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Nina C. Hasse #ProjektArbeitstitel

Nina C. Hasse #ProjektArbeitstitel

Nina C. Hasse #ProjektArbeitstitel

Eine der allerersten Rezensionen auf diesem Blog schrieb ich zum ihrem Buch! Heute bei #ProjektArbeitstitel Nina C. Hasse!

Hallo zusammen! Ich bin Nina, wohne in Münster und schreibe hauptsächlich Steampunk-Geschichten.

Etwa seit meinem 13. Lebensjahr schreibe ich mit dem Ziel, zu veröffentlichen. Bis dahin sollten aber noch einige Jahre ins Land gehen. Meinen Debütroman „Ersticktes Matt“, einen Steampunk-Krimi & der 1. Band der Floodlands-Reihe, habe ich nach fünfjähriger Schreibzeit im Sommer 2016 veröffentlicht.

 

Ad Lucem und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Oh, an Projekten mangelt es nicht! (Aber bei welchem Autor tut es das schon?) Aktuell arbeite ich an zwei Romanen. Zum einen natürlich den 2. Band der Floodlands-Reihe, in dem Gesichtsanalytiker Remy Lafayette wieder in der Pfahlbautensiedlung im East River auf Mörderjagd geht.

Und zum anderen ein Steampunk-Abenteuer, das den Arbeitstitel „Ad Lucem“ trägt und das ich gerne mit „Lara Croft meets Jules Verne“ anteasere. Wer Abenteuer, Schatzsuche, Indiana Jones usw. mag, wird dort bestimmt auf seine Kosten kommen.

Und exklusiv für meine Unterstützer bei Patreon schreibe ich noch an einem dritten, vielleicht etwas seltsam anmutenden Projekt. Es heißt „Die Schatten von Manhattan“ und handelt von einer Bande Straßenkatzen, die sich im New York der 1920er Jahre herumtreibt. Ein richtiges Catventure, sozusagen 😊

Und eine Veröffentlichung steht auch kurz bevor: In den vergangenen Monaten habe ich auch viel Zeit mit der Hafermann-Anthologie „Erntenacht“ verbracht, die am 6. Oktober erscheint. Insgesamt 17 Autoren haben sich in Kurzgeschichten deutscher Folklore beschäftigt. Ich freue mich sehr darauf, wenn ihr das Buch in einigen Tagen in den Händen halten dürft. Es war und ist ein großartiges Projekt, an dem wir Autor*Innen viel Freude hatten und ich hoffe, dass euch bald ebenso viel Vergnügen beim Lesen beschert.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Im kommenden Jahr möchte ich auf jeden Fall den 2. Band der Floodlands veröffentlichen, das ist aktuell meine Priorität Nr. 1. Dieser wird wieder im Self-Publishing erscheinen. Mit „Ad Lucem“ würde ich es gerne einmal bei einem Verlag versuchen, um mich in der Hinsicht breiter aufzustellen und noch einmal einen anderen Blickwinkel auf den Literaturbetrieb zu erhalten. Mal sehen, ob und wie das klappt.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe vor Kurzem den ersten Halbsatz eines Klappentextes geträumt und war sofort Feuer und Flamme, diese Idee zu Papier zu bringen. Bisher schwirren in meinem Kopf ein paar Figuren und das Setting umher, aber das ist alles sehr vage und braucht noch ein wenig Zeit zum Reifen. Zwei Schlagworte kann ich aber schon verraten: Steampunk (wer hätte es gedacht?) und Raumfahrt.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Dass es immer länger dauert, als man anfangs glaubt. Ich kann Zeit nicht sehr gut einschätzen, v. a. wenn es sich um langfristige Projekte handelt. Das hat mich oft aus der Bahn geworfen, weil ich es frustrierend fand, wenn ich das Gefühl hatte, es geht nicht zügig genug voran. Mittlerweile bin ich da entspannter – zumindest ein wenig. Ich möchte die bestmögliche Geschichte schreiben, zu der ich zu diesem Zeitpunkt in der Lage bin, und dafür brauche ich Zeit, Durchhaltevermögen und eine Menge Geduld. Ich bin kein schneller Schreiber, der ein oder mehrere Bücher pro Jahr veröffentlicht. Das zu akzeptieren, ist ein Prozess, der immer noch andauert.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
Ich gehe den Schreibprozess anders an, habe einen ausführlicher ausgearbeiteten Plot als beim ersten Buch. Ich weiß, was ich zu tun habe, um ein Manuskript fertigzustellen. Aber ich würde nicht sagen, dass es dadurch einfacher geworden ist. Plötzlich treten ganz andere Sorgen auf: Was, wenn ich nicht in der Lage bin, nochmal eine Geschichte zu schreiben, die an den Erstling heranreicht? Was, wenn ich die Erwartungen meiner Leser nicht erfüllen kann? Erzähle ich immer wieder die gleiche Geschichte, nur in anderer Form? Diese Gedanken hatte ich beim Debütroman nicht, meine eigene Erwartungshaltung an mich selbst war damals schon hoch, durch das positive Feedback von Leser*Innen, die nun auf ein neues Buch warten, ist sie jedoch noch einmal gestiegen. Ich hoffe, dass zukünftige Geschichten den Erwartungen der Leser*Innen und meinen eigenen gerecht werden.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
So simpel wie schwierig: das Anfangen. Nicht der Anfang einer Geschichte – der geht mir meist recht leicht von der Hand (und wird dann noch etwa tausendmal umgeschrieben) –, sondern der Beginn jeder Schreibsession. Ich bin ein Meister der Prokrastination. Wenn ich erst einmal angefangen habe, läuft es meistens wie geschmiert und ich mag gar nicht mehr aufhören. Aber anfangen …

