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Era (Ena & Kira) #ProjektArbeitstitel

Era (Ena & Kira) #ProjektArbeitstitel

Era (Ena & Kira) #ProjektArbeitstitel

Es gibt kaum Autor*innen auf twitter, die mich so neugierig machen und gleichzeitig so motivieren, auch hart zu arbeiten und an meinen Träumen festzuhalten, wie die beiden Ladies heute: Era – das sind Ena und Kira – die als Duo an ihren Projekten arbeiten.

Hallihallo!

Wir sind Era, das heißt: wir sind natürlich Ena und Kira, aber das Verschmelzen hat längst begonnen – sei das im Stil, den wir nach dem Glätten nicht mehr auseinander halten können, sei das in den Gesten oder Ausdrücken, die wir uns in herrlichster Sprachi-Frenzy digital wie analog hin und herwerfen – da muss der Name nachziehen. Und es ist ein Name, der Programm sein möchte.

Wir sind nämlich zwar erst ein gutes halbes Jahr gemeinsam unterwegs, gucken aber auf eine jahrelange Freundschaft (und Zusammenarbeit!) zurück und in allem, was uns dieses Duo mit ins Leben gespült hat, alle Entscheidungen, die damit verbunden waren, die schlaflosen Nächte, die emotionalen Rollercoaster – sie haben uns immer wieder eines vor Augen geführt: dass wir gemeinsam besser sind und dass das hier a thing for life ist.

Pinkie Promise. Eheversprechen. Fingerherz.

Da wir gekommen sind, um zu bleiben – lasst uns doch mal sehen, ob ihr uns Gesellschaft leisten wollt. Wir haben von bester Erdbeerbowle über den morgendlichen Projekttalk-Kaffee und die Prinzenrollenkekse zum Trösten über Charakterherzschmerz schon alles bereitgestellt. Macht es euch also ruhig bequem.


Flowerboy und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzählt uns doch ein bisschen davon!
Starten werden wir mit unserem FLOWERBOY, dessen Punchline die Essenz der Geschichte so gut auf den Punkt bringt, dass wir gar nicht viel mehr Worte darüber verlieren wollen (und die, die uns doch unter den Fingerspitzen hindurch schlüpfen, findet ihr in glorreicher Manier auf unseren Twitterprofilen!): IST DEIN TRAUM GROSS GENUG, REICHT EINE CHANCE NICHT.

Wir kehren mit Yoo Kinam, einem achtzehnjährigen Rapper, in seine Heimatstadt zurück, nachdem sein Traum, in einer koreanischen Idolgroup debütieren zu dürfen, wie eine Seifenblase zerplatzt ist (vorausgesetzt die Seifenblase ist geplatzt, weil man ihr einen ordentlichen Kinnhaken verpasst hat). Das Problem ist nur: um diesen Traum zu leben, ist er vor anderthalb Jahren mit der Hilfe seines Freundes Chan der Gang entflohen, zu der seine Familie gehört. Seine Rückkehr bedeutet Schande – und das lassen sie ihn spüren. Aber vor allem lassen sie es auch Chan spüren, und das! Das kann Kinam nicht hinnehmen, nicht einfach so, nicht, wenn Chan doch der Junge ist, der ihm das Träumen erst beigebracht hat.

Damit bewegen wir uns in den Sphären einer COMING OF AGE Geschichte, auch wenn wir längst nicht mehr auf die Young Adult Audience abzielen, die wir ursprünglich mal im Sinn hatten. Testleserfeedback kann ja so erhellend sein, nicht wahr? SLICE OF LIFE mischt sich mit GANG AU – und leitet damit ein Genre ein, das wir erst noch etablieren wollen:

IDOL FICTION.

Romane, Kurzgeschichten, Serials allesamt um die koreanische Entertainment Branche angesiedelt. Von K-Pop habt ihr vielleicht schon gehört, und vielleicht sind euch die Musikvideos bislang zu bunt gewesen, vielleicht sind euch viele der Hits zu aufgeregt. Verstehen wir, ging uns am Anfang auch so, aber lüftet man erstmal den Vorhang, wirft man einen Blick hinter die Kulissen, lässt man sich ein auf diese Menschen, die an der Schwelle von Kindheit zu Jugendlichkeit entscheiden, dass sie ihr Leben ganz und gar ihrem Traum verschreiben wollen, findet man nicht nur Quelle um Quelle der Inspiration für das Verfolgen eigener Träume.

