Kategorie: Japan

[Rezension] Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden von Genki Kawamura

[Rezension] Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden von Genki Kawamura

Als ich dieses Buch in der Verlagsvorschau erblickt habe, wusste ich – das muss ich lesen! Japanischer Autor, bildschönes Cover und etwas mit Katzen. Das kann ja nur gut sein, oder? Vielen Dank an C.Bertelsmann & das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!

Genki  Kawamura: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden


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  • Autor: Genki Kawamura, übersetzt von Ursula Gräfe9783570103357_1508505235000_xxl
  • Titel: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden
  • Verlag: C. Bertelsmann
  • Genre: Erzählung, philosophisch; 190 Seiten
  • gebunden: 18€ | Ebook: 14,99€
  • auf amazon* anschauen

Worum geht’s?
Ein 30-jähriger Postbote bekommt eine Hiobsbotschaft: Er hat einen Hirntumor und nur noch wenige Zeit zu leben. Verzweifelt schleppt er sich zurück zu seiner Wohnung wo ihn ein Doppelgänger in Hawaiihemd und Shorts erwartet – der Teufel höchstpersönlich! Und der wartet mit einem scheinbar verlockenden Angebot auf – der Postbote kann leben. Für jeden Tag mehr Zeit, verschwindet jedoch etwas von der Welt. Kein Problem bei all dem unnützen Plunder der heutigen Gesellschaft… oder?


 Meine Meinung:

 

Was für eine Prämisse! Für mich ist der schlimmste Plan, den ein Erzbösewicht anstreben kann weder Weltherrschaft noch die totale Vernichtung der menschlichen Rasse – es wäre tatsächlich so etwas in die Art wie 20180526_172820„alle Katzen der Welt ausrotten“. Für mich also ein absolut gruseliger Gedanke.

Teufel in Büchern finde ich jedes Mal aufs Neue sehr spannend. Mir gefällt die Symbolik, die Rolle, die sie einnehmen. Auch hier ist der Teufel absolut sympathisch, schräg und putzig. Seine Absichten sind nicht per se böse, es ist mehr ein Wetten und Kabbeln mit Gott. Ein aberwitziger Konflikt, in den unser Protagonist hineingeworfen wird.

Er selbst hat eine vernichtende Diagnose bekommen und wie jeder von uns, lässt er sein Leben Revue passieren und möchte unbedingt einige Dinge erledigen, die ihm keine Ruhe lassen. Die Exfreundin nochmal treffen, die eiskalte Beziehung zu seinem Vater kitten, Dinge erleben, Filme sehen, Bücher lesen. Von großen Träumen und Abenteuern sieht er ab, ihm geht es viel mehr um die kleinen Dinge – die zwischenmenschlichen Beziehungen. Auch der Kater namens „Weißkohl“ (heimlicher Held des Buches) muss ja irgendwie versorgt werden. Oder will der Teufel im Austausch für einen Tag Leben irgendwann auch die Katzen verschwinden lassen? Katzen, die der verstorbenen Mutter des Protagonistin sehr viel bedeutet haben…

Generell sind die vorkommenden Charaktere alles andere als langweilige Platzhalter! Der Postbote, die Exfreundin, die Eltern, der Kater – alle wirken lebendig und liebevoll.

So tauchen wir in eine kurzweilige, philosophische Geschichte ein. Einen Mikrokosmos in einer beliebigen japanischen Stadt, in einem beliebigen Leben. Ein Einzelschicksal, das uns berührt und das uns irgendwie irgendwo selbst betrifft. Was würde ich tun, wenn ich nur noch wenige Tage zu leben hätte? Eine bedeutsame Frage, die in vielen Filmen und Büchern aufgegriffen und verarbeitet wurde. Dennoch bleibt das Buch von Genki Kawamura leicht, auch bei all der Nachdenklichkeit. Zwar wird einem manchmal ganz weh ums Herz, aber das Buch hat mich nicht runtergezogen. Es hat mich berührt, aber nicht in tiefe Trauer gestürzt.

Beim Lesen fühlte ich mich entspannt, geborgen und die Geschichte hat mich ein wenig geerdet, meine Zeit entschleunigt und mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Was wirklich wichtig ist, im Grunde unserer Herzens wissen wir das meist sehr gut. Aber ab und zu braucht es einen kleinen Stupser, um zu verstehen.20180525_224727

Ursula Gräfe hat es übrigens wunderbar geschafft die malerische japanische Sprache in ein ebenso schönes, sanftes Deutsch zu übersetzen. Das Buch liest sich vom Schreibstil wie eine leichte Frühlingsbrise und für mich macht sie einen wunderbaren Job!

Einziger Wermutstropfen sind für mich tatsächlich das Cover und der Preis. 18€ für knapp 200 Seiten erscheinen mir recht viel. Ich weiß nicht, ob ich das Buch tatsächlich direkt als gebundene Ausgabe gekauft hätte, wenn ich es nicht als Rezensionsexemplar bekommen hätte. Zusätzlich ist das Kirschblütencover zwar wunderschön, passt aber nicht wirklich zum Inhalt sondern nur zum Herkunftsland des Autors.

Die Geschichte ist anhand der Tage aufgebaut und direkt aus der Ich-Perspektive des Protagonisten erzählt.

Mein Fazit:

Ein malerisches und nachdenkliches Buch, das sich sehr angenehm liest. Das Thema und die Frage nach dem, was wirklich wichtig ist, sind nicht neu, aber dennoch ist Genki Kawamura mit dieser Geschichte ein sanftes, philosophisches Debüt gelungen. Es hat mich nicht komplett vom Hocker gehauen, aber ich habe es sehr gerne gelesen. Vor allem die liebevollen Charaktere und der schöne Erzählstil machen den Charme des Buches aus.

4seesterne

 

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Die Kieferninseln von Marion Poschmann

[Rezension] Die Kieferninseln von Marion Poschmann

Auf dieses Buch wurde ich durch den Deutschen Buchpreis 2017 aufmerksam. Meistens kann mich deutsche Literatur, die im Feuilleton diskutiert wird, nicht begeistern. Experimentelle, „hohe“ Literatur – so schön die Sprache ist, wenn die Geschichte öde ist, kann ich nichts damit anfangen. „Die Kieferninseln“ war eines der wenigen Bücher der Shortlist, die mich dennoch neugierig machte.

Durch das Portal NetGalley bekam ich freundlicherweise ein Ebook als Rezensionexemplar zur Verfügung gestellt.

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  • Autorin: Marion Poschmann
  • Titel: Die Kieferninseln
  • Verlag: Suhrkamp
  • Genre: Erzählung, Reise?
  • Gebunden*: 20€, Ebook*: 16,99€

Worum geht’s?
Gilbert bricht nach einem Traum überstürzt auf, lässt seine Frau zurück und macht sich auf den Weg nach Japan. Dort möchte er den Spuren des großen Dichters Basho folgen, dem malerischen Naturpfad hin zu den berühmten Kieferninseln folgen, um mit sich selbst und der Welt ins Reine zu kommen. Unterwegs begegnet er dem Studenten Yosa, den er vom Selbstmord abhalten kann. Gemeinsam reisen sie ein Stück des Weges und besuchen unter anderem den berüchtigten Aokigahara, ein Wald am Grunde des Bergs Fuji, in den sich besonders viele Leute zurückziehen um ihrem Leben ein Ende zu setzen.

 

Meine Meinung:

Die Geschichte klang melancholisch und interessant, obwohl mal wieder ein Herr mittleren Alters aufbricht weil er scheinbar eine midlife crisis hat. Ich liebe Japan und ich studiere Psychologie, weshalb mich Charaktere wie Yosa immer irgendwie interessieren und meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das Cover besticht durch ein simples, aber schönes Wellendesign im Stil des großen Malers Hokusai. Das Buch ist nicht besonders dick und ich habe es unterwegs auf meinem E-Reader gelesen.

Marion Poschmanns Schreibstil ist hochwertig, malerisch und

poetisch, lässt sich aber dennoch sehr gut lesen. Man merkt deutlich, dass man es nicht unbedingt mit reiner Unterhaltungsliteratur zu tun hat – spätestens wenn man auf die Seite stößt, auf der lauter Bäume aufgezählt werden. Dennoch verdreht man selten die Augen aufgrund überkandidelten Blablas.

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Hihi, das erinnert mich an meine verzweifelten Versuche im NaNoWriMo die 50.000 Wörter zu knacken.

Inhaltlich war ich ein wenig überrascht wie schnell und spontan Gilbert aufbrach und worüber er im Lichte seiner Situation nachdachte. Sein nüchterner und doch verträumter Blick auf die japanische Kultur beweist viel Fingerspitzengefühl und doch eine genaue Beobachtungsgabe. Immer wieder werden Anekdoten und Informationen über den Dichter Basho und die japanische Kultur eingestreut, die von guter Recherche bzw. Erfahrung der Autorin sprechen. Niemals wird dabei jedoch das Land der aufgehenden Sonne in den Dreck gezogen, es ist vielmehr eine Analyse und ein Vergleich mit der europäischen Kultur. Gilbert zieht für sich seine Schlüsse.

Der Student Yosa erscheint wie eine blasse, kümmerliche Gestalt, den Gilbert zumindest gedanklich weniger fürsorglich behandelt als vielleicht nötig, wenn man mit jemandem spricht, der sich auf die Gleise legen wollte. Dennoch bilden die beiden ein interessantes Gespann und es ergibt sich eine interessante Dynamik. Immer wieder sind kleine Haikus eingebaut, die die beiden dichten oder die vom großen Dichter Basho höchstselbst stammen.

Interessant ist auch das Forschungsthema zur Bartkultur, die Gilbert immer im Hinterkopf behält und dem Leser gerne einen Einblick in die verschiedenen Darstellungen und kulturellen Bedeutungen von Bärten gibt. Als Mitglied der BartBroAuthors war dies ein weiterer Punkt an dem Buch, der mich zum Schmunzeln brachte. Und ein wenig japanische Mystik kommt hinzu. Thematisch wäre das Buch also genau meins gewesen. Ganz überzeugen konnte es mich dennoch nicht. Die feine Sprache und die schöne Symbolik können manche Ungereimtheiten nicht überdecken. Gilberts Motive, seine Gedanken erschließen sich mir nicht wirklich – vielleicht weil wir sehr unterschiedliche Menschen sind. Letztlich lässt mich das Buch mit ein paar Fragen, einem Stirnrunzeln und ein wenig Fernweh zurück.Vielleicht habe ich auch irgendeine Symbolik nicht ganz verstanden, wer weiß.

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Fazit:

Es hat mich unterhalten, aber nicht von den Socken gehauen. Für mich war das Buch eine gelungene Abwechslung, ein poetischer Ausflug nach Japan, eine etwas andere Sicht auf das Land der Gegensätze. Die Sprache und die Erzählung sind wunderschön, aber die Geschichte an sich bleibt für mich ein wenig zu blass. Dennoch kann ich mir vorstellen, das Buch nochmal zu lesen, vielleicht um etwas mehr zu entdecken als beim ersten Lesen. Das Buch bekommt 3,5 Seesterne von mir.

3,5seesterne

Weitere Stimmen zum Buch:


 

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Reisetagebuch – Fukuoka: Dazaifu

Reisetagebuch – Fukuoka: Dazaifu

Fukuoka Dazaifu

Dazaifu liegt etwas Außerhalb von Fukuoka und beherbergt viele alte Tempel, wunderschöne Gärten und einiges an Fukuokas Geschichte.

Von Tenjin, dem Stadtzentrum, aus sind es mit der Bahnlinie nur ca. 20 Minuten, die Fahrt kostet ca. 230 Yen, also weniger als 2€.

Ein Tor gehört zu jedem richtigen Schrein
An Imposanz mangelt es dem Schrein nicht
Im Inneren des Tenmanguschreins

Dazaifu ist bekannt für seine vielen Tempel, allen voran den Tenmangu Schrein, in dem der Gott des Lernens sitzen soll. Der Tempel ist in ganz Japan bekannt und vor großen Prüfungen pilgern Studenten und Schüler oft nach Dazaifu, um für gute Noten zu beten.

Da gehen sie alle fleißig, um den Göttern ihren Respekt zu zollen

Der Tenmanguschrein wird umringt von traumhaften Gärten und ca. 6000 Pflaumenbäumen, deren Blüten ab Mitte Februar bis Mitte März von dunkelrosa bis weiß Blühen und einen traumhaften Duft versprühen.

Eine alte Legende besagt, dass einer der Bäume aus Kyoto nach Dazaifu geflogen ist, weil er seinem geliebten Priester folgen wollte, der nach Fukuoka berufen wurde.

Fliegende Bäume sind in Japan(ischen Geschichten) nicht ganz selten, also immer schön einen Regenschirm mitnehmen! 🙂

I believe I can fly~

Als großer Touristenmagnet gibt es eine Shoppingstraße mit Souvenirläden und die berühmten Dazaifu-Mochi, mit Süßerbohnenpaste (Anko) gefüllte Reisteigklöße. Ein Kloß kostet ca. 150 Yen.

Sehr schmackhaft. Beweis? Ich habe kein Foto davon, weil ich sie vorher immer aufgegessen habe! 😉

Die Gärten um den Tenmanguschrein sind ein Traum und definitiv einen Besuch wert

Mein Tipp für den Tenmangu Schrein und Dazaifus Zentrum: Morgenstund hat Gold im Mund. Ab Mittag wimmelt es bei gutem Wetter nur so von Touristen.

Ebenfalls in Dazaifu gelegen ist das Kyuushuu National Museum, dass die Geschichte Südjapans näher beleuchtet. Es gibt auch einen kostenlosen Austellungsraum über Asien, mit Instrumenten, verschiedenen Trachten und Spielen aus dem Östlichen Raum. Man darf im Inneren keine Fotos machen, aber wer sich ein bisschen für Geschichte interessiert, ist hier richtig. Es gibt einen kostenlosen englischen Audioguide und das Museum ist nett gestaltet. Man wird sogar aufgefordert, auf alte Glocken einzuklöppeln. ^_^

Seine Kinder kann man auch im Dazaifuland, einem niedlichen, kleinen Vergnüngungspark toben lassen.

Hier wäscht man sich die Hände bevor man den Schrein betritt.
Pflaumenblüten
Und nochmal Pflaumenblüten. (Unwissende so wie ich verwechseln sie gerne mit Kirschblüten bis sie eines Besseren belehrt werden. Tipp: Pflaumenblüten duften intensiv)

Der Tenmanguschrein ist nur das Zentrum von Dazaifu – andere Tempel und Schreine liegen in unmittelbarer Nähe. Direkt am Dazaifubahnhof gibt es ein kleines Touristenbüro mit englischen Karten und Informationsmaterial.

Ich liebe Dazaifu! Einfach ein wunderschönes Fleckchen Erde.

Reisetagebuch – Fukuoka: Ohori Park

Reisetagebuch – Fukuoka: Ohori Park

Fukuoka

Was ist das eigentlich für eine Stadt, in der ich mich momentan befinde?

Auf der südlichsten Insel Japans, Kyuushuu, recht nördlich zwischen Meer und Bergen liegt die Präfektur Fukuoka.

Fukuoka ist eine große und vor allem junge Stadt (60-70% weiblich) – mit großen Shoppingzentren, weitläufigen Stränden, vollgestopften Straßen und vielen, vielen Leuten.

Ich möchte euch die Stadt ein bisschen näher bringen und euch meine Lieblingsorte und interessante Plätze vorstellen.

Heute möchte ich euch den idyllischen Ohori Park zeigen.

Eine Oase mitten in der Stadt – mit prächtigen Koikarpfen im See, einer düsteren Insel voller große Vögel, die bei Nacht schaurig schön aussieht, einem klischeehaftschönen Pavillon und einer prächtigen Brücke.

Traumhaft ruhig… – Naja, fast. Umgeben von einer Joggingstrecke und Spielplätzen ist es doch nicht so friedlich, außer man begibt sich auf die Inselkette im See. Manchmal spielt dort jemand Gitarre, manchmal übt eine Schulband, manchmal krächzen wohlgenährte Krähen.

Im Winter sind der Pavillon und die Brücke übrigens traumhaft beleuchtet.

Aber seht selbst.

Reisetagebuch – Fukuoka zur Weihnachtszeit

Reisetagebuch – Fukuoka zur Weihnachtszeit

Wer glaubt, in Japan dem Weihnachtskitsch zu entkommen, ist vollkommen fehl am Platz.

Überall läuft Weihnachtsmusik in Endlosschleife und die Beleuchtung stellt so manchen wahnwitzigen Amerikaner, der sein Haus in ein einziges Stroboskop verwandelt, in den Schatten.

Es gibt sogar アドベンスカレンダー (Adventskalender) zu kaufen.

Es könnte einem auf die Nerven gehen, aber zumindest gibt es hier keinen Glühwein-Ballermann sondern einfach nur eine romantisch-schöne Stimmung. Auch ohne Schnee und bei 13°C.

Und wenn dann noch der süße Zug mit den hübschen Weihnachtsmännern und den strahlenden Kindern vorbei fährt.

Hach ja…

Tenjin: An dieser Uhr schneit es zu bestimmten Zeiten künstlichen Schnee
Hikaru Square

Disco Pyramide am Hikaru Square
Solaria Stage Einkaufszentrum
Brunnen am Strand beim Fukuoka Tower
Fukuoka Tower
Tschu-Tschu-Zug am Hikaru Square


Bilder aufgenommen in Fukuoka, Tenjin Hikaru Square, Solaria Plaza und Fukuoka Tower.

Reisetagebuch – Nagasaki Lantern Festival

Reisetagebuch – Nagasaki Lantern Festival

Im Rahmen eines Schulausflugs meiner Schule in Japan(GenkiJACS) sind wir zu dem berühmten Laternenfest in Nagasaki gefahren. (Leider mit einem recht ungünstigen Zeitrahmen von 14 bis 20 Uhr, womit wir so einige richtig tolle Shows verpasst haben.)

Auch wenn ich nicht alle Shows sehen konnte, das was ich gesehen habe war märchenhaft!

Doch was ist das für ein Fest? Und warum feiert man es? 

Nagasaki war schon immer eine strategisch wichtige Handelsstadt, durch seine Häfen und seine Nähe zu China und Korea. Deswegen gibt es auch einen hohen prozentualen Anteil nicht-japanischer Bevölkerung, vor allem Chinesen, die ihre eigene Chinatown errichteten. Kulinarisch, architektonisch und kulturell ein Stück Heimat. Die Chinesen feiern ihr Neujahr zu einem anderen Zeitpunkt als wir. Dazu schmückten sie in Chinatown alles mit Lampions und Laternen, beleuchteten die Gassen und Straßen und feiert die ganze Nacht hindurch. So ein schönes Spektakel blieb nicht lange für sich. Die magische Atmosphäre lockt seither Touristen und Besucher von weither. Bald breitete es sich über die ganze Stadt aus und ist seit 1994 als „Nagasaki Lantern Festival“ bekannt.

Während des Festivals sind die Straßen mit beeindruckenden Lampions und Laternen geschmückt, es gibt Straßenstände mit chinesischem Essen, Paraden, Konzerte Tänze und chinesische Akrobaten zu bestaunen. Die Straßen sind gut gefüllt mit Besuchern, vor allem nachts. Das Festival beginnt am 31. Januar und endet am 14. Februar und ist Nagasakis größtes Fest in der Wintersaison.

(Quellen: http://www.japan-guide.com/ad/nagasaki/ und http://www.at-nagasaki.jp/foreign/english/ranfes/)

 

 

 

 

 

Nagasaki ist eine vielfältige und bunte Stadt. Von den Atombomben des zweiten Weltkriegs sind außer Mahnmälern und Museen keine Spuren geblieben. Auch wenn die Beziehung China-Japan geschichtlich nicht gerade positiv geprägt ist, hier ist das Gefühl des Miteinanders wichtiger als alte Konflikte.  Die Stadt ist heute fröhlich und lebendig – und stolz auf ihr Multikulti.

Falls ihr die Gelegenheit habt, lasst euch dieses zauberhafte Stück China in Japan nicht entgehen!

Reisetagebuch – WWOOF

Reisetagebuch – WWOOF

Wenn ich alles in meinem Leben noch einmal machen könnte, würde ich von Anfang an meine Brillen bei Fielmann kaufen… Und mehr Zeit für WWOOFing einplanen!

Zwei Monate habe ich mit einer japanischen Familie zusammen gewohnt, gelebt und gearbeitet und die Erfahrungen und die Freundschaften, die ich dort aufgebaut habe, gehören definitiv zu meinen liebsten Erinnerungen.

Bevor ich ein bisschen über meine Zeit berichte, möchte ich aber erst einmal ausführlich erklären, was WWOOF ist.

Was ist WWOOF?

WWOOF, Worldwide Opportunities on Organic Farms, bedeutet im Deutschen wörtlich übersetzt: „Weltweite Gelegenheiten auf organischen Farmen“. Das ganze Projekt entstand 1971 in London und wurde von Sue Coppard ins Leben gerufen.

Auf Bauernhöfen und Farmen gibt es reichlich Arbeit und helfende Hände werden immer gebraucht.

Um den organischen Anbau voran zu treiben und die Farmer zu unterstützen überlegte sich Sue dieses Konzept. Klein angefangen wurde die Begeisterung für das Projekt stetig größer und immer mehr Leute schlossen sich an, boten ein Zimmer und Essen gegen Unterstützung.

Heute gibt es mehr als 50 verschiedene WWOOFs weltweit und beide Seiten, sowohl die Hosts(Gastgeber) als auch die WWOOFer(Freiwilligen) profitieren von der Arbeit.

Als WWoofer arbeitet man bei seiner Gastfamilie mit und erhält dafür ein Zimmer und Essen(und einen Haufen Erfahrungen), kein Geld.

Arbeitszeit und Einsatzgebiete variieren heute von klassischen Gemüsefarmen bis hin zu Schulen, Familienhostels und und und.

Wichtig: Man braucht kein spezielles Working Holiday Visum o.Ä., denn man erhält kein Geld für die Arbeit.

Quelle: wwoof.net

Wie funktioniert WWOOF?

Interessierte können sich auf allen WWOOF Seiten kostenlos informieren.

Haben sie sich ein Land ausgesucht, ist ein Mitgliedsbeitrag zu bezahlen, der einmalig ca. 50€ für eine einjährige Mitgliedschaft beträgt.

Erst angemeldet kann man sich die Gastfamilien, die zur Verfügung stehen, auch ansehen.

Die Profile sind umfangreich und beinhalten zahlreiche Informationen über die Familie und die Arbeit. Auch über ihre Lebenseinstellung und über die Wohnsituation – viele Familien möchten nämlich so organ wie möglich leben und ernähren sich vegetarisch oder haben keinen Fernseher.

Außerdem gibt es eine Liste der Sprachen, die die Gastfamilie spricht, eventuelle Haustiere und mitzubringende Gegenstände. Man sollte sich also Zeit nehmen die Profile genau zu lesen.

Hat man eine Familie gefunden, die einem zusagt, so sollte man zuerst einmal in Mailkontakt treten.

Viele Gastfamilien wollen WWoofer, die zumindest ein bisschen die Landessprache sprechen können oder Interesse am Lernen zeigen.

Hat die Gastfamilie ausdrücklich zugesagt und ist ein Termin ausgemacht, so kann man die Kontaktdaten anfordern.

Liste der Länder mit WWOOF Organisationen

Liste der Länder mit Gastfamilien, aber ohne eigene WWOOF Organisation

 

Meine Tipps:

  • Sprache: Auch wenn man die Landessprache nicht spricht, sollte man sich Mühe geben, so viel wie möglich davon zu benutzen. Viele Gastfamilien schreiben zwar, dass sie Englisch oder Sprache XY verstehen, bevorzugen aber doch letztendlich Leute, die die Landessprache ein bisschen können.
  • Planung: Die meisten Gastfamilien haben eine mehrtägige Probefrist, um zu sehen, ob man den Anforderungen entspricht und ob das Miteinander funktioniert. Da immer die Chance besteht, abgelehnt zu werden oder andersherum selbst die Familie nicht zu mögen, sollte man sich vielleicht den ein oder anderen Ersatzort vormerken.  (Achtung: In den WWOOF Regeln steht jedoch, dass man für denselben Zeitraum immer nur mit jeweils einer Gastfamilie Kontakt haben sollte und erst nach einer Ablehnung oder einer Absage eine andere kontaktieren sollte)
  • Andere Länder, andere Sitten: Heutzutage gibt es genug Quellen und Internetvideos, um sich zu informieren, in was für Fettnäpfchen man treten könnte. In einem anderen Land können ganz banale Sachen zur Beleidigung werden. Natürlich kann man nicht alles von Anfang an wissen, Fehler kann jeder machen, aber ein paar grundlegende Informationen sollte man sich doch aneignen.
  • Arbeitskleidung: Gepäckplatz ist bei Reisen in entfernte Länder oft begrenzt, deshalb lohnt es sich vorher, explizit bei der Gastfamilie nachzufragen, ob man sich für den Aufenthalt vielleicht etwas ausleihen kann. Ansonsten einfach billige Kleidung besorgen und dann bei der Abreise der Gastfamilie überlassen.
  • Fleiß und Ehrlichkeit: Wenn man etwas nicht versteht, sollte man es gleich sagen und nicht herum drucksen. Lieber fragt man einmal zu viel, als einmal zu wenig. Die Gastfamilien sind wirklich nett und geduldig und erklären es auch gerne mehrmals. Unzuverlässigkeit oder Unachtsamkeit nehmen sie oftmals sehr persönlich. Verhaltet euch immer respektvoll, schließlich seid ihr Gast. Außerdem wird erwartet, dass ihr für euer Essen und das Zimmer arbeitet und nicht faulenzt, wann immer es geht.
  • Kommunikation: Auch wenn es Sprachbarrieren gibt, man kann sich auch mit Händen und Füßen verständigen und eure Gastfamilie wird das zu schätzen wissen. Beide Seiten profitieren davon und es gibt sicher viel Neues zu erfahren. Falls es ein Problem gibt, solltet ihr das auch ansprechen, schließlich kann niemand Gedanken lesen.
  • Regeln: Bei den meisten Gastfamilien gibt es gewisse Regeln und an dir solltet ihr euch halten. Das ist ein Zeichen von Respekt und sollte selbstverständlich sein.

Mein WWOOF:

Meine Gastfamilie betreibt viele verschiedene Tätigkeiten, im Vordergrund steht aber NPO BLOOM. (Nur auf japanisch verfügbar)

Normalerweise haben sie Schüler oder etwas schwierige Jugendliche bei sich, die ebenfalls bei der Arbeit mithelfen, Schulstoff üben und wieder einen geregelten Alltagsablauf erlernen, um die Schule abzuschließen und nicht weiter auf die schiefe Bahn zu geraten. Als ich dort war, war kein aktueller Schüler da, allerdings kamen die Ehenmaligen oft zu Besuch.(Von denen hab ich ein bisschen Slang-Japanisch gelernt ^_^)

Die Familie besaß zwei kleine Felder und einen Arbeitsraum ein paar Straßen entfernt vom Haus.

Dort gab es kleinere Pflanzen, Setzlinge, Pcs und Papierarbeit. An regnerischen Tagen haben wir dort oft die geernteten Feldfrüchte gesäubert und verpackt, Quittungen sortiert oder ein wenig beim Aufräumen im Haus geholfen.

Bei gutem Wetter waren wir oft auf dem Feld, haben Satoimo ( eine Kartoffelart, die ich in Deutschland noch nie gesehen habe), Zwiebeln, Blumen und Auberginen gepflanzt, Erde umgegraben, Unkraut gejätet usw..

Am meisten Spaß gemacht hat aber das Ausgraben der Bambussprossen. Damit die Bambuswälder nicht zu dicht werden, müssen sie im Jahr mehrmals von den frischen Sprossen befreit werden. Da ausgewachsener Bambus sehr schwer zu schneiden ist, gräbt man die Take no Ko (dt. Bambuskinder) aus der Erde aus. Gekocht, geschnitten und eingelegt gibt es die Bambussprossen auch bei uns in den meisten Supermärkten zu kaufen. Ich für meinen Teil, esse die furchtbar gerne. Umso interessanter war es, selbst auf die Suche danach zu gehen, sie auszugraben und anschließend zuzubereiten.

Zweite Haupttätigkeit der Familie war ein Entrümpelungsservice. Dafür haben wir auch Werbung gestaltet und zusammen mit örtlichen Flyern ausgetragen. Kam dann ein größerer Auftrag sind wir alle zusammen, zu den teilweise bis oben hin vermüllten Häusern und haben alles ausgeräumt, sortiert, weiter benutzbare Sachen verkauft und den Rest zur Müllhalde gefahren.

Die Arbeit war zwar körperlich oft anstrengend, aber neben einer großen Mittagspause, haben wir immer noch jeweils zwei kleinere Teepausen gemacht. Da auch alle gut mitangepackt haben, ging es auch immer recht schnell.

Abends waren wir oft recht müde, doch meine Gastfamilie war wirklich klasse.

Wir haben oft zusammen gekocht, sind noch ins Badehaus gefahren und manchmal haben wir an den Nachmittagen auch Ausflüge gemacht, anstatt zu arbeiten.

Meine Gastfamilie war auch immer gut gelaunt, man hat viel geredet und auch Zeit für ein bisschen Herumalbern gehabt.

Anfangs war die Verständigung noch etwas schwierig, aber das hat sich nach kurzer Zeit gelegt.

Das viele Sprechen hat meinem Japanisch auch wirklich gut getan, auch wenn ich mir wohl ein bisschen Kansaidialekt angewöhnt habe. Ooki ni! (=Arigatou=Danke)

Mein Zimmer war recht klein und ich habe es mir mit einer anderen WWOOFerin geteilt, jedoch war auch das wirklich eine gute Erfahrung und wir haben uns gut verstanden.

 

Ich war total glücklich mit meiner Gastfamilie. Sie waren so lieb, offen und goßzügig und ich habe so viele Dinge gelernt und gezeigt bekommen. Auch die Ausflüge und die Restaurants, in die sie uns manchmal mitgenommen haben, waren wirklich etwas Besonderes. Die Zeit zusammen war wirklich schön. Die Chemie hat wirklich gut gepasst, auch mit meinen Co- WWOOFern gab es eigentlich nie Streit oder Probleme.

Mein Fazit:

Ich habe von den Erfahrungen wirklich profitiert und auch beim Japanisch Lernen hat mir WWOOF unglaublich viel gebracht. Ich würde es jedem weiter empfehlen, denn es ist eine gute Möglichkeit Land und Leute kennen zu lernen. Gerade auch, wenn man nicht so viel Geld hat.

Es gibt wirklich für jede Interesse auch einen Arbeitsplatz, auch für Leute, denen körperliche Arbeit nicht so sehr liegt.

Auch Leute, die mit Farmarbeit vielleicht sonst gar nichts am Hut haben, kann ich nur ans Herz legen, es auszuprobieren.

Ich werde auf jeden Fall noch einmal WWOOF machen und meine Gastfamilie in Yamatotakada besuchen. Und diese Erfahrung hat in mir die Lust geweckt, mehr auszuprobieren und auch das WWOOF Angebot anderer Länder zu nutzen.

Ich danke meiner lieben Gastfamilie für die wundervolle Zeit!

Um auf den Punkt zu kommen: Ich würde jederzeit wieder WWOOF machen!

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Reisetagebuch – Kirschblüten

Reisetagebuch – Kirschblüten

Sakura #1 – Osaka

Japan ist weltweit für seine wundervollen Kirschblütenbäume, die Sakura, berühmt.

Die Blütezeit variiert regional und beginnt im Süden Japans Mitte bis Ende März.

Baumarten, Blütenform und Farben sind zahlreich, ebenso wie die Besucher des Spektakels.

Touristen aus ganz Japan und dem Rest der Welt tummeln sich an jedem Ort, an dem ein rosafarbener Baum wächst.

Seit ich sie mit eigenen Augen von ganz nah gesehen habe, weiß ich auch, warum sie so beliebt sind.

Mit meiner WWOOF Gastfamilie war ich fleißig Hanami, Kirschblütenschau, betreiben.

Das lässt sich ganz kurz als Picknick bzw. Barbecue unter Kirschbäumen beschreiben. Im Plätze mit Plane reservieren sind die Japaner mindestens so gut wie die Deutschen mit ihren Handtüchern auf Mallorca.

(Billiger Scherz: Abgehakt)

Wir waren unter anderem in Osaka im traumhaften Kema Sakuranomiya Park, der am Okawa Fluss liegt. Man kann sich die Kirschblüten auch vom Boot aus anschauen.

Aber genug der langen Vorrede,ich schweige jetzt, hier die Bilder:

Sakura #2 – Yoshinoyama

Yoshinoyama, ein Berg in der Stadt Yoshino in der Präfektur Nara, ist in ganz Japan für seine tausend Sakurabäume, Senbonsakura, bekannt und gehört zum UNESCO Welterbe.

Von überall her pilgern Japaner und andere Touristen, um die rosafarbenen Hügel zu sehen, entsprechend vollgestopft sind Straßen und Züge.

Meine Gastfamilie war so lieb und hat sich trotzdem mit uns in dieses Getümmel begeben.

Mit Obento bewaffnet haben wir uns in den vollbesetzten Zug gequetscht und haben uns angeschaut, was schon unzählig viele Menschen begeistert hat.

Vom Yoshino Bahnhof kann man Yoshinoyama sowohl mit der Seilbahn, zu Fuß oder mit dem Bus gelangen.

Trotz der Menschenmengen war es ein wunderschöner Tag.

Da Japaner super höflich sind, kommt jeder auch dazu ein Foto ohne andere Köpfe, Handys und Kameras zu schießen.

Es gibt viele niedliche Geschäfte, leckeres Essen und Japanischen Alkohol, durch den man sich durchprobieren kann. Ich habe ein Sake-Softeis probiert, bleibe in Zukunft aber lieber bei Vanille. 😉

Hier seht ihr die Fotos aus Yoshino:

Welcher Idiot hat sich denn da aufs Bild geschlichen und hampelt vor dem schönen Baum rum? Ups, das bin ja ich.
Was gibt es Besseres als leckere Onigiri Reisbällchen unter Kirschblüten zu Essen?

Zwar keine Kirschblüten, aber dieses bezaubernde Bento wollte ich euch nicht vorenthalten

Mit der Seilbahn gings ab zurück ins Tal

Sakura #3 – Yamatotakada

Yamatotakada ist die Stadt, in der ich meine zwei Monate WWOOF verbracht habe.

Die Kleinstadt liegt in der Nara Präfektur und Osaka und Nara Stadt liegen mit dem Zug jeweils etwa 40 Minuten entfernt.

Auch hier gab es wundervolle Kirschblüten und das tollste: Es waren wesentlich weniger Besucher und Zuschauer als an den vorherigen Orten.

Die Bäume stehen ihren berühmten Verwandten in Osaka und Yoshino in nichts nach.

Meine Lieblingsfotos gibt’s in ganz groß.

Aber seht selbst:

Reisetagebuch – Ein Tag in Nara

Reisetagebuch – Ein Tag in Nara

Ein Tag in Nara

Ich könnte in der Stadt Nara in Kansai, nur jeweils eine Stunde von Kyoto und Osaka entfernt, eine Ewigkeit verbringen. Für normale Touristen kann man hier aber in einem Tag sehr viel sehen, Kultur erleben und sich Kulinarisch verwöhnen lassen.

Da ich auch schon meine neuen Mitbewohner herum geführt habe, möchte ich euch hier das bezaubernde Nara und meinen Tagestourplan mit den Must See’s vorstellen.

Nara ist eine Stadt, die viel zu bieten hat.

Mehrere Tempel und Schreine gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe, freilaufendes japanisches Rotwild frisst einem die Karte aus der Hand und war gut 70 Jahre offizielle Kaiserstadt.

Nara besitzt zwei zentrale Bahnhöfe, die jeweils von Zügen der Kintetsu und der JR Line angefahren werden. Touristenbüros liegen jeweils im Bahnhof oder direkt um die Ecke. Von beiden Bahnhöfen aus kann man bequem innerhalb von zehn Minuten zum Nara Park schlendern und das auf einer geraden, großen Straße. (Sich hier zu verlaufen ist äußerst schwer)

Hotels und Gasthäuser gibt es in allen Formen, Farben und Preisklassen.

Generell kann man in Nara fast alle Sehenswürdigkeiten problemlos per Fuß erreichen, aber es fahren auch zahlreiche Busse von den Bahnhöfen zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten.

Beginnen wir also mit dem Tag in Nara.

Frühstück

Am Besten mit Frühstück.

Auf dem Weg vom JR Bahnhof zum Nara Park kommt man an einem Café Bistro vorbei, dass den Namen „Kohikan“ trägt. Es handelt sich um Kette, die mehrer Geschäfte in Japan führt.

Um guten Kaffee im Land des grünen Tees zu finden, muss man manchmal suchen.

Hier wird man fündig. Dazu gibt es allerlei Leckereien, auch Mittagessen.

Meine persönliche Empfehlung ist ein Winterende-Frühlingsanfang Spezial Pfannkuchen.

Er trägt den klangvollen Namen Strawberry Vanilla Hot Cake à la Mode und in Kombination mit einer Tasse frischem Bohnenkaffee kostet das Set um die 7€. Und das ist es Wert, es ist einfach göttlich. Außerdem bekam ich für meine drei Sammelcoupons ein kleines süßes Handtuch in niedlicher Cupcakeverpackung.

Strawberry Vanilla Hot Cake à la Mode
Frischer, simpler, guter Kaffee – eine bedrohte Art in Japan
Ein kleines Present für die Wiederholungstäter

Erste Station – Kokufji Tempel

Folgt man der Straße geradeaus vom Bahnhof ist der buddhistische Kokufuji Tempel einer der ersten, die man sieht.

Momentan wird ein großer Teil renoviert und ist erst 2018 wieder zugänglich. Das, was nicht in dicke Planen gehüllt ist, lässt sich jedoch auch sehen und hier ist eine gute Stelle, um sich mit den freilaufenden Rehen vertraut zu machen.

Später werden es nämlich viel mehr auf einem Haufen sein…

Diese kleine Statue darf man mit Wasser bespritzen
Eine der Pagoden auf dem Gelände
Scheut euch nicht die Glücke zu läuten und die japanischen Götter um etwas zu bitten
Für gewöhnlich wirft man 5 Yen bei einem Schrein hinein, da die Worte „Go En (fünf Yen)“ auch „gute Beziehungen“ heißen können und Glück bringen sollen
Eine Halle und eine große Pagode
Noch sind die Menschen in der Überzahl…
Japanische Architekur hat etwas majestätisches

Zweite Station – Nara Park

Genau genommen befinden wir uns schon in Nara Park, dennoch sollte man sich ruhig die Zeit nehmen, ein wenig durchs Grün zu schlendern, vor Rehen wegzurennen und durch Zufall auf den ein oder anderen schönen Ort zu stoßen.

Ohne zu trödeln könnte man Nara Park in gut einer Stunde komplett durchqueren, aber Trödeln löhnt sich. Überall gibt es kleine Verkauffstände mit Rotwildfutter, Essen und Trinken.

Die Süßkartoffeln sind sehr zu Empfehlen, aber ihr solltet sie schnell verspeisen oder sicher verpacken, sonst seid ihr ganz schnell von einer Horde Rehe umzingelt.

Aus diesem Brunnen ist ein merkwürdiger Glockenklang zu hören. Mysteriös. Lag auch daran, dass die Erklärung mit zu vielen Kanji gespickt war…
Das Rotwild ist sehr zutraulich und normalerweise friedlich. Außer man hat Essen oder Papier in der Hand.
Man sollte jedoch nicht vergessen, dass es sich um wilde Tiere handelt
Mhmm Menschenfleisch! Kleiner Scherz, meine Karte wurde aufgegessen
Was für ein Fahrgestell!
Sie sind weich und flauschig
Ein Pavillon, dessen Name mir entfallen ist
Es gibt auch eine Pflaumenblütengarten
Ein kleines Rehkitz – man kann sie übrigens auch streicheln und für ca. 1€ Futter kaufen

Dritte Station – Kasuga Taisha

Beim Kasuga Taisha handelt es sich um einen shintoistischen Schrein am Fuße eines Berges.

Wenn man Nara Park durchquert gelangt man zu dieser Sehenswürdigkeit und der Fußmarsch lohnt sich. Es geht ein bisschen bergauf, jedoch ist der Weg kaum anstrengend und wird mit dem Anblick von unzähligen moosbewachsenen Steinlaternen und faul herumliegenden Rehen belohnt.

Für ca. 3,50€ Eintritt kann man den Schrein betreten und sich die Gärten und hinten gelegenen Minischreine ansehen. Sehr süß sind übrigens die Omikuji, Orakelpapiere, mit einer kleinen Rehstatue für 5€.

Außerdem liegen auf dem Weg dorthin ein traditionelles japanisches Teehaus und ein botanischer Garten, die sich perfekt für ein kleines Mittagessen und ein kleines Päuschen eignen.

Wenn einem das nicht so recht mundet, so kann man, wenn man anstatt denselben Weg zurück zu gehen, auf der Rückseite zurück geht, viele Restaurants finden sowie eine Wanderroute auf den Gipfel des „Bergs“(so hoch ist er nicht, mehr ein Hügel).

Aber das ist nicht die nächste Etappe in meiner Tagestour.

Der Eingang zum Weltkulturerbe
Kasuga Taisha von außen
Hier wäscht man sich die Hände
Japanische Steinlaternen
Kasuga Taisha
Aufwendige Laternen prägen das Bild des Tempels
Der Garten ist ebenfalls wunderschön

Vierte Station – Todaiji



Der riesige, imposante Todaiji Tempel ist der Touristenpunkt schlechthin, Souvenirläden, Rehe und Touristen drängen sich durch die Straßen, doch dieser Tempel ist einen Besuch wert.

Für ca. 4€ kann man in den Todaiji Tempel und auch wenn man sich nicht sonderlich dafür interessiert – hier hinein sollte man unbedingt gehen!

Zuerst passiert man dieses Tor. In den Seitenpfeilern sind große Statuen
Das Todaiji Haupttor – der Eingang ist jedoch gut versteckt auf der rechten Seite, im Bild nicht mehr zu sehen
Der Schrein wirkt auf dem Foto nicht so groß, ist aber gigantisch
Beim Eintreten wird man erwartet
Um die Größenverhältnisse etwas klarer darzustellen
Im Inneren findet sich diese kolossale Statue
Dem steht die gute Laune ins Gesicht geschrieben
Eine Hand. Eine riesige Hand
Noch eine Statue

Wenn man alles zu Fuß bewältigt, dürfte man inzwischen recht geschafft sein – auf dem Weg zurück gibt es noch den Himuro-Schrein und ein paar alte Häuser zu sehen, so wie das Museum.

Für’s Abendessen empfehle ich zurück ins Stadtinnere zu gehen und sich etwas Leckeres, reichhaltiges wie Okonomiyaki oder Shabu Shabu zu gönnen.

Wer noch Lust auf Shopping hat, kann sich in den Passagen und Seitenstraßen austoben.

Man sollte auch keine Angst haben, als Tourist zu stranden – Nara ist gut vernetzt, es gibt Karten in mehreren Sprachen, auch in Deutsch, und viele Restaurants haben englische Menüs und Personal, dass dem (j)englisch mächtig ist.

Für diejenigen, denen japanische Küche nicht mundet, gibt es McDonalds, KFC, Coco Curry und diverse andere Restaurants, die westliche Küche anbieten.

Es gibt viel zu entdecken und in diesem einen Tag hat man bereits viel gesehen und doch nichts. Da gäbe es noch die Nachbildung des Palastes und gefühlte zehntausend kleine Tempel und Schreine.

Hier noch ein paar Eindrücke von den Straßen außerhalb des Parks:

Sehr leckere Mochi, sollte man probieren!

Gute Nacht!

Was bisher nur Prag geschafft hat, hat Nara auch geschafft. Es hat mich verzaubert, mein Herz im Sturm erobert.

Nara hat Etwas.

Inmitten des bunten japanischen Treibens liegt es mit seinen Parks und Wäldern und seinen Rehen friedlich, doch nicht still. Einsam und doch gut bevölkert. Klein und kompakt und doch groß und weitläufig.

Wenn es irgendwie möglich ist, würde ich gerne ein Auslandssemester an einer Universität in Nara verbringen!

Danke für’s Lesen!

Ich hoffe, ich habe euch ein bisschen Lust gemacht, euch Nara anzusehen. Oder Japan überhaupt.