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Interview mit Autorin Bianca Fuchs – Seelenläufer 2 erscheint!

Interview mit Autorin Bianca Fuchs – Seelenläufer 2 erscheint!

Heute präsentiere ich euch ein weiteres Interview und zwar mit der bezaubernden Selfpublisherin Bianca Fuchs!

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Ich durfte Bianca (links) auf dem Litcamp 2017 in Bonn kennen lernen <3

Ihr erstes Buch „Seelenläufer“ aus dem Genre Urban Fantasy erschien im April 2016 und nun ist es soweit.

Am 16.11.2018 erscheint endlich die Fortsetzung „Seelenräuber„!

Ihr könnt übrigens hübsche signierte Exemplare direkt bei Bianca selbst erwerben. Auf twitter gibt es außerdem mehr Infos zu Bianca und ihren Projekten!

Lasst uns loslegen!

*

  • Hallo Bianca, nach „Seelenläufer“ erscheint nun bald dein zweites Buch als Selfpublisherin! Erstmal Glückwunsch dazu.

Bianca Fuchs: Vielen Dank, liebe Babsi.

  • Worum geht es in der „Seelenläufer“ Reihe?

Es geht um Zoya, die eines Tages entdeckt, dass sie die Gabe besitzt, die Seelen von Menschen zu sehen und sogar zu verändern. Sie muss lernen, mit dieser Gabe umzugehen, wobei sie schnell merkt, dass es auch Seelenläufer gibt, die ganz andere Interessen haben, als anderen zu helfen.

  • Welchen Charakter magst du am liebsten und warum?

Ich mag Robert Hautcrave, weil in ihm die Ambivalenz zwischen Gut und Böse am sichtbarsten wird. Er muss für seine Ziele sehr hart kämpfen und hat so Einiges zu verlieren. Aber ich mag auch Zoya, weil sie diejenige ist, für die wohl das meiste auf dem Spiel steht.

  • Wie viele Teile soll es geben?

Es wird eine Trilogie.

(Babsi: Ich hoffe, es gibt keine fiesen Cliffhanger! xD)

  • Wie viel Zeit braucht es, bis ein Buch fertig ist? Welcher Schritt dabei macht dir am meisten Spaß?

Für Teil I habe ich fünf Jahre gebraucht, für den zweiten 1,5 Jahre. Der dritte Teil wird 2 Jahre in Anspruch nehmen. Wie du siehst, ist es sehr unterschiedlich. Zu Beginn war natürlich sehr viel Recherchearbeit nötig, Figuren mussten zum Leben erweckt werden, der Ort des Geschehens – Cambridge – musste gefunden werden.

Ich mag eigentlich alle Schritte. Ich mag es, wenn sich der Plot entwickelt, wenn die Seitenzahl stetig wächst, aber auch, wenn der Text reift. Es ist gut, dass sich die drei Schritte Plotten, Schreiben, Überarbeiten abwechseln.

auf amazon anschauen*

  • Wer macht diese schönen Cover?

Das Cover hat Juliane Schneeweiss entworfen. Und ich liebe es. Ich habe lange nach einer Coverdesignerin gesucht und bin umso glücklicher, dass ich sie gefunden habe. Sie leistet eine tolle Arbeit, kann meine Ideen perfekt umsetzen. Wer mal schauen möchte, was sie noch so entworfen hat, kann dies gerne auf ihrer Homepage tun: Juliane Schneeweiss

 

  • Was hast du aus der Veröffentlichung von „Seelenläufer“ Teil 1 gelernt?
    Was ist dein schönste Erfahrung mit dem ersten Teil?

Das man viel Zeit benötigt, um sein Buch zu vermarkten. Teil 1 hatte ich eigentlich nur für mich geschrieben, bis mich mein Coach auf die Idee brachte, „Seelenläufer“ im Selbstverlag zu veröffentlichen. Damals stand nicht einmal sicher fest, ob es eine Fortsetzung geben würde. Mit dem Marketing hatte ich mich damals also noch gar nicht auseinandergesetzt und völlig unterschätzt, was da eigentlich auf mich zukommt. Vielleicht war das auch gut so ;-).

Ich glaube, es ist diese Ambivalenz, die Selfpublisher in sich tragen. Der Kontakt mit den Lesern war die schönste Erfahrung, die ich machen durfte. Dass mein Roman Gefallen findet, dass es sogar Leser gibt, die sehnsüchtig auf Teil 2 warten, das ist ein unglaubliches Gefühl. Aber bis das gedruckte Buch seinen Weg zu den Lesern findet, ist es eben eine weite Strecke.

Babsi: Oh ja, es ist sehr viel Arbeit, die in so einem Buch steckt, auch nach dem es geschrieben ist. Das wird ja gerne mal unterschätzt!

  • Möchtest du weiterhin Selfpublisherin bleiben oder kannst du dir für zukünftige Projekte auch den Verlagsweg vorstellen? Was gefällt dir am Selfpublishing am besten?

Das Marketing ein Stück weit einem Verlag zu überlassen, wäre tatsächlich ein Grund, warum ich mir auch diesen Weg vorstellen könnte. Aber grundsätzlich bin ich sehr gerne Selbstverleger, weil ich meine Zeit so einteilen kann, wie ich möchte, was für mich als berufstätige Mutter von zwei Kindern ein sehr wichtiger Faktor ist, aber auch, dass ich über mein Cover sowie den Buchsatz, also das Innenlayout, selbst bestimmen kann.

  • Hast du neben Seelenläufer noch andere Projekte?

Mir schwirrt seit einiger Zeit eine Geschichte im Kopf herum, die sich immer weiter in den Vordergrund drängt. Doch ich halte sie zurück, weil ich mich dazu entschieden habe, jetzt erst einmal den Weg mit Zoya bis zum Ende zu gehen. Ich tanze ungern auf zwei Hochzeiten.

  • Liest du aktuell ein Buch oder bleibt dafür keine Zeit? Welches Buch würdest du  – neben deinen eigenen Werken – empfehlen?

