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Babsi im Norden (Das erste Literaturcamp Hamburg)

Babsi im Norden (Das erste Literaturcamp Hamburg)

Babsi im Norden (Das erste Literaturcamp Hamburg)

Vor 2018 war ich noch nie in Hamburg! Ich war zwar schon in Fernost unterwegs, aber zuvor bin ich nie nördlicher gereist als Berlin. Eine wunderbare Gelegenheit, um das zu ändern war das erste Literaturcamp in Hamburg! Ich durfte bei Organisatorin Mareike (crowandkraken) und ihrem niedlichen Kater Loki nächtigen.

Ich könnte euch natürlich erzählen, wie schön alles war – Aber die Bilder und Eindrücke habe ich in einem Video zusammengeschnibbelt, damit ihr euch selbst einen Eindruck machen könnt.

Hoch oben im Norden

Für mich ging es dank früher Buchung im ICE in der ersten Klasse, knapp sechs Stunden, direkt von Bamberg bis nach Hamburg. Die Hinfahrt verlief angenehm und ruhig (Die Rückfahrt nicht, aber da war es nicht mehr so wichtig). Mareike und Nadine (Epilogues Blog) holten mich vom Bahnhof ab und gemeinsam machten wir es uns in Mareikes Butze gemütlich. Ich packte meinen Koffer aus, denn ich hatte Gastgeschenke mitgebracht – hauptsächlich für Kater Loki. Abends holten wir Vanessa (biblometasia) vom Bahnhof ab und machten es uns mit Tiefkühlpizza auf dem Sofa gemütlich.

Freitag

Da Mareike super früh rausmusste, haben Vanessa und ich zum Frühstück die Literakingdom WG von Bianca und Vera besucht, in der Jen zu Gast war. Nach Franzbrötchen, Kaffee und Nagellack ging es ab zum Aufbau! Ich hab an der Stelle einen kleinen Ausflug zum Bahnhof gemacht, um mich mit der wundervollen LaNoireSakura auf einen Kaffee zu treffen. Am liebsten hätte ich noch den ganzen Tag mit ihr gequatscht, aber ihr Zug fuhr und ich wollte zum Aufbau und mitanpacken.

Typisch Blobfisch…

Bin ich zwar an der richtigen Haltestelle ausgestiegen, aber zur falschen Kirche gelaufen. Also bin ich ein bisschen durch Hamburg geirrt, hab ein paar Fotos geknipst und als ich endlich an der Location ankam, war nicht mehr viel zu tun. Ups.

Das Litcamp fand in der Sankt Katharinen Kirche statt. Die Eröffnungssession direkt im Hauptschiff der Kirche, das Buntglasfenster vor Augen und die Orgel im Rücken. Das hatte schon was – auch wenn durch die besondere Örtlichkeit leider nicht alle Räume barrierfrei oder technisch ausgestattet waren.

Ein großes Plus war definitiv das „Awareness Team“ – falls sich jemand auf dem Litcamp angegriffen oder diskriminiert fühlte, bestand jederzeit die Möglichkeit über ein Nottelefon anzurufen. Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Diskriminierung hatten so keinen Platz. Glücklicherweise kam es zu keinen solchen Vorkommnissen, wofür alle Teilnehmer*innen nochmal gelobt werden sollten.

Samstag

Samstag hieß es: Früh aufstehen, damit wir pünktlich zum Frühstück frischen Kaffee abbekamen. Über Kaffee, Verpflegung in Form von Snacks, Brötchen, Obst und Kuchen, musste man sich keinerlei Gedanken machen, denn das Buffet war jederzeit prall gefüllt. Gestärkt und nervös ging es dann zur großen Eröffnungssession, der Vorstellungsrunde und der Sessionplanung. Gemeinsam mit Jen (Jenlovetoread) würde ich eine Session über „Aktives Zuhören & Gewaltfreie Kommunikation“ halten. Der Plan quillte über von verschiedensten Ideen und interessanten Themen. Und so hatte man die Qual der Wahl… Die genauen Session-Titel habe ich übrigens vergessen, weil ich das Gedächtnis eines Goldfisches hab. Blubb.

Session 1: Sketchnotes & Gemeinsam Schreiben

Hier habe ich ein bisschen gemogelt und bin als Barbarazzi durch die Hallen geschlichen. Ich habe den Anfang und das Ende von Anias Sketchnotes Session gehört und den Großteil bei Anne Zandt „Gemeinsam Schreiben“ gelauscht. Gemeinsam Schreiben ist durchaus eine Herausforderung. Manchmal aufwändiger als alleine und doch teilt sich die Arbeit auf, denn vier Augen sehen mehr als zwei. Dann gab es auch schon Mittagessen!

