Kategorie: Mystery

[Dunkle Spuren] Die Slender Man Mädchen

[Dunkle Spuren] Die Slender Man Mädchen

Ich habe schon länger kein True Crime/Mystery Video mehr gemacht. Für viele Fälle liegen sehr wenige Informationen vor und bei anderen habe ich das Gefühl, dass sie komplett in den Medien ausgerollt wurden.

Ein besonders interessanter Fall hat jedoch vor kurzem einen „Abschluss“ gefunden, weil das abschließende Gerichtsurteil verkündet wurde. Für mich ein guter Anlass, um darüber zu berichten.

Wer von euch kennt Slender Man?

Slender Man ist eine mysteriöse Internetkreatur. Frei erfunden, verewigt auf Fotomontage und durch Creepy Pastas (Creepy + Copy and Paste = Horrorgeschichten, die im Internet verbreitet werden) berühmt geworden.

Er ist ein übernatürliches großes Wesen ohne Gesicht und mit langen, tentakelartigen Gliedmaßen. Schwarz gekleidet lauert er zwischen Bäumen oder im Gebüsch und entführt hauptsächlich junge Kinder, um sie grausam zu töten.

Der „Tulpa Effekt„, Teil der tibetanischen Mythologie, bezeichnet Kreaturen/Dinge/Ereignisse, die durch reine Gedankenkraft und Glauben tatsächlich entstehen. So müsste man nur fest genug an etwas glauben und der Gedanke würde sich manifestieren. Ein Konzept, das ich in meiner Geschichte Projekt Save Our Souls übrigens auch aufgegriffen habe.

Heißt das Slender Man existiert wirklich?

Tja, das weiß man nicht. Genau so wenig wie man sicher sein kann, ob der Yeti oder der Jersey Devil oder Nessi existieren. Slender Man wurde auf jeden Fall bewusst erfunden, während beispielsweise der Yeti oder Nessi sich über Jahrhunderte durch Sichtungen und Berichte entwickelt haben.

Dass eine fiktive Kreatur jedoch Einfluss auf unsere Leben nehmen kann, zeigt der Fall, den ich euch im neuen Video vorstelle. Für Slender Man waren zwei junge Mädchen bereit, ihre beste Freundin zu verraten:

Interview Mary Cronos #03 – Schottische Mythologie

Interview Mary Cronos #03 – Schottische Mythologie

Ich darf euch zu einem neuen Interview begrüßen! Mary Cronos, die mir schon für zwei Videos Rede und Antwort gestanden hat, hat mir ein paar Fragen zu ihrem neuen Buch beantwortet. Zum Release von „Houston Hall – Schatten der Vergangenheit“ wollen wir uns ein bisschen genauer ansehen, was diesen Titel so besonders macht. Tauchen wir also ab in die faszinierende Welt der schottischen Mythologie…

Schottische Mythologie spielt eine wichtige Rolle in deinem Buch – griechische oder nordische Mythologie, das sieht man häufiger. Wie bist du auf genau dieses Thema gestoßen?

Mary: Als diese Geschichte vor vielen Jahren (beinah so alt wie Nafishurs Idee) geboren wurde, da wusste ich noch gar nicht, wo sie spielen sollte. Zu dieser Zeit war sie noch viel, viel allgemeiner gehalten. Aus heutiger Sicht erschreckend simpel. Als ich dann einen passenden Ort finden wollte, war mir nur klar, dass die Geschichte nach UK gehört. Ich schloss die Augen und zeigte blind auf einen Ort (zum Glück habe ich nicht die Nordsee getroffen): Dirleton. Damit war mit wachsender Komplexität der Geschichte klar, dass es um schottische/keltische Mythologie gehen muss.

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Dirleton Castle © visitscotland.com

 

Warst du schonmal in Schottland?

