Schlagwort: Schreiben

Wie werde ich eigentlich Autor*in?

Wie werde ich eigentlich Autor*in?

Wie werde ich eigentlich Autor*in?

Wie wird man eigentlich Autor*in? Habt ihr euch die Frage jemals gestellt?

Genau darüber spreche ich in meinem neusten Video:

In Filmen setzen sich verkappte Genies oft einfach abends an die Schreibmaschine, getrieben von einer krass-genialen Idee. Sie tippen die Nacht durch und zack, am nächsten Morgen ist das Buch fertig. Man ahnt zwar, dass das in der Realität anders abläuft, aber so ganz genau wissen es viele wohl nicht.

Dass viel Arbeit, Frustrationstoleranz und Ausdauer gefragt ist, scheinen viele unter den Teppich zu kehren. Jung-Autor*innen, die ihr erstes Manuskript fertig haben, geben sich gerne der Illusion hin, dass die Veröffentlichung jetzt ein Klacks wird, wenn man mal fertig ist.

Mein „Baby“ Save Our Souls ist seit geraumer Zeit fertig, war schon bei den Testleser*innen und trotzdem ist noch keine VÖ in Sichtweite. Bin ich dann überhaupt schon Autorin?

Ich bin schließlich auch Mitglied im Nornennetz, einem Netzwerk für Phantastikautorinnen. Ich lese bei 9lesen aus meinen Werken. Und quatsche im Heldenreise Podcast über meinen Weg als Autorin.

Also ja, ich sehe mich schon als Autorin! Was denkt ihr darüber? Wann ist für euch jemand Autor*in?

Wenn ihr Lust auf weitere Beiträge rund um das Thema Schreiben habt, dann schreibt es in die Kommentare!

Tüdelü, eure Babsi

Benefiz Anthologie – Entzünde den Funken

Benefiz Anthologie – Entzünde den Funken

Benefiz Anthologie – Entzünde den Funken

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Aaaah es ist soweit! Die Benefiz Anthologie „Entzünde den Funken“ von Siiri Saunders und Adrian R. Stiller ist erschienen. Mit darin: meine Geschichte.

Ich bin immer noch ganz baff, dass das so flott ging. Und dass meine Geschichte um Psychologin Julia auch auf dem Klappentext geteasert wird. Mein Exemplar trudelt bestimmt die Tage bei mir ein, damit ich all die tollen anderen Geschichten lesen darf. Die Druckfahne sah auf jeden Fall schon richtig schön aus. Mit dem Kauf der Anthologie spendet ihr übrigens an soziale Projekte in Deutschland.

Das Erscheinen ist aber auch euch zu verdanken, schließlich konnte dank euch das Crowdfunding und somit Lektorat, Korrektorat und Coverdesign finanziert werden.

Wer sich die Geschichte um die Entstehung des Buches durchlesen möchte, kann auf der Website der Anthologie nachlesen.

Über diesen Link gelangt ihr zum twentysix Shop, wo ihr das Buch als Paperback oder Ebook kaufen könnt.

  • Herausgeber: Siiri Saunders und Adrian R. Stiller
  • Titel: Entzünde den Funken
  • Benefiz Anthologie, verschiedene Genres
  • Enthaltene Geschichten:
    15x All Age, 8x ältere Teenager/Erwachsene, 2x ab 9 Jahren, 5 Gedichte
  • Autor*innen: A.M. Harries, Adrian Richard Stiller, Alexa Znih, Andrea Kerstinger, Anna Kleve, Anne Zandt, Barbara Weiß, Birgit Letsch, Constanzia Norström, Jana Schikorra, Jessica July, Jule Reichert, June Is, Katharina Rauh, Laura Nieland, Mia Schulz, Michaela Ofitsch, Nina E. Christ, Patrick Kaltwasser, Sandy Mercier, Siiri Saunders

 

 

Babsi im Norden (Das erste Literaturcamp Hamburg)

Babsi im Norden (Das erste Literaturcamp Hamburg)

Babsi im Norden (Das erste Literaturcamp Hamburg)

Vor 2018 war ich noch nie in Hamburg! Ich war zwar schon in Fernost unterwegs, aber zuvor bin ich nie nördlicher gereist als Berlin. Eine wunderbare Gelegenheit, um das zu ändern war das erste Literaturcamp in Hamburg! Ich durfte bei Organisatorin Mareike (crowandkraken) und ihrem niedlichen Kater Loki nächtigen.

Ich könnte euch natürlich erzählen, wie schön alles war – Aber die Bilder und Eindrücke habe ich in einem Video zusammengeschnibbelt, damit ihr euch selbst einen Eindruck machen könnt.

Hoch oben im Norden

Für mich ging es dank früher Buchung im ICE in der ersten Klasse, knapp sechs Stunden, direkt von Bamberg bis nach Hamburg. Die Hinfahrt verlief angenehm und ruhig (Die Rückfahrt nicht, aber da war es nicht mehr so wichtig). Mareike und Nadine (Epilogues Blog) holten mich vom Bahnhof ab und gemeinsam machten wir es uns in Mareikes Butze gemütlich. Ich packte meinen Koffer aus, denn ich hatte Gastgeschenke mitgebracht – hauptsächlich für Kater Loki. Abends holten wir Vanessa (biblometasia) vom Bahnhof ab und machten es uns mit Tiefkühlpizza auf dem Sofa gemütlich.

Freitag

Da Mareike super früh rausmusste, haben Vanessa und ich zum Frühstück die Literakingdom WG von Bianca und Vera besucht, in der Jen zu Gast war. Nach Franzbrötchen, Kaffee und Nagellack ging es ab zum Aufbau! Ich hab an der Stelle einen kleinen Ausflug zum Bahnhof gemacht, um mich mit der wundervollen LaNoireSakura auf einen Kaffee zu treffen. Am liebsten hätte ich noch den ganzen Tag mit ihr gequatscht, aber ihr Zug fuhr und ich wollte zum Aufbau und mitanpacken.

Typisch Blobfisch…

Bin ich zwar an der richtigen Haltestelle ausgestiegen, aber zur falschen Kirche gelaufen. Also bin ich ein bisschen durch Hamburg geirrt, hab ein paar Fotos geknipst und als ich endlich an der Location ankam, war nicht mehr viel zu tun. Ups.

Das Litcamp fand in der Sankt Katharinen Kirche statt. Die Eröffnungssession direkt im Hauptschiff der Kirche, das Buntglasfenster vor Augen und die Orgel im Rücken. Das hatte schon was – auch wenn durch die besondere Örtlichkeit leider nicht alle Räume barrierfrei oder technisch ausgestattet waren.

Ein großes Plus war definitiv das „Awareness Team“ – falls sich jemand auf dem Litcamp angegriffen oder diskriminiert fühlte, bestand jederzeit die Möglichkeit über ein Nottelefon anzurufen. Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Diskriminierung hatten so keinen Platz. Glücklicherweise kam es zu keinen solchen Vorkommnissen, wofür alle Teilnehmer*innen nochmal gelobt werden sollten.

Samstag

Samstag hieß es: Früh aufstehen, damit wir pünktlich zum Frühstück frischen Kaffee abbekamen. Über Kaffee, Verpflegung in Form von Snacks, Brötchen, Obst und Kuchen, musste man sich keinerlei Gedanken machen, denn das Buffet war jederzeit prall gefüllt. Gestärkt und nervös ging es dann zur großen Eröffnungssession, der Vorstellungsrunde und der Sessionplanung. Gemeinsam mit Jen (Jenlovetoread) würde ich eine Session über „Aktives Zuhören & Gewaltfreie Kommunikation“ halten. Der Plan quillte über von verschiedensten Ideen und interessanten Themen. Und so hatte man die Qual der Wahl… Die genauen Session-Titel habe ich übrigens vergessen, weil ich das Gedächtnis eines Goldfisches hab. Blubb.

Session 1: Sketchnotes & Gemeinsam Schreiben

Hier habe ich ein bisschen gemogelt und bin als Barbarazzi durch die Hallen geschlichen. Ich habe den Anfang und das Ende von Anias Sketchnotes Session gehört und den Großteil bei Anne Zandt „Gemeinsam Schreiben“ gelauscht. Gemeinsam Schreiben ist durchaus eine Herausforderung. Manchmal aufwändiger als alleine und doch teilt sich die Arbeit auf, denn vier Augen sehen mehr als zwei. Dann gab es auch schon Mittagessen!

Session 2: Literaturagenturen

Die zweite Session hat mich brennden interessiert, denn es ging um Literaturagenturen. Kristina Langenbuch erzählte von den Abläufen hinter den Kulissen, den Schwierigkeiten und den Vorteilen einer Literaturagentur. Man sollte immer darauf achten, was die Agenturen im Exposé wollen, ob sie gerade Aufnahmestopp haben und es schadet nicht, wenn man bereits eigene Fans und Follower mitbringt – am Ende entscheidet aber trotzdem die Qualität des Manuskripts. Im Idealfall gibt es eine Auktion und der Text wird verschiedenen Verlagen angeboten, die sich darum streiten, wer veröffentlichen darf. Das letzte Wort hierbei, hat aber immer der*die Autor*in.

Session 3: Make Rezensionen great again

Buchblogger*innen, die sich Statistiken anschauen, wissen es vermutlich bereits. Rezensionen werden nicht so gut geklickt wie andere Beiträge. Aber warum? In der Runde wurde öffentlich über verschiedene Vorliebe, Objektivität und Subjektivität gesprochen. Fazit: Langfristig führen Rezensionen Besucher*innen auf den Blog. Wichtiger als Stilanalyse oder Länge, ist der persönliche Eindruck und die Gefühle, die das Buch in einem ausgelöst haben.

Session 4: Wie Autor*innen und Bloger*innen besser zusammenarbeiten können

Bei Autor Leon Sachs gab es wieder eine Diskussionsrunde, inklusive Brainstorming. Wie können Autor*innen und Blogger*innen besser zusammenarbeiten. Natürlich die Basics: Keine Massenmails, ehrliches Interesse, Vorab-Recherche (Welches Genre?) und zeitliche Flexibilität. Gleichzeitig die Ermutigung auch Blogtouren oder Interviews mit den Charakteren anzuregen, fernab von simplen „Buch gegen Rezension“.

Session 5: Aktives Zuhören & Gewaltfreie Kommunikation

Für mich gibt es nichts Schlimmeres als wenn Charaktere in Büchern nicht miteinander sprechen. GRAH! Dabei gibt es so viel, was in der normalen Kommunikation schiefgehen kann. Jen und ich erzählten daher etwas übers aktive Zuhören und die gewaltfreie Kommunikation. Da das ganze sehr spontan war und ich zumindest ziemlich müde, weiß ich gar nicht mehr so genau, was ich alles gesagt habe. Gefühlt habe ich mal wieder alle an die Wand geschwafelt, aber Kia hat da doch eine ganz ordentliches Sketchnote hinbekommen:

Der erste Tag war geschafft! Wir sind auf der Suche nach Essbarem zu einem Croque Restaurant gefahren. Auf dem Rückweg sind Janna und ich allerdings in die falsche S-Bahn gestiegen, mussten rennen und haben es gerade so noch zur Lesung von Magret Kindermann geschafft.

Sonntag

Nachdem wir Sonntag mit Mareike bis zum bitteren Ende geblieben sind, um alles für den Sonntag vorzubereiten, sind wir morgens zombiemäßig aus dem Bett gekrabbelt. Kaffee und Concealer übernahmen das Nötige und das Serotonin vom Vortag half dabei, wieder fit zu werden.

Session 1: Pause

Ich war immer noch hundemüde. Mich haben alle Sessions interessiert, aber letztlich habe ich in der Küche Stellung gehalten, ganz tief in meinen Kaffee geschaut und Energie für die kommenden Sessions getankt. Zwar hatte ich schon lange keine depressive Phase mehr, aber ich merke, wie leicht erschöpfbar ich immer noch bin. Ich habe gelernt, auf mich selbst Rücksicht zu nehmen und eben Pause zu machen, mir Ruhe zu gönnen, wenn ich diese brauche.

Session 2: Repräsentation in der Literatur

Damals auf dem Litcamp Heidelberg habe ich die spannende Session von Laura, Kira und Alisha verpasst – nicht dieses Mal. Zuerst erklärten diese drei wunderbaren Menschen die Basics – was ist Repräsentation, warum ist es wichtig own voices zu hören und warum brauchen wir mehr Repräsentation? Daraus entwickelte sich eine angeregte Diskussion.

Session 3: Psychologie – wie, wo, was?

Auf Nachfrage habe ich meine Session vom Litcamp Heidelberg 2018 zum Thema „Psychische Erkrankungen: Realität vs. Literatur“ wiederholt. Ich hatte sogar meine Notizen dabei und habe einige Dinge erzählt, die ich in Heidelberg zeitlich nicht mehr unterbekommen habe. Zum Beispiel die erschreckende Tatsache, dass Homosexualität erst seit 1991 nicht mehr offiziell als psychische Erkrankung in den Handbüchern steht. Genau nachlesen könnt ihr das alles *hier*.

Session 4: Tropenkrankheiten

Mareikes Mama ist einfach cool, weil sie Mareike großgezogen hat. Außerdem hat sie Kuchen gebacken. Unendlich viel Kuchen. Und sie hat in ihrer Session aus dem Nähkästchen über tropische Krankheiten gesprochen. Von Lepra, Malaria, Cholera bis hin zum Loa Loa und zum Medinawurm. Richtig schön eklig und unfassbar spannend!

 

Abschlussession

Besonders schön fand ich, dass Mareike sich Zeit genommen hat allen Beteiligten zu danken. Wirklich allen. Es sorgte für viel Applaus, gute Laune und hat einem nochmal vor Augen gehalten, was hinter den Kulissen alles passiert, damit so ein Event reibungslos über die Bühne geht.

Litcamp Blues

Schnief! Das Schlimmste am Litcamp ist, dass es viel zu schnell vorbeigeht. Man hat nie genug Zeit, all die Sessions zu sehen, die man anschauen will. Kann nie ausgiebig genug mit allen kuscheln und quatschen. Und die Stadt anschauen, naja, dafür hängt man am besten nochmal zwei Tage extra dran!

Obwohl das Wochenende anstrengend war, voller Informationen, Input und minus einen Batzen Schlaf – ich könnte das öfter machen. Zum Glück gibt es im Frühjahr schon wieder ein Literaturcamp in Heidelberg!

Am meisten vermisse ich wohl Mareike, Loki und die ganzen lieben Buchmenschen. Es ist so ein harmonisches Miteinander, ein buntes, kreatives Gewusel voller Nerdigkeit. Und gleichzeitig anspruchsvoll und lehrreich. So einen Mix bekommen wohl nur die wenigsten hin.

 

Ich ziehe meinen Hut vor der wunderbaren Organisation, den lieben Leuten und einem grandiosen 1. Litcamp Hamburg!
Dankeschön!


Weitere Rückblicke:

Zu den einzelnen Sessions:

Weißkittelphobie? Ärzte und Psychiater in der Literatur

Weißkittelphobie? Ärzte und Psychiater in der Literatur

Weißkittelphobie? Ärzte und Psychiater in der Literatur

 

Da ich selbst Psychologie studiere und Psychotherapeutin werden will, kämpfe ich nicht nur gegen die hartnäckigen Vorurteile rund um psychische Erkrankungen, sondern auch gegen die Vorbehalten gegenüber Psycholog*innen, Psychiater*innen und Ärzt*innen. Mit der „Weißkittelphobie“, genauer gesagt dem „Weißkittelsyndrom“, gibt es sogar den wissenschaftlichen Beweis, dass allein das charakteristische Kleidungsstück den Blutdruck höher treiben kann. Da muss der Onkel Doktor noch nicht mal die Spritze zücken, damit es den Patient*innen Angst und Bange wird.

Zahnarztbesuche – unangenehm, für manche Leute ist der jährliche Kontrolltermin mit Panikattacken verbunden oder nur in Begleitung oder Vollnarkose auszuhalten. Viele Menschen meiden Krankenhäuser, Arztpraxen wirken seltsam steril und die gelegentlichen Schreie und Horrorgeschichten über die lokale „Irrenanstalt“ sorgen für den Rest.

Warum verspüren wir Angst oder Unbehagen?

Einerseits hat es etwas mit dem Beruf an sich zu tun. Krankheiten, Tod, Blut, Verletzungen, Leidensgeschichten. Was Ärzte und Pflegepersonal tagtäglich mitansehen müssen, strapaziert die Nerven. Es sind Schicksale, die mit dem Krankenwagen eingeliefert werden, Schicksale, die stundenlang in Notoperationen zusammegeflickt werden und Schicksale, die mit niederschmetternden Diagnosen klarkommen müssen. Anders als bei einem Friedhof – wo der Drops gelutscht, der Frieden wiederhergestellt ist – geht im Krankenhaus das Leben ab. Der Kampf, das Drama, all die Gefühle. So etwas färbt einen Ort sicherlich.

Damit die Behandlung gut läuft, müssen die Arbeitenden auch abliefern. Mit kühlem Kopf, professionell und sauber Arbeiten. Blutbad beseitigen, Leiche weg, nächster Patient. Diese Hektik, der Prozess und die fehlende Zeit für Wehklagen, Trauer oder Wut wirkt befremdlich. Dabei ist es eine der größten Leistungen von Pflegepersonal und Ärzt*innen! Gefühle eben aufzuschieben und nicht zu heulen, während man den nächsten Patient behandeln muss. Gefühle aufschieben, nicht wegschieben.

Trotzdem hat es etwas Gruseliges, dieser präzise getaktete Ablauf eines Krankenhauses. Die sterile, unpersönliche Fassade.

Macht und Hilflosigkeit

Wie viele andere Ängste auch, fürchten wir Menschen vor allem, was wir nicht beeinflussen und kontrollieren können. Unsere Gesundheit, unser Todeszeitpunk. Wir können vieles zur Prävention oder Vorbeugung tun, aber Schicksalsschläge kommen aus dem Nichts. Als Behandelnde haben Ärzt*innen und Kolleg*innen jedoch Wissen, Mittel und demnach auch Macht, diese zu beeinflussen. Unser Wohlbefinden, unser Leben, liegt buchstäblich in ihren Händen.

Sie haben (scheinbar) die Macht uns umzubringen, unseren Tod zu vertuschen, uns für unzurechnungsfähig zu erklären und in die Klapse einzuweisen. Wem glaubt man im Zweifelsfall eher? Dem weißen Kittel.

Mit diesem Motiv habe ich tatsächlich auch in meinem eigenen Projekt „Save Our Souls“ gespielt. Als Kind ist Victoria in einer Klinik den Psychiatern, die übermenschliche Fähigkeiten erforschen und züchten wollen, hilflos ausgeliefert. Dabei wollte ich eigentlich vermeiden, ein so negatives Bild von Kliniken zu zeichnen! Deshalb habe ich auch einen Gegenpol eingebaut, denn Victoria gelingt es nur mit der Hilfe einer fähigen Psychologin ihr Traum zu bewältigen. Das ganze spielt lange vor den Ereignissen meiner Bücher. Gilt das als Spoiler? Ups!

Little Albert, Milgram, Stanford Prison Experiment, die Stoffmamas etc.

Gerade die Psychologie kann sich nicht mit Ruhm bekleckern, so sind doch einige der berühmtesten Experimente mindestens moralisch bedenklich. So wurde am jungen Albert die Entstehung von Angsterkrankungen untersucht, indem man ihm die Angst vor Nagetieren ankonditionierte (Watson & Rayner, 1920).

Harlow untersuchte bei Affenbabys das Bindungsverhalten, indem die Präferenz für eine Stoffmutter oder eine Drahtmutter getestet wurde. Auch, wenn es die Nahrung bei der Drahtmutter gab, kuschelten sich die Affen an die Stoffmutter – was beweist, dass die Bindung eines Kindes an seine Mutter eben nicht nur durch die Versorgung mit Nahrung begründbar ist. Eine wichtige Erkenntnis, die viele Äffchen traumatisiert oder sogar tot zurückgelassen hat (Harlow, 1957). Tierexperimente sind leider auch in der Psychologie immer noch häufig.

Ebenso berüchtigt sind das Stanford Prison Experiment (Zimbardo, 1971), indem Probanden in „Wächter“ und „Insassen“ aufgeteilt wurden oder das Milgram Experiment(Milgram, 1961), in dem Probanden Elektroschocks verteilen sollten. Beide setzten sich mit dem Einfluss von Macht und Authorität auseinander und sorgten neben interessanten Erkenntnissen glücklicherweise auch für Richtlinien für psychologische Studien.

Beispiele aus Literatur & Medien

 

Psychiatrie-Horror

Die zweite Staffel American Horror Story „Asylum“ spielt in einer Anstalt in den 50er-60er Jahren, wo die Behandlung von psychischen Erkrankungen noch nicht sehr weit entwickelt und teils sehr rabiat war. Sowohl die Behandlungsformen (Elektroschocks, Schläge mit dem Gürtel, Drogen, Lobotomie) als auch die Ärzte und behandelnden Nonnen sind grauenhafte Albtraumgestalten. Sie benutzen ihre Macht, um Insassen zu quälen und zu züchtigen. Heilung? Liebe? Respekt? Fehlanzeige!

Hannibal Lecter, der wohl bekannteste Kannibale, ist/war von Beruf Psychiater, der seinen Beruf und seine Expertise benutzt hat, um sich sein täglich „Brot“ zu verdienen.

Auch in Filmen wie „Verrückt“ mit Wynona Ryder und Angelina Jolie oder „Einer flog übers Kuckucksnest“ mit Jack Nicholson sieht der Psychiatrie Alltag ziemlich chaotisch und düster aus. Lichtblicke gibt es bei „Veronica beschließt zu sterben“ von Paulo Coelho.

Die traurige Wahrheit ist, dass es in den frühen Zeiten der Psychiatrie oft harsch zu ging – weil man es einfach nicht besser wusste. „Verrückte“ waren Ausgestoßene, die ruhiggestellt werden sollten. Es gab kaum Gesprächstherapie, kaum Verständnis und dennoch waren die meisten Behandler*innen wohl keine Horrorgestalten. Dennoch prägen diese teilweise wahren Begebenheiten die Folklore und dienen gerne als Motiv für Gruselgeschichten, Horrorfilme und -videospiele.

Dr. Harleen Frances Quinzel

Harleen Quinnzel behandelte den Joker, verliebte sich und wurde ihm zuliebe zur berüchtigten Harley Quinn. Je nach Comic-, Serien oder Filmadaption wird „ihre Entstehung“ anders beschrieben. In „Suicide Squad“ springt sie für den Joker in einen Bottich mit Chemikalien, ein ander Mal erhält sie ihre besonderen Kräfte durch ein Serum von Poison Ivy. Sie ist eher für ihre Person bekannt, als ihre Funktion als Psychiaterin. Dennoch verhilft sie dem größten Feind Batmans zur Flucht, indem sie ihre Position ausnutzt.

Dr. House

Dr. House ist ein unkonventioneller, ruppiger, aber brillianter Zeitgenosse aus der gleichnamigen Serie. Er ist durchaus ein Antiheld, durch seine schräge und direkte Art und seinen Medikamentenabusus. Zudem ist er auch in zwischenmenschlichen Beziehungen sehr manipulativ und lässt sich nicht gerne helfen. Dennoch würden sich viele von seinen Kollegen und auch wir als Zuschauer*innen in seine Behandlung begeben, mit dem Wissen, dass er die größten Chancen hat, uns zu heilen.

Dr. Malcolm Cowe

Gespielt von Bruce Willis in „The Sixth Sense“ ist Dr. Malcolm Cowe ein engagierter und liebevoller Kinderpsychologie, der sich um den jungen Cole kümmert, der angeblich Geister sehen kann. Während sein eigenes Leben aus den Fugen gerät, gelingt es ihm zumindest, Cole zu unterstützen.

Kriminalromane & Thriller

Kay Scarpetta ist Ärztin und Forensikerin und ermittelt in den Büchern von Patricia Cornwell. Sie ist perfektionistisch und diszipliniert, arbeitet für das Gute. Ihr scharfer Verstand und ihr kühler Kopf helfen ihr bei der Lösung von Kriminalfällen und machen sie zu einer spannenden Heldin.

In Sebastian Fitzeks Büchern tummeln sich allerlei Ärzte und Psychiater. So ist in „Das Paket“ Psychiaterin Emma Stein das traumatisierte Opfer, Dr. Roth hingegen kühl und berechnend. Psychologische Themen sind spannend und dienen vielen (Krimi-)Autor*innen als Motiv. Es wird mit Wahrnehmung, Fiktion und Realität gespielt und eben dem Machtmotiv. Wenn selbst Fachfrauen wie Dr. Emma Stein sich unsicher sind, ob es eine Halluzination oder echt ist, wie sollen wir das dann als Leser*in wissen? Das sorgt für Hochspannung!

Meine Beobachtung:

Während Ärzt*innen oftmals auch eine Heldenrolle einnehmen, sind Psychiater*innen und Psycholog*innen oftmals entweder böse oder zumindest unfähig. „Gute“ Psychiater*innen und Psycholog*innen sind zumindest in den populären Werken noch selten. Trotzdem haben auch Ärzt*innen noch ein Imageproblem: Hyperintelligent, sozial eher nicht so kompetent, oft abhängig von Medikamenten oder Drogen.

Während bei Ärzt*innen der Berufsalltag durchaus im Vordergrund stehen kann, geht es bei Psycho-Docs eher um Geheimnisse, Kriminalfälle oder gestörte Wahrnehmungen. Die Narrative gleichen sich, aber Geschichten um psychische Gesundheit werden oft düsterer und hoffnungsloser gezeichnet. Ich mache mir jedenfalls öfter Gedanken über dieses Thema und die Repräsentation in den Medien. Auch deshalb sind mir Bücher wie die von Irvin D. Yalom oder Lena Kuhlmann wichtig. Deshalb liegen mir Blogbeiträge und Infos zu „meinem“ zukünftigen Beruf so am Herzen. Um zu zeigen, dass es eben nicht nur düster-manipulative Quacksalber*innen gibt.

Was denkt ihr zu diesem Thema? Habt ihr andere Beispiele?


Beitragsbild Piron Guillaume // andere Bilder von Unsplash

Wie läuft’s eigentlich mit dem Schreiben?

Wie läuft’s eigentlich mit dem Schreiben?

Ja, Babsi: Wie läuft’s eigentlich mit dem Schreiben?

Ich gehöre zu der Sorte von Autoren, die gerne im stillen Kämmerchen schreiben. Einerseits, weil ich kaum plotte und sich viel im Prozess entwickelt und andererseits weil ich gar nicht so gerne über meine Projekte rede.

Irgendwie habe ich wohl Angst die Leute nerven zu können, wenn ich mal loslege und meine komplexe Welt und die Verbindungen erkläre. Denn wenn ich Projekt Save Our Souls runterbreche, klingt es denkbar unspektakulär: „Medium und Teufel arbeiten zusammen, um seelenfressendes Biest in der Hölle zu versiegeln. Dabei begegnen sie mächtigen Geistern, alten Geheimnissen und lernen, welche Kraft eine Seele wirklich hat.“

Wenn ich dann noch erwähne, dass Nero und Victoria ein bisschen miteinander anbändeln, klingt es wie eine 0815 Urban Fantasy Geschichte. Und genau das wollte ich eigentlich beim Schreiben nie. Ich habe viele Elemente eingebaut, viele Charaktere und bewusst Klischees gedreht oder aufs Korn genommen. Ohne viel zu spoilern, kommt das aber oft nicht raus.

Wie steht es also aktuell um „mein Baby“? Schließlich habe ich es beendet und Testleserfeedback eingeholt und dieses auch eingearbeitet.

Nun ja, es dümpelt so vor sich hin. Das Exposé und eine Leseprobe liegen aktuell bei zwei Verlagen vor und ich warte noch geduldig auf eine Antwort. Nebenbei werkele ich an einer Fortsetzung. Ursprünglich war Projekt Save Our Souls nämlich als Trilogie angedacht. Inzwischen könnte ich mir auch vorstellen, dass es mit dem zweiten Band beendet sein wird. Je nachdem ob ich alles, was ich erzählen will, unterbringe.

Die Welt, in der es spielt, ist so groß und lebendig in meinem Kopf, dass ich allerlei Novellen und Kurzgeschichten dazu schreiben könnte. Aber in meinem Herzen fühlt es sich noch falsch an, diese aufzuschreiben. Victorias Geschichte ist so viel lauter und dringlicher. Die möchte ich auf jeden Fall fertig erzählen, bevor ich mich weiter in diesem Universum austobe.

Außerdem habe ich neulich eine Commission in Auftrag gegeben und die liebe AoiShi Art hat meine Victoria gezeichnet. Sie sieht richtig cool und erwachsen aus!

Nebenbei schreibe ich aber trotzdem und lasse nicht alles pausieren.

Ich fange gerne Geschichten an

Leserfeedback ist eine gute Möglichkeit mir in den Hintern zu treten. Deswegen habe ich meine maritime Fantasy Geschichte „Der Horizont hinter den Wellen“ auf Sweek veröffentlicht. Früher habe ich viel mehr Fanfictions und damit kapitelweise geschrieben, das hat Spaß gemacht und war recht ergiebig. Im Gegensatz zu meinem Herzensprojekt Save Our Souls bin ich da auch weniger perfektionistisch. Nicht, dass ich nicht kritisch überarbeite und rumfeile, aber es fällt mir leichter ein Kapitel stehen zu lassen, auch wenn ich nicht zu 100% zufrieden damit bin. Zusätzlich warten die Leser*innen, sodass ich auch einfach vorankommen möchte.

Ich wollte schon ganz lange eine Fantasy Geschichte mit einer Meerjungfrau erzählen.

Mavi ist zur Hälfte Meerjungfrau und schleicht sich an Bord des Piratenschiffes von Kapitän Tayon, um dem besessenen Marinearzt Wayland zu entkommen.
Halbblüter wie sie überleben eigentlich nicht lange, weswegen sie eine Rarität unter Forschern und Sammlern ist. Tayon ist ganz angetan von Mavi, doch das gilt nicht für alle Crewmitglieder. Und Wayland ist ihr nach wie vor auf den Fersen.

Mavi ist nicht die Meerjungfrau, die ich erwartet habe, aber eine, die ich verdient habe. Haha! Sie ist eher zurückgezogen und düster, zwiegespalten und misstrauisch. Sie ist noch etwas blass in meinem Kopf, aber für diese Geschichte ist sie die passende Meerjungfrau. Wayland als Bösewicht macht aber unglaublich viel Spaß. Er ist ein Forscher, ein Sammler und regelrecht besessen von Mavi. Er möchte ihr nicht wehtun, aber sie einsperren und für sich haben und naja… ich stelle es mir ziemlich eklig vor, wenn er mit ihr alleine ist. Tayon ist eine absolut Frohnatur und ein ziemlicher Charmeur, aber auch eine gute Seele. Dennoch hat er eine dunkle Vergangenheit und einige Geheimnisse und ich hoffe, es gelingt mir, ihn vielschichtig zu zeichnen.

Damit nehme ich übrigens am #SchreibmitDarkDiamonds Wettbewerb teil – die 30 Geschichten mit den meisten Likes, kommen auf die Shortlist.

Wie viele Meerjungfrauen hast du denn, Babsi?

Einige! Es blubbern in meiner Ideenmappe so einige Fischwesen vor sich hin. Tragisch-boshafte Sirenen und verspielte Bad Ass Nixen. Aber Mavis und Tayons Plot hat sich für eine kapitelweise Veröffentlichung angeboten, da die Geschichte an sich recht einfach gestrickt ist. Einfacher als meine tragisch-boshafte Sirene, die doch noch einiges an Vorab-Plotten und logischen Kausalketten braucht.

Und dann gibt es da noch diese Fantasy-Idee, die nichts mit Meerjungfrauen zu tun hat, obwohl die erste Szene im Wasser spielt.

Sie ist emotional, auf eine seltsame metaphorische Ebene sehr persönlich und interessanterweise extrem bildlastig. Ich weiß gar nicht, ob es ein Traum war oder vor dem Einschlafen ein Grundgedanke, jedenfalls musste ich diese Szene zeichnen. Ich wünschte, ich könnte so stabil und gut zeichnen, um das ganze als Comic oder Graphic Novel zu verpacken. Mal sehen. Jedenfalls gibt es einige Bilder bei dieser Geschichte, die ich definitiv malen möchte.

Die Charaktere haben noch keinen Namen und es gibt nur einen ganz groben Plot, aber ich weiß welche Entwicklung die Hauptcharaktere durchmachen und was sie lernen. (Wasser zu zeichnen ist übrigens gar nicht so einfach!)

Außerdem habe ich noch eine Kurzgeschichte für eine Anthologie geschrieben, die voraussichtlich im Dezember erscheinen wird. Und eine Fanfiktion zu „Die Götter von Asgard“ von Liza Grimm.

Man könnte also sagen, dass ich an allen möglichen Dingen arbeite, nur nicht an meinen Hauptprojekten. Stimmt. Aber so ist das eben mit dem Schreiben. Ich schreibe, wohin mich meine Fantasie trägt. Manchmal bedeutet das, das Dinge ein bisschen ruhen, während andere Welten entstehen.

Bei Victorias Geschichte kann ich mir sicher sein, dass sie auf mich wartet. Dass ich sie auf jeden Fall erzähle – und veröffentliche – komme, was wolle.

 

Titelbild Hannah Olinger on Unsplash

Babsi taucht ab (Juli 2018)

Babsi taucht ab (Juli 2018)

Es ist soooo heiß. Ich gehe zwar nicht direkt in eine Sommerpause, aber ich bin Anfang August im Urlaub.
Hoffentlich werde ich viele Bücher lesen können. Im Freibad liebe ich jedenfalls die Reihenfolge *ein paar Bahnen schwimmen* > *auf dem Handtuch trocknen und lesen* > *schwimmen* > *trocknen und lesen* > usw..

Aber gerade Videos drehen, Beiträge schreiben oder sich gedanklich anstrengen fällt mir bei der Hitze wirklich schwer.
Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse, wenn ich mich deswegen nur sporadisch hier melde. Ende August gibt es dafür ein paar schöne Überraschungen für euch! 😉

Blogbeiträge:

  • Anabelle von Stehlblüten erklärt uns anschaulich den Trope eines „Manic Pixie Dream Girl“, der im Buch „Was ist schon normal?“ thematisiert wird.
  • Passend zu meiner Session über Vorurteile zu Psychische Erkrankungen, hat sich Michelle von buechnerwald auch mit dem Image von Psychiatrien beschäftigt – ein Ort des Grauens? Wohl kaum!
  • Die Geschichte eines jungen Mannes, der floh, weil er kein Kindersoldat werden wollte, könnt ihr bei Hilliknixibix nachlesen, die einen ganz wichtigen Job macht!
  • Bianca von Literatouristin hat darüber geschrieben, wie sie das Lesen verlernte und wiedererlernte.
  • Außerdem durfte ich Elena von Gedankenfunken bei einem Interview Rede und Antwort stehen.
  • Verisse und Kritik – wie geht man damit um? Nora Bendzko und Liza Grimm stehen Mareike von CrowandKraken Rede und Antwort.
  • Mein Maskottchen Blobfisch Bluebert ist ein Fantasiewesen? Mitnichten! Der Blobfisch existiert und ist leider eine gefährdete Art. Hier könnt ihr 10 interessante Fakten über Blobfische herausfinden.
  • Linus ist ein Vorbild. Ich bewundere ihn dafür, dass er sich trotz Hate, Trollen und all dem nicht unterkriegen lässt und weiter als Vorbild für viele junge Menschen da draußen fungiert. Danke.
  • Ihr seid neu auf Instagram oder habt nur langweiligen Mist in eurer Timeline? Dann schaut bei dieser Liste von Ramona von Kielfeder vorbei und füllt euer Instagram mit tollen Autor*innen!

  • Ich habe mich entschlossen mein Glück bei einem Schreibwettbewerb zu versuchen. Und zwar der Dark Diamons Challenge bei Sweek! Die maritime Romantasy, an der ich immer mal wieder bastle, passt zu den Vorgaben. Es würde mich freuen, wenn ihr vorbeischaut und mir euer Feedback dalasst. „Der Horizont hinter den Wellen
  • Celine von ThePrintrovert hat allerlei praktische Tipps, wie ihr im Alltag mit wenig Aufwand mehr für unsere Umwelt und Natur tun könnt.
  • Sommer, Sonne, Freibad – perfekt zum Lesen, oder? Falls euch eine fiese Leseflaute erwischt habt, erfahrt ihr von Bianca von Literatouristin und Ramona von Kielfeder was ihr dagegen tun könnt.
  • Triggerwarnung oder CN (=Content Note)? Manchmal bin ich selbst nicht sicher, welches man nun setzen sollte. In diesem englischen Artikel von xojane wird schön differenziert, was wann zu setzen ist.

 

Videos:

  • Die Videos vom Literaturcamp Heidelberg 2018 sind endlich online. Unbedingt anschauen!
  • So, Verlag finden – wie funktioniert das? Wie ist das mit dem Vertrag? Wie viel Mitspracherecht hat man? Annika Bühnemann hat die wichtigsten Infos parat.
  • Außerdem führt Fuchsias Weltenecho ein witziges Interview mit Autor Christian Milkus!
  • Schaut mal, da redet Liza Grimm über Beta/Testleser und über unsere Zusammenarbeit! <3

Gelesene Bücher:

  • Heike Knauber – Najaden
  • Personal Paradise Manga Reihe (Rezension folgt)
  • angefangen: Eva-Maria Obermann: Zeitlose 2 – Doras Erwachen
  • angefangen: Liane Conerlius – Ich fühle so tief ich kann

Beendete Serien:

  • Aggretsuko (Netflix) – Ich liebe diesen kleinen roten Death Metal Panda soooo sehr!

Heavy Metal Rage GIF by NETFLIX - Find & Share on GIPHY

Privat:

Ihr Lieben, was habe ich gelernt und gezittert! Wenn dieser Beitrag online geht, weiß ich schon, ob ich bestanden habe und damit einen Masterplatz habe oder nicht. *bibber*

Den Juli habe ich vor allem mit Lernen verbracht. Denn am 21.07 fand der Mastereignungstest in Bamberg statt. Alle Inhalte des Bachelorstudiums komprimiert in ca. 40 Fragen in 60 Minuten.

Nach dem Test habe ich viel geschlafen und im Freibad gelegen. Dabei konnte ich entspannen und ein bisschen lesen. Aber so richtig konzentriert war ich nach dem Lernmarathon nicht. Im August bin ich im Urlaub, Kia wird mich besuchen und ich hoffe, dass ich dabei viel Inspiration und Lesestoff habe, um euch Ende August/Anfang September wieder tollen Content liefern zu können.

Und was soll ich sagen? Mein Traum lebt weiter.

In dem Sinne: Gebt eure Träume nicht auf, arbeitet hart, aber gönnt euch auch Pausen. Seid gütig und großzügig zu euch selbst. Gerade bei dieser Hitze!

Ich hoffe, wir lesen uns ganz bald wieder.
Tüdelü, eure Babsi

 

 


Titelbild von Linus Nylund // Unsplash

Literaturcamp Heidelberg 2018

Literaturcamp Heidelberg 2018

Letztes Jahr war ich das erste Mal auf dem Litcamp, danach war für mich klar: „Babsi, das Literaturcamp Heidelberg 2018 – da musst du wieder hin!

Gesagt, getan. An Neujahr um kurz nach Mitternacht, stellte ich mich für einen Moment an den Rand und bestellte mir fix ein Ticket. Und wie im Vorjahr auch, schwebe ich immer noch von der positiven Stimmung und der Liebe all dieser Buchmenschen um mich herum.

Außerdem habe ich meine erste eigene Session gehalten! Und nun ja, die wurde auch noch livegestreamt… Da bin ich nicht nur wegen der Temperaturen ins Schwitzen gekommen!

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Das Bild stammt von Gedankenfunken – Vielen Dank!

Übrigens habe ich dieses Jahr verhältnismäßig wenig gefilmt und fotografiert. Die Sessions in denen ich war, waren extrem fesselnd und vor lauter Quatschen und Wiedersehensfreude war auch zwischendurch nicht so viel Lust & Zeit für Blogarbeit da.

Die Anreise war anstrengend, da es ziemlich warm im Auto war und wir durch Baustellen über vier Stunden anstatt drei gebraucht haben. Zum Glück hatte ich mit Charline von Sternenbrise, Viola alias Miriam Malik und Kira wunderbare Mitfahrerinnen, sodass die Fahrt trotzdem ganz lustig war.

Ziemlich k.o. aber gespannt auf die Leute sind Charline und ich dann Freitag Abend noch zum Dezernat gegangen, haben mit den Leuten geplaudert, Slush gekostet, gemeinsam gegessen und alibimäßig noch eine Pinnwand von A nach B getragen. Dann bin ich erschöpft ins Hostelbett gefallen.

 

Meine erste Session – Psycho, oder was? Ist der Schizophrene immer der Mörder?

Wie ihr wisst, liegen mir psychologische Themen und die korrekte Repräsentation psychischer Störungen sehr am Herzen. Ich wollte eine offene Diskussion über mentale Probleme und deren Darstellungen in Büchern anbieten. Ein bisschen Fachwissen aus dem Studium und Praktikum einbringen und über Erfahrungen reden. Dass sich dann so viele Leute meldeten, dass meine Session als erste im großen Leipziger Buchmesse Saal stattfand und auch noch LIVE gestreamt wurde, hat mich total umgehauen (Hätte ich das geahnt, hätte ich Donnerstag Abend weniger Sims gespielt und ein bisschen mehr für eine feste Struktur geplant 😉 ).

Auf dem Litcamp tummeln sich allerlei Leute und psychische Erkrankungen wie Depressionen finden sich vor allem unter Künstlern. Zusätzlich gibt es allerlei Bücher, die alkoholkranke Ermittler, schizophrene Serienkiller und andere Stereotype zeigen und ein ganz falsches Bild vermitteln.

#ausderklapse

Unter anderem saß Uwe Hauck im Publikum, der selbst an Depressionen leidet und auch ein Buch über seine Klinikerfahrungen geschrieben hat (außerdem hat er mit seiner Petition dafür gesorgt, dass Söders geplantes Psychiatriegesetz entschärft wurde!). Auch die liebe Katri redete offen über ihre Schizophrenie und es entstand eine lebendige Diskussion, die Zeit verging wie im Flug und mir blieb kaum Zeit nervös rumzustottern. Ich habe persönliche Erfahrungen mit Anekdoten aus Praktika und Uniwissen gemischt. Dabei habe ich versucht, ein bisschen in die Tiefe zu gehen, aber trotzdem einen allgemeinen Überblick zu geben.

 

Zwar konnten in der kurzen Zeit bestimmte Themen nur angeschnitten werden (für jede psychische Erkrankung ließen sich zahlreiche Sessions gestalten), aber ich glaube es war ein ganz guter erster Überblick. Wenn das Video online geht, werde ich auch nochmal einen Blogbeitrag als Zusammenfassung schreiben, denn es war doch etwas sprunghaft.

Trotz meiner Nervosität und dem umfangreichen Themenkomplex bekam ich ganz viel liebes Feedback und Uwe hat mir sein Buch geschenkt und signiert. Vielen Dank für die aktive Beteiligung und die positive Rückmeldung!

Lasst uns weiter offen über psychische Krankheiten reden, Vorurteile abbauen und Stigmata abschaffen!

Engelchen

Direkt nach meiner Session hatte ich mich als Engelchen eingetragen. Das war ganz gut, um runterzukommen. Nach so viel Aufmerksamkeit brauche ich als introvertierter Mensch oft eine Pause. Es war total schön mit den anderen zu plaudern und ich habe gerne geholfen – nicht nur, weil es eine tolle Veranstaltung ist, sondern weil ich diesmal weder beim Auf- noch beim Abbau groß helfen konnte. Ich habe gemerkt, dass es mich diesmal mehr Energie gekostet hat, mit den Leuten in Kontakt zu treten als letztes Jahr.

Deswegen habe ich mich am Nachmittag auch etwas zurückgenommen mit Sessions und Gesprächen und konnte leider nicht so da sein, wie ich es gerne gewesen wäre. Ich hätte am liebsten noch mit viel mehr Menschen ausführlicher gesprochen als der Smalltalk, den es letztlich gab, aber mir fehlte einfach die Energie dazu. Nachdem ich etwas Kraft bei Kaffee und Kuchen getankt hatte, bin ich zu Rachel gegangen, deren Session ich keinesfalls verpassen wollte.

(c) Stehlblüten

Emotionaler Missbrauch in YA/NA

Die liebe Rachel hat eine sehr aktuelle Debatte aufgegriffen und klärte in ihrer Session über emotionalen Missbrauch, toxische Beziehungen usw. in der Literatur auf. Welche Anzeichen gibt es, welche Beispiele, wo liegen die Grenzen? Das ganze als Beitrag könnt ihr hier nachlesen, die Session wurde auch aufgezeichnet.

Ein wichtiges und brisantes Thema, das leider oftmals mit Worten wie „Das sind doch nur Geschichten“ oder „Wenn mans nicht mag, muss man es doch nicht lesen“ unter den Tisch gekehrt wird und immer noch an junge Leser*innen vermarktet werden, die diese Differenzierung oftmals noch gar nicht richtig vornehmen können. Zumal der Buchmarkt in letzter Zeit nicht aus einer bunten Mischung im Bereich Romance sondern hauptsächlich aus fragwürdigen, toxischen Beziehungen mit ungleichem Machtverhältnis bestand.

Problematisches Verhalten in Büchern ist ein Thema, das ich hier bereits angesprochen habe. Vielleicht sind einige genervt von der Diskussion – aber es ist wichtig und weiterhin notwendig, dieses Thema im Gedächtnis zu behalten und unser eigenes Lese- und Konsumverhalten zu beobachten. Nur so können wir verhindern, dass solche Bücher verharmlost werden und in der Jugendromantikabteilung stehen.

Spieltheorie

Dass Maggo super interessante Ansätze hat und gut vor Leuten reden kann, hat er bereits beim letzten Litcamp bewiesen. Da ich sehr müde war und eine Pause brauchte, habe ich leider nur die zweite Hälfte der Session mitnehmen können. Da ging es dann um das Thema „Regeln brechen“ – auch Verbrecher haben einen gewissen Verhaltenskodex und nur weil man etwas klaut, denkt man sich bei der nächsten Gelegenheit nicht „Ach, ich hab ja schon mal gegen das Gesetz verstoßen, jetzt kann ich auch morden!„. Ich kann von Maggo, dem Plotter-Experten, immer wieder etwas mitnehmen und werde mir die ganze Session auf jeden Fall nochmal als Video anschauen.

Lasagne~

Auch wenn es diesmal am Samstag sogar auf dem Litcamp Essen gab, hatten wir geplant den preisgünstigen Imbiss aufzusuchen, der uns im Jahr zuvor positiv mit Pizza und Nudeln überrascht hat. Entspanntes Plaudern bei einer kühlen Cola und einer leckeren Lasagne. Vor lauter Schlemmen haben wir fast die Nachtsessionplanung verpasst…

Foto von Elenor Avelle

Nachtsessions

Neben Suses wundervollem Cover & Rezensionsgruselkabinett sorgte auch die Session von Erik, in der man den Urheber einiger Litcamp Tweets erraten musste, für viel Gelächter und eine wunderbare Stimmung. Herrlich!

Nachdem ich am Freitag Abend bereits mit einer lustigen Runde „Werwolf“ gespielt habe, wollten Bianca – mein liebstes Krawallhuhn – und ich auch abends einige Spielerunden anbieten. Viele Leute gesellten sich zu uns und es wurde gefiebert, wer nun Werwolf, Hexe oder kleines Mädchen sei. Als Erzählerin ist es sehr spannend, da ich alle Rollen kenne und mitfiebere, welche Seite sich geschickt genug anstellt, um am Ende als Sieger hervorzugehen. Nach mehreren Runden war ich dann doch etwas k.o. und es kamen Stilblüten wie „Alle Bauern öffnen die Augen… oh!“ (dann wüssten alle, wer die Spezialrollen sind…) und „Die Werwälfe schlafen auf!“ zustande. Es waren total lustige Runden!

Anschließend gab es noch Umtrunk unten beim Zelt und neben netten Gesprächen, Glitzertattoos von Benni und Singstar zuschauen bin ich dann früh ins Hostelbett gehuscht, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Litcamp-Sonntag

Der Sonntag startete für mich etwas früher, denn ich war um 9 Uhr mit Benjamin Spang verabredet ( Nicht die Art von Verabredung, ihr Schlingel! 😉 ).

Wir haben ein Videointerview für seinen Roman „Blut gegen Blut 2“ geführt. Ein bisschen müsst ihr euch noch gedulden bis ihr das Interview zu sehen bekommt.

Humpeln, flanieren, stolzieren

Nach einer kurzen Stärkung mit Kaffee und leckeren Aufstrichen von Teekesselchen ging es schon los mit der Session Planung und wie immer hatte man die Qual der Wahl. Ich entschied mich für die Improtheater-Session von Jana „Charaktere (er)leben“.

Anhand Übungen und Regeln des Improtheaters durften wir beim Raumlaufen in verschiedenste Charaktere schlüpfen, die sich wie von selbst entwickelten, wenn man sich eine Kugel in einem bestimmten Körperteil vorstellte. Eine positive und heitere Session, die zeigt, wie das Körperliche Charaktere beeinflussen kann. Immer wieder eine super Inspiration für Charaktermerkmale und mehr „Show, don’t tell“.

Danach gab es Mittagessen und ich fühlte mich wieder etwas schlapp und ließ eine Session ausfallen, um mich etwas auszuruhen, Slush zu schlürfen und Leute zu knipsen.

(c) Stefanie Walther
(c) Jürgen Albers

Nach Hause…

Viel zu schnell war es auch schon wieder vorbei. Zusammen mit der lieben Nora & der lieben Alisha haben wir von 14-16 Uhr Engelchen gespielt. Die verpassten Sessions sind zwar immer schade, aber die Gespräche am Engelstisch und die Begegnungen sind auch schön – und zumindest ein paar Sessions werde ich ja live nachschauen können. Nora und ich sind dann noch als Engelchen durchs Publikum geflattert und haben Spenden eingesammelt – vielen Dank!

(c) Sternenbrise

Zum Abschluss bin ich dann noch mit Zippi, Benni, Jill, Christian und vielen anderen lieben Menschen ins Moe’s zum Burger Essen und Milchshake schlürfen gegangen. Es war ein total schöner Abend, auch wenn ich ein schlechtes Gewissen hatte, nicht beim Abbau geholfen zu haben.

Nachwehen

Dann habe ich Viola und Charline ins Auto gepackt und wir haben Heidelberg mit einem Tränchen im Auge hinter uns gelassen. Zum Glück war die Heimfahrt wesentlich kühler und entspannter und zuhause bin ich nach einer Dusche direkt ins Bett gefallen.

Ich vermisste am nächsten Tag direkt die offene, liebe Atmosphäre,die tollen Menschen. Dieses Jahr hatte ich irgendwie nicht so viel Energie und konnte nicht mit allen Leuten reden, mit denen ich mich eigentlich ausgiebig unterhalten wollte. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich kann gar nicht allen Leuten gerecht werden und ihnen so viel Zeit und Aufmerksamkeit schenken, wie ich gerne würde. Ich hoffe, dass es mir nächstes Jahrbesser geht und ich wieder voll dabei sein kann!

Vielen Dank an all die lieben Menschen, die Orga und alle, die das Litcamp wieder möglich gemacht haben!

 


Weitere Beiträge, Rückblicke und Zusammenfassungen:

 

Hobbyautoren vs. seriöse Autoren? Von Spaßprojekten und ernsten Kindern

Hobbyautoren vs. seriöse Autoren? Von Spaßprojekten und ernsten Kindern

Hobbyautor*innen – gibt es das überhaupt? Sind alle Autor*innen, die nicht vom Schreiben leben können gleich Hobbyautor*innen? Oder ist jeder, der eine Geschichte schreibt ein Autor*in?

Früher, als ich hauptsächlich Fanfiction geschrieben habe, und noch keinerlei Ambitionen hatte meine Geschichten bei einem Verlag zu veröffentlichen, habe ich mich selbst als „Hobbyautorin“ betitelt. Ich sehe mich als Autorin, denn ich habe eigene Projekte beendet und möchte bald mit meinem Exposé auf der Suche nach einer passenden Agentur gehen.

Kurzgeschichten habe ich schon immer ohne große Bedenken im Internet veröffentlich, bei manchen Projekten – vor allem bei meinem Baby Save Our Souls – war ich da zurückhaltender. Aber warum? Liegt es daran, dass SoS ein „ernstes“ Projekt ist? Und was bedeutet das? Sind „nicht-ernste“ Geschichte automatisch schludrig und nachlässig geschrieben?

 

Plotten, Komplott, Kompott

Ich bin kein Plotter. Je genauer ich eine Geschichte plane, desto sicherer schreibe ich mich in eine Sackgasse. Die erste, richtig lange Geschichte, die ich beendet habe, war eine Fanfiction. Ich habe immer ein paar Kapitel mit ca. 2000 Wörtern geschrieben, dann veröffentlicht und auf Leserfeedback gewartet. Ein grober Plan. Einige Eckpunkte. Mehr gab es nicht und die Kapitel sind nach Lust und Laune, nach Tagesstimmung aus meinen Fingern geflossen. Natürlich haben sich einige Logikfehlerchen oder Inkonsistenzen ergeben, denn mit 50 Kapiteln habe ich gut über ein Jahr an der Geschichte geschrieben. Es hat unfassbar viel Spaß gemacht und ich bin dieses Projekt ernsthaft angegangen. Als Fanfiction allerdings mit dem Wissen, dass es nie bei einem Verlag landen wird (Shades of Grey war da noch nicht so bekannt). Ich konnte mich austoben, ausprobieren. Und dass ohne den Druck irgendeinem Maßstab gerecht zu werden.

 

Die ernsten Kinderlein

Dann aber gibt es Projekte, an denen ich im stillen Arbeite. Mit etwas mehr Plan als die Fanfictions. Der große Unterschied: Kaum jemand bekommt sie zu Gesicht, bevor sie fertig sind. Und der Grund?

Das ist eine ernsthafte, wichtige Geschichte.“

Alle meine Geschichten sind meine Babys, aber es gibt ein paar, die sind mir besonders wichtig. Die möchte ich polieren, perfektionieren, ihr Potenzial und ihre Charaktere ausschöpfen. Wie bei Save Our Souls. Ich hoffe, dass es irgendwann in einem Verlag unterkommt. Oder dass ich es als Selfpublisher veröffentliche. Das ist keine Geschichte, die ich „leichtfertig“ aus der Hand gebe. Nichts, das im Internet landen soll und eventuell kopiert und auf einer anderen Plattform von jemandem hochgeladen wird, der sich meine Lorbeeren umhängen will. Man veröffentlicht nur Ausschnitte, Schnipsel, vielleicht eine Kurzgeschichte zur Welt, aber auf keinen Fall die ganze Geschichte. Heutzutage treiben sich bei Sweek und Wattpad auch Leute herum, die nach guten Geschichten mit großer Fangemeinde Ausschau halten. Aber früher hieß es: „Wenn die Story schon irgendwo gepostet ist, hast du keine Chance mehr bei einem Verlag.“ Der Gedanke hält sich immer noch hartnäckig bei mir. Die Chance entdeckt zu werden ist mir zu gering als das ich bestimmte Geschichtenschätze freilassen würde.

Natürlich würde es mir sauer aufstoßen, wenn jemand einfach meine Fanfiction kopiert und unter anderem Namen veröffentlicht. Aber es ist eine Geschichte, die ich wissentlich und bewusst bereits in einem frühen Stadium in die Welt hinaussetze.

 

Liebst du nicht all deine Kinder gleichermaßen?

Jein. Ich mag meine Geschichten. Ich mag meine Charaktere. Aber ich weiß, dass es qualitative Unterschiede gibt. Ideen, die Potenzial haben. Ideen, die neu und außergewöhnlich sind. Und Geschichten, die ich vielleicht aus einem Gefühl heraus schreibe, weil ich Lust auf eine romantische Geschichte habe. Womöglich haben all diese Rohlinge dasselbe Potenzial, aber ich kann nicht alle Steinchen schmirgeln und polieren, die in meiner Schatztruhe liegen. Meine aktuelle „Romantasy“-Idee ist so ein Steinchen. Ich glaube, dass die Welt durchaus Potenzial hat, dass es nicht der totale Einheitsbrei ist – aber ich möchte die Geschichte in die Welt schicken, um sie wachsen zu sehen. Möchte Kapitel für Kapitel auf Abenteurreise gehen und Leserfeedback hören und einbauen. Es ist ein Stein, der sich hoffentlich durchs über den Boden rollen und über das Wasser flitschen, abreibt und den Edelstein freigibt. Es ist eine Geschichte, die ich zwanglos und entspannt angehen kann. Eine, bei der ich mir keine hohen Maßstäbe setzen muss, bei der ich einfach schreibe. Gerade wenn man sehr verbissen und konzentriert an einer Story feilt, kann es gut tun, zwischendurch mal ein bisschen gröber arbeiten zu können. Ein bisschen weniger anspruchsvoll zu sein, ohne zu schludern.

 

Hä, Babsi?

Ich prüfe die Geschichten trotzdem auf Herz und Niere, lese die Kapitel Korrektur, aber ich schicke sie mit einem anderen Zweck in die Welt hinaus. Und ich lerne daraus für die Feinarbeit, die Save Our Souls mir aktuell abverlangt – denn das Testleserfeedback trudelt nach und nach ein und die große, zweite Überarbeitung steht an. Denn Save Our Souls lässt sich nicht so Kapitel für Kapitel mit dem Kopf in den Wolken schreiben, Save Our Souls packt mich am Kragen und zwingt mich zur vollsten Konzentration, da es viel komplexer ist.

Zwischendurch also eine „einfache“ Geschichte zu konstruieren ist eine willkommene Abwechslung, ein Ausflug, eine Fingerübung. Einfach bedeutet dabei aber nicht gleich schlecht. Es ist anders, eben ein bisschen kompliziert. Autorinnenhirnwortsalatdings.

 

Üben, üben, Üben

„Seriöse“ Autor*innen belächeln gerne die Fanfiction-Schreiber, die jungen Teenager, die ihre Geschichten auf Wattpad, fanfiktion.de etc. hochladen. Aber das ist falsch und ziemlich dumm. JUNGE MENSCHEN, die SCHREIBEN. Die LESEN. Die ihre Geschichten präsentieren und riskieren, kritisiert zu werden. Was Besseres gibt es doch gar nicht? Aber vermutlich sind diese „seriösen“ Kritiker genau diejenigen, die sich über Jugendliche mit Smartphones aufregen und die Verrohung der Gesellschaft fürchten. Schreiben & Lesen sind das genaue Gegenteil. Und wenn es eine simpel konstruierte Twilight Kopie mit jeder Menge Kitsch und peinlichen Sexszenen ist – es ist ein Anfang. Es ist ein geschriebenes Wort, es ist eine Geschichte, ein Stein. Nicht überall schlummern Juwelen, aber das findet man erst mit der Zeit heraus. Schreiben ist ein Handwerk, das man lernen kann. Und ein Handwerk für das man sich begeistern kann. Ich finde es wundervoll, dass junge Leute schreiben und lesen und sich trauen, ihre eigenen Werke im Internet zu publizieren, wo sie manchmal ziemlich schroffe Kritik abbekommen. Macht niemanden nieder, weil er nicht „ernsthaft“ genug schreibt. Ermutigt stattdessen, sich zu verbessern, Potenzial auszuschöpfen, die Edelsteine freizulegen.

So eine positive Autor*innengemeinschaft wünsche ich mir jedenfalls. <3

→ Meine maritime Romantasy-Geschichte bei Sweek: Der Horizont hinter den Wellen

 

Konntet ihr diesen Gedankenwust entknoten, am Ende sogar nachvollziehen? Schreibt mir gerne eure Meinung dazu in die Kommentare!
Tüdelü, eure Babsi

 

Gezwitscher-Gedichte & Poesie

Gezwitscher-Gedichte & Poesie

Meine lyrischen Ausdünstungen, die meistens spätabends auf twitter landen. Die sind meistens sehr spontan und ohne große Gedanken bezüglich Reim oder Versmaß. Aber ich dachte, ich möchte sie irgendwo sammeln, damit sie nicht in der Timeline untergehen.


Deutsch:

Nun suche Schlaf, leg sacht dein Kleid aus Sternen nieder, hüll dich ein in dunkler Wolken Kissen und bette den Kopf auf kühlem Erdengrund.

Auf dass im roten Licht der Morgensonne du die Augen öffnest und die Welt von Neuem grüßt bis Tau aus deinen Wimpern auf grüne Wiesen tropft

Wie willst du mit zu großen Füßen,
morgens in die Puschen kommen?
Morpheus lässt dich herzlich grüßen,
Montag steht seit Stunden an.

Große Träume, kleine Taten,
kleine Augen, Riesenkopf.
Die Zeit läuft dir davon und die Angst. Sie klopft.

Es juckt.
Du muckst und duckst dich nicht,
der Schlag trifft dich ins Gesicht.
Der Schorf bricht und die Wunde liegt offen.
Hast du grad etwas Salz parat?
Schöne Worte lassen hoffen,
aber sind kein Verband.

Das Unheil ist da, dein Zimmer Trümmerhaufen,
Kaffeetassenscherben als hätten sie verbrochen,
was du zuletzt versäumt.
Verbind dir die Füße und steig in die Puschen,
küss Morpheus zum Abschied und fang den Montag an.


Englisch: