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[Rezension] Splitter der Nacht von Katrin Ils

[Rezension] Splitter der Nacht von Katrin Ils

[Rezension] Splitter der Nacht von Katrin Ils

Die liebe Katrin Ils hat mit ihr Buch „Splitter der Nacht“ samt geheimnisvollem Kristall als Rezensionsexemplar zugeschickt. Vielen Dank dafür! Das Buch spielt im „Unstern-Universum“, hat aber zumindest bisher nichts mit der Hauptgeschichte zu tun. Wie ich „Unstern“ fand, könnt ihr in dieser Rezension nachlesen.


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  • Autorin: Katrin Ils
  • Titel: Splitter der Nacht
  • Genre: Dark Fantasy
  • 210 Seiten, TB: 9€ | Ebook: 2,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Schattenmagierin Jara arbeitet für einen freien Magierzirkel. Frei ist das in ihrer Stadt aber nicht wirklich. Per Eidzauber ist sie an ihren Zirkelmeister gebunden, die freien Zirkel liefern sich untereinander blutige Kämpfe und der Bund der reinen Sonne macht ihnen das Leben schwer. Nach einem missglückten Raub liegt Jara im Kerker des verhassten Bundes. Ihr Meister ist mit ein paar Zauberern und der Beute – einem Kristall namens „Splitter der Nacht“ entkommen. Der Bund möchte den Splitter um jeden Preis zurückbekommen. Jara wird vor die Wahl gestellt – qualvoll sterben oder ihren Meister töten und den Kristall zurückbekommen. Jara fackelt nicht lange…


Meine Meinung:

Auch wenn es für die Geschichte keine riesengroße Rolle spielt, möchte ich erwähnen, dass Jara lesbisch ist. Es ist ein kleines, aber schönes Detail und die Unaufgeregtheit mit der alle Buchcharaktere das hinnehmen würde ich mir für unsere reale Welt auch wünschen. Jaras Herz gehört einer Zirkelkollegin, diese Liebe bleibt jedoch unerwidert. Aber es sind diese scheinbar winzigen Details, die auch für mich eine Geschichte aufbessern und mir zeigen, dass die Autorin eine wirklich lebendige Welt mit lebendigen Figuren im Kopf hat.

Jara ist eine sehr interessante Protagonistin. Während es in ihrem Inneren oft brodelt, schafft sie es, sich immer wieder zu Gelassenheit zu mahnen. Sie ist eine sehr fähige und mächtige Magierin, bleibt aber trotzdem vorsichtig und lieber im Hintergrund. Ihr Leben bisher war alles andere als leicht, das hat sie stark gemacht, aber die Wunden der Vergangenheit schmerzen noch. Diese Mischung macht Jara für mich sehr lebendig und auch glaubwürdig. Während sie durchaus kaltblütig und entschlossen vorgeht, ist da noch etwas Menschlichkeit in ihr. Etwas Weiches in all der Härte. Ich würde unglaublich gerne noch mehr von Jara lesen, da ich sie aufgrund der vielen liebevollen Details fast noch ein bisschen lieber als Unstern Protagonistin Kerra mochte.

Die spielerische, selbstständige und lebendige Magie in der Unstern Welt gefällt mir sehr gut. In diesem Buch erfahren wir auch mehr über die Dämonen und ihr Reich, was ich sehr cool finde. Dämonen, Düsternis und schwarze Magie – das liebe ich in Büchern einfach. Katrin hat durch ihre eigene Lore, ihre eigene Dämonologie und ihr Magiekonzept der Dark Fantasy Welt einen besonderen Touch gegeben. Auch, wenn wir uns in Unstern bisher nur in der Stadt Alat und auch in Splitter der Nacht in Städten befinden, lassen diese Details erahnen, dass da wirklich eine ganze Galaxie in Katrins Kopf existiert.

Katrins Schreibstil ist magisch!

Präzise, detailreich und dennoch flüssig und angenehm zu lesen. Zwischen knallharten Kämpfen und blutigen Ritualen, scheinen sanfte Zeilen und Gedanken durch. Besonders gut haben mir in diesem Buch die Beschreibungen von Jaras Magie, den Elementaren und den Dämonen gefallen. Dieses Buch war absolut verdient auf der Longlist des Seraph 2019 und ich hätte es gerne auch auf der Shortlist gesehen. Wer auf schöne Sprache wert legt, der kann bei Katrins Büchern nichts falsch machen.

Das Genre der Unstern Reihe lässt sich in Dark Fantasy einordnen – dennoch ist Splitter der Nacht in punkto Brutalität, Blutigkeit und auch bei traumatischen Erfahrungen wesentlich expliziter. Folter, körperliche und psychische Gewalt. Und alles nochmal etwas derber als in Unstern. Wenn euch das stört, solltet ihr bei „Splitter der Nacht“ vorsichtig sein. Nichtsdestotrotz wirkt die Gewalt nicht unverhältnismäßig oder deplatziert. Der Ton in diesem Buch ist einfach etwas rauer und schrecklicher. Und wie ihr von meinem bisherigen Lesegeschmack wisst – ich mag es düster und blutig.

Diese Rezension fällt leider recht kurz aus – aus dem einfach Grund, dass mir dieses Buch rundum gefallen hat. Ich habe sogar ein Fanart von Jara gezeichnet!

Fazit:

Mit „Splitter der Nacht“ hat Katrin Ils wieder bewiesen, dass sie Dark Fantasy drauf hat – und Schreiben generell. Spannung, Action und Charaktertiefe zeichnen auch dieses Buch aus. Jara ist mir sogar noch ein bisschen sympathischer als Kerra. Die vielseitige Welt, die liebevollen Details und die interessanten Charaktere ziehen einen direkt in ihren Bann. Katrins Schreibstil hat mir auch wieder unglaublich gut gefallen. Wer sich von viel Blut und Gewalt nicht abschrecken lässt, darf beherzt bei diesem Dark Fantasy Schmankerl zugreifen.

Weitere Meinungen:

 


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[Rezension] Blut gegen Blut 2 von Benjamin Spang

[Rezension] Blut gegen Blut 2 von Benjamin Spang

[Rezension] Blut gegen Blut  2 von Benjamin Spang

Ich durfte „Blut gegen Blut 2“ von Benjamin Spang testlesen und habe nun das fertige Endprodukt in Händen halten dürfen. Natürlich ist es spannend, zu sehen, was sich in den letzten Schritten noch getan hat. Die Rezension zum ersten Band könnt ihr übrigens *hier* nachlesen.

Nach dem ersten Band war für mich klar: Ich muss beim Crowdfunding für den zweiten Teil dabei sein! Ich durfte testlesen und sogar bei der Blogtour mitmachen und Benni interviewen. Die Zusammenarbeit mit Benni macht einfach immer Spaß und er selbst lässt sich auch tolle Aktionen einfallen und ist sehr engagiert. Zwischen lieblosen „hier blogger1 lies mein Buch„-Mails ist das absolut erste Sahne. Mein Unterstützerpaket war wieder proppenvoll mit coolen Sachen!

Ich versuche natürlich, möglichst spoilerfrei zu schreiben, aber es könnte für alle, die Band 1 noch nicht gelesen haben, ein bisschen was vorweg nehmen. Sorry!


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  • Autor: Benjamin Spang
  • Titel: Blut gegen Blut 2
  • Genre: Dark Fantasy
  • 544 Seiten, Ebook: 3,99€ | TB: 16,99€ | geb.: 25,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Nach Blut gegen Blut sind Katrina und ihre Mutter vereint, Helenas Schicksal ist ungewiss. Doch der „Frieden“ soll nicht lange andauern, denn Katrina und ihre Mutter werden von den misstrauischen Werwölfen grausam ermordet. Doch Katrina wacht wieder auf. Eine traumhafte Stimme sendet ihr Visionen und lockt sie tiefer ins Gebiet der Vampire. Mit einem uralten Artefakt, der Blutschrift, soll sie ihre Eltern retten können. Doch die gefährliche Blutmagierin Faedora und die grausame Vampirkönigin Eliska sind hinter der Schrift her. Was kann eine einfache Mechanikerin diesen übermächtigen Gegnerinnen schon entgegensetzen?


~Videorezension folgt~

Meine Meinung:

Schon die Testleseversion war mit knapp 500 Seiten echt ein Brocken. Aber ich habe mich tatsächlich gefreut, das Buch nochmal in Endversion zu lesen. Natürlich ist man neugierig, was alles umgesetzt wurde und wie bestimmte Dinge geändert wurden.

Normalerweise bin ich eine langsame Leserin, lese auch mal queerbeet und lasse angefangene Bücher einstauben, bis ich wieder zu ihnen greife. Nicht so bei „Blut gegen Blut 2“! Während ich am ersten Teil noch den etwas schleppenden Anfang kritisiert habe, werden wir hier mitten in die Geschichte hineingezogen.

