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Babsi im Norden (Das erste Literaturcamp Hamburg)

Babsi im Norden (Das erste Literaturcamp Hamburg)

Babsi im Norden (Das erste Literaturcamp Hamburg)

Vor 2018 war ich noch nie in Hamburg! Ich war zwar schon in Fernost unterwegs, aber zuvor bin ich nie nördlicher gereist als Berlin. Eine wunderbare Gelegenheit, um das zu ändern war das erste Literaturcamp in Hamburg! Ich durfte bei Organisatorin Mareike (crowandkraken) und ihrem niedlichen Kater Loki nächtigen.

Ich könnte euch natürlich erzählen, wie schön alles war – Aber die Bilder und Eindrücke habe ich in einem Video zusammengeschnibbelt, damit ihr euch selbst einen Eindruck machen könnt.

Hoch oben im Norden

Für mich ging es dank früher Buchung im ICE in der ersten Klasse, knapp sechs Stunden, direkt von Bamberg bis nach Hamburg. Die Hinfahrt verlief angenehm und ruhig (Die Rückfahrt nicht, aber da war es nicht mehr so wichtig). Mareike und Nadine (Epilogues Blog) holten mich vom Bahnhof ab und gemeinsam machten wir es uns in Mareikes Butze gemütlich. Ich packte meinen Koffer aus, denn ich hatte Gastgeschenke mitgebracht – hauptsächlich für Kater Loki. Abends holten wir Vanessa (biblometasia) vom Bahnhof ab und machten es uns mit Tiefkühlpizza auf dem Sofa gemütlich.

Freitag

Da Mareike super früh rausmusste, haben Vanessa und ich zum Frühstück die Literakingdom WG von Bianca und Vera besucht, in der Jen zu Gast war. Nach Franzbrötchen, Kaffee und Nagellack ging es ab zum Aufbau! Ich hab an der Stelle einen kleinen Ausflug zum Bahnhof gemacht, um mich mit der wundervollen LaNoireSakura auf einen Kaffee zu treffen. Am liebsten hätte ich noch den ganzen Tag mit ihr gequatscht, aber ihr Zug fuhr und ich wollte zum Aufbau und mitanpacken.

Typisch Blobfisch…

Bin ich zwar an der richtigen Haltestelle ausgestiegen, aber zur falschen Kirche gelaufen. Also bin ich ein bisschen durch Hamburg geirrt, hab ein paar Fotos geknipst und als ich endlich an der Location ankam, war nicht mehr viel zu tun. Ups.

Das Litcamp fand in der Sankt Katharinen Kirche statt. Die Eröffnungssession direkt im Hauptschiff der Kirche, das Buntglasfenster vor Augen und die Orgel im Rücken. Das hatte schon was – auch wenn durch die besondere Örtlichkeit leider nicht alle Räume barrierfrei oder technisch ausgestattet waren.

Ein großes Plus war definitiv das „Awareness Team“ – falls sich jemand auf dem Litcamp angegriffen oder diskriminiert fühlte, bestand jederzeit die Möglichkeit über ein Nottelefon anzurufen. Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Diskriminierung hatten so keinen Platz. Glücklicherweise kam es zu keinen solchen Vorkommnissen, wofür alle Teilnehmer*innen nochmal gelobt werden sollten.

Samstag

Samstag hieß es: Früh aufstehen, damit wir pünktlich zum Frühstück frischen Kaffee abbekamen. Über Kaffee, Verpflegung in Form von Snacks, Brötchen, Obst und Kuchen, musste man sich keinerlei Gedanken machen, denn das Buffet war jederzeit prall gefüllt. Gestärkt und nervös ging es dann zur großen Eröffnungssession, der Vorstellungsrunde und der Sessionplanung. Gemeinsam mit Jen (Jenlovetoread) würde ich eine Session über „Aktives Zuhören & Gewaltfreie Kommunikation“ halten. Der Plan quillte über von verschiedensten Ideen und interessanten Themen. Und so hatte man die Qual der Wahl… Die genauen Session-Titel habe ich übrigens vergessen, weil ich das Gedächtnis eines Goldfisches hab. Blubb.

Session 1: Sketchnotes & Gemeinsam Schreiben

Hier habe ich ein bisschen gemogelt und bin als Barbarazzi durch die Hallen geschlichen. Ich habe den Anfang und das Ende von Anias Sketchnotes Session gehört und den Großteil bei Anne Zandt „Gemeinsam Schreiben“ gelauscht. Gemeinsam Schreiben ist durchaus eine Herausforderung. Manchmal aufwändiger als alleine und doch teilt sich die Arbeit auf, denn vier Augen sehen mehr als zwei. Dann gab es auch schon Mittagessen!

Session 2: Literaturagenturen

Die zweite Session hat mich brennden interessiert, denn es ging um Literaturagenturen. Kristina Langenbuch erzählte von den Abläufen hinter den Kulissen, den Schwierigkeiten und den Vorteilen einer Literaturagentur. Man sollte immer darauf achten, was die Agenturen im Exposé wollen, ob sie gerade Aufnahmestopp haben und es schadet nicht, wenn man bereits eigene Fans und Follower mitbringt – am Ende entscheidet aber trotzdem die Qualität des Manuskripts. Im Idealfall gibt es eine Auktion und der Text wird verschiedenen Verlagen angeboten, die sich darum streiten, wer veröffentlichen darf. Das letzte Wort hierbei, hat aber immer der*die Autor*in.

Session 3: Make Rezensionen great again

Buchblogger*innen, die sich Statistiken anschauen, wissen es vermutlich bereits. Rezensionen werden nicht so gut geklickt wie andere Beiträge. Aber warum? In der Runde wurde öffentlich über verschiedene Vorliebe, Objektivität und Subjektivität gesprochen. Fazit: Langfristig führen Rezensionen Besucher*innen auf den Blog. Wichtiger als Stilanalyse oder Länge, ist der persönliche Eindruck und die Gefühle, die das Buch in einem ausgelöst haben.

Session 4: Wie Autor*innen und Bloger*innen besser zusammenarbeiten können

Bei Autor Leon Sachs gab es wieder eine Diskussionsrunde, inklusive Brainstorming. Wie können Autor*innen und Blogger*innen besser zusammenarbeiten. Natürlich die Basics: Keine Massenmails, ehrliches Interesse, Vorab-Recherche (Welches Genre?) und zeitliche Flexibilität. Gleichzeitig die Ermutigung auch Blogtouren oder Interviews mit den Charakteren anzuregen, fernab von simplen „Buch gegen Rezension“.

Session 5: Aktives Zuhören & Gewaltfreie Kommunikation

Für mich gibt es nichts Schlimmeres als wenn Charaktere in Büchern nicht miteinander sprechen. GRAH! Dabei gibt es so viel, was in der normalen Kommunikation schiefgehen kann. Jen und ich erzählten daher etwas übers aktive Zuhören und die gewaltfreie Kommunikation. Da das ganze sehr spontan war und ich zumindest ziemlich müde, weiß ich gar nicht mehr so genau, was ich alles gesagt habe. Gefühlt habe ich mal wieder alle an die Wand geschwafelt, aber Kia hat da doch eine ganz ordentliches Sketchnote hinbekommen:

Der erste Tag war geschafft! Wir sind auf der Suche nach Essbarem zu einem Croque Restaurant gefahren. Auf dem Rückweg sind Janna und ich allerdings in die falsche S-Bahn gestiegen, mussten rennen und haben es gerade so noch zur Lesung von Magret Kindermann geschafft.

