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[Rezension] Water & Air von Laura Kneidl

[Rezension] Water & Air von Laura Kneidl

[Rezension] Water & Air von Laura Kneidl

Von Laura Kneidl liegen einige Bücher auf meinem SuB und ich nehme mir eines nach dem anderen vor. Ihr „Light & Darkness“ war für mich eine solide Romantasy Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Im Freibad habe ich mir ihr nächstes Buch vorgenommen, das thematisch perfekt zum Baden passt: Water & Air.


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  • Autorin: Laura Kneidl
  • Titel: Water & Air
  • Verlag: Carlsen
  • Genre: Dystopie, Romantik
  • 480 Seiten, TB: 12,99€ | Ebook: 9,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Der Meeresspiegel ist angestiegen, die Kontinente und Städte versunken. Die Menschen scharen sich in Wasser- und Luftkolonien zusammen, die nur sporadisch Handel und Kontakt pflegen. Die achtzehnjährige Kenzie hat noch nie die Sonne gesehen und sie ist das Leben in ihrer strengen Wasserkolonie leid. Als sich ihr die Möglichkeit bietet, flieht sie in eine Luftkolonie. Doch dort wird sie schnell entdeckt und als unbefugter Eindringling ist sie der perfekte Sündenbock für eine Reihe von Morden und Diebstählen in der sonst so friedlichen Luftkolonie. Nur Callum hält zu ihr, doch damit droht er seine eigene Position in der Kolonie zu gefährden.


Meine Meinung:

Das Setting hat mich total neugierig gemacht. Und da hat sich Laura Kneidl auch wirklich Gedanken gemacht. Sowohl die Wasserkolonie als auch die Luftkolonie wirkten total faszinierend auf mich und waren gut beschrieben. Wie auch in „Light & Darkness“ war der Schreibstil für mich angenehm flüssig zu lesen und gleichzeitig abwechslungsreich und richtig zum Abtauchen. Beziehungsweise Auftauchen. 😉

Kenzie ist eine abenteuerlustige Protagonistin, die Mut und Eigenständigkeit beweist. Das hat mir sehr gut gefallen.

Callum war für mich weniger gut zu fassen, er blieb lange undurchschaubar und geheimnisvoll. Seine Beweggründe machten nicht immer Sinn. Im Laufe des Buches haben wir jedoch mehr über ihn erfahren und mir gefiel, wie sein Verhalten begründet wurde und welche Facetten er dadurch bekam.

Luft und Wasser…

Die Nebenfiguren blieben etwas blass, ich hätte gerne noch mehr erfahren. Dennoch freue ich mich über die Diversität, denn Kenzies bester Freund ist homosexuell. Ich hätte mich gefreut, wenn er etwas mehr Platz im Buch bekommt. Die Interaktion zwischen den beiden war am Anfang nämlich sehr intensiv und vertraut, in der zweiten Hälfte war davon nicht mehr ganz so viel übrig.

Was für mich bei den Charakteren leider etwas gehinkt hat, war die Liebesgeschichte, die sich vor dem Hintergrund schwelender Konflikte ziemlich unmittelbar entwickelt hat. Hier hätte ich mir etwas mehr Zeit, etwas mehr Zweisamkeit und Szenen gewünscht, in denen Callum und Kenzie miteinander agieren und sprechen. Die wurden nämlich sehr oft nur angedeutet oder gekürzt. So blieben meist das gemeinsame Abenteuer, die Konflikte und der Fokus auf der Lösung der Mordfälle im Vordergrund.

Das Setting hat mir wie gesagt total gut gefallen und ich würde supergerne mehr Geschichten aus dieser dystopischen Welt lesen. Die Spannung und die Problematiken, die sich durch die begrenzten Ressourcen und das generelle Misstrauen aufgebaut haben, fühlten sich real und verständlich an.

Auch viele Themen, moralische Fragen nach Ressourcen, nach Menschlichkeit, nach Gemeinwohl wurden besprochen. Das war eine sehr gute Mischung, die sich auch wunderbar in die Geschichte eingebettet hat.

Ich war ein bisschen traurig als das Buch zu Ende war. Bisher ist es ein Einzelband und ich weiß nicht, ob da nochmal was kommen wird. Ich würde mich freuen!

