Schlagwort: jugendbuch

Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Die wunderbare Autorin, die ich euch heute vorstelle war auch eine der Personen, die mich überhaupt erst zu diesem Projekt inspiriert haben. Und je mehr ich über ihre Projekte erfahre, desto dringender brauche ich diese als Buch zum inhalieren und verinnerlichen. Also look at this cutie

Hi! Ich bin Laura. Ganze 23 Jahre alt und wohne in der bayerischen Hochburg Schwabens – also viele Grüße aus Augsburg. 😀

Ich schreibe eigentlich schon, seit ich weiß, wie herum man einen Stift halten muss. Ich glaube, ich war 4 Jahre alt, als ich mich hinter einen Sessel im Wohnzimmer gequetscht habe und mich mit Kugelschreiber auf der weißen Tapete verewigt habe – und meinen Eltern auf ihre Nachfrage, was ich da denn mache, ganz stolz verkündet habe, dass ich da eine Geschichte geschrieben habe. (Das war übrigens auch der Moment, an dem ich dann lesen gelernt habe und meine Eltern mir Bücher geschenkt haben, damit ich weiterhin an meine Geschichten komme, aber die Wände im Haus in Ruhe lasse.)

Ein bisschen ernsthafter hat das Ganze dann in der Grundschule angefangen, da war ich so sechs/sieben Jahre alt. Da saß ich wie auf dem Schreibtischstuhl festgeklebt und habe eine ganz großartige Abenteuergeschichte geschrieben über einen Piratenschatz, den zwei Kinder während eines Schulausflugs finden. Und jetzt bin ich hier, schreibe mir seit 17 Jahren die Seele aus dem Leib und habe trotz mancher Flauten und Selbstzweifellawinen doch nie den Wunsch, damit aufzuhören. Ich will immer sagen, dass ich noch komplett unveröffentlicht bin, weil ich’s jedes Mal vergesse, aber man findet bisher eine Kurzgeschichte von mir (»Weiß das Leben, Schwarz der Tod«) in der Anthologie vom Schwäbischen Literaturpreis 2017. Ansonsten gibt’s ein paar Schnipsel auf meinem Ko-Fi-Account, aber die großen Projekte (aka Romane) sind alle noch unveröffentlicht.

 

Regennächte und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Die meiste Arbeit stecke ich (immer noch) in „Regennächte“, weil es einfach mein ultimatives Herzprojekt ist. (Und, weil ich Anfang des Jahres großspurig behauptet habe, ich würde es 2019 noch in die Veröffentlichung davon schaffen – wir werden sehen, wie das funktioniert, hm? :D) Regennächte ist vor allem Slice of Life und Romance. In Buchhandlungen würde es wahrscheinlich bei den Jugendbüchern irgendwo stehen, schätze ich.

Bevor ich das Thema grob anreiße: Regennächte hat nicht umsonst eine halbe Seite Triggerwarnungen. Es ist kein fluffiges happy-ending-Liebeswolkenschloss, das ist vor allem Traumaaufarbeitung, das ist vor allem realistischer Umgang mit mental health und das Ausbrechen aus toxischen Beziehungen. Es ist auch eine Liebesgeschichte, aber es ist am Ende so viel mehr als nur das.

So, worum geht’s also?

Wir haben Charlie, die schon immer mit utopisch hohen Erwartungen aufgezogen worden ist, die schon immer dafür bestimmt war, die Zukunftsträume zu leben, die ihre Mutter träumt, die in der Schule systematisch gemobbt wird, weil sie mit ihrer angeschlagenen Psyche nicht ins System passt. Und die dann als Enttäuschung der Familie gebrandmarkt wird, weil sie diese Träume in den Wind schießt und sich für ein Leben nach ihren eigenen Plänen entscheidet . Weil sie nicht innerhalb der Grenzen, die ihre Familie und ihre Mitschüler ihr geschaffen haben, eingehen will.

Auf der anderen Seite haben wir Liam, der Charlie schon immer darin unterstützt hat, aus den Grenzen auszubrechen. Der schon immer da war, wenn Charlies depressive Episoden sie in tränenreiche, schlaflose Nächte (Regennächte, womit wir wieder beim Titel wären :D) getrieben haben. Der sie festgehalten hat, wenn sie in Scherben zu zerfallen drohte. Der sie am tiefsten Boden der Schlucht, in die Depressionen Menschen treiben können, gefunden hat und der jetzt jeden Schritt, den sie in Richtung Licht macht, neben ihr geht. Der dabei auch seine eigenen Päckchen trägt und lernt, dass Unterstützung in sowas keine Einbahnstraße ist.

Ich hab’s oben schon angerissen, aber gerne nochmal: Regennächte ist, Charlie dabei zuzusehen, wie sie aus toxischen Beziehungen ausbricht.

Wie sie durch Freundschaft und Liebe lernt, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich lohnt. Es ist, Charlie dabei zu begleiten, wie sie langsam lernt, mit den Folgen von Mobbing umzugehen. Ihr dabei zuzusehen, wie sie endlich, endlich, endlich lernt, dass sie den Krieg gegen die Depressionen, gegen die Dämonen in ihrem Kopf, nicht mehr allein ausfechten muss. Es ist auch, Liam dabei zuzusehen, wie er lernt, Ängste loszulassen. Es ist, Liam dabei zuzusehen, wie er lernt, dass Mauern im Kopf nicht immer das sicherste Versteck der Welt bedeuten.

Dass es manchmal nötig ist, eben diese Mauern einzureißen und sich anderen Leuten anzuvertrauen. Ganz große Motivation hierbei war tatsächlich, dass ich es leid bin, wie mental illnesses in Hollywood und Jugendbüchern immer romantisiert werden. Man ist nicht automatisch geheilt, wenn the one true love™ auftaucht und ewige Liebe schwört. Das passiert hier in Regennächte nicht. Das wird in keinem meiner Bücher passieren, weil es so verdammt unrealistisch ist.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Nachdem ich festgestellt hatte, dass Regennächte mit dem ursprünglichen Plot nicht in die Richtung geht, in der ich es haben wollte, habe ich nochmal komplett umgekrempelt, geplottet, geplottet und noch mehr geplottet und mache noch einen Rewrite. Den will ich im Juli eigentlich noch über die Bühne kriegen, damit ich hinterher genug Zeit für die Überarbeitung habe und es Mitte/Ende August hoffentlich in ein Paar der fähigsten Lektorenhände geben kann, die ich kenne. Im Hintergrund laufen da auch the talks™ mit zwei grandiosen Menschen, die auch – hoffentlich – maßgeblich dann am Endergebnis von Regennächte beteiligt sein werden. (Aber darüber breite ich ganz subtil den Mantel des Schweigens, mh? 😀)

Long story short: Ich plane seit Anfang des Jahres mit einer Veröffentlichung, aber wenn die sich nach 2020 schiebt, dann kann ich damit auch ganz gut leben. Aber es wird veröffentlicht. Das kann ich schonmal versprechen.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ufff, ich habe so viel in diversen Schubladen, wo soll ich da anfangen? Ich habe zum einen paper skin, was ein sehr düsterer Contemporary-Roman werden wird, der sich mit den tiefsten Abgründen beschäftigt, zu denen Menschen fähig sein können. Silberstreifen, das mit seinem militärisch-apokalyptischen Setting eher in die dystopische Schiene schlägt. Ich habe eins, das momentan noch unter the gods aren’t alright läuft und das sich viel mit der Reinkarnation von Seelen und mythologischen Figuren beschäftigt. Und nebenbei gibt’s noch inkskinned, was irgendwann mal in die lyrische Schiene geht, weil ich darin meine ganze Prosapoesie sammle.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass mir bei der Veröffentlichung irgendetwas ganz gravierend mquerschießt, weil ich so sagenhaftes Glück bei all den großen Baustellen hatte – mir sind Cover-, Lektorats- und Verlagssuche einfach komplett in den Schoß gefallen. Aber mal ernsthaft: Ich glaube, meine größte Herausforderung ist tatsächlich mein eigener Perfektionismus. Ich höre nie auf, an allen möglichen Ecken und Enden herumzuschrauben, weil ich nie vollständig zufrieden bin mit dem, was ich mache. In meinem Kopf klingt alles immer größer, besser, schöner als das, was dann am Ende rauskommt. Ich muss erst lernen, dass es irgendwann immer diesen einen Punkt gibt, an dem man aufhören muss – und wenn man das nicht tut, geht’s gravierend bergab. Davon abgesehen: Exposés und Klappentexte sind meine absoluten Endgegner.

Hast du eine Schreibroutine?
Mein Leben war schon immer viel zu unregelmäßig, um da eine gesunde Routine aufbauen zu können. Das wird jetzt, wo ich zwischen Studium, Freizeit, Nebenjob und meinem Job im Wohnheim hin- und herschaukle, nicht wirklich besser. Ich schreibe, wenn ich die Zeit dafür habe – dafür dann aber (mittlerweile wieder) in jeder freien Minute. Sei das mit Laptop auf dem Schoß im Zug oder mit Notizbuch aufm Boden in der Innenstadt, weil ich gerade eine Viertelstunde Pause habe, auf Freunde warte oder so. Ich brauche keine feste Tageszeit oder einen fixen Ort fürs Schreiben. Egal, ob das 3 Uhr morgens ist oder 16 Uhr nachmittags; wenn die Zeit da ist, dann schreibe ich. Und da kann es dann auch passieren, dass ich mit Bleistift auf umgedrehte Kassenbons kritzle – been there, done that.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
»Verbieg dich bitte nicht, um anderen zu gefallen. Das ist dein Stil. Das ist deine Stimme. Drück sie nicht zu einem Flüstern, weil andere mit deinem Thema nichts anfangen können. Lass dich nicht zum Schweigen bringen, weil andere Menschen glauben, sie wüssten besser, was du kannst und was nicht. Brenn für deine Projekte. Lass das einfach zu. Trag deine Begeisterung in die Welt hinaus und versteck dich nicht. Du kannst schreiben. Also lass es die Welt auch sehen, okay? Da wartet ein ganz grandioser Weg auf dich.«

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren alle Menschen, die für ihre Projekte brennen. Die ihre Begeisterung und ihren Ehrgeiz in die Welt schreien und damit Feuer entfachen, das einfach auf andere übergreift. Mich inspirieren Menschen, die ehrlich sind und nicht nur die schönsten Seiten des Autorenlebens beleuchten. Die auch dem Zweifel seinen Platz in der Öffentlichkeit zugestehen. Mich inspirieren und motivieren einfach alle Leute, die bereit sind, diesen Weg vom Ideenfunken zur Veröffentlichung mit mir zu gehen, ihn mit mir zu teilen und mit denen man Erfahrungen austauschen kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich weiß nicht, ob das komplett utopisch ist oder nicht, aber ich möchte irgendwann einmal durch eine Buchhandlung gehen und zumindest eins meiner Bücher in einem Regal stehen sehen. Einfach nur, damit ich es dann herausziehen, über das Cover streichen und es lächelnd wieder zurückstellen kann.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich glaube, einer meiner all-time-favorite-Momente bisher war, als die sagenhafte Nadine mir als Aufmunterung für einen bad mental health day ein so zauberhaftes Cover für Regennächte gebastelt hat, in das ich mich einfach schockverliebt habe. Was ansonsten auch jedes mal das Autorinnenherz in meiner Brust frohlocken lässt: Wenn Leute meine Sachen lesen und sich die Zeit nehmen, mir dann zu schreiben, wie sehr sie etwas bewegt hat. Oder dass man sie zu etwas inspiriert hat. Es ist ein ganz eigener Zauber, der sowas anhaftet: Wie grandios ist es, zündender Funke für Ideen oder Emotionen in Menschen sein zu dürfen? ♥

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus Regennächte:

»Charlie, hey. Wie sieht’s heute aus? Was haben wir? Soll ich mit dir reden oder ist’s dir lieber, wenn ich dich einfach nur umarm‘?«

Seine beste Freundin sieht so klein und verloren aus, wie sie sich am Fußende des Betts zusammengekauert hat und die Finger in ihre eigenen Oberarme krallt. Als hätte sie Angst, sonst einfach auseinanderzufallen. Liam hört ihr Weinen eher, als dass er es sieht; das Mondlicht reicht nicht bis in die Nische, in der das Gästebett steht, in dem sie übernachten. Aber Charlies schniefendes Nasehochziehen und das zittrige Atmen reichen auch so. Da braucht er keinen Blick in ihre garantiert tränennassen Augen mehr, um es zu kapieren.

»Nicht anfassen«, presst sie zwischen zwei Schluchzern hervor.

