Schlagwort: grusel

[Rezension] Der Cthulhu Mythos von H.P. Lovecraft (Hörbuch)

[Rezension] Der Cthulhu Mythos von H.P. Lovecraft (Hörbuch)

[Rezension] Der Cthulhu Mythos von H.P. Lovecraft (Hörbuch)

 

Dieser Beitrag ist eine Zusammenarbeit mit audible. Ich habe von audible einen Gutschein zur Verfügung gestellt bekommen – Vielen Dank! – und durfte mir ein Hörbuch/Hörspiel aus dem Sortiment aussuchen. Entschieden habe ich mich für einen der Meister des Horrors, gesprochen von David Nathan und Joachim Kerzel: Den Cthulhu Mythos von H.P. Lovecraft!


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  • Titel: Der Cthulhu Mythos
  • Autor: H.P. Lovecraft
  • Sprecher: David Nathan & Joachim Kerzel
  • Anbieter: LPL Records
  • Spieldauer: 4 Stunden 27 Minuten
  • Preis: 16,95€
  • auf audible ansehen
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
H.P. Lovecraft ist neben Edgar Allan Poe wohl einer der bekanntesten Autoren von gruseliger Literatur. Mit Cthulhu, dem uralten Monster aus der See, erschuf er eine Kultgestalt und ein lebendiges Universum. Mächtig, gnadenlos und mit zahlreichen Tentakeln holt sich Cthulhu seine Opfer. In diesem Hörbuch sind einige der wichtigsten Geschichten zu Cthulhu vereint.

Folgende Geschichten sind mit dabei:

  • H. P. Lovecraft: Der Ruf des Cthulhu
  • Robert E. Howard: Der Schwarze Stein
  • H. P. Lovecraft & Lin Carter: Die Glocke im Turm
  • D. R. Smith: Warum Abdul Al Hazred dem Wahnsinn verfiel
  • H. P. Lovecraft: Dagon
  • Christian von Aster: Ein Porträt Torquemadas

 


Meine Meinung:

Auch wenn die historische Person H.P. Lovecraft durchaus umstritten ist, üben seine Geschichten eine gewisse Faszination aus. Warum seine Erzählungen so schaurig sind, habe ich in meinem Beitrag „Buchlabor: Warum Geister unheimlich sind“ genauer analysiert. Besonders schön spukig ist es natürlich, sich ins Bett verkriechen zu können und einfach zu lauschen. Ich hab mich total gefreut, dass ich mir diese Version mit dem audible Gutschein holen konnte.

Auf meinem Blog gibt es ja weniger Hörbücher, was auch damit zusammenhängt, dass ich meistens keine Geduld habe, sieben oder mehr Stunden zuzuhören. Bei der Hausarbeit oder unterwegs habe ich lieber Musik laufen. Aber kurze Hörbücher, Hörspiele oder Podcasts zwischendurch mag ich sehr gern.

Schon ganz lange steht auch diese schmucke Gesamtausgabe* aus dem Fischer Tor Verlag auf meiner Wunschliste (*affiliate Link).

Stimmig…

Joachim Jerzel, 2007 (Foto von Sven Wolter)

Bei Hörbüchern und Hörspielen achte ich auch immer auf die Sprecher*innen. Das Hörbuch wird gesprochen von David Nathan & Joachim Kerzel. Wie vermutlich viele andere mag ich David Nathan unglaublich gerne. Er spricht u.a. Christian Bale und Johny Depp. Man kennt ihn aus vielen Filmen und Produktionen. Joachim Kerzel als Hörbuchsprecher kannte ich vorher nicht. Er ist die deutsche Synchronstimme von Jack Nicholson. Joachim Kerzel und David Nathan teilen sich die Geschichten thematisch auf. Wir beginnen mit einem kurzen Einstieg über Lovecrafts Leben, ehe wir in die Cthulhu Geschichten abtauchen.

David Nathan, 2009 (Foto v. Helen Krüger)

Außerdem ist mir bei Hörbüchern eine „schöne“ Sprache wichtiger als bei gedruckten Büchern. Die poetisch-düsteren Erzählungen von H.P. Lovecraft sind perfekt um von David Nathans ruhiger, angenehmer Stimme gelesen zu werden. Joachim Kerzel hat eine dunklere, rauchigere Stimme, die perfekt zur Düsternis passt. Man schmilzt in die Geschichte hinein!

Mit seiner präziser Sprache, den lebendigen und detailierten Beschreibungen konnte mich Lovecraft schon früh begeistern. Auch in diesem Hörbuch erleben wir sprachlichen Genuss, anspruchsvoll, aber nicht zu abgehoben, um der Geschichte folgen zu können.

Autsch!

Ein Punkt, über den man sich sicherlich streiten kann, ist H.P. Lovecrafts Einstellung zu anderen Ethnien. Natürlich kann man von Autor*innen der Vergangenheit nicht denselben Level an Reflektion und political correctness erwarten wie heute. Dennoch waren manche Formulierungen und Beschreibungen für meinen Geschmack echt heftig. Voll von offensichtlicher Angst und Abscheu gegenüber anderen Kulturen, die nicht den westlichen Vorstellungen entsprechen. Das Mitanzuhören war teilweise mindestens genauso furchterregend wie die Beschreibungen der alten Götter.

Faszinierende Welten

Umso erfreulicher waren die Welten, der Mythos, den Lovecraft gesponnen hat. Die Theorie der alten Götter, die von denen Sternen kamen und unter dem Meer ruhen. So entartet, so fremdartig, dass sie anders bauten, andere Materialien verwendeten und anders kommunizierten. Das klingt ganz stark nach Aliens! Aber wer SciFi nicht mag, braucht keine Angst haben. Klar im Vordergrund steht der Schauer, die Machtlosigkeit der Figuren und die Angst vor dem Wissen, das sie aufdeckten.

Denn wer zu viel über Cthulhu weiß, der findet selten ein glückliches Ende.

Cthulhu inspiriert!

H.P. Lovecraft im Jahre 1915

Die Beschreibungen wandeln von Andeutungen über unaussprechliche Schrecken bis hin zu expliziter Gewalt in „Der schwarze Stein“ von Robert E. Howard, der durch seine Geschichte ebenfalls einen Beitrag zur Alten Götter Welt liefert. Ganz ursprüngliche Fanfiction sozusagen, die dem Original jedoch in Nichts nachsteht.

„Die Glocke im Turm“: Diese Geschichte wurde von Lin Carter nach dem Tod Lovecrafts vollendet. Tatsächlich gefällt sie mir nicht so gut wie die vorangegangenen Geschichten, denen es besser gelungen ist, den Schrecken von kosmischen, übermenschlichen Mächten zu transportieren. Sprachlich lehnt sich Carter stark an Lovecraft an, aber dennoch fehlt mir ein gewisser Funken.

„Warum Abdul Al Hazred dem Wahnsinn verfiel“ von D.R. Smith hat mir weder besonders noch besonders schlecht gefallen. Das Gedankenspiel war interessant, aber die Geschichte war skurril und hat den großen Alten vieles von ihrem Schauer genommen.

„Dagon“ ist insofern interessant als dass es ein früheres Werk von Lovecraft war, das vor dem „Ruf des Cthulhu“ entstand. Sowohl sprachlich als auch von der gruseligen Dichte ist diese Kurzgeschichte etwas ungeschliffener als die späteren Werke. Aber es erleichtert auch, zu wissen, dass selbst Lovecraft mehrere Entwürfe und Jahre brauchte, um sein phantastisches Cthulhu Werk zu schaffen.

Ein Porträt Torquemadas“ von Christian von Aster gewann einen Cthulhu Story Wettbewerb. Die moderne Verbindung mit den historischen Elementen um Cthulhu und die spanische Inquisition, bietet eine interessante Mischung. Offensichtlich orientieren sich Sprache und Geschichte an Lovecraft selbst. Leider hat mich auch diese Geschichte nicht fesseln oder das Fürchten lehren können. Meine Gedanken sind immer wieder abgeschweift und ich musste oft zurückspulen, weil ich nicht aufgepasst hatte.

Fazit:

Insgesamt hat mir das Hörbuch sehr gut gefallen, auch wenn ich lieber mehr Lovecraft Originale gehabt hätte. Die Ausführung war jedoch sehr gelungen. Die musikalischen Zwischensequenzen, die Abwechslung der beiden Sprecher. Alles in allem ein sehr gelungenes Hörerlebnis, das einem schön-schaurige Momente beschert.


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[Rezension] Das Mädchen von Stephen King

[Rezension] Das Mädchen von Stephen King

[Rezension] Das Mädchen von Stephen King

Das letzte Buch, das ich im Jahr 2018 gelesen habe, war „Das Mädchen“ von Stephen King. Für den Meister des Horrors ist das Buch recht kurz und so konnte ich es gemütlich auf einer längeren Zugfahrt lesen.


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  • Autor: Stephen King, übersetzt von
  • Titel: Das Mädchen
  • Verlag: Droemer Knaur (Mein Buch ist eine alte Weltbild Hardcover Ausgabe, die nur noch gebraucht erhältlich ist)
  • Genre: Horror
  • 304 Seiten, Taschenbuch: | Ebook:
  • auf amazon* kaufen

Worum geht’s?
Trisha ist neun Jahre alt und geht mit ihrer Mutter und ihrem Bruder wandern. Die beiden zanken sich ständig und Trish versucht, sich rauszuhalten. Sie will in die Büsche pinkeln gehen und dann wieder zu den beiden Streithähnen aufschließen. Doch anstatt zurück auf den Weg läuft sie immer tiefer in die Wildnis. Aber allein ist sie keinesfalls…


Videorezension folgt  

Meine Meinung:

Stephen King hat mich mit Geschichten wie „Carrie“ oder „Sie“ und auch mit seinen Kurzgeschichten bisher immer überzeugen können. „Das Mädchen“ gehört zu seinen dünneren Büchern und spielt mit einer realistischen Angst. Sich im Wald zu verlaufen. Das ist in Amerika mit riesigen unbewohnten Wäldern sicherlich nochmal viel realistischer als in Deutschland, zumal wir kaum Bären, Wölfe oder Pumas haben, die ihren Hunger mit Menschenfleisch stillen möchten.

Ich muss leider sagen, dass mich das Buch nicht wirklich begeistern konnte. Es war ganz spannend, aber normalerweise habe ich nach dem Lesen eines Buches sofort das Bedürfnis, meine Gedanken mit der Welt zu teilen. Bei diesem Buch habe ich die Rezension aber vor mir hergeschoben. Schreibstil und Idee sind gut, keine Frage. Aber ich habe keine wirkliche Beziehung aufbauen können. Weder zu Trisha, noch zum Setting noch zu der ganzen Geschichte.

Mich hat der „Gott der Verirrten“, bei dem man nicht wirklich weiß, ob er übernatürlich ist oder nicht, nicht wirklich gruseln können.

Dabei waren wirklich wieder tolle Sätze und Formulierungen mit dabei:

Die Welt hatte Zähne, und sie konnte damit zubeißen, wann immer sie wollte.

Mit Baseball habe ich nichts am Hut

Eine der Quellen, die unserer Protagonistin immer wieder Kraft gegeben hat, war ihre Leidenschaft zum Baseball. Mit ihrem Walkman hat sie über Radio die Spiele ihrer Lieblingsmannschaft gehört und sich vorgestellt, ihr liebster Spieler wäre bei ihr. Ich bin kein Sportfan, wenn ich mal im Fernsehen Sport schaue, dann aus Zufall oder purer Langeweile. Besondere Sympathien gegenüber Mannschaften habe ich auch nicht. Die vielen Vergleiche, Metaphern und Beschreibungen waren für mich öde und unverständlich.

In den USA ist Baseball ebenso populär wie hierzulande Fußball – dennoch war die Ikonisierung dieses Spielers für mich schwer nachzuvollziehen. Ich hatte als Kind keine „realen“ Helden, meine stammten aus Büchern oder Serien. Während ich Trishs Gedanken und Hoffnungen verstehen konnte, blieb mir doch so der Zugang zu ihr und ihrer Motivation verwehrt.

Konstruktion?

Zwischendurch gab es ein paar Szenen, in denen wir wieder zu den Suchtrupps und Trishas Eltern geschwenkt sind. Diese Szenen waren aber zu kurz, zu lieblos. Sie hätten Potenzial gehabt, die Spannung des Buches zu erhöhen, aber das hat nicht stattgefunden. Stephen King schaut eigentlich gerne tief in die Seelen seiner Charaktere. Hier hat er das aber nur bei Trish getan, die sich abgelenkt hat, um in der Wildnis nicht wahnsinnig zu werden. Ihre kindliche Sichtweise hat einen Filter über die Bedrohung gelegt, die sie leider auch für mich als Leserin gemindert hat.

Fazit:

Dieses Buch von Stephen King ist nicht schlecht. Es lässt sich gut lesen, hat seine Spannung, aber konnte mich nicht fesseln oder nachhaltig zum Nachdenken bringen. Es einmal zu lesen hat gereicht und auch in meinen Gedanken hat das Buch keinen wirklichen Platz eingenommen. Von allen Büchern, die ich von Stephen King bisher gelesen habe, war das hier für mich das Schwächste.

Weitere Meinungen:

 


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Sieben schaurig-schöne Buchempfehlungen

Sieben schaurig-schöne Buchempfehlungen

Sieben schaurig-schöne Buchempfehlungen

Die Tage werden kürzer, das Laub verfärbt sich bunt und morgens wirbeln Nebelschwaden über dem Grund. Regenwolken trüben den Himmel und am liebsten würde man das gemütliche Bett nicht verlassen.
Was gibt es Besseres als sich die kalte Jahreszeit mit Buch und Heißgetränk einzukuscheln?

Der Oktober gehört jedenfalls zu meinen allerliebsten Monaten! Halloween, Kürbisse, Schauergeschichten und buntes Herbstlaub. Außerdem kann man endlich wieder mit Kuschelsocken und Kakao rumlümmeln und ungestört schmökern. Falls ihr bezüglich eures Lesestoffs noch uninspiriert seid, habe ich heute sieben herbstliche Buchempfehlungen für euch!


Das Haus in der Nebelgasse (Historischer Roman)

London, 1900, verregnet und neblig, liegt die Stadt dar. In den Gassen verbergen sich Geheimnisse, Schicksale und Geschichten. Lehrerin Matilda Gray geht einem solchen Mysterium auf die Spur. Von einer Schülerin, die angeblich auf Reisen ist, bekommt sie ein sonderbares Hilfesignal und findet ein als verspukt geltendes Haus und ein altes Kästchen voller Gegenstände. Wie hängt das alles mit dem Verschwinden des Mädchens zusammen?

Anzeige: Susanne Goga – „Das Haus in der Nebelgasse“, Diana Verlag, (TB: 9,99€) auf amazon* kaufen


Onkel Montagues Schauergeschichten (Kinderbuch)

Ein kauziger Onkel, der seltsame Geschichten erzählt. Ein großes Anwesen voller Plunder und Krimskrams. Und einige Anzeichen, die darauf hindeuten, dass manche Geschichte durchaus einen wahren Kern haben könnten…

Anzeige: Christ Priestley „Onkel Montagues Schauergeschichten“, oetinger Verlag, (TB: 8€) auf amazon* kaufen


Mondscheinjunge (Psychologischer Spannungsroman)

Das herbstliche Oktoberwetter ist meist freundlich, aber es wird bereits früh dunkel. Für Tyler, der empfindlich auf Sonnenlicht reagiert und nur nachts durch die Straßen streifen kann, die perfekte Jahreszeit. Als in der Stadt ein Mädchen verschwindet, gerät seine Welt ins Wanken. Mit einer Kamera bewaffnet wagt sich Tyler wieder hinaus in die Nacht, in der Hoffnung, das Geheimnis um das verschwundene Mädchen zu lösen.

Anzeige: Carla Buckley „Mondscheinjunge“, Goldmann Verlag, (Paperback: 7,99€) auf amazon*  kaufen


Die Insel der besonderen Kinder (All Age Fantasy)

Kaum eine Liste von Buchempfehlungen kommt ohne meine absolute Lieblingsbuchreihe aus. Die Rezension zur Trilogie findet ihr hier. Die spannende Spurensuche des jungen Jacob nach Miss Peregrine und den besonderen Kinder ist für mich ein wahrer Buchschatz! Ob die unglaublichen Geschichten seines verstorbenen Großvaters wahr sind und was es mit dem Tag auf sich hat, der sich immer wiederholt, muss man selbst beim Lesen herausfinden. Mal lustig, mal gruselig, mal traurig überzeugt mich das Buch auf ganzer Linie.

Anzeige: Ransom Riggs „Die Insel der besonderen Kinder“, Droemer Knaur Verlag, (TB: 14,99€) auf amazon* kaufen


Haus der Geister (Historischer Roman)

Wieder befinden wir uns im England des 19. Jahrhunderts. Ein viktorianisches Anwesen, zwei Kinder und viele Rätsel. Außer Gouvernante Eliza Caine und den Kindern scheint niemand im Haus zu sein. Oder etwa doch? Das Buch habe ich noch nicht gelesen, aber es hört sich wie eine klassische Schauergeschichte an – perfekt für den Herbst!

Anzeige: John Boyne „Haus der Geister“, Piper Verlag, (TB: 9,99€) auf amazon* kaufen


Zwietracht – Mörderische Freundschaft (Horror)

Eine Schriftstellerin macht mit ihrer besten Freundin Urlaub in einer einsamen Waldhütte. Doch merkwürdige Dinge ereignen sich. Jemand schleicht um die Hütte, immer wieder sind Klopf- und Kratzgeräusche hörbar. Lauert das Böse draußen im Wald oder ist es vielleicht näher als wir denken? Auch hierzu gibt es bereits eine Rezension auf meinem Blog.

Anzeige: Tanja Hanika „Zwietracht: Mörderische Freundschaft“ (TB: 11,99€) auf amazon* kaufen


Die Spiegel von Kettlewood Hall (Historisch/Fantasy)

Unzählige Spiegel und ein mysteriöses Schachspiel – die Symboliken aus „Die Spiegel von Kettlewood Hall“ verheißen wohligen Grusel und spannende Rätsel. Dieses Buch musste ich mir einfach holen und ich bin schon sehr gespannt, was es mit dem Geheimnissen von Kettlewood Hall so auf sich hat.

Anzeige: Maja Ilisch „Die Spiegel von Kettlewood Hall“, Droemer Knaur Verlag, (TB: 9,99€) auf amazon* kaufen

[Kurzrezension] Haruki Murakami & Stephen King

[Kurzrezension] Haruki Murakami & Stephen King

Hallo meine Lieben, normalerweise habe ich zu jedem Buch eine Menge zu sagen – aber bei manchen Werken kommt es vor, dass ich nicht weiß, was ich schreiben soll oder beispielsweise bei Geschichtensammlungen zu jeder Geschichte einzeln etwas zu erzählen wüsste. Deshalb bekommt ihr heute, kurz & knackig, zwei Rezensionen von mir präsentiert.

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Haruki Murakami – Die unheimliche Bibliothek

  • Dumont Verlag
  • illustriert von Kat Menschik, Kurzgeschichte; Genre: ?, übernatürlich
  • TB*: 9,99€ | Ebook: 7,99€

Inhalt: Es geht um einen Jungen, der eigentlich nur ein Buch in der Bücherei zurückgeben will und dabei in ein dunkles Verließ stolpert.

Diese Kurzgeschichte von Haruki Murakami lässt sich in unter einer Stunde lesen, die unheimlichen und meist in schwarzweiß gehaltenen Illustrationen von Kat Menschik, die mit kleinen Farbakzenten auskommen untermalen die poetische, sprachlich klangvolle Geschichte. Während des Lesens und nach dem Lesen ist man verwirrt. Was ist das für eine bizarre Geschichte mit bizarren Figuren? Kafkaesk – das trifft es wohl ziemlich gut. „Hä? Wtf?“ – meine Gedanken waren recht geistreich. Dabei war ich durchaus amüsiert und fühlte mich gut unterhalten. Dennoch weiß ich nicht recht, was ich über diese bizarre und merkwürdige Geschichte sagen kann. Allerdings sorgte dieses Fehlen von Logik auch für Komik und macht irgendwie den Charme der Geschichte aus. Die Sprache war sehr malerisch und mir gefielen die Zeichnungen sehr gut, ich denke als Graphic Novel hätte mir das Buch noch mehr zugesagt, denn es ist einfach sehr sehr kurz.

Mein liebstes Zitat:

jaichauch

Das Buch haben ich mit der Lesegruppe der Bücherbrezn für den Oktober unter dem Thema „Bücher über Bücher“ gelesen. Es stand neben „Der Schatten des Windes“(das ich auch noch lesen will) zur Auswahl.

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Stephen King – Sunset

Inhalt: In 13 Kurzgeschichten zeigt der Meister des Schreckens, dass er auch mit wenigen Worten spannende und unheimliche Geschichten schreiben kann. Nicht alle davon sind übernatürlich.

Die Geschichten sind vielfältig und teilweise grundverschieden. Einerseits haben wir es mit übernatürlichen Kreaturen zu tun, die Lovecraftsche Gänsehaut auslösen andererseits bekommen es manche Protagonisten mit Monstern in Menschenform zu tun. Aber auch leise Töne gibt es, z.B. in „Hinterlassenschaften“ oder „Die New York Times zum Vorzugspreis“, die weniger unheimlich sind, sondern emotional und berührend. Mir hat diese Kurzgeschichtensammlung sehr gut gefallen, auch wenn ich sie immer nur nebenbei gelesen habe. Meistens war ich so gefesselt, dass ich die Geschichte direkt durchlesen musste. Gut, dass ich mir dabei keine Blasenentzündung zugezogen habe. (Das Buch lag in meinem Elternhaus auf der Toilette *räusper*)

Mir haben die schaurigen Kurzgeschichten sehr gut gefallen und ich bin froh noch die „alte“ Taschenbuchvariante ergattert zu haben, denn die untermalt die Stimmung sehr gut. In der Kürze liegt die Würze und auch wenn ich den Schinken „Misery“ liebe, fand ich diese Kurzgeschichten sehr, sehr gut und würde mich über mehr kurze Schnipsel dieses großartigen Autors freuen.

Zu meinen liebsten Geschichten gehören „N.“, „Willa“, „Die New York Times zum Vorzugspreis“ und „Hinterlassenschaften“.

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Das wars für heute mit meinen Kurzrezensionen! Wie gefallen euch diese knackigen Zusammenfassungen im Gegensatz zu meinen umfangreicheren Rezensionen?

Tüdelü,

eure Babsi

 


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Buchlabor: Warum sind Geister unheimlich?

Buchlabor: Warum sind Geister unheimlich?

Halloween ist vorbei, aber ich als alte Spuk- und Horrorfanatikerin beschäftige ich mich gerne ganzjährig mit dem Paranormalen. Umso besser, dass das erste Thema des „Buchlabors“ sich mit Geistern in der Literatur beschäftigt. Ich fürchte ich bin ein bisschen ins psychologische abgedriftet und am Ende habe ich mehr Film- als Buchbeispiele, aber ich hoffe, was ich sagen möchte, kommt rüber!

Was ist das Buchlabor?
Das Buchlabor entstand nach einem Vortrag von Eva-Maria Obermann auf dem Litcamp 2017 über Buchblogger und Literaturwissenschaft. Zwar wird die Buchblog-Szene vom Feuilleton oftmals belächelt, aber viele Blogger und Blogger*innen betreiben aufwändige Analysen, die weit über normale Kreisch-Rezensionen hinausgehen. Viele Blogger*innen studieren, beschäftigen sich eigentlich auch gerne tiefer mit der Literaturwissenschaft, aber schreiben kaum solche Beiträge. Daraus entstand der Plan ein bisschen mehr Wissenschaft in die Literaturszene der Blogger zu bringen. So kam es zu „Buchlabor„. Auf twitter auch unter dem Hashtag #litwipunk zu finden. Interessierte dürfen sich gerne auch an Eva wenden, wir freuen uns über weitere „Forscher“.

  • Eva beleuchtet auf Schreibtrieb einige Spukgestalten *klick*
  • Marit von gedankenglas hat sich auch Gedanken gemacht *klick*

Geister! Geister! Geister!

Geister in der Literatur sind kein neuzeitliches Phänomen und nicht gebunden an fantastische Werke. Sie treten auch in Alltagserzählungen auf, an Orten, an denen man sie manchmal gar nicht erwartet. Manchmal wird lediglich angedeutet, dass man es als Leser*in mit einem Gespenst zu tun hatte. Warum sind Geister eigentlich unheimlich?

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Oftmals spielen Geister gar keine zentrale Rolle, aber in Oscar Wildes „Das Gespenst von Canterville„oder in Charles Dickens „Eine Weihnachtsgeschichte“ sind sie tatsächlich wichtige Akteure und keine blasse Andeutung. So sucht der Geist von Jacob Marley seinen ehemaligen Geschäftspartner, den wohl liebsten grantigen alten Mann der Geschichte, Ebenezer Scrooge heim und warnt ihn vor der Ankunft weiterer Geister. Und nach dieser spukreichen Nacht ist Scrooge wie verwandelt und krempelt sein Leben um, um nicht ebenfalls als Schreckensgestalt der Nacht seine Sünden als schwere Ketten durch die dunklen Gassen zu schleifen.

Geister, die den Lebenden den Weg weisen oder mahnend zeigen, was passiert, wenn man den rechten Weg verlässt – ein beliebtes Motiv.

Auch wenn sie als gruseliges Element genutzt werden, so kommen sie meist mit guten Absichten oder mit einer scheinbar göttlichen Mission. Manchmal auch, um sich das eigenes Gewissen reinzuwaschen. Das Gespenst von Canterville, respektive Sir Simon, wird erlöst, als die aufrichtige und gutherzige Virginia für sein Seelenheil betet. Alles halb so wild, also?
An den Tagen um Halloween und Allerheiligen gedenkt man der Toten, ehrt sie mit Blumen, Gebeten, verkleidet sich um böse Geister zu vertreiben und zündet Laternen an, die verlorenen Seelen den Weg weisen sollen. Der Glaube an Gut und Böse, die Angst vor bösen Geistern und das Gedenken an gute Geister zeigt diesen Zwiespalt.

Nun berichtet die Literatur nämlich auch von bösartigen, gefährlichen Geistern, die die Lebenden nicht etwa auf eine friedvolle Art heimsuchen und sich nicht mit einem einfachen Schrecken zufrieden geben.

Die Legende von Sleepy Hollow“ von Washington Irving präsentiert uns einen solchen boshaften Geist, nämlich den kopflosen Reiter, der arglose Wanderer durch einen finsteren Wald jagt um seinen eigenen Kopf zu finden. In „Das Wrack„, einer Kurzgeschichte von Helmuth M. Backhaus werden die goldgierigen Geister von Plünderern schließlich dem Leuchtturmwärter zum Verhängnis. Es sind auch die Geschichten von Edgar Allan Poe und H.P. Lovecraft, die sich mehr auf die bösen, düsteren Geister beziehen. So wird in Lovecrafts „Träume im Hexenhaus“ der bösartige Geist einer alten Frau sichtbar, die kleine Kinder entführt, dem Teufel opfert und schließlich auch den neugierigen Studenten, der in ihrem Zimmer schläft, ein schlimmes Schicksal beschert.

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Beides Mal sind die Gespenster auch zu Lebzeiten bereits schlecht, böse und mörderisch unterwegs und führen ihr Schreckenswerk nach dem Tode fort; wobei die alte Hexe nicht wie der kopflose Reiter nach Erlösung sucht, sondern in den Diensten ihres schrecklichen Meisters steht (Ich schätze, wenn man die Wahl hat, nach dem Tod von cthulhuesken Monster auseinanderklamüsert zu werden, würden sich einige dafür entscheiden, lieber mit einer Ratte mit Menschengesicht zusammenzuarbeiten).

Die Hoffnung, auch wenn man zu Lebzeiten ein sündiger Scharlatan und Verbrecher war, im Tod irgendwie durch Beten und Buße Vergebung zu finden, wird durch H.P. Lovecraft zumeist zerschlagen – und das trägt wohl zum dem ungewöhnlichen und unangenehmen Gefühl bei, das einen beschleicht, wenn man seine Geschichten liest. Wahrer Horror kennt kein Hintertürchen. Es gibt keine zweite Chance, keine Erlösung, keine Hilfe von göttlichen, barmherzigen Mächten. Die Angst vor dem Tod bleibt ungebrochen, die Hoffnung auf Gnade und Verzeihung wird zerschmettert. Einmal begangene Fehler lassen sich nicht ausbügeln, selbst unbedarfte Menschen werden in den Sog der bösen Geister gezogen und sind dem Untergang geweiht, egal wie aufrecht, gut und gottesfürchtig sie sind. Etwas, das man vermehrt auch im asiatischen Horror vorfindet. Im Film „Ju On – Der Fluch„(2003) werden alle, die das Haus betreten, in den Tod getrieben – egal, was für Menschen sie sind (selbst die Katze!1!elf!).

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Es gibt keine Lösung, kein Entrinnen, keine Hoffnung. Nicht einmal im Tod finden die Gepeinigten Frieden, nein, sie werden oftmals selbst zu Marionetten des Bösen. Viele Horrorfans, aber auch Gelegenheits-Zuschauer geben an, dass von vielen asiatischen Horrorgeschichten ein ganz besonders ekelhaftes Gefühl, ein Schauer zurückbleibt, der irgendwie anders als bei westlichen Büchern und Filmen ist. Auch wenn viele Horrorfilme wie „Drag me to hell„(2009) letztlich schlecht ausgehen, so liegt das oftmals nicht daran, dass es keine Lösung, kein Entrinnen gab, sondern dass die Protagonisten einen Fehler begingen oder zu langsam waren. Die Hintertür wird zwar nicht erreicht, aber sie ist da. H.P. Lovecraft und asiatischer Horror sind da gnadenloser. Man hat einfach von vornherein keine Chance und das macht es umso schwerer, dem Kampf der handelnden Figuren zuzuschauen, denn wir hoffen mit ihnen. Liegt der besondere Grusel vielleicht also ebendiesem verweigerten Licht am Ende des Tunnels?

Eine so vernichtend klare und aussichtslose Antwort ist verunsichernd und erschüttert bis in Mark und Bein. Hat doch niemand eine Antwort auf die so drängende und vielgestellte, philosophische Frage „Was kommt nach dem Tod?“. Wir können nur glauben und hoffen – wissen können wir es nicht. Da das Leben genug zermürbende und schreckliche Ereignisse für uns bereithält, lesen wir heitere Geschichten oder suchen in diesen Boten des Todes irgendeinen Sinn, eine Botschaft, weil wir etwas anderes nur schwer ertragen.

Charles Dickens mochte es, Geistern oder geisterhaften Erscheinungen eine Botschaft mit auf den Weg zu geben. Sie symbolisieren etwas. So ist die schattenhafte Gestalt, die der Bahnwärter in „Der Bahnwärter“ sieht letztlich eine Prophezeiung, eine Vorwarnung auf dessen eigenen Tod. Teils ist diese Erscheinung wohl verantwortlich am Tod des Mannes, denn Geister kommunizieren nicht immer so klar wie es die Geister der Weihnacht tun. In Fantasy Geschichten treten Geister unter anderem als handelnde Figuren, Berater, Sidekicks oder lustige Weggefährten auf.

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Das ist alles nur in meinem Kopf~“, singt Andreas Bourani in seinem Lied und beschreibt damit die Wendung, die viele Bücher nehmen. „Es war gar kein Spuk, die Person ist nur psychisch krank!“.  Dieses Motiv, der psychologische Twist, ist nach wie vor sehr beliebt, wenngleich es wenigen Geschichten gelingt, diese Waage zu halten. Meist ist einem als Leser oder Zuschauer schnell klar, was wirklich Sache ist. Zumindest mir ging das bei „Black Swan„(2010) so, weswegen ich den Film ziemlich einschläfernd fand. Es ist abgenudelt und eigentlich gibt es ja dann meist keine Geister, sie sind lediglich ein Sinnbild für den einsetzenden Wahnsinn der Figuren. In der modernen Literatur werden all diese Motive und Verwendungszwecke wiederaufgegriffen. Wir finden Geister sowohl als handelnde Figuren, Berater, Sidekicks oder Nebenfiguren auf. In „Moana„(2016) eilen Großmutter und die Ahnen zu Hilfe, als Moana in ihrer größten persönlichen Krise steckt. Es ist eine beruhigende und keineswegs gruselige Vorstellung, wenn wir daran denken, dass irgendwo jemand wacht und auf uns aufpasst.

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Sind also nur böse Geister unheimlich? – Jein, Geister sind durchaus vielfältiger als man denken mag. Eine geisterhafte Wendung der besonderen Art gab es bei Filmen wie „The Sixth Sense“ (1999) und „The Others“ (2001). Im herzzereißenden Drama „The lovely bones„, dt. „In meinem Himmel“, von Alice Seybold erzählt die ermordete und vergewaltigte Suzie aus ihrem Platz im Jenseits wie die Suche nach dem Mörder und das Leben ihrer Freunde und Angehörigen weiterverläuft. Hier sind es die Geschichten, der Rahmen, in dem nur ein Geist als Figur funktioniert, die uns die Bettdecke höher ziehen lassen. Oftmals ist es die Tragik, die uns Angst einjagt. Das schreckliche Schicksal, das die Geister erleben mussten und das viel angsteinflößender ist, als die bloße Existenz eines unsichtbaren Wesens. Demnach muss nicht unbedingt das Übernatürliche an Sich unheimlich sein, die Geschichte kann ebenso dazu beitragen.


Logo: Eva-Maria Obermann, Fotos: Toa Heftiba auf Unsplash

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Halloween Special

Halloween Special

Ein schönschauriges Hui-Buh an alle da draußen!

Ich hoffe ihr habt ein wunderbares Halloween und könnt den Tag genießen. Ich spüre noch die Nachwehen der gestrigen Vorlesenacht mit Halsweh, Müdigkeit und Erkältungssymptomen und kuschele mich deswegen heute mit Horrorfilmen & -büchern ins Bettchen. Mit dabei, die zweite Staffel Stranger Things, Hemlock Grove, Conjuring 2, We are not alone und Büchern von Stephen King, H.P. Lovecraft und Tanja Hanika.

Ihr wisst noch nicht, was ihr anschauen oder lesen sollt?

Von 19 bis 21 Uhr gibt es auf meinem Kanal die ein oder andere Gruselgeschichte für euch, haltet also die Augen offen. Für alle, denen das zu spooky ist, habe ich ihr einen etwas heiteren Tag für euch:

 

Fröhliches Gruseln und Happy Halloween!

 

  • 19 Uhr – Wir starten mit einem Klassiker

  • 20 Uhr – Eine Geschichte extra für Bücherwürmer. Eine geheime Bibliothek zu finden klingt traumhaft… oder eher albtraumhaft?

  • 21 Uhr – Ein mysteriöses Klavier mitten im Wald

Reignbots gruselige Video-Parade

Reignbots gruselige Video-Parade

Die amerikanische Youtuberin Reignbot hat zur Feier von 250.000 Abonnenten einen Aufruf an alle gestartet, sich an ihrer Aktion bzw. ihrem Wettbewerb zu beteiligen. Aufgabe war es, ein 60 Sekunden langes, möglichst gruseliges Video zu drehen und einzuschicken.

Obwohl ich meinen Schwerpunkt eher bei Büchern, Rezensionen etc. habe, wollte ich mir diese Challenge nicht entgehen lassen.

Und ich bin tatsächlich dabei! OH – EM – GE!

Insgesamt werden in dem Video 71 Videomacher vorgestellt, die bisher nur über ein kleineres Publikum verfügen. Eine tolle Aktion wie ich finde, die eigene Reichweite auch für sowas zu nutzen. Keine Ellebogen-Survival of the fittest-Gesellschaft, in diesem Falle. Ich habe dadurch auch einen Haufen neuer, toller Kanäle kennen gelernt. (Und meine Abozahl hat sich in den zwei Tagen jetzt fast verdoppelt.)

Wenn ihr in der Stimmung für Grusel seid, schaut unbedingt rein. (Ich bin Nummer 41)

[60 Minuten Geschichte] Nyktophobie (29.07.12)

[60 Minuten Geschichte] Nyktophobie (29.07.12)

Was sind 60 Minuten Geschichten? Nun, es ist eine Art Fingerübung, ein kleiner Marathon für die Kreativität. Es gibt einen Schreibimpuls, ein Thema, ein Bild, einen Satz und dann hat man exakt 60 Minuten Zeit etwas dazu zu schreiben. Dabei geht es nicht zwingend um Perfektion – überarbeiten kann man später – sondern um ein kleines Gehirn- und Fingerjogging. Ich lasse die Geschichten gerne so wie sie sind und korrigiere nur die Rechtschreib- und Grammatikfehler. Genau auf diese Art ist im Jahr 2012 diese Kurzgeschichte entstanden.

Nyktophobie

Ganz plötzlich wurde es kalt im Zimmer. So kalt, dass Emma zu frösteln begann.
Müde blinzelnd setzte sie sich auf. Das Fenster stand offen und der Wind ließ die Gardinen gespenstisch flattern. Schnell tastete sie nach der Nachttischlampe.
Emma war keine große Anhängerin der Dunkelheit. Man konnte nichts sehen und die Finsternis schien einen immerzu in einem bedrohlichen Griff zu halten.
Bedrängung und die Angst, dass etwas in den Schatten lauerte. Ein unbekanntes Unheil.
Meistens versuchte Emma immer so lange wach zu bleiben, dass sie nur wenige Minuten brauchte, um einzuschlafen und nicht allzu lange bewusst in einem finsteren Raum liegen musste.
Obwohl sie inzwischen erwachsen war, schaltete sie immer noch alle Lichter auf den Gängen an. Zu groß war die Angst nachts auf dem Weg zur Toilette. Dabei waren es von ihrem kleinen, aber gemütlich eingerichteten Schlafzimmer vielleicht zwei Schritte.
Manchmal kam sich Emma selbst mehr als nur lächerlich dabei vor, aber auch wenn ihr Verstand ihr all seine logischen Argumente mit Vernunft darlegte, so siegte das Gefühl der Angst, dass immer bedrohlich auf ihrer Schulter zu lauern schien, um genau im richtigen Moment seine Krallen auszufahren und sie um Emmas Hals zu legen.
Mit klopfendem Herzen tappte sie über den kalten Laminatboden hin zum offen stehenden Fenster. Sie schluckte und vermied es aus dem Fenster nach unten zu sehen. Der Wind, sagte sie sich, Der Wind muss es gewesen sein. Dabei war sie sich vollkommen im Klaren darüber, dass das laue Lüftchen, das dort draußen wehte, niemals in der Lage gewesen wäre ihr – zugegeben altes, aber noch nicht derart marodes – Fenster aufzustoßen.
Schnell schloss sie es.
Draußen raschelten die Äste der Bäume und erneut fröstelte Emma.
Ihr war bewusst, dass sie jetzt definitiv nicht sofort wieder einschlafen konnte, also schlüpfte sie in ihre warmen Hausschuhe und begab sich in die Küche.
In einem alten Kessel setzte sie das Wasser für ihren Tee auf. Um sich abzulenken und das Warten angenehmer zu gestalten, setzte Emma sich mit einer Zeitschrift an den Küchentisch und blätterte darin herum. Von ihrem Platz aus konnte sie den Mond sehen. Fast Vollmond. Immer wieder schoben sich Wolken vor den leuchtenden Himmelskörper. Wie hypnotisiert beobachtete Emma das Schauspiel ehe sie jäh aus ihrer Trance gerissen wurde.
Das eindringliche Kreischen des kochenden Wassers hatte Emma erschreckt. Sie seufzte tief, mahnte sich in Gedanken zu mehr Ruhe und altersgerechtem Verhalten – aber trotz allem, sah sie sich noch einmal in der Küche um, ehe sie das Wasser in die Tasse mit dem Teebeutel schüttete, die sie zuvor bereitgestellt hatte.

Nachdem sie ihren Tee getrunken hatte, fühlte Emma sich deutlich besser. Ein warmes Getränk war schon immer eine gute Medizin gegen alle ihre Ängste gewesen. Schon als Kind war eine heiße Milch mit Honig ihr Narkotikum nach schrecklichen Albträumen gewesen. Manchmal hatte sie auch einfach nur geschwindelt, um nachts nochmal mit ihrer Mutter kuscheln und die leckere Milch trinken können.
Die Erinnerungen an vergangene Tage stimmten Emma melancholisch und sie streckte sich ausgiebig. Ihre Mutter war nun schon seit vier Jahren tot. Oder vielmehr verschwunden. Eines Tages war sie einfach wie vom Erdboden verschluckt. Unauffindbar. Zuletzt wurde sie damals von einem Fischer an der Küste gesehen.
Emma konnte sich gut vorstellen, dass ihre Mutter ihrem Vater gefolgt war. Dieser war ein Jahr zuvor an seinem Lungenkrebs gestorben. Emma schüttelte den Kopf. Jetzt wieder ins Grübeln zu kommen, würde ihr auch nicht helfen.
Vor ihrem Schlafzimmer gähnte sie laut in Vorfreude auf ihr weiches Daunenbett, doch sie schauderte erneut. Das Fenster stand wieder offen.
Gerade war der Mond wolkenverhangen und es wurde dunkel im Zimmer. Instinktiv klammerte sich Emma an den Türrahmen und fühlte an der Wand nach dem Lichtschalter.
„Verdammtes Ding, irgendwo muss er doch sein.“, sagte sie zu sich selbst.
Ihre Stimme zitterte und die Härchen an ihren Armen stellten sich auf.
Als sie den Lichtschalter endlich fand, schoben sich auch die Wolken weiter und das Licht des Mondes fiel sanft in den Raum.
Einen kurzen Moment glaubte Emma eine Silhouette am Fenster sehen zu können und sie wich zurück. Doch der Eindruck war sofort wieder verflogen.
„Das ist doch kindisch!“, versuchte sie sich selbst zu beruhigen. Aber so sehr sie sich auch zusammenriss – selbst als das Fenster wieder geschlossen war und sie sich im Licht ihrer Nachttischlampe schlafen gelegt hatte, konnte sie einfach nicht einschlafen.
Es war mehr ein Dämmerzustand. Ab und zu sah sie das Gesicht ihrer Mutter, sah Bilder aus ihrer Kindheit. Ein Blinzeln und schon sah sie wieder ihren Nachttisch.
Die moderne kugelförmige Lampe strahlte ein warmes Licht aus.
Auf dem Digitalwecker waren Zahlen, jedoch war Emma zu müde sich zu konzentrieren und sich die Uhrzeit zu merken. Ein Roman von Agatha Christie lag daneben.
Vielleicht sollte sie nachts einfach keine Krimis mehr lesen?
Gerade als sie wieder dabei war in einen kurzen Traum zu sinken, wieder die Stimme ihrer Eltern vernahm, krachte es.
Binnen Sekunden saß Emma kerzengerade im Bett. Ängstlich starrte sie das Fenster an. Diesmal war der Wind kräftiger, blies die Gardinen höher und wilder in die Luft.
Emma öffnete die Schublade ihres Nachttisches und holte eine Taschenlampe hervor. Es war eine schwere, lange Taschenlampe. Emma umklammerte sie regelrecht, hielt sich daran fest. Wenigstens ein bisschen sicherer fühlte sie sich durch den möglichen Schlaggegenstand.
Sie musste sich jetzt zusammenreißen. Vorsichtig stand sie auf und ging barfuß zum Fenster. Diesmal warf sie einen Blick hinaus, doch unten im Garten war nichts.
Man merkte Emma die innere Unruhe an, denn sie kaute auf ihrer Lippe und tappte von einem Fuß auf den anderen. Ein weiteres Mal schloss sie das Fenster und drehte sich wieder in Richtung Bett.
Die Taschenlampe fiel zu Boden, als sie das laute Pfeifen des Wasserkessels hörte.
Was ging hier vor? Der Kessel sollte leer sein und die Herdplatte hatte sie auch sicher ausgeschaltet.
Kurz schniefte Emma. Die Angst wurde zu Panik. Rasch hob sie die Taschenlampe wieder auf und kramte ihr Handy aus ihrer Handtasche, die auf ihrer Kommode stand.
Sie wählte schon einmal die Nummer der Polizei vor.
Mit langsamen, bedachten Schritten betrat sie den Gang, hielt die Taschenlampe angriffsbereit hoch. Das unangenehme Pfeifen des Kessels hörte nicht auf, aber ansonsten war es still im Haus.
Das Herz pochte laut in Emmas Brust. Sie betrat die Küche, beeilte sich den Kessel vom Herd zu nehmen und begab sich sofort wieder in Angriffsposition.
Doch es blieb still, egal wie lange Emma wartete.
Nach einer gefühlten Ewigkeit legte sie das Handy beiseite und wischte sich über die Stirn, auf der sich Schweiß gebildet hatte. Emma atmete tief durch, schnaufte ein und aus. Und bemerkte einen seltsamen Geruch.
Würzig und seltsam vertraut. War das nicht das Parfüm ihrer Mutter?
Emma wunderte sich und dann fiel ihr etwas auf, was ihr in der Hektik und Anspannung nicht aufgefallen war. Auf dem Küchentisch stand eine Schatulle.
So eine, wie sie ihre Mutter einst gehabt hatte.
Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend trat Emma näher.
Als sie das Kästchen öffnete, kamen ihr die Tränen.
Das war der geliebte Familienschmuck, den ihre Mutter immer wie einen Goldschatz gehütet hatte.

In dieser Nacht konnte ich nicht mehr einschlafen. Wer oder was die Schatulle in der Küche abgestellt hat, habe ich nie herausgefunden. Aber ich danke demjenigen dafür.

[Rezension] Tanja Hanika – Zwietracht: Mörderische Freundschaft

[Rezension] Tanja Hanika – Zwietracht: Mörderische Freundschaft

Meine liebe BartBroAuthors Kollegin Tanja Hanika schreibt düstere, schaurige Romane und ihr neuestes Projekt hat mich sowohl vom Cover als auch von der Kurzbeschreibung neugierig gemacht.

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Das Ebook kostet 6,99€, das Taschenbuch 11,99€.

Auch diese Rezension gibt es als Video auf meinem Youtube Kanal!

Worum geht’s?
Es geht um zwei beste Freundinnen, die gemeinsam in einen Kurzurlaub in eine abgelegene Hütte im Wald fahren. Lina, eine Schriftstellerin, möchte dort ihre Schreibblockade überwinden um ihr nächstes Buch veröffentlichen zu können. Millie, die in einer Bank arbeitet aber gerne mit ihren Fotos Geld verdienen würde sucht unterdessen in der Natur nach schönen Motiven.
In der Hütte gibt es eine verschlossene Tür, die Linas Interesse weckt, vor allem nach dem sie in der ersten Nacht kratzende Geräusche von unter der Hütte wahrnimmt. Kurz darauf fällt ihr Millies Verhalten seltsam auf und bald ist sich Lina sicher, dass irgendjemand es auf sie abgesehen hat. Am Ende sogar ihre beste Freundin?

Genre: Horrorroman

 

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Design/Gestaltung:

Das Cover ist schlicht gehalten, aber genau das gefällt mir sehr gut.

Schreibstil:

Den Anfang der Geschichte fand ich mit den Formulierungen teilweise etwas holprig. Es wirkte einfach zu bemüht abwechslungsreich und anschaulich zu schreiben. Aber das hat sich dann bald verflüchtigt, Tanja hat in die Geschichte gefunden und es ließ sich flüssiger und besser lesen. Die Spannung konnte auch ohne große dramatische Formulierungen aufgebaut und durchweg gehalten werden. Ich fand es sehr fesselnd und habe es tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen! (Was bei mir als Leseschnecke auch bei eher dünnen Büchern selten ist 😉 )

Inhalt:

Ich war sehr eingenommen von dem Buch, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht. Die erste Hälfte des Buches ist aus Linas Sicht geschrieben, die zweite aus Millies. Den ersten Twist habe ich kommen sehen, einfach weil ich unfassbar auf Horror stehe und so viele Bücher und Filme gelesen habe, dass man sich anhand kleiner Anzeichen schnell denken konnte, was los ist. Der Twist zum Ende hingegen kam etwas unerwartet aber nicht unpassend. Zu viel über den Inhalt möchte ich hier konkret gar nicht sagen, aber es spitzt sich zum Ende sehr stark zu, sodass man wirklich nicht aufhören kann zu lesen.

Charaktere:

Neben Lina und Millie gab es kaum Charaktere, die wirklich eine große Rolle gespielt haben. Stefan und Barbara – Barbara war mir allein wegen ihres Namens schon sympathisch – ich freu mich immer, wenn jemand Barbara heißt. Ich glaube, aus denen hätte man noch ein bisschen mehr machen können indem man sie noch mehr einbindet, da sie ja in der Nähe der Hütte gewohnt haben. Man hätte vielleicht auf ihrer Seite noch den ein oder anderen Zweifel setzen können, um den Leser zu verwirren. Allerdings hat es der Geschichte keinen Abbruch getan, sondern ist nur meine persönliche Meinung.
Lina war ein kleines bisschen unsympathisch. Aber ich denke gewollt. Einfach weil sie quengelig und unzufrieden war und ich ihre Paranoia zu Anfang nicht ganz verstanden habe. Ihre Neugier bezüglich der Tür und ihre Panik wegen dem Kratzen an der Hütte schon! So etwas würde mich auch ganz wuschig machen.
Millie war deutlich menschlicher und gerade in ihrem Teil hat man sie ins Herz geschlossen. Ihre Handlungen fand ich teilweise verwirrend, aber Horror funktioniert selten mit Charakteren, die nur geschickte und richtige Entscheidungen treffen. Man hat sich nicht an den Kopf gegriffen, aber das ein oder andere Mal hat man sich schon gewünscht, dass sie einfach direkt sagt, was Sache ist.
Alles in allem waren die Charaktere für so ein kurzes Buch gut ausgearbeitet und nicht zu eindimensional.
Ende

Das Ende war dann doch ein wenig überraschend, im positiven Sinne und mir hat es gut gefallen. Vor allem die letzten Szene. Es sind einige Fragen offen geblieben, aber um aus meinem meiner liebsten und ersten Horrorspiele zu zitieren.

In a horror story, the victim keeps asking „Why?“ But there can be no explanation, and there shouldn’t be one. The unanswered mystery is what stays with us the longest, and it’s what we’ll remember in the end.” – Alan Wake

Rückblickend finde ich tatsächlich die Horror Filme und Bücher, in denen einem nicht alles haarklein erzählt und vorgekaut wird, besser bzw. spannender. Manche enden zu offen, sodass es wirklich unbefriedigend ist aber Tanjas Geschichte endet akzeptabel offen.

Wenn man nun alle Einzelwertungen zusammen rechnet ergibt sich ein Ergebnis von 4 Seesternen! Eine klare Leseempefhlung für Freunde von Horror und Leute, die einen spannenden kurzen Ausflug zu einer Waldhütte machen wollen! 😉4seesterne.png