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[Rezension] Sépharial – Verwoben von Jana Tomy

[Rezension] Sépharial – Verwoben von Jana Tomy

[Rezension] Sépharial – Verwoben von Jana Tomy

Endlich ist es soweit! Vor wenigen Tagen erschien „Sépharial – Verwoben“, das Debüt meiner guten Freundin, Schreibkollegin und Mit-Podcasterin Jana Tomy. Gemeinsam haben wir bei 9lesen in Leipzig auf der Bühne gestanden und dieser Abend wurde gekrönt, indem Denise vom Gedankenreich Jana nach ihrer Lesung gesagt hat: „Ich will dein Buch!“. Und nun ist es soweit. Ich bin so stolz und glücklich!

Ich habe ein Ebook vom Gedankenreich Verlag als Rezensionsexemplar vorab zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank! Natürlich werde ich mich trotzdem um Objektivität bemühen, aber ein bisschen fangirlen muss ich wohl doch.


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  • Autorin: Jana Tomy
  • Titel: Sépharial – Verwoben
  • Verlag: Gedankenreich Verlag
  • Genre: Romantasy
  • 466 Seiten, Ebook: 2,49€ | TB: 15,90€ | geb.: 20,90€
  • Teil 1 von vorraussichtlich 2
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Worum geht’s?
Lathalia ist die Tochter eine reichen Familie und lebt einer Welt, die voll von Schnee und Kälte ist. Das Haus ist mehr ein goldener Käfig, doch als der Soldat Nikion in ihr Leben tritt, verändert sich alles. Doch der Frieden soll nicht lange dauern, denn die Kollegen ihres Vaters werden nach und nach bestohlen.
Fanai ist ein Dieb, der in einer Welt voll Sonne und Staub lebt. Er kämpft sich jeden Tag aufs Neue durch, um seine Lieben zu beschützen. Eines Tages beauftragt ihn ein geheimnisvoller Mann mit dem Diebstahl von besonderen Steinen, mit denen man ferne Welten bereisen kann: die Sépharial. Fanai sieht darin die Chance, sich und seine Schwester endlich befreien zu können. Doch er kann nicht ahnen, dass er damit nicht nur sein Leben, sondern das Schicksal mehrerer Welten riskiert.


Meine Meinung:

Zuerst möchte ich etwas über die Aufmachung sagen. Bisher habe ich ja „nur“ das Ebook, aber auch das ist so schön gestaltet! Neben dem schmucken Cover gibt es im Buch zahlreiche Grafikspielereien. So sind die Kapitel mit Mustern verziert. Ich liebe solche Details. Auch das Hardcover wird unter dem Schutzumschlag eine wunderschöne Gestaltung haben wie die Fotos bereits verraten. Ich freue mich schon auf meine signierte Ausgabe, die ich mir schon lange vorbestellt habe.

Aber nun zu den inneren Werten des Buches!

Janas Schreibstil lässt sich locker und flüssig, die Beschreibungen sind wunderschön und detailreich. Aber man wird nie davon erschlagen oder ausgebremst. Wunderbar!

Bei Hofe…

Im Buch wechseln sich die Perspektiven unserer beiden Protagonisten Lathalia und Fanai ab. Zwischendurch sind kurze Briefe und Manuskripte von Marial, der lange Zeit vor den beiden gelebt hat, aber auch etwas mit den magischen Kristallen zutun hatte.

Jana Tomy, 2019 (Foto von Chris Burchert)

Jana kann wirklich nichts dafür, dass ich schon zig Bücher gelesen habe, bei denen Mädchen aus gutem Hause unzufrieden mit ihrer Situation sind. Am liebsten würde ich die ganzen Tändeleien „bei Hof“ immer überspringen. Das ging mir bei der Grischa Trilogie und zahlreichen anderen Büchern schon so. Ränkespiele, Kleiderproben, Streitigkeiten mit den Eltern über die Etikette – das hat den Anfang für mich ein klitzekleines Bisschen zähflüssig werden lassen. Absoluter Lichtblick waren die Begegnungen und Dialoge mit Nikion, die das ganze etwas aufgelockert haben!

Nikion war so geduldig, zuvorkommend und nett, dass ich ein bisschen sauer war, wie gemein Lathalia oft zu ihm ist. Nikion mochte ich über das ganze Buch über sehr gern. Er war warm, klug und irgendwo auch unsicher und verletzlich. Das ließ ihn auf mich total sympathisch wirken. Gleichzeitig weiß ich nie so ganz genau, ob er nicht doch etwas Größeres im Schilde führt.

Lathalia war mir insgesamt oft sehr unsympathisch. Viele ihrer Entscheidungen waren impulsiv, rücksichtslos und egoistisch. Auch, wenn sie sich im Laufe des Buches weiterentwickelt hat, wurde ich nicht warm mit ihr. Die Geschichte mit ihrem Bruder war traurig und hat der ganzen Familie nochmal einen interessanten Twist gegeben. Aber so ganz hat es mich emotional nicht abgeholt. Und Lathalias Mutter war so klischeehaft bösartig und streng, dass ich ab und zu die Augen verdrehen musste.

Araja, die Freundin und Dienerin von Lathalia, war mir ein bisschen zu blass. Sie hatte nicht so viele Szenen und wirkte sonst etwas generisch, mechanisch.

Bei den Dieben…

Fanais Welt hat mir viel besser gefallen als das Schneereich. Vermutlich weil wir bei Lathalia die Mauern des Hauses kaum verließen und bei Fanai einen Einblick in die ganze Welt bekommen. Wie die soziale Ordnung ist, welche Regeln und Gepflogenheiten herrschen. Fanai wurde als Kind vom Verbrecherkönig Marorck aufgenommen, der seine Eltern getötet hat. Seine einzige Verwandte, seine Schwester, lebt nichtsahnend bei einer Adoptivfamilie. Um sie zu schützen und ihr ein gutes Leben zu ermöglichen, lebt und arbeitet Fanai. Unterstützt wird er dabei von Marorcks Tochter Kjanja, die ganz anders ist als ihr Vater.

Diese ganzen interessanten Beziehungen und Dynamiken haben Fanais Abschnitte spannend gemacht. Bei ihm ging es oftmals actionreich und turbulent zu, was mir besser gefallen hat als Lathalias Gestreite mit ihrer Mutter.

Kjanja hat mehr Interesse und Sympathie in mir geweckt als Lathalia. Die Bedingungen unter denen sie aufwachsen musste, mit denen sie leben muss und die Leidenschaft und ihr gutes Herz machen sie zu einem meiner Lieblingscharaktere des Buches. Umso wütender macht es mich, wie Fanai und Lathalia sie an manchen Stellen ausnutzen und ihre Gefühle Fanai gegenüber als Mittel benutzen. Sie hat Besseres verdient.

Es knistert!

Wie ihr vielleicht am Genre gesehen oder am Cover erkannt habt: Es handelt sich bei „Sépharial – Verwoben“ um romantische Fantasy und – wie könnte es anders sein – Lathalia und Fanai kommen sich näher. Und das, obwohl Lathalia eigentlich Nikion lieben sollte! Schon bei ihrer ersten Begegnung waren sie fasziniert voneinander. Immer wieder bewundern sie *Hier Eigenschaft einfügen* am anderen. Fanai bewundert z.B. oftmals Lathalias Mut und ihre Klugheit, wo ich nur laut seufzen bzw. nicht zustimmen könnte. Dass ich Lathalia echt nicht mochte, hat leider auch ein bisschen dafür gesorgt, dass bei mir die Funken über dieses Pairing nicht so übergesprungen sind. Manchmal war es mir auch eine Spur zu kitschig, aber ich weiß, dass das vielen Leser*innen gefällt. (Obwohl ich vergleichsweise viele Bücher mit Liebesgeschichten lese, darf es bei mir nie zu romantisch sein. Hahaha)

Allerdings mochte ich die „subtile“ Romantik. Dass sie nicht auf Seite 70 bereits übereinander herfallen und ständig in brünftiger Hitze standen. Sondern dass es vorallem eine sich entwickelnde Beziehung war. Ich hätte mir noch etwas mehr Zeit, mehr Gespräche gewünscht, denn letztendlich war mir diese tiefe Verbundenheit bzw. Liebe zu schnell erreicht. Verknallt sein, gerne. Aber Liebe, für die man bereit ist, alles aufzugeben? Hmmm.

Positiv anzumerken ist außerdem, dass Fanai sehr respektvoll und behutsam mit Lathalia umgeht und ihre Grenzen achtet. Keine toxischen Bad Bod Boyfriends also, juchu!

Abenteuer!

Ich mochte auch die Thematik um die Sépharial-Kristalle. Gleichgewicht, Einklang mit der Natur. Und die Gier der Menschen, die das Leben anderer zerstört und schwerer macht.

Das Ende entwickelt nochmal eine spannende Dynamik und lässt auf einen Nachfolgeband hoffen. Trotzdem ist es kein fieser Cliffhanger. Gerade der letzte Brief taucht alles nochmal in ein anderes Licht, was mich allerdings etwas skeptisch macht. Ich bin gespannt, wie Jana diese Geschichte zu Ende bringen wird und werde den zweiten Band auf jeden Fall auch lesen.

Es gab viele Dinge, die mich gestört haben. Vieles davon waren Kleinigkeiten oder meine Marotten. Doch insgesamt hatte ich Freude an der Geschichte und beim Lesen.

 

Fazit:

Wer Romantasy, fantastische Welten und klassische Abenteuer mag, der darf bei diesem Buch gerne zugreifen! Jana Tomy entführt mit ihrem geschmeidigen Schreibstil in zwei besondere Welten. Mit Fanai und Lathalia erleben wir unterschiedliche Perspektive und Blickpunkte, was das Buch nochmal abwechslungsreicher macht. Über ein paar Längen und die schnelle Verliebtheit kann man deswegen leicht hinwegsehen. Es gibt garantiert keine übersexy Bad Boys, die übergriffig werden, sondern eine interessante Beziehung, in der beide Charaktere voneinander lernen. An ein paar Stellen ist sicherlich noch Luft nach oben, aber Jana hat ein solides Debüt abgeliefert!

 

Weitere Meinungen:
  • Lesen im Mondregen
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