Fazit:

Mir ging es mit der Romanze ein bisschen zu plötzlich, aber ansonsten überzeugte mich das Buch auf voller Linie. Angenehm zu lesen, spannend und düster, interessantes Worldbuilding und eine gute Balance zwischen actionreichen und ruhigen Szenen. Eine Empfehlung für alle, die gerne mal ein anderes Setting als klassiche Fantasy-Wälder und Zombie-Dystopie ausprobieren möchte. Laura Kneidl hat mich mit diesem Buch geangelt!

Weitere Meinungen:

 


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Gewinnspiel zu Personal Paradise von Melanie Schober

Gewinnspiel zu Personal Paradise von Melanie Schober

Hallöchen ihr Lieben! Es ist Zeit für ein Gewinnspiel zu Personal Paradise von Melanie Schober.

Melanie Schober ist eine österreichische Zeichnerin und Mangaka, die eingefleischten Mangafans vermutlich schon länger ein Begriff ist. Mit „Brave Brother“ erzählt sie die Vorgeschichte von Westside Leader Mike und wie aus einem rebellischen Jungen der Kopf einer Gang wurde. Auch erfahren wir mehr über seine Freundschaft zu Danny und die Verbindung, die er und der mysteriöse Andy haben. Anlässlich dieses zweibändigen Prequels wurden auch die alten Bände von Personal Paradise neu aufgelegt und erhielten ein einheitliches, weißes Cover und einen schicken Schuber.

Worum geht es in Personal Paradise?

Wir befinden uns in einer nicht näher benannten Stadt in der nahen Zukunft. Die Schere zwischen Arm und Reich ist enorm und die Stadt in vier Bereiche aufgeteilt, die von Gangs beherrscht werden, die in ihrem Gebiet für Recht und Ordnung sorgen sollen (oder zumindest die Kriminalität einigermaßen eindämmen). Doch die meisten davon sind Jugendliche, hin und hergerissen zwischen Liebe, Verpflichtungen und Zugehörigkeit.

Zustätzlich leben unter den Menschen die „NHI“s, die besondere Fähigkeiten haben und an ihren tattoo-artigen Malen zu erkennen sind. Je nach Fähigkeit werden sie ausgebeutet oder ausgegrenzt, doch es gibt unter ihnen solche, die aufbegehren und für mehr Gleichberechtigung kämpfen wollen.

Inmitten dieser chaotischen Welt begleiten wir in jedem Band verschiedene Charaktere, jedoch mit wiederauftretenden Figuren, denn wenn sich die Schwester des Westside Gangleaders in den Leader der Northside verguckt, ist Ärger vorprogrammiert.

Bei der Signierstunde von Melanie Schober im Comix Art Bayreuth
In welcher Reihenfolge muss man die Bände lesen?

Die Neuauflage ist durchnummeriert, aber im Prinzip sind alle Bände bis auf „Killer Kid 1 & 2“ und „Brave Brother 1 & 2“ in sich abgeschlossen.

  • Personal Paradise

Anna ist keiner Gang zugehörig und damit eine Außenseiterin. Als sie auf den seltsamen NHI Julian trifft, ziehen die beiden den Hass von Bianca, der Freundin von Northside.-Leader Niko auf sich. Doch Niko und Julian haben eine gemeinsame Vergangenheit.

  • Personal Paradise: Miss Misery

Northside Leader Niko gerät in die Fänge der rivalisierten Westside und deren Leader Mike ist fest entschlossen Niko umzulegen. Doch seine Schwester Marianne, die den verletzten Niko hütet, entdeckt langsam, dass der vermeintliche Snob auch gute Seiten hat.

  • Personal Paradise: Assassin Angel

Ein Mörder geht um. Genauer gesagt bestraft Johanna im Auftrag ihres gestorbenen Vaters, dessen Geist sie begleitet, Sünder. Doch der durchtriebene Andy filmt die Tat und zwingt seine Exfreundin zu ihm zurückzukehren, sonst verpetzt er sie an Westside Leader Mike. Um aus der Misere zu entkommen, versucht Jo sich mit Mike anzufreunden. Doch das behagt dem eifersüchtigen Andy gar nicht.

  • Personal Paradise: Killer Kid 1 & 2

Wir hüpfen ein paar Jahre in die Zukunft. Einige Paare sind zusammen, einiges hat sich in der Stadt verändert. Der Auftragskiller Yoru wird auf Niko angesetzt, doch das Attentat läuft schief und er entführt gezwungenermaßen dessen jüngere Schwester Daniela. Die ist eine ziemliche Rotzgöre, aber hat ihr Herz am rechten Fleck und das scheint auch den abgebrühten Yoru nicht kalt zu lassen. Wären da nicht die Agenten und Nikos Leute, die ihm nach dem Leben trachten.

  • Personal Paradise: Brave Brother 1 & 2

Wie wurde Mike zum Gangleader der Westside? Wie wurde aus Marianne die toughe junge Frau? Welche Geschichte verbindet Andy, Danny und Mike? Ein Prequel, das einige Jahre vor den Ereignissen der anderen Bände spielt.

Was mag ich an der Reihe?

Aufmerksame Leser*innen meines Blogs wissen: Babsi mag gute Genremix. Genau das bekommt man bei Personal Paradise. Zwar sind in den ersten drei Bänden Liebesgeschichten ein Hauptthema, aber auch Romantikmuffel kommen auf ihren Genuss. Denn es mischen sich Action, Dystopie, Drama und Gesellschaftskritik. Purer Lesegenuss! Es ist spannend, lustig, süß und dramatisch und die diversen und vielschichtigen Aspekte sorgen für Abwechslung und Tiefgang. In den Mangas findet man Süchte, Gewalt, Abhängigkeit oderpsychische Erkrankungen sowie verschiedene Formen der Liebe. Damit ist Melanie in der Mangaszene definitiv Vorreiterin in puncto Diversity! Die Charaktere sind alle liebenswert, lebendig und dreidimensional. Und sie sind nicht schwarz-weiß, sondern haben alle ihre Laster, Motive und Beweggründe.

Einer meiner liebsten Charaktere ist der undurchschaubare, manipulative und charismatische Andy. Bisher haben wir nur Bruchstücke aus seiner Vergangenheit mitbekommen, die jedoch verständlicher machen, warum er so handelt, wie er handelt. Außerdem ist sein Character Design ziemlich cool.

Der Zeichenstil von Melanie Schober ist einzigartig, detailreich und dennoch klar. Ich mag den Wiedererkennungswert, die schrillen Outfits und Frisuren und die kreativen Ideen. Egal ob niedliche Comics, ernsthafte Szenen, Schmuddelkram (tihihi) oder Werbeplakate wie für die Rollstuhlbasketball-WM in Hamburg zeichnet sie allerlei Sachen, die man sich auch als Nicht-Manga/Comic-Leser zu Gemüte führen sollte.

Außerdem durfte ich sie schon privat kennen lernen und sie ist unfassbar lieb, leidenschaftlich bei der Sache, sympathisch und bodenständig!

Ihre Comicstrips sind unfassbar witzig und bald wird es von ihr eine neue Geschichte aus dem Personal Paradise Universum geben, diesmal online. Dafür solltet ihr definitiv Melanies Patreon Seite und ihren Twitter Account im Auge behalten.

Gewinnspiel:

So, nun endlich zu dem Punkt, warum ihr alle hier seid: Dem Gewinnspiel. Alles was ihr tun müsst? Entweder unter diesem Beitrag oder unter dem Video kommentieren, welchen Charakter aus Personal Paradise ihr am liebsten mögt bzw. welcher davon euch neugierig macht oder interessiert.

Der/Die Gewinner*in erhält:

Personal Paradise Brave Brother 2.0
Eine Autogrammkarte von Melanie Schober
1x Überraschungs-Charm (siehe Abbildung)

Das Gewinnspiel ist beendet. Ich musste ein zweites Mal auslosen, da sich die ursprüngliche Gewinnerin leider nicht gemeldet hat. Gewonnen hat: Tanjas bunte Welt!

 

Teilnahmebedingungen:
– Teilnahmeschluss ist der 01.09 um 23:59 Uhr
– Der/Die Gewinner*in wird zufällig ausgelost und per Privatnachricht benachrichtigt
– Das Gewinnspiel hat nichts mit Youtube oder WordPress zu tun
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
– Gewinnberechtigt sind alle User über 18 Jahren mit Wohnsitz in Österreich, Deutschland oder der Schweiz (ab 14 Jahre mit Einverständniserklärung der Eltern)
– Es handelt sich um einen Sachgewinn, eine Auszahlung ist nicht möglich
– Für die Benachrichtigung und den Versand benötige ich eure Email-Adresse und Anschrift. Diese wird nicht anderweitig verwendet und im Anschluss an das Gewinnspiel gelöscht.
– Jede Person erhält nur ein Los, ein Mehrfachteilnahme wird nicht gewertet

Viel Glück!

[Rezension] 3in1 Comics & Graphic Novel – Macha, Django Unchained, Stille Wasser

[Rezension] 3in1 Comics & Graphic Novel – Macha, Django Unchained, Stille Wasser

Hallo meine Lieben!
Graphic Novels und Comics lassen sich meistens flott lesen, weil sie meistens kürzer sind als ein Buch und andere Erzählschwerpunkte setzen. Die Zeichnungen stehen im Mittelpunkt und tragen zur Stimmung bei. Deshalb dachte ich, ich mache eine 3in1 Rezension!

~Die 3in1 Rezension gibt es auch als Video auf meinem Youtube Kanal TheBlueSiren~

Kan Takahama – Stille Wasser


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  • Autorin: Kan Takahama, aus dem japanischen von Yvonne Gerstheimer
  • Titel: Stille Wasser
  • Zeichnerin: Kan Takahama
  • Genre: Kurzgeschichtensammlung, zeitgenössisch, Drama, Romantik
  • Verlag: Carlsen Graphic Novel
  • auf amazon* bestellen

Worum geht’s?
Wasser ist wandelbar – mal wild, mal sanft. Der Fluss des Lebens kann verschiedenste Wege nehmen. So erzählt es Kan Takahama auch in acht Kurzgeschichten, die von der Liebe, dem Leben und Menschen an Scheidepunkten ihres Lebens erzählen.


Meine Meinung:

Das Cover und der Titel schrien förmlich nach mir. Als Meer/Wasser(-wesen) liebende Japanophile musste dieses Graphic Novel früher oder später in meinem Bücherregal landen. Das Cover ist ein absoluter Traum! Ich war ein bisschen enttäuscht, dass die Geschichten innendrin in schwarzweiß und weniger detailliert gezeichnet sind. Obwohl alle Geschichten von Kan Takahama sind, hat sie für jede einen leicht anderen Zeichenstil gewählt, was ich sehr interessant finde. Die Geschichten waren interessante, bewegende und traurige Einblicke in die Leben verschiedener Personen.

Wirklich umgehauen oder vom Hocker gerissen, hat mich leider keine davon und bei manchen hatte ich auch nach dem zweiten Lesen noch ein Fragezeichen über den Kopf. Dennoch fühlte ich mich gut unterhalten und kann nicht sagen, dass es mir nicht gefallen hat. Der Bezug zum Wasser war nicht immer so deutlich, der Fokus lag mehr auf den Charakteren. Ich hätte mir mehr Ausdruck, mehr Tiefe und weniger seichte Tröpfchen gewünscht. Es war gut und schön zu lesen, aber bei dem wunderschönen Cover hatte ich einfach ein bisschen mehr erwartet. Deswegen gibt es von mir drei Seesterne.

 

 

Quentin Tarantino – Django Unchained


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  • Autoren: Quentin Tarantino (Drehbuch), Reginald Hudlin (Adaption), übersetzt von Dietmar Schmidt
  • Titel: Django Unchained
  • Zeichner: R.M. Guéra, Jason Latour, Denys Cowan, Danijel Zezelj, John Floyd, Giulia Brusco, Jose Villarubia, Michael Möller
  • Genre: Action, Befreiungsgeschichte, historisch
  • Verlag: Eichborn Verlag
  • bei Jokers kaufen | über amazon* bestellen

Worum geht’s?
Django wird gewaltsam von seiner Frau „Broomhilda“ getrennt und beide als Sklaven verkauft. Unverhofft stößt er auf den Zahnarzt Dr. Schultz, einen Kopfgeldjäger, der ihn das Handwerk lehrt und ihm zu neuen Stolz und Lebensmut verhilft. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach den Verantwortlichen für den Sklavenhandel und dem neuen, grausamen Besitzer von Broomhilda.


Meine Meinung:

Ich habe den Film tatsächlich noch nicht gesehen und musste gleich zugreifen, als es „Django Unchained“ als Graphic Novel günstig bei Jokers zu erstehen gab. Es ist komplett farbig und die Kapitel sind jeweils von verschiedenen Zeichnern illustriert. Bis auf ein Kapitel fand ich auch alle Zeichnung unglaublich gut und sehr gelungen. Die Stimmung, die Dynamik und die Charaktere kamen sehr gut rüber, ohne sich zu stark an den Schauspielern zu orientieren.

Die Geschichte bewegt, empört und reißt mit. Die Grausamkeit und die Ungerechtigkeit der Unterwerfung schwarzer Menschen in Amerika stoßen mir übel auf, umso genugtuunder ist Djangos Weg als Kopfgeldjäger. Die Figur des Dr. Schultz ist amüsant und sehr cool, wenngleich mich die „White Savior“-Thematik – also ein weißer, großmütiger Charakter, der als strahlender Held auftritt – ein kleines bisschen gestört hat. Ich werde mir den Film auf jeden Fall noch anschauen, da ich glaube, dass Cristoph Waltz den eiskalten Zahnarzt wunderbar verkörpern wird.

Wie üblich bei den Drehbüchern ist der Anteil an Blut, roher Gewalt und derben Szenen recht hoch, deswegen ist das Graphic Novel nichts für schwache Gemüter, wenngleich es eine gute Balance gefunden hat. Von mir gibt’s vier Seesterne für dieses rundum schicke und toll aufgemachte Graphic Novel.

 

Grimaldi & Plentzke – Macha


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  • Autorin: Flora Grimaldi, aus dem Französischen von Tanja Krämling
  • Titel: Macha – Eine Geschichte der Insel Errance
  • Zeichnerin: Maike Plentzke
  • Genre: High Fantasy
  • Verlag: Carlsen Comics
  • auf amazon* kaufen

Worum geht’s?
Naturverbundene Tierwesen, Elfen und Waldgeister bevölkern die Insel Errance. Als die Menschen kommen, lassen sie ihnen Platz zum Leben. Doch der Frieden währt nur kurz, der König der Menschen ist gierig und beginnt mit der Rodung des Waldes und der Tötung der Inselbewohner. Ein Krieg entbrennt und mittendrin sind das Fuchsmädchen Macha und ihr Geliebter Ronan, deren Liebe in diesen schwierigen Zeiten auf eine harte Probe gestellt wird.


Meine Meinung:

Dieser Comic ist gebunden und besticht durch das wundervolle, kräftige Cover. Die Zeichnungen von Maike Plentzke sind wunderschön, farbig und einfach magisch. Die Geschichte von Flora Grimaldi ist für Fantasy recht simpel – Natur gegen Mensch – und doch schaffen es die Charaktere mein Herz zu bewegen. Auch hier wird von Menschen wieder eine himmelsschreiende Ungerechtigkeit gelebt, Gier und Gewalt tränken die friedliche Insel Errance und trüben die Idylle.

Man möchte in die Geschichte hineinsteigen und manche Charaktere schütteln. Wie so oft, bahnen sich mehrere Tragödien an. Mich macht die Geschichte neugierig, denn die Verbindung zu „Bran“ – einem zweiten Comic aus der Reihe – wird bereits angedeutet. Macha als Hauptcharakter ist eine idealistische, leidenschaftliche junge Fuchsdame, mit der man leicht mitfiebern kann. Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte noch ein bisschen länger gewesen wäre, dass noch die ein oder andere Frage beleuchtet wird und wir uns andere Charaktere und die Insel Errance genauer anschauen. Nichtsdestotrotz habe ich den Comic verschlungen. Von mir gibt es vier Seesterne für dieses wunderschön gezeichnete Stückchen Fantasy.

 

Was denkt ihr? Habt ihr schon einen der Comics/eines der Graphic Novels gelesen? Oder sagt euch diese Form des Mediums gar nicht zu?

 


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Babsi auf der LBM18: Meine Leipziger Buchmesse

Babsi auf der LBM18: Meine Leipziger Buchmesse

Uff. Das beschreibt ziemlich gut, wie ich mich nach vier prall gefüllten Messetagen fühle. Ich bin k.o., hab heute bis halb 12 geschlafen und von Büchern und Menschen geträumt und musste zweimal blinzeln, um zu verstehen, dass ich wieder in meinem eigenen Bett liege. Ich bin erschöpft, glücklich erschöpft.

„Glücklich erschöpft“ ist ein tolles Gefühl. Etwas, an das man gerne zurückdenkt. Etwas, das vor allem Buchmessen oder Litcamps bei mir auslösen. In diesen wenigen Tagen ist viel passiert, ich habe viel gesehen, viel geredet, viel gelernt und doch verging die Zeit wie im Flug.

Ich bin froh, wieder in meinem Bett zu schlafen, aber meine Luftmatratzenschubserin Nadja vermisse ich ein bisschen. Auch die morgendlichen „Kaffeeeeee“ Ausrufe von Kia Kahawa und das zustimmende Brummen von Flo. Was ich definitiv nicht vermisse, ist die kitschige Dekoration in unserer Messe WG, die jegliche Regeln des guten Geschmacks in meinen Augen bricht.

Ansonsten war unsere Airbnb Wohnung übrigens super. Wir mussten mit der Straßenbahn nur einmal umsteigen, um zur Messe zu gelangen. Ich war nervös – mein erstes Mal Leipzig!

Ich werde mich hier auf meine Highlights beschränken, viele bunte Bilder und Ausschnitte gibt es in meinem Messevideo.

 

Meine Leipziger Buchmesse 2018

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Nornennetz

Da ich am ersten Tag direkt Standdienst beim Nornennetz hatte, eilten Nadja und ich durch die Hallen. Sehnsüchtig erblickten wir dabei bunte Stände, die wir uns später in Ruhe anschauen wollten.

Der allererste Messe-Stand des Nornennetzes war ein absoluter Hingucker – nicht zuletzt wegen den vielen unterschiedlichen Büchern, sondern auch wegen den niedlichen Boxen von Elenor Avelle und dem Loskelch, der viele Messegänger anlockte. Außerdem traf man dort immer liebe Kolleginnen, die ein warmes Lächeln und eine Umarmung parat hatten. Die Location war super, direkt daneben war eine Wand und schräg gegenüber ein Café bei dem man kurz verschnaufen konnte. Der Geruch von frischen Crêpes wehte stetig hinüber und lockte Besucher auch zu uns.


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Lesung von Fanny Bechert

Etwas peinlich war unsere erste Begegnung am Sternensand-Stand. Ich mutmaßte anhand des Covers, das es in „Countdown to Noah“ wohl um eine Zombieapokalypse ging. Fanny stand direkt hinter Nadja und mir und belehrte uns sofort eines Besseren. Die „Noah“ in ihrem Buch sind keine verfaulenden Leichen, sondern sehr lebendig. Durch eine Substanz die ursprünglich eine besser überlebensfähige Rasse aus dem Menschen machen sollte, wurden die Noahs kreiiert, die zwar durchaus kräftiger, sportlicher, aber auch instinkgeleiteter und damit hungriger wurden. Leider kamen sie dabei auch auf den Geschmack von Menschenfleisch… Das klang extrem cool! Anders als der Walking Dead Einheitsbrei. Die Lesung stand ohnehin auf dem Plan und nach dieser kleinen Einführung mussten wir auf jeden Fall hin. Die rothaarige Fanny ist sehr nett und fröhlich und hat auch extrem gut und lebhaft vorgelesen. Letztlich ist das Buch übrigens signiert mit auf die Reise nach Hause gekommen. 😉 Danke Fanny!


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9 lesen

Ein fabelhaftes Projekt füllte den Freitag Abend. Neun unterschiedliche Autor*innen aus verschiedenen Genres,  in verschiedenen Stadien des Schreibprozesses. Veröffentlicht und unveröffentlicht. Nebeneinander lesend, 10 Minuten Einblick in verschiedene Werken. Speedlesungsdating sozusagen. Und ich war eine der Autorinnen und durfte den Abend mit einem Ausschnitt aus meinem „Save Our Souls“ beschließen. Ich war so nervös, so aufgeregt, so hibbelig. Innerhalb kürzester Zeit leerte ich mein Wasser und mein Guiness und musste ab der zweiten Lesung aufs Klo. Da ich mich um die Videoaufnahmen kümmerte und meine Kamera aufgrund der Hitze zickte, blieb ich jedoch dabei und hätte mir wirklich beinahe in die Hose gemacht… Äh ja, genug über meine Blase.

ES WAR BOMBASTISCH! Das Pub war voll, die Lesungen war spannend und trotz einiger kleiner Schwierigkeiten hat der Abend total viel Spaß gemacht. Ein nächstes 9 lesen wird von der lieben Andrea Schrader geplant und ich glaube, wir haben unser Publikum ganz gut unterhalten. Vielen Dank an alle, die dabei waren! Videos von der Lesung wird es noch geben, die findet ihr später auch auf der offiziellen Website von 9lesen. (Der Mops hat nicht gelesen, aber er ist niedlich…)


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Lesung Liza Grimm

Auch für die liebe Liza Grimm war diese Messe ein Abenteuer – die erste große Lesung aus ihrem Buch „Die Götter von Asgard“. Außerdem war ich als Teil ihres Bloggerteams als Goldener Faden unterwegs und hatte ein Goodiebag dabei – die liebe Rachel hat mich superschnell gefunden.
Liza hat ihre Lesung absolut wundervoll gemeistert. Trotz Terminen und Stress hat sie immer ein riesiges Grinsen im Gesicht, bleibt herzlich und liebevoll. Meine Messekumpanin Nadja wurde sogleich zum Fan ohne irgendwas über das Buch zu wissen – einfach weil die liebe Liza ein so wunderbarer Mensch ist. <3


Natürlich war das nicht alles, aber das sind meine persönlichen Highlights!

Wir haben noch Jacky Vellguth getroffen und mit ihr geplaudert, Lesungen und Interviews gelauscht z.B. von Neil Shusterman, Marah Woolf und Bianca Iosivoni. Bei der Seraph Verleihung haben wir uns mit Janna Ruth über ihren Preis gefreut und beim Meet and Greet blaue Drinks geschlürft. Dann gab es das Heldentreffen mit Mary Cronos, Fans und Bloggern. Wir haben Künstler und Verlage besucht, ich habe mir meinen Manga von Melanie Schober signieren lassen, einen Polstergeist von Horrorkissen gezeichnet bekommen und einige Bücher und Goodies geschenkt bekommen.

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Menschen

Ohne euch wäre die Messe nicht, was sie ist.<3

Danke Nadja, Kia, Flo, Andrea, Jana, Julia, Magret, Jana, Chris, Michael, Hannes. Auch Muchas Gracias an Nora, Anne, Ela, Nika, Stella, Nise, Bonnie, Liza, Kat, Verena, Jen, Zippi, Anke, Denise. Merci Anna, Lily, Mareike, Charline, Anja, Thorsten, Janna, Janna R., Nora B., Nadine, Jenny, Suse, Cindy, Fanny, Franzi. Danke Rachel, Mary, Sophie, Isa, Anna, Lars, Helen, Sara, Jacky, Melanie, Jenni, Kathy Vanessa, Juliana. Ich habe so viele Menschen getroffen, dass ich bestimmt jemanden hier vergessen habe.

Danke auch an alle, die ich leider zeitlich nicht mehr treffen konnte.

Zum Schluss möchte ich allen Menschen danken, die mich auf der Messe begleitet haben. Alle, die ich treffen durfte. Allen Organisatoren, Verlagen, Sicherheitsleuten, Mitwirkenden, allen Besuchern (außer denen mit Rollkoffern und denen, die mitten im Gang stehen bleiben), allen fleißigen Helferlein, allen wundervollen Menschen, die ich treffen durfte und alle, die ich gerne noch getroffen hätte und hoffentlich beim nächsten Mal sehe.

 

Ich bin noch etwas k.o., aber voller Arbeitseifer und Motivation. Bis zur nächsten Messe!

Tüdelü, eure Babsi

[Rezension] Auf immer gejagt von Erin Summerill 

[Rezension] Auf immer gejagt von Erin Summerill 

Bei einem Gewinnspiel vom Carlsen Verlag** habe ich „Auf immer gejagt“ von Erin Summerill gewonnen. Vielen Dank dafür!

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Erin Summerill – Auf immer gejagt (Königreich der Wälder 1)

Worum geht’s? 

Tessa, Tochter des Kopfgeldjägers des Königs steht nach dem Tod ihres Vaters vor dem obersten Lord: Entweder sie wird wegen Wilderrei und der fraglichen Herkunft ihrer Mutter getötet oder sie hilft als talentierte Fährtenleserin bei der Suche nach dem Mörder ihres Vaters. Dabei handelt es sich aber um ihren Sandkastenfreund und ihre große Liebe Cohen! Auf der Jagd entdeckt Tessa mehr über das Königreich und über ihre Vergangenheit als ihr lieb ist…

  • Genre: Fantasy, Jugendbuch
  • Carlsen Verlag
  • gebunden*: 19,99

Videorezension:

 

Meine Meinung: 

Das Design ist wirklich schick, mit den goldenen Lettern und Ranken und dem düsteren Wald. Einzig das Mädchen auf dem Umschlag passt nicht so wirklich hinein. Schließlich läuft Tessa als Fährtenleserin 90% der Zeit in Hosen herum. Aber naja, Jugendfantasybücher brauchen wohl eine Frau in Rückansicht mit wallenden Haaren um eine starke Protagonistin darzustellen. Ich fand das Buch aber ohne Schutzumschlag mindestens genauso hübsch!

Liest man hinten den Text von Erin Summerill erschließt sich, dass „Auf immer gejagt“ ihr Debütroman ist. Ich muss leider sagen, das merkt man auch an einigen Stellen. Ihr Schreibstil lässt sich flüssig lesen, ist aber sehr einfach und schmucklos. So richtig hineingezogen wurde man in die Welt nicht. Es war halt alles irgendwie Wald und ein paar Städte und ein paar Menschen. An einigen Stellen hätte auch die Spannung sicherlich durch die Wortwahl oder hinauszögern gewisser Dinge sicher noch gewonnen. Ich hatte das Gefühl, in diesem Buch wurde einer der Schreibtipps überhaupt nicht so richtig befolgt: Show, don’t tell. Es wurde viel berichtet, aber wenig erzählt – wenn ihr versteht, wie ich das meine… Aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Wer meine Rezensionen liest, weiß, wie wichtig mir gute, lebhafte Charaktere sind. Hmpf. Es mag an der oben genannten Neigung gelegen haben, eher zu berichten als uns durch Handlungen oder Gesten zu zeigen, wie die Charaktere drauf sind. Aber die Charaktere blieben blass und ihr Schicksal war mir leider – und zwar durchgehend – ziemlich egal. Auch die Beziehung zwischen Cohen und Tessa – warum sich beide verliebt haben bzw. was sie am anderen mögen, ist mir auch nicht wirklich klar geworden – war wenig komplex und meist auf seinen Geruch, seine Muskeln und ihre schönen Haare beschränkt. Tessa war aufopferungsvoll und voller Hingabe, hier wäre sicherlich mehr drin gewesen, aber sie wirkte wie die 0815 Jugendbuch-Heldin, die durch ihre unantastbare Moral und ihre perfekt beherrschte Geheimgabe einfach unglaubwürdig erschien. Enat, Hauptmann Omar, Leif und die anderen blieben ebenfalls blasse Platzhalter mit klischeehaften Eigenschaften. Sehr, sehr schade. Ganz am Ende im Gespräch mit dem König hat sich noch etwas angedeutet, was mich zumindest neugierig macht. Aber in diesem Band konnten mich die Charaktere leider nicht überzeugen.

Der Klappentext ließ eine schwierige Beziehung, viele Verstrickungen und eine toughe Protagonistin anmuten. Inhaltlich war es aber dann doch anders, als ich es mir vorgestellt habe. Es war sehr geradlinig, es blieben immer wenige Fragen lange offen, bis auf ein paar Auseinandersetzungen wurde Cohen und Tessa immer aus der Patsche geholfen. So richtig „ernst“ wurde es nie, weshalb ich es stellenweise auch sehr vorhersehbar fand. Die „großen“ Enthüllungen waren dem Leser lange vor Tessa klar und dadurch hat es manchmal nur genervt. Es wird viel durch den Wald geritten, es gibt viele kurze Kampfszenen, viele Laber-Szenen und Szenen, in denen Tessa ihr Gesicht in Cohens Rücken drückt und an ihm schnüffelt. Naja. Die Welt und die Magie wurden ansatzweise erklärt, wirkten aber wenig ausgeklügelt und sehr generisch. Mittelalter-Fantasy, die Leute fürchten sich vor Magie, Ritter, Schwerter, Zack-zack. Damit will ich nicht sagen, dass das langweilig oder schlecht sein muss, aber viele ruhen sich auf diesen Angaben aus. Eine eigene Welt, mehr Eigenarten, mehr Details: Das wünsche ich mir!

Das Ende. Nun, mir war klar, dass diese eine Person aus plottechnischen Gründen sterben würde. Die „Offenbarung“ zum Ende hin war auch nicht wirklich glaubhaft oder schockierend. Ich hätte es spannender gefunden, wenn es doch noch mehr Schwierigkeiten auf beiden Seiten gegeben hätte, aber auch hier blieb der große Knall aus. Dennoch kam auf der allerletzten Seite doch noch ein Aspekt auf, den ich interessant bzw. spannend fand. Soweit ich weiß, werden auch noch weitere Bücher aus dieser Reihe folgen.

Fazit:

Im Großen und Ganzen ließ sich das Buch angenehm lesen, die Charaktere waren glanzlos, aber dennoch konnte man der Handlung gespannt folgen. Das Cover finde ich hübsch designt und das Ende hat es doch nochmal geschafft mich neugierig zu machen. Erin Sumerill ist ein gutes Debüt gelungen, das vor allem in puncto Charaktere und Schreibstil noch einige Schippen drauflegen kann und sollte. Als Lesespaß für zwischendurch mit ein bisschen Magie und Anschmachterei kann ich das Buch empfehlen. Von mir gibt es solide 3 Seesterne!

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Weitere Stimmen zum Buch:

Literatouristin

Sharon Baker


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