Ich habe mir in meinen Herbstferien bewusst Zeit fürs Lesen genommen. Tatsächlich war dies während der Schreib- und Überarbeitungsphase nicht möglich. Und ich kann alle drei gelesenen Bücher nur empfehlen: Nina C. Hasse: „Ersticktes Matt“, J.M. Volckmann: „Neunundneunzig Namen“ und „Weil wir längst woanders sind“ von Rasha Khayat. Sonst bin ich ein großer Fan von Brandon Sanderson. Zwei Bücher, die mich sehr berührt haben sind auch „Sieben Minuten nach Mitternacht“ von Siobhan Dowd und „Ich nannte ihn Krawatte“ von Milena Michiko Flasar. Und jetzt höre ich auf. Es gibt einfach zu viele gute Bücher auf dieser Welt.

Babsi: Wundervolle Empfehlungen! Zwei davon habe ich auch schon gelesen und geliebt! 🙂

  • Was sind deine Pläne und Wünsche für 2018?

Ich wünsche mir, dass viele Leser noch viel mehr Spaß mit meinen Romanen haben. Auch wünsche ich mir, dass ich mit dem dritten Teil vom Seelenläufer gut vorankomme. Außerdem würde ich gerne einen weiteren Schreibkurs belegen, wenn ich die Zeit finde. Ich hätte sie gerne, denn ich möchte mich weiterentwickeln.

  • Auf welchen Events 2018 kann man dich vielleicht persönlich treffen?

Ich wünsche mir, dass ich es endlich auf die Frankfurter Buchmesse schaffe. Auf der BonnBuch bin ich aber sicher wieder anzutreffen. Auch steht noch die Entscheidung aus, ob ich die Zeit für Rheinfantasie freischaufeln kann.

Liebe Babsi, ich danke dir sehr, dass ich an deinem Interview teilnehmen durfte.

Babsi: Ich danke DIR liebe Bianca, dass du mir Rede und Antwort gestanden hast und in der stressigen Release-Woche noch ein bisschen Zeit für meine Fragen gefunden hast!

*

Ich hoffe, euch hat das Interview genauso gut gefallen wie mir und wir hypen jetzt zusammen das Release von „Seelenläufer 2“.

 


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Meine Top 3 Buchverfilmungen

Meine Top 3 Buchverfilmungen

Heute, am 2. September, ist Weltbarttag! Als Mitglied der BartBroAuthors ist es selbstverständlich, diesen Tag zu zelebrieren.

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Auf der Facebookseite der BartBroAuthors gibt es heute ein Gewinnspiel für euch, unter anderem könnt ihr Freikarten für einen Besuch im Filmpalast Lüdenscheid abstauben.

Filme und Bücher – beides Medien für Geschichten und Erzählungen. Viele Bücher basieren auf Filme und ich bin sicher, jedem von euch fällt zumindest eine Verfilmung eines Buches ein, bei der sich euch die Zehennägel aufrollen. Aber es gibt auch wirklich gelungene Buchverfilmungen.

Meine drei liebsten Buch zu Film Projekte stelle ich euch im heutigen Beitrag vor:

 

Platz  3: Bob, der Streuner

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Ich bin ein Katzenmensch. Das ist unschwer erkennbar, wenn man mich länger kennt. Die Geschichte von Straßenkater Bob ist faszinierend, einzigartig und berührend zugleich. Und Bob ist so eine süße Kartoffel, darauf komme ich kaum klar. Vor allem mit seinem kleinen Schal.

Worum geht’s?

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Quelle

James Bowen hat es nicht leicht. Er ist Straßenmusiker, war eine Zeit lang obdachlos und versucht, von den Drogen wegzukommen. Als er eines Tages auf eine verwahrloste Katze stößt, fasst er sich jedoch ein Herz und pflegt das Tier gesund, füttert es und verzichtet dabei selbst oft auf die Hälfte seiner Mahlzeit oder eigene Anschaffungen. Das soll der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein,

denn Kater Bob gibt James die Kraft, sein Leben zu ordnen. Außerdem sorgt er durch seine Niedlichkeit dafür, dass James‘ Umsatz als Straßenmusiker steigt und die Leute strömen bald aus aller Welt herbei, um das skurrile Pärchen live zu sehen.

Sowohl James Bowen als auch Bob haben Cameo Auftritte im Film. Einfach ein herzige Geschichte, bei der einem warm ums Herz wird.

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Wenn man Bob googlet. Diese niedlichen Gesichtsausdrücke! Waaaah!

Buch & Film:
James Bowen – A street cat named Bob
Regisseur Roger Spottiswoode – A street cat named Bob
auf deutsch: Bob, der Streuner

Platz 2: Harry Potter

Ja, ich weiß.

Viele eingefleischte Potter-Fans von euch werden jetzt aufhorchen und den Kopf schütteln. Aber für mich bleiben sowohl die Bücher als auch die Harry Potter Filme ein fester Bestandteil meiner Kindheit und Jugend. 20170901_133336Ich weiß gar nicht mehr, wer aus meiner Familie Band 1 zuerst in den Fingern hatte, aber danach war es Tradition jeden Band sofort zu kaufen, wenn er auf Deutsch erschien und innerhalb von ein paar Tagen, unter Einsatz mehrere Lesezeichen, wurden die Bücher

verschlungen. Es war so etwas wie eine Familientradition und als der erste Film ins Kino kam, bin ich auch mit meinen Eltern ins Kino. Ich weiß noch, wie beeindruckt ich damals als kleiner Stöpsel war und wie toll es war, dass diese zauberhafte Welt nicht nur in meinem Kopf Gestalt annahm.

Natürlich, gibt es einige Kleinigkeiten, die mich stören, einige Szenen und Details, die ich gerne in den Filmen gesehen hätte – aber nichtsdestotrotz schaue ich die Filme gerne und lese die Bücher. Am liebsten mag ich in den Verfilmungen übrigens Alan Rickman als Severus Snape und Emma Watson als Hermine. Und ihr?

