Schlagwort: historisch

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

Huch?

Was ist das denn für ein ungewohnter Anblick? Ja – auch ich habe so meine Guilty Pleasure Reads. Um dieses Buch bin ich sooo lange rumgeschlichen und als die Dilogie um die toughen Seemänner bei uns im Buchladen in der Rabattkiste auftauchte, konnte ich nicht anders als zuzuschnappen.

 


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  • Autorin: Kresley Cole, übersetzt von Barbara Först
  • Titel: Die Geliebte des Captains (Sutherland Brothers 1)
  • Verlag: LYX (Bastei Lübbe)
  • Genre: historische Romanze/Erotik
  • 416 Seiten, Taschenbuch: 9,99€ | Ebook: 8,99€
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Worum geht’s?
Nicole Lassiters Vater und der Erbe einer Handelsfirma und Kapitän eines großen Schiffes Derek Sutherland sind erbitterte Rivalen. Als Nicoles Vater inhaftiert wird, ist für Nicole klar, dass sie an seiner Stelle ein großes Schiffsrennen nach Sydney bestreiten wird. Das Preisgeld können sie – aber auch Derek Sutherland, der mit seiner Familie im Streit liegt – gut gebrauchen. Auf rauer See kommen sich Derek und Nicole immer wieder in die Quere, zwischen ihnen knistert und knallt es gleichermaßen. Doch jemand scheint an beiden Schiffen Sabotage zu betreiben und bald steht Nicoles Leben auf dem Spiel. Können Derek und sie sich zusammenraufen oder ist die Kluft zwischen ihnen tiefer als der Ozean?


Meine Meinung:

Titel, Aufmachung, Inhaltsangabe und Verlag lassen auf eine seichte Romanze mit Erotik-Anteilen schließen. Früher habe ich die Lyx Bücher reihenweise verschlungen, heute bin ich wählerisch geworden. Mir gehen übergriffige Machos und charakterlose Frauenzimmer auf den Senkel. Eine Romanze zwischen zwei kratzbürstigen Schiffskapitänen klingt zumindest nach ein bisschen Abwechslung!

Seichte Gewässer

Ich hatte ehrlich gesagt wenig historische Elemente oder Schifffahrtskunst erwartet – meistens steht bei solchen Büchern die Beziehung im Vordergrund. Dennoch war ich von den verschiedenen Elementen und Beschreibungen der Schiffe positiv überrascht. Für meinen Geschmack hätte es davon ruhig noch mehr geben können, schließlich wurden tolle Städte wie Kapstadt auf der Rennstrecke bereist. Was das Setting und die Rahmenhandlung anging, kratzte das Buch leider nur an der Oberfläche.

Kresley Coles Schreibstil bzw. die Übersetzung ist jedoch gut gelungen. Das Buch lässt sich locker weglesen, bietet durch die verschiedenen Perspektiven von Nicole und Derek Abwechslung und unterhaltsame Einblicke in die Köpfe der beiden. Die Schiffsmanöver, Stürme und das Leben an Bord wurden – soweit ich das beurteilen kann – glaubhaft und gut beschrieben. Man fühlte sich als wäre man mit den Protagonisten an Bord. Manchmal hätte ich mir beim Einstreuen der Informationen, Andeutungen bezüglich der Sabotagen und Schuldfragen etwas mehr Cleverness gewünscht. Einiges wirkte einfach als käme es schwuppdiwupp aus dem Nichts.

Widerborstig

Natürlich knisterte die Luft zwischen den beiden Rivalen Nicole und Derek. Es war ein Hin- und Her, ein Tauziehen und Kräftemessen. Ich mochte die Entwicklung der Beziehung der beiden. Von distanzierten Kabbeleien, hin zu vertrauten Momenten. Natürlich war die magische Anziehungskraft und Faszination von Anfang an da – aber das hätte es meiner Meinung nach gar nicht unbedingt gebraucht.

Nicole Lassiter fiel angenehm als hitzköpfige und sture Frau auf, die dem wortkargen Derek, oftmals die Leviten ließ. Auch, wenn das Buch die Rollenbilder des starken Mannes und der zarten Frau, beibehält, war Nicole auf ihre Weise eine starke Figur mit eigenen Motiven und Beweggründen.

Derek Sutherland fand ich als Charakter spannend. Trotz selbstbewusstem Auftreten und Sturkopf, besaß er eine innerliche Zerrissenheit. Einerseits zeichnete ihn seine ungesunde Beziehung zum Alkohol, andererseits seine Familienkonflikte. Dass er sich selbst als Schuft und Taugenichts sah, verlieh seinem Charakter einen interessanten Zug. Dadurch war er mehr als Sixpack und Muskeln, was mir zugegeben, ganz gut gefallen hat. Auch wenn sein Verhalten Nicole gegenüber nicht immer ganz einwandfrei war, so nahm er Rücksicht auf ihre Bedürfnisse und Wünsche.