Und Schlag auf Schlag geht es weiter. Benni hat sich bemüht, jedes Kapitel mit einem Cliffhanger abzuschließen und das ist ihm auch meistens gelungen. Es ist wirklich schwer gewesen, das Buch für längere Zeit wegzulegen. Auch das, ist wirklich wirklich selten bei mir.

Atemlos durch Nuun~

Aber auch, wenn das Buch turbulent und temporeich ist, bleibt Zeit für leisere Momente. In diesen lernen wir Katrina und auch Helena besser kennen, die unabhängig voneinander mit ihren eigenen Dämonen und den Wunden aus Band 1 zu kämpfen haben. Man fiebert, man leidet mit den beiden mit. Denn sie wachsen einem ans Herz. Toughe Frauen, die auf sich auf ihre Art durchschlagen.

Wie in Band 1 mochte ich die Grautöne. Beide hatten ihre Prinzipien, ihre Vorstellungen, Wünsche und Überzeugungen. Aber auch sie bereuten, zweifelten, wankten. Das machte sie menschlich und nahbar. Da Benni es seinen Charakteren auch gerne mal schwer macht, fürchtet man auch um sie.

Und er hat es ihnen wirklich schwer gemacht. Ganz nach Murphy’s Law, wenn man so will. Fast alles, was schief gehen konnte, ging auch schief. Ist das ein Spoiler? Vielleicht. Stellt euch jedenfalls auf Nervenkitzel und Spannung ein, die euch manchmal ins Buch beißen lassen wollen.

Besonders hat mir gefallen, dass Benjamin sich in diesem Band auch wieder auf ganz ursprüngliche Fähigkeiten seiner Charaktere konzentriert hat. Katrina ist eine talentierte Mechanikerin und diese Fähigkeit hat ihr in Band 2 oft weitergeholfen. Helena durfte ihr Kampf- und Informationsgewinnunsgeschick unter Beweis stellen. Während ich Katrina in Band 1 recht ambivalent gegenüber stand, hat sie es im zweiten Teil geschafft, sich auch in mein Herz zu schrauben. Helena mochte ich seit ihrem ersten Auftritt schon.

Alles hat seinen Preis…

Benni schafft es, obwohl das Buch düster, hart und kantig ist und keinen Kitsch enthält, trotzdem Emotionen zu provozieren. Trauer, Schmerz, Angst und Wut. Denn auch in „Blut gegen Blut 2“ gibt es wieder einige schmerzhafte Verluste. Über einen davon bin ich besonders entsetzt (und immer noch sauer auf Benni!), aber er zeigt, wie gnadenlos die Welt Nuun ist.

Die Bösewichte sind auch wieder sehr gut gelungen. Unsympathisch, monströs und von fragwürdiger Moral. Und doch – je mehr man über sie erfuhr, desto besser konnte man ihr Handeln nachvollziehen. Niemals verstehen oder gutheißen, aber man konnte erkennen, was dazu geführt hatte.

Diese Graustufen liebe ich! Es zeugt für mich von guter Charakterkonstruktion, von lebendigen Wesen, die jeder ihre eigene Geschichte haben. Vor allem die Frauencharaktere liegen Benjamin einfach. Dagegen war der „liebe“ Edgar fast schon blass.

Benjamin Tarantino?

Eine andere Leserin verglich Benjamin mit Tarantino. Was Blut, Innereien und Action anging, kann ich diesem Vergleich nur zustimmen.

Es gibt einige wirklich eklige Szenen, viele Leichen und erbarmungslose Kämpfe. Sowohl Katrina und Helena haben auch in diesem Buch viel durchmachen müssen, wurden gefangen, geschlagen und fast schon gefoltert. Darüber hinaus gibt es exzessive Gewalt durch die Vampire und Werwölfe. Das sollte man definitiv wissen, bevor man sich auf das Buch einlässt.

Ich habe es bei der Rezension zu Teil 1 bereits erwähnt, aber Benjamin Spang steckt unglaublich viel Arbeit, Leidenschaft und Mühe in seine Projekte. Lektorat, Korrektorat, Coverdesign und umfangreiches Marketing – an all dem, merkt man auch, wie sehr er für seine Arbeit brennt. Es macht Spaß mit ihm zu arbeiten und am Entstehungsprozess seiner Projekte teilhaben zu können. Besucht ihn auf seiner Homepage oder auf patreon, um mehr zu erfahren.

Crowdfunding-Unterstützer-Paket-Ausbeute!

Fazit:

Blut gegen Blut 2 hat auf den sehr guten ersten Band nochmal eine Schippe draufgelegt. Alles an diesem Buch stimmt: Tempo, Charaktere. Eine gute Mischung aus blutiger Action, Tiefgründigkeit und Charakterentwicklung. Das Buch ist sicherlich nichts für zartbesaitete Gemüter, oder Leser*innen, die es lieber ruhig und gesittet mögen. Für mich war das Buch auf jeden Fall eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Spannend, fesselnd und emotional involvierend. Dafür gibt es von mir eine fette Leseempfehlung und die volle Zahl Seesterne!

Weiter Meinungen:
  • Julia Hartmann/Akiko Hana
  • Du hast eine Rezension zu „Blut gegen Blut 2“ geschrieben? Schreib mir gerne einen Kommentar, dann verlinke ich deine Rezension hier.

 


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[Rezension] Unstern von Katrin Ils

[Rezension] Unstern von Katrin Ils

[Rezension] Unstern von Katrin Ils

Viel zu lange lag dieses Buch ungelesen auf meinem SuB. Ich habe es auf der Buchmesse gekauft und mir direkt von Katrin signieren lassen, es stand auf meiner 18für2018 Buchliste. Trotzdem wurde es jetzt Dezember bis ich es gelesen habe. Die liebe Katrin Ils ist einer der herzlichsten, fröhlichsten und liebsten Menschen, den ich kenne. Außerdem liebe ich ihren österreichischen Dialekt. Wenn ihr das live hören möchtet, schaut am Besten bei ihren Youtube Videos vorbei. Hier gelangt ihr zu Katrins Homepage.


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  • Autorin: Katrin Ils
  • Titel: Unstern
  • Genre: Dark Fantasy
  • Selfpublishing
  • 310 Seiten, Taschenbuch: 12,90€ | Ebook: 3,99€
  • Teil 1 einer Reihe (bisher zwei Bände + ein Kurzroman erschienen)
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Kerra, Dolan und Sidra sind seit Ewigkeiten befreundet. Gemeinsam sind sie aus ihrer Heimat in die Stadt Alat geflohen und haben sich ein neues Leben aufgebaut. Als jedoch ein gefährlicher Serienmörder aus dem Gefängnis entkommt und Magie aus ihrem Heimatland angewandt wird, stehen die drei schnell unter Verdacht. Die Stadtwache hat Kerra ohnehin schon im Blick. Doch da sie ihr nichts nachweisen können, stecken sie Dolan hinter Gitter. Seine Hinrichtung ist nur eine Frage der Zeit, die Stimmung in der Stadt ist aufgeheizt und nervös. Kerra sieht sich gezwungen, einen alten Bekannten um Hilfe zu bitten. Den unberechenbaren, grausamen Verbrecherkönig der Stadt: Ravid.


Meine Meinung:

Schon nach dem ersten Kapitel war mir klar, dass Katrin Ils zumindest handwerklich Einiges auf dem Kasten hat. Die Beschreibungen, der Schreibstil, die präzise Wortwahl. Das konstante und gut in die Geschichte eingewebte Wordbuilding. Es ist einfach, in die Stadt Alat abzutauchen, unter der wilde Magie schlummert. Ich bin ganz wunderbar in die Geschichte gezogen worden und das ist so unglaublich wichtig, wenn man eine eigene Fantasy Welt erschafft.

Katrin bewirbt „Unstern“ auch gerne als Geschichte ohne unnötige Liebesbeziehung. Und ja, es funktioniert wunderbar auch so. Die innige Beziehung der drei Freunde Kerra, Sidra und Dolan wird schnell klar. Sie haben viel zusammen durchgemacht, viel erlebt. Auch, wenn sie sich nicht immer einer Meinung sind, Geheimnisse voreinander haben, so sind sie wie eine Familie. Deswegen wird klar, dass die beiden Frauen handeln, als ihr Kumpel im Gefängnis landet.

Kerra ist als Läuferin, als Botin, in der Stadt unterwegs. Für ihre Jobs erkunden wir die verschiedenen Ecken der Stadt Alat, die lebendig und pulsierend wie eine Metropole auf uns wirkt. Die bunten, belebten Viertel und die Elendsviertel und verlassenen Gassen, in denen nur Kadaver und Isch (Rabenartige Aasfresser) hausen. Dass Kerra eine vielschichtige Persönlichkeit ist, lernen wir schnell. Einerseits ist sie stolz, ein wenig streitsüchtig und kann sich doch zusammenreißen, wenn es darauf ankommt. Als sogenannter Unstern ist sie nicht magiebegabt, kann diese jedoch sehen. Als Jägerin kann sie kämpfen, ist aber in engen Straßen schwer bewaffneten Männern in der Überzahl unterlegen. Sie hat keine außergewöhnlichen Zauberkräfte, ist keine Kampfgöttin, die wie ein Berserker jeden Gegner niedermetzeln kann. Sie hat ihre Fehler und Schwächen. Das macht sie sympathisch und macht es auch spannender ihrem Abenteuer zu folgen.

Vertraue niemandem!

Sie holt sich Hilfe beim mysteriösen, fragwürdigen Verbrecherkönig Ravid, der überall in der Stadt Fäden zieht und Leute mit Schuldzaubern an sich bindet. Er ist kein harmloser Onkel, der milde mit Kerra umgeht. Im Austausch für seine Hilfe will er immer etwas. Gefallen, deren Ausmaß noch nicht bekannt ist.

Doch es bieten sich überraschenderweise mehrere Helfer an, um Dolan zu befreien. Kerras Läuferkollege Jorrah, der die Stadt unbedingt verlassen möchte. Ein Magier, der mindestens ebenso zwielichtig ist wie Ravid. Eine Stadtwache, die den „Mondschieber“, einen Menschenschmuggler, dingfest machen will.

Dass der Mondschieber auch eine Rolle spielt, wird klar, als wir lernen, dass man die Stadt nur mit Passierschein verlassen kann. Schleierzauber werden durch Magie an den Eingängen und Ausgängen der Stadt gebrochen. Und mit einem befreiten Gefangenen würde das auffallen. Doch niemand weiß, ob es den Mondschieber wirklich gibt und wer er ist.

Während wir all den spannenden Figuren folgen, zieht sich die Schlinge um Dolans Hals enger. Genau wie Kerra finden wir fast alle Personen, die ihr Hilfe angeboten haben, irgendwie zwielichtig. Es ist unmöglich zu sagen, wer es gut meint und wer nicht. Kein Schwarz und Weiß, sondern viele Graustufen. Deswegen bin ich richtig am Buch geklebt, nachdem ich mich in die Welt eingefunden habe.

Die Ereignisse überschlagen sich bald und es ist unfassbar spannend, langsam die verworrenen Geheimnisse der Stadt zu entschlüsseln.

Selfpub-Perle!

Das Selfpublishing professionalisiert sich und erkämpft sich weiter Anerkennung, wird nun in der Buchbranche auch wahrgenommen und besser gefördert als noch vor einigen Jahren. Viele der Bücher haben eine hohe Qualität und packende, fantastische Geschichten, die sich keinesfalls hinter Verlagsbüchern verstecken müssen. „Unstern“ ist so eines dieser Bücher. Es ist fesselnd, spannend, hat einen wunderbaren Weltenbau, clevere Charaktere, interessante Geheimnisse und das gewisse Etwas. Der Schreibstil von Katrin Ils ist mir auch sehr positiv aufgefallen. Flüssig, wortgewandt mit präzisen Beschreibungen und lebhaften Bildern.

Wie sie die Geschichte aufbaut, in die Welt einführt und wie die Geschichte an Spannung aufnimmt und einen bis zum Ende nicht mehr loslässt, ist einfach sehr gut gelungen. Wie gut, dass der zweite Band „Flammendunkel“ auch schon in meinem Besitz weilt, denn ich möchte gleich weiterlesen und mehr Abenteuer mit Kerra erleben.

Fazit:

Düstere, spannende Fantasy ohne Liebesgedöns und trotzdem auch emotional packend. Moralische Dilemma, zwielichtige Verbrecher, Geheimnisse und die sympathische Protagonistin Kerra entführen uns in die Stadt Alat. Es fällt schwer, das Buch wegzulegen, wenn man einmal abgetaucht ist. Ich will definitv von Unstern und Katrin Ils lesen.

Das Buch würde ich allen ans Herz legen, die gerne Dark Fantasy lesen, lebendige Großstädte, Schurken, dreidimensionale Charaktere ohne Heldenkomplex und übertriebene Superkräfte mögen. Auch Leser*innen, die sich bisher nicht an Dark Fantasy oder Selfpublisher oder beides getraut haben, können beruhigt zugreifen.

Weiter Meinungen:


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[Rezension] The Ending von Iain Reid

[Rezension] The Ending von Iain Reid

[Rezension] The Ending von Iain Reid

Diesen Thriller habe ich mir bei arvelle mitbestellt, weil ich fand, dass er interessant klang. „Du wirst dich fürchten und du wirst nicht wissen, warum“ und „Für Fans von Stephen King und Alfred Hitchcock“ hat mich neugierig gemacht. Ich war sehr überrascht, dass das Buch so dünn war, aber so habe ich es direkt an einem Tag durchlesen können.


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  • Autor: Iain Reid, übersetzt von Anke Kreutzer und Eberhardt Kreutzer
  • Titel: The Ending
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Psychothriller
  • 240 Seiten, Broschiert: 14,99€ | Ebook: 12,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Jake fährt mit seiner Freundin durch verschneite Täler und Dörfer, um seine Eltern zu besuchen. Die beiden sind erst seit kurzer Zeit zusammen und die Freundin, denkt heimlich daran, Schluss mit Jake zu machen. Sie verschweigt ihm außerdem die Anrufe eines mysteriösen Stalkers. Unbehagen liegt in der Luft, doch was beide nicht wissen: Nach diesem Ausflug wird nichts mehr sein, wie zuvor.


Meine Meinung:

Das Buch liest sich aufgrund seiner Kürze sehr schnell, der Schreibstil ist flüssig. Die Kapitel sind durch kurze, kursive Gespräche unterteilt, die nach den Ereignissen des Buches spielen. Zwei unbeteiligte unterhalten sich, man erhält Andeutungen auf das, was noch geschehen wird.

Das soll die Leser*in kitzeln, reizen und locken. Weiterzulesen und weiterzustöbern. Anfangs hat das noch funktioniert, ab der zweiten Hälfte, haben mir diese Gespräche zu viel vorweggenommen.

Die Beklemmung mit jemandem im Auto zu sitzen, mit dem man Schluss machen möchte, wird uns denke ich, allen klar. Ein Pärchen, auf dem Weg zu seinen Eltern. Einsame Straßen, ländliche Einsamkeit. Eine perfekte Kulisse für eine sich zuspitzende Lage. Leider spitzt sie sich nicht zu? Ich fand die Gespräche der beiden interessant, philosophisch und nachdenklich. Ich glaube, auch hieraus kann man bereits viele Hinweise auf den Verlauf der Geschichte ziehen, wenngleich sie viel subtiler sind als die kursiven Dialoge am Ende der Kapitel.

Es endet in einer Katastrophe

Die Auflösung war denkbar unspektakulär. Was ich bereits als Lösung erahnt hatte, trat auch genau so ein. Auch die Darbietung war mir zu konfus, zu unlogisch. Das Handeln der Charaktere hat für mich keinen Sinn ergeben und deswegen wurde umso klarer, worauf es hinauslaufen wird. Ziemlich lahm – meiner Meinung nach – und nicht zeitgemäß. Es macht mich eher wütend. Ich habe extra geschaut, wann das Buch erschienen ist. 2016. Also eigentlich keine Entschuldigung für so einen unspektakulären Abschluss.

Zumal das Verhalten der Charaktere sehr unlogisch war. Das Finale sollte spannend, beklemmend sein, war aber zu konfus, zu aberwitzig, um mich zu fesseln. Ich habe die letzten fünfzig Seiten eher überflogen, um einfach zu wissen, wie es jetzt ausgeht. Wenn man googlet, scheinen auch viele Leute nicht kapiert zu haben, was geschehen ist. Trotzdem fallen viele Rezensionen zum Buch positiver aus als meine.

Iain Reid hat – in meinen Augen – bei dem Versuch einen philosophischen, für die grauen Zellen anspruchsvollen Psychothriller mit subtilem Horror zu gestalten, ziemlich versagt. Deswegen bin ich froh, dass ich das Buch vergünstigt bei arvelle gekauft habe und nicht zum vollen Preis. Denn das ist eines der wenigen Bücher, das ich lieber in die Tonne statt in den Bücherschrank stecken würde.

Um doch noch was Gutes zu sagen: Das Cover finde ich cool.