Sonntag

Nachdem wir Sonntag mit Mareike bis zum bitteren Ende geblieben sind, um alles für den Sonntag vorzubereiten, sind wir morgens zombiemäßig aus dem Bett gekrabbelt. Kaffee und Concealer übernahmen das Nötige und das Serotonin vom Vortag half dabei, wieder fit zu werden.

Session 1: Pause

Ich war immer noch hundemüde. Mich haben alle Sessions interessiert, aber letztlich habe ich in der Küche Stellung gehalten, ganz tief in meinen Kaffee geschaut und Energie für die kommenden Sessions getankt. Zwar hatte ich schon lange keine depressive Phase mehr, aber ich merke, wie leicht erschöpfbar ich immer noch bin. Ich habe gelernt, auf mich selbst Rücksicht zu nehmen und eben Pause zu machen, mir Ruhe zu gönnen, wenn ich diese brauche.

Session 2: Repräsentation in der Literatur

Damals auf dem Litcamp Heidelberg habe ich die spannende Session von Laura, Kira und Alisha verpasst – nicht dieses Mal. Zuerst erklärten diese drei wunderbaren Menschen die Basics – was ist Repräsentation, warum ist es wichtig own voices zu hören und warum brauchen wir mehr Repräsentation? Daraus entwickelte sich eine angeregte Diskussion.

Session 3: Psychologie – wie, wo, was?

Auf Nachfrage habe ich meine Session vom Litcamp Heidelberg 2018 zum Thema „Psychische Erkrankungen: Realität vs. Literatur“ wiederholt. Ich hatte sogar meine Notizen dabei und habe einige Dinge erzählt, die ich in Heidelberg zeitlich nicht mehr unterbekommen habe. Zum Beispiel die erschreckende Tatsache, dass Homosexualität erst seit 1991 nicht mehr offiziell als psychische Erkrankung in den Handbüchern steht. Genau nachlesen könnt ihr das alles *hier*.

Session 4: Tropenkrankheiten

Mareikes Mama ist einfach cool, weil sie Mareike großgezogen hat. Außerdem hat sie Kuchen gebacken. Unendlich viel Kuchen. Und sie hat in ihrer Session aus dem Nähkästchen über tropische Krankheiten gesprochen. Von Lepra, Malaria, Cholera bis hin zum Loa Loa und zum Medinawurm. Richtig schön eklig und unfassbar spannend!

 

Abschlussession

Besonders schön fand ich, dass Mareike sich Zeit genommen hat allen Beteiligten zu danken. Wirklich allen. Es sorgte für viel Applaus, gute Laune und hat einem nochmal vor Augen gehalten, was hinter den Kulissen alles passiert, damit so ein Event reibungslos über die Bühne geht.

Litcamp Blues

Schnief! Das Schlimmste am Litcamp ist, dass es viel zu schnell vorbeigeht. Man hat nie genug Zeit, all die Sessions zu sehen, die man anschauen will. Kann nie ausgiebig genug mit allen kuscheln und quatschen. Und die Stadt anschauen, naja, dafür hängt man am besten nochmal zwei Tage extra dran!

Obwohl das Wochenende anstrengend war, voller Informationen, Input und minus einen Batzen Schlaf – ich könnte das öfter machen. Zum Glück gibt es im Frühjahr schon wieder ein Literaturcamp in Heidelberg!

Am meisten vermisse ich wohl Mareike, Loki und die ganzen lieben Buchmenschen. Es ist so ein harmonisches Miteinander, ein buntes, kreatives Gewusel voller Nerdigkeit. Und gleichzeitig anspruchsvoll und lehrreich. So einen Mix bekommen wohl nur die wenigsten hin.

 

Ich ziehe meinen Hut vor der wunderbaren Organisation, den lieben Leuten und einem grandiosen 1. Litcamp Hamburg!
Dankeschön!


Weitere Rückblicke:

Zu den einzelnen Sessions:

Literaturcamp Heidelberg 2018

Literaturcamp Heidelberg 2018

Letztes Jahr war ich das erste Mal auf dem Litcamp, danach war für mich klar: „Babsi, das Literaturcamp Heidelberg 2018 – da musst du wieder hin!

Gesagt, getan. An Neujahr um kurz nach Mitternacht, stellte ich mich für einen Moment an den Rand und bestellte mir fix ein Ticket. Und wie im Vorjahr auch, schwebe ich immer noch von der positiven Stimmung und der Liebe all dieser Buchmenschen um mich herum.

Außerdem habe ich meine erste eigene Session gehalten! Und nun ja, die wurde auch noch livegestreamt… Da bin ich nicht nur wegen der Temperaturen ins Schwitzen gekommen!

babsiatlitcamp
Das Bild stammt von Gedankenfunken – Vielen Dank!

Übrigens habe ich dieses Jahr verhältnismäßig wenig gefilmt und fotografiert. Die Sessions in denen ich war, waren extrem fesselnd und vor lauter Quatschen und Wiedersehensfreude war auch zwischendurch nicht so viel Lust & Zeit für Blogarbeit da.

Die Anreise war anstrengend, da es ziemlich warm im Auto war und wir durch Baustellen über vier Stunden anstatt drei gebraucht haben. Zum Glück hatte ich mit Charline von Sternenbrise, Viola alias Miriam Malik und Kira wunderbare Mitfahrerinnen, sodass die Fahrt trotzdem ganz lustig war.

Ziemlich k.o. aber gespannt auf die Leute sind Charline und ich dann Freitag Abend noch zum Dezernat gegangen, haben mit den Leuten geplaudert, Slush gekostet, gemeinsam gegessen und alibimäßig noch eine Pinnwand von A nach B getragen. Dann bin ich erschöpft ins Hostelbett gefallen.

 

Meine erste Session – Psycho, oder was? Ist der Schizophrene immer der Mörder?

Wie ihr wisst, liegen mir psychologische Themen und die korrekte Repräsentation psychischer Störungen sehr am Herzen. Ich wollte eine offene Diskussion über mentale Probleme und deren Darstellungen in Büchern anbieten. Ein bisschen Fachwissen aus dem Studium und Praktikum einbringen und über Erfahrungen reden. Dass sich dann so viele Leute meldeten, dass meine Session als erste im großen Leipziger Buchmesse Saal stattfand und auch noch LIVE gestreamt wurde, hat mich total umgehauen (Hätte ich das geahnt, hätte ich Donnerstag Abend weniger Sims gespielt und ein bisschen mehr für eine feste Struktur geplant 😉 ).

Auf dem Litcamp tummeln sich allerlei Leute und psychische Erkrankungen wie Depressionen finden sich vor allem unter Künstlern. Zusätzlich gibt es allerlei Bücher, die alkoholkranke Ermittler, schizophrene Serienkiller und andere Stereotype zeigen und ein ganz falsches Bild vermitteln.

#ausderklapse

Unter anderem saß Uwe Hauck im Publikum, der selbst an Depressionen leidet und auch ein Buch über seine Klinikerfahrungen geschrieben hat (außerdem hat er mit seiner Petition dafür gesorgt, dass Söders geplantes Psychiatriegesetz entschärft wurde!). Auch die liebe Katri redete offen über ihre Schizophrenie und es entstand eine lebendige Diskussion, die Zeit verging wie im Flug und mir blieb kaum Zeit nervös rumzustottern. Ich habe persönliche Erfahrungen mit Anekdoten aus Praktika und Uniwissen gemischt. Dabei habe ich versucht, ein bisschen in die Tiefe zu gehen, aber trotzdem einen allgemeinen Überblick zu geben.

 

Zwar konnten in der kurzen Zeit bestimmte Themen nur angeschnitten werden (für jede psychische Erkrankung ließen sich zahlreiche Sessions gestalten), aber ich glaube es war ein ganz guter erster Überblick. Wenn das Video online geht, werde ich auch nochmal einen Blogbeitrag als Zusammenfassung schreiben, denn es war doch etwas sprunghaft.

Trotz meiner Nervosität und dem umfangreichen Themenkomplex bekam ich ganz viel liebes Feedback und Uwe hat mir sein Buch geschenkt und signiert. Vielen Dank für die aktive Beteiligung und die positive Rückmeldung!

Lasst uns weiter offen über psychische Krankheiten reden, Vorurteile abbauen und Stigmata abschaffen!

Engelchen

Direkt nach meiner Session hatte ich mich als Engelchen eingetragen. Das war ganz gut, um runterzukommen. Nach so viel Aufmerksamkeit brauche ich als introvertierter Mensch oft eine Pause. Es war total schön mit den anderen zu plaudern und ich habe gerne geholfen – nicht nur, weil es eine tolle Veranstaltung ist, sondern weil ich diesmal weder beim Auf- noch beim Abbau groß helfen konnte. Ich habe gemerkt, dass es mich diesmal mehr Energie gekostet hat, mit den Leuten in Kontakt zu treten als letztes Jahr.

Deswegen habe ich mich am Nachmittag auch etwas zurückgenommen mit Sessions und Gesprächen und konnte leider nicht so da sein, wie ich es gerne gewesen wäre. Ich hätte am liebsten noch mit viel mehr Menschen ausführlicher gesprochen als der Smalltalk, den es letztlich gab, aber mir fehlte einfach die Energie dazu. Nachdem ich etwas Kraft bei Kaffee und Kuchen getankt hatte, bin ich zu Rachel gegangen, deren Session ich keinesfalls verpassen wollte.

(c) Stehlblüten

Emotionaler Missbrauch in YA/NA

Die liebe Rachel hat eine sehr aktuelle Debatte aufgegriffen und klärte in ihrer Session über emotionalen Missbrauch, toxische Beziehungen usw. in der Literatur auf. Welche Anzeichen gibt es, welche Beispiele, wo liegen die Grenzen? Das ganze als Beitrag könnt ihr hier nachlesen, die Session wurde auch aufgezeichnet.

Ein wichtiges und brisantes Thema, das leider oftmals mit Worten wie „Das sind doch nur Geschichten“ oder „Wenn mans nicht mag, muss man es doch nicht lesen“ unter den Tisch gekehrt wird und immer noch an junge Leser*innen vermarktet werden, die diese Differenzierung oftmals noch gar nicht richtig vornehmen können. Zumal der Buchmarkt in letzter Zeit nicht aus einer bunten Mischung im Bereich Romance sondern hauptsächlich aus fragwürdigen, toxischen Beziehungen mit ungleichem Machtverhältnis bestand.

Problematisches Verhalten in Büchern ist ein Thema, das ich hier bereits angesprochen habe. Vielleicht sind einige genervt von der Diskussion – aber es ist wichtig und weiterhin notwendig, dieses Thema im Gedächtnis zu behalten und unser eigenes Lese- und Konsumverhalten zu beobachten. Nur so können wir verhindern, dass solche Bücher verharmlost werden und in der Jugendromantikabteilung stehen.

Spieltheorie

Dass Maggo super interessante Ansätze hat und gut vor Leuten reden kann, hat er bereits beim letzten Litcamp bewiesen. Da ich sehr müde war und eine Pause brauchte, habe ich leider nur die zweite Hälfte der Session mitnehmen können. Da ging es dann um das Thema „Regeln brechen“ – auch Verbrecher haben einen gewissen Verhaltenskodex und nur weil man etwas klaut, denkt man sich bei der nächsten Gelegenheit nicht „Ach, ich hab ja schon mal gegen das Gesetz verstoßen, jetzt kann ich auch morden!„. Ich kann von Maggo, dem Plotter-Experten, immer wieder etwas mitnehmen und werde mir die ganze Session auf jeden Fall nochmal als Video anschauen.

Lasagne~

Auch wenn es diesmal am Samstag sogar auf dem Litcamp Essen gab, hatten wir geplant den preisgünstigen Imbiss aufzusuchen, der uns im Jahr zuvor positiv mit Pizza und Nudeln überrascht hat. Entspanntes Plaudern bei einer kühlen Cola und einer leckeren Lasagne. Vor lauter Schlemmen haben wir fast die Nachtsessionplanung verpasst…

Foto von Elenor Avelle

Nachtsessions

Neben Suses wundervollem Cover & Rezensionsgruselkabinett sorgte auch die Session von Erik, in der man den Urheber einiger Litcamp Tweets erraten musste, für viel Gelächter und eine wunderbare Stimmung. Herrlich!

Nachdem ich am Freitag Abend bereits mit einer lustigen Runde „Werwolf“ gespielt habe, wollten Bianca – mein liebstes Krawallhuhn – und ich auch abends einige Spielerunden anbieten. Viele Leute gesellten sich zu uns und es wurde gefiebert, wer nun Werwolf, Hexe oder kleines Mädchen sei. Als Erzählerin ist es sehr spannend, da ich alle Rollen kenne und mitfiebere, welche Seite sich geschickt genug anstellt, um am Ende als Sieger hervorzugehen. Nach mehreren Runden war ich dann doch etwas k.o. und es kamen Stilblüten wie „Alle Bauern öffnen die Augen… oh!“ (dann wüssten alle, wer die Spezialrollen sind…) und „Die Werwälfe schlafen auf!“ zustande. Es waren total lustige Runden!

Anschließend gab es noch Umtrunk unten beim Zelt und neben netten Gesprächen, Glitzertattoos von Benni und Singstar zuschauen bin ich dann früh ins Hostelbett gehuscht, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Litcamp-Sonntag

Der Sonntag startete für mich etwas früher, denn ich war um 9 Uhr mit Benjamin Spang verabredet ( Nicht die Art von Verabredung, ihr Schlingel! 😉 ).

Wir haben ein Videointerview für seinen Roman „Blut gegen Blut 2“ geführt. Ein bisschen müsst ihr euch noch gedulden bis ihr das Interview zu sehen bekommt.

Humpeln, flanieren, stolzieren

Nach einer kurzen Stärkung mit Kaffee und leckeren Aufstrichen von Teekesselchen ging es schon los mit der Session Planung und wie immer hatte man die Qual der Wahl. Ich entschied mich für die Improtheater-Session von Jana „Charaktere (er)leben“.

Anhand Übungen und Regeln des Improtheaters durften wir beim Raumlaufen in verschiedenste Charaktere schlüpfen, die sich wie von selbst entwickelten, wenn man sich eine Kugel in einem bestimmten Körperteil vorstellte. Eine positive und heitere Session, die zeigt, wie das Körperliche Charaktere beeinflussen kann. Immer wieder eine super Inspiration für Charaktermerkmale und mehr „Show, don’t tell“.

Danach gab es Mittagessen und ich fühlte mich wieder etwas schlapp und ließ eine Session ausfallen, um mich etwas auszuruhen, Slush zu schlürfen und Leute zu knipsen.

(c) Stefanie Walther
(c) Jürgen Albers

Nach Hause…

Viel zu schnell war es auch schon wieder vorbei. Zusammen mit der lieben Nora & der lieben Alisha haben wir von 14-16 Uhr Engelchen gespielt. Die verpassten Sessions sind zwar immer schade, aber die Gespräche am Engelstisch und die Begegnungen sind auch schön – und zumindest ein paar Sessions werde ich ja live nachschauen können. Nora und ich sind dann noch als Engelchen durchs Publikum geflattert und haben Spenden eingesammelt – vielen Dank!

(c) Sternenbrise

Zum Abschluss bin ich dann noch mit Zippi, Benni, Jill, Christian und vielen anderen lieben Menschen ins Moe’s zum Burger Essen und Milchshake schlürfen gegangen. Es war ein total schöner Abend, auch wenn ich ein schlechtes Gewissen hatte, nicht beim Abbau geholfen zu haben.

Nachwehen

Dann habe ich Viola und Charline ins Auto gepackt und wir haben Heidelberg mit einem Tränchen im Auge hinter uns gelassen. Zum Glück war die Heimfahrt wesentlich kühler und entspannter und zuhause bin ich nach einer Dusche direkt ins Bett gefallen.

Ich vermisste am nächsten Tag direkt die offene, liebe Atmosphäre,die tollen Menschen. Dieses Jahr hatte ich irgendwie nicht so viel Energie und konnte nicht mit allen Leuten reden, mit denen ich mich eigentlich ausgiebig unterhalten wollte. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich kann gar nicht allen Leuten gerecht werden und ihnen so viel Zeit und Aufmerksamkeit schenken, wie ich gerne würde. Ich hoffe, dass es mir nächstes Jahrbesser geht und ich wieder voll dabei sein kann!

Vielen Dank an all die lieben Menschen, die Orga und alle, die das Litcamp wieder möglich gemacht haben!

 


Weitere Beiträge, Rückblicke und Zusammenfassungen:

 

Babsi taucht ab (April 2018)

Babsi taucht ab (April 2018)

Der April macht, was er will und es ist wieder an der Zeit für ein neues „Babsi taucht ab“.

Blogbeiträge

  • Dass Frauen in der Gesellschaft noch nicht komplett gleichberechtigt sind, ist ein allgegenwärtiges Thema. Der Feminismus setzt sich für gleiche Rechte und weniger Sexualisierung und Objektifizierung ein. Warum vor allem Objektifizierung von Frauen gefährlich ist, erzählt uns Katie.
  • Wenn man Autor*innen fragt, was sie beim Prozess des Buch Schreibens und Veröffentlichens am meisten stört, lautet die Antwort oft: Das Überarbeiten! Einen guten Tipp, um aus der mühevollen Kleinstarbeit mehr Spaß zu machen hat Sina für euch.
  • Ich bin bei langen Reihen immer sehr zögerlich… Umso besser, dass es bei nobody-knows ein paar Empfehlungen für gute Dilogien gibt!
  • Mit vermenschlichten Bösewichten und dem Wandel der Antagonisten setzt sich die liebe Aurelia in einem – wie immer – grandiosen Beitrag auf geekgeflüster auseinander.
  • Du zweifelst an deinen Fähigkeiten als Autor*in weil du die Geschichte einfach nicht so niedergeschrieben bekommst, wie sie in deinem Kopf ist. Christian Milkus hat da ein paar Worte für euch
  • Ihr interessiert euch für Anime, aber auch für die Lizenzierung ausländischer Serien für den deutschen Markt und generell die Aufgaben und Schwierigkeiten von Publishern? Dann lasst euch das Interview von Mia & Fuma mit KSM Anime nicht entgehen!
  • Ich linse immer ganz verstohlen zum dtv Verlag, der viele japanische Autor*innen verlegt. „Der Dieb“ hört sich sehr interessant an und die Rezension von travelwithoutmoving macht neugierig!
  • Leider war ich dieses Jahr nicht beim Litcamp in Bonn dabei, aber die Beiträge – u.a. von Stephanie Müller – machen wirklich Lust, nächstes Jahr auf jeden Fall wieder die lange Fahrt auf mich zu nehmen.
  • Search Engine Optimization – was ist das und warum kann das für mich nützlich sein?  All meine Träume erklärt es euch!

Videos

Mary und die Blumen der Hexe, ein neuer Film aus den Ghibli Studios!

Unentdeckte, geheimnisvolle Unterwasserkreaturen sind genau meins…

Gelesen

Privat

Wie ihr vielleicht durch die Ruhe hier und auf Social Media bemerkt habt, bin ich durch mein Praktikum extrem eingespannt. Ich arbeite in einer psychosomatischen Akutklinik, begleite die Gruppentherapie und die Kunsttherapie, darf mit den Patienten Tests zur Verlaufsdiagnostik durchführen, lerne verschiedene Techniken kennen und lausche den verschiedenen Problemen und Themen. Das ist viel Input und verlangt die volle Aufmerksamkeit von 8:00 bis 16:00 Uhr. Zusätzlich sind viele Themen harter Tobak, sehr bewegend und emotional. Mein Kopf raucht, weil ich mir überlege, was ich sagen kann, welche Fragen ich stellen möchte und wie man vielleicht helfen kann, einen kleinen Schritt in die richtige Richtung zu gehen.

Wenn ich dann nachmittags heimkomme, bin ich platt. Ich lese zwar in der Mittagspause und abends, aber ich kann nichts mehr produzieren. Keine Videos und kaum Blogeinträge. All das konzentriert sich aufs Wochenende, das ich wirklich zu schätzen weiß. Freie Zeit und Zeit für mich, um mich von den Anstrengungen der Woche abzugrenzen und zu erholen. Nichtsdestotrotz macht mir das Praktikum (meistens) Spaß und ich habe schon einiges für mich lernen können. Auch im Mai werde ich noch dort arbeiten, also seid mir bitte nicht böse, wenn es sich auch im kommenden Monat auf wenigere Beiträge konzentriert. Ich habe mir schon einige Notizen gemacht für freie, nicht rein buchbezogene Beiträge, aber für die brauche ich mehr Kraft und geistige Fitness, also stelle ich sie hinten an.

Auch die DSGVO wirft ihre Schatten voraus und ich muss noch am Blog werkeln, damit er rechtskonform bleibt. Falls euch etwas auffällt, was ich noch nicht umgesetzt habe, würde ich mich über einen kleinen Hinweis freuen.

 

Vielen Dank, dass ihr immer noch hier seid. Seit dem Umzug ist es gefühlt etwas ruhiger hier geworden, umso mehr schätze ich die „alten Hasen“, die sich immer wieder blicken lassen.
Ich wünsche euch eine wunderschöne Frühlingszeit und einen guten Start in den Mai. Was hat euch diesen Monat so bewegt?

Tüdelü, eure Babsi

Titebild von Zen Photographer via Unsplash

Babsi taucht ab (März 2018)

Babsi taucht ab (März 2018)

Huch, der März ist schon vorbei? Oh je. Die LBM zog wie ein Traum vorbei und jetzt beginnt bald mein Praktikum…

Blogbeiträge

  • Japanische Literatur? Murakami kennt man. Aber ansonsten? Einige Mangazeichner. Aber es gibt einen Verlag, der sich extra auf japanische Literatur spezialisiert hat. Bettina Schnerr im Gespräch mit Katja Cassing über den Cass Verlag.
  • Magret hat mal wieder unfassbar nützliche Schreibtipps: Was ein Buch schlecht macht und wie man dagegen vorgehen kann.
  • Was macht kreative Menschen kreativ. Wie erschaffen Erschaffer ihre Werken? Viele Antworten gibt es darauf in Ninas absolut grandiose Interviewreihe Create & Inspire. Alle Interviews sind lesenswert und wenn ihr mal ein, zwei Stündchen Zeit habt, solltet ihr euch diese durchlesen.
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Photo by Annie Spratt on Unsplash
  • Für mich gibt es kaum etwas Nervenaufreibenderes als in der Buchhandlung Anhänger der Rosa/Blau Fraktion zu beraten. „Nein, ich glaube, er liest lieber etwas mit Jungs“, wenn ich ein spannendes Buch mit einer weiblichen Protagonistin vorschlage. „Das ist nichts für Mädchen“, wenn eine kleine Tochter ganz wild auf den Physikbaukasten klopft.Hallo?! Was ist passiert, dass sich die Uhr mancher Menschen auf 1920 zurückgestellt hat? Was soll passieren, wenn das kleine Mädchen den Physikbaukasten bekommt? Wächst ihr dann ein Bart und sie verwandelt sich in einen biertrinkenden Holzfäller? Macht das Geschlecht der Hauptfigur ein Buch weniger spannend?

    Auch Vera von chaoskingdom hat sich zur Rosa-Blau-Problematik ihre Gedanken gemacht.

  • Aurelia schreibt unfassbar interessante Beiträge. Ich kann euch ihren Blog nur wärmstens empfehlen. Diesmal befasst sie sich mit „starken“ Protagonistinnen.
  • Franzi von lovelymix hat sich Gedanken über Alkoholismus in der Literatur gemacht.
  • Bodypositivity statt Bodyshaming – jeder ist gut so, wie er ist. Ein Gewinnspiel und den Anstoß zu einer wundervollen Aktion findet ihr bei Vera.
  • Dann gibt es dank Anna und Mareike auch noch einige kritische Anmerkungen zu den Blogger Sessions auf der LBM. Die Unterscheidung in „Elite“ und „Pöbel“ Lesende geht mir sowas von auf den Keks!
  • Ein Verlag hat Interesse an deinem Buch? WAHOOOOOOO! Aber halt: Trotzdem sollte man vor lauter Freude ein kritisches Auge auf den Vertrag haben. Kia Kahawa erklärt uns, worauf man achten muss.
  • Ich werde definitiv irgendwann eine Geschichte mit einer Meerjungfrau schreiben. Auch andere Autor*innen machen sich darüber Gedanken. Jette hat sich u.a. mit der Anatomie der Meerjungfrau auseinander gesetzt.

 

Videos

Natürlich ganz viele tolle LBM Rückblicke <3

Ich habe auch andere Videos geschaut! 😉 Zum Beispiel das Musikvideo zum neuen Song von Panic! At The Disco. Brendon Urie ist einfach cool und ich mag die abgedrehten Musikvideos. Die Schlüssel-Kette passt übrigens hervorragend zu meinem Save Our Souls. 😉

Rauf und runter gehört habe ich diesen auch Monat „Mania“, das aktuellste Album von Fall Out Boy. <3

Gelesene Bücher

 

Privat

  • Meinen ausführlichen LBM Rückblick findet ihr hier. Es war grandios!
  • Außerdem fand während der LBM meine allererste Lesung statt! Gemeinsam mit acht anderen Autoren. Die Videos findet ihr hier.
  • Ab April beginnt mein Praktikum! Ich weiß noch nicht wie viel Zeit ich haben werde, um zu lesen und zu bloggen. Das Praktikum dauert zwei Monate und ich arbeite in einer psychosomatischen Klinik und bin schon sehr gespannt auf die Erfahrungen!

 

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und frohe Ostern!

Was habt ihr im März so erlebt?

Tüdelü, Babsi

 


Titelbild von Biel Morro

Leben und leben lassen – Babsi blubbert

Leben und leben lassen – Babsi blubbert

Meine Lieben,
ich hab für meinen Youtube Kanal ein neues Format ausprobiert: „Babsi blubbert„.
Extrem innovativer Titel, ich weiß schon. In der ersten Folge rede ich über objektive und subjektive Meinungen und den Hass, den manche mit ihren Rezensionen manchmal anscheinbar hervorrufen, weil sie irgendeine Fangruppe vor den Kopf stoßen.

Entweder bin ich ein bisschen blind, in den richtigen Gruppen unterwegs oder habe einfach noch nicht in das Shitstorm-Hornissen-Nest getreten. Ich bemühe mich immer, um möglichst sachliche Formulierungen, auch wenn ich ein Buch kacke finde. Andere sind da durchaus weniger zimperlich, das weiß ich. Das ist natürlich nicht ideal, aber ist das wirklich ein Grund diese Person zu beleidigen und über sie herzuziehen?!

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(c) Jyotirmoy Gupta

Rezensionen sind und bleiben Meinungen – Lesen und lesen lassen.
Ich verstehe, warum man zuerst gekränkt ist, wenn ein Buch/Film/Autor*in, die man absolut vergöttert, angegriffen wird. Man möchte verteidigen und demjenigen zeigen, dass er sich irrt. Aber kann man sich in seinem Geschmack irren? Ist nicht das gerade „Geschmack“ – dass er so verschieden ist, wie die Menschen selbst? Ich kann Bücher mögen, die schlecht sind. Ich kann Bücher mögen, die ungünstige Beziehungsmuster zeigen. Ich kann aber trotzdem akzeptieren, wenn Leute kritisieren, dass ein solches Buch nicht unbedingt an Jugendliche vermarktet werden sollte. Ich kann akzeptieren, wenn jemand den ausschweifenden Schreibstil öde findet. Muss ich mich dazu äußern? Vielleicht verspürt man im ersten Moment den dringenden Impuls sich zu rechtfertigen – aber „Du darfst das nicht kritisieren, weil ich das mag“ als Botschaft, verpackt in lauter giftspritzende Formulierungen, ist eben nicht gerade sinnvoll.

Was du nicht willst, dass man dir tu…“ – auch ohne die Bergpredigt, sollte einem dieser Satz einleuchten. Möchte ich, dass hinter meinem Rücken gelästert wird? Möchte ich, dass ich hasserfüllte Botschaften bekomme, die nicht nur meine Rezension, sondern mich als Person herabwürdigen, beleidigen und verletzen? Manchmal kann das auch der Tropfen sein, der das Fass einer anderen Person zum Überlaufen bringt. Wir wissen nicht, wie es der Person geht – müssen wir also unbedingt was Gemeines sagen, nur um es gesagt zu haben? Andererseits: Wenn eine Person etwas mag und damit niemand anderen angreift – muss ich dieser Person dann ihre Freude ruinieren? Ich muss meine ganzen Kritikpunkte nicht nochmal unter dem begeisterten Beitrag ausrollen.

Eine sehr kluge Freundin sagte eins „Kritik ist ein Geschenk – du kannst es annehmen oder in die Tonne kloppen„. Genauso sollte man es vielleicht auch damit halten. Mir passt eine Rezension nicht? Bin ich anderer Meinung, habe aber sonst keine einleuchtenden Argumente? Dann sollte ich vielleicht auf das kleine x oben in der Ecke klicken.

Man spart sich dadurch unnötigen Beef, ungesunde Blutdrucksteigerungen (lasst eure Aggressionen lieber beim Sport raus) und wirkt nicht wie ein wütendes Sandkasten-Kind. Win-Win!

Was denkt ihr über dieses Thema? Sind Buchblogger*innen und Co. zu empfindlich? Oder bekommt ihr solche Streitereien auch immer erst im Nachhinein mit?

Seid lieb zueinander, das Leben ist hart genug. <3

Ich würde mich übrigens freuen, wenn ihr in das Video reinschaut und mir eure Meinung dalasst. Wie sagt man? „Ein Däumchen wär ein Träumchen“ oder so…

Tüdelü, eure Babsi

Titelbild (c) Evan Kirby

Ich und mein Blog

Ich und mein Blog

Ich und mein Blog, Bloggi, Bloggi, Blog~ *räusper* – okay, so wollte ich eigentlich nicht starten. Wie dem auch sei: Die liebe angeltearz (durch die ich tatsächlich erst durch die Aktion an sich aufmerksam wurde – Asche auf mein Haupt) hat die wundervolle Blogparade „Du und dein Blog“ ins Leben gerufen.

(Titelbild von Bonnie Kittle auf Unsplash)


1. Wer bist du? Stell dich vor!

q2UQKwLb_400x400Ich bin Babsi, Jahrgang 1994, Sternzeichen Fische und studiere Psychologie. Aufgewachsen bin ich im idyllischen Allgäu zwischen braunen Kühen mit Knopfaugen und grünen Wiesen. Fürs Studium hat es mich ins Frankenland verschlagen. Ich würde mich selbst als kreative Person beschreiben, denn ich liebe Schreiben, Zeichnen, Bloggen und Videos machen. Flauschige Tiere erweichen mein Herz und ich hätte unfassbar gerne Hunde und Katzen (mein liebster Kater wohnt bei meinen Eltern im großen Haus mit Garten und nicht in der kleinen Studentenbutze).

Neben dem Studium habe ich den perfekten Ausgleich und den besten Nebenjob aller Zeiten gefunden: Ich arbeite in einer Buchhandlung der Jokers Kette. Und es macht unheimlich viel Spaß! Vor allem, weil ich den ganzen Tag von Büchern umgeben bin, darüber reden und das Sortiment mitgestalten darf.

Auch wenn mein Geldbeutel es aktuell kaum zulässt reise ich sehr gerne, nach der Schule war ich unter anderem in Japan. Meine liebste Stadt bisher ist Prag.

Mein Maskottchen ist ein Blobfisch, weil ich das Meer & Fische liebe und ich ein 1a Blobfisch-Gesicht machen kann. (Fragt jeden, den ich bisher getroffen habe)cropped-blobfishkl.png


2. Seit wann bloggst du? Und wie bist du zum Bloggen gekommen?


Ursprünglich habe ich mit dem Bloggen angefangen als ich 2013 für sechs Monate nach Japan gereist bin. Danach lag der Blog aber brach. Erst als ich im Herbst 2015 durch den NaNoWriMo auf twitter gelandet bin und viele tolle und begeisterte Blogger*innen, Autor*innen und Social Media Fanatiker fand habe ich den Neustart gewagt. Bis ich ernsthaft wieder angefangen habe, sollte es jedoch noch dauern. Es folgten einige kleine Beiträge und schließlich bin ich Ende 2016 von blogspot auf wordpress umgezogen und blogge seitdem (einigermaßen) regelmäßig. Durch den regen Austausch mit anderen, habe ich viel mehr Ideen und durch die Rückmeldung auch die Motivation euch an meinen Gedanken teilhaben zu lassen.


3. Weiß dein Umfeld davon, dass du bloggst? Wenn ja, was sagen sie dazu? Wenn nein, warum nicht?


Ich halte es nicht geheim, dass ich blogge, aber ich binde es nicht jedem auf die Nase. Auch weil ich gerne mal über Psychologie und meine eigenen Erfahrungen mit psychischen Störungen berichte. Ich weiß von ein paar Freunden, dass sie meinen Blog ab und zu mal lesen. Für einen Großteil meines Umfelds ist „bloggen“ nicht wirklich greifbar bzw. der Sinn erschließt sich ihnen nicht. Sie interessieren sich nicht dafür und das ist in Ordnung so. Bisher hatte ich noch keine negativen Reaktionen, nur manchmal ein wenig Stirnrunzeln.


4. Nutzt du Social Media? Und wie kann man dir folgen?
Ich bin twittersüchtig. Auf den anderen Social Media Kanälen findet man mich aber auch.
twitter: blues1ren
Facebook: thebluesiren
Instagram: thebluesiren
Youtube: TheBlueSiren

5. Gibt es etwas, was dich an der Bloggerwelt stört? Und was würdest du dir wünschen? (Trau dich und sei ehrlich)
Ich finde es manchmal schade, dass viele Blogger sich nicht trauen, auch mal kontroverse oder ungewöhnliche Beiträge zu schreiben. Es ist in Ordnung, wenn es Trends gibt, oder viele dasselbe Buch lesen – aber manche Blogs unterscheiden sich nur von der Positionierung der Yankee Candles und der Art der Funko Pops. Um es kurz zu beschreiben: Mir fehlt manchmal die Vielfalt.
Aber das ist meine persönliche Ansicht und ich denke, jeder sollte seinen Blog so gestalten, wie es ihm beliebt.
Viele haben bereits fehlende Aufmerksamkeit an dieser Stelle erwähnt. Das  ist zwar manchmal enttäuschend, aber ich freue mich, über die Rückmeldungen, die ich bekomme. Und je mehr Leute ich auch auf Events treffe, desto integrierter und wohler fühle ich mich in der Bloggercommunity! Durch die Blogparade möchte ich mich selbst dazu anregen mehr Kommentare zu hinterlassen, denn die Interaktion ist ja eigentlich das Schönste am Bloggen.
Zeuge von ausufernden Konkurrenzkämpfen und Zickereien bin ich glücklicherweise noch nicht geworden. 🙂
Tja, zu früh gefreut. Konflikte eskalieren im Internet leider häufiger, weil Dinge missverstanden oder unglücklich formuliert werden. Man fühlt sich persönlich angegriffen und dann geht es rund. Das ist bei den Leuten, denen ich folge, weiterhin glücklicherweise die Ausnahme!
Hier ist aber jeder von uns gefragt – auf der anderen Seite des Bildschirms sitzen auch Menschen und bevor wir uns aufregen sollten wir vielleicht lieber einmal mehr nachfragen, wie das gemeint ist bzw. einmal länger darüber nachdenken, ob die Formulierung und Kürzung auf z.B. 140 Zeichen vielleicht anders interpretiert werden könnte. Ich habe dazu vor längerer Zeit mal einen Social Media Knigge verfasst.

6. Und was magst du an der Bloggerwelt?
Die vielen lieben Leute, mit denen man Interessen teilen kann. Wenn man sich im echten Leben trifft, hat man gleich zahlreiche Gesprächsthemen und es fühlt sich an, als ob man sich schon viel länger kennt. Außerdem macht es Spaß zu diskutieren und den eigenen Horizont zu erweitern. Das gemeinsame Fangirlen fehlt mir nämlich in meiner Freundesgruppe manchmal bei bestimmten Themen. ;D

7. Liest du auch außerhalb deines eigenen „Blogbereiches“ oder liest du als z. B. Buchblogger nur Buchblogs?
Ich komme zeitlich leider nicht dazu all die Blogs regelmäßig zu lesen, die ich lesen möchte. Ich lese viele Buchblogs und einige Autorenblogs. Ansonsten lese ich aktuell keine spezifischen Blogs.

8. Vernetzen ist wichtig. Hast du Lieblingsblogs? Zeig mal!
Anna von inkofbooks ist einfach eine coole Nudel und ihr Blog hat das gewisse Etwas. Sie bringt interessanten Content und ihre ehrliche und direkte Art sind einfach nur toll. Ebenfalls eine absolute Empfehlung gibt es für die quirlige und überaus sympathische literatouristin.
Bücherkrähe spricht regelmäßig total wichtige Themen an, ihre Blogreihe zum Thema Feminismus ist genial!
Auch Nise von kitsunebooks hält mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg und ich finde sie als Person einfach auch unfassbar nett und sehr inspirierend. (Dank ihr setze ich mich außerdem viel mehr mit dem Thema Veganismus auseinander!)
Leseratz‚ Blog ist schnieke und hat irgendwie alles, was ich mir von einem Blog wünsche.
Anabelle aka Stehlblüten kennt jeder, oder? Oder?! Dazu muss ich nichts mehr sagen, sie ist toll.
Dass ich ein Fan von Eva schreibtrieb bin, dürften viele bereits gemerkt haben. Ich möchte sie als Autorinnen-, Netzwerk, DSA-Kollegin und Freundin nicht mehr missen.
Für Schreiberlinge und Autor*innen ist Marcus Johanus‘ Blog ein Muss. Er schreibt verständliche, interessante und hilfreiche Beiträge.
Als Japan-Fan und Schleckermaul kann ich auch Thehangrystories wärmstens empfehlen. YUMMY!
Manga, Anime und mein innerer Nerd kommen bei Mia & Fuma von houseofanimanga auf all ihre Kosten!
Und das sind bei weitem nicht alle Blogs, die ich liebe!

Danke für die schöne Blogparade und die vielen tollen Teilnehmer*innen!


Konkurrenz, Erfolg & Neid im Internet

Konkurrenz, Erfolg & Neid im Internet

In der Youtube Szene ist gelegentlicher „Beef“, also Streit, Zank und Stänkereien zwischen einigermaßen großen Youtubern an der Tagesordnung. Da wird gestichelt, Statement-Video nach Statement-Video abgedreht, die eigenen Zuschauer mobilisiert und gerechtfertigt was das Zeug hält. Inzwischen ist es beinahe schon langweilig, wenn es nicht alle paar Wochen bei den „Youtube News“ Kanälen wie Mr.Trashpack oder HerrNewstime irgendwelche reißerischen Schlagzeilen gibt.

Vergleicht man mal die Aufrufzahlen der Videos so werdet ihr vielleicht bemerken, dass positive Headlines ohne große Namen und skandalöse Andeutungen teilweise 50% weniger geklickt werden. Ist das nicht traurig? Die Sensationsgier der Leute beschränkt sich auf das, was schief läuft. Wie bei einem Autounfall, wenn Leute gaffen und die Einsatzkräfte blockieren. Kindische Zankereien werden mehr gefeiert und beleuchtet als konstruktive Diskussionen. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz. Nachahmer, Leute, die sich einmischen und Radau machen, um auch ein bisschen im Rampenlicht zu stehen.

Youtube und auch die Blogger-Szene sind in den letzten Jahren aufgeblüht, geboomt und viele neue Leute schossen aus dem Boden, sodass es unmöglich geworden ist, den Überblick über all diese Kanäle zu behalten. Viele wollen auf der Erfolgswelle reiten, andere haben eine Leidenschaft, ein tolles Hobby für sich entdeckt. Viele Menschen bedeutet viele Meinungen und viele Ansichten. Dass es zu Reiberein und Meinungsverschiedenheiten kommt ist der natürliche Lauf der Dinge. Nur, dass inzwischen viele Kämpfe in der Öffentlichkeit und im Sinne von Hetzjagden oder Vorwürfen ausgetragen werden – das hat sich verstärkt, finde ich.

Muss das sein? Woher kommt das? Das Machtgefühl, wenn man die teilweise jungen, pubertierenden Follower wie ein Heersführer losschickt? Die mediale Aufmerksamkeit währenddessen? Auch negative Schlagzeilen sind Schlagzeilen? Neid? Konkurrenzdruck? Vermutlich sind es viele Gründe, manchmal der eine, manchmal der andere.

In der Bloggerszene bekomme ich glücklicherweise weniger Streit mit bzw. die Eskalationsstufe ist geringer, da die Reichweite der einzelnen Blogs in der Regel etwas kleiner ist.

Leben und leben lassen.

Das ist wirklich schon sehr lange eines meiner Lebensmottos. Das gilt für mich bis dahin, bis jemand aktiv Falschinformationen verbreitet oder hasserfüllte, beleidigende Botschaften teilt, wie im Fall der Homophobie und LGBTQ+ Feindlichkeit eines leider recht bekannten Youtuber Anfang des Jahres. Ich verzichte hier auf Verlinkungen, denn der Herr hat meiner Meinung nach keine weitere Publicity verdient. Wer nicht weiß, wovon ich rede, der solle sich an der Stelle das Statement von Fräulein Chaos dazu anschauen, denn es sagt alles Wichtige dazu.

Für alles andere, d.h. wie jemand ein Bücher/Filme/Musiker/Videoinhalte etc. findet und ob er es kritisiert – vielleicht ärgert es mich. Wenn ich das Gefühl habe, derjenige möchte dadurch nicht nur provozieren, antworte ich sogar und bringe eine Gegenposition – aber es ist und bleibt eine Meinung: Sie muss mir nicht gefallen, ich muss sie nicht teilen oder gut finden. Ich muss keine  „Boyfriend-Tääägs“ und „Präääänks“ schauen und muss sie auch nicht toll finden. Ich kann mich trotzdem über die Zuschauerquote und den Erfolg wundern, ich darf mich auch im meinem Kopf über den IQ der Personen lustig machen, aber muss ich diese Meinung öffentlich kundtun, lästern und sabotieren? – Ich für mich verspüre diesen Drang nicht. Was nicht heißt, dass ich nicht auch hier und da mal lästere. Jeder lästert und ich glaube das ist ganz normal. Aber ich habe die Wahl, das für mich zu behalten bzw. in einem privaten Rahmen auszuleben oder öffentlich zu sticheln und zu diffamieren.

Wer erwartet, dass die Leute durch ein „Wie kann man sich diese wandelnde Intelligenzlücke nur geben? Das ist doch vollkommen hirnrissig.“ aufwachen und ihre Meinung ändern, ist illusioniert.Wenn jemand kritisiert, was euch am Herzen liegt und was ihr toll findet, dann stößt er bei euch auch erstmal auf Empörung und Unglauben. „Man kann ein Pferd zur Tränke führen, aber trinken muss es selbst“ lautet ein altes, weises Sprichwort.

Leben und leben lassen.

Ich wiederhole es. Menschen sind unterschiedlich und mögen unterschiedliche Dinge. Es liegt nicht an uns, zu bewerten, ob das eine besser oder schlechter ist. Welcher Inhalt zur Verdummung beiträgt und welcher nicht. Letztlich kann man nur hoffen, dass diejenigen die Content im Internet produzieren sich einer gewissen Verantwortung bewusst sind. Lustige, sinnfreie Videos ohne tiefere Message haben ebenso ihre Daseinsberechtigung wie aufwendig und anspruchsvoll produzierter Content.

Ja, ich finde es doof, dass gewisse Youtuber erfolgreich sind, weil mir ihre Videos nicht zusagen. Ja, ich finde es doof, dass auf den Bestseller-Listen immer dieselben Namen stehen. Ja, ich finde es doof, dass gut geschriebene Erotik-Bücher im Schatten von „Shades of Grey“ zurückbleiben.

Aber ich sehe auch, dass es Leute gibt, die dieselben Videos mögen wie ich. Die, dieselben Inhalte feiern und die mit ähnlichen Konzepten, Buchblogs und Booktube erfolgreich sind. Das freut mich sehr! Und natürlich bin ich manchmal auch ein kleines bisschen neidisch, weil die anderen schon Kuchen haben, während ich noch in der Buffet-Schlange stehen. Aber: Es motiviert mich. Ich möchte auch Kuchen!

Es zeigt, dass der Content, den ich wertschätze und produzieren möchte, auch seine Basis hat. Das Internet ist kein Schlussverkauf, sondern ein Buffet, das immer wieder aufgefüllt wird. Neue Zuschauer kommen hinzu, manche ändern ihre Gewohnheiten, wachsen vielleicht aus den lustigen Bravo-Inhalten raus und greifen dann zu denselben Büchern wie ich. Irgendwann wechseln sie von der Vorspeise zum Hauptgang und dann zum Nachtisch. Oder so.

Jetzt hakt der Buffet-Vergleich ein bisschen, weil niemand gerne in der Schlange steht, aber ich mag das was ich tue und werde es weiterhin tun. Nicht um der Menge der Follower wegen, nicht um des Erfolgs wegen, sondern weil es mir Spaß macht! Ich mag dieses chaotische Durcheinander von Menschen, die unterschiedliche Speisen durch den Raum balancieren. Ja, auf ein paar laut brüllende Trolle oder Idioten, die anderen das Essen vom Teller klauen oder ihnen ein Bein stellen, damit die Teller runterfallen, kann ich getrost verzichten. Aber möchte ich das Internet-Buffet missen? Im Großen und Ganzen lautet meine Antwort darauf: Nein.

Darum appelliere ich heute mal wieder (ich oller Moralapostel):

Ihr habt die Wahl, wem ihr eure Aufmerksamkeit und eure Energie schenkt.

Verbreitet keinen Hass und keine schlechte Laune. Versucht, Neid und Ärger in Tatendrang zu wandeln. Aus „Ich will das haben, was der da hat!“ wird „Ich kann das auch und ich kann etwas dafür tun!“

Der Ton macht die Musik. Ja, das klingt altbacken und ätzend, aber es ist nunmal so. „Ich finde was du sagst ist totaler Bullshit, wie kann man sowas nur unterstützen du Mistkopf?“ wird „Ich kann mit deiner Ansicht nichts anfangen, ich sehe das so und so.“

In manchen Fällen ist Schweigen Gold.

Der Erfolg anderer Leute verhindert meinen Erfolg nicht.

Negatives und Kritik hat seine Daseinsberechtigung. Unterschiedliche Ansichten und sachlich(!) geführte Diskussionen bereichern den Austausch von Gedanken und erweitern den Horizont.

Wer aber nur Frust, Zank und Missgunst verbreitet, wirkt verbittert und ich kann gut verstehen, wenn die Leute sich stattdessen dann lieber „Prääääänks“ anschauen.

Um mal endlich zu einem Schlusswort zu kommen. (Ich habe das Gefühl, es ist alles ein bisschen chaotisch und unstrukturiert geworden, aber ich habe einfach meine Gedanken so wie sie kamen abgetippt) Das Verhalten anderer könnt ihr in der Regel nicht beeinflussen, ihr könnt nur an euch selbst arbeiten. Und wenn man versucht, etwas lockerer und optimistischer an manche Dinge heranzugehen, dann bekommt man auch weniger Bauchschmerzen von Frust und Wut.

Was denkt ihr dazu? Seid ihr solcher Themen überdrüssig? Denkt ihr anders als ich?

Liebe Grüße und eine schöne Woche,

eure Babsi