Kategorie: ProjektArbeitstitel

Vanessa Glau #ProjektArbeitstitel

Vanessa Glau #ProjektArbeitstitel

Vanessa Glau #ProjektArbeitstitel

Für diese wundervolle Autorenkollegin durfte ich auch schon testlesen und kann euch sagen: Merkt sie euch! Heute zu Gast bei #ProjektArbeitstitel Vanessa Glau.

Hallo, ich bin Vanessa Glau und schreibe wie viele von uns schon seit ich denken kann.

Autorin war tatsächlich einer meiner ersten Berufswünsche! Als Teenager habe ich vor allem Kurzgeschichten und düstere Gedichte geschrieben, seit dem NaNoWriMo 2009 auch Romane. Bisher habe ich noch kein eigenes Buch veröffentlicht, dafür drei Kurzgeschichten in den Anthologien Sehnsuchtsfluchten, Briefe aus dem Sturm und Herzgezeiten, die von Nikas Erben herausgegeben werden.

 

Nachtgesichter und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Mein Hauptprojekt sind die Nachtgesichter, ein Urban Fantasy-Kurzroman, der im Tokio der Gegenwart spielt und sich um einen Shinto-Schrein, magische Füchse und die Suche des Protagonisten nach einem richtigen Zuhause dreht. Diesen Roman habe ich ungefähr im Frühling 2018 begonnen und bin jetzt dabei, ihn zu überarbeiten.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Ich habe auf jeden Fall vor, die Nachtgesichter zu veröffentlichen! Bald werde ich sie an einige Verlage und Agenturen schicken, die ich mir schon herausgesucht habe. Falls dabei nichts herauskommt, kann ich mir aber auch vorstellen, den Roman selbst zu veröffentlichen … Es reizt mich, alles selbst bestimmen zu können, aber von effektiver Bewerbung habe ich keine Ahnung und auch keine Lust, mich damit zu beschäftigen (haha), daher hoffe ich schon eher auf den traditionellen Verlagsweg.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ja, nebenbei arbeite ich an einem neuen Roman mit dem Arbeitstitel Arboretum, über den ich noch nicht allzu viel sagen will … nur, dass die Geschichte in eine ganz andere Richtung geht als die Nachtgesichter und (bisher) weniger fantastisch ist. Außerdem schreibe ich immer wieder die eine oder andere Kurzgeschichte, wenn mich eine Idee nicht mehr loslässt.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Auf jeden Fall die Überarbeitung, genauer gesagt der Plot. Vielleicht habe ich noch zu wenig Erfahrung darin, aber ich traue meinem Urteil nicht so recht und weiß nie, ob die Plotlöcher, die ich zu sehen glaube, auch von Lesern so wahrgenommen werden oder ob es große Schwächen gibt, die ich total übersehe. Daher sind Testleser für mich sehr wichtig! Auf ihre Kritik kann ich dann aufbauen und umstrukturieren, wo es nötig ist. Manchmal habe ich auch Probleme, gute Lösungen für Plotlöcher zu finden und auf natürliche Art und Weise einzubauen, aber ich glaube, in der Hinsicht haben mir die Nachtgesichter schon viel beigebracht. Allerdings versuche ich auch immer, den Plot im Vorhinein so zu konstruieren, dass ich nachher nicht mehr viel daran schrauben muss.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe neben meinem Brotjob. Da ich aber selbständig bin und momentan nicht Vollzeit arbeiten muss, kann ich mir vergleichsweise viel Zeit fürs Schreiben nehmen und bin sehr dankbar dafür! Momentan ist alles etwas durcheinander, da ich bis Ende September noch meine Masterarbeit schreibe, aber grob gesagt ist mein Tag dem Brotjob und der Abend dem Schreiben, Lesen, Nachdenken etc. gewidmet. Früher habe ich versucht, jeden Tag zu schreiben, inzwischen gehe ich das lockerer an.

Wenn ich am NaNoWriMo teilnehme (was ich seit 2009 jedes Jahr getan habe und weiterhin vorhabe), sind 1700 Wörter pro Tag mein Ziel. Zu anderen Zeiten setze ich mir vielleicht ein loses Ziel von 1000 geschriebenen Wörtern oder einer Stunde Überarbeitung pro Tag, zwinge mich aber auch nicht jeden Tag dazu. Wenn ich merke, dass ich nicht in der richtigen Stimmung oder zu müde bin, pausiere ich auch ein paar Tage, um dann mit frischer Energie zur Geschichte zurückzukommen.

Eigentlich kann ich über meine Schreibroutine nur sagen, dass ich ständig an irgendetwas arbeite. Alles andere ist flexibel und ich experimentiere auch gerne herum, um zu sehen, ob ich noch irgendwo optimieren kann …

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Ja, du kannst Worte zu Papier bringen, aber halt ab und zu auch inne und frag dich, was dahinter steckt. Welche Botschaft willst du damit nach außen tragen, warum schreibst du gerade diese Geschichte und keine andere, was bedeutet sie dir und was willst du später damit anfangen? Rückblickend scheint mir, ich habe mich sehr lange sehr stark auf die Form konzentriert (deshalb sind meine „Rohfassungen“ jetzt so hübsch), ohne allzu viel über Handlung, Spannungsbogen oder die Botschaften zwischen den Zeilen nachzudenken. Schreiben an sich ist toll, aber wenn dieses Schreiben gelesen werden soll, muss man sich meiner Meinung nach irgendwann Gedanken über diese Fragen machen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Die Menschen, die mich immer wieder am meisten motivieren, sind auf jeden Fall meine Autorenkollegen auf Twitter: Magret, Julia, Denny und einige andere. Ich bewundere ihr Schreiben, ihre Ideen und sie sind wunderbare Testleser. Ohne die Gespräche mit ihnen wäre ich bestimmt nicht so schnell dorthin gekommen, wo ich jetzt bin, vielleicht auch überhaupt nicht. Daneben finde ich es immer wieder sehr inspirierend, auf Buchmessen mit Autoren und Buchmenschen zu plaudern.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich wünsche mir, die Nachtgesichter bei einem Verlag veröffentlichen zu können, der den Kern der Geschichte erkennt, schätzt und für die Veröffentlichung gut umsetzen kann – am liebsten im nächsten Jahr. Abgesehen davon wünsche ich mir, danach noch viele Romane und Kurzgeschichten veröffentlichen zu können, egal ob traditionell oder als Selfpublisher. Irgendwann würde ich auch gerne eine Kurzgeschichtensammlung herausgeben, was wahrscheinlich kein Projekt für einen Verlag ist.

Und dann wünsche ich mir einfach, dass jeder meiner Romane besser wird als der davor.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Auf jeden Fall der Abend, als ich im Rahmen von 9lesen auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse aus den Nachtgesichtern lesen durfte! Das war meine erste Lesung seit langer Zeit (insgesamt meine zweite) und dann bekam ich so viele liebe Worte zur Geschichte, dass sie etwas ganz Eigenes wäre und dass sie Sehnsucht nach Japan hervorgerufen hätte … Genau dieses japanische Feeling war mein Ziel beim Schreiben, daher kann ich gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber gefreut habe, dass es genauso bei anderen angekommen ist.

 

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus dem Prolog der Nachtgesichter, in dem der jugendliche Protagonist Maru sich in einem überfüllten Café zu einem etwas älteren Mädchen an den Tisch setzen muss und eigentlich lesen will:

Gerade als ich mich auf die Schauspiele und Gedankenkriege eingestimmt hatte, die Mishima in Bekenntnisse einer Maske beschrieb, sprach das Mädchen mich an. „Er muss sehr eingebildet gewesen sein, meinst du nicht?“

Ich sah auf. Tatsächlich waren ihre Augen nicht nur dunkel, sondern tiefschwarz und glänzend wie im traditionellen Stil lackierte Bento-Boxen, einzig die aufgemalten Blumen fehlten. In diesen Augen erkannte ich jedoch nichts, das Grün und Wachstum gefördert hätte. Anders gesagt: Weder Regen noch Sonnenschein würden eine besondere Wirkung auf sie ausüben.

Da sie mich locker angesprochen hatte, ließ auch ich die Höflichkeit fallen. „Wie kommst du darauf?“

„Er nimmt an, dass kein Mensch dem anderen die Gefühle und Gedanken ansehen kann. Ist es nicht vermessen, von sich selbst auf andere zu schließen?“ Ich fragte mich, von welcher staatlichen Uni diese gewählte Ausdrucksweise auf sie abgefärbt hatte. An einer Kurzuni hatte sie bestimmt nicht gelernt, so über Literatur zu diskutieren.

Ich dachte nach, musste erst die richtigen Worte finden. „Wäre es andererseits nicht auch vermessen, Verständnis und Mitgefühl zu heucheln, obwohl man keines verspürt?“

„Natürlich. Dennoch leben wir in einer Gesellschaft, in der alle sehr eng miteinander verknüpft sind. Jemand, der nicht das geringste Gespür für seine Mitmenschen zeigt, muss entweder sehr dumm oder sehr gleichgültig sein.“

„Willst du damit sagen, es ist eine Frage des Respekts?“

„Nein. Es ist etwas, das jeder auf natürliche Art und Weise lernt, indem er in der Gesellschaft lebt. Schon im Kindergarten werden wir dazu erzogen, auf andere Rücksicht zu nehmen.“

Ich lehnte mich zurück. „Ich verstehe deinen Punkt. Aber gibt es nicht gewisse Dinge, die dem Blick von außen verborgen bleiben?“

„Für denjenigen, der richtig hinsieht, gibt es vieles zu entdecken. Beispielsweise habe ich gleich erkannt, dass du nicht oft mit anderen Menschen sprichst. Du grenzt dich ab, weil du dich unverstanden fühlst.“

 


Vanessa Glau

 

Bisherige Veröffentlichungen:

  • „Gespräche mit Bergen“ in Sehnsuchtsfluchten (2017 bei Twentysix), auf amazon* kaufen
  • „Abgesang“ in Briefe aus dem Sturm (2018 bei Twentysix), auf amazon* kaufen
  •  „Nachtschattengewächse“ in Herzgezeiten (2019 bei Twentysix), auf amazon* kaufen

 

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Nina C. Hasse #ProjektArbeitstitel

Nina C. Hasse #ProjektArbeitstitel

Nina C. Hasse #ProjektArbeitstitel

Eine der allerersten Rezensionen auf diesem Blog schrieb ich zum ihrem Buch! Heute bei #ProjektArbeitstitel Nina C. Hasse!

Hallo zusammen! Ich bin Nina, wohne in Münster und schreibe hauptsächlich Steampunk-Geschichten.

Etwa seit meinem 13. Lebensjahr schreibe ich mit dem Ziel, zu veröffentlichen. Bis dahin sollten aber noch einige Jahre ins Land gehen. Meinen Debütroman „Ersticktes Matt“, einen Steampunk-Krimi & der 1. Band der Floodlands-Reihe, habe ich nach fünfjähriger Schreibzeit im Sommer 2016 veröffentlicht.

 

Ad Lucem und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Oh, an Projekten mangelt es nicht! (Aber bei welchem Autor tut es das schon?) Aktuell arbeite ich an zwei Romanen. Zum einen natürlich den 2. Band der Floodlands-Reihe, in dem Gesichtsanalytiker Remy Lafayette wieder in der Pfahlbautensiedlung im East River auf Mörderjagd geht.

Und zum anderen ein Steampunk-Abenteuer, das den Arbeitstitel „Ad Lucem“ trägt und das ich gerne mit „Lara Croft meets Jules Verne“ anteasere. Wer Abenteuer, Schatzsuche, Indiana Jones usw. mag, wird dort bestimmt auf seine Kosten kommen.

