Schlagwort: Schreiben

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Heute habe ich wieder eine wunderbare Autorin für euch und sie heißt, wie unsere Montagskandidatin, ebenfalls Nadine. Im Internet ist Nadine Föhse aber hauptsächlich als „Ruhrpottmutti“ unterwegs und arbeitet auch als Lektorin.

Hallo! Ich bin Nadine, online besser bekannt als „Ruhrpottmutti“.

Im Grunde schreibe ich schon seit meinem achten Lebensjahr. Angefangen habe ich mit kurzen „Horror“-Geschichten – ob die allerdings wirklich so gruselig waren, wage ich heute zu bezweifeln. In meiner Jugend wurde das Schreiben von mir sträflich vernachlässig. Dann habe ich 2011 angefangen, Germanistik zu studieren und die Sprache rückte wieder mehr in den Fokus. Seit meinem Bachelor-Abschluss 2016 (ja, ich habe ewig gebraucht!) träume ich davon, endlich mal ein eigenes Werk zu veröffentlichen. Und jetzt ist es ganz bald wirklich endlich soweit! Wie aufgeregt ich bin, könnt ihr euch sicher ausmalen.

 

Zweifelhafte Wahrheiten und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Grundsätzlich würde ich sagen, dass all meine Projekte in die Sparte Jugendbuch / New Adult passen. Aktuell in Arbeit sind zwei Projekte. Zum einen der Roman Zweifelhafte Wahrheiten. Es geht um Isabel, eine junge Abiturientin, die bei einem Konzert ihrer Lieblingsband dessen Sänger kennenlernt. Er nimmt Kontakt zu ihr auf und sie freundet sich mit ihm und seinen Kumpels an. Ihrer Schulfreundin Michelle gefällt das zwar gar nicht, aber davon lässt Isabel sich nicht beirren. Dann verliebt sich plötzlich einer ihrer neuen Freunde in sie. Das Chaos ist also vorprogrammiert!

Das zweite Buch läuft unter dem Arbeitstitel #queer und behandelt – wie der Name schon sagt – eine queere Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern. Sie müssen durchaus das ein oder andere Hindernis überwinden, um wirklich glücklich miteinander werden zu können.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Zweifelhafte Wahrheiten liegt gerade bei der weltbesten Lektorin und meinen Probelesern und wird nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Die Veröffentlichung ist im Selfpublishing geplant. Das E-Book erscheint am 30. Juni und das Taschenbuch kurz darauf. Auch #queer soll noch in diesem Jahr erscheinen, am liebsten bereits am 31. Juli als E-Book und entsprechend kurze Zeit später als Taschenbuch.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Zweifelhafte Wahrheiten soll lediglich der erste Band einer Reihe werden, die in diesem und im kommenden Jahr weitergeführt wird. Außerdem ist noch eine Kurzgeschichtensammlung in Überlegung. Auf meinem Handy schlummern zusätzlich noch gefühlt 1000 weitere Ideen für Krimis und Jugendbücher, zum Beispiel Der Bauernmörder vom Rhein-Erft-Kreis, ein Krimi, der bisher nur einen Titel hat!

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Puh, das ist wirklich eine schwierige Frage. Ich veröffentliche ja selbst. Von daher kommen auf mich unter Garantie andere Herausforderungen zu als auch Autor*innen, die im Verlag veröffentlichen. Einerseits muss ich mich als Selfpublisherin um alles selbst kümmern, andererseits habe ich natürlich auch alle Fäden in der Hand. Den Überblick zu behalten, finde ich teilweise echt nicht so einfach. Das könnte aber auch damit zu tun haben, dass ich Mutter einer kleinen Tochter bin, die mich natürlich sehr braucht. Da Zeit zum Schreiben zu finden, ist auch schwierig.

Hast du eine Schreibroutine?
Bis dato schreibe ich neben Muttersein und Brotjob. Allerdings bin ich im Hauptberuf als Lektorin und Texterin selbstständig – das heißt, dass ich sowieso bei freier Zeiteinteilung von zu Hause arbeite. Es ist rein beruflich betrachtet nicht schwierig, das Schreiben einzubinden. Das größere „Problem“ stellt mein Privatleben dar. Ich kann generell vorwiegend abends arbeiten und eben auch schreiben, wenn mein Mann daheim ist. Das heißt, die Zeit für Job und Schreiben ist begrenzt. Deshalb muss ich besonders effektiv arbeiten und manchmal einfach auf Knopfdruck kreativ sein. Eine klassische Routine gibt es also nicht – ich schreibe immer, wenn ich Zeit habe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Bleib dran!

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren wahnsinnig viele Menschen, privat wie in der Öffentlichkeit. Was das Schreiben angeht, finde ich Jacky Vellguth sehr motivierend. Dank ihrem Projekt 12in12 habe ich angefangen, 2019 als mein Schreibjahr zu definieren, in dem ich vier Bücher in zwölf Monaten veröffentliche, also 4in12.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Irgendwann würde ich wirklich gern vom Schreiben leben können. Aber das sagt wahrscheinlich jede Autorin und jeder Autor. Doch es ist wahr: Das Hobby nutzen zu können, um den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, ist ein Lebenstraum! Abgesehen davon möchte ich es schaffen, dieses Jahr wirklich vier Bücher zu veröffentlichen. Das wird sportlich, aber ich gebe nicht auf.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Der schönste Moment bisher war definitiv der, als ich die ersten Reaktionen auf mein Manuskript bekam. Ich habe von zwei Probeleserinnen bereits Feedback bekommen und beide finden die Geschichte insgesamt toll. Das ist schon irre, das schwarz auf weiß zu lesen!

 

Eine kleine Kostprobe…

Auszug aus Zweifelhafte Wahrheiten

Nachdem das Konzert zu Ende war, schlenderten die Freundinnen noch zum Merchandise-Stand. Dort standen bereits Andi und der Sänger der Band, Phil, und unterhielten sich entspannt mit ein paar Fans. Isa stöberte durch das Sortiment am Stand und entschied, einen Jutebeutel zu kaufen. Einen schwarzen, natürlich!

»Hey, na, hat’s euch gefallen?«, fragte plötzlich Andi. Isa sah zu ihm hoch, er war bestimmt zwanzig Zentimeter größer als sie. »Hi, ihr wart super!«, antwortete sie, während sie das Geld für ihren Beutel herauskramte. Die Zeit nutzte Michelle, um an ihr vorbei zu huschen und Andi in ein Gespräch zu verwickeln.

»Oh mein Gott, es war so toll! Ihr seid so toll! Ehrlich, es hat so einen Spaß gemacht!«, hörte Isa sie begeistert rufen, während sie ihr Wechselgeld einsteckte. Sie verdrehte ob des Überschwangs heimlich die Augen. »Danke«, hörte sie Andi antworten.

»Freut uns, dass ihr Spaß hattet«, schaltete sich nun auch Phil ein. »Hatten wir! Sagt mal, würdet ihr meinen neuen Beutel vielleicht unterschreiben? So richtig promimäßig?«, fragte Isa grinsend. Auch Andi grinste.

»Klaro. Auch wenn ich uns nicht unbedingt für Promis halte«, lachte Andi.

»Nicht? Das heißt, wir sehen euch nicht demnächst im Fernsehen, wie ihr kleine Tiere und Geschlechtsteile größerer Tiere esst?«

Phil musste lachen. »Auf gar keinen Fall!«, rief er aus, während er schwungvoll auf dem Beutel unterschrieb.

»Schade, Mensch. Das hätte ich mir glatt angeguckt!«, erwiderte Isa. Sie sah zu Phil hoch und zwinkerte. Er grinste sie breit an. Isa merkte, wie ihr die Wärme in die Wangen kroch und sie langsam rot wurde.

Plötzlich mischte Michelle sich ungeduldig ein. »Isa, wir müssen sofort los! Sonst verpassen wir unseren Zug! Mein Vater killt mich, wenn ich die letzte Bahn verpasse!«, erklärte sie und zog Isa am Arm. »Mist!«, rief Isa, riss Phil förmlich ihren Jutesack aus der Hand und stürmte mit einem bedauernden »Ciao, Jungs!« nach draußen.

 


Nadine Föhse

 

Ihr Buch erscheint vorraussichtlich am 30. Juni 2019.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Nadine Wahl #ProjektArbeitstitel

Nadine Wahl #ProjektArbeitstitel

Nadine Wahl #ProjektArbeitstitel

Viele Personen auf dieser Liste haben auch (Buch-)blogs und ich habe lange nicht gewusst, dass sie selbst auch schreiben. Nadine gehört dazu. Umso neugieriger bin ich auf ihre Projekte! Außerdem ist sie Grafikdesignerin und die Header, die hier fein säuberlich die Abschnitte teilen, stammen von ihr. So cool!

Ich bin Nadine und komme aus dem Thüringer Wald. Dort bin ich umgeben von Sagen und ganz nah der Natur aufgewachsen, also irgendwie war es nur natürlich für mich, alles zu hinterfragen, zu erforschen und Geschichten zu erfinden. Zunächst habe ich diese zeichnerisch festgehalten, dann brachte mich meine beste Freundin zum Schreiben. Da war ich gerade in der Pubertät, also mit der Welt eh im Krieg 😀

Heute schreibe ich hauptsächlich Contemporary Fantasy, Science Fiction und Horror oder eine Mischung ebendieser Genres. Experimente machen mir am meisten Spaß und derzeit probiere ich mich an Cyber- und Solarpunk aus.

Bisher habe ich drei Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. Mein Debüt plane ich im SP zu Ende des Jahres. Ein genaues Datum kann ich noch nicht nennen, da derzeit vieles im Umbruch ist und ich auch den Aufwand noch nicht voll abschätzen kann.

 

Der Klang von Sternschnuppen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Oh je, die Liste wird etwas länger. Dafür schon im Voraus ein großes SORRY.

Mein Debüt trägt den Namen „Der Klang von Sternschnuppen“ und ist ein mehrteiliges Contemporary-Fantasy-Abenteuer, das mir sehr am Herzen liegt. Darin werdet ihr von zwei duellierenden Magiern lesen, die nach und nach die Stadt um sich herum verändern. Außerdem begegnen euch die verschiedensten magischen Wesen, die durch diesen langsam aufbauenden Krieg beeinflusst werden. Die Sternschnuppen sind ein langsamer, melancholischer Epos, der mich viele Jahre begleitet hat und gerade überarbeitet wird.

Als nächstes lauern noch die abgeschlossenen Rußfedern auf ihre Veröffentlichung. Der vollständige Titel lautet „Das Fallen von Rußfedern“ und auch dieses Projekt ist Contemporary, aber um einiges introspektiver als die Sternschnuppen. Ihr werdet hier einer Neuinterpretation von Engeln und Dämonen begegnen und etwas über den Krieg erfahren, in dem die größte Hoffnung ein Mischwesen aus beiden Rassen scheint. Auch die Rußfedern befinden sich derzeit in Überarbeitung und werden wohl im SP erscheinen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Die Sternschnuppen und Rußfedern möchte ich im SP umsetzen, da mir die beiden viel bedeuten und ich mir wenig reinreden lassen möchte. Aber ich mache mir keinen Druck und nehme mir die Zeit, die sie brauchen.

Beide sind komplett in Rohfassung geschrieben – auch die gesamte Reihe der Sternschnuppen – nur die Überarbeitung fehlt noch und ist bei solch großen Romanen natürlich sehr zeitintensiv.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Aktuell schreibe ich an einem riesigen und wieder mehrteiligen Projekt über Götter und Riesen, das in einer technischen Zukunft spielt und mich ehrlichgesagt etwas überfordert. 😀 Außerdem hat mich die Idee zur Neuauflage des Hamlet-Stoffs nicht losgelassen, sodass ich auch diese in die Zukunft verlegt und schon einige Worte auf Papier gebracht habe. Hier möchte ich mich im Solarpunk austoben.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ehrlichgesagt war das zum einen das Beenden meines ersten Schreibprojektes. Das waren die Sternschnuppen. Davor habe ich bestimmt zwei Dutzend Geschichten angefangen und in verschiedenen Phasen abgebrochen. Was auch okay war und ist. Ich finde, gerade als Autor*In sollte man sich ausprobieren und Ideen auch mal verwerfen oder bewusst nur für sich schreiben – auch wenn nichts dabei ehrauskommt oder man ins Nichts schreibt.

Aber die Sternschnuppen waren mir wichtig und ich wollte ein Ende für sie und möchte sie veröffentlichen.

Schwer wie die Hölle fand ich dann auch die Verlagssuche. Vom Anschreiben über das Exposé und die Auswahl ist es einfach das schlimmste, das eigene geliebte Projekt auf das Wesentliche zu reduzieren und auf Antworten zu warten. Oder in meinem Fall Absagen.

Für die Sternschnuppen hatte ich tatsächlich einen Verlagsvertrag erhalten, der aber leider aus verschiedenen Gründen gescheitert ist. Diese Erfahrung hat mich aber in meiner Entscheidung zum SP bestärkt.

Hast du eine Schreibroutine?
Wie viele andere Autor*Innen schreibe ich neben meinem Brotjob und eher abends. Ich versuche immer, etwa eine Seite zu füllen, habe das in letzter Zeit aber nicht so konsequent durchgehalten und müsste diese Routine mal wieder etablieren. Und ich bin oft beim jährlichen NaNoWriMo oder demselbigen Camp dabei, wenn ich es einrichten kann. Bisher habe ich auch schon viermal die 50.000 Wörter geschafft.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Es ist eine Superkraft, schreiben und Welten erschaffen zu können. Halte sie fest. Sei furchtlos. Schreib nur für dich und wachse an konstruktiver Kritik.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich finde ja Marie Graßhoff unheimlich inspirierend. Sie bleibt ihren unaustauschbaren Stil treu, designed Cover und lebt die Kreativität einfach mal den ganzen Tag aus. Außerdem sind ihre Geschichten melancholisch und nachdenklich und vermitteln wichtige Botschaften. Mit Kernstaub und den Schöpfern hat sich Marie in mein Herz geschrieben.

Außerdem vergöttere ich ja Patrick Rothfuss für seine Erzählweise, die Langsamkeit seiner Geschichten und seine Beschreibungen.

Neil Gaiman ist ein unheimlich inspirierender Mann, der mich immer wieder an das wichtigste beim Schreiben erinnert: dass ich schreibe, was ich liebe und wie ich es liebe und dass ich furchtlos schreibe.

Seit neuesten reiht sich noch Jay Kristoff ein, der unfassbar grandios schreibt. Auf eine Empfehlung der lieben Chii Rempel habe ich die ersten beiden Bände seiner „Nevernight“-Reihe verschlungen und bin immer noch ganz sprachlos darüber, wie man so großartig schreiben kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Eine große Veröffentlichung, also die Veröffentlichung meines Debüts und dass es eine Handvoll Menschen vielleicht sogar berührt. Vor allem aber möchte ich mir selber treu bleiben und nicht für den Markt schreiben oder was andere von mir erwarten, sondern nur was ich möchte und was ich liebe. Ich möchte weiter experimentieren und noch furchtloser werden. Denn das ist wohl das schwierigste am Schreiben: so offen zu sein, als würde man sich nackt allen Menschen dieser Welt präsentieren.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Puh, das ist schwer, weil es wirklich ganz viele tolle Momente gibt. Auch ganz viele kleine. Wenn ich eine Kurzgeschichte beende oder wenn ich eine Ausschreibung für eine Anthologie sehe und die Geschichte langsam in meinem Kopf Gestalt annimmt.

Ein besonderer Moment war für mich, als ich meine Sternschnuppen beendet habe. Das war ein ganz ruhiger, ganz bewusster Tag, an dem ich mir Zeit nahm und noch wirklich jedes Wort auskostet habe, als ich den Epilog schrieb. Diese Geschichte hat mich so viel gelehrt, die Figuren sind mir wie enge Freunde ans Herz gewachsen und innerlich habe ich ihnen allen gedankt und mich bei ihnen verabschiedet.

Gefreut habe ich mich natürlich auch über jede Zusage zu einer Veröffentlichung und habe bei jeder der drei Kurzgeschichten kleine Freudentänzchen aufgeführt.

Und ganz besonders war auch der Tag für mich, als ich nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder ein Gedicht geschrieben habe (im Rahmen des #writeinktobers) und darauf viel positive Rückmeldung erhielt.

Mich freut nicht nur positive Rückmeldung, sondern auch konstruktive Kritik, bei der ich spüre, dass meine Geschichten und ich selbst als Autorin an ihr wachsen.

Also alles in allem liebe ich wohl jeden Moment des Autorenlebens: das Schreiben, das Weltenerschaffen, das Träumen, das Verbessern, das Teilen, das Besprechen und das Wachstum, das ich durch mein Schreiben erfahre.

 

Eine kleine Kostprobe…

Natürlich!

  • Der Klang von Sternschnuppen, Prolog

„Es war sein eisblaues Auge, das mir mordlüstern entgegen funkelte. Nie hatte mich die unterschiedliche Farbe seiner Augen irritiert, doch heute war ihr Ungleichgewicht wie eine Metapher unserer gemeinsamen Zeit. Zu Beginn war er wie ein Sohn für mich gewesen, würde er nun wie ein Vampir nach meinem Blut trachten?

»Du bist gekommen, Lucian«, begrüßte er mich.

»Hattest du Zweifel?«

»Du hast mich schon immer gefürchtet.«

»Ich habe befürchtet, dass das hier aus dir wird. Aber ich hatte gehofft, es abzuwenden.«

»Dass was aus mir wird? Ein größerer Magier, als du es bist? Du sahst es nicht gerne, wie früh ich dich übertraf.« Sein Mund verzerrte sich zu einem dämonischen Lachen über dem sein helles Auge wie ein einzelnes Fragment des mit Wolken verhangenen Winterhimmels hing. Statt Freude über unser Widersehen brachte Elijah nur Kälte in diese feierliche Nacht, die sich wie Nadeln in meine Eingeweide legte.“

 

  • Die Tollheit des Grabes (Hamlet), Prolog: noch ganz roh und ungekürzt

„In dem Moment, als der eisige Atem der Winternacht über meinen Nacken fuhr und ich ein geisterhaftes Schimmern zwischen fahlen Baumstämmen vernahm, in diesem Moment wusste ich, dass ich sterben würde. Dies war der Beginn meines Todes.

Die unsichtbaren Eiskristalle in der Luft brachten mich zum Niesen. Gut, vielleicht war es kein Wunder, dass ich draufging, wenn ich nachts durch die Kälte stapfte. Ich hatte keinen von den anderen Wachen etwas gesagt, als ich aufgebrochen war. Ich sagte nie etwas. Nur Kiara wusste, dass ich manche Nächte nur mit mir und der abweisenden Dunkelheit des Waldes verbringen musste. Tief sog ich die Kälte in meine Lungen und fühlte auch Klarheit in dem stechenden Schmerz. Ich war am Leben, ich war hier und kein Feuer, kein Feuer um mich herum konnte mir das nehmen.

Bei jedem meiner Schritte knirschte der frische Schnee unter meinen Füßen. Über mir glitzerten Sterne wie das verblassende Licht verhauchter Versprechen. Ich arbeitete mich einem baumbewachsenen Hügel empor und bog hinter der alten Eiche nach rechts ein, wo mich eine sanfte Mulde zu einer erneuten Anhebe führte. Neben mir raschelte etwas in dem dichten Grau aus Ästen und Gestrüpp, aber ich machte mir keine Mühe, mich umzusehen. Es musste irgendein Tier sein. Tagsüber jagte ich manchmal Hirsche, Füchse und Wildschweine. Das Gebirge hier wimmelte von Leben, gerade so, als wäre es aus dem Palast entwichen und stattdessen in seinem Umland konserviert wurden.

Ein bleiches Leuchten stieß mich nach vorne. Nein, nur eine Einbildung meines müden Kopfes. Oder das Spiegelbild des Mondes, das sich auf Wasser bettete und sein weißes Haar über Schwärze legte.

Ich zog meinen Schal über meine Nase und ging weiter, bis ich auch endlich diesen Berg erklommen hatte und nur noch einem schmalen Pfad abwärts folgen musste. Aber ich sah es schon – das Wasser eines vertrauten Ozeans, der aus meinem Innersten in der Welt vergossen worden war.“

 


Nadine Wahl

 

Nadine Wahl hat bereits mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht:

  • „Das Leuchten der Träume“ im piepmatz Verlag (Anthologie „So schön die Nacht“), auf amazon* kaufen
  • „Das leblose Verklingen der Melancholie“ im Schwarzer Drachen Verlag (Anthologie „Grusel Spezial“ der magischen Kurzgeschichten) , auf amazon* kaufen
  • „Das Ding, das sie Sonne nannten“ im Schwarzer Drachen Verlag (Anthologie „Frühlings-Erwachen“ der magischen Kurzgeschichten), auf amazon* kaufen

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Heute begrüße ich wieder eine großartige Autorin und einen absolut lieben Menschen bei #ProjektArbeitstitel: Anne Granert! Wenn ihr süßes Lächeln nicht reicht, um sie sofort super sympathisch zu finden, dann vielleicht, was sie euch über den Schreibprozess verrät…

Moin Moin, ich bin Anne und komme aus dem echten Norden Schleswig-Holstein.

Eines Nachts vor knapp 4 Jahren ereilte mich im Traum eine Szene zweier in Boston lebender Fremdweltler, die mich nicht mehr losließ. Bislang hatte ich erfolglos versucht, eine Fantasywelt zu erschaffen, war jedoch oft gescheitert. In dem Traum war dagegen alles so glasklar, dass eine Urban-Fantasy-Trilogie mit knapp 300.000 Wörtern entstanden ist, von denen ich die ersten beiden Bände bereits veröffentlicht habe (Des Sandes Widerhall/ Des Wassers Wiederkehr). Band 3 soll im Sommer 2020 folgen und ein Spin-Off ist auch in Planung.

Ich habe das große Glück, bei meinen Büchern mit Künstlern wie Marie Graßhoff und Anja Uhren zusammenzuarbeiten. Nebenbei arbeite ich an kleineren Projekten, darunter auch ein weihnachtliches Goodie für Kinder.

 

Die Talentierten und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Bislang habe ich mich am Genre Urban-Fantasy ausprobiert, was mir irre gut gefällt und bei dem ich langfristig auch bleiben werde. Langsam verbessert sich mein Schreibstil und mein Schreibhandwerk, meine tolle Lektorin Saskia Weyel (Zeilenrausch Lektorat) hat einiges dazu beigetragen. Daher arbeite ich nun zusätzlich an einer Belletristik-Frauen-Freundschafts-Geschichte, die mir sehr am Herzen liegt und die ich unter dem Pseudonym Marie Friedrich herausbringen werde.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Das Belletristik-Projekt spielt um Weihnachten herum. Daher ist eine Veröffentlichung im Herbst angedacht. Mitte Juli geht es ins Lektorat zu Alisha Schulz und dann habe ich noch ein paar Wochen für die Überarbeitung und das Korrektorat. An dem Buchsatz probiere ich mich selber aus, aber das Cover wird von Anja Uhren gestaltet.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
In dem Belletristik-Projekt geht es um eine Frauen-Freundschaft, die durch eine Krebserkrankung wieder aufblüht. Das Projekt für Kinder ist noch streng geheim. Achtung, geflüsterter Spoiler: Es hat was mit Weihnachten zu tun und ich darf mit der großartigen Künstlerin Anja Uhren zusammenarbeiten.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Die Welt geht nicht unter, wenn man Fehler entdeckt. Notfalls hilft eine Neuauflage. Und Leser sind natürlich subjektiv. Des einen Leid ist des anderen Freud und ich habe selten so unterschiedliche Meinungen zu Charakteren gehört, wie zu meiner Protagonistin Sunna.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Da ich zurzeit ein Belletristik-Projekt verschriftliche, ist ein anderes Genre der Hauptunterschied. Aber auch der Schreibstil ist anders. Im Urban-Fantasy-Bereich schreibe ich lockerer von der Leber weg, bisweilen ziemlich ironisch und lustig. Das Belletristik-Projekt fordert mich anders heraus und ich habe diesbezüglich meinen Stil noch nicht gefunden.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Als Selfpublisherin kann ich alles so und dann machen, wie ich möchte. Vielleicht ist dann eher die Herausforderung, mit selbstgewählten Deadlines zu arbeiten? Ich glaube, meine Herausforderungen sind von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Bei der Urban-Fantasy-Trilogie ist es das Plotting, weil ich sieben Hauptcharaktere miteinander verwebe. Zurzeit sagt mir mein Schreibstil im Belletristik-Projekt nicht zu und stellt mich vor eine sehr große Herausforderung. Werbung habe ich selbst in der Hand und da bleibe ich ganz entspannt. Ich habe noch eine kleine Familie und einen Brotjob, da kann ich nur die Sachen machen, die wirklich Spaß bringen, so wie Instagram zum Beispiel.

Hast du eine Schreibroutine?
Da ich als alleinerziehende Mutter neben dem Brotjob schreibe, muss ich mich gut organisieren und disziplinieren. Die Kinder haben absoluten Vorrang – alles andere kommt danach. Also schreibe ich an freien Tagen und abends. Wenn ich richtig im Flow bin, kann es schon passieren, dass ich um  4 Uhr morgens aufstehe. Allerdings sind meine Kinder noch in dem Alter in dem sie dann schnell an den Schreibtisch folgen. Also mache ich das nicht zu oft.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Einfach schreiben, du überarbeitest sowieso noch etliche Male. Handlettering, Lithografie, Postkarten, Blumenpressen, Serien gucken und Häkeln sind Formen von Prokrastination. Lass sie, schreib!

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
In erster Linie meine Lektorin Saskia Weyel, ohne sie wäre es nie zur Urban-Fantasy-Reihe Die Talentierten gekommen. Generell orientiere ich mich gerne an Künstlerinnen wie Anja Uhren oder Pam Grout und Liz Gilbert.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich möchte gerne alle Plott-Enden meiner Trilogie Die Talentierten sinnig voreinanderbekommen. Außerdem wünsche ich mir für das Belletristik-Projekt einen schönen Twist im Schreibstil. Und natürlich, dass beide Werke Leser*innen begeistern und ihnen etwas mitgeben, und sei es nur ein dickes und fettes Grinsen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als mich die Twentysix.de-Jury zu einem Coaching nach Frankfurt auf die Buchmesse einlud und mein Werk zum Top-Titel kürte.

 

Eine kleine Kostprobe…

Prolog, LIAM (Des Mondes Widerstand – Die Talentierten 3, VÖ 2020)

»Das ist doch Wahnsinn!« Liam rieb sich die grau-glänzende Wange und verzog angewidert den Mund. »Selbst wenn ich wüsste wie, würden mich keine zwei kurvigen Nymphen dazu bringen, dich zu verwandelt. Du hast doch einen Sockenschuss.« Wütend stapfte er auf. Die dreckige Bodenfliese in der Bahnhofshalle zerbrach mit einem dumpfen Klirren.

»Pst«, zischte Jack und schob Liam in die hintere Ecke zwischen den verwaisten Schließfächern. Zumindest versuchte er das.

»Was soll das werden?«, fragte Liam trocken.

»Ich schiebe dich weiter in die Ecke.«

»Aha«, antwortete Liam, machte einen Schritt zurück und brachte Jack zu Fall. Er verschränkte die Arme vor der schmalen Brust und musterte seinen ehemaligen besten Freund von oben bis unten. Abendsonne schien durch verschmutzte Milchglasscheiben auf Jacks Haupt und veränderte sich zu verdünntem Blut.

Blut.

Liams Magen krampfte sich zusammen. Blut – hatte er noch welches? – rauschte in seinen Ohren und kämpfte mit seinen neuen, empfindlichen Sinnen um die Herrschaft.

Tausende von Eindrücken preschten auf Liam ein. Die tickende große Bahnhofsuhr. Die umblätternden Buchstaben und Zahlen in den Anzeigen. Entkräftetes Stöhnen einer alten Frau beim Erklimmen der steilen Treppe. Das feine Surren eines Kooati-Schwanzes, der am Saum eines langen Mantels entlangschwingt. Dicke Menschenfinger, denen der Schiebegriff des Reißverschlusses entgleitet. Die Säure des Filterkaffees bei Starbucks. Nein, das war nicht der Filterkaffee, das war der Mundgeruch eines Schaffners.

»Was hast du?«, fragte Jack. Er rieb sich den Arm, sein Sturz war auf dem rechten Ellenbogen geendet. Den Dreck von seiner taupefarbenen Jeanshose klopfend richtete er sich umständlich auf.

»Hunger«, knurrte Liam.

Jack wich zurück, die Augen erschrocken aufgerissen.


Anne Granert

 

Bereits veröffentlicht:

  • Des Sandes Widerhall – Die Talentierten 1, auf amazon* kaufen (24.01.2019)
  • Des Wassers Wiederkehr – Die Talentierten 2, auf amazon* kaufen (12.04.2019)

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Sophie Grossalber #ProjektArbeitstitel

Sophie Grossalber #ProjektArbeitstitel

Sophie Grossalber #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, mit Sophie Grossalber eine Autorin in der Runde begrüßen zu dürfen, deren Schnipsel mir persönlich immer sehr gut gefallen!

(c) Lorena Viciconte

Hallöchen! Mein Name ist Sophie Grossalber, ich bin aus Österreich und schreibe Fantasy auf Englisch und Deutsch.

Angefangen mit dem Schreiben hat alles bei mir mit einer Eragon Fanfiction als ich etwa 12 war. Dann bin ich zu text-basierten Rollenspielen gewechselt für eine Zeit, bevor ich mich wieder Fanfictions gewidmet habe und jetzt auch originale Geschichten schreibe. Letztes Jahr durfte ich zum ersten Mal etwas veröffentlichen und zwar meine Kurgeschichte „Phönixflamme“ in den P-Files vom Talawah Verlag. Dieses Jahr kommen gleich zwei Sachen von und mit mir heraus. Einmal die A-Files (auch von Talawah), in denen ich meine Amazonen-Geschichte „Anaia Montgomery und der Sirenen-Stalker“ veröffentlichen darf. Und dann noch mein erstes Selfpublishing-Projekt „Blood and Guilt – Geschichten aus Dumornay“, eine kleine Kurzgeschichten-Sammlung aus der Welt meiner geplanten Roman-Trilogie, die im September auf Deutsch und Englisch erscheinen soll.

Wie man sieht, bestehen meine Veröffentlichungen bisher nur aus Kurzgeschichten, aber ich arbeite im Hintergrund an Romanprojekten. Dauert halt nur etwas länger.

 

Dumornay und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Abgesehen von den beiden oben genannten Trilogien habe ich momentan noch drei Kurzgeschichten zu schreiben und ein Roman-Projekt am Schreibtisch.

Die Kurzgeschichten sind komplett quer durch die Bahn, was die Thematiken angeht, allerdings alle Fantasy bzw eine Science Fantasy, und alle für Ausschreibungen. Da wäre einmal eine über meine Version von Azrael, dem Engel des Todes, die mich schon sehr drängt, geschrieben zu werden, da die Deadline bald ansteht. Dann hab ich da noch eine für die Ausschreibung zu WayPoint FiftyNine, in der es um eine Kreuzfahrt zu den Jupiter-Monden geht, und dem, was dabei schief gehen kann, wenn man Werwölfe und blinde Passagiere an Bord hat. Und die dritte Kurzgeschichte für dieses Jahr ist für die D-Files Ausschreibung vom Talawah Verlag, aber da steht der Plot noch nicht.

(c) Lorena Viciconte

Romantechnisch hab ich momentan zwei offene Projekte, wobei eines davon gerade auf Eis liegt, da ich das andere vorgezogen habe.

Zuerst wär da mal „The Gold of Falling Stars“ (Arbeitstitel), Steamfantasy Adventure Roman auf Englisch, in dem die Navy Navigatorin Kat sich auf die Suche nach ihrem Bruder in den hohen Norden meiner eigenen Fantasywelt begibt (die noch gar keinen Namen hat, upps). Dabei trifft sie auf eine sehr verärgerte Göttin des Winters, Wölfe aus Nordlichtern und entdeckt ihre eigenen bis dato schlummernden Fähigkeiten.

Das Zweite ist die oben erwähnte Roman-Trilogie, ebenfalls auf Englisch. „Dumornay’s Legacy“, Band 1 der Trilogie, ist zwar schon fertig geschrieben (der momentane Entwurf), bedarf aber noch sehr viel polishing und Feinarbeit (bzw eventuell eines fast kompletten rewrites) bevor ich es an Agenturen schicken kann. Und mit Trilogien hat man’s bekanntlich schwerer als Debütautorin, daher habe ich TGoFS vorgezogen und werde das auch als Erstes einschicken. Dumornay’s Legacy, bzw die Dumornay Trilogy, dreht sich um die Traumachirurgin Alexandria Dumornay, die auch noch die Erstgeborene einer prominenten Jägerfamilie ist. Als der Vampir, der ihre Mutter vor 20 Jahren ermordet hat, zurück kommt und danach trachtet, ihre gesamte Familie auszulöschen, muss sich Ria entscheiden, ob sie kämpfen will oder nicht. Aber sie bekommt Hilfe von Vampiren und Werwölfen – und muss dadurch ihre eigenen Vorurteile konfrontieren.

 

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Die A-Files kommen voraussichtlich am 14.06.2019 raus, d.h. da ist inzwischen alles aus meiner Hand. Bei Blood and Guilt muss ich noch fertig übersetzen, setzen, illustrieren, blablabla. Aber die Veröffentlichung sollte im September stattfinden – außer Books on Demand ist schlussendlich schneller mit der Prüfung als ich erwarte. Für The Gold of Falling Stars wäre der Plan, es an englischsprachige Agenturen zu schicken (ich hab da zwei Wunschagenten, bei denen ich sicher super glücklich wäre). Aber vorher muss ich es erstmal fertig schreiben, überarbeiten, überarbeiten und nochmal überarbeiten.

 

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Puuuuh. Da hab ich so Einiges! Urban Fantasy Serial zu meiner Amazone Anaia Montgomery, wäre mal eins. Dann:

– Dystopische Fantasy Version des Artusmythos (wobei ich da den ersten Akt schon geschrieben hab)

– Historical/Urban Fantasy, die eine fiktive Entstehungsgeschichte von Christopher Marlowe’s Doktor Faustus spinnt, indem Kit Marlowe mit Dämonen(-jägern) in Berührung kommt (Und es wird vermutlich SEHR GAY)

– LGBTQ+ Romantasy, in der Dumornay-Welt = „Wolves of Verona“ (Arbeitstitel): zwei Werwolfsrudel in Verona, verfeindet, deren Töchter sich in einander verlieben. Quasi-Rewrite von Romeo und Julia

– High Fantasy in der Welt von „The Gold of Falling Stars“, allerdings 300-400 Jahre vorher

– und ein Science Fantasy Sequel für Dumornay geistert auch noch irgendwo in meinem Kopf rum. Hängt aber alles davon ab, ob und wie gut sich Dumornay verkauft

 

Schreiballtag

 

(c) Talawah Verlag/Marie Graßhoff

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Generell die Überwindung, 1. Einmal anzufangen und 2. Nicht dem inneren Kritiker nachzugeben, der immer alles bemängelt und meint, man kann doch das Ganze in die Tonne kloppen und am besten noch den Laptop anzünden, wenn man schon dabei ist. Von den Selbstzweifeln abgesehen, liegt mein größtes Problem darin, dass ich darin neige, mich zu sehr mit anderen zu vergleichen und dann neidisch zu werden, wenn ich sehe, was die Leute alles in einem Jahr schaffen und wie viele Bücher sie veröffentlichen können oder schon haben. ABER ich bin ja noch am Anfang meiner Karriere und habe Zeit. Ich glaub, so ziemlich jeder kann sich mit dem Zitat aus dem Musical Hamilton identifizieren XD „Why do you write like you’re running out of time?“ Dabei bin ich ja SO LANGSAM!

Hast du eine Schreibroutine?
Mein Vollzeit-Bachelor-Studium lässt es leider im Moment nicht zu, dass ich hauptberuflich schreiben kann. (Und ich glaube, das wird sich auch nachher nicht ändern) Aber, wenn ich nicht gerade von Uni-Deadlines erschlagen werde, versuche ich entweder morgens oder abends ein paar Wörter zu schreiben.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Lass dich bloß nicht unterkriegen. Ja zu den Drachen und Schwertern und den badass Ladies, aber lass die Romanzen erstmal außen vor.

 

Motivation

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
SO VIELE. Bei den Autorenkollegen wären das unter anderem das gesamte Nornennetz und die Schwestern. Dann Leigh Bardugo, V.E. Schwab, Katharina V. Haderer, Katrin Ils, @bluebirdisdeadO auf twitter (die ich auch offline zu meinen Freunden zählen darf), und sooo viele mehr. Und dann wären da noch die nicht-schreibenden Leute in meinem Leben, wie meine Cousine, die Grafikdesign studiert hat oder eine langjährige Freundin, die auch zeichnet und immer mit einem Tritt in den Hintern bereit steht, sollte ich mal zu viel jammern.

(c) Talawah Verlag/Marie Graßhoff

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mehr Zeit zum Schreiben haben und sich über Veröffentlichungen freuen dürfen. Auch eventuell endlich etwas mehr Verständnis für die Schreiberei in meinem familiären Umfeld.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Da fällt definitiv die P-Files Signierstunde auf der Frankfurter Buchmesse letztes Jahr drunter! Ca 10 von 30 Autor*innen, die sich in einen kleinen Stand gequ- äh… gekuschelt und fleißig signiert haben.

 

Eine kleine Kostprobe…

Ich hab mal die ersten 250 Wörter aus „The Gold of Falling Stars“ mitgebracht. Achtung: Englisch und bis jetzt komplett unüberarbeitet!

Everybody always tells you how much losing a loved one hurts. But nobody said anything about the way hope twists your heart. How holding out for hope in a hopeless case feels like being stabbed in the back, repeatedly, a thousand times over every day.

And yet, you keep on hoping. Because without hope, what else is there?

Katarina Felski stood in the doorway to her small, cluttered office in one of the warehouses owned by the Navy of the Aldenian Republic, frozen in place, and stared at the leather-bound rectangle lying on her desk on top of her charts. Rob’s journal.

She glanced out into the deserted hallway. The floorboards creaked under her shifting weight, she could hear the faint bustle of the warehouse below and the docks outside. But no sight of whoever left that journal in her office. Kat hesitated, one foot ready to step into the room, but she was afraid, if she moved, the journal would vanish. Like a dream or one of those phantoms that appeared on a hot day in the south. Right now, she could still hope. There was nothing to stop her from clinging to the belief that her brother might have come back. Maybe he had finally returned and left it on her desk for her to find – and to read, like he had always made her promise she would. It was more likely though that it had found its way to her on its own, without her brother.


Sophie Großalber

 

 

Sophie Großalber wird dieses Jahr zwei Bücher veröffentlichen:

  1. voraussichtlich am 14.06.2019 in der Anthologie „The A-Files: Die Amazonen Akten“ vom Talawah Verlag
  2. voraussichtlich am 04.09.2019 – „Blood and Guilt – Geschichten aus Dumornay“ im Selfpublishing über BoD auf Deutsch und Englisch

Bisherige Veröffentlichungen: Anthologie „The P-Files: Die Phönix Akten“ vom Talawah Verlag, 26.05.2018 (auf amazon* kaufen)

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Carina Schnell #ProjektArbeitstitel

Carina Schnell #ProjektArbeitstitel

Carina Schnell #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, euch mit Carina Schnell eine wunderbar liebe Schwester aus dem Nornennetz vorzustellen! Carina veröffentlich bald ihr drittes Buch und hat somit schon Einiges an Erfahrung sammeln können.

Ich heiße Carina, komme aus Kaufungen bei Kassel und schreibe und lese schon immer am liebsten Fantasy.

Ich habe meinen Eltern und Großeltern schon Geschichten „vorgelesen“, als ich noch gar nicht lesen konnte und sobald ich schreiben konnte, habe ich meiner Fantasie auch auf dem Papier freien Lauf gelassen. Ich schreibe also schon seit ich denken kann – Kurzgeschichten, Gedichte und jetzt eben auch Bücher. Das war irgendwie immer selbstverständlich, so ein innerer Drang, die Ideen, die mir im Kopf herumspuken, aufzuschreiben. Eigentlich werde ich täglich von allem um mich herum inspiriert – ein schöner Sonnenuntergang, ein Falkenschrei, die besondere Stimme einer Person, die aus der Menge heraussticht.

Am Schreiben gefällt mir besonders, dass es sich anfühlt, als würde man eine neue Dimension betreten. Alles ist möglich, alles ist erlaubt, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Vor allem am Fantasyschreiben gefällt mir deshalb der Weltenbau, das Erschaffen von etwas völlig Neuem, das vorher nur in meinem Kopf existierte und dass ich dann durch das Schreiben mit meinen Lesern teilen kann.

Mein Debüt erschien 2017 in zwei Teilen bei Forever by Ullstein und die nächste Veröffentlichung steht schon am 01. Juni an.

 

Alba und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Da muss ich mich leider bedeckt halten. Ganz bald habe ich nämlich große Neuigkeiten zu verkünden. Bis dahin müsst ihr euch noch etwas gedulden. 😉

(c) Droemer Knaur

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Alba erscheint ja schon am 01. Juni dieses Jahres und ich stecke gerade bis zum Hals in den Vorbereitungen für die Veröffentlichung. Ich gebe mir viel Mühe beim Marketing und bin jetzt sehr gespannt, was die Blogger-Crew, die ich eigens dafür ausgewählt habe, Tolles auf die Beine stellen wird. Ansonsten poste ich schon fleißig Textschnipsel und Fun Facts über Schottland, wo meine Geschichte spielt, und es wird eine Woche vor der Veröffentlichung tolle Überraschungen auf meinen Kanälen in den sozialen Medien geben. Nach dem Erscheinungsdatum gibt es dann auch noch eine Leserunde bei Lovelybooks.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe noch eine fertige Märchenadaption (Jugendbuch) in der Schublade, für die ich als nächstes einen Verlag suche. Ansonsten habe ich noch zwei angefangene Thriller und eine Idee für historische Fantasy.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Das man sich nicht alles von Verlagen gefallen lassen sollte, bzw. die Zusammenarbeit von Verlag zu Verlag sehr unterschiedlich ist. Damit meine ich vor allem Mitspracherecht bei Titeln und Covern und die Qualität vom Lektorat. Und – ganz wichtig – dass dein Buch niemals allen gefallen kann und das ist auch gut so.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Es gibt riesige Unterschiede. Ich möchte mal behaupten, dass sich mein Stil weiterentwickelt hat und ich vor allem gewisse Anfängerfehler hoffentlich nicht mehr mache. Da ich seitdem die Autorenschule der Textmanufaktur mit Sylvia Englert als meiner Mentorin absolviert habe, habe ich, vor allem handwerklich, unheimlich viel gelernt. Ich habe mir eine Schreibroutine zugelegt und gehe allgemein professioneller ans Schreiben ran, anstatt es nur als Hobby anzusehen. Und mittlerweile probiere ich mich auch an anderen Genres, z.B. Thriller.

 

Schreiballtag

 

(c) Forever by Ullstein

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ich glaube das Schwierigste ist für mich persönlich tatsächlich das Marketing, weil ich davon wenig Ahnung habe. Das Schreiben und Überarbeiten macht mir hauptsächlich Spaß, auch wenn es manchmal frustrierend sein kann. Und alle AutorInnen stimmen mir sicher zu, wenn ich sage, dass der schlimmste Teil des Autorenlebens das Warten ist – auf Antworten von Verlagen, Agenturen, LektorInnen etc. Das kann einen ziemlich verrückt machen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich bin gelernte Übersetzerin und übersetze neben dem Schreiben für einige große deutsche Publikumsverlage. Zweimal die Woche arbeite ich außerdem als Deutschlehrerin, weil man ja irgendwie auch seine Rechnungen bezahlen muss, nicht wahr? 😉 Das Schreiben passt dann irgendwie so dazwischen. Ich versuche, jeden Tag zu schreiben, aber wenn ich ehrlich bin, schaffe ich das nicht immer. Am meisten schreibe ich an Wochenenden. Ich hoffe aber, ab nächstem Jahr von meiner freiberuflichen Tätigkeit als Literaturübersetzern und Autorin leben zu können und dann endlich mehr Zeit dafür zu haben.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Schreib! Schreib immer weiter und hör nicht auf. Es ist das Wichtigste, dass man an sich selbst und seine Geschichten glaubt und nicht damit aufhört, nur weil man vielleicht nicht sofort Erfolg hat.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich glaube nicht, dass ich konkrete Vorbilder habe. Jeder orientiert sich im Leben an etwas und wir alle schauen auch zu gewissen Personen auf, bewundern sie, oder möchten so erfolgreich sein/so gut schreiben können wie sie, aber ich glaube lieber an mich selbst und versuche nicht, jemand anderem hinterher zu eifern, egal wie sehr mich eine andere Person auch faszinieren mag. Allerdings sind meine Autorenkolleginnen, von denen einige zu guten Freundinnen geworden sind, täglich eine große Inspiration für mich.

(c) Forever by Ullstein

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Schreiben, schreiben und nochmals schreiben. Wie gesagt, würde ich gerne vom Schreiben und Übersetzen leben können und arbeite darauf hin. Mein größtes Ziel ist es aber vor allem, all die tollen Geschichten zu Papier zu bringen, die ich im Kopf hab, egal, wie erfolgreich sie im Endeffekt sind.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich glaube dieser Moment kommt jedes Mal wieder, wenn ich eine E-Mail von einem Verlag mit einer Zusage im Postfach finde. Das ist jedes Mal ein Moment unfassbaren Glücks, der tagelang anhält. Ansonsten ist der Austausch mit anderen AutorInnen und BloggerInnen für mich immer eine der schönsten Dinge.

 

Eine kleine Kostprobe…

 

Hier sind ganz exklusiv für euch die ersten Zeilen von Alba – Zwischen den Welten. Ich hoffe, sie machen Lust auf mehr:

„Willst du mich heiraten?“

Ben sah mich mit seinen blauen Augen erwartungsvoll an. Er kniete vor mir auf dem exquisiten Teppich des The Palace, eine samtbezogene Schatulle in der einen Hand, die er mit der anderen langsam öffnete. Zum Vorschein kam ein Ring, gekrönt von einem gigantischen Diamanten.

Ich verschluckte mich an meinem Dom Pérignon.

Bens strahlendes Lächeln verwandelte sich in eine besorgte Grimasse, als ich äußerst undamenhaft zu husten begann. Die Blicke der anderen Gäste, die Ben mit seinem Kniefall auf uns gezogen hatte, erdrückten mich.

Ich hustete, konnte nicht atmen. Mein Blick huschte zwischen Ben, den reich verzierten Kronleuchtern an der Decke und dem Hummer auf meinem Teller hin und her. Ich bemühte mich, das immer lauter werdende Getuschel unserer Tischnachbarn auszublenden, während ich verzweifelt nach Luft schnappte. Mein panisch umherirrender Blick fiel auf den Diamantring, den Ben mir noch immer entgegenhielt.

Meine Brust zog sich schmerzhaft zusammen, der Champagner brannte in meinem Hals. Da schlug mir jemand von hinten heftig auf den Rücken.

 


Carina Schnell

(c) Droemer Knaur

 

Das Buch „Alba – Zwischen den Welten“ erscheint am 01.06.2019 bei Droemer Knaur. Ihr könnt das Buch bei amazon* vorbestellen.

 

Bisherige Veröffentlichungen:

  • „Die Kurtisane – Erwachen der Leidenschaft“ erschienen am 01.06. 2017 bei Forever by Ullstein (Magische Leidenschaft Teil 1).
  • „Die Magierin – Entscheidung aus Leidenschaft“ erschienen am 01.07. 2017 bei Forever by Ullstein (Magische Leidenschaft Teil 2)

 

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Matthias Thurau #ProjektArbeistitel

Matthias Thurau #ProjektArbeistitel

Matthias Thurau #ProjektArbeitstitel

Hallo zusammen! Wie schön, dass ihr wieder dabei seid. Ich darf heute mit Matthias Thurau den ersten Herren in der Runde dieses Projekts vorstellen:

Ich heiße Matthias Thurau, bin 33 Jahre alt, lebe in Dortmund und schreibe bereits mein Leben lang. Auf alten Grundschulzeugnissen findet man die ersten Hinweise darauf. Offenbar war das erwähnenswert. Mit 13 fing ich an, Lyrik zu schreiben, und blieb einige Jahre dieser Gattung treu. Seitdem fühle ich mich als Autor. Inzwischen schreibe ich Romane, Erzählungen und weniger Lyrik.

Als Teenager kam ich zum Schreiben, um Probleme mit meiner Umwelt zu verarbeiten. Lyrik bietet die Möglichkeit, Dinge auszudrücken, die man nicht in exakte Worte fassen kann. Indem man Bilder und Gefühle erzeugt, transportiert man Inhalte, über die man möglicherweise noch nicht zu sprechen bereit ist.

In meinem Leben habe ich mehr oder minder freiwillig verschiedenste Milieus, Szenen und vor allem Menschen kennengelernt: Linke, Rechte, Metalheads, Punks, Kriminelle, Junkys, Alkoholiker, Arbeiter, Musiker, Studenten, Soldaten, Gläubige und viele viele mehr. Das ein oder andere war oder bin ich auch selbst.

Vieles davon war nicht schön, aber hat mich mit einer Menge Stoff versorgt, den ich nun literarisch verarbeite. Es handelt sich bei meinen Werken thematisch also nicht gerade um leichte Kost. Allerdings lockere ich meine Geschichten gerne mit Humor auf. Wie im echten Leben: etwas Lustiges findet man noch im schlimmsten Leid.

Bisher habe ich noch keine Veröffentlichungen vorzuweisen. Sofern keine Katastrophe mehr dazwischenkommt, werde ich aber noch diesen Monat meinen ersten Roman „Sorck“ im Selbstverlag herausbringen.

 

 

Sorck und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
„Sorck“ ist ein Reiseroman und gleichzeitig so viel mehr als das. Die Geschichte handelt von Martin Sorck, der bei einem Wohnungsbrand alles verliert, von zwei Koffern und einem Kreuzfahrtticket abgesehen. Auf der Reise muss er eigentlich sein Leben sortieren und schauen, wie es danach weitergehen soll, aber es geschehen viel zu viele skurrile Dinge, als dass er wirklich Zeit dazu fände. Wichtig bei diesem Projekt war mir, dass es auf mehreren Ebenen funktioniert. Man kann es lesen und die Story genießen und lachen. Man kann den Roman allerdings auch tiefergehend interpretieren und beispielsweise versteckte Details und Bezüge zu Mythologie, Religion, Literatur, Kunst und Philosophie finden.

 

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
„Sorck“ ist weitestgehend fertig. Der Roman ging durchs Korrektorat und durchlief einen professionellen Buchsatz. Was fehlt, ist das Cover. Daran arbeite ich derzeit mit einem guten Freund, der zum Glück auch Ahnung hat. Es dürfte in Kürze bereit sein. Dann kann ich veröffentlichen. Hier könnte man anmerken, dass man das Cover idealerweise sehr früh fertig haben sollte, um gut damit werben zu können. Daran dachte ich allerdings noch nicht, als ich mir in den Kopf setzte, den Roman zu veröffentlichen.

Alles Weitere sind ein paar Klicks und Werbung. Noch immer habe ich ein seltsames Gefühl dabei, meine eigenen Werke zu vermarkten. Zweifel an der Qualität habe ich nicht, sondern will mich nicht aufdrängen. Das kennen sicherlich viele. Ich hoffe einfach, dass ich mehr Interesse als Widerwillen damit wecke. All die anderen Projekte brauchen noch mindestens eine Überarbeitungsrunde, Lektorate, Korrektorate und Cover. Dennoch hoffe ich noch auf mindestens eine weitere Veröffentlichung dieses Jahr.

 

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ideen für die nächsten Veröffentlichungen habe ich en masse. Einige davon sind bereits weit fortgeschritten und beinahe fertig, andere bloß Notizen. Hauptsächlich handelt es sich um Erzählungen.

Als nächstes wird eine kurze Dystopie kommen, die das Schicksal einer einzelnen Person darstellt und dadurch einen Teil des Staatsapparats und der herrschenden Gesellschaftsordnung. Sie trägt den etwas sperrigen Arbeitstitel „Wiedereingliederungsverfahren“.

Danach folgt eine weitere gesellschaftskritische Geschichte und eine, die das Thema Verlust behandelt. Sie sind bisher mit „Der Tod in Porto I“ und „Der Tod in Porto II“ betitelt, weil sie beide auf einer Portugal-Reise entstanden. Zwei kafkaeske Erzählungen warten noch und die Idee für den nächsten Roman steht auch bereits. Irgendwann soll definitiv noch ein Lyrikband erscheinen, aber damit lasse ich mir Zeit. Ob es also dieses Jahr noch klappen wird, weiß ich nicht.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Mein Schreibprozess beginnt mit viel Gedankenarbeit und Planung. Ich stelle Ideensammlungen zusammen, prüfe, wie und ob die Ideen zusammenpassen, sammele Material und recherchiere. Dann schreibe ich. Nach einer Pause von mehreren Wochen oder sogar Monaten überarbeite ich. „Sorck“ habe ich auf diese Weise geschrieben und das Manuskript dann weggelegt. Nach einer fast sechsmonatigen Pause habe ich es etwa drei Monate lang täglich bearbeitet, um am Ende ein anderes, runderes und 65 Seiten dickeres Manuskript zu haben. Um den Arbeitsaufwand zu verbildlichen: der Roman wird 252 Seiten (inklusive Impressum, Triggerwarnung etc.) umfassen, aber ich neben mir liegt ein Stapel mit etwa 800 bis 1000 Seiten an Ideensammlungen, Notizen, Hintergründen, Plänen und Arbeitsschritten dafür.

Dennoch empfinde ich das Drumherum der Veröffentlichung um vieles anstrengender als den kreativen Prozess. Klappentext, Autorenvita, Kurzbeschreibungen, Einordnung in Genres, Keywords und all das, was ich als Neuling in Sachen Selfpublishing zu lernen hatte. Und natürlich die Werbung sowie der Social Media Auftritt. Ich gehöre zu den etwas altmodischen Schriftstellern, die am liebsten nur schreiben würden und möglicherweise ein paar zusätzliche Essays veröffentlichen, um den Schreibprozess und die Ideengeschichte aufzuzeigen. Instagram und besonders Twitter haben zwar viele Vorteile, aber eigentlich bin ich eine recht private Person und würde auf viele Posts verzichten, wenn es heutzutage noch möglich wäre. Bedenkt man das alles, wäre ein Verlag vermutlich die bessere Lösung gewesen. Doch „Sorck“ musste endlich veröffentlicht werden, also mache ich das eben selbst.

 

Hast du eine Schreibroutine?
Einen festen Ablauf habe ich nicht. Ich arbeite täglich an meinen Werken. Alle zwei bis drei Wochen gibt es mal einen Tag, an dem ich nichts daran tue. Üblicherweise bin ich vormittags am produktivsten, habe dann ein Mittagstief und kann nachmittags weitermachen. Abends entspanne ich mich. Manchmal packt es mich auch und ich schreibe 10 oder 12 Stunden an einem Tag. In manchen Phasen schlägt sich diese Arbeitsweise als Flexibilität nieder. Dann wird mein restliches Leben davon nicht tangiert. In anderen Phasen allerdings wird dadurch jede Planung zerschlagen und ich verschiebe Treffen, trainiere und esse nicht mehr regelmäßig. Das Schreiben steht dann an erster Stelle. Alles und jeder andere wird untergeordnet.

Das hat zwei Hauptgründe: Einerseits das altbekannte „Ich kann nicht nicht schreiben“, also ein Getriebensein, andererseits die Tatsache, dass ich das Schreiben als einen Lebenssinnersatz betrachte. Dürrenmatt schrieb einmal, dass der Mensch alles aushalten könne, sofern er einen Sinn darin erkennen könne. Ich kenne nichts, was einem höheren Sinn näherkäme, als das Schreiben. Ohne diese Arbeit kommt mir mein Leben leer vor.

Schreiben ist mein Beruf, aber leider noch nicht meine Haupteinnahmequelle.

 

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
„Wenn du glaubst, das Werk sei fertig, glaub dir nicht!“

Man sollte Manuskripte eine Weile ruhen lassen und dann vollständig überarbeiten. Zwar muss es irgendwann abgeschlossen werden, aber selten ist es bereit für eine Veröffentlichung, wenn man es zum ersten Mal dafür hält. Ansonsten hat mein Vergangenheits-Ich im Rahmen seiner Möglichkeiten alles richtig gemacht. Es dauert seine Zeit, bis man reif genug schreibt, um an die Öffentlichkeit zu treten, und genug erlebt hat, um etwas von Bedeutung erzählen zu können. Diese Zeit habe ich mir genommen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Über meine literarischen Vorbilder und Inspirationen spreche ich immer gerne.

Es gibt eine ganze Reihe von Autoren und Werken, die für mich und meine Arbeit wichtig sind. Häufig fällt mir erst nach Fertigstellung einer Geschichte auf, an wen oder was sie mich erinnert. „Sorck“ enthält Bezüge und Parallelen zu verschiedenen Vorbildern, aber in einer Mischung, durch die es niemals wie eine Kopie klingt. Das hoffe ich jedenfalls.

Am deutlichsten sind wohl die Einflüsse von Hermann Burger, Albert Camus, Hermann Hesse und Franz Kafka im Roman. Sprachlich und durch die Vermischung scheinbar nicht zusammengehöriger Storyelemente erinnert er an Burger, philosophisch an Camus, aufgrund des Protagonisten und der Struktur an Hesse und aufgrund mancher Szenen an Kafka. Was Alkohol und Drogen angeht, könnte man auch an Hunter S. Thompson, Charles Bukowski oder Henry Miller denken, die ich ebenfalls gern gelesen habe.

„Der Tod in Porto II“ ist stark von Hermann Hesse inspiriert (besonders vom Gedicht „Stufen“), während „Wiedereingliederungsverfahren“ einen Teil Orwell und einen Teil Kafka mit einer Liebesgeschichte verstrickt.

Als generelle Einflüsse sollte ich die Liste noch um Jorge Luis Borges, Daniel Kehlmann, Sartre, eine handvoll Graphic Novel Autoren und Philosophen erweitern. Die Liste ist also zu lang, um ins Detail zu gehen, was mich an welchem Vorbild besonders fasziniert. Meine Freunde können jedoch bestätigen, dass ich über jeden einzelnen von ihnen stundenlang begeistert erzählen kann, ohne darauf zu achten, ob es jemanden interessiert.

An den Namen kann man unschwer erkennen, was ich am liebsten lese. Etliche Einflüsse brachten mir damals auch die Jahre des Studiums (Komparatistik und Philosophie). Hinzu kommen natürlich noch persönliche Erlebnisse, die meine Hauptinspirationsquelle darstellen.

 

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Für mich wird „Sorck“ ein Erfolg sein, wenn die Verkaufszahlen mindestens dreistellig sind. Mir geht es dabei nicht ums Geld – wäre auch ein schlechter Ansatz bei meiner Art des Schreibens –, sondern darum, meine Gedanken zu verbreiten und Leser*innen zu finden, die sich davon angesprochen fühlen. Entsprechend ist es mir lieber, wenn 100 Leser*innen mein Werk kaufen und es lieben, es ihnen vielleicht sogar hilft, als wenn 1000 Leser*innen es kaufen und dann vergessen.

Ich wünsche mir, dass meine Texte die Leser*innen so intensiv beschäftigen, wie meine Lieblingstexte mich beschäftigt haben und es noch immer tun. Gute Bücher verändern ein Leben. Selbstverständlich würde ich zusätzlich gerne in Zukunft vom Schreiben leben können. Konkretere Ziele umfassen die Veröffentlichung von ein bis zwei Erzählungen noch in diesem Jahr, zwei im nächsten sowie einen Roman und einen Lyrikband.

 

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Es gab ein paar schöne Momente. Ein Leser interpretierte ein Gedicht von mir und zeigte auf, welche Passagen ihn besonders berührten, und eine Testleserin erzählte mir mehreren Wochen, nachdem sie eine Geschichte („Der Tod in Porto I“) gelesen hatte, dass sie noch immer darüber nachdenke. Beides entspricht genau der Wirkung, die ich erreichen möchte. Meine Werke sollen keine kurze Ablenkung vom Leben sein und keine kurzlebige Unterhaltung, sondern sollen etwas auslösen. Was das genau ist, hängt von der Leserin/dem Leser ab. Mehr als einmal bin ich auf reges Interesse für meine Geschichten gestoßen, wenn ich davon erzählte. Solche Momente geben Mut.

Außerdem war ich häufig beeindruckt von der Hilfsbereitschaft anderer Selfpublisher*innen und Lektorinnen, von denen ich so vieles habe lernen können. Das habe ich mir übrigens als Vorbild genommen und helfe selbst gern, wenn jemand tatsächlich weniger Ahnung haben sollte als ich.

 

Eine kleine Kostprobe…

Das hier ist der Anfang von „Sorck“, meinem Debütroman:

So, wie Martin Sorck am Bordstein stand, hätte man ihn für vieles halten können. Oder auch für sehr wenig.

Im Schein der Flammen und Blaulichter feierten seine speckig-ledernen Koffer ein stilles Fest, an das sich seine Mimik anpasste. Gesichtslos starrte er die backsteinerne Häuserfront auf der anderen Straßenseite an. Es brannte. Er spürte die Hitze des Feuers deutlich auf der Stirn und konnte nicht fassen, wie pompös das Feuerwerk war, das seine Wohnung sich leistete. Eine Befreiungsfeier mit musikalischer Begleitung. Knarzend, krachend und knackend fraß sich der Brand durch die Dachbalken. Da oben hing bisher seine Wäsche zum Trocknen. Was vorhin noch dort war, war jetzt nicht mehr.

In mehreren Grüppchen leisteten Schaulustige dem dauerhaft Ausgesperrten Gesellschaft, deuteten mit erregten Fingern, filmten mit schwarzen Kameras. Andere verlangsamten für eine Weile den Schritt auf dem Weg zur Arbeit. Mit jedem lauten Krachen zuckten sie zusammen, raunten auf. Ungläubig hielten sie die Hände vor den Mund. Oder versteckten sie ein Lächeln?

Im Rhythmus eines weiteren gebrochenen Balkens bewegten die Gaffer ihre Köpfe, versteckten sie zwischen den Schultern, versanken in halbe Kniebeugen. Dann reckten sie sich wieder neugierig vor.

Nur Martin Sorck stand still.

Wortlos, ausdruckslos, fassungslos stand er still.

 


Matthias Thurau

 

Das Buch „Sorck“ erscheint Ende Mai/Juni. Update: Ihr könnt es jetzt auf amazon* kaufen!

Klappentext:

»Häufiger als Zitronen gibt das Leben dir Skorbut.«

Martin steht an der Straße und betrachtet seine brennende Wohnung.

Nur zwei Koffer und ein Kreuzfahrtticket bleiben ihm.

Doch spätestens, als sich der erste Landgang als paramilitärische Übung entpuppt, droht auch der Urlaub zur Katastrophe zu werden…

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Katania de Groot #ProjektArbeitstitel

Katania de Groot #ProjektArbeitstitel

Katania de Groot #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, #ProjektArbeitstitel mit einer so wunderbaren und coolen Person zu eröffnen: Katania de Groot! Ihr Debut „Wolfkisses: Ankunft der Jäger“ erscheint übrigens in genau einer Woche. Höchste Eisenbahn also, Katania näher kennen zu lernen!

Hallo! Ich bin Katania. Ich komme aus der Nähe von Erlangen und schreibe eigentlich schon immer. Nur, dass ich es offiziell mache, ist erst ein Jahr her.

 

Wolfkisses und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Gerade fertig und in Druck ist der erste Band von Wolfkisses. Einer Wolfwandler-Dark-Romantasy-Reihe. Mich hat geärgert, dass Männer in Romance eigentlich immer übergriffig dargestellt wurden. Noch mehr, wenn sie in irgend einer Form paranormal sind. Das war etwas, dass ich anders machen wollte. So entstand der Plot für Sofie und Luke. Dazu kam dann der von Becca und Alex, in den ich mich vielleicht ein bisschen zu sehr verliebt habe.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Der erste Wolfkisses Teil, Ankunft der Jäger, erscheint am 20. Mai. Wenn alles so läuft, wie ich mir das vorstelle, soll hier halbjährlich ein neuer Teil erscheinen. Auf Steampunk und Dystopie werdet ihr noch etwas warten müssen. Ich will beide Geschichten erst vollständig fertig haben und konzentriere mich aber aus Zeitgründen vor allem auf die Wölfe.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Einiges! Ich plotte gerade eine Steampunk-Piraten Geschichte mit paranormalen Meereslebewesen, von der ich noch nicht so wirklich sicher bin, wo sie mit hinführen wird. Bis jetzt haben wir da Piraten-Sirenen-Dämonen. Dann gibt es da noch diese »King Arthur trifft auf Robin Hood Dystopie« auf die ich mich total freue.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Das ständige Wechselbad zwischen »Boar ist das geiler Scheiß« und »Das kann man doch niemanden lesen lassen« Ich hab ungefähr das Selbstvertrauen einer Kartoffel und das ist es, was mir den ganzen Prozess teilweise recht schwer macht.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich würde sagen halbberuflich?  Ich habe das Glück sehr viel Zeit zum Schreiben zu haben und diese auch zu nutzen. Allerdings verdiene noch nichts damit. Aber selbst, wenn ich gerade nicht schreibe, arbeite ich im Hintergrund meiner Gedanken an Plot, Figuren, Dialogen. Es ist eigentlich immer präsent.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Lass dich nicht kleinreden. Du hast etwas zu sagen? Dann sag es auch.

 

Motivation

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich habe einige Autorinnen, mit denen ich mich austausche. Darunter Katrin Ils, Jill Noll und Kathy Wild. Dazu kommen viele liebe Autoren auf Twitter, das Gemeinsamkeitsgefühl, das dort entsteht, hat mir unglaublich geholfen und dank der LitCamps konnte ich so viel lernen. Austausch ist etwas, dass ich jedem empfehlen kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Vermutlich ähnliche, wie jeder andere Autor auch. Irgendwann würde ich gerne vom Schreiben leben können und irgendwann vielleicht sogar anderen Autoren unter die Arme greifen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich habe meinen Testleserinnen das Manuskript ausgedruckt und zugesendet und als es zurückkam, und die Kommentare gelesen hab. Die Gefühle die ich hervorrufen wollte scheinen genau an den richtigen Stellen auch angekommen zu sein. Man könnte sagen, ich hab ein Bild mit Worten gemalt und meine Testleser konnten zu der Melodie tanzen.

 

Eine kleine Kostprobe…

Es ist ein Teil der Szene die ich schon in Leipzig bei #9lesen vorgetragen habe. Ich mag sie sehr gerne.

»Es riecht nach nassem Hund.« Die barsche Stimme im Nebenraum war ihm unbekannt. »Nach fremdem, nassem Hund. Wieso erzählst du mir nicht, was er hier zu suchen hat?«
»Ich habe es dir schon gesagt. Zwei Mal. Aber ich erkläre es dir auch gerne noch ein drittes Mal. Er war hier um mich abzuholen. Wegen eines Jobs.«
»Du hättest mich anrufen können, ich hätte dich gefahren.« Der Fremde knurrte, die Drohung darin jagte Luke einen Schauer über den Rücken.
»Und ich dachte, ich hätte dir ausreichend klargemacht, dass ich nichts mehr mit dir oder deinen Speichelleckern zu tun haben will.« Die Lautstärke in Sofies Stimme nahm zu. Sie hatte keine Angst vor ihrem Gegenüber. Etwas, das Luke von sich nicht sagen konnte. Die Clanmacht tobte in ihm. Verzweifelt versuchte sie, ihn zum Gehen zu bewegen, drängte ihn, den Laden und die Stadt zu verlassen. Und zwar, bevor King ihn bemerkte.
»Entschuldigung?«, sagte Luke und verfluchte sich im gleichen Moment selbst dafür. »Sofie, du hast die Notizen liegenlassen.« Er klammerte sich an das Klemmbrett und betete, dass der Schutz durch die Arbeit ausreichte, obwohl er seinen zweiten Besuch nicht angemeldet hatte.
Sofie kam aus dem Hinterzimmer zum Tresen.
»Danke, Luke.« Sofie griff über die Theke und legte ihre Hand auf seine.

Er zuckte zusammen, als der fremde Wolf den Raum betrat. King musterte ihn abfällig, dann beugte er sich zu Sofie herab und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. Für einen Moment schloss Luke die Augen. Seine Fingernägel gruben sich in die Handballen, wo sie deutliche Spuren hinterließen.
Jede von Kings Handlungen drückte Missbilligung aus. Der kurze Kuss gehörte genauso dazu, wie die Tatsache, dass er den Wolf in Luke komplett ignorierte.
Luke sank in sich zusammen, damit er möglichst klein und ungefährlich wirkte. Klein, ungefährlich, unscheinbar. Bloß nicht auffallen. Sein Mantra bei jeder Begegnung mit einem Fremden.
King schritt an dem Tresen vorbei und Luke drückte sich gegen ein Pflanzenregal, um ihm möglichst viel Platz zu lassen. Einen Moment blieb der Ranghöhere neben ihm stehen und musterte ihn. Luke senkte den Blick, gab so auch in der menschlichen Gestalt seinen Nacken frei um seine Unterlegenheit deutlicher zu betonen. Es gab hier keine Gefahr für den Warith, nur Bestätigung. King schnaubte abfällig, ehe er den Weg zum Ausgang fortsetzte.
Erst als die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen war, wagte Luke, sich zu bewegen. Er sah auf. Sofie musterte ihn.

»Es tut mir leid, ich hätte gehen sollen.«
Mit wenigen Schritten umrundete sie die Theke und griff nach seinen Händen. »Beruhig dich. Es ist alles in Ordnung.«
»Das war dein Freund?« Seine Stimme versagte mitten in der Frage.
»Mein Ex-Freund und ja, er und bevor du fragst: Ja, sein Benehmen ist der Grund dafür, dass ich nicht mit Werwölfen ausgehe.«
Luke lachte auf. »Jede Wölfin würde dir erklären, dass er ein äußerst guter Fang ist.«
»Wenn man darauf steht, als Besitz oder Trophäe angesehen zu werden, vielleicht. King ist so sehr Wolf, dass er immer vergisst, dass ich ein Mensch und kein Wolf bin. Ich kann nicht immer gegen ihn kämpfen. Ich will keinen Mann, dessen Gene dafür sorgen, dass er versucht, mich zu dominieren. Damit will ich nicht leben-«, sie lächelte gequält, »Ich bin eine eigenständige Person und ich will nicht darum kämpfen müssen, es zu sein.«


Katania de Groot

 

Das Buch „Wolfskisses: Ankunft der Jäger“ erscheint am 20.05.2019 im Selfpublishing. Ihr könnt es bei amazon* bereits vorbestellen.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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#ProjektArbeitstitel – Was ist das?

#ProjektArbeitstitel – Was ist das?

#ProjektArbeitstitel – Was ist das?

Hallo zusammen, vielleicht habt ihr den Aufruf auf twitter mitbekommen. Ich habe gefragt, ob unveröffentlichte und bald veröffentlichende Autor*innen Lust auf eine Interview-Reihe hätten. Und die positive Resonanz war riesengroß.

Worum geht es?

Bei #ProjektArbeitstitel interviewe ich vor allem Autor*innen, die noch nichts veröffentlicht haben, bald veröffentlichen oder noch nicht so viele Veröffentlichungen haben. Weil ich Projektschnipsel, Work in Progress und den Schreibprozess so liebe und so gerne mitverfolge. Viele von euch posten regelmäßig Ausschnitte in Social Media und machen mich ganz hungrig auf die tollen Bücher, die da wachsen. Und ich bin sicher, damit bin ich nicht allein!

Außerdem finde ich es immer spannend als Schreibende von den Herausforderungen, Tipps und Prozessen anderer Schreibender zu lesen. Das motiviert und inspiriert.

Wann?

Die Interviews werden jeweils montags und donnerstags hier auf meinem Blog erscheinen.

Und ich habe so viele Teilnehmer, dass sich diese Aktion wohl bis in den Oktober erstrecken wird. Ihr dürft euch also auf geballte Autor*innenpower freuen!

„Ich würde auch gerne mitmachen!“

Ich konnte leider nicht alle Personen, die sich gemeldet haben, mitaufnehmen (Sonst würde die Aktion wohl locker 1 Jahr lang dauern). Auch jetzt sind es schon sehr viele Autor*innen und dadurch natürlich auch ein recht großer Organisationsaufwand. Allerdings werde ich nach Ende der Aktion die Fragen hier posten, sodass jeder sie auf dem eigenen Blog oder der eigenen Website beantworten kann. Quasi als Tag! Wenn ihr hier kommentiert, verlinke ich euch auch gerne.


Übersicht der Teilnehmenden

Babsi taucht ab (Februar 2019)

Babsi taucht ab (Februar 2019)

Babsi taucht ab (Februar 2019)

 

Blogbeiträge:

Videos

Katrin Ils macht so viele tolle Videos, dass ich sie gar nicht alle hier verlinken Kann. Abonniert sie einfach, ok?

Gelesene Bücher:

 

Privat:

Anfang Februar plagte ich mich noch mit Klausuren, danach ging es ruhiger zu und ich konnte mich wieder Büchern, Videospielen und anderen Projekten widmen. In den letzten Jahren habe ich das Zeichnen ziemlich vernachlässigt. Das wollte ich nachholen, weil es mich entspannt, weil es mir gut tut und mir auch bei meinen Geschichten hilft. Hier sehr ihr z.B. die gute Sasha aus meinem Projekt „Save Our Souls„.

Eine Leseprobe und ein Exposé habe ich Anfang des Jahres an eine Agentur geschickt und irgendwann im März sollte ich eine Antwort erhalten, ob sie mit mir zusammen arbeiten möchten. Diese Geschichte ist mir sehr wichtig, ich arbeite schon sehr lange daran und hoffe natürlich, euch irgendwann mehr als nur Zeichnungen, Schnipsel und Leseproben präsentieren zu können.

Leider hat mich nach der Prüfungsphase sämtliche Motivation verlassen, irgendwas produktives zu tun. Sei es Videos drehen, Blogbeiträge schreiben oder lesen. Ich habe mich von Serien berieseln lassen, meine Eltern besucht und mit meinem Kater gekuschelt und möglichst wenig inhaltlich anspruchsvolle Dinge getan. Jetzt gegen Ende des Monats bessert sich das langsam wieder. Zu meinem Geburtstag habe ich einen Haufen toller Bücher bekommen! Danke auch an alle, die an mich gedacht und mir gratuliert haben.

Wie war euer Februar so?

Tüdelü,

eure Babsi

 

Wie werde ich eigentlich Autor*in?

Wie werde ich eigentlich Autor*in?

Wie werde ich eigentlich Autor*in?

Wie wird man eigentlich Autor*in? Habt ihr euch die Frage jemals gestellt?

Genau darüber spreche ich in meinem neusten Video:

In Filmen setzen sich verkappte Genies oft einfach abends an die Schreibmaschine, getrieben von einer krass-genialen Idee. Sie tippen die Nacht durch und zack, am nächsten Morgen ist das Buch fertig. Man ahnt zwar, dass das in der Realität anders abläuft, aber so ganz genau wissen es viele wohl nicht.

Dass viel Arbeit, Frustrationstoleranz und Ausdauer gefragt ist, scheinen viele unter den Teppich zu kehren. Jung-Autor*innen, die ihr erstes Manuskript fertig haben, geben sich gerne der Illusion hin, dass die Veröffentlichung jetzt ein Klacks wird, wenn man mal fertig ist.

Mein „Baby“ Save Our Souls ist seit geraumer Zeit fertig, war schon bei den Testleser*innen und trotzdem ist noch keine VÖ in Sichtweite. Bin ich dann überhaupt schon Autorin?

Ich bin schließlich auch Mitglied im Nornennetz, einem Netzwerk für Phantastikautorinnen. Ich lese bei 9lesen aus meinen Werken. Und quatsche im Heldenreise Podcast über meinen Weg als Autorin.

Also ja, ich sehe mich schon als Autorin! Was denkt ihr darüber? Wann ist für euch jemand Autor*in?

Wenn ihr Lust auf weitere Beiträge rund um das Thema Schreiben habt, dann schreibt es in die Kommentare!

Tüdelü, eure Babsi