»Okay. Alles klar.«

Sie haben das hier schon so oft durch, manchmal wochenlang jede Nacht. Mittlerweile hat er den Dreh einigermaßen raus, um abschätzen zu können, in was für einer Art Regennacht sie stecken. In manchen braucht Charlie jedes bisschen Körperkontakt, das sie kriegen kann, dann flüchtet sie sich in seine Umarmungen und wenn sie könnte, würde sie wahrscheinlich mit in seine Haut kriechen, damit er die Kälte in ihrem Inneren vertreibt. Und wenn er wüsste, wie’s geht, würde er’s tun. Dann würde er sie in seine Haut lassen, damit sie ganz nah an dieser Wärme ist, die sein Herz immer, immer, immer für sie abstrahlt.

In anderen Regennächten erträgt sie schon eine Hand auf der Schulter nicht, da sind ihr seine Finger in ihren Haaren zu viel. Es ist meistens ein Anzeichen für so eine Art, dass sie sich dann von ihm losmacht und sich ganz klein am Fußende vom Bett zusammenrollt. Manchmal läuft sie dann auch ruhelos im Zimmer herum, weil sie nicht stillhalten kann, weil Stillhalten bedeutet, den Dämonen in ihrem Kopf noch mehr Raum zu geben, als sie sich in solchen Nächten sowieso schon erzwingen.

 


Laura Stadler

 

Die Anthologie des Schwäbischen Literaturpreises 2017 ist vergriffen. Bisher sind noch keine weiteren Veröffentlichungen vorhanden.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Nadja #ProjektArbeitstitel

Nadja #ProjektArbeitstitel

Nadja #ProjektArbeitstitel

Heute stelle ich euch eine meiner liebsten Freundinnen und Schreibkumpanin vor: Nadja!

 

Hallo zusammen 😊

Ich bin Nadja und seit diesem Sommer mit meinem Master fertig. Im Gegensatz zu meinem technischen Studium steht meine Kreativität. Bereits mit Zwölf Jahren wollte ich Schriftstellerin werden, so wie man das mit Zwölf nun mal selbstsicher und naiv beschließt. Ich dachte mir, Bücher zu schreiben wäre der Traumjob schlechthin. Doch schnell stellte sich heraus, dass das Schreiben ein aufwendiger Prozess ist und man nur selten davon leben kann.

Trotz Schreibpausen und jeder Menge abgebrochener Projekte, gab ich meinen Herzenswunsch nicht auf und hielt an meiner Leidenschaft fest. Auch nach fast 15 Jahren Schreiben glaube ich an mein Ziel: ein Buch zu veröffentlichen.

Aber erst seit ich auf LBM18 war, packte mich der Tatendrang endlich mein eigenes Projekt anzugehen. Ich wollte keine Fanfiktions mehr schreiben, sondern meine ganz eigene Geschichte. Nach Abgabe der Masterarbeit gab ich mir endlich einen Ruck und begann an meinem Manuskript zu schreiben.

 

4 bunte Steine und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Mein eigenes Projekt trägt den Arbeitstitel „4 bunte Steine“. Der Grund für diese vorläufige Namensgebung beruht auf einer Aussage eines Charakters, der in der Geschichte vorkommt.

Der Roman ist im Genre Urban Fantasy angesiedelt, der in der Fortsetzung – es steht noch nicht einmal die Rohfassung des ersten Teils – auch Züge von Romantasy annehmen wird. Dennoch bleibt das Hauptgenre dasselbe sowie der grundlegende Inhalt: die vier Elemente. Ich habe mal versucht in wenigen Worten zusammenzufassen, um was es im ersten Teil von „4 bunte Steine“ geht:

Bei dem Versuch sich ihren Pass von ihrer Exfreundin zurückholen, trifft Elli auf Jess. Die beiden sind sich direkt unsympathisch. Als Jess dann auch noch behauptet, sie wisse etwas über das Herz der Lüfte, ist ihr klar: Blondie spinnt. Doch er lässt nicht locker und identifiziert Elli als Luftbegabte. Trotz einem Haufen eigener Probleme, wie die Verfolgung durch ihre ehemalige Gang oder die bohrende Frage nach ihrer Herkunft, siegt Ellis Neugierde. Sie lässt sich auf seine Welt der Elemente ein. Aber die anfängliche Faszination für Windklingen und alte Runen schwindet schnell. Ihr neues Zuhause ist nicht nur konservativ und regelvernarrt, sondern auch verschwiegen und von Intrigen geprägt. Gerade als Elli beschließt lieber zu verschwinden, kommt sie einer uralten Verschwörung auf die Spur und plötzlich will auch sie das Herz der Lüfte finden.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Ich möchte den ersten Teil von „4 bunte Steine“ erst einmal beenden. Das ist noch viel Arbeit. Ich bin gerade dabei die Rohfassung zu schreiben und manche Charaktere müssen noch ausgearbeitet werden. Die NadNad-Reihe (s.u.) plane ich bereits mit Babsi seit Anfang des Jahres. Sie wird noch diesen Sommer starten. Ich bin gespannt, wie sie ankommt.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Neben meinem großen Urban Fantasy Projekt „4 bunte Steine“ arbeite ich immer mal wieder an Fanfiktions zu Harry Potter. Dort habe ich ein Langzeitprojekt (3 Wünsche für Hazel). Darüber hinaus quellen meine Notizbücher von Plotbunnies über.

Konkret geplant ist eine kleine Sparte direkt hier bei Babsi, liebevoll „NadNad“ getauft. Kolumnenhaft möchte ich über verschiedene Themen schreiben. Dabei geht es mir vor allem darum Gedanken und Erfahrungen zu teilen. Es gibt viele Dinge, die interessant sind und über die ich gern reden würde, wie Menstruationstassen oder als Frau in der Männerdomäne zu arbeiten. Aber auch über LGBTQ+ würde ich gern etwas berichten.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Da ich noch nichts veröffentlicht habe, was über eine Fanfiktion hinausging, ist für mich dann später sicher alles Unbekannte, wie Verlag, Werbung und Co, eine Herausforderung. Doch im Moment ist es der Schreibprozess an sich. Eine Idee zu haben ist einfach, doch diese auch in eine logische Struktur zu lenken ist wahre Kunst.

Im Schreibprozess allgemein finde ich es schwierig am Ball zu bleiben. Die Ausreden und Entschuldigungen nicht weiterzuschreiben sind vielfältig. Hinzu kommt bei „4 bunte Steine“, dass ich meine Schreibgewohnheiten geändert habe. Ich habe diesmal einiges an Zeit in die Vorarbeit investiert. Im Vergleich zu meinem sonstigen Geschreibsel, habe ich aufs Plotten verzichtet und stattdessen auf Charakterbögen, Weltenbau und ähnliches gesetzt. Natürlich habe ich eine grobe Richtung, wo es hingeht und bestimmte Vorstellungen was passieren soll. Doch dieses Mal sehe ich von einer konkreten Plotplanung ab und überlasse es von vornherein meinen Figuren die Geschichte zu beschreiten. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass sie sich ja doch nicht an meinen Plot halten, also spare ich mir die Arbeit.

Hast du eine Schreibroutine?
Schreibdates helfen oder auch früher aufstehen, um sich Zeit für wenigstens 500 Worte zu nehmen. Trotzdem passiert es schnell, dass ich nicht so viel tippe, wie ich gern wollte. Auch weil das Schreiben neben dem großen, kräftezehrenden Job geschieht.

Aber so schwierig es auch ist regelmäßig zu schreiben, noch viel schwieriger ist es nicht zu schreiben. Daher nutze ich Zugfahrten oder ähnliches für Szenenideen oder andere Kleinigkeiten, die mir später über Plotlöcher oder Schreibblockaden hinweghelfen können. Mein ultimativer Tipp: ein/e Betaleser/in! Jemanden zu haben, der sich immer alles zu deiner Idee anhört und kritische Fragen stellt, hilft unglaublich weiter.

Wie vermutliche viele Autoren habe auch ich eine Pinnwand bei Pinterest und eine Playlist bei Spotify. Extrem hilfreich sind auch Charakterbögen, die ich zwischendurch ausfüllen kann, wenn es mit der Story an sich gerade nicht weiter geht. Ich schreibe trotzdem an meiner Geschichte, auch wenn es erst einmal nur eine Personenbeschreibung ist. Das alles hilft sehr, sich wieder in Stimmung zu bringen und die Sehnsucht zu wecken, die eigene Geschichte in Händen halten zu wollen.

Ansonsten helfen mir persönlich feste Schreibtermine, ähnlich wie das wöchentliche Fußballtraining anderer, und Notizbücher voller kreativer Ergüsse. Auch versuche ich, wenn ich merke, dass ich gerade besonders große Lust aufs Schreiben habe, dann auch tatsächlich etwas zu Papier zu bringen, egal ob digital oder analog.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Es ist der Erstentwurf! Es wird sowieso nicht perfekt sein, also lass es so stehen und weiter geht’s. Hör auf ständig daran herumzudoktern, sondern schreib lieber weiter. Verbessern musst du alles sowieso noch ein dutzend Mal, aber dafür hast du Zeit, wenn die Story geschrieben ist. Bring dein Projekt erst mal zu Ende und dann mach dir Gedanken über Perfektion.

Also auf geht’s, kleine Autorin: schreiben, schreiben, schreiben. Alles andere kommt mit der Zeit. Ach, und suche dir Leidensgenossen! So völlig allein am PC zu tippen ist zwar nötig, aber auf Dauer eher mühsam, wenn man sich nicht darüber austauschen kann.

Oh, und Fanfiktions sind ein großartiger Einstieg in die Welt des Schreibens. Es gibt genügend Websites, wo man sie veröffentlichen kann und mit anderen Schreiberlingen in Kontakt kommt. Also nur Mut und glaub an dich, meine Liebe.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich bewundere Autoren, die ein ganzes Universum erschaffen haben, wie J.K. Rowling. Auch die Schreiberlinge auf Twitter, die darüber berichten wie ihre Schreibarbeit, Veröffentlichung und ähnliches laufen, motivieren mich. Aber ein direktes Vorbild habe ich nicht. Kurz gesagt: mit anderen Autoren im Austausch zu stehen, das spornt mich mehr an als irgendjemand Unbekanntes, von der/dem ich „nur“ das fertige Buch gelesen habe.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Genügend Zeit für meine Leidenschaft haben. Ich liebe das Schreiben, es gehört zu mir. Darum wünsche ich mir vor allem Freiraum dafür zu haben. Als Ziel steht fest: ein Buch, eine eigene Geschichte, veröffentlichen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Auf FanFiktion.de habe ich hin und wieder gelesen, dass die/der ein oder andere Leser/in mit meiner Protagonistin mitgefühlt hat. Ich hatte es geschafft mit meinen Worten Emotionen zu erzeugen, wie Wut, Traurigkeit oder Nervosität. Das war wahnsinnig toll zu lesen, dass man eine fiktive Figur erschaffen hat, der etwas ausgedachtes wiederfahren ist, was wiederum bei jemand völlig Unbekanntem zu Gefühlsregungen geführt hat. Total verrückt, was Worte von mir bewegt haben.

Direkt danach kommt, wie viele Leser mir rückgemeldet haben, dass ich spannend erzähle. Gerade die lange, unfertige Fanfiktion: insbesondere neue Leser, die sich dann zu Wort melden, sagen, dass sie die Geschichte bis zum aktuellen Stand in einem Rutsch durchgelesen haben. Das ist auch total schön zu hören.

Diese beiden Dinge habe ich nun schon einige Male gesagt bekommen. Das macht mich stolz und lässt mich selbst jetzt, da ich mich nur daran zurückerinnere, breit grinsen. Irgendwas muss ich richtig machen bisher und daran halte ich fest, wenn es gerade mal wieder nicht so optimal vorangeht mit dem Schreiben. <3

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus „4 bunte Steine“:

Für einen unendlichen langen Moment konnte Elli sich vom Anblick der Männer nicht losreißen, die aufeinander einprügelten. Sie verspürte Reue, dass sie den Zweien eine Überzahl an Angreifern aufgehalst hatte. Doch als ihr Blick auf den unbewachten Eingang des Clubs fiel, war ihr schlechtes Gewissen verflogen.

Mit dem Ziel vor Augen hastete Elli los. Hinter sich hörte sie wilde Beschimpfungen und Stimmen durcheinanderrufen. Es war nicht mehr weit, nur noch ein paar Schritte, dann war es endlich geschafft. Ihr Plan funktionierte! Sie war so gut wie drinnen.

„Hey, kleine Lufti!“, grollte eine tiefe Stimme hinter ihr und ließ sie zusammenzucken. Entgegen ihres besseren Wissens drehte sie sich um.

Es war Blondie, der sie mit Blicken zu erdolchen versuchte. Ihm klebte das nasse Haar im Gesicht und Blut tropfte von seiner Nasenspitze. Mit dem Handrücken wischte er es weg und fragte: „Wem unterstehst du, Lufti?“

„Niemandem“, war alles was Elli herausbrauchte, während sie sich gleichzeitig fragte, warum er sie Lufti nannte.

Die Stirn krausziehend machte er den Anschein, als wollte er zu ihr herüberkommen. Doch da bekam ihn der Türsteher Heinz zu fassen. Unerbittlich schlang er seinen kräftigen Arm um Blondies Hals. Trotz des Würgegriffs wandte dieser den Blick nicht von Elli ab. Jetzt flogen auch Heinz‘ Augen hoch und bemerkten sie.

Der Schock ließ sie erstarren und ihren Herzschlag aussetzen. Dann wirbelte Elli herum und rannte blindlings hinein in den Club. Hinter sich hörte sie die Worte: „Folg ihr!“

Verdammte Scheiße!

Nackte Angst ergriff Besitz von Elli, doch sie hatte keine Zeit dafür. Sie drängte sich selbst weiterzugehen und bloß nicht zurück zu sehen. Das eklige Gefühl der lähmenden Furcht raubte ihr den Atem und benebelte ihr die Sinne. Entschlossen presste sie Luft in ihre Lunge. Sie würde die Panik nicht zulassen! Es gab nur diese eine Chance ihren Ausweis von Cato zurück zu holen.

In Gedanken war sie bereits im Flur des Büros ihrer Exfreundin. Sie dachte an die Sicherheitsvorkehrungen, die sie umgehen musste, als sie zu scharf um die Ecke bog und ausrutschte. Elli strauchelte, fiel fast, stoppte aber nicht. Ohne sich umzusehen, hetzte sie weiter.

Hatte Heinz sie erkannt? Kam er ihr tatsächlich nach? Was sollte sie dann tun? Gegen Heinz half ihr auch das mickrige Taschenmesser nichts. Das hätte er ihr schneller abgenommen, als sie es öffnen könnte.

Gottverdammte Scheiße!

 


Nadja

 

Bisher ist noch keine Veröffentlichung geplant.

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Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Heute habe ich wieder eine wunderbare Autorin für euch und sie heißt, wie unsere Montagskandidatin, ebenfalls Nadine. Im Internet ist Nadine Föhse aber hauptsächlich als „Ruhrpottmutti“ unterwegs und arbeitet auch als Lektorin.

Hallo! Ich bin Nadine, online besser bekannt als „Ruhrpottmutti“.

Im Grunde schreibe ich schon seit meinem achten Lebensjahr. Angefangen habe ich mit kurzen „Horror“-Geschichten – ob die allerdings wirklich so gruselig waren, wage ich heute zu bezweifeln. In meiner Jugend wurde das Schreiben von mir sträflich vernachlässig. Dann habe ich 2011 angefangen, Germanistik zu studieren und die Sprache rückte wieder mehr in den Fokus. Seit meinem Bachelor-Abschluss 2016 (ja, ich habe ewig gebraucht!) träume ich davon, endlich mal ein eigenes Werk zu veröffentlichen. Und jetzt ist es ganz bald wirklich endlich soweit! Wie aufgeregt ich bin, könnt ihr euch sicher ausmalen.

 

Zweifelhafte Wahrheiten und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Grundsätzlich würde ich sagen, dass all meine Projekte in die Sparte Jugendbuch / New Adult passen. Aktuell in Arbeit sind zwei Projekte. Zum einen der Roman Zweifelhafte Wahrheiten. Es geht um Isabel, eine junge Abiturientin, die bei einem Konzert ihrer Lieblingsband dessen Sänger kennenlernt. Er nimmt Kontakt zu ihr auf und sie freundet sich mit ihm und seinen Kumpels an. Ihrer Schulfreundin Michelle gefällt das zwar gar nicht, aber davon lässt Isabel sich nicht beirren. Dann verliebt sich plötzlich einer ihrer neuen Freunde in sie. Das Chaos ist also vorprogrammiert!

Das zweite Buch läuft unter dem Arbeitstitel #queer und behandelt – wie der Name schon sagt – eine queere Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern. Sie müssen durchaus das ein oder andere Hindernis überwinden, um wirklich glücklich miteinander werden zu können.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Zweifelhafte Wahrheiten liegt gerade bei der weltbesten Lektorin und meinen Probelesern und wird nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Die Veröffentlichung ist im Selfpublishing geplant. Das E-Book erscheint am 30. Juni und das Taschenbuch kurz darauf. Auch #queer soll noch in diesem Jahr erscheinen, am liebsten bereits am 31. Juli als E-Book und entsprechend kurze Zeit später als Taschenbuch.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Zweifelhafte Wahrheiten soll lediglich der erste Band einer Reihe werden, die in diesem und im kommenden Jahr weitergeführt wird. Außerdem ist noch eine Kurzgeschichtensammlung in Überlegung. Auf meinem Handy schlummern zusätzlich noch gefühlt 1000 weitere Ideen für Krimis und Jugendbücher, zum Beispiel Der Bauernmörder vom Rhein-Erft-Kreis, ein Krimi, der bisher nur einen Titel hat!

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Puh, das ist wirklich eine schwierige Frage. Ich veröffentliche ja selbst. Von daher kommen auf mich unter Garantie andere Herausforderungen zu als auch Autor*innen, die im Verlag veröffentlichen. Einerseits muss ich mich als Selfpublisherin um alles selbst kümmern, andererseits habe ich natürlich auch alle Fäden in der Hand. Den Überblick zu behalten, finde ich teilweise echt nicht so einfach. Das könnte aber auch damit zu tun haben, dass ich Mutter einer kleinen Tochter bin, die mich natürlich sehr braucht. Da Zeit zum Schreiben zu finden, ist auch schwierig.

Hast du eine Schreibroutine?
Bis dato schreibe ich neben Muttersein und Brotjob. Allerdings bin ich im Hauptberuf als Lektorin und Texterin selbstständig – das heißt, dass ich sowieso bei freier Zeiteinteilung von zu Hause arbeite. Es ist rein beruflich betrachtet nicht schwierig, das Schreiben einzubinden. Das größere „Problem“ stellt mein Privatleben dar. Ich kann generell vorwiegend abends arbeiten und eben auch schreiben, wenn mein Mann daheim ist. Das heißt, die Zeit für Job und Schreiben ist begrenzt. Deshalb muss ich besonders effektiv arbeiten und manchmal einfach auf Knopfdruck kreativ sein. Eine klassische Routine gibt es also nicht – ich schreibe immer, wenn ich Zeit habe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Bleib dran!

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren wahnsinnig viele Menschen, privat wie in der Öffentlichkeit. Was das Schreiben angeht, finde ich Jacky Vellguth sehr motivierend. Dank ihrem Projekt 12in12 habe ich angefangen, 2019 als mein Schreibjahr zu definieren, in dem ich vier Bücher in zwölf Monaten veröffentliche, also 4in12.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Irgendwann würde ich wirklich gern vom Schreiben leben können. Aber das sagt wahrscheinlich jede Autorin und jeder Autor. Doch es ist wahr: Das Hobby nutzen zu können, um den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, ist ein Lebenstraum! Abgesehen davon möchte ich es schaffen, dieses Jahr wirklich vier Bücher zu veröffentlichen. Das wird sportlich, aber ich gebe nicht auf.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Der schönste Moment bisher war definitiv der, als ich die ersten Reaktionen auf mein Manuskript bekam. Ich habe von zwei Probeleserinnen bereits Feedback bekommen und beide finden die Geschichte insgesamt toll. Das ist schon irre, das schwarz auf weiß zu lesen!

 

Eine kleine Kostprobe…

Auszug aus Zweifelhafte Wahrheiten

Nachdem das Konzert zu Ende war, schlenderten die Freundinnen noch zum Merchandise-Stand. Dort standen bereits Andi und der Sänger der Band, Phil, und unterhielten sich entspannt mit ein paar Fans. Isa stöberte durch das Sortiment am Stand und entschied, einen Jutebeutel zu kaufen. Einen schwarzen, natürlich!

»Hey, na, hat’s euch gefallen?«, fragte plötzlich Andi. Isa sah zu ihm hoch, er war bestimmt zwanzig Zentimeter größer als sie. »Hi, ihr wart super!«, antwortete sie, während sie das Geld für ihren Beutel herauskramte. Die Zeit nutzte Michelle, um an ihr vorbei zu huschen und Andi in ein Gespräch zu verwickeln.

»Oh mein Gott, es war so toll! Ihr seid so toll! Ehrlich, es hat so einen Spaß gemacht!«, hörte Isa sie begeistert rufen, während sie ihr Wechselgeld einsteckte. Sie verdrehte ob des Überschwangs heimlich die Augen. »Danke«, hörte sie Andi antworten.

»Freut uns, dass ihr Spaß hattet«, schaltete sich nun auch Phil ein. »Hatten wir! Sagt mal, würdet ihr meinen neuen Beutel vielleicht unterschreiben? So richtig promimäßig?«, fragte Isa grinsend. Auch Andi grinste.

»Klaro. Auch wenn ich uns nicht unbedingt für Promis halte«, lachte Andi.

»Nicht? Das heißt, wir sehen euch nicht demnächst im Fernsehen, wie ihr kleine Tiere und Geschlechtsteile größerer Tiere esst?«

Phil musste lachen. »Auf gar keinen Fall!«, rief er aus, während er schwungvoll auf dem Beutel unterschrieb.

»Schade, Mensch. Das hätte ich mir glatt angeguckt!«, erwiderte Isa. Sie sah zu Phil hoch und zwinkerte. Er grinste sie breit an. Isa merkte, wie ihr die Wärme in die Wangen kroch und sie langsam rot wurde.

Plötzlich mischte Michelle sich ungeduldig ein. »Isa, wir müssen sofort los! Sonst verpassen wir unseren Zug! Mein Vater killt mich, wenn ich die letzte Bahn verpasse!«, erklärte sie und zog Isa am Arm. »Mist!«, rief Isa, riss Phil förmlich ihren Jutesack aus der Hand und stürmte mit einem bedauernden »Ciao, Jungs!« nach draußen.

 


Nadine Föhse

 

Ihr Buch erscheint vorraussichtlich am 30. Juni 2019.

 

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[Rezension] Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen von Ava Reed

[Rezension] Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen von Ava Reed

[Rezension] Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen von Ava Reed

Ich betreue in unserem Buchladen u.a. das Kinder- und Jugendbuchregal. Gerne hole ich mir dabei Inspiration von Booktube, Bookstagram und Booktwitter. Melody Of Books schaue ich schon lange, wenn auch eher unregelmäßig. In ihrem Lesemonat März stellte sie ein paar Bücher vor und eines, das ich ohnenhin schon auf dem Schirm hatte. Ihr habt es geahnt: „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ von Ava Reed. Also bestellte ich es für die Buchhandlung, schmökerte rein, kaufte es und schmökerte es am selben Tag zu Ende.


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  • Titel: Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.
  • Autorin: Ava Reed
  • Verlag: ueberreuter
  • Genre: Jugendbuch, psychische Gesundheit
  • 320 Seiten, E-Book: 14,99€ | geb.: 16,95€
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Worum geht’s?
Leni ist eine ganz normale Jugendliche, glücklich mit Freunden und auf dem Weg zum Abitur. Doch im letzten Schuljahr passiert etwas, dass Lenis Gefühle durcheinander würfelt. Plötzlich ist da Leere, Traurigkeit und jede Menge Angst. Es wird ein Spießrutenlauf bis Leni endlich die Therapie bekommt, die sie braucht. Doch die Angststörung klammert und Leni hat sich festgefahren in ihren Mustern. Erst als Matti in die Klinik kommt, beginnt Leni, sich zu verändern.


Meine Meinung:

Vorweg eine kleine Triggerwarnung, die sich auch im Buch findet: Das Buch behandelt Themen wie psychische und körperliche Erkrankungen, Depression, Panikattacken und den Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik.

Das Buch besticht zuerst natürlich durch das wundervolle Design. Die Farben, Lichter und Gestaltung ist wunderschön. Innen drin sind vereinzelt Tagebucheinträge, die von Ava Reed selbst geschrieben und illustriert wurden. Das verleiht dem Buch noch eine Spur mehr Realität. Tatsächlich ist auch Lenis Geschichte selbst so erschreckend(?) real.

Ava Reed hat Lenis Entwicklung sehr gut dargestellt. Als Leserin fühlte ich mich Leni so nah, hab mitgelitten und für sie gehofft. Angsstörungen sind neben Depressionen die am häufigsten diagnostizierten psychischen Erkrankungen. Wie auch im Buch gehen sie oft Hand in Hand, im Fachjargon nennt man das „komorbid“. Die Beschreibungen von Lenis Gefühlen und Ängsten fühlten sich sehr glaubwürdig an. Sowohl aus persönlicher Perspektive als auch mit meinem kritischen Psychologie-Studi-Blick.

Dass das Buch sehr persönlich ist, auch wenn die Geschichte von Leni erfunden ist, kann man im Nachwort lesen. Auch dieses Nachwort enthält nochmal wichtige Botschaften und ermutigt, sich Hilfe zu suchen. So eine Art Nachsorge finde ich bei Büchern zu solchen Themen unfassbar wichtig.

Lenis Spirale

Wir starten mit Leni als fröhlichem Mädchen mit Freunden und dem Weg zum Abitur. Doch dann kommt die Angst. Übel, Schwindel, Panikattacken. Ihr Umfeld ist machtlos, doch ihre Eltern sind sehr engagiert, kümmern sich aufopferungsvoll und besuchen mit ihr mehrere Ärzte. Da gab es ein paar echte Idioten, die Leni nicht ernst nahmen und mich beim Lesen so wütend gemacht haben. Doch Ava Reeds Ziel war es nicht, Ärzte oder Psychologen zu verunglimpfen. Denn es gibt sie, die Lenis Problem erkennen und sie bestärken, die sich kümmern und auskennen. Sie bekommt ihre Diagnose – und damit beginnt die zweite große Hälfte des Buches.

Leni kommt in eine Klinik, in der sie andere Jugendliche trifft, die ähnliche Probleme haben. Anna, die Depressionen hat und Philip, der an Magersucht leidet und aufgrund seiner Homosexualität starke Selbstwertproblem entwickelt hat. Beide sind für meinen Geschmack etwas kurz gekommen. Sie haben zwar wichtige Schlüsseldialoge mit Leni, wir erfahren auch am Ende wie es mit ihnen weiterging, aber mehr so im Nebensatz. Das fand ich sehr schade.

Matti hingegen kommt in die Klinik, weil er sich mit Rasierklingen geschnitten hat. Nicht, weil er sich umbringen wollte, sondern weil er an einer seltenen Erkrankung leidet. Diese lässt ihn weder Schmerz, noch Hitze und Kälte fühlen. Aus Angst, dass er sich verletzt, lässt ihn seine überfürsorgliche Mutter kaum aus dem Haus. Kaum in der Klinik will Matti endlich die Chance nutzen und die Welt erkunden. Er unternimmt einen Fluchtversuch, wird jedoch zufällig von Leni gefunden. Die beiden werden erwischt und bekommen ordentlich Ärger.

Matti sagt einige sehr unsensible Dinge zu Leni, doch in der gemeinsamen Zeit entwickeln sie mehr Verständnis füreinander. Auch wenn die Klinik nicht als Ort des Grauens dargestellt wird, wenn das behandelnde Personal nett und fürsorglich ist – Mattis Entschluss steht fest. Er will raus aus dieser Klinik. Und ein Teil von Leni möchte mit. Die Zeit in der Klinik ist durch Aufs und Abs geprägt, durch interessante Gespräche und Selbsterkenntnis.

Matti will Meer

Die Psychologin von mir und auch mein braves Ich halten das für die beschissenste Idee überhaupt. Ich hatte auch ehrlich Sorge, dass die beiden sich verlieben, diese Reise unternehmen und danach auf magische Weise geheilt sind. Doch das passiert nicht. Fettes Danke an Ava Reed. Wie das Buch weitergeht, werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Nur soviel: Auch, wenn einige eher unrealistische Dinge passieren, lösen sich die Krankheiten und Probleme nicht in Luft auf. Aber der Kurs steht auf Hoffnung.

Insgesamt fand ich die Geschichte unglaublich gut. Ich habe das Buch an einem Tag gelesen, das sagt auch einiges aus. Der Schreibstil ist angenehm lesbar. Die Geschichte wirkt persönlich, emotional und ist doch behutsam erzählt. Ava Reed hat mit diesem Buch ihr Fingerspitzengefühl und Emotion bewiesen. Für ein jüngeres Publikum ist dieses Buch wunderbar geeignet, um psychische Erkrankungen besser zu verstehen. Um die Angst davor zu nehmen. Um sich ermutigt zu fühlen, Hilfe zu suchen und sich seinen Freunden anzuvertrauen. Und das sind unfassbar wichtige Botschaften!

 

Fazit:

Danke, Ava Reed, für dieses Buch. Die einfühlsam erzählte Geschichte von Leni, ihrer Angsstörung und dem Weg der Besserung bieten einen tiefen Einblick in eine jugendliche Seele. Das Buch erzählt eine wichtige Geschichte auf unterhaltsame und doch sensible Art und Weise. Nicht alles an dem Buch ist total realistisch, vieles ist hoffnungsvoll und ein bisschen idealisiert worden. Doch es ist real genug, um zu berühren und zu bewegen. Und fantasievoll genug, um Hoffnung zu schenken und das schwere Thema angenehm aufzuarbeiten. Lediglich von den Nebencharakteren, die mir etwas zu sehr instrumentalisiert wurden, hätte ich mir mehr gewünscht. Von mir gibt es 4 Sterne und eine dicke Leseempfehlung!

 

Weitere Meinungen:

 


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Verlagsvorschauen 2019 – Meine Highlights!

Verlagsvorschauen 2019 – Meine Highlights!

Verlagsvorschauen 2019 – Meine Highlights!

 Ich hab mich durch die Verlagsprogramme gewühlt und wieder einige Schätze ausgegraben, die auf meine Wunschliste kommen. Wie soll man mit dem Lesen hinterher kommen, wenn so viele Highlights erscheinen. Hach!


(Werbung wegen Namensnennung)

Jugendbuch

Julie Murphy: Ramona Blue

Ramona liebt Mädchen, da ist sie sicher. Sie weiß auch, dass sie obwohl sie ihre Eltern sehr liebt, nicht ewig in ihrem Heimatstädtchen leben möchte. Als ihr alter Freund, der Wettkampfschwimmer Freddie wiederkommt und sie überzeugen kann, mit ihm gemeinsam zu Schwimmen zu gehen, gerät Ramonas Leben durcheinander. Freddie weckt Gefühle in ihr und Ramona muss sich fragen – kann man Mädchen UND Jungs lieben?

  • Autorin: Julie Murphy, Übersetzung: Kattrin Stier
  • Titel: Ramona Blue
  • Verlag: Fischer FJB
  • ISBN: 978-3-8414-4025-9
  • gebunden 18,99€
  • lieferbar ab 22. Mai 2019

Warum ich mich freue?
Ich mochte Dumplin‘ von Julie Murphy schon total gerne. Sie hat bewiesen, dass sie Themen, die (nicht nur) Jugendliche bewegen, in unterhaltsame Geschichten verpacken kann. Dass mit Ramona ein LGBTQ+ Charakter im Fokus steht, finde ich wunderbar. Und wenn es einen Sport gibt, den ich gerne mag, dann ist es Schwimmen! Schließlich war ich selbst mehrere Jahre als Rettungsschwimmerin aktiv.

 

Lucy van Smit – The Hurting

Nell glaubt nicht an Liebe auf den ersten Blick. Bis sie Lukas, dem Sohn eines reichen Ölmagnaten, begegnet. Mit ihm ist sie glücklich, doch er hat eine dunkle Seite voller Geheimnisse. Als Nell dahinter kommt, ist es bereist zu spät und sie wird von der Polizei gesucht. Sie flieht sich in die norwegischen Wälder und ein Kampf gegen die Mächte der Natur, das Gesetz und ihre große Liebe beginnt.

  • Autorin: Lucy van Smit, übersetzt von Sophie Zeitz
  • Titel: The Hurtig
  • Verlag: Carlsen/Chicken House
  • ISBN: 978-3-551-52112-5
  • gebunden 17€
  • erscheint im März 2019

Warum ich mich freue?
Mädels, die nicht an Liebe auf den ersten Blick glauben und sich dann doch Hals über Kopf verknallen – das ist nichts Neues. Mich lockt eher der zweite Teil der Geschichte. Kindesentführung? Eine Flucht in die Wälder? Das klingt nach einer spannenden, turbulenten Geschichte.

 

Ceylan Scott: Auf einer Skala von 1 bis 10

Tamar sitzt einer geschlossenen Jugendpsychiatrie und ihre Freundin Iris ist tot. Sie soll Fragebögen beantworten, in Gesprächen über Iris‘ Tod sprechen. Doch Tamar bringt kein Wort heraus, denn das Monster in ihrem Kopf tobt viel zu laut. TW: Borderline Persönlichkeitsstörung

  • Autorin: Ceylan Scott, übersetzt von Beate Schäfer
  • Titel: Auf einer Skala von 1 bis 10
  • Verlag: Carlsen/Chicken House
  • ISBN: 978-3-551-52111-8
  • gebunden
  • erscheint im März 2019

Warum ich mich freue?
Psychische Krankheiten sind tabuisiert und werden dämonisiert. Die Autorin des Buches leidet an derselben psychischen Erkrankung wie ihre Hauptfigur und schreibt ehrlich und ungeschönt über die Schwierigkeiten und Vorurteile. Das kombiniert mit einer Prise Thriller und Coming of Age klingt hochspannend!


Roman

Shaun Bythell: Tagebuch eines Buchhändlers

Buchhändler! Absoluter Traumjob, oder? In Wigtown ist die größte Second Hand Buchhandlung Schottlands, in der Shaun Bythell arbeitet. Hinter meterhohen Büchertürmen, Regalen bis zur Decke und dem Geruch von Papier verbergen sich allerlei Geschichten. Nervige Kunden, rare Fundstücke und schwächelnde Umsätze – die Geschichte über Buchhandlungen hinter den Kulissen.

  • Autor: Shaun Bythell, übersetzt von Mechthild Barth
  • Titel: Tagebuch eines Buchhändlers
  • Verlag: btb
  • ISBN: 978-3-442-71865-8
  • Taschenbuch 11,99€
  • erscheint im September 2019

Warum ich mich freue?
Bücher über Bücher, Buchhändler*innen und Buchhandlungen haben ihren ganz eigenen Charme. Da ich selbst in einem modernen Antiquariat jobbe, hat dieses Buch sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Es hört sich witzig, interessant und sehr sympathisch an!


Fantasy/SciFi

Jonathan Maberry: V-Wars – Die Vampirkriege

Los Angeles: Der Schauspieler Michael Fayne wacht nach einem One Night Stand neben einer verstümmelten Leiche auf. Bald stellt er fest: Er ist Patient 0 eines vampirartigen Virus. Das Auftauchen der Vampire wirft die Gesellschaft in ein moralisches Chaos. Müssen die Blutsauger beseitigt werden oder ist ein friedliches Miteinander möglich?

  • Autor: Jonathan Maberry, Übersetzung: Maike Hallmann und Birgit Herden
  • Titel: V-Wars – Die Vampirkriege
  • Verlag: Fischer TOR
  • ISBN: 978-3-596-70458-3
  • Paperback 16,99€
  • erscheint am 27.02.2019

Warum ich mich freue?
Ich mag klassische Vampire. Also Blutsauger, die nicht glitzern. Außerdem mag ich es, wenn die gesellschaftlichen Konsequenzen und politischen Folgen miteinbezogen werden, wenn es um die Aufdeckung übernatürlicher Wesen geht. Im Manga Devil’s Line werden die Monster auch „entdeckt“ und müssen sich mit den Folgen auseinandersetzen. Das gibt den klassischen Problematiken um das Vampirdasein nochmal einen Haufen Schwierigkeiten und Hindernisse. Außerdem wird zu dem Buch eine Netflix Serie produziert. Yay!

 

Ransom Riggs: Der Atlas der besonderen Kinder

Das vierte Buch um die besonderen Kinder der Miss Peregrine und der Auftakt einer neuen Trilogie. Die Geschichte schließt an die Trilogie an, weswegen ich zum Inhalt nicht so viel erzählen möchte. Aus den Zeitschleifen in die moderne Welt werden die Bindungen der besonderen Kinder, ihre bisherigen Erfahrungen und Einstellungen herausgefordert. Denn in Amerika sind die Besonderen ganz anders organisiert als in Europa.

  • Autor: Ransom Riggs, übersetzt von Silvia Kinkel
  • Titel: Der Atlas der besonderen Kinder
  • Verlag: Droemer Knaur
  • ISBN: 978-3-426-22657-5
  • gebunden 18€
  • erscheint am 01.03.2019

Warum ich mich freue?
ICH LIEBE DIE BESONDEREN KINDER Ich habe schon lange auf das Buch hingefiebert. Nachdem ich das englische Original bereits verschlungen habe, kann ich nur bestätigen: Das wird wieder ein tolles, übernatürliches Abenteuer mit viel Wortwitz und genialen Ideen (MILLARD UND LILLY FTW). Aber auch unter ulkigen Szenen geht die Ernsthaftigkeit nicht verloren. Unsere Helden müssen sich hinterfragen, sich selbst und ihren Ängsten stellen und wachsen. Einfach genial!

 

Liza Grimm: Die Helden von Midgard

Die Vorgeschichte zu „Die Götter von Asgard„! Walküre Kára war eine der coolsten Figuren in DGvA, großherzig und tough. Aber wie wurde sie zu dieser Frau? In „Die Helden von Midgard“ erfahren wie ihre tragische, emotionale Geschichte. Sie verliebt sich in den Menschen Erik, doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Die einzige Möglichkeit für ihre Liebe ist, Erik, zu einem Helden zu machen und ihn nach Wallhalla zu holen. Doch es scheint, dass die Götter sich gegen sie verschworen haben…

  • Autorin: Liza Grimm
  • Titel: Die Helden von Midgard
  • Verlag: Droemer Knaur
  • ISBN: 978-3-426-52371-1
  • Broschur 12,99€
  • erscheint am 01.03.2019

Warum ich mich freue?
Ich durfte der lieben Liza als Testleserin meinen Senf aufdrücken und schon in die Geschichte spitzeln. Deshalb weiß ich, dass sie gegenüber „Die Götter von Asgard“ nochmal eine ordentliche Schippe draufgelegt hat. Fesselnd und emotional packt euch Káras Vergangenheit am Kragen. Zwar ist die Geschichte romantischer, aber auch düsterer und stellt viele philosophische Fragen an die Welt und die Charaktere. Das. wird. großartig!

 

Katharina V. Haderer: Das Schwert der Totengöttin

Im Stadtstaat Tradea erheben sich die Toten. Gardist Erik ist sicher, dass dahinter nur die Kräuterhexe Mirage stecken kann. Als er sie stellt und dem Gericht übergibt, erzählt sie ihm jedoch vom gestohlenen Artefakt der Totengöttin Nif.

  • Autorin: Katharina V. Haderer
  • Titel: Das Schwert der Totengöttin
  • Verlag: Droemer Knaur
  • ISBN: 978-3-426-52452-7
  • Broschur 9,99€
  • erscheint am 01.03.2019

Warum ich mich freue?
Die Geschichte hört sich düster, spannend und magisch an. Außerdem Dark Fantasy einer deutschen Hybridautorin – das würde ich gerne unterstützen. Auch das Cover sieht wunderbar mystisch und geheimnisvoll aus, findet ihr nicht?

 

Mara Elbrach: Die Gabe des Winters

Heldin Nuria ist Gefangene am Hof des dunklen Lords und Magier Tarik, der das Volk knechtet. Im Land herrscht ewiger Winter. Doch dann entdeckt Nuria Fähigkeiten in sich, mit denen sie den Kälte beenden könnte. Aber dazu muss Nuria Tarik vom Thron werfen, in den sie sich in ihrer Zeit in Gefangenschaft verliebt hat.

  • Autorin: Mara Elbrach
  • Titel: Die Gabe des Winters
  • Verlag: Blanvalet
  • ISBN: 978-3-7341-6193-3
  • Paperback 12,99€
  • erscheint am 01.03.2019

Warum ich mich freue?
Ein bisschen Romantasy darf nie fehlen! Ein dunkler Lord, eine junge Magierin und ein winterliches Setting? Das klingt genau nach meinem Geschmack. Ich bin gespannt wie die Liebe des Lords Tarik und der Gefangenen Nuria entsteht. Und schaut euch mal das Cover an. Wie schön ist das denn?

 

Quifan Chen: Die Silizium Insel

Auf der Silizium Insel im Südwesten Chinas wird der Elektroschrott der Welt recyclet. Auf der Insel herrschen ganz eigene Gesetze und Dynamiken, giftige Dämpfe, Müllsucher, Elend. Als eine amerikanische Firma ihre Fühler nach der Insel ausstreckt, droht die labile Ordnung der Insel vollends zusammenzubrechen.

  • Autor: Quifan Chen, übersetzt von Marc Hermann
  • Titel: Die Silizium Insel
  • Verlag: Heyne
  • ISBN: 978-3-453-31922-6
  • Klappbroschur 16,99€
  • erscheint im Oktober 2019

Warum ich mich freue?
Ich bin ja nicht so der SciFi-Freund. Aber die Geschichte um eine Elektroschrott-Insel klingt gleichzeitig fantastisch und sehr realistisch. Außerdem habe ich bisher kaum Bücher von chinesischen Autoren gelesen, was mich zusätzlich neugierig auf den Erzählstil von Quifan Chen macht!

 

Madeleine Puljic: Noras Welten – Durch den Nimbus

Selfpublishing Preis Gewinnerin Madeleine Puljic schreibt über Nora, die Angst vor Büchern hat. Warum? Weil sie jedes Mal, wenn sie beginnt, zu lesen in die Geschichte hineingezogen wird. Um das zu überwinden begibt sich Nora zu einem Hypnosetherapeuten. Doch nun werden sie beide in eine Geschichte gesogen und müssen feststellen: Sie kommen vermutlich nur wieder raus, indem sie die Geschichte bis zum Ende überstehen.

  • Autorin: Madeleine Puljic
  • Titel: Noras Welten – Durch den Nimbus
  • Verlag: Piper
  • ISBN: 978-3-492-26036-7
  • Klappbroschur 13€
  • erscheint am 02.04.2019

Warum ich mich freue?
Wenn Selfpublisher-Titel es zum Verlag schaffen, freut mich das immer sehr. Schon bei der Preisverleihung 2017 klang die Geschichte ziemlich spannend und hat mich neugierig gemacht.

 


Horror

Scott Thomas: Kill Creek

Ein Haus, dessen Besitzer kein glückliches Ende fanden. Vier Horrorautoren und eine Marketingkampagne, die mehr als Gag gedacht ist. Doch aus Spaß wird tödlicher Ernst, als jemand stirbt.

  • Autor: Scott Thomas, übersetzt von Kristof Kurz
  • Titel: Kill Creek
  • Verlag: Heyne
  • ISBN: 978-3-453-32025-3
  • Klappbroschur 14,99€
  • erscheint im September 2019

Warum ich mich freue?
Ich weiß auch nicht, warum ich verfluchte/verspukte Häuser so liebe. Die Vorstellung keine hormongesteuerten Teenager, sondern vier Horrorautoren in ein solches Setting zu packen, verspricht witzige Anekdoten und klug handelnde Charaktere

 

Grady Henrix: Der Exorzismus der Gretchen Lang 

Die ganz normale Gretchen verwandelt sich nach einem LSD Trip in ein sadistisches Biest. Sie manipuliert, schikaniert und terrorisiert ihre Mitschüler*innen. Ihre Freundin Abby ist sicher: Gretchen ist von einem Dämon besessen. Oder?

  • Autorin: Grady Henrix, übersetzt von Jakob Schmidt
  • Titel: Der Exorzismus der Gretchen Lang
  • Verlag: Droemer Knaur
  • ISBN: 978-3-426-22690-2
  • Klappbroschur 16,99€
  • erscheint am 01.03.2019

Warum ich mich freue?
Bisher habe ich über Grady Henrix nur Gutes gehört. Als olle Horrorliebhaberin sprechen mich Bücher dieser Art oft an. Exorzismus? Wer ist hier verrückt? Count me in.

 


Sachbuch

Olivia Wollinger: Essanfälle adé

Olivia Wollinger litt selbst jahrelang an einer Essstörung. Wie sie diese überwunden hat und es geschafft hat, Essen nicht mehr als Emotionsregulations-Mechanismus einzusetzen erfährt man in diesem autobiografischen Ratgeber.

  • Autorin: Olivia Wollinger
  • Titel: Essanfälle adé
  • Verlag: Ullstein
  • ISBN: 978-3-548-06014-9
  • Taschenbuch 9,99€
  • erscheint am 25.01.2019

Warum ich mich freue?
Wie ihr vielleicht wisst, bin ich übergewichtig. Daran gibt es nichts zu beschönigen, aber ich mag mich, wie ich bin. Was mich allerdings belastet, ist, dass ich oft wenn ich traurig/wütend oder gelangweilt bin, zu Snacks greife. Emotionales Essen. Ich weiß es besser, aber ich komme nicht gegen die jahrelang eingeschlichenen Verhaltensmuster an. Olivia Wollinger arbeitet inzwischen selbst mit Klienten und Körperarbeit an dem Thema. Vielleicht finden sich ja in dem Buch gute Ansätze, um mein Frustessen ein bisschen besser regulieren zu können?

 

Irvin D. Yalom: Wie man wird, was man ist (Memoiren eines Psychotherapeuten)

Psychoanalytiker Irvin D. Yalom wurde als Sohn russischer Eltern in den USA geboren. Er ist einer der bekanntesten Psychoanalytiker des Landes, der über ein turbulentes, spannendes Leben zu berichten hat. Das hat er zu großen Teilen, in seiner Arbeit als Psychotherapeut, anderen und deren Geschichten gewidmet. In diesem Buch erzählt er nun seine eigene.

  • Autor: Ivirn D. Yalom, übersetzt von Barbara von Bechtolsheim
  • Titel: Wie man wird, was man ist (Memoiren eines Psychotherapeuten)
  • Verlag: btb
  • ISBN: 978-3-442-71842-9
  • Broschur 12€
  • erscheint im Oktober 2019

Warum ich mich freue?
Irvin D. Yalom ist ein bekannter Psychotherapeut und Autor. Seine bisherigen Werke fand ich unfassbar beeindruckend, eingänglich und mir gefällt sein humanistischer, einfühlsamer Einsatz. Meist erzählt er von seinen Patienten oder psychologisch-philosophischen Themen. Ab und zu streut er persönliche Dinge ein. Umso mehr freue ich mich jetzt auf ein sehr persönliches Buch von ihm.

 

Christina Lamb: Unsere Körper sind euer Schlachtfeld (Frauen, Krieg und Gewalt)

Christina Lamb ist Kriegsreporterinnen und war Co-Autorin des Buches „Ich bin Malala“. Krieg zerstört Länder und Menschen. Geschichte von Soldaten und Politik gibt es zuhauf. Aber oft werden die Frauen übersehen, die in Kriegszeiten unsagbares Leiden ertragen müssen. Christina Lamb gibt ihnen eine Stimme und will aufmerksam für das Schicksal zahlreicher Frauen machen.

  • Autorin: Christina Lamb
  • Titel: Unsere Körper sind euer Schlachtfeld (Frauen, Krieg und Gewalt)
  • Verlag: Penguin
  • ISBN: 978-3-328-60072-5
  • Hardcover 22€
  • erscheint im April 2019

Warum ich mich „freue“?
Dieses Buch verspricht weder besonders fröhlich, unterhaltsam oder angenehm zu werden. Und doch ist es wichtig. Denn Frauen leiden überall auf der Welt. In den Wirren des Krieges geraten sie unter die Räder und die meisten Verbrechen werden nie geahndet. Ich bin gespannt auf dieses Buch und die Schicksale, die Geschichten, von denen Christina Lamb berichten wird.

 

Auf welche Bücher, die 2019 erscheinen, freut ihr euch besonders? Und soll ich auch bei Kleinverlagen, Selfpublishern und Comics & Mangas stöbern gehen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!


Titelbild Paul Schafer // Unsplash
[Rezension] Dumplin‘ von Julie Murphy

[Rezension] Dumplin‘ von Julie Murphy

Julie Murphy: Dumplin‘ – Go big or go home

Ich freute mich total als kurz nach der Buchmesse ein Paket von lovelybooks eintrudelte. Ich habe im Rahmen des Fischer Leseclubs dort ein Leseexemplar von „Dumplin'“ von Julie Murphy gewonnen! Dankeschööön. Spätestens seit Veras tollem Beitrag dazu war klar, ich MUSSTE dieses Buch lesen. Eine lange Zugfahrt kam mir entgegen und ich habe das Buch verschlungen wie ein Stückchen Schokolade. Ob es auch so gut geschmeckt hat?


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  • Autorin: Julie Murphy, übersetzt von Kattrin Stier
  • Titel: Dumplin‘
  • Fischer FJB
  • Genre: Jugendbuch, Humor
  • 397 Seiten, Gebunden: 18,99€ | Ebook: 16,99€
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Worum geht’s?
Willowdean, genannt Dumplin‘, ist eigentlich zufrieden mit sich. Ihre Mutter ist zwar im Komittee des örtlichen Schönheitswettbewerb und die dicke Will passt nicht in diese Welt, aber diese Tatsache und ihre überflüssigen Pfunde stören sie weniger. Doch alles wird anders als ihre geliebte Tante Lucy stirbt, ihre attraktiver Arbeitskollege Bo sie küsst und ihre beste Freundin El scheinbar neue, schlanke Freundinnen findet. Plötzlich fühlt sich Willowdean unwohl in ihrem Körper. Um sich selbst zu beweisen, dass man dick UND schön sein kann, meldet sie sich beim Schönheitswettbewerb an.


Meine Meinung

Ich bin selbst übergewichtig – die Kurzbeschreibung, die fröhlich wirkende Geschichte und die selbstbewusste Protagonistin haben mich sofort angesprochen. Nun bin ich nicht mehr 16 und werde in der Schule nicht von pubertierenden Typen angeblökt – aber ich konnte viele Beleidigungen, viele Probleme und viel von dem was Willowdean erlebt hat, auf mich beziehen. Dick zu sein gleicht nach wie vor einem Stigma, einem Schandfleck. Viele Vorurteile hängen damit zusammen – man sei faul, verfressen, dumm und selbst Schuld. Wenn man in Klamottenläden geht und die Hose nicht mal über ein Bein ziehen könnte. Abende, an denen man mit attraktiven Leuten unterwegs ist und abschätzige Blicke erntet. Wenn man hinaus geht und Spaß hat, wenn man in einem Fast Food oder bei einem Buffet etwas isst. Manchmal kauft man extra noch etwas Gemüse dazu, bevor man sich etwas Süßes im Supermarkt holen will. Wenn einem Glück nicht gegönnt wird.

„Aber ich will nicht, dass es mutig ist. Ich will, dass es normal ist.“ (S. 314)

Teilweise schmerzlich erinnerten mich Willowdeans Gedanken an meine eigenen Selbstzweifel, Ängste und Komplexe. Ich ziehe ungerne Bikinis an. Nicht weil ich finde, dass dicke Menschen keine anziehen sollten, sondern weil ich mich darin nackig und entblößt fühle. Weil ich nicht den Pool und die Sonne genieße, sondern ständig nur meinen blassen Schwabbel vor Augen habe. Wie den Vollmond am Himmel.
Dabei fühle ich micht nicht grundsätzlich hässlich. Ich glaube nicht, dass es mir zwingend besser geht, wenn ich zehn Kilo weniger wiege. Aber es würde viele Dinge erleichtern.
In unserer Gesellschaft wird einem ein Ideal vorgelebt, das nur wenige erfüllen können. Das führt unwillkürlich zu Frust und Essen wiederum hilft hervorragend bei Frust. Unsere Gesellschaft wird immer dicker, dennoch zeigen uns Medien stetig, wie ein Idealkörper auszusehen hat. Wie man gesünder lebt, Spaß am Sport hat und sich selbst lieben lernt – das ist das große Geheimnis. Es ist eine Profitgrube, andere verdienen Gold mit unseren Selbstzweifeln. Männern sollen groß und muskulös sein, mutig und unerschrocken. Als Frau soll man bitte schlank sein, aber trotzdem Kurven haben, aber nicht zu viel und am Besten grazil und überhaupt. Ich brauche euch nichts vorbeten – wir kennen das Ideal.

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Wenn man erwachsen wird lernt man irgendwie damit umzugehen. Aber die Zweifel, die seit Kindesbeinen an einem nagen, die einem eingeflößt werden wie Medizin, die bleiben. Umso wichtiger finde ich es, dass sich ein Jugendbuch mit einer dicken Protagonistin diesem Problem unserer Gesellschaft annimmt.

Liebenswerte Knödel & Pfirsichpos

Und die mutige, stolze Willowdean ist genau die richtige dafür! Sie fungiert als liebenswerte Erzählerin, aufmerksam, witzig, aber nicht frei von eigenen Vorurteilen. So vergleicht sie sich selbst auch mit anderen, ganz nach dem Motto „Ich könnte schlimmer aussehen„. Ja, das ist verdamm fies. Aber auch verdammt normal. Sie ist eifersüchtig auf ihre Freundin, fühlt sich zurückgelassen und verunsichert, als sich ein wunderhübscher Kerl scheinbar in sie verliebt. Auch, wenn sie ihre Schwächen gut verbirgt, brechen hier einige Emotionen hervor, die sie versteckt hat. Sie zieht voreilige Schlüsse, weil sie weiß wie schlecht manche über sie reden. Willowdean selbst kann gemein sein, sie handelt nicht immer richtig oder moralisch einwandfrei. Sie ist eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst. Insgesamt war Willowdean für mich sehr menschlich, dreidimensional und genau die richtige Protagonistin für dieses Buch. Ihre Entwicklung hat mir sehr gut gefallen.

Bo, der attraktive Mitarbeiter von Willowdean ist hübsch, lässig und strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. Er bleibt einer der blasseren Charaktere, auch wenn er Willowdean wirklich mag und nicht absichtlich böswilliges anstellt.

Ellen, Willows beste Freundin ist quirlig, lebhaft und liebevoll. Aber auch aufbrausend, nicht ganz ehrlich und dadurch sehr menschlich. Sie kämpft ebenfalls mit den Tücken des Erwachsen werdens. Sie will gemocht werden und dazugehören.

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Mein kleiner Knödel posiert (unfreiwillig) mit dem Buch. 😉

Den Konflikt von Willowdean und ihrer Mutter hätte ich gerne noch etwas ausführlicher gehabt, auch wenn er gegen Ende auf eine schöne Weise gelöst wurde. Auch Mitch hätte ein bisschen mehr Buchpräsenz verdient, denn er ist absolut liebenswert und auch mitverantwortlich für Willowdeans Weiterentwicklung.

Millie, Amanda und Hannah sind wunderbare Nebencharaktere und ich freue mich darauf, in Puddin‘ über die zuckersüße und herzensgute Milie zu lesen, die es wie Willowdean nicht leicht hat. Leider waren mir persönlich die Szenen mit Lee und Dale eine Spur zu klischeehaft und oberflächlich.

Am Ende ist klar, dass niemand frei von Objektifizierung und Oberflächlichkeiten ist. Auch die „Schönen“ müssen sich manchmal auf ihren Körper reduzieren lassen. Aber letztlich weiß man erst, wie jemand wirklich ist, wenn man ihn kennenlernt. Und dass Schönheit nur im ersten Moment etwas mit dem Aussehen zu tun hat.

Typische Jugendbuch-Liebesgeschichte?

Der Schreibstil und die Thematik des Buches sind definitiv auf eine jüngere Zielgruppe zugeschnitten. Das Buch lässt sich schnell und einfach lesen, aber hat dennoch Wortwitz und viele wichtige Botschaften – für alle Leser. Das „Coming of age“ Thema ist dennoch gegenwärtig und so verhalten sich die jugendlichen Charaktere auch. Neben dem klischeehaften Bully haben wir auch eine Mehrzahl von liebenswerten, bunten Charakteren.

Das Ende war mir ein bisschen zu flott, zu abrupt. Ein Epilog oder ein, zwei Seiten mehr hätte hier vielleicht gut getan.

Julie Murphy gelingt es viele Problematiken des Aufwachsens in das Buch zu packen, auch wenn Körpergefühl und Selbstliebe klar im Vordergrund stehen. Ich hätte mir gewünscht, dass es so ein lebensbejahendes Buch auch schon zu meiner Sweet 16 Zeit gegeben hätte. Ich hoffe, dass das Buch vielen Jugendlichen in die Hände fällt und sie ermutigt, sie selbst zu sein und sich nicht kleinreden zu lassen.

 

Fazit:

Dumplin‘ hat mich berührt und bestens unterhalten. Ich habe beim Lesen geschmunzelt, manchmal geschluckt, aber vor allem habe ich die lebhafte Geschichte genossen. Julie Muphy hat hier ein wichtiges Jugendbuch geschrieben, dass sicher an einigen Stellen noch etwas ausgereifter sein könnte. Einige Konflikte und Charaktere sind leider etwas untergegangen, aber das tut dem Lesespaß eigentlich keinen großen Abbruch. Definitiv ein Lesegenuss und ein Wohlfühlbuch! Für mich klare 4 Seesterne.

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Weitere Stimmen zum Buch:


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[Rezension] Lillesang: Das Geheimnis der dunklen Nixe von Nina Blazon

[Rezension] Lillesang: Das Geheimnis der dunklen Nixe von Nina Blazon

Dieses Buch stand tatsächlich recht lange ungelesen in meinem Regal. Es war ein absoluter Coverkauf. Glitzerschuppen, Meer, ihr dürftet mich inzwischen gut genug kennen. Aber nun habe ich es endlich beendet. Bisher haben mich die meisten Nixen/Meerjungfrau Bücher enttäuscht.

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Konnte Nina Blazon mich mit ihrem Kinder-/Jugendbuch überzeugen? Die Rezension ist wie immer spoilerfrei. <3

  • Titel: Lillesang – Das Geheimnis der dunklen Nixe
  • Autorin: Nina Blazon
  • Verlag: cbt Verlag
  • Genre: Fantasy, Kinder-/Jugendbuch
  • Taschenbuch*: 9,99€ | Ebook*: 8,99€
  • Einzelband, 413 Seiten

 

Worum geht’s?
Die elfjährige Jo fährt mit ihren Eltern nach Dänemark um das Haus ihrer kürzlich verstorbenen Großtante auszuräumen. Von dieser Großtante wusste niemand, denn Jos Mama tut alles dafür, um ihre eigene Vergangenheit zu verschleieren. Aber die alten Fotos im Haus, das Säuseln des Meeres und die düsteren Geschichten über ein Monster in Fischgestalt, das arglose Menschen in die Tiefen des Meeres zieht gehören alle zu einem uralten Geheimnis, das Jos Familie betrifft und sie, ihre neugewonnenen Freunde und ihre ahnungslose Mutter bald in große Gefahr bringen.

 

Meine Meinung:

Nixen, Geheimnisse, das Meer – alles Elemente, die mich unglaublich glücklich machen können. Andererseits erwarte ich mir auch was, von allen Büchern, die sich mit schillernden Schuppen kleiden. Zum Glück hat mich Nina Blazon nicht enttäuscht.

Dass das Buch sich an jüngere Leser richtet merkt man am Alter der Protagonistin Jolanda, die 11 Jahre alt ist. Für eine Elfjährige ist sie aber ziemlich gewieft, trotzdem noch verletztlich und bockig, aber nicht dumm. Das ist angenehm, denn oft stört mich bei Büchern, die auf eine jüngere Zielgruppe zugeschnitten sind, wie dämlich sich die Kinder anstellen.lillesang2

Generell lässt sich das Buch auch als Erwachsener wunderbar lesen, der Schreibstil ist malerisch und fließt sanft dahin wie ein Bächlein. Manche Begriffe werden natürlich extra erklärt, aber das stört nicht weiter.

Ich fand das Buch hatte eine interessante Struktur und war nach einem etwas schleppenden Start sehr spannend. Man wurde in die Geschichte hineigesogen und Nina Blazons schöner Schreibstil sorgte für ein lebendiges Kopenhagen und malerische dänische Standhäuser. Wo man von Nixen spricht, ist auch „Die kleine Meerjungfrau“ von Hans-Christian Andersen nicht weit und das Märchen wurde auf zauberhafte Weise mit der Geschichte verknüpft. Der Plot hat mich begeistert, denn zuerst fürchtete ich, wir würden das Märchen nacherzählt bekommen, aber so war es ganz und gar nicht.
Wie ein Strudel zieht uns die Geschichte in ihren Bann und da ist es leicht, sich aufs Glatteis führen zu lassen, auch wenn man ab der Hälfte schon erkennen kann, worauf es hinauslaufen wird. Die endgültige Auflösung ist dann dennoch traurig-schön und viel wunderbarer geschrieben, als man das erwartet hätte.lillesang3

Ich dachte mir nur an manchen Stellen: „Wow für ein Kinder/Jugendbuch ganz schön düster und bedrohlich.“
Mir hat es sehr gut gefallen, aber für jüngere Leser hat das Buch bestimmt den ein oder anderen albtraumreifen Moment. Ich hab auch als Kind schon gerne gruseliges Zeug gelesen, aber das sollte man als Leser*in definitiv wissen, bevor man das Buch seinem Kind in die Hände gibt. Am Ende dachte ich mir aber, ich würde gerne mehr von Jos, Mads‘ und Julies Abenteuern lesen.

Stellenweise war es ein bisschen ungalubwürdig, was die Kinder so alleine bewerkstelligen konnten, ohne aufzufallen und verhaftet zu werden. Auch manche Dialoge wirkten etwas hölzern und erzwungen.

Ansonsten bin ich mit dem Buch aber rundum zufrieden und ich muss es einfach nochmal sagen: Es. ist. so. schön. Diese glitzernden Schuppen machen das gebundene Buch einfach zu einem meiner allerliebsten Buchschätze und es ist einfach nur schön anzuschauen. Ein verträumtes Wasserbuch, nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für alle, die mit dem Thema was anfangen können. Außerdem ist Kopenhagen auf meiner Reiseliste ein ganzes Stückchen weiter nach oben gewandert.

lillesang

Fazit:

Auch, wenn mir das Geheimnis schon relativ früh klar wurde, so finde ich nicht, dass man dem Buch Vorhersehbarkeit anlasten kann, denn es hat definitiv einige Irrungen und Wirrungen und bleibt trotzdem spannend. Außerdem ist es eben für eine jüngere Zielgruppe gedacht. Die Märchenanspielungen, die schönen Beschreibungen und der wunderbare Plot machen dieses Buch für mich zur perfekten Badewannen-Blubber-Lektüre. Einen klitzekleinen Abzug gibt es aber für ein paar kleine Ungereimtheiten.

4,5seesterne

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[Rezension] Victoria Scott – Dante Walker: Seelensammler

[Rezension] Victoria Scott – Dante Walker: Seelensammler

Kennt ihr die Videospielreihe „Devil May Cry“ um den weißhaarigen und coolen Halbdämon Dante? Nein?

Dann habt ihr was verpasst. Ich bin nahezu konditioniert alles was nach Dante und Dämon klingt zu inspizieren. So oder so ähnlich landete auch „Dante Walker“ auf meiner Wunschliste und ich konnte ein Exemplar über tauschticket ergattern!

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Victoria Scott – Dante Walker: Seelensammler

Worum geht’s?

Dante Walker, ein cooler, abgebrühter ehemals 17-Jähriger ist Seelensammler des Teufels. Für den Big Boss in der Hölle stempelt er Seelen ab, verführt und verleitet die Menschen zum Sündigen. Und er ist gut in seinem Job. Sein nächster Auftrag könnte ihn an die Spitze seiner Karriere katapultieren, doch der Fall erweist sich als schwierig. Die siebzehnjährige Charlie Cooper, ein unschuldiges Mauerblümchen mit einem Herz aus Gold. Knapp neun Tage bleiben ihm, um ihre Seele in den Besitz der Hölle zu bringen. Doch das Leben, das Charlie ihm zeigt, bringt seinen Entschluss ins Wanken. Und warum ist der Teufel an einem so unscheinbaren Mädchen interessiert? Bald muss Dante erkennen, dass er es mit Himmel und Hölle aufnehmen muss, wenn er sich und Charlie beschützen will.

Band 2 „Dante Walker – Seelenretter“ ist bereits erschienen.

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Meine Meinung:

Das Cover wirkt cool und düster, passend zu höllischen Dämonen. Für mich wirkt es jedoch wesentlich erwachsener und dunkler als der eigentliche Inhalt des Buches. Dennoch finde ich die Gestaltung gelungen, die Farben würden Dante jedenfalls sehr gut gefallen.

Der Schreibstil ist locker, jugendlich und frech. Die Autorin lässt Dante aus der Ich-Perspektive erzählen. Seine Kommentare sind bissig, seine Gedanken manchmal fies-gemein bis niedlich. Das Buch liest sich locker und angenehm, manchmal war es mir jedoch ein wenig zu langatmig. Dennoch mochte ich Dantes Sarkasmus, seine Kommentare und seine seltsame Gehirnwelt.

Vom Inhalt hatte ich mir etwas anderes erwartet. Das Buch wirkt in seiner Aufmachung sehr erwachsen, der Klappentext verspricht eine außergewöhnliche Geschichte. Stattdessen bekommen wir eine Teenie-Romanze. Bad Boy trifft engelgleiches Mädchen, sie schafft es durch ihre reine, fehlerfreie Art ihn zum Nachdenken anzuregen. Hölle, Teufel, Dämonen? Das Element gibt der Geschichte zwar einen interessanten Twist und bringt Spannung, war für meinen Geschmack aber zu öde, zu wenig böse, zu wenig Hölle.

Die Charaktere haben mir solala gefallen.

  • Erzähler Dante Walker ist ein cooler Bad Boy und mit fünfzehn wäre ich sicher auf ihn abgefahren. Heute möchte ich ihn manchmal tätscheln, manchmal liebevoll ohrfeigen, weil er sich aufführt wie ein pubertierender Idiot. Sein Schicksal konnte mich jedoch nicht so mitreißen, dennoch war er mir der liebste Charakter im Buch. Und „cool“ ist er für mich leider nicht wirklich, dazu reichen schnieke Klamotten und rote Chucks nicht. Sorry, da nehme ich lieber den Devil May Cry Dante.  Positiv merke ich jedoch an, dass er als Kerl echt in Ordnung ist und ehrlich um Charlie bemüht. Da habe ich schon wesentlich ekligere Love Interests gehabt.
  • Zielobjekt Charlie hingegen bleibt blass, unerreichbar. Sie ist so naiv und rein und unschuldig, dass man mehrfach die Augen verdrehte. An ihr ist scheinbar nichts Schlechtes, keine Grautöne. Sie wird als graue Maus beschrieben, die am Ende durch innere Schönheit strahlt und die bei genauem Hinsehen glatt ein Engel sein konnte. Aber ihre Einzigartigkeit und Freundlichkeit, ihre reine Seele ist es, die Dante zum Nachdenken bringt… *Gähn*
  • Die Nebencharaktere Annabelle, Blue und die Ziehmutter von Charlie sowie Dantes Kumpel Max wirken austauschbar. Zwar hat man hier und da den ein oder anderen Charakterzug, aber sonst bleiben sie klischeehaft und dienen nur dem Zweck. Eine beste Freundin, die immer den Schubs in die Richtung gibt. Ein Kumpel, der als Liebesrivale auftritt. Ein paar Dilemmata und fertig.

Das Ende. Nun ja, ich denke, ich empfand es als sehr weit hergeholt. Es war klar, dass es so oder so ähnlich enden würde. Ein paar Probleme beseitigt, ein paar Neue kommen hinzu. Für mich wirkte es sehr generisch und konstruiert, deus ex machina. Es gibt keinen bösen Cliffhanger aber dennoch ist die Geschichte um Charlie und Dante noch nicht zu Ende.

Mein Fazit:

Meh. Das Buch ist für mich weder besonders schlecht noch besonders gut. Ich habe etwas anderes erwartet und war deshalb ein wenig enttäuscht, nur eine klischeehafte Teenie-Romanze vorzufinden. Die Charaktere sind blass und öde. Dante wirkt nur etwas lebendiger, weil wir die Geschichte durch seine Augen erleben. Zwar ließ sich das Buch gut und schnell lesen, aber mehr als eine kurzweilige Unterhaltung konnte es nicht bieten. Ich glaube aber, dass mein jüngeres Ich das Buch gut gefunden hätte. Für jüngere Leser oder Fans von unspektakulären übernatürlichen Romanzen ist die Geschichte dennoch zu empfehlen. Von mir gibt es drei Seesterne.

Werde ich Band 2 lesen? Vielleicht.

3seesterne

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[Rezension] The Hate U Give von Angie Thomas

[Rezension] The Hate U Give von Angie Thomas

Es wird gehyped, gehyped und gehyped. „The Hate U Give“, kurz THUG, der Debütroman von Angie Thomas, einer schwarzen Autorin aus den USA. Ist die Welle der Begeisterung gerechtfertigt?

Ich habe mir das englische Hardcover gekauft, als es kurzzeitig im Angebot war. Gelesen habe ich es zusammen mit ein paar lieben Leuten – u.a. Leseratz, Isabel, Eva, Liila, Sophia und Nise – in einer Leserunde (#readingthug)

Diese Rezension ist spoilerfrei, leichte Andeutungen konnte ich jedoch nicht vermeiden.

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Worum geht’s?

Nach einer Party wird die 16-jährige Starr von ihrem Kindheitsfreund Khalil nach Hause gefahren. Jedoch werden sie von einem weißen Officer angehalten, die Situation ist angespannt und eskaliert: Khalil wird erschossen und stirbt in Starrs Armen. Ein brisantes Thema, eine Tragödie wie viele anderen. Weißer Cop erschießt schwarzen Jugendlichen. Die Nachrichten machen schnell die Runde. In Garden Heights, Starrs Viertel, in dem hauptsächlich Schwarze wohnen, starten Proteste, die Stimmung brodelt und es wird nach Rechtssprechung gerufen.
Justice for Khalil„, schallt es durch die Straßen.
Die Medien zeichnen ein anderes Bild und nehmen den Cop in Schutz. Khalil sei ein Drogendealer, ein Gangster, ein Bandenmitglied gewesen. Inmitten all dessen ist Starr hin- und hergerissen, denn sie lebt in zwei Welten. Einmal mit ihrer Familie in Garden Heights und einmal auf der weißen Privatschule, auf die ihre Freunde und auch ihr fester Freund Chris geht. Niemand weiß, dass sie die ominöse Zeugin ist, die zum Zeitpunkt des Geschehens mit in Khalils Auto saß. Sie hat Angst vor den Konsequenzen, Angst vor den Veränderungen und Angst, ihre eigene Identität als Schwarze aufzugeben, wenn sie nicht dafür sorgt, dass Khalil Gerechtigkeit widerfährt.  Wird sie ihre Stimme erheben und damit ihr eigenes Leben, ihre Freundschaften und Beziehungen aufs Spiel setzen?

  • Genre: Jugendbuch
  • Verlag: cbt Verlag (deutsch), Walker Books Ltd. (Englisch)
  • Hardcover*: 17,99€ (deutsch) | Ebook*: 13,99€ (deutsch)| Taschenbuch*: 7,99€ (englisch)

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Meine Meinung:

Das Hardcover besticht durch sein schlichtes, aber aussagekräftiges Design. Die Taschenbuchversion wirkt unauffällig, schlicht und deswegen mag ich das gebundene Buch viel lieber. Außerdem wirkt es frischer, aktueller und jugendlicher.

Da ich das Buch auf englisch gelesen habe, kann ich nichts zur deutschen Übersetzung sagen. Ich fand das Buch ließ sich gut lesen, nur eine Slang-Ausdrücke musste ich googlen. Es war spannend und treffend geschrieben, wir begleiten Starr als Ich-Erzählerin, erhalten Einblick in die Gedankenwelt eines modernen, sechzehnjährigen Mädchens und das bringt der frische, peppige Schreibstil klar rüber. Hier und dort gab es einige Wortwiederholungen, besonders „snickered“ ist mir immer wieder aufgefallen. An sich war das aber nicht störend und der Schreibstil als Stilmittel wurde gut genutzt und steht auch eher im Hintergrund der Geschichte und ihrer Botschaft, was vollkommen in Ordnung ist. Für einen Debütroman hat Angie Thomas hier eine solide Leistung abgeliefert und uns Starrs Welt bunt, chaotisch und lebhaft gezeichnet.

Wir haben einige Charaktere in diesem Buch: Allen voran unsere Protagonistin und Erzählerin Starr, ein schwarzes Mädchen aus einer großen, liebevoll-strengen Familie, die in zwei Welten lebt. Einmal in dem Viertel Garden Heights, wo ihr Vater einen kleinen Supermarkt betreibt: ärmlich, etwas heruntergekommen, mit vielen Problemen, aber mit einer starken schwarzen Gemeinschaft. Auf der anderen Seite geht sie seit einem Vorfall in ihrer Kindheit auf eine weiße Privatschule, auf der sie fast die einzige Person mit dunkler Hautfarbe ist. Dort gibt sie sich anders und versucht mit aller Macht nicht „Ghetto“ oder „abgeranzt“ rüberzukommen, sondern wie ein cooles, schwarzes Mädchen. Auch ihre Freunde Maya, Hayley und ihr fester Freund Chris (den sie vor ihrer Familie insbes. ihrem Vater geheim hält, weil er weiß ist) besuchen diese Schule. Der Kontrast der beiden Welten wird immer wieder deutlich, in dem wie sich die Charaktere geben, was sie sagen und was sie besitzen, was sie beschäftigt. Im Verlauf der Geschichte erleben wir einige Reibereien und Freundschaften gehen zu Bruch. Maya hat chinesische Wurzeln, womit Chris und Hayley neben dem Officer die einzigen weißen Personen sind, die eine größere Rolle spielen. Chris war mir sehr sympathisch und ich mochte, wie er dargestellt wurde. Ein bisschen tollpatschig, aber lieb und herzensgut, ehrlich um Starr bemüht.

Dann gibt es noch Starrs Familie, ihren Vater Maverick, einen ehemaligen Dealer und Gangster, der es sich nach seinem Aufenthalt im Gefängnis in den Kopf gesetzt hat, auch anderen zu helfen und sich sehr für die Recht der Schwarzen und Frieden im Viertel einsetzt. Starrs Mama Lisa ist Krankenschwester und besticht durch ihre liebevolle Strenge, ihre aufmerksamen Worte und ihr großes Herz. So eine Mama kann man sich nur wünschen. Zusätzlich besteht die Familie noch aus ihre kleinen Bruder Sekani und ihrem Halbbruder Seven, dessen leibliche Mutter die Geliebte des größten Drogenbosses des Viertels ist. Ihr Onkel Carlos ist ebenfalls Polizist und zeigt uns, dass es keine „Seiten“ sondern nur Menschen gibt.

Außerdem treten noch Kenya, leibliche Tochter des Drogenbosses und DeVante, ein junger Dealer, er aus dem Geschäft aussteigen will, auf.

All diese vielen Charaktere werden durch Angie Thomas Erzählstil, ihre Gespräche und die kleinen, detailreichen Infos zu lebendigen Menschen, zu Freunden und Feinden. Auch wenn ich über Starrs Vater manchmal nur den Kopf schütteln konnte und die Begeisterung für Sneaker und Basketball nicht nachvollziehen kann – ich habe mich mit Starr wie ein Teil dieser Welt gefühlt. Wie ein Teil von Garden Heights und der schwarzen Community. Und das als weißes Mädchen, das im idyllischen Allgäu aufgewachsen ist und bis zu ihrem Grundschulalter nur eine dunkelhäutige Person kannte. Natürlich spielt dieses Geschichte in Amerika und ich weiß nicht inwiefern man überhaupt Deutschland und Amerika in dieser Hinsicht vergleichen kann. Jedoch wurde mir klar, dass es durchaus viele Unterschiede gibt, viele Dinge, die uns unverständlich erscheinen, aber auf ihre Weise bezaubernd und cool sind z.B. der gemeinschaftliche Zusammenheit, das politische Wissen & Engagement von Starrs Familie. Dinge, die einem als verwöhntes weißes Dorfkind, in dem Alter noch ganz fremd waren.

Inhaltlich ist das Buch brisant wie nie. Auf der ganzen Welt machen rechtsgesinnte Personen Lärm und es fühlt sich manchmal nicht an, als wären wir in 2017 und hätten Apartheid, Sklaverei und die schlimmste Zeit des Rassismus hinter uns. Rassismus, Tokenismus und all diese Dinge sind real und sie schmerzen. Kleine Worte, unbedachte Aussagen und die Weigerung einer großen Mehrheit der weißen, priviligierten Gesellschaft diese herrschenden Unterschiede zu sehen, führen eher dazu, dass wir uns als Gesellschaft wieder zurückentwickeln. Dabei wollen alle Menschen dasselbe: Eine liebevolle Familie, Sicherheit und das Nötigste zum Leben. Aber nicht nur Rassismus und die Frage nach Recht und Unrecht spielen in diesem Buch eine Rolle. Ich denke, The Hate U Give ist viel zeitloser, denn es geht auch um Selbstfindung, Identität, Dankbarkeit, darum toxische Freunde ziehen zu lassen, um die eigene Stimme und die Bedeutung von Mut, Familie und Liebe. All diese Themen untergebracht in einer spannenden und emotional bewegenden Geschichte, die uns mitreißt und uns betroffen, wütend und traurig macht. Angie Thomas ist es gelungen schwierige Themen in ein fesselndes Jugendbuch zu verpacken und Facetten zu zeichnen. Grautöne und kein Schwarz & Weiß. Wir haben „gute“ Cops und „böse“ Cops, wir haben „gute“ weiße und schwarze Personen und wir haben „böse“ weiße und schwarze Personen. Es ist kein Buch, das wütend mit dem Finger zeigt und beschuldigt. Es ist ein Buch, das stattdessen Doppelmoral aufdeckt, das die richtigen Fragen stellt und die richtigen Beobachtungen macht. Es zeigt, wie blauäugig und ignorant wir manchmal sind und wie wenig uns oft bewusst ist, wie es in einem anderen Teil der Gesellschaft aussieht. Es hat mich oft sehr nachdenklich gestimmt und mich über mein eigenes Verhalten nachdenken lassen.

Das Ende hat mir gut gefallen, es hat gepasst und es wirkte real und hoffnungsvoll, wenngleich nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Es war ein Ausschnitt aus Starrs Leben, den wir begleiten durften, eine Geschichte die erzählt wurde und erzählt werden musste.

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Fazit:

Für mich ist der Hype absolut gerechtfertigt. „The Hate U Give“ ist eine packende, brisante Geschichte, verpackt in eine zeitlose Geschichte mit vielen wichtigen Botschaften. Angie Thomas beweist durch ihre Erzählung und ihre Charaktere ein unfassbar hohes Maß an Sensibilität, an Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen. Sie schließt nicht verbittert ab, sondern hoffnungsvoll und motivierend. Ich habe Starrs Stimme gehört und ich hoffe, dass ganz viele Leute dieses Buch lesen und auch den Ruf vernehmen, den unsere mutige Heldin Starr in die Welt hinausschreit.

Ich gebe diesem Buch 5 Seesterne. Ich könnte zwar Abzüge wegen Schreibstil und einigen klischeehaften Charakteren geben, aber das möchte ich nicht. Denn die Geschichte und die Botschaft sind das wichtige und das einzigartige an diesem Buch. Wäre ich eine Deutschlehrerin würde ich es auf jeden Fall mit in meinen Lehrplan aufnehmen. Lest es, wenn ihr die Zeit findet. Lest es.

5seesterne

Weitere Meinungen zum Buch:

 


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[Rezension] Auf immer gejagt von Erin Summerill 

[Rezension] Auf immer gejagt von Erin Summerill 

Bei einem Gewinnspiel vom Carlsen Verlag** habe ich „Auf immer gejagt“ von Erin Summerill gewonnen. Vielen Dank dafür!

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Erin Summerill – Auf immer gejagt (Königreich der Wälder 1)

Worum geht’s? 

Tessa, Tochter des Kopfgeldjägers des Königs steht nach dem Tod ihres Vaters vor dem obersten Lord: Entweder sie wird wegen Wilderrei und der fraglichen Herkunft ihrer Mutter getötet oder sie hilft als talentierte Fährtenleserin bei der Suche nach dem Mörder ihres Vaters. Dabei handelt es sich aber um ihren Sandkastenfreund und ihre große Liebe Cohen! Auf der Jagd entdeckt Tessa mehr über das Königreich und über ihre Vergangenheit als ihr lieb ist…

  • Genre: Fantasy, Jugendbuch
  • Carlsen Verlag
  • gebunden*: 19,99

Videorezension:

 

Meine Meinung: 

Das Design ist wirklich schick, mit den goldenen Lettern und Ranken und dem düsteren Wald. Einzig das Mädchen auf dem Umschlag passt nicht so wirklich hinein. Schließlich läuft Tessa als Fährtenleserin 90% der Zeit in Hosen herum. Aber naja, Jugendfantasybücher brauchen wohl eine Frau in Rückansicht mit wallenden Haaren um eine starke Protagonistin darzustellen. Ich fand das Buch aber ohne Schutzumschlag mindestens genauso hübsch!

Liest man hinten den Text von Erin Summerill erschließt sich, dass „Auf immer gejagt“ ihr Debütroman ist. Ich muss leider sagen, das merkt man auch an einigen Stellen. Ihr Schreibstil lässt sich flüssig lesen, ist aber sehr einfach und schmucklos. So richtig hineingezogen wurde man in die Welt nicht. Es war halt alles irgendwie Wald und ein paar Städte und ein paar Menschen. An einigen Stellen hätte auch die Spannung sicherlich durch die Wortwahl oder hinauszögern gewisser Dinge sicher noch gewonnen. Ich hatte das Gefühl, in diesem Buch wurde einer der Schreibtipps überhaupt nicht so richtig befolgt: Show, don’t tell. Es wurde viel berichtet, aber wenig erzählt – wenn ihr versteht, wie ich das meine… Aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Wer meine Rezensionen liest, weiß, wie wichtig mir gute, lebhafte Charaktere sind. Hmpf. Es mag an der oben genannten Neigung gelegen haben, eher zu berichten als uns durch Handlungen oder Gesten zu zeigen, wie die Charaktere drauf sind. Aber die Charaktere blieben blass und ihr Schicksal war mir leider – und zwar durchgehend – ziemlich egal. Auch die Beziehung zwischen Cohen und Tessa – warum sich beide verliebt haben bzw. was sie am anderen mögen, ist mir auch nicht wirklich klar geworden – war wenig komplex und meist auf seinen Geruch, seine Muskeln und ihre schönen Haare beschränkt. Tessa war aufopferungsvoll und voller Hingabe, hier wäre sicherlich mehr drin gewesen, aber sie wirkte wie die 0815 Jugendbuch-Heldin, die durch ihre unantastbare Moral und ihre perfekt beherrschte Geheimgabe einfach unglaubwürdig erschien. Enat, Hauptmann Omar, Leif und die anderen blieben ebenfalls blasse Platzhalter mit klischeehaften Eigenschaften. Sehr, sehr schade. Ganz am Ende im Gespräch mit dem König hat sich noch etwas angedeutet, was mich zumindest neugierig macht. Aber in diesem Band konnten mich die Charaktere leider nicht überzeugen.

Der Klappentext ließ eine schwierige Beziehung, viele Verstrickungen und eine toughe Protagonistin anmuten. Inhaltlich war es aber dann doch anders, als ich es mir vorgestellt habe. Es war sehr geradlinig, es blieben immer wenige Fragen lange offen, bis auf ein paar Auseinandersetzungen wurde Cohen und Tessa immer aus der Patsche geholfen. So richtig „ernst“ wurde es nie, weshalb ich es stellenweise auch sehr vorhersehbar fand. Die „großen“ Enthüllungen waren dem Leser lange vor Tessa klar und dadurch hat es manchmal nur genervt. Es wird viel durch den Wald geritten, es gibt viele kurze Kampfszenen, viele Laber-Szenen und Szenen, in denen Tessa ihr Gesicht in Cohens Rücken drückt und an ihm schnüffelt. Naja. Die Welt und die Magie wurden ansatzweise erklärt, wirkten aber wenig ausgeklügelt und sehr generisch. Mittelalter-Fantasy, die Leute fürchten sich vor Magie, Ritter, Schwerter, Zack-zack. Damit will ich nicht sagen, dass das langweilig oder schlecht sein muss, aber viele ruhen sich auf diesen Angaben aus. Eine eigene Welt, mehr Eigenarten, mehr Details: Das wünsche ich mir!

Das Ende. Nun, mir war klar, dass diese eine Person aus plottechnischen Gründen sterben würde. Die „Offenbarung“ zum Ende hin war auch nicht wirklich glaubhaft oder schockierend. Ich hätte es spannender gefunden, wenn es doch noch mehr Schwierigkeiten auf beiden Seiten gegeben hätte, aber auch hier blieb der große Knall aus. Dennoch kam auf der allerletzten Seite doch noch ein Aspekt auf, den ich interessant bzw. spannend fand. Soweit ich weiß, werden auch noch weitere Bücher aus dieser Reihe folgen.

Fazit:

Im Großen und Ganzen ließ sich das Buch angenehm lesen, die Charaktere waren glanzlos, aber dennoch konnte man der Handlung gespannt folgen. Das Cover finde ich hübsch designt und das Ende hat es doch nochmal geschafft mich neugierig zu machen. Erin Sumerill ist ein gutes Debüt gelungen, das vor allem in puncto Charaktere und Schreibstil noch einige Schippen drauflegen kann und sollte. Als Lesespaß für zwischendurch mit ein bisschen Magie und Anschmachterei kann ich das Buch empfehlen. Von mir gibt es solide 3 Seesterne!

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Weitere Stimmen zum Buch:

Literatouristin

Sharon Baker


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