Und exklusiv für meine Unterstützer bei Patreon schreibe ich noch an einem dritten, vielleicht etwas seltsam anmutenden Projekt. Es heißt „Die Schatten von Manhattan“ und handelt von einer Bande Straßenkatzen, die sich im New York der 1920er Jahre herumtreibt. Ein richtiges Catventure, sozusagen 😊

Und eine Veröffentlichung steht auch kurz bevor: In den vergangenen Monaten habe ich auch viel Zeit mit der Hafermann-Anthologie „Erntenacht“ verbracht, die am 6. Oktober erscheint. Insgesamt 17 Autoren haben sich in Kurzgeschichten deutscher Folklore beschäftigt. Ich freue mich sehr darauf, wenn ihr das Buch in einigen Tagen in den Händen halten dürft. Es war und ist ein großartiges Projekt, an dem wir Autor*Innen viel Freude hatten und ich hoffe, dass euch bald ebenso viel Vergnügen beim Lesen beschert.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Im kommenden Jahr möchte ich auf jeden Fall den 2. Band der Floodlands veröffentlichen, das ist aktuell meine Priorität Nr. 1. Dieser wird wieder im Self-Publishing erscheinen. Mit „Ad Lucem“ würde ich es gerne einmal bei einem Verlag versuchen, um mich in der Hinsicht breiter aufzustellen und noch einmal einen anderen Blickwinkel auf den Literaturbetrieb zu erhalten. Mal sehen, ob und wie das klappt.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe vor Kurzem den ersten Halbsatz eines Klappentextes geträumt und war sofort Feuer und Flamme, diese Idee zu Papier zu bringen. Bisher schwirren in meinem Kopf ein paar Figuren und das Setting umher, aber das ist alles sehr vage und braucht noch ein wenig Zeit zum Reifen. Zwei Schlagworte kann ich aber schon verraten: Steampunk (wer hätte es gedacht?) und Raumfahrt.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Dass es immer länger dauert, als man anfangs glaubt. Ich kann Zeit nicht sehr gut einschätzen, v. a. wenn es sich um langfristige Projekte handelt. Das hat mich oft aus der Bahn geworfen, weil ich es frustrierend fand, wenn ich das Gefühl hatte, es geht nicht zügig genug voran. Mittlerweile bin ich da entspannter – zumindest ein wenig. Ich möchte die bestmögliche Geschichte schreiben, zu der ich zu diesem Zeitpunkt in der Lage bin, und dafür brauche ich Zeit, Durchhaltevermögen und eine Menge Geduld. Ich bin kein schneller Schreiber, der ein oder mehrere Bücher pro Jahr veröffentlicht. Das zu akzeptieren, ist ein Prozess, der immer noch andauert.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
Ich gehe den Schreibprozess anders an, habe einen ausführlicher ausgearbeiteten Plot als beim ersten Buch. Ich weiß, was ich zu tun habe, um ein Manuskript fertigzustellen. Aber ich würde nicht sagen, dass es dadurch einfacher geworden ist. Plötzlich treten ganz andere Sorgen auf: Was, wenn ich nicht in der Lage bin, nochmal eine Geschichte zu schreiben, die an den Erstling heranreicht? Was, wenn ich die Erwartungen meiner Leser nicht erfüllen kann? Erzähle ich immer wieder die gleiche Geschichte, nur in anderer Form? Diese Gedanken hatte ich beim Debütroman nicht, meine eigene Erwartungshaltung an mich selbst war damals schon hoch, durch das positive Feedback von Leser*Innen, die nun auf ein neues Buch warten, ist sie jedoch noch einmal gestiegen. Ich hoffe, dass zukünftige Geschichten den Erwartungen der Leser*Innen und meinen eigenen gerecht werden.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
So simpel wie schwierig: das Anfangen. Nicht der Anfang einer Geschichte – der geht mir meist recht leicht von der Hand (und wird dann noch etwa tausendmal umgeschrieben) –, sondern der Beginn jeder Schreibsession. Ich bin ein Meister der Prokrastination. Wenn ich erst einmal angefangen habe, läuft es meistens wie geschmiert und ich mag gar nicht mehr aufhören. Aber anfangen …

Hast du eine Schreibroutine?
Ich arbeite als freiberufliche Lektorin und habe daher den ganzen Tag mit Literatur zu tun. Wenn ich mich um die Manuskripte meiner Autor*Innen kümmere, bleibt das Schreiben häufig auf der Strecke. Vor Kurzem habe ich daher die Entscheidung getroffen, zukünftig weniger Manuskripte im Lektorat anzunehmen, um meinen eigenen Projekten wieder mehr Zeit und Raum zu geben. Ich bin daher derzeit dabei, mir eine neue Schreibroutine anzugewöhnen, muss aber noch herausfinden, wie es für mich am besten funktioniert.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Bleib dran – auch wenn’s oft schwerfällt. Und arbeite einen Plot aus, verdammt nochmal! Du bist kein Discovery Writer.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Da gibt es einige. Vom literarischen Können würde ich hier Simon Beckett, Alan Bradley und – obwohl es mittlerweile ein Klischee ist – auch J. K. Rowling nennen. Auf Neil Gaimans Output bin ich einigermaßen neidisch und Liz Gilbert finde ich wahnsinnig inspirierend. Und dann gibt es noch eine fiktive Figur, die ich schon seit Teenager-Zeiten als Vorbild ansehe: Jessica Fletcher aus der Krimi-Serie „Mord ist ihr Hobby“. Meine kriminalistischen Ambitionen stufe ich als einigermaßen gering ein, aber diese Figur hat mich nachhaltig beeindruckt und inspiriert mich bis heute. Ihr verdanke ich zum Teil auch meine Liebe zum Genre des Kriminalromans.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Regelmäßig schreiben, veröffentlichen und gelesen werden.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, es gab und gibt so viele schöne Momente. Ein einzelner Tweet jemandem, der eine meiner Geschichten mochte, versüßt mir den ganzen Tag. Aber mein schönstes Erlebnis war wohl der Thementag zu „Ersticktes Matt“ an der Akademie für Kommunikation in Stuttgart im vergangenen November. Die Schüler*Innen haben sich wahnsinnig viel Mühe gegeben, die Designstudent*Innen hatten Bilder und Collagen zu meinem Roman angefertigt, es gab Diskussionsrunden und am Abend durfte ich noch eine Lesung halten. Es war unglaublich aufregend und wahnsinnig bereichernd. Das ist auf jeden Fall ein Erlebnis, an das ich mich immer wieder gerne zurückerinnere und das mich immer wieder motiviert, wenn es mal nicht so gut läuft.

 

Eine kleine Kostprobe…

Sehr gerne! Hier könnt ihr exklusiv die ersten Wörter von „Ad Lucem“ lesen. Es handelt sich allerdings um die Rohfassung, daher kann sich noch einiges ändern.

Der Alarm schrillte in einer Lautstärke, die Tote wecken konnte, und es hätte Faedra nicht gewundert, wenn sich die Mumien der Ägyptischen Abteilung nebenan in ihren gläsernen Särgen regten. Dies war nun wirklich das letzte Geräusch auf der Welt, das sie hören wollte. Denn im Moment baumelte sie kopfüber an einem Seil, etwa fünfzehn Fuß über dem Boden des Museums, die Hände nach der Abdeckung eines Schaukastens ausgestreckt.

Soviel zu: unbemerkt rein und wieder raus in unter sechs Minuten. Eine neue Bestzeit konnte sie jetzt wohl vergessen.

»Otis«, zischte sie. Wo zur Hölle war der Kauz, wenn man ihn brauchte? »Otis, komm her!«

Keine Spur von dem Vogel.

In Ordnung, Fae, bleib ruhig.

Die Dublin Metropolitan Police würde mindestens zehn Minuten brauchen, um zum Museum zu gelangen, und wenn sie Glück hatte, weitere drei bis fünf, bis man sie hier entdeckte. Der Nachtwächter war ihr geringstes Problem, nicht umsonst hatte sie den heutigen Abend für die Umsetzung ihres Plans gewählt. Freitagnacht hatte Carl Dienst. Carl war mindestens Mitte siebzig, verschlief den Großteil seiner Schicht und schlurfte so langsam durch die Gänge, dass sie ihm rückwärts auf einem Bein hüpfend entkommen wäre. Die Polizei hingegen war ein anderes Kaliber.

Sie atmete einmal tief durch, konzentrierte sich auf das Rauschen des Blutes in ihren Ohren, spürte, wie es von dem kräftig klopfenden Herzen durch ihre Adern gepumpt wurde. So lebendig hatte sie sich schon lange nicht mehr gefühlt.

Noch elf Minuten, vielleicht zehneinhalb.

Jetzt oder nie!

Mit einer schnellen Handbewegung löste sie den Diamantschneider von ihrem Gürtel, setzte ihn auf dem Glasdeckel auf, wie sie es bereits bei der Glaskuppel auf dem Dach gemacht hatte, und zog einen präzisen Kreis um die Mitte herum. Dann hob sie die Platte behutsam heraus und legte sie auf dem Rand der Vitrine ab.

»Otis«, rief sie erneut, doch der Kauz blieb verschwunden. Verflixt nochmal! Eigentlich sollte er sie vorwarnen, sobald sich Menschen näherten, doch falls er sich von einer Maus hatte ablenken lassen, war sie auf sich allein gestellt.

Sie zog sich noch ein wenig tiefer, langte in den Kasten und entnahm die enthaltenen Schmuckstücke. Eilig stopfte sie sie in einen schwarzen Samtbeutel. Zum Bestaunen war später noch genug Zeit, nun musste sie hier verschwinden. Wo zur Hölle blieb Otis?

Sie löste den Diamantschneider von der Scheibe, befestigte ihn wieder an ihrem Gürtel und verstaute das Säckchen in ihrer Hüfttasche. Mit Schwung richtete sie sich an dem Seil auf. Für einen Augenblick hatte der Schwindel sie im Griff, dann klärte sich ihr Blick wieder.

Sechs Minuten. Maximal.

Ein Geräusch an der Tür ließ sie aufmerken.

»Wer ist da?«, fragte eine Stimme, die eher verärgert als ängstlich klang.

Sie presste die Lippen aufeinander. So schnell hatte sie nicht mit dem alten Nachtwächter gerechnet. Hätte er nicht draußen auf die Polizei warten können?


Nina C. Hasse

 

Bisherige Veröffentlichungen:

  • Ersticktes Matt (Floodlands, Band 1), auf amazon* kaufen
  • Der Traum vom Fliegen (Floodlands Kurzkrimi), auf amazon* kaufen

Die Hafemann Anthologie „Erntenacht“ erscheint am 7. Oktober 2019.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Jessica Bradley #ProjektArbeitstitel

Jessica Bradley #ProjektArbeitstitel

Jessica Bradley #ProjektArbeitstitel

Und wieder darf ich euch eine falbehafte Autorin und einen herzensguten Menschen vorstellen. Ich bin sehr gespannt auf ihr Buch: Jessica Bradley bei #ProjektArbeitstitel

Foto von Anne Servos

Hi, ich bin Jessica Bradley. Ich lebe mit meiner Familie und zwei Katzen in Bonn.

Ich bin Autorin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Ursprünglich komme ich aus dem Theaterbereich, habe aber dieses Jahr in den Film- und Serienbereich gewechselt. Zusätzlich bin ich noch Autorin von Kinder- und Jugendliteratur und „All Age“. Ich bin meistens im Drama und Fantasy Genre glücklich, schreibe aber auch Mystery und Horror.
Wie lange ich schon schreibe, kann ich gar nicht genau beantworten. Es hat mir jedenfalls sehr geholfen, die dunklen Seiten meiner Vergangenheit zu verarbeiten.
Mein erstes Drehbuch habe ich mit dreizehn Jahren geschrieben und am Kinder- und Jugendtheater aufgeführt. Seitdem begleitet mich, auch wenn in verschiedenen, künstlerischen Bereichen, das Schreiben regelmäßig.
Bisher habe ich noch keinen Roman veröffentlicht. Aber das wird sich im September dieses Jahres ändern.

 

Nachtfrost und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich habe im Moment ziemlich viele Projekte offen.
Zum einen die baldige Veröffentlichung meines ersten Romans: „Nachtfrost“.
Nachtfrost ist eine Hommage an das Märchen von H.C. Andersen, Das Mädchen mit den Schwefelhölzern. Dieses Märchen war bereits in meiner Kindheit mein Liebstes. Den Roman selbst würde ich als sozialkritisches Drama sehen.

Zusätzlich schreibe ich noch an meiner Dystopie: „Vyrus“. Hier habe ich einen Genre-Mix von Fantasy und Dystopie erschaffen, von dem es voraussichtlich drei Bände geben wird.

Weiterhin arbeite ich gerade mit meinen Kollegen an einer Mystery/ Horror Serie, dessen Arbeitstitel: Dark Legends ist. Weiter kann ich aber nicht erzählen, lass euch überraschen. 😉

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Für Nachtfrost steht bereits ein Veröffentlichungsdatum an. Es wird der 16.09.2019 (meinen 42 Geburtstag^^) sein.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ehrlich? Viel zu viel um es auch nur anzuteasern. 😉

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Nicht alles sofort und gleichzeitig zu machen. Das war ein Fehler, den ich am Anfang gemacht habe. Dabei habe ich einigen Menschen ziemlich vor den Kopf gestoßen. Was ich im Nachhinein wirklich bereue. Ich wollte zu viel in zu kurzer Zeit.
Mittlerweile konzentriere ich mich auf max. vier Projekte gleichzeitig. Ist eins abgeschlossen, kommt das nächste Projekt dazu.

Hast du eine Schreibroutine?
Früher hatte ich keine. Ich habe mich hingesetzt, wenn ich dachte die Muse küsst mich.
Dabei habe ich so gut wie nichts geschafft.

Deshalb habe ich jetzt eine feste Schreibroutine. Jeder Tag, an dem ich nicht meinem Brotjob nachgegen muss, ist jetzt Schreibtag. Da nehme ich mir vier bis sechs Stunden Zeit.
Dazu gehört aber auch Organisatorisches, wie Mails beantworten und sonstiger Papierkram

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Lerne! Deine! Grenzen! kennen!
Schreibe und lese was das Zeug hält. Je mehr du schreibst und je mehr du liest umso besser wirst du.
Bleibe nicht allein in deiner Kammer sitzen. Geh raus und tausche dich mit anderen aus. Du wirst enorm davon profitieren und andere auch.

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich habe einige Vorbilder. Meist sind es Menschen, die eine ähnliche Vergangenheit haben wie ich und trotzdem etwas Künstlerisches daraus entwickeln konnten. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich nur um Autor*innen. Auch im Film und Musik Bereich, gibt es einige Menschen, die ich bewundere und die mich mit ihrer Geschichte motivieren.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein größter Wunsch ist es mich nur noch auf meine Kunst konzentrieren zu können. Die Menschen mit meinen Projekten zu begeistern und vielleicht zu motivieren, wie ich motiviert wurde.
Ich möchte Geschichten erzählen, egal mit welchem Medium, die die Menschen berühren.
In unserer schnell lebigen Zeit, brauchen wir etwas, dass uns kurz innehalten lässt und vielleicht sogar näherbringt. Dazu würde ich gerne meinen Teil beitragen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Mein schönster Moment war letztes Jahr bei der Bonntastik Veranstaltung. Als ich meine Kurzgeschichte „Zeitdieb“ vorgetragen habe und sehen konnte, wie ergriffen das Publikum von der Geschichte war.
Einige der Anwesenden hatte sogar Tränen in den Augen und haben mich später angesprochen und mir gesagt, wie sehr sie die Geschichte berührt hat. Das war ein unbeschreibliches Gefühl.

(Okay, die Autogramm Anfragen waren auch cool 😉)

 

 

Eine kleine Kostprobe…

Der Kurzroman Nachtfrost enthält eine Vielzahl sog. Trigger. Sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Deshalb ein genereller Hinweis: Menschen, die sich z. Z. in einer instabilen, emotionalen Verfassung befinden, rate ich ab, Nachtfrost zu lesen. Es besteht die Gefahr von sog. Flashbacks, Dissoziationen und ähnlichen Reaktionen.

Lauras Beine schmerzten, dennoch wagte sie nicht, ihre Position zu verändern. Seit Stunden hockte sie hinter ihrer Zimmertür. Ihr Magen knurrte. Sie hatte zwei Tagen nichts gegessen. Erschöpft kippte ihr Kopf zur Seite. Doch sie fing sich, bevor er geräuschvoll gegen die Tür schlagen konnte.

Angestrengt versuchte sie, auf die Geräusche zu horchen, die aus der Wohnung drangen. Jedes Mal, wenn sie Schritte vernahm, zuckte sie zusammen und rechnete damit, dass die Tür aufgestoßen wurde. Doch nichts geschah.

Aus der Wohnung über ihr drang Musik. Laura wusste nur zu gut, weshalb an Tagen wie diesen, die Nachbarn ihre Stereoanlage aufdrehten. Ihre Hilflosigkeit quälte sie, längst hatte sie aufgegeben. Die anfängliche Illusion jemand würde kommen und sie retten, verloren an Kraft von Monat zu Monat bis sie verpuffte.

Wie ein weiterer Schlag in die Magengrube. Sie wusste, nichts würde sie retten, wenn sie es nicht selbst tat. Und genau das hatte sie heute vor. Lange hatte sie an diesem Plan gefeilt, jede Möglichkeit abgewogen und alles genau durchdacht und geplant. Laura kaute an ihren Fingern und schmeckte den kupfernen Geschmack von Blut im Mund.

Sie wischte sich den Finger an ihrer Jeans ab und schob sie wieder unter ihr Knie. Ihr Gesicht pochte. Besonders die Stelle unter ihrem rechten Auge. Wieder Schritte im Flur. Laura spannte alle Muskeln an. Die Klobrille klapperte, dann hörte sie die Toilettenspülung rauschen; Schritte die sich entfernten.

Der Boden vor ihrem Zimmer knarzte. Laura atmete tief ein und hielt die Luft an. Die Wohnzimmertür, kurze Stimmfetzen aus dem Fernseher; anschließend war es wieder still.

Langsam löste sich ihre Anspannung wieder. Sie zählte ihre Herzschläge, die in ihren Ohren trommelten. Konzentrierte sich nur auf dieses dumpfe Geräusch. Es hatte Tage gegeben, da hatte sie gehofft, dass ihr Herz einfach damit aufhören würde. Doch diese Hoffnung entfernte sich mit jedem neuen Klopfen.

Als Laura die Wohnzimmertür erneut hörte, ging ihr Atem stoßweise. Sie wusste, dass ihr Zimmer, keinerlei Schutz bot. Die schlurfenden Schritte kamen langsam näher. Der Boden vor ihrer Tür ächzte.

 


Jessica Bradley

Die Veröffentichung von „Nachtfrost“ steht kurz bevor!

 

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Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Heute begrüße ich Anne Zandt bei #ProjektArbeitstitel! Sie ist eine der treibenden Kräfte hinter den Kulissen des Nornennetzes und eine großherzige und liebe Person.

Foto (c) Ela Bellcut

Ich bin Anne Zandt, online auch als Poisonpainter unterwegs und stamme aus dem wunderschönen Mecklenburg-Vorpommern. Dort lebe und schreibe ich, wenn ich nicht gerade meinem Brotjob als Software-Engineer nachgehe, Aktionen für meinen Blog plane/umsetze oder für das Nornennetz (https://www.nornennetz.de/ ) Messeauftritte u.ä. organisiere.

Alles begann in der zweiten Klasse mit einem Kängeruh[sic!], das rückwärts sprach, weil man das in Australien so macht, und bildete sich dann durch Ausflüge in FanFictions über die Jahre hinweg immer weiter aus. Relativ regelmäßig schreibe ich seit 2011 an verschiedensten Projekten. Beendet habe ich allerdings bisher nur Kurzgeschichten für Ausschreibungen, Aktionen auf meinem oder anderen Blogs/Seiten, wie z.B. dem Bücherstadt Kurier (https://buecherstadtkurier.com/).
Zwei Kurzgeschichten haben es in Anthologien geschafft.

 

Neubrandenwolf und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Momentan, arbeite ich hauptsächlich an der Fertigstellung des #Neubrandenwolf. Einer Urban-Fantasy-Geschichte über einen Werwolf, der in Neubrandenburg lebt. Nach Jahren, in denen er auf sich allein gestellt war, trifft er mit einem syrischen Flüchtling und einer Unternehmensberaterin andere Wölfe. Es geht in erster Linie um deren Freundschaft, aber auch um die Vorurteile, mit denen sie zu kämpfen haben – und deren Konsequenzen.

Das Ganze fing als einfache Kurzgeschichte an, die ich 2017 auf meinem Blog veröffentlichte, damals noch in Englisch. Dann griffen die Plotbunnies an und dem einen folgte ein weiteres Kapitel und Ideen für einen Plot, der ein Jahr überspannen sollte.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Der ursprüngliche Plan war es, den Neubrandenwolf zunächst komplett auf Englisch als Blogroman weiterschreiben. Der wurde aber mittlerweile über den Haufen geworfen. Nun arbeite ich daran, die vorhandenen sechs Kapitel und Textfragmente zu übersetzen und vor allem zu überarbeiten und auf eine ähnliche Länge zu bringen, wie das erste Kapitel, dass bereits lektoriert in einer Anthologie erschienen ist.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe mehrere Projekte und Felder voll Plotbunnies, die alle nur darauf warten, beendet zu werden.
Meine Umfangreichsten dabei sind:

  • #WunschDerKönigin – High Fantasy: Nachdem ihr Vater den Intrigen seiner Schwester zum Opfer gefallen ist, liegt es an Ahnya das gespaltene Reich wieder zu vereinen. Mit klugem Kopf und loyaler Unterstützung stellt sie sich ihren Herausforderungen als Königin.
  • The Unnamed One – Urban Fantasy: Eine Saga über Werwölfe und Vampire, deren Leben mit- und gegeneinander.

Und noch viiieles mehr …

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Nicht zu prokrastinieren. Wenn neben einer Veröffentlichung, für die man sich selbst die Deadlines setzen muss, auch andere Termine an die Tür klopfen, leg ich Dinge beiseite. Nicht zu vergessen, dass ich auch gerne mal einen ruhigen Abend zum Entspannen nutze.

Vielleicht ist es für mich aber auch einfacher mich hinter Aktionen und Pflichten zu verstecken, um mich vor all dem danach drücken zu können … so oft mir Leute auch sagen, sie mögen, was ich schreibe, so oft schreit der innere Kritiker, dass das doch alles gar nicht stimmen kann …

Hast du eine Schreibroutine?
Nicht wirklich. Da ich circa vierzig Stunden pro Woche im Brotjob verbringe, ist meine Schreibzeit davon abhängig, wie viel Energie ich am Ende des Tages noch habe. Am Häufigsten ist es aber so, dass ich im Bus zur oder von der Arbeit, meist per Hand auf Schmierpapier, schreibe oder editiere. Nach einer Ruhephase fange ich dann abends am Laptop an zu arbeiten. Als Eule würde ich die ganze Nacht durcharbeiten, zumindest, wenn ich tatsächlich am nächsten Tag ausschlafen könnte …

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Eigentlich keinen. Natürlich könnte ich mir sagen: Schaff mehr, aber da würde ich mir selbst im Weg stehen und das genaue Gegenteil tun. Ich denke, so wie lief, ist es ganz in Ordnung. Für einige Ideen und Geschichten wäre ich zu einem früheren Zeitpunkt vermutlich gar nicht bereit gewesen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Als Autor*in fließt vieles von dem, was man liest/sieht/hört in die eigene Schreibe ein. Genaue Menschen könnte ich in diesem Sinne nicht benennen. Mein größter Motivator war meine Mutter, die mich immer unterstützte und meist als erste meine Geschichten las. Mittlerweile bekomme ich gelegentlich virtuelle A****tritte von meinen Mit-Nornen Elenor Avelle (https://www.elenoravelle.de/ ) und June Is(https://twitter.com/ypical_writer). Erstere um den Neubrandenwolf zu beenden, letztere um nebenbei Kurzgeschichten zu Wettbewerben einzureichen.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Am liebsten hätte ich es, wenn ich bis zu meinem dreißigsten Geburtstag ein eigenes Buch veröffentlichen würde. Da dieser allerdings bereits in vier Monaten ist, sehe ich dafür schwarz. Ich will auf alle Fälle den Neubrandenwolf beenden und veröffentlichen. Schön wären auch weitere Anthologie-Veröffentlichungen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich möchte das gar nicht auf einen bestimmten Moment festlegen. Meine erste Anthologie in den Händen zu halten war ein merkwürdiges und großartiges Gefühl, genauso aber auch die Lesungen auf der Leipziger Buchmesse. Sehr viel ziehe ich aber auch aus den Interaktionen mit anderen Autorinnen und Buchbegeisterten, was jeden Messeauftritt, jedes Litcamp, jedes Treffen zu einem wunderbaren Moment macht.