Hast du eine Schreibroutine?
Ich arbeite als freiberufliche Lektorin und habe daher den ganzen Tag mit Literatur zu tun. Wenn ich mich um die Manuskripte meiner Autor*Innen kümmere, bleibt das Schreiben häufig auf der Strecke. Vor Kurzem habe ich daher die Entscheidung getroffen, zukünftig weniger Manuskripte im Lektorat anzunehmen, um meinen eigenen Projekten wieder mehr Zeit und Raum zu geben. Ich bin daher derzeit dabei, mir eine neue Schreibroutine anzugewöhnen, muss aber noch herausfinden, wie es für mich am besten funktioniert.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Bleib dran – auch wenn’s oft schwerfällt. Und arbeite einen Plot aus, verdammt nochmal! Du bist kein Discovery Writer.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Da gibt es einige. Vom literarischen Können würde ich hier Simon Beckett, Alan Bradley und – obwohl es mittlerweile ein Klischee ist – auch J. K. Rowling nennen. Auf Neil Gaimans Output bin ich einigermaßen neidisch und Liz Gilbert finde ich wahnsinnig inspirierend. Und dann gibt es noch eine fiktive Figur, die ich schon seit Teenager-Zeiten als Vorbild ansehe: Jessica Fletcher aus der Krimi-Serie „Mord ist ihr Hobby“. Meine kriminalistischen Ambitionen stufe ich als einigermaßen gering ein, aber diese Figur hat mich nachhaltig beeindruckt und inspiriert mich bis heute. Ihr verdanke ich zum Teil auch meine Liebe zum Genre des Kriminalromans.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Regelmäßig schreiben, veröffentlichen und gelesen werden.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, es gab und gibt so viele schöne Momente. Ein einzelner Tweet jemandem, der eine meiner Geschichten mochte, versüßt mir den ganzen Tag. Aber mein schönstes Erlebnis war wohl der Thementag zu „Ersticktes Matt“ an der Akademie für Kommunikation in Stuttgart im vergangenen November. Die Schüler*Innen haben sich wahnsinnig viel Mühe gegeben, die Designstudent*Innen hatten Bilder und Collagen zu meinem Roman angefertigt, es gab Diskussionsrunden und am Abend durfte ich noch eine Lesung halten. Es war unglaublich aufregend und wahnsinnig bereichernd. Das ist auf jeden Fall ein Erlebnis, an das ich mich immer wieder gerne zurückerinnere und das mich immer wieder motiviert, wenn es mal nicht so gut läuft.

 

Eine kleine Kostprobe…

Sehr gerne! Hier könnt ihr exklusiv die ersten Wörter von „Ad Lucem“ lesen. Es handelt sich allerdings um die Rohfassung, daher kann sich noch einiges ändern.

Der Alarm schrillte in einer Lautstärke, die Tote wecken konnte, und es hätte Faedra nicht gewundert, wenn sich die Mumien der Ägyptischen Abteilung nebenan in ihren gläsernen Särgen regten. Dies war nun wirklich das letzte Geräusch auf der Welt, das sie hören wollte. Denn im Moment baumelte sie kopfüber an einem Seil, etwa fünfzehn Fuß über dem Boden des Museums, die Hände nach der Abdeckung eines Schaukastens ausgestreckt.

Soviel zu: unbemerkt rein und wieder raus in unter sechs Minuten. Eine neue Bestzeit konnte sie jetzt wohl vergessen.

»Otis«, zischte sie. Wo zur Hölle war der Kauz, wenn man ihn brauchte? »Otis, komm her!«

Keine Spur von dem Vogel.

In Ordnung, Fae, bleib ruhig.

Die Dublin Metropolitan Police würde mindestens zehn Minuten brauchen, um zum Museum zu gelangen, und wenn sie Glück hatte, weitere drei bis fünf, bis man sie hier entdeckte. Der Nachtwächter war ihr geringstes Problem, nicht umsonst hatte sie den heutigen Abend für die Umsetzung ihres Plans gewählt. Freitagnacht hatte Carl Dienst. Carl war mindestens Mitte siebzig, verschlief den Großteil seiner Schicht und schlurfte so langsam durch die Gänge, dass sie ihm rückwärts auf einem Bein hüpfend entkommen wäre. Die Polizei hingegen war ein anderes Kaliber.

Sie atmete einmal tief durch, konzentrierte sich auf das Rauschen des Blutes in ihren Ohren, spürte, wie es von dem kräftig klopfenden Herzen durch ihre Adern gepumpt wurde. So lebendig hatte sie sich schon lange nicht mehr gefühlt.

Noch elf Minuten, vielleicht zehneinhalb.

Jetzt oder nie!

Mit einer schnellen Handbewegung löste sie den Diamantschneider von ihrem Gürtel, setzte ihn auf dem Glasdeckel auf, wie sie es bereits bei der Glaskuppel auf dem Dach gemacht hatte, und zog einen präzisen Kreis um die Mitte herum. Dann hob sie die Platte behutsam heraus und legte sie auf dem Rand der Vitrine ab.

»Otis«, rief sie erneut, doch der Kauz blieb verschwunden. Verflixt nochmal! Eigentlich sollte er sie vorwarnen, sobald sich Menschen näherten, doch falls er sich von einer Maus hatte ablenken lassen, war sie auf sich allein gestellt.

Sie zog sich noch ein wenig tiefer, langte in den Kasten und entnahm die enthaltenen Schmuckstücke. Eilig stopfte sie sie in einen schwarzen Samtbeutel. Zum Bestaunen war später noch genug Zeit, nun musste sie hier verschwinden. Wo zur Hölle blieb Otis?

Sie löste den Diamantschneider von der Scheibe, befestigte ihn wieder an ihrem Gürtel und verstaute das Säckchen in ihrer Hüfttasche. Mit Schwung richtete sie sich an dem Seil auf. Für einen Augenblick hatte der Schwindel sie im Griff, dann klärte sich ihr Blick wieder.

Sechs Minuten. Maximal.

Ein Geräusch an der Tür ließ sie aufmerken.

»Wer ist da?«, fragte eine Stimme, die eher verärgert als ängstlich klang.

Sie presste die Lippen aufeinander. So schnell hatte sie nicht mit dem alten Nachtwächter gerechnet. Hätte er nicht draußen auf die Polizei warten können?


Nina C. Hasse

 

Bisherige Veröffentlichungen:

  • Ersticktes Matt (Floodlands, Band 1), auf amazon* kaufen
  • Der Traum vom Fliegen (Floodlands Kurzkrimi), auf amazon* kaufen

Die Hafemann Anthologie „Erntenacht“ erscheint am 7. Oktober 2019.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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[Rezension] Bin hexen: Wünscht mir Glück von Liane Mars

[Rezension] Bin hexen: Wünscht mir Glück von Liane Mars

[Rezension]  Bin hexen: Wünscht mir Glück von Liane Mars

Die entspannten Tage im Freibad im Juni wirken wie eine Ewigkeit her. Klausurenphase, dann Urlaub und jetzt ein launisch, kühler August. Aber vielleicht rappelt sich das Wetter je nochmal. Natürlich geht es bei mir nicht ohne Buch zum Baden und auf der Wiese liegen. Mit dabei war mein erstes Drachenmond Verlag Buch – „Bin hexen: Wünscht mir Glück“ von Liane Mars.


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  • Autorin: Liane Mars
  • Titel: Bin hexen – Wünscht mir Glück
  • Verlag: Drachenmond Verlag
  • Genre: Urban Fantasy, Humor
  • bisher zwei Bände, in sich stimmig abgeschlossene Geschichte
  • 280 Seiten, TB: 12,90€ | Ebook: 3,99€
  • Auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Magie ist eigensinnig und launisch. Besonders, wenn Hexe Prim sie einsetzt. Nichts scheint zu klappen und auch ihren Hexenzwilling, eine menschliche Person mit der sie auf magische Weise seit der Geburt verbunden ist, hat sie noch nicht gefunden. Doch bald findet sie ihn: Ausgerechnet Hexenjäger Liam, der die Welt von der Existenz und der Gefahr von Hexen überzeugen will. Prim fühlt, dass sie ihn kennenlernen muss. Doch sie läuft Gefahr, sich selbst und ihre liebsten dadurch in große Gefahr zu bringen. Und die Magie gerät immer mehr aus dem Ruder.


Meine Meinung:

 

Ein interessanter Gedanke und ein urkomisches Worldbuilding. Magie, die sich so gar nicht bändigen lässt, das ist ziemlich neu. In diesem Buch sorgt die Magie hauptsächlich für Chaos, seltsame Zufälle und sehr witzige Namensgebungen.

Das Thema des Buches – Hexe trifft Hexenjäger und möchte ihn davon abhalten, ihre ganze Sippe zu verhaften – ist simpel. Und doch gelingt es Liane Mars durch ihre schrulligen und lebhaften Charaktere etwas Besonderes daraus zu machen.

Quietschbunt, emotional und absolut liebenswürdig kommt unsere Chaosprotagonistin Prim daher. Hexenjäger Liam hingegen ist rational, kühl und sehr ernst. Eine explosive Mischung, aber eine Chemie, die stimmt. Das Herantasten und die Entwicklung der Beziehung der Beiden sind absolut niedlich(?) mitanzusehen und man fiebert wirklich mit. Dem Happy End stehen dabei natürlich allerlei Dinge im Weg.

Dabei gelingt es Liane Mars in den richtigen Situationen auch den richtigen Ton zu treffen. Wobei die lustigen, nicht ganz so ernsten Szenen und Gedanken überwiegen. Mir hat der Humor auf jeden Fall total gefallen, ich mochte die Situationskomik und die aberwitzigen Ideen. Es ist so herrlich viel schiefgelaufen!

Das Buch ist nicht allzu dick, die Geschichte legt also ein ordentliches Tempo vor, dass sich trotzdem nicht allzu gehetzt oder unvollständig anfühlt. Ich habe es richtig gern gelesen, viel geschmunzelt und eine gute Zeit gehabt! Einzig die Bösewichte wirkten oft etwas blass und wenig bedrohlich, da hätte ich mir noch etwas mehr Action gewünscht. Viele ernsthafte und spannende Szenen wurden zu schnell mit Humor entschärft.

Liane Mars schreibt locker-fluffig, wortgewandt und sorgt damit für noch mehr Lesespaß. Ich freue mich auch, dass es einen zweiten Band gibt, denn von dieser Autorin will ich mehr lesen.

Mein Fazit:

Eine ungewöhnliche Herangehensweise, jede Menge Witze, Situationskomik und ein wunderbar leichtes Buch für Zwischendurch. Mir hat die Mischung aus Urban Fantasy, Liebesgeschichte und Humor total gut gefallen. Auch die ernsteren Töne trifft Liane Mars gut, wenngleich an einigen Stellen die Spannung und Bedrohlichkeit ein bisschen unter der ulkigen Stimmung des Buches gelitten haben. Eine klare Empfehlung für alle Hexen und Magiefans und alle, die ein fröhliches Buch für Zwischendurch suchen.

Weitere Meinungen:

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[Rezension] The future is female von Scarlett Curtis

[Rezension] The future is female von Scarlett Curtis

[Rezension] The future is female von Scarlett Curtis

„The future is female“ schreit einen schon mit dem quietschpinken Cover direkt an. Das Buch hatte ich schon länger im Blick und durfte es nun dank dem Goldmann Verlag und dem Bloggerportal als Rezensionsexemplar lesen.


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  • Titel: The future is female – Was Frauen über Feminismus denken
  • Herausgeberin: Scarlett Curtis, übersetzt von Antje Althans, Katrin Harlaß, Elke Link, Kristin Lohmann, Johanna Ott und Sophie Zeitz
  • Genre: Sachbuch, Essay Sammlung
  • Verlag: Goldmann
  • 416 Seiten, Ebook: 9,99€ | Broschiert: 12€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
In diesem Buch schreiben Frauen und als Frau gelesene Personen aus aller Welt ihre Gedanken, Erfahrungen und Wünsche rund um die Themen Feminismus und Weiblichkeit nieder. Von Keira Knightley über Jameela Jamil, von Emma Watson bis hin zu Karla Paul und Katrin Bauernfeind.


Meine Meinung:

Ich habe ziemlich lange gebraucht, um dieses Buch durchzulesen. Vermutlich weil es kein Roman ist, sondern sehr unterschiedliche Texte von sehr unterschiedlichen Menschen. Die Texte sind thematisch gegliedert, unterschiedlich lang und auch Gedichte finden sich darin.

 

„Sei Pippi, nicht Annika. Aber wer sagt, dass die Annikas dieser Welt – brav, fleißig, hübsch – unfeministisch und unfrei sind, wenn auch sie aktiv werden?“ (Fränzi Kühne, S. 278)

Erstmal muss ich positiv hervorheben, dass in diesem Buch nicht nur privilegierte, weiße cis Frauen zu Wort kommen, sondern auch trans Frauen und People of Color. Frauen aus allen Ecken der Welt, aus verschiedenen sozialen Schichten und mit verschiedenen kulturellen Hintergründen.

Feminismus ist auch in unserer heutigen Gesellschaft noch sehr wichtig und umso mehr wollte ich alle Texte in diesem Buch lieben. Aber manche haben in mir einfach nichts ausgelöst. Kein Gefühl von Verbundenheit, keine Wut, keine Nachdenklichkeit. Sie waren mir zu zahm, zu leise, zu konfus. Und das trübt meine Meinung des Buches leider, weil ich mich stellenweise wirklich ein bisschen zwingen musste, weiterzulesen. Auch finde ich es schade, dass es keine Infos zu den Autor*innen gab und man selbst Google bemühen musste, um mehr zu erfahren als zwei Schlagworte.

 

„Mein Gott, wir müssen schon erstaunliche Geschöpfe sein, dass wir diese ganze Scheiße überstanden haben. Sagt ihm das.“ (Jameela Jamil, S. 145)

Spread the word

Besonders gut gefallen haben mir die Texte von Jameela Jamil, Charlie Craggs, Katrin Bauernfeind, Stefanie Lohaus, Keira Knightley, Alice Wroe, Fränzi Kühne und Nimco Ali. Emma Watson hat in ihrem Text Platz gemacht für feministische Literaturempfehlungen aus aller Welt. Die Listen von Amani Al-Khatahtbeh, Jordan Hewson, Zoe Sugg und Olivia Perez sind pointiert und informativ, Texte wie von Lauren Woodhouse-Laskonis und Amika George regen zum Nachdenken an. Das Schlusswort von Scarlett Curtis rundet das Buch gut ab und macht Lust, seine eigenen Gedanken auf den letzten paar Seiten zu notieren. Da ist nämlich tatsächlich Platz dafür. Eine schöne Idee!

Perfekte Feminist*innen gibt es nicht. Der Ausdruck ist ein Widerspruch in sich. Feminist*innen leben von Unzulänglichkeiten. Sie verwandeln Schwäche in Stärke und Verletzlichkeit in Kraft. (Scarlett Curtis, S. 407)

Ich kann gar nicht so viel über dieses Buch sagen, denn es ist voller Aussagen und Dinge, die mich begeistern und mich laut „Ja!“ rufen lassen. Trotz der Kritik kann ich das Buch empfehlen. Denn ist es eben vielfältig, ganz unterschiedlich und jeder Lesende wird einen Text finden, der gefällt.

„Ich bin nicht das schwächere Geschlecht. Du bist nicht das schwächere Geschlecht. Wir sind nicht das schwächere Geschlecht.“ (Keira Knightley, S. 160)

 

Fazit:

Einige Texte waren richtig gut, inspirierend und motivierend. Andere wirkten auf mich unfertig, unrund und konnten mich weder begeistern noch zum Nachdenken anregen. Aber das zeigt mir auch, dass es vielfältig ist und vermutlich viele verschiedene Menschen ansprechen kann. Positiv hervorzuheben ist auch, dass Frauen und als Frauen gelesene Personen aus unterschiedlichsten Kulturen zu Wort kamen. Ich habe mich schon viel mit dem Thema Feminismus beschäftigt, weswegen ich mir teilweise noch tiefgründigere, informative Texte gewünscht hätte. Für Menschen, die bisher nur wenig Berührungspunkte mit Feminismus und den dazugehörigen Themen haben, sicherlich aber ein gelungener Überblick.

Weitere Meinungen:

 


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[Rezension] Schuldig von Kanae Minato

[Rezension] Schuldig von Kanae Minato

[Rezension] Schuldig von Kanae Minato

Vor ca. 2 Jahren habe ich mein erstes Buch von Kanae Minato gelesen und war absolut begeistert von „Geständnisse“. Nun ist ihr neues Buch erschienen und ich habe es vom C. Bertelsmann Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank!


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  • Autorin: Kanae Minato, aus dem Japanischen übersetzt von Sabine Mangold
  • Titel: Schuldig
  • Verlag: C. Bertelsmann
  • Genre: Drama, Spannungsroman
  • 320 Seiten, geb.: 18€ | Ebook: 15,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Fünf Studenten wollen ein Wochenende auf einer Berghütte verbringen. Doch einer von ihnen, Hirosawa, stirbt bei einem Autounfall auf der kurvigen Bergstraße. Drei Jahre später plagen Fukase immer noch Schuldgefühle. Verstärkt werden diese nur als eines Tages ein Zettel mit den Worten „Du bist ein Mörder“ für ihn auftaucht. Fukase begibt sich auf Spurensuche. Wer war Hirosawa und war es vielleicht doch kein tragisches Unglück?


Meine Meinung:

Die Prämisse des Buches erinnert an klassische Horrorfilme: „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ oder Ähnliches. Dennoch kommt alles ganz anders als erwartet. Unser Erzähler ist einer der fünf Studenten von damals – Fukase – und ihn begleiten wir durch das Buch. Er hat den Tod seines Freundes nicht wirklich überwunden, plagt sich mit Schuldgefühlen und seiner eigenen Unsicherheit.

Fukase ist ein Charakter mit reichem Innenleben. Er grübelt und denkt sehr viel nach. Dabei beschreibt er seine Umgebung sehr genau, vor allem Essen und Trinken. Das Buch lädt wirklich zu einer Tasse Kaffe und zu Honigbroten ein. Ein Großteil des Buches spielt im bezaubernden Café Clover, in dem Fukase nachdenkt und verschiedenste Kaffeemischungen ausprobiert. Hier fühlt er sich zuhause und wird nicht ständig von Gefühlen der Unzulänglichkeit geplagt.

Denn er sieht sich als langweiligen, leeren Versager mit einem unspektakulären Leben. Die anderen haben es immer etwas besser oder leichter. Gleichzeitig schwingt eine gewisse Arroganz mit dieser Klarheit mit. Neben dem Café ist sein Lichtblick seine neue Freundin Mihoko. Doch diese präsentiert ihm eines Tages einen Zettel auf dem steht „Fukase ist ein Mörder“. Und er beginnt zu erzählen, was wirklich in dieser Nacht geschehen ist.

Doch damit ist das Buch nicht beendet. Wie auch „Geständnisse“ gliedert es sich in Abschnitte. Im zweiten Abschnitt fährt Fukase in Hirosawas Heimat um mehr über seinen verstorbenen Freund und auch den Schreiber des Briefes herauszufinden. Im dritten Akt spitzt sich alles zu und wir bekommen eine Lösung präsentiert.

Milch Kaffee und Honig

Die Biene auf dem Buch und der gelbe Schriftzug lassen vermuten: Es geht auch um Honig. Der Honig wird immer recht beiläufig erwähnt. Fukase rührt ihn sich gerne in den Kaffee – was für viele wie ein Affront wirkt – nach dem Probieren doch auch andere Charaktere im Buch begeistert. Kaffeebohnen, Honigsorten, Buchweizennudeln und Gebäck – bei dem Buch wird man hungrig und durstig. Kanae Minato beschreibt die Leckereien, ihre Zubereitung und ihre Wirkung sehr präzise. Durch ihren Charakter offenbart sie wieder einen sehr scharfen und klaren Blick auf die japanische Gesellschaft. Auf Konformität, Angepasstheit, innere Leere und zurückgestellte Träume und Gefühle.

Es ist ein Buch, dass sehr eng mit dem japanischen Wesen verknüpft ist. Denn in einem anderen Land hätte die Geschichte und auch ihre Auflösung vielleicht nicht so funktioniert. Weil es in Kanae Minatos Japan mehr Zurückhaltung, mehr Unausgesprochenes und mehr Vorbehalte gibt als vielleicht in Deutschland wo die Leute im Bus über ihren letzten Urologen-Besuch reden. Das macht es spannend und auch ein bisschen frustrierend.

Ein kleines bisschen zähflüssig…

Das Buch plätschert mir teilweise etwas zu ruhig vor sich hin. Der große Unbekannte, der Verfasser der Briefe, ist über das Buch hinweg wenig präsent. Zwar beschleicht einen immer mal wieder so ein kleiner Verdachtsmoment oder ein ungutes Gefühl – aber wirklich beklommen und ängstlich war ich selten. Anders als „Geständnisse“, dass sehr schonungslos und deutlich war, erlebt man bei „Schuldig“ eher eine dramatische Zuspitzung als eine Achterbahnfahrt. Das hat durchaus auch seinen Charme, es ist trauriger und aussichtsloser. Mehr Drama als Thriller.

Das Gemeine an dem Buch ist – es gibt quasi zwei Auflösungen. Einmal erfahren wir die Identität des Briefverfassers und einmal noch was wirklich zu Hirosawas Tod geführt hat. Mein Verdacht bezüglich des Briefschreibers formte sich schon ab der Mitte des Buches und war dann auch tatsächlich richtig. Dennoch eine schockierende Enthüllung, die einige weitere Fragen aufwarf. Die Umstände zu Hirosawas Tod werden auf der letzten Seite enthüllt und haben mich mit der Wucht eines Güterzuges umgefahren. Was für ein Schachzug am Ende!

Kanae Minato hat auch schon „Geständnisse“ mit einem Knall beendet, der genial war und im Gehirn gekitzelt hat. Sie beantwortet die wichtigsten Fragen, aber viele Details bleiben ungeklärt, das weitere Geschehen bleibt ungeklärt. Man fragt sich vieles, ist entsetzt, aufgewühlt, nachdenklich. Und doch ist es gut, dass das Buch genau hier endet. Für mich ist klar: Auch das nächste Kanae Minato Buch darf hier ohne Vorbehalte einziehen!

Fazit:

Wieder ein erzählerischer Geniestreich von Kanae Minato. „Schuldig“ ist ein spannendes Drama mit einem bombastischen Ende. Leider gelingt es nicht das ganze Buch über die Spannung und die beklemmende Stimmung aufrechtzuerhalten. Dafür spürt man die tiefe Trauer, Wehmut und auch die Reue der Charaktere. Ein nachdenkliches Buch mit vielen Fragen über das Leben, über Freundschaft und Unausgesprochenes. Es hat mir sehr gut gefallen und das Ende lässt mich einfach nicht los.

Weitere Meinungen:

 


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[Lesechallenge] Wir lesen Frauen

[Lesechallenge] Wir lesen Frauen

[Lesechallenge] Wir lesen Frauen

Wie viele Autorinnen stehen bei euch im Regal? Greift ihr bewusst eher zu Autoren eines bestimmten Geschlechts? Achtet ihr überhaupt nicht darauf? Meidet ihr z.B. Krimis von Personen mit weiblichem Namen?
Egal welcher Fraktion ihr angehört, Frauen sind in der Literatur sind unterrepräsentiert. Literaturpreise, Feuilleton, Lehrplan, Literaturlisten – hauptsächlich Männer. Und Spoiler: Das liegt nicht daran, dass Männer besser schreiben.

Die #WirLesenFrauen Challenge, die Eva-Maria Obermann am 8. Februar ausgerufen hat, richtet das Augenmerk besonders auf Autorinnen. Und das ist großartig! Alle Infos über die Challenge, Inspiration, Ideen und Hintergrundwissen gibt es bei Evas Blog Schreibtrieb!

(Titelbild (c) Eva-Maria Obermann)


Wir lesen Frauen

(Ich werde alle Bücher von Autorinnen mitzählen, die ich von Februar 2019 bis Dezember 2019 gelesen habe und die Liste fleißig updaten!)

  • Sachbuch zum Thema Feminismus

Scarlett Curtis: The future is female

 

  • Buch aus einer Autorinnenvereinigung

Katrin Ils: Splitter der Nacht

 

  • Buch einer WoC

Rupi Kaur: milk and honey & the sun and her flowers

 

  • Essayband einer Autorin

 

  • Buch einer deutschsprachigen Autorin

K.C. Atkins: New York Bastards – In deinem Schatten
K.C. Atkins: New York Bastards – In deiner Erinnerung (Rezension folgt)
Ava Reed: Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen
Laura Kneidl: Water & Air
Liane Mars: Bin hexen – Wünscht mir Glück  (Rezension folgt)

 

  • Buch einer nicht-europäischen und nicht-amerikanischen Autorin

Kanae Minato: Schuldig

 

  • Sachbuch einer Autorin
  • Preisgekröntes Buch einer Autorin  –

 

  • Buch einer SP-Autorin

Magret Kindermann: Und dein Leben, dein Leben
Nika Sachs: Am Horizont schwarz

 

  • Literaturklassiker einer Autorin

 

  • Gegenwartsroman einer Autorin

Sarah Kuttner: Kurt

 

  • Buch über eine trans Frau, geschrieben von einer (trans) Frau

(c) Chris Murray // Unsplash

Vielen Dank liebe Eva für diese tolle Challenge! Welche tollen Menschen noch alle mitmachen, seht ihr auf der Übersichtsseite.

 

 

[Rezension] Und dein Leben, dein Leben von Magret Kindermann

[Rezension] Und dein Leben, dein Leben von Magret Kindermann

[Rezension] Und dein Leben, dein Leben von Magret Kindermann

Dieses Buch stand schon etwas länger in meinem Regal und ganz weit oben auf meiner Leseliste, da ich Magret Kindermann persönlich kenne sehr gerne mag. Ihre Art, die Welt zu betrachten, zu sprechen und die Dinge zu sehen ist sehr besonders und ich war neugierig, ob sich das auch in ihren Büchern widerspiegelt.


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  • Titel: Und dein Leben, dein Leben
  • Autorin: Magret Kindermann
  • Genre: sanfte Psychothrillernovelle(?)
  • 107 Seiten, Ebook: 1,49€ | TB: 9,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Krimiautorin Carmen lebt in einem Bootshaus abseits der Zivilisation in der Nähe eines Waldes, wo sie eine Leiche gefunden hat. Sie genießt die Einsamkeit und lässt ihrer Fantasie in ihren Manuskripten freien Lauf. Einziger Begleiter ist ihr Hund, mit dem sie gerne ausgedehnte Waldspaziergänge macht. Eines Tages wird sie jedoch bewusstlos geschlagen und sitzt plötzlich in ihrem eigenen Haus gefangen einem Fremden gegenüber, der von sich sagt, er seie ein Serienmörder.


Meine Meinung:

Ich liebe das simple und doch schicke Cover mit den dunklen Wellen, die mich an den See aus der Geschichte erinnern. Dieses Buch ist eines dieser Bücher, über die ich einerseits ganz viel und gar nicht reden möchte. Es ist eine dünne Novelle, die man verschlingt und in einem Rutsch durchlesen kann und möchte. Dementsprechend kann ich auch nicht viel über den Inhalt oder die Charaktere sprechen ohne etwas vorweg zu nehmen.

Die Prämisse des Buches ist düster und bedrohlich, doch wir lassen uns ein bisschen Zeit Carmen und ihr Leben kennen zu lernen. Warum sie so lebt, wie es ihr geht und warum sie so fasziniert von Verbrechen ist. Als leidenschaftliche Zuschauerin von Aktenzeichen XY und True Crime Sendungen kann ich diese bizarre Faszination am Tod und den dunkelsten Seiten der Menschen gut nachvollziehen. Auch wenn Krimiautorin Carmen ihr täglich Brot damit verdient, jagen ihr die Tatortfotos, ihre eigenen Werke und das tiefe Abtauchen in die Materie im einsamen Bootshaus manchmal Schauer ein.

Magret Kindermann philosophiert gerne und denkt außerhalb gesellschaftlicher Konventionen und Normen. Das überträgt sie auch wunderbar auf die Geschichte. Da wir alles aus Carmens Kopf heraus betrachten und sie viel mit sich allein ist, passt das wunderbar. Wir tauchen die Zehenspitze in die düstere Gedankenwelt von Carmen, die ein Bild von einer Geschichte vor Augen hat, das sie nicht ganz fassen kann. Die Story, die ihr bestes Buch bilden soll, das sie doch nicht schreiben kann.

Schatten und Licht.

Die oberflächlichen Gespräche mit den Leuten aus dem Ort am anderen Ufer des Sees, ihre Belanglosigkeiten aber auch ihre Heiterkeit stehen im Kontrast zur düsteren Carmen.

Und dann kommt der Tag, an dem sie bewusstlos geschlagen wird und einem Fan ihrer Arbeit gegenüber sitzt. Ein Serienmörder, gelassen und doch bedrohlich. Eine Zwickmühle aus Angst, Faszination und Neugier. Wir fiebern mit Carmen und lauschen dem interessanten Austauschs einer Mörderin auf Papier und eines realen Mörders. Die Luft ist klirrend kalt und die Seiten fliegen vorbei, während man dem Spiel der beiden folgt. Kann Carmen entkommen? Wird sie überleben? Hat dieser Mann etwas mit ihr zu tun? Wir decken Geheimnisse aus Carmens Vergangenheit auf, während der Mörder ein Rätsel bleibt. Wird er sie umbringen? Was hat er vor? Warum Carmen? Nicht ganz greifbar und mit vielen Fragezeichen, aber so ein faszinierender Charakter!

Ich mochte auch die Geschichte in der Geschichte, die Carmen dem Mörder vorliest. Generell liebe ich es, wenn in Büchern über Bücher und das Schreiben gesprochen wird.

Ich kann gar nicht so genau benennen was mich so in den Bann zieht. Der melancholisch, nachdenkliche Schreibstil? Die schrulligen Figuren? Diese bedrohliche Geschichte? Vermutlich ein Mix aus allem. Und ein Mix, der Magret Kindermann wirklich gelungen ist. Etwas vom Tod klebt an der Geschichte, dunkel und schwer wie der See. Auch das Genre einzuordnen fällt mir schwer. Es ist schon ein Psychothriller, aber ohne Blut, ohne Hektik, sondern langsam und bedrohlich wie eine Schlange im Gras.

So gerne würde ich mehr über dieses Buch erzählen, aber es ist schwierig, in Worte zu fassen welche Emotionen und Gedanken das Buch in mir losgetreten hat. Fies!

 

Fazit:

Ein kleines Kunstwerk! Dieses Buch muss man einfach selbst gelesen haben, um die Magie zu verstehen. Für alle, die einen kühlen Schauer suchen. Menschliche Abgründe und Untiefen, die einen zum Nachdenken anregen. Leise Töne, interessante Gedanken statt Action und Blut. Gute Gespräche, schöne Wörter und eine Geschichte, die im Nacken kitzelt. Dafür gibt es die volle Anzahl Seesterne!

Weitere Meinungen:

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[Rezension] milk and honey + the sun and her flowers von Rupi Kaur

[Rezension] milk and honey + the sun and her flowers von Rupi Kaur

[Rezension] milk and honey + the sun and her flowers von Rupi Kaur

Heute gibt es eine Doppelrezension! Und zwar zu den wunderschönen Gedichtbänden „Milk and honey“ und „The sun and her flower“ von Rupi Kaur. Ich habe die beiden Gedichtbände auf Englisch gelesen. Es gibt die beiden Bücher auf mit deutscher Übersetzung, allerdings mag ich es – gerade bei Gedichten – in der Originalsprache zu lesen. Beide Bücher habe ich dieses Jahr zum Geburtstag geschenkt bekommen.


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  • Titel: Milk and Honey
  • Autorin: Rupi Kaur
  • Verlag: Simon + Schuster
  • Genre: Gedichte
  • 208 Seiten, Ebook: 7,49€ | TB: 9,36€
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Worum geht’s?
In „milk and honey“ finden sich verschiedene Gedichte rund um die Themen Feminismus, Weiblichkeit, Liebe, Selbstbestimmung. Sie sind in vier Abschnitte gegliedert:  the hurting, the loving, the breaking, the healing. Die meisten Gedichte sind kurz, ein paar wenige Zeilen, andere sind länger.

 

  • Titel: The sun and her flowers
  • Autorin: Rupi Kaur
  • Verlag: Simon + Schuster
  • Genre: Gedichte
  • 248 Seiten, Ebook: 7,73€ | TB: 10,71€
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Worum geht’s?
In „the sun and her flowers“ finden sich verschiedene Gedichte rund um die Themen Feminismus, Weiblichkeit, Selbstbestimmung und das Wachsen. Sie sind in fünf Abschnitte gegliedert:  wilting, falling, rooting, rising, blooming. Die meisten Gedichte sind kurz, ein paar wenige Zeilen, andere sind länger.


Meine Meinung:

Ich bin bei (modernen) Gedichten und Lyrik eher schwer zu begeistern. Vieles davon wirkt auf mich zu gewollt, zu konstruiert. Die Emotion kommt nicht bei mir an, die Bedeutung ist zu nebulös oder zu offensichtlich. Ganz anders bei Autorin und Poetin Rupi Kaur.

Ihre Gedichte haben nicht viele Worte, nicht viele Reime oder komplexe Versmaße, aber sie berühren, kitzeln etwas in mir und bringen mich zum Nachdenken. Rupi Kaur schreibt über ihr Leben. Sie schneidet unfassbar viele Themen an, aber eines kommt immer rüber – Emotionen.

(c) Rupi Kaur

Egal ob sie über Missbrauch und Vergewaltigung, Trauma, schmerzhafte Trennungen, ihre Mutter, ihre Erfahrungen, ihr Wachstum oder über die Liebe schreibt – man fühlt mit ihr.

Ihre Erfahrungen, ihr Leben, ihr Leid, ihre Liebe mit Worten auf Papier gebrannt. Und sie brennen wirklich. Mal wie eine Wunde, dann wieder entfachen sie die eigene Leidenschaft, bestärken und bekräftigen. Dann lassen sie etwas in mir zerbrechen. Viele Gedichte haben mich traurig gemacht, andere haben mich laut rufen lassen „YES GIRL!“, haben mir Mut gegeben, mich an meine Talente und Kräfte erinnert. Rupi Kaur schreibt für sich und für andere Mädchen und Frauen. Viele Gedichte drehen sich um feministische Themen, Selbstbestimmung und Rollenbilder. Aber ich würde ihre Werke dennoch jedem ans Herz legen, auch wenn man sich nicht mit dem weiblichen Geschlecht identifiziert. Denn in ihnen stecken viele Lebensweisheiten, positive und lebensbejahende Botschaften.

Gefühle pur

Gerade die Liebesgedichte waren so schön, melodisch und sehnsüchtig. Und sie haben dafür gesorgt, dass ich mich gefragt habe „Habe ich je so intensiv geliebt?„. Meine Gefühle sind weitaus weniger aufschäumend, weniger bunt und farbig wie die von Rupi Kaur. Aber ihre Worte haben bunte Pfotenabdrücke auf meiner Seele hinterlassen. Und ich hoffe, dass ein bisschen davon abfärbt. Leben ist eine stetige Entwicklung. Ein wiederholter Kreislauf aus Welken, Fallen, Verwurzeln, Auferstehen und Blühen. So sind auch ihre Gedichte in Wellen. Manche sind wie ein Sturm, andere ruhig, manche direkt, manche mit verstecktem Humor und Biss.

Ich wollte, musste, einige der Gedichte laut vorlesen. Sie waren kraftvoll und mutig, sanft und leise, wunderschön und hässlich, aber auch liebevoll und zart. Facettenreich. Wie Rupi Kaur selbst. Ich kann nur empfehlen, ihr auf Instagram zu folgen, denn ich finde sie und ihr Schaffen unglaublich inspirierend.

Dazu sind die Gedichte teilweise von ihr illustriert. Auf eine sehr einfache und doch schöne Art. Wie ihre Gedichte: einfache Linien, aber kraftvolle Bilder. Es gibt sie, diese Bücher, denen man mit Worten nicht gerecht werden kann. Bücher, die man lesen muss, um zu verstehen, wie sie auf einen wirken.

Gedanken, die bleiben und nachhallen.

(c) Rupi Kaur

Fazit:

Wer viel Wert auf lyrische Konventionen steht, wird mit diesen beiden Büchern vielleicht nicht glücklich. Dennoch haben sie mich berührt, bewegt und begeistert. Inspirierende, moderne Lyrik. Worte, zum inhalieren. Einfach großartig.

Weitere Meinungen:

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