Session 2: Literaturagenturen

Die zweite Session hat mich brennden interessiert, denn es ging um Literaturagenturen. Kristina Langenbuch erzählte von den Abläufen hinter den Kulissen, den Schwierigkeiten und den Vorteilen einer Literaturagentur. Man sollte immer darauf achten, was die Agenturen im Exposé wollen, ob sie gerade Aufnahmestopp haben und es schadet nicht, wenn man bereits eigene Fans und Follower mitbringt – am Ende entscheidet aber trotzdem die Qualität des Manuskripts. Im Idealfall gibt es eine Auktion und der Text wird verschiedenen Verlagen angeboten, die sich darum streiten, wer veröffentlichen darf. Das letzte Wort hierbei, hat aber immer der*die Autor*in.

Session 3: Make Rezensionen great again

Buchblogger*innen, die sich Statistiken anschauen, wissen es vermutlich bereits. Rezensionen werden nicht so gut geklickt wie andere Beiträge. Aber warum? In der Runde wurde öffentlich über verschiedene Vorliebe, Objektivität und Subjektivität gesprochen. Fazit: Langfristig führen Rezensionen Besucher*innen auf den Blog. Wichtiger als Stilanalyse oder Länge, ist der persönliche Eindruck und die Gefühle, die das Buch in einem ausgelöst haben.

Session 4: Wie Autor*innen und Bloger*innen besser zusammenarbeiten können

Bei Autor Leon Sachs gab es wieder eine Diskussionsrunde, inklusive Brainstorming. Wie können Autor*innen und Blogger*innen besser zusammenarbeiten. Natürlich die Basics: Keine Massenmails, ehrliches Interesse, Vorab-Recherche (Welches Genre?) und zeitliche Flexibilität. Gleichzeitig die Ermutigung auch Blogtouren oder Interviews mit den Charakteren anzuregen, fernab von simplen „Buch gegen Rezension“.

Session 5: Aktives Zuhören & Gewaltfreie Kommunikation

Für mich gibt es nichts Schlimmeres als wenn Charaktere in Büchern nicht miteinander sprechen. GRAH! Dabei gibt es so viel, was in der normalen Kommunikation schiefgehen kann. Jen und ich erzählten daher etwas übers aktive Zuhören und die gewaltfreie Kommunikation. Da das ganze sehr spontan war und ich zumindest ziemlich müde, weiß ich gar nicht mehr so genau, was ich alles gesagt habe. Gefühlt habe ich mal wieder alle an die Wand geschwafelt, aber Kia hat da doch eine ganz ordentliches Sketchnote hinbekommen:

Der erste Tag war geschafft! Wir sind auf der Suche nach Essbarem zu einem Croque Restaurant gefahren. Auf dem Rückweg sind Janna und ich allerdings in die falsche S-Bahn gestiegen, mussten rennen und haben es gerade so noch zur Lesung von Magret Kindermann geschafft.

Sonntag

Nachdem wir Sonntag mit Mareike bis zum bitteren Ende geblieben sind, um alles für den Sonntag vorzubereiten, sind wir morgens zombiemäßig aus dem Bett gekrabbelt. Kaffee und Concealer übernahmen das Nötige und das Serotonin vom Vortag half dabei, wieder fit zu werden.

Session 1: Pause

Ich war immer noch hundemüde. Mich haben alle Sessions interessiert, aber letztlich habe ich in der Küche Stellung gehalten, ganz tief in meinen Kaffee geschaut und Energie für die kommenden Sessions getankt. Zwar hatte ich schon lange keine depressive Phase mehr, aber ich merke, wie leicht erschöpfbar ich immer noch bin. Ich habe gelernt, auf mich selbst Rücksicht zu nehmen und eben Pause zu machen, mir Ruhe zu gönnen, wenn ich diese brauche.

Session 2: Repräsentation in der Literatur

Damals auf dem Litcamp Heidelberg habe ich die spannende Session von Laura, Kira und Alisha verpasst – nicht dieses Mal. Zuerst erklärten diese drei wunderbaren Menschen die Basics – was ist Repräsentation, warum ist es wichtig own voices zu hören und warum brauchen wir mehr Repräsentation? Daraus entwickelte sich eine angeregte Diskussion.

Session 3: Psychologie – wie, wo, was?

Auf Nachfrage habe ich meine Session vom Litcamp Heidelberg 2018 zum Thema „Psychische Erkrankungen: Realität vs. Literatur“ wiederholt. Ich hatte sogar meine Notizen dabei und habe einige Dinge erzählt, die ich in Heidelberg zeitlich nicht mehr unterbekommen habe. Zum Beispiel die erschreckende Tatsache, dass Homosexualität erst seit 1991 nicht mehr offiziell als psychische Erkrankung in den Handbüchern steht. Genau nachlesen könnt ihr das alles *hier*.

