Kategorie: Bücher

Visual Novels – Sind das echte Bücher?

Visual Novels – Sind das echte Bücher?

Visual Novels – Sind das echte Büchter?

„Videospiele und Bücher geht nicht miteinander? Purer Frevel?“ – Tja, Pustekuchen!

Für mich können auch Games „Bücher“ sein. Videospiele, die auf Büchern basieren. Bücher, die auf Videospielen basieren. Klar, dass es auch Hybriden gibt. Videospiele sind auch nur ein Medium, um Geschichten zu transportieren. Manche tun das ohne viele Worte, dafür mit Action oder Rätseln, andere sind wortlastiger.

Und dann gibt es das Videospiel-Genre: Visual Novel.

(c) MoaCube

Aber was genau ist das?

Novel, also Buch, ist bereits im Titel enthalten. Ein Visual Novel ist ein Buch zum Durchspielen. Meist durch die Perspektive eines Protagonisten erleben wir die Geschichte aus erster Hand. Aber was ist daran Spiel? Anhand verschiedener Dialogoptionen können wir den Verlauf live beeinflussen! Ob wir uns mit bestimmten Charakteren anfreunden, ihnen durch Schmeicheleien wichtige Hinweise entlocken oder einfach nur schneller sterben, weil wir dem Killer vertrauen – Visual Novels erlauben interaktives Eintauchen in die Geschichte.

Meistens gibt es Illustrationen von Hintergründen, Schauplätzen und Charakteren. Detailgrad und Aufwändigkeit variieren von Spiel zu Spiel. Manchmal gibt es als Videos animierte Zwischensequenzen oder die Charaktere bewegen beim Sprechen die Lippen. Auch Audio, ob die Charaktere bzw. jede Textstelle vertont ist, variiert. Meistens hat der*die Protagonist*in keine eigene Stimme.

Nur mit der Maus

(c) Idea Factory

Zusätzlich verzichten sie meist komplett auf andere Spielelemente – man muss weder auf Buttons dreschen, noch Monster bekämpfen oder über gefährliche Abgründe springen. Manchmal gibt es kleine Rätsel oder Minispiele, die allerdings oft optional oder sehr einfach sind. Abzugrenzen von Visual Novels sind sog. Point and Click Adventures wie „Monkey’s Island“ oder „Edna bricht aus“ bei denen man mit der Gamewelt interagieren, Dinge finden und Rätsel lösen muss. Auch Wimmelbildspiele sind ein extra Genre, da auch hier Rätsel und eben Suchbilder auf den Spieler warten.

Verschiedenste Genres

Besonders populär sind Visual Novels vor allem in Japan, wo sie auf der PSP und auf der PS Vita immer noch häufig über die Ladentheke wandern. Lange Zeit schafften es nur wenige japanische Titel auch zu uns nach Europa, doch so langsam kommt auch der westliche Nutzer auf den Geschmack. So sind auf Steam inzwischen zahlreiche Japano Visual Novels mit englischer Übersetzung erhältlich. Deshalb findet sich bei den meisten Visual Novels auch die typische Anime-Grafik wieder, doch auch westliche Entwickler wagen sich an ihre eigenen Games (z.B. Cinders, Demonheart).

Auch die Genres sind variabel. Beliebt sind Dating Sims, wo es in der Geschichte darum geht, das Herz eines jungen Bachelors oder einer Bachelorette zu erobern. Wem das zu normal ist, der kann bei Hatoful Boyfriend Tauben daten (Ja, ehrlich!). Dabei gibt es wirklich niedliche Liebesgeschichten, aber auch eher fragwürdige und übergriffige Szenarien (z.B. Diabolik Lovers). Auch was den Detailgrad der Liebelei angeht, gibt es Unterschiede: Bei manchen wird der Bildschirm schwarz, wenn die Liebenden ins Bettchen hüpfen und bei manchen sieht man in regelrecht pornografischen Darstellungen alles.

Andere Visual Novels verknüpfen komplexe Mystery-Thriller oder historische Begebenheiten mit fantastischen Elementen und kommen komplett ohne Romanze aus.

Spieldauer

An einem 300 Seiten Buch liest man je nach Tempo und Inhalt mehrere Stunden. Die meisten Visual Novels haben eine Spieldauer von 3 Stunden aufwärts. Zusätzlich gibt es durch die Dialogoptionen diverse Routen der Geschichte, die man begehen kann. Ob alternative Enden, versteckte Easter Eggs und Grafiken – man kann sich austoben.

So habe ich bei Demonheart ca. 5 Stunden gespielt, um zumindest alle möglichen Enden zu erhalten – nicht aber alle Dialoge und Bilder. Bei Hakuoki Kyoto Winds bin ich mit 10 Stunden nur mit einem Charakter bisher an ein Ende gekommen und möchte drei weitere Charaktere auch unbedingt noch durchspielen.

Viele Visual Novels sind hochkomplex aufgebaut. Manche Dinge lassen sich nur durch bestimmte Abfolgen von Antworten freischalten.

Tsundere, Yandere, Deredere – was?

Da viele Visual Novels und viele Dating Visual Novels (auch Bishoujou oder Otome Games genannt) aus Japan kommen, hilft es, sich mit japanischer Popkultur und deren Tropes auszukennen.

  • Als Tsundere betitelte Charaktere sind kratzbürstig, kaltschnäuzig und triezen ihr Love Interest oft, aber nur um ihre wahren Gefühle zu überspielen.
  • Yandere hingegen sind auf den ersten Blick liebevoll, freundlich und zuverlässig. Aber sie verbergen ihre kontrollsüchtige, krankhaft eifersüchtige Natur. Falls ihr mit anderen Leuten redet oder euer Yandere euch wegdriften spürt, kann es sein, dass ihr in einem Käfig eingesperrt oder getötet werdet (Ich bin immer noch nicht über Touma hinweg tbh).
  • Deredere sind flirty Charaktere, die alles und jeden anbaggern. Oft haben sie gute Gründe für ihr promiskuitives Verhalten und sie wirklich zu knacken und für sich zu gewinnen, ist schwierig.
  • Kuudere sind reservierte, kühle Charaktere, die ohne viele Worte auskommen. Auch sie brauchen eine Weile zum Auftauen.

Natürlich gibt es auch weitere Charakterarchetypen, die in Visual Novels verwendet werden. Der sportliche, freundliche Typ, der hübsche Prinz oder der dämonische Bad Boy. Oft teilen sich die Charaktere auch in „S“ und „M“ ein, angelehnt an Sadismus und Masochismus, und zeigen die Dominanz des jeweiligen Charakters.

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Aber Vorsicht!

Dass einige Games mit ihren Romanzen nicht nur an der Grenze zu Missbrauch schrammen, ist leider auch dem japanischen Frauenbild bzw. dem Ideal von Beziehungen geschuldet. Deswegen ist es hilfreich, sich Infos zu holen, bevor man das Spiel kauft und eventuell angewidert wieder weglegt. So gibt es bei dem populären Diabolik Lovers kein Love Interest, dass die Grenzen der Protagonistin respektiert und sie nicht mindestens einmal ausnutzt (Shuu ist da noch der „Romantischste“ von allen). Und dann geht es euch wie mir: Ihr freut euch auf das Spiel, romanced einen Charakter, der nett wirkt und wacht im nächsten Moment in einem Käfig in seinem Zimmer auf – yay!

Aus „Fashioning Little Miss Lonesome“ (c) Kalmia8 | MangaGamer

Wenn ich den ersten Durchlauf spiele und so antworte, wie ich wirklich antworten würde sterbe ich lustigerweise überdimensional oft oder komme zu einem vorzeitigen Ende. Das ist meistens aber eher witzig als schlimm. Bei „Fashioning Little Miss Lonesome“ gibt es zahlreiche urkomische alternative Enden.

Es gibt im Internet auch einige kostenlose Visual Novels, andere sind mit bestimmten Einheiten (z.B. 5 Aktionen pro Tag) begrenzt. Auch gibt es viele Raubkopien, da Visual Novels lange Zeit überhaupt nicht im Westen erhältlich waren. Bitte kauft die Spiele auf legalem Wege!

Lohnen sich Visual Novels?

Für ein Hardcover zahlt man heute zwischen 19 bis 15€ und hat ca. 5-6 Stunden Lesezeit. Für Visual Novels zahlt man um die 20-40€ und hat oftmals mehr als 5 Stunden „Lesezeit“ plus Grafiken, verschiedene Entscheidungsmöglichkeiten und Musik/Ton. Meiner Meinung nach lohnen sich Visual Novels absolut.

Ein kleiner Wehmutstropfen: Viele Visual Novels gibt es bisher nur mit englischer Textausgabe. Eine Liste deutscher Visual Novels gibt’s bei Visual-Novel.de!

Ich würde nur, wie oben gesagt, empfehlen sich vorher genauer über die Inhalte des Spiels zu informieren. Zu manchen gibt es auch Anime-Adaptionen, die aber durchaus seltsam sind wenn z.B. in jeder neuen Folge ein anderer Charakter gedatet wird.


Falls ihr möchtet, kann ich euch die Visual Novels, die ich gespielt habe, ausführlicher vorstellen. Schreibt mir dazu gerne in die Kommentare, ob euch das interessiert!

