[Rezension] Najaden: Das Siegel des Meeres von Heike Knauber

[Rezension] Najaden: Das Siegel des Meeres von Heike Knauber

Heike Knauber: Najaden – Das Siegel des Meeres

Najaden? Meerwesen? Count me in!
Schon als ich das Buch in der Verlagsvorschau gesehen habe, war ich richtig heiß darauf und habe es gleich als Rezensionsexemplar angefragt. Vielen Dank nochmal an den blanvalet Verlag, dass ihr es mir zugeschickt habt.
Eigentlich wollte ich das Buch bereits im Juni beendet haben. Da im Juli der Mastertest anstand, habe ich mir die letzten 50 Seiten aber für danach aufgehoben, weswegen die Rezension erst jetzt erscheint.


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  • Autorin: Heike Knauber
  • Titel: Najaden – Das Siegel des Meeres
  • Verlag: Blanvalet Verlag
  • Paperback: 15€ | Ebook: 11,99€  (608 Seiten)
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Worum geht’s?
Die Sultanssöhne Sayaf und Khayam erobern im Namen ihres Vaters Länder und Inseln. Immer auf der Suche sind sie dabei nach einem Siegel des Meeres, mit dem sie die Dürre und das Sandmeer aufhalten können, das ihre Ländereien langsam verschluckt. Sie vermuten es beim Oberhaupt einer Gilde und entführen dessen Familie, darunter auch die junge Meliaé. Gleichzeitig versucht der Fürst der Najaden (im Wasser lebende magiebegabte Gestaltwandler) sie zu retten. Doch Abu Sayaf ist ungewöhnlich sanft zu Meliaé und auch, wenn sie versucht ihn zu hassen, verspürt sie eine gewisse Faszination ihm gegenüber. Doch Meliaé verbirgt ein Geheimnis, von dem nicht einmal sie etwas weiß – und es könnte die Welt ins Chaos stürzen…


Meine Meinung:

 

Meerjungfrauen? Magie? Fantasy? Das klingt nach einer perfekten Mischung für mich! Und schaut euch mal das schöne Cover an! Bisher haben mich leider die meisten Bücher mit Thema Meerwesen, Nixen, Najaden maßlos enttäuscht. Nicht so Heike Knaubers orientalisch angehauchtes Fantasy Abenteuer!

Zugegeben, als die Geschichte beginnt ist Meliaé noch ein junges Mädchen und der Umgang mit dem älteren Abu Sayaf war etwas befremdlich. Aber zum Glück gelingt es Heike Knauber die Geschichte immer dann herumzureißen, wenn man befürchtet in ein seltsame Romantasy Klischees zu stürzen. Bevor es also pädophil gruselig werden kann, gibt es einen Zeitsprung, sodass Meliaé in der zweiten Hälfte des Buches alt genug ist.

Generell hat mir an dem Buch sehr gut gefallen, dass es zwar gewisse Klischees oder Motive aus der griechischen und orientalischen Mythologie übernimmt, z.B. die Dschinns, Zentauren oder die Najaden, aber etwas ganz Eigenes schafft. Wer zähennägelaufrollende, toxische Romanzen und ein Stockholm Syndrom erwartet, wird – der Autorin sei dank – beim Lesen eines Besseren belehrt. Denn auch wenn die Beziehung von Abu Sayaf und Meliaé sehr komplex ist und es ein schief hängendes Machtverhältnis gibt, driften wir nicht in eine missbräuchliche Richtung ab. Grenzen werden gewahrt und die Beziehung der beiden wandelt sich auf eine nachvollziehbare Weise von einer anfänglichen Feindschaft zu einer Art Zweckbündnis. Vielleicht sogar zu mehr? Immer wenn ich dachte gleich wird es romantisch-kitschig, kam etwas dazwischen – ein richtiger Kracher, der die Geschichte nochmal in eine andere Richtung gedreht hat.

Es waren keine harten Plottwists, die die Story komplett auf den Kopf stellen, aber spannende Wendungen, die man an der Stelle nicht erwartet hätte. In diesem Buch läuft vieles schief, Pläne gehen nicht auf und neue Konfliktparteien treten auf. Das hat dafür gesorgt, dass das Buch durchgehend spannend war und man auch bei 608 Seiten nicht müde geworden ist.

Schöne Sprache!

Auch Heike Knaubers Schreibstil überzeugt. Wortgewandt, mit vielen Details und liebevoll beschreibt sie ihre Welten, ihre Charaktere und zeichnet eine ganz besondere Welt. In meinem Kopf sind Schlachtschiffe und Paläste entstanden, raubeinige Krieger, reichbeschmückte Fürsten und die kämpferische Meliaé. Auch wenn meiner Meinung nach das Wort „schakalköpfig“ noch ein paar mal hätte gestrichen werden können. 😉

Sowohl die ruhigeren und romantischen Momente, als auch die grausamen und actionreichen Szenen wurden in einem passenden Tempo erzählt. Ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte eine sehr gute Balance hatte. Ein bisschen seichte Flussfahrt, bevor die nächsten Stromschnellen kommen.

Das Ende kam dann doch etwas abrupter und obwohl es actionreich war, war es mir fast ein wenig zu chaotisch. Außerdem betrübt mich der Ausgang ein bisschen, wenngleich man ja vielleicht auf weitere Geschichten aus der Welt warten darf? Jedenfalls würde ich spoilern, wenn ich mehr dazu sage!

Kleine Meerjungfrau?

Wir lernen Meliaé als junges Mädchen kennen. Behütet, naiv, sturköpfig. Aber auch besorgt, liebevoll und emotional. Durch den Zeitsprung erfahren wir jedoch auch von der fürsorglichen, erwachsenen Meliaé, die wesentlich berechnender und entschlossener ist. Eine tolle Charakterentwicklung, auch wenn sie mir manchmal fast ein wenig ZU aufopferungsvoll und sozial gegenüber anderen war.

Abu Sayaf, der jüngere Sultanssohn, ist ein vielschichtiger Charakter, der mir sehr gut gefallen hat. Seine Verpflichtungen, seine Gefühle, seine Erziehung und viele Dinge spielen in seine Handlungen und seinen Entwicklung mit ein. Er ist durchaus wohlwollend und freundlich, kann aber auch hart und entschlossen sein. Ich mochte die Graustufen und weil ich ihn mir ein bisschen wie Jason Momoa vorgestellt habe, war ich doch ein wenig verschossen in ihn.

Miltiades, der Najaden Fürst, agiert eher im Hintergrund, ist ein kühler Kopf und wirkt sehr geheimnisvoll, da wir nicht so viel über ihn erfahren. Ich muss sagen, ich fand ihn wahnsinnig interessant und hätte gerne mehr über ihn erfahren. In anderen Situationen wollte ich ihm aber auch einen Ziegelstein über den Kopf ziehen.

Das Buch hat durchaus grausame, gewalthaltige und düstere Szenen, als auch Sex, Krankheiten und Verderben. Ich liebe „erwachsene“ Fantasy, da ich mich an den Jugendfantasybüchern mit rosaroter Kitschbrille satt gelesen habe. Dennoch sollte man wissen, dass dieses Buch kein blubberfrohes Kleine-Meerjungfrauen-Abenteuer ist, sondern durchaus düstere und ernste Themen hat.

 

Mein Fazit:

Für mich war „Najaden“ ein absoluter Glücksgriff! Leseurlaub an Bord eines Schiffes, das sowohl schöne Strände als auch gefährliche Wasser besegelt hat. Spannung, Romantik, Dramatik – alles hat sich angenehm abgewechselt, die fantastischen Elemente und Wendungen waren gut eingesetzt. Der Schreibstil war gut und ich möchte unbedingt mehr von Heike Knauber lesen! Ich bin rundum zufrieden. So schreibt man gute Meerwesen-Bücher!

Weitere Meinungen:


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