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Quelle

Bücher:
Joanne K. Rowling – Harry Potter (7 Bände)
auf deutsch: Harry Potter

Filme:
Warner Bros. – Harry Potter (8 Filme)
auf deutsch: Harry Potter

 

Platz 1: Das wandelnde Schloss

Viele von euch wissen vielleicht, dass ich ein großer Anime-Fan und ein noch größeres Studio Ghibli Fangirl bin. Kurz erklärt für alle, die Ghibli nicht kennen: Ihr könnt euch Ghibli vorstellen wie die japanische Variante der Disney Studios. Wunderschöne, bewegende Geschichten in bildgewaltiger Form.

Meine erster Ghibli Film war „Chihiros Reise ins Zauberland“ und ab da war ich von den Filmen unter der Regie von Koriphäe Hayao Miyazaki verzaubert. Mein liebster Film aus der Reihe von magischen, animierten Werken ist und bleibt „Das wandelnde Schloss“.  Lange Zeit wusste ich gar nicht, dass der Film auf einem Buch basiert. Erst vor wenigen Jahren stieß ich darauf.

Worum geht’s?
Die unsichere, unscheinbare Hutmacherin Sophie begegnet Zauberer Howl, von dem man sagt, er fresse die Herzen hübscher Mädchen. Besonders eine Hexe hat es auf den jungen Schönling abgesehen. Sophie weiß gar nicht, wem sie da begegnet ist, schon wird sie von der Hexe des Niemandslandes verflucht und verwandelt sich in eine alte, tattrige Oma. Um den Zauber zu brechen zieht Sophie los zum wandelnden Schloss des Zauberers Howl. Das Problem ist nur: Sie kann niemandem von dem Fluch erzählen, den ihr die Hexe auferlegt hat.
An diesem Punkt gehen Film und Buch ein wenig auseinander, sowohl was die Story als auch die weiteren Charaktere angeht. Wird im Film das Thema Krieg thematisiert, bleibt das Buch eher humorvoll und greift allerlei magische Gegenstände auf wie z.B. die Siebenmeilenstiefel, mit denen man mit einem Schritt sieben Meilen zurücklegt.

Was beide Medien jedoch gemeinsam haben ist die zauberhafte Geschichte von Freundschaft und den inneren Werten und Stärken. Mir gefällt der Film durch seine ernsteren Seiten sogar noch ein bisschen besser, die Animationen und die Musik sind einfach wundervoll. Auch wenn die Geschichte ein wenig umgeändert wurde, so blieben Kern und die Charaktere Sophie und Howl mit ihrer besonderen Beziehung erhalten. Für mich ist die Umsetzung absolut gelungen und ich liebe sowohl den Film als auch das Buch.

Buch:
Diana Wynne Jones – Howl’s Moving Castle (1986)
auf deutsch: Sophie im Schloss des Zauberers

Film:
Studio Ghibli – ハウルの動く城 (2004)
auf deutsch: Das wandelnde Schloss

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Was sind eure liebsten Buchverfilmungen?

Nehmt am Gewinnspiel teil, um Freikarten für den Filmpalast Lüdenscheid zu gewinnen. Heute warten außerdem weitere tolle Verlosungen auf euch.

 

Liebe Grüße und Viel Glück allen Teilnehmenden,

eure Babsi

 

[Rezension] Zeitlose – Simeons Rückkehr von Eva-Maria Obermann

[Rezension] Zeitlose – Simeons Rückkehr von Eva-Maria Obermann

Ich habe ein Buch beendet und ich bin wieder mal ein bisschen verliebt. *seufzt glücklich*

Und zwar handelt es sich bei diesem Schätzchen um „Zeitlose – Simeons Rückkehr“ von der famosen Eva-Maria Obermann, die als schreibtrieb, selbst bloggt.

Das Buch ist im „Schwarzer Drachen Verlag*“ erschienen und kostet als Taschenbuch* 9,90€ und als Ebook* 4,99€. Das Genre lässt sich nicht so leicht festlegen, denn es ist eine verträumte, fantastische Geschichte mit Spuren von Romantik. Irgendwie Urban Fantasy, aber irgendwie doch etwas ganz Eigenes. (Über L-Choice kaufen)

Ich habe das Buch auf lovelybooks im Rahmen einer Leserunde als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen lieben Dank dafür!

Hier ist die Rezension in Videoform!

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Diese Rezension ist wie immer spoilerfrei 🙂

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Meine Katze möchte sich nicht fotogen neben das Buch setzen 🙁

Worum geht’s?

Dora hat seltsame Träume, die sich anfühlen wie die Realität. Aber sie weiß, dass es nicht ihre Realität ist, denn sie lebt im 21. Jahrhundert, studiert, arbeitet in einem Kindergarten und ist in einer glücklichen Beziehung mit Oscar. In den Träumen hingegen ist sie Nancea, eine einfach Magd in einer mittelalterlich anmutenden Welt. Und sie verliebt sich dort in Simeon. Als Dora dann im realen Leben einen Mann trifft, der genau so riecht und dieselben Augen hat wie Simeon, ist sie vollends verwirrt. Was bedeuten ihre Träume und was bedeutet das schreckliche Ende, das Nancea und Simeon im Traum ereilt für Dora in der Wirklichkeit?

Das Buch ist in sich abgeschlossen, aber es wird mindestens noch zwei weitere Bände geben. Die Geschichte an sich geht nämlich noch weiter, aber es gibt keine fiesen Cliffhanger.

  • Meine Meinung:

Das Cover ist sehr schön und unterstreicht die verträumte, mystische Atmosphäre des Buchs. Einzig die Schriftart und Platzierung des Verlagslogos finde ich nicht ganz so gut.