Session 4: Tropenkrankheiten

Mareikes Mama ist einfach cool, weil sie Mareike großgezogen hat. Außerdem hat sie Kuchen gebacken. Unendlich viel Kuchen. Und sie hat in ihrer Session aus dem Nähkästchen über tropische Krankheiten gesprochen. Von Lepra, Malaria, Cholera bis hin zum Loa Loa und zum Medinawurm. Richtig schön eklig und unfassbar spannend!

 

Abschlussession

Besonders schön fand ich, dass Mareike sich Zeit genommen hat allen Beteiligten zu danken. Wirklich allen. Es sorgte für viel Applaus, gute Laune und hat einem nochmal vor Augen gehalten, was hinter den Kulissen alles passiert, damit so ein Event reibungslos über die Bühne geht.

Litcamp Blues

Schnief! Das Schlimmste am Litcamp ist, dass es viel zu schnell vorbeigeht. Man hat nie genug Zeit, all die Sessions zu sehen, die man anschauen will. Kann nie ausgiebig genug mit allen kuscheln und quatschen. Und die Stadt anschauen, naja, dafür hängt man am besten nochmal zwei Tage extra dran!

Obwohl das Wochenende anstrengend war, voller Informationen, Input und minus einen Batzen Schlaf – ich könnte das öfter machen. Zum Glück gibt es im Frühjahr schon wieder ein Literaturcamp in Heidelberg!

Am meisten vermisse ich wohl Mareike, Loki und die ganzen lieben Buchmenschen. Es ist so ein harmonisches Miteinander, ein buntes, kreatives Gewusel voller Nerdigkeit. Und gleichzeitig anspruchsvoll und lehrreich. So einen Mix bekommen wohl nur die wenigsten hin.

 

Ich ziehe meinen Hut vor der wunderbaren Organisation, den lieben Leuten und einem grandiosen 1. Litcamp Hamburg!
Dankeschön!


Weitere Rückblicke:

Zu den einzelnen Sessions:

Literaturcamp Heidelberg 2018

Literaturcamp Heidelberg 2018

Letztes Jahr war ich das erste Mal auf dem Litcamp, danach war für mich klar: „Babsi, das Literaturcamp Heidelberg 2018 – da musst du wieder hin!

Gesagt, getan. An Neujahr um kurz nach Mitternacht, stellte ich mich für einen Moment an den Rand und bestellte mir fix ein Ticket. Und wie im Vorjahr auch, schwebe ich immer noch von der positiven Stimmung und der Liebe all dieser Buchmenschen um mich herum.

Außerdem habe ich meine erste eigene Session gehalten! Und nun ja, die wurde auch noch livegestreamt… Da bin ich nicht nur wegen der Temperaturen ins Schwitzen gekommen!

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Das Bild stammt von Gedankenfunken – Vielen Dank!

Übrigens habe ich dieses Jahr verhältnismäßig wenig gefilmt und fotografiert. Die Sessions in denen ich war, waren extrem fesselnd und vor lauter Quatschen und Wiedersehensfreude war auch zwischendurch nicht so viel Lust & Zeit für Blogarbeit da.

Die Anreise war anstrengend, da es ziemlich warm im Auto war und wir durch Baustellen über vier Stunden anstatt drei gebraucht haben. Zum Glück hatte ich mit Charline von Sternenbrise, Viola alias Miriam Malik und Kira wunderbare Mitfahrerinnen, sodass die Fahrt trotzdem ganz lustig war.

Ziemlich k.o. aber gespannt auf die Leute sind Charline und ich dann Freitag Abend noch zum Dezernat gegangen, haben mit den Leuten geplaudert, Slush gekostet, gemeinsam gegessen und alibimäßig noch eine Pinnwand von A nach B getragen. Dann bin ich erschöpft ins Hostelbett gefallen.

 

Meine erste Session – Psycho, oder was? Ist der Schizophrene immer der Mörder?

Wie ihr wisst, liegen mir psychologische Themen und die korrekte Repräsentation psychischer Störungen sehr am Herzen. Ich wollte eine offene Diskussion über mentale Probleme und deren Darstellungen in Büchern anbieten. Ein bisschen Fachwissen aus dem Studium und Praktikum einbringen und über Erfahrungen reden. Dass sich dann so viele Leute meldeten, dass meine Session als erste im großen Leipziger Buchmesse Saal stattfand und auch noch LIVE gestreamt wurde, hat mich total umgehauen (Hätte ich das geahnt, hätte ich Donnerstag Abend weniger Sims gespielt und ein bisschen mehr für eine feste Struktur geplant 😉 ).

