Kategorie: Schreiben

Christin Lindner #ProjektArbeitstitel

Christin Lindner #ProjektArbeitstitel

Christin Lindner #ProjektArbeitstitel

Was ich an #ProjektArbeitstitel auch wirklich bereichernd finde – ich lerne nicht nur gute Bekannte und Freunde noch besser kennen, sondern auch jede Menge neue Menschen. Heute: Christin Lindner!

Ich bin Christin Lindner, 38 Jahre alt, bin verheiratet, habe 2 Kinder und einen Hund.

Ich schreibe Liebesromane oder wie man vielleicht auch sagt Romance. Die Protagonisten meiner Geschichten sind ganz normale Leute und meine Deichkicker-Reihe spielt in meiner Heimat Bremen-Nord.

Tatsächlich habe ich erst 2016 mein erstes Buch veröffentlicht.

Bücher gehören seit jeher zu meinem Leben dazu und ich habe immer schon mal Gedichte und kurze Geschichten geschrieben. Auch als Kind. Meine Aufsätze wurden in der Schule auch in Bezug auf Einfallsreichtum und interessante Inhalte gelobt. Das Schreiben eines Buches gehörte definitiv zu den Dingen, die ich unbedingt machen wollte, aber wie das so ist, ist es ein Wunsch, der mehr so im Hintergrund schwelt. Ich habe mich nicht näher damit beschäftigt.

Dann hatte ich lustigerweise einen Traum, bin aufgewacht und hab gedacht „das wäre eine tolle Szene für ein Buch“. Ich habe diese aufgeschrieben und dann ein Buch drum herum geschrieben. Die Geschichte war innerhalb von 14 Tagen fertig. Bis ich es veröffentlicht habe, hat es allerdings noch etwas gedauert. Es musste ja noch überarbeitet werden, das Cover gestaltet werden. Derzeit sind „Ein turbulentes Jahr“, sowie „Freiheit für Hannah“ nicht auf dem Markt. Ich möchte sie noch einmal unter Berücksichtigung meiner bisherigen Erfahrungen überarbeiten und dann neu veröffentlichen.

Wie bereits erwähnt, sind schon ein paar meiner Bücher auf dem Markt. Derzeit meine Deichkicker-Reihe, die seit kurzem aus vier Bänden besteht: 1. Mitten in die Elf 2. Und dann kam alles anders … 3. Lack und Vorurteile, 4. Anstoß zum Glück. Der vierte Band ist gerade erst erschienen.

 

Deichkicker und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich kann ehrlich gesagt gar nicht so schnell schreiben, wie mir meine Ideen kommen. Eigentlich wollte ich meine Deichkicker-Reihe erst einmal ruhen lassen und mich auf andere Dinge konzentrieren, mal etwas ganz neues starten, doch nun habe ich schon das Gerüst für Band 5, in dem Andrés Schwester im Vordergrund steht und seit Band 1 schwelt in meinem Kopf schon eine weitere Geschichte über den Torwart der Fußballmannschaft herum, die auch irgendwann zu Papier gebracht werden musss.

Wie schon erwähnt möchte ich „Ein turbulentes Jahr“ und „Freiheit für Hannah“ überarbeiten, wobei mir vor allem zweiteres besonders am Herzen liegt. Die Geschichte gefällt mir einfach. Und darum geht es:

Hannah lebt in ihrer Beziehung zu Michael in ständiger Angst vor seinen Misshandlungen. Sie sieht keinen Ausweg ihrer Misere zu entkommen. Als in die Wohnung gegenüber ein fröhlicher und gut aussehender junger Mann einzieht, wird Michael grundlos misstrauisch. Hannah lernt den neuen Nachbarn Marco jedoch ohne sein Wissen kennen und erfährt im Laufe der Zeit mysteriöse Dinge über ihn.

Der Wunsch, Michael zu verlassen und ein Leben ohne Angst zu führen, wird immer größer. Eines Tages reicht es und sie verlässt ihn mit Hilfe ihrer Freundin. Doch leider läuft nicht alles wie geplant und sie beschließt, die Stadt zu verlassen.

Auch Marco muss die Stadt verlassen und nimmt Hannah kurzentschlossen mit, da sie den gleichen Weg haben. Wird es Hannah gelingen, Michael ein für alle Mal zu entkommen? Oder findet er sie sogar am Bodensee, wo sie versucht sich ein neues Leben aufzubauen? Wird sich Hannahs und Marcos Weg noch einmal kreuzen? Und findet sie vielleicht doch noch ihre große Liebe?

Zu „Ein turbulentes Jahr“ soll es eine Fortsetzung geben, die halb fertig ist. Aber tatsächlich habe ich jetzt erst einmal einen Roman im Genre Young Adult Romance in Angriff genommen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Da „Anstoß zum Glück“ gerade erst erschienen ist, habe ich erst mal keine weiteren Pläne. Ich arbeite erst einmal an dem neuen Buch und wenn es soweit vorzeigefähig ist, möchte ich es versuchen bei einem Verlag einzureichen.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Deichkicker Band 5: Susann (Andrés Schwester. André ist Protagonist in Band 4, Maurer und Mittelfeldspieler beim FC Deichkicker) zieht in die Wohnung über ihren Bruder, der immer noch nicht besonders gut auf sie zu sprechen ist, da sie ihre Tochter vor einiger Zeit einfach bei ihm gelassen und für ein halbes Jahr verschwunden war. Langsam bekommt sie ihr Leben einigermaßen in den Griff, aber es ist nicht immer ganz einfach. Das André ihr ständig Vorschriften macht, nimmt sie hin, weil ihr schlechtes Gewissen an ihr nagt, doch manchmal ist sie kurz davor auszurasten. Schließlich ist sie erwachsen und möchte nicht bevormundet werden. Schon gar nicht, wenn es darum geht, mit wem sie sich trifft.

Fortsetzung „Ein turbulentes Jahr“ ohne Titel: Während Emma und Jeremy verliebt ihre Hochzeit planen zieht auch Jenna nach Kalifornien. Sie hat in einem angesehenen Fotostudio eine Stelle als Fotografin ergattert. Da sie sich mit Emma wieder gut versteht, fällt ihr der Umzug nicht schwer, hat sie in Minneapolis doch keine Familie mehr. Als Einzelkind stand sie früh allein da, als ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Während sie sich in Kalifornien langsam einlebt, erreicht sie eine Nachricht, die sie erschüttert: Angeblich hat sie einen Halbbruder. Und er ist jünger als sie …

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Ganz genau kann ich das gar nicht sagen. Ich mache mittlerweile vieles anders und habe trotzdem das Gefühl irgendwie ahnungslos zu sein. Ich habe zwei unterschiedliche Plattformen ausprobiert und die eine für mich gestrichen, da ich dort nicht sehr zufrieden war. Doch für die Zukunft wünsche ich mir trotzdem etwas anderes. Ich muss erst noch schauen, ob sich meine Vorstellungen irgendwo umsetzen lassen.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
Ich finde mein erstes Buch richtig schnulzig und mag es selbst nicht mehr gern lesen. Ich habe meinen Stil im Laufe der Zeit verbessert und glaube ich auch den Spannungsbogen besser im Griff.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ich habe bislang nie versucht einen Verlag zu finden. Das ist etwas, was ich auch irgendwann versuchen möchte. Möglicherweise mit meinem zuvor erwähnten Young-Adult-Romance-Projekt.

Das Schwierigste ist in der Tat nicht das Schreiben an sich. Manchmal machen sich zwar die Figuren selbständig und es dauert etwas, bis so manche Szene oder vor allem das Ende funktionieren, aber im Großen und Ganzen ist das das geringste Problem. Anstrengend ist die Überarbeitung der Rohfassung. Hier steht weit mehr Konzentration an und es ist nicht so spannend, denn die Geschichte kenne ich dann ja und muss sie immer und immer wieder durcharbeiten und Kleinigkeiten verändern. Mir das Ganze erst mal auszudenken macht mehr Spaß 😊. Ich muss sagen, Werbung/Marketing liegt mir auch nicht sonderlich.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe leider neben meinem Hauptjob. Somit fällt die Schreibzeit meist in die Abendstunden, manchmal nachmittags ein wenig. Im Großen und Ganzen klappt es so ganz gut, auch wenn ich gern wesentlich mehr Zeit für das Schreiben aufwenden würde. Da ich eh eine Nachteule bin, fällt meine Schreibzeit in meine energetische Komfortzone zwischen zwanzig Uhr und Mitternacht.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Ach, ich weiß nicht. Ich habe schon einige Vorgänge verbessert, bin aber längst noch nicht beim Optimum angekommen. Das Schreiben in Word abzuschaffen war ein guter Schritt in die richtige Richtung. Das Buch zunächst durchzustrukturieren, bevor man losschreibt erleichtert den Prozess, auch wenn es in den Fingern juckt. Dann lieber einzelne Szenen schon mal separat schreiben. Aber erst mal ein Grundgerüst schaffen kann sehr gut helfen. Muss aber nicht.

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
In der Tat finde ich immer wieder Posts von Autoren, die mich inspirieren, es irgendwann mal genauso gut hinzubekommen. Gerade was interessanten Mehrwert für den Leser angeht.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mich würde generell freuen, ein größeres Publikum zu erreichen. Im großen Dschungel der Selfpublisher ist es nicht einfach, gesehen zu werden. Da ich bislang nur positive Rückmeldungen zu meinen Büchern bekommen habe, denke ich, kann mein Weg nicht ganz verkehrt sein und ich freue mich, wenn ich irgendwann mehr Menschen erreichen kann. Ich habe jetzt eine Hompage, www.christinlindner.de und möchte dort Steckbriefe meine Protagonisten einstellen und interessante Informationen rund um die Deichkicker und später natürlich auch die Personen anderer Bücher. Bislang findet man hier ausschließlich die Klappentexte meiner Bücher und die Cover. Ich freue mich über jeden Besucher und arbeite daran den Inhalt auszubauen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Besonders gefreut habe ich mich über erste positive Rezensionen von „fremden“ Menschen. Es ist ein ganz anderes Gefühl, wenn ein unbekannter Mensch begeistert von meinem Buch ist, als wenn es jemand aus der Verwandtschaft oder dem Freundeskreis ist. Ich schätze es sehr, dass einige Personen in Verwandtschaft und Freundeskreis meine Bücher gern lesen und sich auf Neues von mir freuen. Ich weiß, dass sie mich ehrlich kritisieren und fordere das auch ein, denn nur so habe ich die Möglichkeit Dinge zu verbessern. Trotzdem ist es eine tolle Bestätigung, wenn auch Außenstehende positives Feedback geben.

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus „Anstoß zum Glück“:

Schon am folgenden Wochenende wurden Andrés Pläne gewaltig durcheinandergebracht. Die Türklingel riss ihn am Samstagmorgen aus dem Schlaf. Er richtete sich erstaunt auf und schüttelte den Kopf, um seine Müdigkeit loszuwerden. Da es schon wieder läutete, schwang er die Beine aus dem Bett und ging zur Haustür.

André blinzelte. Auf der Türschwelle standen Susann und Merle.

„Zieh dir mal was an!“, wies seine Schwester ihn zurecht.

Er trug lediglich Schlafshorts. „Ich habe mich beeilt. Du hast mich geweckt.“

„Es ist spät genug.“ Sie hielt ihm beinahe anklagend ihr Handy mit der Uhrzeit vor die Nase. Zehn Uhr zweiunddreißig. „Scheiße, du hast ne Fahne!“

„Ich war gestern aus.“ Er sah die Tasche in der Hand seiner Schwester. „Hab ich was verpasst?“

„Du hast gesagt, du wolltest mal wieder was mit ihr machen. Bitte.“ Sie hielt ihm das Gepäck hin.

Statt danach zu greifen, bat er Merle ins Haus zu gehen bevor er Susann versuchte streng anzusehen. Mit seiner, wie er festgestellt hatte, vom Feiern leicht kratzigen Stimme fragte er sie, „sprechen wir so etwas nicht eigentlich ab?“

„Ich brauche mal eine Pause von ihr. Ich möchte auch mal ausgehen. Du warst gestern aus. Reicht das nicht?“

André hatte seine Nichte gern um sich. „Okay. Ich habe erst morgen ein Spiel. Ich überlege mir, was wir zusammen machen können. Ich bringe sie dir dann heute Abend nach Hause“, lenkte er ein.

Susanns Augen wurden bei diesem Vorschlag vor Entsetzen groß, statt dankbar einen weicheren Ausdruck anzunehmen. „Nein! Sie soll hier schlafen. Ich möchte mal abends weg. Und Mama hat keine Zeit“, beantwortete sie seine noch nicht gestellte Frage.

André seufzte. „Mein Spiel ist morgen Vormittag. Ich müsste sie dann gegen neun wieder zu dir bringen.“

„Das ist zu früh. Bitte nimm sie doch mit zum Spiel. Sie ist lieb. Sie guckt dir bestimmt gerne zu. Sie vergöttert dich.“

„Mit Warmmachen und anschließend Duschen, sind wir sicher drei Stunden auf dem Fußballplatz. Eher länger. Es ist kalt.“ Seine Schwester sah ihn flehend an. „Okay. Irgendwie kriege ich das hin. Dann kommt sie erst morgen Abend wieder. Ist dir das recht?“

„Danke“, fiel sie ihm um den Hals. „Wer ist das denn?“ Susann ließ ihn los.

André sah hinter sich, wo die Frau, die gerade noch in seinem Bett gelegen hatte, im Flur erschienen war und wenig amüsiert die junge Mutter bei ihm anstarrte. Mist, wie war gleich ihr Name? Jetzt sah sie ihn beinahe auffordernd an. „Äh …“

„Scheiße, hast du ein Kind? Ist das deine Ex?“, fragte die Unbekannte fassungslos.

„Nein, meine Schwester mit ihrer Tochter … wie war noch dein Name?“

Jetzt lief sie vor Wut rot an. „Blöder Penner!“ Sie rauschte ins Schlafzimmer und kehrte wenig später vollständig bekleidet zurück. Während sie die Tür passierte, stieß sie ihn unsanft beiseite.

Eine Weile sahen André und seine Schwester der Frau nach. Dann nickte Susann ihm zu und verschwand auf dem gleichen Weg.

 


Christin Lindner

 

 

  • Mitten in die Elf (Deichkicker 1), E-Book 3,49 Euro, TB 10,99 Euro. Auf amazon* bestellen.
  • Und dann kam alles anders … (Deichkicker 2), E-Book 3,49 Euro, TB 10,99 Euro. Auf amazon* bestellen.
  • Lack und Vorurteile (Deichkicker 3),  E-Book 3,49 Euro, TB 9,99 Euro. Auf amazon* bestellen.
  • Anstoß zum Glück (Deichkicker 4), E-Book 3,49 Euro, TB 12,99 Euro. Auf amazon* bestellen.

Bis Ende Juni gibt es alle E-Books zum Einstiegspreis von 0,99€ für alle, die mit der Reihe beginnen wollen.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Heute habe ich wieder eine wunderbare Autorin für euch und sie heißt, wie unsere Montagskandidatin, ebenfalls Nadine. Im Internet ist Nadine Föhse aber hauptsächlich als „Ruhrpottmutti“ unterwegs und arbeitet auch als Lektorin.

Hallo! Ich bin Nadine, online besser bekannt als „Ruhrpottmutti“.

Im Grunde schreibe ich schon seit meinem achten Lebensjahr. Angefangen habe ich mit kurzen „Horror“-Geschichten – ob die allerdings wirklich so gruselig waren, wage ich heute zu bezweifeln. In meiner Jugend wurde das Schreiben von mir sträflich vernachlässig. Dann habe ich 2011 angefangen, Germanistik zu studieren und die Sprache rückte wieder mehr in den Fokus. Seit meinem Bachelor-Abschluss 2016 (ja, ich habe ewig gebraucht!) träume ich davon, endlich mal ein eigenes Werk zu veröffentlichen. Und jetzt ist es ganz bald wirklich endlich soweit! Wie aufgeregt ich bin, könnt ihr euch sicher ausmalen.

 

Zweifelhafte Wahrheiten und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Grundsätzlich würde ich sagen, dass all meine Projekte in die Sparte Jugendbuch / New Adult passen. Aktuell in Arbeit sind zwei Projekte. Zum einen der Roman Zweifelhafte Wahrheiten. Es geht um Isabel, eine junge Abiturientin, die bei einem Konzert ihrer Lieblingsband dessen Sänger kennenlernt. Er nimmt Kontakt zu ihr auf und sie freundet sich mit ihm und seinen Kumpels an. Ihrer Schulfreundin Michelle gefällt das zwar gar nicht, aber davon lässt Isabel sich nicht beirren. Dann verliebt sich plötzlich einer ihrer neuen Freunde in sie. Das Chaos ist also vorprogrammiert!

Das zweite Buch läuft unter dem Arbeitstitel #queer und behandelt – wie der Name schon sagt – eine queere Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern. Sie müssen durchaus das ein oder andere Hindernis überwinden, um wirklich glücklich miteinander werden zu können.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Zweifelhafte Wahrheiten liegt gerade bei der weltbesten Lektorin und meinen Probelesern und wird nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Die Veröffentlichung ist im Selfpublishing geplant. Das E-Book erscheint am 30. Juni und das Taschenbuch kurz darauf. Auch #queer soll noch in diesem Jahr erscheinen, am liebsten bereits am 31. Juli als E-Book und entsprechend kurze Zeit später als Taschenbuch.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Zweifelhafte Wahrheiten soll lediglich der erste Band einer Reihe werden, die in diesem und im kommenden Jahr weitergeführt wird. Außerdem ist noch eine Kurzgeschichtensammlung in Überlegung. Auf meinem Handy schlummern zusätzlich noch gefühlt 1000 weitere Ideen für Krimis und Jugendbücher, zum Beispiel Der Bauernmörder vom Rhein-Erft-Kreis, ein Krimi, der bisher nur einen Titel hat!

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Puh, das ist wirklich eine schwierige Frage. Ich veröffentliche ja selbst. Von daher kommen auf mich unter Garantie andere Herausforderungen zu als auch Autor*innen, die im Verlag veröffentlichen. Einerseits muss ich mich als Selfpublisherin um alles selbst kümmern, andererseits habe ich natürlich auch alle Fäden in der Hand. Den Überblick zu behalten, finde ich teilweise echt nicht so einfach. Das könnte aber auch damit zu tun haben, dass ich Mutter einer kleinen Tochter bin, die mich natürlich sehr braucht. Da Zeit zum Schreiben zu finden, ist auch schwierig.

Hast du eine Schreibroutine?
Bis dato schreibe ich neben Muttersein und Brotjob. Allerdings bin ich im Hauptberuf als Lektorin und Texterin selbstständig – das heißt, dass ich sowieso bei freier Zeiteinteilung von zu Hause arbeite. Es ist rein beruflich betrachtet nicht schwierig, das Schreiben einzubinden. Das größere „Problem“ stellt mein Privatleben dar. Ich kann generell vorwiegend abends arbeiten und eben auch schreiben, wenn mein Mann daheim ist. Das heißt, die Zeit für Job und Schreiben ist begrenzt. Deshalb muss ich besonders effektiv arbeiten und manchmal einfach auf Knopfdruck kreativ sein. Eine klassische Routine gibt es also nicht – ich schreibe immer, wenn ich Zeit habe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Bleib dran!

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren wahnsinnig viele Menschen, privat wie in der Öffentlichkeit. Was das Schreiben angeht, finde ich Jacky Vellguth sehr motivierend. Dank ihrem Projekt 12in12 habe ich angefangen, 2019 als mein Schreibjahr zu definieren, in dem ich vier Bücher in zwölf Monaten veröffentliche, also 4in12.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Irgendwann würde ich wirklich gern vom Schreiben leben können. Aber das sagt wahrscheinlich jede Autorin und jeder Autor. Doch es ist wahr: Das Hobby nutzen zu können, um den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, ist ein Lebenstraum! Abgesehen davon möchte ich es schaffen, dieses Jahr wirklich vier Bücher zu veröffentlichen. Das wird sportlich, aber ich gebe nicht auf.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Der schönste Moment bisher war definitiv der, als ich die ersten Reaktionen auf mein Manuskript bekam. Ich habe von zwei Probeleserinnen bereits Feedback bekommen und beide finden die Geschichte insgesamt toll. Das ist schon irre, das schwarz auf weiß zu lesen!

 

Eine kleine Kostprobe…

Auszug aus Zweifelhafte Wahrheiten

Nachdem das Konzert zu Ende war, schlenderten die Freundinnen noch zum Merchandise-Stand. Dort standen bereits Andi und der Sänger der Band, Phil, und unterhielten sich entspannt mit ein paar Fans. Isa stöberte durch das Sortiment am Stand und entschied, einen Jutebeutel zu kaufen. Einen schwarzen, natürlich!

»Hey, na, hat’s euch gefallen?«, fragte plötzlich Andi. Isa sah zu ihm hoch, er war bestimmt zwanzig Zentimeter größer als sie. »Hi, ihr wart super!«, antwortete sie, während sie das Geld für ihren Beutel herauskramte. Die Zeit nutzte Michelle, um an ihr vorbei zu huschen und Andi in ein Gespräch zu verwickeln.

»Oh mein Gott, es war so toll! Ihr seid so toll! Ehrlich, es hat so einen Spaß gemacht!«, hörte Isa sie begeistert rufen, während sie ihr Wechselgeld einsteckte. Sie verdrehte ob des Überschwangs heimlich die Augen. »Danke«, hörte sie Andi antworten.

»Freut uns, dass ihr Spaß hattet«, schaltete sich nun auch Phil ein. »Hatten wir! Sagt mal, würdet ihr meinen neuen Beutel vielleicht unterschreiben? So richtig promimäßig?«, fragte Isa grinsend. Auch Andi grinste.

»Klaro. Auch wenn ich uns nicht unbedingt für Promis halte«, lachte Andi.

»Nicht? Das heißt, wir sehen euch nicht demnächst im Fernsehen, wie ihr kleine Tiere und Geschlechtsteile größerer Tiere esst?«

Phil musste lachen. »Auf gar keinen Fall!«, rief er aus, während er schwungvoll auf dem Beutel unterschrieb.

»Schade, Mensch. Das hätte ich mir glatt angeguckt!«, erwiderte Isa. Sie sah zu Phil hoch und zwinkerte. Er grinste sie breit an. Isa merkte, wie ihr die Wärme in die Wangen kroch und sie langsam rot wurde.

Plötzlich mischte Michelle sich ungeduldig ein. »Isa, wir müssen sofort los! Sonst verpassen wir unseren Zug! Mein Vater killt mich, wenn ich die letzte Bahn verpasse!«, erklärte sie und zog Isa am Arm. »Mist!«, rief Isa, riss Phil förmlich ihren Jutesack aus der Hand und stürmte mit einem bedauernden »Ciao, Jungs!« nach draußen.

 


Nadine Föhse

 

Ihr Buch erscheint vorraussichtlich am 30. Juni 2019.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Nadine Wahl #ProjektArbeitstitel

Nadine Wahl #ProjektArbeitstitel

Nadine Wahl #ProjektArbeitstitel

Viele Personen auf dieser Liste haben auch (Buch-)blogs und ich habe lange nicht gewusst, dass sie selbst auch schreiben. Nadine gehört dazu. Umso neugieriger bin ich auf ihre Projekte! Außerdem ist sie Grafikdesignerin und die Header, die hier fein säuberlich die Abschnitte teilen, stammen von ihr. So cool!

Ich bin Nadine und komme aus dem Thüringer Wald. Dort bin ich umgeben von Sagen und ganz nah der Natur aufgewachsen, also irgendwie war es nur natürlich für mich, alles zu hinterfragen, zu erforschen und Geschichten zu erfinden. Zunächst habe ich diese zeichnerisch festgehalten, dann brachte mich meine beste Freundin zum Schreiben. Da war ich gerade in der Pubertät, also mit der Welt eh im Krieg 😀

Heute schreibe ich hauptsächlich Contemporary Fantasy, Science Fiction und Horror oder eine Mischung ebendieser Genres. Experimente machen mir am meisten Spaß und derzeit probiere ich mich an Cyber- und Solarpunk aus.

Bisher habe ich drei Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. Mein Debüt plane ich im SP zu Ende des Jahres. Ein genaues Datum kann ich noch nicht nennen, da derzeit vieles im Umbruch ist und ich auch den Aufwand noch nicht voll abschätzen kann.

 

Der Klang von Sternschnuppen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Oh je, die Liste wird etwas länger. Dafür schon im Voraus ein großes SORRY.

Mein Debüt trägt den Namen „Der Klang von Sternschnuppen“ und ist ein mehrteiliges Contemporary-Fantasy-Abenteuer, das mir sehr am Herzen liegt. Darin werdet ihr von zwei duellierenden Magiern lesen, die nach und nach die Stadt um sich herum verändern. Außerdem begegnen euch die verschiedensten magischen Wesen, die durch diesen langsam aufbauenden Krieg beeinflusst werden. Die Sternschnuppen sind ein langsamer, melancholischer Epos, der mich viele Jahre begleitet hat und gerade überarbeitet wird.

Als nächstes lauern noch die abgeschlossenen Rußfedern auf ihre Veröffentlichung. Der vollständige Titel lautet „Das Fallen von Rußfedern“ und auch dieses Projekt ist Contemporary, aber um einiges introspektiver als die Sternschnuppen. Ihr werdet hier einer Neuinterpretation von Engeln und Dämonen begegnen und etwas über den Krieg erfahren, in dem die größte Hoffnung ein Mischwesen aus beiden Rassen scheint. Auch die Rußfedern befinden sich derzeit in Überarbeitung und werden wohl im SP erscheinen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Die Sternschnuppen und Rußfedern möchte ich im SP umsetzen, da mir die beiden viel bedeuten und ich mir wenig reinreden lassen möchte. Aber ich mache mir keinen Druck und nehme mir die Zeit, die sie brauchen.

Beide sind komplett in Rohfassung geschrieben – auch die gesamte Reihe der Sternschnuppen – nur die Überarbeitung fehlt noch und ist bei solch großen Romanen natürlich sehr zeitintensiv.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Aktuell schreibe ich an einem riesigen und wieder mehrteiligen Projekt über Götter und Riesen, das in einer technischen Zukunft spielt und mich ehrlichgesagt etwas überfordert. 😀 Außerdem hat mich die Idee zur Neuauflage des Hamlet-Stoffs nicht losgelassen, sodass ich auch diese in die Zukunft verlegt und schon einige Worte auf Papier gebracht habe. Hier möchte ich mich im Solarpunk austoben.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ehrlichgesagt war das zum einen das Beenden meines ersten Schreibprojektes. Das waren die Sternschnuppen. Davor habe ich bestimmt zwei Dutzend Geschichten angefangen und in verschiedenen Phasen abgebrochen. Was auch okay war und ist. Ich finde, gerade als Autor*In sollte man sich ausprobieren und Ideen auch mal verwerfen oder bewusst nur für sich schreiben – auch wenn nichts dabei ehrauskommt oder man ins Nichts schreibt.

Aber die Sternschnuppen waren mir wichtig und ich wollte ein Ende für sie und möchte sie veröffentlichen.

Schwer wie die Hölle fand ich dann auch die Verlagssuche. Vom Anschreiben über das Exposé und die Auswahl ist es einfach das schlimmste, das eigene geliebte Projekt auf das Wesentliche zu reduzieren und auf Antworten zu warten. Oder in meinem Fall Absagen.

Für die Sternschnuppen hatte ich tatsächlich einen Verlagsvertrag erhalten, der aber leider aus verschiedenen Gründen gescheitert ist. Diese Erfahrung hat mich aber in meiner Entscheidung zum SP bestärkt.

Hast du eine Schreibroutine?
Wie viele andere Autor*Innen schreibe ich neben meinem Brotjob und eher abends. Ich versuche immer, etwa eine Seite zu füllen, habe das in letzter Zeit aber nicht so konsequent durchgehalten und müsste diese Routine mal wieder etablieren. Und ich bin oft beim jährlichen NaNoWriMo oder demselbigen Camp dabei, wenn ich es einrichten kann. Bisher habe ich auch schon viermal die 50.000 Wörter geschafft.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Es ist eine Superkraft, schreiben und Welten erschaffen zu können. Halte sie fest. Sei furchtlos. Schreib nur für dich und wachse an konstruktiver Kritik.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich finde ja Marie Graßhoff unheimlich inspirierend. Sie bleibt ihren unaustauschbaren Stil treu, designed Cover und lebt die Kreativität einfach mal den ganzen Tag aus. Außerdem sind ihre Geschichten melancholisch und nachdenklich und vermitteln wichtige Botschaften. Mit Kernstaub und den Schöpfern hat sich Marie in mein Herz geschrieben.

Außerdem vergöttere ich ja Patrick Rothfuss für seine Erzählweise, die Langsamkeit seiner Geschichten und seine Beschreibungen.

Neil Gaiman ist ein unheimlich inspirierender Mann, der mich immer wieder an das wichtigste beim Schreiben erinnert: dass ich schreibe, was ich liebe und wie ich es liebe und dass ich furchtlos schreibe.