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus dem ersten Kapitel des Neubrandenwolf – Wolfsmond:

Seine Miene verfinsterte sich wieder. Heute wäre es beinahe schiefgegangen. Seine Kollegen ahnten vermutlich nicht einmal, wie viel Glück sie gehabt hatten. Wie nah er dran gewesen war, einen von ihnen zu Kratzen oder, schlimmer, zu beißen. „Kündigungsgrund: Chef mit Lycanthropie angesteckt“, das würde sich wunderbar in seiner Bewerbung machen. Für die nächsten Monde musste er wieder darauf achten, rechtzeitig zu gehen.

[…]

Regelmäßig öffneten und schlossen sich die Türen [des Busses] und ein Hauch frischer Winterluft wehte in den Bus hinein. Eine willkommene Abwechslung zum Geruch der Weihnachtsmarktbesucher, aber auch ein Versprechen von dem, was bald kommen würde. Jedes Mal musste er die Augen schließen, um sich von den verlockenden Düften nicht noch mehr aufreizen zu lassen. Seine Nase hielt das jedoch nicht davon ab zu schnüffeln.

Jemand tippte ihm auf die Schulter und er blickte zur Seite.
„Brauchen Sie eine Flasche Blut?“, fragte die alte Dame mit einem Lächeln.
Seine Augen verengten sich und er sah sie fragend an.
Sie stand im Gang und wedelte ihm etwas Kleines, Rechteckiges entgegen. Er folgte der Bewegung und erkannte schließlich, was sie in der Hand hielt.
„Brauchen Sie ein Taschentuch?“, wiederholte sie ihre Frage, diesmal schwang Sorge in ihrer Stimme mit.
Er schnaubte und schüttelte den Kopf, bevor er sich wieder dem Mond widmete.

 


Anne Zandt

 

Geschichten von Anne Zandt findet ihr u.a. in

  • „Entzünde den Funken“ Benefiz Anthologie (Hrsg. Siiri Saunders & Adrian R. Stiller), auf amazon* kaufen

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Katrin Biasi #ProjektArbeitstitel

Katrin Biasi #ProjektArbeitstitel

Katrin Biasi #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, euch eine weitere liebe Schwester aus dem Nornennetz bei #ProjektArbeitstitel vorstellen zu dürfen: Katrin Biasi!

Huhu! Ich bin Katrin Biasi und wohne mit meinem Mann und zwei Katern im Herzen des Ruhrgebiets.

Das Schreiben hat schon immer zu mir gehört. Seit ich wusste, dass Bücher existieren, wollte ich auch eins (oder mehrere) schreiben. Spätestens, als ich meinen ersten eigenen Büchereiausweis bekam und sich mir ein Universum eröffnete, dessen Existenz ich kaum für möglich gehalten hatte. So viele Menschen auf der Welt schreiben Bücher? Das kann ich auch!

In meinen mittlerweile dreißig Jahren habe ich mich mal mehr, mal weniger aufs Schreiben konzentriert, aber schönerweise kam es immer wieder zurück. Seit vier Jahren schaffe ich es endlich, durchgehend dranzubleiben. Und vor knapp zwei Jahren habe ich beschlossen, mein Hobby auf größere Füße zu stellen, damit es den Platz erhält, den es verdient. Bisher habe ich eine Kurzgeschichte in einer Anthologie („Dark Islands“, herausgegeben vom Geisterspiegel und der Romantruhe) veröffentlicht, bei zwei weiteren Ausschreibungen warte ich noch auf Rückmeldung.

 

ToKi und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Anfang 2018 habe ich #ProjektToKi ins Leben gerufen. Ursprünglich wollte ich nur eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung verfassen, doch bereits der Plot umfasste ein Fünftel der maximalen Zeichenzahl … Die Geschichte verlangte nach mehr Aufmerksamkeit. Ich beschloss, sie ihr zu geben und habe es keine Sekunde bereut.

#ProjektToKi, ein Dark Fantasy – Roman mit (Psycho)Thriller-Einflüssen, der ohne Romanzen auskommen wird, steht noch immer ziemlich am Anfang. Ich merke ständig, dass ich noch mehr plotten muss, damit ich die begonnene Rohfassung geschrieben bekomme. Einen „Klappentext“-Entwurf möchte ich euch aber nicht vorenthalten!

In einer von Göttern beherrschten und bürokratisierten Welt muss jeder, der das sechzehnte Lebensjahr vollendet hat, seinen Dienst für einen der Götter aufnehmen und so seinen Beitrag für eine funktionierende Gesellschaft leisten. Nur, wer über Magie verfügen kann, hat dabei die Wahl, welchem Gott er seine Fähigkeiten anbietet – sogenannte „Agenten” (*wird noch durch ein anderes Wort ersetzt) der Götter versuchen hierbei, die vielversprechendsten unter den Magiebegabten für sich zu gewinnen.

Die zweiundzwanzigjährige, magiebegabte Kiara hingegen hat es geschafft, ein friedliches und vor allem unabhängiges Leben auf den Straßen der Hauptstadt Marosk zu führen – bis sie von Tomosh, dem einzigen verbliebenen „Agenten” des in die Enge gedrängten Todesgottes Yashtan, ausgetrickst und entführt wird. Tomosh, von Haus aus verbittert und engstirnig, muss Kiara zu seiner Nachfolgerin ausbilden, um sich seinen eigenen Traum von Freiheit zu erfüllen. Doch dabei setzt er nicht nur sein eigenes Ziel, sondern die Stabilität einer ganzen Gesellschaft aufs Spiel.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Meine ursprüngliche Zeitplanung sah vor, dass ich #ProjektToKi gerade überarbeite und Testleser suche. Ha, ha. Das echte Leben hat alles so sehr durcheinandergewirbelt, dass ich immer noch mit der Rohfassung beschäftigt bin. Inzwischen habe ich zum Glück gelernt, das zu akzeptieren. #ProjektToKi wird fertig, wenn es fertig wird. Wenn es dann so weit ist, möchte ich #ProjektToKi gerne, wahrscheinlich über eine Agentur, bei einem Verlag unterbringen. Es ist ein hochgestecktes Ziel, aber nur mit einem Ziel vor Augen kann ich mein Handeln danach ausrichten!

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Wahrscheinlich widerspreche ich jetzt einem der größten Klischees überhaupt, doch der Inhalt meiner Schublade ist überschaubar. Das liegt hauptsächlich daran, dass mir zwar viele Ideen kommen, ich aber neunzig Prozent davon verwerfe, weil sie mir nicht gut genug sind. Mir fehlt leider die Energie dafür, mehrere große Projekte auf einmal im Hinterkopf zu haben. Man könnte sogar behaupten, dass mir eine neue Idee für ein Großprojekt erst dann kommt, wenn ich mit dem alten abgeschlossen habe. Oftmals werde ich auch durch meinen aktuellen Lesestoff inspiriert. Allerdings hoppeln meine Plotbunnies sehr gerne (und sehr häufig) in Form von Kurzgeschichten vorbei.

So viel steht fest: Alle meine Schubladenhäschen drehen sich um Fantasy, (Psycho)Thriller, Horror/Mystery oder total Absurdes. Auch der, inzwischen wohl legendäre, Blauschimmelkäse Blu war einst nur ein kleines, niedliches Plotbunny. 🙂

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Dranbleiben. Nicht aufgeben. Die meisten AutorInnen haben bestimmt schon diesen Moment erlebt, wenn die anfängliche Energie verpufft ist und das Tal der Tränen folgt, durch das man sich kämpfen muss. Ich lasse mich viel, viel, VIEL zu sehr davon beeinflussen, denke, dass alles, was ich schreibe, gequirlter Mist ist, die Idee miserabel und ich selbst absolut unfähig. Diverse, (eventuell) vielversprechende Manuskripte sind auf diese Weise bei ca. 10.000 – 20.000 Wörtern schon in der Ablage gelandet. Mein einziger Trost: Das meiste davon ist „nur“ Fanfiction.

Außerdem muss ich dringend dafür sorgen, dass ich weniger prokrastiniere. Ich lasse mich ziemlich schnell ablenken … 😀

Hast du eine Schreibroutine?
Ich hätte so furchtbar gerne eine Schreibroutine … Während einer längeren Krankheitsphase vor ein paar Jahren habe ich es geschafft, jeden Morgen zu schreiben, doch kaum ging es wieder mit dem Brotjob los, war es damit vorbei (Morgenmuffel vom Dienst). Überhaupt frisst der Brotjob so viel von meiner Energie, dass mir die abends oft fehlt und ich mich doch nicht mehr ans Manuskript setze, obwohl alles in mir danach schreit. Die Work-Life-Write-Balance habe ich definitiv noch nicht auf die Reihe bekommen. Wer Tipps hat, die nicht „früher aufstehen“ lauten, immer gerne her damit!

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Glaube an dich selbst. Es ist völlig egal, was andere dazu sagen, dass du schreibst. Es ist völlig egal, ob scheinbar nur dein Deutschlehrer daran glaubt, dass du schreiben kannst (Danke, Herr H.). Gib nicht auf, lass nicht zu, dass das Leben dich am Schreiben hindert. Spring über deinen Schatten und traue dich, unangenehm zu sein. Du musst nicht jedem gefallen. Du musst nicht perfekt sein. Wichtig ist, dass du dir selbst gefällst.

 

Motivation

 

Jörg Neidhardt

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Früher hätte ich sofort J. K. Rowling gesagt und nichts weiter. Die Harry Potter-Reihe hat meine Jugend geprägt und ich verdanke ihr viel. Ich bewundere auch immer noch das Worldbuilding und all die versteckten Hinweise, die fünf Bücher später erst relevant werden.

Inzwischen hat sich der Kreis der Menschen, die mich motivieren und inspirieren, aber deutlich erweitert. Meine Writing-Buddy-Gruppe (Brainstormers olé!). Die unglaublich engagierten Nornen im Nornennetz. Und, last but not least: Die Freunde, die ich durch das Kölner Schreibnachttreffen gefunden habe. Ich hab euch sehr lieb!

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Eines Tages möchte ich in die Buchhandlung meiner Heimatstadt gehen und mein Buch dort liegen sehen. Diesen Traum habe ich, seit ich klein bin, und ich werde ihn mir erfüllen.

Außerdem möchte ich mittel- bis langfristig nur noch halbtags dem Brotjob nachgehen (und damit mein Einkommen sichern) und die andere Hälfte Autorin sein. Nur Zuhause am Schreibtisch sitzen (oder wo auch immer ich – allein – schreibe), würde mich zermürben. Gerade als introvertierte Person würde ich schnell dazu neigen, mich einzuigeln und das will ich nicht. Meine Kreativität lechzt nach Eindrücken, die ich nur am Schreibtisch nie finden werde.

Und ein weiteres Ziel ist mir erst in den letzten Monaten bewusst geworden: Ich würde mich wahnsinnig darüber freuen, wenn meine Kinder mein Buch lesen und es nicht mehr aus der Hand legen können. Aber das ist noch ferne Zukunftsmusik.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Mein schönster Moment war bislang der, die Zusage für „Dark Islands“ im Mailpostfach zu finden. Dicht gefolgt davon, die gedruckte Anthologie tatsächlich in Händen zu halten. Es fühlte sich so unwirklich und gleichzeitig unglaublich an, ein leibhaftiger Beweis, dass ich mir das alles nicht bloß eingebildet habe! Toll war auch die FBM 2018, auf der ich viele liebe AutorInnen kennenlernen durfte.

Doch auch der Autorenalltag birgt viele kleine, nicht minder schöne Momente. Wenn mir gesagt wird, meine Charaktere seien authentisch, dass man mit ihnen mitfühlt, oder schlicht und ergreifend, dass ich nicht ständig so fiese Cliffhanger einbauen soll. Muhaha!

 

Eine kleine Kostprobe…

Wie bereits erwähnt, ist #ProjektToKi noch nicht sooo weit, aber eine Szene aus dem ersten Kapitel möchte ich euch sehr gerne zeigen. Achtung, Rohfassung im Anmarsch! 😉

„Blöde Unratten”, murmele ich und untersuche weiter meine Decke. Zumindest scheinen sie nicht darauf gepinkelt zu haben. Mit Kötteln kann ich leben, doch bei Pisse hört der Spaß auf. Ich stecke die Decke unter meinen Mantel, um sie ein wenig aufzuwärmen und greife tiefer in die Nische im Brückenpfeiler hinein. Ein paar Äste und Zweige stecken noch dort drin, bei den beiden Feuersteinen, die, neben meinem Mantel, mein wertvollster Besitz sind. Ich schichte die Zweige genau zwischen Brücke und Bordstein auf, sodass sie wie ein spitz zulaufendes Haus aussehen, nehme die Feuersteine und schlage sie dreimal gegeneinander. Die aufstiebenden Funken sind so hell, dass ich kurz meine Augen zusammenkneife. Das Resultat ist ein minimal prasselndes Feuer, das nur deswegen am Leben bleibt, weil es durch Feuersteine entfacht wurde.