Man findet vor allem auch Schatztruhen voll menschlicher Abgründe, voll verrohter Menschlichkeit, die bei all den Restriktionen der Industry immer Outlets findet, um frei zu brechen, weil dort, wo das Licht am hellsten scheint, auch die längsten Schatten geworfen werden. Und wir wissen alle, was in diesen Schatten geschieht.

Falls ihr es noch nicht wisst, es aber erfahren wollt – hi, hello, annyeong. Be our guest, and put our service to the test. ♥

 

Wie schauen die Pläne für euer Projekt aus?
FLOWERBOY ist geschrieben! Hört ihr die Sektkorken noch knallen? Wenn nicht, stoßen wir auch gerne nochmal mit euch drauf an!

Dieser Tage trudelt das letzte Testleserfeedback ein und das heißt, wir starten in die heiße Phase der letzten Überarbeitung, internes Lektorat und Korrektorat, nebenbei: Buchsatz, nebenbei: grafische Aufbereitung. Nebenbei: Content Production Frenzy, damit #FLOWERBOY, wenn er schon kein gemachtes Nest bekommt, wenigstens auf eine mächtige (Rap) Crew in seinem Rücken zählen kann!

Wir sind also busy bis in die letzte Haarspitze, aber anders würden wir es auch nicht wollen. Und ganz ehrlich, anders können wir es nach diesem letzten halben Jahr auch gar nicht mehr!

 

Mögt ihr uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Nachdem wir mit FLOWERBOY die TRAPNEST-Romanreihe lostreten, die zwar alles nur nicht seicht ist, aber in den üblichen Konzepten abläuft, die wir alle aus unserem Bücherregal gewöhnt sind, hüpfen wir mit dem nächsten Projekt auf Metaebenen, die am Ende nicht nur uns quietschen lassen werden, versprochen!

Noch kennt ihr sie vielleicht nicht, die koreanischen Dramen, aber ihre Dramaturgie toppt alles, was wir von gängigen Branchen wie Hollywood und Bestseller-Listen angeboten bekommen haben. Ihr Charakterdesign, ihr Storytelling ist uns stetig Inspiration und in allem Vorbild wie Maßstab. Wie könnten wir euch da mit BLANKSCHATTEN nicht in ein New Adult goes Adult Fiction Serial entführen? Es kann ohne Frage alleinstehend gelesen werden, aber seit unserer Entscheidung für ERA und gegen die üblichen Veröffentlichungskanäle ist es wunderbar in dasselbe Universum gebettet, das wir euch auch schon mit FLOWERBOY vorstellen. Heißt: Augen aufhalten, wer euch da womöglich wiederbegegnet! Heißt vor allem aber auch: Zeit für Entwicklung, Zeit für die Zwischentöne, Zeit für die Graunuancen. Zeit für die Menschlichkeit. (Na, habt ihr unser Theme schon erkannt?)

 

Schreiballtag

 

Was ist eure größte Herausforderung im Schreibprozess?
Was soll ich sagen? Man beachte den Gebrauch von ALL CAPS und seufze zufrieden ein ›quod erat demonstrandum‹. Nein, tatsächlich sind wir in unseren Kreativprozessen nicht nur so gesettled, sondern sowieso so ähnlich (und wo wir nicht ähnlich sind, inzwischen bestens synchronisiert), dass es noch nie der Schreibprozess war, der uns schlaflose Nächte gekostet hat. Der Aufbau einer Präsenz in den Sozialen Medien … unsere Ansprüche gemessen an den Skills, die wir uns noch aneignen müssen … nun ja, das ist ein anderes Thema.

Aber sei es Charakterdesign per Sprachi, sei es Plottingfrenzy über Erdbeerbowle und in Straßenbahnwagons, sei es das Hin und Herspielen verschiedener Sichten in den einzelnen Szenen oder auch die Glättungsprozesse, die darauffolgen – wir können nicht genug davon kriegen, man könnte es obsessiv nennen.

Oder wir nennen es, Hustle. Nennen es, Dream Chasing. Nennen es, Putting in the Work. Klingt dann besser.

 

Habt ihr eine Schreibroutine?
Wir schreiben neben Studium, neben Nebenjob, neben dem Pflegen von Beziehungen und dem Leben mit zwei Kleinkindern. Darin sind unsere größten Verbündeten die Prioritäten, unsere besten Freunde die Kompromisse und unsere ärgste Feinde Familienbesuche und Feiertage. Haha, just kidding. Sort of. Kinda. Maybe.

Work and Life Balance, ihr kennt das Problem. Wir arbeiten dran und das tun wir besonders gerne. Die ultimative Effizienz werden wir aber sowieso entwickeln, wenn Kira dann im Herbst übersiedelt und Bonn verlässt, um gemeinsam mit Ena Dresden unsicher zu machen. Wir hibbeln jetzt schon darauf hin und wir können versprechen, ihr werdet merken, wenn’s soweit ist!

 

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Trau dich. Probier dich aus. Gib dich mit Herz und Seele in deine Projekte. Verlieb dich in all deine Schreibfreunde – sie werden dir nicht nur das Handwerk beibringen, du wirst von ihnen auch so viel über das Leben lernen, dass dir manchmal der Kopf davon schwirrt. Lass sie weiterziehen, wenn eure gemeinsame Zeit vorüber ist, aber behalt das, was sie dir geschenkt haben, in wärmster Erinnerung. Schreib deine Projekte nicht zehn Mal neu. Lass sie stehen als das, was sie in jenem Moment waren, was sie in jenem Moment sein konnten, und wende dich neuen Geschichten zu.

Mach alles genauso, wie du’s sowieso machst, denn so wirst du unweigerlich bei dem Ladyboss landen, mit dem du jetzt durch Projekte fliegst, von denen du alleine nicht einmal geträumt hättest. All the roads that lead you there are winding, aber goddammit, sind sie es wert.

 

Wie ist es, gemeinsam ein Buch zu schreiben?
Es ist das eigentliche Highlight in allem. Wir nehmen an, dass es ein bisschen auf deinen Duo-Partner ankommt, das ist also kein Blanko-Schein, das alleinige Schreiben an den Nagel zu hängen und sich dem Nächst-Willigen an den Hals zu schreiben, aber stolpert man durch Zufall (oder kosmische Einwirkung, we see you, Universe!) über den Goldtopf am Ende des Regenbogens, so wie wir das getan haben, gibt es nichts Besseres.

Wir sind uns zumindest sicher, dass wir nicht mehr ins Solo-Schreiben zurückkehren wollen. Weil wir zu zweit besser sind. Mehr als ein Jahrzehnt des alleinigen Schreibens und das, was wirklich den Deckel wegsprengt, ist, wenn die Eine zur Anderen sagt: Ja, aber so leicht ist das nicht.

Und dann geht man zurück, und guckt genauer hin, und quatscht einander die Ohren ab, aber vor allem die Herzen voll.  Weil man dem, was man da ins Leben ruft, an Dämonen und an Abgründen und an Großartigkeiten, nicht allein gegenübersteht. Da, wo man bisher ungenügend war, ist jetzt eine andere Stimme, ein anderes Set an Fähigkeiten, an Stärken, an Blickwinkeln da und der restliche Hirnschmalz außerdem, der einem sonst fehlte, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sah. Und dann wird das Kino ganz, ganz groß.

Für das eigentliche Schreiben hilft es, wenn man für den Schreibstil des Anderen auf die Knie gehen würde. Für das eigentliche Schreiben hilft es, Zeit und Liebe in Szenenplanungen zu investieren, die sicherstellen, dass man in dieselbe Richtung schreibt, selbst wenn es vier Hände statt zweien sind, die über die Klaviatur fliegen und Worte in Melodien weben.

Aber das Wichtigste ist, in our humble opinion, bereit zu sein, sich vom Leben synchronisieren zu lassen. Das schickt Funken in die Welt, die zu Projekt-Waldfeuern auflodern – und diesen Rausch wünschen wir jedem mindestens einmal im Leben. ♥

 

Motivation

 

Habt ihr Vorbilder bzw. Menschen, die euch inspirieren und motivieren?
Okay, okay, wollt ihr die cheesy Antwort? Wir einander, immer, immer, immer. Und das ist noch nicht mal gelogen.

Aber selbstverständlich ist die Welt voll unglaublicher Menschen, die uns auf unserem Weg auf die ein oder andere Weise in diese Richtung gestoßen haben, die uns schließlich zusammen und an diesen Punkt geführt hat. Kira hat zum Beispiel frohlockt, als sie White Oleander von Janet Fitch gelesen hat, weil es alles erklärt, das man über Enas Schreibpräferenzen wissen muss. Und Ena weiß, ist Kira nicht an Softness gestorben, bringt das Gucken von koreanischen Talent/Survival Shows einen Inspirations-Boost mit sich, der nachts um vier Sprüche gebärt wie „Trainee Tage sind keine Idol Tage“ und nach denen wir seitdem leben.

Spannender ist aber, welchen Unterschied es gemacht hat, unser Gemeinsam aus dem stillen Kämmerchen zu holen und ins Licht eurer Aufmerksamkeit zu rücken. Die Liebe, die wir auf Twitter in die Welt brüllen und die uns von euch zurückschallt, ist unbezahlbar und tagtäglich Quelle unserer Motivation. Keep it up, people. ♥

 

Was sind eure Wünsche und Ziele für die Zukunft?
„Maybe … Grammies?“

Entschuldigt, hier einfach so Min Yoongi Quotes reinzuhauen, ist vielleicht etwas voreilig, aber dann auch wieder nicht: mit GRMY launchen wir ein Label, das sich der IDOL FICTION verschreibt. Und der Traum, die Vision in allem ist und war immer, dass sich damit eine Bühne öffnet, die nicht nur wir beide bespielen. Wir stehen bereits in Gesprächen mit ultratollen Leuten mit noch viel cooleren Projekten, die wir auf keinen Fall ziehen lassen können, weil sie uns nicht nur von den Füßen geholt, sondern durch und durch bereichert haben.

Denn die Wege, die wir bereiten, sind keine, auf denen uns andere folgen sollen – es sind immer Wege, die es gemeinsam zu bestreiten gilt. Gemeinsam mit den Charakteren, gemeinsam mit den Leser*innen, aber eben auch immer gemeinsam mit anderen Kreativseelen und -herzen. Wo wären wir ohne sie? Wo stünden wir ohne sie? Wie käme man jemals vom Fleck, ohne sie?

 

Was war euer schönster Autor*innen-Moment bisher?
Es müssen die Momente sein, wenn wir bemerken, dass die Charaktere angekommen sind. Manchmal bringen sie Dynamiken mit, die wir im ersten Moment noch nicht sehen konnten, aber kommen sie an, ist er ein weiteres Mal vollbracht, dieser kleine, aber feine Zaubertrick, der aus dem Nichts, was da war, ein Leben geschürft hat. Von da an muss sich die Magie nur noch entfalten, sich zwischen die Worte weben wie eine Melodie, die Leser*in, Charakter und Autorin nicht nur für die Dauer des Lesens miteinander verschmelzen lässt.

So wie wir kommen, um zu bleiben, tun das auch unsere Charaktere – und egal, durch welche Hölle wir sie schicken, am Ende gehen wir jeden Schritt davon gemeinsam.

 

Eine kleine Kostprobe..

Aus FLOWERBOY:

»Hab die Episoden auch gesehen. Zumindest die Youtube-Sachen«, beginnt er. »Das war sicherlich poliert, durch Schnitt nochmal alles inszeniert, aber …« Chan zuckt mit den Schultern. »Wieso nicht? Ich würde dich auch dabei haben wollen.«

Schnaubend hebt Kinam einen Fuß aufs Bett und schiebt ihn unter seinen Oberschenkel, die Dog Tags vergessen. »Bullshit. Wie viele Leute kennst du, denen Seoul eine zweite Chance zuwirft? Zero. Weil es keine zweiten Chancen gibt. Seoul hat keine zweiten Chancen nötig. Und erst recht nicht-«

»Warum ist es so abwegig, dass du in anderen etwas inspirierst?« Die ruhige Gelassenheit von Chans Worten nimmt Kinam den Wind aus den Segeln, und seine Augen verhaken sich in Kinams, lassen Braun mit Braun kollidieren, bis die Gewissheit Chans auch auf Kinam übergehen will.

 

»Dass du etwas bewegst; dass in deinem Spitten was freibricht, was andere nicht schaffen?«

»Darum geht es nicht, ich-«

»Nein. Hast Recht.« Chan faltet die Hände in seinem Schoß, ehe er sich aufrichtet und sich dann in der weichen Polsterung zurücklehnt, ohne Kinam auch nur eine Sekunde zu Atem kommen zu lassen. »Bei dir ging’s nie nur um den Rap, Rap war nur ein Outlet. Es war immer wichtiger, das, was da begraben liegt, an die Oberfläche zu reißen. Deshalb war dir niemand gewachsen. Du hast keine Behauptungen in den Raum gestellt. Wenn du auf diesen Bühnen standst, hast du Geschichten erzählt und das, was dabei rumkam, das war nie nur Musik-«

Mit dem Stolpern seines Herzens verengt Kinam die Augen. »Als käme es darauf an, das interessiert doch Seoul nicht, das-«

»… Fuck, Kinam«, schiebt Chan nach, und seine Stimme klingt so rau, sein Lachen so müde, aber sein Blick ist auch so gottverdammt warm und weicher, als noch Sekunden zuvor, weicher als Kinam ihn gesehen hat, seit er zurück ist. Weicher, als er für möglich gehalten hat, bei allem, was Chan gesehen haben muss, unweigerlich gesehen haben wird, weil Kinam seinen Bruder kennt.

»Wann checkst du endlich, dass da etwas ist, zwischen dem Universum und dir, das zurückgeschrien hat, in all den Nächten, in denen wir geschrieben, geredet und rumprobiert haben, bis jeder Verse eingeschlagen hat, wie er einschlagen sollte? In den Entscheidungen, die du getroffen hast, in den Entscheidungen, die wir getroffen haben«, Kinam erzittert unter der Intensität von Chans Blick, »haben wir was in den Nachthimmel geblasen, okay.«

 

Bullshit, will Kinam ihn unterbrechen. Lass die Esoterik-Kacke stecken. Aber das hier ist nicht Sehun, der beim Weed nicht aufgehört hat und jetzt mitten im Sprayen innehält, um Träume in die Welt zu schreien, die nichts als Hirngespinste gewesen sind.

Das hier ist Chan und als alle anderen nur das Problem in Kinam gesehen haben, ihn ungebremst in Konfrontationen rauschen ließen, befriedigt von der Bereitschaft Kinams für Provokationen jedweder Art, amüsiert von der Rastlosigkeit, die Kinam auf jede Herausforderung einsteigen ließ, … hat Chan das alles Mut genannt.

Hat sich die Zeit genommen, ihn anzusehen, sich die Mühe gemacht, hinzuhören – und Kinam hat alles daran gesetzt, seine Entdeckungen wahrwerden zu lassen.

 

»Kinam«, Chans Zunge legt sich auf eine Weise um seinen Namen, die Kinam zurück in die Gegenwart zerrt. »Es ist doch so – Entscheidungen treten Konsequenzen los und Konsequenzen kreieren Momentum. Und wenn du mir sagst, dass eine CEO Lady aus Seoul den Weg hierher auf sich genommen hat, um dir ein Angebot zu machen, klingt das nicht nach abstruser Scheiße für mich, sondern-«

»Sondern?« Die Gier bricht das Wort schneller aus Kinams Kehle frei, als er gucken kann.

Aber anstatt seine Ungeduld zu tadeln, brechen sich Chans Mundwinkel in ein Lächeln, das so schmerzlich selten geworden sein muss, dass mit jedem Herzschlag, den Chan noch in Schweigen hüllt, Tränen aus den verrohten Tiefen Kinams Seele emporsteigen.

»Ich würde es wieder tun, weißt du. Alles. Egal, was es am Ende bedeutet hat.«

 


Ena & Kira

 

 

Flowerboy, der 1. Teil der TRAPNEST-Reihe, wird im Sommer unter dem Label GRMY erscheinen.

Klappentext:

IST DEIN TRAUM GROSS GENUG, REICHT EINE CHANCE NICHT.

In Seoul reichen anderthalb Jahre, um vom Trainee zum Idol zu werden. Als Yoo Kinam jedoch kurz vor dem Debüt seiner Idolgroup aus der Hauptstadt zurückkehren muss, führen die Trümmer seines Traumes in eine Welt, die sich ohne ihn weitergedreht hat. Denn die Gang zu verlassen, ist ein Verbrechen. Aber die Gang zu verlassen, um Träume zu leben, ist unverzeihlich.

In seiner Abwesenheit geoutet und als verweichlicht verdammt ist er bereit, den Rap zu begraben und sich dem Schicksal seiner Herkunft hinzugeben. Immerhin meidet ihn seit seiner Rückkehr selbst Chan, der Einzige, der ihm einst half, sein Talent zu polieren. Doch als Kinam herausfindet, warum seine Nachrichten unbeantwortet bleiben, stehen die Zeichen auf Sturm. Denn in Daegu reichen anderthalb Jahre, um dich vom Producing Genie der hiesigen Undergroundszene in ein Ganggefüge zu reißen – und dein Schicksal ausweglos zu besiegeln.

Kinam weiß, dass die Gang ein zweites Mal zu verlassen Leben fordern wird. Aber sein Rap ist nicht nur Waffe, sondern auch Hoffnung, die grell genug flammen und ihnen einen letzten Weg zurück nach Seoul leuchten kann, brennt er diese Welt nur endgültig nieder.

Wie gut, dass Kinam bereit ist, über Leichen zu gehen, wenn es bedeutet, den Jungen zu retten, der ihm das Träumen beibrachte.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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