Jens und meine Kommunikations-Session auf dem Litcamp Hamburg besucht hat, weiß, dass ich es hasse, wenn Charaktere nicht miteinander reden. Konflikte, die auf Schweigen aufbauen, finde ich ausgelutscht, deswegen hat mich dieser Abschnitt im Buch auch extrem genervt. Ich wollte ständig ins Buch springen und beide ohrfeigen. Die Autorin hat gezeigt, dass die beiden auch streiten können, wenn sie miteinander reden. Zum Glück gibt es von dem Miteinander reden und Konflikte haben mehr als vom Schweigen und Konflikte haben.

Die Reibereien zwischen den beiden waren umso anziehender, das schlug sich auch in den Erotik-Szenen nieder. Wenngleich mich der inflationäre Gebrauch des Wortes „pussy“ auch ein bisschen gestört hat. Gute Sexszenen zu schreiben ist eine Kunst für sich (siehe Patzer, gesammelt von Desasterotik), aber die Autorin bzw. die Übersetzerin haben das gut gemeistert.

Verschlungen!

Aber da hatte es die Autorin Kati Wilde schon geschafft. Ihr Schreibstil, ihre Art die Geschichte zu erzählen, das sanfte Einstreuen von Hinweisen auf die Geheimnisse und auch Bethanys Schicksal. Das Buch lässt sich angenehm lesen und man ist immer neugierig, was geschieht. Ob Bram und Aspen die Kurve bekommen, wie sie leidenschaftlich rumknutschen, sich wieder zerstreiten. Kanu durch Stromschnellen fahren, Motorradtour mit Aspens Cousin. Es war mächtig was los.

Meiner Meinung hätte es weniger von Brams Luxusgetue sein müssen. Denn er wird mit dem Fortschritt des Buches sympathischer. Seinen Reichtum und Einfluss weniger zu betonen, hätte seine Sympathie meiner Meinung nach geholfen. Genau wie es gereicht hätte, seinen muskulösen Körperbau ein oder zweimal zu betonen. Aber das ist eben typisch Erotik/New Adult, damit muss ich leben, wenn ich mir solche Bücher aussuche.

Mir haben auch die Nebencharaktere Bethany und Murphy gut gefallen. Murphy wegen seiner direkten, humorvollen Art und Bethany weil sie trotz wenigen direkten Auftritten im Buch für mehr Komplexität und Tiefe in der Geschichte gesorgt hat. Auch der Schluss mit seinen Wendungen und Ergebnissen hat mir gut gefallen und die Beziehungen im Buch in ein anderes Licht getaucht.

 

Fazit:

Auch wenn das Buch einige Klischees bedient – reicher Typ mit Beschützerinstink und toughes Mädchen aus armen Verhältnissen – konnte mich die Geschichte in ihren Bann ziehen. Die Wortgefechte, die Reibereien und die Dynamik des „Blechmanns“ und dem „Mädchen mit dem schlechten Einfluss“ haben mir gut gefallen. Hier und da hätte ein bisschen weniger Klischee gut getan, aber die Charakterentwicklung der beiden hat mich berührt. Letztlich gibt es zwar einige Kritikpunkte, aber das ist Kritisiern auf hohem Niveau, denn im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Weitere Meinungen:

 


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[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

Huch?

Was ist das denn für ein ungewohnter Anblick? Ja – auch ich habe so meine Guilty Pleasure Reads. Um dieses Buch bin ich sooo lange rumgeschlichen und als die Dilogie um die toughen Seemänner bei uns im Buchladen in der Rabattkiste auftauchte, konnte ich nicht anders als zuzuschnappen.

 


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  • Autorin: Kresley Cole, übersetzt von Barbara Först
  • Titel: Die Geliebte des Captains (Sutherland Brothers 1)
  • Verlag: LYX (Bastei Lübbe)
  • Genre: historische Romanze/Erotik
  • 416 Seiten, Taschenbuch: 9,99€ | Ebook: 8,99€
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Worum geht’s?
Nicole Lassiters Vater und der Erbe einer Handelsfirma und Kapitän eines großen Schiffes Derek Sutherland sind erbitterte Rivalen. Als Nicoles Vater inhaftiert wird, ist für Nicole klar, dass sie an seiner Stelle ein großes Schiffsrennen nach Sydney bestreiten wird. Das Preisgeld können sie – aber auch Derek Sutherland, der mit seiner Familie im Streit liegt – gut gebrauchen. Auf rauer See kommen sich Derek und Nicole immer wieder in die Quere, zwischen ihnen knistert und knallt es gleichermaßen. Doch jemand scheint an beiden Schiffen Sabotage zu betreiben und bald steht Nicoles Leben auf dem Spiel. Können Derek und sie sich zusammenraufen oder ist die Kluft zwischen ihnen tiefer als der Ozean?


Meine Meinung:

Titel, Aufmachung, Inhaltsangabe und Verlag lassen auf eine seichte Romanze mit Erotik-Anteilen schließen. Früher habe ich die Lyx Bücher reihenweise verschlungen, heute bin ich wählerisch geworden. Mir gehen übergriffige Machos und charakterlose Frauenzimmer auf den Senkel. Eine Romanze zwischen zwei kratzbürstigen Schiffskapitänen klingt zumindest nach ein bisschen Abwechslung!

Seichte Gewässer

Ich hatte ehrlich gesagt wenig historische Elemente oder Schifffahrtskunst erwartet – meistens steht bei solchen Büchern die Beziehung im Vordergrund. Dennoch war ich von den verschiedenen Elementen und Beschreibungen der Schiffe positiv überrascht. Für meinen Geschmack hätte es davon ruhig noch mehr geben können, schließlich wurden tolle Städte wie Kapstadt auf der Rennstrecke bereist. Was das Setting und die Rahmenhandlung anging, kratzte das Buch leider nur an der Oberfläche.

Kresley Coles Schreibstil bzw. die Übersetzung ist jedoch gut gelungen. Das Buch lässt sich locker weglesen, bietet durch die verschiedenen Perspektiven von Nicole und Derek Abwechslung und unterhaltsame Einblicke in die Köpfe der beiden. Die Schiffsmanöver, Stürme und das Leben an Bord wurden – soweit ich das beurteilen kann – glaubhaft und gut beschrieben. Man fühlte sich als wäre man mit den Protagonisten an Bord. Manchmal hätte ich mir beim Einstreuen der Informationen, Andeutungen bezüglich der Sabotagen und Schuldfragen etwas mehr Cleverness gewünscht. Einiges wirkte einfach als käme es schwuppdiwupp aus dem Nichts.

Widerborstig

Natürlich knisterte die Luft zwischen den beiden Rivalen Nicole und Derek. Es war ein Hin- und Her, ein Tauziehen und Kräftemessen. Ich mochte die Entwicklung der Beziehung der beiden. Von distanzierten Kabbeleien, hin zu vertrauten Momenten. Natürlich war die magische Anziehungskraft und Faszination von Anfang an da – aber das hätte es meiner Meinung nach gar nicht unbedingt gebraucht.

Nicole Lassiter fiel angenehm als hitzköpfige und sture Frau auf, die dem wortkargen Derek, oftmals die Leviten ließ. Auch, wenn das Buch die Rollenbilder des starken Mannes und der zarten Frau, beibehält, war Nicole auf ihre Weise eine starke Figur mit eigenen Motiven und Beweggründen.

Derek Sutherland fand ich als Charakter spannend. Trotz selbstbewusstem Auftreten und Sturkopf, besaß er eine innerliche Zerrissenheit. Einerseits zeichnete ihn seine ungesunde Beziehung zum Alkohol, andererseits seine Familienkonflikte. Dass er sich selbst als Schuft und Taugenichts sah, verlieh seinem Charakter einen interessanten Zug. Dadurch war er mehr als Sixpack und Muskeln, was mir zugegeben, ganz gut gefallen hat. Auch wenn sein Verhalten Nicole gegenüber nicht immer ganz einwandfrei war, so nahm er Rücksicht auf ihre Bedürfnisse und Wünsche.

Die erotischen Szenen waren romantisch, sinnlich und deutlich beschrieben. Manche Formulierung und gewisse Synonyme („Rute„) sorgten bei mir aber eher für Rumoren als Kribbeln im Bauch. Aber das ist nunmal Geschmackssache.

Deus ex machina

Natürlich steht die Liebesgeschichte im Vordergrund. Dennoch wurden am Ende einige Probleme derart problemlos von Autorenhand gelöst, dass man durchaus die Stirn gerunzelt hat. Da bereits vereinzelt in der Geschichte Hinweise zu streuen, würde manche plötzliche Wendungen nicht ganz so unglaubwürdig wirken lassen.

Auch die Nebencharaktere und Umstände waren oft mehr klischeehaft konstruiert und sollten das historische Setting unterstreichen, als dass sie besonders gelungen umgesetzt waren. Ich würde mir zwar Geschichten wünschen, die all das mit einer ordentlichen Liebesgeschichten und heißen Sexszenen verbinden, aber irgendwie ist das eben eher selten. Von dem her konnte ich es verschmerzen, weil ich ohnehin keine allzu hohen Erwartungen hatte.

Fazit:

Jepp, das Buch ist eine seichte Erotikromanze mit historischem Seefahrttouch. Ein ideales Badewannen oder Feierabendbuch. Wer anspruchsvollen Tiefgang und historisch ausgefeilte Abenteuer möchte, der sollte hier nicht zugreifen. Dennoch konnten mich die Charaktere, das Setting und das abenteuerliche Rennen insgesamt von sich überzeugen. Für Abwechslung und leichte Lektüre zwischendurch ist das Buch bestens geeignet. Die Kabbeleien zwischen Nicole und Derek waren erheiternd, Abenteuer und Romantik hielten sich die Waage und es knisterte beim Lesen angenehm in der Luft. Das Buch hat meine Erwartungen erfüllt und der zweite Band über Dereks Bruder Grant liegt auch schon hier.

Weitere Meinungen:


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