Schlagwort: new adult

Katharina Mittmann #ProjektArbeitstitel

Katharina Mittmann #ProjektArbeitstitel

Katharina Mittmann #ProjektArbeitstitel

Heute darf ich euch eine liebe Freundin und talentierte Autorin vorstellen: Katharina Mittmann bei #ProjektArbeitstitel! Ich durfte ihre Geschichte um Kayla und Jason schon testlesen und kann voller Überzeugung sagen, ich will mehr solche Liebesgeschichten!

Hey, mein Name ist Katharina – aber Kathi reicht vollkommen.

Ich würde gerne behaupten, dass ich schon schreibe, seitdem ich einen Stift halten kann, aber das wäre gelogen. Tatsächlich lese ich aber schon immer. Gut, „schon immer“ ist auch gelogen, aber ich lese, seitdem ich es kann. Seit meiner Kindheit habe ich alles inhaliert, was zwei Buchdeckel und Seiten dazwischen hat. Krimi, Thriller, Fantasy, Liebesroman, Horror (wegen Stephen King konnte ich als im zarten Alter von zwölf Jahren nächtelang nicht schlafen).

Das Schreibfieber hat mich erst mit dem Ende der Harry Potter-Reihe gepackt. Ich konnte mich einfach nicht damit abfinden, dass es vorbei ist, also hab ich Fanfictions geschrieben. Viele Fanfictions. Nach und nach sind eigene Ideen dazugekommen und haben schließlich überhandgenommen.

2017 erschien mein Debüt „Dark Wings“, eine Fantasy Romance, bei Forever by Ullstein. Und am 02.09.2019 erscheint „Campus Love: Kayla & Jason“ bei Knaur. Und für das Frühjahr 2020 ist auch schon was geplant.

 

Campus Love und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich schreibe gerade an einer New Adult Romance mit dem klangvollen Arbeitstitel Projekt Luc. Mehr darf ich leider noch nicht verraten, also erzähle ich lieber ein bisschen von Kayla & Jason.

Und darum geht’s: Kayla lebt ihren großen Traum, nach einer harten Zeit hat sie endlich eines der begehrten Stipendien an der Brown University in Providence erhalten. Doch ihre Freude darüber verpufft, als sie gleich am ersten Tag Jason auf ihrem Bett herumlümmelnd vorfindet, den besten Freund ihrer Mitbewohnerin Rachel. Jason, der selbstbewusst, sorglos und einfach arrogant wirkt. Jason, der genau der Typ Mann ist, mit dem sie nichts mehr zu tun haben will. Der Jason, den sie auf Anhieb anziehend und attraktiv findet.
Dass er Kayla auf dem Campus ständig über den Weg läuft, macht die Sache auch nicht besser. Als Jason schließlich auch noch in der Buchhandlung auftaucht, in der Kayla jobbt, um sich mit ihr über Bücher zu unterhalten, kommen ihr langsam Zweifel: Ist er vielleicht gar nicht so oberflächlich, wie sie dachte? Doch gerade als Kayla beschließt, Jason endlich zu vertrauen, geschieht etwas, das all ihre Befürchtungen zu bestätigen scheint.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Wie oben schon erwähnt, erscheint Campus Love am 02.09.2019 als Taschenbuch. Projekt Luc hat dasselbe Verlagszuhause und wird auch definitiv veröffentlicht.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Puh, es sind so viele … Von New Adult über Young Adult, von Fantasy und SciFi bis hin zu Romance ist alles dabei. Ein paar sind bereits abgeschlossen und liegen in der Schublade – die meisten werden diese Schublade auch nie verlassen. Andere warten auf eine Überarbeitung, vor allem ein New Adult-Projekt mit vielen Ecken und Kanten, das mir aber sehr am Herzen liegt und von dem ich hoffe, dass es irgendwann doch noch das Licht der Welt erblickt.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Plotten. Kein Witz.

Ich hab früher wenig bis gar nicht geplottet, mein erstes Buch entstand im reinen Discovery Writing. Ist auch aufgegangen, da war meiner Meinung nach aber eine gewaltige Portion Glück mit dabei. Heute plotte ich recht ausführlich (aber nicht so ausführlich, dass die Geschichte mich nicht mehr überrascht beim Schreiben und ich keinen kreativen Raum mehr habe). Einerseits liegt das natürlich daran, dass ich jetzt Exposés schreiben muss, bevor ich mit dem eigentlichen Manuskript beginne. Andererseits schreibt es sich so einfach viel leichter und es kommt am Schluss eine rundere, durchdachtere Geschichte dabei raus.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und deinem aktuellen Projekt?
Zum einen gibt es in Campus Love keinen Fantasyanteil, es ist wirklich eine reine New Adult Romance. Und ich hoffe, dass ich die Beziehung meiner Figuren besser aufgebaut und mehr darauf geachtet habe, was für ein Bild ich damit zeichne. Dark Wings hab ich 2013 geschrieben, da habe ich mir noch nicht so viele Gedanken um so etwas gemacht; es war mir schlicht nicht so bewusst. Würde ich die Geschichte heute nochmal schreiben, würde ich vieles anders angehen. Da ich das aber nicht kann, bleibt mir nur zu versuchen, es mit jedem Buch besser zu machen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Das Setting. Es fällt mir wahnsinnig schwer, es zu beschreiben, das ist wirklich, als hätte ich plötzlich Wortfindungsstörungen. Obwohl ich die Umgebung in meinem Kopf ganz genau sehe, hab ich total Probleme, das, was ich da sehe, in Worte zu fassen.

Und Werbung, insbesondere Instagram. Kein Witz. Langsam wird es besser (nach mehreren Crashkursen von befreundeten Autorinnen und Pep-Talks à la „Sei einfach du selbst, du musst keine Angst haben“), aber es fällt mir sehr schwer, mich von diesen vielen wundervollen Accounts mit den wunderschönen Bildern und noch schöneren Texten darunter nicht einschüchtern zu lassen. Auch wenn es oft nicht so wirkt, bin ich eigentlich ein schüchterner und zurückhaltender Mensch und deswegen fällt es mir sehr schwer, insbesondere über meine Schreiberei und meine Bücher zu sprechen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ja. Nein. Jein. Sagen wir mal, ich versuche eine Schreibroutine zu haben. Und die lautet: Schreib jeden Tag. Aber da ich nicht hauptberuflich schreibe und noch andere Verpflichtungen habe, muss ich Schreiben mehr oder weniger da reinschieben, wo es gerade passt. Normalerweise mache ich mir immer am Wochenende einen Plan für jeden Wochentag, wann ich da schreibe, und setze dann alles daran, das einzuhalten. Gerade wenn ich eine Deadline einhalten muss, so wie momentan, verteidige ich meine Schreibzeit rigoros und schaue, dass ich jeden Tag mein Soll erreiche. Und wenn ich mich dafür spätabends noch hinsetzen muss.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Glaub an dich. Trau dich. Du kannst das.

Und schreib endlich ein Manuskript fertig. Wenn es fertig ist, kannst du dir das Hirn zermartern, wie du aus der Rohfassung etwas bastelst, was irgendein Mensch lesen will. Aber erst dann, vorher nicht.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Nicht in dem Sinn, als dass ich ihnen nacheifere. Einfach, weil ich gerne meinen eigenen Weg gehen und niemanden nachahmen möchte. Aber es gibt viele AutorInnen, die ich bewundere und die mich inspirieren. Dazu gehört zum Beispiel Jennifer Benkau, weil ihre Geschichten immer das gewisse Etwas haben und ich ihre Erzählstimme sehr besonders finde. Oder Antonia Michaelis, deren Schreibstil ich vergöttere; die Art, wie sie Worte aneinanderreiht und damit Bilder zeichnet, ist einfach wunderschön und sehr eindrücklich. Oder auch Jennifer L. Armentrout, weil sie in einer Geschwindigkeit neue Ideen entwickelt und aufschreibt, die ich einfach nur berauschend finde – ich meine, im Ernst, wie schnell schreibt diese Frau? Und benutzt sie dafür einen Zeitumkehrer oder wie macht sie das?

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass meine Geschichten Menschen berühren und vielleicht ein kurzes Stück auf ihrem Weg begleiten dürfen. Bücher geben mir oft das Gefühl, nicht allein zu sein, verstanden zu werden – oder unterhalten mich einfach sehr gut und erweitern meinen Horizont. Und ich würde mich unglaublich freuen, wenn meine Geschichten der ein oder anderen Person das geben, was Bücher mir oft geben.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als ich die Zusage für Kayla & Jason bekommen habe. Und als ich das Buch letzthin (am 14.08.2019, um genau zu sein) das erste Mal in Händen halten durfte. Das war wirklich ein unglaubliches Gefühl – diese Geschichte war so lange in meinem Kopf und plötzlich hab ich sie als fertiges Buch in der Hand. Da hab ich vielleicht sogar ein Tränchen verdrückt.

 

Eine kleine Kostprobe…

Na, dann nehmen wir doch den Anfang …

So hatte ich mir meinen ersten Tag an der Brown nicht vorgestellt.

In meinem Bett lag ein fremder Kerl. Und ich hatte keine Ahnung, was er dort machte. Perplex blieb ich im Türrahmen stehen und umklammerte den Umzugskarton, den ich soeben die zwei Stockwerke nach oben bis in mein Wohnheimzimmer geschleppt hatte. Sein Gesicht war zum Großteil von seinem Handy verdeckt, auf dem er herumtippte. Er bemerkte mich nicht. Eine Hand hatte er in seinen rostbraunen Haaren vergraben, die aussahen, als wäre er gerade erst aufgestanden und weder mit Dusche noch Bürste in Berührung gekommen – oder als hätte er sich sehr viel Mühe gegeben, trotz Körperpflege den perfekten Out-of-Bed-Style hinzukriegen. Ich rümpfte die Nase. Mir waren Kerle suspekt, die so viel wert auf ihr Aussehen legten, dass sie dafür Stunden vor dem Spiegel verbrachten. Nur um so auszusehen, als hätten sie genau das nicht getan. Vollkommen absurd.

Sein Körper war so breit und vor allem lang, dass er die gesamte Matratze belegte. Das war eindeutig die Art von Statur, die nur Sportler mitbrachten. Und leider brachte diese Figur meiner Erfahrung nach auch eher häufig als selten ein überdimensionales Ego mit sich, so viel hatte ich auf dem privaten Internat gelernt, das ich dank eines Stipendiums besucht hatte. Nur dort war ich Sportskanonen jemals nah genug gekommen, um eine Aussage über ihre Persönlichkeit treffen zu können. Zumindest einem im Speziellen und seinem gesamten Umfeld …

Seine Jeans wirkte abgetragen, doch das Markenlabel an seinem Hosenbund enttarnte ihn. Ein flaues Gefühl breitete sich in meiner Magengrube aus. Ich erwachte aus meiner Starre.

Krachend ließ ich den Umzugskarton auf den Boden fallen, und der Kerl schaute von seinem Smartphone hoch. Ich verschränkte die Arme vor meiner Brust und zog abwartend eine Augenbraue nach oben.

»Oh, hi. Du bist bestimmt Rachels Mitbewohnerin«, sagte er und setzte sich auf, machte jedoch keine Anstalten, sich von meiner Matratze wegzubewegen – oder zumindest seine Füße samt Schuhen auf den Boden zu stellen. Sein Schamgefühl tendierte offensichtlich gen Null.

Rachel Andrews, mit der ich mir das Zimmer in Keeney, einem der beiden Wohnheim-Komplexe für Erstsemester, teilte, hatte ich bisher noch nicht kennengelernt. Nur ihre Kisten und Kleidersäcke, die sich auf ihrer Seite des Raums und ihrer Matratze stapelten. Dafür lag nun offensichtlich ihr Freund in meinem Bett. Der nebenbei bemerkt auch noch ein verdammt hübsches Gesicht hatte, wie ich nun feststellte, als er mich ansah. Gerade Nase, klare Gesichtszüge, volle Lippen, leichter Bartschatten – vermutlich pflegte er wirklich den Out-of-Bed-Style und war kein Verfechter mangelnder Körperhygiene.

Er runzelte die Stirn. »Bist du stumm? Hab ich dir die Sprache verschlagen? Keine Sorge, das passiert öfter.«

Ich spürte, wie mir das Blut in den Kopf schoss, und wie so oft redete mein Mund, ohne dass ich ihn stoppen konnte. »Was zur Hölle machst du in meinem Bett?«

 


Katharina Mittmann

 

Ihr Debüt „Dark Wings“ könnt ihr als Ebook* kaufen.

Das Taschenbuch zu „Campus Love – Kayla & Jason“ erscheint am 2. September 2019 bei Droemer Knaur. Das Ebook* könnt ihr bereits käuflich erwerben.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Anabelle Stehl #ProjektArbeitstitel

Anabelle Stehl #ProjektArbeitstitel

Anabelle Stehl #ProjektArbeitstitel

Die meisten von euch kennen Anabelle vermutlich von ihrem tollen Blog oder ihren interessanten Videos. Aber wusstest ihr, dass Anabelle auch schreibt?

Hey! Ich bin Anabelle und schreibe – typische Autorenantwort – schon immer. Meine erste vollendete Geschichte habe ich in der Grundschule geschrieben. Sie handelt von einer Schnecke, deren Haus bemalt wurde, wodurch sie gehänselt und aus ihrem Schneckendorf vertrieben wurde. Spoiler: Entgegen des dramatischen Anfangs hat die Geschichte ein Happy End.

Leider wurde sie nicht veröffentlicht, weshalb ich gerade an der Veröffentlichung meines New-Adult-Projekts arbeite. Für gewöhnlich schreibe ich Fantasy und Science-Fiction und habe hier bereits mehrere Bücher geschrieben, die ich aber alle noch einmal überarbeiten würde, bevor ich versuche, sie zu veröffentlichen.

Eine New Adult Geschichte und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Gerade schreibe ich, wie schon gesagt, an einem New-Adult-Projekt. So viel mag ich gar nicht darüber erzählen, außer, dass ich darin Themen anspreche, die mir sehr wichtig sind und die mich seit meiner Jugend, aber auch noch heute, sehr beschäftigen und geprägt haben.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Aktuell habe ich 25.000 Wörter und wollte das Projekt bis Oktober beenden. Leider habe ich den Blog und die Arbeit ein wenig unterschätzt, aber dieses Jahr wird es auf jeden Fall noch fertig!

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Zu viele. Ein Projekt, das ich gerne überarbeiten würde, ist eine Urban-Fantasy-Trilogie, in der Bücher, luzides Träumen und griechische Mythologie eine große Rolle spielen. Das Buch, das ich begonnen habe und dessen Geschichte schon am längsten in mir wohnt, ist ein Science-Fiction-Projekt. Die ersten 180 Seiten sind auch bereits geschrieben und ich freue mich, die Geschichte noch fertigerzählen zu können.

Außerdem schlummern da etliche lyrische Texte – insbesondere aus der Zeit, in der ich in Irland gelebt habe – aber ich weiß nicht, ob ich mich jemals traue, die zu publizieren.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Mir die Zeit zum Schreiben zu nehmen. Sobald ich die habe, bin ich noch nie auf Probleme gestoßen. Leider haben Arbeit, Blog und Instagram häufig Vorrang, da dort aktuell wahnsinnig viel passiert und die Erfolge im Gegensatz zum Schreiben zeitnah absehbar sind, sodass ich dem Schreiben oft erst danach Raum gebe – dann, wenn ich eigentlich schlafen sollte. Aber da arbeite ich dran.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe, wie oben schon angedeutet, abends, wenn alle anderen To Dos erledigt sind. Das mag nicht besonders schlau sein, aber erst dann habe ich den Kopf wirklich frei.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Lies nicht alles hundertmal, lösch nicht so viel, schreib einfach. Man entwickelt sich beim Schreiben so sehr weiter, dass es – insbesondere direkt am Anfang – gar nicht auf Perfektion ankommt. Der Spruch „Don’t Compare Your Chapter 1 To Someone Else’s Chapter 20“ passt hier ganz gut. Zeit zum Überarbeiten ist immer. Und Schreiben ist nie umsonst. Egal, ob es veröffentlicht wird, egal, ob es – subjektiv gesehen – schlecht ist, das ist alles Teil des Prozesses.

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Laura Kneidl, Bianca Iosivoni und Marie Graßhoff, weil sie die beste Schreibtruppe der Welt sind, unfassbar ehrgeizig, professionell, kreativ – und einfach rundum wundervoll. Ansonsten natürlich Lieblingsautoren wie Patrick Rothfuss und Goethe, die mich sowohl von ihrem Schreiben als auch von ihrem sonstigen Wirken her inspirieren.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Jemandem das geben zu können, was Bücher mir gegeben haben. Durch meine Bücher mehr Raum für Toleranz und Selbstakzeptanz zu schaffen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich freue mich über jedes positive Feedback der Testleserinnen. Und einmal, als ich mich auf dem Blog doch getraut habe, Auszüge der Gedichte zu zeigen, kamen ebenfalls positive Rückmeldungen. Das war toll, weil es mich so viel Überwindung gekostet hatte.

 

Eine kleine Kostprobe…

„Wow, du bist echt mutig.“

Ich stutzte und hätte fast laut aufgelacht. „Glaub mir, das denkst du nur, weil dieser kleine Ausschnitt das Erste ist, was ich dir von mir und meinem Leben erzählt habe.“

Obwohl ich ihre Worte abtat, merkte ich, wie meine Wangen warm wurden. Um die Verlegenheit zu überspielen, nahm ich schnell einen Schluck von meinem Kaffee. Er schmeckte himmlisch.

„Und wenn dein Finger zufällig in Florida gelandet oder hoch nach Alaska gerutscht wäre, dann wärst du jetzt dort?“, fragte Shae. Ich hatte ihr erzählt, wieso meine Wahl auf Colorado Springs gefallen war. Wie ich mir die Karte an der Wand unserer WG-Küche geschnappt und die Augen geschlossen hatte. Und dann solange mit dem Finger über das vergilbte Papier gestrichen war, bis es sich richtig angefühlt hatte. Und er war in Colorado gelandet, etwas unterhalb der Markierung für Denver. Zugegeben, es hätte jede kleinere Stadt in dem Staat sein können, aber als mein Blick auf den kleinen Punkt fiel, der als Colorado Springs gekennzeichnet war, wusste ich einfach, dass es die richtige Entscheidung war. Und mit den Bergen, Seen und Wäldern im Westen hatte es direkt mein Interesse geweckt.

„Alaska war nicht mit auf der Karte, nur noch ein Teil Kanadas“, gab ich zu bedenken. „Aber ja, vermutlich. Wenn meine Ersparnisse es zugelassen hätten.“

„Das ist so cool. Und von deinen Freunden wolltest du niemanden dabeihaben?“

Ich schüttelte den Kopf.

„Ich habe niemandem gesagt, dass ich gehe“, ergänzte ich, als Shae mich fragend ansah. „Nur meiner Mitbewohnerin hab ich einen Zettel auf den Tisch gelegt, dass ich im Urlaub bin.“ Ich grinste schief. „Und selbst sie hat mir direkt geschrieben, ob es ein Scherz sei, und mir erst geglaubt, als ich ihr ein Selfie vom Flughafen geschickt habe. Ich bin sonst nicht besonders abenteuerlustig. Also … so viel zum Mutigsein.“

Shae schüttelte vehement den Kopf, sodass ihre dunklen Locken wild um ihre Schultern flogen.

„Nein, Lia, du siehst das falsch. Wer ist mutiger: derjenige, der ständig ein Abenteuer nach dem anderen erlebt, immer auf Achse ist? Oder die Person, die ihre gewohnte Umgebung und Routine liebt und es dann plötzlich wagt, aus ihr herauszubrechen? Ich glaube, wir Menschen sind alle Gewohnheitstiere. Es kommt einfach nur darauf an, was deine Gewohnheit ist. Die zu durchbrechen, das ist mutig.“

 


Anabelle Stehl

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung in den Startlöchern.

 

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Era (Ena & Kira) #ProjektArbeitstitel

Era (Ena & Kira) #ProjektArbeitstitel

Era (Ena & Kira) #ProjektArbeitstitel

Es gibt kaum Autor*innen auf twitter, die mich so neugierig machen und gleichzeitig so motivieren, auch hart zu arbeiten und an meinen Träumen festzuhalten, wie die beiden Ladies heute: Era – das sind Ena und Kira – die als Duo an ihren Projekten arbeiten.

Hallihallo!

Wir sind Era, das heißt: wir sind natürlich Ena und Kira, aber das Verschmelzen hat längst begonnen – sei das im Stil, den wir nach dem Glätten nicht mehr auseinander halten können, sei das in den Gesten oder Ausdrücken, die wir uns in herrlichster Sprachi-Frenzy digital wie analog hin und herwerfen – da muss der Name nachziehen. Und es ist ein Name, der Programm sein möchte.

Wir sind nämlich zwar erst ein gutes halbes Jahr gemeinsam unterwegs, gucken aber auf eine jahrelange Freundschaft (und Zusammenarbeit!) zurück und in allem, was uns dieses Duo mit ins Leben gespült hat, alle Entscheidungen, die damit verbunden waren, die schlaflosen Nächte, die emotionalen Rollercoaster – sie haben uns immer wieder eines vor Augen geführt: dass wir gemeinsam besser sind und dass das hier a thing for life ist.

Pinkie Promise. Eheversprechen. Fingerherz.

Da wir gekommen sind, um zu bleiben – lasst uns doch mal sehen, ob ihr uns Gesellschaft leisten wollt. Wir haben von bester Erdbeerbowle über den morgendlichen Projekttalk-Kaffee und die Prinzenrollenkekse zum Trösten über Charakterherzschmerz schon alles bereitgestellt. Macht es euch also ruhig bequem.


Flowerboy und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzählt uns doch ein bisschen davon!
Starten werden wir mit unserem FLOWERBOY, dessen Punchline die Essenz der Geschichte so gut auf den Punkt bringt, dass wir gar nicht viel mehr Worte darüber verlieren wollen (und die, die uns doch unter den Fingerspitzen hindurch schlüpfen, findet ihr in glorreicher Manier auf unseren Twitterprofilen!): IST DEIN TRAUM GROSS GENUG, REICHT EINE CHANCE NICHT.

Wir kehren mit Yoo Kinam, einem achtzehnjährigen Rapper, in seine Heimatstadt zurück, nachdem sein Traum, in einer koreanischen Idolgroup debütieren zu dürfen, wie eine Seifenblase zerplatzt ist (vorausgesetzt die Seifenblase ist geplatzt, weil man ihr einen ordentlichen Kinnhaken verpasst hat). Das Problem ist nur: um diesen Traum zu leben, ist er vor anderthalb Jahren mit der Hilfe seines Freundes Chan der Gang entflohen, zu der seine Familie gehört. Seine Rückkehr bedeutet Schande – und das lassen sie ihn spüren. Aber vor allem lassen sie es auch Chan spüren, und das! Das kann Kinam nicht hinnehmen, nicht einfach so, nicht, wenn Chan doch der Junge ist, der ihm das Träumen erst beigebracht hat.

Damit bewegen wir uns in den Sphären einer COMING OF AGE Geschichte, auch wenn wir längst nicht mehr auf die Young Adult Audience abzielen, die wir ursprünglich mal im Sinn hatten. Testleserfeedback kann ja so erhellend sein, nicht wahr? SLICE OF LIFE mischt sich mit GANG AU – und leitet damit ein Genre ein, das wir erst noch etablieren wollen:

IDOL FICTION.

Romane, Kurzgeschichten, Serials allesamt um die koreanische Entertainment Branche angesiedelt. Von K-Pop habt ihr vielleicht schon gehört, und vielleicht sind euch die Musikvideos bislang zu bunt gewesen, vielleicht sind euch viele der Hits zu aufgeregt. Verstehen wir, ging uns am Anfang auch so, aber lüftet man erstmal den Vorhang, wirft man einen Blick hinter die Kulissen, lässt man sich ein auf diese Menschen, die an der Schwelle von Kindheit zu Jugendlichkeit entscheiden, dass sie ihr Leben ganz und gar ihrem Traum verschreiben wollen, findet man nicht nur Quelle um Quelle der Inspiration für das Verfolgen eigener Träume.

Man findet vor allem auch Schatztruhen voll menschlicher Abgründe, voll verrohter Menschlichkeit, die bei all den Restriktionen der Industry immer Outlets findet, um frei zu brechen, weil dort, wo das Licht am hellsten scheint, auch die längsten Schatten geworfen werden. Und wir wissen alle, was in diesen Schatten geschieht.

Falls ihr es noch nicht wisst, es aber erfahren wollt – hi, hello, annyeong. Be our guest, and put our service to the test. ♥

 

Wie schauen die Pläne für euer Projekt aus?
FLOWERBOY ist geschrieben! Hört ihr die Sektkorken noch knallen? Wenn nicht, stoßen wir auch gerne nochmal mit euch drauf an!

Dieser Tage trudelt das letzte Testleserfeedback ein und das heißt, wir starten in die heiße Phase der letzten Überarbeitung, internes Lektorat und Korrektorat, nebenbei: Buchsatz, nebenbei: grafische Aufbereitung. Nebenbei: Content Production Frenzy, damit #FLOWERBOY, wenn er schon kein gemachtes Nest bekommt, wenigstens auf eine mächtige (Rap) Crew in seinem Rücken zählen kann!

Wir sind also busy bis in die letzte Haarspitze, aber anders würden wir es auch nicht wollen. Und ganz ehrlich, anders können wir es nach diesem letzten halben Jahr auch gar nicht mehr!

 

Mögt ihr uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Nachdem wir mit FLOWERBOY die TRAPNEST-Romanreihe lostreten, die zwar alles nur nicht seicht ist, aber in den üblichen Konzepten abläuft, die wir alle aus unserem Bücherregal gewöhnt sind, hüpfen wir mit dem nächsten Projekt auf Metaebenen, die am Ende nicht nur uns quietschen lassen werden, versprochen!

Noch kennt ihr sie vielleicht nicht, die koreanischen Dramen, aber ihre Dramaturgie toppt alles, was wir von gängigen Branchen wie Hollywood und Bestseller-Listen angeboten bekommen haben. Ihr Charakterdesign, ihr Storytelling ist uns stetig Inspiration und in allem Vorbild wie Maßstab. Wie könnten wir euch da mit BLANKSCHATTEN nicht in ein New Adult goes Adult Fiction Serial entführen? Es kann ohne Frage alleinstehend gelesen werden, aber seit unserer Entscheidung für ERA und gegen die üblichen Veröffentlichungskanäle ist es wunderbar in dasselbe Universum gebettet, das wir euch auch schon mit FLOWERBOY vorstellen. Heißt: Augen aufhalten, wer euch da womöglich wiederbegegnet! Heißt vor allem aber auch: Zeit für Entwicklung, Zeit für die Zwischentöne, Zeit für die Graunuancen. Zeit für die Menschlichkeit. (Na, habt ihr unser Theme schon erkannt?)

 

Schreiballtag

 

Was ist eure größte Herausforderung im Schreibprozess?
Was soll ich sagen? Man beachte den Gebrauch von ALL CAPS und seufze zufrieden ein ›quod erat demonstrandum‹. Nein, tatsächlich sind wir in unseren Kreativprozessen nicht nur so gesettled, sondern sowieso so ähnlich (und wo wir nicht ähnlich sind, inzwischen bestens synchronisiert), dass es noch nie der Schreibprozess war, der uns schlaflose Nächte gekostet hat. Der Aufbau einer Präsenz in den Sozialen Medien … unsere Ansprüche gemessen an den Skills, die wir uns noch aneignen müssen … nun ja, das ist ein anderes Thema.

Aber sei es Charakterdesign per Sprachi, sei es Plottingfrenzy über Erdbeerbowle und in Straßenbahnwagons, sei es das Hin und Herspielen verschiedener Sichten in den einzelnen Szenen oder auch die Glättungsprozesse, die darauffolgen – wir können nicht genug davon kriegen, man könnte es obsessiv nennen.

Oder wir nennen es, Hustle. Nennen es, Dream Chasing. Nennen es, Putting in the Work. Klingt dann besser.

 

Habt ihr eine Schreibroutine?
Wir schreiben neben Studium, neben Nebenjob, neben dem Pflegen von Beziehungen und dem Leben mit zwei Kleinkindern. Darin sind unsere größten Verbündeten die Prioritäten, unsere besten Freunde die Kompromisse und unsere ärgste Feinde Familienbesuche und Feiertage. Haha, just kidding. Sort of. Kinda. Maybe.

Work and Life Balance, ihr kennt das Problem. Wir arbeiten dran und das tun wir besonders gerne. Die ultimative Effizienz werden wir aber sowieso entwickeln, wenn Kira dann im Herbst übersiedelt und Bonn verlässt, um gemeinsam mit Ena Dresden unsicher zu machen. Wir hibbeln jetzt schon darauf hin und wir können versprechen, ihr werdet merken, wenn’s soweit ist!

 

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Trau dich. Probier dich aus. Gib dich mit Herz und Seele in deine Projekte. Verlieb dich in all deine Schreibfreunde – sie werden dir nicht nur das Handwerk beibringen, du wirst von ihnen auch so viel über das Leben lernen, dass dir manchmal der Kopf davon schwirrt. Lass sie weiterziehen, wenn eure gemeinsame Zeit vorüber ist, aber behalt das, was sie dir geschenkt haben, in wärmster Erinnerung. Schreib deine Projekte nicht zehn Mal neu. Lass sie stehen als das, was sie in jenem Moment waren, was sie in jenem Moment sein konnten, und wende dich neuen Geschichten zu.

Mach alles genauso, wie du’s sowieso machst, denn so wirst du unweigerlich bei dem Ladyboss landen, mit dem du jetzt durch Projekte fliegst, von denen du alleine nicht einmal geträumt hättest. All the roads that lead you there are winding, aber goddammit, sind sie es wert.

 

Wie ist es, gemeinsam ein Buch zu schreiben?
Es ist das eigentliche Highlight in allem. Wir nehmen an, dass es ein bisschen auf deinen Duo-Partner ankommt, das ist also kein Blanko-Schein, das alleinige Schreiben an den Nagel zu hängen und sich dem Nächst-Willigen an den Hals zu schreiben, aber stolpert man durch Zufall (oder kosmische Einwirkung, we see you, Universe!) über den Goldtopf am Ende des Regenbogens, so wie wir das getan haben, gibt es nichts Besseres.

Wir sind uns zumindest sicher, dass wir nicht mehr ins Solo-Schreiben zurückkehren wollen. Weil wir zu zweit besser sind. Mehr als ein Jahrzehnt des alleinigen Schreibens und das, was wirklich den Deckel wegsprengt, ist, wenn die Eine zur Anderen sagt: Ja, aber so leicht ist das nicht.

Und dann geht man zurück, und guckt genauer hin, und quatscht einander die Ohren ab, aber vor allem die Herzen voll.  Weil man dem, was man da ins Leben ruft, an Dämonen und an Abgründen und an Großartigkeiten, nicht allein gegenübersteht. Da, wo man bisher ungenügend war, ist jetzt eine andere Stimme, ein anderes Set an Fähigkeiten, an Stärken, an Blickwinkeln da und der restliche Hirnschmalz außerdem, der einem sonst fehlte, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sah. Und dann wird das Kino ganz, ganz groß.

Für das eigentliche Schreiben hilft es, wenn man für den Schreibstil des Anderen auf die Knie gehen würde. Für das eigentliche Schreiben hilft es, Zeit und Liebe in Szenenplanungen zu investieren, die sicherstellen, dass man in dieselbe Richtung schreibt, selbst wenn es vier Hände statt zweien sind, die über die Klaviatur fliegen und Worte in Melodien weben.

Aber das Wichtigste ist, in our humble opinion, bereit zu sein, sich vom Leben synchronisieren zu lassen. Das schickt Funken in die Welt, die zu Projekt-Waldfeuern auflodern – und diesen Rausch wünschen wir jedem mindestens einmal im Leben. ♥

 

Motivation

 

Habt ihr Vorbilder bzw. Menschen, die euch inspirieren und motivieren?
Okay, okay, wollt ihr die cheesy Antwort? Wir einander, immer, immer, immer. Und das ist noch nicht mal gelogen.

Aber selbstverständlich ist die Welt voll unglaublicher Menschen, die uns auf unserem Weg auf die ein oder andere Weise in diese Richtung gestoßen haben, die uns schließlich zusammen und an diesen Punkt geführt hat. Kira hat zum Beispiel frohlockt, als sie White Oleander von Janet Fitch gelesen hat, weil es alles erklärt, das man über Enas Schreibpräferenzen wissen muss. Und Ena weiß, ist Kira nicht an Softness gestorben, bringt das Gucken von koreanischen Talent/Survival Shows einen Inspirations-Boost mit sich, der nachts um vier Sprüche gebärt wie „Trainee Tage sind keine Idol Tage“ und nach denen wir seitdem leben.

Spannender ist aber, welchen Unterschied es gemacht hat, unser Gemeinsam aus dem stillen Kämmerchen zu holen und ins Licht eurer Aufmerksamkeit zu rücken. Die Liebe, die wir auf Twitter in die Welt brüllen und die uns von euch zurückschallt, ist unbezahlbar und tagtäglich Quelle unserer Motivation. Keep it up, people. ♥

 

Was sind eure Wünsche und Ziele für die Zukunft?
„Maybe … Grammies?“

Entschuldigt, hier einfach so Min Yoongi Quotes reinzuhauen, ist vielleicht etwas voreilig, aber dann auch wieder nicht: mit GRMY launchen wir ein Label, das sich der IDOL FICTION verschreibt. Und der Traum, die Vision in allem ist und war immer, dass sich damit eine Bühne öffnet, die nicht nur wir beide bespielen. Wir stehen bereits in Gesprächen mit ultratollen Leuten mit noch viel cooleren Projekten, die wir auf keinen Fall ziehen lassen können, weil sie uns nicht nur von den Füßen geholt, sondern durch und durch bereichert haben.

Denn die Wege, die wir bereiten, sind keine, auf denen uns andere folgen sollen – es sind immer Wege, die es gemeinsam zu bestreiten gilt. Gemeinsam mit den Charakteren, gemeinsam mit den Leser*innen, aber eben auch immer gemeinsam mit anderen Kreativseelen und -herzen. Wo wären wir ohne sie? Wo stünden wir ohne sie? Wie käme man jemals vom Fleck, ohne sie?

 

Was war euer schönster Autor*innen-Moment bisher?
Es müssen die Momente sein, wenn wir bemerken, dass die Charaktere angekommen sind. Manchmal bringen sie Dynamiken mit, die wir im ersten Moment noch nicht sehen konnten, aber kommen sie an, ist er ein weiteres Mal vollbracht, dieser kleine, aber feine Zaubertrick, der aus dem Nichts, was da war, ein Leben geschürft hat. Von da an muss sich die Magie nur noch entfalten, sich zwischen die Worte weben wie eine Melodie, die Leser*in, Charakter und Autorin nicht nur für die Dauer des Lesens miteinander verschmelzen lässt.

So wie wir kommen, um zu bleiben, tun das auch unsere Charaktere – und egal, durch welche Hölle wir sie schicken, am Ende gehen wir jeden Schritt davon gemeinsam.

 

Eine kleine Kostprobe..

Aus FLOWERBOY:

»Hab die Episoden auch gesehen. Zumindest die Youtube-Sachen«, beginnt er. »Das war sicherlich poliert, durch Schnitt nochmal alles inszeniert, aber …« Chan zuckt mit den Schultern. »Wieso nicht? Ich würde dich auch dabei haben wollen.«

Schnaubend hebt Kinam einen Fuß aufs Bett und schiebt ihn unter seinen Oberschenkel, die Dog Tags vergessen. »Bullshit. Wie viele Leute kennst du, denen Seoul eine zweite Chance zuwirft? Zero. Weil es keine zweiten Chancen gibt. Seoul hat keine zweiten Chancen nötig. Und erst recht nicht-«

»Warum ist es so abwegig, dass du in anderen etwas inspirierst?« Die ruhige Gelassenheit von Chans Worten nimmt Kinam den Wind aus den Segeln, und seine Augen verhaken sich in Kinams, lassen Braun mit Braun kollidieren, bis die Gewissheit Chans auch auf Kinam übergehen will.

 

»Dass du etwas bewegst; dass in deinem Spitten was freibricht, was andere nicht schaffen?«

»Darum geht es nicht, ich-«

»Nein. Hast Recht.« Chan faltet die Hände in seinem Schoß, ehe er sich aufrichtet und sich dann in der weichen Polsterung zurücklehnt, ohne Kinam auch nur eine Sekunde zu Atem kommen zu lassen. »Bei dir ging’s nie nur um den Rap, Rap war nur ein Outlet. Es war immer wichtiger, das, was da begraben liegt, an die Oberfläche zu reißen. Deshalb war dir niemand gewachsen. Du hast keine Behauptungen in den Raum gestellt. Wenn du auf diesen Bühnen standst, hast du Geschichten erzählt und das, was dabei rumkam, das war nie nur Musik-«

Mit dem Stolpern seines Herzens verengt Kinam die Augen. »Als käme es darauf an, das interessiert doch Seoul nicht, das-«

»… Fuck, Kinam«, schiebt Chan nach, und seine Stimme klingt so rau, sein Lachen so müde, aber sein Blick ist auch so gottverdammt warm und weicher, als noch Sekunden zuvor, weicher als Kinam ihn gesehen hat, seit er zurück ist. Weicher, als er für möglich gehalten hat, bei allem, was Chan gesehen haben muss, unweigerlich gesehen haben wird, weil Kinam seinen Bruder kennt.

»Wann checkst du endlich, dass da etwas ist, zwischen dem Universum und dir, das zurückgeschrien hat, in all den Nächten, in denen wir geschrieben, geredet und rumprobiert haben, bis jeder Verse eingeschlagen hat, wie er einschlagen sollte? In den Entscheidungen, die du getroffen hast, in den Entscheidungen, die wir getroffen haben«, Kinam erzittert unter der Intensität von Chans Blick, »haben wir was in den Nachthimmel geblasen, okay.«

 

Bullshit, will Kinam ihn unterbrechen. Lass die Esoterik-Kacke stecken. Aber das hier ist nicht Sehun, der beim Weed nicht aufgehört hat und jetzt mitten im Sprayen innehält, um Träume in die Welt zu schreien, die nichts als Hirngespinste gewesen sind.

Das hier ist Chan und als alle anderen nur das Problem in Kinam gesehen haben, ihn ungebremst in Konfrontationen rauschen ließen, befriedigt von der Bereitschaft Kinams für Provokationen jedweder Art, amüsiert von der Rastlosigkeit, die Kinam auf jede Herausforderung einsteigen ließ, … hat Chan das alles Mut genannt.

Hat sich die Zeit genommen, ihn anzusehen, sich die Mühe gemacht, hinzuhören – und Kinam hat alles daran gesetzt, seine Entdeckungen wahrwerden zu lassen.

 

»Kinam«, Chans Zunge legt sich auf eine Weise um seinen Namen, die Kinam zurück in die Gegenwart zerrt. »Es ist doch so – Entscheidungen treten Konsequenzen los und Konsequenzen kreieren Momentum. Und wenn du mir sagst, dass eine CEO Lady aus Seoul den Weg hierher auf sich genommen hat, um dir ein Angebot zu machen, klingt das nicht nach abstruser Scheiße für mich, sondern-«

»Sondern?« Die Gier bricht das Wort schneller aus Kinams Kehle frei, als er gucken kann.

Aber anstatt seine Ungeduld zu tadeln, brechen sich Chans Mundwinkel in ein Lächeln, das so schmerzlich selten geworden sein muss, dass mit jedem Herzschlag, den Chan noch in Schweigen hüllt, Tränen aus den verrohten Tiefen Kinams Seele emporsteigen.

»Ich würde es wieder tun, weißt du. Alles. Egal, was es am Ende bedeutet hat.«

 


Ena & Kira

 

 

Flowerboy, der 1. Teil der TRAPNEST-Reihe, wird im Sommer unter dem Label GRMY erscheinen.

Klappentext:

IST DEIN TRAUM GROSS GENUG, REICHT EINE CHANCE NICHT.

In Seoul reichen anderthalb Jahre, um vom Trainee zum Idol zu werden. Als Yoo Kinam jedoch kurz vor dem Debüt seiner Idolgroup aus der Hauptstadt zurückkehren muss, führen die Trümmer seines Traumes in eine Welt, die sich ohne ihn weitergedreht hat. Denn die Gang zu verlassen, ist ein Verbrechen. Aber die Gang zu verlassen, um Träume zu leben, ist unverzeihlich.

In seiner Abwesenheit geoutet und als verweichlicht verdammt ist er bereit, den Rap zu begraben und sich dem Schicksal seiner Herkunft hinzugeben. Immerhin meidet ihn seit seiner Rückkehr selbst Chan, der Einzige, der ihm einst half, sein Talent zu polieren. Doch als Kinam herausfindet, warum seine Nachrichten unbeantwortet bleiben, stehen die Zeichen auf Sturm. Denn in Daegu reichen anderthalb Jahre, um dich vom Producing Genie der hiesigen Undergroundszene in ein Ganggefüge zu reißen – und dein Schicksal ausweglos zu besiegeln.

Kinam weiß, dass die Gang ein zweites Mal zu verlassen Leben fordern wird. Aber sein Rap ist nicht nur Waffe, sondern auch Hoffnung, die grell genug flammen und ihnen einen letzten Weg zurück nach Seoul leuchten kann, brennt er diese Welt nur endgültig nieder.

Wie gut, dass Kinam bereit ist, über Leichen zu gehen, wenn es bedeutet, den Jungen zu retten, der ihm das Träumen beibrachte.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Heute habe ich wieder eine wunderbare Autorin für euch und sie heißt, wie unsere Montagskandidatin, ebenfalls Nadine. Im Internet ist Nadine Föhse aber hauptsächlich als „Ruhrpottmutti“ unterwegs und arbeitet auch als Lektorin.

Hallo! Ich bin Nadine, online besser bekannt als „Ruhrpottmutti“.

Im Grunde schreibe ich schon seit meinem achten Lebensjahr. Angefangen habe ich mit kurzen „Horror“-Geschichten – ob die allerdings wirklich so gruselig waren, wage ich heute zu bezweifeln. In meiner Jugend wurde das Schreiben von mir sträflich vernachlässig. Dann habe ich 2011 angefangen, Germanistik zu studieren und die Sprache rückte wieder mehr in den Fokus. Seit meinem Bachelor-Abschluss 2016 (ja, ich habe ewig gebraucht!) träume ich davon, endlich mal ein eigenes Werk zu veröffentlichen. Und jetzt ist es ganz bald wirklich endlich soweit! Wie aufgeregt ich bin, könnt ihr euch sicher ausmalen.

 

Zweifelhafte Wahrheiten und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Grundsätzlich würde ich sagen, dass all meine Projekte in die Sparte Jugendbuch / New Adult passen. Aktuell in Arbeit sind zwei Projekte. Zum einen der Roman Zweifelhafte Wahrheiten. Es geht um Isabel, eine junge Abiturientin, die bei einem Konzert ihrer Lieblingsband dessen Sänger kennenlernt. Er nimmt Kontakt zu ihr auf und sie freundet sich mit ihm und seinen Kumpels an. Ihrer Schulfreundin Michelle gefällt das zwar gar nicht, aber davon lässt Isabel sich nicht beirren. Dann verliebt sich plötzlich einer ihrer neuen Freunde in sie. Das Chaos ist also vorprogrammiert!

Das zweite Buch läuft unter dem Arbeitstitel #queer und behandelt – wie der Name schon sagt – eine queere Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern. Sie müssen durchaus das ein oder andere Hindernis überwinden, um wirklich glücklich miteinander werden zu können.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Zweifelhafte Wahrheiten liegt gerade bei der weltbesten Lektorin und meinen Probelesern und wird nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Die Veröffentlichung ist im Selfpublishing geplant. Das E-Book erscheint am 30. Juni und das Taschenbuch kurz darauf. Auch #queer soll noch in diesem Jahr erscheinen, am liebsten bereits am 31. Juli als E-Book und entsprechend kurze Zeit später als Taschenbuch.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Zweifelhafte Wahrheiten soll lediglich der erste Band einer Reihe werden, die in diesem und im kommenden Jahr weitergeführt wird. Außerdem ist noch eine Kurzgeschichtensammlung in Überlegung. Auf meinem Handy schlummern zusätzlich noch gefühlt 1000 weitere Ideen für Krimis und Jugendbücher, zum Beispiel Der Bauernmörder vom Rhein-Erft-Kreis, ein Krimi, der bisher nur einen Titel hat!

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Puh, das ist wirklich eine schwierige Frage. Ich veröffentliche ja selbst. Von daher kommen auf mich unter Garantie andere Herausforderungen zu als auch Autor*innen, die im Verlag veröffentlichen. Einerseits muss ich mich als Selfpublisherin um alles selbst kümmern, andererseits habe ich natürlich auch alle Fäden in der Hand. Den Überblick zu behalten, finde ich teilweise echt nicht so einfach. Das könnte aber auch damit zu tun haben, dass ich Mutter einer kleinen Tochter bin, die mich natürlich sehr braucht. Da Zeit zum Schreiben zu finden, ist auch schwierig.

Hast du eine Schreibroutine?
Bis dato schreibe ich neben Muttersein und Brotjob. Allerdings bin ich im Hauptberuf als Lektorin und Texterin selbstständig – das heißt, dass ich sowieso bei freier Zeiteinteilung von zu Hause arbeite. Es ist rein beruflich betrachtet nicht schwierig, das Schreiben einzubinden. Das größere „Problem“ stellt mein Privatleben dar. Ich kann generell vorwiegend abends arbeiten und eben auch schreiben, wenn mein Mann daheim ist. Das heißt, die Zeit für Job und Schreiben ist begrenzt. Deshalb muss ich besonders effektiv arbeiten und manchmal einfach auf Knopfdruck kreativ sein. Eine klassische Routine gibt es also nicht – ich schreibe immer, wenn ich Zeit habe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Bleib dran!

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren wahnsinnig viele Menschen, privat wie in der Öffentlichkeit. Was das Schreiben angeht, finde ich Jacky Vellguth sehr motivierend. Dank ihrem Projekt 12in12 habe ich angefangen, 2019 als mein Schreibjahr zu definieren, in dem ich vier Bücher in zwölf Monaten veröffentliche, also 4in12.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Irgendwann würde ich wirklich gern vom Schreiben leben können. Aber das sagt wahrscheinlich jede Autorin und jeder Autor. Doch es ist wahr: Das Hobby nutzen zu können, um den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, ist ein Lebenstraum! Abgesehen davon möchte ich es schaffen, dieses Jahr wirklich vier Bücher zu veröffentlichen. Das wird sportlich, aber ich gebe nicht auf.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Der schönste Moment bisher war definitiv der, als ich die ersten Reaktionen auf mein Manuskript bekam. Ich habe von zwei Probeleserinnen bereits Feedback bekommen und beide finden die Geschichte insgesamt toll. Das ist schon irre, das schwarz auf weiß zu lesen!

 

Eine kleine Kostprobe…

Auszug aus Zweifelhafte Wahrheiten

Nachdem das Konzert zu Ende war, schlenderten die Freundinnen noch zum Merchandise-Stand. Dort standen bereits Andi und der Sänger der Band, Phil, und unterhielten sich entspannt mit ein paar Fans. Isa stöberte durch das Sortiment am Stand und entschied, einen Jutebeutel zu kaufen. Einen schwarzen, natürlich!

»Hey, na, hat’s euch gefallen?«, fragte plötzlich Andi. Isa sah zu ihm hoch, er war bestimmt zwanzig Zentimeter größer als sie. »Hi, ihr wart super!«, antwortete sie, während sie das Geld für ihren Beutel herauskramte. Die Zeit nutzte Michelle, um an ihr vorbei zu huschen und Andi in ein Gespräch zu verwickeln.

»Oh mein Gott, es war so toll! Ihr seid so toll! Ehrlich, es hat so einen Spaß gemacht!«, hörte Isa sie begeistert rufen, während sie ihr Wechselgeld einsteckte. Sie verdrehte ob des Überschwangs heimlich die Augen. »Danke«, hörte sie Andi antworten.

»Freut uns, dass ihr Spaß hattet«, schaltete sich nun auch Phil ein. »Hatten wir! Sagt mal, würdet ihr meinen neuen Beutel vielleicht unterschreiben? So richtig promimäßig?«, fragte Isa grinsend. Auch Andi grinste.

»Klaro. Auch wenn ich uns nicht unbedingt für Promis halte«, lachte Andi.

»Nicht? Das heißt, wir sehen euch nicht demnächst im Fernsehen, wie ihr kleine Tiere und Geschlechtsteile größerer Tiere esst?«

Phil musste lachen. »Auf gar keinen Fall!«, rief er aus, während er schwungvoll auf dem Beutel unterschrieb.

»Schade, Mensch. Das hätte ich mir glatt angeguckt!«, erwiderte Isa. Sie sah zu Phil hoch und zwinkerte. Er grinste sie breit an. Isa merkte, wie ihr die Wärme in die Wangen kroch und sie langsam rot wurde.

Plötzlich mischte Michelle sich ungeduldig ein. »Isa, wir müssen sofort los! Sonst verpassen wir unseren Zug! Mein Vater killt mich, wenn ich die letzte Bahn verpasse!«, erklärte sie und zog Isa am Arm. »Mist!«, rief Isa, riss Phil förmlich ihren Jutesack aus der Hand und stürmte mit einem bedauernden »Ciao, Jungs!« nach draußen.

 


Nadine Föhse

 

Ihr Buch erscheint vorraussichtlich am 30. Juni 2019.

 

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Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Eine ganz liebe Person darf ich euch heute vorstellen: Francis, die das Internet als Buchbummelant unsicher macht.

Hallo! Mein Name ist Francis, aber in den meisten sozialen Medien und Foren bin ich als „Buchbummelant“ unterwegs.

Ich schreibe sowohl Fantasy als auch Romance, wobei ich meist ältere Zielgruppen im Auge habe – also Young Adult, New Adult, Adult. Meist lasse ich mich aber von der Idee inspirieren und schaue danach erst, in welche Richtung es geht. Der Zeitpunkt, der Ort, die Magie, das ist alles etwas nebensächlich. Ich schreibe schon sehr lange. Meine beste Freundin Babsi hat mir eines Tages ihre Harry Potter Fanfiction in die Hand gedrückt und zunächst war ich skeptisch, aber dann… dann war ich Feuer und Flamme und bin es immer noch. Sie hat definitiv den größten Einfluss gehabt, dass ich am Ball bleibe. Über das Schreiben habe ich tolle Menschen kennengelernt, aber sie ist mein Ausgangspunkt. Ich glaube, zu dem Zeitpunkt war ich elf oder zwölf Jahre alt.

Ich habe noch kein Buch veröffentlicht, weil ich eine kleine Perfektionistin bin, aber ich arbeite gerade intensiv an einem Manuskript, das ich gerne veröffentlichen möchte – vorausgesetzt, alles stimmt. Die Testlesermeinungen waren bisher wirklich ermutigend!

 

M&D und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich arbeite meist an mehreren Projekten gleichzeitig. Im Vordergrund steht aber gerade eine New Adult Romance, die ich vor einem Jahr als Rohfassung beendet habe. Ich habe sie damals „Marc & Drew“ genannt, weil die männliche Perspektive auf ungeplante Schwangerschaften im Vordergrund steht, aber da das zu Verwirrung geführt hat, kürze ich es meist als „M&D“ ab oder nenne es jetzt „Marc & Dodo“. Die Geschichte beginnt damit, dass der Biologiedoktorand Marc seine Freundin Belinda verlässt, die sich daraufhin an ihm rächen möchte – und Kondome im Badezimmer zersticht. Marc hat einen Mitbewohner namens Drew, der auch als Barkeeper jobbt und ihn ablenken möchte. In der Bar lernen die beiden jungen Männer Violet und Dodo kennen. Marc und Dodo haben einen One Night Stand und von da an nimmt die Geschichte ihren Lauf. Auch wenn ungeplante Schwangerschaften das Hauptthema der dreibändig angelegten Geschichte sind, es geht auch um Freundschaft, um Vertrauen, um Liebe. Dabei sind die Freundschaften und Hintergründe der Hauptfiguren als Ausgangspunkt sehr wichtig. Jeder hat eine Geschichte, und in meiner Geschichte lernt man Marc, Dodo, Drew und Violet sehr gut kennen und fiebert hoffentlich mit ihnen mit.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Für viele meiner Geschichten ist eine Veröffentlichung gedacht, aber ich stehe da definitiv noch am Anfang. Mein Perfektionismus führte bisher häufig dazu, dass die Geschichten in einer Schublade verschwunden sind, bevor ich sie beendet habe, aber diesmal ist es anders. Erstens möchte ich M&D nicht in der Schublade verstecken und zweitens brenne ich für diese Charaktere. Ich möchte die Figuren mit der Welt teilen. Sobald ich diesen Überarbeitungsdurchgang beendet und das Testleserfeedback eingearbeitet habe, geht das Manuskript an Agenten oder gleich an Verlage.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Parallel arbeite ich immer wieder an einem Fantasyprojekt, das ich #Feuerteufel nenne. Da ich noch am Anfang stehe, kann sich noch viel daran ändern, aber Rache ist ein wesentliches Motiv, das alle drei Hauptfiguren miteinander verbindet. Besonders spannend ist für mich das Projekt, weil ich die meisten Charaktere als Antihelden konzipiert habe, die sich in einer Stadt zurechtfinden müssen, in der Verbrechen an der Tagesordnung stehen und Gangs die Menschen eher beherrschen als der Bürgermeister oder die Adeligen. Der Handlungsort ist an London im 19. Jahrhundert angelehnt, ist aber fiktiv. Phantastische Elemente kommen zwar immer wieder vor, stehen aber nicht im Vordergrund. Wie gesagt, die Geschichte steht noch am Anfang und vieles kann sich noch ändern, aber ich bin gespannt, wie mein Feuerteufel sich noch entwickelt.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Bisher ist die größte Herausforderung definitiv das „Dranbleiben“. Ich habe sehr viele Ideen, aber meist war es so, dass neue Ideen immer reizvoller waren als die, an denen ich zuvor gearbeitet habe. Da mache ich den Bummelanten alle Ehre… Ich schreibe viel und an sich macht auch jeder Prozess mir Spaß, aber das Leben wirft mir da gerne Steine in den Weg. Multitasking ist nicht meins, daher: Wenn ich schreibe, darf ich nichts anderes machen, und daher kann ich nebenbei weder ein Buch lesen noch an Hausarbeiten schreiben. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn mich ein Buch packt, kann ich nicht mehr aufhören, es zu lesen.

Das ist das reinste Suchtverhalten. Beim Schreiben geht es mir da auch so. Wenn ich im Flow bin, kann ich an nichts anderes denken, und daher muss ich einteilen, wann ich wirklich Zeit habe, an meiner Geschichte zu arbeiten. Wenn ich keine Zeit habe, kann ich das, was ich schreibe, auch wieder in die Tonne hauen, weil weder mein Herz drin steckt noch meine handwerklichen Fähigkeiten zum Tragen kommen. Wenn ich Zeit habe und mich auf ein Manuskript konzentrieren kann, dann ist jeder Schritt ähnlich herausfordernd – und macht gleichzeitig Spaß.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich habe immer viel geschrieben – ob für’s Studium oder das Referendariat -, aber ich schreibe auch unglaublich viel in meiner Freizeit. Das beginnt im Schreibnachtforum und endet auf leeren Manuskriptseiten. Wichtig ist dabei, dass ich meine Ruhe haben – kurz zwischendurch zu schreiben funktioniert für mich überhaupt nicht – und dass ich in der Lage bin, mich zu konzentrieren. Konzentration ist wichtig. Um mich in Schreibstimmung zu bringen, mache ich mir meist einen Tee (derzeit Darjeeling, sonst auch gerne Pefferminz- oder Weihnachtstee), lese die letzten Zeilen nochmal durch und fange an. Wenn’s gut läuft, kann ich das mit kleinen Unterbrechungen (Essen, Toilette, Beine vertreten) den ganzen Tag. Wenn ich frei habe, mache ich das auch gerne. Ansonsten nutze ich den Abend und schreibe bis tief in die Nacht. Wenn ich am nächsten Morgen arbeiten muss, siegt irgendwann die Vernunft, ansonsten schreibe ich, bis ich zu müde bin, und wiederhole den Vorgang. So habe ich bis zu fünf Hausarbeiten pro Semesterferien geschrieben, so kann ich das auch bei Geschichten durchziehen. Beim Schreiben bin ich der reinste Workaholic.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
„Wirf deine Zweifel über Bord und mach’s einfach!“ Ich bin ein sehr selbstkritischer, aber auch selbstreflexiver Mensch, und in vielen Fällen hätte ich nur über meinen Schatten springen müssen. Networking ist etwas, das mir sehr viel Angst bereitet hat, aber es macht so viel Spaß, sich mit Autor_innen zu vernetzen, sich auszutauschen, neue Leute zu treffen… und meistens wollen sie mir nicht einmal den Kopf abreißen! Ich fühle mich in der Buch- und Autorenbubble sehr wohl und habe das Gefühl, dass ich hier sein kann, wie ich bin. Wenn ich daran denke, wie lange ich manchmal gezögert habe, den neuen Schritt zu wagen…

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich bin ein großer Fan von Joanne K. Rowling. Auch wenn ich aus heutiger Perspektive vieles kritischer sehe (und nach wie vor verleugne, dass sie an Cursed Child mitgearbeitet hat), ich sehe die Harry Potter-Reihe als Meisterwerk eines langfristigen Plotkonstrukts. Die vielen kleinen Informationen, die sich über sieben Bände erstrecken… die Hinweise, die Ausblicke, die Struktur. Sie ist definitiv mein Vorbild, wenn es darum geht, einen kohärenten Plot zu entwickeln. Dasselbe gilt für Suzanne Collins. „The Hunger Games“ (Die Tribute von Panem) war mein letztes großes Highlight, ein absolutes Meisterwerk. Der Stil, der deep POV von Katniss, der Spannungsbogen. Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich an dieses Buch denke, und es ist definitiv meine liebste Trilogie. Band 1 ist Perfektion, und ich möchte irgendwann in der Lage sein, ein Buch zu schreiben, das meine Leser_innen genauso begeistert.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich möchte gerne ein Buch veröffentlichen. Früher hätte ich „bei einem Verlag“ hinzugefügt, aber es gibt so viele tolle Selfpublisher_innen auf Twitter und sie sind wirklich eine Inspiration! Mir ist nicht mehr nur wichtig, dass eine meiner Geschichten Leser_innen erreicht, ich möchte vor allem, dass diese Geschichte meiner Vision entspricht, und ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ich sehe, wie manche Autor_innen ihren Weg gehen. So möchte ich auch handeln können… und vielleicht, nur vielleicht, gehöre ich eines Tages zu ihnen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich darf zwei Momente nennen, oder? Ich mach das einfach mal. Also Nummero Uno: Als ich am 5. Mai 2018 das erste Mal seit über zehn Jahren „Ende“ unter ein Manuskript schreiben konnte, das war atemberaubend. Bei den Manuskripten davor wollte ich irgendwann nur noch, dass es vorbei ist, und ich war mir danach immer darüber im Klaren, dass es meinen eigenen Ansprüchen nicht genügen würde, aber dieses Manuskript… es war zu lang, es hat massive Überarbeitungsbedürfnisse, aber ich habe die Geschichte danach immer noch geliebt, ich habe mich in die Charaktere verliebt, und ich hätte am liebsten weitergeschrieben. Das Gefühl war einfach berauschend. Mein zweiter, schönster Autorinnen-Moment war kürzlich, als ich die ersten Kapitel an Testleser_innen verschickt habe und so, so, so tolles Feedback bekommen habe. Natürlich waren auch viele Dinge dabei, die noch verbessert werden müssen, aber es war so viel Lob dabei, so häufig der Kommentar, man hätte gerne weiter gelesen, und das war für mich einfach nur unglaublich. Da gibt es Menschen, die meinen Stil gut finden, die meine Geschichte lesen möchten! Kann man von Glück berauscht werden?

 

Eine kleine Kostprobe…

So beginnt M&D:

Als Drew nach Hause kam, lag ich nackt auf dem Esstisch. Er putzte seine Schuhe mit einem dumpfen, schweren Kratzen an der Fußmatte ab, schwang die Tür auf. Ich unterdrückte einen Fluch, richtete mich auf und griff nach der roten, dünnen Decke, die ich nur Minuten zuvor über den Lehnstuhl drapiert hatte. Bevor er in den Raum und somit mein Blickfeld treten konnte, bedeckte ich meine Brüste. Drew ließ den Wohnungsschlüssel mit einem lauten Klirren in die Schüssel fallen, die rechts neben der Haustür auf einer Kommode stand, und trat vor, in mein Sichtfeld.

Ich rutschte an die Kante des Tisches vor und keine Sekunde später zog Drew seinen grünen Koffer ins Zimmer und trat beiseite, um Marc einzulassen, der mit Einkaufstüten beladen war. „Soll ich gleich kochen?“, fragte er Drew und schloss die Tür hinter sich. Ich nahm es als schlechtes Zeichen auf, dass bisher keiner von beiden meine Anwesenheit bemerkt hatte.

Mein Blick fiel auf Drew und seinen unwillkommenen dunklen Krauskopf. Er drehte mir den Rücken zu, hängte erst eine Mütze und dann die Daunenjacke an die Garderobe und kniete sich auf den Boden, um die Winterschuhe aufzuschnüren. Marc schlüpfte in aller Seelenruhe aus den Schuhen und der Jacke, als gäbe es mich gar nicht.

„Solltest du nicht erst nächste Woche wiederkommen?“

Marc fuhr herum und stieß dabei die Einkaufstasche um, aus der eine Dose Tomaten kullerte. „Was machst du hier?“ Definitiv nicht die Begrüßung, die ich erwartet hatte.

Meine Überraschung schien angesichts von Drew fehl am Platze, daher sprang ich von dem Tisch und wickelte die Decke wie ein Kleid um mich. So war Marc in der Lage, meine braun gebrannten Schultern zu bewundern. „Ich wollte dich überraschen“, gurrte ich und trat zu ihm. Er biss die Zähne zusammen, hob die Tomatendose auf und schob mich mit dem anderen Arm zur Seite. Die Einkaufstüten kratzten über meine Decke, rissen sie fast mit sich. Ich widerstand dem Impuls, die Hände in die Hüften zu stemmen und mich ihm in den Weg zu stellen, und ließ ihn die Tüten in der Küche abstellen.

„Nadia hatte andere Pläne.“ Ich sah über meine Schulter, fixierte Drew mit Wut im Bauch. Eine Woche Planung und fünf Stunden im Schönheitssalon für die Katz‘. Drew rieb sich über die Augen, unterdrückte brummend ein Gähnen. Selbst für einen Transatlantikflug sah er scheiße aus. Sein Blick fuhr über mich, und entweder bemerkte er meine Wut oder ihm fiel auf, dass ich keine Klamotten anhatte, und er gab sich einen Ruck, räusperte sich. Wenigstens der Kerl wusste, was ich wollte. „Ich bringe meinen Koffer ins Zimmer.“

Ich wartete, bis Drew in den Flur verschwunden war, dann setzte ich mein schönstes Strahlen auf und schritt auf Marc zu, guckte zu ihm auf. Er trug den sexy grauen Pullover, den seine Stiefmutter Charlotte ihm letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte, und den ich ihm einige Male vom Leib gezerrt hatte – wenn das kein gutes Omen für meine Pläne war! „Den Abend hatte ich mir anders vorgestellt.“

 


Francis

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung an.

 

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[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

Auf jellybooks habe ich vorab eine XXL Leseprobe zu diesem Buch gelesen und war am Haken, obwohl ich „New Adult“ Büchern gegenüber sehr skeptisch bin. Auch der Klappentext klingt eigentlich nach Klischee hoch zehn. Aber die Leseprobe war gut, ich mochte den Schlagabtausch und so habe ich das Buch nach erscheinen bei Droemer Knaur angefragt und als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank!


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  • Autorin: Kati Wilde, übersetzt von Karla Lowen
  • Titel: Lost in a kiss
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Romantik, Erotik, New Adult
  • 412 Seiten, Paperback: 12,99€ | Ebook: 9,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Aspen wollte eigentlich mit ihrer besten Freundin Bethany und derem unausstehlichen Bruder Bram Urlaub machen, um den Uni Abschluss zu feiern. Aber als Bethany absagt und Aspen bittet, mit Bram den Urlaub durchzuziehen und ihrem Bruder zu verschweigen, dass sie selbst in Schwierigkeiten steckt, willigt Aspen ein. Der kontrollfreudige Bram ist überhaupt nicht begeistert von Aspen und ihrem Schweigen über seine Schwester. Sie beschließen jedoch das Kriegsbeil zu begraben und Bethany mit schönen Fotos aus dem Urlaub vielleicht aus der Reserve zu locken. Dabei kämpfen Aspen und Bram immer wieder in fiesen Wortgefechten und rufen um Bethany Willen immer neue Waffenruhen aus. Doch zwei so feurige Persönlichkeiten können nicht lange auf einem Fleck sein, ohne dass Funken fliegen und sprühen…


Meine Meinung:

Vorweg – Im Englischen lautet der Titel des Buches „Going nowhere fast“ und den finde ich persönlich so viel aussagekräftiger als den „deutschen“ Titel. Es ist schade, dass hier zugunsten eines nichtssagenden Titel entschieden wurde.

Dass Aspen und Bram gemeinsam den Urlaub durchziehen, obwohl Bethany abgesprungen ist und dieses Spiel durchziehen um sie doch noch herzulocken, finde ich ziemlich aus der Luft gegriffen, aber es ist die Prämisse, ohne die die Geschichte nicht funktionieren würde. Das Buch überzeugte mich durch die kratzbürstige Dynamik der beiden Protagonisten doch davon, weiterzulesen.

Aschenputtel und der dunkle Prinz

Wie die Prämisse schon sagt ist Bram reich, dominant und mag es, die Kontrolle über die Dinge zu haben. Viele Dinge, die ihn richtig ätzend machen. Er ist kein Sympathiebolzen, auch wenn seine schnippischen und zynischen Bemerkungen ihn ziemlich witzig machen. Rührend ist auch die Liebe und Besorgnis seiner Schwester gegenüber. Auch bei Aspen wird er eher zahm, zumindest wenn es ihr schlecht geht oder sie Probleme hat.

Aspen ist eine Kämpferin aus schwierigen Familienverhältnissen. Auch sie hat ein Mundwerk wie eine Rasierklinge und würde dennoch viel ertragen für die Menschen liebt. Weswegen sie auch Bethanys Geheimnis bewahrt und damit Brams Zorn auf sich zieht. Gleichzeitig hat sie (nachvollziehbare) Vorurteile gegenüber Brams Reichtum und hält ihn für einen lackierten Schnösel – und ganz unrecht hat sie damit auch nicht. Was mir auch gut gefallen hat, war das Aspen kein Mauerblümchen war, die beim Wort „Kondom“ in Ohnmacht fällt. Sie ist in ihrer sturen Art zwar manchmal etwas kindlich, aber dennoch eine Frau, die weiß, was sie will und was sie hat. Es ist erfrischend mal eine Protagonistin zu haben, die um ihre eigenen Reize weiß und nicht ständig in Gegenwart des hübschen Kerls denkt, dass sie viel zu hässlich und fett sei.

Die Beziehung der beiden basiert auf ihrer Hassliebe, Mikroaggressionen und körperlicher Anziehung. Denn die beiden beginnen, ihre Wut gegenüber dem anderen, körperlich zu, ähm… verarbeiten. Während der Geschichte lernen sie einander besser kennen und merken, dass hinter der Fassade des anderen viel mehr steckt, als anfangs geahnt.

NACHSITZEN bei Jen und mir!

Ich weiß, die Dramatik von Liebesgeschichten basiert oft darauf, dass Dinge nicht ausreichend kommuniziert werden. Aber es ist nicht weniger zum Haare raufen. Gerade als die beiden eigentlich schon körperlich miteinander vertraut sind und beginnen liebevoll miteinander umzugehen, hören sie auf, offen miteinander zu reden. Natürlich hat Aspen ihre Gründe Bethanys Geheimnis nicht zu verraten, aber Bram könnte Aspen durch Offenheit und Ehrlichkeit so viel Schmerz ersparen. Aber nein, sie bleiben sturköpfig. Uff.

Wer Jens und meine Kommunikations-Session auf dem Litcamp Hamburg besucht hat, weiß, dass ich es hasse, wenn Charaktere nicht miteinander reden. Konflikte, die auf Schweigen aufbauen, finde ich ausgelutscht, deswegen hat mich dieser Abschnitt im Buch auch extrem genervt. Ich wollte ständig ins Buch springen und beide ohrfeigen. Die Autorin hat gezeigt, dass die beiden auch streiten können, wenn sie miteinander reden. Zum Glück gibt es von dem Miteinander reden und Konflikte haben mehr als vom Schweigen und Konflikte haben.

Die Reibereien zwischen den beiden waren umso anziehender, das schlug sich auch in den Erotik-Szenen nieder. Wenngleich mich der inflationäre Gebrauch des Wortes „pussy“ auch ein bisschen gestört hat. Gute Sexszenen zu schreiben ist eine Kunst für sich (siehe Patzer, gesammelt von Desasterotik), aber die Autorin bzw. die Übersetzerin haben das gut gemeistert.

Verschlungen!

Aber da hatte es die Autorin Kati Wilde schon geschafft. Ihr Schreibstil, ihre Art die Geschichte zu erzählen, das sanfte Einstreuen von Hinweisen auf die Geheimnisse und auch Bethanys Schicksal. Das Buch lässt sich angenehm lesen und man ist immer neugierig, was geschieht. Ob Bram und Aspen die Kurve bekommen, wie sie leidenschaftlich rumknutschen, sich wieder zerstreiten. Kanu durch Stromschnellen fahren, Motorradtour mit Aspens Cousin. Es war mächtig was los.

Meiner Meinung hätte es weniger von Brams Luxusgetue sein müssen. Denn er wird mit dem Fortschritt des Buches sympathischer. Seinen Reichtum und Einfluss weniger zu betonen, hätte seine Sympathie meiner Meinung nach geholfen. Genau wie es gereicht hätte, seinen muskulösen Körperbau ein oder zweimal zu betonen. Aber das ist eben typisch Erotik/New Adult, damit muss ich leben, wenn ich mir solche Bücher aussuche.

Mir haben auch die Nebencharaktere Bethany und Murphy gut gefallen. Murphy wegen seiner direkten, humorvollen Art und Bethany weil sie trotz wenigen direkten Auftritten im Buch für mehr Komplexität und Tiefe in der Geschichte gesorgt hat. Auch der Schluss mit seinen Wendungen und Ergebnissen hat mir gut gefallen und die Beziehungen im Buch in ein anderes Licht getaucht.

 

Fazit:

Auch wenn das Buch einige Klischees bedient – reicher Typ mit Beschützerinstink und toughes Mädchen aus armen Verhältnissen – konnte mich die Geschichte in ihren Bann ziehen. Die Wortgefechte, die Reibereien und die Dynamik des „Blechmanns“ und dem „Mädchen mit dem schlechten Einfluss“ haben mir gut gefallen. Hier und da hätte ein bisschen weniger Klischee gut getan, aber die Charakterentwicklung der beiden hat mich berührt. Letztlich gibt es zwar einige Kritikpunkte, aber das ist Kritisiern auf hohem Niveau, denn im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Weitere Meinungen:

 


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Mein Körper ist gut so! (Bodyshaming & Bodypositivy)

Mein Körper ist gut so! (Bodyshaming & Bodypositivy)

Und mal wieder ein Thema abseits von Schreiben und Büchern. Das heißt nicht ganz, denn in Büchern gibt es auch Beispiele von Beidem.

milde Triggerwarnung: Ich erwähne Beleidigungen und Essstörungen

Ausschlaggebend dazu war dieser Tweet von der lieben Anabelle:

Nun, natürlich könnte man argumentieren, dass nur die Meinung des männlichen Charakters wiedergespiegelt wird. Und viele normalgewichtige oder korpulentere Frauen bauen sich scheinbar daran auf, dass „Nur Hunde mit Knochen spielen“. Dieses Zitat entstammt einem sog. „New Adult“ Buch – ich bin immer noch nicht ganz happy damit, das als Genre zu bezeichnen, denn im Prinzip ist es romantische bis erotische Alltagsliteratur. „New Adult“, NA, steht dabei nur für das Alter der Protagonisten, ebenso wie bei „Young Adult“, YA. Jedoch fällt mir oft auf, dass im Bereich der erotischen Literatur rundere Frauen von ihren Love Interests in den Himmel gelobt werden, weil sie eben einen kleinen Rettungsring haben und normal essen können. Als seien alle Frauen, die kleine Busen oder einen flacheren Bauch haben damit automatisch hässlich und essgestört. Ich weiß ja nicht, aber ich finde das keine so tolle Sichtweise.

Tschin Tonik merkte auch noch etwas Wichtiges an. Stimmt – Männer in diesen Büchern können meistens nur diese eine Frau perfekt, wunderschön und interessant finden. Alle anderen Frauen sind oft dumm, hässlich und uninteressant. Freundschaft unmöglich zugunsten des Love Interests?

 


Lasst mich ein wenig ausholen.

Als ich 13, 14 war – pummelig, Zahnspange, Brille und Pickel – war für mich auch der einzige Weg mich einigermaßen wohl zu fühlen Abwärtsvergleiche anzustellen. „Ja, XY ist noch fetter als ich“ oder „Wenigstens hab ich Brüste“. Und manchmal erwische ich mich noch bei solchen automatischen fiesen Gedanken. Einerseits sehen wir gertenschlanke Models auf dem Lauftsteg und makellose trainierte braungebrannte Körper in Zeitschriften, andererseits versuchen wir Ottonormalbürger mit breiten Hüften, kleiner Oberweite, kurzen Beinen oder rundem Hintern uns dagegen zu wehren. Zurecht! Denn Körperformen sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Aber müssen wir dazu ständig bodyshaming betreiben?!

Ein kleines Beispiel:

  • Eine dicke Person bestellt sich im Restaurant einen Burger mit Pommes. Vielleicht habt ihr euch auch schon mal bei dem Gedanken erwischt, dass ihr der Person eher zu einem Salat als Beilage geraten hättet.
  • Eine dünne Person bestellt einen Salat. Vielleicht verdreht ihr die Augen und denkt, sie sollte sich eine Scheibe von der oberen Person abschneiden.

Wenn ihr nicht so denkt – wunderbar, ihr seid sensibel und bedacht, nicht über Personen zu urteilen, die ihr nicht kennt. Wenn euch im ersten Moment dieser Gedanke in den Kopf schießt, dann seid aber nicht beunruhigt. Oftmals fallen uns die fiesen, gehässigen Sachen zuerst ein – d.h. aber nicht, dass wir diesen spontanen Gedanken hilflos ausgeliefert sind. Im Gegenteil: Auch ich denke manchmal fiese Sachen – vielleicht weil man von der Gesellschaft oder seinem Umfeld in eine bestimmte Weise konditioniert wurde. Im zweiten Schritt kommt aber der Verstand, die Logik – über die man sehr wohl Kontrolle hat.

  • „Womöglich hat die dicke Person einen schweren Arbeitstag hinter sich, hat mächtig geschuftet und jede Menge Hunger und gönnt sich diese Portion Pommes“ oder sie hat Lust auf einen leckeren Burger mit Pommes
  • „Vielleicht hat die dünne Person schon einen Snack gehabt und hat einfach keinen Hunger mehr“ oder sie hat Lust auf einen leckeren Salat

Und selbst wenn die dicke Person nur fettige Sachen in sich hineinstopft und die dünne Person penibel auf ihre Figur achtet: Es geht euch nichts an. Es kann euch egal sein.
Seid ihr in der Position über diese Personen zu urteilen? – Nein.

Bodyshaming gibt es in beiden Richtungen. Ich denke daran, dass dicke Leute oftmals belächelt, veräppelt oder sogar beleidigt werden, besteht kein Zweifel. Wenn ich ins Fitnessstudio gehe(wohlgemerkt reines Frauenstudio), kommen auch von manchen Frauen skeptische oder verachtende Blicke. Aber, wenn ich mit meiner schlanken Freundin rede, die in meinen Augen aussieht wie eine wunderschöne kleine Elfe und perfekt ist, wie sie ist, dann höre ich von ihr auch oft, dass ihr gesagt wird, sie solle zulegen oder habe zu kleine Brüste. Das macht mich betroffen.

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Das auf dem Foto bin ich mit 14 – ich hatte mir das Kleid neu bei EMP bestellt. Ich war als Kind zwar normalgewichtig aber seit meiner Pubertät habe ich ein paar Kilo zu viel auf den Rippen. Eine Tatsache, mit der ich sehr lange und bis heute noch manchmal kämpfe. Ich hatte das Foto damals auf lokalisten (Herrje bin ich alt) hochgeladen, da ich das neue Kleid präsentieren wollte. Es war  kaum einen Tag online, da meinten ein paar Kerle Kommentare abgeben zu müssen. „Was für Krautstampfer!“, bezogen auf meine Beine und ein Kommentar, über den ich heute ehrlich gesagt ziemlich lachen muss: „Du bist so fett, du brauchst ein Schaf als Tampon.

Nett, oder? Das sollte man nicht zu einer 23-jährigen sagen und schon gar nicht zu einer 14-jährigen. Das tut verdammt weh. Und es hat meine Wahrnehmung nachhaltig beeinflusst und dafür gesorgt, dass ich oft Süßigkeiten mit einem schlechten Gewissen gegessen habe und heimlich – was eher das Gegenteil bewirkte als das, was die Leute damit intendierten. Meine Eltern haben mir auch oft gesagt, dass ich bei meiner Ernährung aufpassen muss. Das werfe ich ihnen nicht vor: Sie wollten nur mein Bestes.

Studien haben jedoch gezeigt, dass Kinder, denen man von klein auf sagt, dass sie zu dick sind (unabhängig von ihrem Gewicht als Kind) später eher übergewichtig werden. Um das zu veranschaulichen könnt ihr auch diesen Artikel hier lesen, wenn ihr mögt. (Ich finde leider die Studie nicht mehr, aber ich werde sie verlinken sobald ich sie gefunden habe)

Was ich damit aber vor allem sagen möchte: Wenn man Kindern und Jugendlichen schon von klein auf einen teils ungesunden, negativen Fokus vermittelt, dann hat das bleibende Folgen. Egal ob man sie als „fette Sau“ oder als „Hungerhaken“ bezeichnet. Im schlimmsten Fall folgen Essstörungen, meistens aber zumindest ein ungesundes Verhältnis zum eigenen Körper und zum Essen. Der eigene Körper ist der eigene Körper. Gegen meine Fettverteilung kann ich nicht viel tun. Was ich beeinflussen kann ist die Ernährung und da sollte man ansetzen. Vermittlen, dass Gemüse vielseitig und lecker ist. Chips und Schokolade sollten keine Tabus und kein Frustmittel sein, sondern genossen werden, wenn man sie sich erlaubt.

In der Psychologie, vorrangig in der Behandlung von Essstörungen eingesetzt, lehrt man die sogenannte „Set Point Theory„, die wissenschaftlich nicht ganz unumstritten ist. Diese Theorie geht davon aus, das jeder erwachsene Mensch ein Grundgewicht hat, um das er – ähnlich einer Sinuskurve – schwankt. Um von diesem Grundgewicht dauerhaft abzuweichen müsste man entweder extrem viel oder extrem wenig essen.

setpointtheory

Hier mal skizzenhaft abgebildet. Diese Theorie soll Betroffenen helfen zu erkennen, dass sie letztendlich zwar die Ernährung, aber nicht ihren Körper beeinflussen können z.B. die Stoffwechselgeschwindigkeit, Darmbakterien oder ob sich das Fett an den Hüften anlegt oder am Bauch. Es soll aber auch keine Entschuldigung für ein ungesundes Essverhalten sein, denn die Ernährung kann man beeinflussen.

In der Forschung ist das Thema Ernährung und Gewicht nach wie vor umstritten und alle paar Jahre gibt es einen Perspektivenwechsel bzw. andere Ratschläge ob nun ungesättigte Fette oder Kohlenhydrate oder wer auch immer die bösen sind.

Dass der eigene Körper ein wichtiges Thema ist, brauche ich nicht extra hervorzuheben. Die Medien, die Werbung, die Kuchenrezepte hinter der 14-Tage-Super-Duper-Diät in Frauenzeitschriften, die erschreckenden ProAna Foren, die teilweise extremen Formen der Bodypositivy…


Um den Bogen zurück zum Bodyshaming zu schlagen – ich habe gertenschlanke Freunde, die essen wie ein Pferd. Ich esse sicherlich manchmal zu fettig und zu viel und zu süß, in der Regel achte ich aber auf viel Obst und Gemüse und treibe regelmäßig Sport – dennoch bin ich übergewichtig. Und meistens mag ich meinen Körper trotzdem, denn ich fühle mich wohl. Der Körper ist komplex und zumindest die Knochenstruktur – da sind wir uns alle einig – ist gegeben. Wenn ich jetzt 50kg abnehmen würde, würde ich aussehen wie ein ungesundes Skelett. Es gibt aber eben auch Menschen, die von Natur aus kleiner und schmächtiger gebaut sind. Das ist eben so und damit sollten wir uns abfinden.

Fat-shaming ist oftmals offensiver, vielleicht etwas präsenter, aber das heißt nicht, dass auch dünne Leute nicht mit skinny-shaming zu kämpfen haben. Und es ist so ätzend, dass Frauen das Gefühl haben müssen, sich durch „Männer“ bestätigen zu lassen, dass „echte Männer“ auf Kurven stehen. Bodypositivy sollte dadurch entstehen, dass man sich selbst akzeptiert wie man ist und nicht durch die Abwertung und den ständigen Vergleich mit anderen (auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht die einfachere Methode ist).

Anstatt also andere Menschen aufgrund ihrer Figur zu dissen, zu shamen und abzuwerten, sollten wir eeeendlich akzeptieren, dass jeder seine eigene Lebensweise hat.

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Quelle: Sarah & Catherine Satrun

Ja, ich bin bodypositive, auch als „Moppelchen“ – ich mag mich und das war und ist ein harter Weg. Ein paar Kilo weniger würden mir nicht schaden, aber ich möchte mich dazu nicht komplett verbiegen. Ich finde mich gut. Dennoch würde ich meinen Kindern nicht vermitteln wollen, dass ich das Nonplusultra, die Perfektion in Person oder das einzige Schönheitsideal bin. Ich möchte natürlich, dass Menschen einen gesunden Bezug zu ihrem Körper haben. Das heißt aber auch, auf sich zu achten: ein wenig Sport zu treiben und sich ausgewogen zu ernähren. Und ich muss keine schlankeren Frauen verurteilen und verachten, um mich selbst als wertvoll und begehrenswert wahrzunehmen.

Ich habe diesen Blogeintrag vor allem aus meiner Perspektive geschrieben und ich identifiziere mich als Frau. Dass dieses Thema bei allen Geschlechtern existiert und bei manchen auch eher totgeschwiegen wird, sollte man nicht außer Acht lassen.

Nun ich denke in Büchern darf man auch gerne Charaktere zeichnen, die ungünstige, schädliche oder eklige Denkweisen haben – vermutlich denken viele Autor*innen auch gar nicht über die Konsequenzen von „kleinen Bemerkungen“ nach. Vielleicht rege ich mich auch unnötig auf, ich weiß es nicht. Ich selbst habe in meinem Buch z.B. Sasha eine erklärte Männerhasserin, die bestimmt als sog. „Feminazi“ durchgehen würde. Allerdings reagieren meine anderen Charaktere entsprechend auch entsetzt oder kritisch auf ihre Aussagen – und ich hoffe, dass der Leser somit angehalten wird, darüber nachzudenken. In Liebesromanen wo der Fokus auf zwei Charakteren liegt, die intime Gespräche miteinander führen, ist es natürlich nicht so einfach, eine Stimme der Vernunft das Gesagte hinterfragen zu lassen – die weibliche Protagonistin soll sich schließlich bestätigt, umgarnt und umschmeichelt fühlen. Auf jeden Fall ist etwas, was ich mir für zukünftige Bücher aus dem Genre wünsche: Reflektiertheit.
Wenn nicht durch die Charaktere, dann im Nachhinein oder vorneweg. Das gilt nicht nur für Körperformen, sondern auch für das bereits von mir angesprochene Thema der sexuellen Dominanz bzw. Gewalt, wie ihr hier nachlesen könnt.

Aber natürlich kann das nicht nur die Aufgabe von Autor*innen sein. Leser*innen, Blogger*innen, Lektor*innen. Wir alle sind gefragt, damit Bücher weiterhin alle möglichen Freiheiten haben können, aber diese nicht stillschweigend heruntergeschluckt und gerade von jungen Leser*innen für bare Münze genommen werden.


Was denkt ihr? Rege ich mich unnötig über Kleinigkeiten auf? Haben dicke Leute es verdient, geshamed zu werden, weil sie zu viel essen und zu wenig dagegen tun? Sind Bücher Fiktion und dürfen das?

Ein weiterer guter Beitrag zu diesem Thema kommt von Pialalama.

Ich möchte mit diesem Beitrag niemanden angreifen oder verletzen, falls ihr eine Formulierung ungünstig findet, dann sagt mir das bitte.

Ich wünsche euch einen schönen Restsonntag,
eure Babsi

 

[Rezension] Jennifer L. Armentrout – Scorched

[Rezension] Jennifer L. Armentrout – Scorched

Hallo meine Lieben!

Das lange Osterwochende und der Urlaub sind wirklich gut für meinen Stapel ungelesener Bücher. Ratzfatz weggelesen, weil leichte Kost, habe ich scorched, den Nachfolger zu „frigid“ von Jennifer L. Armentrout. Frigid konnte mich ja nicht wirklich vom Hocker hauen, wie ihr in meiner Rezension nachlesen könnt.

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Jennifer L. Armentrout – Scorched*, erschienen 2017 im Piper Verlag kostet als TB 9,99€ und als Ebook 8,99€.

Genre: New Adult, Romantik/Erotik

Man kann scorched lesen ohne frigid gelesen zu haben. Beide Bücher sind in sich abgeschlossen.

Die Video-Rezension gibt es hier:

Worum geht’s?

Tanner und Andrea gehören zwar zur selben Viererclique, können aber kaum eine Stunde im selben Raum verbringen, ohne sich zu kabbeln. Die Anziehungskraft ist auf beiden Seiten da, aber es scheint, sie stoßen sich immer wieder ab. Tanner ist ein Aufreißer und Andrea trinkt gerne einen über den Durst. Als sie gemeinsam mit ihren Freunden auf eine Hütte fahren, um die Semesterferien zu genießen, knistert es gewaltig. Aber Andrea ist unsicher, ob Tanner es ernst mit ihr meint. Hinzu kommt, dass Andreas private Probleme weiter außer Kontrolle geraten. Kann das gut gehen?

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Design:

Das Design ist schlicht gehalten und nah am Vorgänger. Dass man Menschen aufs Cover packt, die nicht ansatzweise den Personen in der Geschichte entsprechen, wird mich aber auch weiterhin stören.

Inhalt:

Andrea ist mit ihrem Leben nicht ganz im Reinen. Zum Entsetzen ihrer Eltern hat sie das Medizinstudium kurz vor dem Abschluss geschmissen, um Lehramt zu studieren. Sie hat das Gefühl, ihre Freunde haben ihr etwas voraus, während sie feststeckt. Ihre beste Freundin Sydney ist in einer glücklichen Beziehung und wird bald ihren Master in Psychologie anfangen. Als Syd sie gemeinsam mit der Clique zu einem Ferientrip auf eine Hütte überreden möchte, ist sie zuerst wenig begeistert, als sie hört, dass auch Tanner mitkommt. Tanner und sie verbindet eine Hass-Liebe. Auch wenn die beiden zurselben Vierer-Clique gehören liegen sie sich ständig in den Haaren und ein fieser Kommentar jagt den nächsten. Aber als sie auf der Hütte ankommen, schmeißt Tanner sich offensiv an Andrea ran, die ihm zuerst nicht abkaufen will, dass er es ernst meint.

Zwischen Streit und gemischten Gefühlen kommt es zu einigen Enthüllungen aus der Vergangenheit der beiden, die die aufflammende Liebe auf eine harte Probe stellen werden. Denn Tanner findet es gar nicht cool, dass Andrea ständig zu viel trinkt und Andrea kann nach wie vor nicht glauben, dass Tanner es ernst mit ihr meint.

Werden die beiden zueinander finden?

Runtergebrochen ist der Inhalt recht simpel und ähnlich wie bei frigid. Hatten wir in frigid zusätzlich zum New Adult noch eine Portion Thriller, haben wir hier etwas mehr Drama durch Andreas private Probleme. Anfangs dachte ich, das Buch unterbietet frigid an handfester Handlung wurde ich am Ende doch positiv von der Ernsthaftigkeit überrascht. Die Probleme wurden nicht notdürftig, sondern ernsthaft gelöst.

Schreibstil:

Gewohnt flüssig trägt uns Jennifer L. Armentrout durch die Geschichte. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass sie sich für „scorched“ weniger Zeit genommen hat. Es ging viel flotter, die Geschichte wurde runtergerattert, die Beschreibungen blieben kurz und die Dialoge waren grausam. Ich spürte kein Knistern bei Tanner und Andrea in den Gesprächen, warum die beiden sich überhaupt mochten, wurde mir nicht klar. Die „guten“ Gespräche der beiden fanden nämlich keinen Platz sondern wurden mit „wir redeten den ganzen Morgen ohne uns zu kabbeln“ o.Ä. abgetan. Die Kabbeleien waren eigentlich trockene Beleidigungen ohne Charme und Tanners Flirtversuche lösten in mir den Drang aus mir schnell zum Übelkübel zu rennen.

Gegen Ende hat es sich verbessert, aber da war „frigid“ wirklich besser gelungen.

Charaktere:

Wie in frigid liegt das Augenmerkt auf unserer Hauptpaarung Tanner und Andrea. In frigid hatte ich ja fehlende Charaktertiefe und Entwicklung angemerkt. Wirklich überzeugt haben mich Tanner und Andrea nicht, vor allem Tanner wirkte blass und nicht durchdacht, aber Andrea hat mit mehr Tiefe und interessanten Problematiken geglänzt. Die beiden hatten ein bisschen mehr Pfeffer im Hintern als Syd und Kyler, aber wie bereits kritisiert: Dafür, dass wir hauptsächlich zwei handelnde Charaktere haben bleiben sie recht farblos.

Tanner blieb mir ein Rätsel. Warum seine Gefühle sich so entwickelten war für mich nicht nachvollziehbar. Bei den „Flirt“-Sätzen, die er am Anfang gebracht hat, hat es mich wirklich teilweise aus dem Lesefluss gerissen, weil ich kurz einen Würgreflex hatte. Vulgärer und schmieriger ging es kaum (dabei war er mir in frigid sympathisch *seufz*).

Ende:

Das Ende hat mich durch seine Ernsthaftigkeit nochmals positiv überrascht. Ich dachte die Autorin windet sich zugunsten der Romanze aus der vorher aufgedeckten Problematik von Hauptcharakter Andrea, aber sie hat es tatsächlich konsequent und angenehm gelöst.

Fazit:

Was „scorched“ an Sachen Story und Charakterentwicklung gut gemacht hat, hat es an anderen Stellen durch belanglose, humorlose Dialoge mit Fremdschäm-Faktor wieder eingebüßt. Es ist ein nette, leichte Lektüre für zwischendurch mit ein bisschen Erotik und einer Spur Ernsthaftigkeit am Ende. Die Schwächen und Stärken haben sich einigermaßen ausgeglichen und deswegen bekommt es von mir – wie frigid – 3 Seesterne. (Wobei ich bei beiden Büchern sagen würde, dass es eher eine 2,8 als eine 3,0 ist)

3seesterne


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