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[Rezension] Najaden: Das Siegel des Meeres von Heike Knauber

[Rezension] Najaden: Das Siegel des Meeres von Heike Knauber

Heike Knauber: Najaden – Das Siegel des Meeres

Najaden? Meerwesen? Count me in!
Schon als ich das Buch in der Verlagsvorschau gesehen habe, war ich richtig heiß darauf und habe es gleich als Rezensionsexemplar angefragt. Vielen Dank nochmal an den blanvalet Verlag, dass ihr es mir zugeschickt habt.
Eigentlich wollte ich das Buch bereits im Juni beendet haben. Da im Juli der Mastertest anstand, habe ich mir die letzten 50 Seiten aber für danach aufgehoben, weswegen die Rezension erst jetzt erscheint.


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  • Autorin: Heike Knauber
  • Titel: Najaden – Das Siegel des Meeres
  • Verlag: Blanvalet Verlag
  • Paperback: 15€ | Ebook: 11,99€  (608 Seiten)
  • auf amazon* kaufen

Worum geht’s?
Die Sultanssöhne Sayaf und Khayam erobern im Namen ihres Vaters Länder und Inseln. Immer auf der Suche sind sie dabei nach einem Siegel des Meeres, mit dem sie die Dürre und das Sandmeer aufhalten können, das ihre Ländereien langsam verschluckt. Sie vermuten es beim Oberhaupt einer Gilde und entführen dessen Familie, darunter auch die junge Meliaé. Gleichzeitig versucht der Fürst der Najaden (im Wasser lebende magiebegabte Gestaltwandler) sie zu retten. Doch Abu Sayaf ist ungewöhnlich sanft zu Meliaé und auch, wenn sie versucht ihn zu hassen, verspürt sie eine gewisse Faszination ihm gegenüber. Doch Meliaé verbirgt ein Geheimnis, von dem nicht einmal sie etwas weiß – und es könnte die Welt ins Chaos stürzen…


Meine Meinung:

 

Meerjungfrauen? Magie? Fantasy? Das klingt nach einer perfekten Mischung für mich! Und schaut euch mal das schöne Cover an! Bisher haben mich leider die meisten Bücher mit Thema Meerwesen, Nixen, Najaden maßlos enttäuscht. Nicht so Heike Knaubers orientalisch angehauchtes Fantasy Abenteuer!

Zugegeben, als die Geschichte beginnt ist Meliaé noch ein junges Mädchen und der Umgang mit dem älteren Abu Sayaf war etwas befremdlich. Aber zum Glück gelingt es Heike Knauber die Geschichte immer dann herumzureißen, wenn man befürchtet in ein seltsame Romantasy Klischees zu stürzen. Bevor es also pädophil gruselig werden kann, gibt es einen Zeitsprung, sodass Meliaé in der zweiten Hälfte des Buches alt genug ist.

Generell hat mir an dem Buch sehr gut gefallen, dass es zwar gewisse Klischees oder Motive aus der griechischen und orientalischen Mythologie übernimmt, z.B. die Dschinns, Zentauren oder die Najaden, aber etwas ganz Eigenes schafft. Wer zähennägelaufrollende, toxische Romanzen und ein Stockholm Syndrom erwartet, wird – der Autorin sei dank – beim Lesen eines Besseren belehrt. Denn auch wenn die Beziehung von Abu Sayaf und Meliaé sehr komplex ist und es ein schief hängendes Machtverhältnis gibt, driften wir nicht in eine missbräuchliche Richtung ab. Grenzen werden gewahrt und die Beziehung der beiden wandelt sich auf eine nachvollziehbare Weise von einer anfänglichen Feindschaft zu einer Art Zweckbündnis. Vielleicht sogar zu mehr? Immer wenn ich dachte gleich wird es romantisch-kitschig, kam etwas dazwischen – ein richtiger Kracher, der die Geschichte nochmal in eine andere Richtung gedreht hat.

Es waren keine harten Plottwists, die die Story komplett auf den Kopf stellen, aber spannende Wendungen, die man an der Stelle nicht erwartet hätte. In diesem Buch läuft vieles schief, Pläne gehen nicht auf und neue Konfliktparteien treten auf. Das hat dafür gesorgt, dass das Buch durchgehend spannend war und man auch bei 608 Seiten nicht müde geworden ist.

Schöne Sprache!

Auch Heike Knaubers Schreibstil überzeugt. Wortgewandt, mit vielen Details und liebevoll beschreibt sie ihre Welten, ihre Charaktere und zeichnet eine ganz besondere Welt. In meinem Kopf sind Schlachtschiffe und Paläste entstanden, raubeinige Krieger, reichbeschmückte Fürsten und die kämpferische Meliaé. Auch wenn meiner Meinung nach das Wort „schakalköpfig“ noch ein paar mal hätte gestrichen werden können. 😉

Sowohl die ruhigeren und romantischen Momente, als auch die grausamen und actionreichen Szenen wurden in einem passenden Tempo erzählt. Ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte eine sehr gute Balance hatte. Ein bisschen seichte Flussfahrt, bevor die nächsten Stromschnellen kommen.

Das Ende kam dann doch etwas abrupter und obwohl es actionreich war, war es mir fast ein wenig zu chaotisch. Außerdem betrübt mich der Ausgang ein bisschen, wenngleich man ja vielleicht auf weitere Geschichten aus der Welt warten darf? Jedenfalls würde ich spoilern, wenn ich mehr dazu sage!

Kleine Meerjungfrau?

Wir lernen Meliaé als junges Mädchen kennen. Behütet, naiv, sturköpfig. Aber auch besorgt, liebevoll und emotional. Durch den Zeitsprung erfahren wir jedoch auch von der fürsorglichen, erwachsenen Meliaé, die wesentlich berechnender und entschlossener ist. Eine tolle Charakterentwicklung, auch wenn sie mir manchmal fast ein wenig ZU aufopferungsvoll und sozial gegenüber anderen war.