Ich breite meine Decke aus, lehne mich gegen die Brückenwand und ziehe meine Beine zur Brust. Heute ist einer dieser Tage, an denen ich mich am liebsten verkriechen würde. Das ist in einer so großen Stadt wie Marosk schwierig, aber nicht unmöglich. Wer verschwinden will, schafft das in der Regel. Doch es besteht ein großer Unterschied darin, lediglich untertauchen zu können oder sich auf Dauer erfolgreich zu verstecken.

Ein Rascheln lässt mich aufschrecken. Hastig sehe ich mich um.

„Oh. Hallo, Schmu.”

Schmu tapst auf mich zu, reckt ihre Nase in die Höhe und schnuppert.

„Nein, ich habe leider nichts zu fressen für dich.”

Die Nase der Felsenkatze senkt sich wieder, als ich ihr die Hand hinhalte und sie ihren knochigen Kopf daran reibt. Ihr nachtschwarzes Fell glänzt im Schein des Feuers und ihr langer Schwanz legt sich um meinen Arm, als wollte sie ihn nie wieder loslassen. Sanft streichle ich über ihren Rücken, den sie zufrieden durchstreckt. Ein heiseres Mauzen entweicht ihren Schnurrhaaren und nur wenige Sekunden später hat sie es sich auf meinen Oberschenkeln bequem gemacht.

„So kann ich aber nicht schlafen. Das weißt du.”

Schmu brummt leise. Das konnte sie schon immer gut. Seit ich ihr vor drei Jahren zum ersten Mal begegnet bin. Ich habe Damira damals von Schmu erzählt – ich nenne sie so, weil sie gerne schmust – und sie erzählte mir, dass es ein Zeichen großen Vertrauens sei, wenn eine Felsenkatze in deiner Gegenwart brummt. Wer weiß – hätte ich Schmu damals nicht vor dieser schrecklichen Unratte gerettet, wären wir einander vielleicht niemals begegnet. Eine traurige Vorstellung.

Ich muss mich bewegen und riskieren, dass Schmu deswegen sauer auf mich ist. Tatsächlich faucht sie kurz und versenkt ein Stück weit ihre Krallen in meine Oberschenkel, doch als ich die Decke über uns beide ziehe, legt sie sich neben mich und fängt wieder an zu brummen. Ich kann nicht anders – ich muss lächeln. Und schlafe nach wenigen Minuten ein.

 


Katrin Biasi

 

Die Anthologie „Dark Islands“ kann über amazon* bestellt werden.

 

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Ricarda Howe #ProjektArbeitstitel

Ricarda Howe #ProjektArbeitstitel

Ricarda Howe #ProjektArbeitstitel

Eine weitere ganz liebe Autorin kennt ihr vielleicht schon von 9lesen? Falls nicht, wird es höchste Eisenbahn: Ricarda Howe bei #ProjektArbeitstitel!

Foto (c) Dieter Düvelmeyer

Ich bin schreibsüchtig.

Wenn ich morgens aufwache, schlage ich mein Notizbuch auf und schreibe die Morgenseiten. Das ist eine Art automatisches Schreiben: Der Stift flitzt über das Papier, ohne abzusetzen.

(Übrigens eine tolle Methode, um Schreibblockaden zu durchbrechen.)

Ohne Stift gehe ich nicht aus dem Haus. Eigentlich logisch, dass ich auch beruflich mit Worten jongliere: zuerst in der Werbung, dann in der Unternehmenskommunikation, jetzt als freiberufliche Kommunikationsstrategin und Autorin.

Aber es hat ewig gedauert, bis ich mich traute, meiner eigenen Schreibstimme zu folgen.

Mit 37 Jahren begann ich eine Autorenausbildung im Schreibhain Berlin.

Jetzt lebe ich meinen Traum, schreibe meinen ersten Roman und blogge über dieses Abenteuer.

 

Live on Mars und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Drei Jahre schreibe ich schon an meinem Debütroman. Der Arbeitstitel lautet: „Live on Mars“. Es ist ein Science Thriller über die erste bemannte Marsmission.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Ich hätte nicht gedacht, dass es so lange dauert, einen Roman zu schreiben. Die Rohversion steht. Jetzt raufe ich mir beim Überarbeiten der 430 Seiten wortwörtlich die Haare. Perfektionismus ist auch eine Form der Schreibblockade, oder? Mein Ziel ist es, mein Manuskript  dieses Jahr veröffentlichungsreif zu machen, damit ich es nächstes Jahr Agenturen anbieten kann.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ideen habe ich so viele wie Sterne im Universum. Meine Herausforderung ist, diesen verdammten ersten Roman endlich zu Ende zu bringen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Der eigene Anspruch. An meinem Bildschirm klebt ein Zettel: „80% sind genug!“ Doch was kann ein kleiner Zettel gegen quälenden Perfektionismus ausrichten?  Es ist kurios: Bei meinen Auftragstexten weiß ich, wann ein Text fertig ist. Bei meinen Roman fehlt mir das Selbstvertrauen.  Will das überhaupt jemand lesen?

Zum Schreiben gehört offenbar auch Mut.

Ab Oktober hole ich mir daher Unterstützung durch einen Profi: Ich investiere in ein Lektorat, auch wenn das finanziell echt schmerzt.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich habe mir ein Schreibzimmer gemietet, in das ich vier Vormittage in der Woche gehe und schreibe. Da ich meinen Roman nebenberuflich schreibe, brauche ich feste Termine fürs Schreiben. Aber mindestens genauso wichtig ist für mich ein eigener Schreibort. Der Mietvertrag fürs Schreibzimmer läuft noch bis Ende Oktober. Ich hoffe, dass er verlängert wird. Denn in Berlin sind bezahlbare Orte für kreatives Arbeiten leider rar geworden.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Schreiben macht glücklich. Aber nur, wenn Du regelmäßig schreibst. Wenn Du einen Roman schreiben willst, setze von Anfang an Prioritäten – durch feste Schreibzeiten und einen eigenen Schreibort.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich bewundere alle Autorinnen und Autoren, die vom Schreiben leben können. Wow!

Inspirieren lasse ich mich von allen, die schreiben, obwohl sie damit (noch) kein Geld verdienen – die morgens um 5 Uhr aufstehen oder um Mitternacht den Rechner anschalten oder im Brotjob auf Teilzeit gehen oder den Urlaub investieren, um zu schreiben.

Ich bin so froh, dass es euch gibt!

Mich motiviert der persönliche Austausch mit anderen Autor*innen: in Autorengruppen, auf Buchmessen, LiteraturCamps, literarischen Stammtischen und auf Twitter. Auch Dein #ProjektArbeitstitel hilft, sich im Autorenleben zu verorten und voneinander zu lernen.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Traum: Bestseller-Autorin. Und natürlich würde ich gern, wie meine Roman-Heldin, zum Mars fliegen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das Glitzern in den Augen des Publikums, als ich das erste Mal aus meinem Romanprojekt vorlas – dieser Moment war magisch.

 

Eine kleine Kostprobe…

Die Minuten waren abgelaufen. Auf dem Helmdisplay blinkten die Sekunden: neunundfünfzig, achtundfünfzig, siebenundfünfzig …

Elena trat in die Ausstiegsluke der Landekapsel. Am Ende der Leiter warteten rotbrauner Sand und spitzes Geröll auf ihren Fußabdruck. Ein großer Schritt für die Menschheit hatte Armstrong damals auf dem Mond gesagt. Dann war die Geschichte stehen geblieben und die Menschen drehten sich im Orbit um sich selbst, statt neue Welten zu betreten.

Das sollte sich heute ändern. Sie sollte es ändern. Sie, die Jüngste im Team. Sie hätte mehr Zeit gebraucht, sich vorzubereiten – auf den größten Moment ihres Lebens, den sie vorhin beim Frühstück gewonnen hatte.

Noch fünfzig Sekunden.

„Mein Leben ist ein Countdown“, dachte Elena laut.

„Das ist das Los einer Heldin“, scherzte Scott, woraufhin Jewgeni und Mae-Lin lachten. Die Raumanzüge stießen aneinander. Elenas Kollegen drängten sich dicht hinter ihr, um zuzusehen, wie sie Geschichte schrieb.

Das Los einer Heldin – war das ein Scherz oder bereute Scott seinen Vorschlag? Laut Plan sollte er der erste Mensch auf dem Mars sein und nicht sie. Er war ihr Kommandant. Die ganze Welt kannte seine Verdienste und Schicksalsschläge. Seine Biografie „Black Astronaut“ stand auf den Bestsellerlisten. Dafür hatte die Marsagentur mit einer weltweiten Kampagne gesorgt. Würde Mission Control darüber lachen, dass er sein Privileg in den Hut geworfen hatte? Würde die PR- und Medienabteilung fluchen, weil sie die Ausstiegsreihenfolge neu ausgelost hatten? Es hing davon ab, wie der große Chef reagierte.

Vierzig Sekunden.

Und davon, dass sie es nicht vermasselte. Die Stufen der Leiter waren schmal und die Stiefel ihres Raumanzugs klobig. An das Gewicht ihres Köpers hatte sie sich noch nicht wieder gewöhnt.

„Zittern eure Beine auch?“, fragte sie ihre Kollegen.

Zwanzig Sekunden.

„Ich kann gern für dich einspringen, Wackelpudding“, antwortete Jewgeni.

„Das erträgt dein Ego wohl nicht“, konterte Mae-Lin. „Eine Frau als Erste auf dem Mars …“

 


Ricarda Howe

 

Bisher steht keine Veröffentlichung in den Startlöchern.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Tanja Hanika #ProjektArbeitstitel

Tanja Hanika #ProjektArbeitstitel

Tanja Hanika #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, auch Horrorautorin Tanja Hanika bei #ProjektArbeitstitel vorstellen zu können. Ihre Bücher „Scream Run Die“ und „Zwietracht – Mörderische Freundschaft“ habe ich auch schon auf dem Blog rezensiert.

(c) D. Pfingstmann

Hallo, mein Name ist Tanja Hanika und ich schreibe Horrorgeschichten in unterschiedlichsten Spielarten. Von Schauerromanen über Splatter bis hin zu Psychohorror ist alles dabei. Mit dem Schreiben habe ich angefangen, als ich mit acht Jahren eine Kinderversion von Stokers „Dracula“ in die Hände bekam. Seither ist Horror mein Ding und ich bin überglücklich, inzwischen hauptberuflich meinen Traumjob als Autorin ausüben zu dürfen.

Außerdem habe ich das „Arbeitsbuch für Schriftsteller“ und dessen englische Übersetzung „Writer’s Workbook“ veröffentlicht. Aktuell sind es zwölf Veröffentlichungen: Gerade erschien die englische Übersetzung von „Der Angstfresser“ („The Fear Monger“) und Anfang September erscheint dann „Hexenwerk – Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach“.

 

Hexenwerk und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Das nächste Projekt, das ich veröffentliche, ist mein gerade erwähnter Hexenhorrorroman. Er spielt in der Gegenwart mit ein paar Rückblenden in die frühe Neuzeit und damit in die Zeit der Hexenverbrennungen. Ein paar Jungs werden bezüglich dreier Nachbarinnen skeptisch. Sie halten sie für Kinderfresserinnen und opfern ihre Sommerferien, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Daneben arbeite ich längerfristig an meiner nächsten Horroranthologie, plotte einen Horrorroman mit Projektnamen #Roadkill und veröffentliche bald die dritte Auflage vom „Writer’s Workbook“. Und am fabelhaften Projekt #darklegends darf ich auch mitschreiben, zu dem es bestimmt bald mehr Infos geben wird.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Die Veröffentlichung für meinen Hexenhorror ist direkt Anfang September geplant.