Rage-Babsi

Deswegen kommt hier ein kleiner spoilernder Rant, den ich in weißer Schrift halte. Markiert den Abschnitt, um ihn zu lesen. Wenn ihr euch nicht spoilern wollt, lest einfach unten weiter.

Spoiler Anfang:

Wow, wie lahm. Ich habe nach dem Ende direkt nach der Jahreszahl geschaut. Um vielleicht eine Entschuldigung zu finden, für die lahmste Ausrede nach „Alles war ein Traum.“ Natürlich: multiple Persönlichkeiten. Die Freundin, Jake, die Eltern, das alles existiert gar nicht wirklich, das sind alles Erinnerungen gemischt mit sich selbstständig machenden Persönlichkeiten. Um dem Wahnsinn zu entkommen, rammt er sich Kleiderbügel in den Hals. Tolles Ende. Danke für Nichts.

Am Ende als Jake ins Schulgebäude geht um den Mann zu verfolgen und die Freundin ihm folgt, ist jegliche Logik bereits auf der Strecke geblieben. Dass sie dort halten, die Verfolgung mit dem seltsamen Hausmeister, das macht keinen Sinn und das als Leser*in zu wissen, hat zumindest meine Spannung unter den Nullpunkt getrieben. Ich habe die Seiten mehr gelangweilt überflogen als es eigentlich am spannendsten bleiben sollte.

Psychische Erkrankungen als Plot Device, keine Hilfestellung, Selbstmord als „beste und einzige Lösung“. Beschisssener kann man ein Buch nicht beenden. Je mehr ich darüber nachdenke, desto wütender bin ich auf dieses Ende. Nicht mal die Umsetzung ist besonders gut gelungen. Schon beim Besuch bei den Eltern wird klar, dass eigentlich niemand in dem Buch mehr psychisch gesund ist. Wir haben eine unzuverlässige Erzählerin, die auch kaum den Anschein erwägt, eine eigenständige Person zu sein. Man ahnt es bereits. Auch die Mutter ist/war psychisch krank, alle waren irgendwie irgendwo psychisch krank und das soll den Horror des Buches bilden.

Eine wunderbare Message, oder?

Spoiler Ende.

Fazit:

Die interessanten, nachdenklichen Dialoge trösten nicht über die verpassten Chancen, die fehlende Spannung und die katastrophale Auflösung machen es nicht besser. Dieser Psychothriller hatte schlecht geliefertes „Psycho“, sehr wenig „Thriller“ und konnte mich so gar nicht überzeugen. Das unfassbar schlechte Ende reißt mich nicht vom Hocker, sondern macht mich einfach nur wütend. Reinfall!

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

Huch?

Was ist das denn für ein ungewohnter Anblick? Ja – auch ich habe so meine Guilty Pleasure Reads. Um dieses Buch bin ich sooo lange rumgeschlichen und als die Dilogie um die toughen Seemänner bei uns im Buchladen in der Rabattkiste auftauchte, konnte ich nicht anders als zuzuschnappen.

 


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  • Autorin: Kresley Cole, übersetzt von Barbara Först
  • Titel: Die Geliebte des Captains (Sutherland Brothers 1)
  • Verlag: LYX (Bastei Lübbe)
  • Genre: historische Romanze/Erotik
  • 416 Seiten, Taschenbuch: 9,99€ | Ebook: 8,99€
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Worum geht’s?
Nicole Lassiters Vater und der Erbe einer Handelsfirma und Kapitän eines großen Schiffes Derek Sutherland sind erbitterte Rivalen. Als Nicoles Vater inhaftiert wird, ist für Nicole klar, dass sie an seiner Stelle ein großes Schiffsrennen nach Sydney bestreiten wird. Das Preisgeld können sie – aber auch Derek Sutherland, der mit seiner Familie im Streit liegt – gut gebrauchen. Auf rauer See kommen sich Derek und Nicole immer wieder in die Quere, zwischen ihnen knistert und knallt es gleichermaßen. Doch jemand scheint an beiden Schiffen Sabotage zu betreiben und bald steht Nicoles Leben auf dem Spiel. Können Derek und sie sich zusammenraufen oder ist die Kluft zwischen ihnen tiefer als der Ozean?


Meine Meinung:

Titel, Aufmachung, Inhaltsangabe und Verlag lassen auf eine seichte Romanze mit Erotik-Anteilen schließen. Früher habe ich die Lyx Bücher reihenweise verschlungen, heute bin ich wählerisch geworden. Mir gehen übergriffige Machos und charakterlose Frauenzimmer auf den Senkel. Eine Romanze zwischen zwei kratzbürstigen Schiffskapitänen klingt zumindest nach ein bisschen Abwechslung!

Seichte Gewässer

Ich hatte ehrlich gesagt wenig historische Elemente oder Schifffahrtskunst erwartet – meistens steht bei solchen Büchern die Beziehung im Vordergrund. Dennoch war ich von den verschiedenen Elementen und Beschreibungen der Schiffe positiv überrascht. Für meinen Geschmack hätte es davon ruhig noch mehr geben können, schließlich wurden tolle Städte wie Kapstadt auf der Rennstrecke bereist. Was das Setting und die Rahmenhandlung anging, kratzte das Buch leider nur an der Oberfläche.

Kresley Coles Schreibstil bzw. die Übersetzung ist jedoch gut gelungen. Das Buch lässt sich locker weglesen, bietet durch die verschiedenen Perspektiven von Nicole und Derek Abwechslung und unterhaltsame Einblicke in die Köpfe der beiden. Die Schiffsmanöver, Stürme und das Leben an Bord wurden – soweit ich das beurteilen kann – glaubhaft und gut beschrieben. Man fühlte sich als wäre man mit den Protagonisten an Bord. Manchmal hätte ich mir beim Einstreuen der Informationen, Andeutungen bezüglich der Sabotagen und Schuldfragen etwas mehr Cleverness gewünscht. Einiges wirkte einfach als käme es schwuppdiwupp aus dem Nichts.

Widerborstig

Natürlich knisterte die Luft zwischen den beiden Rivalen Nicole und Derek. Es war ein Hin- und Her, ein Tauziehen und Kräftemessen. Ich mochte die Entwicklung der Beziehung der beiden. Von distanzierten Kabbeleien, hin zu vertrauten Momenten. Natürlich war die magische Anziehungskraft und Faszination von Anfang an da – aber das hätte es meiner Meinung nach gar nicht unbedingt gebraucht.

Nicole Lassiter fiel angenehm als hitzköpfige und sture Frau auf, die dem wortkargen Derek, oftmals die Leviten ließ. Auch, wenn das Buch die Rollenbilder des starken Mannes und der zarten Frau, beibehält, war Nicole auf ihre Weise eine starke Figur mit eigenen Motiven und Beweggründen.

Derek Sutherland fand ich als Charakter spannend. Trotz selbstbewusstem Auftreten und Sturkopf, besaß er eine innerliche Zerrissenheit. Einerseits zeichnete ihn seine ungesunde Beziehung zum Alkohol, andererseits seine Familienkonflikte. Dass er sich selbst als Schuft und Taugenichts sah, verlieh seinem Charakter einen interessanten Zug. Dadurch war er mehr als Sixpack und Muskeln, was mir zugegeben, ganz gut gefallen hat. Auch wenn sein Verhalten Nicole gegenüber nicht immer ganz einwandfrei war, so nahm er Rücksicht auf ihre Bedürfnisse und Wünsche.

Die erotischen Szenen waren romantisch, sinnlich und deutlich beschrieben. Manche Formulierung und gewisse Synonyme („Rute„) sorgten bei mir aber eher für Rumoren als Kribbeln im Bauch. Aber das ist nunmal Geschmackssache.

Deus ex machina

Natürlich steht die Liebesgeschichte im Vordergrund. Dennoch wurden am Ende einige Probleme derart problemlos von Autorenhand gelöst, dass man durchaus die Stirn gerunzelt hat. Da bereits vereinzelt in der Geschichte Hinweise zu streuen, würde manche plötzliche Wendungen nicht ganz so unglaubwürdig wirken lassen.

Auch die Nebencharaktere und Umstände waren oft mehr klischeehaft konstruiert und sollten das historische Setting unterstreichen, als dass sie besonders gelungen umgesetzt waren. Ich würde mir zwar Geschichten wünschen, die all das mit einer ordentlichen Liebesgeschichten und heißen Sexszenen verbinden, aber irgendwie ist das eben eher selten. Von dem her konnte ich es verschmerzen, weil ich ohnehin keine allzu hohen Erwartungen hatte.