Ich mag es, wenn Bücher sich nicht eindeutig in ein Genre einordnen lassen. Bereits früh beim Lesen wurde klar, dass wir hier eine philosophisch anmutende Geschichte mit fantastischen und romantischen Elementen haben. Es geht auch um Selbstfindung, Träume und Wünsche. Dass Eva-Maria Obermann sich viel mit Literatur beschäftigt merkt man, denn man fliegt – getragen vom luftig, wolkigen Schreibstil – ganz lockerleicht durch die Geschichte hindurch. Dabei mangelt es nie an Sprachgewandheit oder Augenzwinkern. Die Traumszenen wechseln sich fabelhaft mit den Szenen aus Doras Alltag ab, sodass man selbst in den spannenden Strudel und der Frage nach der Realität und dem Ursprung dieser Vermischung hineingezogen wird.

Ich bin kein Freund von Kitsch und allzu viel Schnulzereien – ich bin als Single sehr zufrieden und brauche keine Beziehung, um mit meinem Leben zufrieden zu sein. Aber Eva schafft hier etwas sehr Gemeines. Sie beschreibt die Liebe, das Zusammensein so umfangreich, liebevoll und unterschwellig, dass einem ganz warm ums Herz wird und man sich in jemandes Arme kuscheln möchte. Das Buch ist gefühlsbetont, aber ohne einem die Emotionen ins Gesicht zu klatschen. Der Schreibgrundsatz „Show, don’t tell“ ist meiner Meinung nach wunderbar gelungen, denn es wirkt nie überladen und plump sondern immer wie ein feiner Hauch, ein leichtes Kribbeln. Es ist definitiv ein Wohlfühl-Buch und auch beim Zuklappen am Ende hatte ich ein Lächeln auf den Lippen. (Obwohl ich gespannt auf Band 2 bin)

Dennoch mangelte es auch nicht an Spannung, Geheimnissen und einer kleinen Portion Action. So wohltuend und balsamierend die schönen Szenen waren, so schmutzig und schmerzhaft waren die Szenen, in denen Nancea oder Dora leiden mussten. Ich habe richtig mitgefiebert.

Die Charaktere haben mir gut gefallen, lediglich das „Böse“, war mir eine Spur zu eindimensional, auch wenn die Beweggründe schon Sinn ergeben haben.

Dora, unsere Protagonistin, war sehr sympathisch in ihrer neugieren Art, ihrer Nachdenklichkeit und ihrem Wunsch einerseits Nancea zu helfen, aber andererseits ihren eigenen Weg zu gehen. Obwohl Dora und Nancea durch die Geschichte hindurch verbunden waren, wirkten beide eigenständig und lebendig, auch wenn sie einige Ähnlichkeiten teilten.

Simeon war ein strahlender Charakter mit einem goldenen Herz und seine Leidenschaft und seine Hingabe für Nancea war absolut hinreißend.

Nathan, der mysteriöse Mann, brachte ein wunderbare Portion Düsternis und Gefährlichkeit in die Geschichte. Dennoch zeigte er seine nachdenkliche Seite und eine Tiefe und Entschlossenheit, die ihn durchaus sympathisch machten.

Oscar & Jonathan waren absolute Goldschätze! Ich möchte sie adoptieren und verhätscheln und drücken. *Mutterinstinkt aktiviert*

Ich fand auch toll, dass Eva einige Inhalte aus dem Studium und ein bisschen Literaturwissenschaft eingewoben hat, ohne dass es großartig aufgefallen ist.

Was hat mir nicht so gut gefallen? Das Böse in der Geschichte, aber hierzu will ich nicht spoilern, deswegen sage ich an dieser Stelle nicht mehr dazu. Die Geschichte hätte sich beim Ende ruhig noch ein bisschen mehr Zeit lassen können, finde ich. Im Buch wurde viel reflektiert und nachgedacht und das bleibt am Ende ein bisschen zurück bzw. wir werden vermutlich auf weitere Bände vertröstet.

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Du sollst in die Kamera schauen, Kater! Mhm, so wird das nichts mit der Grumpy Cat Nachfolge!

Eine Meinung reicht euch nicht? Dann werft doch einen Blick auf den Blog der lieben   Buchstabenträumerin und lest ihre  Rezension!

  • Fazit:

Von mir gibt es für „Zeitlose – Simeons Rückkehr“ eine klare Leseempfehlung. Das Buch war wunderbar geschrieben, die Geschichte war interessant und spielte mit allerlei Elementen aus verschiedenen Genres. Für mich war es ein tolles Lesevergnügen und ich freue mich sehr auf den nächsten Band und weitere Projekte von Eva. Am Besten fand ich die Story, den Schreibstil und den Erzählstil. Die Figuren waren gut gezeichnet und sympathisch, einige Abzüge gibt es jedoch – der ein oder andere Charakter war für meinen Geschmack ein bisschen zu klischeehaft. Da ist noch Luft nach oben!

Eine fluffige, süße, philosophische, vielseitige, fantastische, romantische Geschichte, die einen richtig in den Bann zieht. Dafür gibt es von mir 4,5 Seesterne.

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Weitere Stimmen zum Buch:


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[Rezension] Andreas Hagemann – Xerubian 1 Aath lan’tis

[Rezension] Andreas Hagemann – Xerubian 1 Aath lan’tis

Hallo meine lieben!

Püntklich zum Osterwochenende gibt es eine neue Rezension von mir. Und zwar zu Xerubian Band 1 – Aath lan’tis vom bezaubernden Kollegen Andreas Hagemann.

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Hinten seht ihr Andreas Hagemann und Bianca Fuchs, vorne Jana Tomy und mich. Das Foto entstand bei strahlendem Sonnenschein auf dem Litcamp 2017 in Bonn.

Ich habe ein Buch mit lieber Widmung bekommen und ich bin ein Fan von Andi, versuche aber natürlich die Rezension neutral zu halten. 😉

Eine Videorezension wird auch nach meinem Urlaub folgen!

Ihr könnt das Buch als Taschenbuch signiert direkt bei Andreas auf der Homepage  oder als Ebook* über amazon erwerben!

Worum geht’s?

Gott würfelt? Nein, er spielt Billard! Mit Planeten als Kugeln versteht sich. Als Gott jedoch einen Stoß ordentlich versemmelt, prallen zwei Welten aufeinander und vermischen sich. Das bringt natürlich einige Probleme mit sich, die sich im Laufe der Geschichte offenbaren werden.

Als ein mysteriöser Edelstein aus der örtlichen Kathedrale von einem Dieb entwendet wird, entschließt sich der schwerfällige Inspektor Dalon die Ermittlungen aufzunehmen. Begleitet wird er dabei von seinem Dienstdrachen Nerol, der zwar eine schnelle Zunge hat, ansonsten aber auch eher verschlafen ist. Sie verfolgen den Dieb und reisen dabei aus ihrer vertrauten Heimatstadt hinaus in die große und bunte Welt ihres Planeten Xerubian. Nicht nur neue Gefährten und Geheimnisse eines alten Volkes warten auf sie, sondern auch viel Spaß und einige Gefahren.

Genre: Fantasy, Humor

Design:

Ich liebe das Cover. Es ist detailreich, ohne zugekleistert zu sein. Die Farben sehen total schön aus und ich mag, das auch Band 2 und 3 sich an diesem Design orientieren. Es sieht hochwertig aus.

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Schreibstil:

Anfangs etwas wirr und durcheinander hat Andreas Hagemann im Laufe des Buches die richtige Balance zwischen Erzählen und Humor gefunden. Es hat sich flüssig lesen lassen, auch wenn man die ein oder andere Beschreibung etwas kürzen, an einer anderen Stelle wiederum verlängern hätte können. Im Laufe des Buches hat sich der Schreibstil meiner Meinung nach stetig verbessert. Für mich war es noch nicht ganz rund, aber dennoch beweist Andreas, dass er über einen großen Wortschatz, eine bunte Fantasie und viel Humor verfügt.

Inhalt:

Xerubian, ein Planet mit zwei Sonnen.

Inspektor Dalon ist unmotiviert, der Alltagstrott im Büro und seine Frau, die längst die beste Zeit hinter sich hat, nerven ihn. Es scheint, einzig die Flüge mit Dienstdrache Nerol können ihm ein bisschen Gute Laune verschaffen.

Doch dann wird aus einer Kirche ein Edelstein entwendet und was zuerst wie ein besonders unkomplizierter Fall wirkt, der schnell zu den Akten gelegt werden kann und damit keine Anstrengungen für Dalon bereithält, entpuppt sich als verworrene Reise in die xerubianische Mythologie. Geflügelte Wesen aus einer anderen Welt? So langsam erwacht bei Dalon das Interesse und zusammen mit Drache Nerol, dem Beamten Martandi und dessen Drache Dragon nehmen die vier die Verfolgung der vermummten Gestalt auf, die aus der Stadt flieht.

Zuerst führt sie die Spur entlang einiger Städte und in einem Gebüsch gabeln sie eine fliegende Hummel, eh pardon, einen kleinen Drachen namens Muliks auf, der sich damit rühmt den Dieb, der sein Haus, zertrampelt hat am Geschmack wiederzuerkennen. Anfänglich ist keiner so richtig begeistert von dem kleinen Quälgeist, aber bald schweißt die gemeinsame Reise die Gefährten zusammen.

Könnte der Dieb tatsächlich auf dem Weg in da sagenumwobene Aath lan’tis sein, in dem die mysteriösen Wesen aus der anderen Welt leben sollen? Aber was wollen sie mit einem Edelstein aus einer unbedeutenden Kirche? Je weiter die Gruppe sich von den Städten und der Zivilisation entfernt, desto mehr Gefahren, Überraschungen und neue Geheimnisse warten auf sie. Dabei verlieren sie zwar das ein oder andere Mal die Orientierung, aber niemals ihren Humor (und ihren Appetit).

Wird es Inspektor Dalon und seinen Begleitern gelingen den Dieb dingfest zu machen? Und werden sie dabei auch das mystische Aath lan’tis finden?

Der Inhalt klingt abenteuerlich und außergewöhnlich. Ich habe den Prolog und die Idee mit dem billardspielenden Gott einfach nur toll gefunden. Leider fing das Buch etwas wirr an und es war schwer, den Überblick zu behalten. Aber davon sollte man sich nicht entmutigen lassen, denn bereits nach einem Kapitel fühlt man sich etwas besser in die Welt ein. Das Buch hat viele witzige Anspielungen, Sarkasmus und Seitenhiebe parat und entführt uns in eine ganz außergewöhnliche Welt – fernab vom typischen Elfen-Zwerge-Fantasy Einheitsbrei. Für mich ist in der ersten Hälfte des Buches ein bisschen zu wenig passiert, es wurde viel beschrieben, viel gegessen und manche Szenen haben für mich keinen allzugroßen Sinn gemacht. Ab der zweiten Hälfte hat es Andreas Hagemann dann geschafft, das Ruder herumzureißen. Es wurde turbulenter und actionreicher und man hatte das Gefühl, endlich voranzukommen.

Der Humor und die Originalität erinnern an Terry Pratchett und trotz einigen Abzügen bezüglich Spannungsaufbau, einigen Längen auf der Reise und dem verwirrenden Anfang hat mich Xerubian nach einigen Startschwierigkeiten in seinen Bann gezogen.

Charaktere:

Dalon, der träge Inspektor ist der sympathische Held der Geschichte. Er ist bereits etwas älter, beleibt und hat anfangs nicht so richtig Lust auf das Abenteuer. Er ist sarkastisch und nachdenklich, aber nicht auf den Kopf gefallen. Im Laufe des Abenteuers wird in ihm der verloren geglaubte Entdecker-Sinn geweckt und er treibt seine Kumpanen freundlich, aber bestimmt voran. Ich mochte ihn sehr gerne! Manchmal wäre ich gerne noch tiefer in seine Gedankenwelt getaucht.

Nerol, der Drache mit Akzent ist ein Liebling. Verfressen, große Schnauze, tapsig und albern. Er ist einfach ein Charmebolzen und seine Sprüche sind teilweise wirklich zum Schießen!

Martandi und Dragon mochte ich sehr gerne. Die Interaktionen zwischen dem roten Drachen Dragon und seinem blauen Freund Nerol waren einfach nur bezaubernd. Martandi hingegen blieb für mich das ganze Buch ein wenig blass und ich hätte mir mehr von seinem Charakter gewünscht. Denn außer, dass er Beamter ist und wohl gerne mit seiner blonden Kollegin in die Badewanne steigt, wissen wir recht wenig über ihn. In seinen Handlungen war er recht sympathisch, aber konnte keine besonderen Charaktereigenschaften vorweisen.

Muliks, der Mini-Drache, der immer wie ein Kolibri um die Gruppe rumfliegt. Anfangs war ich mindestens ebenso genervt von ihm wie Nerol und die anderen, aber im Laufe des Abenteuers ist er mir wahrlich ans Herz gewachsen. Ein niedlicher kleiner Racker!

Das Augenmerk in Xerubian lag nicht unbedingt auf den Charakteren. Das war nicht schlimm, denn in der Welt von Xerubian gab es genug zu entdecken, dennoch hätte ich mir manchmal ein bisschen mehr Tiefe und Augenmerk auf die Truppe gewünscht, da wir sie oft nur beim Essen und Rumalbern am Lagerfeuer wirklich näher kennen gelernt hat.

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Ende:

Das Ende kam dann doch viel zackiger als erwartet, dafür, dass die Reise sehr mühsam war. Ich fand es gelungen, hätte mir aber dann hier wieder ein bisschen mehr xerubianische bzw. eben Geschichte von Olaf und Co. gewünscht. 😉

Der Epilog hat einen schönen Bogen zum Anfang hingezogen. Es gab keine fiesen Cliffhanger, aber das Abenteuer wird weitergehen und ich habe ebenso wie Dalon noch keine Lust, wieder ins beschauliche Punkt zurückzukehren!

Fazit:

Die originelle Idee, der skurrile Humor und die liebenswerten Figuren können ganz gut über einige Längen und Verwirrungsmomente hinwegtrösten. Es lohnt sich, dem Buch die Chance zu geben, sich zu entfalten, denn ab der zweiten Hälfte kommt die Geschichte ins Rollen und wird zu einem fantastischen Abenteuer. Man merkt dem Buch an, dass es ein Debüt ist, aber im Laufe des Buches hat auch Andreas Hagemann zu sich und seinem Stil gefunden.

Ich werde die Folgebände auf jeden Fall lesen und hoffe, dass sie nochmal eine Schippe drauflegen was die Spannung angeht!

Wer Lust auf eine bunte, witzige Reise durch eine komplett eigene und originelle Fantasy-Welt hat, sollte und darf hier beherzt zugreifen!

Das Buch bekommt von mir insgesamt 3,5 Seesterne, aufgrund einiger Kritikpunkte leider eher mit Tendenz zur 3.

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Romantik? Bäääh

Romantik? Bäääh

Mein Schreibprojekt ist vom Genre her Urban Fantasy mit Einflüssen aus Horror und Humor. Für kitschige Liebesgeschichten ist da nicht viel Platz, aber ein bisschen Bussi-Bussi gibt es trotzdem!

Nach den Klausuren verrate ich euch mehr dazu.

Grüße an alle, die das lesen! Liebe beschränkt sich nicht auf den Partner, Liebe ist viel mehr!

Die #BartBroAuthors lieben das Schreiben und die Bücher!

#BartBroLove

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Exklusiver Ausschnitt 🙂
[Rezension] Nina C. Hasse – Ersticktes Matt

[Rezension] Nina C. Hasse – Ersticktes Matt

Das Ebook habe ich von meiner lieben BartBroAuthors Kollegin Nina C. Hasse als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Es hat leider ein bisschen gedauert, aber hier ist endlich die versprochene Rezension.

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(Spoiler: Es war so gut, ich musste mir die Taschenbuchversion kaufen 🙂 )
Das Ebook kostet 3,99€, das Taschenbuch 14,90€.

 

Worum geht’s?

In einer größtenteils überfluteten Welt in einem alternativen New York in dem Dampfmaschinen, Luftschiffe und U-Boote den Alltag bestimmen, gibt es eine Elendssiedlung, die sog. Floodlands. Diese wurden auf Pfählen in den East River gebaut und sie werden von einer erschreckenden Mordserie heimgesucht. Der Täter hinterlässt bei seinen jungen, weiblichen Opfern Schachfiguren. Doch warum? Dieser Frage nimmt sich die ein Team des Police Departments um Gesichtsanalytiker Remy Lafayette und Madeline Vézer an. Unterstützung bekommen sie dafür von einem raffinierten Schachexperten. Als klar wird, dass der Täter auch in Europa gemordet hat, schaltet sich auch ein britisches Ermittlerduo ein. Das Phantom macht es ihnen jedoch nicht leicht und die beiden müssen sich auch ihren eigen Ängsten stellen.

Eine verzwickte Jagd auf den Mörder beginnt, ebenso komplex und spannend wie eine gute Partie Schach.

Genre: Steampunk-Krimi

Design/Gestaltung:

Das Cover ist monochrom in schwarz-weiß und ich liebe es. Es ist unfassbar schön und detailliert ohne verschnörkelt und aufdringlich zu sein. Und nach dem Lesen sieht man es in einem anderen Licht.

Schreibstil:

Es ist beeindruckend. Ich hätte nicht erwartet, dass ich auf dem Selfpublisher Markt im Krimi-Genre so einen fein ausgeklügelte, detaillierte und anspruchsvoller Sprache finden würde. Das soll jetzt keine anderen Selfpublisher beleidigen, aber es ist eben nicht zu leugnen, dass viel Schrott auf dem Markt existiert, seit es relativ einfach geworden ist, Bücher zu veröffentlichen. Nina hat mehr Sprachgefühl und Wortgewandheit als manche Autoren, die tatsächlich bei einem Verlag untergekommen sind. Jedes Mal, wenn ich angefangen habe zu lesen, wurde ich tief in das Steampunk-New York entführt und ich fand es immer schwer, es wegzulegen, auch wenn sich das Lesen so lange hinausgezögert hat. Es ist kein Buch zum einfach von der Stelle weglesen, es ist spannend, klug und auf einem hohen Niveau ohne gestochen zu wirken.

Inhalt:

Ich mag Krimis nicht so gerne. Steampunk hingegen finde ich ziemlich cool und da ich die Books&Braun Bücher sehr gerne mochte, dachte ich mir ich möchte das auf jeden Fall lesen.  Das erste Opfer, eine junge Dame aus den Elendsvierteln in den Floodlands führt das Ermittlerteam zunächst auf keine wirklich ergiebige Fährte. Die Dinge kommen jedoch schneller ins Rollen als es allen lieb ist und bald gibt es mehr Opfer. Da die scheinbar einzige Gemeinsamkeit der Toten die Schachfiguren sind ziehen die beiden Experten der Schachliga zu Rate. Für sie abgestellt wird jedoch nicht der erwartete alte Herr, sondern ein aufmüpfiger Junge im Rollstuhl. Dennoch erweist sich die Jagd als schwierig und anscheinend gibt es auch Opfer in Europa. Deswegen machen sich die Ermittler Engels, genannt “Fox” und Loyd aus London ebenfalls auf den Weg. Remy wird tiefer in die Sache hineingezogen als es ihm lieb ist und er muss sich den Schatten seiner Vergangenheit stellen. Der Weg, den Mörder zu fassen, ist selbst ähnlich verstrickt und komplex wie eine Partie Schach. Und leider fordert sie auch Opfer.
Es war wirklich durchgehend spannend. Kaum hatte man das Gefühl, es ging ein wenig voran, flatterte die nächste Leiche oder ein Detail ins Haus, das alles wieder durcheinander brachte. Man fühlte sich mit den Charakteren frustriert und hilflos, weil  keine Lösung in Sicht war. Dennoch wurde es nicht langweilig, denn es passierte immer etwas.
An Krimis stört mich oft die monotone, abgewrackte Ermittlerfigur, die repetetiven Ermittlungsabläufe und dass ich – sobald der Mörder im Buch auftaucht – weiß, dass er der Schuldige ist. In Ninas Buch habe ich es jedoch wirklich nicht gemerkt bis kurz vor Schluss. Nur ganz kurz bevor es offensichtlich wurde. Das war cool, denn diesen Charakter hatte ich wirklich nicht im Visier!

Charaktere:

Remy Lafayette, Gesichtsanalytiker, ist ein sympathischer Zeitgenosse. Er ist Gentleman, zielstrebig und ehrlich, ohne abgehobene Moralansprüche an sich selbst zu haben. Er greift auch gerne mal zu nicht ganz legalen Mitteln und das ist sehr sympathisch. Seine Entwicklung durch das Buch hindurch fand ich sehr gut. Er hat sich im Grunde seines Herzens nicht stark verändert, aber er ist gewachsen.

Madeline Vezér mochte ich mit am liebsten. Sie ist eine toughe Polizistin, die mit mütterlicher Strenge versuchte, den Fall zu lösen und ihre Liebsten zu beschützen. Sie war zielstrebig, entschlossen und doch war sie nie emotionskalt, obwohl sie professionell handelte, merkte man ihr oft an, dass es Selbstkontrolle bedurfte.

Nathaniel, der junge Schachexperte, der an den Rollstuhl gefesselt ist, ist ein Goldschatz. Ein besserwisserischer, intelligenter und neugieriger Junge mit einer frechen Schnautze und viel Einfallsreichtum. Dennoch hat seine Kindlichkeit oft etwas Lockerung und Charme in die sonst so düstere Geschichte gebracht. Man möchte ihn knuddeln und irgendwie in die Nase kneifen zugleich.

Heimlich hoffe ich darauf, dass Nathaniels Mutter mit Remy zusammenkommt. Sie war  mein liebster Charakter, auch wenn sie nicht sprechen konnte. Sie wirkt sehr geheimnisvoll und ich hoffe sehr, dass wir mehr von ihr erfahren!
Ermeline Engels, „Fox“, war mir ein bisschen zu pathetisch-dramatisch. Ihre aufwallenden Gefühle, verschiedenfarbige Augen, ein Handicap, dazu noch die ständigen Selbstzweifel – das war mir alles ein bisschen zu viel. Vor allem, weil sie immer bewiesen hat, dass sie viel kann, wenn sie will. Sie hat sich ebenfalls entwickelt, auch wenn ihre Einsicht, dass sie doch keine Versagerin ist, ziemlich überfällig war, denn sie war cool und mutig!

Ihren Kollegen Loyd fand ich sehr sympathisch, aber leider war er mehr ein Mittel zum Zweck und um Fox inneren Konflikt besser zu beleuchten.

Die anderen Charaktere waren gut ausgearbeitet und man hat einfach gemerkt, dass Nina sich sehr viele Gedanken gemacht hat. Die Welt hat sich sehr lebendig angefühlt und die meisten Charaktere bedienten keine Stereotypen sondern wirkten wirklich wie lebendige Wesen.

Ende:

Das Ende war cool. Ich mochte es und ich mochte, dass es abgeschlossen war und wir trotzdem darauf hoffen dürfen, dass die Geschichte weitergeht. Ich habe wirklich erst spät bemerkt, wer der Mörder war aber es war kein deus ex machina, sondern hat Sinn ergeben. All die kleinen Symbole und Hinweise, ein Puzzle das sich langsam zusammengesetzt hat. Wirklich grandios und ich möchte es nochmal lesen mit dem Wissen von jetzt und sehen, was ich vielleicht beim ersten Lesen noch nicht gemerkt habe.

Mein Fazit: Dieses Buch ist handwerklich, storytechnisch und vom Schreibstil und Detailgrad einfach faszinierend genial. Es steht den großen Namen da draußen in absolut nichts nach. Und es wird einen festen Platz in meinem Regal bekommen, weil ich es durch und durch toll fand.
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Bald erscheint außerdem Ninas neuer Roman “Krähenherz”, der von der ersten Begegnung von Vezér und Lafayette erzählen wird!

[Rezension] Tanja Hanika – Zwietracht: Mörderische Freundschaft

[Rezension] Tanja Hanika – Zwietracht: Mörderische Freundschaft

Meine liebe BartBroAuthors Kollegin Tanja Hanika schreibt düstere, schaurige Romane und ihr neuestes Projekt hat mich sowohl vom Cover als auch von der Kurzbeschreibung neugierig gemacht.

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Das Ebook kostet 6,99€, das Taschenbuch 11,99€.

Auch diese Rezension gibt es als Video auf meinem Youtube Kanal!

Worum geht’s?
Es geht um zwei beste Freundinnen, die gemeinsam in einen Kurzurlaub in eine abgelegene Hütte im Wald fahren. Lina, eine Schriftstellerin, möchte dort ihre Schreibblockade überwinden um ihr nächstes Buch veröffentlichen zu können. Millie, die in einer Bank arbeitet aber gerne mit ihren Fotos Geld verdienen würde sucht unterdessen in der Natur nach schönen Motiven.
In der Hütte gibt es eine verschlossene Tür, die Linas Interesse weckt, vor allem nach dem sie in der ersten Nacht kratzende Geräusche von unter der Hütte wahrnimmt. Kurz darauf fällt ihr Millies Verhalten seltsam auf und bald ist sich Lina sicher, dass irgendjemand es auf sie abgesehen hat. Am Ende sogar ihre beste Freundin?

Genre: Horrorroman

 

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Design/Gestaltung:

Das Cover ist schlicht gehalten, aber genau das gefällt mir sehr gut.

Schreibstil:

Den Anfang der Geschichte fand ich mit den Formulierungen teilweise etwas holprig. Es wirkte einfach zu bemüht abwechslungsreich und anschaulich zu schreiben. Aber das hat sich dann bald verflüchtigt, Tanja hat in die Geschichte gefunden und es ließ sich flüssiger und besser lesen. Die Spannung konnte auch ohne große dramatische Formulierungen aufgebaut und durchweg gehalten werden. Ich fand es sehr fesselnd und habe es tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen! (Was bei mir als Leseschnecke auch bei eher dünnen Büchern selten ist 😉 )

Inhalt:

Ich war sehr eingenommen von dem Buch, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht. Die erste Hälfte des Buches ist aus Linas Sicht geschrieben, die zweite aus Millies. Den ersten Twist habe ich kommen sehen, einfach weil ich unfassbar auf Horror stehe und so viele Bücher und Filme gelesen habe, dass man sich anhand kleiner Anzeichen schnell denken konnte, was los ist. Der Twist zum Ende hingegen kam etwas unerwartet aber nicht unpassend. Zu viel über den Inhalt möchte ich hier konkret gar nicht sagen, aber es spitzt sich zum Ende sehr stark zu, sodass man wirklich nicht aufhören kann zu lesen.

Charaktere:

Neben Lina und Millie gab es kaum Charaktere, die wirklich eine große Rolle gespielt haben. Stefan und Barbara – Barbara war mir allein wegen ihres Namens schon sympathisch – ich freu mich immer, wenn jemand Barbara heißt. Ich glaube, aus denen hätte man noch ein bisschen mehr machen können indem man sie noch mehr einbindet, da sie ja in der Nähe der Hütte gewohnt haben. Man hätte vielleicht auf ihrer Seite noch den ein oder anderen Zweifel setzen können, um den Leser zu verwirren. Allerdings hat es der Geschichte keinen Abbruch getan, sondern ist nur meine persönliche Meinung.
Lina war ein kleines bisschen unsympathisch. Aber ich denke gewollt. Einfach weil sie quengelig und unzufrieden war und ich ihre Paranoia zu Anfang nicht ganz verstanden habe. Ihre Neugier bezüglich der Tür und ihre Panik wegen dem Kratzen an der Hütte schon! So etwas würde mich auch ganz wuschig machen.
Millie war deutlich menschlicher und gerade in ihrem Teil hat man sie ins Herz geschlossen. Ihre Handlungen fand ich teilweise verwirrend, aber Horror funktioniert selten mit Charakteren, die nur geschickte und richtige Entscheidungen treffen. Man hat sich nicht an den Kopf gegriffen, aber das ein oder andere Mal hat man sich schon gewünscht, dass sie einfach direkt sagt, was Sache ist.
Alles in allem waren die Charaktere für so ein kurzes Buch gut ausgearbeitet und nicht zu eindimensional.
Ende

Das Ende war dann doch ein wenig überraschend, im positiven Sinne und mir hat es gut gefallen. Vor allem die letzten Szene. Es sind einige Fragen offen geblieben, aber um aus meinem meiner liebsten und ersten Horrorspiele zu zitieren.

In a horror story, the victim keeps asking „Why?“ But there can be no explanation, and there shouldn’t be one. The unanswered mystery is what stays with us the longest, and it’s what we’ll remember in the end.” – Alan Wake

Rückblickend finde ich tatsächlich die Horror Filme und Bücher, in denen einem nicht alles haarklein erzählt und vorgekaut wird, besser bzw. spannender. Manche enden zu offen, sodass es wirklich unbefriedigend ist aber Tanjas Geschichte endet akzeptabel offen.

Wenn man nun alle Einzelwertungen zusammen rechnet ergibt sich ein Ergebnis von 4 Seesternen! Eine klare Leseempefhlung für Freunde von Horror und Leute, die einen spannenden kurzen Ausflug zu einer Waldhütte machen wollen! 😉4seesterne.png