Seit neuesten reiht sich noch Jay Kristoff ein, der unfassbar grandios schreibt. Auf eine Empfehlung der lieben Chii Rempel habe ich die ersten beiden Bände seiner „Nevernight“-Reihe verschlungen und bin immer noch ganz sprachlos darüber, wie man so großartig schreiben kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Eine große Veröffentlichung, also die Veröffentlichung meines Debüts und dass es eine Handvoll Menschen vielleicht sogar berührt. Vor allem aber möchte ich mir selber treu bleiben und nicht für den Markt schreiben oder was andere von mir erwarten, sondern nur was ich möchte und was ich liebe. Ich möchte weiter experimentieren und noch furchtloser werden. Denn das ist wohl das schwierigste am Schreiben: so offen zu sein, als würde man sich nackt allen Menschen dieser Welt präsentieren.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Puh, das ist schwer, weil es wirklich ganz viele tolle Momente gibt. Auch ganz viele kleine. Wenn ich eine Kurzgeschichte beende oder wenn ich eine Ausschreibung für eine Anthologie sehe und die Geschichte langsam in meinem Kopf Gestalt annimmt.

Ein besonderer Moment war für mich, als ich meine Sternschnuppen beendet habe. Das war ein ganz ruhiger, ganz bewusster Tag, an dem ich mir Zeit nahm und noch wirklich jedes Wort auskostet habe, als ich den Epilog schrieb. Diese Geschichte hat mich so viel gelehrt, die Figuren sind mir wie enge Freunde ans Herz gewachsen und innerlich habe ich ihnen allen gedankt und mich bei ihnen verabschiedet.

Gefreut habe ich mich natürlich auch über jede Zusage zu einer Veröffentlichung und habe bei jeder der drei Kurzgeschichten kleine Freudentänzchen aufgeführt.

Und ganz besonders war auch der Tag für mich, als ich nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder ein Gedicht geschrieben habe (im Rahmen des #writeinktobers) und darauf viel positive Rückmeldung erhielt.

Mich freut nicht nur positive Rückmeldung, sondern auch konstruktive Kritik, bei der ich spüre, dass meine Geschichten und ich selbst als Autorin an ihr wachsen.

Also alles in allem liebe ich wohl jeden Moment des Autorenlebens: das Schreiben, das Weltenerschaffen, das Träumen, das Verbessern, das Teilen, das Besprechen und das Wachstum, das ich durch mein Schreiben erfahre.

 

Eine kleine Kostprobe…

Natürlich!

  • Der Klang von Sternschnuppen, Prolog

„Es war sein eisblaues Auge, das mir mordlüstern entgegen funkelte. Nie hatte mich die unterschiedliche Farbe seiner Augen irritiert, doch heute war ihr Ungleichgewicht wie eine Metapher unserer gemeinsamen Zeit. Zu Beginn war er wie ein Sohn für mich gewesen, würde er nun wie ein Vampir nach meinem Blut trachten?

»Du bist gekommen, Lucian«, begrüßte er mich.

»Hattest du Zweifel?«

»Du hast mich schon immer gefürchtet.«

»Ich habe befürchtet, dass das hier aus dir wird. Aber ich hatte gehofft, es abzuwenden.«

»Dass was aus mir wird? Ein größerer Magier, als du es bist? Du sahst es nicht gerne, wie früh ich dich übertraf.« Sein Mund verzerrte sich zu einem dämonischen Lachen über dem sein helles Auge wie ein einzelnes Fragment des mit Wolken verhangenen Winterhimmels hing. Statt Freude über unser Widersehen brachte Elijah nur Kälte in diese feierliche Nacht, die sich wie Nadeln in meine Eingeweide legte.“

 

  • Die Tollheit des Grabes (Hamlet), Prolog: noch ganz roh und ungekürzt

„In dem Moment, als der eisige Atem der Winternacht über meinen Nacken fuhr und ich ein geisterhaftes Schimmern zwischen fahlen Baumstämmen vernahm, in diesem Moment wusste ich, dass ich sterben würde. Dies war der Beginn meines Todes.

Die unsichtbaren Eiskristalle in der Luft brachten mich zum Niesen. Gut, vielleicht war es kein Wunder, dass ich draufging, wenn ich nachts durch die Kälte stapfte. Ich hatte keinen von den anderen Wachen etwas gesagt, als ich aufgebrochen war. Ich sagte nie etwas. Nur Kiara wusste, dass ich manche Nächte nur mit mir und der abweisenden Dunkelheit des Waldes verbringen musste. Tief sog ich die Kälte in meine Lungen und fühlte auch Klarheit in dem stechenden Schmerz. Ich war am Leben, ich war hier und kein Feuer, kein Feuer um mich herum konnte mir das nehmen.

Bei jedem meiner Schritte knirschte der frische Schnee unter meinen Füßen. Über mir glitzerten Sterne wie das verblassende Licht verhauchter Versprechen. Ich arbeitete mich einem baumbewachsenen Hügel empor und bog hinter der alten Eiche nach rechts ein, wo mich eine sanfte Mulde zu einer erneuten Anhebe führte. Neben mir raschelte etwas in dem dichten Grau aus Ästen und Gestrüpp, aber ich machte mir keine Mühe, mich umzusehen. Es musste irgendein Tier sein. Tagsüber jagte ich manchmal Hirsche, Füchse und Wildschweine. Das Gebirge hier wimmelte von Leben, gerade so, als wäre es aus dem Palast entwichen und stattdessen in seinem Umland konserviert wurden.

Ein bleiches Leuchten stieß mich nach vorne. Nein, nur eine Einbildung meines müden Kopfes. Oder das Spiegelbild des Mondes, das sich auf Wasser bettete und sein weißes Haar über Schwärze legte.

Ich zog meinen Schal über meine Nase und ging weiter, bis ich auch endlich diesen Berg erklommen hatte und nur noch einem schmalen Pfad abwärts folgen musste. Aber ich sah es schon – das Wasser eines vertrauten Ozeans, der aus meinem Innersten in der Welt vergossen worden war.“

 


Nadine Wahl

 

Nadine Wahl hat bereits mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht:

  • „Das Leuchten der Träume“ im piepmatz Verlag (Anthologie „So schön die Nacht“), auf amazon* kaufen
  • „Das leblose Verklingen der Melancholie“ im Schwarzer Drachen Verlag (Anthologie „Grusel Spezial“ der magischen Kurzgeschichten) , auf amazon* kaufen
  • „Das Ding, das sie Sonne nannten“ im Schwarzer Drachen Verlag (Anthologie „Frühlings-Erwachen“ der magischen Kurzgeschichten), auf amazon* kaufen

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Heute begrüße ich wieder eine großartige Autorin und einen absolut lieben Menschen bei #ProjektArbeitstitel: Anne Granert! Wenn ihr süßes Lächeln nicht reicht, um sie sofort super sympathisch zu finden, dann vielleicht, was sie euch über den Schreibprozess verrät…

Moin Moin, ich bin Anne und komme aus dem echten Norden Schleswig-Holstein.

Eines Nachts vor knapp 4 Jahren ereilte mich im Traum eine Szene zweier in Boston lebender Fremdweltler, die mich nicht mehr losließ. Bislang hatte ich erfolglos versucht, eine Fantasywelt zu erschaffen, war jedoch oft gescheitert. In dem Traum war dagegen alles so glasklar, dass eine Urban-Fantasy-Trilogie mit knapp 300.000 Wörtern entstanden ist, von denen ich die ersten beiden Bände bereits veröffentlicht habe (Des Sandes Widerhall/ Des Wassers Wiederkehr). Band 3 soll im Sommer 2020 folgen und ein Spin-Off ist auch in Planung.

Ich habe das große Glück, bei meinen Büchern mit Künstlern wie Marie Graßhoff und Anja Uhren zusammenzuarbeiten. Nebenbei arbeite ich an kleineren Projekten, darunter auch ein weihnachtliches Goodie für Kinder.

 

Die Talentierten und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Bislang habe ich mich am Genre Urban-Fantasy ausprobiert, was mir irre gut gefällt und bei dem ich langfristig auch bleiben werde. Langsam verbessert sich mein Schreibstil und mein Schreibhandwerk, meine tolle Lektorin Saskia Weyel (Zeilenrausch Lektorat) hat einiges dazu beigetragen. Daher arbeite ich nun zusätzlich an einer Belletristik-Frauen-Freundschafts-Geschichte, die mir sehr am Herzen liegt und die ich unter dem Pseudonym Marie Friedrich herausbringen werde.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Das Belletristik-Projekt spielt um Weihnachten herum. Daher ist eine Veröffentlichung im Herbst angedacht. Mitte Juli geht es ins Lektorat zu Alisha Schulz und dann habe ich noch ein paar Wochen für die Überarbeitung und das Korrektorat. An dem Buchsatz probiere ich mich selber aus, aber das Cover wird von Anja Uhren gestaltet.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
In dem Belletristik-Projekt geht es um eine Frauen-Freundschaft, die durch eine Krebserkrankung wieder aufblüht. Das Projekt für Kinder ist noch streng geheim. Achtung, geflüsterter Spoiler: Es hat was mit Weihnachten zu tun und ich darf mit der großartigen Künstlerin Anja Uhren zusammenarbeiten.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Die Welt geht nicht unter, wenn man Fehler entdeckt. Notfalls hilft eine Neuauflage. Und Leser sind natürlich subjektiv. Des einen Leid ist des anderen Freud und ich habe selten so unterschiedliche Meinungen zu Charakteren gehört, wie zu meiner Protagonistin Sunna.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Da ich zurzeit ein Belletristik-Projekt verschriftliche, ist ein anderes Genre der Hauptunterschied. Aber auch der Schreibstil ist anders. Im Urban-Fantasy-Bereich schreibe ich lockerer von der Leber weg, bisweilen ziemlich ironisch und lustig. Das Belletristik-Projekt fordert mich anders heraus und ich habe diesbezüglich meinen Stil noch nicht gefunden.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Als Selfpublisherin kann ich alles so und dann machen, wie ich möchte. Vielleicht ist dann eher die Herausforderung, mit selbstgewählten Deadlines zu arbeiten? Ich glaube, meine Herausforderungen sind von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Bei der Urban-Fantasy-Trilogie ist es das Plotting, weil ich sieben Hauptcharaktere miteinander verwebe. Zurzeit sagt mir mein Schreibstil im Belletristik-Projekt nicht zu und stellt mich vor eine sehr große Herausforderung. Werbung habe ich selbst in der Hand und da bleibe ich ganz entspannt. Ich habe noch eine kleine Familie und einen Brotjob, da kann ich nur die Sachen machen, die wirklich Spaß bringen, so wie Instagram zum Beispiel.

Hast du eine Schreibroutine?
Da ich als alleinerziehende Mutter neben dem Brotjob schreibe, muss ich mich gut organisieren und disziplinieren. Die Kinder haben absoluten Vorrang – alles andere kommt danach. Also schreibe ich an freien Tagen und abends. Wenn ich richtig im Flow bin, kann es schon passieren, dass ich um  4 Uhr morgens aufstehe. Allerdings sind meine Kinder noch in dem Alter in dem sie dann schnell an den Schreibtisch folgen. Also mache ich das nicht zu oft.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Einfach schreiben, du überarbeitest sowieso noch etliche Male. Handlettering, Lithografie, Postkarten, Blumenpressen, Serien gucken und Häkeln sind Formen von Prokrastination. Lass sie, schreib!

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
In erster Linie meine Lektorin Saskia Weyel, ohne sie wäre es nie zur Urban-Fantasy-Reihe Die Talentierten gekommen. Generell orientiere ich mich gerne an Künstlerinnen wie Anja Uhren oder Pam Grout und Liz Gilbert.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich möchte gerne alle Plott-Enden meiner Trilogie Die Talentierten sinnig voreinanderbekommen. Außerdem wünsche ich mir für das Belletristik-Projekt einen schönen Twist im Schreibstil. Und natürlich, dass beide Werke Leser*innen begeistern und ihnen etwas mitgeben, und sei es nur ein dickes und fettes Grinsen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als mich die Twentysix.de-Jury zu einem Coaching nach Frankfurt auf die Buchmesse einlud und mein Werk zum Top-Titel kürte.

 

Eine kleine Kostprobe…

Prolog, LIAM (Des Mondes Widerstand – Die Talentierten 3, VÖ 2020)

»Das ist doch Wahnsinn!« Liam rieb sich die grau-glänzende Wange und verzog angewidert den Mund. »Selbst wenn ich wüsste wie, würden mich keine zwei kurvigen Nymphen dazu bringen, dich zu verwandelt. Du hast doch einen Sockenschuss.« Wütend stapfte er auf. Die dreckige Bodenfliese in der Bahnhofshalle zerbrach mit einem dumpfen Klirren.

»Pst«, zischte Jack und schob Liam in die hintere Ecke zwischen den verwaisten Schließfächern. Zumindest versuchte er das.

»Was soll das werden?«, fragte Liam trocken.

»Ich schiebe dich weiter in die Ecke.«

»Aha«, antwortete Liam, machte einen Schritt zurück und brachte Jack zu Fall. Er verschränkte die Arme vor der schmalen Brust und musterte seinen ehemaligen besten Freund von oben bis unten. Abendsonne schien durch verschmutzte Milchglasscheiben auf Jacks Haupt und veränderte sich zu verdünntem Blut.

Blut.

Liams Magen krampfte sich zusammen. Blut – hatte er noch welches? – rauschte in seinen Ohren und kämpfte mit seinen neuen, empfindlichen Sinnen um die Herrschaft.

Tausende von Eindrücken preschten auf Liam ein. Die tickende große Bahnhofsuhr. Die umblätternden Buchstaben und Zahlen in den Anzeigen. Entkräftetes Stöhnen einer alten Frau beim Erklimmen der steilen Treppe. Das feine Surren eines Kooati-Schwanzes, der am Saum eines langen Mantels entlangschwingt. Dicke Menschenfinger, denen der Schiebegriff des Reißverschlusses entgleitet. Die Säure des Filterkaffees bei Starbucks. Nein, das war nicht der Filterkaffee, das war der Mundgeruch eines Schaffners.

»Was hast du?«, fragte Jack. Er rieb sich den Arm, sein Sturz war auf dem rechten Ellenbogen geendet. Den Dreck von seiner taupefarbenen Jeanshose klopfend richtete er sich umständlich auf.

»Hunger«, knurrte Liam.

Jack wich zurück, die Augen erschrocken aufgerissen.


Anne Granert

 

Bereits veröffentlicht:

  • Des Sandes Widerhall – Die Talentierten 1, auf amazon* kaufen (24.01.2019)
  • Des Wassers Wiederkehr – Die Talentierten 2, auf amazon* kaufen (12.04.2019)

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Eine ganz liebe Person darf ich euch heute vorstellen: Francis, die das Internet als Buchbummelant unsicher macht.

Hallo! Mein Name ist Francis, aber in den meisten sozialen Medien und Foren bin ich als „Buchbummelant“ unterwegs.

Ich schreibe sowohl Fantasy als auch Romance, wobei ich meist ältere Zielgruppen im Auge habe – also Young Adult, New Adult, Adult. Meist lasse ich mich aber von der Idee inspirieren und schaue danach erst, in welche Richtung es geht. Der Zeitpunkt, der Ort, die Magie, das ist alles etwas nebensächlich. Ich schreibe schon sehr lange. Meine beste Freundin Babsi hat mir eines Tages ihre Harry Potter Fanfiction in die Hand gedrückt und zunächst war ich skeptisch, aber dann… dann war ich Feuer und Flamme und bin es immer noch. Sie hat definitiv den größten Einfluss gehabt, dass ich am Ball bleibe. Über das Schreiben habe ich tolle Menschen kennengelernt, aber sie ist mein Ausgangspunkt. Ich glaube, zu dem Zeitpunkt war ich elf oder zwölf Jahre alt.

Ich habe noch kein Buch veröffentlicht, weil ich eine kleine Perfektionistin bin, aber ich arbeite gerade intensiv an einem Manuskript, das ich gerne veröffentlichen möchte – vorausgesetzt, alles stimmt. Die Testlesermeinungen waren bisher wirklich ermutigend!

 

M&D und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich arbeite meist an mehreren Projekten gleichzeitig. Im Vordergrund steht aber gerade eine New Adult Romance, die ich vor einem Jahr als Rohfassung beendet habe. Ich habe sie damals „Marc & Drew“ genannt, weil die männliche Perspektive auf ungeplante Schwangerschaften im Vordergrund steht, aber da das zu Verwirrung geführt hat, kürze ich es meist als „M&D“ ab oder nenne es jetzt „Marc & Dodo“. Die Geschichte beginnt damit, dass der Biologiedoktorand Marc seine Freundin Belinda verlässt, die sich daraufhin an ihm rächen möchte – und Kondome im Badezimmer zersticht. Marc hat einen Mitbewohner namens Drew, der auch als Barkeeper jobbt und ihn ablenken möchte. In der Bar lernen die beiden jungen Männer Violet und Dodo kennen. Marc und Dodo haben einen One Night Stand und von da an nimmt die Geschichte ihren Lauf. Auch wenn ungeplante Schwangerschaften das Hauptthema der dreibändig angelegten Geschichte sind, es geht auch um Freundschaft, um Vertrauen, um Liebe. Dabei sind die Freundschaften und Hintergründe der Hauptfiguren als Ausgangspunkt sehr wichtig. Jeder hat eine Geschichte, und in meiner Geschichte lernt man Marc, Dodo, Drew und Violet sehr gut kennen und fiebert hoffentlich mit ihnen mit.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Für viele meiner Geschichten ist eine Veröffentlichung gedacht, aber ich stehe da definitiv noch am Anfang. Mein Perfektionismus führte bisher häufig dazu, dass die Geschichten in einer Schublade verschwunden sind, bevor ich sie beendet habe, aber diesmal ist es anders. Erstens möchte ich M&D nicht in der Schublade verstecken und zweitens brenne ich für diese Charaktere. Ich möchte die Figuren mit der Welt teilen. Sobald ich diesen Überarbeitungsdurchgang beendet und das Testleserfeedback eingearbeitet habe, geht das Manuskript an Agenten oder gleich an Verlage.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Parallel arbeite ich immer wieder an einem Fantasyprojekt, das ich #Feuerteufel nenne. Da ich noch am Anfang stehe, kann sich noch viel daran ändern, aber Rache ist ein wesentliches Motiv, das alle drei Hauptfiguren miteinander verbindet. Besonders spannend ist für mich das Projekt, weil ich die meisten Charaktere als Antihelden konzipiert habe, die sich in einer Stadt zurechtfinden müssen, in der Verbrechen an der Tagesordnung stehen und Gangs die Menschen eher beherrschen als der Bürgermeister oder die Adeligen. Der Handlungsort ist an London im 19. Jahrhundert angelehnt, ist aber fiktiv. Phantastische Elemente kommen zwar immer wieder vor, stehen aber nicht im Vordergrund. Wie gesagt, die Geschichte steht noch am Anfang und vieles kann sich noch ändern, aber ich bin gespannt, wie mein Feuerteufel sich noch entwickelt.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Bisher ist die größte Herausforderung definitiv das „Dranbleiben“. Ich habe sehr viele Ideen, aber meist war es so, dass neue Ideen immer reizvoller waren als die, an denen ich zuvor gearbeitet habe. Da mache ich den Bummelanten alle Ehre… Ich schreibe viel und an sich macht auch jeder Prozess mir Spaß, aber das Leben wirft mir da gerne Steine in den Weg. Multitasking ist nicht meins, daher: Wenn ich schreibe, darf ich nichts anderes machen, und daher kann ich nebenbei weder ein Buch lesen noch an Hausarbeiten schreiben. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn mich ein Buch packt, kann ich nicht mehr aufhören, es zu lesen.

Das ist das reinste Suchtverhalten. Beim Schreiben geht es mir da auch so. Wenn ich im Flow bin, kann ich an nichts anderes denken, und daher muss ich einteilen, wann ich wirklich Zeit habe, an meiner Geschichte zu arbeiten. Wenn ich keine Zeit habe, kann ich das, was ich schreibe, auch wieder in die Tonne hauen, weil weder mein Herz drin steckt noch meine handwerklichen Fähigkeiten zum Tragen kommen. Wenn ich Zeit habe und mich auf ein Manuskript konzentrieren kann, dann ist jeder Schritt ähnlich herausfordernd – und macht gleichzeitig Spaß.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich habe immer viel geschrieben – ob für’s Studium oder das Referendariat -, aber ich schreibe auch unglaublich viel in meiner Freizeit. Das beginnt im Schreibnachtforum und endet auf leeren Manuskriptseiten. Wichtig ist dabei, dass ich meine Ruhe haben – kurz zwischendurch zu schreiben funktioniert für mich überhaupt nicht – und dass ich in der Lage bin, mich zu konzentrieren. Konzentration ist wichtig. Um mich in Schreibstimmung zu bringen, mache ich mir meist einen Tee (derzeit Darjeeling, sonst auch gerne Pefferminz- oder Weihnachtstee), lese die letzten Zeilen nochmal durch und fange an. Wenn’s gut läuft, kann ich das mit kleinen Unterbrechungen (Essen, Toilette, Beine vertreten) den ganzen Tag. Wenn ich frei habe, mache ich das auch gerne. Ansonsten nutze ich den Abend und schreibe bis tief in die Nacht. Wenn ich am nächsten Morgen arbeiten muss, siegt irgendwann die Vernunft, ansonsten schreibe ich, bis ich zu müde bin, und wiederhole den Vorgang. So habe ich bis zu fünf Hausarbeiten pro Semesterferien geschrieben, so kann ich das auch bei Geschichten durchziehen. Beim Schreiben bin ich der reinste Workaholic.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
„Wirf deine Zweifel über Bord und mach’s einfach!“ Ich bin ein sehr selbstkritischer, aber auch selbstreflexiver Mensch, und in vielen Fällen hätte ich nur über meinen Schatten springen müssen. Networking ist etwas, das mir sehr viel Angst bereitet hat, aber es macht so viel Spaß, sich mit Autor_innen zu vernetzen, sich auszutauschen, neue Leute zu treffen… und meistens wollen sie mir nicht einmal den Kopf abreißen! Ich fühle mich in der Buch- und Autorenbubble sehr wohl und habe das Gefühl, dass ich hier sein kann, wie ich bin. Wenn ich daran denke, wie lange ich manchmal gezögert habe, den neuen Schritt zu wagen…

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich bin ein großer Fan von Joanne K. Rowling. Auch wenn ich aus heutiger Perspektive vieles kritischer sehe (und nach wie vor verleugne, dass sie an Cursed Child mitgearbeitet hat), ich sehe die Harry Potter-Reihe als Meisterwerk eines langfristigen Plotkonstrukts. Die vielen kleinen Informationen, die sich über sieben Bände erstrecken… die Hinweise, die Ausblicke, die Struktur. Sie ist definitiv mein Vorbild, wenn es darum geht, einen kohärenten Plot zu entwickeln. Dasselbe gilt für Suzanne Collins. „The Hunger Games“ (Die Tribute von Panem) war mein letztes großes Highlight, ein absolutes Meisterwerk. Der Stil, der deep POV von Katniss, der Spannungsbogen. Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich an dieses Buch denke, und es ist definitiv meine liebste Trilogie. Band 1 ist Perfektion, und ich möchte irgendwann in der Lage sein, ein Buch zu schreiben, das meine Leser_innen genauso begeistert.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich möchte gerne ein Buch veröffentlichen. Früher hätte ich „bei einem Verlag“ hinzugefügt, aber es gibt so viele tolle Selfpublisher_innen auf Twitter und sie sind wirklich eine Inspiration! Mir ist nicht mehr nur wichtig, dass eine meiner Geschichten Leser_innen erreicht, ich möchte vor allem, dass diese Geschichte meiner Vision entspricht, und ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ich sehe, wie manche Autor_innen ihren Weg gehen. So möchte ich auch handeln können… und vielleicht, nur vielleicht, gehöre ich eines Tages zu ihnen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich darf zwei Momente nennen, oder? Ich mach das einfach mal. Also Nummero Uno: Als ich am 5. Mai 2018 das erste Mal seit über zehn Jahren „Ende“ unter ein Manuskript schreiben konnte, das war atemberaubend. Bei den Manuskripten davor wollte ich irgendwann nur noch, dass es vorbei ist, und ich war mir danach immer darüber im Klaren, dass es meinen eigenen Ansprüchen nicht genügen würde, aber dieses Manuskript… es war zu lang, es hat massive Überarbeitungsbedürfnisse, aber ich habe die Geschichte danach immer noch geliebt, ich habe mich in die Charaktere verliebt, und ich hätte am liebsten weitergeschrieben. Das Gefühl war einfach berauschend. Mein zweiter, schönster Autorinnen-Moment war kürzlich, als ich die ersten Kapitel an Testleser_innen verschickt habe und so, so, so tolles Feedback bekommen habe. Natürlich waren auch viele Dinge dabei, die noch verbessert werden müssen, aber es war so viel Lob dabei, so häufig der Kommentar, man hätte gerne weiter gelesen, und das war für mich einfach nur unglaublich. Da gibt es Menschen, die meinen Stil gut finden, die meine Geschichte lesen möchten! Kann man von Glück berauscht werden?

 

Eine kleine Kostprobe…

So beginnt M&D:

Als Drew nach Hause kam, lag ich nackt auf dem Esstisch. Er putzte seine Schuhe mit einem dumpfen, schweren Kratzen an der Fußmatte ab, schwang die Tür auf. Ich unterdrückte einen Fluch, richtete mich auf und griff nach der roten, dünnen Decke, die ich nur Minuten zuvor über den Lehnstuhl drapiert hatte. Bevor er in den Raum und somit mein Blickfeld treten konnte, bedeckte ich meine Brüste. Drew ließ den Wohnungsschlüssel mit einem lauten Klirren in die Schüssel fallen, die rechts neben der Haustür auf einer Kommode stand, und trat vor, in mein Sichtfeld.

Ich rutschte an die Kante des Tisches vor und keine Sekunde später zog Drew seinen grünen Koffer ins Zimmer und trat beiseite, um Marc einzulassen, der mit Einkaufstüten beladen war. „Soll ich gleich kochen?“, fragte er Drew und schloss die Tür hinter sich. Ich nahm es als schlechtes Zeichen auf, dass bisher keiner von beiden meine Anwesenheit bemerkt hatte.

Mein Blick fiel auf Drew und seinen unwillkommenen dunklen Krauskopf. Er drehte mir den Rücken zu, hängte erst eine Mütze und dann die Daunenjacke an die Garderobe und kniete sich auf den Boden, um die Winterschuhe aufzuschnüren. Marc schlüpfte in aller Seelenruhe aus den Schuhen und der Jacke, als gäbe es mich gar nicht.

„Solltest du nicht erst nächste Woche wiederkommen?“

Marc fuhr herum und stieß dabei die Einkaufstasche um, aus der eine Dose Tomaten kullerte. „Was machst du hier?“ Definitiv nicht die Begrüßung, die ich erwartet hatte.

Meine Überraschung schien angesichts von Drew fehl am Platze, daher sprang ich von dem Tisch und wickelte die Decke wie ein Kleid um mich. So war Marc in der Lage, meine braun gebrannten Schultern zu bewundern. „Ich wollte dich überraschen“, gurrte ich und trat zu ihm. Er biss die Zähne zusammen, hob die Tomatendose auf und schob mich mit dem anderen Arm zur Seite. Die Einkaufstüten kratzten über meine Decke, rissen sie fast mit sich. Ich widerstand dem Impuls, die Hände in die Hüften zu stemmen und mich ihm in den Weg zu stellen, und ließ ihn die Tüten in der Küche abstellen.

„Nadia hatte andere Pläne.“ Ich sah über meine Schulter, fixierte Drew mit Wut im Bauch. Eine Woche Planung und fünf Stunden im Schönheitssalon für die Katz‘. Drew rieb sich über die Augen, unterdrückte brummend ein Gähnen. Selbst für einen Transatlantikflug sah er scheiße aus. Sein Blick fuhr über mich, und entweder bemerkte er meine Wut oder ihm fiel auf, dass ich keine Klamotten anhatte, und er gab sich einen Ruck, räusperte sich. Wenigstens der Kerl wusste, was ich wollte. „Ich bringe meinen Koffer ins Zimmer.“

Ich wartete, bis Drew in den Flur verschwunden war, dann setzte ich mein schönstes Strahlen auf und schritt auf Marc zu, guckte zu ihm auf. Er trug den sexy grauen Pullover, den seine Stiefmutter Charlotte ihm letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte, und den ich ihm einige Male vom Leib gezerrt hatte – wenn das kein gutes Omen für meine Pläne war! „Den Abend hatte ich mir anders vorgestellt.“

 


Francis

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung an.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Eine wahnsinnig talentierte Autorin, deren einzigartige Entwicklungsromane um ihre liebenswert angeknacksten Figuren Lukas, Inga und Silas viel mehr Aufmerksamkeit verdienen. Meine Rezension zu Schneepoet findet ihr auch hier auf dem Blog. Nika Sachs hat außerdem bereits einige Erfahrungen gesammelt, an denen sie uns heute hier teilhaben lässt.

Ich bin Nika, irgendwas knapp über 30 und Geschichtenverrückt, seit ich denken kann.

Mein erstes Buch habe ich geschrieben als ich vierzehn war. Leider fiel es einem PC-kurzschluss zum Opfer. Damals war kam mir der Gedanke noch nicht, dass ich meine Texte regelmäßig extern speichere. Nach langer Pause über mehrere Jahre begann ich mit Anfang Zwanzig wieder mit dem Schreiben und stellte 2015 mein Debut „Namenlos“ fertig. Danach war es um mich geschehen und ich schrieb in drei Jahren vier weitere Bücher. Leider ist am Ende der Zeit immer noch so viel Idee übrig.

Nach dem Buch ist vor dem Buch.

 

Schneepoet und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Derzeit schreibe ich am fünften Band der Reihe über meinen Protagonisten Luc und seine Familie. Da er bereits den fertigen Titel hat, kann ich noch nicht so viel verraten. Allerdings laufen meine Bücher gedanklich jederzeit als „Textbaustelle“ in meinem Hirn. Hin und wieder arbeite ich zwischendurch außerdem an einem Jugendbuch, das phantastische Elemente hat. Dieses Projekt hat in der Tat bisher keinen Arbeitstitel. Meine Projekte wachsen aus Alltagsgründen derzeit viel langsamer als bisher, aber nicht mit weniger Freude und Ideen. Eben nur ein bisschen mehr durch die Grauzone Leben ausgebremst als sonst.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Am liebsten würde ich bis Ende des Jahres mit dem aktuellen Luc veröffentlichen. Aber ich mag mir auch genauso viel Raum für seine aktuelle Lebensphase lassen, die mir nach den letzten drei Bänden Familienchaos sehr am Herzen liegt. Meine Protagonisten verändern sich und ich mich mit ihnen. Das erfordert immer neue Herangehensweisen beim Schreiben.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Tatsächlich habe ich über zehn angefangene Manuskripte im Bereich Jugendbuch bzw. Roman und Novelle. Und daneben habe ich noch ein paar weitere Ideen, die alle nach und nach reifen und sich in einen möglichen Weiterführungsprozess einreihen. Wahrscheinlich haben meine Projekte alle ein bisschen Melancholie, Philosophie und Faszination Alltagsmagie gemeinsam, da bleibe ich mir treu.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Dass mir ein Vertrag bei einem konventionellen Verlag nichts bedeutet, wenn ich nicht ich bleiben kann.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Ich schreibe routinierter in Bezug auf Technik des Schreibens und die Sprache der Protagonist*innen und befasse mich eigentlich direkt nur noch mit ihren Gedanken und Entwicklungen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Der Anspruch an mich selbst. Ich will es immer und immer wieder selbst lesen können ohne mich daran zu stören. Dabei geht es mir weniger um die genaue Wortwahl, etwaige Fehler im Sprachbild oder offene Fragen, ob eine andere Option an dieser oder jener Stelle besser gewesen wäre. Ich versuche immer das Bild eines Gefühls wiederbringbar mit Worten zu „zeichnen“. Wenn ich das Gefühl, das ich beim Schreiben hatte, beim Lesen immer wieder habe, bin ich glücklich. Da ich meine Bücher bisher selbst verlege und überwiegend selbst gestalte bzw. entwerfe, bin ich unabhängig. Werbung mache ich kaum, dafür fehlt mir die Zeit. Ich hoffe immer, dass meine Geschichten gefallen und sich, wenn auch langsam, durch die Leser in der Welt verteilen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe entweder, wenn ich Zeit und den unausweichlichen Drang dazu habe oder wenn ich eine grobe Idee habe und in naher Zukunft einen freien Abend dazu habe. Am besten schreibe ich abends bis spät in die Nacht oder vormittags. Da ich studiere und zudem in einem Angestelltenverhältnis arbeite, bin ich derzeit nicht so flexibel wie bei den Büchern, die ich bisher veröffentlicht habe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Noch weniger Erwartungen an Wirtschaftlichkeit der Kreativität zu stellen, dafür aber an die Qualität der Arbeit. Man kann es niemals allen recht machen und schreiben um gezielt damit zu verdienen finde ich sehr restriktiv für die Kreativität.

Wie ist es, gemeinsam mit anderen ein Buch zu schreiben?
Für den aktuell veröffentlichten Band „Abseitsliebe“ durfte ich ein ganzes Kapitel gemeinsam mit Nicole Neubauer schreiben und mir ihren Protagonisten Hannes Brandl „ausleihen“, der auf Luc trifft. Nicole ist meiner Meinung nach eine fabelhafte Krimiautorin und gegen meine Befürchtung hat das super geklappt, dass wir beim gemeinsamen Schreiben (an zwei Laptops im gleichen Raum) auch den jeweils fremden Protagonisten übernommen haben. Ich habe definitiv Lust, noch einmal ein gemeinsames Autorenprojekt anzugehen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren viele Menschen, weil sie ein Netz aus Erkenntnissen, Strukturen und Konzepten in sich tragen. Aber einige haben mir so viel Anerkennung für meine Arbeit zukommen lassen, dass mich das schon sehr motiviert, weiterzuschreiben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Den ersten Teil von Lucs Tagebüchern als Kunstprojekt zu verfilmen. Und vielleicht noch ein paar Leser mehr, denen meine Bücher Türen zu sich selbst öffnen oder ihnen einen anderen Blickwinkel ermöglichen, um andere besser zu verstehen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Dass ich Leser*innen habe, die meine Geschichten auch im realen Leben mit sich weiterführen wollen.

 

Eine kleine Kostprobe…

Diese Szene entstammt aus dem fünften Buch um Lukas, Inga, Silas und Véro, welches sich noch in Arbeit befindet.

Das war das hässlichste Geräusch seit Langem. Dabei hat der Tag vorhin so vielversprechend begonnen. Ich werfe der zugefallenen Tür einen wehleidigen Blick zu. Post aus dem Briefkasten holen wollte ich, jetzt habe ich mich ausgesperrt. Lukas hat mir zwar letztens gesagt, wo ich den Ersatzschlüssel finde, aber weil ich ihm wie immer nur so halb zugehört habe, weiß ich es natürlich jetzt nicht mehr. Shit.

Nachdem ich im Garten die gängigen Verstecke dummer Menschen für einen Ersatzschlüssel abgeklappert habe ohne fündig zu werden, mache ich meinem eigenen Dasein als dummer Mensch alle Ehre. Ich klettere barfuß auf den Kirschbaum und von dort auf das Garagendach. Hoffentlich sieht mich niemand dabei, wie ich es jedem potenziellen Einbrecher vormache, uns zu überfallen. Mit etwas Anlauf schaffe ich es auf das flache Vordach. Von hier ist es leicht, über die Schindeln zum Badezimmerfenster rüber zu kriechen, das ich vorhin offengelassen habe. Okay, ich dachte das zumindest. Das Dach ist steiler und rutschiger als gedacht. Scheiße, scheiße, denke ich. »Drei Meter, du Muschi!«, sage ich zu mir selbst. Nach etwa zwei Metern geht mir die Kraft aus. Ich wäge ab, ob es sich ungefährlicher vom Dach rutschen lässt, oder ob ich besser ein paar Minuten warte, bis ich den Rest auch noch schaffe. Die Nachbarn mit einem Hilferuf zu mobilisieren scheint mir keine Option. Dann heißt es wieder ›Die Kartoffeln!‹

Ich entschließe mich, zu warten.

»Madame?«, ruft jemand. Das hat mir gerade noch gefehlt.

Ich drehe mich langsam um, in der Hoffnung, dass ich nicht gleich mit samt den Schindeln den Abflug mache. Mit in die Hüften gestemmten Händen steht er da und glotzt zu mir hoch, als wäre ich das einzige Problem in seinem Leben. Ich zeige langsam auf mich selbst. Bloß keine hektischen Bewegungen.

Der weißhaarige Hobbit nickt. »Qu’est-ce que vous faites là, hein?«

Ja, was mache ich hier wohl … Ich seufze und sehe mich um. Scheiße. Dann zucke ich mit den Schultern. »J’habite ici.«

»Vraiment?«

Ich nicke. Natürlich wohne ich hier!

Der Hobbit textet mich zu, aber ich verstehe nichts davon, weil er redet wie ein Wasserfall und ich seiner Sprache nicht mächtig bin. In der Hoffnung, es mir nachhaltig zu verkacken und ab sofort meine Ruhe zu haben, sage ich wehleidig die drei magischen Worte: »Je suis allmande.«

»Mon dieu!«, stöhnt er. Ich könnte gerade losprusten, so lustig finde ich sein Gesicht.

Der Hobbit flüchtet mit großen Schritten für so einen Zwerg, ich widme mich wieder der Aktion Dachfenster. Kurze Zeit später schleift etwas über unseren Steinweg.

»Attention, Foiärrrwärrr!«, ruft er mir zu. Dann stellt er die Leiter an die Hauswand und verschwindet aus meinem Sichtfeld. Ich glotze auf die Regenrinne und gehe durch, was ich gefrühstückt habe. Lukas hat mir bestimmt LSD ins Müsli gemischt. Kommt mich gerade ein bretonischer Hobbit vom Dach retten, der auf Deutsch – oder so was Ähnliches, Bestimmt hat er das im Panzerhandbuch gelernt – Feuerwehr ruft?! Okay, Leben, eins zu null für dich.


Nika Sachs

 

Worum geht’s in „Schneepoet“?
Luc ist innerlich zerissen. Zwischen seiner Identität, seiner Entscheidung die Liebe seines Lebens Inga zu verlassen, zwischen Deutschland und Frankreich. Er flüchtet sich zu seinem Zwillingsbruder Silas nach Paris, wo er Heilung und Ablenkung in Exzessen sucht. Frauen, Drogen – nichts stillt dauerhaft seinen Hunger nach Liebe. Im Kampf gegen sich selbst, seine bipolare Störunge und selbszerstörerischen Tendenzen begleiten wir Luc in Form von Tagebucheinträgen. Wir sehen die Welt mit seinen Augen, erhalten Einblick in seine verletztliche, poetische Seele.

 

Ihre bisherigen Veröffentlichungen:
  • Schneepoet (Band 1), auf amazon* kaufen, ISBN 978-374073164
  • Karmapoet (Band 2), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740743659
  • Abseitsliebe (Band 3), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740735777
  • Am Horizont Schwarz (Spin Off), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740734312
  • Namenlos (Novelle), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3741205149
  • Mitheerausgeberin der Anthologie „Sehnsuchtsfluchten“, auf amzaon* kaufen, ISBN 978-3740730710

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Sophie Grossalber #ProjektArbeitstitel

Sophie Grossalber #ProjektArbeitstitel

Sophie Grossalber #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, mit Sophie Grossalber eine Autorin in der Runde begrüßen zu dürfen, deren Schnipsel mir persönlich immer sehr gut gefallen!

(c) Lorena Viciconte

Hallöchen! Mein Name ist Sophie Grossalber, ich bin aus Österreich und schreibe Fantasy auf Englisch und Deutsch.

Angefangen mit dem Schreiben hat alles bei mir mit einer Eragon Fanfiction als ich etwa 12 war. Dann bin ich zu text-basierten Rollenspielen gewechselt für eine Zeit, bevor ich mich wieder Fanfictions gewidmet habe und jetzt auch originale Geschichten schreibe. Letztes Jahr durfte ich zum ersten Mal etwas veröffentlichen und zwar meine Kurgeschichte „Phönixflamme“ in den P-Files vom Talawah Verlag. Dieses Jahr kommen gleich zwei Sachen von und mit mir heraus. Einmal die A-Files (auch von Talawah), in denen ich meine Amazonen-Geschichte „Anaia Montgomery und der Sirenen-Stalker“ veröffentlichen darf. Und dann noch mein erstes Selfpublishing-Projekt „Blood and Guilt – Geschichten aus Dumornay“, eine kleine Kurzgeschichten-Sammlung aus der Welt meiner geplanten Roman-Trilogie, die im September auf Deutsch und Englisch erscheinen soll.

Wie man sieht, bestehen meine Veröffentlichungen bisher nur aus Kurzgeschichten, aber ich arbeite im Hintergrund an Romanprojekten. Dauert halt nur etwas länger.

 

Dumornay und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Abgesehen von den beiden oben genannten Trilogien habe ich momentan noch drei Kurzgeschichten zu schreiben und ein Roman-Projekt am Schreibtisch.

Die Kurzgeschichten sind komplett quer durch die Bahn, was die Thematiken angeht, allerdings alle Fantasy bzw eine Science Fantasy, und alle für Ausschreibungen. Da wäre einmal eine über meine Version von Azrael, dem Engel des Todes, die mich schon sehr drängt, geschrieben zu werden, da die Deadline bald ansteht. Dann hab ich da noch eine für die Ausschreibung zu WayPoint FiftyNine, in der es um eine Kreuzfahrt zu den Jupiter-Monden geht, und dem, was dabei schief gehen kann, wenn man Werwölfe und blinde Passagiere an Bord hat. Und die dritte Kurzgeschichte für dieses Jahr ist für die D-Files Ausschreibung vom Talawah Verlag, aber da steht der Plot noch nicht.

(c) Lorena Viciconte

Romantechnisch hab ich momentan zwei offene Projekte, wobei eines davon gerade auf Eis liegt, da ich das andere vorgezogen habe.

Zuerst wär da mal „The Gold of Falling Stars“ (Arbeitstitel), Steamfantasy Adventure Roman auf Englisch, in dem die Navy Navigatorin Kat sich auf die Suche nach ihrem Bruder in den hohen Norden meiner eigenen Fantasywelt begibt (die noch gar keinen Namen hat, upps). Dabei trifft sie auf eine sehr verärgerte Göttin des Winters, Wölfe aus Nordlichtern und entdeckt ihre eigenen bis dato schlummernden Fähigkeiten.

Das Zweite ist die oben erwähnte Roman-Trilogie, ebenfalls auf Englisch. „Dumornay’s Legacy“, Band 1 der Trilogie, ist zwar schon fertig geschrieben (der momentane Entwurf), bedarf aber noch sehr viel polishing und Feinarbeit (bzw eventuell eines fast kompletten rewrites) bevor ich es an Agenturen schicken kann. Und mit Trilogien hat man’s bekanntlich schwerer als Debütautorin, daher habe ich TGoFS vorgezogen und werde das auch als Erstes einschicken. Dumornay’s Legacy, bzw die Dumornay Trilogy, dreht sich um die Traumachirurgin Alexandria Dumornay, die auch noch die Erstgeborene einer prominenten Jägerfamilie ist. Als der Vampir, der ihre Mutter vor 20 Jahren ermordet hat, zurück kommt und danach trachtet, ihre gesamte Familie auszulöschen, muss sich Ria entscheiden, ob sie kämpfen will oder nicht. Aber sie bekommt Hilfe von Vampiren und Werwölfen – und muss dadurch ihre eigenen Vorurteile konfrontieren.

 

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Die A-Files kommen voraussichtlich am 14.06.2019 raus, d.h. da ist inzwischen alles aus meiner Hand. Bei Blood and Guilt muss ich noch fertig übersetzen, setzen, illustrieren, blablabla. Aber die Veröffentlichung sollte im September stattfinden – außer Books on Demand ist schlussendlich schneller mit der Prüfung als ich erwarte. Für The Gold of Falling Stars wäre der Plan, es an englischsprachige Agenturen zu schicken (ich hab da zwei Wunschagenten, bei denen ich sicher super glücklich wäre). Aber vorher muss ich es erstmal fertig schreiben, überarbeiten, überarbeiten und nochmal überarbeiten.

 

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Puuuuh. Da hab ich so Einiges! Urban Fantasy Serial zu meiner Amazone Anaia Montgomery, wäre mal eins. Dann:

– Dystopische Fantasy Version des Artusmythos (wobei ich da den ersten Akt schon geschrieben hab)

– Historical/Urban Fantasy, die eine fiktive Entstehungsgeschichte von Christopher Marlowe’s Doktor Faustus spinnt, indem Kit Marlowe mit Dämonen(-jägern) in Berührung kommt (Und es wird vermutlich SEHR GAY)

– LGBTQ+ Romantasy, in der Dumornay-Welt = „Wolves of Verona“ (Arbeitstitel): zwei Werwolfsrudel in Verona, verfeindet, deren Töchter sich in einander verlieben. Quasi-Rewrite von Romeo und Julia

– High Fantasy in der Welt von „The Gold of Falling Stars“, allerdings 300-400 Jahre vorher

– und ein Science Fantasy Sequel für Dumornay geistert auch noch irgendwo in meinem Kopf rum. Hängt aber alles davon ab, ob und wie gut sich Dumornay verkauft

 

Schreiballtag

 

(c) Talawah Verlag/Marie Graßhoff

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Generell die Überwindung, 1. Einmal anzufangen und 2. Nicht dem inneren Kritiker nachzugeben, der immer alles bemängelt und meint, man kann doch das Ganze in die Tonne kloppen und am besten noch den Laptop anzünden, wenn man schon dabei ist. Von den Selbstzweifeln abgesehen, liegt mein größtes Problem darin, dass ich darin neige, mich zu sehr mit anderen zu vergleichen und dann neidisch zu werden, wenn ich sehe, was die Leute alles in einem Jahr schaffen und wie viele Bücher sie veröffentlichen können oder schon haben. ABER ich bin ja noch am Anfang meiner Karriere und habe Zeit. Ich glaub, so ziemlich jeder kann sich mit dem Zitat aus dem Musical Hamilton identifizieren XD „Why do you write like you’re running out of time?“ Dabei bin ich ja SO LANGSAM!

Hast du eine Schreibroutine?
Mein Vollzeit-Bachelor-Studium lässt es leider im Moment nicht zu, dass ich hauptberuflich schreiben kann. (Und ich glaube, das wird sich auch nachher nicht ändern) Aber, wenn ich nicht gerade von Uni-Deadlines erschlagen werde, versuche ich entweder morgens oder abends ein paar Wörter zu schreiben.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Lass dich bloß nicht unterkriegen. Ja zu den Drachen und Schwertern und den badass Ladies, aber lass die Romanzen erstmal außen vor.

 

Motivation

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
SO VIELE. Bei den Autorenkollegen wären das unter anderem das gesamte Nornennetz und die Schwestern. Dann Leigh Bardugo, V.E. Schwab, Katharina V. Haderer, Katrin Ils, @bluebirdisdeadO auf twitter (die ich auch offline zu meinen Freunden zählen darf), und sooo viele mehr. Und dann wären da noch die nicht-schreibenden Leute in meinem Leben, wie meine Cousine, die Grafikdesign studiert hat oder eine langjährige Freundin, die auch zeichnet und immer mit einem Tritt in den Hintern bereit steht, sollte ich mal zu viel jammern.

(c) Talawah Verlag/Marie Graßhoff

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mehr Zeit zum Schreiben haben und sich über Veröffentlichungen freuen dürfen. Auch eventuell endlich etwas mehr Verständnis für die Schreiberei in meinem familiären Umfeld.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Da fällt definitiv die P-Files Signierstunde auf der Frankfurter Buchmesse letztes Jahr drunter! Ca 10 von 30 Autor*innen, die sich in einen kleinen Stand gequ- äh… gekuschelt und fleißig signiert haben.

 

Eine kleine Kostprobe…

Ich hab mal die ersten 250 Wörter aus „The Gold of Falling Stars“ mitgebracht. Achtung: Englisch und bis jetzt komplett unüberarbeitet!

Everybody always tells you how much losing a loved one hurts. But nobody said anything about the way hope twists your heart. How holding out for hope in a hopeless case feels like being stabbed in the back, repeatedly, a thousand times over every day.

And yet, you keep on hoping. Because without hope, what else is there?

Katarina Felski stood in the doorway to her small, cluttered office in one of the warehouses owned by the Navy of the Aldenian Republic, frozen in place, and stared at the leather-bound rectangle lying on her desk on top of her charts. Rob’s journal.

She glanced out into the deserted hallway. The floorboards creaked under her shifting weight, she could hear the faint bustle of the warehouse below and the docks outside. But no sight of whoever left that journal in her office. Kat hesitated, one foot ready to step into the room, but she was afraid, if she moved, the journal would vanish. Like a dream or one of those phantoms that appeared on a hot day in the south. Right now, she could still hope. There was nothing to stop her from clinging to the belief that her brother might have come back. Maybe he had finally returned and left it on her desk for her to find – and to read, like he had always made her promise she would. It was more likely though that it had found its way to her on its own, without her brother.


Sophie Großalber

 

 

Sophie Großalber wird dieses Jahr zwei Bücher veröffentlichen:

  1. voraussichtlich am 14.06.2019 in der Anthologie „The A-Files: Die Amazonen Akten“ vom Talawah Verlag
  2. voraussichtlich am 04.09.2019 – „Blood and Guilt – Geschichten aus Dumornay“ im Selfpublishing über BoD auf Deutsch und Englisch

Bisherige Veröffentlichungen: Anthologie „The P-Files: Die Phönix Akten“ vom Talawah Verlag, 26.05.2018 (auf amazon* kaufen)

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Ela Bellcut #ProjektArbeitstitel

Ela Bellcut #ProjektArbeitstitel

Ela Bellcut #ProjektArbeitstitel

Nach Carina Schnell habe ich nun die Ehre noch eine liebe Schwester aus dem Nornennetz zu interviewen: Ela Bellcut, die bald ihr Debüt veröffentlicht!

Gedanken, Träume, Wünsche und immer wieder diese Leere, die nur das geschriebene Wort füllen kann. Einfach mal an nichts denken, einfach mal nur sein, die Gedanken vergessen, die Fragen, die endlosen Vorwürfe und Selbstzweifel, all das fortgespült von dem Kratzen über das Papier, von dem Klackern der Tasten, von der ruhigen Musik Iron&Wine’s …

Hey, freut mich, dass ihr zu diesem Beitrag gefunden habt. Ich veröffentliche unter dem Pseudonym Ela Bellcut und mein erstes Buch „Aderunita I – das Seelenband“ (Contemporary Fantasy) steht aktuell in den Startlöchern und wird im Juni 2019 erscheinen.

1989 wurde ich im wunderschönen Mecklenburg-Vorpommern geboren. und lebe seit 2008 in Hamburg. Ich bin ein laufendes kreatives Chaos. Mithilfe von To-Do-Listen und diversen Notizbüchern versuche ich, irgendwie mein Leben als Fotografin und Autorin zu händeln.
Angefangen habe ich mit Gedichten, Kurzgeschichten und Texten als Filmkritikerin für eine Onlineplattform. Am liebsten ziehe ich mich ins Grüne zurück, verbringe Zeit mit meiner Katze oder widme mich meinen kreativen Ideen, die in allen möglichen Richtungen ausarten.
Seit 2017 bin ich Mitglied im Nornennetz und dort als Presse- und Ratsschwester tätig.

 

Aderunita und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Seitdem 2016 die erste Version des ersten Teils meiner Fantasy-Reihe abgeschlossen ist, habe ich bereits an Band 2-4 gearbeitet und parallel auch ein Sequel zum 2. Band geschrieben. Damals war mir einfach das Schreiben wichtiger und nun hab ich vier Manuskripte in den Händen, die ich allerdings weiter chronologisch veröffentlichen werden – sprich: Band 2 wird demnächst überarbeitet und wandert dann zu meiner Lektorin Saskia Weyel (http://zeilenrausch-lektorat.de/).

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
„Aderunita I – Das Seelenband“  wird im Juni veröffentlicht und die BuchBerlin dieses Jahr wird dann meine erste Messe mit eigenem Buch sein. Dort werde ich wieder mit dem Nornennetz vertreten sein – also kommt gerne vorbei und quatscht mich an.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Neben meiner Fantasy Reihe schreibe ich gerne Horror/Thriller oder nehme an Ausschreibungen teil. Aktuell steht die nächste Anthologie von einigen Autorinnen Kolleginnen zum Thema „Heldinnen“ auf dem Plan. Dort geht es um zwei kleine Mädchen, die ihren „Dämonen“ bzw. dem wahrgewordenen Grauen in Form eines Monsters im Schrank gegenübertreten müssen. Es wird eine Mischung aus Horror und Drama. Indem Sina und Lea gemeinsam gegen Vorurteile, Depressionen und Ängste kämpfen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Bei mir war es: Einfach mal machen! Einfach das Buch zu Ende schreiben – sich wirklich Zeit nehmen mit einem festgesetzten Plan und es durchziehen. Und es dann auch zu veröffentlichen! Sich trauen!

Probeleser, Lektoren oder Korrektoren zu finden, ist eigentlich ganz einfach (so zumindest bei mir – da ich parallel zur Fertigstellung schon meine SoMe-Präsenz aufgebaut habe.)
Bei der Verlagssuche hab ich nicht wirklich Erfahrung. Während des Arbeitsprozess hab ich zwar 10 Bewerbungen an größere Verlage rausgeschickt, aber ich denke, da Fuß zu fassen, ist ohne eine Agentur beinahe utopisch … Und Kleinverlage waren bei mir nie von Interesse, da die Kosten/Nutzenrechnung für mich zu wenig Vorteile bot (ggf. Einschränkungen beim Lektorat, nicht das Cover, was ich will und dafür Werbung selbst machen – da kann ich auch gleich SP machen – so mein Gedanke und kann dann Bilder reinbringen, die mir wichtig sind).

Zudem komme ich aus dem Werbebereich. Aktionen überlegen, Promoten ist für mich mit Spaß verbunden und keine Hürde.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich habe mit dem Schreiben angefangen, da war ich noch Filialleitung in einem Fotostudio – 6 Tage Woche. Da war das Schreiben nebenbei echt hart. Meist jeden Abend 2-3 Stunden nach der Arbeit. Das ging beinahe 2 Jahre, aber dann war mir das alles zu viel und mein Brotjob wurde mir gefühlt immer lästiger. Ich wollte nur noch schreiben.
Letztes Jahr hab ich dort gekündigt und mir einen Teilzeitjob gesucht, sodass ich 2-3 Tage in der Woche Zeit für meine Geschichten habe. Aktuell läuft es super so.
Ich hab die Sicherheit über die Runden zu kommen und kann mich dennoch kreativ voll ausleben. In heißen Phasen des Lektorats oder Korrektorats kommt das Privatleben dennoch oft zu kurz.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Zieh es durch und schreib es zu Ende – Überabreiten geht immer noch. (Kurzer Einwurf: Ich hab mit 16 angefangen, genau diese Idee zu formulieren – die ich jetzt erst mit 29 veröffentliche :D)

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ganz klar meine Autoren-Kolleginnen bei Instagram oder beim Nornennetz. Der Austausch mit anderen ist mir mega wichtig – denn das Autorendasein ist dann nicht so ein großes Ideal wie J.K.Rowling (an die man in der Vorstellung nie rankommen wird). Ich denke mir seitdem: Ach komm, das kannst du auch – lass dich nicht aufhalten.
Oft werden kreative Berufe nur belächelt. Als ich Fotografin wurde, war das bereits so. Aber die Fotografie ist ein Handwerk, man hat einen Gesellenbrief und es ist einfach etwas etablierter – als Autorin hatte ich immer den Eindruck, dass da nur gegenwind kommt, nach dem Motto: „Ach so groß wird man nie …“. Das hat mich lange aufgehalten bei meiner Veröffentlichung.

Der Austausch mit anderen und zu sehen: das sind auch alles nur Menschen mit ggf. Selbstzweifel – hat mich dran glauben lassen, dass ich es schaffen kann. Und auch im Entstehungsprozess wüsste ich nicht, was ich ohne Autorinnen wie Adriana Silver, Anne Granert, Katrin Ils oder Elenor Avelle  – als Motivation machen würde …
Aber die größte Unterstützerin ist immer noch meine Mutter.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Den Kontakt zu anderen Autor*innen beibehalten –  ggf. noch ausbauen. Und natürlich viele Leser begeistern und dass die Message, die in der Serie vorherrscht: Kümmert euch mehr um unsere Umwelt –vor allem in den jungen Köpfe eindringt und die Reihe vielleicht dahingehend etwas bewirkt.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das ist echt schwer! Die Mitglieder des Nornennetzes kennenzulernen oder auch andere Autor*innen die man nur per SoMe kennt, war jedes Mal super. Die erste Messe mit dem Netzwerk unvergesslich … Hm … aber ja, es ist wie die erste Liebe – der erste beste Moment war meine erste Buchmesse: LBM 2017. Mein erstes Buch war in der ersten Version fertiggeschrieben. 2017 hab ich erst mit Social Media angefangen und hab mich vor allem beim Blog Vom Schreiben leben belesen. Annika Bühnemann gibt dort super viele Tipps und auch Einblicke ins Marketing – ich wollte sie unbedingt kennenlernen. Bei der LBM war es dann soweit. Eigentlich fangirle ich nie, aber bei Annika war ich voll aufgeregt und wir machten Selfies + Autogramm und verbrachten dann noch ein paar Stunden zusammen. Comiccongelände besichtigt, zusammen gegessen, sie fragte mich nach meinem Buch, gab mir Tipps – ich hab mich bis dahin nie so fame gefühlt.

 

Eine kleine Kostprobe…

Da gibt’s meine absolute Lieblingsstelle im Buch, die man trotz fehlender Vorgeschichte hoffentlich versteht. Sie ist aus einem meiner eigenen Träume entstanden(gekürzt Seite 67-71):

Natura erwachte schlagartig. Ihr Herz hämmerte wie eine Horde Schlagbohrer. Sie sah sich um und stellte betrübt fest, dass sie allein war.

Es war dunkel, nur der Mond warf sein silbriges Licht auf ihre Umgebung.

Irgendetwas war anders. Irgendwie fremd. Als hätte sich die Atmosphäre verändert.

Aber nichts wirkte außergewöhnlich. Alles war still.

Zu still, wie sie begriff. Sie hörte kein einziges Geräusch. Nicht einmal die üblichen Klänge des Waldes oder des Meeres. Diese Nichtexistenz von Geräuschen ließ ihr Zuhause gruselig erscheinen.

Obwohl das Landhaus wie immer wirkte, hatte Natura das Gefühl, die vertrauten Schatten würden in ihren Konturen verschwimmen. Wären verzerrt. Lebendig. Würden sie beobachten, als läge irgendetwas auf der Lauer und wartete nur auf sie. Etwas zutiefst Dunkles. Sie konnte es zwar nicht sehen, aber fühlen.

Ihre Umgebung war beängstigend.

Der Wald ragte schwarz um sie herum auf. Die Schatten pulsierten.

Dann spürte sie den Sog. Den Sog, den sie auch am Morgen verspürt hatte. Er zog sie von neuem zu den Klippen.

Natura drehte sich nochmals zu der Weide um, an der sie eingenickt war. Es kam ihr vor, als wäre da jemand, der sie zurückhalten wollte. Allerdings sah sie nichts außer den wabernden Schatten, die sich wie zu einem inneren Herzschlag bewegten.

Sie bekam eine Gänsehaut. Ihr Adrenalinspiegel schoss in die Höhe und die Angst schnürte ihr die Kehle zu. Sie musste hier weg!

Blind vor Panik tauchte Natura in die Dunkelheit der Bäume ein. Dort hielt sie für einige Sekunden inne. Es war, als wäre sie über eine unsichtbare Grenze getreten, denn es erklangen wieder Geräusche.

Allerdings waren diese jetzt wirklich gruselig und machten dem Namen Geisterwald alle Ehre. Das Ächzen der Äste klang wie Schreie, Wehklagen. Wie etwas, das sie seit ihrer Kindheit kannte, plötzlich vollkommen fremd für sie sein konnte, verstand sie nicht. Aber sie konnte nicht leugnen, dass es ihr davor graute, diese sonst vertrauten Schritte zu gehen.

Es gab aber kein Zurück. Den Sog, der sie zu den Klippen zog, konnte sie nicht bezwingen.

Natura stolperte benommen weiter und als sie sich erneut umblickte, hatte sie den schreienden Wald bereits hinter sich gelassen.

Auch hier kam ihr alles fremd vor. Sie stand an einem Baum am Rand des Waldes und ließ ihren Blick über die in Dunkelheit gehüllten Steilklippen gleiten. Nichts wirkte wie gewohnt.

Unvermittelt hörte sie einen flachen Atem. Zuerst dachte sie, die über ihr stöhnenden Bäume würden das Geräusch verursachen. Aber der Atem wurde lauter und schien näherzukommen.

Sie blickte sich um, suchte nach der Quelle des Geräuschs. Komischerweise wirkten ihre Sinne mit einem Mal bis aufs Äußerste geschärft. Sie hörte alles viel näher, als es tatsächlich war. Denn das Keuchen gehörte zu einem Mann, den sie schemenhaft zwischen den Bäumen des Waldabschnitts ihr gegenüber erblickte. Er war gut zwanzig Meter von ihr entfernt und rannte zum Klippenvorsprung.

Alles passierte wie in Zeitlupe.

Der Mann passierte die letzten Bäume und strebte der schmalen Landzunge entgegen. Hinter ihm kam ein schwarzer Schatten zum Vorschein. Ein Wiehern. Ein schwarzes Pferd mit weißem Stern auf der Stirn. Natura erkannte ihre Stute Aurora. Und den Mann: Es war Phil – ihr Vater.

Verdammte Scheiße, was tun die denn hier?

Allmählich beschlich Natura das Gefühl, dass sie träumte. Alles kam ihr seit mittags wie ein unendlicher Traum vor. Und nicht von der guten Sorte. Die Begegnung mit Charlie, dieser verwirrende Nachmittag und jetzt das hier. Aber alles, was sie erlebte, fühlte sie, als wäre es real.

So was kann ich nicht träumen  außer ich bin Alice und das ist das Wunderland …

 

 


Ela Bellcut

 

Das Buch „Aderunita I – Das Seelenband“ ist im Juni erschienen. Ihr könnt es auf amazon* kaufen.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Carina Schnell #ProjektArbeitstitel

Carina Schnell #ProjektArbeitstitel

Carina Schnell #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, euch mit Carina Schnell eine wunderbar liebe Schwester aus dem Nornennetz vorzustellen! Carina veröffentlich bald ihr drittes Buch und hat somit schon Einiges an Erfahrung sammeln können.

Ich heiße Carina, komme aus Kaufungen bei Kassel und schreibe und lese schon immer am liebsten Fantasy.

Ich habe meinen Eltern und Großeltern schon Geschichten „vorgelesen“, als ich noch gar nicht lesen konnte und sobald ich schreiben konnte, habe ich meiner Fantasie auch auf dem Papier freien Lauf gelassen. Ich schreibe also schon seit ich denken kann – Kurzgeschichten, Gedichte und jetzt eben auch Bücher. Das war irgendwie immer selbstverständlich, so ein innerer Drang, die Ideen, die mir im Kopf herumspuken, aufzuschreiben. Eigentlich werde ich täglich von allem um mich herum inspiriert – ein schöner Sonnenuntergang, ein Falkenschrei, die besondere Stimme einer Person, die aus der Menge heraussticht.

Am Schreiben gefällt mir besonders, dass es sich anfühlt, als würde man eine neue Dimension betreten. Alles ist möglich, alles ist erlaubt, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Vor allem am Fantasyschreiben gefällt mir deshalb der Weltenbau, das Erschaffen von etwas völlig Neuem, das vorher nur in meinem Kopf existierte und dass ich dann durch das Schreiben mit meinen Lesern teilen kann.

Mein Debüt erschien 2017 in zwei Teilen bei Forever by Ullstein und die nächste Veröffentlichung steht schon am 01. Juni an.

 

Alba und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Da muss ich mich leider bedeckt halten. Ganz bald habe ich nämlich große Neuigkeiten zu verkünden. Bis dahin müsst ihr euch noch etwas gedulden. 😉

(c) Droemer Knaur

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Alba erscheint ja schon am 01. Juni dieses Jahres und ich stecke gerade bis zum Hals in den Vorbereitungen für die Veröffentlichung. Ich gebe mir viel Mühe beim Marketing und bin jetzt sehr gespannt, was die Blogger-Crew, die ich eigens dafür ausgewählt habe, Tolles auf die Beine stellen wird. Ansonsten poste ich schon fleißig Textschnipsel und Fun Facts über Schottland, wo meine Geschichte spielt, und es wird eine Woche vor der Veröffentlichung tolle Überraschungen auf meinen Kanälen in den sozialen Medien geben. Nach dem Erscheinungsdatum gibt es dann auch noch eine Leserunde bei Lovelybooks.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe noch eine fertige Märchenadaption (Jugendbuch) in der Schublade, für die ich als nächstes einen Verlag suche. Ansonsten habe ich noch zwei angefangene Thriller und eine Idee für historische Fantasy.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Das man sich nicht alles von Verlagen gefallen lassen sollte, bzw. die Zusammenarbeit von Verlag zu Verlag sehr unterschiedlich ist. Damit meine ich vor allem Mitspracherecht bei Titeln und Covern und die Qualität vom Lektorat. Und – ganz wichtig – dass dein Buch niemals allen gefallen kann und das ist auch gut so.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Es gibt riesige Unterschiede. Ich möchte mal behaupten, dass sich mein Stil weiterentwickelt hat und ich vor allem gewisse Anfängerfehler hoffentlich nicht mehr mache. Da ich seitdem die Autorenschule der Textmanufaktur mit Sylvia Englert als meiner Mentorin absolviert habe, habe ich, vor allem handwerklich, unheimlich viel gelernt. Ich habe mir eine Schreibroutine zugelegt und gehe allgemein professioneller ans Schreiben ran, anstatt es nur als Hobby anzusehen. Und mittlerweile probiere ich mich auch an anderen Genres, z.B. Thriller.

 

Schreiballtag

 

(c) Forever by Ullstein

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ich glaube das Schwierigste ist für mich persönlich tatsächlich das Marketing, weil ich davon wenig Ahnung habe. Das Schreiben und Überarbeiten macht mir hauptsächlich Spaß, auch wenn es manchmal frustrierend sein kann. Und alle AutorInnen stimmen mir sicher zu, wenn ich sage, dass der schlimmste Teil des Autorenlebens das Warten ist – auf Antworten von Verlagen, Agenturen, LektorInnen etc. Das kann einen ziemlich verrückt machen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich bin gelernte Übersetzerin und übersetze neben dem Schreiben für einige große deutsche Publikumsverlage. Zweimal die Woche arbeite ich außerdem als Deutschlehrerin, weil man ja irgendwie auch seine Rechnungen bezahlen muss, nicht wahr? 😉 Das Schreiben passt dann irgendwie so dazwischen. Ich versuche, jeden Tag zu schreiben, aber wenn ich ehrlich bin, schaffe ich das nicht immer. Am meisten schreibe ich an Wochenenden. Ich hoffe aber, ab nächstem Jahr von meiner freiberuflichen Tätigkeit als Literaturübersetzern und Autorin leben zu können und dann endlich mehr Zeit dafür zu haben.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Schreib! Schreib immer weiter und hör nicht auf. Es ist das Wichtigste, dass man an sich selbst und seine Geschichten glaubt und nicht damit aufhört, nur weil man vielleicht nicht sofort Erfolg hat.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich glaube nicht, dass ich konkrete Vorbilder habe. Jeder orientiert sich im Leben an etwas und wir alle schauen auch zu gewissen Personen auf, bewundern sie, oder möchten so erfolgreich sein/so gut schreiben können wie sie, aber ich glaube lieber an mich selbst und versuche nicht, jemand anderem hinterher zu eifern, egal wie sehr mich eine andere Person auch faszinieren mag. Allerdings sind meine Autorenkolleginnen, von denen einige zu guten Freundinnen geworden sind, täglich eine große Inspiration für mich.

(c) Forever by Ullstein

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Schreiben, schreiben und nochmals schreiben. Wie gesagt, würde ich gerne vom Schreiben und Übersetzen leben können und arbeite darauf hin. Mein größtes Ziel ist es aber vor allem, all die tollen Geschichten zu Papier zu bringen, die ich im Kopf hab, egal, wie erfolgreich sie im Endeffekt sind.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich glaube dieser Moment kommt jedes Mal wieder, wenn ich eine E-Mail von einem Verlag mit einer Zusage im Postfach finde. Das ist jedes Mal ein Moment unfassbaren Glücks, der tagelang anhält. Ansonsten ist der Austausch mit anderen AutorInnen und BloggerInnen für mich immer eine der schönsten Dinge.

 

Eine kleine Kostprobe…

 

Hier sind ganz exklusiv für euch die ersten Zeilen von Alba – Zwischen den Welten. Ich hoffe, sie machen Lust auf mehr:

„Willst du mich heiraten?“

Ben sah mich mit seinen blauen Augen erwartungsvoll an. Er kniete vor mir auf dem exquisiten Teppich des The Palace, eine samtbezogene Schatulle in der einen Hand, die er mit der anderen langsam öffnete. Zum Vorschein kam ein Ring, gekrönt von einem gigantischen Diamanten.

Ich verschluckte mich an meinem Dom Pérignon.

Bens strahlendes Lächeln verwandelte sich in eine besorgte Grimasse, als ich äußerst undamenhaft zu husten begann. Die Blicke der anderen Gäste, die Ben mit seinem Kniefall auf uns gezogen hatte, erdrückten mich.

Ich hustete, konnte nicht atmen. Mein Blick huschte zwischen Ben, den reich verzierten Kronleuchtern an der Decke und dem Hummer auf meinem Teller hin und her. Ich bemühte mich, das immer lauter werdende Getuschel unserer Tischnachbarn auszublenden, während ich verzweifelt nach Luft schnappte. Mein panisch umherirrender Blick fiel auf den Diamantring, den Ben mir noch immer entgegenhielt.

Meine Brust zog sich schmerzhaft zusammen, der Champagner brannte in meinem Hals. Da schlug mir jemand von hinten heftig auf den Rücken.

 


Carina Schnell

(c) Droemer Knaur

 

Das Buch „Alba – Zwischen den Welten“ erscheint am 01.06.2019 bei Droemer Knaur. Ihr könnt das Buch bei amazon* vorbestellen.

 

Bisherige Veröffentlichungen:

  • „Die Kurtisane – Erwachen der Leidenschaft“ erschienen am 01.06. 2017 bei Forever by Ullstein (Magische Leidenschaft Teil 1).
  • „Die Magierin – Entscheidung aus Leidenschaft“ erschienen am 01.07. 2017 bei Forever by Ullstein (Magische Leidenschaft Teil 2)

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Matthias Thurau #ProjektArbeistitel

Matthias Thurau #ProjektArbeistitel

Matthias Thurau #ProjektArbeitstitel

Hallo zusammen! Wie schön, dass ihr wieder dabei seid. Ich darf heute mit Matthias Thurau den ersten Herren in der Runde dieses Projekts vorstellen:

Ich heiße Matthias Thurau, bin 33 Jahre alt, lebe in Dortmund und schreibe bereits mein Leben lang. Auf alten Grundschulzeugnissen findet man die ersten Hinweise darauf. Offenbar war das erwähnenswert. Mit 13 fing ich an, Lyrik zu schreiben, und blieb einige Jahre dieser Gattung treu. Seitdem fühle ich mich als Autor. Inzwischen schreibe ich Romane, Erzählungen und weniger Lyrik.

Als Teenager kam ich zum Schreiben, um Probleme mit meiner Umwelt zu verarbeiten. Lyrik bietet die Möglichkeit, Dinge auszudrücken, die man nicht in exakte Worte fassen kann. Indem man Bilder und Gefühle erzeugt, transportiert man Inhalte, über die man möglicherweise noch nicht zu sprechen bereit ist.

In meinem Leben habe ich mehr oder minder freiwillig verschiedenste Milieus, Szenen und vor allem Menschen kennengelernt: Linke, Rechte, Metalheads, Punks, Kriminelle, Junkys, Alkoholiker, Arbeiter, Musiker, Studenten, Soldaten, Gläubige und viele viele mehr. Das ein oder andere war oder bin ich auch selbst.

Vieles davon war nicht schön, aber hat mich mit einer Menge Stoff versorgt, den ich nun literarisch verarbeite. Es handelt sich bei meinen Werken thematisch also nicht gerade um leichte Kost. Allerdings lockere ich meine Geschichten gerne mit Humor auf. Wie im echten Leben: etwas Lustiges findet man noch im schlimmsten Leid.

Bisher habe ich noch keine Veröffentlichungen vorzuweisen. Sofern keine Katastrophe mehr dazwischenkommt, werde ich aber noch diesen Monat meinen ersten Roman „Sorck“ im Selbstverlag herausbringen.

 

 

Sorck und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
„Sorck“ ist ein Reiseroman und gleichzeitig so viel mehr als das. Die Geschichte handelt von Martin Sorck, der bei einem Wohnungsbrand alles verliert, von zwei Koffern und einem Kreuzfahrtticket abgesehen. Auf der Reise muss er eigentlich sein Leben sortieren und schauen, wie es danach weitergehen soll, aber es geschehen viel zu viele skurrile Dinge, als dass er wirklich Zeit dazu fände. Wichtig bei diesem Projekt war mir, dass es auf mehreren Ebenen funktioniert. Man kann es lesen und die Story genießen und lachen. Man kann den Roman allerdings auch tiefergehend interpretieren und beispielsweise versteckte Details und Bezüge zu Mythologie, Religion, Literatur, Kunst und Philosophie finden.

 

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
„Sorck“ ist weitestgehend fertig. Der Roman ging durchs Korrektorat und durchlief einen professionellen Buchsatz. Was fehlt, ist das Cover. Daran arbeite ich derzeit mit einem guten Freund, der zum Glück auch Ahnung hat. Es dürfte in Kürze bereit sein. Dann kann ich veröffentlichen. Hier könnte man anmerken, dass man das Cover idealerweise sehr früh fertig haben sollte, um gut damit werben zu können. Daran dachte ich allerdings noch nicht, als ich mir in den Kopf setzte, den Roman zu veröffentlichen.

Alles Weitere sind ein paar Klicks und Werbung. Noch immer habe ich ein seltsames Gefühl dabei, meine eigenen Werke zu vermarkten. Zweifel an der Qualität habe ich nicht, sondern will mich nicht aufdrängen. Das kennen sicherlich viele. Ich hoffe einfach, dass ich mehr Interesse als Widerwillen damit wecke. All die anderen Projekte brauchen noch mindestens eine Überarbeitungsrunde, Lektorate, Korrektorate und Cover. Dennoch hoffe ich noch auf mindestens eine weitere Veröffentlichung dieses Jahr.

 

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ideen für die nächsten Veröffentlichungen habe ich en masse. Einige davon sind bereits weit fortgeschritten und beinahe fertig, andere bloß Notizen. Hauptsächlich handelt es sich um Erzählungen.

Als nächstes wird eine kurze Dystopie kommen, die das Schicksal einer einzelnen Person darstellt und dadurch einen Teil des Staatsapparats und der herrschenden Gesellschaftsordnung. Sie trägt den etwas sperrigen Arbeitstitel „Wiedereingliederungsverfahren“.

Danach folgt eine weitere gesellschaftskritische Geschichte und eine, die das Thema Verlust behandelt. Sie sind bisher mit „Der Tod in Porto I“ und „Der Tod in Porto II“ betitelt, weil sie beide auf einer Portugal-Reise entstanden. Zwei kafkaeske Erzählungen warten noch und die Idee für den nächsten Roman steht auch bereits. Irgendwann soll definitiv noch ein Lyrikband erscheinen, aber damit lasse ich mir Zeit. Ob es also dieses Jahr noch klappen wird, weiß ich nicht.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Mein Schreibprozess beginnt mit viel Gedankenarbeit und Planung. Ich stelle Ideensammlungen zusammen, prüfe, wie und ob die Ideen zusammenpassen, sammele Material und recherchiere. Dann schreibe ich. Nach einer Pause von mehreren Wochen oder sogar Monaten überarbeite ich. „Sorck“ habe ich auf diese Weise geschrieben und das Manuskript dann weggelegt. Nach einer fast sechsmonatigen Pause habe ich es etwa drei Monate lang täglich bearbeitet, um am Ende ein anderes, runderes und 65 Seiten dickeres Manuskript zu haben. Um den Arbeitsaufwand zu verbildlichen: der Roman wird 252 Seiten (inklusive Impressum, Triggerwarnung etc.) umfassen, aber ich neben mir liegt ein Stapel mit etwa 800 bis 1000 Seiten an Ideensammlungen, Notizen, Hintergründen, Plänen und Arbeitsschritten dafür.

Dennoch empfinde ich das Drumherum der Veröffentlichung um vieles anstrengender als den kreativen Prozess. Klappentext, Autorenvita, Kurzbeschreibungen, Einordnung in Genres, Keywords und all das, was ich als Neuling in Sachen Selfpublishing zu lernen hatte. Und natürlich die Werbung sowie der Social Media Auftritt. Ich gehöre zu den etwas altmodischen Schriftstellern, die am liebsten nur schreiben würden und möglicherweise ein paar zusätzliche Essays veröffentlichen, um den Schreibprozess und die Ideengeschichte aufzuzeigen. Instagram und besonders Twitter haben zwar viele Vorteile, aber eigentlich bin ich eine recht private Person und würde auf viele Posts verzichten, wenn es heutzutage noch möglich wäre. Bedenkt man das alles, wäre ein Verlag vermutlich die bessere Lösung gewesen. Doch „Sorck“ musste endlich veröffentlicht werden, also mache ich das eben selbst.

 

Hast du eine Schreibroutine?
Einen festen Ablauf habe ich nicht. Ich arbeite täglich an meinen Werken. Alle zwei bis drei Wochen gibt es mal einen Tag, an dem ich nichts daran tue. Üblicherweise bin ich vormittags am produktivsten, habe dann ein Mittagstief und kann nachmittags weitermachen. Abends entspanne ich mich. Manchmal packt es mich auch und ich schreibe 10 oder 12 Stunden an einem Tag. In manchen Phasen schlägt sich diese Arbeitsweise als Flexibilität nieder. Dann wird mein restliches Leben davon nicht tangiert. In anderen Phasen allerdings wird dadurch jede Planung zerschlagen und ich verschiebe Treffen, trainiere und esse nicht mehr regelmäßig. Das Schreiben steht dann an erster Stelle. Alles und jeder andere wird untergeordnet.

Das hat zwei Hauptgründe: Einerseits das altbekannte „Ich kann nicht nicht schreiben“, also ein Getriebensein, andererseits die Tatsache, dass ich das Schreiben als einen Lebenssinnersatz betrachte. Dürrenmatt schrieb einmal, dass der Mensch alles aushalten könne, sofern er einen Sinn darin erkennen könne. Ich kenne nichts, was einem höheren Sinn näherkäme, als das Schreiben. Ohne diese Arbeit kommt mir mein Leben leer vor.

Schreiben ist mein Beruf, aber leider noch nicht meine Haupteinnahmequelle.

 

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
„Wenn du glaubst, das Werk sei fertig, glaub dir nicht!“

Man sollte Manuskripte eine Weile ruhen lassen und dann vollständig überarbeiten. Zwar muss es irgendwann abgeschlossen werden, aber selten ist es bereit für eine Veröffentlichung, wenn man es zum ersten Mal dafür hält. Ansonsten hat mein Vergangenheits-Ich im Rahmen seiner Möglichkeiten alles richtig gemacht. Es dauert seine Zeit, bis man reif genug schreibt, um an die Öffentlichkeit zu treten, und genug erlebt hat, um etwas von Bedeutung erzählen zu können. Diese Zeit habe ich mir genommen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Über meine literarischen Vorbilder und Inspirationen spreche ich immer gerne.

Es gibt eine ganze Reihe von Autoren und Werken, die für mich und meine Arbeit wichtig sind. Häufig fällt mir erst nach Fertigstellung einer Geschichte auf, an wen oder was sie mich erinnert. „Sorck“ enthält Bezüge und Parallelen zu verschiedenen Vorbildern, aber in einer Mischung, durch die es niemals wie eine Kopie klingt. Das hoffe ich jedenfalls.

Am deutlichsten sind wohl die Einflüsse von Hermann Burger, Albert Camus, Hermann Hesse und Franz Kafka im Roman. Sprachlich und durch die Vermischung scheinbar nicht zusammengehöriger Storyelemente erinnert er an Burger, philosophisch an Camus, aufgrund des Protagonisten und der Struktur an Hesse und aufgrund mancher Szenen an Kafka. Was Alkohol und Drogen angeht, könnte man auch an Hunter S. Thompson, Charles Bukowski oder Henry Miller denken, die ich ebenfalls gern gelesen habe.

„Der Tod in Porto II“ ist stark von Hermann Hesse inspiriert (besonders vom Gedicht „Stufen“), während „Wiedereingliederungsverfahren“ einen Teil Orwell und einen Teil Kafka mit einer Liebesgeschichte verstrickt.

Als generelle Einflüsse sollte ich die Liste noch um Jorge Luis Borges, Daniel Kehlmann, Sartre, eine handvoll Graphic Novel Autoren und Philosophen erweitern. Die Liste ist also zu lang, um ins Detail zu gehen, was mich an welchem Vorbild besonders fasziniert. Meine Freunde können jedoch bestätigen, dass ich über jeden einzelnen von ihnen stundenlang begeistert erzählen kann, ohne darauf zu achten, ob es jemanden interessiert.

An den Namen kann man unschwer erkennen, was ich am liebsten lese. Etliche Einflüsse brachten mir damals auch die Jahre des Studiums (Komparatistik und Philosophie). Hinzu kommen natürlich noch persönliche Erlebnisse, die meine Hauptinspirationsquelle darstellen.

 

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Für mich wird „Sorck“ ein Erfolg sein, wenn die Verkaufszahlen mindestens dreistellig sind. Mir geht es dabei nicht ums Geld – wäre auch ein schlechter Ansatz bei meiner Art des Schreibens –, sondern darum, meine Gedanken zu verbreiten und Leser*innen zu finden, die sich davon angesprochen fühlen. Entsprechend ist es mir lieber, wenn 100 Leser*innen mein Werk kaufen und es lieben, es ihnen vielleicht sogar hilft, als wenn 1000 Leser*innen es kaufen und dann vergessen.

Ich wünsche mir, dass meine Texte die Leser*innen so intensiv beschäftigen, wie meine Lieblingstexte mich beschäftigt haben und es noch immer tun. Gute Bücher verändern ein Leben. Selbstverständlich würde ich zusätzlich gerne in Zukunft vom Schreiben leben können. Konkretere Ziele umfassen die Veröffentlichung von ein bis zwei Erzählungen noch in diesem Jahr, zwei im nächsten sowie einen Roman und einen Lyrikband.

 

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Es gab ein paar schöne Momente. Ein Leser interpretierte ein Gedicht von mir und zeigte auf, welche Passagen ihn besonders berührten, und eine Testleserin erzählte mir mehreren Wochen, nachdem sie eine Geschichte („Der Tod in Porto I“) gelesen hatte, dass sie noch immer darüber nachdenke. Beides entspricht genau der Wirkung, die ich erreichen möchte. Meine Werke sollen keine kurze Ablenkung vom Leben sein und keine kurzlebige Unterhaltung, sondern sollen etwas auslösen. Was das genau ist, hängt von der Leserin/dem Leser ab. Mehr als einmal bin ich auf reges Interesse für meine Geschichten gestoßen, wenn ich davon erzählte. Solche Momente geben Mut.

Außerdem war ich häufig beeindruckt von der Hilfsbereitschaft anderer Selfpublisher*innen und Lektorinnen, von denen ich so vieles habe lernen können. Das habe ich mir übrigens als Vorbild genommen und helfe selbst gern, wenn jemand tatsächlich weniger Ahnung haben sollte als ich.

 

Eine kleine Kostprobe…

Das hier ist der Anfang von „Sorck“, meinem Debütroman:

So, wie Martin Sorck am Bordstein stand, hätte man ihn für vieles halten können. Oder auch für sehr wenig.

Im Schein der Flammen und Blaulichter feierten seine speckig-ledernen Koffer ein stilles Fest, an das sich seine Mimik anpasste. Gesichtslos starrte er die backsteinerne Häuserfront auf der anderen Straßenseite an. Es brannte. Er spürte die Hitze des Feuers deutlich auf der Stirn und konnte nicht fassen, wie pompös das Feuerwerk war, das seine Wohnung sich leistete. Eine Befreiungsfeier mit musikalischer Begleitung. Knarzend, krachend und knackend fraß sich der Brand durch die Dachbalken. Da oben hing bisher seine Wäsche zum Trocknen. Was vorhin noch dort war, war jetzt nicht mehr.

In mehreren Grüppchen leisteten Schaulustige dem dauerhaft Ausgesperrten Gesellschaft, deuteten mit erregten Fingern, filmten mit schwarzen Kameras. Andere verlangsamten für eine Weile den Schritt auf dem Weg zur Arbeit. Mit jedem lauten Krachen zuckten sie zusammen, raunten auf. Ungläubig hielten sie die Hände vor den Mund. Oder versteckten sie ein Lächeln?

Im Rhythmus eines weiteren gebrochenen Balkens bewegten die Gaffer ihre Köpfe, versteckten sie zwischen den Schultern, versanken in halbe Kniebeugen. Dann reckten sie sich wieder neugierig vor.

Nur Martin Sorck stand still.

Wortlos, ausdruckslos, fassungslos stand er still.

 


Matthias Thurau

 

Das Buch „Sorck“ erscheint Ende Mai/Juni. Update: Ihr könnt es jetzt auf amazon* kaufen!

Klappentext:

»Häufiger als Zitronen gibt das Leben dir Skorbut.«

Martin steht an der Straße und betrachtet seine brennende Wohnung.

Nur zwei Koffer und ein Kreuzfahrtticket bleiben ihm.

Doch spätestens, als sich der erste Landgang als paramilitärische Übung entpuppt, droht auch der Urlaub zur Katastrophe zu werden…

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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