Fazit:

Jepp, das Buch ist eine seichte Erotikromanze mit historischem Seefahrttouch. Ein ideales Badewannen oder Feierabendbuch. Wer anspruchsvollen Tiefgang und historisch ausgefeilte Abenteuer möchte, der sollte hier nicht zugreifen. Dennoch konnten mich die Charaktere, das Setting und das abenteuerliche Rennen insgesamt von sich überzeugen. Für Abwechslung und leichte Lektüre zwischendurch ist das Buch bestens geeignet. Die Kabbeleien zwischen Nicole und Derek waren erheiternd, Abenteuer und Romantik hielten sich die Waage und es knisterte beim Lesen angenehm in der Luft. Das Buch hat meine Erwartungen erfüllt und der zweite Band über Dereks Bruder Grant liegt auch schon hier.

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Gedankenspeicher von Hannes Niederhausen

[Rezension] Gedankenspeicher von Hannes Niederhausen

[Rezension] Gedankenspeicher von Hannes Niederhausen

Gemeinsam mit dem sympathischen Hannes Niederhausen habe ich in Leipzig bei 9lesen auf der Bühne gestanden. Seine Kurzgeschichten sind amüsant, vielseitig und oft unerwartet. Als er mich fragte, ob ich seine SciFi-Krimi-Novelle lesen möchte, habe ich deswegen gleich „Ja!“ gerufen. Vielen Dank für das Printexemplar, Hannes! Wie mir sein Buch gefallen hat? Das erfahrt ihr hier!


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  • Autor: Hannes Niederhausen
  • Titel: Gedankenspeicher
  • Genre: SciFi, Krimi Noir
  • 114 Seiten, TB: 7,99€ | Ebook: 2€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Die nahe Zukunft: Ein Konzern baut auf dem Mond in Bergwerken Wasser ab, um es teuer an die Erde zu verkaufen. Sie locken mit einem hohen Preisgeld, sollte man 5 Jahre Arbeit dort durchhalten. Doch Menschen verschwinden und sterben auf seltsame Art und Weise. Detektiv Karl Panzer heuert als Kumpel undercover auf dem Mond an, um den Machenschaften des Konzerns auf den Zahn zu fühlen. Abgeschottet von der Außenwelt ermittelt er auf der Station und weiß nicht, wem er da draußen im All trauen kann.


Meine Meinung:

Hannes Niederhausen hat einen angenehmen, bildhaften und dennoch unaufgeregten Erzählstil. Die Beschreibungen der Raumstation, des Bergwerks und der technischen Gerätschaften sind interessant und leicht verständlich – auch für SciFi-Skeptiker wie mich.

Normalerweise lese ich Science Fiction nicht wirklich gerne, der kriminalistische Aspekt hat mich jedoch interessiert. Mit knapp 114 Seiten bleibt natürlich kaum Platz einen wirklich ausgeklügelten, mehrschichtigen Kriminalroman zu schreiben. Dennoch erfuhren wir mehr über Hauptcharakter Karl Panzer und seine Vergangenheit. Nun würden viele sagen: Sich alleine und ohne Rückendeckung auf den Mond in die Höhle des Löwen schießen zu lassen, ist eine ziemlich dämliche Idee. Ist es auch. Panzers Gedankengänge waren nachvollziehbar, aber seine Handlungen und seine Art zu ermitteln kamen mir doch sehr plump vor. Dazu das nicht aufgearbeitete Trauma.

Auch, wenn die Enthüllung am Ende durchaus plötzlicher und anders kam als erwartet, war für mich bereits früh abzusehen, was wirklich geschieht. Das hätte man vielleicht noch etwas geschickter verschleiern können, denn so war es keine wirkliche Überraschung. Die Idee hinter dem Geheimnis wiederum finde ich viel spannender und hätte mir gerade da noch etwas mehr Einblicke gewünscht. So blieb es leider eine recht kurzweilige Erzählung, die Potenzial für einen längeren Roman gehabt hätte.

Die Atmosphäre auf dem Mond und in der Station, das futuristische Gruseln ist sehr gut gelungen. Die Raumstation hatte etwas Beklemmendes und Feindliches und das ist sehr gut rüberkommen. Ich glaube, ich wäre nach Tag 1 abgehauen.

Fazit:

Die Geschichte bietet kurzweilige Unterhaltung, einen angenehmen Schreibstil und interessante Ideen. Fans von kurzen Kriminalgeschichten und Science Fiction Novellen dürfen beherzt zugreifen.

Weitere Meinungen:

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[Rezension] Dein Paradies wächst von Julia von Rein-Hrubesch

[Rezension] Dein Paradies wächst von Julia von Rein-Hrubesch

Von der lieben Julia von Rein-Hrubesch habe ich bereits „Das Flüstern der Pappeln“ gelesen. Schon da mochte ich ihre Art mit Worten zu malen und in wenigen Seiten eine Geschichte zu erzählen, die reichhaltiger ist als manch 600 Seiten Wälzer. Mit „Dein Paradies wächst“ legt sie eine phantastische Erzählung vor, auf die ich mich schon sehr gefreut habe.

Julia von Rein-Hrubesch: Dein Paradies wächst


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  • Titel: Dein Paradies wächst
  • Autorin: Julia von Rein-Hrubesch
  • Verlag: TWENTYSIX
  • Genre: Novelle, Phantastik
  • 60 Seiten, Taschenbuch: 6,99€
  • auf amazon* kaufen

Worum geht’s?
Wir begleiten ein mysteriöses Wesen, der wartet und Leute beobachtet und wartet. Er beobachtet ein junges Mädchen, das fast jeden Tag an den Strand kommt, um aus einem Buch zu lesen. Bald gesellt sich ein herrenloser Hund zu ihr. Beide wissen nicht von dem Beobachter, von den Geheimnissen des anderen und nicht, dass es schon zu spät sein könnte.


 

Meine Meinung:

Wie beschreibt man ein Buch, das gerade mal 60 Seiten hat, ohne zu viel zu verraten? Wie beschreibe ich die vielen Gefühle und Gedanken, die diese Lektüre ausgelöst hat? Binnen einer Zugfahrt hatte ich dieses Geschichte verschlungen. Sie hat nachgehallt.

Ich denke ich beginne damit, wieder Julias wunderbaren Schreibstil hervorzuheben. Ich liebe ihre Art, Geschichten zu erzählen. Mit wenigen präzise gesetzten Worten ein Universum vor dem inneren Auge zu malen. Sätze, die im Gedächtnis bleiben. Sätze, die man mehrmals lesen möchte. Viel zwischen den Zeilen und doch eindeutig.

Die Menschen denken, sie sinken in die Tiefe. Dabei steigen sie hinauf.

Diese Geschichte ist ungewöhnlich, phantastisch und doch vielleicht irgendwo alltäglich. Durch die Augen des mysteriösen Beobachters gehen wir dem Schicksal und dem Leben eines Mädchens auf den Grund. Obwohl wir nur 60 Seiten dafür haben, entsteht ein kleiner Mensch. Ein Leben. Eine Geschichte.

Winziges Wehmütströpfchen sind ein paar Editierfehler, die bei der Endkorrektur wohl durchgeflutscht sind.

Bei dieser Rezension weiß ich wirklich nicht genau, was ich schreiben soll. Die Geschichte hat mich tief berührt, mich bewegt und nachdenklich gemacht. Ich will darüber reden, rätseln und philosophieren. Ich möchte sie nochmal lesen, um nach Details zu suchen, nach Hinweisen, um das Puzzle zu vervollständigen. Ganz klar: Wer eine linear erzählte Geschichte mit klassischen Fantasyelementen lesen will, bei der am Ende alle offenen Fragen geklärt sind, der sollte sich eine andere Lektüre suchen. Denn Julias Geschichte ist anders, besonders.

Auch, wenn die Andeutungen zunehmen, wenn vieles im Nachhinein zusammenpasst, bleiben einige Teile des Bildes weiß. Man fragt sich, was passiert ist. Und als ich das Buch beendet hatte, habe ich mich erstmal verwirrt gefühlt. „Hä?„, dachte ich und wusste trotzdem, dass es schön war. Traurig-schön. Berührend. Aufwühlend. Es war nicht so wirr, dass man es mit Stirnrunzeln zuklappt und sich fragt, was der Autor geraucht hat. Es war bizarr, ungewöhnlich und inspirierend. Eine kreative Art und Weise, eine Geschichte zu erzählen. Eine unvollständige Perspektive.