Bisher leider noch nicht. Für Houston Hall habe ich das große Glück gehabt, eine liebe Freundin auf Schottlandreise zu haben, die sich einen Tag nimmt, um meine Locations für mich kennenzulernen. So habe ich trotzdem Flyer, Fotos und Berichte von der Gegend, die unschätzbar wertvoll für mich waren.

Nichts desto trotz steht Schottland auf meiner Reise-Liste und wird von mir hoffentlich so bald als möglich besichtigt.

Hast du auch schottische Märchen und Sagen gelesen?

Ich habe tatsächlich viele Sagengestalten kennengelernt während meiner Recherchen. Einige davon haben es in mein Buch geschafft: Zum Beispiel die Baobhan Sith und die Ceasg, oder auch die Kelpies und Selkies.

Ganze Märchen oder Sagen habe ich nicht gelesen. Wohl aber von einigen Geschichten gehört, die ich gerne noch lesen würde. Sollte es zu Houston Hall einen zweiten Teil geben, dann würde ich eine solche gern deutlicher einbinden. Und bis es soweit ist, habe ich zum Glück noch einen Moment, um mich zu entscheiden.

Die meisten Wesen und auch Legenden, von denen ich las, sind eng mit dem Meer oder den Wäldern verbunden – in jedem Fall mit der Natur. Es scheint beinah so, als gäbe es nichts, das keine Bedeutung hat: Bestimmte Elemente, Farben, Bäume, Gesteine, Tiere. Das ist unglaublich inspirierend.

Unter Selkies und Kelpies kann ich mir noch grob etwas vorstellen, aber was sind Ceasg und Baobhan Sith?

Eine Ceasg würden wir wohl am ehesten als eine Meerjungfrau bezeichnen. Es gibt viele Wesen, die man in der Nordsee gesehen haben will. Die Kelpies und Selkies gehören auch dazu. Aber die Ceasg scheint von allen die freundlichste Gestalt zu sein. Halb Frau, halb Lachs, erfüllt sie dem, der sie fängt, drei Wünsche. Man kann sich vorstellen, dass es dementsprechend schwer ist, eine Ceasg zu fangen. Im Gegensatz zu den anderen Wesen habe ich zu ihr verhältnismäßig wenig gefunden. Um so spannender fand ich den Gedanken, mit ihrer Legende zu arbeiten und sie noch etwas … auszuschmücken.

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© Nsey Benajah on Unsplash

Kelpies sind – vor allem im Kontrast zur Ceasg – ziemlich niederträchtige Geschöpfe. Sie sind halb Pferd, halb Fisch (manchmal auch nur Pferd) und bieten Wanderern heimtückisch ihre Hilfe an, um das Wasser zu überqueren. Nimmt der Wanderer die „Hilfe“ an, war das seine letzte Entscheidung. Denn die netten Tierchen ertränken ihren Reiter und fressen ihn im Anschluss.

Selkies sind auch eher friedlich. Sie sind Robben, die an Land kommen können, ihr Fell ablegen und dann zu Menschen werden. Die meisten Selkiegeschichten, die ich gelesen habe, waren ziemlich traurig und haben mich irgendwie an Arielle erinnert.

Zuletzt wäre da noch die Baobhan Sith. Sie ist die schottische Version eines Vampirs. Diese besondere Version ist in vielen Punkten anders: Es gibt nur weibliche Baobhan Sith. Ein gebissener Mann stirbt, eine gebissene Frau wird verwandelt. Die Baobhan Sith sollen außergewöhnlich schön und harmlos aussehen und meist grün tragen – als Sinnbild ihrer Naturverbundenheit. Sie scheinen keineswegs Einzelgängerinnen zu sein. Der Blutdurst und die Jagd bei Nacht sind uns dafür aber nur zu vertraut.

Welche Parallelen bestehen z.B. zur europäischen Mythologie und worin liegen die Unterschiede?

Eine sehr gute Frage. Ich fürchte, dass ich im Grunde nicht qualifiziert genug bin, um mich dazu kompetent zu äußern. Also kann ich Dir nur meine persönlichen Entdeckungen verraten.