Die erotischen Szenen waren romantisch, sinnlich und deutlich beschrieben. Manche Formulierung und gewisse Synonyme („Rute„) sorgten bei mir aber eher für Rumoren als Kribbeln im Bauch. Aber das ist nunmal Geschmackssache.

Deus ex machina

Natürlich steht die Liebesgeschichte im Vordergrund. Dennoch wurden am Ende einige Probleme derart problemlos von Autorenhand gelöst, dass man durchaus die Stirn gerunzelt hat. Da bereits vereinzelt in der Geschichte Hinweise zu streuen, würde manche plötzliche Wendungen nicht ganz so unglaubwürdig wirken lassen.

Auch die Nebencharaktere und Umstände waren oft mehr klischeehaft konstruiert und sollten das historische Setting unterstreichen, als dass sie besonders gelungen umgesetzt waren. Ich würde mir zwar Geschichten wünschen, die all das mit einer ordentlichen Liebesgeschichten und heißen Sexszenen verbinden, aber irgendwie ist das eben eher selten. Von dem her konnte ich es verschmerzen, weil ich ohnehin keine allzu hohen Erwartungen hatte.

Fazit:

Jepp, das Buch ist eine seichte Erotikromanze mit historischem Seefahrttouch. Ein ideales Badewannen oder Feierabendbuch. Wer anspruchsvollen Tiefgang und historisch ausgefeilte Abenteuer möchte, der sollte hier nicht zugreifen. Dennoch konnten mich die Charaktere, das Setting und das abenteuerliche Rennen insgesamt von sich überzeugen. Für Abwechslung und leichte Lektüre zwischendurch ist das Buch bestens geeignet. Die Kabbeleien zwischen Nicole und Derek waren erheiternd, Abenteuer und Romantik hielten sich die Waage und es knisterte beim Lesen angenehm in der Luft. Das Buch hat meine Erwartungen erfüllt und der zweite Band über Dereks Bruder Grant liegt auch schon hier.

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal (Teil I) von Robert McCammon

[Rezension] Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal (Teil I) von Robert McCammon

Dieses Ebook habe ich bei NetGalley angefragt, weil es sich ziemlich spannend anhörte. Danke an NetGalley also für dieses Schätzchen! Aus dem Klappentext wurde nicht ganz ersichtlich ob es in diesem Buch tatsächlich fantastische Elemente gibt. Und nachdem ich Teil I gelesen habe, tappen auch wir Leser noch im Dunkeln. 😉


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  • Titel: Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal Teil I
  • Autor: Robert McCammon
  • Verlag: Luzifer
  • Genre: historischer Krimi, Thriller
  • gebunden*: 19,95€ | Ebook*: 7,99€
  • Reihenfolge: Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal Teil I; Teil II. Im Englischen gibt es bereits mehrere Teile der Matthew Corbett Reihe. „Speaks the Nightbird“ (auch anfangs Teil 1 und 2, inzwischen Doppelband) wurde in Deutschland in Teil I und Teil II gespalten.

 

Worum geht’s?
Die neue Welt – Es ist noch nicht lange her, seit Amerika besiedelt wurde. Die kleinen Kolonien haben es schwer, auch wenn sich einige Hafenstädte bereits etablieren konnten. 1699: Richter Woodward und sein Gerichtsdiener Matthew Corbett werden ins düstere Fount Royal gerufen. Es gab zwei Morde, viele Brände und Missernten. Die Dorfbewohner sind sich einig: die Rachel Howarth ist schuldig, denn sie ist eine Hexe des Teufels, die das Dorf verflucht hat! Im Dorf stoßen Woodward und Corbett auf viel Aberglauben, allerlei Geheimnisse und widersprüchliche Aussagen. Auch haben die Hexenprozesse von Salem Wellen geschlagen – es herrschen in Fachkreisen viele Zweifel an der Existenz von Hexen. Doch vieles spricht gegen die junge Frau. Als der Richter krank wird, droht die Situation zu eskalieren. Matthew glaubt an Rachels Unschuld, doch das Holz für den Scheiterhaufen wird bereits gefällt…

Vorweg noch eine kleine Triggerwarnung (Bereich zwischen den Strichen markieren, um zu lesen): | In dem Buch gibt es Szenen und detaillierte Beschreibungen von den Krankheitszuständen (Beulenpest) der Menschen und Schlachtungen z.B. von Schildkröten, sowie relativ explizite Sexszenen mit „Tieren“ bzw. dem „Teufel“. |

 

Meine Meinung:

Als ich das Buch anfing war ich zuerst etwas erschlagen von den vielen Beschreibungen. Kutschen, Kleider, Umgebungen und Leute. Was anfangs noch etwas störend war, wurde jedoch immer besser in die Geschichte eingewoben. Wir befinden uns in einer anderen Zeit. In der Kolonialzeit in Amerika – noch geben sich die Indianer den englischen und spanischen Kolonialisten nicht geschlagen. Es gibt kein elektrisches Licht, keine Züge – nur Kutschen und Kerzenlicht. Und das Wetter in Fount Royal mutet so trüb an wie man sich einen regnerischen Tag in London vorstellt. Kaum kommen Matthew Corbett und Richter Woodward an ihrer ersten Wegstation an – einem Farmhaus, in dem sie vor einem Unwetter Schutz suchen wollen – hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Von da an, ging es rasant weiter, obwohl sich viel Zeit beim Erzählen gelassen wurde. Fount Royal, die verschiedenen Einwohner und die Spannung bauen sich unglaublich auf. Es dauert einige Zeit bis wir das erste Mal auf die Frau treffen, die der Hexerei beschuldigt wird. Wir bekommen vom Bürgermeister, vom Lehrer, vom Arzt und von den Dorfbewohnern bereits viele Informationsschnipsel zugeworfen. Wem kann man glauben, wer hat einfach zu tief ins Glas geschaut und wer lässt sich von der allgemeinen Panik anstecken? Den Reverend und ihren Mann soll sie ermordet haben – was niemand gesehen hat.

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Gesehen haben wollen sie nur einige Leute beim Akt mit abscheulichem Wesen und dem Teufel. Heutzutage würde man vermutlich einen Drogentest bei den Leuten machen. Aber damals war es anders. Und tatsächlich – die Geschichten decken sich auf unheimliche Weise. Aber nur aufgrund von Aussagen eine Frau zum Scheiterhaufen verteilen? Mich hat das Thema sehr berührt und aufgewühlt und ich war dankbar für Richter Woodwards kühlen Kopf und Matthews Neugier und klaren Verstand, sonst hätte ich den EReader in der Mitte zerrissen. Die Aberwitzigkeit, die Ungerechtigkeit macht uns wütend und wir fiebern mit Matthew mit und beten, dass er einen Hinweis findet, diese Frau zu entlasten. Nicht alle im Dorf sind gegen sie, aber je mehr Informationen ans Licht kommen, desto leichter fällt es zu glauben, dass es in Fount Royal wirklich nicht mit rechten Dingen zugeht. Der drohende Scheiterhaufen und die kleinen Informationskrümel, die uns teilweise neue Fragen aufwerfen, die schreiende Ungerechtigkeit und der Wunsch zu wissen, was wirklich passiert – all das verstrickt der Autor zu einem unglaublich spannenden Plot. Bei ca. 40% habe ich auf die Uhr geschaut und mich erschrocken: Es war 3:33 Uhr (kein Witz) und ich hatte ca. 3 Stunden wie gefesselt gelesen. Dann habe ich mal nachgeschaut wie viele Seiten das Buch hat. Kein Wunder, dass ich erst bei 40% war, es ist ein knapp 500 Seiten dicker Wälzer. Und trotzdem bin ich durchgeflogen wie auf einem Hexenbesen! Huiuiui!

Auch wenn mir die Beschreibung an einiger Stelle weiterhin etwas zu ausufernd waren, ich war spätestens nach den ersten beiden Kapiteln wie gefesselt, so spannend war das Buch. Teilweise ziemlich erschütternd, einfach durch die direkten, ungeschönten Beschreibungen von Krankheiten und Hygienezuständen. Matthew Corbett, der Titelheld, ist ein neugieriger Bursche. Er ist ehrenhaft und aufrichtig, beinahe schon ein wenig zu sehr. Aber er macht Fehler, vergisst Dinge und kommt zu falschen Schlüssen – was ihn umso sympathischer macht. Richter Woodward wirkt anfangs eher wie eine Witzfigur, aber wir merken, dass er ein kluger, besonnener Mann ist, der mit seinen eigenen Dämonen kämpfen muss. Dann gibt es noch den furchtbaren Bürgermeister und Gründer von Fount Royal, Bidwell, dem man einfach die Schaufel ins Gesicht kloppen möchte – aber auch er wirkt in sich stimmig. Die Charaktere sind interessant und vielfältig, nur manchmal vergaß ich bei den vielen Namen, wer gemeint war.

Janna sollte das lesen!“, hab ich mir zwischendurch gedacht. Düster und absolut spannend.

Auch das Cover ist ansprechend gestaltet. Zwar ist die englische Originalversion in einem Band gefasst, aber ich finde es nicht schlimm, dass der Luzifer Verlag die Geschichte auf zwei Teile aufgespalten hat. Nur der Cliffhanger macht eben Lust auf mehr, denn wir sind mittendrin, als Teil I endet. Nicht so, dass ich anfgefangen habe zu weinen und mein Herz aus der Brust sprang, aber so, dass ich mir direkt Teil 2 kaufen will… immer ein gutes Zeichen!

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Mein Fazit:

Was soll ich sagen: wir haben glaubwürdige Charaktere, ein interessantes, gut recherchiertes Setting, sehr viel Spannung und eine mitreißende Geschichte. Manchmal war der Schreibstil etwas ausschweifend, aber alles in allem, kann ich kaum mäkeln, weshalb ich guten Gewissens 5 Seesterne vergeben kann.

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Andere Stimmen zum Buch:

 


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