Mein Fazit:

Du willst eine ungewöhnliche Geschichte, die berührt? Eine Geschichte mit bildhafter Sprache, die nachdenklich und ruhig ist? Ein literarischer Ausflug, der berührt und so ganz anders ist? Dann greife beherzt zu. Man muss sich darauf einlassen können. Mich hat „Dein Paradies wächst“ überrollt wie eine Welle. Ich wurde aufgewühlt und denke immer noch viel über diese 60 Seiten und ihre Bedeutung nach. Das Buch hat mich bewegt und ergriffen. Und es gehört – so seltsam es auch ist – jetzt schon zu meinen Jahresfavoriten. Ich würde mir wünschen, dass viele Leute es lesen. Denn ich möchte mit jemandem über dieses Buch philosophieren können.

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[Rezension] Zeitlose – Doras Erwachen von Eva-Maria Obermann

[Rezension] Zeitlose – Doras Erwachen von Eva-Maria Obermann

Ich respektiere die liebe Eva nicht nur als großartige Autorin und Bloggerkollegin, sondern zähle sie auch als Freundin. Nachdem ich bei einer Leserunde Band 1 der Zeitlose Reihe gelesen hatte, war klar: Ich muss wissen, wie es weitergeht! Das Buch von der lieben Eva übrigens als Rezensionsexemplar geschenkt bekommen, aber leider bin ich erst jetzt dazu gekommen, es zu lesen.
Ob es den ersten Teil übertreffen konnte? Die Leseprobe zum Buch habe ich übrigens anlässlich des Erscheinens vertont.

Eva-Maria Obermann: Zeitlose 2 – Doras Erwachen


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  • Autorin: Eva-Maria Obermann
  • Titel: Zeitlose – Doras Erwachen (Band 2 der Zeitlose Trilogie)
  • Verlag: Schwarzer Drachen Verlag
  • Genre: Urban Fantasy, Romantik
  • 314 Seiten, Taschenbuch: 14,90€ | Ebook: 6,90€
  • auf amazon* anschauen

Worum geht’s?

Dora ist nach den Ereignissen um Nathan, Fiona, Simeon und Nancea aus dem ersten Band sehr verwirrt. Sie weiß nicht mehr, was ihre Träume oder Gefühle sind und wer sie selbst ist. Oder wer sie sein möchte? Mit der Hilfe ihrer besten Freundin Anna und deren Partner Carl, versucht sie ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Doch anstatt von Nancea zu träumen sieht Dora nachts nun die Bilder und Geschichten anderer Frauen, die ebenfalls von Nancea träumten. Und die meisten von ihnen starben eines schrecklichen Todes. Dora spürt, dass es noch nicht vorbei ist und als sie den Mädchen auf den Grund geht, muss sie sich unweigerlich wieder mit Nathan auseinandersetzen. Außerdem steht Oscar vor der Tür und will eine zweite Chance. Unverhoffte Hilfe findet sie in einem kleinen mysteriösen Buchladen in den Gassen Mannheims…


 

Meine Meinung:

Der erste Band endete zwar nicht mit einem fiesen Cliffhanger, aber ich war doch sehr neugierig, wie es weitergeht. Einige Fragen blieben ungeklärt und vor allem Doras Leben war ordentlich durcheinander gewürfelt. Damit hatte sie in der ersten Hälfte auch ordentlich zu kämpfen. Panikattacken, soziale Isolation, depressive Züge – Dora hatte es nicht leicht, doch ihre liebenswerte Mitbewohnerin Anna und deren Freund Carl waren stets an ihrer Seite um Dora aufzubauen.

Nach allem, was Dora durchmachen musste, fiebert man mit ihr und wünscht sich so sehr, dass sich alles zum Guten wendet. Im ersten Teil war ich definitiv für ihren Oscar, doch im zweiten Teil merkte man deutlich, dass er aufdringlich ist und Dora nicht den Freiraum lässt, den sie braucht. Auch Nathan war keine große Hilfe, denn wenn er auftrat, brachten seine Handlungen Dora noch mehr durcheinander.

 

Turbulente Träumerei

Anstatt von Nancea und Simeon zu träumen, wurde Dora nun von anderen Visionen heimgesucht. Körperlich einnehmende und viel zu reale Träume von den Mädchen, die ihr Schicksal teilten und meist eines unglücklichen Todes starben. Mädchen, die es nicht geschafft hatten, Nancae und Simeon zu retten oder loszulassen, die von den Träumen aufgefressen oder in den Wahnsinn getrieben wurden. Dora spürt, dass diese Träume wieder etwas bedeuten, doch sie verschließt sich, will flüchten. Ihre Verletzlichkeit und ihre Erschöpfung wurde hier deutlich, jedoch hat mich in der ersten Hälfte des Buches ihr Unwillen etwas zu verändern, sich Hilfe zu holen (außer von Freundin Anna) oftmals aufseufzen lassen. Sie versank in Gedankenspiralen und Selbstmitleid, sodass es Dora selbst und mir als Leserin irgendwann ein wenig auf die Nerven ging.

Aber sobald Dora über die Schwelle von Elisabeths Buchladen stolperte, nahm das Buch Fahrt auf. Dora erwachte aus ihrer Ohnmacht und begann, endlich wieder zu forschen, zu hinterfragen und zu agieren. Die vielen Offenbarungen und neuen Erkenntnisse, die Entwicklung der Träume und ihrer Bedeutung fand ich total spannend. Immer wieder Erinnerungsschnipsel gemischt mit dem langsame Vortasten – das war superspannend. Dass dabei Doras Privatleben – also Oscar, der um eine zweite Chance bettelte; ihre Freundin Anna und deren Probleme; die Uni – nicht komplett ausgeblendet wurde, fand ich sehr gut und realistisch. Außerdem hat es die Spannung nochmal gekitzelt, wenn Dora nicht weiterforschen konnte, sondern sich anderen Dingen widmen musste.

Das Leben kommt einem eben oft dazwischen.

Das Finale war wiedereinmal grandios konstruiert – wie es sich langsam zugespitzt hat, dann die Offenbarung wie ein Knall und ein Showdown. Das Ende vom zweiten Band ist deutlich fieser als von Band 1. Denn mit all den gewonnen Erkenntnissen und den großen Schritten in die richtige Richtung ist Dora nicht nur erwacht, sondern voll in Aktion. Und das ist einfach nur cool!

Einfach traumhaft!

Evas Schreibstil ist eine angenehme Abwechslung. Sie schafft es gefühlvoll und intensiv zu schreiben, ohne Kitsch und Überdramatisierung. Auch Alltagshandlungen, Essen, Gerüche, Sinneseindrücke webt sie mit Leichtigkeit in die Geschichte ein, zeichnet lebendige Charaktere und Bilder im Kopf.

Während es in Band 1 vor allem um Nancea und Simeon ging, lernen wir in Band 2 die eigentliche Heldin Dora besser kennen. Und ihre Entwicklung ist wirklich großartig. Wie sie ihren Weg geht, sich sucht, zweifelt, liebt und auch mal schlechte Entscheidungen trifft – das fand ich großartig. Aber es wird auch klar, dass die Unterstützung guter Freunde unabdingbar ist. Und solche Freunde wie Anna und Carl kann man sich einfach nur wünschen. Deswegen hat es mich sehr gefreut, dass auch die beiden ihre Zeiten im Buch hatten. Die Probleme und Sorgen der anderen Charaktere gingen nicht unter, auch wenn Dora oft mit sich selbst beschäftigt war. Die innige Zuneigung und das Band der Freundschaft zwischen Anna und Dora wurde deutlich.

Originelle Entwicklungen

Für eine traumhafte Urban Fantasy/Romantasy Geschichte geht „Zeitlose“ neue Pfade. Mannheim und unsere Zeit als Schauplatz sind der Anker, der uns nach den traumhaften Sequenzen daran erinnert, dass wir es hier mit Menschen zu tun haben. Realen Menschen, die lieben, leiden und sterben. Dora ist eine erwachsene Frau mit Zielen, Wünschen, aber auch Verpflichtungen. Die treten keinesfalls in den Hintergrund, nur weil übersinnliche Träume oder Ereignisse sie heimsuchen. Die Arbeits- bzw. Uni-Welt hat nicht so viel Verständnis und lässt nicht so viel Zeit für Nachforschungen und Träumereien. Realistik in einem sonst verträumten Roman. Und soll ich euch was sagen? Das finde ich sehr gut. Viel zu oft läuft Urban Fantasy nach einem Schema ab, dass mit Auftreten den Love Interests oder der Schwierigkeiten alles egal wird – Arbeit, Miete, Essen, Familie, alte Freunde, Wäsche waschen. Nur, weil wir Magie haben, löst sich das Ganze in „Zeitlose“ nicht von Zauberhand auf, sondern bereitet den Charakteren eben zusätzlich Probleme. Diese Prise Realismus macht „Zeitlose“ für mich zu einer erwachsenen und besonderen Reihe.

Wer ungewöhnliche romantische Urban Fantasy Geschichten mit Träumen und Geheimnissen mag, kommt voll auf seine Kosten. Alle Fans von klischeehafter Liebe-auf-den-ersten-Blick und dem linearen Schema von Liebesgeschichten mit viel Fluff, Gepimper und Gesülze sollten lieber die Finger von „Zeitlose 2“ lassen.

Fazit:

Die erste Hälfte war durch Doras innere Konflikte ein klitzekleines Bisschen zäh, aber ab der zweiten Hälfte nahm die Geschichte wie gewohnt Fahrt auf und das rasant. Evas sanfter, malerischer Schreibstil, ihre gefühlvollen und aufmerksamen Beschreibungen machen das Buch zu einem Lesegenuss! Das Ende lässt mich neugierig und aufgekratzt zurück. Ich kann es kaum erwarten, bis Band 3 erscheint!

Weitere Meinungen:

 


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[Rezension] Ich fühle so tief ich kann von Liane Cornelius

[Rezension] Ich fühle so tief ich kann von Liane Cornelius

Ich war ziemlich überrascht, als mich die E-Mail erreichte, in dem mir „Ich fühle so tief ich kann“ von Liane Cornelius als Rezensionsexemplar angeboten wurde. Von der Autorin hatte ich nie zuvor gehört, aber sie hatte sich die Mühe gemacht meinen Blog genau anzusehen und mir eine liebe und persönliche Mail zu schreiben. Außerdem hat Liane mir Zeit gelassen, ihr Buch zu lesen und war nicht ungeduldig und unhöflich. Eine angenehme Abwechslung zu den lieblosen Massenmails à la „Lieber Blogger…“.

Außerdem klang dieses Buch wirklich interessant – ob es mir gefallen hat?

Liane Cornelius – Ich fühle so tief ich kann


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  • Autorin: Liane Cornelius
  • Titel: Ich fühle so tief ich kann (396 Seiten)
  • Genre: Entwicklungsroman
  • BOD, Taschenbuch: 15,99€ | Ebook: 11,99€
  • auf amazon*

 

Worum geht’s?
Liane „Lilly“ ist in der Mitte ihres Lebens angelangt und hat viel mitgemacht. Vier OPs braucht es noch, damit sie wieder schmerzfrei gehen kann. Als Physiotherapeut Andreas in ihr Leben tritt, ahnen beide noch nicht, dass ihre Begegnung weitreiche Folgen haben wird. Liane ist verletzt und hat Angst, fallen gelassen zu werden. Andreas hingegen ist manipulativ, sexsüchtig und eiskalt hinter seiner freundlichen Fassade. Doch der Kontakt der beiden entwickelt sich zu einem tiefgründigen Austausch und sie lernen sich tiefer kennen als ihnen lieb ist.


 

Meine Meinung:

Ich kannte aus der Mail nur den groben Inhalt, den Klappentext und die psychologischen Themen, die im Buch angeschnitten werden. Als ich das Buch dann anfing war ich vom Aufbau und der Geschichte doch recht überrascht. Auch, wenn am Ende der Hinweis kommt, dass alle handelnden Figuren frei erfunden sind, liest es sich wie eine Art Biografie, ein Tagebuch. Denn wir als Leser sind untrennbar mit Lillys Gedanken verbunden, erleben und fühlen durch sie. Der Schreibstil passt dazu und ist persönlich gefärbt und reich an Sinneseindrücken. Das fand ich schön!

Zwischen den Passagen, die ihren schwierigen Alltag behandeln, streuen sich Erinnerungen an ihre Kindheit. Spannend und sehr nah erleben wir, was Lilly mitmachen musste und wie sie die Frau wurde, die sie im Buch ist.

Nach und nach decken wir ihre Gedanken, Gefühle und Narben auf. Während Andreas zuerst unnahbar und irrational erscheint, erreicht die seltsame, beinahe magisch anmutende und ungewöhnliche Beziehung der Beiden tiefe Gefielde. Fast schon phantastisch mutet die telepathische Kommunikation an. Die Gespräche und Liebeleien finden oft nur in Lillys Kopf statt und eine Zeit lang wissen wir nicht, ob sie sich das vielleicht nur einbildet. Schließlich ist Andreas nur selten physisch so ehrlich, so offen und so ruchlos wie seine „Seele“.

Das Cover ist simpel gehalten und sieht ordentlich aus. Ich persönlich hätte die Schrift noch ein bisschen konstrastreicher gemacht. Aber das sind nur Äußerlichkeiten.

An dieser Stelle eine kleine Warnung: Das Buch spricht Themen wie Missbrauch, Suizid und psychische sowie physische Gewalt an.

Wir fühlen wirklich so tief es geht, explorieren und grübeln mit Lilly was mit ihr und Andreas los ist. Als Hobby Psychologen arbeiten wir mit den Bröckchen Interaktion, mit Gesten und wenigen Worten und versuchen herauszufinden, welche Puzzleteile Andreas erklären. Der reale Alltag um Lillys Krankheit wird damit oft zur Oase der Ruhe, aber auch zur Nebensache. Denn sie ist eigentlich glücklich mit Tony verheiratet und Andreas hat seine Freundin Laura.

Außerkörperliche Erfahrung…

Zugegeben, am Anfang wirkte die esoterische, rein geistige Beziehung der Beiden etwas abstrus, absurd auf mich. Zwei Seelenverwandte, die im Geiste miteinander kommunizieren und sich berühren und Gefühle auslösen. Das habe ich nicht erwartet und es hat ein bisschen gebraucht, mich darauf einzulassen. Einfach, weil ich dieses „phantastische“ Element nicht erwartet habe.

Die Beziehung von Andreas und Lilly – generell alle von Andreas‘ Beziehungen – scheinen im Machtgefüge etwas verrutscht, sicher nicht ideal oder gesund zu sein. Aber das stellt die Autorin auch nicht so dar. Es ist klar, dass diese Form der Kommunikation, diese Beziehung etwas Seltsames, Intensives aber auch Belastendes darstellt. Dass es sich um zwei schwer verletzte und traumatisierte Personen handelt, die sich gegenseitig mit seltsamen Methoden versuchen über Wasser zu halten.

Lässt man sich jedoch darauf ein, bekommt man als Leser*in ein spannendes Spiel serviert, ein Ringen und Zerren, ein interessantes Bild zweier Menschen und immer wieder psychologische Anekdoten und Informationen.

Liane Cornelius kann diese Form der Visualisierung wunderbar beschreiben. Wie man z.B. seine „Angst“ als Figur zeichnet und diese in die Ecke des Raumes stellt. Solche gedanklichen Bilder werden oft eingesetzt, um Genesungsprozesse zu unterstützen und komplexe Sachverhalte wie Gefühle greifbarer zu machen. Auch Entspannungsübungen und Traumreisen werden so eingesetzt und man merkt im Buch, dass Liane die richtigen Worte für solche Sachverhalte finden kann.

Wehmutstropfen

Ein größeres Manko für mich war das fehlende(?) Lektorat. Das Buch ist im Selfpublishing bei Book on Demand erschienen und man merkt leider an manchen Stellen, dass kein professionelles, umfassendes Lektorat bzw. Korrektorat stattgefunden hat. Weniger an Rechtschreib- oder Grammatikfehlern („Wochen-Ende“), sondern an Formulierungen oder einzelnen Szenen, die ich nach meinem Empfinden in so einem Durchgang gestrichen hätte. Letztlich hat es den Lesefluss nicht so sehr gestört, aber es ist eben doch hier und da aufgefallen.

Fazit:

Dieses Buch ist definitiv etwas Besonderes und hat mich an vielerlei Stellen überrascht. Wer eine seichte Liebesgeschichte oder Erotikschmonzette sucht, ist hier falsch. Viel mehr geht es mehr um Gefühle, Traumata und die Bewältigung der Erfahrungen. Die Beziehung von Lilly und Andreas ist interessant, manchmal seltsam und erschreckend. Nachdem ich mich auf den „esoterischen“ Austausch der beiden Seelen eingelassen habe, war das Buch spannend und interessant, sehr nah und sehr gefühlvoll. Von mir gibt es deshalb vier Seesterne.

Ein wirklich süßes Extra: Auf der Homepage von Liane könnt ihr einen Test machen, ob das Buch etwas für euch sein könnte! Den Test habe ich erst nach dem Lesen entdeckt, aber mir wurde die Leseprobe empfohlen. Hihihi.

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Höllenkönig von James Abbott

[Rezension] Höllenkönig von James Abbott

Was für ein cooles Cover, was für ein schneidiger Titel, was für eine coole Prämisse! Raubeinige Kerle brechen aus dem Gefängnis aus und stellen das Königreich auf den Kopf. Das musste ich einfach als Rezensionsexemplar anfragen, auch wenn ich bei sehr dicken Fantasyschmökern immer etwas vorsichtig bin (Danke ans Bloggerportal und den penhaligon Verlag). Ob es so höllisch gut war wie erwartet?