„Europäische Mythologie“ ist ein schwieriger Begriff. Das heutige Europa gab es so nicht, als all die Mythen und Legenden entstanden und tradiert wurden. Es gab die keltische und die germanische Mythologie, die römische und griechische. In der antiken Welt von Athen und Rom gab es vor allem die Götterfamilie, den Olymp. Hier haben die Römer fleißig bei den Griechen geklaut. Als sich das Römische Reich dann weiter ausbreitete und erst auf die Germanen und später die Kelten stieß, vermischten sich die verschiedenen Religionen und Legenden. Dann mischte sich noch das Christentum dazwischen und letztlich geschah, was auch heute passiert: Ein Kult eignete sich Ideen eines anderen Kults an. Eine Kultur bereichert sich an den Geschichten der anderen.

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© Sweet Ice Cream Photography on Unsplash

Ich habe so viele Artikel gelesen, in denen von Gottheiten die Rede ist, die jeweils einer ursprünglich anderen Religion zuzuordnen sind. So ist es auch bei den Sagengestalten. Gerade die Inselkelten trugen ihre Geschichten weiter. Die Namen veränderten sich leicht, aber die Geschichten blieben.

Im übrigens war das eine Besonderheit, wie ich finde: Im alten Rom oder in Griechenland wurden Mythen und Legenden von großen Geschichtsschreibern niedergeschrieben. Die Sagen der Kelten sind vor allem mündlich tradiert worden. Das erklärt auch die vielen Variationen der Geschichten. Außerdem kann man die Anderwelt der Kelten nicht mit dem Jenseits der Antike vergleichen. Aber das führt zu weit. 😊

Welches mythologische Wesen findest du am faszinierendsten?

Oh, das ist schwer. Das kann ich gar nicht so ohne weiteres sagen. Vier habe ich Dir ja eben vorgestellt. Jedes einzelne von ihnen ist spannend und ich wüsste zu gern mehr über diese Wesen.

Und dabei sind das nur die wenigen, die ich in Houston Hall erwähne. Es gibt noch so viele mehr. Allein die verschiedenen Versionen von Kobolden sind klasse!

Wie schon erwähnt, fasziniert mich die Ceasg. Schon allein, weil ich zu ihr die wenigsten Informationen gefunden habe. Die Baobhan Sith ist aber mindestens genauso interessant. Knuffig finde ich auch die Pucas. Wobei mich der Name irgendwie an ein Pokemon erinnert. Ein Puka ist eine Art Kobold. Er kann die Gestalt wechseln und manchmal beherrscht er auch die Sprache der Menschen. Er treibt vor allem (eher harmlosen) Schabernack, ab und an ringt er sich aber auch durch, Menschen zu warnen und ihnen so zu helfen.

 

Gibt es eine andere Mythologie, die du unbedingt in einem deiner nächsten Werke unterbringen möchtest?

Unzählige! Wir Fantasyautoren hoffen immer noch, wirklich und wahrhaft neues zu erfinden. Und doch musste ich immer wieder feststellen, dass ich nicht die erste war, die sich bestimmte Dinge ausgedacht hat. All die verschiedenen Mythologien, Sagen, Legenden, Religionen auf der Welt bieten Stoff für unzählige weitere Bücher.

Als jemand, der beinah zwanzig Jahre ihres Lebens mit toten Sprachen zugebracht hat, bin ich gewillt, der römischen und griechischen Mythologie später mehr Zeit zu widmen. Dann könnte ich mir immerhin sagen, dass der Latein- und Alt-Griechisch-Unterricht nicht vollkommen umsonst war. 😛

 

Vielen Dank für das spannende Interview, liebe Mary!

Apropos: Wer mitliest, die Beiträge teilt und in den sozialen Medien den Hashtag #ReiseNachHoustonHall benutzt, hat die Chance auf ein prall gefülltes Goodie-Paket! Enthalten sind eine Leseprobe, Lesezeichen, Anthonys Lieblingstee, das Badesalz einer Ceasg im Houston Hall-Design und einer Weihnachtsleckerei aus Beatrix‘ Küche.