Auf dem Litcamp tummeln sich allerlei Leute und psychische Erkrankungen wie Depressionen finden sich vor allem unter Künstlern. Zusätzlich gibt es allerlei Bücher, die alkoholkranke Ermittler, schizophrene Serienkiller und andere Stereotype zeigen und ein ganz falsches Bild vermitteln.

#ausderklapse

Unter anderem saß Uwe Hauck im Publikum, der selbst an Depressionen leidet und auch ein Buch über seine Klinikerfahrungen geschrieben hat (außerdem hat er mit seiner Petition dafür gesorgt, dass Söders geplantes Psychiatriegesetz entschärft wurde!). Auch die liebe Katri redete offen über ihre Schizophrenie und es entstand eine lebendige Diskussion, die Zeit verging wie im Flug und mir blieb kaum Zeit nervös rumzustottern. Ich habe persönliche Erfahrungen mit Anekdoten aus Praktika und Uniwissen gemischt. Dabei habe ich versucht, ein bisschen in die Tiefe zu gehen, aber trotzdem einen allgemeinen Überblick zu geben.

 

Zwar konnten in der kurzen Zeit bestimmte Themen nur angeschnitten werden (für jede psychische Erkrankung ließen sich zahlreiche Sessions gestalten), aber ich glaube es war ein ganz guter erster Überblick. Wenn das Video online geht, werde ich auch nochmal einen Blogbeitrag als Zusammenfassung schreiben, denn es war doch etwas sprunghaft.

Trotz meiner Nervosität und dem umfangreichen Themenkomplex bekam ich ganz viel liebes Feedback und Uwe hat mir sein Buch geschenkt und signiert. Vielen Dank für die aktive Beteiligung und die positive Rückmeldung!

Lasst uns weiter offen über psychische Krankheiten reden, Vorurteile abbauen und Stigmata abschaffen!

Engelchen

Direkt nach meiner Session hatte ich mich als Engelchen eingetragen. Das war ganz gut, um runterzukommen. Nach so viel Aufmerksamkeit brauche ich als introvertierter Mensch oft eine Pause. Es war total schön mit den anderen zu plaudern und ich habe gerne geholfen – nicht nur, weil es eine tolle Veranstaltung ist, sondern weil ich diesmal weder beim Auf- noch beim Abbau groß helfen konnte. Ich habe gemerkt, dass es mich diesmal mehr Energie gekostet hat, mit den Leuten in Kontakt zu treten als letztes Jahr.

Deswegen habe ich mich am Nachmittag auch etwas zurückgenommen mit Sessions und Gesprächen und konnte leider nicht so da sein, wie ich es gerne gewesen wäre. Ich hätte am liebsten noch mit viel mehr Menschen ausführlicher gesprochen als der Smalltalk, den es letztlich gab, aber mir fehlte einfach die Energie dazu. Nachdem ich etwas Kraft bei Kaffee und Kuchen getankt hatte, bin ich zu Rachel gegangen, deren Session ich keinesfalls verpassen wollte.

(c) Stehlblüten

Emotionaler Missbrauch in YA/NA

Die liebe Rachel hat eine sehr aktuelle Debatte aufgegriffen und klärte in ihrer Session über emotionalen Missbrauch, toxische Beziehungen usw. in der Literatur auf. Welche Anzeichen gibt es, welche Beispiele, wo liegen die Grenzen? Das ganze als Beitrag könnt ihr hier nachlesen, die Session wurde auch aufgezeichnet.

Ein wichtiges und brisantes Thema, das leider oftmals mit Worten wie „Das sind doch nur Geschichten“ oder „Wenn mans nicht mag, muss man es doch nicht lesen“ unter den Tisch gekehrt wird und immer noch an junge Leser*innen vermarktet werden, die diese Differenzierung oftmals noch gar nicht richtig vornehmen können. Zumal der Buchmarkt in letzter Zeit nicht aus einer bunten Mischung im Bereich Romance sondern hauptsächlich aus fragwürdigen, toxischen Beziehungen mit ungleichem Machtverhältnis bestand.

Problematisches Verhalten in Büchern ist ein Thema, das ich hier bereits angesprochen habe. Vielleicht sind einige genervt von der Diskussion – aber es ist wichtig und weiterhin notwendig, dieses Thema im Gedächtnis zu behalten und unser eigenes Lese- und Konsumverhalten zu beobachten. Nur so können wir verhindern, dass solche Bücher verharmlost werden und in der Jugendromantikabteilung stehen.