Auf jeden Fall sind hier ein paar der Visual Novels, die ich entweder schon durchgespielt oder zumindest angespielt habe:

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Fashioning Little Miss Lonesome
  • Entwickler/Publisher: Kalmia8/Manga Gamer
  • Sprache: Japanisch (Ton) | Englisch (Text)
  • Genre: Romantische Komödie
  • explizite Sexszenen per kostenlosen DLC erhältlich und jederzeit per ON/OFF auszuschalten
  • auf Steam (22,99€)

Amnesia: Memories
  • Entwickler/Publisher: Idea Factory & Design Factory
  • Sprache: Japanisch (Ton) | Englisch (Text)
  • Genre: Mystery, Romantik
  • keine expliziten Sexszenen, aber Gewalt/Missbrauch (je nach Route)
  • auf Steam (16,79€)

Demonheart
  • Entwickler/Publisher: Rolling Crown
  • Sprache: Englisch (Ton & Text)
  • Genre: Fantasy Abenteuer
  • Romanze optional, keine expliziten Sexszenen
  • auf Steam (21,99€)

Hakuoki: Kyoto Winds & Hakuoki 2: Edo Blossoms
  • Entwickler/Publisher: Idea Factory & Design Factory
  • Sprache: Japanisch (Ton) | Englisch (Text)
  • Genre: Historisch, Fantasy, leichte Romantik
  • Romanze optional, keine expliziten Sexszenen
  • man muss Kyoto Winds nicht gespielt haben, da man am Anfang von Edo Blossoms eine Zusammenfassung erhält und sich die Entscheidungen aus Teil 1 nicht auf Teil 2 auswirken
  • auf Steam (27,99€ einzeln, 44,78€ als Bundle)

Cinders
  • Entwickler/Publisher: MoaCube
  • Sprache: Englisch (nur Musik, keine Synchronisierung)
  • Genre: Märchenadaption, Fantasy, Mystery, Romantik
  • keine expliziten Sexszenen
  • auf Steam (17,99€)

Im Titelbild: Amnesia V. Edition, Hakuoki: Edo Blossoms, Diabolik Lovers: More Blood (Idea Factory), Steins; Gate Zero (PQube)

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

Auf jellybooks habe ich vorab eine XXL Leseprobe zu diesem Buch gelesen und war am Haken, obwohl ich „New Adult“ Büchern gegenüber sehr skeptisch bin. Auch der Klappentext klingt eigentlich nach Klischee hoch zehn. Aber die Leseprobe war gut, ich mochte den Schlagabtausch und so habe ich das Buch nach erscheinen bei Droemer Knaur angefragt und als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank!


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  • Autorin: Kati Wilde, übersetzt von Karla Lowen
  • Titel: Lost in a kiss
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Romantik, Erotik, New Adult
  • 412 Seiten, Paperback: 12,99€ | Ebook: 9,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Aspen wollte eigentlich mit ihrer besten Freundin Bethany und derem unausstehlichen Bruder Bram Urlaub machen, um den Uni Abschluss zu feiern. Aber als Bethany absagt und Aspen bittet, mit Bram den Urlaub durchzuziehen und ihrem Bruder zu verschweigen, dass sie selbst in Schwierigkeiten steckt, willigt Aspen ein. Der kontrollfreudige Bram ist überhaupt nicht begeistert von Aspen und ihrem Schweigen über seine Schwester. Sie beschließen jedoch das Kriegsbeil zu begraben und Bethany mit schönen Fotos aus dem Urlaub vielleicht aus der Reserve zu locken. Dabei kämpfen Aspen und Bram immer wieder in fiesen Wortgefechten und rufen um Bethany Willen immer neue Waffenruhen aus. Doch zwei so feurige Persönlichkeiten können nicht lange auf einem Fleck sein, ohne dass Funken fliegen und sprühen…


Meine Meinung:

Vorweg – Im Englischen lautet der Titel des Buches „Going nowhere fast“ und den finde ich persönlich so viel aussagekräftiger als den „deutschen“ Titel. Es ist schade, dass hier zugunsten eines nichtssagenden Titel entschieden wurde.

Dass Aspen und Bram gemeinsam den Urlaub durchziehen, obwohl Bethany abgesprungen ist und dieses Spiel durchziehen um sie doch noch herzulocken, finde ich ziemlich aus der Luft gegriffen, aber es ist die Prämisse, ohne die die Geschichte nicht funktionieren würde. Das Buch überzeugte mich durch die kratzbürstige Dynamik der beiden Protagonisten doch davon, weiterzulesen.

Aschenputtel und der dunkle Prinz

Wie die Prämisse schon sagt ist Bram reich, dominant und mag es, die Kontrolle über die Dinge zu haben. Viele Dinge, die ihn richtig ätzend machen. Er ist kein Sympathiebolzen, auch wenn seine schnippischen und zynischen Bemerkungen ihn ziemlich witzig machen. Rührend ist auch die Liebe und Besorgnis seiner Schwester gegenüber. Auch bei Aspen wird er eher zahm, zumindest wenn es ihr schlecht geht oder sie Probleme hat.

Aspen ist eine Kämpferin aus schwierigen Familienverhältnissen. Auch sie hat ein Mundwerk wie eine Rasierklinge und würde dennoch viel ertragen für die Menschen liebt. Weswegen sie auch Bethanys Geheimnis bewahrt und damit Brams Zorn auf sich zieht. Gleichzeitig hat sie (nachvollziehbare) Vorurteile gegenüber Brams Reichtum und hält ihn für einen lackierten Schnösel – und ganz unrecht hat sie damit auch nicht. Was mir auch gut gefallen hat, war das Aspen kein Mauerblümchen war, die beim Wort „Kondom“ in Ohnmacht fällt. Sie ist in ihrer sturen Art zwar manchmal etwas kindlich, aber dennoch eine Frau, die weiß, was sie will und was sie hat. Es ist erfrischend mal eine Protagonistin zu haben, die um ihre eigenen Reize weiß und nicht ständig in Gegenwart des hübschen Kerls denkt, dass sie viel zu hässlich und fett sei.

Die Beziehung der beiden basiert auf ihrer Hassliebe, Mikroaggressionen und körperlicher Anziehung. Denn die beiden beginnen, ihre Wut gegenüber dem anderen, körperlich zu, ähm… verarbeiten. Während der Geschichte lernen sie einander besser kennen und merken, dass hinter der Fassade des anderen viel mehr steckt, als anfangs geahnt.

NACHSITZEN bei Jen und mir!

Ich weiß, die Dramatik von Liebesgeschichten basiert oft darauf, dass Dinge nicht ausreichend kommuniziert werden. Aber es ist nicht weniger zum Haare raufen. Gerade als die beiden eigentlich schon körperlich miteinander vertraut sind und beginnen liebevoll miteinander umzugehen, hören sie auf, offen miteinander zu reden. Natürlich hat Aspen ihre Gründe Bethanys Geheimnis nicht zu verraten, aber Bram könnte Aspen durch Offenheit und Ehrlichkeit so viel Schmerz ersparen. Aber nein, sie bleiben sturköpfig. Uff.

Wer Jens und meine Kommunikations-Session auf dem Litcamp Hamburg besucht hat, weiß, dass ich es hasse, wenn Charaktere nicht miteinander reden. Konflikte, die auf Schweigen aufbauen, finde ich ausgelutscht, deswegen hat mich dieser Abschnitt im Buch auch extrem genervt. Ich wollte ständig ins Buch springen und beide ohrfeigen. Die Autorin hat gezeigt, dass die beiden auch streiten können, wenn sie miteinander reden. Zum Glück gibt es von dem Miteinander reden und Konflikte haben mehr als vom Schweigen und Konflikte haben.

Die Reibereien zwischen den beiden waren umso anziehender, das schlug sich auch in den Erotik-Szenen nieder. Wenngleich mich der inflationäre Gebrauch des Wortes „pussy“ auch ein bisschen gestört hat. Gute Sexszenen zu schreiben ist eine Kunst für sich (siehe Patzer, gesammelt von Desasterotik), aber die Autorin bzw. die Übersetzerin haben das gut gemeistert.

Verschlungen!

Aber da hatte es die Autorin Kati Wilde schon geschafft. Ihr Schreibstil, ihre Art die Geschichte zu erzählen, das sanfte Einstreuen von Hinweisen auf die Geheimnisse und auch Bethanys Schicksal. Das Buch lässt sich angenehm lesen und man ist immer neugierig, was geschieht. Ob Bram und Aspen die Kurve bekommen, wie sie leidenschaftlich rumknutschen, sich wieder zerstreiten. Kanu durch Stromschnellen fahren, Motorradtour mit Aspens Cousin. Es war mächtig was los.

Meiner Meinung hätte es weniger von Brams Luxusgetue sein müssen. Denn er wird mit dem Fortschritt des Buches sympathischer. Seinen Reichtum und Einfluss weniger zu betonen, hätte seine Sympathie meiner Meinung nach geholfen. Genau wie es gereicht hätte, seinen muskulösen Körperbau ein oder zweimal zu betonen. Aber das ist eben typisch Erotik/New Adult, damit muss ich leben, wenn ich mir solche Bücher aussuche.

Mir haben auch die Nebencharaktere Bethany und Murphy gut gefallen. Murphy wegen seiner direkten, humorvollen Art und Bethany weil sie trotz wenigen direkten Auftritten im Buch für mehr Komplexität und Tiefe in der Geschichte gesorgt hat. Auch der Schluss mit seinen Wendungen und Ergebnissen hat mir gut gefallen und die Beziehungen im Buch in ein anderes Licht getaucht.