Und für die, die aufs Ganze gehen wollen: Am Ziel unserer Reise wird es ein Quiz geben – am 02.01. Wer vorher gut aufgepasst hat, hat dort die Chance, zusätzlich zu den tollen Goodies auch noch ein signiertes Printexemplar zu gewinnen! Also passt gut auf und kommt mit. Es lohnt sich!houstonhall

Die Blogtour:

 

Das Buch:

Houston Hall: Schatten der Vergangenheit“ erscheint am 02.01.2018 als Ebook* für 4,99€ und als Taschenbuch* für 16,99€ bei  feelings ebooks.
Inhalt: Der vom Leben gebeutelte Anthony lebt allein auf einem großen Anwesen in Schottland und sucht eine neue Haushälterin. Er findet sie in Mary, die mehr über sein mystisches Familiengeheimnis zu wissen scheint. Als schließlich jemand vor den Toren von Houston Hall steht, der eigentlich tot sein müsste, muss sich Anthony mit Marys Hilfe seiner gefährlichen Vergangenheit stellen. (Genre: Romantasy)

 


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Fünf unheimliche Orte, an denen es spuken soll

Fünf unheimliche Orte, an denen es spuken soll

Es ist endlich mal wieder Zeit für ein gruseliges Video. Heute stelle ich euch fünf Plätze vor, die berüchtigt für ihre Verspuktheit sind. Gefallen euch solche „Listen“ oder fändet ihr es besser, wenn ich mir ein Thema rausgreife und das genauer betrachte? Schreibt mir doch, was euch besser gefallen würde. ❤️

Viel Freude beim Anschauen!

Buchlabor: Warum sind Geister unheimlich?

Buchlabor: Warum sind Geister unheimlich?

Halloween ist vorbei, aber ich als alte Spuk- und Horrorfanatikerin beschäftige ich mich gerne ganzjährig mit dem Paranormalen. Umso besser, dass das erste Thema des „Buchlabors“ sich mit Geistern in der Literatur beschäftigt. Ich fürchte ich bin ein bisschen ins psychologische abgedriftet und am Ende habe ich mehr Film- als Buchbeispiele, aber ich hoffe, was ich sagen möchte, kommt rüber!

Was ist das Buchlabor?
Das Buchlabor entstand nach einem Vortrag von Eva-Maria Obermann auf dem Litcamp 2017 über Buchblogger und Literaturwissenschaft. Zwar wird die Buchblog-Szene vom Feuilleton oftmals belächelt, aber viele Blogger und Blogger*innen betreiben aufwändige Analysen, die weit über normale Kreisch-Rezensionen hinausgehen. Viele Blogger*innen studieren, beschäftigen sich eigentlich auch gerne tiefer mit der Literaturwissenschaft, aber schreiben kaum solche Beiträge. Daraus entstand der Plan ein bisschen mehr Wissenschaft in die Literaturszene der Blogger zu bringen. So kam es zu „Buchlabor„. Auf twitter auch unter dem Hashtag #litwipunk zu finden. Interessierte dürfen sich gerne auch an Eva wenden, wir freuen uns über weitere „Forscher“.

  • Eva beleuchtet auf Schreibtrieb einige Spukgestalten *klick*
  • Marit von gedankenglas hat sich auch Gedanken gemacht *klick*

Geister! Geister! Geister!

Geister in der Literatur sind kein neuzeitliches Phänomen und nicht gebunden an fantastische Werke. Sie treten auch in Alltagserzählungen auf, an Orten, an denen man sie manchmal gar nicht erwartet. Manchmal wird lediglich angedeutet, dass man es als Leser*in mit einem Gespenst zu tun hatte. Warum sind Geister eigentlich unheimlich?