Spieltheorie

Dass Maggo super interessante Ansätze hat und gut vor Leuten reden kann, hat er bereits beim letzten Litcamp bewiesen. Da ich sehr müde war und eine Pause brauchte, habe ich leider nur die zweite Hälfte der Session mitnehmen können. Da ging es dann um das Thema „Regeln brechen“ – auch Verbrecher haben einen gewissen Verhaltenskodex und nur weil man etwas klaut, denkt man sich bei der nächsten Gelegenheit nicht „Ach, ich hab ja schon mal gegen das Gesetz verstoßen, jetzt kann ich auch morden!„. Ich kann von Maggo, dem Plotter-Experten, immer wieder etwas mitnehmen und werde mir die ganze Session auf jeden Fall nochmal als Video anschauen.

Lasagne~

Auch wenn es diesmal am Samstag sogar auf dem Litcamp Essen gab, hatten wir geplant den preisgünstigen Imbiss aufzusuchen, der uns im Jahr zuvor positiv mit Pizza und Nudeln überrascht hat. Entspanntes Plaudern bei einer kühlen Cola und einer leckeren Lasagne. Vor lauter Schlemmen haben wir fast die Nachtsessionplanung verpasst…

Foto von Elenor Avelle

Nachtsessions

Neben Suses wundervollem Cover & Rezensionsgruselkabinett sorgte auch die Session von Erik, in der man den Urheber einiger Litcamp Tweets erraten musste, für viel Gelächter und eine wunderbare Stimmung. Herrlich!

Nachdem ich am Freitag Abend bereits mit einer lustigen Runde „Werwolf“ gespielt habe, wollten Bianca – mein liebstes Krawallhuhn – und ich auch abends einige Spielerunden anbieten. Viele Leute gesellten sich zu uns und es wurde gefiebert, wer nun Werwolf, Hexe oder kleines Mädchen sei. Als Erzählerin ist es sehr spannend, da ich alle Rollen kenne und mitfiebere, welche Seite sich geschickt genug anstellt, um am Ende als Sieger hervorzugehen. Nach mehreren Runden war ich dann doch etwas k.o. und es kamen Stilblüten wie „Alle Bauern öffnen die Augen… oh!“ (dann wüssten alle, wer die Spezialrollen sind…) und „Die Werwälfe schlafen auf!“ zustande. Es waren total lustige Runden!

Anschließend gab es noch Umtrunk unten beim Zelt und neben netten Gesprächen, Glitzertattoos von Benni und Singstar zuschauen bin ich dann früh ins Hostelbett gehuscht, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Litcamp-Sonntag

Der Sonntag startete für mich etwas früher, denn ich war um 9 Uhr mit Benjamin Spang verabredet ( Nicht die Art von Verabredung, ihr Schlingel! 😉 ).

Wir haben ein Videointerview für seinen Roman „Blut gegen Blut 2“ geführt. Ein bisschen müsst ihr euch noch gedulden bis ihr das Interview zu sehen bekommt.

Humpeln, flanieren, stolzieren

Nach einer kurzen Stärkung mit Kaffee und leckeren Aufstrichen von Teekesselchen ging es schon los mit der Session Planung und wie immer hatte man die Qual der Wahl. Ich entschied mich für die Improtheater-Session von Jana „Charaktere (er)leben“.

Anhand Übungen und Regeln des Improtheaters durften wir beim Raumlaufen in verschiedenste Charaktere schlüpfen, die sich wie von selbst entwickelten, wenn man sich eine Kugel in einem bestimmten Körperteil vorstellte. Eine positive und heitere Session, die zeigt, wie das Körperliche Charaktere beeinflussen kann. Immer wieder eine super Inspiration für Charaktermerkmale und mehr „Show, don’t tell“.

Danach gab es Mittagessen und ich fühlte mich wieder etwas schlapp und ließ eine Session ausfallen, um mich etwas auszuruhen, Slush zu schlürfen und Leute zu knipsen.

(c) Stefanie Walther
(c) Jürgen Albers

Nach Hause…

Viel zu schnell war es auch schon wieder vorbei. Zusammen mit der lieben Nora & der lieben Alisha haben wir von 14-16 Uhr Engelchen gespielt. Die verpassten Sessions sind zwar immer schade, aber die Gespräche am Engelstisch und die Begegnungen sind auch schön – und zumindest ein paar Sessions werde ich ja live nachschauen können. Nora und ich sind dann noch als Engelchen durchs Publikum geflattert und haben Spenden eingesammelt – vielen Dank!

