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Tanja Hanika #ProjektArbeitstitel

Tanja Hanika #ProjektArbeitstitel

Tanja Hanika #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, auch Horrorautorin Tanja Hanika bei #ProjektArbeitstitel vorstellen zu können. Ihre Bücher „Scream Run Die“ und „Zwietracht – Mörderische Freundschaft“ habe ich auch schon auf dem Blog rezensiert.

(c) D. Pfingstmann

Hallo, mein Name ist Tanja Hanika und ich schreibe Horrorgeschichten in unterschiedlichsten Spielarten. Von Schauerromanen über Splatter bis hin zu Psychohorror ist alles dabei. Mit dem Schreiben habe ich angefangen, als ich mit acht Jahren eine Kinderversion von Stokers „Dracula“ in die Hände bekam. Seither ist Horror mein Ding und ich bin überglücklich, inzwischen hauptberuflich meinen Traumjob als Autorin ausüben zu dürfen.

Außerdem habe ich das „Arbeitsbuch für Schriftsteller“ und dessen englische Übersetzung „Writer’s Workbook“ veröffentlicht. Aktuell sind es zwölf Veröffentlichungen: Gerade erschien die englische Übersetzung von „Der Angstfresser“ („The Fear Monger“) und Anfang September erscheint dann „Hexenwerk – Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach“.

 

Hexenwerk und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Das nächste Projekt, das ich veröffentliche, ist mein gerade erwähnter Hexenhorrorroman. Er spielt in der Gegenwart mit ein paar Rückblenden in die frühe Neuzeit und damit in die Zeit der Hexenverbrennungen. Ein paar Jungs werden bezüglich dreier Nachbarinnen skeptisch. Sie halten sie für Kinderfresserinnen und opfern ihre Sommerferien, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Daneben arbeite ich längerfristig an meiner nächsten Horroranthologie, plotte einen Horrorroman mit Projektnamen #Roadkill und veröffentliche bald die dritte Auflage vom „Writer’s Workbook“. Und am fabelhaften Projekt #darklegends darf ich auch mitschreiben, zu dem es bestimmt bald mehr Infos geben wird.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Die Veröffentlichung für meinen Hexenhorror ist direkt Anfang September geplant.

Momentan bereite ich das Marketing vor. Wenn alles nach Plan verläuft, müsste ich die Datei genau heute hochladen, damit Amazon dann das Buch freischaltet und es in den nächsten Tagen erhältlich ist.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe noch vieles in Vorbereitung. Plot und die ersten Kapitel eines modernen Schauerromans, bei dem es aussieht, als gäbe es in einer vermeintlichen Spukburg nicht Geister, sondern Vampire, sind fertig. Auch für meinen nächsten Psychohorrorroman stehen die Grundidee und die allerersten Plotpunkte. Und es schlummern sehr sehr viele weitere Ideen auf der Festplatte.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
– Den inneren Kritiker zu ignorieren, bis es ans Überarbeiten geht. Und ihm auch dann nur bedingt zuzuhören: Falls er nicht mit generellen Selbstzweifeln kommt, wird er geknebelt, aber falls er produktive Textkritik übt, bekommt er einen Kaffee gereicht.

– Mit dem Marketing am besten schon während des Schreibens der Rohfassung beginnen und am besten die potenziellen Leser mit einbeziehen, wo es geht.

– Trau dich das zu schreiben, von dem du überzeugt bist, und was dir Spaß macht! (Hat im Horror vielleicht noch einmal eine andere Bedeutung als in anderen Genres. ^^)

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
Ich wurde handwerklich sehr viel besser. Das ist zwar irgendwo ärgerlich, weil ich gerne alte Projekte überarbeiten/verbessern würde, aber dann käme ich nicht voran. Mit wirklich jedem Roman lernt man dazu.

Meine Herangehensweise habe ich eigentlich nur minimal verändert. Hier und da haben sich Vorgänge gefestigt oder auch ein bisschen verändert. Wie man das Schreiben lernt, lernt man es auch zu korrigieren, gerade da wurde ich sehr viel sicherer.

Covergestaltung Cathy Strefford

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Beim Plotten, Schreiben und Korrigieren habe ich keine größeren Probleme. Manchmal brauche ich eine Weile, bis der Twist rund ist oder ich die Lösung für ein Plotproblem finde, aber das gehört dazu und ist ganz normal. Der Schreibprozess läuft bei mir inzwischen glücklicherweise sehr routiniert, was Sicherheit gibt.

Die Aufgabe, die mir nicht so leicht von der Hand geht, ist das Marketing. Bei der Veröffentlichung weniger, aber später dann immer wieder auf das Projekt hinzuweisen, fällt mir manchmal schwer, weil ich nicht nerven möchte. Ich versuche Werbung mit Inhalt zu bieten. Ich will mich nicht aufdrängen, aber genau das ist ein Stück weit nötig, um Bücher zu verkaufen.

Hast du eine Schreibroutine?
Eine feste Routine habe ich nicht. Ich arbeite vormittags und falls aus Zeitplangründen nötig auch abends. Der Mittag gehört bis zu seiner Bett-Geh-Zeit dem Sohn. Sollte der aber keine Zeit für mich haben (Spieleverabredungen etc.), dann nutze ich die Zeit immer als Extraschreibzeit. Meine freiberufliche Tätigkeit weiß ich sehr zu schätzen, so bin ich flexibel, wann ich was (und von wo aus) erledige.

Ich plotte meine Geschichten und höre nur mit dem Schreiben an Stellen auf, wenn ich weiß, wie es weitergeht, wodurch mir Schreibblockaden erspart bleiben. Rituale, die ich zum Schreiben brauche, habe ich keine, aber irgendwie schleicht sich öfter mal eine Kaffeetasse auf den Schreibtisch. Ich kann immer und überall schreiben, wenn man mich lässt. ^^

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Sei mutig und glaube an dich. Jede Geschichte hat eine Daseinsberechtigung. Es warten viel mehr begeisterte Leser*innen auf dich, als du denkst, du musst es nur durchziehen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich finde Autorenbiografien generell sehr inspirierend und lese gerne Schreibratgeber. Mich motiviert besonders der Gedanke an die nächste Veröffentlichung und das Leserfeedback, das ich bekomme.

Stephen King ist natürlich im Horrorbereich ein Name, um den man nicht herumkommt. Was er erreicht hat, ist erstaunlich. Aber da mir die meisten seiner Geschichten nicht so sehr liegen, würde ich als Schreibvorbild eher Richard Laymon nennen. Besonders inspirierend finde ich Edgar Allan Poe und seinen wunderschönen düsteren Sprachstil.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass es künftig mehr mutige Leserinnen gibt, die sich ganz allgemein an Horrortexte/Gruselgeschichten heranwagen und sie nicht grundsätzlich aus Angst vor Albträumen ablehnen. Der Nervenkitzel macht solchen Spaß, man muss sich nur trauen. Außerdem hat hier der Protagonist immerhin eine Chance sein Leben zu retten, indem er über sich hinauswächst, im Gegensatz zu den typischen Krimi-Leichen.

Mein Ziel ist es, vielen Lesern einen spannenden Horrortrip zu ermöglichen und jeden Tag mein Leben als Autorin zu genießen und auszuschöpfen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das teilt sich in ganz unterschiedliche Bereiche auf, für einen kann ich mich beim besten Willen nicht entscheiden.

An Leserrückmeldungen freue ich mich am meisten, wenn mir Menschen schreiben, die durch einen meiner Romane ihre Liebe zum Horrorgenre (wieder-)entdeckt haben oder wenn sie mich als Lieblingsautorin nennen. Das bedeutet mir beides sehr viel.

Inzwischen sind einige coole Dinge geschehen: Nicht nur, dass es eine Übersetzung gibt oder dass ich nun hauptberuflich Schriftstellerin sein darf, es gibt da noch etwas Inoffizielles, über das ich nicht reden darf, aber damit geht DER Autorentraum schlechthin in Erfüllung, falls alles klappt.

Auch die volle Unterstützung und Begeisterung seitens der Familie bedeutet mir viel. Mein Sohn hat beispielsweise letztens angekündigt, alle meine Bücher zu lesen, sobald er erwachsen ist. <3

 

Eine kleine Kostprobe…

Hier ganz exklusiv ein Ausschnitt aus „Hexenwerk – Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach“:

Sie schlichen den Flur entlang, spähten in die Türspalte der angelehnten Türen, aber entdeckten keine der Frauen. Zwar war es nicht ihr Plan, sie direkt anzugreifen, aber es wäre von Vorteil zu wissen, wo sie sich aufhielten. Nach heftiger Debatte hatten sie auf Simons Dachboden beschlossen, ein Feuer zu legen: Wenn im Mittelalter Hexen verbrannt wurden, um sie vom Bösen zu säubern, sollte ein Brand auch Schwarzbach von den Hexen reinigen. Chris hatte sich darin durchgesetzt, dass sie zumindest einen Gegenstand oder irgendein Zeugnis finden mussten, der ihr böses Treiben bewies. Erst dann durften sie das Feuer legen – mit allen Konsequenzen für die Frauen und für die Jungen selbst. Die nötigen Beweise hatten sie Simons Auffassung nach gefunden.

Irgendwie wünschte er sich dennoch, die Polizei in dieses Haus samt grässlichem Keller zu schicken. Die Fotos auf seinem Handy könnten sie nicht ignorieren, auch nicht, wenn Kinder sie präsentierten, die unerlaubt dort eingebrochen waren.

Vielleicht lässt sich das mit dem Einbruch noch anders verpacken, dachte Simon. Wenn sie die Bilder als anonymen Hinweis aushändigten, wären sie aus dem Schneider, aber indem sie alle gemeinsam im Polizeirevier aufschlugen, würden sie wohl eher etwas bewirken. Die Beamten müssen doch zumindest hierherkommen, mit den Hexen reden und nachsehen, grübelte Simon.

Hier lag jedoch auch das Problem für ihn: Sie würden die Hexen verkennen. Die Polizei würde die Hexen nur als alte, verbrecherische Frauen sehen, wenn überhaupt. Sie würden mit ihnen nicht fertigwerden.

Lenni, den es wie üblich zur Küche zog, flüsterte: »Leute, schaut euch das an.« Simon erreichte ihn als Erster, lehnte sich über seine Schulter und sah eine mittelalterliche Kochstelle mit großem Kessel.

»Ob die darin die Kinder kochen?«, fragte Lenni und Simon hörte ihn schlucken.

»Nein«, sagte eine alte, verdorrte Stimme hinter ihnen. Die Frau, deren faltiges und von Schwielen überzogenes Gesicht Simon bereits bei sich zu Hause begegnet war, stand auf der ersten Stufe der Treppe zum Obergeschoß und hielt Chris fest. Einen Arm hatte sie um seine Kehle gelegt, bereit dafür, zuzudrücken, und mit der anderen Hand hielt sie Chris‘ Hände mühelos fest. Er regte sich nicht, starrte aber seine Freunde mit aufgerissenen Augen an. Es war die Frau, die Linus und ihn beim Steinewerfen beobachtet hatte.

Damals hatte ihr Gesicht aber anders ausgesehen, mehr wie das einer gewöhnlichen alten Frau, nicht so scheußlich wie bei ihm daheim und heute Abend. Lediglich ihre seltsam silbrigen Haare waren dieselben.

»Wir kochen die Kinder nicht, wir braten sie an einem Spieß. Aber wir benutzen tatsächlich diese Feuerstelle.«


Tanja Hanika

 

„Hexenwerk – Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach“ erscheint Anfang September.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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#SPBuch Adventskalender – 17 – Tanja Hanika

#SPBuch Adventskalender – 17 – Tanja Hanika

#SPBuch Adventskalender – 17 – Tanja Hanika

(Werbung wegen Namensnennung)

Hallöchen und Willkommen zum siebzehnten Türchen des Selfpublishing Adventskalenders – heute habe ich mit Tanja Hanika eine unglaublich liebe Person im Boot. Man würde ihr auf den ersten Blick gar nicht zutrauen, gruselige und blutige Romane zu schreiben. Aber genau das macht sie und zwar sehr gut!

Zwei ihrer Werke, nämlich Zwietracht und Scream Run Die, habe ich hier auf meinem Blog schon rezensiert.

Auf ihrer Website findet ihr weitere Infos zu ihren Büchern.


1. Liebe Tanja, du schreibst vorwiegend gruselige und blutige Geschichten! Bei Weihnachten denkt man nicht gleich an Horror. Gibt es etwas im Advent und im Festtagstrubel, dass du gruselig findest?

Ich mag Weihnachten und an sich finde ich daran nichts gruselig. Knecht Ruprecht hätte aber Potenzial. Man kann jedes Setting gruselig schreiben. Ein leerer Weihnachtsmarkt mit leiernder Weihnachtsmusik und einem einzigen offenen Stand beispielsweise, der etwas ganz Spezielles verkauft.

 

2. Hast du dir schonmal überlegt eine unheimliche Weihnachtsgeschichte zu schreiben oder ein weihnachtliches Motiv für eine Horrorgeschichte zu adaptieren?

Da bringst du mich auf eine Idee.^^ Eine Weihnachtsgeschichte habe ich noch nicht adaptiert, aber ich finde generell, dass Horror gut in die Weihnachtszeit passt. Er bietet eine angenehme Pause von der Dauerbesinnlichkeit im Advent, lässt einen durchatmen und anschließend ist man wieder bereit für Plätzchen, Punsch und Co.

 

3. Dieser Adventskalender präsentiert eine Fülle wunderbarer Selfpublisher*innen. Wo liegen für dich die Vorteile beim Selfpublishing?

Der für mich wichtigste Vorteil ist die Freiheit, alles selbst zu organisieren, selbst zu entscheiden und auch die Geschichten zu veröffentlichen, die vielleicht nicht mainstreamig genug für einen Verlag wären. Ich habe Handlungsfreiheit bezüglich meiner Geschichten, der Themenwahl und ich kann bestimmen, wann ich sie veröffentliche, ohne zu lange Vorlaufzeit. Es muss nicht in ein Programm passen, sondern nur zu mir als Autorin. Die Branche hat sich stark Professionalisiert, sodass man genügend Ansprechpartner findet, wenn man Hilfe beim Feinschliff des Textes oder bei der Covergestaltung braucht. Ich kann mir sogar dabei aussuchen, mit wem ich zusammenarbeiten und wie ich es haben möchte. Welcher Verlag könnte mir all das bieten? 🙂

4. Was war dein bisheriges Highlight als Autorin?

Ein einzelnes Highlight kann ich wirklich nicht herausgreifen, es gibt da verschiedene Ebenen. Ein riesiges Highlight war das Autorenportrait über mich im Magazin »Der Selfpublisher«. Auch die Messen und Litcamps, wenn ich meine Kollegen und Leser treffen darf, sind jedes Mal Highlights mit ganz besonderen Momenten.

Das erste Mal das Taschenbuch des jeweils aktuellen Buchprojekts in den Händen zu halten, ist ein Highlight im Arbeitsprozess, weil man das Ergebnis sieht, wo hinein man all sein Herzblut und die Mühe gesteckt hat.

 

5. Was magst du an der Weihnachtszeit am Liebsten und welcher Nascherei kannst du nicht widerstehen?

Leuchtende Kinderaugen sind für mich das schönste an der Weihnachtszeit. Ich versuche, die meines Sohnes möglichst oft zum Strahlen zu bringen und gerade in der Weihnachtszeit ist das leicht.

Kaum widerstehen kann ich selbstgebackenen Plätzchen. Gerade die von meiner Oma wecken Kindheitserinnerungen und schmecken besonders lecker.

 

6. Gibt es etwas an Weihnachten, das dich nervt oder stört?

Weihnachtliche Pseudo-Freundlichkeit bringt mich auf die Palme. Menschen, die das ganze Jahr über nichts von Höflichkeit oder Freundlichkeit halten, können sich das auch in der Weihnachtszeit sparen.

 

7. Hast du einen Lieblingsfilm/-buch, dass du jedes Jahr zu Weihnachten aus der Kiste holst?

Nein, ich lese zwar jedes Jahr zu Halloween »Der Rabe« von Edgar Allan Poe, aber so eine Tradition für Weihnachten habe ich nicht. In den letzten Jahren haben mich Vorleseadventkalender für Kinder durch die Weihnachtszeit begleitet, das wird wohl dieses Jahr genauso sein.

 

8. Hast du aktuell ein Projekt in den Startlöchern und kannst du uns schon etwas darüber verraten?

Vor inzwischen fast einem Monat ist mein Schauerroman »Werwölfe in Aremsrath« erschienen. Die nächste Veröffentlichung dauert daher noch ein bisschen, aber ich schreibe momentan an einem modernen Hexenhorrorroman, der im Sommer 2019 erscheinen soll und gegen Ende 2019 möchte ich meine zweite Gruselanthologie veröffentlichen. Beides wird gewohnt gruselig und fies. Ich habe großen Spaß beim Schreiben. 🙂

 

9. Was wünscht du dir für 2019?

Wenn 2019 so wird wie 2018, bin ich an sich sehr happy. Vielleicht ein paar weniger Kindergartenviren, aber ansonsten ist jeder Tag das, was man daraus macht. 😀

Konkret wünsche ich mir, viele Litcamps und die Frankfurter Buchmesse besuchen zu können. Und falls es eine kleine Fee gibt, die Wünsche erfüllt, dann würde ich mir wünschen, dass sich mehr Leser an Horrortexte heranwagen. Damit meine ich nicht nur meine eigenen, sondern das Genre generell.

Liebe Tanja, vielen vielen Dank für deine Antworten!

Das war das letzte Adventskalender Special auf meinem Blog. Den krönenden Abschluss gibt es übrigens am 24.12 auf KeJas Blogbuch – mit einer riesengroßen Verlosung. Dort könnt ihr auch eines der Bücher meiner „Schützlinge“ gewinnen. Welches? Das wird noch nicht verraten.


Weitere Adventskalender-Stationen:


Titelbild von tolino media

Der Adventskalender ist eine unbezahlte Kooperation mit tolino Media, Books on Demand und verschiedenen Selfpublisher*innen. Unter dem Hashtag #SPbuch finden sich Leseempfehlungen und weitere Selfpublishing-Autor*innen.

 

[Rezension] Scream Run Die von Tanja Hanika

[Rezension] Scream Run Die von Tanja Hanika

Scream Run Die von Tanja Hanika

Nachdem ich von Tanjas Buch „Zwietracht“ begeistert war, hat sie mir auf dem Litcamp 2017 in Heidelberg ihr Buch „Scream Run Die“ geschenkt. Vielen Dank dafür und entschuldige, dass ich erst so spät dazu gekommen bin, es zu lesen und zu rezensieren.


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  • Autorin: Tanja Hanika
  • Titel: Scream Run Die
  • Genre: Horror, Slasher, blutig
  • 122 Seiten, Taschenbuch: 7,99€ | Ebook: 2,99€
  • auf amazon* kaufen

Worum geht’s?
Milton überfährt auf dem Highway eine seltsame Kreatur. Um den Unfall geheim zu halten, verstaut er das Wesen in seinem Kofferraum und fährt zu seinen Freunden, die eine Hausparty veranstalten. In der Abgeschiedenheit, provoziert von Alkohol und Langeweile, probieren sie Gläserrücken mit einem Ouija Brett aus unds müssen bald erkennen, dass sie von jemandem oder etwas verfolgt werden…


Meine Meinung

Das Buch inklusive Survival Tipps des Killers verspricht eine spannende Hetzjagd auf eine Gruppe Jugendlicher.

Leider war es für mich kein fesselndes Erlebnis. Die 122 Seiten reichen nicht, um eine emotionale Verbindung zu den Charakteren aufzubauen, man leidet und bibbert nicht mit ihnen, sondern zuckt lediglich mit den Schultern, wenn sie aufgeschlitzt werden. Manche Handlungen und Entscheidungen, sowie die Motive des Killers waren auch einfach nicht wirklich glaubwürdig und nachvollziehbar.

Tanja Hanika spielt gezielt mit einigen typischen Horrorfilmklischees – Jugendliche allein zuhaus, Gläser rücken, die durchtrennten Stromkabel, das mysteriöse Wesen im Kofferraum, der maskierte Killer. Bei mir hat das leider aber weder für ein Schmunzeln, noch für Schauer gesorgt.

Ich bin eher der Fan von psychologischem Horror, was nicht heißt, dass ich es nicht auch mal blutig und klassisch mag. Aber bei diesem Buch ist der Funke leider nicht übergesprungen, vielleicht weil ich so viel in diesem Genre unterwegs bin.

Ich hätte mir mehr Zeit gewünscht, die Charaktere kennen zu lernen, mehr Zeit für das Versteckspiel mit dem Killer, mehr von der bedrohlichen Atmosphäre und Ausweglosigkeit oder noch blutigere Kills. So bleibt das Buch leider für packenden Psychohorror zu harmlos und für einen gedärmereichen Slasher zu seicht.

Tanja Hanikas Schreibstil und ihre Ideen sind gut, womöglich hatte ich nach Zwietracht einfach etwas zu hohe Erwartungen. Die Begeisterung beim Schreiben, die Extras und die Liebe zum Detail merkt man Tanja aber absolut an. In meinem Exemplar des Buches war wirklich der Glückskeks-Spruch versteckt, der im Buch erwähnt wird und ich war richtig geflasht, als mir der beim Lesen in den Schoß gefallen ist. Die Tipps des Killers sind unterhaltsam und Pflicht für alle Horror-Neulinge.

Fazit:

Mich konnte das Buch leider nicht vollends überzeugen. Die guten Ideen sind leider durch die Kürze nicht richtig ausgenutzt worden, sodass die Spannung ihren potenziellen Gipfel nicht erreichen kann. Tanjas Schreibstil ist gut und bei Zwietracht hat sie bewiesen, dass Horror ihr liegt, aber „Scream, Run, Die“ war für mich leider kein Highlight. Ich würde das Buch eher Leser*innen empfehlen, die sich sonst nicht an Horror heranwagen und sich zur Abwechslung mal trauen möchte. Ich vergebe 2,5 bis 3 Seesterne.

 

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Tanja Hanika – Zwietracht: Mörderische Freundschaft

[Rezension] Tanja Hanika – Zwietracht: Mörderische Freundschaft

Meine liebe BartBroAuthors Kollegin Tanja Hanika schreibt düstere, schaurige Romane und ihr neuestes Projekt hat mich sowohl vom Cover als auch von der Kurzbeschreibung neugierig gemacht.

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Das Ebook kostet 6,99€, das Taschenbuch 11,99€.

Auch diese Rezension gibt es als Video auf meinem Youtube Kanal!

Worum geht’s?
Es geht um zwei beste Freundinnen, die gemeinsam in einen Kurzurlaub in eine abgelegene Hütte im Wald fahren. Lina, eine Schriftstellerin, möchte dort ihre Schreibblockade überwinden um ihr nächstes Buch veröffentlichen zu können. Millie, die in einer Bank arbeitet aber gerne mit ihren Fotos Geld verdienen würde sucht unterdessen in der Natur nach schönen Motiven.
In der Hütte gibt es eine verschlossene Tür, die Linas Interesse weckt, vor allem nach dem sie in der ersten Nacht kratzende Geräusche von unter der Hütte wahrnimmt. Kurz darauf fällt ihr Millies Verhalten seltsam auf und bald ist sich Lina sicher, dass irgendjemand es auf sie abgesehen hat. Am Ende sogar ihre beste Freundin?

Genre: Horrorroman

 

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Design/Gestaltung:

Das Cover ist schlicht gehalten, aber genau das gefällt mir sehr gut.

Schreibstil:

Den Anfang der Geschichte fand ich mit den Formulierungen teilweise etwas holprig. Es wirkte einfach zu bemüht abwechslungsreich und anschaulich zu schreiben. Aber das hat sich dann bald verflüchtigt, Tanja hat in die Geschichte gefunden und es ließ sich flüssiger und besser lesen. Die Spannung konnte auch ohne große dramatische Formulierungen aufgebaut und durchweg gehalten werden. Ich fand es sehr fesselnd und habe es tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen! (Was bei mir als Leseschnecke auch bei eher dünnen Büchern selten ist 😉 )

Inhalt:

Ich war sehr eingenommen von dem Buch, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht. Die erste Hälfte des Buches ist aus Linas Sicht geschrieben, die zweite aus Millies. Den ersten Twist habe ich kommen sehen, einfach weil ich unfassbar auf Horror stehe und so viele Bücher und Filme gelesen habe, dass man sich anhand kleiner Anzeichen schnell denken konnte, was los ist. Der Twist zum Ende hingegen kam etwas unerwartet aber nicht unpassend. Zu viel über den Inhalt möchte ich hier konkret gar nicht sagen, aber es spitzt sich zum Ende sehr stark zu, sodass man wirklich nicht aufhören kann zu lesen.

Charaktere:

Neben Lina und Millie gab es kaum Charaktere, die wirklich eine große Rolle gespielt haben. Stefan und Barbara – Barbara war mir allein wegen ihres Namens schon sympathisch – ich freu mich immer, wenn jemand Barbara heißt. Ich glaube, aus denen hätte man noch ein bisschen mehr machen können indem man sie noch mehr einbindet, da sie ja in der Nähe der Hütte gewohnt haben. Man hätte vielleicht auf ihrer Seite noch den ein oder anderen Zweifel setzen können, um den Leser zu verwirren. Allerdings hat es der Geschichte keinen Abbruch getan, sondern ist nur meine persönliche Meinung.
Lina war ein kleines bisschen unsympathisch. Aber ich denke gewollt. Einfach weil sie quengelig und unzufrieden war und ich ihre Paranoia zu Anfang nicht ganz verstanden habe. Ihre Neugier bezüglich der Tür und ihre Panik wegen dem Kratzen an der Hütte schon! So etwas würde mich auch ganz wuschig machen.
Millie war deutlich menschlicher und gerade in ihrem Teil hat man sie ins Herz geschlossen. Ihre Handlungen fand ich teilweise verwirrend, aber Horror funktioniert selten mit Charakteren, die nur geschickte und richtige Entscheidungen treffen. Man hat sich nicht an den Kopf gegriffen, aber das ein oder andere Mal hat man sich schon gewünscht, dass sie einfach direkt sagt, was Sache ist.
Alles in allem waren die Charaktere für so ein kurzes Buch gut ausgearbeitet und nicht zu eindimensional.
Ende

Das Ende war dann doch ein wenig überraschend, im positiven Sinne und mir hat es gut gefallen. Vor allem die letzten Szene. Es sind einige Fragen offen geblieben, aber um aus meinem meiner liebsten und ersten Horrorspiele zu zitieren.

In a horror story, the victim keeps asking „Why?“ But there can be no explanation, and there shouldn’t be one. The unanswered mystery is what stays with us the longest, and it’s what we’ll remember in the end.” – Alan Wake

Rückblickend finde ich tatsächlich die Horror Filme und Bücher, in denen einem nicht alles haarklein erzählt und vorgekaut wird, besser bzw. spannender. Manche enden zu offen, sodass es wirklich unbefriedigend ist aber Tanjas Geschichte endet akzeptabel offen.

Wenn man nun alle Einzelwertungen zusammen rechnet ergibt sich ein Ergebnis von 4 Seesternen! Eine klare Leseempefhlung für Freunde von Horror und Leute, die einen spannenden kurzen Ausflug zu einer Waldhütte machen wollen! 😉4seesterne.png