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Oftmals spielen Geister gar keine zentrale Rolle, aber in Oscar Wildes „Das Gespenst von Canterville„oder in Charles Dickens „Eine Weihnachtsgeschichte“ sind sie tatsächlich wichtige Akteure und keine blasse Andeutung. So sucht der Geist von Jacob Marley seinen ehemaligen Geschäftspartner, den wohl liebsten grantigen alten Mann der Geschichte, Ebenezer Scrooge heim und warnt ihn vor der Ankunft weiterer Geister. Und nach dieser spukreichen Nacht ist Scrooge wie verwandelt und krempelt sein Leben um, um nicht ebenfalls als Schreckensgestalt der Nacht seine Sünden als schwere Ketten durch die dunklen Gassen zu schleifen.

Geister, die den Lebenden den Weg weisen oder mahnend zeigen, was passiert, wenn man den rechten Weg verlässt – ein beliebtes Motiv.

Auch wenn sie als gruseliges Element genutzt werden, so kommen sie meist mit guten Absichten oder mit einer scheinbar göttlichen Mission. Manchmal auch, um sich das eigenes Gewissen reinzuwaschen. Das Gespenst von Canterville, respektive Sir Simon, wird erlöst, als die aufrichtige und gutherzige Virginia für sein Seelenheil betet. Alles halb so wild, also?
An den Tagen um Halloween und Allerheiligen gedenkt man der Toten, ehrt sie mit Blumen, Gebeten, verkleidet sich um böse Geister zu vertreiben und zündet Laternen an, die verlorenen Seelen den Weg weisen sollen. Der Glaube an Gut und Böse, die Angst vor bösen Geistern und das Gedenken an gute Geister zeigt diesen Zwiespalt.

Nun berichtet die Literatur nämlich auch von bösartigen, gefährlichen Geistern, die die Lebenden nicht etwa auf eine friedvolle Art heimsuchen und sich nicht mit einem einfachen Schrecken zufrieden geben.

Die Legende von Sleepy Hollow“ von Washington Irving präsentiert uns einen solchen boshaften Geist, nämlich den kopflosen Reiter, der arglose Wanderer durch einen finsteren Wald jagt um seinen eigenen Kopf zu finden. In „Das Wrack„, einer Kurzgeschichte von Helmuth M. Backhaus werden die goldgierigen Geister von Plünderern schließlich dem Leuchtturmwärter zum Verhängnis. Es sind auch die Geschichten von Edgar Allan Poe und H.P. Lovecraft, die sich mehr auf die bösen, düsteren Geister beziehen. So wird in Lovecrafts „Träume im Hexenhaus“ der bösartige Geist einer alten Frau sichtbar, die kleine Kinder entführt, dem Teufel opfert und schließlich auch den neugierigen Studenten, der in ihrem Zimmer schläft, ein schlimmes Schicksal beschert.

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Beides Mal sind die Gespenster auch zu Lebzeiten bereits schlecht, böse und mörderisch unterwegs und führen ihr Schreckenswerk nach dem Tode fort; wobei die alte Hexe nicht wie der kopflose Reiter nach Erlösung sucht, sondern in den Diensten ihres schrecklichen Meisters steht (Ich schätze, wenn man die Wahl hat, nach dem Tod von cthulhuesken Monster auseinanderklamüsert zu werden, würden sich einige dafür entscheiden, lieber mit einer Ratte mit Menschengesicht zusammenzuarbeiten).

Die Hoffnung, auch wenn man zu Lebzeiten ein sündiger Scharlatan und Verbrecher war, im Tod irgendwie durch Beten und Buße Vergebung zu finden, wird durch H.P. Lovecraft zumeist zerschlagen – und das trägt wohl zum dem ungewöhnlichen und unangenehmen Gefühl bei, das einen beschleicht, wenn man seine Geschichten liest. Wahrer Horror kennt kein Hintertürchen. Es gibt keine zweite Chance, keine Erlösung, keine Hilfe von göttlichen, barmherzigen Mächten. Die Angst vor dem Tod bleibt ungebrochen, die Hoffnung auf Gnade und Verzeihung wird zerschmettert. Einmal begangene Fehler lassen sich nicht ausbügeln, selbst unbedarfte Menschen werden in den Sog der bösen Geister gezogen und sind dem Untergang geweiht, egal wie aufrecht, gut und gottesfürchtig sie sind. Etwas, das man vermehrt auch im asiatischen Horror vorfindet. Im Film „Ju On – Der Fluch„(2003) werden alle, die das Haus betreten, in den Tod getrieben – egal, was für Menschen sie sind (selbst die Katze!1!elf!).