 

Fazit:

Auch wenn das Buch einige Klischees bedient – reicher Typ mit Beschützerinstink und toughes Mädchen aus armen Verhältnissen – konnte mich die Geschichte in ihren Bann ziehen. Die Wortgefechte, die Reibereien und die Dynamik des „Blechmanns“ und dem „Mädchen mit dem schlechten Einfluss“ haben mir gut gefallen. Hier und da hätte ein bisschen weniger Klischee gut getan, aber die Charakterentwicklung der beiden hat mich berührt. Letztlich gibt es zwar einige Kritikpunkte, aber das ist Kritisiern auf hohem Niveau, denn im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Weitere Meinungen:

 


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Sieben schaurig-schöne Buchempfehlungen

Sieben schaurig-schöne Buchempfehlungen

Sieben schaurig-schöne Buchempfehlungen

Die Tage werden kürzer, das Laub verfärbt sich bunt und morgens wirbeln Nebelschwaden über dem Grund. Regenwolken trüben den Himmel und am liebsten würde man das gemütliche Bett nicht verlassen.
Was gibt es Besseres als sich die kalte Jahreszeit mit Buch und Heißgetränk einzukuscheln?

Der Oktober gehört jedenfalls zu meinen allerliebsten Monaten! Halloween, Kürbisse, Schauergeschichten und buntes Herbstlaub. Außerdem kann man endlich wieder mit Kuschelsocken und Kakao rumlümmeln und ungestört schmökern. Falls ihr bezüglich eures Lesestoffs noch uninspiriert seid, habe ich heute sieben herbstliche Buchempfehlungen für euch!


Das Haus in der Nebelgasse (Historischer Roman)

London, 1900, verregnet und neblig, liegt die Stadt dar. In den Gassen verbergen sich Geheimnisse, Schicksale und Geschichten. Lehrerin Matilda Gray geht einem solchen Mysterium auf die Spur. Von einer Schülerin, die angeblich auf Reisen ist, bekommt sie ein sonderbares Hilfesignal und findet ein als verspukt geltendes Haus und ein altes Kästchen voller Gegenstände. Wie hängt das alles mit dem Verschwinden des Mädchens zusammen?

Anzeige: Susanne Goga – „Das Haus in der Nebelgasse“, Diana Verlag, (TB: 9,99€) auf amazon* kaufen


Onkel Montagues Schauergeschichten (Kinderbuch)

Ein kauziger Onkel, der seltsame Geschichten erzählt. Ein großes Anwesen voller Plunder und Krimskrams. Und einige Anzeichen, die darauf hindeuten, dass manche Geschichte durchaus einen wahren Kern haben könnten…

Anzeige: Christ Priestley „Onkel Montagues Schauergeschichten“, oetinger Verlag, (TB: 8€) auf amazon* kaufen


Mondscheinjunge (Psychologischer Spannungsroman)

Das herbstliche Oktoberwetter ist meist freundlich, aber es wird bereits früh dunkel. Für Tyler, der empfindlich auf Sonnenlicht reagiert und nur nachts durch die Straßen streifen kann, die perfekte Jahreszeit. Als in der Stadt ein Mädchen verschwindet, gerät seine Welt ins Wanken. Mit einer Kamera bewaffnet wagt sich Tyler wieder hinaus in die Nacht, in der Hoffnung, das Geheimnis um das verschwundene Mädchen zu lösen.

Anzeige: Carla Buckley „Mondscheinjunge“, Goldmann Verlag, (Paperback: 7,99€) auf amazon*  kaufen


Die Insel der besonderen Kinder (All Age Fantasy)

Kaum eine Liste von Buchempfehlungen kommt ohne meine absolute Lieblingsbuchreihe aus. Die Rezension zur Trilogie findet ihr hier. Die spannende Spurensuche des jungen Jacob nach Miss Peregrine und den besonderen Kinder ist für mich ein wahrer Buchschatz! Ob die unglaublichen Geschichten seines verstorbenen Großvaters wahr sind und was es mit dem Tag auf sich hat, der sich immer wiederholt, muss man selbst beim Lesen herausfinden. Mal lustig, mal gruselig, mal traurig überzeugt mich das Buch auf ganzer Linie.

Anzeige: Ransom Riggs „Die Insel der besonderen Kinder“, Droemer Knaur Verlag, (TB: 14,99€) auf amazon* kaufen


Haus der Geister (Historischer Roman)

Wieder befinden wir uns im England des 19. Jahrhunderts. Ein viktorianisches Anwesen, zwei Kinder und viele Rätsel. Außer Gouvernante Eliza Caine und den Kindern scheint niemand im Haus zu sein. Oder etwa doch? Das Buch habe ich noch nicht gelesen, aber es hört sich wie eine klassische Schauergeschichte an – perfekt für den Herbst!

Anzeige: John Boyne „Haus der Geister“, Piper Verlag, (TB: 9,99€) auf amazon* kaufen


Zwietracht – Mörderische Freundschaft (Horror)

Eine Schriftstellerin macht mit ihrer besten Freundin Urlaub in einer einsamen Waldhütte. Doch merkwürdige Dinge ereignen sich. Jemand schleicht um die Hütte, immer wieder sind Klopf- und Kratzgeräusche hörbar. Lauert das Böse draußen im Wald oder ist es vielleicht näher als wir denken? Auch hierzu gibt es bereits eine Rezension auf meinem Blog.

Anzeige: Tanja Hanika „Zwietracht: Mörderische Freundschaft“ (TB: 11,99€) auf amazon* kaufen


Die Spiegel von Kettlewood Hall (Historisch/Fantasy)

Unzählige Spiegel und ein mysteriöses Schachspiel – die Symboliken aus „Die Spiegel von Kettlewood Hall“ verheißen wohligen Grusel und spannende Rätsel. Dieses Buch musste ich mir einfach holen und ich bin schon sehr gespannt, was es mit dem Geheimnissen von Kettlewood Hall so auf sich hat.

Anzeige: Maja Ilisch „Die Spiegel von Kettlewood Hall“, Droemer Knaur Verlag, (TB: 9,99€) auf amazon* kaufen

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

Huch?

Was ist das denn für ein ungewohnter Anblick? Ja – auch ich habe so meine Guilty Pleasure Reads. Um dieses Buch bin ich sooo lange rumgeschlichen und als die Dilogie um die toughen Seemänner bei uns im Buchladen in der Rabattkiste auftauchte, konnte ich nicht anders als zuzuschnappen.

 


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  • Autorin: Kresley Cole, übersetzt von Barbara Först
  • Titel: Die Geliebte des Captains (Sutherland Brothers 1)
  • Verlag: LYX (Bastei Lübbe)
  • Genre: historische Romanze/Erotik
  • 416 Seiten, Taschenbuch: 9,99€ | Ebook: 8,99€
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Worum geht’s?
Nicole Lassiters Vater und der Erbe einer Handelsfirma und Kapitän eines großen Schiffes Derek Sutherland sind erbitterte Rivalen. Als Nicoles Vater inhaftiert wird, ist für Nicole klar, dass sie an seiner Stelle ein großes Schiffsrennen nach Sydney bestreiten wird. Das Preisgeld können sie – aber auch Derek Sutherland, der mit seiner Familie im Streit liegt – gut gebrauchen. Auf rauer See kommen sich Derek und Nicole immer wieder in die Quere, zwischen ihnen knistert und knallt es gleichermaßen. Doch jemand scheint an beiden Schiffen Sabotage zu betreiben und bald steht Nicoles Leben auf dem Spiel. Können Derek und sie sich zusammenraufen oder ist die Kluft zwischen ihnen tiefer als der Ozean?


Meine Meinung:

Titel, Aufmachung, Inhaltsangabe und Verlag lassen auf eine seichte Romanze mit Erotik-Anteilen schließen. Früher habe ich die Lyx Bücher reihenweise verschlungen, heute bin ich wählerisch geworden. Mir gehen übergriffige Machos und charakterlose Frauenzimmer auf den Senkel. Eine Romanze zwischen zwei kratzbürstigen Schiffskapitänen klingt zumindest nach ein bisschen Abwechslung!

Seichte Gewässer

Ich hatte ehrlich gesagt wenig historische Elemente oder Schifffahrtskunst erwartet – meistens steht bei solchen Büchern die Beziehung im Vordergrund. Dennoch war ich von den verschiedenen Elementen und Beschreibungen der Schiffe positiv überrascht. Für meinen Geschmack hätte es davon ruhig noch mehr geben können, schließlich wurden tolle Städte wie Kapstadt auf der Rennstrecke bereist. Was das Setting und die Rahmenhandlung anging, kratzte das Buch leider nur an der Oberfläche.

Kresley Coles Schreibstil bzw. die Übersetzung ist jedoch gut gelungen. Das Buch lässt sich locker weglesen, bietet durch die verschiedenen Perspektiven von Nicole und Derek Abwechslung und unterhaltsame Einblicke in die Köpfe der beiden. Die Schiffsmanöver, Stürme und das Leben an Bord wurden – soweit ich das beurteilen kann – glaubhaft und gut beschrieben. Man fühlte sich als wäre man mit den Protagonisten an Bord. Manchmal hätte ich mir beim Einstreuen der Informationen, Andeutungen bezüglich der Sabotagen und Schuldfragen etwas mehr Cleverness gewünscht. Einiges wirkte einfach als käme es schwuppdiwupp aus dem Nichts.

Widerborstig

Natürlich knisterte die Luft zwischen den beiden Rivalen Nicole und Derek. Es war ein Hin- und Her, ein Tauziehen und Kräftemessen. Ich mochte die Entwicklung der Beziehung der beiden. Von distanzierten Kabbeleien, hin zu vertrauten Momenten. Natürlich war die magische Anziehungskraft und Faszination von Anfang an da – aber das hätte es meiner Meinung nach gar nicht unbedingt gebraucht.

Nicole Lassiter fiel angenehm als hitzköpfige und sture Frau auf, die dem wortkargen Derek, oftmals die Leviten ließ. Auch, wenn das Buch die Rollenbilder des starken Mannes und der zarten Frau, beibehält, war Nicole auf ihre Weise eine starke Figur mit eigenen Motiven und Beweggründen.

Derek Sutherland fand ich als Charakter spannend. Trotz selbstbewusstem Auftreten und Sturkopf, besaß er eine innerliche Zerrissenheit. Einerseits zeichnete ihn seine ungesunde Beziehung zum Alkohol, andererseits seine Familienkonflikte. Dass er sich selbst als Schuft und Taugenichts sah, verlieh seinem Charakter einen interessanten Zug. Dadurch war er mehr als Sixpack und Muskeln, was mir zugegeben, ganz gut gefallen hat. Auch wenn sein Verhalten Nicole gegenüber nicht immer ganz einwandfrei war, so nahm er Rücksicht auf ihre Bedürfnisse und Wünsche.

Die erotischen Szenen waren romantisch, sinnlich und deutlich beschrieben. Manche Formulierung und gewisse Synonyme („Rute„) sorgten bei mir aber eher für Rumoren als Kribbeln im Bauch. Aber das ist nunmal Geschmackssache.

Deus ex machina

Natürlich steht die Liebesgeschichte im Vordergrund. Dennoch wurden am Ende einige Probleme derart problemlos von Autorenhand gelöst, dass man durchaus die Stirn gerunzelt hat. Da bereits vereinzelt in der Geschichte Hinweise zu streuen, würde manche plötzliche Wendungen nicht ganz so unglaubwürdig wirken lassen.

Auch die Nebencharaktere und Umstände waren oft mehr klischeehaft konstruiert und sollten das historische Setting unterstreichen, als dass sie besonders gelungen umgesetzt waren. Ich würde mir zwar Geschichten wünschen, die all das mit einer ordentlichen Liebesgeschichten und heißen Sexszenen verbinden, aber irgendwie ist das eben eher selten. Von dem her konnte ich es verschmerzen, weil ich ohnehin keine allzu hohen Erwartungen hatte.

Fazit:

Jepp, das Buch ist eine seichte Erotikromanze mit historischem Seefahrttouch. Ein ideales Badewannen oder Feierabendbuch. Wer anspruchsvollen Tiefgang und historisch ausgefeilte Abenteuer möchte, der sollte hier nicht zugreifen. Dennoch konnten mich die Charaktere, das Setting und das abenteuerliche Rennen insgesamt von sich überzeugen. Für Abwechslung und leichte Lektüre zwischendurch ist das Buch bestens geeignet. Die Kabbeleien zwischen Nicole und Derek waren erheiternd, Abenteuer und Romantik hielten sich die Waage und es knisterte beim Lesen angenehm in der Luft. Das Buch hat meine Erwartungen erfüllt und der zweite Band über Dereks Bruder Grant liegt auch schon hier.

Weitere Meinungen:


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Frankfurter Buchmesse 2018

Frankfurter Buchmesse 2018

Frankfurter Buchmesse 2018

Auch dieses Jahr lockte die Frankfurter Buchmesse wieder zahlreiche Besucher*innen an. Als Bücherliebhaberin ist das ein Event, was ich mir nicht entgehen lassen wollte. Mit knappen 2,5 Stunden liegt Frankfurt auch noch in bequemer Reichweite und mit dem Zug ging es vom beschaulichen Bamberg in die Messe-Metropole!

Am liebsten tummele ich mich immer in Halle 3.0 und 3.1 wo sich die großen Buchverlage tummeln. Carlsen, Piper, Droemer Knaur, Randomhouse, Bastei Lübbe usw.. Die Ullstein-Eule oder der Magellan Wal sind nur zwei Beispiele für die liebevoll gestalteten Verlagsaufbauten und Dekoideeen.

Neu für mich war außerdem, dass ich samstags im Cosplay unterwegs war. Und zwar als jüngere Version von Dolores Umbridge aus den Harry Potter Büchern. Als quietschrosa Bonbon mit Zauberstab herumzustöckeln und nervtötend zu kichern, hat mehr Spaß gemacht als erwartet. Das wird nicht das letzte Mal sein, dass ihr mich als pinken Plagegeist seht!

Einen ausführlichen Rückblick in bewegten Bildern gibt es in meinem Messe-Vlog:

Bücher über Bücher über Bücher

Vor lauter Messe kommt man kaum zum Bücher anschauen. Also so richtig anschauen, meine ich. Dennoch habe ich viele schöne Regale, interessante Cover und Buchneuheiten abgelichtet.

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Droemer Knaur

Eines meiner Messe-Highlights waren definitiv die Stopps beim Droemer Knaur Stand: Ob Bookplanetarium mit Markus Heitz, gemütlicher Plausch mit Liza Grimm oder ausgiebiges Quatschen mit Carrie Schnell und Kat Reid. Bei Droemer Knaur fühlte ich mich immer Willkommen und Bücher gab es natürlich auch zur Genüge zu begutachten. Die Virtual Reality Erfahrung zu Sebastians Fitzeks neuem Buch „Der Insasse“ machten auf jeden Fall Lust auf mehr. Zusätzlich zu diesen tollen Begegnungen habe ich auch „Doors: Dämmerung“ und eine Zaubertasse gewonnen.

Außerdem habe ich endlich Patricia persönlich kennengelernt, die für die Pressearbeit zuständig ist und auch die Kontakte mit Blogger*innen pflegt. Vielen lieben Dank für die schöne Zeit!

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Beeindruckende Vorträge & Lesungen

Es gab wieder Einiges zu sehen und zu hören.

Gleich zu Beginn diskutierten verschiedene Personen aus der Buchbranche über die schwindenden Zahlen von Buchverkäufen, den Wandel des Buchmarkts und des Leseverhaltens. Zusätzlich nannten sie mögliche Lösungen und neue Ideen. Das „Streiterinnen“ Panel mit Jagonda Warinc und Manja Präkels war sehr interessant und beide Sprecherinnen überzeugten durch klare, durchdachte Aussagen und Gedankenanstöße.

Sonntags moderierte Janine von „Großstadtmädchen“ eine Gesprächsrunde mit Autor*innen und Verlagen in der es um die Zusammenarbeit mit Buchblogger*innen, Booktuber*innen und Bookstagramer*innen ging. Unter anderem stellten sich Patricia von Droemer Knaur, Anette von Bastei Lübbe und Tomas von Coppenrath souverän verschiedenen Fragen. Es gab Einblicke hinter die Kulissen und nahm die Angst, auch als „kleinere“ Bloggerin große Verlage anzuschreiben.

Wie man als Selfpublisherin mit Fantasy begeistern kann, darüber diskutierten Mary Cronos, Emma K Sterlings und Juliana Fabula mit anschließender Kurzlesung und stellten sich zahlreichen Fragen aus dem Publikum. Sehr niedlich war die Frage einer jungen Leserin, die wissen wollte, warum die Charaktere bei Juliana oft nicht das machen, was sie sollen, obwohl Juliana doch selbst schreibt. Hihi. Das werden wohl nur Schreiberlinge selbst so richtig verstehen!

Außerdem besuchte ich die Preisverleihungen des Buchblog Awards und des Sweek „Schreib mit Dark Diamonds“ Wettbewerbs. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner*innen!

Mit gutem Gewissen Schokolade schnabulieren

Mehr oder minder zufällig stolperte ich beim Gespräch am Kulturstadion vorbei. Unter dem Motto „Kinder, die die Welt verändern“ lauschte ich beeindruckenden jungen Köpfen, die über ihre Arbeit bei Plant for the planet erzählten. Ich liebe „Die gute Schokolade„, wusste aber nur, dass man mit drei Tafeln hilft, einen Baum zu pflanzen. Mehr über die Arbeit dahinter und das junge Team zu erfahren, war spannend und großartig. Das Engagement dieser jungen Menschen ist absolut bewundernswert.

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Liebe Menschen

Das schönste an einer jeden Messe sind aber die Begegnungen. Egal, ob alte Freunde wiederzutreffen oder neue Bekanntschaften zu schließen. Die Gespräche, das gemeinsame Bücher-Feiern und die Leidenschaft und Literaturbegeisterung ist einfach ansteckend. Kein Wunder, dass danach der Messe-Blues droht. Umso besser, dass ich die meisten Begegnungen per Foto festgehalten habe!

Grüße gehen dabei auch raus an meine allerliebste Messe-WG. Gemeinsam mit Jen, Kaddi und Jessy – dem selbsternannten Chiller Squad – machten wir Pfannkuchen und Sushi, laberten bis spätnachts und lachten unheimlich viel. Zwar brauchten wir morgens ziemlich lange, um in die Gänge zu kommen, aber was soll man machen, wenn keine Kaffeemaschine im Airbnb ist?

Bei den vielen Begegnungen habe ich leider oft verschwitzt, Selfies zu machen, aber ich werde die Personen natürlich auch ohne Foto in lieber Erinnerung behalten.

 

Mein Fazit: Gerne wieder!

Ich bin ziemlich erschöpft, mein Schrittzähler glüht und meine Sinne sind gesättigt mit Eindrücken. Das bunte Buchmessechaos ist wunderbar und anstrengend. Dennoch: Mit viel Schlaf und einem heißen Bad sind die Erschöpfungen jedoch schnell vergessen und was bleibt sind die tollen Erinnerungen. Die Glückshormone, die Begeisterung und die vielen interessanten Gespräche und Erfahrungen. Auch, wenn ich nächstes Jahr vielleicht einen Tag weniger Messe-Wahnsinn einplane… oder mehr Pausen? Ach, seien wir ehrlich, wahrscheinlich werde ich wieder alle Tage wie elektrisiert rumwuseln und nicht genug bekommen können. So ist das eben.

Meine Beute!

 


Weitere Messerückblicke:
Videos:
Zu einzelnen Vorträgen/Veranstaltungen:
Babsi im Norden (Das erste Literaturcamp Hamburg)

Babsi im Norden (Das erste Literaturcamp Hamburg)

Babsi im Norden (Das erste Literaturcamp Hamburg)

Vor 2018 war ich noch nie in Hamburg! Ich war zwar schon in Fernost unterwegs, aber zuvor bin ich nie nördlicher gereist als Berlin. Eine wunderbare Gelegenheit, um das zu ändern war das erste Literaturcamp in Hamburg! Ich durfte bei Organisatorin Mareike (crowandkraken) und ihrem niedlichen Kater Loki nächtigen.

Ich könnte euch natürlich erzählen, wie schön alles war – Aber die Bilder und Eindrücke habe ich in einem Video zusammengeschnibbelt, damit ihr euch selbst einen Eindruck machen könnt.

Hoch oben im Norden

Für mich ging es dank früher Buchung im ICE in der ersten Klasse, knapp sechs Stunden, direkt von Bamberg bis nach Hamburg. Die Hinfahrt verlief angenehm und ruhig (Die Rückfahrt nicht, aber da war es nicht mehr so wichtig). Mareike und Nadine (Epilogues Blog) holten mich vom Bahnhof ab und gemeinsam machten wir es uns in Mareikes Butze gemütlich. Ich packte meinen Koffer aus, denn ich hatte Gastgeschenke mitgebracht – hauptsächlich für Kater Loki. Abends holten wir Vanessa (biblometasia) vom Bahnhof ab und machten es uns mit Tiefkühlpizza auf dem Sofa gemütlich.

Freitag

Da Mareike super früh rausmusste, haben Vanessa und ich zum Frühstück die Literakingdom WG von Bianca und Vera besucht, in der Jen zu Gast war. Nach Franzbrötchen, Kaffee und Nagellack ging es ab zum Aufbau! Ich hab an der Stelle einen kleinen Ausflug zum Bahnhof gemacht, um mich mit der wundervollen LaNoireSakura auf einen Kaffee zu treffen. Am liebsten hätte ich noch den ganzen Tag mit ihr gequatscht, aber ihr Zug fuhr und ich wollte zum Aufbau und mitanpacken.

Typisch Blobfisch…

Bin ich zwar an der richtigen Haltestelle ausgestiegen, aber zur falschen Kirche gelaufen. Also bin ich ein bisschen durch Hamburg geirrt, hab ein paar Fotos geknipst und als ich endlich an der Location ankam, war nicht mehr viel zu tun. Ups.

Das Litcamp fand in der Sankt Katharinen Kirche statt. Die Eröffnungssession direkt im Hauptschiff der Kirche, das Buntglasfenster vor Augen und die Orgel im Rücken. Das hatte schon was – auch wenn durch die besondere Örtlichkeit leider nicht alle Räume barrierfrei oder technisch ausgestattet waren.

Ein großes Plus war definitiv das „Awareness Team“ – falls sich jemand auf dem Litcamp angegriffen oder diskriminiert fühlte, bestand jederzeit die Möglichkeit über ein Nottelefon anzurufen. Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Diskriminierung hatten so keinen Platz. Glücklicherweise kam es zu keinen solchen Vorkommnissen, wofür alle Teilnehmer*innen nochmal gelobt werden sollten.

Samstag

Samstag hieß es: Früh aufstehen, damit wir pünktlich zum Frühstück frischen Kaffee abbekamen. Über Kaffee, Verpflegung in Form von Snacks, Brötchen, Obst und Kuchen, musste man sich keinerlei Gedanken machen, denn das Buffet war jederzeit prall gefüllt. Gestärkt und nervös ging es dann zur großen Eröffnungssession, der Vorstellungsrunde und der Sessionplanung. Gemeinsam mit Jen (Jenlovetoread) würde ich eine Session über „Aktives Zuhören & Gewaltfreie Kommunikation“ halten. Der Plan quillte über von verschiedensten Ideen und interessanten Themen. Und so hatte man die Qual der Wahl… Die genauen Session-Titel habe ich übrigens vergessen, weil ich das Gedächtnis eines Goldfisches hab. Blubb.

Session 1: Sketchnotes & Gemeinsam Schreiben

Hier habe ich ein bisschen gemogelt und bin als Barbarazzi durch die Hallen geschlichen. Ich habe den Anfang und das Ende von Anias Sketchnotes Session gehört und den Großteil bei Anne Zandt „Gemeinsam Schreiben“ gelauscht. Gemeinsam Schreiben ist durchaus eine Herausforderung. Manchmal aufwändiger als alleine und doch teilt sich die Arbeit auf, denn vier Augen sehen mehr als zwei. Dann gab es auch schon Mittagessen!

Session 2: Literaturagenturen

Die zweite Session hat mich brennden interessiert, denn es ging um Literaturagenturen. Kristina Langenbuch erzählte von den Abläufen hinter den Kulissen, den Schwierigkeiten und den Vorteilen einer Literaturagentur. Man sollte immer darauf achten, was die Agenturen im Exposé wollen, ob sie gerade Aufnahmestopp haben und es schadet nicht, wenn man bereits eigene Fans und Follower mitbringt – am Ende entscheidet aber trotzdem die Qualität des Manuskripts. Im Idealfall gibt es eine Auktion und der Text wird verschiedenen Verlagen angeboten, die sich darum streiten, wer veröffentlichen darf. Das letzte Wort hierbei, hat aber immer der*die Autor*in.

Session 3: Make Rezensionen great again

Buchblogger*innen, die sich Statistiken anschauen, wissen es vermutlich bereits. Rezensionen werden nicht so gut geklickt wie andere Beiträge. Aber warum? In der Runde wurde öffentlich über verschiedene Vorliebe, Objektivität und Subjektivität gesprochen. Fazit: Langfristig führen Rezensionen Besucher*innen auf den Blog. Wichtiger als Stilanalyse oder Länge, ist der persönliche Eindruck und die Gefühle, die das Buch in einem ausgelöst haben.

Session 4: Wie Autor*innen und Bloger*innen besser zusammenarbeiten können

Bei Autor Leon Sachs gab es wieder eine Diskussionsrunde, inklusive Brainstorming. Wie können Autor*innen und Blogger*innen besser zusammenarbeiten. Natürlich die Basics: Keine Massenmails, ehrliches Interesse, Vorab-Recherche (Welches Genre?) und zeitliche Flexibilität. Gleichzeitig die Ermutigung auch Blogtouren oder Interviews mit den Charakteren anzuregen, fernab von simplen „Buch gegen Rezension“.

Session 5: Aktives Zuhören & Gewaltfreie Kommunikation

Für mich gibt es nichts Schlimmeres als wenn Charaktere in Büchern nicht miteinander sprechen. GRAH! Dabei gibt es so viel, was in der normalen Kommunikation schiefgehen kann. Jen und ich erzählten daher etwas übers aktive Zuhören und die gewaltfreie Kommunikation. Da das ganze sehr spontan war und ich zumindest ziemlich müde, weiß ich gar nicht mehr so genau, was ich alles gesagt habe. Gefühlt habe ich mal wieder alle an die Wand geschwafelt, aber Kia hat da doch eine ganz ordentliches Sketchnote hinbekommen:

Der erste Tag war geschafft! Wir sind auf der Suche nach Essbarem zu einem Croque Restaurant gefahren. Auf dem Rückweg sind Janna und ich allerdings in die falsche S-Bahn gestiegen, mussten rennen und haben es gerade so noch zur Lesung von Magret Kindermann geschafft.

Sonntag

Nachdem wir Sonntag mit Mareike bis zum bitteren Ende geblieben sind, um alles für den Sonntag vorzubereiten, sind wir morgens zombiemäßig aus dem Bett gekrabbelt. Kaffee und Concealer übernahmen das Nötige und das Serotonin vom Vortag half dabei, wieder fit zu werden.

Session 1: Pause

Ich war immer noch hundemüde. Mich haben alle Sessions interessiert, aber letztlich habe ich in der Küche Stellung gehalten, ganz tief in meinen Kaffee geschaut und Energie für die kommenden Sessions getankt. Zwar hatte ich schon lange keine depressive Phase mehr, aber ich merke, wie leicht erschöpfbar ich immer noch bin. Ich habe gelernt, auf mich selbst Rücksicht zu nehmen und eben Pause zu machen, mir Ruhe zu gönnen, wenn ich diese brauche.

Session 2: Repräsentation in der Literatur

Damals auf dem Litcamp Heidelberg habe ich die spannende Session von Laura, Kira und Alisha verpasst – nicht dieses Mal. Zuerst erklärten diese drei wunderbaren Menschen die Basics – was ist Repräsentation, warum ist es wichtig own voices zu hören und warum brauchen wir mehr Repräsentation? Daraus entwickelte sich eine angeregte Diskussion.

Session 3: Psychologie – wie, wo, was?

Auf Nachfrage habe ich meine Session vom Litcamp Heidelberg 2018 zum Thema „Psychische Erkrankungen: Realität vs. Literatur“ wiederholt. Ich hatte sogar meine Notizen dabei und habe einige Dinge erzählt, die ich in Heidelberg zeitlich nicht mehr unterbekommen habe. Zum Beispiel die erschreckende Tatsache, dass Homosexualität erst seit 1991 nicht mehr offiziell als psychische Erkrankung in den Handbüchern steht. Genau nachlesen könnt ihr das alles *hier*.

Session 4: Tropenkrankheiten

Mareikes Mama ist einfach cool, weil sie Mareike großgezogen hat. Außerdem hat sie Kuchen gebacken. Unendlich viel Kuchen. Und sie hat in ihrer Session aus dem Nähkästchen über tropische Krankheiten gesprochen. Von Lepra, Malaria, Cholera bis hin zum Loa Loa und zum Medinawurm. Richtig schön eklig und unfassbar spannend!

 

Abschlussession

Besonders schön fand ich, dass Mareike sich Zeit genommen hat allen Beteiligten zu danken. Wirklich allen. Es sorgte für viel Applaus, gute Laune und hat einem nochmal vor Augen gehalten, was hinter den Kulissen alles passiert, damit so ein Event reibungslos über die Bühne geht.

Litcamp Blues

Schnief! Das Schlimmste am Litcamp ist, dass es viel zu schnell vorbeigeht. Man hat nie genug Zeit, all die Sessions zu sehen, die man anschauen will. Kann nie ausgiebig genug mit allen kuscheln und quatschen. Und die Stadt anschauen, naja, dafür hängt man am besten nochmal zwei Tage extra dran!

Obwohl das Wochenende anstrengend war, voller Informationen, Input und minus einen Batzen Schlaf – ich könnte das öfter machen. Zum Glück gibt es im Frühjahr schon wieder ein Literaturcamp in Heidelberg!

Am meisten vermisse ich wohl Mareike, Loki und die ganzen lieben Buchmenschen. Es ist so ein harmonisches Miteinander, ein buntes, kreatives Gewusel voller Nerdigkeit. Und gleichzeitig anspruchsvoll und lehrreich. So einen Mix bekommen wohl nur die wenigsten hin.

 

Ich ziehe meinen Hut vor der wunderbaren Organisation, den lieben Leuten und einem grandiosen 1. Litcamp Hamburg!
Dankeschön!


Weitere Rückblicke:

Zu den einzelnen Sessions:

[Rezension] Gedankenspeicher von Hannes Niederhausen

[Rezension] Gedankenspeicher von Hannes Niederhausen

[Rezension] Gedankenspeicher von Hannes Niederhausen

Gemeinsam mit dem sympathischen Hannes Niederhausen habe ich in Leipzig bei 9lesen auf der Bühne gestanden. Seine Kurzgeschichten sind amüsant, vielseitig und oft unerwartet. Als er mich fragte, ob ich seine SciFi-Krimi-Novelle lesen möchte, habe ich deswegen gleich „Ja!“ gerufen. Vielen Dank für das Printexemplar, Hannes! Wie mir sein Buch gefallen hat? Das erfahrt ihr hier!


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  • Autor: Hannes Niederhausen
  • Titel: Gedankenspeicher
  • Genre: SciFi, Krimi Noir
  • 114 Seiten, TB: 7,99€ | Ebook: 2€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Die nahe Zukunft: Ein Konzern baut auf dem Mond in Bergwerken Wasser ab, um es teuer an die Erde zu verkaufen. Sie locken mit einem hohen Preisgeld, sollte man 5 Jahre Arbeit dort durchhalten. Doch Menschen verschwinden und sterben auf seltsame Art und Weise. Detektiv Karl Panzer heuert als Kumpel undercover auf dem Mond an, um den Machenschaften des Konzerns auf den Zahn zu fühlen. Abgeschottet von der Außenwelt ermittelt er auf der Station und weiß nicht, wem er da draußen im All trauen kann.


Meine Meinung:

Hannes Niederhausen hat einen angenehmen, bildhaften und dennoch unaufgeregten Erzählstil. Die Beschreibungen der Raumstation, des Bergwerks und der technischen Gerätschaften sind interessant und leicht verständlich – auch für SciFi-Skeptiker wie mich.

Normalerweise lese ich Science Fiction nicht wirklich gerne, der kriminalistische Aspekt hat mich jedoch interessiert. Mit knapp 114 Seiten bleibt natürlich kaum Platz einen wirklich ausgeklügelten, mehrschichtigen Kriminalroman zu schreiben. Dennoch erfuhren wir mehr über Hauptcharakter Karl Panzer und seine Vergangenheit. Nun würden viele sagen: Sich alleine und ohne Rückendeckung auf den Mond in die Höhle des Löwen schießen zu lassen, ist eine ziemlich dämliche Idee. Ist es auch. Panzers Gedankengänge waren nachvollziehbar, aber seine Handlungen und seine Art zu ermitteln kamen mir doch sehr plump vor. Dazu das nicht aufgearbeitete Trauma.

Auch, wenn die Enthüllung am Ende durchaus plötzlicher und anders kam als erwartet, war für mich bereits früh abzusehen, was wirklich geschieht. Das hätte man vielleicht noch etwas geschickter verschleiern können, denn so war es keine wirkliche Überraschung. Die Idee hinter dem Geheimnis wiederum finde ich viel spannender und hätte mir gerade da noch etwas mehr Einblicke gewünscht. So blieb es leider eine recht kurzweilige Erzählung, die Potenzial für einen längeren Roman gehabt hätte.

Die Atmosphäre auf dem Mond und in der Station, das futuristische Gruseln ist sehr gut gelungen. Die Raumstation hatte etwas Beklemmendes und Feindliches und das ist sehr gut rüberkommen. Ich glaube, ich wäre nach Tag 1 abgehauen.

Fazit:

Die Geschichte bietet kurzweilige Unterhaltung, einen angenehmen Schreibstil und interessante Ideen. Fans von kurzen Kriminalgeschichten und Science Fiction Novellen dürfen beherzt zugreifen.

Weitere Meinungen:

Du hast eine Rezension zu „Gedankenspeicher“ geschrieben? Sag mir gerne Bescheid, damit ich dich hier verlinken kann.


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(Blogtour) Die magischen Wesen aus „Das steinerne Schloss“ von Anna Weydt

(Blogtour) Die magischen Wesen aus „Das steinerne Schloss“ von Anna Weydt

Die magischen Wesen aus „Das steinerne Schloss“ von Anna Weydt

Ahoi ihr Lieben!

Willkommen zum letzten Stopp der Blogtour. Ich stelle euch heute die magischen Wesen aus „Das steinerne Schloss“ von Anna Weydt vor!

 

Magische Wesen

Greif

Ein Greif ist ein mythologisches Geschöpf, das bereits in vielen Büchern eine Heimat gefunden hat. Seidenschnabel aus der Harry Potter Reihe dürfte eines der bekanntesten Exemplare sein. In der Rollenspielreihe „Das schwarze Auge“ ist der Gott Praios eine Greif. Greife haben einen Vogelkopf, Flügel und einen Löwenkörper. Es gibt Abwandlungen in denen nur die Hinterläufe die eines Löwen sind. Sind die Hinterbeine die von Pferden – wie bei Seidenschnabel – spricht man von einem Hippogreif.

http://kulturschnitte.de/Rollenspiel/Bobbel/alveran.htm

Mit ihren Flügeln erobern sie den Himmel und mit ihren scharfen Pranken haschen sie nach ihrer Beute. Überall werden Greife als majestätische und mächtige Geschöpfe bewundert. Sie gelten als intelligent, stolz und eigensinnig. Gelingt es einem Menschen, die Gunst eines Greifen zu erlangen, so darf er vielleicht eine Runde auf dem breiten Rücken mitfliegen.

Sie hörte Krallen über den Boden schaben, und kurz darauf schob sich ein gefiederter Kopf in ihr Sichtfeld. Eilig wollte sie sich abwenden, doch die goldenen Augen des Greifen bannten sie an Ort und Stelle. Sie bewegte sich nicht, und auch er verharrte einen Herzschlag lang. Dann begann er sich an ihrer Hand zu reiben. Dabei schnurrte er so laut wie ein alter Dieselmotor und knabberte mit seinem Schnabel an ihrer Hand. Charlie grub ihre Finger in den fedrigen Kopf, was den Greifen nur noch lauter schnurren ließ.

Protagonistin Charlie begegnet im Buch recht früh einem Vertreter dieser Rasse und lernt: „Die Weibchen haben bunte [Federn], die Männchen schwarze.“ Greife sind der menschlichen Sprache nicht mächtig, sind jedoch intelligent genug, um Menschen zu verstehen und durch ziepen, zwicken und kuscheln zu kommunizieren.

 


Ghul

Ein schattenartiges Wesen mit stacheligem Schwanz, das krabbelt und kriecht oder auf seinen hufigen Hinterläufen geht. Sein Biss kann für normale Menschen tödlich sein, wenn er nicht sofort behandelt wird. Dieser Kreatur will man weder tags noch nachts begegnen!

Über den Lärm hinweg hörte sie sein Geifern, roch den faulen Hauch, der ihn umgab. Wie in Zeitlupe sah sie das Wesen auf allen Vieren mit verdrehtem Gang bis zur Kante des Bahnsteigs rennen – und abspringen. (…) Gleich würde der Ghul über sie herfallen, sie zerreißen, mit seinem stacheligen Schwanz würgen, wie er es schon im Altenheim hatte tun wollen.

Ghule gelten in der persisch-arabischen Mythologie als sehr gefährliche Dämonen, finden sich jedoch in vielen Kultur- und Mythologiekreisen wieder. Durch die „Geschichten aus tausenduneiner Nacht“ erlangten sie weltweite Popularität und bevölkern seither zahlreiche Bücher, Filme und Serien. Wie Zombies haben sie oft großen Hunger auf Menschenfleisch und gelten als eher einfältig. Jedoch sind Ghule im Gegensatz zu Zombies oder Wiedergängern nie Menschen gewesen.


Hydra

Das Wesen war eine Schlange – zumindest, wenn man davon absah, dass es mehr als sieben Köpfe besaß, die sie alle mit einer Intensität anstarrten, die ihr angst und bange werden ließ.

Die vielen Augen der Hydra zogen sich zu schmalen Schlitzen zusammen. „Dir steht die Wahl nicht frei, Trägerin. Du kannsssst dich entscheiden: Entweder du kommsssst mit, oder deiner Familie wird essss schlecht ergehen.“

Auch die Hydra ist ein Wesen aus der griechischen Mythologie. Für jeden Kopf, den man ihr abschlägt, wächst einer nach. Will man das wirklich ausprobieren, wenn man keine Superkräfte wie Hercules hat? Jedenfalls ist die Hamburger Hydra auch in dieser Erzählung keine freundliche Gestalt, sondern arbeitet gegen unsere Helden Charlie.

 


Harpye

Harpyen gibt es auch in Hamburg! Von Griechenland aus haben sich diese Vogelwesen inzwischen überall ausgebreitet. Scharfe Klauen, Flügel und ihr elsterngleiches Wesen machen sie zu hartnäckigen Feinden. Wer einen Schatz aus ihren gut bewachten Nestern stibitzen will, sollte sich vor diesen launischen Kreaturen hüten! Ihr natürlichen Erzfeinde sind die Greifen.

Behutsam bahnte sie sich ihren Weg über die verschmolzenen Metallgegenstände, die den Boden und die Wände des Nestes bildeten. (…) Stattdessen flogen sie hinein und heraus. /

Sie hatte sich mit ihren Vogelkrallen an den Rand des Nestes gekrallt. (…) Ihr Blick aus reptilienartigen Augen (…). Das Wesen hatte in etwa die Größe eines Menschen. Mit Ausnahme des menschlichen Kopfs glich die Harpyie ansonsten aber eher einem Vogel.

Wusstet ihr, dass Harpyen in „Das steinerne Schloss“ wie Fledermäuse über Kopf schlafen? Irgendwie niedlich. Zumindest solange bis sie aufwachen! Ihre Flügel können sie zumindest für kurze Zeit in menschliche Arme verwandeln, um besser Dinge greifen zu können.

„Was tut ihr hier?“, fragte sie mit einer Stimme wie der Wind selbst. Sie klang so fremd, dass Charlie ein kalter Schauer über den Rücken lief.


Weitere Wesen

In Anna Weydst Buchwelt wimmelt es nur so von Kreaturen! Natürlich kann nicht jedes Wesen eine wichtige Rolle einnehmen und viel Platz im Buch klauen, denn schließlich geht es um unsere menschliche, aber besondere Charlie! Vorenthalten möchte ich sie euch dennoch nicht. Einigen magischen Wesen werdet ihr nur begegnen, wenn ihr das Buch selbst lest…

Baby-Kraken?

[Die Kreatur] ähnelte einem Oktopus. Einem Oktopus, der extrem viele, extrem scharfe Zähne zu haben schien. (…) Das Vieh war total auf sie fixiert(…) und streckte seine Tentakel nach ihr aus. Er riss sein Maul auf, und Charlie stockte der Atem: Hinter der vorderen Reihe Zähne rotierten in seinem Rachen fünf weitere.

Ich möchte eins! Ob das ein Baby-Kraken ist?

Drachen

Sie gehören zu den bedrohlichsten Kreaturen der Welt in „Das steinerne Schloss“.

Ein Kreischen durchbrach die Stille der Nacht. Es klang wie tausend Stimmen, gefangen in einer. (…) „Das war ein Drache. Verflucht, das macht es uns schwerer. Drachen sind ein ganz anderes Kaliber als Ghule und Vampire.“

Vor ihnen stand ein einzelner Mann auf der Straße. Er war wie aus dem Nichts erschienen, hatte seine Finger in die Gürtelschlaufen gehängt und starrte sie aus rot glühenden Augen an.

Fee

Feen spielen in „Das steinerne Schloss“ keine allzu große Rolle. Sie sind klein und verstecken sich gerne in Bücherregalen. Sie sind liebreizend und flirten gern.

Irrlicht

„(…) Irrlichter haben nur dann einen freien Willen, wenn sie in der Nähe eines Moores sind. Ansonsten sind sie wie schwebende Glühbirnen.“

 

„Das steinerne Schloss“ lohnt sich nicht nur wegen Magie, ein bisschen Romantik und Action, sondern auch um die beeindruckende Riege an magischen Kreaturen besser kennen zu lernen. Zu viel wollte ich nämlich nicht verraten, denn einige dieser Kreaturen spielen wichtige Rollen im Buch.


Gewinnspiel:

Natürlich gibt es auch ein Gewinnspiel! Es läuft vom 13.09 bis zum 18.09 um 23:59 Uhr. Die Gewinner werden am 19.09 von Anna Weydt bekannt gegeben (Teilnahmebedingungen).

Was müsst ihr tun? Besucht diesen Beitrag von Anna Weydt und macht den Test, welcher euer magische Begleiter sein wird. (Den Test findet ihr hier.)

Die Beiträge zur Blogtour


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Das Buch

  • Autorin: Anna Weydt
  • Titel: Das steinerne Schloss
  • Verlag: books2read
  • Genre: Urban Fantasy
  • 323 Seiten, Ebook: 0,99€
  • auf amazon* anschauen

Worum geht’s?
Die Hamburger Studentin Charlie vergisst den Talisman ihres Großvaters eigentlich nie. Als es trotzdem eines Abends passiert, werden sie und ihr Dozent von einer schattenartigen Kreatur gejagt und verletzt. Ein mysteriöser junger Mann, der auf einem Greif reitet, kommt ihnen zu Hilfe. Damit wird Charlie in eine magische Parallelgesellschaft und einen uralten Kampf verwickelt, in dem sie selbst noch eine große Rolle spielen soll. Doch jeder verbirgt Geheimnisse und hat eigene Interessen und Charlie scheint der Schlüssel zu sein – wem kann Charlie vertrauen?


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[Rezension] Dein Paradies wächst von Julia von Rein-Hrubesch

[Rezension] Dein Paradies wächst von Julia von Rein-Hrubesch

Von der lieben Julia von Rein-Hrubesch habe ich bereits „Das Flüstern der Pappeln“ gelesen. Schon da mochte ich ihre Art mit Worten zu malen und in wenigen Seiten eine Geschichte zu erzählen, die reichhaltiger ist als manch 600 Seiten Wälzer. Mit „Dein Paradies wächst“ legt sie eine phantastische Erzählung vor, auf die ich mich schon sehr gefreut habe.

Julia von Rein-Hrubesch: Dein Paradies wächst


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  • Titel: Dein Paradies wächst
  • Autorin: Julia von Rein-Hrubesch
  • Verlag: TWENTYSIX
  • Genre: Novelle, Phantastik
  • 60 Seiten, Taschenbuch: 6,99€
  • auf amazon* kaufen

Worum geht’s?
Wir begleiten ein mysteriöses Wesen, der wartet und Leute beobachtet und wartet. Er beobachtet ein junges Mädchen, das fast jeden Tag an den Strand kommt, um aus einem Buch zu lesen. Bald gesellt sich ein herrenloser Hund zu ihr. Beide wissen nicht von dem Beobachter, von den Geheimnissen des anderen und nicht, dass es schon zu spät sein könnte.


 

Meine Meinung:

Wie beschreibt man ein Buch, das gerade mal 60 Seiten hat, ohne zu viel zu verraten? Wie beschreibe ich die vielen Gefühle und Gedanken, die diese Lektüre ausgelöst hat? Binnen einer Zugfahrt hatte ich dieses Geschichte verschlungen. Sie hat nachgehallt.

Ich denke ich beginne damit, wieder Julias wunderbaren Schreibstil hervorzuheben. Ich liebe ihre Art, Geschichten zu erzählen. Mit wenigen präzise gesetzten Worten ein Universum vor dem inneren Auge zu malen. Sätze, die im Gedächtnis bleiben. Sätze, die man mehrmals lesen möchte. Viel zwischen den Zeilen und doch eindeutig.

Die Menschen denken, sie sinken in die Tiefe. Dabei steigen sie hinauf.

Diese Geschichte ist ungewöhnlich, phantastisch und doch vielleicht irgendwo alltäglich. Durch die Augen des mysteriösen Beobachters gehen wir dem Schicksal und dem Leben eines Mädchens auf den Grund. Obwohl wir nur 60 Seiten dafür haben, entsteht ein kleiner Mensch. Ein Leben. Eine Geschichte.

Winziges Wehmütströpfchen sind ein paar Editierfehler, die bei der Endkorrektur wohl durchgeflutscht sind.

Bei dieser Rezension weiß ich wirklich nicht genau, was ich schreiben soll. Die Geschichte hat mich tief berührt, mich bewegt und nachdenklich gemacht. Ich will darüber reden, rätseln und philosophieren. Ich möchte sie nochmal lesen, um nach Details zu suchen, nach Hinweisen, um das Puzzle zu vervollständigen. Ganz klar: Wer eine linear erzählte Geschichte mit klassischen Fantasyelementen lesen will, bei der am Ende alle offenen Fragen geklärt sind, der sollte sich eine andere Lektüre suchen. Denn Julias Geschichte ist anders, besonders.

Auch, wenn die Andeutungen zunehmen, wenn vieles im Nachhinein zusammenpasst, bleiben einige Teile des Bildes weiß. Man fragt sich, was passiert ist. Und als ich das Buch beendet hatte, habe ich mich erstmal verwirrt gefühlt. „Hä?„, dachte ich und wusste trotzdem, dass es schön war. Traurig-schön. Berührend. Aufwühlend. Es war nicht so wirr, dass man es mit Stirnrunzeln zuklappt und sich fragt, was der Autor geraucht hat. Es war bizarr, ungewöhnlich und inspirierend. Eine kreative Art und Weise, eine Geschichte zu erzählen. Eine unvollständige Perspektive.

Mein Fazit:

Du willst eine ungewöhnliche Geschichte, die berührt? Eine Geschichte mit bildhafter Sprache, die nachdenklich und ruhig ist? Ein literarischer Ausflug, der berührt und so ganz anders ist? Dann greife beherzt zu. Man muss sich darauf einlassen können. Mich hat „Dein Paradies wächst“ überrollt wie eine Welle. Ich wurde aufgewühlt und denke immer noch viel über diese 60 Seiten und ihre Bedeutung nach. Das Buch hat mich bewegt und ergriffen. Und es gehört – so seltsam es auch ist – jetzt schon zu meinen Jahresfavoriten. Ich würde mir wünschen, dass viele Leute es lesen. Denn ich möchte mit jemandem über dieses Buch philosophieren können.

Weitere Meinungen:

 


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[Rezension] Psyche? Hat doch jeder! von Lena Kuhlmann

[Rezension] Psyche? Hat doch jeder! von Lena Kuhlmann

Eine bloggende Psychotherapeutin? Irgendwie schäme ich mich ja schon, dass ich noch nicht früher über Lena Kuhlmann von freudmich gestolpert bin. Im Urlaub hat mir eine Bekannte von dem Buch vorgeschwärmt:

„Sag mal, Babsi, du studierst doch auch Psychologie, oder? Was hältst du von diesem Buch? Ich fand das soooo toll!

Ich habe mir den Klappentext durchgelesen, ein bisschen reingeblättert und war ziemlich angetan. Ein Psychologie Buch? Von einer jungen Autorin? Nicht über-esoterisch? Nicht reißerisch gegen Internet oder die Jugend von heute? Heureka!

Kaum war ich zuhause, flatterte auch schon eine Mail von der bezaubernden Anabelle (Stehlblüten) herein, die bei Eden Books ein Praktikum macht und bei dem Buch an mich denken musste. So habe ich dann ein Rezensionsexemplar und ein Buch zum Verlosen bekommen. Dankeschön!

Warum zur Hölle auf dem Bild oben eine Banane liegt und wie ihr ein Exemplar von diesem Buch gewinnen könnt, verrate ich euch am Ende des Beitrags!

Lena Kuhlmann: Psyche? Hat doch jeder!


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  • Titel: Psyche? Hat doch jeder
  • Autorin: Lena Kuhlmann
  • Verlag: Eden Books
  • Genre: Sachbuch, Psychologie
  • 256 Seiten, Ebook: 12,99€ | Paperback: 16,95€
  • auf amazon* anschauen

 

Worum geht’s?
Psychotherapeutin und Bloggerin Lena Kuhlmann will aufklären, hartnäckige Vorurteile aus der Welt schaffen und informieren. Über Psychotherapeuten, Depressionen, psychische Erkrankungen und alles drumherum. Liegt man apathisch und auf der Couch und spricht nur von seinen Eltern? Denkste! Wie spannend und vielseitig Psychologie ist und warum Schokolade zwar lecker ist, aber eben leider keine Depressionen heilt – all das erklärt Lena Kuhlmann in diesem Buch.


Meine Meinung:

Vorneweg: Ich fange in ca. einem Monat meinen Master in Psychologie an – für mich standen in dem Buch fast ausschließlich Dinge, die ich schon wusste. Für die meisten mag das Buch aber vor allem neue Erkenntnisse und Aha-Effekte beinhalten. 😉

Wir beginnen mit den Basics: Wie ist die Psychologie entstanden, welche Richtungen gibt es und wie unterscheiden die sich. Im zweiten Themenbereich geht es um Psychotherapeut, Psychologe, Psychosomatiker, Heilpraktiker. Behandlung mit oder ohne Medikamenten, Hilfe für Betroffene und Angehörige und die gängingen Krankheitsbilder. Zum Schluss gibt es noch einen Blick hinter die Kulissen der Psychotherapeuten.

Was mir besonders gut gefällt: Neben den Klassikern – Freud, Piaget, Bandura – bezieht Lena Kuhlmann auch soziale Medien, aktuelle Studien und Entwicklungen mit ein,  ohne sie zu verurteilen (wie es Manfred Spitzer gerne tut). Hintergrundwissen und Studien finde ich auch bei Sachbüchern unverzichtbar.

Für mich ist das einfach ein Zeichen von Qualität, denn viele Bücher rund ums Thema Geist und Gehirn sind gerne mal esoterische Meinungsbilder ohne wirkliche Fakten. In diesem Buch finden wir stattdessen Fachwissen, Fakten, angereichert mit persönlichen Erfahrungen aus dem Psychotherapie-Alltag.

Du psycho, ich psycho, alle psycho.

Nicht zu ausführlich und doch ausführlich genug werden die verschiedenen Therapierichtungen, die Geschichte der Psychologie und einzelne Krankheitsbilder beleuchtet. Das Buch dient als Überblick und schneidet die meisten Themen nur an. Zwar verstecken sich viele Weisheiten, hilfreiche Gedankenanstöße und einige Therapieansätze darin, aber wer sich genauer über ein bestimmtes Störungsbild informieren will, der muss noch weitere Bücher kaufen.

Dieses Buch sagt alles, was ich in meiner Litcamp Session angesprochen habe, nochmal geordneter, ein bisschen ausführlicher und kompakt zum Nachlesen. Im Bachelor Psychologie hat man unter anderem Wahrnehmungspsychologie, Motivation & Emotion, Entwicklungspsychologie, Psychopathologie, Gesundheitspsychologie und klinische Psychologie. Papageno-Effekt, Werther-Effekt, Übetragung, Kleiner Albert… Alle diese Bereiche werden im Buch zumindest angeschnitten und einige Worte dazu gesagt. Das finde ich für ein Buch mit knapp 256 Seiten echt beachtlich! (Lena Kuhlmann kann sich definitiv kürzer fassen als ich, hihi!)

Serotonin beim Lesen!

Und deswegen macht mich dieses Buch auch so rundum zufrieden und glücklich. Als Betroffene von Depressionen und Psychologie Studentin kann ich dieses Buch guten Gewissens absegnen und weiterempfehlen. Denn es klärt auf und baut Vorurteile ab, räumt mit Missverständnissen auf und gibt genug Einblick in die Marterie um ein Grundgefühl zu bekommen.

Dazu ist es schön gestaltet, sinnvoll und übersichtlich in kleine Wissenshäppchen gegliedert und gut geschrieben. Neben vollendeten Tatsachen gibt Lena Kuhlmann kein Allheilmittel – denn das gibt es nicht – sondern gibt viele Gedankenanstöße.

Da ich auch schon viele fragwürdige Bücher von Psycholog*innen gelesen habe bzw. seltsame Meinungen und Persönlichkeiten getroffen habe, bin ich zuversichtlich, dass Lena Kuhlmann mit ihrem Buch und ihrem Blog gute Arbeit leistet. Hirn, Herz und Gefühle stehen in diesem Buch im Vordergrund, nicht die Person hinter dem Buch.

Außerdem teile ich viele Ansichten der Autorin – denn sie schreckt nicht davor, auch ganz klar die Probleme beim Namen zu nennen: Die ewig langen Wartezeiten, die miesen Bedingungen bei der Ausbildung zum Psychotherapeuten. Genauso wie sie wünsche ich mir, dass die Menschen irgendwann so selbstverständlich und regelmäßig zum Psychologen gehen können wie zum Hausarzt. Denn immer erst dann helfen, wenn es eigentlich schon richtig schlimm ist – da sind wir uns wohl alle einig – ist nicht so prickelnd. Auch VR Brillen zur Angstexposition kann ich mir gut vorstellen!

Versprochen ist versprochen

Kommen wir nun zum Hintergrund des doch leicht befremdlichen Fotos und zum Gewinnspiel!

Schrauben locker? Nicht mehr alle Tassen im Schrank? Vollkommen Banane? – Ja, die Gegenstände auf dem Foto wirken neben dem Buch auf den ersten Blick etwas deplatziert und willkürlich. Andererseits haben wir ziemlich viele Synonyme fürs „verrückt sein“ – aber hey, wer von euch würde sich als vollkommen normal bezeichnen?

Außerdem ist die Bananen tatsächlich ein kleiner Insider für alle, die in Bamberg studieren und die Vorlesung bei Professor Carbon besuchen. Seine Folien zur Gestaltpsychologie inklusive mühevoll ausgewählter Schnappschüsse von Bananen (wegen dem nervigen Copyright bei Stockfotos etc!) sind wohl legendär. Banane im Dunkeln, Banane hinterm Wasserglas, Banane von oben, Banane in rot, Banane in schwarz-weiß… Liebe Grüße an dieser Stelle!

Das Gewinnspiel ist diesmal exklusiv auf Instagram zu finden!

Fazit:

Danke Lena Kuhlmann! Dieses Buch war dringend überfällig. Verständlich, unterhaltsam, kompakt – die wichtigsten Basics, das wichtigste Wissen über psychologische Grundlagen in einem schmucken Buch verpackt. Ich würde mir wünschen, dass dieses Buch zum Kanon gehört. Jedenfalls, wenn ich mir die Leute anschaue, die noch Witze über Suizide machen oder Menschen mit psychischen Erkrankungen raten „Sie sollen sich zusammenreißen“.

Allgemeinwissen für jeden. Jeeeeeeedeeeeen. Ja, auch für dich. Wer sich schon mit Psychologie und psychischen Erkrankungen auseinandergesetzt hat oder gar Psychologie studiert, der wird in dem Buch eher bestätigend nicken und laut „Ja“ ausrufen, als Neues zu lernen. Aber das ist auch mal ganz schön. Volle Punktzahl von mir für dieses Buch!

Zusätzlich möchte ich mich dem Ende des Buches anschließen und diesen Beitrag nicht mit einem Punkt, sondern mit einem Zeichen der Mental Health Bewegung und der Hoffnung abschließen ;

Weitere Meinungen:


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