Bodypositivity statt Bodyshaming

Als Vera von chaoskingdom diese Aktion zum Buch „Dumplin'“ ins Leben rief, konnte ich nicht anders, als mich zu beteiligen. Mir stoßen soziale Ungerechtigkeit, Vorurteile und gegenseitiges Niedermachen auf.

Bodypositivity statt Bodyshaming – warum diese Aktion? Weil ein Buch frisch auf den Markt gekommen ist, dass sich mit diesem Thema auseinander setzt. In der Hoffnung, dass es irgendwann weniger Teenager gibt, die bis ins Erwachsenenalter noch ständig mit ihrem Körper hadern.

 


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Julie Murphy: Dumplin‘

  • Autorin: Julie Murphy
  • Titel: Dumplin‘
  • Verlag: FJB
  • aus dem Englischen übersetzt von Kattrin Stier
  • Hardcover: 18,99€
  • Inhalt: Die 16-jährige Willowdean, Spitzname Dumplin (dt. Knödel) hat sich nie große Gedanken um ihr Gewicht gemacht und ist eine wahre Frohnatur. Doch als sie dem attraktiven Bo begegnet und dieser sie küsst, bekommt sie Zweifel. Ist sie schön genug? Kann man dick und schön gleichzeitig sein? Um ihre Unsicherheiten zu überwinden, nimmt sie an einem Schönheitswettbewerb teil.

 

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Ich fühlte mich unwohl, zu rundlich für einen schicken Kimono. Gerade nebst zierlichen Japanerinnen.

Da ich selbst übergewichtig bin, habe ich leider auch schon Erfahrungen mit Bodyshaming gemacht. Beleidigungen, unsensible Bemerkungen, Kichern und Lästern. Kein fieses Mobbing, keine extremen Angriffe – aber auch diese Kleinigkeiten haben mein Selbstwertgefühl und mein Selbstbewusstsein beeinträchtigt. Ganzkörperfotos? Früher undenkbar für mich! Auch heute fühle ich mich manchmal noch unwohl in meinem Körper. Gerade, wenn ich unter vielen sehr dünnen Menschen bin. Da komme ich mir oft immer noch vor wie eine Elefant.

Ich habe schon einen Beitrag zu dem Thema geschrieben, wie Bodyshaming alle Personen beeinflusst – Dünne wie dicke Personen – und damit versucht, Shaming auszuhebeln und die Mechanismen und angelernten Impulse aufzuzeigen.

 

Heute möchte ich mich aber vor allem auf Bodypositivity (im folgenden mit BP abgekürzt) konzentrieren.

 

Ein wundervolles Beispiel für die Bewegung ist Bodyposipanda, die fröhlich und bunt über das Thema aufklärt. Keine Diäten, kein Selbsthass, sondern eine gesunde Beziehung zu Körper und Nahrung. Das ist für mich das Ziel von Bodypositivity.

Leider gibt es bei vielen Bewegungen, auch bei BP, oft Extreme. Nur fette Körper seien schön, die Gesundheit sei vollkommen egal. Oft kommt auch vor, dass junge Personen sagen, dass sie gesund seien und daher nichts ändern müssen. Aber leider kommen mit dem Alter oft erhebliche Probleme auf extrem übergewichtige oder extrem untergewichtige Personen zu.
Sicherlich ist es nicht an uns – dem Vorbeilaufenden auf der Straße – die Gesundheit einer Person anhand ihrer Körperform zu beurteilen: aber, wenn ein Arzt auf gesundheitliche Risiken hinweist, sollte man das trotz aller Positivity nicht komplett ignorieren.

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Über solche Bilder mit Filter hätte ich früher nicht lachen können.

BP steht für einen guten Umgang mit dem eigenen Körper – ihn nicht verwahrlosen zu lassen. Sich nicht alles Ungesunde hineinzustopfen, aber sich mal ein Stückchen Kuchen zu gönnen. Sich regelmäßig zu bewegen, aber keine Marathons zu laufen, nur um ein Stück Schokolade abzutrainieren. Und vorallem: Die ein oder andere Delle, Unförmigkeit und Rolle zu akzeptieren.

Dass man sich nicht versteckt, sondern die Kleidung anzieht, in der man sich schön und wohl fühlt.

Und heute?

Auch ich muss das manchmal noch üben. Oftmals ziehe ich dann doch eher eine dunkle Hose anstatt eines Kleids oder eines Rocks an, weil ich mich für meine kräftigen Beine schäme. Oder ein langärmeliges Oberteil wegen meiner plumpen Oberarme. WP_20150414_18_51_09_ProDabei werden diese auch durch Muskeln mitgeformt und als früherer Leistungsschwimmer hat man nun mal an Armen und Beinen ausgeprägtere Muskeln. Meine Haut ist immer noch unrein, aber das ist eben so.

Inzwischen bin ich selbstsicherer geworden. Ich freue mich über Komplimente, aber ich brauche keine Bestätigung von außen mehr. Heute kann ich selbstbewusst Kleider tragen und mich wohl fühlen. Ich kann Blobfisch Fotos machen und stolz mein Doppelkinn in die Welt recken. Ich hab aufgehört, mich selbst, mein Aussehen und die Meinung anderer Leute zu ernst zu nehmen. Wie? Das kann ich leider nicht genau sagen. Es war ein Prozess und es gibt viele Tage, an denen ich immer noch zweifle. Aber diese Sorgen überwiegen nicht mehr. Dafür habe ich keine Zeit, bzw. ich räume dem bewusst wenig Zeit ein.

DSC00008Aber ich freue mich, wenn Leute mir sagen, dass ich strahle. Dass meine innere Zufriedenheit nach außen dringt. Ich denke, das ist gemeint, wenn Leute von „innerer Schönheit“ sprechen. Nicht, dass man den besten Charakter auf der Welt hat, aber dass man sich mag, dass man positiv eingestellt ist und das mit seinen Augen auch ausdrückt.  Habe ich mich gerade selbst schön genannt? Und ob! Das muss man sich nämlich öfter mal selbst sagen, damit man es irgendwann auch ein bisschen glauben kann.

Ich möchte das Buch „Dumplin'“ auf jeden Fall noch lesen und freue mich, dass eine moppelige Protagonistin es in ein Jugendbuch geschafft hat und hoffe, dass es eine positive Botschaft in die Welt hinaus trägt. Habt ihr auch Lust mitzumachen? Dann schaut auf jeden Fall bei Veras Originalbeitrag vorbei. Für die Teilnahme gibt es nämlich auch was zu gewinnen.

~Ich habe das Buch bereits und möchte nicht in den Gewinnspiel-Lostopf~

Weitere Personen haben sich der Aktion angeschlossen, sich geöffnet und über ihre Erfahrungen gesprochen:

 

Wie geht es euch? Habt ihr in eurer Jugend auch extrem an euch gezweifelt? Tut ihr es immer noch?

Tüdelü, Babsi

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Deine innere Schönheit kann ich nach einer offline-Begegnung mit dir nur zustimmen – aber so wirkst du auch im Internet! Ich finde es wundervoll das du so ehrlich darüber sprichst, das wird Mut erfordert haben! Aber auch äußerlich schaut man dich gerne an 😉 Du bist ein kleiner Honigkuchen, weil du einfach so offen in die Welt gehst und eine sehr positive Ausstrahlung hast! Klingt jetzt bestimmt doof, aber ich mag dich genauso wie du bist: innen wie außen ;-*

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