James Abobtt – Höllenkönig


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  • Titel: Höllenkönig
  • Autor: James Abbott, aus dem Englischen übersetzt von Ole Johan Christiansen
  • Genre: High Fantasy
  • Verlag: Penhaligon Verlag
  • 601 Seiten, Paperback: 16€, Ebook: 12,99€ | auf amazon* anschauen

Worum geht’s?
Meisterspion Landril sucht im berüchtigten Gefängnis Höllenfeste den Krieger Xavir auf, der als ungekrönter Herr des Knasts hoch oben in den Bergen gilt. Aufgrund seiner blutigen Vergangenheit hat er starke Schuldgefühle und wagte nie einen Ausbruchsversuch. Doch die Kunde von Landril lässt Xavir neuen Willen schöpfen und gemeinsam mit den besten Kriegern aus der Höllenfeste wollen sie den Ausbruch wagen und den despotischen König schützen. Zeitgleich fliehen zwei Hexen aus dem vom König annektierten Zirkel und ihre Wege werden sich bald mit dem der Krieger kreuzen.


Meine Meinung:

Der Prolog war total vielversprechend. Spannende, blutige Schlachten und schwerwiegende Fehlentscheidungen. Das Buch ging sehr gut los und flachte extrem ab. Mit einem kleinen Höhepunkt in der Mitte und danach wieder wenig wirklicher Spannung. Auch das Gefängnis kam mir fast schon zu kurz.

Die 601 Seiten haben sich nicht gezogen – aber richtig gefesselt war ich auch nicht. Der Schreibstil war gut zu lesen, die Beschreibungen toll, die Geschichte voller Potenzial. Aber woran ist es dann gescheitert?

Cool, cooler, Xavir. Naja. Cool, abgebrüht und stark soll unser Protagonist Xavir Argentum ein legendärer Krieger rüberkommen, der eine alte Schuld aus der Vergangenheit mit sich trägt. Hinter der kühlen Fassade brodeln Hass, Rachegelüste und nagende Zweifel. Die halten ihn aber selten davon ab, einen kühlen Kopf zu bewahren und richtig zu handeln. Dabei fährt er durchaus eine grausame Linie – aber alle liebe ihn trotzdem irgendwie dafür. Er ist ja ein legendärer Krieger und seine Schwerter und Kampftechniken sind einsame Spitze!

Wie ihr vielleicht aus diesen oberen Zeilen erahnen könnt, bin ich mit Xavir nicht warm geworden. Zu perfekt, zu Gary Stu, zu intelligent und perfekt hat er gehandelt. Alles, was er anfasste, funktionierte und auch seine tragische Vergangenheit hat nicht wirklich dafür gesorgt, dass wir mit ihm mitfiebern konnten.

Meh…

Das fasst auch den größten Minuspunkt des Buches zusammen: Oberflächliche Charaktere. Zusätzlich läuft fast alles glatt. Jedes Hindernis wird mühelos aus dem Weg geräumt, ab und zu geht ein unwichtiger Nebencharakter drauf, der zumindest einen Namen und eine einzelne Charaktereigenschaft erhalten hat, um den Anschein zu erwecken, er könne wichtig werden. Auch Meisterspion Landril mindert regelmäßig die Spannung, denn er nimmt so viele Informationen vorweg, dass wir in den nächsten Kapiteln oft kaum überrascht sind.

Hinzu kommt bis auf den oben genannten Prolog und einige Kapitel in der Mitte, als es zu General Havinirs Feste geht, ein übermäßiger Einsatz von „Tell“ anstelle von „Show“. Wir bekommen das meiste beiläufig erzählt. Wird in einer Satzhälfte etwas Gruseliges oder Schreckliches angekündigt, wird es in der zweiten Satzhälfte weggewischt.

Gegen Ende wären viele Möglichkeiten für schreckliche Offenbarungen und Nervenkitzel gewesen, stattdessen sind wir als Leser irgendwie außerhalb der Geschichte. Es liest sich wie ein Zeitungsbericht oder ein Artikel und das ist so schade! Denn im Prolog und einigen von Elysias Kapiteln hat es wunderbar geklappt, wir waren mittendrin, bangten und es war nicht sicher, ob alles gut läuft.

Xavir, Landril und Valderon hingegen waren ZU souverän, ZU cool. Ich nehme Xavir den gebrandmarkten und angeschlagenen Krieger nicht ab, er ist zu roboterhaft, lässt sich zu selten von seinen Gefühlen übermannen. Das strategische Vorgehen läuft immer wie geplant und wenn nicht, ist Rettung sofort nahe.

Viel Potenzial, das nicht genutzt wurde

Wir haben coole Stammeskrieger und seltsame Flügelwesen, magisch-mysteriöse Feinde und allerlei Potenzial. Und allzu oft hören wir nur Berichte und Strategien, die aufgehen. Dazwischen sind immer mal Kapitel, die sich wie ein Videospiel à la Witcher oder Dragon Age lesen und Hoffnung machen, dass es endlich brenzlig wird. Und dann fühlt es sich an, als würde man als übermächtiger Charakter am Ende des Spiels auf eine wehrlose Topfpflanze einschlagen. Öde.

Der „Plottwist“ am Ende und das Finale haben mich laut seufzen lassen. Unglaubwürdig, unspektakulär und viel zu mickrig im Vergleich zu anderen Kämpfen und Schlachten im Buch. Dafür, dass wir knapp 550 Seiten darauf hin arbeiten, endlich den tyrannischen König zu stürzen und hinter das Geheimnis der Voldirik zu gelangen, war das einfach zu wenig. Es hätte dramatischer sein können! Stattdessen ist Xavir wieder cool und es gibt kaum Gegenwehr und alles klappt irgendwie und die Verluste sind überschaubar… Menno!

Obwohl Elysia ziemlich cool ist und es vielleicht einen Folgeband gibt, der ihren weiteren Weg beschreibt, weiß ich nicht, ob ich das lesen möchte. Ihre Beziehung zu Xavir war jedoch anders als anfänglich erwartet und das fand ich interessant.

Der Schreibstil, die Ideen und auch der Weltenbau von James Abott sind wirklich super. Auch seine strategischen Schlachten und die Kampfbeschreibungen will ich positiv hervorheben. Der Einsatz von Magie, das Vordringen der verschiedenen Kämpfergruppen – super. Ausgeklügelt wie eine gute Partie Schach.

Aber die Umsetzung ist teilweise so schlecht, dass ich nur mit dem Kopf schütteln möchte. Ich will nicht nur erzählt bekommen, welch grausame Dinge der König und die Voldirik gemacht haben, ich möchte das aus den Augen eines Beteiligten wissen oder mit den Charakteren Stück für Stück aufdecken, welche Grenzen der menschlichen Moral überquert wurden. Nicht ein Nebensatz von so nem namenlosen Boten auf so nem doofen Gaul! Rrrrah. Ich finde es so traurig, wenn gute Grundgerüste an „Show, don’t tell“ scheitern (eine DER Grundregeln für Autor*innen).

 

„Bruchstücke der Statue prasselten auf seine leblose Gestalt herab.“ (S.567)

Ich will lesen, wie die übrigen Kameraden zu ihm eilen und sehen, ob er den Aufprall überlebt hat! Ich will sie schreien und fluchen hören, wenn sie feststellen, dass er tot ist! Nicht so ein Nebensatz für einen Charakter, der immerhin einen Namen hatte. Puh…

 

Und ich will mehr als plakative, vernünftige Charaktere, ich will mehr Schwierigkeiten, mehr Menschlichkeit, mehr Emotion, sonst bleiben es Namen auf dem Papier, die mit dem nächsten Umblättern vergessen sind.

Insgesamt fand ich die Geschichte wirklich nicht schlecht. Selten hat mich ein Buch so zwiegespalten zurück gelassen. Es gibt viele sehr, sehr gute Punkte und auf der anderen Seite der Waagschale sehr schlechte Punkte. Deshalb pendele ich mich in der Mitte bei drei Seesternen ein.

Fazit:

Coole Ideen, epische Schlachten, eine interessante Welt und viel taktisches und strategisches Vorgehen. Was James Abott wirklich fabelhaft ausführt, wird leider durch viele negative Punkte getrübt. Mechanisch wirkende Charaktere, zu viel Erzählen, zu wenig Erleben und ein unspektakuläres Finale verhindern leider, dass das Buch sein volles Potenzial entfaltet und bleibt dadurch eher durchschnittlich.

Weitere Meinungen:

 


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