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[Rezension] Der Cthulhu Mythos von H.P. Lovecraft (Hörbuch)

[Rezension] Der Cthulhu Mythos von H.P. Lovecraft (Hörbuch)

[Rezension] Der Cthulhu Mythos von H.P. Lovecraft (Hörbuch)

 

Dieser Beitrag ist eine Zusammenarbeit mit audible. Ich habe von audible einen Gutschein zur Verfügung gestellt bekommen – Vielen Dank! – und durfte mir ein Hörbuch/Hörspiel aus dem Sortiment aussuchen. Entschieden habe ich mich für einen der Meister des Horrors, gesprochen von David Nathan und Joachim Kerzel: Den Cthulhu Mythos von H.P. Lovecraft!


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  • Titel: Der Cthulhu Mythos
  • Autor: H.P. Lovecraft
  • Sprecher: David Nathan & Joachim Kerzel
  • Anbieter: LPL Records
  • Spieldauer: 4 Stunden 27 Minuten
  • Preis: 16,95€
  • auf audible ansehen
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
H.P. Lovecraft ist neben Edgar Allan Poe wohl einer der bekanntesten Autoren von gruseliger Literatur. Mit Cthulhu, dem uralten Monster aus der See, erschuf er eine Kultgestalt und ein lebendiges Universum. Mächtig, gnadenlos und mit zahlreichen Tentakeln holt sich Cthulhu seine Opfer. In diesem Hörbuch sind einige der wichtigsten Geschichten zu Cthulhu vereint.

Folgende Geschichten sind mit dabei:

  • H. P. Lovecraft: Der Ruf des Cthulhu
  • Robert E. Howard: Der Schwarze Stein
  • H. P. Lovecraft & Lin Carter: Die Glocke im Turm
  • D. R. Smith: Warum Abdul Al Hazred dem Wahnsinn verfiel
  • H. P. Lovecraft: Dagon
  • Christian von Aster: Ein Porträt Torquemadas

 


Meine Meinung:

Auch wenn die historische Person H.P. Lovecraft durchaus umstritten ist, üben seine Geschichten eine gewisse Faszination aus. Warum seine Erzählungen so schaurig sind, habe ich in meinem Beitrag „Buchlabor: Warum Geister unheimlich sind“ genauer analysiert. Besonders schön spukig ist es natürlich, sich ins Bett verkriechen zu können und einfach zu lauschen. Ich hab mich total gefreut, dass ich mir diese Version mit dem audible Gutschein holen konnte.

Auf meinem Blog gibt es ja weniger Hörbücher, was auch damit zusammenhängt, dass ich meistens keine Geduld habe, sieben oder mehr Stunden zuzuhören. Bei der Hausarbeit oder unterwegs habe ich lieber Musik laufen. Aber kurze Hörbücher, Hörspiele oder Podcasts zwischendurch mag ich sehr gern.

Schon ganz lange steht auch diese schmucke Gesamtausgabe* aus dem Fischer Tor Verlag auf meiner Wunschliste (*affiliate Link).

Stimmig…

Joachim Jerzel, 2007 (Foto von Sven Wolter)

Bei Hörbüchern und Hörspielen achte ich auch immer auf die Sprecher*innen. Das Hörbuch wird gesprochen von David Nathan & Joachim Kerzel. Wie vermutlich viele andere mag ich David Nathan unglaublich gerne. Er spricht u.a. Christian Bale und Johny Depp. Man kennt ihn aus vielen Filmen und Produktionen. Joachim Kerzel als Hörbuchsprecher kannte ich vorher nicht. Er ist die deutsche Synchronstimme von Jack Nicholson. Joachim Kerzel und David Nathan teilen sich die Geschichten thematisch auf. Wir beginnen mit einem kurzen Einstieg über Lovecrafts Leben, ehe wir in die Cthulhu Geschichten abtauchen.

David Nathan, 2009 (Foto v. Helen Krüger)

Außerdem ist mir bei Hörbüchern eine „schöne“ Sprache wichtiger als bei gedruckten Büchern. Die poetisch-düsteren Erzählungen von H.P. Lovecraft sind perfekt um von David Nathans ruhiger, angenehmer Stimme gelesen zu werden. Joachim Kerzel hat eine dunklere, rauchigere Stimme, die perfekt zur Düsternis passt. Man schmilzt in die Geschichte hinein!

Mit seiner präziser Sprache, den lebendigen und detailierten Beschreibungen konnte mich Lovecraft schon früh begeistern. Auch in diesem Hörbuch erleben wir sprachlichen Genuss, anspruchsvoll, aber nicht zu abgehoben, um der Geschichte folgen zu können.

Autsch!

Ein Punkt, über den man sich sicherlich streiten kann, ist H.P. Lovecrafts Einstellung zu anderen Ethnien. Natürlich kann man von Autor*innen der Vergangenheit nicht denselben Level an Reflektion und political correctness erwarten wie heute. Dennoch waren manche Formulierungen und Beschreibungen für meinen Geschmack echt heftig. Voll von offensichtlicher Angst und Abscheu gegenüber anderen Kulturen, die nicht den westlichen Vorstellungen entsprechen. Das Mitanzuhören war teilweise mindestens genauso furchterregend wie die Beschreibungen der alten Götter.

Faszinierende Welten

Umso erfreulicher waren die Welten, der Mythos, den Lovecraft gesponnen hat. Die Theorie der alten Götter, die von denen Sternen kamen und unter dem Meer ruhen. So entartet, so fremdartig, dass sie anders bauten, andere Materialien verwendeten und anders kommunizierten. Das klingt ganz stark nach Aliens! Aber wer SciFi nicht mag, braucht keine Angst haben. Klar im Vordergrund steht der Schauer, die Machtlosigkeit der Figuren und die Angst vor dem Wissen, das sie aufdeckten.

Denn wer zu viel über Cthulhu weiß, der findet selten ein glückliches Ende.

Cthulhu inspiriert!

H.P. Lovecraft im Jahre 1915

Die Beschreibungen wandeln von Andeutungen über unaussprechliche Schrecken bis hin zu expliziter Gewalt in „Der schwarze Stein“ von Robert E. Howard, der durch seine Geschichte ebenfalls einen Beitrag zur Alten Götter Welt liefert. Ganz ursprüngliche Fanfiction sozusagen, die dem Original jedoch in Nichts nachsteht.

„Die Glocke im Turm“: Diese Geschichte wurde von Lin Carter nach dem Tod Lovecrafts vollendet. Tatsächlich gefällt sie mir nicht so gut wie die vorangegangenen Geschichten, denen es besser gelungen ist, den Schrecken von kosmischen, übermenschlichen Mächten zu transportieren. Sprachlich lehnt sich Carter stark an Lovecraft an, aber dennoch fehlt mir ein gewisser Funken.

„Warum Abdul Al Hazred dem Wahnsinn verfiel“ von D.R. Smith hat mir weder besonders noch besonders schlecht gefallen. Das Gedankenspiel war interessant, aber die Geschichte war skurril und hat den großen Alten vieles von ihrem Schauer genommen.

„Dagon“ ist insofern interessant als dass es ein früheres Werk von Lovecraft war, das vor dem „Ruf des Cthulhu“ entstand. Sowohl sprachlich als auch von der gruseligen Dichte ist diese Kurzgeschichte etwas ungeschliffener als die späteren Werke. Aber es erleichtert auch, zu wissen, dass selbst Lovecraft mehrere Entwürfe und Jahre brauchte, um sein phantastisches Cthulhu Werk zu schaffen.

Ein Porträt Torquemadas“ von Christian von Aster gewann einen Cthulhu Story Wettbewerb. Die moderne Verbindung mit den historischen Elementen um Cthulhu und die spanische Inquisition, bietet eine interessante Mischung. Offensichtlich orientieren sich Sprache und Geschichte an Lovecraft selbst. Leider hat mich auch diese Geschichte nicht fesseln oder das Fürchten lehren können. Meine Gedanken sind immer wieder abgeschweift und ich musste oft zurückspulen, weil ich nicht aufgepasst hatte.

Fazit:

Insgesamt hat mir das Hörbuch sehr gut gefallen, auch wenn ich lieber mehr Lovecraft Originale gehabt hätte. Die Ausführung war jedoch sehr gelungen. Die musikalischen Zwischensequenzen, die Abwechslung der beiden Sprecher. Alles in allem ein sehr gelungenes Hörerlebnis, das einem schön-schaurige Momente beschert.


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[Leseprobe] Antagonist Nr. 1

[Leseprobe] Antagonist Nr. 1

Ich schreibe selbst. Eine Urban Fantasy Geschichte, ein Genre-Mix aus Mystery, Horror mit Humor-Elementen. Leider habe ich oft nicht so viel Zeit und Muße, wie ich gerne hätte. Aber die Rohversion wird bald fertig sein. (Übrigens: Habt ihr schon meine Leseprobe gelesen?)

Wenn ich nicht schreibe, überarbeite ich gerne die ersten Kapitel, die im NaNoWriMo 2015 entstanden sind. Dabei bin ich auch über den allerersten Auftritt eines Antagonisten gestolpert.

Die treibende Kraft der Geschichte, der eigentliche Grund, warum meine Protagonisten sich zusammenschließen ist ein Wesen, das im ganzen Text nichts sagt. Eine scheußliche Kreatur, die selbst die Hölle in Aufruhr versetzt:

Das Biest

Es nahm alle Wärme, alles Leben aus dem Raum hinfort, es war als würde es die Zeit trinken. Die Leere breitet sich aus wie Nebel. Die leise Panik verwandelte sich in Leere. Victorias Herz schien still zu stehen, so langsam schlug es. Auch Dawn fühlte ein Gewicht auf ihrer Brust, in ihren Gliedern, das jede Muskelbewegung zu einem Kraftakt werden ließ. Vics Finger zitterten, obwohl sie keine Angst verspürte. Als hätte sie jemand von ihrem Körper und ihren Gefühlen abgetrennt. Rational wusste sie, dass etwas Seltsames, vermutlich Gefährliches vorging, aber die kalte, surrende Energie betäubte sie. Es wurde immer schwerer klar zu denken, so als versinke man langsam mit dem Gesicht im Kissen und mit dem Geist im Land der Träume. Dawn entglitt ihre Waffe und landete mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden. Victoria konnte einen seltsamen Fuß im Türrahmen sehen, wie ein Huf, aber viel zu dünn. Wie eine Wolke schob sich das Etwas in den Hausflur. Umgeben von einer schwarzen, wabernden Substanz, die wie zotteliges Fell den Körper des Wesens überzog. Es hatte einen Schädel aus bleichen Knochen, eine Form, wie sie weder Dawn noch Victoria je zuvor gesehen hatten. Sowohl menschliche Züge, dennoch gleich einer Ziege und mit Stoßzähnen, die verschnörkelt waren. Dort wo die Augen hätten sitzen sollen waren lediglich zwei unförmige Löcher, aus denen ein leichtes Licht zu scheinen schien. Es mochte unlogisch sein, aber es schien Victoria fast als ob die Finsternis an dieser Stelle glühte. Das Wesen machte kein einziges Geräusch und es besaß keinen Schatten. Vielmehr war es selbst kaum mehr als ein absonderlich geformter Schädel und eine verdichtete Dunkelheit. So stellte sie sich ein schwarzes Loch vor, das alles Licht und selbst die Sterne verschluckte.

  • Auszug aus „Save Our Souls“ (Arbeitstitel)

Was denkt ihr darüber? Läuft es euch eiskalt den Nacken hinunter oder zuckt ihr nur unbeeindruckt mit den Schultern? Was ist für euch die Essenz eines guten Bösewichts?