(c) Sternenbrise

Zum Abschluss bin ich dann noch mit Zippi, Benni, Jill, Christian und vielen anderen lieben Menschen ins Moe’s zum Burger Essen und Milchshake schlürfen gegangen. Es war ein total schöner Abend, auch wenn ich ein schlechtes Gewissen hatte, nicht beim Abbau geholfen zu haben.

Nachwehen

Dann habe ich Viola und Charline ins Auto gepackt und wir haben Heidelberg mit einem Tränchen im Auge hinter uns gelassen. Zum Glück war die Heimfahrt wesentlich kühler und entspannter und zuhause bin ich nach einer Dusche direkt ins Bett gefallen.

Ich vermisste am nächsten Tag direkt die offene, liebe Atmosphäre,die tollen Menschen. Dieses Jahr hatte ich irgendwie nicht so viel Energie und konnte nicht mit allen Leuten reden, mit denen ich mich eigentlich ausgiebig unterhalten wollte. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich kann gar nicht allen Leuten gerecht werden und ihnen so viel Zeit und Aufmerksamkeit schenken, wie ich gerne würde. Ich hoffe, dass es mir nächstes Jahrbesser geht und ich wieder voll dabei sein kann!

Vielen Dank an all die lieben Menschen, die Orga und alle, die das Litcamp wieder möglich gemacht haben!

 


Weitere Beiträge, Rückblicke und Zusammenfassungen:

 

Babsis #Litcamp17 Rückblick

Babsis #Litcamp17 Rückblick

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Mit Eva @variemaa und Nora @ElenorAvelle

Literaturcamp in Heidelberg

Am 25.06.2017 und 26.06.2017 fand das zweite Literaturcamp in Heidelberg statt. Genauer gesagt in den Räumen des Dezernat 16, einer alten Feuerwache in der Nähe des Hauptbahnhofes.

DSCN8322Die Sessions im größten Raum wurden außerdem aufgezeichnet und auf dem offiziellen Youtube Kanal des Literaturcamps hochgeladen. Das Ganze wurde ermöglicht durch Livestream-Watch.

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Valentin Bachem war fleißig unterwegs um Fotos zu schießen, schaut euch unbedingt die tollen Schnappschüsse an.

 

Hier berichte ich über meine liebsten Sessions:

Zusammen mit der lieben Rena und der lieben Julia habe ich übrigens eine Session zum Thema Autorengesundheit gehalten. Unter anderem kamen Themen vor wie man den inneren Kritiker wegscheucht, wie man mit Rückschlägen umgeht usw.. Auch die liebe Nicole Neubauer hatte eine ähnliche Session gehalten, in dem sie durch die Beschwörung eines hauseigenen Patronus den Kritiker/Dementor ganz flix wegzaubert.

Mir hat vor allem die Session von Kathrin von be_ebooks zum Exposé geholfen, da mein Manuskript gerade in der Überarbeitung ist und ich mich bald daran machen möchte, es bei Verlagen einzureichen. Ich wusste z.B. nicht, dass es durchaus gewünscht wird überhaupt Vergleichstitel zu nennen à la „Mein Buch könnte Lesern von Kim Harrisons Blutspur-Reihe gefallen“. Sie hat es auf jeden Fall geschafft, mir die Angst vor diesem Schritt zu nehmen und nach den Klausuren und dem Umzug, werde ich mich wohl an die Arbeit machen!

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Ich durfte mir mit der lieben Jana Tomy ein Zimmer teilen und habe am Sonntag ihre Session „Charaktere (er)leben“ besucht, die Improtheater und Charaktererstellung vereint. Im Raumlauf sollten wir uns vorstellen, welche Körperteile schwer sind, wie man als Tier läuft und wie unsere Charaktere laufen und anderen begegnen würden. Dabei musste man nicht nur die Gangart imitieren sondern durfte auch am eigenen Leib erfahren, wie ebendas auf den Charakter wirkt. Wenn ein Charakter selbstbewusst läuft, muss er noch lange nicht selbstbewusst sein. Ich konnte tolle Impulse und Anreize für mich mitnehmen.

Außerdem hatte ich die Ehre nicht nur die Session der fabelhaften Bianca aka Literatouristin zu besuchen, wir sind auch gemeinsam mit anderen abends auch noch durch Heidelberg gezogen und haben eine köstliche Männermilch im Thanner getrunken. Während der Session haben wir in der Runde fleißig gebrainstormed was für Beiträge und Möglichkeiten es gibt, den eigenen Blog zu pimpen und ihn zu etwas Besonderem zu machen. „10 Dinge, die Autoren niemals sagen würden“ – und Nummer 2 wird dich überraschen! Dabei war besonders der Appell laut: „Seid kreativ, traut euch und schreibt auch seltsame Gedankengänge und Ideen auf!“ – ob man danach auf veröffentlichen klickt oder nicht, die grauen Zellen sind in Schwung gekommen.

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Als bekennendes Benjamin Spang Fangirl musste ich natürlich auch seine Session zum Thema Crowdfunding besuchen. Dabei konnte man wieder mal merken, wie viel Arbeit hinter so einer Kampagne steckt, wie viel Mühe, Herzblut und Liebe – und dass es weniger um das Geld geht als darum das eigene Projekt zu verwirklichen. Benni hatte viele hilfreiche Tipps parat. Die Kampagne sollte früh bekannt gegeben werden und nicht zu lange dauern. Reizvolle Dankeschöns, liebevolle Mails an Blogger und mögliche Unterstützer sowie ein seriöses Marketing gehören zu dem ganzen aufwendigen Paket namens Crowdfunding.

Eva-Maria Obermann hielt eine Session wie Blogger*innen sich professionalisieren und was Buchblogs mit Literatuwissenschaften gemein haben. Dabei kam nicht nur eine Liste mit Leuten zustande, die eine LitWi-Blogparade machen wollen, sondern es gab auch interessante Anekdoten, Beispiele und konkrete Ideen, wie man Themen aus der Literaturwissenschaft auf dem eigenen Blog aufarbeiten kann. Dazu muss der Beitrag nicht perfekt wissenschaftlich sein, sich z.B. mit Stereotypen oder bestimmten Motiven genauer auseinanderzusetzen, ist bereits ein interessanter Schritt. Durch solche Themen haben nicht nur Leser mehr davon, sondern auch der eigenen Blog wird womöglich Leute anlocken, die vielleicht sogar Literaturwissenschaften studieren – und wer weiß, vielleicht wird euer Blogeintrag demnächst im Vorwort einer Bachelorarbeit zitiert?!

Außerdem wohnte ich einer spannenden Diskussion zum Thema Digitalisierung von Janet Clark bei.
Bastian von MeinVerlag2020 machte deutlich, wie wichtig es ist, seine Zielgruppe zu kennen und sich auch fernab des Buchbereichs zu vernetzen.
Maggo, der beste Pen&Paper Leiter überhaupt, verzückte das Publikum mit seiner Karamell-Frapuccino-Stimme und brachte uns seine kreative Herangehensweise an den Weltenbau nahe.
Anna von inkofbooks erklärte, wie man den eigenen Blog persönlicher gestalten kann und wie man einen Wiederkennungswert schafft. Ihre Session „Lebe deinen Blog“ hat sie auch auf ihrem Blog nochmal zusammengefasst.

Abends unterhielt uns die liebe Susanne Kasper von literaturschock mit den witzigsten Buchcovern, den skurrilsten Ratgebern und einigen wirklich hilfreichen Rezensionen.

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Einhorn – Insel von Ruhe und Regebogen in Dezernat16 Farben

Es gab so viele interessante Runden, Workshops und Sessions, dass es wirklich schwierig war, sich zu entscheiden. Man wünschte sich einen Zeitumdreher oder die Fähigkeit sich zu vervielfältigen. Und in jeder Session konnte ich doch das ein oder andere Bisschen für mich mitnehmen.

Für mich war mein zweites Literaturcamp und das erste Mal in Heidelberg ein absolutes Highlight. Eine angenehme Atmosphäre, spannende Sessions und das alles im Rundum-Sorglos-Paket: Slushies, Kaffee, Getränke und köstliches veganes Catering, Sonnencreme, ein Pool für die Füße, kostenlose Kinderbetreuung, Hunde zum Streicheln, Sofas,  ein Ruheraum, bunte Pfeile zur Orientierung, ein aufblasbares Einhorn – für all diese Dinge wurde gesorgt. Einfach nur wow.

Dafür ein großes DANKESCHÖN an alle Beteiligten, die dazu beigetragen haben. Zwischen den spannenden Sessions gab es wunderbare, lockere Gespräche und nirgends fühlte man sich unwillkommen. Große Autoren neben absoluten Neulingen im umgezwungenen Plausch bei Tschunk.

Natürlich, an manchen Punkten könnte man vielleicht noch ein bisschen optimieren. Und wahrscheinlich wird man es nie allen Recht machen können, aber für mich war es wieder ein wundervolles Spektakel voller neuer Eindrücke, toller Kontakte und lieber Menschen.

Ich bin totmüde, aber motiviert und voller Freude nach Hause gefahren. Mein Herz und meine Gedanken hängen immer noch ein wenig vor dem Dezernat in der brütenden Sonne herum und lassen den Blick verträumt über die Menschenmenge schweifen.