Momentan bereite ich das Marketing vor. Wenn alles nach Plan verläuft, müsste ich die Datei genau heute hochladen, damit Amazon dann das Buch freischaltet und es in den nächsten Tagen erhältlich ist.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe noch vieles in Vorbereitung. Plot und die ersten Kapitel eines modernen Schauerromans, bei dem es aussieht, als gäbe es in einer vermeintlichen Spukburg nicht Geister, sondern Vampire, sind fertig. Auch für meinen nächsten Psychohorrorroman stehen die Grundidee und die allerersten Plotpunkte. Und es schlummern sehr sehr viele weitere Ideen auf der Festplatte.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
– Den inneren Kritiker zu ignorieren, bis es ans Überarbeiten geht. Und ihm auch dann nur bedingt zuzuhören: Falls er nicht mit generellen Selbstzweifeln kommt, wird er geknebelt, aber falls er produktive Textkritik übt, bekommt er einen Kaffee gereicht.

– Mit dem Marketing am besten schon während des Schreibens der Rohfassung beginnen und am besten die potenziellen Leser mit einbeziehen, wo es geht.

– Trau dich das zu schreiben, von dem du überzeugt bist, und was dir Spaß macht! (Hat im Horror vielleicht noch einmal eine andere Bedeutung als in anderen Genres. ^^)

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
Ich wurde handwerklich sehr viel besser. Das ist zwar irgendwo ärgerlich, weil ich gerne alte Projekte überarbeiten/verbessern würde, aber dann käme ich nicht voran. Mit wirklich jedem Roman lernt man dazu.

Meine Herangehensweise habe ich eigentlich nur minimal verändert. Hier und da haben sich Vorgänge gefestigt oder auch ein bisschen verändert. Wie man das Schreiben lernt, lernt man es auch zu korrigieren, gerade da wurde ich sehr viel sicherer.

Covergestaltung Cathy Strefford

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Beim Plotten, Schreiben und Korrigieren habe ich keine größeren Probleme. Manchmal brauche ich eine Weile, bis der Twist rund ist oder ich die Lösung für ein Plotproblem finde, aber das gehört dazu und ist ganz normal. Der Schreibprozess läuft bei mir inzwischen glücklicherweise sehr routiniert, was Sicherheit gibt.

Die Aufgabe, die mir nicht so leicht von der Hand geht, ist das Marketing. Bei der Veröffentlichung weniger, aber später dann immer wieder auf das Projekt hinzuweisen, fällt mir manchmal schwer, weil ich nicht nerven möchte. Ich versuche Werbung mit Inhalt zu bieten. Ich will mich nicht aufdrängen, aber genau das ist ein Stück weit nötig, um Bücher zu verkaufen.

Hast du eine Schreibroutine?
Eine feste Routine habe ich nicht. Ich arbeite vormittags und falls aus Zeitplangründen nötig auch abends. Der Mittag gehört bis zu seiner Bett-Geh-Zeit dem Sohn. Sollte der aber keine Zeit für mich haben (Spieleverabredungen etc.), dann nutze ich die Zeit immer als Extraschreibzeit. Meine freiberufliche Tätigkeit weiß ich sehr zu schätzen, so bin ich flexibel, wann ich was (und von wo aus) erledige.

Ich plotte meine Geschichten und höre nur mit dem Schreiben an Stellen auf, wenn ich weiß, wie es weitergeht, wodurch mir Schreibblockaden erspart bleiben. Rituale, die ich zum Schreiben brauche, habe ich keine, aber irgendwie schleicht sich öfter mal eine Kaffeetasse auf den Schreibtisch. Ich kann immer und überall schreiben, wenn man mich lässt. ^^

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Sei mutig und glaube an dich. Jede Geschichte hat eine Daseinsberechtigung. Es warten viel mehr begeisterte Leser*innen auf dich, als du denkst, du musst es nur durchziehen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich finde Autorenbiografien generell sehr inspirierend und lese gerne Schreibratgeber. Mich motiviert besonders der Gedanke an die nächste Veröffentlichung und das Leserfeedback, das ich bekomme.

Stephen King ist natürlich im Horrorbereich ein Name, um den man nicht herumkommt. Was er erreicht hat, ist erstaunlich. Aber da mir die meisten seiner Geschichten nicht so sehr liegen, würde ich als Schreibvorbild eher Richard Laymon nennen. Besonders inspirierend finde ich Edgar Allan Poe und seinen wunderschönen düsteren Sprachstil.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass es künftig mehr mutige Leserinnen gibt, die sich ganz allgemein an Horrortexte/Gruselgeschichten heranwagen und sie nicht grundsätzlich aus Angst vor Albträumen ablehnen. Der Nervenkitzel macht solchen Spaß, man muss sich nur trauen. Außerdem hat hier der Protagonist immerhin eine Chance sein Leben zu retten, indem er über sich hinauswächst, im Gegensatz zu den typischen Krimi-Leichen.

Mein Ziel ist es, vielen Lesern einen spannenden Horrortrip zu ermöglichen und jeden Tag mein Leben als Autorin zu genießen und auszuschöpfen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das teilt sich in ganz unterschiedliche Bereiche auf, für einen kann ich mich beim besten Willen nicht entscheiden.

An Leserrückmeldungen freue ich mich am meisten, wenn mir Menschen schreiben, die durch einen meiner Romane ihre Liebe zum Horrorgenre (wieder-)entdeckt haben oder wenn sie mich als Lieblingsautorin nennen. Das bedeutet mir beides sehr viel.

Inzwischen sind einige coole Dinge geschehen: Nicht nur, dass es eine Übersetzung gibt oder dass ich nun hauptberuflich Schriftstellerin sein darf, es gibt da noch etwas Inoffizielles, über das ich nicht reden darf, aber damit geht DER Autorentraum schlechthin in Erfüllung, falls alles klappt.

Auch die volle Unterstützung und Begeisterung seitens der Familie bedeutet mir viel. Mein Sohn hat beispielsweise letztens angekündigt, alle meine Bücher zu lesen, sobald er erwachsen ist. <3

 

Eine kleine Kostprobe…

Hier ganz exklusiv ein Ausschnitt aus „Hexenwerk – Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach“:

Sie schlichen den Flur entlang, spähten in die Türspalte der angelehnten Türen, aber entdeckten keine der Frauen. Zwar war es nicht ihr Plan, sie direkt anzugreifen, aber es wäre von Vorteil zu wissen, wo sie sich aufhielten. Nach heftiger Debatte hatten sie auf Simons Dachboden beschlossen, ein Feuer zu legen: Wenn im Mittelalter Hexen verbrannt wurden, um sie vom Bösen zu säubern, sollte ein Brand auch Schwarzbach von den Hexen reinigen. Chris hatte sich darin durchgesetzt, dass sie zumindest einen Gegenstand oder irgendein Zeugnis finden mussten, der ihr böses Treiben bewies. Erst dann durften sie das Feuer legen – mit allen Konsequenzen für die Frauen und für die Jungen selbst. Die nötigen Beweise hatten sie Simons Auffassung nach gefunden.

Irgendwie wünschte er sich dennoch, die Polizei in dieses Haus samt grässlichem Keller zu schicken. Die Fotos auf seinem Handy könnten sie nicht ignorieren, auch nicht, wenn Kinder sie präsentierten, die unerlaubt dort eingebrochen waren.

Vielleicht lässt sich das mit dem Einbruch noch anders verpacken, dachte Simon. Wenn sie die Bilder als anonymen Hinweis aushändigten, wären sie aus dem Schneider, aber indem sie alle gemeinsam im Polizeirevier aufschlugen, würden sie wohl eher etwas bewirken. Die Beamten müssen doch zumindest hierherkommen, mit den Hexen reden und nachsehen, grübelte Simon.

Hier lag jedoch auch das Problem für ihn: Sie würden die Hexen verkennen. Die Polizei würde die Hexen nur als alte, verbrecherische Frauen sehen, wenn überhaupt. Sie würden mit ihnen nicht fertigwerden.

Lenni, den es wie üblich zur Küche zog, flüsterte: »Leute, schaut euch das an.« Simon erreichte ihn als Erster, lehnte sich über seine Schulter und sah eine mittelalterliche Kochstelle mit großem Kessel.

»Ob die darin die Kinder kochen?«, fragte Lenni und Simon hörte ihn schlucken.

»Nein«, sagte eine alte, verdorrte Stimme hinter ihnen. Die Frau, deren faltiges und von Schwielen überzogenes Gesicht Simon bereits bei sich zu Hause begegnet war, stand auf der ersten Stufe der Treppe zum Obergeschoß und hielt Chris fest. Einen Arm hatte sie um seine Kehle gelegt, bereit dafür, zuzudrücken, und mit der anderen Hand hielt sie Chris‘ Hände mühelos fest. Er regte sich nicht, starrte aber seine Freunde mit aufgerissenen Augen an. Es war die Frau, die Linus und ihn beim Steinewerfen beobachtet hatte.

Damals hatte ihr Gesicht aber anders ausgesehen, mehr wie das einer gewöhnlichen alten Frau, nicht so scheußlich wie bei ihm daheim und heute Abend. Lediglich ihre seltsam silbrigen Haare waren dieselben.

»Wir kochen die Kinder nicht, wir braten sie an einem Spieß. Aber wir benutzen tatsächlich diese Feuerstelle.«


Tanja Hanika

 

„Hexenwerk – Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach“ erscheint Anfang September.

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Katharina Mittmann #ProjektArbeitstitel

Katharina Mittmann #ProjektArbeitstitel

Katharina Mittmann #ProjektArbeitstitel

Heute darf ich euch eine liebe Freundin und talentierte Autorin vorstellen: Katharina Mittmann bei #ProjektArbeitstitel! Ich durfte ihre Geschichte um Kayla und Jason schon testlesen und kann voller Überzeugung sagen, ich will mehr solche Liebesgeschichten!

Hey, mein Name ist Katharina – aber Kathi reicht vollkommen.

Ich würde gerne behaupten, dass ich schon schreibe, seitdem ich einen Stift halten kann, aber das wäre gelogen. Tatsächlich lese ich aber schon immer. Gut, „schon immer“ ist auch gelogen, aber ich lese, seitdem ich es kann. Seit meiner Kindheit habe ich alles inhaliert, was zwei Buchdeckel und Seiten dazwischen hat. Krimi, Thriller, Fantasy, Liebesroman, Horror (wegen Stephen King konnte ich als im zarten Alter von zwölf Jahren nächtelang nicht schlafen).

Das Schreibfieber hat mich erst mit dem Ende der Harry Potter-Reihe gepackt. Ich konnte mich einfach nicht damit abfinden, dass es vorbei ist, also hab ich Fanfictions geschrieben. Viele Fanfictions. Nach und nach sind eigene Ideen dazugekommen und haben schließlich überhandgenommen.

2017 erschien mein Debüt „Dark Wings“, eine Fantasy Romance, bei Forever by Ullstein. Und am 02.09.2019 erscheint „Campus Love: Kayla & Jason“ bei Knaur. Und für das Frühjahr 2020 ist auch schon was geplant.

 

Campus Love und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich schreibe gerade an einer New Adult Romance mit dem klangvollen Arbeitstitel Projekt Luc. Mehr darf ich leider noch nicht verraten, also erzähle ich lieber ein bisschen von Kayla & Jason.

Und darum geht’s: Kayla lebt ihren großen Traum, nach einer harten Zeit hat sie endlich eines der begehrten Stipendien an der Brown University in Providence erhalten. Doch ihre Freude darüber verpufft, als sie gleich am ersten Tag Jason auf ihrem Bett herumlümmelnd vorfindet, den besten Freund ihrer Mitbewohnerin Rachel. Jason, der selbstbewusst, sorglos und einfach arrogant wirkt. Jason, der genau der Typ Mann ist, mit dem sie nichts mehr zu tun haben will. Der Jason, den sie auf Anhieb anziehend und attraktiv findet.
Dass er Kayla auf dem Campus ständig über den Weg läuft, macht die Sache auch nicht besser. Als Jason schließlich auch noch in der Buchhandlung auftaucht, in der Kayla jobbt, um sich mit ihr über Bücher zu unterhalten, kommen ihr langsam Zweifel: Ist er vielleicht gar nicht so oberflächlich, wie sie dachte? Doch gerade als Kayla beschließt, Jason endlich zu vertrauen, geschieht etwas, das all ihre Befürchtungen zu bestätigen scheint.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Wie oben schon erwähnt, erscheint Campus Love am 02.09.2019 als Taschenbuch. Projekt Luc hat dasselbe Verlagszuhause und wird auch definitiv veröffentlicht.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Puh, es sind so viele … Von New Adult über Young Adult, von Fantasy und SciFi bis hin zu Romance ist alles dabei. Ein paar sind bereits abgeschlossen und liegen in der Schublade – die meisten werden diese Schublade auch nie verlassen. Andere warten auf eine Überarbeitung, vor allem ein New Adult-Projekt mit vielen Ecken und Kanten, das mir aber sehr am Herzen liegt und von dem ich hoffe, dass es irgendwann doch noch das Licht der Welt erblickt.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Plotten. Kein Witz.