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Es gibt keine Lösung, kein Entrinnen, keine Hoffnung. Nicht einmal im Tod finden die Gepeinigten Frieden, nein, sie werden oftmals selbst zu Marionetten des Bösen. Viele Horrorfans, aber auch Gelegenheits-Zuschauer geben an, dass von vielen asiatischen Horrorgeschichten ein ganz besonders ekelhaftes Gefühl, ein Schauer zurückbleibt, der irgendwie anders als bei westlichen Büchern und Filmen ist. Auch wenn viele Horrorfilme wie „Drag me to hell„(2009) letztlich schlecht ausgehen, so liegt das oftmals nicht daran, dass es keine Lösung, kein Entrinnen gab, sondern dass die Protagonisten einen Fehler begingen oder zu langsam waren. Die Hintertür wird zwar nicht erreicht, aber sie ist da. H.P. Lovecraft und asiatischer Horror sind da gnadenloser. Man hat einfach von vornherein keine Chance und das macht es umso schwerer, dem Kampf der handelnden Figuren zuzuschauen, denn wir hoffen mit ihnen. Liegt der besondere Grusel vielleicht also ebendiesem verweigerten Licht am Ende des Tunnels?

Eine so vernichtend klare und aussichtslose Antwort ist verunsichernd und erschüttert bis in Mark und Bein. Hat doch niemand eine Antwort auf die so drängende und vielgestellte, philosophische Frage „Was kommt nach dem Tod?“. Wir können nur glauben und hoffen – wissen können wir es nicht. Da das Leben genug zermürbende und schreckliche Ereignisse für uns bereithält, lesen wir heitere Geschichten oder suchen in diesen Boten des Todes irgendeinen Sinn, eine Botschaft, weil wir etwas anderes nur schwer ertragen.

Charles Dickens mochte es, Geistern oder geisterhaften Erscheinungen eine Botschaft mit auf den Weg zu geben. Sie symbolisieren etwas. So ist die schattenhafte Gestalt, die der Bahnwärter in „Der Bahnwärter“ sieht letztlich eine Prophezeiung, eine Vorwarnung auf dessen eigenen Tod. Teils ist diese Erscheinung wohl verantwortlich am Tod des Mannes, denn Geister kommunizieren nicht immer so klar wie es die Geister der Weihnacht tun. In Fantasy Geschichten treten Geister unter anderem als handelnde Figuren, Berater, Sidekicks oder lustige Weggefährten auf.

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Das ist alles nur in meinem Kopf~“, singt Andreas Bourani in seinem Lied und beschreibt damit die Wendung, die viele Bücher nehmen. „Es war gar kein Spuk, die Person ist nur psychisch krank!“.  Dieses Motiv, der psychologische Twist, ist nach wie vor sehr beliebt, wenngleich es wenigen Geschichten gelingt, diese Waage zu halten. Meist ist einem als Leser oder Zuschauer schnell klar, was wirklich Sache ist. Zumindest mir ging das bei „Black Swan„(2010) so, weswegen ich den Film ziemlich einschläfernd fand. Es ist abgenudelt und eigentlich gibt es ja dann meist keine Geister, sie sind lediglich ein Sinnbild für den einsetzenden Wahnsinn der Figuren. In der modernen Literatur werden all diese Motive und Verwendungszwecke wiederaufgegriffen. Wir finden Geister sowohl als handelnde Figuren, Berater, Sidekicks oder Nebenfiguren auf. In „Moana„(2016) eilen Großmutter und die Ahnen zu Hilfe, als Moana in ihrer größten persönlichen Krise steckt. Es ist eine beruhigende und keineswegs gruselige Vorstellung, wenn wir daran denken, dass irgendwo jemand wacht und auf uns aufpasst.

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Sind also nur böse Geister unheimlich? – Jein, Geister sind durchaus vielfältiger als man denken mag. Eine geisterhafte Wendung der besonderen Art gab es bei Filmen wie „The Sixth Sense“ (1999) und „The Others“ (2001). Im herzzereißenden Drama „The lovely bones„, dt. „In meinem Himmel“, von Alice Seybold erzählt die ermordete und vergewaltigte Suzie aus ihrem Platz im Jenseits wie die Suche nach dem Mörder und das Leben ihrer Freunde und Angehörigen weiterverläuft. Hier sind es die Geschichten, der Rahmen, in dem nur ein Geist als Figur funktioniert, die uns die Bettdecke höher ziehen lassen. Oftmals ist es die Tragik, die uns Angst einjagt. Das schreckliche Schicksal, das die Geister erleben mussten und das viel angsteinflößender ist, als die bloße Existenz eines unsichtbaren Wesens. Demnach muss nicht unbedingt das Übernatürliche an Sich unheimlich sein, die Geschichte kann ebenso dazu beitragen.


Logo: Eva-Maria Obermann, Fotos: Toa Heftiba auf Unsplash

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Reignbots gruselige Video-Parade

Reignbots gruselige Video-Parade

Die amerikanische Youtuberin Reignbot hat zur Feier von 250.000 Abonnenten einen Aufruf an alle gestartet, sich an ihrer Aktion bzw. ihrem Wettbewerb zu beteiligen. Aufgabe war es, ein 60 Sekunden langes, möglichst gruseliges Video zu drehen und einzuschicken.

Obwohl ich meinen Schwerpunkt eher bei Büchern, Rezensionen etc. habe, wollte ich mir diese Challenge nicht entgehen lassen.

Und ich bin tatsächlich dabei! OH – EM – GE!

Insgesamt werden in dem Video 71 Videomacher vorgestellt, die bisher nur über ein kleineres Publikum verfügen. Eine tolle Aktion wie ich finde, die eigene Reichweite auch für sowas zu nutzen. Keine Ellebogen-Survival of the fittest-Gesellschaft, in diesem Falle. Ich habe dadurch auch einen Haufen neuer, toller Kanäle kennen gelernt. (Und meine Abozahl hat sich in den zwei Tagen jetzt fast verdoppelt.)

Wenn ihr in der Stimmung für Grusel seid, schaut unbedingt rein. (Ich bin Nummer 41)

3 gruselige Spiele mit Geistern

3 gruselige Spiele mit Geistern

Let’s get creepy!

Dieses Video zu machen hat so viel Spaß gemacht! (Von der Bildersuche nach Puppen zum zweiten Spiel habe ich immer noch Albträume.) Brrr 😀

Neulich habe ich übrigens „Dead Silence“ gesehen, in dem es um Bauchredner Puppen ging. Den fand ich aber total ungruselig und irgendwie lächerlich…

Für diejenigen, die eher wegen Büchern hier sind – Sorry, Ich liebe Horror & Grusel einfach. :-*

[Dunkle Spuren] Vermisst – Wo ist Lars Mittank?

[Dunkle Spuren] Vermisst – Wo ist Lars Mittank?

Lars Mittank aus Schleswig Holstein verschwand am 08.07.2014 in Bulgarien.

Falls ihr Informationen zu Lars Mittank oder seinem Aufenthaltsort habt, wendet euch bitte an die nächste Polizeidienststelle, die Detektei Gütig unter +49 151 61378673 oder an folgende Email-Adresse: guetig.findet_lars@web.de

http://www.findet-lars-mittank.de/