Vielen vielen Dank an alle, die dabei waren, die mitgemacht haben, die sich beteiligt haben, die geholfen haben und alle, die da waren. Ich habe ein unvergessliches Wochenende in Heidelberg verbracht und freue mich schon aufs nächste Jahr!

Weitere Impressionen:

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Ein großes Danke auch an die lieben Sponsoren, ohne die das Litcamp nicht möglich wäre:

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Rückblick: Das Literaturcamp Bonn 2017

Rückblick: Das Literaturcamp Bonn 2017

Tut mir leid, dass ich in letzter Zeit kaum längere, vernünftige Beiträge für den Blog verfasse und nur ganz dröge meine Videos ohne Kommentar verlinke. Ich gelobe baldige Besserung! (Ich habe einige Themen, über die ich noch schreiben möchte, aber die Muße ist gerade im Urlaub)

Auch für das Literaturcamp in Bonn habe ich ein paar Fotos und Aufnahmen gemacht. Dennoch gibt es noch ein paar Worte von mir direkt unter dem Video. 😉

Aktuell genieße ich eine kleine Auszeit bei meinen Eltern und meinem Kater und traumhaften Wetter und lasse mir die Sonne auf den weißen Bauch scheinen. Das Wochenende war ich auf dem Literaturcamp in Bonn – mein allererstes Barcamp.

Ich wusste zwar, dass ich zumindest drei Leute aus meinem Verein BartBroAuthors treffen würde und so nicht ganz allein sein würde, aber ich war trotzdem nervös.

Neue Menschen, spontane Workshops, Vorträge und Diskussionen? Da geht mein introvertierter Popö auf Grundeis! Generell habe ich keine Probleme mit sowas, aber ich weiß gerne, was mich erwartet. Aber dank dem vielversprechenden Glückskeks im Hotel und der angenehmen Stimmung in der Bonner Innenstadt fühlte ich mich ermutigt.

Früh morgens habe ich dann die liebe Jana vom Bahnhof abgeholt und zusammen machten wir uns dann auf. Wir wurden sofort freundlich begrüßt und im Foyer tummelten sich schon einige Literatur-Menschen, die alle noch etwas ruhig waren und auf Kaffee warteten. Dann ging es los. Ich war total gespannt und freute mich total, einige bekannte „twitter Namen“ auf den schicken Umhängeschildern zu lesen und nun endlich ein Gesicht zu vielen Leuten zu haben. Andere kannte ich gar nicht, aber mein vierter (oder fünfter?) Name wäre nicht Barbarazzi, wenn ich nicht sofort auf twitter und Facebook nachgeschaut hätte!

Die Vorstellungsrunde zog sich ein wenig und danach ging es zur Sessionplanung! Und zack war da eine Riesenschlange von Leuten mit tollen Ideen und Themen, sodass ich mir gar keine Sorgen machen musste, auch vor einer Gruppe zu sprechen, die mich als angehende Autorin mit meinen 23 Jahren und keinem einzigen zu Ende geschriebenen Buch, überhaupt nicht ernst nehmen würde. Es gab so viele tolle Sessions, dass ich mich oft ärgerte, nicht den praktischen Zeitumkehrer von Hermine aus Harry Potter 3 zu besitzen. 🙁 Meine persönlichen Highlights waren jedoch die Vorträge zum Vorlesen von Almut Schnerring und die interaktive Runde für Netzwerken für Autoren von Jasmin Zipperling (und das liegt nicht daran, dass ich Angst vor ihrer Schere hatte oder mit Kinderschokolade bestochen wurde…).

Es hat jedenfalls unfassbar viel Spaß gemacht und mir gefiel die freundliche, entspannte Stimmung sehr gut. In den Pausen habe ich es leider nicht geschafft, mit allen Leuten zu quatschen, die ich auch anquatschen wollte. Und nach dem langen, aber spannenden Tag bin ich kurz in den Hotelpool und dann einfach ins Bett gefallen.

Auch den ganzen nächsten Tag war ich noch geflasht von den vielen Eindrücken und bin Zucker- und Koffeinvorräte auffrischend von einem Sitzplatz im Zug zum nächsten gewandert.

Danke an alle, die dabei waren und das Event möglich gemacht haben! Ich bin vollauf begeistert und hoffe, viele weitere Litcamps besuchen zu können.

p.s.: Ja, ich hab noch kein Ticket für Heidelberg und ja, ich liege auf der Lauer wie ein hungriger Tiger!

Übrigens gibt es noch weitere, ausführliche und tolle Blogbeiträge zum Litcamp! Hier lang: