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Tanja Hanika #ProjektArbeitstitel

Tanja Hanika #ProjektArbeitstitel

Tanja Hanika #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, auch Horrorautorin Tanja Hanika bei #ProjektArbeitstitel vorstellen zu können. Ihre Bücher „Scream Run Die“ und „Zwietracht – Mörderische Freundschaft“ habe ich auch schon auf dem Blog rezensiert.

(c) D. Pfingstmann

Hallo, mein Name ist Tanja Hanika und ich schreibe Horrorgeschichten in unterschiedlichsten Spielarten. Von Schauerromanen über Splatter bis hin zu Psychohorror ist alles dabei. Mit dem Schreiben habe ich angefangen, als ich mit acht Jahren eine Kinderversion von Stokers „Dracula“ in die Hände bekam. Seither ist Horror mein Ding und ich bin überglücklich, inzwischen hauptberuflich meinen Traumjob als Autorin ausüben zu dürfen.

Außerdem habe ich das „Arbeitsbuch für Schriftsteller“ und dessen englische Übersetzung „Writer’s Workbook“ veröffentlicht. Aktuell sind es zwölf Veröffentlichungen: Gerade erschien die englische Übersetzung von „Der Angstfresser“ („The Fear Monger“) und Anfang September erscheint dann „Hexenwerk – Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach“.

 

Hexenwerk und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Das nächste Projekt, das ich veröffentliche, ist mein gerade erwähnter Hexenhorrorroman. Er spielt in der Gegenwart mit ein paar Rückblenden in die frühe Neuzeit und damit in die Zeit der Hexenverbrennungen. Ein paar Jungs werden bezüglich dreier Nachbarinnen skeptisch. Sie halten sie für Kinderfresserinnen und opfern ihre Sommerferien, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Daneben arbeite ich längerfristig an meiner nächsten Horroranthologie, plotte einen Horrorroman mit Projektnamen #Roadkill und veröffentliche bald die dritte Auflage vom „Writer’s Workbook“. Und am fabelhaften Projekt #darklegends darf ich auch mitschreiben, zu dem es bestimmt bald mehr Infos geben wird.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Die Veröffentlichung für meinen Hexenhorror ist direkt Anfang September geplant.

Momentan bereite ich das Marketing vor. Wenn alles nach Plan verläuft, müsste ich die Datei genau heute hochladen, damit Amazon dann das Buch freischaltet und es in den nächsten Tagen erhältlich ist.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe noch vieles in Vorbereitung. Plot und die ersten Kapitel eines modernen Schauerromans, bei dem es aussieht, als gäbe es in einer vermeintlichen Spukburg nicht Geister, sondern Vampire, sind fertig. Auch für meinen nächsten Psychohorrorroman stehen die Grundidee und die allerersten Plotpunkte. Und es schlummern sehr sehr viele weitere Ideen auf der Festplatte.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
– Den inneren Kritiker zu ignorieren, bis es ans Überarbeiten geht. Und ihm auch dann nur bedingt zuzuhören: Falls er nicht mit generellen Selbstzweifeln kommt, wird er geknebelt, aber falls er produktive Textkritik übt, bekommt er einen Kaffee gereicht.

– Mit dem Marketing am besten schon während des Schreibens der Rohfassung beginnen und am besten die potenziellen Leser mit einbeziehen, wo es geht.

– Trau dich das zu schreiben, von dem du überzeugt bist, und was dir Spaß macht! (Hat im Horror vielleicht noch einmal eine andere Bedeutung als in anderen Genres. ^^)

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
Ich wurde handwerklich sehr viel besser. Das ist zwar irgendwo ärgerlich, weil ich gerne alte Projekte überarbeiten/verbessern würde, aber dann käme ich nicht voran. Mit wirklich jedem Roman lernt man dazu.

Meine Herangehensweise habe ich eigentlich nur minimal verändert. Hier und da haben sich Vorgänge gefestigt oder auch ein bisschen verändert. Wie man das Schreiben lernt, lernt man es auch zu korrigieren, gerade da wurde ich sehr viel sicherer.

Covergestaltung Cathy Strefford

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Beim Plotten, Schreiben und Korrigieren habe ich keine größeren Probleme. Manchmal brauche ich eine Weile, bis der Twist rund ist oder ich die Lösung für ein Plotproblem finde, aber das gehört dazu und ist ganz normal. Der Schreibprozess läuft bei mir inzwischen glücklicherweise sehr routiniert, was Sicherheit gibt.

Die Aufgabe, die mir nicht so leicht von der Hand geht, ist das Marketing. Bei der Veröffentlichung weniger, aber später dann immer wieder auf das Projekt hinzuweisen, fällt mir manchmal schwer, weil ich nicht nerven möchte. Ich versuche Werbung mit Inhalt zu bieten. Ich will mich nicht aufdrängen, aber genau das ist ein Stück weit nötig, um Bücher zu verkaufen.

Hast du eine Schreibroutine?
Eine feste Routine habe ich nicht. Ich arbeite vormittags und falls aus Zeitplangründen nötig auch abends. Der Mittag gehört bis zu seiner Bett-Geh-Zeit dem Sohn. Sollte der aber keine Zeit für mich haben (Spieleverabredungen etc.), dann nutze ich die Zeit immer als Extraschreibzeit. Meine freiberufliche Tätigkeit weiß ich sehr zu schätzen, so bin ich flexibel, wann ich was (und von wo aus) erledige.

Ich plotte meine Geschichten und höre nur mit dem Schreiben an Stellen auf, wenn ich weiß, wie es weitergeht, wodurch mir Schreibblockaden erspart bleiben. Rituale, die ich zum Schreiben brauche, habe ich keine, aber irgendwie schleicht sich öfter mal eine Kaffeetasse auf den Schreibtisch. Ich kann immer und überall schreiben, wenn man mich lässt. ^^

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Sei mutig und glaube an dich. Jede Geschichte hat eine Daseinsberechtigung. Es warten viel mehr begeisterte Leser*innen auf dich, als du denkst, du musst es nur durchziehen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich finde Autorenbiografien generell sehr inspirierend und lese gerne Schreibratgeber. Mich motiviert besonders der Gedanke an die nächste Veröffentlichung und das Leserfeedback, das ich bekomme.

Stephen King ist natürlich im Horrorbereich ein Name, um den man nicht herumkommt. Was er erreicht hat, ist erstaunlich. Aber da mir die meisten seiner Geschichten nicht so sehr liegen, würde ich als Schreibvorbild eher Richard Laymon nennen. Besonders inspirierend finde ich Edgar Allan Poe und seinen wunderschönen düsteren Sprachstil.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass es künftig mehr mutige Leserinnen gibt, die sich ganz allgemein an Horrortexte/Gruselgeschichten heranwagen und sie nicht grundsätzlich aus Angst vor Albträumen ablehnen. Der Nervenkitzel macht solchen Spaß, man muss sich nur trauen. Außerdem hat hier der Protagonist immerhin eine Chance sein Leben zu retten, indem er über sich hinauswächst, im Gegensatz zu den typischen Krimi-Leichen.

Mein Ziel ist es, vielen Lesern einen spannenden Horrortrip zu ermöglichen und jeden Tag mein Leben als Autorin zu genießen und auszuschöpfen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das teilt sich in ganz unterschiedliche Bereiche auf, für einen kann ich mich beim besten Willen nicht entscheiden.

An Leserrückmeldungen freue ich mich am meisten, wenn mir Menschen schreiben, die durch einen meiner Romane ihre Liebe zum Horrorgenre (wieder-)entdeckt haben oder wenn sie mich als Lieblingsautorin nennen. Das bedeutet mir beides sehr viel.

Inzwischen sind einige coole Dinge geschehen: Nicht nur, dass es eine Übersetzung gibt oder dass ich nun hauptberuflich Schriftstellerin sein darf, es gibt da noch etwas Inoffizielles, über das ich nicht reden darf, aber damit geht DER Autorentraum schlechthin in Erfüllung, falls alles klappt.

Auch die volle Unterstützung und Begeisterung seitens der Familie bedeutet mir viel. Mein Sohn hat beispielsweise letztens angekündigt, alle meine Bücher zu lesen, sobald er erwachsen ist. <3

 

Eine kleine Kostprobe…

Hier ganz exklusiv ein Ausschnitt aus „Hexenwerk – Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach“:

Sie schlichen den Flur entlang, spähten in die Türspalte der angelehnten Türen, aber entdeckten keine der Frauen. Zwar war es nicht ihr Plan, sie direkt anzugreifen, aber es wäre von Vorteil zu wissen, wo sie sich aufhielten. Nach heftiger Debatte hatten sie auf Simons Dachboden beschlossen, ein Feuer zu legen: Wenn im Mittelalter Hexen verbrannt wurden, um sie vom Bösen zu säubern, sollte ein Brand auch Schwarzbach von den Hexen reinigen. Chris hatte sich darin durchgesetzt, dass sie zumindest einen Gegenstand oder irgendein Zeugnis finden mussten, der ihr böses Treiben bewies. Erst dann durften sie das Feuer legen – mit allen Konsequenzen für die Frauen und für die Jungen selbst. Die nötigen Beweise hatten sie Simons Auffassung nach gefunden.

Irgendwie wünschte er sich dennoch, die Polizei in dieses Haus samt grässlichem Keller zu schicken. Die Fotos auf seinem Handy könnten sie nicht ignorieren, auch nicht, wenn Kinder sie präsentierten, die unerlaubt dort eingebrochen waren.

Vielleicht lässt sich das mit dem Einbruch noch anders verpacken, dachte Simon. Wenn sie die Bilder als anonymen Hinweis aushändigten, wären sie aus dem Schneider, aber indem sie alle gemeinsam im Polizeirevier aufschlugen, würden sie wohl eher etwas bewirken. Die Beamten müssen doch zumindest hierherkommen, mit den Hexen reden und nachsehen, grübelte Simon.

Hier lag jedoch auch das Problem für ihn: Sie würden die Hexen verkennen. Die Polizei würde die Hexen nur als alte, verbrecherische Frauen sehen, wenn überhaupt. Sie würden mit ihnen nicht fertigwerden.

Lenni, den es wie üblich zur Küche zog, flüsterte: »Leute, schaut euch das an.« Simon erreichte ihn als Erster, lehnte sich über seine Schulter und sah eine mittelalterliche Kochstelle mit großem Kessel.

»Ob die darin die Kinder kochen?«, fragte Lenni und Simon hörte ihn schlucken.

»Nein«, sagte eine alte, verdorrte Stimme hinter ihnen. Die Frau, deren faltiges und von Schwielen überzogenes Gesicht Simon bereits bei sich zu Hause begegnet war, stand auf der ersten Stufe der Treppe zum Obergeschoß und hielt Chris fest. Einen Arm hatte sie um seine Kehle gelegt, bereit dafür, zuzudrücken, und mit der anderen Hand hielt sie Chris‘ Hände mühelos fest. Er regte sich nicht, starrte aber seine Freunde mit aufgerissenen Augen an. Es war die Frau, die Linus und ihn beim Steinewerfen beobachtet hatte.

Damals hatte ihr Gesicht aber anders ausgesehen, mehr wie das einer gewöhnlichen alten Frau, nicht so scheußlich wie bei ihm daheim und heute Abend. Lediglich ihre seltsam silbrigen Haare waren dieselben.

»Wir kochen die Kinder nicht, wir braten sie an einem Spieß. Aber wir benutzen tatsächlich diese Feuerstelle.«


Tanja Hanika

 

„Hexenwerk – Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach“ erscheint Anfang September.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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[Rezension] Hanover’s Blind von Kia Kahawa (XL Leseprobe)

[Rezension] Hanover’s Blind von Kia Kahawa (XL Leseprobe)

Heute gibt es mal einen etwas anderen Beitrag – und zwar eine Rezension zu einer XL Leseprobe! Nämlich zu „Hanover’s Blind“ von Kia Kahawa.

Warum nicht zum ganzen Buch? – Weil das Buch noch gar nicht erschienen ist!


  • Autorin: Kia Kahawa
  • Titel: Hanover’s Blind

Worum geht’s?
Adam möchte seinen Platz im Leben finden. Einen ersten Schritt macht er als er alleine nach Hannover in eine fremde WG zieht. Er ist hungrig nach Leben, hungrig nach Liebe, nach Erfahrungen. Was niemand weiß: Adam hat eine Sehbehinderung und ist fast blind – das versucht Adam aber mit allen Mitteln zu verheimlichen, um nicht ausgeschlossen zu werden oder eine Sonderbehandlung zu bekommen. Aber kann das auf Dauer gut gehen?


Kia Kahawa: Hanover’s Blind

Zum ersten Mal erfuhr ich von diesem Projekt als Kia mir auf der LBM18 ihr Exposé zeigte. Und nun ist es soweit, das Buch steht in den Startlöchern – Kia ist als Selfpublisherin bereits erfahren, aber Hanover’s Blind ist etwas besonderes. Deswegen ist auch die Veröffentlichung etwas anders als bei ihren anderen Büchern. Es gibt nämlich eine große Crowdfunding Kampagne, damit das Buch sowohl als Taschenbuch als auch als Hardcover herauskommen kann – vielleicht sogar mit Illustrationen? Ich würde mich freuen, wenn ihr bei der Aktion auf startnext vorbeischaut.

Es gibt auch einen Buchtrailer:

Meine Meinung:

Das erste Kapitel beginnt an Hannovers Bahnhof – mit Adam kommen wir an, hören Geräusche und lernen ihn und die Umgebung kennen. Erste Hinweise auf seine Geschichte, seine Beweggründe und seine Persönlichkeit. Besonders schön – das Kapitel beginnt mit einem „Nein“ und endet mit einem „Ja“. Ein wundervolles kleine Detail. Kias Beschreibungen sind fließend, humorvoll und sind gut eingebettet in die Handlung. Wir werden als Leser nicht von Emotionen erschlagen und trotzdem formt sich ein Bild vor unserem inneren Auge. Ein Bild, das ein bisschen anders ist als üblich, denn wir sehen nicht durch Adams Augen – wir hören, riechen, fühlen und schmecken durch ihn.

Im zweiten Kapitel

begleiten wir Adam in die WG zu Muriel und Johanna – die auf den ersten Blick sehr liebevoll und aufgeschlossen wirken. Natürlich ist es einerseits ein bisschen doof, dass er nicht erzählt, dass er eine Sehbehinderung hat, andererseits wirken seine Motive glaubwürdig und es erzeugt natürlich Spannung und viele mögliche Fettnäpfchen, auf dich ich mich als Leserin schon diebisch freue. Locker und amüsant geht es weiter und auf Adams Weg gibt es direkt ein paar kleine Schlaglöcher.

Und Kia schafft es fabelhaft Adams gemischte Gefühle rüberzubringen. Ein Feuerwerk nur zu hören, während andere staunen. Das schmerzt. Und während ich mich jetzt auch nach Sandelholz-Karamell und einem „White Lady“ sehne, geht die XL Leseprobe zu ende.

Kias Schreibstil liest sich flüssig, es steckt viel Humor, viel Wortwitz, aber auch Sehnsucht in dieser Geschichte.

Ich möchte weiterlesen, wissen wie es weitergeht, wie Adams Weg aussieht. Insgesamt hat das Buch 180 Seiten, eine Novelle – aber allein in diesen drei Kapiteln steckte schon viel an Geschichte und Gefühlen drin, die Lust auf mehr machen!

Fun fact: Adam und mein erstes Wort als Babys stimmen überein! 😀

Ohne Augenlicht wäre mein Leben… (c) Kia Kahawa

Ich will es haben!

Ihr auch? Dann schaut bei startnext.com/hanovers-blind vorbei – ihr könnt zwischen Ebook, Taschenbuch und Hardcover wählen – denn nur, wenn wir zusammen anpacken, kann dieses besondere Projekt um Adam wirklich zum Leben erwachen! Und erzählt und teilt den Link gerne – es müssten sich (Stand 13.06) nur noch 44 Personen ein Hardcover bestellen, damit Hanover’s Blind gedruckt werden kann!

 

Weitere, spannende Beiträge zu Hanover’s Blind:

 

Vielen Dank liebe Kia, das ich bei diesem tollen Projekt mitwirken und vorab eine Leseprobe lesen durfte!

[Rezension] Scream Run Die von Tanja Hanika

[Rezension] Scream Run Die von Tanja Hanika

Scream Run Die von Tanja Hanika

Nachdem ich von Tanjas Buch „Zwietracht“ begeistert war, hat sie mir auf dem Litcamp 2017 in Heidelberg ihr Buch „Scream Run Die“ geschenkt. Vielen Dank dafür und entschuldige, dass ich erst so spät dazu gekommen bin, es zu lesen und zu rezensieren.


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  • Autorin: Tanja Hanika
  • Titel: Scream Run Die
  • Genre: Horror, Slasher, blutig
  • 122 Seiten, Taschenbuch: 7,99€ | Ebook: 2,99€
  • auf amazon* kaufen

Worum geht’s?
Milton überfährt auf dem Highway eine seltsame Kreatur. Um den Unfall geheim zu halten, verstaut er das Wesen in seinem Kofferraum und fährt zu seinen Freunden, die eine Hausparty veranstalten. In der Abgeschiedenheit, provoziert von Alkohol und Langeweile, probieren sie Gläserrücken mit einem Ouija Brett aus unds müssen bald erkennen, dass sie von jemandem oder etwas verfolgt werden…


Meine Meinung

Das Buch inklusive Survival Tipps des Killers verspricht eine spannende Hetzjagd auf eine Gruppe Jugendlicher.

Leider war es für mich kein fesselndes Erlebnis. Die 122 Seiten reichen nicht, um eine emotionale Verbindung zu den Charakteren aufzubauen, man leidet und bibbert nicht mit ihnen, sondern zuckt lediglich mit den Schultern, wenn sie aufgeschlitzt werden. Manche Handlungen und Entscheidungen, sowie die Motive des Killers waren auch einfach nicht wirklich glaubwürdig und nachvollziehbar.

Tanja Hanika spielt gezielt mit einigen typischen Horrorfilmklischees – Jugendliche allein zuhaus, Gläser rücken, die durchtrennten Stromkabel, das mysteriöse Wesen im Kofferraum, der maskierte Killer. Bei mir hat das leider aber weder für ein Schmunzeln, noch für Schauer gesorgt.

Ich bin eher der Fan von psychologischem Horror, was nicht heißt, dass ich es nicht auch mal blutig und klassisch mag. Aber bei diesem Buch ist der Funke leider nicht übergesprungen, vielleicht weil ich so viel in diesem Genre unterwegs bin.

Ich hätte mir mehr Zeit gewünscht, die Charaktere kennen zu lernen, mehr Zeit für das Versteckspiel mit dem Killer, mehr von der bedrohlichen Atmosphäre und Ausweglosigkeit oder noch blutigere Kills. So bleibt das Buch leider für packenden Psychohorror zu harmlos und für einen gedärmereichen Slasher zu seicht.

Tanja Hanikas Schreibstil und ihre Ideen sind gut, womöglich hatte ich nach Zwietracht einfach etwas zu hohe Erwartungen. Die Begeisterung beim Schreiben, die Extras und die Liebe zum Detail merkt man Tanja aber absolut an. In meinem Exemplar des Buches war wirklich der Glückskeks-Spruch versteckt, der im Buch erwähnt wird und ich war richtig geflasht, als mir der beim Lesen in den Schoß gefallen ist. Die Tipps des Killers sind unterhaltsam und Pflicht für alle Horror-Neulinge.

Fazit:

Mich konnte das Buch leider nicht vollends überzeugen. Die guten Ideen sind leider durch die Kürze nicht richtig ausgenutzt worden, sodass die Spannung ihren potenziellen Gipfel nicht erreichen kann. Tanjas Schreibstil ist gut und bei Zwietracht hat sie bewiesen, dass Horror ihr liegt, aber „Scream, Run, Die“ war für mich leider kein Highlight. Ich würde das Buch eher Leser*innen empfehlen, die sich sonst nicht an Horror heranwagen und sich zur Abwechslung mal trauen möchte. Ich vergebe 2,5 bis 3 Seesterne.

 

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Das Flüstern der Pappeln von Julia von Rein-Hrubesch

[Rezension] Das Flüstern der Pappeln von Julia von Rein-Hrubesch

Lange schon wollte ich dieses Buch endlich mein Eigen nennen. Bei #9lesen habe ich mir endlich ein Exemplar gekauft und es gleich von Julia signieren lassen. Dankeschön für die liebe Widmung und die tolle Lesung! <3 Gemeinsam mit Janna von KejasBlogbuch und Wörterkatze habe ich das Buch dann letztendlich gelesen.


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  • Autorin: Julia von Rein-Hrubesch
  • Titel: Das Flüstern der Pappeln
  • Genre: Entwicklungsroman
  • Selfpublish (CreateSpace), Ebook: 1,99€ | TB: 5,99€ (166 Seiten)
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Hennie kehrt nach dem Studium und einigen Jobs im Ausland wieder zurück auf den elterlichen Hof in der Einöde. Ihre Oma Hedi ist bettlägerig und kann sich kaum noch artikulieren. Das Verhältnis mit der Mutter ist schwierig. Doch dann erfährt Hennie von Briefen, die zurückgeschickt wurden. Briefe, die vermuten lassen, dass ihre Großmutter ihrem Mann untreu war. Während sie wöchentlich die Briefe mit ihrer Großmutter liest, beginnt sich auch in Hennie etwas zu verändern.


 

Meine Meinung:

Ich weiß gar nicht so richtig, was ich schreiben kann. Denn das, was das Buch mit mir gemacht hat, lässt sich schwer beschreiben.

Zuersteinmal beschreibt uns die Geschichte eine Situation, die vielen bekannt vorkommen dürfte: Eine junge Frau kommt aus dem Ausland zurück zu ihren Eltern und der schwerkranken Großmutter und weiß nicht so recht, was sie will und wie es weitergehen soll. Henriette, genannt Hennie, legt dabei fast schon depressiv anmutende Züge vermuten. Wir werden direkt in die Geschichte hineingeworfen, zu einem Zeitpunk, bei dem bereits etwas passiert ist. Die Briefe, die zurückkommen und die sie jede Woche von der Post holt, um sie Oma Hedi vorzulesen. Briefe aus einer anderen Zeit, einem anderen Leben – enthalten sind Gefühle, Erlebnisse und Erinnerungen, die nur angedeutet werden und auch für Henni schwer greifbar sind.

Das Briefe lesen wird zur Therapie

Mit den Briefen arbeitet es in Hennie, zusätzlich wirft ihr Leben Konflikte auf, unausgesprochene Holzsplitter, die inzwischen zu tief unter der Haut sind, um sie schmerzlos zu entfernen. Der Konflikt mit der Mutter, der Vater zwischen den Stühlen, die Orientierungslosigkeit und den scheinbaren Verlust von wahrer Freude und Hennis Kreativität. Die Briefe sind die Steine, die die ruhige Seeoberfläche in Bewegung bringen und so etwas lostreten.

Diese kleine Momentaufnahme einer Familie, einer Weiterentwicklung ist Julia von Rein-Hrubesch meisterlich gelungen. Durch die Kürze wirken die Grüblereien nicht erschlagend, sondern philosophisch. Sie regen auch bei mir etwas an, vielleicht weil ich gerade in einer ähnlichen Situation wie Henni stecke. DacPGZ0W4AAILDa

„Ich erwarte nichts von dir. Das habe ich nie.“

 

Auch die Bilder, die Metaphern, die leisen Andeutungen und das Ende wirken nach, bleiben im Gedächtnis, wecken Sehnsucht. Ein bisschen schmerzt das Gefühl von Vergänglichkeit, als das Buch vorbei ist und man sich auch als Leser nach den Pappeln zurücksehnt. Das Ende hat mich überrascht, aber aus irgendeinem Grund hat es sich nicht so befreiend angefühlt, wie ich erhofft hatte. Wie gesagt, meine Gefühle für dieses Buch lassen sich schwer einordnen.

Der Schreibstil ist kraftvoll, nachdenklich, bildgewaltig und schafft es dennoch, auf dem Punkt zu bleiben und nicht in ein nerviges Gefasel abzudriften. Ich möchte mehr von Julias Gedanken, mehr von ihren Worten und Erzählungen und bin schon sehr gespannt, welchen Ton weitere Geschichten von ihr anschlagen werden.

Die Geschichte hat etwas in mir ins Rollen gebracht und ich habe auch in den Lesepausen oft darüber nachgedacht. Das bewerte ich als ziemlich positiv, denn ich liebe es, wenn Bücher mich bewegen, wenn sie mich rühren und wenn sie eine Bereicherung für mich sind.

 

Fazit:

Das Buch ist Poesie in Geschichtenform, Lebensweisheiten und Philosophie so leicht wie eine Sommerbrise. Gleichzeitig erreichen wir in den knapp 160 Seiten eine ungewöhnlich berührende Tiefe. Für mich ist das Buch Kunst. Der Inbegriff von guter Gegenwartsliteratur und Entwicklungserzählung. Ich kann nicht benennen, was es war, aber am Ende hat mir irgendetwas gefehlt, weshalb ich einen halben Seestern abziehe.4,5seesterne

Weitere Meinungen:

 


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Interview mit Autorin Mary Cronos

Interview mit Autorin Mary Cronos

Ich durfte auf der Frankfurter Buchmesse die bezaubernde Mary Cronos kennen lernen! Sie hat als Selfpublisherin ihr Fantasy Projekt „Nafishur“ herausgebracht. Der erste Teil „Praeludium“ lässt sich aus zwei Perspektiven lesen und bildet den Auftakt zu einem großen Epos.

Außerdem wird Mary bald ein Projekt bei einem Verlag veröffentlichen. Mehr dazu wird sie euch im zweiten Teil des Interviews erzählen!

Vielen Dank, dass du mir trotz deines stressigen Messeplans Rede und Antwort gestanden hast!