Ich hab früher wenig bis gar nicht geplottet, mein erstes Buch entstand im reinen Discovery Writing. Ist auch aufgegangen, da war meiner Meinung nach aber eine gewaltige Portion Glück mit dabei. Heute plotte ich recht ausführlich (aber nicht so ausführlich, dass die Geschichte mich nicht mehr überrascht beim Schreiben und ich keinen kreativen Raum mehr habe). Einerseits liegt das natürlich daran, dass ich jetzt Exposés schreiben muss, bevor ich mit dem eigentlichen Manuskript beginne. Andererseits schreibt es sich so einfach viel leichter und es kommt am Schluss eine rundere, durchdachtere Geschichte dabei raus.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und deinem aktuellen Projekt?
Zum einen gibt es in Campus Love keinen Fantasyanteil, es ist wirklich eine reine New Adult Romance. Und ich hoffe, dass ich die Beziehung meiner Figuren besser aufgebaut und mehr darauf geachtet habe, was für ein Bild ich damit zeichne. Dark Wings hab ich 2013 geschrieben, da habe ich mir noch nicht so viele Gedanken um so etwas gemacht; es war mir schlicht nicht so bewusst. Würde ich die Geschichte heute nochmal schreiben, würde ich vieles anders angehen. Da ich das aber nicht kann, bleibt mir nur zu versuchen, es mit jedem Buch besser zu machen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Das Setting. Es fällt mir wahnsinnig schwer, es zu beschreiben, das ist wirklich, als hätte ich plötzlich Wortfindungsstörungen. Obwohl ich die Umgebung in meinem Kopf ganz genau sehe, hab ich total Probleme, das, was ich da sehe, in Worte zu fassen.

Und Werbung, insbesondere Instagram. Kein Witz. Langsam wird es besser (nach mehreren Crashkursen von befreundeten Autorinnen und Pep-Talks à la „Sei einfach du selbst, du musst keine Angst haben“), aber es fällt mir sehr schwer, mich von diesen vielen wundervollen Accounts mit den wunderschönen Bildern und noch schöneren Texten darunter nicht einschüchtern zu lassen. Auch wenn es oft nicht so wirkt, bin ich eigentlich ein schüchterner und zurückhaltender Mensch und deswegen fällt es mir sehr schwer, insbesondere über meine Schreiberei und meine Bücher zu sprechen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ja. Nein. Jein. Sagen wir mal, ich versuche eine Schreibroutine zu haben. Und die lautet: Schreib jeden Tag. Aber da ich nicht hauptberuflich schreibe und noch andere Verpflichtungen habe, muss ich Schreiben mehr oder weniger da reinschieben, wo es gerade passt. Normalerweise mache ich mir immer am Wochenende einen Plan für jeden Wochentag, wann ich da schreibe, und setze dann alles daran, das einzuhalten. Gerade wenn ich eine Deadline einhalten muss, so wie momentan, verteidige ich meine Schreibzeit rigoros und schaue, dass ich jeden Tag mein Soll erreiche. Und wenn ich mich dafür spätabends noch hinsetzen muss.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Glaub an dich. Trau dich. Du kannst das.

Und schreib endlich ein Manuskript fertig. Wenn es fertig ist, kannst du dir das Hirn zermartern, wie du aus der Rohfassung etwas bastelst, was irgendein Mensch lesen will. Aber erst dann, vorher nicht.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Nicht in dem Sinn, als dass ich ihnen nacheifere. Einfach, weil ich gerne meinen eigenen Weg gehen und niemanden nachahmen möchte. Aber es gibt viele AutorInnen, die ich bewundere und die mich inspirieren. Dazu gehört zum Beispiel Jennifer Benkau, weil ihre Geschichten immer das gewisse Etwas haben und ich ihre Erzählstimme sehr besonders finde. Oder Antonia Michaelis, deren Schreibstil ich vergöttere; die Art, wie sie Worte aneinanderreiht und damit Bilder zeichnet, ist einfach wunderschön und sehr eindrücklich. Oder auch Jennifer L. Armentrout, weil sie in einer Geschwindigkeit neue Ideen entwickelt und aufschreibt, die ich einfach nur berauschend finde – ich meine, im Ernst, wie schnell schreibt diese Frau? Und benutzt sie dafür einen Zeitumkehrer oder wie macht sie das?

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass meine Geschichten Menschen berühren und vielleicht ein kurzes Stück auf ihrem Weg begleiten dürfen. Bücher geben mir oft das Gefühl, nicht allein zu sein, verstanden zu werden – oder unterhalten mich einfach sehr gut und erweitern meinen Horizont. Und ich würde mich unglaublich freuen, wenn meine Geschichten der ein oder anderen Person das geben, was Bücher mir oft geben.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als ich die Zusage für Kayla & Jason bekommen habe. Und als ich das Buch letzthin (am 14.08.2019, um genau zu sein) das erste Mal in Händen halten durfte. Das war wirklich ein unglaubliches Gefühl – diese Geschichte war so lange in meinem Kopf und plötzlich hab ich sie als fertiges Buch in der Hand. Da hab ich vielleicht sogar ein Tränchen verdrückt.

 

Eine kleine Kostprobe…

Na, dann nehmen wir doch den Anfang …

So hatte ich mir meinen ersten Tag an der Brown nicht vorgestellt.

In meinem Bett lag ein fremder Kerl. Und ich hatte keine Ahnung, was er dort machte. Perplex blieb ich im Türrahmen stehen und umklammerte den Umzugskarton, den ich soeben die zwei Stockwerke nach oben bis in mein Wohnheimzimmer geschleppt hatte. Sein Gesicht war zum Großteil von seinem Handy verdeckt, auf dem er herumtippte. Er bemerkte mich nicht. Eine Hand hatte er in seinen rostbraunen Haaren vergraben, die aussahen, als wäre er gerade erst aufgestanden und weder mit Dusche noch Bürste in Berührung gekommen – oder als hätte er sich sehr viel Mühe gegeben, trotz Körperpflege den perfekten Out-of-Bed-Style hinzukriegen. Ich rümpfte die Nase. Mir waren Kerle suspekt, die so viel wert auf ihr Aussehen legten, dass sie dafür Stunden vor dem Spiegel verbrachten. Nur um so auszusehen, als hätten sie genau das nicht getan. Vollkommen absurd.

Sein Körper war so breit und vor allem lang, dass er die gesamte Matratze belegte. Das war eindeutig die Art von Statur, die nur Sportler mitbrachten. Und leider brachte diese Figur meiner Erfahrung nach auch eher häufig als selten ein überdimensionales Ego mit sich, so viel hatte ich auf dem privaten Internat gelernt, das ich dank eines Stipendiums besucht hatte. Nur dort war ich Sportskanonen jemals nah genug gekommen, um eine Aussage über ihre Persönlichkeit treffen zu können. Zumindest einem im Speziellen und seinem gesamten Umfeld …

Seine Jeans wirkte abgetragen, doch das Markenlabel an seinem Hosenbund enttarnte ihn. Ein flaues Gefühl breitete sich in meiner Magengrube aus. Ich erwachte aus meiner Starre.

Krachend ließ ich den Umzugskarton auf den Boden fallen, und der Kerl schaute von seinem Smartphone hoch. Ich verschränkte die Arme vor meiner Brust und zog abwartend eine Augenbraue nach oben.

»Oh, hi. Du bist bestimmt Rachels Mitbewohnerin«, sagte er und setzte sich auf, machte jedoch keine Anstalten, sich von meiner Matratze wegzubewegen – oder zumindest seine Füße samt Schuhen auf den Boden zu stellen. Sein Schamgefühl tendierte offensichtlich gen Null.

Rachel Andrews, mit der ich mir das Zimmer in Keeney, einem der beiden Wohnheim-Komplexe für Erstsemester, teilte, hatte ich bisher noch nicht kennengelernt. Nur ihre Kisten und Kleidersäcke, die sich auf ihrer Seite des Raums und ihrer Matratze stapelten. Dafür lag nun offensichtlich ihr Freund in meinem Bett. Der nebenbei bemerkt auch noch ein verdammt hübsches Gesicht hatte, wie ich nun feststellte, als er mich ansah. Gerade Nase, klare Gesichtszüge, volle Lippen, leichter Bartschatten – vermutlich pflegte er wirklich den Out-of-Bed-Style und war kein Verfechter mangelnder Körperhygiene.

Er runzelte die Stirn. »Bist du stumm? Hab ich dir die Sprache verschlagen? Keine Sorge, das passiert öfter.«

Ich spürte, wie mir das Blut in den Kopf schoss, und wie so oft redete mein Mund, ohne dass ich ihn stoppen konnte. »Was zur Hölle machst du in meinem Bett?«

 


Katharina Mittmann

 

Ihr Debüt „Dark Wings“ könnt ihr als Ebook* kaufen.

Das Taschenbuch zu „Campus Love – Kayla & Jason“ erscheint am 2. September 2019 bei Droemer Knaur. Das Ebook* könnt ihr bereits käuflich erwerben.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Lily Wildfire #ProjektArbeitstitel

Lily Wildfire #ProjektArbeitstitel

Lily Wildfire #ProjektArbeitstitel

Zum Ende dieser Woche verzaubert uns Lily Wildfire bei #ProjektArbeitstitel – ich durfte bereits in den Genuss einer Lesestelle von ihr kommen und kann voller Überzeugung sagen: Ich bin ein Fan!

Hey! Ich bin Lily und schreibe Fantasy in allen Variationen, die das Genre zu bieten hat.

Meine ersten Geschichten habe ich verfasst, als ich gerade halbwegs Sätze schreiben konnte. Wirklich ernsthaft habe ich mich mit dem Schreiben aber erst als Teenagerin beschäftigt. Seither begleitet es mich durch alle Lebensphasen. Meine erste Veröffentlichung ist für Anfang 2020 geplant. Sobald der Termin feststeht, werde ich ihn natürlich verkünden.

 

Maskenmacht und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Gerade arbeite ich am zweiten Band meiner Maskenmacht-Reihe. Der erste Band wird mein Debütroman sein. Die Geschichte spielt in einer düsteren Fantasy-Welt mit vielen Intrigen, politischen Wirrungen und natürlich den titelgebenden Maskierten, die in der Nahrungskette deutlich über den Menschen stehen. Das ist mit einigen Abenteuern für meine temperamentvolle Protagonistin Vaara verbunden, die mit ihren kopflosen Entscheidungen gerne mal für Chaos sorgt.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Mein Manuskript ist gerade im Lektorat. Die Vorbereitung läuft also auf Hochtouren. Da ich den Roman im Selfpublishing rausbringe, organisiere ich die Veröffentlichung selbst. Der nächste Punkt auf der Liste ist besonders spannend: Der Roman braucht noch ein Cover.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe unter anderem noch eine post-apokalyptische Dystopie in der Schublade, die auch einige sensible Themen behandelt, aber wann und ob ich den Roman beende, steht derzeit noch in den Sternen. Ansonsten ist natürlich mehr aus dem Maskenmacht-Universum geplant.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Meine größte Herausforderung ist sicherlich mein Perfektionismus. Damit stehe ich mir gerade beim ersten Entwurf gerne mal selbst im Weg und bremse mich aus. Ich könnte jeden Satz direkt zehnmal umstellen. Ich muss mich also zwingen, einfach weiterzuschreiben und nicht jede Idee und jede Formulierung direkt in Frage zu stellen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich habe noch einen Brotjob, plane aber langfristig komplett selbstständig zu arbeiten. Eine Routine ist für mich aber so oder so unerlässlich. Wenn ich nicht regelmäßig schreibe, verliere ich den Bezug zum aktuellen Projekt. Ich versuche das Schreiben deshalb als festen Punkt in meinen Alltag zu integrieren. Das klappt mal besser und mal schlechter. Grundsätzlich ist es so, dass meine starken Schreibtage derzeit jobbedingt noch Samstag und Sonntag sind.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Ich denke, ich würde meinem Vergangenheits-Ich raten, früher mit den eigenen Texten an die Öffentlichkeit zu gehen und nicht so sehr auf die blöden Selbstzweifel zu hören.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ohne meine Freundinnen Steffi Walther, Juliana Fabula, Jana Tomy und Kathy Wild wäre ich sicherlich schon so manches Mal an einem kreativen Projekt verzweifelt. Auf ihre Ratschläge, ihre Kreativität und ihren Zuspruch würde ich nicht verzichten wollen. Ansonsten gibt es natürlich einige Autoren und Autorinnen, die ich für ihre Arbeit bewundere. Weil ich hier nicht alle nennen kann: Mich inspirieren zum Beispiel Victoria Schwab und Samantha Shannon immer wieder.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich hoffe natürlich, dass meine Veröffentlichung ein Erfolg wird. Gar nicht unbedingt in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern vor allem auf emotionaler Ebene. Ich wünsche mir, dass mein Buch einigen Lesern und Leserinnen für ein paar Stunden eine Freude macht, weil sie es gerne lesen. Und natürlich möchte ich in Zukunft noch viele weitere Bücher publizieren.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich glaube, ich kann nicht nur einen benennen. An erster Stelle steht da ganz sicher meine Partnerin, die meine Arbeit am Roman seit Jahren unterstützt und sich kürzlich (heimlich!) ein Symbol aus meinem Buch tätowieren ließ. Ansonsten wären da noch meine Lesungen. Ich bin zwar vorher jedes Mal ein Nervenbündel, freue mich aber immer, wenn ich aus Maskenmacht vorlesen darf. Das Buch an die Testleser zu geben, war für mich ebenfalls ein schöner und ganz besonderer Moment.

 

Eine kleine Kostprobe…

Ausnahmsweise bekommt ihr einen Ausschnitt aus dem ersten Kapitel zu sehen — noch bevor er durchs Lektorat gewandert ist J

Vaara kauerte unter der offenen Fensterluke und wartete. Seit Stunden harrte sie auf dem kalten Hüttenboden aus. Ihre Zehen längst taub und ihre Finger steif. Die herbe Seeluft pfiff durch jede Ritze im Holz und bauschte ihr dünnes Leinenhemd auf. Aus Furcht vor dem verräterischen Knarzen der Dielen holte sie sich keine Decke. Sie hatte einen ganzen Mondlauf auf diese Nacht gewartet.

Vor drei Tagen war dann endlich eine Blutkrähe auf dem Fensterbrett gelandet. Seitdem zählte sie die Stunden. Der schaurige Vogel mit dem schneeweißen Gefieder und dem blutroten Schnabel hatte ihrer Familie eine Nachricht überbracht. Dabei war eine Blutkrähe allein ein Zeichen. Die Vögel waren eigensinnig und schwer zu zähmen. Luvianer sandten deshalb lieber Nebelfalken oder Wintertauben. Nur einer kündigte sein Kommen mit einer Blutkrähe an. Der einäugige Mann.

Seinem Eintreffen fieberte Vaara in der Dunkelheit entgegen. Ihre Eltern nahmen ihn immer vor der Hütte in Empfang. Hätten sie gewusst, dass Vaara sie heimlich dabei beobachtete, wären sie außer sich gewesen. Doch die Aussicht auf eine Strafe schreckte sie nicht ab. Der einäugige Mann kam selten in ihr abgelegenes Dorf. Diese Gelegenheit durfte sie sich nicht entgehen lassen.

Was er tat, war nicht nur verboten, sondern unmöglich.

Er schmuggelte Waren aus ganz Ghodria über die Mauer ins Grüne Reich. Hinter ihr befand sich das Gebiet der Maskierten. Angeblich wimmelte es dort von Zrash und anderen Monstern. Vaara musste einfach wissen, wie der einäugige Mann die mächtigsten Wesen der Welt austrickste. Außerdem wollte sie einen Blick auf seinen Wagen werfen. Neben getrockneten Früchten, Gewürzen und schillernden Stoffen brachte er auch einige höchst interessante Dinge aus den fernen Ländern mit.

Magische Dinge.

 


Lily Wildfire

 

Die Vorbereitungen für die Veröffentlichung von „Maskenmacht“ laufen auf Hochtouren.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Heute bei #ProjektArbeitstitel: Strahlefrau Janina (Flukke)

Hallo ich bin Janina, aber die meisten werden mich eher als Flukke auf Social Media kennen.

Ich schreibe vor allem Fantasy.

Ich schreibe eigentlich seit ich meinen ersten selbst ausgedachten Satz in der zweiten Klasse geschrieben habe.

Es war ein überwältigendes Gefühl zu wissen, dass ich etwas aus dem Nichts erschaffen konnte, um es mit der Welt zu teilen. Geschichten habe ich mir schon immer ausgedacht und Freunden erzählt. Ich fand es aber schade, dass all diese Abenteuer, Gefühle und Figuren nur für den Moment existieren. Darum entschied ich irgendwann, dass ich es aufschreiben möchte, um meine Geschichten langlebiger und für andere Menschen zugänglich zu machen.

Bis jetzt habe ich noch nichts veröffentlicht.

 

Sonne und Mond und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Mein Hauptprojekt ist eine High Fantasy Trilogie mit dem Arbeitstitel „Sonne und Mond“. Die Protagonistin Zoe gelangt durch einen Traum in den Besitz eines magischen Medaillons. Ihr wird vorgeworfen es  der unsterblichen Königin gestohlen zu haben und mit einem gefürchteten Magier zusammenzuarbeiten. Durch unglückliche Umstände gerät Zoe durch ein Portal in eine andere Welt, wo ihr wegen ihres vermeintlich begangenen Verbrechens die Todesstrafe droht. Doch dann erscheint eben dieser schwarze Magier und stiehlt das Medaillon. Zoe bekommt eine zweite Chance ihre Freiheit zu erlangen und zurück in ihr altes Leben zu ihrer Familie und ihren Freunden zu kehren, wenn sie den Dunklen Meister findet und das Medaillon zurückbringt.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Projekt „Sonne und Mond“ beschäftigt mich nun schon viele Jahre. In dieser Zeit habe ich mich sowohl handwerklich, als auch geistig enorm weiterentwickelt und entsprechend oft überarbeitet, angepasst und neugeschrieben. Ich denke ich bin jetzt endlich an einem Punkt, an dem ich Band 1 beenden kann und hoffe dies bis zum Ende diesen Jahres zu schaffen und mit der Überarbeitung starten zu können. Vermutlich werde ich mich dann sofort an den zweiten Teil machen, bevor ich den ersten Veröffentliche, weil sonst einfach die Abstände zwischen den Veröffentlichungen viel zu lang werden könnten. Ich dachte früher immer, dass ich mir dann einen Verlag suchen würde, bin mir darüber aber nach vielen Gesprächen mit Selfpublishern nicht mehr so sicher. Momentan tendiere ich tatsächlich sogar ein bisschen mehr in Richtung Selfpublishing. Was ich aber ganz sicher weiß ist, dass ich unter meinem echten Namen veröffentlichen möchte.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe noch eine Menge angefangener Geschichten, von denen mich einige nicht vollständig loslassen. z.B eine düstere Fantasygeschichte mit Sirenen und Riesenkraken. Außerdem schreibe ich noch mit einer Freundin in Kooperation an einer Urban Fantasy Reihe mit Vampiren, Vampirjägern, Hexen und Werwölfen voller Dramen und Intrigen, deren Umfang und Komplexität völlig eskaliert ist.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ideen kommen mir eigentlich immer sehr schnell und nehmen auch schnell Form an. Ich liebe es Dialoge zu verfassen, aber sobald es in Richtung Beschreibungen geht stockt es einfach schnell und ich muss mich ziemlich durchbeißen. Ich mache mir auch zu viele Gedanken über den Ausdruck und bleibe dann schnell an einer Formulierung hängen, weil ich mich so schwer von dem Gedanken lösen kann, dass ein Text beim ersten Versuch perfekt sein muss. Außerdem glaube ich, dass ich ziemlich schlecht im Bewerben meiner Geschichten bin; vermutlich weil sich so viel geändert hat.

Hast du eine Schreibroutine?
Da ich Vollzeit arbeite verwende ich die meiste Freizeit aufs Schreiben, wobei dann die meiste Zeit an der gemeinsamen Vampirreihe mit meiner Freundin gearbeitet wird, da wir ja gemeinsam anwesend sein sollten. An „Sonne und Mond“ arbeite ich meist so gegen Mitternacht, denn ich bin eine Nachteule, bis ich ins Bett muss. Dann plane ich meist ein paar Szenen bis ich einschlafe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Hinterfrage die Motive und Beweggründe deiner Figuren vor dem letzten Kapitel, auch wenn dir die Geschichte stimmig erscheint, sonst fängst du nämlich kurz vor Schluss von vorne an.

Wie ist es, gemeinsam ein Buch zu schreiben?
Ich empfinde es als sehr anders gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. Man muss viel mehr planen und selbst dann interpretiert der andere eine Szene vielleicht anders als man es selbst getan hätte und man muss wieder besprechen welche Variante die bessere ist. Dafür kann man über einen viel längeren Zeitraum Schreiben ohne zu ermüden, weil man immer wieder Pausen hat, in denen der andere schreibt. Und es ist möglich eine ganz andere Vielfalt von Charakteren zu haben. Auch die Komplexität einer Geschichte kann durch eine Zusammenarbeit zunehmen und Logikfehler fallen etwas schneller auf, da man quasi sofort Rückmeldung bekommt, von jemandem, der alle Facetten der Handlung kennt.

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich motiviert und inspiriert es ehrlich gesagt grundsätzlich, wenn ich mitbekomme, dass jemand ein Buch geschrieben und veröffentlicht hat. Das spornt mich jedes mal an weiter zu schreiben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Wunsch wäre es in erster Linie vom Schreiben leben zu können, um einfach noch mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Das aktuelle Ziel ist aber erst mal etwas zu veröffentlichen und möglichst vielen Menschen mit meinen Geschichten ein paar schöne Stunden zu verschaffen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das gesamte letzte Jahr steckte voller toller Autorenmomente, die ich nicht wirklich gegeneinander aufwerten kann. Seit ich in der Buchcommunity unterwegs bin habe ich so viele wundervolle Menschen kennengelernt und Freunde dazugewonnen. Außerdem werde ich langsam als Autorin wahrgenommen und sogar mein privates Umfeld beginnt dies ernstzunehmen und zu unterstützen.

 

Eine kleine Kostprobe…

 

Ganz langsam gewöhnten sich ihre Augen wieder an die nächtliche Beleuchtung. Neugierig, aber vorsichtig ging Zoe zu der Stelle, an der die kämpfenden Kreaturen verschwunden waren. Es war keine bewusste Entscheidung ihrerseits, eher ein Gefühl, dass sie leitete. Ihre Beine waren noch etwas wacklig und ihr Puls erhöht. Freudige Erwartung wandelte steigerte sich mit jedem Schritt mehr und mehr in Euphorie. Sie erwartete Schmauchspuren oder einen kleinen Krater zu finden, doch nichts dergleichen war zu finden. Nicht einmal Hinweise auf einen Kampf waren dort. Stattdessen lag dort ein goldenes Medaillon.

Ohne zu zögern hob Zoe es auf. Sofort durchfuhr ein angenehmes Kribbeln, ausgehend von ihren Fingerspitzen, ihren gesamten Körper. Mit geschlossenen Augen ließ sie sich von diesem Gefühl durchströmen bis sie vollständig davon erfüllt war. Es war angenehm warm, beruhigend und doch belebend. Zoe schloss die Finger fester um den glänzenden Anhänger. Er pochte; leise, wie ein zaghafter Herzschlag.

In diesem Moment krähte ein Rabe in den Bäumen über ihr und riss sie aus ihren Gedanken. Suchend schaute sie sich nach dem Vogel um, während sie mit dem Daumen über die filigran verzierte Oberfläche strich, bis einen kleinen Knopf berührte. Der Rabe auf dem Ast tänzelte unruhig hin und her. Er schien sie erwartungsvoll zu beobachten. Nachdenklich schaute Zoe zwischen ihm und dem Schmuckstück in ihrer Hand hin und her. Dann öffnete sie es mit leisem Klicken, woraufhin der Rabe aufgeregt krächzte und mit den Flügeln schlug, bevor er sich kraftvoll vom Baum stieß und davon flog.

 


Janina (Flukke)

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung in den Startlöchern.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.