Abu Sayaf, der jüngere Sultanssohn, ist ein vielschichtiger Charakter, der mir sehr gut gefallen hat. Seine Verpflichtungen, seine Gefühle, seine Erziehung und viele Dinge spielen in seine Handlungen und seinen Entwicklung mit ein. Er ist durchaus wohlwollend und freundlich, kann aber auch hart und entschlossen sein. Ich mochte die Graustufen und weil ich ihn mir ein bisschen wie Jason Momoa vorgestellt habe, war ich doch ein wenig verschossen in ihn.

Miltiades, der Najaden Fürst, agiert eher im Hintergrund, ist ein kühler Kopf und wirkt sehr geheimnisvoll, da wir nicht so viel über ihn erfahren. Ich muss sagen, ich fand ihn wahnsinnig interessant und hätte gerne mehr über ihn erfahren. In anderen Situationen wollte ich ihm aber auch einen Ziegelstein über den Kopf ziehen.

Das Buch hat durchaus grausame, gewalthaltige und düstere Szenen, als auch Sex, Krankheiten und Verderben. Ich liebe „erwachsene“ Fantasy, da ich mich an den Jugendfantasybüchern mit rosaroter Kitschbrille satt gelesen habe. Dennoch sollte man wissen, dass dieses Buch kein blubberfrohes Kleine-Meerjungfrauen-Abenteuer ist, sondern durchaus düstere und ernste Themen hat.

 

Mein Fazit:

Für mich war „Najaden“ ein absoluter Glücksgriff! Leseurlaub an Bord eines Schiffes, das sowohl schöne Strände als auch gefährliche Wasser besegelt hat. Spannung, Romantik, Dramatik – alles hat sich angenehm abgewechselt, die fantastischen Elemente und Wendungen waren gut eingesetzt. Der Schreibstil war gut und ich möchte unbedingt mehr von Heike Knauber lesen! Ich bin rundum zufrieden. So schreibt man gute Meerwesen-Bücher!

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Die Götter von Asgard von Liza Grimm

[Rezension] Die Götter von Asgard von Liza Grimm

Jennifer aka Liza Grimm ist einfach so eine sympathische, quietschbunte Frohnatur. Ich habe auf dieses Buch hingehyped und konnte letzten Endes nicht auf das Taschenbuch warten, ich MUSSTE das Ebook haben! Wie ihr vielleicht wisst, bin ich ein großer Fan von Jennis Kanal und ihre Projekten. Ihre fröhliche und offene Art haben es auf der FBM 2017 auch ganz einfach gemacht, mit ihr ins Gespräch zu kommen – auch wenn ich ganz dolle Herzklopfen hatte. 😀 Ich werde aber versuchen, das Buch so objektiv wie möglich zu bewerten und nicht minder streng zu sein als mit den anderen Büchern.


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Liza Grimm – Die Götter von Asgard

  • Titel: Die Götter von Asgard
  • Autorin: Liza Grimm
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: (Urban) Fantasy, nordische Mythologie
  • Ebook*: 4,99€ (Einführungspreis)  | Taschenbuch*:  12,99€ (ab 01.03.2018)

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Worum geht’s?
Die Studentin Ray ist ziemlich unzufrieden mit ihrer aktuellen Situation. Als die geheimnisvolle Kára ihr also die Möglichkeit eröffnet, in eine andere Welt hineinzuschnuppern, überlegt Ray nicht lange. Dass damit Asgard, nordische Götter, Thor, Loki, Odin, Walküren, Nornen und Tyr gemeint sind – damit hat Ray jedoch nicht gerechnet. Plötzlich ist sie jedoch mittendrin in einer alten Prophezeihung. Denn das Erscheinen eines neuen Helden soll das Ende der bekannten Götterwelt bedeuten. Ray soll genau diese Heldin werden und gerät damit zwischen die Fronten und muss sich auf eine abenteuerliche Reise durch verschiedene Welten begeben, die von märchenhaften, aber auch gefährlichen Kreaturen bevölkert wird.

Wie immer alles spoilerfrei. <3

Meine Meinung:

Nordische Mythologie ist sehr cool und vor allem Dank den Marvel Comics wieder voll im Trend. Dass wir uns in diesem Buch aber nicht nur auf die plakativen Brüder Loki und Thor konzentrieren, merken wir gleich zu Beginn als die Nornen den Schicksalsfaden spinnen. Dann schwenken wir zur nichtsahnenden Ray, die einem gleich sympathisch ist, weil in ihrem Leben eben nicht alles perfekt läuft und sie ganz normale Probleme und Sorgen hat. Deswegen ist es zwar etwas überraschend, aber durchaus verständlich, dass sie einwilligt, mit der fremden Kára nach Berlin zu gehen.

Ab dann geht es Schlag auf Schlag und Ray und uns als Lesern bleibt kaum Gelegenheit zu verschnaufen. Loki, Tyr, Walküren – wir nehmen alles mit. Mal mit Verwirrung und Gefahr, dann wieder mit etwas mehr Humor. Nach dem turbulenten Anfang blieb die Spannung für mich im Mittelteil manchmal etwas auf der Strecke. Für meinen Geschmack hätten gewissen brenzlige und gefährliche Szenen noch mehr ausgereizt werden können bzw. gravierendere Nachwirkungen haben können. Ray hat das Meiste doch ganz gut weggesteckt und viele Konflikte wurden rasch wieder gelöst. Die Krux an Prophezeihungen ist, dass man eben ungefähr weiß, was den Protagonisten bevorsteht und dass sie diese vermutlich erfüllen. Das gibt uns als Leser eine Sicherheit, die manchmal die Spannung etwas dämpft, da wir wissen, dass ein Ereignis vermutlich glimpflich ausgeht. Es ist schwer, da noch große Unsicherheiten zu erzeugen, das weiß ich.

Mir haben deswegen gerade die Szenen mit den Hexen, Nixen und Werwölfen gut gefallen, da sich hier gezeigt hat, wie bedrohlich die übernatürliche Welt sein kann. Ich bin eben ne olle Horrortante, sowas mag ich. Manche Sorgen und Zweifel wurden zu schnell zerstreut, manche Mysterien hätte man ruhig ungeklärt lassen können. Ein paar wenige Stellen waren mir – trotz Göttern und Heldensagen – auch ein bisschen zu dramatisch-pathetisch. Für die Romantik hätte ich mir hingegen noch ein oder zwei zusätzliche Szenen gewünscht, um Intimität zu erzeugen und die Zuneigung jenseits von gemeinsamen Kampfszenen zu intensivieren.

Gegen Ende hin wurde es wieder flotter, spannender, gefährlicher und das gefiel mir gut. Auch, dass Elemente ganz vom Anfang des Buches wieder aufgegriffen wurden! Sowas zeugt einfach davon, dass Charaktere und die Welt gut durchdacht sind.

Ray hat mir als Protagonistin gut gefallen – sie war ein bisschen naiv, geflasht, dann misstrauisch, mal ängstlich, mal mutiger. Manchmal wirkte sie ein bisschen wankelmütig, gegen Ende wurde sie immer selbstsicherer. Dafür, dass mir manche Szenen im Hauptteil nicht ausreichend bedrohlich waren, war das am Ende fast schon ein bisschen zu mutig. Aber sie hatte ja auch Unterstützung. Auch, dass sie sich recht schnell verknallt hat, war mir ein bisschen zu plötzlich? Große Pluspunkte gab es aber für ihr großes Herz, ihre Sturheit und Gewieftheit.

Kára, die Walküre, ist eine liebenswürdige, kluge und starke Frau und holte gleich eine Menge Sympathiepunkte. Sie glaubt von der ersten Sekunde an daran, dass in Ray mehr schlummert und begegnet ihr mit viel Geduld.

Loki, wie die Autorin ihn darstellt, ist ein liebenswürdiger Schelm. Ein gewiefter und hinterlistiger Geck, der gerne Spaß auf Kosten anderer hat und dabei trotzdem irgendwie sympathisch bleibt.

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Tyr ist ein heldenhafter Gott zum Anschmachten. Er blieb für mich leider neben Thor einer der blasseren Charaktere, auch wenn man ihn aufgrund seiner freundlichen und geduldigen Natur ins Herz schließen musste!

Generell muss ich ein großes Lob dafür aussprechen, wie die Götter einerseits aufgrund ihres Wissens und ihrer Fähigkeiten erhaben waren, andererseits aber sehr liebenswürdig wirkten, weil ihnen auch Missgeschicke passiert sind und sie eben nicht gegen alles immun waren. Als Loki in eine Tür gerannt ist, musste ich losprusten, das war so schön unerwartet! Das Buch hebt sich durch die teils ulkige Stimmung angenehm von anderen pathetisch anmutenden Heldenreisen aus dem Fantasygenre ab.

Liza Grimms Schreibstil lässt sich wunderbar flüssig lesen. Die Beschreibungen sind malerisch und magisch. Nur manchmal waren die Formulierungen etwas dramatischer als sie hätten sein müssen. Viele kleine Anekdoten sorgten für Schmunzeln und es ist Liza ganz wunderbar gelungen, Ray und ihre Gedanken darzustellen.

Das Ende ist definitiv interessant und bietet Raum für Fanfiction, Spekulationen und vielleicht weitere Geschichten aus diesem Universum? Ich freu mich auf mehr Märchenhaftes von Fräulein Grimm. 😉

Fazit:

Nicht alle Aspekte des Buches haben mich vollkommen überzeugen können, aber ich hatte unglaublich Spaß beim Lesen und durfte mit Ray und den Göttern von Asgard ein tolles Abenteuer bestreiten und nebenbei viel über die nordische Mythologie lernen. Ich glaube, das Buch ist wunderbar auch für jüngere Leser geeignet. Für meinen Geschmack hätte es an manchen Stellen ruhig noch ein bisschen düsterer zugehen dürfen. Von mir bekommt das Buch aufgrund einiger kleiner Kritikpunkte 4 Seesterne!

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p.s.: Bluebert, der Blobfisch, war extrem angetan von der Nixe.

Weitere Stimmen zum Buch:


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[Kurzrezension] Haruki Murakami & Stephen King

[Kurzrezension] Haruki Murakami & Stephen King

Hallo meine Lieben, normalerweise habe ich zu jedem Buch eine Menge zu sagen – aber bei manchen Werken kommt es vor, dass ich nicht weiß, was ich schreiben soll oder beispielsweise bei Geschichtensammlungen zu jeder Geschichte einzeln etwas zu erzählen wüsste. Deshalb bekommt ihr heute, kurz & knackig, zwei Rezensionen von mir präsentiert.

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Haruki Murakami – Die unheimliche Bibliothek

  • Dumont Verlag
  • illustriert von Kat Menschik, Kurzgeschichte; Genre: ?, übernatürlich
  • TB*: 9,99€ | Ebook: 7,99€

Inhalt: Es geht um einen Jungen, der eigentlich nur ein Buch in der Bücherei zurückgeben will und dabei in ein dunkles Verließ stolpert.

Diese Kurzgeschichte von Haruki Murakami lässt sich in unter einer Stunde lesen, die unheimlichen und meist in schwarzweiß gehaltenen Illustrationen von Kat Menschik, die mit kleinen Farbakzenten auskommen untermalen die poetische, sprachlich klangvolle Geschichte. Während des Lesens und nach dem Lesen ist man verwirrt. Was ist das für eine bizarre Geschichte mit bizarren Figuren? Kafkaesk – das trifft es wohl ziemlich gut. „Hä? Wtf?“ – meine Gedanken waren recht geistreich. Dabei war ich durchaus amüsiert und fühlte mich gut unterhalten. Dennoch weiß ich nicht recht, was ich über diese bizarre und merkwürdige Geschichte sagen kann. Allerdings sorgte dieses Fehlen von Logik auch für Komik und macht irgendwie den Charme der Geschichte aus. Die Sprache war sehr malerisch und mir gefielen die Zeichnungen sehr gut, ich denke als Graphic Novel hätte mir das Buch noch mehr zugesagt, denn es ist einfach sehr sehr kurz.

Mein liebstes Zitat:

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Das Buch haben ich mit der Lesegruppe der Bücherbrezn für den Oktober unter dem Thema „Bücher über Bücher“ gelesen. Es stand neben „Der Schatten des Windes“(das ich auch noch lesen will) zur Auswahl.

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Stephen King – Sunset

Inhalt: In 13 Kurzgeschichten zeigt der Meister des Schreckens, dass er auch mit wenigen Worten spannende und unheimliche Geschichten schreiben kann. Nicht alle davon sind übernatürlich.

Die Geschichten sind vielfältig und teilweise grundverschieden. Einerseits haben wir es mit übernatürlichen Kreaturen zu tun, die Lovecraftsche Gänsehaut auslösen andererseits bekommen es manche Protagonisten mit Monstern in Menschenform zu tun. Aber auch leise Töne gibt es, z.B. in „Hinterlassenschaften“ oder „Die New York Times zum Vorzugspreis“, die weniger unheimlich sind, sondern emotional und berührend. Mir hat diese Kurzgeschichtensammlung sehr gut gefallen, auch wenn ich sie immer nur nebenbei gelesen habe. Meistens war ich so gefesselt, dass ich die Geschichte direkt durchlesen musste. Gut, dass ich mir dabei keine Blasenentzündung zugezogen habe. (Das Buch lag in meinem Elternhaus auf der Toilette *räusper*)

Mir haben die schaurigen Kurzgeschichten sehr gut gefallen und ich bin froh noch die „alte“ Taschenbuchvariante ergattert zu haben, denn die untermalt die Stimmung sehr gut. In der Kürze liegt die Würze und auch wenn ich den Schinken „Misery“ liebe, fand ich diese Kurzgeschichten sehr, sehr gut und würde mich über mehr kurze Schnipsel dieses großartigen Autors freuen.

Zu meinen liebsten Geschichten gehören „N.“, „Willa“, „Die New York Times zum Vorzugspreis“ und „Hinterlassenschaften“.

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Das wars für heute mit meinen Kurzrezensionen! Wie gefallen euch diese knackigen Zusammenfassungen im Gegensatz zu meinen umfangreicheren Rezensionen?

Tüdelü,

eure Babsi

 


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[Rezension] The Hate U Give von Angie Thomas

[Rezension] The Hate U Give von Angie Thomas

Es wird gehyped, gehyped und gehyped. „The Hate U Give“, kurz THUG, der Debütroman von Angie Thomas, einer schwarzen Autorin aus den USA. Ist die Welle der Begeisterung gerechtfertigt?

Ich habe mir das englische Hardcover gekauft, als es kurzzeitig im Angebot war. Gelesen habe ich es zusammen mit ein paar lieben Leuten – u.a. Leseratz, Isabel, Eva, Liila, Sophia und Nise – in einer Leserunde (#readingthug)

Diese Rezension ist spoilerfrei, leichte Andeutungen konnte ich jedoch nicht vermeiden.

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Worum geht’s?

Nach einer Party wird die 16-jährige Starr von ihrem Kindheitsfreund Khalil nach Hause gefahren. Jedoch werden sie von einem weißen Officer angehalten, die Situation ist angespannt und eskaliert: Khalil wird erschossen und stirbt in Starrs Armen. Ein brisantes Thema, eine Tragödie wie viele anderen. Weißer Cop erschießt schwarzen Jugendlichen. Die Nachrichten machen schnell die Runde. In Garden Heights, Starrs Viertel, in dem hauptsächlich Schwarze wohnen, starten Proteste, die Stimmung brodelt und es wird nach Rechtssprechung gerufen.
Justice for Khalil„, schallt es durch die Straßen.
Die Medien zeichnen ein anderes Bild und nehmen den Cop in Schutz. Khalil sei ein Drogendealer, ein Gangster, ein Bandenmitglied gewesen. Inmitten all dessen ist Starr hin- und hergerissen, denn sie lebt in zwei Welten. Einmal mit ihrer Familie in Garden Heights und einmal auf der weißen Privatschule, auf die ihre Freunde und auch ihr fester Freund Chris geht. Niemand weiß, dass sie die ominöse Zeugin ist, die zum Zeitpunkt des Geschehens mit in Khalils Auto saß. Sie hat Angst vor den Konsequenzen, Angst vor den Veränderungen und Angst, ihre eigene Identität als Schwarze aufzugeben, wenn sie nicht dafür sorgt, dass Khalil Gerechtigkeit widerfährt.  Wird sie ihre Stimme erheben und damit ihr eigenes Leben, ihre Freundschaften und Beziehungen aufs Spiel setzen?

  • Genre: Jugendbuch
  • Verlag: cbt Verlag (deutsch), Walker Books Ltd. (Englisch)
  • Hardcover*: 17,99€ (deutsch) | Ebook*: 13,99€ (deutsch)| Taschenbuch*: 7,99€ (englisch)

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Meine Meinung:

Das Hardcover besticht durch sein schlichtes, aber aussagekräftiges Design. Die Taschenbuchversion wirkt unauffällig, schlicht und deswegen mag ich das gebundene Buch viel lieber. Außerdem wirkt es frischer, aktueller und jugendlicher.

Da ich das Buch auf englisch gelesen habe, kann ich nichts zur deutschen Übersetzung sagen. Ich fand das Buch ließ sich gut lesen, nur eine Slang-Ausdrücke musste ich googlen. Es war spannend und treffend geschrieben, wir begleiten Starr als Ich-Erzählerin, erhalten Einblick in die Gedankenwelt eines modernen, sechzehnjährigen Mädchens und das bringt der frische, peppige Schreibstil klar rüber. Hier und dort gab es einige Wortwiederholungen, besonders „snickered“ ist mir immer wieder aufgefallen. An sich war das aber nicht störend und der Schreibstil als Stilmittel wurde gut genutzt und steht auch eher im Hintergrund der Geschichte und ihrer Botschaft, was vollkommen in Ordnung ist. Für einen Debütroman hat Angie Thomas hier eine solide Leistung abgeliefert und uns Starrs Welt bunt, chaotisch und lebhaft gezeichnet.

Wir haben einige Charaktere in diesem Buch: Allen voran unsere Protagonistin und Erzählerin Starr, ein schwarzes Mädchen aus einer großen, liebevoll-strengen Familie, die in zwei Welten lebt. Einmal in dem Viertel Garden Heights, wo ihr Vater einen kleinen Supermarkt betreibt: ärmlich, etwas heruntergekommen, mit vielen Problemen, aber mit einer starken schwarzen Gemeinschaft. Auf der anderen Seite geht sie seit einem Vorfall in ihrer Kindheit auf eine weiße Privatschule, auf der sie fast die einzige Person mit dunkler Hautfarbe ist. Dort gibt sie sich anders und versucht mit aller Macht nicht „Ghetto“ oder „abgeranzt“ rüberzukommen, sondern wie ein cooles, schwarzes Mädchen. Auch ihre Freunde Maya, Hayley und ihr fester Freund Chris (den sie vor ihrer Familie insbes. ihrem Vater geheim hält, weil er weiß ist) besuchen diese Schule. Der Kontrast der beiden Welten wird immer wieder deutlich, in dem wie sich die Charaktere geben, was sie sagen und was sie besitzen, was sie beschäftigt. Im Verlauf der Geschichte erleben wir einige Reibereien und Freundschaften gehen zu Bruch. Maya hat chinesische Wurzeln, womit Chris und Hayley neben dem Officer die einzigen weißen Personen sind, die eine größere Rolle spielen. Chris war mir sehr sympathisch und ich mochte, wie er dargestellt wurde. Ein bisschen tollpatschig, aber lieb und herzensgut, ehrlich um Starr bemüht.

Dann gibt es noch Starrs Familie, ihren Vater Maverick, einen ehemaligen Dealer und Gangster, der es sich nach seinem Aufenthalt im Gefängnis in den Kopf gesetzt hat, auch anderen zu helfen und sich sehr für die Recht der Schwarzen und Frieden im Viertel einsetzt. Starrs Mama Lisa ist Krankenschwester und besticht durch ihre liebevolle Strenge, ihre aufmerksamen Worte und ihr großes Herz. So eine Mama kann man sich nur wünschen. Zusätzlich besteht die Familie noch aus ihre kleinen Bruder Sekani und ihrem Halbbruder Seven, dessen leibliche Mutter die Geliebte des größten Drogenbosses des Viertels ist. Ihr Onkel Carlos ist ebenfalls Polizist und zeigt uns, dass es keine „Seiten“ sondern nur Menschen gibt.

Außerdem treten noch Kenya, leibliche Tochter des Drogenbosses und DeVante, ein junger Dealer, er aus dem Geschäft aussteigen will, auf.

All diese vielen Charaktere werden durch Angie Thomas Erzählstil, ihre Gespräche und die kleinen, detailreichen Infos zu lebendigen Menschen, zu Freunden und Feinden. Auch wenn ich über Starrs Vater manchmal nur den Kopf schütteln konnte und die Begeisterung für Sneaker und Basketball nicht nachvollziehen kann – ich habe mich mit Starr wie ein Teil dieser Welt gefühlt. Wie ein Teil von Garden Heights und der schwarzen Community. Und das als weißes Mädchen, das im idyllischen Allgäu aufgewachsen ist und bis zu ihrem Grundschulalter nur eine dunkelhäutige Person kannte. Natürlich spielt dieses Geschichte in Amerika und ich weiß nicht inwiefern man überhaupt Deutschland und Amerika in dieser Hinsicht vergleichen kann. Jedoch wurde mir klar, dass es durchaus viele Unterschiede gibt, viele Dinge, die uns unverständlich erscheinen, aber auf ihre Weise bezaubernd und cool sind z.B. der gemeinschaftliche Zusammenheit, das politische Wissen & Engagement von Starrs Familie. Dinge, die einem als verwöhntes weißes Dorfkind, in dem Alter noch ganz fremd waren.

Inhaltlich ist das Buch brisant wie nie. Auf der ganzen Welt machen rechtsgesinnte Personen Lärm und es fühlt sich manchmal nicht an, als wären wir in 2017 und hätten Apartheid, Sklaverei und die schlimmste Zeit des Rassismus hinter uns. Rassismus, Tokenismus und all diese Dinge sind real und sie schmerzen. Kleine Worte, unbedachte Aussagen und die Weigerung einer großen Mehrheit der weißen, priviligierten Gesellschaft diese herrschenden Unterschiede zu sehen, führen eher dazu, dass wir uns als Gesellschaft wieder zurückentwickeln. Dabei wollen alle Menschen dasselbe: Eine liebevolle Familie, Sicherheit und das Nötigste zum Leben. Aber nicht nur Rassismus und die Frage nach Recht und Unrecht spielen in diesem Buch eine Rolle. Ich denke, The Hate U Give ist viel zeitloser, denn es geht auch um Selbstfindung, Identität, Dankbarkeit, darum toxische Freunde ziehen zu lassen, um die eigene Stimme und die Bedeutung von Mut, Familie und Liebe. All diese Themen untergebracht in einer spannenden und emotional bewegenden Geschichte, die uns mitreißt und uns betroffen, wütend und traurig macht. Angie Thomas ist es gelungen schwierige Themen in ein fesselndes Jugendbuch zu verpacken und Facetten zu zeichnen. Grautöne und kein Schwarz & Weiß. Wir haben „gute“ Cops und „böse“ Cops, wir haben „gute“ weiße und schwarze Personen und wir haben „böse“ weiße und schwarze Personen. Es ist kein Buch, das wütend mit dem Finger zeigt und beschuldigt. Es ist ein Buch, das stattdessen Doppelmoral aufdeckt, das die richtigen Fragen stellt und die richtigen Beobachtungen macht. Es zeigt, wie blauäugig und ignorant wir manchmal sind und wie wenig uns oft bewusst ist, wie es in einem anderen Teil der Gesellschaft aussieht. Es hat mich oft sehr nachdenklich gestimmt und mich über mein eigenes Verhalten nachdenken lassen.

Das Ende hat mir gut gefallen, es hat gepasst und es wirkte real und hoffnungsvoll, wenngleich nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Es war ein Ausschnitt aus Starrs Leben, den wir begleiten durften, eine Geschichte die erzählt wurde und erzählt werden musste.

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Fazit:

Für mich ist der Hype absolut gerechtfertigt. „The Hate U Give“ ist eine packende, brisante Geschichte, verpackt in eine zeitlose Geschichte mit vielen wichtigen Botschaften. Angie Thomas beweist durch ihre Erzählung und ihre Charaktere ein unfassbar hohes Maß an Sensibilität, an Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen. Sie schließt nicht verbittert ab, sondern hoffnungsvoll und motivierend. Ich habe Starrs Stimme gehört und ich hoffe, dass ganz viele Leute dieses Buch lesen und auch den Ruf vernehmen, den unsere mutige Heldin Starr in die Welt hinausschreit.

Ich gebe diesem Buch 5 Seesterne. Ich könnte zwar Abzüge wegen Schreibstil und einigen klischeehaften Charakteren geben, aber das möchte ich nicht. Denn die Geschichte und die Botschaft sind das wichtige und das einzigartige an diesem Buch. Wäre ich eine Deutschlehrerin würde ich es auf jeden Fall mit in meinen Lehrplan aufnehmen. Lest es, wenn ihr die Zeit findet. Lest es.

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Weitere Meinungen zum Buch:

 


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[Rezension] Zeitlose – Simeons Rückkehr von Eva-Maria Obermann

[Rezension] Zeitlose – Simeons Rückkehr von Eva-Maria Obermann

Ich habe ein Buch beendet und ich bin wieder mal ein bisschen verliebt. *seufzt glücklich*

Und zwar handelt es sich bei diesem Schätzchen um „Zeitlose – Simeons Rückkehr“ von der famosen Eva-Maria Obermann, die als schreibtrieb, selbst bloggt.

Das Buch ist im „Schwarzer Drachen Verlag*“ erschienen und kostet als Taschenbuch* 9,90€ und als Ebook* 4,99€. Das Genre lässt sich nicht so leicht festlegen, denn es ist eine verträumte, fantastische Geschichte mit Spuren von Romantik. Irgendwie Urban Fantasy, aber irgendwie doch etwas ganz Eigenes. (Über L-Choice kaufen)

Ich habe das Buch auf lovelybooks im Rahmen einer Leserunde als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen lieben Dank dafür!

Hier ist die Rezension in Videoform!

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Diese Rezension ist wie immer spoilerfrei 🙂

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Meine Katze möchte sich nicht fotogen neben das Buch setzen 🙁

Worum geht’s?

Dora hat seltsame Träume, die sich anfühlen wie die Realität. Aber sie weiß, dass es nicht ihre Realität ist, denn sie lebt im 21. Jahrhundert, studiert, arbeitet in einem Kindergarten und ist in einer glücklichen Beziehung mit Oscar. In den Träumen hingegen ist sie Nancea, eine einfach Magd in einer mittelalterlich anmutenden Welt. Und sie verliebt sich dort in Simeon. Als Dora dann im realen Leben einen Mann trifft, der genau so riecht und dieselben Augen hat wie Simeon, ist sie vollends verwirrt. Was bedeuten ihre Träume und was bedeutet das schreckliche Ende, das Nancea und Simeon im Traum ereilt für Dora in der Wirklichkeit?

Das Buch ist in sich abgeschlossen, aber es wird mindestens noch zwei weitere Bände geben. Die Geschichte an sich geht nämlich noch weiter, aber es gibt keine fiesen Cliffhanger.

  • Meine Meinung:

Das Cover ist sehr schön und unterstreicht die verträumte, mystische Atmosphäre des Buchs. Einzig die Schriftart und Platzierung des Verlagslogos finde ich nicht ganz so gut.

Ich mag es, wenn Bücher sich nicht eindeutig in ein Genre einordnen lassen. Bereits früh beim Lesen wurde klar, dass wir hier eine philosophisch anmutende Geschichte mit fantastischen und romantischen Elementen haben. Es geht auch um Selbstfindung, Träume und Wünsche. Dass Eva-Maria Obermann sich viel mit Literatur beschäftigt merkt man, denn man fliegt – getragen vom luftig, wolkigen Schreibstil – ganz lockerleicht durch die Geschichte hindurch. Dabei mangelt es nie an Sprachgewandheit oder Augenzwinkern. Die Traumszenen wechseln sich fabelhaft mit den Szenen aus Doras Alltag ab, sodass man selbst in den spannenden Strudel und der Frage nach der Realität und dem Ursprung dieser Vermischung hineingezogen wird.

Ich bin kein Freund von Kitsch und allzu viel Schnulzereien – ich bin als Single sehr zufrieden und brauche keine Beziehung, um mit meinem Leben zufrieden zu sein. Aber Eva schafft hier etwas sehr Gemeines. Sie beschreibt die Liebe, das Zusammensein so umfangreich, liebevoll und unterschwellig, dass einem ganz warm ums Herz wird und man sich in jemandes Arme kuscheln möchte. Das Buch ist gefühlsbetont, aber ohne einem die Emotionen ins Gesicht zu klatschen. Der Schreibgrundsatz „Show, don’t tell“ ist meiner Meinung nach wunderbar gelungen, denn es wirkt nie überladen und plump sondern immer wie ein feiner Hauch, ein leichtes Kribbeln. Es ist definitiv ein Wohlfühl-Buch und auch beim Zuklappen am Ende hatte ich ein Lächeln auf den Lippen. (Obwohl ich gespannt auf Band 2 bin)

Dennoch mangelte es auch nicht an Spannung, Geheimnissen und einer kleinen Portion Action. So wohltuend und balsamierend die schönen Szenen waren, so schmutzig und schmerzhaft waren die Szenen, in denen Nancea oder Dora leiden mussten. Ich habe richtig mitgefiebert.

Die Charaktere haben mir gut gefallen, lediglich das „Böse“, war mir eine Spur zu eindimensional, auch wenn die Beweggründe schon Sinn ergeben haben.

Dora, unsere Protagonistin, war sehr sympathisch in ihrer neugieren Art, ihrer Nachdenklichkeit und ihrem Wunsch einerseits Nancea zu helfen, aber andererseits ihren eigenen Weg zu gehen. Obwohl Dora und Nancea durch die Geschichte hindurch verbunden waren, wirkten beide eigenständig und lebendig, auch wenn sie einige Ähnlichkeiten teilten.

Simeon war ein strahlender Charakter mit einem goldenen Herz und seine Leidenschaft und seine Hingabe für Nancea war absolut hinreißend.

Nathan, der mysteriöse Mann, brachte ein wunderbare Portion Düsternis und Gefährlichkeit in die Geschichte. Dennoch zeigte er seine nachdenkliche Seite und eine Tiefe und Entschlossenheit, die ihn durchaus sympathisch machten.

Oscar & Jonathan waren absolute Goldschätze! Ich möchte sie adoptieren und verhätscheln und drücken. *Mutterinstinkt aktiviert*

Ich fand auch toll, dass Eva einige Inhalte aus dem Studium und ein bisschen Literaturwissenschaft eingewoben hat, ohne dass es großartig aufgefallen ist.

Was hat mir nicht so gut gefallen? Das Böse in der Geschichte, aber hierzu will ich nicht spoilern, deswegen sage ich an dieser Stelle nicht mehr dazu. Die Geschichte hätte sich beim Ende ruhig noch ein bisschen mehr Zeit lassen können, finde ich. Im Buch wurde viel reflektiert und nachgedacht und das bleibt am Ende ein bisschen zurück bzw. wir werden vermutlich auf weitere Bände vertröstet.

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Du sollst in die Kamera schauen, Kater! Mhm, so wird das nichts mit der Grumpy Cat Nachfolge!

Eine Meinung reicht euch nicht? Dann werft doch einen Blick auf den Blog der lieben   Buchstabenträumerin und lest ihre  Rezension!

  • Fazit:

Von mir gibt es für „Zeitlose – Simeons Rückkehr“ eine klare Leseempfehlung. Das Buch war wunderbar geschrieben, die Geschichte war interessant und spielte mit allerlei Elementen aus verschiedenen Genres. Für mich war es ein tolles Lesevergnügen und ich freue mich sehr auf den nächsten Band und weitere Projekte von Eva. Am Besten fand ich die Story, den Schreibstil und den Erzählstil. Die Figuren waren gut gezeichnet und sympathisch, einige Abzüge gibt es jedoch – der ein oder andere Charakter war für meinen Geschmack ein bisschen zu klischeehaft. Da ist noch Luft nach oben!

Eine fluffige, süße, philosophische, vielseitige, fantastische, romantische Geschichte, die einen richtig in den Bann zieht. Dafür gibt es von mir 4,5 Seesterne.

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Weitere Stimmen zum Buch:


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[Rezension] Jennifer L. Armentrout – Frigid

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Hallo ihr Lieben!

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Heute rezensiere ich „Frigid” von Jennifer L. Armentrout. Ich hab das Buch zur Hälfte gelesen und dann als Hörbuch weitergehört, weil ich von meiner Erkältung teilweise echt geschafft war. Diese Rezension ist wie immer spoilerfrei! 🙂

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Eine Rezension in Videoform gibt es, sobald ich wieder eine Stimme habe und nicht aussehe wie ein Komparse bei The Walking Dead! 🙂 => Update: Das Video findet ihr hier.

Das Buch ist erschienen im Piper Verlag und kostet als TB 9,99€, als E-Book 8,99€ und als Hörbuch 16,71€

Genre: Romantik, Erotik bzw. New Adult

Band 2 „Scorched” erscheint im April. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, im Folgeband geht es um zwei andere Charaktere aus der Clique. (Die Rezension findet ihr hier)

  • Worum geht’s?

Sydney und ihr bester Freund Kyler könnten unterschiedlicher nicht sein. Er: selbstbewusst, sportlich und jede Woche von einer anderen Frau umgarnt, Sie ist eher schüchtern, zurückhaltend und geht lieber mit einem Buch ins Bett. Dennoch ist Sydney seit Kindertagen in ihren Kumpel verliebt und ihr Herz schmerzt, da er nie mehr sehen würde als eine gute Freundin. Oder? 😉

Aus einem geplanten Skiurlaub mit der Clique wird leider nichts, denn bevor die anderen an der Hütte ankommen, fegt ein Schneesturm übers Land, der Sydney und Kyler zu zweit festsitzen lässt. Als wären die komplizierten Gefühle nicht schon schwer genug,  scheint esals würde jemand den beiden nach dem Leben trachten. Immer wieder versucht er, die beiden zu sabotieren, in dem er sie mit einem Schneemobil überfahren oder den Strom kappen möchte.

  • Design:

Das Cover sieht ganz schnuckelig aus, ist aber nichts Besonderes und passt nicht zu den Charakteren. Eher durchschnittlich. Ich finde, wenn man Leute aufs Cover packt, könnte man schon schauen, dass die Haarfarbe stimmt. Das würde es für mich noch ein bisschen schöner machen, ansonsten sieht es nett aus.

  • Schreibstil:

Ich fand JL Armentrouts Schreibstil sehr angenehm, gut leserlich und auch in der Hörbuchversion klang es rund und abwechslungsreich. Auch die heißen Szenen waren unaufdringlich und prickelnd beschrieben. Im Romantik/Erotik/New Adult Genre habe ich schon viel, viel Schlechteres gelesen!

Die Sprecher der Hörbuchversion haben meiner Meinung nach sehr gut gepasst und eine tolle Leistung erbracht. Das gibt definitiv nochmal Pluspunkte.

  • Inhalt:

Sydney und Kyler sind beste Freunde und das Buch beginnt mit einer Szene in einer Bar, um die Charaktere und ihre Besonderheiten vorzustellen. Schon hier wird klar, dass bei Syd und Kyler versteckte Gefühle herrschen, die mit klarer Kommunikation und ein bisschen weniger Selbstzweifeln lösbar gewesen wären. Danach geht es schon ab auf die Hütte und der Schneesturm bahnt sich an. Vorher schaffen sie es aber noch, sich zu betrinken und die erste Annäherung findet statt, wobei Kyler ganz Gentleman die Situation der sturzvollen Syd nicht ausnutzt. (Danke, so sollte das immer sein!) Sobald die beiden eingeschneit sind und es draußen immer kälter wird, kommt die Suppe in der Hütte langsam aber sicher zum Brodeln. Zuerst könnte es wie die perfekte Chance wirken die Beziehung auf eine andere Ebene zu heben, aber jemand trachtet den beiden offensichtlich nach dem Leben. Gestalten schleichen ums Haus, Fenster werden eingeschossen und der Strom fällt aus. Wer dahinter steckt und ob es ein Happy End für die beiden gebt, müsst ihr selbst lesen!

Zwei Kindheitsfreunde, die sich eigentlich irgendwie lieben und dann durch eine brenzlige Situation zueinander finden, ist jetzt nichts Neues, aber für Zwischendurch war es gut geeignet.

  • Charaktere:

Der größte Minuspunkt für mich waren die klischeehaften, zweidimensionalen Charaktere. Man sollte meinen, wenn man den Fokus auf nur zwei Personen richtet, hat man Zeit beide gut kennen zu lernen und auszugestalten, aber beide wirkten generisch und irgendwie drahtig. Beide hatten zwar ihre Vergangenheit und ihre Motive, aber es wirkte als hätte sich die Autorin einfach auf „sexy, aber nett” und „treudoof und schüchtern” festgelegt. Mehr Charakterentwicklung gab es da leider nicht und dieses „Er/Sie ist nicht gut genug für mich”-Geheule geht mir nicht erst seit Twilight auf den Keks.

Sympathisch war Kyler dennoch, einfach weil er anständig war. In dem Genre gibt es in letzter Zeit zu viele Mr. Greys und fragliche, männliche Charaktere, bei denen der Grad zwischen Dominanz und Missbrauch viel zu schwammig ist. Kyler zeigt uns, dass ein sexy Bad Boy dominant und fürsorglich sein kann. Bei ihm kam zumindest teilweise die Idee einer Charakterentwicklung und Tiefe durch.

Sydney ist einfach sehr blass. Ihr ganzer Charaktere schien darauf ausgelegt Kyler zu daten oder einen Freund zu finden. Sie hat kaum Charaktereigenschaften oder Ziele. Schnarch! Vielleicht war es bewusst so gehalten, damit weibliche Leser sich in sie hinein projezieren können, aber für mich hat das nicht ganz geklappt.

  • Ende: Das Ende hat gepasst und war keine große Überraschung.

Die Gesamtwertung:

Wer eine tiefe Liebesgeschichte mit starken Charakteren sucht, wird sie hier nicht finden (und wahrscheinlich gar nicht erst gesucht haben…). Mir waren die Charaktere teils ein bisschen zu pathetisch und kitschig. Das Buch liest aber sich flott, angenehm und sorgt für kurzweilige Unterhaltung. Die Erotikszenen sind schön verpackt, ohne in einen Porno abzurutschen. Für mich waren die passenden und talentierten Sprecher der Hörbuch Version ein klares Highlight.

Den Nachfolger werde ich vielleicht auch lesen, weil mir Andrea und Tanner schon sympathischer waren als Syd und Kyler. (Ich habe es gelesen und die Rezension findet ihr hier)

Ergibt insgesamt also 3 Seesterne!

(Wobei es eher eine 2,8 als eine 3,0 ist)

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