Schlagwort: romantik

Deborah N. May #ProjektArbeitstitel

Deborah N. May #ProjektArbeitstitel

Deborah N. May #ProjektArbeitstitel

Heute stelle ich euch eine Schweizer Autorin vor: Deborah N. May bei #ProjektArbeitstitel

Vor vielen Jahren hatte die deutlich jüngere Ausgabe von mir die Idee, ein Buch schreiben zu wollen. Sie setzte sich hin und begann. Hunderte Male. Aber fertig wurde sie nie. Weil sie keine Ahnung hatte, wie man das macht. Irgendwann hatte sie genug davon und wollte „es“ endlich anpacken. Also hat sie sich selber ausgebildet, zwei Jahre lang täglich gebüffelt, was eine Autorin alles so wissen muss. Vom ersten Wort bis zum fertigen Buch.

Sodala, da bin ich also. Deborah N. May, Autorin mit Leib und Seele. Ich lebe in der Schweiz (darum gibt’s bei mir auch kein β. In den Romanen natürlich schon.)

 

Das Honighurenhaus und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Das Debut, welches gerade veröffentlicht wurde, handelt von einer Schulabgängerin die in die USA reist, um die Freiheit zu finden. Leider findet sie etwas ganz anderes. Es ist ein New-Adult Roman für Frauen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Es ist ein Herzensprojekt, wie man so schön sagt, welches mich mehr als die Hälfte meines Lebens begleitet hat und nun endlich freigelassen wird.
Nebenbei habe ich ein Manuskript namens „Das HonigHurenHaus“ in der Testlesephase. Darin geht es um eine Mutter, die 1938 allen ihren Kindern und schließlich sich selbst das Leben nimmt. Rund 80 Jahre später zieht eine junge Malerin namens Jessica in das Nachbarhaus der sogenannten „Honighure“ (also die Kindsmutter von 1938) und von da an ändert sich ihr Leben schlagartig, denn auf einmal steht ein Schauspieler in ihrem Garten.

Nach einer Überarbeitung ist noch einmal eine Testleserunde angesetzt, bei diesem Buch nehme ich nur Testleser, die „Maysider“ sind. Das sind Deborah N. May-Insider, also meine Newsletterabonnenten. Die bekommen von mir ganz spezielle Aufmerksamkeit und haben ab und zu sogar die Möglichkeit, mit ihrer Meinung Details eines Romans zu beeinflussen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
„Der letzte Bus nach Talmey“ ist ja jetzt gerade herausgekommen, da kann ich kaum noch was tun, ausser das Buch „an die Frau“ bringen. „Das HonigHurenHaus“ ist für im Oktober geplant, mal sehen, ob ich das so hinbekomme. Für ein paar Sekunden lehne ich mich jetzt mal zurück und schaue, was passiert.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Sehr gerne. Es gibt einen weiteren Roman, der Arbeitstitel ist „Alexa und das Schiff“. Darin geht es um einen jungen Mann, der mit seinem Lebensgeheimnis erpresst wird. Alexa hingegen, die reist nach England um ein Schiff zu verkaufen. Dumm, es wurde eingebrochen und sie eingeschneit. Natürlich kreuzen sich Alexas und Nicks Wege, Liebe ist im Spiel aber das ist gar nicht so einfach, wenn man etwas zu verbergen und den Kopf voll mit anderen Dingen hat. Die Namen der Protagonisten sind noch nicht fix, ich habe neuerlich gelesen, dass Leserinnen genervt über bestimmte Männernamen in Romanen sind. Unter anderem „Nick“. Mal sehen, wie ich mich da entscheide. Mir gefällt der Name gut. Er ist auch weder besonders muskulös, noch blauäugig mit dunklen Haaren, nicht 1.90 gross und ebenfalls kein anfänglicher arroganter Schnösel, soviel kann ich zu den Klischees schonmal verraten.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Eigentlich der Umgang mit Social Media. Ich mag es, aber es ist ein elender Zeitfresser. Sich da abzugrenzen und es trotzdem sinnvoll zu nutzen, das ist ein langer Lernprozess.

Hast du eine Schreibroutine?
Sobald ich Zeit habe, setze ich mich hin. Aber zwei Vormittage sind fix, da gibt’s nichts anderes, auch kein Zahnarzt. In diesen Zeiten schreibe ich aber nicht immer, da ich momentan noch vier Manuskripte (Rohfassung) bereit habe. Dann mache ich mir selber Pläne, gestalte einen Kalender (momentan zum Thema: Von der Idee zum veröffentlichten Roman in 12 Monaten. Zum reinschreiben und abhaken.) oder gestalte Werbung.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Mach es exakt so, wie du es gemacht hast, liebe Deborah.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Da gibt es ganz viele. Mich inspirieren Menschen, die nicht aufgeben, die sich Ziele setzen und diese dann auch erreichen. Geht nicht immer einfach und schnell, aber es geht.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Naja, vom Schreiben leben natürlich! *hüstel* Wer will das nicht … seine Leidenschaft zum Beruf machen?

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das allererste „Ende“ unter ein Manuskript zu schreiben. Und das Feedback von den ersten Lesern.

 

 

Eine kleine Kostprobe…

Ui, so kurz? Bin ich gar nicht gewohnt. Na gut, ich versuch’s mit einer Kurzgeschichte.

Flieder

Ein schlichtes Wort ist in der Lage, eine Seele zu retten. Anna kam aus einem Leben, in welchem die Schönheit einer Blume keine Rolle spielte. Nie hatte Anna von ihren Eltern eine einzige Blüte bekommen, nicht einmal an ihrem Geburtstag, nein, sie taten, als wäre dies das nutzloseste Gut der Erde.

Aber Anna liebte Blumen, sie würde für sie sterben.

Sie war die Strasse entlang gehastet, rüber zur Brücke, die im Wind klapperte. Ihre Eltern würden den Zettel bemerken und vielleicht nach ihr suchen.

„Blumen? Zu teuer!“, hatte ihre Mutter jeweils gesagt und der Vater hat gerumpelt: „Was willst du mit dem Scheiss?“

Wieder und wieder hatte Anna sich am Wegrand oder von einer Wiese welche gepflückt, in alte Yoghurtbecher gesteckt und sich daran erfreut.

Wenn Mutter es bemerkte seufzte sie und Vater schüttelte den Kopf.

Anna war nichts anderes übrig geblieben. Auf den Zettel hatte sie nur ein Wort geschrieben. Dann war sie losgerannt. Die Brücke war ihre letzte Rettung. Es waren nicht nur die fehlenden Blumen, aber dies war mit Abstand das Traurigste. Ihren Eltern würde ein Licht aufgehen – und eins erlöschen.

Jetzt lag sie in einer Holzkiste, Deckel drauf. Um sie herum Menschen mit entsetzten Blicken und ein Meer aus Flieder. Endlich hatten sie es begriffen.


Deborah N. May

 

Veröffentlichungen:

„Der letzte Bus nach Talmey“, auf amazon* kaufen

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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[Rezension] New York Bastards: In deiner Erinnerung von K.C. Atkin

[Rezension] New York Bastards: In deiner Erinnerung von K.C. Atkin

[Rezension] New York Bastards: In deiner Erinnerung von K.C. Atkin

Nachdem mich der erste Band um die New Yorker Gangstertruppe positiv überrascht hat, wollte ich gleich den zweiten Band lesen, in dem es um Butch und Victoria geht. Zwei Charaktere, die mir auch im ersten Buch schon gut gefallen haben. Außerdem gilt eine Spoilerwarnung für den 1. Band, da dieses Buch sich unmittelbar daran anschließt.


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  • Autorin: K.C. Atkin
  • Titel: New York Bastards: In deiner Erinnerung (2. Band der New York Bastards Reihe)
  • Verlag: LYX
  • Genre: Thriller, Romantik
  • 458 Seiten, TB: 4,99€ | Ebook: 12,90€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Nach den Ereignissen aus dem 1. Band kämpft Butch mit den körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen als ihm eines Nachts ein Mädchen vor die Füße fällt. Sie spricht kaum, wurde offensichtlich misshandelt und ist unterernährt. Butch vermutet dahinter einen Ring von Kinderhändlern – ein No Go, selbst in der Gangsterwelt von New York.

Victoria hat ebenfalls an ihrem Päckchen aus Band 1 zu knabbern, doch sie konnte ihr Arbeit als Kinderkrankenschwester wiederaufnehmen. Als ein verstörtes Mädchen eingeliefert wird, ahnt sie nicht, dass sie damit abermals in die Machenschaften der New Yorker Unterwelt verstrickt wird. Butch und Victoria müssen zusammenarbeiten, um dem Mädchen zu helfen und die Verbrecher ein für alle Mal dingfest zu machen.

  • Triggerwarnungen zum Buch: Gewalt (auch gegen Kinder), Traumata, Medikamentenmissbrauch

Meine Meinung:

Das Buch legt in Sachen ernste Themen nochmal eine Schippe oben drauf. Die Autorin K.C. Atkin studierte in Osnabrück Psychologie und man merkt, dass sie auch bei ihren Figuren auf die psychischen Folgen achtet. Butch ist ein gebrochener Mann, der psychosomatisch stark angeschlagen ist. Victoria hat ihr Trauma aus dem ersten Band therapeutisch verarbeitet, aber es wird immer wieder eingestreut, dass beide noch an ihren Erfahrungen zu knabbern haben.

„In deiner Erinnerung“ ist mehr Thriller als Band 1, die Romantik und Erotik kamen sehr kurz. Während ich in der ersten Hälfte einer erneuten Annäherung der beiden Protagonisten entgegenfieberte, wurde es im zweiten Teil sehr schnell und lieblos abgewickelt. Generell fühlte sich das letzte Drittel – die Enthüllung, das Vertiefen der Beziehung, das große Finale – total gehetzt und hingeschludert an. Anders kann ich es wirklich nicht sagen. So mühsam und langsam in der ersten Hälfte alles aufgebaut wird, so zerstört wird es durch das Tohuwabohu am Ende.

Mir gefiel der Anfang wirklich gut, der Fokus auf die individuellen Probleme der Charaktere, ihre Päckchen, ihre psychische Entwicklung. Es war klar, dass die Verarbeitung nur langsam geschah, dass Heilung Zeit braucht. Umso schöner waren ebendiese kleinen Schritte bei Butch, Victoria und dem kleinen Mädchen.

Der Schreibstil war atmosphärisch und lebhaft, es war eher das ernste Thema, das beim Lesen manchmal etwas gebremst hat

Die zweite Hälfte schwächelt…

Ich mochte Butch & Victoria in Band 1 sehr gerne und auch in diesem Buch waren die beiden sympathisch und lebensecht mit ihren Ecken und Kanten. Leider wurde so viel davon wieder kaputtgemacht. Viele Probleme, die es in der gesamten ersten Hälfte gab, waren auf einmal nichtig. Ohne, dass sie durch ein Gespräch gelöst wurden. Natürlich kann man – wenn es sehr ernst wird – merken, dass die Probleme, die man vorher mit der Beziehung hatte, vielleicht nur im Kopf waren. Aber das nicht mal nachbesprechen, sondern in stillem Einverständnis sofort heile Welt spielen?

Es ging alles nur noch um das eine Thema – die Zerschlagung des Kinderhändlerrings, alles andere fiel komplett weg und die Charakterzüge der beiden gingen fast komplett unter. Es wurde teilweise nicht mal mehr darüber geredet. Im ersten Band gefiel mir die Mischung aus Spannung und Romantik total, hier war es irgendwie im Ungleichgewicht. Dadurch fielen einige Mängel eben auf. Der Bösewicht, der aufgebaut wird, ist am Ende so unspektakulär und unbedrohlich wie nur irgend möglich. Nebencharaktere verhalten sich total unsinnig, nehmen plötzlich ganz viel Raum im Buch ein und tauchen dann quasi wieder ab. Der Funke ist nicht übergesprungen.

Es ist schade, denn in Band 1 hat die Autorin für mich eigentlich bewiesen, dass sie diese Balance zwischen Romantik, Thriller mit glaubwürdigen und liebenswürdigen Charakteren hinbekommt.

Fazit:

Viel eher mittelmäßiger Thriller, wenig Romantik bzw. Erotik. In der ersten Hälfte baut das Buch eine gute Geschichte mit spannenden Dynamiken auf, die es am Ende nicht ordentlich zum Abschluss bringen kann. Das Ende wirkt gehetzt, konstruiert und wie eine unfertige Rohfassung. Wenn ihr den ersten Band mochtet, könnt ihr es gerne versuchen. Wer einen romantischen Thriller sucht, greift lieber zum ersten Band.

Weitere Meinungen:

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[Rezension] Water & Air von Laura Kneidl

[Rezension] Water & Air von Laura Kneidl

[Rezension] Water & Air von Laura Kneidl

Von Laura Kneidl liegen einige Bücher auf meinem SuB und ich nehme mir eines nach dem anderen vor. Ihr „Light & Darkness“ war für mich eine solide Romantasy Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Im Freibad habe ich mir ihr nächstes Buch vorgenommen, das thematisch perfekt zum Baden passt: Water & Air.


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  • Autorin: Laura Kneidl
  • Titel: Water & Air
  • Verlag: Carlsen
  • Genre: Dystopie, Romantik
  • 480 Seiten, TB: 12,99€ | Ebook: 9,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Der Meeresspiegel ist angestiegen, die Kontinente und Städte versunken. Die Menschen scharen sich in Wasser- und Luftkolonien zusammen, die nur sporadisch Handel und Kontakt pflegen. Die achtzehnjährige Kenzie hat noch nie die Sonne gesehen und sie ist das Leben in ihrer strengen Wasserkolonie leid. Als sich ihr die Möglichkeit bietet, flieht sie in eine Luftkolonie. Doch dort wird sie schnell entdeckt und als unbefugter Eindringling ist sie der perfekte Sündenbock für eine Reihe von Morden und Diebstählen in der sonst so friedlichen Luftkolonie. Nur Callum hält zu ihr, doch damit droht er seine eigene Position in der Kolonie zu gefährden.


Meine Meinung:

Das Setting hat mich total neugierig gemacht. Und da hat sich Laura Kneidl auch wirklich Gedanken gemacht. Sowohl die Wasserkolonie als auch die Luftkolonie wirkten total faszinierend auf mich und waren gut beschrieben. Wie auch in „Light & Darkness“ war der Schreibstil für mich angenehm flüssig zu lesen und gleichzeitig abwechslungsreich und richtig zum Abtauchen. Beziehungsweise Auftauchen. 😉

Kenzie ist eine abenteuerlustige Protagonistin, die Mut und Eigenständigkeit beweist. Das hat mir sehr gut gefallen.

Callum war für mich weniger gut zu fassen, er blieb lange undurchschaubar und geheimnisvoll. Seine Beweggründe machten nicht immer Sinn. Im Laufe des Buches haben wir jedoch mehr über ihn erfahren und mir gefiel, wie sein Verhalten begründet wurde und welche Facetten er dadurch bekam.

Luft und Wasser…

Die Nebenfiguren blieben etwas blass, ich hätte gerne noch mehr erfahren. Dennoch freue ich mich über die Diversität, denn Kenzies bester Freund ist homosexuell. Ich hätte mich gefreut, wenn er etwas mehr Platz im Buch bekommt. Die Interaktion zwischen den beiden war am Anfang nämlich sehr intensiv und vertraut, in der zweiten Hälfte war davon nicht mehr ganz so viel übrig.

Was für mich bei den Charakteren leider etwas gehinkt hat, war die Liebesgeschichte, die sich vor dem Hintergrund schwelender Konflikte ziemlich unmittelbar entwickelt hat. Hier hätte ich mir etwas mehr Zeit, etwas mehr Zweisamkeit und Szenen gewünscht, in denen Callum und Kenzie miteinander agieren und sprechen. Die wurden nämlich sehr oft nur angedeutet oder gekürzt. So blieben meist das gemeinsame Abenteuer, die Konflikte und der Fokus auf der Lösung der Mordfälle im Vordergrund.

Das Setting hat mir wie gesagt total gut gefallen und ich würde supergerne mehr Geschichten aus dieser dystopischen Welt lesen. Die Spannung und die Problematiken, die sich durch die begrenzten Ressourcen und das generelle Misstrauen aufgebaut haben, fühlten sich real und verständlich an.

Auch viele Themen, moralische Fragen nach Ressourcen, nach Menschlichkeit, nach Gemeinwohl wurden besprochen. Das war eine sehr gute Mischung, die sich auch wunderbar in die Geschichte eingebettet hat.

Ich war ein bisschen traurig als das Buch zu Ende war. Bisher ist es ein Einzelband und ich weiß nicht, ob da nochmal was kommen wird. Ich würde mich freuen!

Fazit:

Mir ging es mit der Romanze ein bisschen zu plötzlich, aber ansonsten überzeugte mich das Buch auf voller Linie. Angenehm zu lesen, spannend und düster, interessantes Worldbuilding und eine gute Balance zwischen actionreichen und ruhigen Szenen. Eine Empfehlung für alle, die gerne mal ein anderes Setting als klassiche Fantasy-Wälder und Zombie-Dystopie ausprobieren möchte. Laura Kneidl hat mich mit diesem Buch geangelt!

Weitere Meinungen:

 


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Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Eine wahnsinnig talentierte Autorin, deren einzigartige Entwicklungsromane um ihre liebenswert angeknacksten Figuren Lukas, Inga und Silas viel mehr Aufmerksamkeit verdienen. Meine Rezension zu Schneepoet findet ihr auch hier auf dem Blog. Nika Sachs hat außerdem bereits einige Erfahrungen gesammelt, an denen sie uns heute hier teilhaben lässt.

Ich bin Nika, irgendwas knapp über 30 und Geschichtenverrückt, seit ich denken kann.

Mein erstes Buch habe ich geschrieben als ich vierzehn war. Leider fiel es einem PC-kurzschluss zum Opfer. Damals war kam mir der Gedanke noch nicht, dass ich meine Texte regelmäßig extern speichere. Nach langer Pause über mehrere Jahre begann ich mit Anfang Zwanzig wieder mit dem Schreiben und stellte 2015 mein Debut „Namenlos“ fertig. Danach war es um mich geschehen und ich schrieb in drei Jahren vier weitere Bücher. Leider ist am Ende der Zeit immer noch so viel Idee übrig.

Nach dem Buch ist vor dem Buch.

 

Schneepoet und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Derzeit schreibe ich am fünften Band der Reihe über meinen Protagonisten Luc und seine Familie. Da er bereits den fertigen Titel hat, kann ich noch nicht so viel verraten. Allerdings laufen meine Bücher gedanklich jederzeit als „Textbaustelle“ in meinem Hirn. Hin und wieder arbeite ich zwischendurch außerdem an einem Jugendbuch, das phantastische Elemente hat. Dieses Projekt hat in der Tat bisher keinen Arbeitstitel. Meine Projekte wachsen aus Alltagsgründen derzeit viel langsamer als bisher, aber nicht mit weniger Freude und Ideen. Eben nur ein bisschen mehr durch die Grauzone Leben ausgebremst als sonst.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Am liebsten würde ich bis Ende des Jahres mit dem aktuellen Luc veröffentlichen. Aber ich mag mir auch genauso viel Raum für seine aktuelle Lebensphase lassen, die mir nach den letzten drei Bänden Familienchaos sehr am Herzen liegt. Meine Protagonisten verändern sich und ich mich mit ihnen. Das erfordert immer neue Herangehensweisen beim Schreiben.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Tatsächlich habe ich über zehn angefangene Manuskripte im Bereich Jugendbuch bzw. Roman und Novelle. Und daneben habe ich noch ein paar weitere Ideen, die alle nach und nach reifen und sich in einen möglichen Weiterführungsprozess einreihen. Wahrscheinlich haben meine Projekte alle ein bisschen Melancholie, Philosophie und Faszination Alltagsmagie gemeinsam, da bleibe ich mir treu.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Dass mir ein Vertrag bei einem konventionellen Verlag nichts bedeutet, wenn ich nicht ich bleiben kann.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Ich schreibe routinierter in Bezug auf Technik des Schreibens und die Sprache der Protagonist*innen und befasse mich eigentlich direkt nur noch mit ihren Gedanken und Entwicklungen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Der Anspruch an mich selbst. Ich will es immer und immer wieder selbst lesen können ohne mich daran zu stören. Dabei geht es mir weniger um die genaue Wortwahl, etwaige Fehler im Sprachbild oder offene Fragen, ob eine andere Option an dieser oder jener Stelle besser gewesen wäre. Ich versuche immer das Bild eines Gefühls wiederbringbar mit Worten zu „zeichnen“. Wenn ich das Gefühl, das ich beim Schreiben hatte, beim Lesen immer wieder habe, bin ich glücklich. Da ich meine Bücher bisher selbst verlege und überwiegend selbst gestalte bzw. entwerfe, bin ich unabhängig. Werbung mache ich kaum, dafür fehlt mir die Zeit. Ich hoffe immer, dass meine Geschichten gefallen und sich, wenn auch langsam, durch die Leser in der Welt verteilen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe entweder, wenn ich Zeit und den unausweichlichen Drang dazu habe oder wenn ich eine grobe Idee habe und in naher Zukunft einen freien Abend dazu habe. Am besten schreibe ich abends bis spät in die Nacht oder vormittags. Da ich studiere und zudem in einem Angestelltenverhältnis arbeite, bin ich derzeit nicht so flexibel wie bei den Büchern, die ich bisher veröffentlicht habe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Noch weniger Erwartungen an Wirtschaftlichkeit der Kreativität zu stellen, dafür aber an die Qualität der Arbeit. Man kann es niemals allen recht machen und schreiben um gezielt damit zu verdienen finde ich sehr restriktiv für die Kreativität.

Wie ist es, gemeinsam mit anderen ein Buch zu schreiben?
Für den aktuell veröffentlichten Band „Abseitsliebe“ durfte ich ein ganzes Kapitel gemeinsam mit Nicole Neubauer schreiben und mir ihren Protagonisten Hannes Brandl „ausleihen“, der auf Luc trifft. Nicole ist meiner Meinung nach eine fabelhafte Krimiautorin und gegen meine Befürchtung hat das super geklappt, dass wir beim gemeinsamen Schreiben (an zwei Laptops im gleichen Raum) auch den jeweils fremden Protagonisten übernommen haben. Ich habe definitiv Lust, noch einmal ein gemeinsames Autorenprojekt anzugehen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren viele Menschen, weil sie ein Netz aus Erkenntnissen, Strukturen und Konzepten in sich tragen. Aber einige haben mir so viel Anerkennung für meine Arbeit zukommen lassen, dass mich das schon sehr motiviert, weiterzuschreiben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Den ersten Teil von Lucs Tagebüchern als Kunstprojekt zu verfilmen. Und vielleicht noch ein paar Leser mehr, denen meine Bücher Türen zu sich selbst öffnen oder ihnen einen anderen Blickwinkel ermöglichen, um andere besser zu verstehen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Dass ich Leser*innen habe, die meine Geschichten auch im realen Leben mit sich weiterführen wollen.

 

Eine kleine Kostprobe…

Diese Szene entstammt aus dem fünften Buch um Lukas, Inga, Silas und Véro, welches sich noch in Arbeit befindet.

Das war das hässlichste Geräusch seit Langem. Dabei hat der Tag vorhin so vielversprechend begonnen. Ich werfe der zugefallenen Tür einen wehleidigen Blick zu. Post aus dem Briefkasten holen wollte ich, jetzt habe ich mich ausgesperrt. Lukas hat mir zwar letztens gesagt, wo ich den Ersatzschlüssel finde, aber weil ich ihm wie immer nur so halb zugehört habe, weiß ich es natürlich jetzt nicht mehr. Shit.

Nachdem ich im Garten die gängigen Verstecke dummer Menschen für einen Ersatzschlüssel abgeklappert habe ohne fündig zu werden, mache ich meinem eigenen Dasein als dummer Mensch alle Ehre. Ich klettere barfuß auf den Kirschbaum und von dort auf das Garagendach. Hoffentlich sieht mich niemand dabei, wie ich es jedem potenziellen Einbrecher vormache, uns zu überfallen. Mit etwas Anlauf schaffe ich es auf das flache Vordach. Von hier ist es leicht, über die Schindeln zum Badezimmerfenster rüber zu kriechen, das ich vorhin offengelassen habe. Okay, ich dachte das zumindest. Das Dach ist steiler und rutschiger als gedacht. Scheiße, scheiße, denke ich. »Drei Meter, du Muschi!«, sage ich zu mir selbst. Nach etwa zwei Metern geht mir die Kraft aus. Ich wäge ab, ob es sich ungefährlicher vom Dach rutschen lässt, oder ob ich besser ein paar Minuten warte, bis ich den Rest auch noch schaffe. Die Nachbarn mit einem Hilferuf zu mobilisieren scheint mir keine Option. Dann heißt es wieder ›Die Kartoffeln!‹

Ich entschließe mich, zu warten.

»Madame?«, ruft jemand. Das hat mir gerade noch gefehlt.

Ich drehe mich langsam um, in der Hoffnung, dass ich nicht gleich mit samt den Schindeln den Abflug mache. Mit in die Hüften gestemmten Händen steht er da und glotzt zu mir hoch, als wäre ich das einzige Problem in seinem Leben. Ich zeige langsam auf mich selbst. Bloß keine hektischen Bewegungen.

Der weißhaarige Hobbit nickt. »Qu’est-ce que vous faites là, hein?«

Ja, was mache ich hier wohl … Ich seufze und sehe mich um. Scheiße. Dann zucke ich mit den Schultern. »J’habite ici.«

»Vraiment?«

Ich nicke. Natürlich wohne ich hier!

Der Hobbit textet mich zu, aber ich verstehe nichts davon, weil er redet wie ein Wasserfall und ich seiner Sprache nicht mächtig bin. In der Hoffnung, es mir nachhaltig zu verkacken und ab sofort meine Ruhe zu haben, sage ich wehleidig die drei magischen Worte: »Je suis allmande.«

»Mon dieu!«, stöhnt er. Ich könnte gerade losprusten, so lustig finde ich sein Gesicht.

Der Hobbit flüchtet mit großen Schritten für so einen Zwerg, ich widme mich wieder der Aktion Dachfenster. Kurze Zeit später schleift etwas über unseren Steinweg.

»Attention, Foiärrrwärrr!«, ruft er mir zu. Dann stellt er die Leiter an die Hauswand und verschwindet aus meinem Sichtfeld. Ich glotze auf die Regenrinne und gehe durch, was ich gefrühstückt habe. Lukas hat mir bestimmt LSD ins Müsli gemischt. Kommt mich gerade ein bretonischer Hobbit vom Dach retten, der auf Deutsch – oder so was Ähnliches, Bestimmt hat er das im Panzerhandbuch gelernt – Feuerwehr ruft?! Okay, Leben, eins zu null für dich.


Nika Sachs

 

Worum geht’s in „Schneepoet“?
Luc ist innerlich zerissen. Zwischen seiner Identität, seiner Entscheidung die Liebe seines Lebens Inga zu verlassen, zwischen Deutschland und Frankreich. Er flüchtet sich zu seinem Zwillingsbruder Silas nach Paris, wo er Heilung und Ablenkung in Exzessen sucht. Frauen, Drogen – nichts stillt dauerhaft seinen Hunger nach Liebe. Im Kampf gegen sich selbst, seine bipolare Störunge und selbszerstörerischen Tendenzen begleiten wir Luc in Form von Tagebucheinträgen. Wir sehen die Welt mit seinen Augen, erhalten Einblick in seine verletztliche, poetische Seele.

 

Ihre bisherigen Veröffentlichungen:
  • Schneepoet (Band 1), auf amazon* kaufen, ISBN 978-374073164
  • Karmapoet (Band 2), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740743659
  • Abseitsliebe (Band 3), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740735777
  • Am Horizont Schwarz (Spin Off), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740734312
  • Namenlos (Novelle), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3741205149
  • Mitheerausgeberin der Anthologie „Sehnsuchtsfluchten“, auf amzaon* kaufen, ISBN 978-3740730710

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

Auf jellybooks habe ich vorab eine XXL Leseprobe zu diesem Buch gelesen und war am Haken, obwohl ich „New Adult“ Büchern gegenüber sehr skeptisch bin. Auch der Klappentext klingt eigentlich nach Klischee hoch zehn. Aber die Leseprobe war gut, ich mochte den Schlagabtausch und so habe ich das Buch nach erscheinen bei Droemer Knaur angefragt und als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank!


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  • Autorin: Kati Wilde, übersetzt von Karla Lowen
  • Titel: Lost in a kiss
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Romantik, Erotik, New Adult
  • 412 Seiten, Paperback: 12,99€ | Ebook: 9,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Aspen wollte eigentlich mit ihrer besten Freundin Bethany und derem unausstehlichen Bruder Bram Urlaub machen, um den Uni Abschluss zu feiern. Aber als Bethany absagt und Aspen bittet, mit Bram den Urlaub durchzuziehen und ihrem Bruder zu verschweigen, dass sie selbst in Schwierigkeiten steckt, willigt Aspen ein. Der kontrollfreudige Bram ist überhaupt nicht begeistert von Aspen und ihrem Schweigen über seine Schwester. Sie beschließen jedoch das Kriegsbeil zu begraben und Bethany mit schönen Fotos aus dem Urlaub vielleicht aus der Reserve zu locken. Dabei kämpfen Aspen und Bram immer wieder in fiesen Wortgefechten und rufen um Bethany Willen immer neue Waffenruhen aus. Doch zwei so feurige Persönlichkeiten können nicht lange auf einem Fleck sein, ohne dass Funken fliegen und sprühen…


Meine Meinung:

Vorweg – Im Englischen lautet der Titel des Buches „Going nowhere fast“ und den finde ich persönlich so viel aussagekräftiger als den „deutschen“ Titel. Es ist schade, dass hier zugunsten eines nichtssagenden Titel entschieden wurde.

Dass Aspen und Bram gemeinsam den Urlaub durchziehen, obwohl Bethany abgesprungen ist und dieses Spiel durchziehen um sie doch noch herzulocken, finde ich ziemlich aus der Luft gegriffen, aber es ist die Prämisse, ohne die die Geschichte nicht funktionieren würde. Das Buch überzeugte mich durch die kratzbürstige Dynamik der beiden Protagonisten doch davon, weiterzulesen.

Aschenputtel und der dunkle Prinz

Wie die Prämisse schon sagt ist Bram reich, dominant und mag es, die Kontrolle über die Dinge zu haben. Viele Dinge, die ihn richtig ätzend machen. Er ist kein Sympathiebolzen, auch wenn seine schnippischen und zynischen Bemerkungen ihn ziemlich witzig machen. Rührend ist auch die Liebe und Besorgnis seiner Schwester gegenüber. Auch bei Aspen wird er eher zahm, zumindest wenn es ihr schlecht geht oder sie Probleme hat.

Aspen ist eine Kämpferin aus schwierigen Familienverhältnissen. Auch sie hat ein Mundwerk wie eine Rasierklinge und würde dennoch viel ertragen für die Menschen liebt. Weswegen sie auch Bethanys Geheimnis bewahrt und damit Brams Zorn auf sich zieht. Gleichzeitig hat sie (nachvollziehbare) Vorurteile gegenüber Brams Reichtum und hält ihn für einen lackierten Schnösel – und ganz unrecht hat sie damit auch nicht. Was mir auch gut gefallen hat, war das Aspen kein Mauerblümchen war, die beim Wort „Kondom“ in Ohnmacht fällt. Sie ist in ihrer sturen Art zwar manchmal etwas kindlich, aber dennoch eine Frau, die weiß, was sie will und was sie hat. Es ist erfrischend mal eine Protagonistin zu haben, die um ihre eigenen Reize weiß und nicht ständig in Gegenwart des hübschen Kerls denkt, dass sie viel zu hässlich und fett sei.

Die Beziehung der beiden basiert auf ihrer Hassliebe, Mikroaggressionen und körperlicher Anziehung. Denn die beiden beginnen, ihre Wut gegenüber dem anderen, körperlich zu, ähm… verarbeiten. Während der Geschichte lernen sie einander besser kennen und merken, dass hinter der Fassade des anderen viel mehr steckt, als anfangs geahnt.

NACHSITZEN bei Jen und mir!

Ich weiß, die Dramatik von Liebesgeschichten basiert oft darauf, dass Dinge nicht ausreichend kommuniziert werden. Aber es ist nicht weniger zum Haare raufen. Gerade als die beiden eigentlich schon körperlich miteinander vertraut sind und beginnen liebevoll miteinander umzugehen, hören sie auf, offen miteinander zu reden. Natürlich hat Aspen ihre Gründe Bethanys Geheimnis nicht zu verraten, aber Bram könnte Aspen durch Offenheit und Ehrlichkeit so viel Schmerz ersparen. Aber nein, sie bleiben sturköpfig. Uff.

Wer Jens und meine Kommunikations-Session auf dem Litcamp Hamburg besucht hat, weiß, dass ich es hasse, wenn Charaktere nicht miteinander reden. Konflikte, die auf Schweigen aufbauen, finde ich ausgelutscht, deswegen hat mich dieser Abschnitt im Buch auch extrem genervt. Ich wollte ständig ins Buch springen und beide ohrfeigen. Die Autorin hat gezeigt, dass die beiden auch streiten können, wenn sie miteinander reden. Zum Glück gibt es von dem Miteinander reden und Konflikte haben mehr als vom Schweigen und Konflikte haben.

Die Reibereien zwischen den beiden waren umso anziehender, das schlug sich auch in den Erotik-Szenen nieder. Wenngleich mich der inflationäre Gebrauch des Wortes „pussy“ auch ein bisschen gestört hat. Gute Sexszenen zu schreiben ist eine Kunst für sich (siehe Patzer, gesammelt von Desasterotik), aber die Autorin bzw. die Übersetzerin haben das gut gemeistert.

Verschlungen!

Aber da hatte es die Autorin Kati Wilde schon geschafft. Ihr Schreibstil, ihre Art die Geschichte zu erzählen, das sanfte Einstreuen von Hinweisen auf die Geheimnisse und auch Bethanys Schicksal. Das Buch lässt sich angenehm lesen und man ist immer neugierig, was geschieht. Ob Bram und Aspen die Kurve bekommen, wie sie leidenschaftlich rumknutschen, sich wieder zerstreiten. Kanu durch Stromschnellen fahren, Motorradtour mit Aspens Cousin. Es war mächtig was los.

Meiner Meinung hätte es weniger von Brams Luxusgetue sein müssen. Denn er wird mit dem Fortschritt des Buches sympathischer. Seinen Reichtum und Einfluss weniger zu betonen, hätte seine Sympathie meiner Meinung nach geholfen. Genau wie es gereicht hätte, seinen muskulösen Körperbau ein oder zweimal zu betonen. Aber das ist eben typisch Erotik/New Adult, damit muss ich leben, wenn ich mir solche Bücher aussuche.

Mir haben auch die Nebencharaktere Bethany und Murphy gut gefallen. Murphy wegen seiner direkten, humorvollen Art und Bethany weil sie trotz wenigen direkten Auftritten im Buch für mehr Komplexität und Tiefe in der Geschichte gesorgt hat. Auch der Schluss mit seinen Wendungen und Ergebnissen hat mir gut gefallen und die Beziehungen im Buch in ein anderes Licht getaucht.

 

Fazit:

Auch wenn das Buch einige Klischees bedient – reicher Typ mit Beschützerinstink und toughes Mädchen aus armen Verhältnissen – konnte mich die Geschichte in ihren Bann ziehen. Die Wortgefechte, die Reibereien und die Dynamik des „Blechmanns“ und dem „Mädchen mit dem schlechten Einfluss“ haben mir gut gefallen. Hier und da hätte ein bisschen weniger Klischee gut getan, aber die Charakterentwicklung der beiden hat mich berührt. Letztlich gibt es zwar einige Kritikpunkte, aber das ist Kritisiern auf hohem Niveau, denn im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Weitere Meinungen:

 


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[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

Huch?

Was ist das denn für ein ungewohnter Anblick? Ja – auch ich habe so meine Guilty Pleasure Reads. Um dieses Buch bin ich sooo lange rumgeschlichen und als die Dilogie um die toughen Seemänner bei uns im Buchladen in der Rabattkiste auftauchte, konnte ich nicht anders als zuzuschnappen.

 


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  • Autorin: Kresley Cole, übersetzt von Barbara Först
  • Titel: Die Geliebte des Captains (Sutherland Brothers 1)
  • Verlag: LYX (Bastei Lübbe)
  • Genre: historische Romanze/Erotik
  • 416 Seiten, Taschenbuch: 9,99€ | Ebook: 8,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Nicole Lassiters Vater und der Erbe einer Handelsfirma und Kapitän eines großen Schiffes Derek Sutherland sind erbitterte Rivalen. Als Nicoles Vater inhaftiert wird, ist für Nicole klar, dass sie an seiner Stelle ein großes Schiffsrennen nach Sydney bestreiten wird. Das Preisgeld können sie – aber auch Derek Sutherland, der mit seiner Familie im Streit liegt – gut gebrauchen. Auf rauer See kommen sich Derek und Nicole immer wieder in die Quere, zwischen ihnen knistert und knallt es gleichermaßen. Doch jemand scheint an beiden Schiffen Sabotage zu betreiben und bald steht Nicoles Leben auf dem Spiel. Können Derek und sie sich zusammenraufen oder ist die Kluft zwischen ihnen tiefer als der Ozean?


Meine Meinung:

Titel, Aufmachung, Inhaltsangabe und Verlag lassen auf eine seichte Romanze mit Erotik-Anteilen schließen. Früher habe ich die Lyx Bücher reihenweise verschlungen, heute bin ich wählerisch geworden. Mir gehen übergriffige Machos und charakterlose Frauenzimmer auf den Senkel. Eine Romanze zwischen zwei kratzbürstigen Schiffskapitänen klingt zumindest nach ein bisschen Abwechslung!

Seichte Gewässer

Ich hatte ehrlich gesagt wenig historische Elemente oder Schifffahrtskunst erwartet – meistens steht bei solchen Büchern die Beziehung im Vordergrund. Dennoch war ich von den verschiedenen Elementen und Beschreibungen der Schiffe positiv überrascht. Für meinen Geschmack hätte es davon ruhig noch mehr geben können, schließlich wurden tolle Städte wie Kapstadt auf der Rennstrecke bereist. Was das Setting und die Rahmenhandlung anging, kratzte das Buch leider nur an der Oberfläche.

Kresley Coles Schreibstil bzw. die Übersetzung ist jedoch gut gelungen. Das Buch lässt sich locker weglesen, bietet durch die verschiedenen Perspektiven von Nicole und Derek Abwechslung und unterhaltsame Einblicke in die Köpfe der beiden. Die Schiffsmanöver, Stürme und das Leben an Bord wurden – soweit ich das beurteilen kann – glaubhaft und gut beschrieben. Man fühlte sich als wäre man mit den Protagonisten an Bord. Manchmal hätte ich mir beim Einstreuen der Informationen, Andeutungen bezüglich der Sabotagen und Schuldfragen etwas mehr Cleverness gewünscht. Einiges wirkte einfach als käme es schwuppdiwupp aus dem Nichts.

Widerborstig

Natürlich knisterte die Luft zwischen den beiden Rivalen Nicole und Derek. Es war ein Hin- und Her, ein Tauziehen und Kräftemessen. Ich mochte die Entwicklung der Beziehung der beiden. Von distanzierten Kabbeleien, hin zu vertrauten Momenten. Natürlich war die magische Anziehungskraft und Faszination von Anfang an da – aber das hätte es meiner Meinung nach gar nicht unbedingt gebraucht.

Nicole Lassiter fiel angenehm als hitzköpfige und sture Frau auf, die dem wortkargen Derek, oftmals die Leviten ließ. Auch, wenn das Buch die Rollenbilder des starken Mannes und der zarten Frau, beibehält, war Nicole auf ihre Weise eine starke Figur mit eigenen Motiven und Beweggründen.

Derek Sutherland fand ich als Charakter spannend. Trotz selbstbewusstem Auftreten und Sturkopf, besaß er eine innerliche Zerrissenheit. Einerseits zeichnete ihn seine ungesunde Beziehung zum Alkohol, andererseits seine Familienkonflikte. Dass er sich selbst als Schuft und Taugenichts sah, verlieh seinem Charakter einen interessanten Zug. Dadurch war er mehr als Sixpack und Muskeln, was mir zugegeben, ganz gut gefallen hat. Auch wenn sein Verhalten Nicole gegenüber nicht immer ganz einwandfrei war, so nahm er Rücksicht auf ihre Bedürfnisse und Wünsche.

Die erotischen Szenen waren romantisch, sinnlich und deutlich beschrieben. Manche Formulierung und gewisse Synonyme („Rute„) sorgten bei mir aber eher für Rumoren als Kribbeln im Bauch. Aber das ist nunmal Geschmackssache.

Deus ex machina

Natürlich steht die Liebesgeschichte im Vordergrund. Dennoch wurden am Ende einige Probleme derart problemlos von Autorenhand gelöst, dass man durchaus die Stirn gerunzelt hat. Da bereits vereinzelt in der Geschichte Hinweise zu streuen, würde manche plötzliche Wendungen nicht ganz so unglaubwürdig wirken lassen.

Auch die Nebencharaktere und Umstände waren oft mehr klischeehaft konstruiert und sollten das historische Setting unterstreichen, als dass sie besonders gelungen umgesetzt waren. Ich würde mir zwar Geschichten wünschen, die all das mit einer ordentlichen Liebesgeschichten und heißen Sexszenen verbinden, aber irgendwie ist das eben eher selten. Von dem her konnte ich es verschmerzen, weil ich ohnehin keine allzu hohen Erwartungen hatte.

Fazit:

Jepp, das Buch ist eine seichte Erotikromanze mit historischem Seefahrttouch. Ein ideales Badewannen oder Feierabendbuch. Wer anspruchsvollen Tiefgang und historisch ausgefeilte Abenteuer möchte, der sollte hier nicht zugreifen. Dennoch konnten mich die Charaktere, das Setting und das abenteuerliche Rennen insgesamt von sich überzeugen. Für Abwechslung und leichte Lektüre zwischendurch ist das Buch bestens geeignet. Die Kabbeleien zwischen Nicole und Derek waren erheiternd, Abenteuer und Romantik hielten sich die Waage und es knisterte beim Lesen angenehm in der Luft. Das Buch hat meine Erwartungen erfüllt und der zweite Band über Dereks Bruder Grant liegt auch schon hier.

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Ich fühle so tief ich kann von Liane Cornelius

[Rezension] Ich fühle so tief ich kann von Liane Cornelius

Ich war ziemlich überrascht, als mich die E-Mail erreichte, in dem mir „Ich fühle so tief ich kann“ von Liane Cornelius als Rezensionsexemplar angeboten wurde. Von der Autorin hatte ich nie zuvor gehört, aber sie hatte sich die Mühe gemacht meinen Blog genau anzusehen und mir eine liebe und persönliche Mail zu schreiben. Außerdem hat Liane mir Zeit gelassen, ihr Buch zu lesen und war nicht ungeduldig und unhöflich. Eine angenehme Abwechslung zu den lieblosen Massenmails à la „Lieber Blogger…“.

Außerdem klang dieses Buch wirklich interessant – ob es mir gefallen hat?

Liane Cornelius – Ich fühle so tief ich kann


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  • Autorin: Liane Cornelius
  • Titel: Ich fühle so tief ich kann (396 Seiten)
  • Genre: Entwicklungsroman
  • BOD, Taschenbuch: 15,99€ | Ebook: 11,99€
  • auf amazon*

 

Worum geht’s?
Liane „Lilly“ ist in der Mitte ihres Lebens angelangt und hat viel mitgemacht. Vier OPs braucht es noch, damit sie wieder schmerzfrei gehen kann. Als Physiotherapeut Andreas in ihr Leben tritt, ahnen beide noch nicht, dass ihre Begegnung weitreiche Folgen haben wird. Liane ist verletzt und hat Angst, fallen gelassen zu werden. Andreas hingegen ist manipulativ, sexsüchtig und eiskalt hinter seiner freundlichen Fassade. Doch der Kontakt der beiden entwickelt sich zu einem tiefgründigen Austausch und sie lernen sich tiefer kennen als ihnen lieb ist.


 

Meine Meinung:

Ich kannte aus der Mail nur den groben Inhalt, den Klappentext und die psychologischen Themen, die im Buch angeschnitten werden. Als ich das Buch dann anfing war ich vom Aufbau und der Geschichte doch recht überrascht. Auch, wenn am Ende der Hinweis kommt, dass alle handelnden Figuren frei erfunden sind, liest es sich wie eine Art Biografie, ein Tagebuch. Denn wir als Leser sind untrennbar mit Lillys Gedanken verbunden, erleben und fühlen durch sie. Der Schreibstil passt dazu und ist persönlich gefärbt und reich an Sinneseindrücken. Das fand ich schön!

Zwischen den Passagen, die ihren schwierigen Alltag behandeln, streuen sich Erinnerungen an ihre Kindheit. Spannend und sehr nah erleben wir, was Lilly mitmachen musste und wie sie die Frau wurde, die sie im Buch ist.

Nach und nach decken wir ihre Gedanken, Gefühle und Narben auf. Während Andreas zuerst unnahbar und irrational erscheint, erreicht die seltsame, beinahe magisch anmutende und ungewöhnliche Beziehung der Beiden tiefe Gefielde. Fast schon phantastisch mutet die telepathische Kommunikation an. Die Gespräche und Liebeleien finden oft nur in Lillys Kopf statt und eine Zeit lang wissen wir nicht, ob sie sich das vielleicht nur einbildet. Schließlich ist Andreas nur selten physisch so ehrlich, so offen und so ruchlos wie seine „Seele“.

Das Cover ist simpel gehalten und sieht ordentlich aus. Ich persönlich hätte die Schrift noch ein bisschen konstrastreicher gemacht. Aber das sind nur Äußerlichkeiten.

An dieser Stelle eine kleine Warnung: Das Buch spricht Themen wie Missbrauch, Suizid und psychische sowie physische Gewalt an.

Wir fühlen wirklich so tief es geht, explorieren und grübeln mit Lilly was mit ihr und Andreas los ist. Als Hobby Psychologen arbeiten wir mit den Bröckchen Interaktion, mit Gesten und wenigen Worten und versuchen herauszufinden, welche Puzzleteile Andreas erklären. Der reale Alltag um Lillys Krankheit wird damit oft zur Oase der Ruhe, aber auch zur Nebensache. Denn sie ist eigentlich glücklich mit Tony verheiratet und Andreas hat seine Freundin Laura.

Außerkörperliche Erfahrung…

Zugegeben, am Anfang wirkte die esoterische, rein geistige Beziehung der Beiden etwas abstrus, absurd auf mich. Zwei Seelenverwandte, die im Geiste miteinander kommunizieren und sich berühren und Gefühle auslösen. Das habe ich nicht erwartet und es hat ein bisschen gebraucht, mich darauf einzulassen. Einfach, weil ich dieses „phantastische“ Element nicht erwartet habe.

Die Beziehung von Andreas und Lilly – generell alle von Andreas‘ Beziehungen – scheinen im Machtgefüge etwas verrutscht, sicher nicht ideal oder gesund zu sein. Aber das stellt die Autorin auch nicht so dar. Es ist klar, dass diese Form der Kommunikation, diese Beziehung etwas Seltsames, Intensives aber auch Belastendes darstellt. Dass es sich um zwei schwer verletzte und traumatisierte Personen handelt, die sich gegenseitig mit seltsamen Methoden versuchen über Wasser zu halten.

Lässt man sich jedoch darauf ein, bekommt man als Leser*in ein spannendes Spiel serviert, ein Ringen und Zerren, ein interessantes Bild zweier Menschen und immer wieder psychologische Anekdoten und Informationen.

Liane Cornelius kann diese Form der Visualisierung wunderbar beschreiben. Wie man z.B. seine „Angst“ als Figur zeichnet und diese in die Ecke des Raumes stellt. Solche gedanklichen Bilder werden oft eingesetzt, um Genesungsprozesse zu unterstützen und komplexe Sachverhalte wie Gefühle greifbarer zu machen. Auch Entspannungsübungen und Traumreisen werden so eingesetzt und man merkt im Buch, dass Liane die richtigen Worte für solche Sachverhalte finden kann.

Wehmutstropfen

Ein größeres Manko für mich war das fehlende(?) Lektorat. Das Buch ist im Selfpublishing bei Book on Demand erschienen und man merkt leider an manchen Stellen, dass kein professionelles, umfassendes Lektorat bzw. Korrektorat stattgefunden hat. Weniger an Rechtschreib- oder Grammatikfehlern („Wochen-Ende“), sondern an Formulierungen oder einzelnen Szenen, die ich nach meinem Empfinden in so einem Durchgang gestrichen hätte. Letztlich hat es den Lesefluss nicht so sehr gestört, aber es ist eben doch hier und da aufgefallen.

Fazit:

Dieses Buch ist definitiv etwas Besonderes und hat mich an vielerlei Stellen überrascht. Wer eine seichte Liebesgeschichte oder Erotikschmonzette sucht, ist hier falsch. Viel mehr geht es mehr um Gefühle, Traumata und die Bewältigung der Erfahrungen. Die Beziehung von Lilly und Andreas ist interessant, manchmal seltsam und erschreckend. Nachdem ich mich auf den „esoterischen“ Austausch der beiden Seelen eingelassen habe, war das Buch spannend und interessant, sehr nah und sehr gefühlvoll. Von mir gibt es deshalb vier Seesterne.

Ein wirklich süßes Extra: Auf der Homepage von Liane könnt ihr einen Test machen, ob das Buch etwas für euch sein könnte! Den Test habe ich erst nach dem Lesen entdeckt, aber mir wurde die Leseprobe empfohlen. Hihihi.

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Zeitlose – Simeons Rückkehr von Eva-Maria Obermann

[Rezension] Zeitlose – Simeons Rückkehr von Eva-Maria Obermann

Ich habe ein Buch beendet und ich bin wieder mal ein bisschen verliebt. *seufzt glücklich*

Und zwar handelt es sich bei diesem Schätzchen um „Zeitlose – Simeons Rückkehr“ von der famosen Eva-Maria Obermann, die als schreibtrieb, selbst bloggt.

Das Buch ist im „Schwarzer Drachen Verlag*“ erschienen und kostet als Taschenbuch* 9,90€ und als Ebook* 4,99€. Das Genre lässt sich nicht so leicht festlegen, denn es ist eine verträumte, fantastische Geschichte mit Spuren von Romantik. Irgendwie Urban Fantasy, aber irgendwie doch etwas ganz Eigenes. (Über L-Choice kaufen)

Ich habe das Buch auf lovelybooks im Rahmen einer Leserunde als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen lieben Dank dafür!

Hier ist die Rezension in Videoform!

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Diese Rezension ist wie immer spoilerfrei 🙂

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Meine Katze möchte sich nicht fotogen neben das Buch setzen 🙁

Worum geht’s?

Dora hat seltsame Träume, die sich anfühlen wie die Realität. Aber sie weiß, dass es nicht ihre Realität ist, denn sie lebt im 21. Jahrhundert, studiert, arbeitet in einem Kindergarten und ist in einer glücklichen Beziehung mit Oscar. In den Träumen hingegen ist sie Nancea, eine einfach Magd in einer mittelalterlich anmutenden Welt. Und sie verliebt sich dort in Simeon. Als Dora dann im realen Leben einen Mann trifft, der genau so riecht und dieselben Augen hat wie Simeon, ist sie vollends verwirrt. Was bedeuten ihre Träume und was bedeutet das schreckliche Ende, das Nancea und Simeon im Traum ereilt für Dora in der Wirklichkeit?

Das Buch ist in sich abgeschlossen, aber es wird mindestens noch zwei weitere Bände geben. Die Geschichte an sich geht nämlich noch weiter, aber es gibt keine fiesen Cliffhanger.

  • Meine Meinung:

Das Cover ist sehr schön und unterstreicht die verträumte, mystische Atmosphäre des Buchs. Einzig die Schriftart und Platzierung des Verlagslogos finde ich nicht ganz so gut.

Ich mag es, wenn Bücher sich nicht eindeutig in ein Genre einordnen lassen. Bereits früh beim Lesen wurde klar, dass wir hier eine philosophisch anmutende Geschichte mit fantastischen und romantischen Elementen haben. Es geht auch um Selbstfindung, Träume und Wünsche. Dass Eva-Maria Obermann sich viel mit Literatur beschäftigt merkt man, denn man fliegt – getragen vom luftig, wolkigen Schreibstil – ganz lockerleicht durch die Geschichte hindurch. Dabei mangelt es nie an Sprachgewandheit oder Augenzwinkern. Die Traumszenen wechseln sich fabelhaft mit den Szenen aus Doras Alltag ab, sodass man selbst in den spannenden Strudel und der Frage nach der Realität und dem Ursprung dieser Vermischung hineingezogen wird.

Ich bin kein Freund von Kitsch und allzu viel Schnulzereien – ich bin als Single sehr zufrieden und brauche keine Beziehung, um mit meinem Leben zufrieden zu sein. Aber Eva schafft hier etwas sehr Gemeines. Sie beschreibt die Liebe, das Zusammensein so umfangreich, liebevoll und unterschwellig, dass einem ganz warm ums Herz wird und man sich in jemandes Arme kuscheln möchte. Das Buch ist gefühlsbetont, aber ohne einem die Emotionen ins Gesicht zu klatschen. Der Schreibgrundsatz „Show, don’t tell“ ist meiner Meinung nach wunderbar gelungen, denn es wirkt nie überladen und plump sondern immer wie ein feiner Hauch, ein leichtes Kribbeln. Es ist definitiv ein Wohlfühl-Buch und auch beim Zuklappen am Ende hatte ich ein Lächeln auf den Lippen. (Obwohl ich gespannt auf Band 2 bin)

Dennoch mangelte es auch nicht an Spannung, Geheimnissen und einer kleinen Portion Action. So wohltuend und balsamierend die schönen Szenen waren, so schmutzig und schmerzhaft waren die Szenen, in denen Nancea oder Dora leiden mussten. Ich habe richtig mitgefiebert.

Die Charaktere haben mir gut gefallen, lediglich das „Böse“, war mir eine Spur zu eindimensional, auch wenn die Beweggründe schon Sinn ergeben haben.

Dora, unsere Protagonistin, war sehr sympathisch in ihrer neugieren Art, ihrer Nachdenklichkeit und ihrem Wunsch einerseits Nancea zu helfen, aber andererseits ihren eigenen Weg zu gehen. Obwohl Dora und Nancea durch die Geschichte hindurch verbunden waren, wirkten beide eigenständig und lebendig, auch wenn sie einige Ähnlichkeiten teilten.

Simeon war ein strahlender Charakter mit einem goldenen Herz und seine Leidenschaft und seine Hingabe für Nancea war absolut hinreißend.

Nathan, der mysteriöse Mann, brachte ein wunderbare Portion Düsternis und Gefährlichkeit in die Geschichte. Dennoch zeigte er seine nachdenkliche Seite und eine Tiefe und Entschlossenheit, die ihn durchaus sympathisch machten.

Oscar & Jonathan waren absolute Goldschätze! Ich möchte sie adoptieren und verhätscheln und drücken. *Mutterinstinkt aktiviert*

Ich fand auch toll, dass Eva einige Inhalte aus dem Studium und ein bisschen Literaturwissenschaft eingewoben hat, ohne dass es großartig aufgefallen ist.

Was hat mir nicht so gut gefallen? Das Böse in der Geschichte, aber hierzu will ich nicht spoilern, deswegen sage ich an dieser Stelle nicht mehr dazu. Die Geschichte hätte sich beim Ende ruhig noch ein bisschen mehr Zeit lassen können, finde ich. Im Buch wurde viel reflektiert und nachgedacht und das bleibt am Ende ein bisschen zurück bzw. wir werden vermutlich auf weitere Bände vertröstet.

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Du sollst in die Kamera schauen, Kater! Mhm, so wird das nichts mit der Grumpy Cat Nachfolge!

Eine Meinung reicht euch nicht? Dann werft doch einen Blick auf den Blog der lieben   Buchstabenträumerin und lest ihre  Rezension!

  • Fazit:

Von mir gibt es für „Zeitlose – Simeons Rückkehr“ eine klare Leseempfehlung. Das Buch war wunderbar geschrieben, die Geschichte war interessant und spielte mit allerlei Elementen aus verschiedenen Genres. Für mich war es ein tolles Lesevergnügen und ich freue mich sehr auf den nächsten Band und weitere Projekte von Eva. Am Besten fand ich die Story, den Schreibstil und den Erzählstil. Die Figuren waren gut gezeichnet und sympathisch, einige Abzüge gibt es jedoch – der ein oder andere Charakter war für meinen Geschmack ein bisschen zu klischeehaft. Da ist noch Luft nach oben!

Eine fluffige, süße, philosophische, vielseitige, fantastische, romantische Geschichte, die einen richtig in den Bann zieht. Dafür gibt es von mir 4,5 Seesterne.

4,5seesterne

Weitere Stimmen zum Buch:


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[Rezension] Jennifer L. Armentrout – Scorched

[Rezension] Jennifer L. Armentrout – Scorched

Hallo meine Lieben!

Das lange Osterwochende und der Urlaub sind wirklich gut für meinen Stapel ungelesener Bücher. Ratzfatz weggelesen, weil leichte Kost, habe ich scorched, den Nachfolger zu „frigid“ von Jennifer L. Armentrout. Frigid konnte mich ja nicht wirklich vom Hocker hauen, wie ihr in meiner Rezension nachlesen könnt.

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Jennifer L. Armentrout – Scorched*, erschienen 2017 im Piper Verlag kostet als TB 9,99€ und als Ebook 8,99€.

Genre: New Adult, Romantik/Erotik

Man kann scorched lesen ohne frigid gelesen zu haben. Beide Bücher sind in sich abgeschlossen.

Die Video-Rezension gibt es hier:

Worum geht’s?

Tanner und Andrea gehören zwar zur selben Viererclique, können aber kaum eine Stunde im selben Raum verbringen, ohne sich zu kabbeln. Die Anziehungskraft ist auf beiden Seiten da, aber es scheint, sie stoßen sich immer wieder ab. Tanner ist ein Aufreißer und Andrea trinkt gerne einen über den Durst. Als sie gemeinsam mit ihren Freunden auf eine Hütte fahren, um die Semesterferien zu genießen, knistert es gewaltig. Aber Andrea ist unsicher, ob Tanner es ernst mit ihr meint. Hinzu kommt, dass Andreas private Probleme weiter außer Kontrolle geraten. Kann das gut gehen?

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Design:

Das Design ist schlicht gehalten und nah am Vorgänger. Dass man Menschen aufs Cover packt, die nicht ansatzweise den Personen in der Geschichte entsprechen, wird mich aber auch weiterhin stören.

Inhalt:

Andrea ist mit ihrem Leben nicht ganz im Reinen. Zum Entsetzen ihrer Eltern hat sie das Medizinstudium kurz vor dem Abschluss geschmissen, um Lehramt zu studieren. Sie hat das Gefühl, ihre Freunde haben ihr etwas voraus, während sie feststeckt. Ihre beste Freundin Sydney ist in einer glücklichen Beziehung und wird bald ihren Master in Psychologie anfangen. Als Syd sie gemeinsam mit der Clique zu einem Ferientrip auf eine Hütte überreden möchte, ist sie zuerst wenig begeistert, als sie hört, dass auch Tanner mitkommt. Tanner und sie verbindet eine Hass-Liebe. Auch wenn die beiden zurselben Vierer-Clique gehören liegen sie sich ständig in den Haaren und ein fieser Kommentar jagt den nächsten. Aber als sie auf der Hütte ankommen, schmeißt Tanner sich offensiv an Andrea ran, die ihm zuerst nicht abkaufen will, dass er es ernst meint.

Zwischen Streit und gemischten Gefühlen kommt es zu einigen Enthüllungen aus der Vergangenheit der beiden, die die aufflammende Liebe auf eine harte Probe stellen werden. Denn Tanner findet es gar nicht cool, dass Andrea ständig zu viel trinkt und Andrea kann nach wie vor nicht glauben, dass Tanner es ernst mit ihr meint.

Werden die beiden zueinander finden?

Runtergebrochen ist der Inhalt recht simpel und ähnlich wie bei frigid. Hatten wir in frigid zusätzlich zum New Adult noch eine Portion Thriller, haben wir hier etwas mehr Drama durch Andreas private Probleme. Anfangs dachte ich, das Buch unterbietet frigid an handfester Handlung wurde ich am Ende doch positiv von der Ernsthaftigkeit überrascht. Die Probleme wurden nicht notdürftig, sondern ernsthaft gelöst.

Schreibstil:

Gewohnt flüssig trägt uns Jennifer L. Armentrout durch die Geschichte. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass sie sich für „scorched“ weniger Zeit genommen hat. Es ging viel flotter, die Geschichte wurde runtergerattert, die Beschreibungen blieben kurz und die Dialoge waren grausam. Ich spürte kein Knistern bei Tanner und Andrea in den Gesprächen, warum die beiden sich überhaupt mochten, wurde mir nicht klar. Die „guten“ Gespräche der beiden fanden nämlich keinen Platz sondern wurden mit „wir redeten den ganzen Morgen ohne uns zu kabbeln“ o.Ä. abgetan. Die Kabbeleien waren eigentlich trockene Beleidigungen ohne Charme und Tanners Flirtversuche lösten in mir den Drang aus mir schnell zum Übelkübel zu rennen.

Gegen Ende hat es sich verbessert, aber da war „frigid“ wirklich besser gelungen.

Charaktere:

Wie in frigid liegt das Augenmerkt auf unserer Hauptpaarung Tanner und Andrea. In frigid hatte ich ja fehlende Charaktertiefe und Entwicklung angemerkt. Wirklich überzeugt haben mich Tanner und Andrea nicht, vor allem Tanner wirkte blass und nicht durchdacht, aber Andrea hat mit mehr Tiefe und interessanten Problematiken geglänzt. Die beiden hatten ein bisschen mehr Pfeffer im Hintern als Syd und Kyler, aber wie bereits kritisiert: Dafür, dass wir hauptsächlich zwei handelnde Charaktere haben bleiben sie recht farblos.

Tanner blieb mir ein Rätsel. Warum seine Gefühle sich so entwickelten war für mich nicht nachvollziehbar. Bei den „Flirt“-Sätzen, die er am Anfang gebracht hat, hat es mich wirklich teilweise aus dem Lesefluss gerissen, weil ich kurz einen Würgreflex hatte. Vulgärer und schmieriger ging es kaum (dabei war er mir in frigid sympathisch *seufz*).

Ende:

Das Ende hat mich durch seine Ernsthaftigkeit nochmals positiv überrascht. Ich dachte die Autorin windet sich zugunsten der Romanze aus der vorher aufgedeckten Problematik von Hauptcharakter Andrea, aber sie hat es tatsächlich konsequent und angenehm gelöst.

Fazit:

Was „scorched“ an Sachen Story und Charakterentwicklung gut gemacht hat, hat es an anderen Stellen durch belanglose, humorlose Dialoge mit Fremdschäm-Faktor wieder eingebüßt. Es ist ein nette, leichte Lektüre für zwischendurch mit ein bisschen Erotik und einer Spur Ernsthaftigkeit am Ende. Die Schwächen und Stärken haben sich einigermaßen ausgeglichen und deswegen bekommt es von mir – wie frigid – 3 Seesterne. (Wobei ich bei beiden Büchern sagen würde, dass es eher eine 2,8 als eine 3,0 ist)

3seesterne


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