Schlagwort: new adult

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

Auf jellybooks habe ich vorab eine XXL Leseprobe zu diesem Buch gelesen und war am Haken, obwohl ich „New Adult“ Büchern gegenüber sehr skeptisch bin. Auch der Klappentext klingt eigentlich nach Klischee hoch zehn. Aber die Leseprobe war gut, ich mochte den Schlagabtausch und so habe ich das Buch nach erscheinen bei Droemer Knaur angefragt und als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank!


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  • Autorin: Kati Wilde, übersetzt von Karla Lowen
  • Titel: Lost in a kiss
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Romantik, Erotik, New Adult
  • 412 Seiten, Paperback: 12,99€ | Ebook: 9,99€
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Worum geht’s?
Aspen wollte eigentlich mit ihrer besten Freundin Bethany und derem unausstehlichen Bruder Bram Urlaub machen, um den Uni Abschluss zu feiern. Aber als Bethany absagt und Aspen bittet, mit Bram den Urlaub durchzuziehen und ihrem Bruder zu verschweigen, dass sie selbst in Schwierigkeiten steckt, willigt Aspen ein. Der kontrollfreudige Bram ist überhaupt nicht begeistert von Aspen und ihrem Schweigen über seine Schwester. Sie beschließen jedoch das Kriegsbeil zu begraben und Bethany mit schönen Fotos aus dem Urlaub vielleicht aus der Reserve zu locken. Dabei kämpfen Aspen und Bram immer wieder in fiesen Wortgefechten und rufen um Bethany Willen immer neue Waffenruhen aus. Doch zwei so feurige Persönlichkeiten können nicht lange auf einem Fleck sein, ohne dass Funken fliegen und sprühen…


Meine Meinung:

Vorweg – Im Englischen lautet der Titel des Buches „Going nowhere fast“ und den finde ich persönlich so viel aussagekräftiger als den „deutschen“ Titel. Es ist schade, dass hier zugunsten eines nichtssagenden Titel entschieden wurde.

Dass Aspen und Bram gemeinsam den Urlaub durchziehen, obwohl Bethany abgesprungen ist und dieses Spiel durchziehen um sie doch noch herzulocken, finde ich ziemlich aus der Luft gegriffen, aber es ist die Prämisse, ohne die die Geschichte nicht funktionieren würde. Das Buch überzeugte mich durch die kratzbürstige Dynamik der beiden Protagonisten doch davon, weiterzulesen.

Aschenputtel und der dunkle Prinz

Wie die Prämisse schon sagt ist Bram reich, dominant und mag es, die Kontrolle über die Dinge zu haben. Viele Dinge, die ihn richtig ätzend machen. Er ist kein Sympathiebolzen, auch wenn seine schnippischen und zynischen Bemerkungen ihn ziemlich witzig machen. Rührend ist auch die Liebe und Besorgnis seiner Schwester gegenüber. Auch bei Aspen wird er eher zahm, zumindest wenn es ihr schlecht geht oder sie Probleme hat.

Aspen ist eine Kämpferin aus schwierigen Familienverhältnissen. Auch sie hat ein Mundwerk wie eine Rasierklinge und würde dennoch viel ertragen für die Menschen liebt. Weswegen sie auch Bethanys Geheimnis bewahrt und damit Brams Zorn auf sich zieht. Gleichzeitig hat sie (nachvollziehbare) Vorurteile gegenüber Brams Reichtum und hält ihn für einen lackierten Schnösel – und ganz unrecht hat sie damit auch nicht. Was mir auch gut gefallen hat, war das Aspen kein Mauerblümchen war, die beim Wort „Kondom“ in Ohnmacht fällt. Sie ist in ihrer sturen Art zwar manchmal etwas kindlich, aber dennoch eine Frau, die weiß, was sie will und was sie hat. Es ist erfrischend mal eine Protagonistin zu haben, die um ihre eigenen Reize weiß und nicht ständig in Gegenwart des hübschen Kerls denkt, dass sie viel zu hässlich und fett sei.

Die Beziehung der beiden basiert auf ihrer Hassliebe, Mikroaggressionen und körperlicher Anziehung. Denn die beiden beginnen, ihre Wut gegenüber dem anderen, körperlich zu, ähm… verarbeiten. Während der Geschichte lernen sie einander besser kennen und merken, dass hinter der Fassade des anderen viel mehr steckt, als anfangs geahnt.

NACHSITZEN bei Jen und mir!

Ich weiß, die Dramatik von Liebesgeschichten basiert oft darauf, dass Dinge nicht ausreichend kommuniziert werden. Aber es ist nicht weniger zum Haare raufen. Gerade als die beiden eigentlich schon körperlich miteinander vertraut sind und beginnen liebevoll miteinander umzugehen, hören sie auf, offen miteinander zu reden. Natürlich hat Aspen ihre Gründe Bethanys Geheimnis nicht zu verraten, aber Bram könnte Aspen durch Offenheit und Ehrlichkeit so viel Schmerz ersparen. Aber nein, sie bleiben sturköpfig. Uff.

Wer Jens und meine Kommunikations-Session auf dem Litcamp Hamburg besucht hat, weiß, dass ich es hasse, wenn Charaktere nicht miteinander reden. Konflikte, die auf Schweigen aufbauen, finde ich ausgelutscht, deswegen hat mich dieser Abschnitt im Buch auch extrem genervt. Ich wollte ständig ins Buch springen und beide ohrfeigen. Die Autorin hat gezeigt, dass die beiden auch streiten können, wenn sie miteinander reden. Zum Glück gibt es von dem Miteinander reden und Konflikte haben mehr als vom Schweigen und Konflikte haben.

Die Reibereien zwischen den beiden waren umso anziehender, das schlug sich auch in den Erotik-Szenen nieder. Wenngleich mich der inflationäre Gebrauch des Wortes „pussy“ auch ein bisschen gestört hat. Gute Sexszenen zu schreiben ist eine Kunst für sich (siehe Patzer, gesammelt von Desasterotik), aber die Autorin bzw. die Übersetzerin haben das gut gemeistert.

Verschlungen!

Aber da hatte es die Autorin Kati Wilde schon geschafft. Ihr Schreibstil, ihre Art die Geschichte zu erzählen, das sanfte Einstreuen von Hinweisen auf die Geheimnisse und auch Bethanys Schicksal. Das Buch lässt sich angenehm lesen und man ist immer neugierig, was geschieht. Ob Bram und Aspen die Kurve bekommen, wie sie leidenschaftlich rumknutschen, sich wieder zerstreiten. Kanu durch Stromschnellen fahren, Motorradtour mit Aspens Cousin. Es war mächtig was los.

Meiner Meinung hätte es weniger von Brams Luxusgetue sein müssen. Denn er wird mit dem Fortschritt des Buches sympathischer. Seinen Reichtum und Einfluss weniger zu betonen, hätte seine Sympathie meiner Meinung nach geholfen. Genau wie es gereicht hätte, seinen muskulösen Körperbau ein oder zweimal zu betonen. Aber das ist eben typisch Erotik/New Adult, damit muss ich leben, wenn ich mir solche Bücher aussuche.

Mir haben auch die Nebencharaktere Bethany und Murphy gut gefallen. Murphy wegen seiner direkten, humorvollen Art und Bethany weil sie trotz wenigen direkten Auftritten im Buch für mehr Komplexität und Tiefe in der Geschichte gesorgt hat. Auch der Schluss mit seinen Wendungen und Ergebnissen hat mir gut gefallen und die Beziehungen im Buch in ein anderes Licht getaucht.

 

Fazit:

Auch wenn das Buch einige Klischees bedient – reicher Typ mit Beschützerinstink und toughes Mädchen aus armen Verhältnissen – konnte mich die Geschichte in ihren Bann ziehen. Die Wortgefechte, die Reibereien und die Dynamik des „Blechmanns“ und dem „Mädchen mit dem schlechten Einfluss“ haben mir gut gefallen. Hier und da hätte ein bisschen weniger Klischee gut getan, aber die Charakterentwicklung der beiden hat mich berührt. Letztlich gibt es zwar einige Kritikpunkte, aber das ist Kritisiern auf hohem Niveau, denn im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Weitere Meinungen:

 


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Mein Körper ist gut so! (Bodyshaming & Bodypositivy)

Mein Körper ist gut so! (Bodyshaming & Bodypositivy)

Und mal wieder ein Thema abseits von Schreiben und Büchern. Das heißt nicht ganz, denn in Büchern gibt es auch Beispiele von Beidem.

milde Triggerwarnung: Ich erwähne Beleidigungen und Essstörungen

Ausschlaggebend dazu war dieser Tweet von der lieben Anabelle:

Nun, natürlich könnte man argumentieren, dass nur die Meinung des männlichen Charakters wiedergespiegelt wird. Und viele normalgewichtige oder korpulentere Frauen bauen sich scheinbar daran auf, dass „Nur Hunde mit Knochen spielen“. Dieses Zitat entstammt einem sog. „New Adult“ Buch – ich bin immer noch nicht ganz happy damit, das als Genre zu bezeichnen, denn im Prinzip ist es romantische bis erotische Alltagsliteratur. „New Adult“, NA, steht dabei nur für das Alter der Protagonisten, ebenso wie bei „Young Adult“, YA. Jedoch fällt mir oft auf, dass im Bereich der erotischen Literatur rundere Frauen von ihren Love Interests in den Himmel gelobt werden, weil sie eben einen kleinen Rettungsring haben und normal essen können. Als seien alle Frauen, die kleine Busen oder einen flacheren Bauch haben damit automatisch hässlich und essgestört. Ich weiß ja nicht, aber ich finde das keine so tolle Sichtweise.

Tschin Tonik merkte auch noch etwas Wichtiges an. Stimmt – Männer in diesen Büchern können meistens nur diese eine Frau perfekt, wunderschön und interessant finden. Alle anderen Frauen sind oft dumm, hässlich und uninteressant. Freundschaft unmöglich zugunsten des Love Interests?

 


Lasst mich ein wenig ausholen.

Als ich 13, 14 war – pummelig, Zahnspange, Brille und Pickel – war für mich auch der einzige Weg mich einigermaßen wohl zu fühlen Abwärtsvergleiche anzustellen. „Ja, XY ist noch fetter als ich“ oder „Wenigstens hab ich Brüste“. Und manchmal erwische ich mich noch bei solchen automatischen fiesen Gedanken. Einerseits sehen wir gertenschlanke Models auf dem Lauftsteg und makellose trainierte braungebrannte Körper in Zeitschriften, andererseits versuchen wir Ottonormalbürger mit breiten Hüften, kleiner Oberweite, kurzen Beinen oder rundem Hintern uns dagegen zu wehren. Zurecht! Denn Körperformen sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Aber müssen wir dazu ständig bodyshaming betreiben?!

Ein kleines Beispiel:

  • Eine dicke Person bestellt sich im Restaurant einen Burger mit Pommes. Vielleicht habt ihr euch auch schon mal bei dem Gedanken erwischt, dass ihr der Person eher zu einem Salat als Beilage geraten hättet.
  • Eine dünne Person bestellt einen Salat. Vielleicht verdreht ihr die Augen und denkt, sie sollte sich eine Scheibe von der oberen Person abschneiden.

Wenn ihr nicht so denkt – wunderbar, ihr seid sensibel und bedacht, nicht über Personen zu urteilen, die ihr nicht kennt. Wenn euch im ersten Moment dieser Gedanke in den Kopf schießt, dann seid aber nicht beunruhigt. Oftmals fallen uns die fiesen, gehässigen Sachen zuerst ein – d.h. aber nicht, dass wir diesen spontanen Gedanken hilflos ausgeliefert sind. Im Gegenteil: Auch ich denke manchmal fiese Sachen – vielleicht weil man von der Gesellschaft oder seinem Umfeld in eine bestimmte Weise konditioniert wurde. Im zweiten Schritt kommt aber der Verstand, die Logik – über die man sehr wohl Kontrolle hat.

  • „Womöglich hat die dicke Person einen schweren Arbeitstag hinter sich, hat mächtig geschuftet und jede Menge Hunger und gönnt sich diese Portion Pommes“ oder sie hat Lust auf einen leckeren Burger mit Pommes
  • „Vielleicht hat die dünne Person schon einen Snack gehabt und hat einfach keinen Hunger mehr“ oder sie hat Lust auf einen leckeren Salat

Und selbst wenn die dicke Person nur fettige Sachen in sich hineinstopft und die dünne Person penibel auf ihre Figur achtet: Es geht euch nichts an. Es kann euch egal sein.
Seid ihr in der Position über diese Personen zu urteilen? – Nein.

Bodyshaming gibt es in beiden Richtungen. Ich denke daran, dass dicke Leute oftmals belächelt, veräppelt oder sogar beleidigt werden, besteht kein Zweifel. Wenn ich ins Fitnessstudio gehe(wohlgemerkt reines Frauenstudio), kommen auch von manchen Frauen skeptische oder verachtende Blicke. Aber, wenn ich mit meiner schlanken Freundin rede, die in meinen Augen aussieht wie eine wunderschöne kleine Elfe und perfekt ist, wie sie ist, dann höre ich von ihr auch oft, dass ihr gesagt wird, sie solle zulegen oder habe zu kleine Brüste. Das macht mich betroffen.

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Das auf dem Foto bin ich mit 14 – ich hatte mir das Kleid neu bei EMP bestellt. Ich war als Kind zwar normalgewichtig aber seit meiner Pubertät habe ich ein paar Kilo zu viel auf den Rippen. Eine Tatsache, mit der ich sehr lange und bis heute noch manchmal kämpfe. Ich hatte das Foto damals auf lokalisten (Herrje bin ich alt) hochgeladen, da ich das neue Kleid präsentieren wollte. Es war  kaum einen Tag online, da meinten ein paar Kerle Kommentare abgeben zu müssen. „Was für Krautstampfer!“, bezogen auf meine Beine und ein Kommentar, über den ich heute ehrlich gesagt ziemlich lachen muss: „Du bist so fett, du brauchst ein Schaf als Tampon.

Nett, oder? Das sollte man nicht zu einer 23-jährigen sagen und schon gar nicht zu einer 14-jährigen. Das tut verdammt weh. Und es hat meine Wahrnehmung nachhaltig beeinflusst und dafür gesorgt, dass ich oft Süßigkeiten mit einem schlechten Gewissen gegessen habe und heimlich – was eher das Gegenteil bewirkte als das, was die Leute damit intendierten. Meine Eltern haben mir auch oft gesagt, dass ich bei meiner Ernährung aufpassen muss. Das werfe ich ihnen nicht vor: Sie wollten nur mein Bestes.

Studien haben jedoch gezeigt, dass Kinder, denen man von klein auf sagt, dass sie zu dick sind (unabhängig von ihrem Gewicht als Kind) später eher übergewichtig werden. Um das zu veranschaulichen könnt ihr auch diesen Artikel hier lesen, wenn ihr mögt. (Ich finde leider die Studie nicht mehr, aber ich werde sie verlinken sobald ich sie gefunden habe)

Was ich damit aber vor allem sagen möchte: Wenn man Kindern und Jugendlichen schon von klein auf einen teils ungesunden, negativen Fokus vermittelt, dann hat das bleibende Folgen. Egal ob man sie als „fette Sau“ oder als „Hungerhaken“ bezeichnet. Im schlimmsten Fall folgen Essstörungen, meistens aber zumindest ein ungesundes Verhältnis zum eigenen Körper und zum Essen. Der eigene Körper ist der eigene Körper. Gegen meine Fettverteilung kann ich nicht viel tun. Was ich beeinflussen kann ist die Ernährung und da sollte man ansetzen. Vermittlen, dass Gemüse vielseitig und lecker ist. Chips und Schokolade sollten keine Tabus und kein Frustmittel sein, sondern genossen werden, wenn man sie sich erlaubt.

In der Psychologie, vorrangig in der Behandlung von Essstörungen eingesetzt, lehrt man die sogenannte „Set Point Theory„, die wissenschaftlich nicht ganz unumstritten ist. Diese Theorie geht davon aus, das jeder erwachsene Mensch ein Grundgewicht hat, um das er – ähnlich einer Sinuskurve – schwankt. Um von diesem Grundgewicht dauerhaft abzuweichen müsste man entweder extrem viel oder extrem wenig essen.

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Hier mal skizzenhaft abgebildet. Diese Theorie soll Betroffenen helfen zu erkennen, dass sie letztendlich zwar die Ernährung, aber nicht ihren Körper beeinflussen können z.B. die Stoffwechselgeschwindigkeit, Darmbakterien oder ob sich das Fett an den Hüften anlegt oder am Bauch. Es soll aber auch keine Entschuldigung für ein ungesundes Essverhalten sein, denn die Ernährung kann man beeinflussen.

In der Forschung ist das Thema Ernährung und Gewicht nach wie vor umstritten und alle paar Jahre gibt es einen Perspektivenwechsel bzw. andere Ratschläge ob nun ungesättigte Fette oder Kohlenhydrate oder wer auch immer die bösen sind.

Dass der eigene Körper ein wichtiges Thema ist, brauche ich nicht extra hervorzuheben. Die Medien, die Werbung, die Kuchenrezepte hinter der 14-Tage-Super-Duper-Diät in Frauenzeitschriften, die erschreckenden ProAna Foren, die teilweise extremen Formen der Bodypositivy…


Um den Bogen zurück zum Bodyshaming zu schlagen – ich habe gertenschlanke Freunde, die essen wie ein Pferd. Ich esse sicherlich manchmal zu fettig und zu viel und zu süß, in der Regel achte ich aber auf viel Obst und Gemüse und treibe regelmäßig Sport – dennoch bin ich übergewichtig. Und meistens mag ich meinen Körper trotzdem, denn ich fühle mich wohl. Der Körper ist komplex und zumindest die Knochenstruktur – da sind wir uns alle einig – ist gegeben. Wenn ich jetzt 50kg abnehmen würde, würde ich aussehen wie ein ungesundes Skelett. Es gibt aber eben auch Menschen, die von Natur aus kleiner und schmächtiger gebaut sind. Das ist eben so und damit sollten wir uns abfinden.

Fat-shaming ist oftmals offensiver, vielleicht etwas präsenter, aber das heißt nicht, dass auch dünne Leute nicht mit skinny-shaming zu kämpfen haben. Und es ist so ätzend, dass Frauen das Gefühl haben müssen, sich durch „Männer“ bestätigen zu lassen, dass „echte Männer“ auf Kurven stehen. Bodypositivy sollte dadurch entstehen, dass man sich selbst akzeptiert wie man ist und nicht durch die Abwertung und den ständigen Vergleich mit anderen (auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht die einfachere Methode ist).

Anstatt also andere Menschen aufgrund ihrer Figur zu dissen, zu shamen und abzuwerten, sollten wir eeeendlich akzeptieren, dass jeder seine eigene Lebensweise hat.

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Quelle: Sarah & Catherine Satrun

Ja, ich bin bodypositive, auch als „Moppelchen“ – ich mag mich und das war und ist ein harter Weg. Ein paar Kilo weniger würden mir nicht schaden, aber ich möchte mich dazu nicht komplett verbiegen. Ich finde mich gut. Dennoch würde ich meinen Kindern nicht vermitteln wollen, dass ich das Nonplusultra, die Perfektion in Person oder das einzige Schönheitsideal bin. Ich möchte natürlich, dass Menschen einen gesunden Bezug zu ihrem Körper haben. Das heißt aber auch, auf sich zu achten: ein wenig Sport zu treiben und sich ausgewogen zu ernähren. Und ich muss keine schlankeren Frauen verurteilen und verachten, um mich selbst als wertvoll und begehrenswert wahrzunehmen.

Ich habe diesen Blogeintrag vor allem aus meiner Perspektive geschrieben und ich identifiziere mich als Frau. Dass dieses Thema bei allen Geschlechtern existiert und bei manchen auch eher totgeschwiegen wird, sollte man nicht außer Acht lassen.

Nun ich denke in Büchern darf man auch gerne Charaktere zeichnen, die ungünstige, schädliche oder eklige Denkweisen haben – vermutlich denken viele Autor*innen auch gar nicht über die Konsequenzen von „kleinen Bemerkungen“ nach. Vielleicht rege ich mich auch unnötig auf, ich weiß es nicht. Ich selbst habe in meinem Buch z.B. Sasha eine erklärte Männerhasserin, die bestimmt als sog. „Feminazi“ durchgehen würde. Allerdings reagieren meine anderen Charaktere entsprechend auch entsetzt oder kritisch auf ihre Aussagen – und ich hoffe, dass der Leser somit angehalten wird, darüber nachzudenken. In Liebesromanen wo der Fokus auf zwei Charakteren liegt, die intime Gespräche miteinander führen, ist es natürlich nicht so einfach, eine Stimme der Vernunft das Gesagte hinterfragen zu lassen – die weibliche Protagonistin soll sich schließlich bestätigt, umgarnt und umschmeichelt fühlen. Auf jeden Fall ist etwas, was ich mir für zukünftige Bücher aus dem Genre wünsche: Reflektiertheit.
Wenn nicht durch die Charaktere, dann im Nachhinein oder vorneweg. Das gilt nicht nur für Körperformen, sondern auch für das bereits von mir angesprochene Thema der sexuellen Dominanz bzw. Gewalt, wie ihr hier nachlesen könnt.

Aber natürlich kann das nicht nur die Aufgabe von Autor*innen sein. Leser*innen, Blogger*innen, Lektor*innen. Wir alle sind gefragt, damit Bücher weiterhin alle möglichen Freiheiten haben können, aber diese nicht stillschweigend heruntergeschluckt und gerade von jungen Leser*innen für bare Münze genommen werden.


Was denkt ihr? Rege ich mich unnötig über Kleinigkeiten auf? Haben dicke Leute es verdient, geshamed zu werden, weil sie zu viel essen und zu wenig dagegen tun? Sind Bücher Fiktion und dürfen das?

Ein weiterer guter Beitrag zu diesem Thema kommt von Pialalama.

Ich möchte mit diesem Beitrag niemanden angreifen oder verletzen, falls ihr eine Formulierung ungünstig findet, dann sagt mir das bitte.

Ich wünsche euch einen schönen Restsonntag,
eure Babsi

 

[Rezension] Jennifer L. Armentrout – Scorched

[Rezension] Jennifer L. Armentrout – Scorched

Hallo meine Lieben!

Das lange Osterwochende und der Urlaub sind wirklich gut für meinen Stapel ungelesener Bücher. Ratzfatz weggelesen, weil leichte Kost, habe ich scorched, den Nachfolger zu „frigid“ von Jennifer L. Armentrout. Frigid konnte mich ja nicht wirklich vom Hocker hauen, wie ihr in meiner Rezension nachlesen könnt.

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Jennifer L. Armentrout – Scorched*, erschienen 2017 im Piper Verlag kostet als TB 9,99€ und als Ebook 8,99€.

Genre: New Adult, Romantik/Erotik

Man kann scorched lesen ohne frigid gelesen zu haben. Beide Bücher sind in sich abgeschlossen.

Die Video-Rezension gibt es hier:

Worum geht’s?

Tanner und Andrea gehören zwar zur selben Viererclique, können aber kaum eine Stunde im selben Raum verbringen, ohne sich zu kabbeln. Die Anziehungskraft ist auf beiden Seiten da, aber es scheint, sie stoßen sich immer wieder ab. Tanner ist ein Aufreißer und Andrea trinkt gerne einen über den Durst. Als sie gemeinsam mit ihren Freunden auf eine Hütte fahren, um die Semesterferien zu genießen, knistert es gewaltig. Aber Andrea ist unsicher, ob Tanner es ernst mit ihr meint. Hinzu kommt, dass Andreas private Probleme weiter außer Kontrolle geraten. Kann das gut gehen?

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Design:

Das Design ist schlicht gehalten und nah am Vorgänger. Dass man Menschen aufs Cover packt, die nicht ansatzweise den Personen in der Geschichte entsprechen, wird mich aber auch weiterhin stören.

Inhalt:

Andrea ist mit ihrem Leben nicht ganz im Reinen. Zum Entsetzen ihrer Eltern hat sie das Medizinstudium kurz vor dem Abschluss geschmissen, um Lehramt zu studieren. Sie hat das Gefühl, ihre Freunde haben ihr etwas voraus, während sie feststeckt. Ihre beste Freundin Sydney ist in einer glücklichen Beziehung und wird bald ihren Master in Psychologie anfangen. Als Syd sie gemeinsam mit der Clique zu einem Ferientrip auf eine Hütte überreden möchte, ist sie zuerst wenig begeistert, als sie hört, dass auch Tanner mitkommt. Tanner und sie verbindet eine Hass-Liebe. Auch wenn die beiden zurselben Vierer-Clique gehören liegen sie sich ständig in den Haaren und ein fieser Kommentar jagt den nächsten. Aber als sie auf der Hütte ankommen, schmeißt Tanner sich offensiv an Andrea ran, die ihm zuerst nicht abkaufen will, dass er es ernst meint.

Zwischen Streit und gemischten Gefühlen kommt es zu einigen Enthüllungen aus der Vergangenheit der beiden, die die aufflammende Liebe auf eine harte Probe stellen werden. Denn Tanner findet es gar nicht cool, dass Andrea ständig zu viel trinkt und Andrea kann nach wie vor nicht glauben, dass Tanner es ernst mit ihr meint.

Werden die beiden zueinander finden?

Runtergebrochen ist der Inhalt recht simpel und ähnlich wie bei frigid. Hatten wir in frigid zusätzlich zum New Adult noch eine Portion Thriller, haben wir hier etwas mehr Drama durch Andreas private Probleme. Anfangs dachte ich, das Buch unterbietet frigid an handfester Handlung wurde ich am Ende doch positiv von der Ernsthaftigkeit überrascht. Die Probleme wurden nicht notdürftig, sondern ernsthaft gelöst.

Schreibstil:

Gewohnt flüssig trägt uns Jennifer L. Armentrout durch die Geschichte. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass sie sich für „scorched“ weniger Zeit genommen hat. Es ging viel flotter, die Geschichte wurde runtergerattert, die Beschreibungen blieben kurz und die Dialoge waren grausam. Ich spürte kein Knistern bei Tanner und Andrea in den Gesprächen, warum die beiden sich überhaupt mochten, wurde mir nicht klar. Die „guten“ Gespräche der beiden fanden nämlich keinen Platz sondern wurden mit „wir redeten den ganzen Morgen ohne uns zu kabbeln“ o.Ä. abgetan. Die Kabbeleien waren eigentlich trockene Beleidigungen ohne Charme und Tanners Flirtversuche lösten in mir den Drang aus mir schnell zum Übelkübel zu rennen.

Gegen Ende hat es sich verbessert, aber da war „frigid“ wirklich besser gelungen.

Charaktere:

Wie in frigid liegt das Augenmerkt auf unserer Hauptpaarung Tanner und Andrea. In frigid hatte ich ja fehlende Charaktertiefe und Entwicklung angemerkt. Wirklich überzeugt haben mich Tanner und Andrea nicht, vor allem Tanner wirkte blass und nicht durchdacht, aber Andrea hat mit mehr Tiefe und interessanten Problematiken geglänzt. Die beiden hatten ein bisschen mehr Pfeffer im Hintern als Syd und Kyler, aber wie bereits kritisiert: Dafür, dass wir hauptsächlich zwei handelnde Charaktere haben bleiben sie recht farblos.

Tanner blieb mir ein Rätsel. Warum seine Gefühle sich so entwickelten war für mich nicht nachvollziehbar. Bei den „Flirt“-Sätzen, die er am Anfang gebracht hat, hat es mich wirklich teilweise aus dem Lesefluss gerissen, weil ich kurz einen Würgreflex hatte. Vulgärer und schmieriger ging es kaum (dabei war er mir in frigid sympathisch *seufz*).

Ende:

Das Ende hat mich durch seine Ernsthaftigkeit nochmals positiv überrascht. Ich dachte die Autorin windet sich zugunsten der Romanze aus der vorher aufgedeckten Problematik von Hauptcharakter Andrea, aber sie hat es tatsächlich konsequent und angenehm gelöst.

Fazit:

Was „scorched“ an Sachen Story und Charakterentwicklung gut gemacht hat, hat es an anderen Stellen durch belanglose, humorlose Dialoge mit Fremdschäm-Faktor wieder eingebüßt. Es ist ein nette, leichte Lektüre für zwischendurch mit ein bisschen Erotik und einer Spur Ernsthaftigkeit am Ende. Die Schwächen und Stärken haben sich einigermaßen ausgeglichen und deswegen bekommt es von mir – wie frigid – 3 Seesterne. (Wobei ich bei beiden Büchern sagen würde, dass es eher eine 2,8 als eine 3,0 ist)

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[Rezension] Jennifer L. Armentrout – Frigid

[Rezension] Jennifer L. Armentrout – Frigid

Hallo ihr Lieben!

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Heute rezensiere ich „Frigid” von Jennifer L. Armentrout. Ich hab das Buch zur Hälfte gelesen und dann als Hörbuch weitergehört, weil ich von meiner Erkältung teilweise echt geschafft war. Diese Rezension ist wie immer spoilerfrei! 🙂

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Eine Rezension in Videoform gibt es, sobald ich wieder eine Stimme habe und nicht aussehe wie ein Komparse bei The Walking Dead! 🙂 => Update: Das Video findet ihr hier.

Das Buch ist erschienen im Piper Verlag und kostet als TB 9,99€, als E-Book 8,99€ und als Hörbuch 16,71€

Genre: Romantik, Erotik bzw. New Adult

Band 2 „Scorched” erscheint im April. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, im Folgeband geht es um zwei andere Charaktere aus der Clique. (Die Rezension findet ihr hier)

  • Worum geht’s?

Sydney und ihr bester Freund Kyler könnten unterschiedlicher nicht sein. Er: selbstbewusst, sportlich und jede Woche von einer anderen Frau umgarnt, Sie ist eher schüchtern, zurückhaltend und geht lieber mit einem Buch ins Bett. Dennoch ist Sydney seit Kindertagen in ihren Kumpel verliebt und ihr Herz schmerzt, da er nie mehr sehen würde als eine gute Freundin. Oder? 😉

Aus einem geplanten Skiurlaub mit der Clique wird leider nichts, denn bevor die anderen an der Hütte ankommen, fegt ein Schneesturm übers Land, der Sydney und Kyler zu zweit festsitzen lässt. Als wären die komplizierten Gefühle nicht schon schwer genug,  scheint esals würde jemand den beiden nach dem Leben trachten. Immer wieder versucht er, die beiden zu sabotieren, in dem er sie mit einem Schneemobil überfahren oder den Strom kappen möchte.

  • Design:

Das Cover sieht ganz schnuckelig aus, ist aber nichts Besonderes und passt nicht zu den Charakteren. Eher durchschnittlich. Ich finde, wenn man Leute aufs Cover packt, könnte man schon schauen, dass die Haarfarbe stimmt. Das würde es für mich noch ein bisschen schöner machen, ansonsten sieht es nett aus.

  • Schreibstil:

Ich fand JL Armentrouts Schreibstil sehr angenehm, gut leserlich und auch in der Hörbuchversion klang es rund und abwechslungsreich. Auch die heißen Szenen waren unaufdringlich und prickelnd beschrieben. Im Romantik/Erotik/New Adult Genre habe ich schon viel, viel Schlechteres gelesen!

Die Sprecher der Hörbuchversion haben meiner Meinung nach sehr gut gepasst und eine tolle Leistung erbracht. Das gibt definitiv nochmal Pluspunkte.

  • Inhalt:

Sydney und Kyler sind beste Freunde und das Buch beginnt mit einer Szene in einer Bar, um die Charaktere und ihre Besonderheiten vorzustellen. Schon hier wird klar, dass bei Syd und Kyler versteckte Gefühle herrschen, die mit klarer Kommunikation und ein bisschen weniger Selbstzweifeln lösbar gewesen wären. Danach geht es schon ab auf die Hütte und der Schneesturm bahnt sich an. Vorher schaffen sie es aber noch, sich zu betrinken und die erste Annäherung findet statt, wobei Kyler ganz Gentleman die Situation der sturzvollen Syd nicht ausnutzt. (Danke, so sollte das immer sein!) Sobald die beiden eingeschneit sind und es draußen immer kälter wird, kommt die Suppe in der Hütte langsam aber sicher zum Brodeln. Zuerst könnte es wie die perfekte Chance wirken die Beziehung auf eine andere Ebene zu heben, aber jemand trachtet den beiden offensichtlich nach dem Leben. Gestalten schleichen ums Haus, Fenster werden eingeschossen und der Strom fällt aus. Wer dahinter steckt und ob es ein Happy End für die beiden gebt, müsst ihr selbst lesen!

Zwei Kindheitsfreunde, die sich eigentlich irgendwie lieben und dann durch eine brenzlige Situation zueinander finden, ist jetzt nichts Neues, aber für Zwischendurch war es gut geeignet.

  • Charaktere:

Der größte Minuspunkt für mich waren die klischeehaften, zweidimensionalen Charaktere. Man sollte meinen, wenn man den Fokus auf nur zwei Personen richtet, hat man Zeit beide gut kennen zu lernen und auszugestalten, aber beide wirkten generisch und irgendwie drahtig. Beide hatten zwar ihre Vergangenheit und ihre Motive, aber es wirkte als hätte sich die Autorin einfach auf „sexy, aber nett” und „treudoof und schüchtern” festgelegt. Mehr Charakterentwicklung gab es da leider nicht und dieses „Er/Sie ist nicht gut genug für mich”-Geheule geht mir nicht erst seit Twilight auf den Keks.

Sympathisch war Kyler dennoch, einfach weil er anständig war. In dem Genre gibt es in letzter Zeit zu viele Mr. Greys und fragliche, männliche Charaktere, bei denen der Grad zwischen Dominanz und Missbrauch viel zu schwammig ist. Kyler zeigt uns, dass ein sexy Bad Boy dominant und fürsorglich sein kann. Bei ihm kam zumindest teilweise die Idee einer Charakterentwicklung und Tiefe durch.

Sydney ist einfach sehr blass. Ihr ganzer Charaktere schien darauf ausgelegt Kyler zu daten oder einen Freund zu finden. Sie hat kaum Charaktereigenschaften oder Ziele. Schnarch! Vielleicht war es bewusst so gehalten, damit weibliche Leser sich in sie hinein projezieren können, aber für mich hat das nicht ganz geklappt.

  • Ende: Das Ende hat gepasst und war keine große Überraschung.

Die Gesamtwertung:

Wer eine tiefe Liebesgeschichte mit starken Charakteren sucht, wird sie hier nicht finden (und wahrscheinlich gar nicht erst gesucht haben…). Mir waren die Charaktere teils ein bisschen zu pathetisch und kitschig. Das Buch liest aber sich flott, angenehm und sorgt für kurzweilige Unterhaltung. Die Erotikszenen sind schön verpackt, ohne in einen Porno abzurutschen. Für mich waren die passenden und talentierten Sprecher der Hörbuch Version ein klares Highlight.

Den Nachfolger werde ich vielleicht auch lesen, weil mir Andrea und Tanner schon sympathischer waren als Syd und Kyler. (Ich habe es gelesen und die Rezension findet ihr hier)

Ergibt insgesamt also 3 Seesterne!

(Wobei es eher eine 2,8 als eine 3,0 ist)

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