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Babsi auf der LBM18: Meine Leipziger Buchmesse

Babsi auf der LBM18: Meine Leipziger Buchmesse

Uff. Das beschreibt ziemlich gut, wie ich mich nach vier prall gefüllten Messetagen fühle. Ich bin k.o., hab heute bis halb 12 geschlafen und von Büchern und Menschen geträumt und musste zweimal blinzeln, um zu verstehen, dass ich wieder in meinem eigenen Bett liege. Ich bin erschöpft, glücklich erschöpft.

„Glücklich erschöpft“ ist ein tolles Gefühl. Etwas, an das man gerne zurückdenkt. Etwas, das vor allem Buchmessen oder Litcamps bei mir auslösen. In diesen wenigen Tagen ist viel passiert, ich habe viel gesehen, viel geredet, viel gelernt und doch verging die Zeit wie im Flug.

Ich bin froh, wieder in meinem Bett zu schlafen, aber meine Luftmatratzenschubserin Nadja vermisse ich ein bisschen. Auch die morgendlichen „Kaffeeeeee“ Ausrufe von Kia Kahawa und das zustimmende Brummen von Flo. Was ich definitiv nicht vermisse, ist die kitschige Dekoration in unserer Messe WG, die jegliche Regeln des guten Geschmacks in meinen Augen bricht.

Ansonsten war unsere Airbnb Wohnung übrigens super. Wir mussten mit der Straßenbahn nur einmal umsteigen, um zur Messe zu gelangen. Ich war nervös – mein erstes Mal Leipzig!

Ich werde mich hier auf meine Highlights beschränken, viele bunte Bilder und Ausschnitte gibt es in meinem Messevideo.

 

Meine Leipziger Buchmesse 2018

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Nornennetz

Da ich am ersten Tag direkt Standdienst beim Nornennetz hatte, eilten Nadja und ich durch die Hallen. Sehnsüchtig erblickten wir dabei bunte Stände, die wir uns später in Ruhe anschauen wollten.

Der allererste Messe-Stand des Nornennetzes war ein absoluter Hingucker – nicht zuletzt wegen den vielen unterschiedlichen Büchern, sondern auch wegen den niedlichen Boxen von Elenor Avelle und dem Loskelch, der viele Messegänger anlockte. Außerdem traf man dort immer liebe Kolleginnen, die ein warmes Lächeln und eine Umarmung parat hatten. Die Location war super, direkt daneben war eine Wand und schräg gegenüber ein Café bei dem man kurz verschnaufen konnte. Der Geruch von frischen Crêpes wehte stetig hinüber und lockte Besucher auch zu uns.


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Lesung von Fanny Bechert

Etwas peinlich war unsere erste Begegnung am Sternensand-Stand. Ich mutmaßte anhand des Covers, das es in „Countdown to Noah“ wohl um eine Zombieapokalypse ging. Fanny stand direkt hinter Nadja und mir und belehrte uns sofort eines Besseren. Die „Noah“ in ihrem Buch sind keine verfaulenden Leichen, sondern sehr lebendig. Durch eine Substanz die ursprünglich eine besser überlebensfähige Rasse aus dem Menschen machen sollte, wurden die Noahs kreiiert, die zwar durchaus kräftiger, sportlicher, aber auch instinkgeleiteter und damit hungriger wurden. Leider kamen sie dabei auch auf den Geschmack von Menschenfleisch… Das klang extrem cool! Anders als der Walking Dead Einheitsbrei. Die Lesung stand ohnehin auf dem Plan und nach dieser kleinen Einführung mussten wir auf jeden Fall hin. Die rothaarige Fanny ist sehr nett und fröhlich und hat auch extrem gut und lebhaft vorgelesen. Letztlich ist das Buch übrigens signiert mit auf die Reise nach Hause gekommen. 😉 Danke Fanny!


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9 lesen

Ein fabelhaftes Projekt füllte den Freitag Abend. Neun unterschiedliche Autor*innen aus verschiedenen Genres,  in verschiedenen Stadien des Schreibprozesses. Veröffentlicht und unveröffentlicht. Nebeneinander lesend, 10 Minuten Einblick in verschiedene Werken. Speedlesungsdating sozusagen. Und ich war eine der Autorinnen und durfte den Abend mit einem Ausschnitt aus meinem „Save Our Souls“ beschließen. Ich war so nervös, so aufgeregt, so hibbelig. Innerhalb kürzester Zeit leerte ich mein Wasser und mein Guiness und musste ab der zweiten Lesung aufs Klo. Da ich mich um die Videoaufnahmen kümmerte und meine Kamera aufgrund der Hitze zickte, blieb ich jedoch dabei und hätte mir wirklich beinahe in die Hose gemacht… Äh ja, genug über meine Blase.

ES WAR BOMBASTISCH! Das Pub war voll, die Lesungen war spannend und trotz einiger kleiner Schwierigkeiten hat der Abend total viel Spaß gemacht. Ein nächstes 9 lesen wird von der lieben Andrea Schrader geplant und ich glaube, wir haben unser Publikum ganz gut unterhalten. Vielen Dank an alle, die dabei waren! Videos von der Lesung wird es noch geben, die findet ihr später auch auf der offiziellen Website von 9lesen. (Der Mops hat nicht gelesen, aber er ist niedlich…)


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Lesung Liza Grimm

Auch für die liebe Liza Grimm war diese Messe ein Abenteuer – die erste große Lesung aus ihrem Buch „Die Götter von Asgard“. Außerdem war ich als Teil ihres Bloggerteams als Goldener Faden unterwegs und hatte ein Goodiebag dabei – die liebe Rachel hat mich superschnell gefunden.
Liza hat ihre Lesung absolut wundervoll gemeistert. Trotz Terminen und Stress hat sie immer ein riesiges Grinsen im Gesicht, bleibt herzlich und liebevoll. Meine Messekumpanin Nadja wurde sogleich zum Fan ohne irgendwas über das Buch zu wissen – einfach weil die liebe Liza ein so wunderbarer Mensch ist. <3


Natürlich war das nicht alles, aber das sind meine persönlichen Highlights!

Wir haben noch Jacky Vellguth getroffen und mit ihr geplaudert, Lesungen und Interviews gelauscht z.B. von Neil Shusterman, Marah Woolf und Bianca Iosivoni. Bei der Seraph Verleihung haben wir uns mit Janna Ruth über ihren Preis gefreut und beim Meet and Greet blaue Drinks geschlürft. Dann gab es das Heldentreffen mit Mary Cronos, Fans und Bloggern. Wir haben Künstler und Verlage besucht, ich habe mir meinen Manga von Melanie Schober signieren lassen, einen Polstergeist von Horrorkissen gezeichnet bekommen und einige Bücher und Goodies geschenkt bekommen.

