Schlagwort: romantik

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

Auf jellybooks habe ich vorab eine XXL Leseprobe zu diesem Buch gelesen und war am Haken, obwohl ich „New Adult“ Büchern gegenüber sehr skeptisch bin. Auch der Klappentext klingt eigentlich nach Klischee hoch zehn. Aber die Leseprobe war gut, ich mochte den Schlagabtausch und so habe ich das Buch nach erscheinen bei Droemer Knaur angefragt und als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank!


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  • Autorin: Kati Wilde, übersetzt von Karla Lowen
  • Titel: Lost in a kiss
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Romantik, Erotik, New Adult
  • 412 Seiten, Paperback: 12,99€ | Ebook: 9,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Aspen wollte eigentlich mit ihrer besten Freundin Bethany und derem unausstehlichen Bruder Bram Urlaub machen, um den Uni Abschluss zu feiern. Aber als Bethany absagt und Aspen bittet, mit Bram den Urlaub durchzuziehen und ihrem Bruder zu verschweigen, dass sie selbst in Schwierigkeiten steckt, willigt Aspen ein. Der kontrollfreudige Bram ist überhaupt nicht begeistert von Aspen und ihrem Schweigen über seine Schwester. Sie beschließen jedoch das Kriegsbeil zu begraben und Bethany mit schönen Fotos aus dem Urlaub vielleicht aus der Reserve zu locken. Dabei kämpfen Aspen und Bram immer wieder in fiesen Wortgefechten und rufen um Bethany Willen immer neue Waffenruhen aus. Doch zwei so feurige Persönlichkeiten können nicht lange auf einem Fleck sein, ohne dass Funken fliegen und sprühen…


Meine Meinung:

Vorweg – Im Englischen lautet der Titel des Buches „Going nowhere fast“ und den finde ich persönlich so viel aussagekräftiger als den „deutschen“ Titel. Es ist schade, dass hier zugunsten eines nichtssagenden Titel entschieden wurde.

Dass Aspen und Bram gemeinsam den Urlaub durchziehen, obwohl Bethany abgesprungen ist und dieses Spiel durchziehen um sie doch noch herzulocken, finde ich ziemlich aus der Luft gegriffen, aber es ist die Prämisse, ohne die die Geschichte nicht funktionieren würde. Das Buch überzeugte mich durch die kratzbürstige Dynamik der beiden Protagonisten doch davon, weiterzulesen.

Aschenputtel und der dunkle Prinz

Wie die Prämisse schon sagt ist Bram reich, dominant und mag es, die Kontrolle über die Dinge zu haben. Viele Dinge, die ihn richtig ätzend machen. Er ist kein Sympathiebolzen, auch wenn seine schnippischen und zynischen Bemerkungen ihn ziemlich witzig machen. Rührend ist auch die Liebe und Besorgnis seiner Schwester gegenüber. Auch bei Aspen wird er eher zahm, zumindest wenn es ihr schlecht geht oder sie Probleme hat.

Aspen ist eine Kämpferin aus schwierigen Familienverhältnissen. Auch sie hat ein Mundwerk wie eine Rasierklinge und würde dennoch viel ertragen für die Menschen liebt. Weswegen sie auch Bethanys Geheimnis bewahrt und damit Brams Zorn auf sich zieht. Gleichzeitig hat sie (nachvollziehbare) Vorurteile gegenüber Brams Reichtum und hält ihn für einen lackierten Schnösel – und ganz unrecht hat sie damit auch nicht. Was mir auch gut gefallen hat, war das Aspen kein Mauerblümchen war, die beim Wort „Kondom“ in Ohnmacht fällt. Sie ist in ihrer sturen Art zwar manchmal etwas kindlich, aber dennoch eine Frau, die weiß, was sie will und was sie hat. Es ist erfrischend mal eine Protagonistin zu haben, die um ihre eigenen Reize weiß und nicht ständig in Gegenwart des hübschen Kerls denkt, dass sie viel zu hässlich und fett sei.

Die Beziehung der beiden basiert auf ihrer Hassliebe, Mikroaggressionen und körperlicher Anziehung. Denn die beiden beginnen, ihre Wut gegenüber dem anderen, körperlich zu, ähm… verarbeiten. Während der Geschichte lernen sie einander besser kennen und merken, dass hinter der Fassade des anderen viel mehr steckt, als anfangs geahnt.

NACHSITZEN bei Jen und mir!

Ich weiß, die Dramatik von Liebesgeschichten basiert oft darauf, dass Dinge nicht ausreichend kommuniziert werden. Aber es ist nicht weniger zum Haare raufen. Gerade als die beiden eigentlich schon körperlich miteinander vertraut sind und beginnen liebevoll miteinander umzugehen, hören sie auf, offen miteinander zu reden. Natürlich hat Aspen ihre Gründe Bethanys Geheimnis nicht zu verraten, aber Bram könnte Aspen durch Offenheit und Ehrlichkeit so viel Schmerz ersparen. Aber nein, sie bleiben sturköpfig. Uff.

Wer Jens und meine Kommunikations-Session auf dem Litcamp Hamburg besucht hat, weiß, dass ich es hasse, wenn Charaktere nicht miteinander reden. Konflikte, die auf Schweigen aufbauen, finde ich ausgelutscht, deswegen hat mich dieser Abschnitt im Buch auch extrem genervt. Ich wollte ständig ins Buch springen und beide ohrfeigen. Die Autorin hat gezeigt, dass die beiden auch streiten können, wenn sie miteinander reden. Zum Glück gibt es von dem Miteinander reden und Konflikte haben mehr als vom Schweigen und Konflikte haben.

Die Reibereien zwischen den beiden waren umso anziehender, das schlug sich auch in den Erotik-Szenen nieder. Wenngleich mich der inflationäre Gebrauch des Wortes „pussy“ auch ein bisschen gestört hat. Gute Sexszenen zu schreiben ist eine Kunst für sich (siehe Patzer, gesammelt von Desasterotik), aber die Autorin bzw. die Übersetzerin haben das gut gemeistert.

Verschlungen!

Aber da hatte es die Autorin Kati Wilde schon geschafft. Ihr Schreibstil, ihre Art die Geschichte zu erzählen, das sanfte Einstreuen von Hinweisen auf die Geheimnisse und auch Bethanys Schicksal. Das Buch lässt sich angenehm lesen und man ist immer neugierig, was geschieht. Ob Bram und Aspen die Kurve bekommen, wie sie leidenschaftlich rumknutschen, sich wieder zerstreiten. Kanu durch Stromschnellen fahren, Motorradtour mit Aspens Cousin. Es war mächtig was los.

Meiner Meinung hätte es weniger von Brams Luxusgetue sein müssen. Denn er wird mit dem Fortschritt des Buches sympathischer. Seinen Reichtum und Einfluss weniger zu betonen, hätte seine Sympathie meiner Meinung nach geholfen. Genau wie es gereicht hätte, seinen muskulösen Körperbau ein oder zweimal zu betonen. Aber das ist eben typisch Erotik/New Adult, damit muss ich leben, wenn ich mir solche Bücher aussuche.

Mir haben auch die Nebencharaktere Bethany und Murphy gut gefallen. Murphy wegen seiner direkten, humorvollen Art und Bethany weil sie trotz wenigen direkten Auftritten im Buch für mehr Komplexität und Tiefe in der Geschichte gesorgt hat. Auch der Schluss mit seinen Wendungen und Ergebnissen hat mir gut gefallen und die Beziehungen im Buch in ein anderes Licht getaucht.

 

Fazit:

Auch wenn das Buch einige Klischees bedient – reicher Typ mit Beschützerinstink und toughes Mädchen aus armen Verhältnissen – konnte mich die Geschichte in ihren Bann ziehen. Die Wortgefechte, die Reibereien und die Dynamik des „Blechmanns“ und dem „Mädchen mit dem schlechten Einfluss“ haben mir gut gefallen. Hier und da hätte ein bisschen weniger Klischee gut getan, aber die Charakterentwicklung der beiden hat mich berührt. Letztlich gibt es zwar einige Kritikpunkte, aber das ist Kritisiern auf hohem Niveau, denn im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Weitere Meinungen:

 


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[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

Huch?

Was ist das denn für ein ungewohnter Anblick? Ja – auch ich habe so meine Guilty Pleasure Reads. Um dieses Buch bin ich sooo lange rumgeschlichen und als die Dilogie um die toughen Seemänner bei uns im Buchladen in der Rabattkiste auftauchte, konnte ich nicht anders als zuzuschnappen.

 


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  • Autorin: Kresley Cole, übersetzt von Barbara Först
  • Titel: Die Geliebte des Captains (Sutherland Brothers 1)
  • Verlag: LYX (Bastei Lübbe)
  • Genre: historische Romanze/Erotik
  • 416 Seiten, Taschenbuch: 9,99€ | Ebook: 8,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Nicole Lassiters Vater und der Erbe einer Handelsfirma und Kapitän eines großen Schiffes Derek Sutherland sind erbitterte Rivalen. Als Nicoles Vater inhaftiert wird, ist für Nicole klar, dass sie an seiner Stelle ein großes Schiffsrennen nach Sydney bestreiten wird. Das Preisgeld können sie – aber auch Derek Sutherland, der mit seiner Familie im Streit liegt – gut gebrauchen. Auf rauer See kommen sich Derek und Nicole immer wieder in die Quere, zwischen ihnen knistert und knallt es gleichermaßen. Doch jemand scheint an beiden Schiffen Sabotage zu betreiben und bald steht Nicoles Leben auf dem Spiel. Können Derek und sie sich zusammenraufen oder ist die Kluft zwischen ihnen tiefer als der Ozean?


Meine Meinung:

Titel, Aufmachung, Inhaltsangabe und Verlag lassen auf eine seichte Romanze mit Erotik-Anteilen schließen. Früher habe ich die Lyx Bücher reihenweise verschlungen, heute bin ich wählerisch geworden. Mir gehen übergriffige Machos und charakterlose Frauenzimmer auf den Senkel. Eine Romanze zwischen zwei kratzbürstigen Schiffskapitänen klingt zumindest nach ein bisschen Abwechslung!

Seichte Gewässer

Ich hatte ehrlich gesagt wenig historische Elemente oder Schifffahrtskunst erwartet – meistens steht bei solchen Büchern die Beziehung im Vordergrund. Dennoch war ich von den verschiedenen Elementen und Beschreibungen der Schiffe positiv überrascht. Für meinen Geschmack hätte es davon ruhig noch mehr geben können, schließlich wurden tolle Städte wie Kapstadt auf der Rennstrecke bereist. Was das Setting und die Rahmenhandlung anging, kratzte das Buch leider nur an der Oberfläche.

Kresley Coles Schreibstil bzw. die Übersetzung ist jedoch gut gelungen. Das Buch lässt sich locker weglesen, bietet durch die verschiedenen Perspektiven von Nicole und Derek Abwechslung und unterhaltsame Einblicke in die Köpfe der beiden. Die Schiffsmanöver, Stürme und das Leben an Bord wurden – soweit ich das beurteilen kann – glaubhaft und gut beschrieben. Man fühlte sich als wäre man mit den Protagonisten an Bord. Manchmal hätte ich mir beim Einstreuen der Informationen, Andeutungen bezüglich der Sabotagen und Schuldfragen etwas mehr Cleverness gewünscht. Einiges wirkte einfach als käme es schwuppdiwupp aus dem Nichts.

Widerborstig

Natürlich knisterte die Luft zwischen den beiden Rivalen Nicole und Derek. Es war ein Hin- und Her, ein Tauziehen und Kräftemessen. Ich mochte die Entwicklung der Beziehung der beiden. Von distanzierten Kabbeleien, hin zu vertrauten Momenten. Natürlich war die magische Anziehungskraft und Faszination von Anfang an da – aber das hätte es meiner Meinung nach gar nicht unbedingt gebraucht.

Nicole Lassiter fiel angenehm als hitzköpfige und sture Frau auf, die dem wortkargen Derek, oftmals die Leviten ließ. Auch, wenn das Buch die Rollenbilder des starken Mannes und der zarten Frau, beibehält, war Nicole auf ihre Weise eine starke Figur mit eigenen Motiven und Beweggründen.

Derek Sutherland fand ich als Charakter spannend. Trotz selbstbewusstem Auftreten und Sturkopf, besaß er eine innerliche Zerrissenheit. Einerseits zeichnete ihn seine ungesunde Beziehung zum Alkohol, andererseits seine Familienkonflikte. Dass er sich selbst als Schuft und Taugenichts sah, verlieh seinem Charakter einen interessanten Zug. Dadurch war er mehr als Sixpack und Muskeln, was mir zugegeben, ganz gut gefallen hat. Auch wenn sein Verhalten Nicole gegenüber nicht immer ganz einwandfrei war, so nahm er Rücksicht auf ihre Bedürfnisse und Wünsche.

Die erotischen Szenen waren romantisch, sinnlich und deutlich beschrieben. Manche Formulierung und gewisse Synonyme („Rute„) sorgten bei mir aber eher für Rumoren als Kribbeln im Bauch. Aber das ist nunmal Geschmackssache.

Deus ex machina

Natürlich steht die Liebesgeschichte im Vordergrund. Dennoch wurden am Ende einige Probleme derart problemlos von Autorenhand gelöst, dass man durchaus die Stirn gerunzelt hat. Da bereits vereinzelt in der Geschichte Hinweise zu streuen, würde manche plötzliche Wendungen nicht ganz so unglaubwürdig wirken lassen.

Auch die Nebencharaktere und Umstände waren oft mehr klischeehaft konstruiert und sollten das historische Setting unterstreichen, als dass sie besonders gelungen umgesetzt waren. Ich würde mir zwar Geschichten wünschen, die all das mit einer ordentlichen Liebesgeschichten und heißen Sexszenen verbinden, aber irgendwie ist das eben eher selten. Von dem her konnte ich es verschmerzen, weil ich ohnehin keine allzu hohen Erwartungen hatte.

Fazit:

Jepp, das Buch ist eine seichte Erotikromanze mit historischem Seefahrttouch. Ein ideales Badewannen oder Feierabendbuch. Wer anspruchsvollen Tiefgang und historisch ausgefeilte Abenteuer möchte, der sollte hier nicht zugreifen. Dennoch konnten mich die Charaktere, das Setting und das abenteuerliche Rennen insgesamt von sich überzeugen. Für Abwechslung und leichte Lektüre zwischendurch ist das Buch bestens geeignet. Die Kabbeleien zwischen Nicole und Derek waren erheiternd, Abenteuer und Romantik hielten sich die Waage und es knisterte beim Lesen angenehm in der Luft. Das Buch hat meine Erwartungen erfüllt und der zweite Band über Dereks Bruder Grant liegt auch schon hier.

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Ich fühle so tief ich kann von Liane Cornelius

[Rezension] Ich fühle so tief ich kann von Liane Cornelius

Ich war ziemlich überrascht, als mich die E-Mail erreichte, in dem mir „Ich fühle so tief ich kann“ von Liane Cornelius als Rezensionsexemplar angeboten wurde. Von der Autorin hatte ich nie zuvor gehört, aber sie hatte sich die Mühe gemacht meinen Blog genau anzusehen und mir eine liebe und persönliche Mail zu schreiben. Außerdem hat Liane mir Zeit gelassen, ihr Buch zu lesen und war nicht ungeduldig und unhöflich. Eine angenehme Abwechslung zu den lieblosen Massenmails à la „Lieber Blogger…“.

Außerdem klang dieses Buch wirklich interessant – ob es mir gefallen hat?

Liane Cornelius – Ich fühle so tief ich kann


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  • Autorin: Liane Cornelius
  • Titel: Ich fühle so tief ich kann (396 Seiten)
  • Genre: Entwicklungsroman
  • BOD, Taschenbuch: 15,99€ | Ebook: 11,99€
  • auf amazon*

 

Worum geht’s?
Liane „Lilly“ ist in der Mitte ihres Lebens angelangt und hat viel mitgemacht. Vier OPs braucht es noch, damit sie wieder schmerzfrei gehen kann. Als Physiotherapeut Andreas in ihr Leben tritt, ahnen beide noch nicht, dass ihre Begegnung weitreiche Folgen haben wird. Liane ist verletzt und hat Angst, fallen gelassen zu werden. Andreas hingegen ist manipulativ, sexsüchtig und eiskalt hinter seiner freundlichen Fassade. Doch der Kontakt der beiden entwickelt sich zu einem tiefgründigen Austausch und sie lernen sich tiefer kennen als ihnen lieb ist.


 

Meine Meinung:

Ich kannte aus der Mail nur den groben Inhalt, den Klappentext und die psychologischen Themen, die im Buch angeschnitten werden. Als ich das Buch dann anfing war ich vom Aufbau und der Geschichte doch recht überrascht. Auch, wenn am Ende der Hinweis kommt, dass alle handelnden Figuren frei erfunden sind, liest es sich wie eine Art Biografie, ein Tagebuch. Denn wir als Leser sind untrennbar mit Lillys Gedanken verbunden, erleben und fühlen durch sie. Der Schreibstil passt dazu und ist persönlich gefärbt und reich an Sinneseindrücken. Das fand ich schön!

Zwischen den Passagen, die ihren schwierigen Alltag behandeln, streuen sich Erinnerungen an ihre Kindheit. Spannend und sehr nah erleben wir, was Lilly mitmachen musste und wie sie die Frau wurde, die sie im Buch ist.

Nach und nach decken wir ihre Gedanken, Gefühle und Narben auf. Während Andreas zuerst unnahbar und irrational erscheint, erreicht die seltsame, beinahe magisch anmutende und ungewöhnliche Beziehung der Beiden tiefe Gefielde. Fast schon phantastisch mutet die telepathische Kommunikation an. Die Gespräche und Liebeleien finden oft nur in Lillys Kopf statt und eine Zeit lang wissen wir nicht, ob sie sich das vielleicht nur einbildet. Schließlich ist Andreas nur selten physisch so ehrlich, so offen und so ruchlos wie seine „Seele“.

Das Cover ist simpel gehalten und sieht ordentlich aus. Ich persönlich hätte die Schrift noch ein bisschen konstrastreicher gemacht. Aber das sind nur Äußerlichkeiten.

An dieser Stelle eine kleine Warnung: Das Buch spricht Themen wie Missbrauch, Suizid und psychische sowie physische Gewalt an.

Wir fühlen wirklich so tief es geht, explorieren und grübeln mit Lilly was mit ihr und Andreas los ist. Als Hobby Psychologen arbeiten wir mit den Bröckchen Interaktion, mit Gesten und wenigen Worten und versuchen herauszufinden, welche Puzzleteile Andreas erklären. Der reale Alltag um Lillys Krankheit wird damit oft zur Oase der Ruhe, aber auch zur Nebensache. Denn sie ist eigentlich glücklich mit Tony verheiratet und Andreas hat seine Freundin Laura.

Außerkörperliche Erfahrung…

Zugegeben, am Anfang wirkte die esoterische, rein geistige Beziehung der Beiden etwas abstrus, absurd auf mich. Zwei Seelenverwandte, die im Geiste miteinander kommunizieren und sich berühren und Gefühle auslösen. Das habe ich nicht erwartet und es hat ein bisschen gebraucht, mich darauf einzulassen. Einfach, weil ich dieses „phantastische“ Element nicht erwartet habe.

Die Beziehung von Andreas und Lilly – generell alle von Andreas‘ Beziehungen – scheinen im Machtgefüge etwas verrutscht, sicher nicht ideal oder gesund zu sein. Aber das stellt die Autorin auch nicht so dar. Es ist klar, dass diese Form der Kommunikation, diese Beziehung etwas Seltsames, Intensives aber auch Belastendes darstellt. Dass es sich um zwei schwer verletzte und traumatisierte Personen handelt, die sich gegenseitig mit seltsamen Methoden versuchen über Wasser zu halten.

Lässt man sich jedoch darauf ein, bekommt man als Leser*in ein spannendes Spiel serviert, ein Ringen und Zerren, ein interessantes Bild zweier Menschen und immer wieder psychologische Anekdoten und Informationen.

Liane Cornelius kann diese Form der Visualisierung wunderbar beschreiben. Wie man z.B. seine „Angst“ als Figur zeichnet und diese in die Ecke des Raumes stellt. Solche gedanklichen Bilder werden oft eingesetzt, um Genesungsprozesse zu unterstützen und komplexe Sachverhalte wie Gefühle greifbarer zu machen. Auch Entspannungsübungen und Traumreisen werden so eingesetzt und man merkt im Buch, dass Liane die richtigen Worte für solche Sachverhalte finden kann.

Wehmutstropfen

Ein größeres Manko für mich war das fehlende(?) Lektorat. Das Buch ist im Selfpublishing bei Book on Demand erschienen und man merkt leider an manchen Stellen, dass kein professionelles, umfassendes Lektorat bzw. Korrektorat stattgefunden hat. Weniger an Rechtschreib- oder Grammatikfehlern („Wochen-Ende“), sondern an Formulierungen oder einzelnen Szenen, die ich nach meinem Empfinden in so einem Durchgang gestrichen hätte. Letztlich hat es den Lesefluss nicht so sehr gestört, aber es ist eben doch hier und da aufgefallen.

Fazit:

Dieses Buch ist definitiv etwas Besonderes und hat mich an vielerlei Stellen überrascht. Wer eine seichte Liebesgeschichte oder Erotikschmonzette sucht, ist hier falsch. Viel mehr geht es mehr um Gefühle, Traumata und die Bewältigung der Erfahrungen. Die Beziehung von Lilly und Andreas ist interessant, manchmal seltsam und erschreckend. Nachdem ich mich auf den „esoterischen“ Austausch der beiden Seelen eingelassen habe, war das Buch spannend und interessant, sehr nah und sehr gefühlvoll. Von mir gibt es deshalb vier Seesterne.

Ein wirklich süßes Extra: Auf der Homepage von Liane könnt ihr einen Test machen, ob das Buch etwas für euch sein könnte! Den Test habe ich erst nach dem Lesen entdeckt, aber mir wurde die Leseprobe empfohlen. Hihihi.

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Zeitlose – Simeons Rückkehr von Eva-Maria Obermann

[Rezension] Zeitlose – Simeons Rückkehr von Eva-Maria Obermann

Ich habe ein Buch beendet und ich bin wieder mal ein bisschen verliebt. *seufzt glücklich*

Und zwar handelt es sich bei diesem Schätzchen um „Zeitlose – Simeons Rückkehr“ von der famosen Eva-Maria Obermann, die als schreibtrieb, selbst bloggt.

Das Buch ist im „Schwarzer Drachen Verlag*“ erschienen und kostet als Taschenbuch* 9,90€ und als Ebook* 4,99€. Das Genre lässt sich nicht so leicht festlegen, denn es ist eine verträumte, fantastische Geschichte mit Spuren von Romantik. Irgendwie Urban Fantasy, aber irgendwie doch etwas ganz Eigenes. (Über L-Choice kaufen)

Ich habe das Buch auf lovelybooks im Rahmen einer Leserunde als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen lieben Dank dafür!

Hier ist die Rezension in Videoform!

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Diese Rezension ist wie immer spoilerfrei 🙂

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Meine Katze möchte sich nicht fotogen neben das Buch setzen 🙁

Worum geht’s?

Dora hat seltsame Träume, die sich anfühlen wie die Realität. Aber sie weiß, dass es nicht ihre Realität ist, denn sie lebt im 21. Jahrhundert, studiert, arbeitet in einem Kindergarten und ist in einer glücklichen Beziehung mit Oscar. In den Träumen hingegen ist sie Nancea, eine einfach Magd in einer mittelalterlich anmutenden Welt. Und sie verliebt sich dort in Simeon. Als Dora dann im realen Leben einen Mann trifft, der genau so riecht und dieselben Augen hat wie Simeon, ist sie vollends verwirrt. Was bedeuten ihre Träume und was bedeutet das schreckliche Ende, das Nancea und Simeon im Traum ereilt für Dora in der Wirklichkeit?

Das Buch ist in sich abgeschlossen, aber es wird mindestens noch zwei weitere Bände geben. Die Geschichte an sich geht nämlich noch weiter, aber es gibt keine fiesen Cliffhanger.

  • Meine Meinung:

Das Cover ist sehr schön und unterstreicht die verträumte, mystische Atmosphäre des Buchs. Einzig die Schriftart und Platzierung des Verlagslogos finde ich nicht ganz so gut.

Ich mag es, wenn Bücher sich nicht eindeutig in ein Genre einordnen lassen. Bereits früh beim Lesen wurde klar, dass wir hier eine philosophisch anmutende Geschichte mit fantastischen und romantischen Elementen haben. Es geht auch um Selbstfindung, Träume und Wünsche. Dass Eva-Maria Obermann sich viel mit Literatur beschäftigt merkt man, denn man fliegt – getragen vom luftig, wolkigen Schreibstil – ganz lockerleicht durch die Geschichte hindurch. Dabei mangelt es nie an Sprachgewandheit oder Augenzwinkern. Die Traumszenen wechseln sich fabelhaft mit den Szenen aus Doras Alltag ab, sodass man selbst in den spannenden Strudel und der Frage nach der Realität und dem Ursprung dieser Vermischung hineingezogen wird.

Ich bin kein Freund von Kitsch und allzu viel Schnulzereien – ich bin als Single sehr zufrieden und brauche keine Beziehung, um mit meinem Leben zufrieden zu sein. Aber Eva schafft hier etwas sehr Gemeines. Sie beschreibt die Liebe, das Zusammensein so umfangreich, liebevoll und unterschwellig, dass einem ganz warm ums Herz wird und man sich in jemandes Arme kuscheln möchte. Das Buch ist gefühlsbetont, aber ohne einem die Emotionen ins Gesicht zu klatschen. Der Schreibgrundsatz „Show, don’t tell“ ist meiner Meinung nach wunderbar gelungen, denn es wirkt nie überladen und plump sondern immer wie ein feiner Hauch, ein leichtes Kribbeln. Es ist definitiv ein Wohlfühl-Buch und auch beim Zuklappen am Ende hatte ich ein Lächeln auf den Lippen. (Obwohl ich gespannt auf Band 2 bin)

Dennoch mangelte es auch nicht an Spannung, Geheimnissen und einer kleinen Portion Action. So wohltuend und balsamierend die schönen Szenen waren, so schmutzig und schmerzhaft waren die Szenen, in denen Nancea oder Dora leiden mussten. Ich habe richtig mitgefiebert.

Die Charaktere haben mir gut gefallen, lediglich das „Böse“, war mir eine Spur zu eindimensional, auch wenn die Beweggründe schon Sinn ergeben haben.

Dora, unsere Protagonistin, war sehr sympathisch in ihrer neugieren Art, ihrer Nachdenklichkeit und ihrem Wunsch einerseits Nancea zu helfen, aber andererseits ihren eigenen Weg zu gehen. Obwohl Dora und Nancea durch die Geschichte hindurch verbunden waren, wirkten beide eigenständig und lebendig, auch wenn sie einige Ähnlichkeiten teilten.

Simeon war ein strahlender Charakter mit einem goldenen Herz und seine Leidenschaft und seine Hingabe für Nancea war absolut hinreißend.

Nathan, der mysteriöse Mann, brachte ein wunderbare Portion Düsternis und Gefährlichkeit in die Geschichte. Dennoch zeigte er seine nachdenkliche Seite und eine Tiefe und Entschlossenheit, die ihn durchaus sympathisch machten.

Oscar & Jonathan waren absolute Goldschätze! Ich möchte sie adoptieren und verhätscheln und drücken. *Mutterinstinkt aktiviert*

Ich fand auch toll, dass Eva einige Inhalte aus dem Studium und ein bisschen Literaturwissenschaft eingewoben hat, ohne dass es großartig aufgefallen ist.

Was hat mir nicht so gut gefallen? Das Böse in der Geschichte, aber hierzu will ich nicht spoilern, deswegen sage ich an dieser Stelle nicht mehr dazu. Die Geschichte hätte sich beim Ende ruhig noch ein bisschen mehr Zeit lassen können, finde ich. Im Buch wurde viel reflektiert und nachgedacht und das bleibt am Ende ein bisschen zurück bzw. wir werden vermutlich auf weitere Bände vertröstet.

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Du sollst in die Kamera schauen, Kater! Mhm, so wird das nichts mit der Grumpy Cat Nachfolge!

Eine Meinung reicht euch nicht? Dann werft doch einen Blick auf den Blog der lieben   Buchstabenträumerin und lest ihre  Rezension!

  • Fazit:

Von mir gibt es für „Zeitlose – Simeons Rückkehr“ eine klare Leseempfehlung. Das Buch war wunderbar geschrieben, die Geschichte war interessant und spielte mit allerlei Elementen aus verschiedenen Genres. Für mich war es ein tolles Lesevergnügen und ich freue mich sehr auf den nächsten Band und weitere Projekte von Eva. Am Besten fand ich die Story, den Schreibstil und den Erzählstil. Die Figuren waren gut gezeichnet und sympathisch, einige Abzüge gibt es jedoch – der ein oder andere Charakter war für meinen Geschmack ein bisschen zu klischeehaft. Da ist noch Luft nach oben!

Eine fluffige, süße, philosophische, vielseitige, fantastische, romantische Geschichte, die einen richtig in den Bann zieht. Dafür gibt es von mir 4,5 Seesterne.

4,5seesterne

Weitere Stimmen zum Buch:


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[Rezension] Jennifer L. Armentrout – Scorched

[Rezension] Jennifer L. Armentrout – Scorched

Hallo meine Lieben!

Das lange Osterwochende und der Urlaub sind wirklich gut für meinen Stapel ungelesener Bücher. Ratzfatz weggelesen, weil leichte Kost, habe ich scorched, den Nachfolger zu „frigid“ von Jennifer L. Armentrout. Frigid konnte mich ja nicht wirklich vom Hocker hauen, wie ihr in meiner Rezension nachlesen könnt.

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Jennifer L. Armentrout – Scorched*, erschienen 2017 im Piper Verlag kostet als TB 9,99€ und als Ebook 8,99€.

Genre: New Adult, Romantik/Erotik

Man kann scorched lesen ohne frigid gelesen zu haben. Beide Bücher sind in sich abgeschlossen.

Die Video-Rezension gibt es hier:

Worum geht’s?

Tanner und Andrea gehören zwar zur selben Viererclique, können aber kaum eine Stunde im selben Raum verbringen, ohne sich zu kabbeln. Die Anziehungskraft ist auf beiden Seiten da, aber es scheint, sie stoßen sich immer wieder ab. Tanner ist ein Aufreißer und Andrea trinkt gerne einen über den Durst. Als sie gemeinsam mit ihren Freunden auf eine Hütte fahren, um die Semesterferien zu genießen, knistert es gewaltig. Aber Andrea ist unsicher, ob Tanner es ernst mit ihr meint. Hinzu kommt, dass Andreas private Probleme weiter außer Kontrolle geraten. Kann das gut gehen?

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Design:

Das Design ist schlicht gehalten und nah am Vorgänger. Dass man Menschen aufs Cover packt, die nicht ansatzweise den Personen in der Geschichte entsprechen, wird mich aber auch weiterhin stören.

Inhalt:

Andrea ist mit ihrem Leben nicht ganz im Reinen. Zum Entsetzen ihrer Eltern hat sie das Medizinstudium kurz vor dem Abschluss geschmissen, um Lehramt zu studieren. Sie hat das Gefühl, ihre Freunde haben ihr etwas voraus, während sie feststeckt. Ihre beste Freundin Sydney ist in einer glücklichen Beziehung und wird bald ihren Master in Psychologie anfangen. Als Syd sie gemeinsam mit der Clique zu einem Ferientrip auf eine Hütte überreden möchte, ist sie zuerst wenig begeistert, als sie hört, dass auch Tanner mitkommt. Tanner und sie verbindet eine Hass-Liebe. Auch wenn die beiden zurselben Vierer-Clique gehören liegen sie sich ständig in den Haaren und ein fieser Kommentar jagt den nächsten. Aber als sie auf der Hütte ankommen, schmeißt Tanner sich offensiv an Andrea ran, die ihm zuerst nicht abkaufen will, dass er es ernst meint.

Zwischen Streit und gemischten Gefühlen kommt es zu einigen Enthüllungen aus der Vergangenheit der beiden, die die aufflammende Liebe auf eine harte Probe stellen werden. Denn Tanner findet es gar nicht cool, dass Andrea ständig zu viel trinkt und Andrea kann nach wie vor nicht glauben, dass Tanner es ernst mit ihr meint.

Werden die beiden zueinander finden?

Runtergebrochen ist der Inhalt recht simpel und ähnlich wie bei frigid. Hatten wir in frigid zusätzlich zum New Adult noch eine Portion Thriller, haben wir hier etwas mehr Drama durch Andreas private Probleme. Anfangs dachte ich, das Buch unterbietet frigid an handfester Handlung wurde ich am Ende doch positiv von der Ernsthaftigkeit überrascht. Die Probleme wurden nicht notdürftig, sondern ernsthaft gelöst.

Schreibstil:

Gewohnt flüssig trägt uns Jennifer L. Armentrout durch die Geschichte. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass sie sich für „scorched“ weniger Zeit genommen hat. Es ging viel flotter, die Geschichte wurde runtergerattert, die Beschreibungen blieben kurz und die Dialoge waren grausam. Ich spürte kein Knistern bei Tanner und Andrea in den Gesprächen, warum die beiden sich überhaupt mochten, wurde mir nicht klar. Die „guten“ Gespräche der beiden fanden nämlich keinen Platz sondern wurden mit „wir redeten den ganzen Morgen ohne uns zu kabbeln“ o.Ä. abgetan. Die Kabbeleien waren eigentlich trockene Beleidigungen ohne Charme und Tanners Flirtversuche lösten in mir den Drang aus mir schnell zum Übelkübel zu rennen.

Gegen Ende hat es sich verbessert, aber da war „frigid“ wirklich besser gelungen.

Charaktere:

Wie in frigid liegt das Augenmerkt auf unserer Hauptpaarung Tanner und Andrea. In frigid hatte ich ja fehlende Charaktertiefe und Entwicklung angemerkt. Wirklich überzeugt haben mich Tanner und Andrea nicht, vor allem Tanner wirkte blass und nicht durchdacht, aber Andrea hat mit mehr Tiefe und interessanten Problematiken geglänzt. Die beiden hatten ein bisschen mehr Pfeffer im Hintern als Syd und Kyler, aber wie bereits kritisiert: Dafür, dass wir hauptsächlich zwei handelnde Charaktere haben bleiben sie recht farblos.

Tanner blieb mir ein Rätsel. Warum seine Gefühle sich so entwickelten war für mich nicht nachvollziehbar. Bei den „Flirt“-Sätzen, die er am Anfang gebracht hat, hat es mich wirklich teilweise aus dem Lesefluss gerissen, weil ich kurz einen Würgreflex hatte. Vulgärer und schmieriger ging es kaum (dabei war er mir in frigid sympathisch *seufz*).

Ende:

Das Ende hat mich durch seine Ernsthaftigkeit nochmals positiv überrascht. Ich dachte die Autorin windet sich zugunsten der Romanze aus der vorher aufgedeckten Problematik von Hauptcharakter Andrea, aber sie hat es tatsächlich konsequent und angenehm gelöst.

Fazit:

Was „scorched“ an Sachen Story und Charakterentwicklung gut gemacht hat, hat es an anderen Stellen durch belanglose, humorlose Dialoge mit Fremdschäm-Faktor wieder eingebüßt. Es ist ein nette, leichte Lektüre für zwischendurch mit ein bisschen Erotik und einer Spur Ernsthaftigkeit am Ende. Die Schwächen und Stärken haben sich einigermaßen ausgeglichen und deswegen bekommt es von mir – wie frigid – 3 Seesterne. (Wobei ich bei beiden Büchern sagen würde, dass es eher eine 2,8 als eine 3,0 ist)

3seesterne


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[Rezension] Laura Kneidl – Light & Darkness

[Rezension] Laura Kneidl – Light & Darkness

Hallo ihr Lieben!

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Heute präsentiere ich euch die Rezension zu „Light & Darkness“ von Laura Kneidl. Das Buch ist im Carlsen Verlag erschienen, kostet als Taschenbuch 8,99€ und als Ebook 3,99€.

Die Viderezension findet ihr hier.

Genre: Jugendbuch Fantasy

Kauft Light & Darkness* auf amazon! 🙂

Worum geht’s?

Light macht die Ausbildung zu einer Delegierten. Delegierte bekommen ein zu ihnen passendes übernatürliches Wesen zugeteilt und bestreiten gemeinsam den Alltag. Das soll die Differenzen zwischen Menschen und Wesen verkleinern und für ein friedliches Miteinander sorgen. Alle erwarten, dass die engelsgleiche, tüchtige Light eine Fee oder Elfe zugeteilt bekommt, jedoch gibt es einen Fehler im System und sie bekommt den männlichen Dämon Dante an die Seite, der so gar keine Lust auf das Delegationssystem oder Light hat. Light nimmt ihren Job jedoch sehr ernst und möchte alles dafür tun, dass es dem geheimnisvollen Dante gut geht, auch wenn er sich dagegen sträubt.

Jedoch hat Dante ein dunkles Geheimnis, das die wackelige Beziehung der beiden schon bald auf eine harte Probe stellt.

Design:

Das Cover finde ich okay. Mir gefällt, dass die Personen darauf zu Light und Dante im Buch passen. Die Schrift und die schnörkeligen Blätter finde ich nicht so schön, aber die Farbgebung gefällt mir gut.

Schreibstil:

Das Buch ließ sich wirklich sehr flüssig lesen, die Sprache ist einfach gehalten, war aber dennoch passend und abwechslungsreich. Für ein Jugendbuch absolut angemessen.

Inhalt:

Wir befinden uns in einer Welt ein wenig in der Zukunft, die unserer Welt gleicht. Jedoch weiß dort jeder, dass es Vampire, Furien, Dämonen, Lykanthropen etc. gibt. Um die besonderen Wesen in die Gesellschaft zu integrieren, vorherrschende Differenzen zwischen Menschen und Wesen zu überbrücken und für ein friedliches Miteinander zu sorgen gibt es das System der Delegierten. Einem Menschen wird dabei ein Wesen, das speziell durch psychologische Tests ausgewählt wurde, zugewiesen und die beiden begleiten und leben miteinander. Normalerweise sind Delegierter und Wesen vom selben Geschlecht. Bei Light macht das System allerdings einen Fehler und sie bekommt den männlichen Dämon Dante. Bis zu einem Revisionsverfahren und einer neuen Auswahl müssen die beiden miteinander leben und klar kommen.

Lights Familie und vor allem der Vampir Kane, das Wesen ihres älteren Bruders, der in Light verliebt ist, reagieren abweisend und negativ. Die gutherzige Light ist sauer, dass alle so gemein zu dem Dämon sind und will versuchen, so offen und freundlich wie möglich zu sein. Dante macht es ihr jedoch nicht so leicht, ihn zu mögen und versucht mit allen Mitteln Light zu sabotieren. Dennoch beginnt Light damit, wider aller Vernunft Gefühle für Dante zu entwickeln.

Im gemeinsamen Alltag merken die beiden, dass sie sie eigentlich ganz gut riechen können, doch Dantes dunkle Vergangenheit holt die beiden schließlich ein.

Die Impia und die Censio, zwei extreme Gruppen machen die Welt mit Terroranschlägen unsicher. Die Impia wollen alle Wesen vernichten, die Censio wollen die Herrschaft der Wesen über den schwächeren Menschen durchsetzen. Auch Light und Dante werden mit in die Sache hineingezogen. Ob ihre Beziehung dem Stand hält und ob die beiden durch die anstehende Neuverteilung der Wesen getrennt werden, müsst ihr selbst lesen.

Ich fand das Setting interessant und die rigide Systematik der Welt amüsant. Für mich war am Anfang ein bisschen zu viel Alltagsgeplänkel, aber ansonsten fühlte ich mich gut unterhalten.

Charaktere:

Light unsere fleißige und gutherzige Protagonistin wirkte auf mich sehr lebendig und dreidimensional. Ihre Handlungen waren nachvollziehbar und ihre Geduld und Offenheit waren sehr vorbildlich. Dennoch hat Laura Kneidl es geschafft, sie durch einige Eigenheiten zu einer realistischen Person zu machen. An Macken hätte es noch ein bisschen mehr sein können, aber insgesamt konnte ich gut mit Light.

Dante war schnuckelig. Man hat ihm von der ersten Sekunde nicht wirklich abgenommen, dass er so böse ist. Er war zwar frech und rebellisch, aber hatte doch einen weichen Kern. Dennoch hat er ein, zwei Aktionen gebracht, die Light berechtigterweise ausrasten ließen. Gegen Ende fand ich sein Verhalten etwas verwirrend, weil mir seine Gefühle nicht ganz klar waren bzw. der Übergang von der einen zur anderen Phase. Ohne zu spoilern kann ich hier nicht ganz so viel sagen, aber mir hat da noch ein Knackpunkt oder Gedankengang gefehlt.

Jude, Lights Bruder und sein Wesen Kane, fand ich interessant und sympathisch. Im Verlauf der Geschichte hatte ich jedoch das Gefühl, dass sie von ihrem Charakter abrückten und mehr Mittel zu Zweck wurden. Schachfiguren, die nur da sind, um die Geschichte voranzutreiben. Wie Kane, der in Light verliebt war, am Ende gehandelt hat, war für mich nicht nachvollziehbar. Gar nicht. Und für jemanden, der bereits 150 Jahre alt ist, hat er sich nicht so ganz angemessen verhalten.

Crispin, der Bösewicht der Geschichte, ist für mich auch eher durchgefallen. Er sollte der geniale, brutale Boss der Terrorgruppe Censio sein. Aber die ganze Gruppe war chaotisch und in ihrem Vorgehen etwas wirr. Mir hat es hier an Konsequenz gefehlt und ich hatte von Anfang an den Eindruck, dass er nicht auf Versöhnung aus ist. Für mich war er schlichtweg nicht gut genug ausgearbeitet.

Die Nebencharaktere hatten genug Charakter um eine eigene Persönlichkeit zu haben, aber keine Chance sich weiter zu entwickeln, weil sie keine so große Rolle gespielt haben.

Die beiden Hauptcharaktere haben mir ganz gut gefallen, die anderen Personen waren jedoch durch ihr irrationales Verhalten manchmal etwas mechanisch und unrealistisch. An dieser Stelle hätte ich persönlich nochmal den Rotstift in die Hand genommen und überarbeitet, weil Potenzial da ist, das nicht genutzt wurde.

Ende:

Das Ende fand ich irgendwie frisch und mir gefiel, dass die Geschichte abgeschlossen, aber nicht zu Ende war. Es hat mich glücklich und neugierig gemacht, wie es mit der Welt weitergeht.

Die Gesamtwertung:

Ich mochte das Setting sehr gerne! Mir gefiel die Welt und der Schreibstil und ich fände es toll, noch mehr Geschichten aus der Welt der Delegierten zu lesen. Gerne auch mit anderen Charakteren. Ein paar Abzüge gibt es für mich bei den Charakteren. Alles andere sind eher kleine Kritikpunkte, die dem Lesevergnügen keinen Abbruch tun.

Ergibt insgesamt also 3,5 Seesterne!3,5seesterne.png


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[Rezension] Jennifer L. Armentrout – Frigid

[Rezension] Jennifer L. Armentrout – Frigid

Hallo ihr Lieben!

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Heute rezensiere ich „Frigid” von Jennifer L. Armentrout. Ich hab das Buch zur Hälfte gelesen und dann als Hörbuch weitergehört, weil ich von meiner Erkältung teilweise echt geschafft war. Diese Rezension ist wie immer spoilerfrei! 🙂

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Eine Rezension in Videoform gibt es, sobald ich wieder eine Stimme habe und nicht aussehe wie ein Komparse bei The Walking Dead! 🙂 => Update: Das Video findet ihr hier.

Das Buch ist erschienen im Piper Verlag und kostet als TB 9,99€, als E-Book 8,99€ und als Hörbuch 16,71€

Genre: Romantik, Erotik bzw. New Adult

Band 2 „Scorched” erscheint im April. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, im Folgeband geht es um zwei andere Charaktere aus der Clique. (Die Rezension findet ihr hier)

  • Worum geht’s?

Sydney und ihr bester Freund Kyler könnten unterschiedlicher nicht sein. Er: selbstbewusst, sportlich und jede Woche von einer anderen Frau umgarnt, Sie ist eher schüchtern, zurückhaltend und geht lieber mit einem Buch ins Bett. Dennoch ist Sydney seit Kindertagen in ihren Kumpel verliebt und ihr Herz schmerzt, da er nie mehr sehen würde als eine gute Freundin. Oder? 😉

Aus einem geplanten Skiurlaub mit der Clique wird leider nichts, denn bevor die anderen an der Hütte ankommen, fegt ein Schneesturm übers Land, der Sydney und Kyler zu zweit festsitzen lässt. Als wären die komplizierten Gefühle nicht schon schwer genug,  scheint esals würde jemand den beiden nach dem Leben trachten. Immer wieder versucht er, die beiden zu sabotieren, in dem er sie mit einem Schneemobil überfahren oder den Strom kappen möchte.

  • Design:

Das Cover sieht ganz schnuckelig aus, ist aber nichts Besonderes und passt nicht zu den Charakteren. Eher durchschnittlich. Ich finde, wenn man Leute aufs Cover packt, könnte man schon schauen, dass die Haarfarbe stimmt. Das würde es für mich noch ein bisschen schöner machen, ansonsten sieht es nett aus.

  • Schreibstil:

Ich fand JL Armentrouts Schreibstil sehr angenehm, gut leserlich und auch in der Hörbuchversion klang es rund und abwechslungsreich. Auch die heißen Szenen waren unaufdringlich und prickelnd beschrieben. Im Romantik/Erotik/New Adult Genre habe ich schon viel, viel Schlechteres gelesen!

Die Sprecher der Hörbuchversion haben meiner Meinung nach sehr gut gepasst und eine tolle Leistung erbracht. Das gibt definitiv nochmal Pluspunkte.

  • Inhalt:

Sydney und Kyler sind beste Freunde und das Buch beginnt mit einer Szene in einer Bar, um die Charaktere und ihre Besonderheiten vorzustellen. Schon hier wird klar, dass bei Syd und Kyler versteckte Gefühle herrschen, die mit klarer Kommunikation und ein bisschen weniger Selbstzweifeln lösbar gewesen wären. Danach geht es schon ab auf die Hütte und der Schneesturm bahnt sich an. Vorher schaffen sie es aber noch, sich zu betrinken und die erste Annäherung findet statt, wobei Kyler ganz Gentleman die Situation der sturzvollen Syd nicht ausnutzt. (Danke, so sollte das immer sein!) Sobald die beiden eingeschneit sind und es draußen immer kälter wird, kommt die Suppe in der Hütte langsam aber sicher zum Brodeln. Zuerst könnte es wie die perfekte Chance wirken die Beziehung auf eine andere Ebene zu heben, aber jemand trachtet den beiden offensichtlich nach dem Leben. Gestalten schleichen ums Haus, Fenster werden eingeschossen und der Strom fällt aus. Wer dahinter steckt und ob es ein Happy End für die beiden gebt, müsst ihr selbst lesen!

Zwei Kindheitsfreunde, die sich eigentlich irgendwie lieben und dann durch eine brenzlige Situation zueinander finden, ist jetzt nichts Neues, aber für Zwischendurch war es gut geeignet.

  • Charaktere:

Der größte Minuspunkt für mich waren die klischeehaften, zweidimensionalen Charaktere. Man sollte meinen, wenn man den Fokus auf nur zwei Personen richtet, hat man Zeit beide gut kennen zu lernen und auszugestalten, aber beide wirkten generisch und irgendwie drahtig. Beide hatten zwar ihre Vergangenheit und ihre Motive, aber es wirkte als hätte sich die Autorin einfach auf „sexy, aber nett” und „treudoof und schüchtern” festgelegt. Mehr Charakterentwicklung gab es da leider nicht und dieses „Er/Sie ist nicht gut genug für mich”-Geheule geht mir nicht erst seit Twilight auf den Keks.

Sympathisch war Kyler dennoch, einfach weil er anständig war. In dem Genre gibt es in letzter Zeit zu viele Mr. Greys und fragliche, männliche Charaktere, bei denen der Grad zwischen Dominanz und Missbrauch viel zu schwammig ist. Kyler zeigt uns, dass ein sexy Bad Boy dominant und fürsorglich sein kann. Bei ihm kam zumindest teilweise die Idee einer Charakterentwicklung und Tiefe durch.

Sydney ist einfach sehr blass. Ihr ganzer Charaktere schien darauf ausgelegt Kyler zu daten oder einen Freund zu finden. Sie hat kaum Charaktereigenschaften oder Ziele. Schnarch! Vielleicht war es bewusst so gehalten, damit weibliche Leser sich in sie hinein projezieren können, aber für mich hat das nicht ganz geklappt.

  • Ende: Das Ende hat gepasst und war keine große Überraschung.

Die Gesamtwertung:

Wer eine tiefe Liebesgeschichte mit starken Charakteren sucht, wird sie hier nicht finden (und wahrscheinlich gar nicht erst gesucht haben…). Mir waren die Charaktere teils ein bisschen zu pathetisch und kitschig. Das Buch liest aber sich flott, angenehm und sorgt für kurzweilige Unterhaltung. Die Erotikszenen sind schön verpackt, ohne in einen Porno abzurutschen. Für mich waren die passenden und talentierten Sprecher der Hörbuch Version ein klares Highlight.

Den Nachfolger werde ich vielleicht auch lesen, weil mir Andrea und Tanner schon sympathischer waren als Syd und Kyler. (Ich habe es gelesen und die Rezension findet ihr hier)

Ergibt insgesamt also 3 Seesterne!

(Wobei es eher eine 2,8 als eine 3,0 ist)

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Neuzugänge Januar 2017

Neuzugänge Januar 2017

Holladrio! Hier gibt es, in neuer schnieker Kulisse, meine Neuzugänge aus dem Januar 2017.

Ich habe vor allem bei Jokers ziemlich zugeschlagen.

Für den Februar habe ich mir ein Buchkaufverbot auferlegt (zumindest große, spontane Einkäufe), da ich für die Klausuren lernen sollte und meinen SuB abbauen möchte.

Ende Februar habe ich dann auch wirklich Semesterferien und hoffentlich viel Zeit zu lesen. Und wer weiß? Vielleicht bekomme ich zum Geburtstag einen Büchergutschein, mit dem ich dann im März wieder kräftig zulangen kann. Hehe.