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[Rezension] Die Götter von Asgard von Liza Grimm

[Rezension] Die Götter von Asgard von Liza Grimm

Jennifer aka Liza Grimm ist einfach so eine sympathische, quietschbunte Frohnatur. Ich habe auf dieses Buch hingehyped und konnte letzten Endes nicht auf das Taschenbuch warten, ich MUSSTE das Ebook haben! Wie ihr vielleicht wisst, bin ich ein großer Fan von Jennis Kanal und ihre Projekten. Ihre fröhliche und offene Art haben es auf der FBM 2017 auch ganz einfach gemacht, mit ihr ins Gespräch zu kommen – auch wenn ich ganz dolle Herzklopfen hatte. 😀 Ich werde aber versuchen, das Buch so objektiv wie möglich zu bewerten und nicht minder streng zu sein als mit den anderen Büchern.


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Liza Grimm – Die Götter von Asgard

  • Titel: Die Götter von Asgard
  • Autorin: Liza Grimm
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: (Urban) Fantasy, nordische Mythologie
  • Ebook*: 4,99€ (Einführungspreis)  | Taschenbuch*:  12,99€ (ab 01.03.2018)

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Worum geht’s?
Die Studentin Ray ist ziemlich unzufrieden mit ihrer aktuellen Situation. Als die geheimnisvolle Kára ihr also die Möglichkeit eröffnet, in eine andere Welt hineinzuschnuppern, überlegt Ray nicht lange. Dass damit Asgard, nordische Götter, Thor, Loki, Odin, Walküren, Nornen und Tyr gemeint sind – damit hat Ray jedoch nicht gerechnet. Plötzlich ist sie jedoch mittendrin in einer alten Prophezeihung. Denn das Erscheinen eines neuen Helden soll das Ende der bekannten Götterwelt bedeuten. Ray soll genau diese Heldin werden und gerät damit zwischen die Fronten und muss sich auf eine abenteuerliche Reise durch verschiedene Welten begeben, die von märchenhaften, aber auch gefährlichen Kreaturen bevölkert wird.

Wie immer alles spoilerfrei. <3

Meine Meinung:

Nordische Mythologie ist sehr cool und vor allem Dank den Marvel Comics wieder voll im Trend. Dass wir uns in diesem Buch aber nicht nur auf die plakativen Brüder Loki und Thor konzentrieren, merken wir gleich zu Beginn als die Nornen den Schicksalsfaden spinnen. Dann schwenken wir zur nichtsahnenden Ray, die einem gleich sympathisch ist, weil in ihrem Leben eben nicht alles perfekt läuft und sie ganz normale Probleme und Sorgen hat. Deswegen ist es zwar etwas überraschend, aber durchaus verständlich, dass sie einwilligt, mit der fremden Kára nach Berlin zu gehen.

Ab dann geht es Schlag auf Schlag und Ray und uns als Lesern bleibt kaum Gelegenheit zu verschnaufen. Loki, Tyr, Walküren – wir nehmen alles mit. Mal mit Verwirrung und Gefahr, dann wieder mit etwas mehr Humor. Nach dem turbulenten Anfang blieb die Spannung für mich im Mittelteil manchmal etwas auf der Strecke. Für meinen Geschmack hätten gewissen brenzlige und gefährliche Szenen noch mehr ausgereizt werden können bzw. gravierendere Nachwirkungen haben können. Ray hat das Meiste doch ganz gut weggesteckt und viele Konflikte wurden rasch wieder gelöst. Die Krux an Prophezeihungen ist, dass man eben ungefähr weiß, was den Protagonisten bevorsteht und dass sie diese vermutlich erfüllen. Das gibt uns als Leser eine Sicherheit, die manchmal die Spannung etwas dämpft, da wir wissen, dass ein Ereignis vermutlich glimpflich ausgeht. Es ist schwer, da noch große Unsicherheiten zu erzeugen, das weiß ich.