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Menschen

Ohne euch wäre die Messe nicht, was sie ist.<3

Danke Nadja, Kia, Flo, Andrea, Jana, Julia, Magret, Jana, Chris, Michael, Hannes. Auch Muchas Gracias an Nora, Anne, Ela, Nika, Stella, Nise, Bonnie, Liza, Kat, Verena, Jen, Zippi, Anke, Denise. Merci Anna, Lily, Mareike, Charline, Anja, Thorsten, Janna, Janna R., Nora B., Nadine, Jenny, Suse, Cindy, Fanny, Franzi. Danke Rachel, Mary, Sophie, Isa, Anna, Lars, Helen, Sara, Jacky, Melanie, Jenni, Kathy Vanessa, Juliana. Ich habe so viele Menschen getroffen, dass ich bestimmt jemanden hier vergessen habe.

Danke auch an alle, die ich leider zeitlich nicht mehr treffen konnte.

Zum Schluss möchte ich allen Menschen danken, die mich auf der Messe begleitet haben. Alle, die ich treffen durfte. Allen Organisatoren, Verlagen, Sicherheitsleuten, Mitwirkenden, allen Besuchern (außer denen mit Rollkoffern und denen, die mitten im Gang stehen bleiben), allen fleißigen Helferlein, allen wundervollen Menschen, die ich treffen durfte und alle, die ich gerne noch getroffen hätte und hoffentlich beim nächsten Mal sehe.

 

Ich bin noch etwas k.o., aber voller Arbeitseifer und Motivation. Bis zur nächsten Messe!

Tüdelü, eure Babsi

Hobbyautoren vs. seriöse Autoren? Von Spaßprojekten und ernsten Kindern

Hobbyautoren vs. seriöse Autoren? Von Spaßprojekten und ernsten Kindern

Hobbyautor*innen – gibt es das überhaupt? Sind alle Autor*innen, die nicht vom Schreiben leben können gleich Hobbyautor*innen? Oder ist jeder, der eine Geschichte schreibt ein Autor*in?

Früher, als ich hauptsächlich Fanfiction geschrieben habe, und noch keinerlei Ambitionen hatte meine Geschichten bei einem Verlag zu veröffentlichen, habe ich mich selbst als „Hobbyautorin“ betitelt. Ich sehe mich als Autorin, denn ich habe eigene Projekte beendet und möchte bald mit meinem Exposé auf der Suche nach einer passenden Agentur gehen.

Kurzgeschichten habe ich schon immer ohne große Bedenken im Internet veröffentlich, bei manchen Projekten – vor allem bei meinem Baby Save Our Souls – war ich da zurückhaltender. Aber warum? Liegt es daran, dass SoS ein „ernstes“ Projekt ist? Und was bedeutet das? Sind „nicht-ernste“ Geschichte automatisch schludrig und nachlässig geschrieben?

 

Plotten, Komplott, Kompott

Ich bin kein Plotter. Je genauer ich eine Geschichte plane, desto sicherer schreibe ich mich in eine Sackgasse. Die erste, richtig lange Geschichte, die ich beendet habe, war eine Fanfiction. Ich habe immer ein paar Kapitel mit ca. 2000 Wörtern geschrieben, dann veröffentlicht und auf Leserfeedback gewartet. Ein grober Plan. Einige Eckpunkte. Mehr gab es nicht und die Kapitel sind nach Lust und Laune, nach Tagesstimmung aus meinen Fingern geflossen. Natürlich haben sich einige Logikfehlerchen oder Inkonsistenzen ergeben, denn mit 50 Kapiteln habe ich gut über ein Jahr an der Geschichte geschrieben. Es hat unfassbar viel Spaß gemacht und ich bin dieses Projekt ernsthaft angegangen. Als Fanfiction allerdings mit dem Wissen, dass es nie bei einem Verlag landen wird (Shades of Grey war da noch nicht so bekannt). Ich konnte mich austoben, ausprobieren. Und dass ohne den Druck irgendeinem Maßstab gerecht zu werden.

 

Die ernsten Kinderlein

Dann aber gibt es Projekte, an denen ich im stillen Arbeite. Mit etwas mehr Plan als die Fanfictions. Der große Unterschied: Kaum jemand bekommt sie zu Gesicht, bevor sie fertig sind. Und der Grund?

Das ist eine ernsthafte, wichtige Geschichte.“

Alle meine Geschichten sind meine Babys, aber es gibt ein paar, die sind mir besonders wichtig. Die möchte ich polieren, perfektionieren, ihr Potenzial und ihre Charaktere ausschöpfen. Wie bei Save Our Souls. Ich hoffe, dass es irgendwann in einem Verlag unterkommt. Oder dass ich es als Selfpublisher veröffentliche. Das ist keine Geschichte, die ich „leichtfertig“ aus der Hand gebe. Nichts, das im Internet landen soll und eventuell kopiert und auf einer anderen Plattform von jemandem hochgeladen wird, der sich meine Lorbeeren umhängen will. Man veröffentlicht nur Ausschnitte, Schnipsel, vielleicht eine Kurzgeschichte zur Welt, aber auf keinen Fall die ganze Geschichte. Heutzutage treiben sich bei Sweek und Wattpad auch Leute herum, die nach guten Geschichten mit großer Fangemeinde Ausschau halten. Aber früher hieß es: „Wenn die Story schon irgendwo gepostet ist, hast du keine Chance mehr bei einem Verlag.“ Der Gedanke hält sich immer noch hartnäckig bei mir. Die Chance entdeckt zu werden ist mir zu gering als das ich bestimmte Geschichtenschätze freilassen würde.

Natürlich würde es mir sauer aufstoßen, wenn jemand einfach meine Fanfiction kopiert und unter anderem Namen veröffentlicht. Aber es ist eine Geschichte, die ich wissentlich und bewusst bereits in einem frühen Stadium in die Welt hinaussetze.

 

Liebst du nicht all deine Kinder gleichermaßen?

Jein. Ich mag meine Geschichten. Ich mag meine Charaktere. Aber ich weiß, dass es qualitative Unterschiede gibt. Ideen, die Potenzial haben. Ideen, die neu und außergewöhnlich sind. Und Geschichten, die ich vielleicht aus einem Gefühl heraus schreibe, weil ich Lust auf eine romantische Geschichte habe. Womöglich haben all diese Rohlinge dasselbe Potenzial, aber ich kann nicht alle Steinchen schmirgeln und polieren, die in meiner Schatztruhe liegen. Meine aktuelle „Romantasy“-Idee ist so ein Steinchen. Ich glaube, dass die Welt durchaus Potenzial hat, dass es nicht der totale Einheitsbrei ist – aber ich möchte die Geschichte in die Welt schicken, um sie wachsen zu sehen. Möchte Kapitel für Kapitel auf Abenteurreise gehen und Leserfeedback hören und einbauen. Es ist ein Stein, der sich hoffentlich durchs über den Boden rollen und über das Wasser flitschen, abreibt und den Edelstein freigibt. Es ist eine Geschichte, die ich zwanglos und entspannt angehen kann. Eine, bei der ich mir keine hohen Maßstäbe setzen muss, bei der ich einfach schreibe. Gerade wenn man sehr verbissen und konzentriert an einer Story feilt, kann es gut tun, zwischendurch mal ein bisschen gröber arbeiten zu können. Ein bisschen weniger anspruchsvoll zu sein, ohne zu schludern.

 

Hä, Babsi?

Ich prüfe die Geschichten trotzdem auf Herz und Niere, lese die Kapitel Korrektur, aber ich schicke sie mit einem anderen Zweck in die Welt hinaus. Und ich lerne daraus für die Feinarbeit, die Save Our Souls mir aktuell abverlangt – denn das Testleserfeedback trudelt nach und nach ein und die große, zweite Überarbeitung steht an. Denn Save Our Souls lässt sich nicht so Kapitel für Kapitel mit dem Kopf in den Wolken schreiben, Save Our Souls packt mich am Kragen und zwingt mich zur vollsten Konzentration, da es viel komplexer ist.

Zwischendurch also eine „einfache“ Geschichte zu konstruieren ist eine willkommene Abwechslung, ein Ausflug, eine Fingerübung. Einfach bedeutet dabei aber nicht gleich schlecht. Es ist anders, eben ein bisschen kompliziert. Autorinnenhirnwortsalatdings.

 

Üben, üben, Üben

„Seriöse“ Autor*innen belächeln gerne die Fanfiction-Schreiber, die jungen Teenager, die ihre Geschichten auf Wattpad, fanfiktion.de etc. hochladen. Aber das ist falsch und ziemlich dumm. JUNGE MENSCHEN, die SCHREIBEN. Die LESEN. Die ihre Geschichten präsentieren und riskieren, kritisiert zu werden. Was Besseres gibt es doch gar nicht? Aber vermutlich sind diese „seriösen“ Kritiker genau diejenigen, die sich über Jugendliche mit Smartphones aufregen und die Verrohung der Gesellschaft fürchten. Schreiben & Lesen sind das genaue Gegenteil. Und wenn es eine simpel konstruierte Twilight Kopie mit jeder Menge Kitsch und peinlichen Sexszenen ist – es ist ein Anfang. Es ist ein geschriebenes Wort, es ist eine Geschichte, ein Stein. Nicht überall schlummern Juwelen, aber das findet man erst mit der Zeit heraus. Schreiben ist ein Handwerk, das man lernen kann. Und ein Handwerk für das man sich begeistern kann. Ich finde es wundervoll, dass junge Leute schreiben und lesen und sich trauen, ihre eigenen Werke im Internet zu publizieren, wo sie manchmal ziemlich schroffe Kritik abbekommen. Macht niemanden nieder, weil er nicht „ernsthaft“ genug schreibt. Ermutigt stattdessen, sich zu verbessern, Potenzial auszuschöpfen, die Edelsteine freizulegen.

So eine positive Autor*innengemeinschaft wünsche ich mir jedenfalls. <3

→ Meine maritime Romantasy-Geschichte bei Sweek: Der Horizont hinter den Wellen

 

Konntet ihr diesen Gedankenwust entknoten, am Ende sogar nachvollziehen? Schreibt mir gerne eure Meinung dazu in die Kommentare!
Tüdelü, eure Babsi

 

Nomen est omen? Die wunderbare Welt der Namen

Nomen est omen? Die wunderbare Welt der Namen

Barbara

Am 4. Dezember war „Barbara-Tag„. Man gedenkt der Märtyrerin Barbara von Nikomedien, die trotz vieler Verehrer und Drängen ihres Vaters keinen Mann heiraten wollte. Sie wollte lieber Christin sein, auch das war verwerflich. Daraufhin wurde sie in einen Turm eingesperrt. Sie wurde misshandelt, gefoltert und schließlich getötet. Später wird sie von der katholischen Kirche heiliggesprochen und als Schutzpatronin von Bauarbeitern, Bergleuten und Architekten verehrt.

Ein kaum noch wirklich bekannter Brauch ist, am 4.12 ein paar Zweige von einem Baum oder Strauch (z.B. Apfel, Forsythie) zu schneiden und diese in einen Krug mit Wasser zu stellen. Bis zum Heiligabend sollen diese Zweige blühen und die kalte Jahreszeit erhellen. Dann gibt es noch das „Bärbeletreiben“ – Frauen verkleiden sich als alte Greisinnnen, hauen Leute mit Weidenruten und verteilen Nüsse und Obst. Das erinnert fern an Klausentreiben oder den Krampusbrauch.

Warum weiß ich sowas? Weil ich auch Barbara heiße und meine Großeltern mir jeden Namenstag ein bisschen Schokolade geschenkt und mir gratuliert haben. Außerdem haben wir in der Familie immer Zweige abgeschnitten und manchmal haben sie sogar geblüht.

Der Name Barbara geht vermutlich auf das lateinische „barbarus“ für Barbaren zurück, da die Römer nur „Blablabla“ verstanden, wenn die wilden Nordmänner redeten. Es wird mit „Fremder, Ausländer“ übersetzt oder mit „bärtig“. Nach der Bedeutung sind meine Eltern jedenfalls nicht gegangen als sie meinen Namen ausgesucht haben. 😉

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Ich bin goldrichtig bei den BartBroAuthors!

Namen und ihre Bedeutung für die Literatur

Bella & Edward, Elisabeth & Darcy, Romeo & Julia – diese Namen pflanzen uns in Kombination sofort ein Bild in den Kopf. Kevin, Chantalle, Jerome, Jacqueline – auch diese Namen lösen sofort etwas aus. Lilith, Lucian, Caleb oder Dawn wollen uns vielleicht nachts bei Vollmond in eine fantastisch-düstere Welt entführen und uns das Blut aussaugen. Bei häufig vorkommenden Namen wie Anna, Lisa oder Lucas sind die Assoziationen vielleicht nicht so stark. Und dann gibt es noch die Namen, die wohl noch Jahre vor allem mit einem bestimmten Charakter assoziiert werden wie Alice, Hermine oder Edward.

Namen sind Schall und Rauch? Namen als Stigma? Nomen est omen? Sind Namen wichtig?

Wenn die Geschichte passt, sind Namen nicht so wichtig. Aber sie können auch ganz wunderbare Stilmittel sein, um Charakterzüge zu unterstreichen oder dem Charakter durch ihre Bedeutung in ein ganz neues Licht zu tauchen.

Fantasy ist ein gutes Beispiel. Ein Elf namens „Horst„, eine Zwergin namens „Caroline“ und ein Drache namens „Kerstin“ – Passt nicht so gut, oder? Melodias, Gundrid, Saphira – das passt schon ein bisschen besser. Natürlich spielen Namen gerne mit Stereotypen oder äußerlichen Merkmalen der Charaktere. Gerne kommen auch Namen aus der Mythologie zum Einsatz „Hades“, „Lilith“, „Eva“ oder „Pandora“. Manche erfinden Namen höchstselbst oder kreieren sie: Gwendocian, Markamas, Truphiosa, Klerangina, Jestovizius.

Es gibt strahlende Heldinnen wie Light, Hope, Stella oder Grace. Toughe Kämpferinnen nennt man vielleicht eher Raven oder Cat. Mysteriöse Typen können auf keinen Fall Sven oder Karl heißen, es muss irgendwie besonders klingen wie Jace, Caleb, Vincent oder zumindest Luke. Will man einen alten Charakter benennen, sucht man einfach einen längst aus der Mode gekommenen, früher üblichen Namen, wie Holger, Helga, Gertrude oder Wolfgang aus. Manche Namen werden auch aufgrund ihrer Bedeutung ausgesucht. Ein schönes Detail um einen Twist anzudeuten, ein Merkmal des Charakters zu unterstreichen oder eine Kontroverse des Charakters darzustellen:

Sophie, altgriech. Weisheit. Alexander, Beschützer. Lucia, die Lichtbringerin. Leo, der Löwe. Charlotte, die Anmutige. Gizem, die Geheimnisvolle. Felix, Glück. Marina, am Meer lebend. Alina, die Edle, die Erhabene.

Ich finde z.B. die Namen in Harry Potter sehr gelungen. Severus Snape, Draco Malfoy, Ron Weasley, Sirius Black, Bellatrix Lestrange – Das sind sprechende Namen!
Auch, wenn man keine Ahnung von Harry Potter hat wird man sich unter diesen Namen etwas vorstellen können. Die Gesinnung, das Gemüt entspricht irgendwie dem Klang der Namen. In Kinderbüchern wird das viel häufiger und noch offensichtlicher gemacht, man denke nur an „Frau Knüppelkuh“ und „Fräulein Honig“ aus Matilda von Roald Dahl.

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Natürlich kann man nach dem Klang gehen, wenn man seine Charaktere benennt. Aber ich finde es immer wieder faszinierend, wenn Namen zu mir sprechen oder ich herausfinde, dass der Name eine Bedeutung hat, die mit der Geschichte oder eine Charaktereigenschaft zu tun hat. Es gibt auf jeden Fall viele Namen, die eher selten verwendet werden und dennoch wunderschön sind. Bei vorname.com findet ihr allemöglichen Formen der Sortierung um den passenden Namen für eure Schöpfungen zu finden.

Wisst ihr, was euer Name bedeutet? Worauf achtet ihr bei der Namenssuche für eure Charaktere? Was ist euer Fantasie-Name?

Tüdelü,
eure Babsi

Babsi schreibt #2 Meine Charaktere

Babsi schreibt #2 Meine Charaktere

Wie die Überarbeitung läuft…? Ähm… Lalala.

Heute möchte ich euch ein paar Charaktere aus meinem Urban Fantasy Projekt „Save Our Souls“ vorstellen.

Das Herzstück meiner Geschichte bilden meine Charaktere, für die ich auch schon Themesongs ausgewählt habe. Heute möchte ich euch die Figuren vorstellen, die in „Save Our Souls“ eine wichtige Rolle spielen.

Ein seelenfressendes Biest bedroht die Welt der Menschen und die Unterwelt gleichermaßen. Es muss irgendwie aufgehalten werden, aber selbst für uralte Teufel und Hexenmeister ist dieses Vieh neu. Fest steht: Eine einzelne Person wird mit diesem schwarzen Loch auf zwei Beinen nicht fertig.

 

Victoria Winter
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Photo by Roksolana Zasiadko on Unsplash

Victoria, genannt Vic, ist 23 Jahre alt, kann seit ihrer Geburt Geister, Seelen und das „wahre Gesicht“ einer Person sehen – also erkennen ob jemand ein Vampir oder ein Werwolf ist, ob jemand nur von einem Dämon besessen oder schon komplett vereinnahmt wurde. Sie hat mit ihrer turbulenten Vergangenheit abgeschlossen und arbeitet als Mädchen für alles für Sulaiman, einen einflussreichen Hexenmeister. Meistens schmeißt sie in seinem Namen die Bar „Arcana„, die hauptsächlich von nicht-menschlichen Wesen frequentiert wird. Ab und an erledigt sie aber auch Aufträge, besänftigt und verscheucht Poltergeister und spricht mit den Geistern wichtiger Informanten. Sie ist ziemlich zufrieden mit ihrem Leben. Vic kennzeichnet sich durch ihren starken Willen und ihre langjährige Erfahrung aus. Als sie dem Teufel Nero bei der Angelegenheit mit dem Biest helfen soll, ist sie zunächst skeptisch, gibt aber ihrem Pflichtgefühl nach.

Fun fact: Sie ist Vegetariererin und Gelegenheitsraucherin.

 

 

Dawn Conally
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Photo by Miranda Wipperfurth on Unsplash

Dawn Conally ist 24 Jahre alt und eine geübte Dämonenjägerin. Auffällig sind ihre Tattoos und Piercings und ihre langen Beine. Bereits ihre Eltern waren in der „Gilde der Jäger“ tätig und so lernte Dawn früh das Kämpfen gegen die Wesen der Finsternis. Es verschlug sie in die Stadt zur Informationsbeschaffungs-Abteilung der Jägergilde, die von einer Pizzeria aus operiert und vor allem potenzielle Gefährder überwacht und manchmal auch deren Verfolgung oder Beseitigung übernimmt. Als Deckmantel für ihren Beruf gibt sie an, neben Pizzalieferantin auch Yoga und Fitnessworkshops zu geben. Sie ist engagiert, idealistisch und loyal, weshalb sie sich sofort auf Victorias Seite schlägt.

Fun fact: Sie achtet sehr auf eine gesunde, eiweißreiche Ernährung und ihr Äußeres.

 

Nero
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Photo by Vero Photoart on Unsplash

Nero ist ein Teufel, der dem Rat der 13 – also den mächtigsten Vertretern seiner Art – angehört. Sein wahres Alter ist unbekannt und er gibt sich gerne mysteriös. Im Gegensatz zu Seth und anderen Teufeln ist er jedoch recht umgänglich und umgibt sich gerne mit Menschen. Wie alle Teufel des Rats kommandiert und bestimmt er über beachtliche Scharen von Dämonen. Nachdem die Unterwelt durch den Ausbruch des Biests in Aufruhr gerät ist er einer der ersten, die dem Befehl Lucifers nachkommen und losziehen, um die Sache zu untersuchen.

Fun fact: Er ist von seiner Familie maximal genervt und vermeidet den Kontakt zu ihnen.

 

Seth
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Photo by Taylor Grote on Unsplash

Seth ist ein Teufel und Mitglied des Rats der 13, wie auch sein Kollege Nero. Auch sein wahres Alter ist unbekannt, jedoch gibt er an, älter als Nero zu sein. Er ist machthungrig arrogant und verachtet Menschen und alle, die ihm in punkto Macht nicht gewachsen sind. Er sucht energisch und fieberhaft nach dem Biest und ist zu ungeduldig um mit Victoria zu kooperieren. Eigenständig begibt er sich auf die Suche nach Informationen und Wegen, um das Biest aufzuspüren und dessen Kräfte vielleicht selbst nutzen zu können.

Fun fact: Die einzigen Lebewesen, die er mag, sind Katzen, da er heimlich für Bastet und Sachmet schwärmt.

 

Sasha
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Photo by chelsea ferenando on Unsplash

Sasha ist eine mächtige Lamia, eine blutsaugende Schlangendämonin und erklärte Feministin. Sie betreut und umsorgt viele Einrichtungen für Frauen und Mädchen, u.a. die Frauenhäuser der Stadt. Zusätzlich hat sie einen Nachtclub, durch den sie auch mit Sulaiman in Kontakt kam. Sie hat ein beachtliches „Nest“ aus Lamia, die sie geschaffen hat und behütet ihre Schützlinge akribisch. Ihr wahres Alter lässt sich nur schätzen, aber sie hegt einen ziemlichen Groll gegen Männer im Allgemeinen. Sasha erwähnte, dass sie einst ein großes Nest im Amazonas besaß, dass jedoch von Kolonialisten zerstört wurde. Sie ist temperamentvoll, ihren Gegnern gegenüber gnadenlos aber sehr liebevoll gegenüber ihren Lieben. Sie wird eher unfreiwillig in den Konflikt um das Biest hineingezogen, als Dämonen Mädchen aus ihren Einrichtungen entführen.

Fun fact: Sie ist eine ziemliche Frostbeule.

 

Sulaiman
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Photo by Alex Holyoake on Unsplash

Sulaiman ist ein geheimnisvoller, mächtiger Hexenmeister und Kopf der „Afarit Corporation„. Sein Ruf eilt ihm bis in die Unterwelt voraus, obwohl er selbst selten auf die Bühne tritt. Er ist Victorias Chef und Arbeitgeber. Im Laufe der Jahre hat er verschiedene Firmen und Unternehmen in sein Imperium eingegliedert und handelt vor allem mit Informationen. Sein Netzwerk an Kontakten und Leuten, die ihm etwas schulden, ist für Außenstehende kaum zu durchschauen. Die Bar „Arcana“ lässt er komplett von seinem Golem Aaron und Victoria managen, jedoch weiß er scheinbar immer, wenn etwas vorgefallen ist. Er gibt Victoria das OK mit Nero zusammenzuarbeiten, um das Biest aufzuspüren und stellt ihnen außerdem Sasha vor.

Fun fact: Er telefoniert nicht gerne.

p.s.: Ich habe übrigens alle wichtigen Charaktere auch bei Sims erstellt, tihihi.


Titelbild

Babsi schreibt #1 Wie die Idee zu mir fand

Babsi schreibt #1 Wie die Idee zu mir fand

„Save Our Souls“ lautet der Arbeitstitel meines Herzprojektes. Einer Geschichte, die ich Anfang des Jahres beenden konnte und die nun mitten in der Überarbeitung steckt. Eine Leseprobe gibt es hier. Aufgesetzt habe ich die Geschichte allerdings schon mehrmals, teils auch wirklich weit geschrieben. Noch länger begleitet mich die Idee – oder besser gesagt die beiden Protagonisten:

Victoria, ein Medium, das Geister sehen und mit ihnen kommunizieren kann und Nero, ein launischer Teufel aus der Hölle, der sich gerne in die Angelegenheiten von Menschen einmischt.

Woher kamen die beiden? Wie kam ich auf ihre Geschichte?

Ich habe in meiner Jugend, zwischen 13 und 16, unglaublich viel gelesen. Durchschnittlich zwei Bücher pro Woche – mindestens. Harry Potter, Bis(s) zum Morgengrauen, Chroniken der Unterwelt. Nebenzu auch Mangas wie Naruto, One Piece und Vampire Knight. Ich habe Charmed und Supernatural im TV verfolgt. Gezockt habe ich auch, am liebsten Witcher und Devil May Cry. Warum ich genau diese Titel nenne? Weil sie alle etwas mit der Enstehungsgeschichte zu tun haben.

Viele von uns mögen die rebellischen, bösen Jungs, die anecken, Tabus brechen und Schwierigkeiten selbstbewusst entgegen treten. Gleichzeitig war ich in dem Alter vor allem von Liebesgeschichten und Romantasy angezogen. Ich habe alles gelesen, was mir in die Finger kam. Wer sich in dem Genre auskennt, weiß, dass die meisten Geschichten sich sehr ähneln. Das stört mich z.B. heute viel mehr als damals.
Angefangen ernsthaft zu schreiben habe ich mit Fanfictions. Ich stieß irgendwie darauf und begann auch schlechte, sehr schauderhafte Liebesgeschichten zu schreiben zwischen erdachten Charakteren (OCs) und beispielsweise Charaktere aus One Piece oder Naruto. Ich habe wirklich viel geschrieben und es hat unfassbar viel Spaß gemacht. Aber es hat mir nicht gereicht nur über bereits existente Charaktere in einer bereits fertigen Welt zu schreiben.

„Aber, wenn das so und so wäre…“ „Wenn das so wäre und nicht so…“ „Wenn Edward kein glitzernder Waschlappen, sondern ein mächtiger und düsterer Typ wäre“ „Wenn eine weibliche Protagonistin kein unbeschriebendes Blatt, sondern tough und intelligent wäre…“ „Mir fehlt etwas an dieser Geschichte, es wäre doch viel cooler, wenn…“ „Hier fehlt mir das und das…“ „Also nur Romantik ist öde, ich möchte mehr Action“

Ich wollte eine Geschichte erzählen, die es so noch nicht gab. Die zwar viele Elemente meiner liebsten Bücher und Geschichte hatte, aber eben anders war. Von diesen Gedanken kam ich nie los und daraus wurde irgendwann Victoria geboren. Ich erinnere mich daran, dass sie zuerst einen japanischen Namen hatte und Halb-Deutsche, Halb-Japanerin sein sollte, weil ich so ein krasser Japan-Fan war. Meine FFs und sie waren damals von allen möglichen Klischees geprägt, die man sich so über Fanfiktion-Schreiber erzählt. *hust* Aber die Grundzüge waren nicht komplett für die Tonne.
Ich habe die Geschichte oft angefangen, oft durchdacht und halbherzig einige Szenen geschrieben. Weil ich innerlich nicht zufrieden mit dem stereotypen Mädchen war. Und weil das Gegenüber, heute Nero, nicht fest war. Ich wollte einen mächtigen Typen, cool, böse und unabhängig. Jemand, der nicht sofort der Protagonistin verfällt und ein weichgespülter Wischi-Waschi Typ ist. Aber gewalttätige Rapefiction wollte ich auch nicht schreiben. (Wobei einige meiner FFs teils ungünstige Beziehungsmuster hatten… durch Twilight etc. dachte ich damals, dass sowas wie „Nachstellen“ wirklich romantisch ist… Ja, dafür haue ich heute auch noch gerne meinen Kopf uffe Tischplatte)

Hierbei sollte ich vielleicht auch erwähnen, dass die Geschichte sehr lange als Romantasy gedacht war. Davon bin ich vor zwei, drei Jahren abgekommen, da sich andere Charaktere auch weiterentwickelt haben und klarer geworden sind. Zum Beispiel Victorias Mitbewohnerin die Dämonenjägerin Dawn oder die Lamia-Dame Sasha. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt. Mit mir und meinem Alter haben sich also meine Charaktere auch weiterentwickelt und haben sich schließlich von mir gelöst.

Victoria wurde erwachsener, unabhängiger und weniger self-insert. Nero hingegen wechselte mehrmals die Spezies, wurde dreidimensionaler, komplexer und geheimnisvoller. Sie haben wirklich einen Prozess durchgemacht, ebenso wie ihre Geschichte. Heute kann ich sagen, dass es kein Mädchentraum mehr ist, in dem ein dunkler Ritter eine sensible Maid aus ihrer öden Welt befreit.

Heute ist es wirklich nahe dran an dem, was ich gewollt habe. Ein Mix aus diversen Genres: Action, Horror, Übernatürliches und ein bisschen Drama und Romantik. Mit lebendigen Charakteren und verzwickten Dilemmata. (Also ich hoffe, dass es mir gelungen ist).

Und ich glaube mein jüngeres Ich würde die Geschichte auch gut finden. 😉


Euch hat dieser Beitrag gefallen? Was würdet ihr gerne noch über meine Geschichte wissen?

Beitragsbild: https://pixabay.com/photo-525958/

Babsis #Litcamp17 Rückblick

Babsis #Litcamp17 Rückblick

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Mit Eva @variemaa und Nora @ElenorAvelle

Literaturcamp in Heidelberg

Am 25.06.2017 und 26.06.2017 fand das zweite Literaturcamp in Heidelberg statt. Genauer gesagt in den Räumen des Dezernat 16, einer alten Feuerwache in der Nähe des Hauptbahnhofes.

DSCN8322Die Sessions im größten Raum wurden außerdem aufgezeichnet und auf dem offiziellen Youtube Kanal des Literaturcamps hochgeladen. Das Ganze wurde ermöglicht durch Livestream-Watch.

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Valentin Bachem war fleißig unterwegs um Fotos zu schießen, schaut euch unbedingt die tollen Schnappschüsse an.

 

Hier berichte ich über meine liebsten Sessions:

Zusammen mit der lieben Rena und der lieben Julia habe ich übrigens eine Session zum Thema Autorengesundheit gehalten. Unter anderem kamen Themen vor wie man den inneren Kritiker wegscheucht, wie man mit Rückschlägen umgeht usw.. Auch die liebe Nicole Neubauer hatte eine ähnliche Session gehalten, in dem sie durch die Beschwörung eines hauseigenen Patronus den Kritiker/Dementor ganz flix wegzaubert.

Mir hat vor allem die Session von Kathrin von be_ebooks zum Exposé geholfen, da mein Manuskript gerade in der Überarbeitung ist und ich mich bald daran machen möchte, es bei Verlagen einzureichen. Ich wusste z.B. nicht, dass es durchaus gewünscht wird überhaupt Vergleichstitel zu nennen à la „Mein Buch könnte Lesern von Kim Harrisons Blutspur-Reihe gefallen“. Sie hat es auf jeden Fall geschafft, mir die Angst vor diesem Schritt zu nehmen und nach den Klausuren und dem Umzug, werde ich mich wohl an die Arbeit machen!

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Ich durfte mir mit der lieben Jana Tomy ein Zimmer teilen und habe am Sonntag ihre Session „Charaktere (er)leben“ besucht, die Improtheater und Charaktererstellung vereint. Im Raumlauf sollten wir uns vorstellen, welche Körperteile schwer sind, wie man als Tier läuft und wie unsere Charaktere laufen und anderen begegnen würden. Dabei musste man nicht nur die Gangart imitieren sondern durfte auch am eigenen Leib erfahren, wie ebendas auf den Charakter wirkt. Wenn ein Charakter selbstbewusst läuft, muss er noch lange nicht selbstbewusst sein. Ich konnte tolle Impulse und Anreize für mich mitnehmen.

Außerdem hatte ich die Ehre nicht nur die Session der fabelhaften Bianca aka Literatouristin zu besuchen, wir sind auch gemeinsam mit anderen abends auch noch durch Heidelberg gezogen und haben eine köstliche Männermilch im Thanner getrunken. Während der Session haben wir in der Runde fleißig gebrainstormed was für Beiträge und Möglichkeiten es gibt, den eigenen Blog zu pimpen und ihn zu etwas Besonderem zu machen. „10 Dinge, die Autoren niemals sagen würden“ – und Nummer 2 wird dich überraschen! Dabei war besonders der Appell laut: „Seid kreativ, traut euch und schreibt auch seltsame Gedankengänge und Ideen auf!“ – ob man danach auf veröffentlichen klickt oder nicht, die grauen Zellen sind in Schwung gekommen.

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Als bekennendes Benjamin Spang Fangirl musste ich natürlich auch seine Session zum Thema Crowdfunding besuchen. Dabei konnte man wieder mal merken, wie viel Arbeit hinter so einer Kampagne steckt, wie viel Mühe, Herzblut und Liebe – und dass es weniger um das Geld geht als darum das eigene Projekt zu verwirklichen. Benni hatte viele hilfreiche Tipps parat. Die Kampagne sollte früh bekannt gegeben werden und nicht zu lange dauern. Reizvolle Dankeschöns, liebevolle Mails an Blogger und mögliche Unterstützer sowie ein seriöses Marketing gehören zu dem ganzen aufwendigen Paket namens Crowdfunding.

Eva-Maria Obermann hielt eine Session wie Blogger*innen sich professionalisieren und was Buchblogs mit Literatuwissenschaften gemein haben. Dabei kam nicht nur eine Liste mit Leuten zustande, die eine LitWi-Blogparade machen wollen, sondern es gab auch interessante Anekdoten, Beispiele und konkrete Ideen, wie man Themen aus der Literaturwissenschaft auf dem eigenen Blog aufarbeiten kann. Dazu muss der Beitrag nicht perfekt wissenschaftlich sein, sich z.B. mit Stereotypen oder bestimmten Motiven genauer auseinanderzusetzen, ist bereits ein interessanter Schritt. Durch solche Themen haben nicht nur Leser mehr davon, sondern auch der eigenen Blog wird womöglich Leute anlocken, die vielleicht sogar Literaturwissenschaften studieren – und wer weiß, vielleicht wird euer Blogeintrag demnächst im Vorwort einer Bachelorarbeit zitiert?!

Außerdem wohnte ich einer spannenden Diskussion zum Thema Digitalisierung von Janet Clark bei.
Bastian von MeinVerlag2020 machte deutlich, wie wichtig es ist, seine Zielgruppe zu kennen und sich auch fernab des Buchbereichs zu vernetzen.
Maggo, der beste Pen&Paper Leiter überhaupt, verzückte das Publikum mit seiner Karamell-Frapuccino-Stimme und brachte uns seine kreative Herangehensweise an den Weltenbau nahe.
Anna von inkofbooks erklärte, wie man den eigenen Blog persönlicher gestalten kann und wie man einen Wiederkennungswert schafft. Ihre Session „Lebe deinen Blog“ hat sie auch auf ihrem Blog nochmal zusammengefasst.

Abends unterhielt uns die liebe Susanne Kasper von literaturschock mit den witzigsten Buchcovern, den skurrilsten Ratgebern und einigen wirklich hilfreichen Rezensionen.

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Einhorn – Insel von Ruhe und Regebogen in Dezernat16 Farben

Es gab so viele interessante Runden, Workshops und Sessions, dass es wirklich schwierig war, sich zu entscheiden. Man wünschte sich einen Zeitumdreher oder die Fähigkeit sich zu vervielfältigen. Und in jeder Session konnte ich doch das ein oder andere Bisschen für mich mitnehmen.

Für mich war mein zweites Literaturcamp und das erste Mal in Heidelberg ein absolutes Highlight. Eine angenehme Atmosphäre, spannende Sessions und das alles im Rundum-Sorglos-Paket: Slushies, Kaffee, Getränke und köstliches veganes Catering, Sonnencreme, ein Pool für die Füße, kostenlose Kinderbetreuung, Hunde zum Streicheln, Sofas,  ein Ruheraum, bunte Pfeile zur Orientierung, ein aufblasbares Einhorn – für all diese Dinge wurde gesorgt. Einfach nur wow.

Dafür ein großes DANKESCHÖN an alle Beteiligten, die dazu beigetragen haben. Zwischen den spannenden Sessions gab es wunderbare, lockere Gespräche und nirgends fühlte man sich unwillkommen. Große Autoren neben absoluten Neulingen im umgezwungenen Plausch bei Tschunk.

Natürlich, an manchen Punkten könnte man vielleicht noch ein bisschen optimieren. Und wahrscheinlich wird man es nie allen Recht machen können, aber für mich war es wieder ein wundervolles Spektakel voller neuer Eindrücke, toller Kontakte und lieber Menschen.

Ich bin totmüde, aber motiviert und voller Freude nach Hause gefahren. Mein Herz und meine Gedanken hängen immer noch ein wenig vor dem Dezernat in der brütenden Sonne herum und lassen den Blick verträumt über die Menschenmenge schweifen.

Vielen vielen Dank an alle, die dabei waren, die mitgemacht haben, die sich beteiligt haben, die geholfen haben und alle, die da waren. Ich habe ein unvergessliches Wochenende in Heidelberg verbracht und freue mich schon aufs nächste Jahr!

Weitere Impressionen:

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Ein großes Danke auch an die lieben Sponsoren, ohne die das Litcamp nicht möglich wäre:

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Schluss machen

Schluss machen

Schluss machen fällt mir unglaublich schwer. Also damit meine ich jetzt nicht Beziehungen beenden – das ist auch nicht leicht, aber eine ganz andere Kiste! Ich habe unzählige angefangene Schreibprojekte auf meiner Festplatte herumdümpeln.ordner

Alles feinsäuberlich sortiert und thematisch in Ordner gegliedert. 15 Dokumente allein im Fantasy-Ordner. Einige habe ich bereits angefangen, Szenen aufgeschrieben und könnte eigentlich weiterschreiben. Bei manchen ist immerhin eine Wordseite vollgeschrieben, andere sind nur Ideen.

Auch in meinem Hauptprojekt, meinem „Baby“, das den Arbeitstitel „Save Our Souls“ trägt, bin ich noch nicht zu einem Ende gekommen. Ich stecke seit Anfang des Jahres im letzten Viertel fest. Mir fehlt noch der große Showdown und dann ein Ausblick auf die Geschehnisse in Band 2. Aber ich ächze und krieche seit Wochen in diesem Showdown und will nicht so recht zu einem Ende kommen. Viel lieber prokrastiniere ich damit in den vorigen Kapiteln zu basteln und zu editieren.

Woran liegt das? Nun, ich glaube einerseits habe ich Angst oder Respekt davor.

Angst, dass es ernst wird, wenn ich in die Überarbeitung gehe. Angst, dass der Zauber verloren ist und dass ich nichts mehr zu sagen habe, wenn diese Herzensgeschichte fertig erzählt wird. (Was bei meinem wirren Hirn eigentlich unmöglich sein sollte)

Ich bin ein Discovery Writer. Mir reicht eine kleine Idee, ein Aufhänger, ein Charakter und ich schreibe los. Bei manchen Geschichten setze ich natürlich feste Fixsterne auf die ich hinarbeite, um mich zu orientieren – aber alles was dazwischen kommt bleibt ungeplant. Das bedeutet im Nachhinein oftmals viel Arbeit durch Umschreiben, Umstellen und neu schreiben – aber es ist die Methode mit der ich am Besten fahre. (Auch ein Grund, warum ich ganz selten Schreibtipps gebe. Ich schreibe zu wirr und zu unordentlich, als dass ich glaube, das meine Methode wirklich für viele Autoren und Autorinnen da draußen geeignet ist)

Je ausgeklügelter, konstruierter eine Geschichte von mir ist, desto langsamer komme ich voran. Paradox, oder? Ich kann es mir nicht richtig erklären. Vielleicht hemmt mich das auch kurz vor dem Ende, weil das Ende oftmals eines der ersten Dinge in einer Geschichte ist, die bei mir fix sind.

Aber ich will diese Geschichte beenden. Ich will sie hinaus in die Welt schicken und mit euch teilen. Ich will auch Band 2 schreiben und noch viele Geschichten mehr, die in meiner Schatztruhe aka Hirn schlummern.

 

An meine lieben Autorinnen und Autoren da draußen – was fällt euch beim Schreiben schwer? Wenn ihr auch Schwierigkeiten habt, Schluss zu machen, was sind eure Kniffe, Ratschläge und Tricks?

 

 

Rückblick: Das Literaturcamp Bonn 2017

Rückblick: Das Literaturcamp Bonn 2017

Tut mir leid, dass ich in letzter Zeit kaum längere, vernünftige Beiträge für den Blog verfasse und nur ganz dröge meine Videos ohne Kommentar verlinke. Ich gelobe baldige Besserung! (Ich habe einige Themen, über die ich noch schreiben möchte, aber die Muße ist gerade im Urlaub)

Auch für das Literaturcamp in Bonn habe ich ein paar Fotos und Aufnahmen gemacht. Dennoch gibt es noch ein paar Worte von mir direkt unter dem Video. 😉

Aktuell genieße ich eine kleine Auszeit bei meinen Eltern und meinem Kater und traumhaften Wetter und lasse mir die Sonne auf den weißen Bauch scheinen. Das Wochenende war ich auf dem Literaturcamp in Bonn – mein allererstes Barcamp.

Ich wusste zwar, dass ich zumindest drei Leute aus meinem Verein BartBroAuthors treffen würde und so nicht ganz allein sein würde, aber ich war trotzdem nervös.

Neue Menschen, spontane Workshops, Vorträge und Diskussionen? Da geht mein introvertierter Popö auf Grundeis! Generell habe ich keine Probleme mit sowas, aber ich weiß gerne, was mich erwartet. Aber dank dem vielversprechenden Glückskeks im Hotel und der angenehmen Stimmung in der Bonner Innenstadt fühlte ich mich ermutigt.

Früh morgens habe ich dann die liebe Jana vom Bahnhof abgeholt und zusammen machten wir uns dann auf. Wir wurden sofort freundlich begrüßt und im Foyer tummelten sich schon einige Literatur-Menschen, die alle noch etwas ruhig waren und auf Kaffee warteten. Dann ging es los. Ich war total gespannt und freute mich total, einige bekannte „twitter Namen“ auf den schicken Umhängeschildern zu lesen und nun endlich ein Gesicht zu vielen Leuten zu haben. Andere kannte ich gar nicht, aber mein vierter (oder fünfter?) Name wäre nicht Barbarazzi, wenn ich nicht sofort auf twitter und Facebook nachgeschaut hätte!

Die Vorstellungsrunde zog sich ein wenig und danach ging es zur Sessionplanung! Und zack war da eine Riesenschlange von Leuten mit tollen Ideen und Themen, sodass ich mir gar keine Sorgen machen musste, auch vor einer Gruppe zu sprechen, die mich als angehende Autorin mit meinen 23 Jahren und keinem einzigen zu Ende geschriebenen Buch, überhaupt nicht ernst nehmen würde. Es gab so viele tolle Sessions, dass ich mich oft ärgerte, nicht den praktischen Zeitumkehrer von Hermine aus Harry Potter 3 zu besitzen. 🙁 Meine persönlichen Highlights waren jedoch die Vorträge zum Vorlesen von Almut Schnerring und die interaktive Runde für Netzwerken für Autoren von Jasmin Zipperling (und das liegt nicht daran, dass ich Angst vor ihrer Schere hatte oder mit Kinderschokolade bestochen wurde…).

Es hat jedenfalls unfassbar viel Spaß gemacht und mir gefiel die freundliche, entspannte Stimmung sehr gut. In den Pausen habe ich es leider nicht geschafft, mit allen Leuten zu quatschen, die ich auch anquatschen wollte. Und nach dem langen, aber spannenden Tag bin ich kurz in den Hotelpool und dann einfach ins Bett gefallen.

Auch den ganzen nächsten Tag war ich noch geflasht von den vielen Eindrücken und bin Zucker- und Koffeinvorräte auffrischend von einem Sitzplatz im Zug zum nächsten gewandert.

Danke an alle, die dabei waren und das Event möglich gemacht haben! Ich bin vollauf begeistert und hoffe, viele weitere Litcamps besuchen zu können.

p.s.: Ja, ich hab noch kein Ticket für Heidelberg und ja, ich liege auf der Lauer wie ein hungriger Tiger!

Übrigens gibt es noch weitere, ausführliche und tolle Blogbeiträge zum Litcamp! Hier lang: