Wie läuft’s eigentlich mit dem Schreiben?

Wie läuft’s eigentlich mit dem Schreiben?

Ja, Babsi: Wie läuft’s eigentlich mit dem Schreiben?

Ich gehöre zu der Sorte von Autoren, die gerne im stillen Kämmerchen schreiben. Einerseits, weil ich kaum plotte und sich viel im Prozess entwickelt und andererseits weil ich gar nicht so gerne über meine Projekte rede.

Irgendwie habe ich wohl Angst die Leute nerven zu können, wenn ich mal loslege und meine komplexe Welt und die Verbindungen erkläre. Denn wenn ich Projekt Save Our Souls runterbreche, klingt es denkbar unspektakulär: „Medium und Teufel arbeiten zusammen, um seelenfressendes Biest in der Hölle zu versiegeln. Dabei begegnen sie mächtigen Geistern, alten Geheimnissen und lernen, welche Kraft eine Seele wirklich hat.“

Wenn ich dann noch erwähne, dass Nero und Victoria ein bisschen miteinander anbändeln, klingt es wie eine 0815 Urban Fantasy Geschichte. Und genau das wollte ich eigentlich beim Schreiben nie. Ich habe viele Elemente eingebaut, viele Charaktere und bewusst Klischees gedreht oder aufs Korn genommen. Ohne viel zu spoilern, kommt das aber oft nicht raus.

Wie steht es also aktuell um „mein Baby“? Schließlich habe ich es beendet und Testleserfeedback eingeholt und dieses auch eingearbeitet.

Nun ja, es dümpelt so vor sich hin. Das Exposé und eine Leseprobe liegen aktuell bei zwei Verlagen vor und ich warte noch geduldig auf eine Antwort. Nebenbei werkele ich an einer Fortsetzung. Ursprünglich war Projekt Save Our Souls nämlich als Trilogie angedacht. Inzwischen könnte ich mir auch vorstellen, dass es mit dem zweiten Band beendet sein wird. Je nachdem ob ich alles, was ich erzählen will, unterbringe.

Die Welt, in der es spielt, ist so groß und lebendig in meinem Kopf, dass ich allerlei Novellen und Kurzgeschichten dazu schreiben könnte. Aber in meinem Herzen fühlt es sich noch falsch an, diese aufzuschreiben. Victorias Geschichte ist so viel lauter und dringlicher. Die möchte ich auf jeden Fall fertig erzählen, bevor ich mich weiter in diesem Universum austobe.

Außerdem habe ich neulich eine Commission in Auftrag gegeben und die liebe AoiShi Art hat meine Victoria gezeichnet. Sie sieht richtig cool und erwachsen aus!

Nebenbei schreibe ich aber trotzdem und lasse nicht alles pausieren.

Ich fange gerne Geschichten an

Leserfeedback ist eine gute Möglichkeit mir in den Hintern zu treten. Deswegen habe ich meine maritime Fantasy Geschichte „Der Horizont hinter den Wellen“ auf Sweek veröffentlicht. Früher habe ich viel mehr Fanfictions und damit kapitelweise geschrieben, das hat Spaß gemacht und war recht ergiebig. Im Gegensatz zu meinem Herzensprojekt Save Our Souls bin ich da auch weniger perfektionistisch. Nicht, dass ich nicht kritisch überarbeite und rumfeile, aber es fällt mir leichter ein Kapitel stehen zu lassen, auch wenn ich nicht zu 100% zufrieden damit bin. Zusätzlich warten die Leser*innen, sodass ich auch einfach vorankommen möchte.

Ich wollte schon ganz lange eine Fantasy Geschichte mit einer Meerjungfrau erzählen.

Mavi ist zur Hälfte Meerjungfrau und schleicht sich an Bord des Piratenschiffes von Kapitän Tayon, um dem besessenen Marinearzt Wayland zu entkommen.
Halbblüter wie sie überleben eigentlich nicht lange, weswegen sie eine Rarität unter Forschern und Sammlern ist. Tayon ist ganz angetan von Mavi, doch das gilt nicht für alle Crewmitglieder. Und Wayland ist ihr nach wie vor auf den Fersen.

Mavi ist nicht die Meerjungfrau, die ich erwartet habe, aber eine, die ich verdient habe. Haha! Sie ist eher zurückgezogen und düster, zwiegespalten und misstrauisch. Sie ist noch etwas blass in meinem Kopf, aber für diese Geschichte ist sie die passende Meerjungfrau. Wayland als Bösewicht macht aber unglaublich viel Spaß. Er ist ein Forscher, ein Sammler und regelrecht besessen von Mavi. Er möchte ihr nicht wehtun, aber sie einsperren und für sich haben und naja… ich stelle es mir ziemlich eklig vor, wenn er mit ihr alleine ist. Tayon ist eine absolut Frohnatur und ein ziemlicher Charmeur, aber auch eine gute Seele. Dennoch hat er eine dunkle Vergangenheit und einige Geheimnisse und ich hoffe, es gelingt mir, ihn vielschichtig zu zeichnen.

Damit nehme ich übrigens am #SchreibmitDarkDiamonds Wettbewerb teil – die 30 Geschichten mit den meisten Likes, kommen auf die Shortlist.

Wie viele Meerjungfrauen hast du denn, Babsi?

Einige! Es blubbern in meiner Ideenmappe so einige Fischwesen vor sich hin. Tragisch-boshafte Sirenen und verspielte Bad Ass Nixen. Aber Mavis und Tayons Plot hat sich für eine kapitelweise Veröffentlichung angeboten, da die Geschichte an sich recht einfach gestrickt ist. Einfacher als meine tragisch-boshafte Sirene, die doch noch einiges an Vorab-Plotten und logischen Kausalketten braucht.

Und dann gibt es da noch diese Fantasy-Idee, die nichts mit Meerjungfrauen zu tun hat, obwohl die erste Szene im Wasser spielt.

Sie ist emotional, auf eine seltsame metaphorische Ebene sehr persönlich und interessanterweise extrem bildlastig. Ich weiß gar nicht, ob es ein Traum war oder vor dem Einschlafen ein Grundgedanke, jedenfalls musste ich diese Szene zeichnen. Ich wünschte, ich könnte so stabil und gut zeichnen, um das ganze als Comic oder Graphic Novel zu verpacken. Mal sehen. Jedenfalls gibt es einige Bilder bei dieser Geschichte, die ich definitiv malen möchte.

Die Charaktere haben noch keinen Namen und es gibt nur einen ganz groben Plot, aber ich weiß welche Entwicklung die Hauptcharaktere durchmachen und was sie lernen. (Wasser zu zeichnen ist übrigens gar nicht so einfach!)

Außerdem habe ich noch eine Kurzgeschichte für eine Anthologie geschrieben, die voraussichtlich im Dezember erscheinen wird. Und eine Fanfiktion zu „Die Götter von Asgard“ von Liza Grimm.

Man könnte also sagen, dass ich an allen möglichen Dingen arbeite, nur nicht an meinen Hauptprojekten. Stimmt. Aber so ist das eben mit dem Schreiben. Ich schreibe, wohin mich meine Fantasie trägt. Manchmal bedeutet das, das Dinge ein bisschen ruhen, während andere Welten entstehen.

Bei Victorias Geschichte kann ich mir sicher sein, dass sie auf mich wartet. Dass ich sie auf jeden Fall erzähle – und veröffentliche – komme, was wolle.

 

Titelbild Hannah Olinger on Unsplash

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