Mir haben deswegen gerade die Szenen mit den Hexen, Nixen und Werwölfen gut gefallen, da sich hier gezeigt hat, wie bedrohlich die übernatürliche Welt sein kann. Ich bin eben ne olle Horrortante, sowas mag ich. Manche Sorgen und Zweifel wurden zu schnell zerstreut, manche Mysterien hätte man ruhig ungeklärt lassen können. Ein paar wenige Stellen waren mir – trotz Göttern und Heldensagen – auch ein bisschen zu dramatisch-pathetisch. Für die Romantik hätte ich mir hingegen noch ein oder zwei zusätzliche Szenen gewünscht, um Intimität zu erzeugen und die Zuneigung jenseits von gemeinsamen Kampfszenen zu intensivieren.

Gegen Ende hin wurde es wieder flotter, spannender, gefährlicher und das gefiel mir gut. Auch, dass Elemente ganz vom Anfang des Buches wieder aufgegriffen wurden! Sowas zeugt einfach davon, dass Charaktere und die Welt gut durchdacht sind.

Ray hat mir als Protagonistin gut gefallen – sie war ein bisschen naiv, geflasht, dann misstrauisch, mal ängstlich, mal mutiger. Manchmal wirkte sie ein bisschen wankelmütig, gegen Ende wurde sie immer selbstsicherer. Dafür, dass mir manche Szenen im Hauptteil nicht ausreichend bedrohlich waren, war das am Ende fast schon ein bisschen zu mutig. Aber sie hatte ja auch Unterstützung. Auch, dass sie sich recht schnell verknallt hat, war mir ein bisschen zu plötzlich? Große Pluspunkte gab es aber für ihr großes Herz, ihre Sturheit und Gewieftheit.

Kára, die Walküre, ist eine liebenswürdige, kluge und starke Frau und holte gleich eine Menge Sympathiepunkte. Sie glaubt von der ersten Sekunde an daran, dass in Ray mehr schlummert und begegnet ihr mit viel Geduld.

Loki, wie die Autorin ihn darstellt, ist ein liebenswürdiger Schelm. Ein gewiefter und hinterlistiger Geck, der gerne Spaß auf Kosten anderer hat und dabei trotzdem irgendwie sympathisch bleibt.

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Tyr ist ein heldenhafter Gott zum Anschmachten. Er blieb für mich leider neben Thor einer der blasseren Charaktere, auch wenn man ihn aufgrund seiner freundlichen und geduldigen Natur ins Herz schließen musste!

Generell muss ich ein großes Lob dafür aussprechen, wie die Götter einerseits aufgrund ihres Wissens und ihrer Fähigkeiten erhaben waren, andererseits aber sehr liebenswürdig wirkten, weil ihnen auch Missgeschicke passiert sind und sie eben nicht gegen alles immun waren. Als Loki in eine Tür gerannt ist, musste ich losprusten, das war so schön unerwartet! Das Buch hebt sich durch die teils ulkige Stimmung angenehm von anderen pathetisch anmutenden Heldenreisen aus dem Fantasygenre ab.

Liza Grimms Schreibstil lässt sich wunderbar flüssig lesen. Die Beschreibungen sind malerisch und magisch. Nur manchmal waren die Formulierungen etwas dramatischer als sie hätten sein müssen. Viele kleine Anekdoten sorgten für Schmunzeln und es ist Liza ganz wunderbar gelungen, Ray und ihre Gedanken darzustellen.

Das Ende ist definitiv interessant und bietet Raum für Fanfiction, Spekulationen und vielleicht weitere Geschichten aus diesem Universum? Ich freu mich auf mehr Märchenhaftes von Fräulein Grimm. 😉

Fazit:

Nicht alle Aspekte des Buches haben mich vollkommen überzeugen können, aber ich hatte unglaublich Spaß beim Lesen und durfte mit Ray und den Göttern von Asgard ein tolles Abenteuer bestreiten und nebenbei viel über die nordische Mythologie lernen. Ich glaube, das Buch ist wunderbar auch für jüngere Leser geeignet. Für meinen Geschmack hätte es an manchen Stellen ruhig noch ein bisschen düsterer zugehen dürfen. Von mir bekommt das Buch aufgrund einiger kleiner Kritikpunkte 4 Seesterne!

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p.s.: Bluebert, der Blobfisch, war extrem angetan von der Nixe.

Weitere Stimmen zum Buch:


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Neuzugänge März/April 2017 (Bookhaul)

Neuzugänge März/April 2017 (Bookhaul)

Welche Bücher sind in den letzten beiden Monaten bei mir eingezogen?

In Videoform:

Tina Köpke – Royal me*
Episode 1: http://amzn.to/2okCFKw
Episode 2: http://amzn.to/2oK4GMy

01

Matthias Ernst – Schwabenblut*
http://amzn.to/2opSChF

02

Laura Kneidl – Water & Air*
http://amzn.to/2px2kTR

03

Eva Maria Obermann – Zeitlose: Simeons Rückkehr*
http://amzn.to/2o0vZVB

04

Sarah J. Maas – Throne of Glass 1: Die Erwählte*
http://amzn.to/2pxvIcS

05

Sarah J. Maas – Das Reich der sieben Höfe: Dornen & Rosen
– enthalten in der März-Box von http://bookishprophet.de/
http://amzn.to/2oJ3IS4 *

06

Kia Kahawa – Die Krankheitensammlerin*
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07

Hiraku Miura – Full Moon Love Affair*
http://amzn.to/2oKjnzg

08

Sawaki Otanaka – Rental Hearts Band 2*
http://amzn.to/2px8CD9

09

Haruhi Seta – No Exit*
http://amzn.to/2o0pKBg

10

JM Volckmann – 99 Namen* – Rezension findet ihr hier
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11

Andreas Hagemann – Xerubian 1: Aath Lan’tis* – Rezension findet ihr hier
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12

Edda Ziegler – Verboten, verfemt, vertrieben
http://amzn.to/2oJ5vXC *
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13

Klaus Lieb et al. – Fallgeschichten Psychiatrie und Psychotherapie
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14

Andrie de Vries & Joris Meys – R für Dummies*
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15

Ja, da ist doch einiges zusammengekommen, wobei ich ganz stolz bin, dass ich nicht so stark übertrieben habe beim Büchereinkauf! 😀

Habt ihr schon ein Buch von der Liste gelesen?

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Neuzugänge Januar 2017

Neuzugänge Januar 2017

Holladrio! Hier gibt es, in neuer schnieker Kulisse, meine Neuzugänge aus dem Januar 2017.

Ich habe vor allem bei Jokers ziemlich zugeschlagen.

Für den Februar habe ich mir ein Buchkaufverbot auferlegt (zumindest große, spontane Einkäufe), da ich für die Klausuren lernen sollte und meinen SuB abbauen möchte.

Ende Februar habe ich dann auch wirklich Semesterferien und hoffentlich viel Zeit zu lesen. Und wer weiß? Vielleicht bekomme ich zum Geburtstag einen Büchergutschein, mit dem ich dann im März wieder kräftig zulangen kann. Hehe.

[Rezension] Nina C. Hasse – Ersticktes Matt

[Rezension] Nina C. Hasse – Ersticktes Matt

Das Ebook habe ich von meiner lieben BartBroAuthors Kollegin Nina C. Hasse als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Es hat leider ein bisschen gedauert, aber hier ist endlich die versprochene Rezension.

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(Spoiler: Es war so gut, ich musste mir die Taschenbuchversion kaufen 🙂 )
Das Ebook kostet 3,99€, das Taschenbuch 14,90€.

 

Worum geht’s?

In einer größtenteils überfluteten Welt in einem alternativen New York in dem Dampfmaschinen, Luftschiffe und U-Boote den Alltag bestimmen, gibt es eine Elendssiedlung, die sog. Floodlands. Diese wurden auf Pfählen in den East River gebaut und sie werden von einer erschreckenden Mordserie heimgesucht. Der Täter hinterlässt bei seinen jungen, weiblichen Opfern Schachfiguren. Doch warum? Dieser Frage nimmt sich die ein Team des Police Departments um Gesichtsanalytiker Remy Lafayette und Madeline Vézer an. Unterstützung bekommen sie dafür von einem raffinierten Schachexperten. Als klar wird, dass der Täter auch in Europa gemordet hat, schaltet sich auch ein britisches Ermittlerduo ein. Das Phantom macht es ihnen jedoch nicht leicht und die beiden müssen sich auch ihren eigen Ängsten stellen.

Eine verzwickte Jagd auf den Mörder beginnt, ebenso komplex und spannend wie eine gute Partie Schach.

Genre: Steampunk-Krimi

Design/Gestaltung:

Das Cover ist monochrom in schwarz-weiß und ich liebe es. Es ist unfassbar schön und detailliert ohne verschnörkelt und aufdringlich zu sein. Und nach dem Lesen sieht man es in einem anderen Licht.

Schreibstil:

Es ist beeindruckend. Ich hätte nicht erwartet, dass ich auf dem Selfpublisher Markt im Krimi-Genre so einen fein ausgeklügelte, detaillierte und anspruchsvoller Sprache finden würde. Das soll jetzt keine anderen Selfpublisher beleidigen, aber es ist eben nicht zu leugnen, dass viel Schrott auf dem Markt existiert, seit es relativ einfach geworden ist, Bücher zu veröffentlichen. Nina hat mehr Sprachgefühl und Wortgewandheit als manche Autoren, die tatsächlich bei einem Verlag untergekommen sind. Jedes Mal, wenn ich angefangen habe zu lesen, wurde ich tief in das Steampunk-New York entführt und ich fand es immer schwer, es wegzulegen, auch wenn sich das Lesen so lange hinausgezögert hat. Es ist kein Buch zum einfach von der Stelle weglesen, es ist spannend, klug und auf einem hohen Niveau ohne gestochen zu wirken.

Inhalt:

Ich mag Krimis nicht so gerne. Steampunk hingegen finde ich ziemlich cool und da ich die Books&Braun Bücher sehr gerne mochte, dachte ich mir ich möchte das auf jeden Fall lesen.  Das erste Opfer, eine junge Dame aus den Elendsvierteln in den Floodlands führt das Ermittlerteam zunächst auf keine wirklich ergiebige Fährte. Die Dinge kommen jedoch schneller ins Rollen als es allen lieb ist und bald gibt es mehr Opfer. Da die scheinbar einzige Gemeinsamkeit der Toten die Schachfiguren sind ziehen die beiden Experten der Schachliga zu Rate. Für sie abgestellt wird jedoch nicht der erwartete alte Herr, sondern ein aufmüpfiger Junge im Rollstuhl. Dennoch erweist sich die Jagd als schwierig und anscheinend gibt es auch Opfer in Europa. Deswegen machen sich die Ermittler Engels, genannt “Fox” und Loyd aus London ebenfalls auf den Weg. Remy wird tiefer in die Sache hineingezogen als es ihm lieb ist und er muss sich den Schatten seiner Vergangenheit stellen. Der Weg, den Mörder zu fassen, ist selbst ähnlich verstrickt und komplex wie eine Partie Schach. Und leider fordert sie auch Opfer.
Es war wirklich durchgehend spannend. Kaum hatte man das Gefühl, es ging ein wenig voran, flatterte die nächste Leiche oder ein Detail ins Haus, das alles wieder durcheinander brachte. Man fühlte sich mit den Charakteren frustriert und hilflos, weil  keine Lösung in Sicht war. Dennoch wurde es nicht langweilig, denn es passierte immer etwas.
An Krimis stört mich oft die monotone, abgewrackte Ermittlerfigur, die repetetiven Ermittlungsabläufe und dass ich – sobald der Mörder im Buch auftaucht – weiß, dass er der Schuldige ist. In Ninas Buch habe ich es jedoch wirklich nicht gemerkt bis kurz vor Schluss. Nur ganz kurz bevor es offensichtlich wurde. Das war cool, denn diesen Charakter hatte ich wirklich nicht im Visier!

Charaktere:

Remy Lafayette, Gesichtsanalytiker, ist ein sympathischer Zeitgenosse. Er ist Gentleman, zielstrebig und ehrlich, ohne abgehobene Moralansprüche an sich selbst zu haben. Er greift auch gerne mal zu nicht ganz legalen Mitteln und das ist sehr sympathisch. Seine Entwicklung durch das Buch hindurch fand ich sehr gut. Er hat sich im Grunde seines Herzens nicht stark verändert, aber er ist gewachsen.

Madeline Vezér mochte ich mit am liebsten. Sie ist eine toughe Polizistin, die mit mütterlicher Strenge versuchte, den Fall zu lösen und ihre Liebsten zu beschützen. Sie war zielstrebig, entschlossen und doch war sie nie emotionskalt, obwohl sie professionell handelte, merkte man ihr oft an, dass es Selbstkontrolle bedurfte.

Nathaniel, der junge Schachexperte, der an den Rollstuhl gefesselt ist, ist ein Goldschatz. Ein besserwisserischer, intelligenter und neugieriger Junge mit einer frechen Schnautze und viel Einfallsreichtum. Dennoch hat seine Kindlichkeit oft etwas Lockerung und Charme in die sonst so düstere Geschichte gebracht. Man möchte ihn knuddeln und irgendwie in die Nase kneifen zugleich.

Heimlich hoffe ich darauf, dass Nathaniels Mutter mit Remy zusammenkommt. Sie war  mein liebster Charakter, auch wenn sie nicht sprechen konnte. Sie wirkt sehr geheimnisvoll und ich hoffe sehr, dass wir mehr von ihr erfahren!
Ermeline Engels, „Fox“, war mir ein bisschen zu pathetisch-dramatisch. Ihre aufwallenden Gefühle, verschiedenfarbige Augen, ein Handicap, dazu noch die ständigen Selbstzweifel – das war mir alles ein bisschen zu viel. Vor allem, weil sie immer bewiesen hat, dass sie viel kann, wenn sie will. Sie hat sich ebenfalls entwickelt, auch wenn ihre Einsicht, dass sie doch keine Versagerin ist, ziemlich überfällig war, denn sie war cool und mutig!

Ihren Kollegen Loyd fand ich sehr sympathisch, aber leider war er mehr ein Mittel zum Zweck und um Fox inneren Konflikt besser zu beleuchten.

Die anderen Charaktere waren gut ausgearbeitet und man hat einfach gemerkt, dass Nina sich sehr viele Gedanken gemacht hat. Die Welt hat sich sehr lebendig angefühlt und die meisten Charaktere bedienten keine Stereotypen sondern wirkten wirklich wie lebendige Wesen.

Ende:

Das Ende war cool. Ich mochte es und ich mochte, dass es abgeschlossen war und wir trotzdem darauf hoffen dürfen, dass die Geschichte weitergeht. Ich habe wirklich erst spät bemerkt, wer der Mörder war aber es war kein deus ex machina, sondern hat Sinn ergeben. All die kleinen Symbole und Hinweise, ein Puzzle das sich langsam zusammengesetzt hat. Wirklich grandios und ich möchte es nochmal lesen mit dem Wissen von jetzt und sehen, was ich vielleicht beim ersten Lesen noch nicht gemerkt habe.

Mein Fazit: Dieses Buch ist handwerklich, storytechnisch und vom Schreibstil und Detailgrad einfach faszinierend genial. Es steht den großen Namen da draußen in absolut nichts nach. Und es wird einen festen Platz in meinem Regal bekommen, weil ich es durch und durch toll fand.
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Bald erscheint außerdem Ninas neuer Roman “Krähenherz”, der von der ersten Begegnung von Vezér und Lafayette erzählen wird!

[Rezension] Tanja Hanika – Zwietracht: Mörderische Freundschaft

[Rezension] Tanja Hanika – Zwietracht: Mörderische Freundschaft

Meine liebe BartBroAuthors Kollegin Tanja Hanika schreibt düstere, schaurige Romane und ihr neuestes Projekt hat mich sowohl vom Cover als auch von der Kurzbeschreibung neugierig gemacht.

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Das Ebook kostet 6,99€, das Taschenbuch 11,99€.

Auch diese Rezension gibt es als Video auf meinem Youtube Kanal!

Worum geht’s?
Es geht um zwei beste Freundinnen, die gemeinsam in einen Kurzurlaub in eine abgelegene Hütte im Wald fahren. Lina, eine Schriftstellerin, möchte dort ihre Schreibblockade überwinden um ihr nächstes Buch veröffentlichen zu können. Millie, die in einer Bank arbeitet aber gerne mit ihren Fotos Geld verdienen würde sucht unterdessen in der Natur nach schönen Motiven.
In der Hütte gibt es eine verschlossene Tür, die Linas Interesse weckt, vor allem nach dem sie in der ersten Nacht kratzende Geräusche von unter der Hütte wahrnimmt. Kurz darauf fällt ihr Millies Verhalten seltsam auf und bald ist sich Lina sicher, dass irgendjemand es auf sie abgesehen hat. Am Ende sogar ihre beste Freundin?

Genre: Horrorroman

 

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Design/Gestaltung:

Das Cover ist schlicht gehalten, aber genau das gefällt mir sehr gut.

Schreibstil:

Den Anfang der Geschichte fand ich mit den Formulierungen teilweise etwas holprig. Es wirkte einfach zu bemüht abwechslungsreich und anschaulich zu schreiben. Aber das hat sich dann bald verflüchtigt, Tanja hat in die Geschichte gefunden und es ließ sich flüssiger und besser lesen. Die Spannung konnte auch ohne große dramatische Formulierungen aufgebaut und durchweg gehalten werden. Ich fand es sehr fesselnd und habe es tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen! (Was bei mir als Leseschnecke auch bei eher dünnen Büchern selten ist 😉 )

Inhalt:

Ich war sehr eingenommen von dem Buch, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht. Die erste Hälfte des Buches ist aus Linas Sicht geschrieben, die zweite aus Millies. Den ersten Twist habe ich kommen sehen, einfach weil ich unfassbar auf Horror stehe und so viele Bücher und Filme gelesen habe, dass man sich anhand kleiner Anzeichen schnell denken konnte, was los ist. Der Twist zum Ende hingegen kam etwas unerwartet aber nicht unpassend. Zu viel über den Inhalt möchte ich hier konkret gar nicht sagen, aber es spitzt sich zum Ende sehr stark zu, sodass man wirklich nicht aufhören kann zu lesen.

Charaktere:

Neben Lina und Millie gab es kaum Charaktere, die wirklich eine große Rolle gespielt haben. Stefan und Barbara – Barbara war mir allein wegen ihres Namens schon sympathisch – ich freu mich immer, wenn jemand Barbara heißt. Ich glaube, aus denen hätte man noch ein bisschen mehr machen können indem man sie noch mehr einbindet, da sie ja in der Nähe der Hütte gewohnt haben. Man hätte vielleicht auf ihrer Seite noch den ein oder anderen Zweifel setzen können, um den Leser zu verwirren. Allerdings hat es der Geschichte keinen Abbruch getan, sondern ist nur meine persönliche Meinung.
Lina war ein kleines bisschen unsympathisch. Aber ich denke gewollt. Einfach weil sie quengelig und unzufrieden war und ich ihre Paranoia zu Anfang nicht ganz verstanden habe. Ihre Neugier bezüglich der Tür und ihre Panik wegen dem Kratzen an der Hütte schon! So etwas würde mich auch ganz wuschig machen.
Millie war deutlich menschlicher und gerade in ihrem Teil hat man sie ins Herz geschlossen. Ihre Handlungen fand ich teilweise verwirrend, aber Horror funktioniert selten mit Charakteren, die nur geschickte und richtige Entscheidungen treffen. Man hat sich nicht an den Kopf gegriffen, aber das ein oder andere Mal hat man sich schon gewünscht, dass sie einfach direkt sagt, was Sache ist.
Alles in allem waren die Charaktere für so ein kurzes Buch gut ausgearbeitet und nicht zu eindimensional.
Ende

Das Ende war dann doch ein wenig überraschend, im positiven Sinne und mir hat es gut gefallen. Vor allem die letzten Szene. Es sind einige Fragen offen geblieben, aber um aus meinem meiner liebsten und ersten Horrorspiele zu zitieren.

In a horror story, the victim keeps asking „Why?“ But there can be no explanation, and there shouldn’t be one. The unanswered mystery is what stays with us the longest, and it’s what we’ll remember in the end.” – Alan Wake

Rückblickend finde ich tatsächlich die Horror Filme und Bücher, in denen einem nicht alles haarklein erzählt und vorgekaut wird, besser bzw. spannender. Manche enden zu offen, sodass es wirklich unbefriedigend ist aber Tanjas Geschichte endet akzeptabel offen.

Wenn man nun alle Einzelwertungen zusammen rechnet ergibt sich ein Ergebnis von 4 Seesternen! Eine klare Leseempefhlung für Freunde von Horror und Leute, die einen spannenden kurzen Ausflug zu einer Waldhütte machen wollen! 😉4seesterne.png