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Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Eine ganz liebe Person darf ich euch heute vorstellen: Francis, die das Internet als Buchbummelant unsicher macht.

Hallo! Mein Name ist Francis, aber in den meisten sozialen Medien und Foren bin ich als „Buchbummelant“ unterwegs.

Ich schreibe sowohl Fantasy als auch Romance, wobei ich meist ältere Zielgruppen im Auge habe – also Young Adult, New Adult, Adult. Meist lasse ich mich aber von der Idee inspirieren und schaue danach erst, in welche Richtung es geht. Der Zeitpunkt, der Ort, die Magie, das ist alles etwas nebensächlich. Ich schreibe schon sehr lange. Meine beste Freundin Babsi hat mir eines Tages ihre Harry Potter Fanfiction in die Hand gedrückt und zunächst war ich skeptisch, aber dann… dann war ich Feuer und Flamme und bin es immer noch. Sie hat definitiv den größten Einfluss gehabt, dass ich am Ball bleibe. Über das Schreiben habe ich tolle Menschen kennengelernt, aber sie ist mein Ausgangspunkt. Ich glaube, zu dem Zeitpunkt war ich elf oder zwölf Jahre alt.

Ich habe noch kein Buch veröffentlicht, weil ich eine kleine Perfektionistin bin, aber ich arbeite gerade intensiv an einem Manuskript, das ich gerne veröffentlichen möchte – vorausgesetzt, alles stimmt. Die Testlesermeinungen waren bisher wirklich ermutigend!

 

M&D und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich arbeite meist an mehreren Projekten gleichzeitig. Im Vordergrund steht aber gerade eine New Adult Romance, die ich vor einem Jahr als Rohfassung beendet habe. Ich habe sie damals „Marc & Drew“ genannt, weil die männliche Perspektive auf ungeplante Schwangerschaften im Vordergrund steht, aber da das zu Verwirrung geführt hat, kürze ich es meist als „M&D“ ab oder nenne es jetzt „Marc & Dodo“. Die Geschichte beginnt damit, dass der Biologiedoktorand Marc seine Freundin Belinda verlässt, die sich daraufhin an ihm rächen möchte – und Kondome im Badezimmer zersticht. Marc hat einen Mitbewohner namens Drew, der auch als Barkeeper jobbt und ihn ablenken möchte. In der Bar lernen die beiden jungen Männer Violet und Dodo kennen. Marc und Dodo haben einen One Night Stand und von da an nimmt die Geschichte ihren Lauf. Auch wenn ungeplante Schwangerschaften das Hauptthema der dreibändig angelegten Geschichte sind, es geht auch um Freundschaft, um Vertrauen, um Liebe. Dabei sind die Freundschaften und Hintergründe der Hauptfiguren als Ausgangspunkt sehr wichtig. Jeder hat eine Geschichte, und in meiner Geschichte lernt man Marc, Dodo, Drew und Violet sehr gut kennen und fiebert hoffentlich mit ihnen mit.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Für viele meiner Geschichten ist eine Veröffentlichung gedacht, aber ich stehe da definitiv noch am Anfang. Mein Perfektionismus führte bisher häufig dazu, dass die Geschichten in einer Schublade verschwunden sind, bevor ich sie beendet habe, aber diesmal ist es anders. Erstens möchte ich M&D nicht in der Schublade verstecken und zweitens brenne ich für diese Charaktere. Ich möchte die Figuren mit der Welt teilen. Sobald ich diesen Überarbeitungsdurchgang beendet und das Testleserfeedback eingearbeitet habe, geht das Manuskript an Agenten oder gleich an Verlage.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Parallel arbeite ich immer wieder an einem Fantasyprojekt, das ich #Feuerteufel nenne. Da ich noch am Anfang stehe, kann sich noch viel daran ändern, aber Rache ist ein wesentliches Motiv, das alle drei Hauptfiguren miteinander verbindet. Besonders spannend ist für mich das Projekt, weil ich die meisten Charaktere als Antihelden konzipiert habe, die sich in einer Stadt zurechtfinden müssen, in der Verbrechen an der Tagesordnung stehen und Gangs die Menschen eher beherrschen als der Bürgermeister oder die Adeligen. Der Handlungsort ist an London im 19. Jahrhundert angelehnt, ist aber fiktiv. Phantastische Elemente kommen zwar immer wieder vor, stehen aber nicht im Vordergrund. Wie gesagt, die Geschichte steht noch am Anfang und vieles kann sich noch ändern, aber ich bin gespannt, wie mein Feuerteufel sich noch entwickelt.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Bisher ist die größte Herausforderung definitiv das „Dranbleiben“. Ich habe sehr viele Ideen, aber meist war es so, dass neue Ideen immer reizvoller waren als die, an denen ich zuvor gearbeitet habe. Da mache ich den Bummelanten alle Ehre… Ich schreibe viel und an sich macht auch jeder Prozess mir Spaß, aber das Leben wirft mir da gerne Steine in den Weg. Multitasking ist nicht meins, daher: Wenn ich schreibe, darf ich nichts anderes machen, und daher kann ich nebenbei weder ein Buch lesen noch an Hausarbeiten schreiben. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn mich ein Buch packt, kann ich nicht mehr aufhören, es zu lesen.

Das ist das reinste Suchtverhalten. Beim Schreiben geht es mir da auch so. Wenn ich im Flow bin, kann ich an nichts anderes denken, und daher muss ich einteilen, wann ich wirklich Zeit habe, an meiner Geschichte zu arbeiten. Wenn ich keine Zeit habe, kann ich das, was ich schreibe, auch wieder in die Tonne hauen, weil weder mein Herz drin steckt noch meine handwerklichen Fähigkeiten zum Tragen kommen. Wenn ich Zeit habe und mich auf ein Manuskript konzentrieren kann, dann ist jeder Schritt ähnlich herausfordernd – und macht gleichzeitig Spaß.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich habe immer viel geschrieben – ob für’s Studium oder das Referendariat -, aber ich schreibe auch unglaublich viel in meiner Freizeit. Das beginnt im Schreibnachtforum und endet auf leeren Manuskriptseiten. Wichtig ist dabei, dass ich meine Ruhe haben – kurz zwischendurch zu schreiben funktioniert für mich überhaupt nicht – und dass ich in der Lage bin, mich zu konzentrieren. Konzentration ist wichtig. Um mich in Schreibstimmung zu bringen, mache ich mir meist einen Tee (derzeit Darjeeling, sonst auch gerne Pefferminz- oder Weihnachtstee), lese die letzten Zeilen nochmal durch und fange an. Wenn’s gut läuft, kann ich das mit kleinen Unterbrechungen (Essen, Toilette, Beine vertreten) den ganzen Tag. Wenn ich frei habe, mache ich das auch gerne. Ansonsten nutze ich den Abend und schreibe bis tief in die Nacht. Wenn ich am nächsten Morgen arbeiten muss, siegt irgendwann die Vernunft, ansonsten schreibe ich, bis ich zu müde bin, und wiederhole den Vorgang. So habe ich bis zu fünf Hausarbeiten pro Semesterferien geschrieben, so kann ich das auch bei Geschichten durchziehen. Beim Schreiben bin ich der reinste Workaholic.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
„Wirf deine Zweifel über Bord und mach’s einfach!“ Ich bin ein sehr selbstkritischer, aber auch selbstreflexiver Mensch, und in vielen Fällen hätte ich nur über meinen Schatten springen müssen. Networking ist etwas, das mir sehr viel Angst bereitet hat, aber es macht so viel Spaß, sich mit Autor_innen zu vernetzen, sich auszutauschen, neue Leute zu treffen… und meistens wollen sie mir nicht einmal den Kopf abreißen! Ich fühle mich in der Buch- und Autorenbubble sehr wohl und habe das Gefühl, dass ich hier sein kann, wie ich bin. Wenn ich daran denke, wie lange ich manchmal gezögert habe, den neuen Schritt zu wagen…

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich bin ein großer Fan von Joanne K. Rowling. Auch wenn ich aus heutiger Perspektive vieles kritischer sehe (und nach wie vor verleugne, dass sie an Cursed Child mitgearbeitet hat), ich sehe die Harry Potter-Reihe als Meisterwerk eines langfristigen Plotkonstrukts. Die vielen kleinen Informationen, die sich über sieben Bände erstrecken… die Hinweise, die Ausblicke, die Struktur. Sie ist definitiv mein Vorbild, wenn es darum geht, einen kohärenten Plot zu entwickeln. Dasselbe gilt für Suzanne Collins. „The Hunger Games“ (Die Tribute von Panem) war mein letztes großes Highlight, ein absolutes Meisterwerk. Der Stil, der deep POV von Katniss, der Spannungsbogen. Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich an dieses Buch denke, und es ist definitiv meine liebste Trilogie. Band 1 ist Perfektion, und ich möchte irgendwann in der Lage sein, ein Buch zu schreiben, das meine Leser_innen genauso begeistert.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich möchte gerne ein Buch veröffentlichen. Früher hätte ich „bei einem Verlag“ hinzugefügt, aber es gibt so viele tolle Selfpublisher_innen auf Twitter und sie sind wirklich eine Inspiration! Mir ist nicht mehr nur wichtig, dass eine meiner Geschichten Leser_innen erreicht, ich möchte vor allem, dass diese Geschichte meiner Vision entspricht, und ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ich sehe, wie manche Autor_innen ihren Weg gehen. So möchte ich auch handeln können… und vielleicht, nur vielleicht, gehöre ich eines Tages zu ihnen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich darf zwei Momente nennen, oder? Ich mach das einfach mal. Also Nummero Uno: Als ich am 5. Mai 2018 das erste Mal seit über zehn Jahren „Ende“ unter ein Manuskript schreiben konnte, das war atemberaubend. Bei den Manuskripten davor wollte ich irgendwann nur noch, dass es vorbei ist, und ich war mir danach immer darüber im Klaren, dass es meinen eigenen Ansprüchen nicht genügen würde, aber dieses Manuskript… es war zu lang, es hat massive Überarbeitungsbedürfnisse, aber ich habe die Geschichte danach immer noch geliebt, ich habe mich in die Charaktere verliebt, und ich hätte am liebsten weitergeschrieben. Das Gefühl war einfach berauschend. Mein zweiter, schönster Autorinnen-Moment war kürzlich, als ich die ersten Kapitel an Testleser_innen verschickt habe und so, so, so tolles Feedback bekommen habe. Natürlich waren auch viele Dinge dabei, die noch verbessert werden müssen, aber es war so viel Lob dabei, so häufig der Kommentar, man hätte gerne weiter gelesen, und das war für mich einfach nur unglaublich. Da gibt es Menschen, die meinen Stil gut finden, die meine Geschichte lesen möchten! Kann man von Glück berauscht werden?

 

Eine kleine Kostprobe…

So beginnt M&D:

Als Drew nach Hause kam, lag ich nackt auf dem Esstisch. Er putzte seine Schuhe mit einem dumpfen, schweren Kratzen an der Fußmatte ab, schwang die Tür auf. Ich unterdrückte einen Fluch, richtete mich auf und griff nach der roten, dünnen Decke, die ich nur Minuten zuvor über den Lehnstuhl drapiert hatte. Bevor er in den Raum und somit mein Blickfeld treten konnte, bedeckte ich meine Brüste. Drew ließ den Wohnungsschlüssel mit einem lauten Klirren in die Schüssel fallen, die rechts neben der Haustür auf einer Kommode stand, und trat vor, in mein Sichtfeld.

Ich rutschte an die Kante des Tisches vor und keine Sekunde später zog Drew seinen grünen Koffer ins Zimmer und trat beiseite, um Marc einzulassen, der mit Einkaufstüten beladen war. „Soll ich gleich kochen?“, fragte er Drew und schloss die Tür hinter sich. Ich nahm es als schlechtes Zeichen auf, dass bisher keiner von beiden meine Anwesenheit bemerkt hatte.

Mein Blick fiel auf Drew und seinen unwillkommenen dunklen Krauskopf. Er drehte mir den Rücken zu, hängte erst eine Mütze und dann die Daunenjacke an die Garderobe und kniete sich auf den Boden, um die Winterschuhe aufzuschnüren. Marc schlüpfte in aller Seelenruhe aus den Schuhen und der Jacke, als gäbe es mich gar nicht.

„Solltest du nicht erst nächste Woche wiederkommen?“

Marc fuhr herum und stieß dabei die Einkaufstasche um, aus der eine Dose Tomaten kullerte. „Was machst du hier?“ Definitiv nicht die Begrüßung, die ich erwartet hatte.

Meine Überraschung schien angesichts von Drew fehl am Platze, daher sprang ich von dem Tisch und wickelte die Decke wie ein Kleid um mich. So war Marc in der Lage, meine braun gebrannten Schultern zu bewundern. „Ich wollte dich überraschen“, gurrte ich und trat zu ihm. Er biss die Zähne zusammen, hob die Tomatendose auf und schob mich mit dem anderen Arm zur Seite. Die Einkaufstüten kratzten über meine Decke, rissen sie fast mit sich. Ich widerstand dem Impuls, die Hände in die Hüften zu stemmen und mich ihm in den Weg zu stellen, und ließ ihn die Tüten in der Küche abstellen.

„Nadia hatte andere Pläne.“ Ich sah über meine Schulter, fixierte Drew mit Wut im Bauch. Eine Woche Planung und fünf Stunden im Schönheitssalon für die Katz‘. Drew rieb sich über die Augen, unterdrückte brummend ein Gähnen. Selbst für einen Transatlantikflug sah er scheiße aus. Sein Blick fuhr über mich, und entweder bemerkte er meine Wut oder ihm fiel auf, dass ich keine Klamotten anhatte, und er gab sich einen Ruck, räusperte sich. Wenigstens der Kerl wusste, was ich wollte. „Ich bringe meinen Koffer ins Zimmer.“

Ich wartete, bis Drew in den Flur verschwunden war, dann setzte ich mein schönstes Strahlen auf und schritt auf Marc zu, guckte zu ihm auf. Er trug den sexy grauen Pullover, den seine Stiefmutter Charlotte ihm letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte, und den ich ihm einige Male vom Leib gezerrt hatte – wenn das kein gutes Omen für meine Pläne war! „Den Abend hatte ich mir anders vorgestellt.“

 


Francis

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung an.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Eine wahnsinnig talentierte Autorin, deren einzigartige Entwicklungsromane um ihre liebenswert angeknacksten Figuren Lukas, Inga und Silas viel mehr Aufmerksamkeit verdienen. Meine Rezension zu Schneepoet findet ihr auch hier auf dem Blog. Nika Sachs hat außerdem bereits einige Erfahrungen gesammelt, an denen sie uns heute hier teilhaben lässt.

Ich bin Nika, irgendwas knapp über 30 und Geschichtenverrückt, seit ich denken kann.

Mein erstes Buch habe ich geschrieben als ich vierzehn war. Leider fiel es einem PC-kurzschluss zum Opfer. Damals war kam mir der Gedanke noch nicht, dass ich meine Texte regelmäßig extern speichere. Nach langer Pause über mehrere Jahre begann ich mit Anfang Zwanzig wieder mit dem Schreiben und stellte 2015 mein Debut „Namenlos“ fertig. Danach war es um mich geschehen und ich schrieb in drei Jahren vier weitere Bücher. Leider ist am Ende der Zeit immer noch so viel Idee übrig.

Nach dem Buch ist vor dem Buch.

 

Schneepoet und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Derzeit schreibe ich am fünften Band der Reihe über meinen Protagonisten Luc und seine Familie. Da er bereits den fertigen Titel hat, kann ich noch nicht so viel verraten. Allerdings laufen meine Bücher gedanklich jederzeit als „Textbaustelle“ in meinem Hirn. Hin und wieder arbeite ich zwischendurch außerdem an einem Jugendbuch, das phantastische Elemente hat. Dieses Projekt hat in der Tat bisher keinen Arbeitstitel. Meine Projekte wachsen aus Alltagsgründen derzeit viel langsamer als bisher, aber nicht mit weniger Freude und Ideen. Eben nur ein bisschen mehr durch die Grauzone Leben ausgebremst als sonst.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Am liebsten würde ich bis Ende des Jahres mit dem aktuellen Luc veröffentlichen. Aber ich mag mir auch genauso viel Raum für seine aktuelle Lebensphase lassen, die mir nach den letzten drei Bänden Familienchaos sehr am Herzen liegt. Meine Protagonisten verändern sich und ich mich mit ihnen. Das erfordert immer neue Herangehensweisen beim Schreiben.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Tatsächlich habe ich über zehn angefangene Manuskripte im Bereich Jugendbuch bzw. Roman und Novelle. Und daneben habe ich noch ein paar weitere Ideen, die alle nach und nach reifen und sich in einen möglichen Weiterführungsprozess einreihen. Wahrscheinlich haben meine Projekte alle ein bisschen Melancholie, Philosophie und Faszination Alltagsmagie gemeinsam, da bleibe ich mir treu.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Dass mir ein Vertrag bei einem konventionellen Verlag nichts bedeutet, wenn ich nicht ich bleiben kann.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Ich schreibe routinierter in Bezug auf Technik des Schreibens und die Sprache der Protagonist*innen und befasse mich eigentlich direkt nur noch mit ihren Gedanken und Entwicklungen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Der Anspruch an mich selbst. Ich will es immer und immer wieder selbst lesen können ohne mich daran zu stören. Dabei geht es mir weniger um die genaue Wortwahl, etwaige Fehler im Sprachbild oder offene Fragen, ob eine andere Option an dieser oder jener Stelle besser gewesen wäre. Ich versuche immer das Bild eines Gefühls wiederbringbar mit Worten zu „zeichnen“. Wenn ich das Gefühl, das ich beim Schreiben hatte, beim Lesen immer wieder habe, bin ich glücklich. Da ich meine Bücher bisher selbst verlege und überwiegend selbst gestalte bzw. entwerfe, bin ich unabhängig. Werbung mache ich kaum, dafür fehlt mir die Zeit. Ich hoffe immer, dass meine Geschichten gefallen und sich, wenn auch langsam, durch die Leser in der Welt verteilen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe entweder, wenn ich Zeit und den unausweichlichen Drang dazu habe oder wenn ich eine grobe Idee habe und in naher Zukunft einen freien Abend dazu habe. Am besten schreibe ich abends bis spät in die Nacht oder vormittags. Da ich studiere und zudem in einem Angestelltenverhältnis arbeite, bin ich derzeit nicht so flexibel wie bei den Büchern, die ich bisher veröffentlicht habe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Noch weniger Erwartungen an Wirtschaftlichkeit der Kreativität zu stellen, dafür aber an die Qualität der Arbeit. Man kann es niemals allen recht machen und schreiben um gezielt damit zu verdienen finde ich sehr restriktiv für die Kreativität.

Wie ist es, gemeinsam mit anderen ein Buch zu schreiben?
Für den aktuell veröffentlichten Band „Abseitsliebe“ durfte ich ein ganzes Kapitel gemeinsam mit Nicole Neubauer schreiben und mir ihren Protagonisten Hannes Brandl „ausleihen“, der auf Luc trifft. Nicole ist meiner Meinung nach eine fabelhafte Krimiautorin und gegen meine Befürchtung hat das super geklappt, dass wir beim gemeinsamen Schreiben (an zwei Laptops im gleichen Raum) auch den jeweils fremden Protagonisten übernommen haben. Ich habe definitiv Lust, noch einmal ein gemeinsames Autorenprojekt anzugehen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren viele Menschen, weil sie ein Netz aus Erkenntnissen, Strukturen und Konzepten in sich tragen. Aber einige haben mir so viel Anerkennung für meine Arbeit zukommen lassen, dass mich das schon sehr motiviert, weiterzuschreiben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Den ersten Teil von Lucs Tagebüchern als Kunstprojekt zu verfilmen. Und vielleicht noch ein paar Leser mehr, denen meine Bücher Türen zu sich selbst öffnen oder ihnen einen anderen Blickwinkel ermöglichen, um andere besser zu verstehen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Dass ich Leser*innen habe, die meine Geschichten auch im realen Leben mit sich weiterführen wollen.

 

Eine kleine Kostprobe…

Diese Szene entstammt aus dem fünften Buch um Lukas, Inga, Silas und Véro, welches sich noch in Arbeit befindet.

Das war das hässlichste Geräusch seit Langem. Dabei hat der Tag vorhin so vielversprechend begonnen. Ich werfe der zugefallenen Tür einen wehleidigen Blick zu. Post aus dem Briefkasten holen wollte ich, jetzt habe ich mich ausgesperrt. Lukas hat mir zwar letztens gesagt, wo ich den Ersatzschlüssel finde, aber weil ich ihm wie immer nur so halb zugehört habe, weiß ich es natürlich jetzt nicht mehr. Shit.

Nachdem ich im Garten die gängigen Verstecke dummer Menschen für einen Ersatzschlüssel abgeklappert habe ohne fündig zu werden, mache ich meinem eigenen Dasein als dummer Mensch alle Ehre. Ich klettere barfuß auf den Kirschbaum und von dort auf das Garagendach. Hoffentlich sieht mich niemand dabei, wie ich es jedem potenziellen Einbrecher vormache, uns zu überfallen. Mit etwas Anlauf schaffe ich es auf das flache Vordach. Von hier ist es leicht, über die Schindeln zum Badezimmerfenster rüber zu kriechen, das ich vorhin offengelassen habe. Okay, ich dachte das zumindest. Das Dach ist steiler und rutschiger als gedacht. Scheiße, scheiße, denke ich. »Drei Meter, du Muschi!«, sage ich zu mir selbst. Nach etwa zwei Metern geht mir die Kraft aus. Ich wäge ab, ob es sich ungefährlicher vom Dach rutschen lässt, oder ob ich besser ein paar Minuten warte, bis ich den Rest auch noch schaffe. Die Nachbarn mit einem Hilferuf zu mobilisieren scheint mir keine Option. Dann heißt es wieder ›Die Kartoffeln!‹

Ich entschließe mich, zu warten.

»Madame?«, ruft jemand. Das hat mir gerade noch gefehlt.

Ich drehe mich langsam um, in der Hoffnung, dass ich nicht gleich mit samt den Schindeln den Abflug mache. Mit in die Hüften gestemmten Händen steht er da und glotzt zu mir hoch, als wäre ich das einzige Problem in seinem Leben. Ich zeige langsam auf mich selbst. Bloß keine hektischen Bewegungen.

Der weißhaarige Hobbit nickt. »Qu’est-ce que vous faites là, hein?«

Ja, was mache ich hier wohl … Ich seufze und sehe mich um. Scheiße. Dann zucke ich mit den Schultern. »J’habite ici.«

»Vraiment?«

Ich nicke. Natürlich wohne ich hier!

Der Hobbit textet mich zu, aber ich verstehe nichts davon, weil er redet wie ein Wasserfall und ich seiner Sprache nicht mächtig bin. In der Hoffnung, es mir nachhaltig zu verkacken und ab sofort meine Ruhe zu haben, sage ich wehleidig die drei magischen Worte: »Je suis allmande.«

»Mon dieu!«, stöhnt er. Ich könnte gerade losprusten, so lustig finde ich sein Gesicht.

Der Hobbit flüchtet mit großen Schritten für so einen Zwerg, ich widme mich wieder der Aktion Dachfenster. Kurze Zeit später schleift etwas über unseren Steinweg.

»Attention, Foiärrrwärrr!«, ruft er mir zu. Dann stellt er die Leiter an die Hauswand und verschwindet aus meinem Sichtfeld. Ich glotze auf die Regenrinne und gehe durch, was ich gefrühstückt habe. Lukas hat mir bestimmt LSD ins Müsli gemischt. Kommt mich gerade ein bretonischer Hobbit vom Dach retten, der auf Deutsch – oder so was Ähnliches, Bestimmt hat er das im Panzerhandbuch gelernt – Feuerwehr ruft?! Okay, Leben, eins zu null für dich.


Nika Sachs

 

Worum geht’s in „Schneepoet“?
Luc ist innerlich zerissen. Zwischen seiner Identität, seiner Entscheidung die Liebe seines Lebens Inga zu verlassen, zwischen Deutschland und Frankreich. Er flüchtet sich zu seinem Zwillingsbruder Silas nach Paris, wo er Heilung und Ablenkung in Exzessen sucht. Frauen, Drogen – nichts stillt dauerhaft seinen Hunger nach Liebe. Im Kampf gegen sich selbst, seine bipolare Störunge und selbszerstörerischen Tendenzen begleiten wir Luc in Form von Tagebucheinträgen. Wir sehen die Welt mit seinen Augen, erhalten Einblick in seine verletztliche, poetische Seele.

 

Ihre bisherigen Veröffentlichungen:
  • Schneepoet (Band 1), auf amazon* kaufen, ISBN 978-374073164
  • Karmapoet (Band 2), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740743659
  • Abseitsliebe (Band 3), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740735777
  • Am Horizont Schwarz (Spin Off), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740734312
  • Namenlos (Novelle), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3741205149
  • Mitheerausgeberin der Anthologie „Sehnsuchtsfluchten“, auf amzaon* kaufen, ISBN 978-3740730710

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Katania de Groot #ProjektArbeitstitel

Katania de Groot #ProjektArbeitstitel

Katania de Groot #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, #ProjektArbeitstitel mit einer so wunderbaren und coolen Person zu eröffnen: Katania de Groot! Ihr Debut „Wolfkisses: Ankunft der Jäger“ erscheint übrigens in genau einer Woche. Höchste Eisenbahn also, Katania näher kennen zu lernen!

Hallo! Ich bin Katania. Ich komme aus der Nähe von Erlangen und schreibe eigentlich schon immer. Nur, dass ich es offiziell mache, ist erst ein Jahr her.

 

Wolfkisses und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Gerade fertig und in Druck ist der erste Band von Wolfkisses. Einer Wolfwandler-Dark-Romantasy-Reihe. Mich hat geärgert, dass Männer in Romance eigentlich immer übergriffig dargestellt wurden. Noch mehr, wenn sie in irgend einer Form paranormal sind. Das war etwas, dass ich anders machen wollte. So entstand der Plot für Sofie und Luke. Dazu kam dann der von Becca und Alex, in den ich mich vielleicht ein bisschen zu sehr verliebt habe.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Der erste Wolfkisses Teil, Ankunft der Jäger, erscheint am 20. Mai. Wenn alles so läuft, wie ich mir das vorstelle, soll hier halbjährlich ein neuer Teil erscheinen. Auf Steampunk und Dystopie werdet ihr noch etwas warten müssen. Ich will beide Geschichten erst vollständig fertig haben und konzentriere mich aber aus Zeitgründen vor allem auf die Wölfe.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Einiges! Ich plotte gerade eine Steampunk-Piraten Geschichte mit paranormalen Meereslebewesen, von der ich noch nicht so wirklich sicher bin, wo sie mit hinführen wird. Bis jetzt haben wir da Piraten-Sirenen-Dämonen. Dann gibt es da noch diese »King Arthur trifft auf Robin Hood Dystopie« auf die ich mich total freue.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Das ständige Wechselbad zwischen »Boar ist das geiler Scheiß« und »Das kann man doch niemanden lesen lassen« Ich hab ungefähr das Selbstvertrauen einer Kartoffel und das ist es, was mir den ganzen Prozess teilweise recht schwer macht.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich würde sagen halbberuflich?  Ich habe das Glück sehr viel Zeit zum Schreiben zu haben und diese auch zu nutzen. Allerdings verdiene noch nichts damit. Aber selbst, wenn ich gerade nicht schreibe, arbeite ich im Hintergrund meiner Gedanken an Plot, Figuren, Dialogen. Es ist eigentlich immer präsent.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Lass dich nicht kleinreden. Du hast etwas zu sagen? Dann sag es auch.

 

Motivation

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich habe einige Autorinnen, mit denen ich mich austausche. Darunter Katrin Ils, Jill Noll und Kathy Wild. Dazu kommen viele liebe Autoren auf Twitter, das Gemeinsamkeitsgefühl, das dort entsteht, hat mir unglaublich geholfen und dank der LitCamps konnte ich so viel lernen. Austausch ist etwas, dass ich jedem empfehlen kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Vermutlich ähnliche, wie jeder andere Autor auch. Irgendwann würde ich gerne vom Schreiben leben können und irgendwann vielleicht sogar anderen Autoren unter die Arme greifen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich habe meinen Testleserinnen das Manuskript ausgedruckt und zugesendet und als es zurückkam, und die Kommentare gelesen hab. Die Gefühle die ich hervorrufen wollte scheinen genau an den richtigen Stellen auch angekommen zu sein. Man könnte sagen, ich hab ein Bild mit Worten gemalt und meine Testleser konnten zu der Melodie tanzen.

 

Eine kleine Kostprobe…

Es ist ein Teil der Szene die ich schon in Leipzig bei #9lesen vorgetragen habe. Ich mag sie sehr gerne.

»Es riecht nach nassem Hund.« Die barsche Stimme im Nebenraum war ihm unbekannt. »Nach fremdem, nassem Hund. Wieso erzählst du mir nicht, was er hier zu suchen hat?«
»Ich habe es dir schon gesagt. Zwei Mal. Aber ich erkläre es dir auch gerne noch ein drittes Mal. Er war hier um mich abzuholen. Wegen eines Jobs.«
»Du hättest mich anrufen können, ich hätte dich gefahren.« Der Fremde knurrte, die Drohung darin jagte Luke einen Schauer über den Rücken.
»Und ich dachte, ich hätte dir ausreichend klargemacht, dass ich nichts mehr mit dir oder deinen Speichelleckern zu tun haben will.« Die Lautstärke in Sofies Stimme nahm zu. Sie hatte keine Angst vor ihrem Gegenüber. Etwas, das Luke von sich nicht sagen konnte. Die Clanmacht tobte in ihm. Verzweifelt versuchte sie, ihn zum Gehen zu bewegen, drängte ihn, den Laden und die Stadt zu verlassen. Und zwar, bevor King ihn bemerkte.
»Entschuldigung?«, sagte Luke und verfluchte sich im gleichen Moment selbst dafür. »Sofie, du hast die Notizen liegenlassen.« Er klammerte sich an das Klemmbrett und betete, dass der Schutz durch die Arbeit ausreichte, obwohl er seinen zweiten Besuch nicht angemeldet hatte.
Sofie kam aus dem Hinterzimmer zum Tresen.
»Danke, Luke.« Sofie griff über die Theke und legte ihre Hand auf seine.

Er zuckte zusammen, als der fremde Wolf den Raum betrat. King musterte ihn abfällig, dann beugte er sich zu Sofie herab und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. Für einen Moment schloss Luke die Augen. Seine Fingernägel gruben sich in die Handballen, wo sie deutliche Spuren hinterließen.
Jede von Kings Handlungen drückte Missbilligung aus. Der kurze Kuss gehörte genauso dazu, wie die Tatsache, dass er den Wolf in Luke komplett ignorierte.
Luke sank in sich zusammen, damit er möglichst klein und ungefährlich wirkte. Klein, ungefährlich, unscheinbar. Bloß nicht auffallen. Sein Mantra bei jeder Begegnung mit einem Fremden.
King schritt an dem Tresen vorbei und Luke drückte sich gegen ein Pflanzenregal, um ihm möglichst viel Platz zu lassen. Einen Moment blieb der Ranghöhere neben ihm stehen und musterte ihn. Luke senkte den Blick, gab so auch in der menschlichen Gestalt seinen Nacken frei um seine Unterlegenheit deutlicher zu betonen. Es gab hier keine Gefahr für den Warith, nur Bestätigung. King schnaubte abfällig, ehe er den Weg zum Ausgang fortsetzte.
Erst als die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen war, wagte Luke, sich zu bewegen. Er sah auf. Sofie musterte ihn.

»Es tut mir leid, ich hätte gehen sollen.«
Mit wenigen Schritten umrundete sie die Theke und griff nach seinen Händen. »Beruhig dich. Es ist alles in Ordnung.«
»Das war dein Freund?« Seine Stimme versagte mitten in der Frage.
»Mein Ex-Freund und ja, er und bevor du fragst: Ja, sein Benehmen ist der Grund dafür, dass ich nicht mit Werwölfen ausgehe.«
Luke lachte auf. »Jede Wölfin würde dir erklären, dass er ein äußerst guter Fang ist.«
»Wenn man darauf steht, als Besitz oder Trophäe angesehen zu werden, vielleicht. King ist so sehr Wolf, dass er immer vergisst, dass ich ein Mensch und kein Wolf bin. Ich kann nicht immer gegen ihn kämpfen. Ich will keinen Mann, dessen Gene dafür sorgen, dass er versucht, mich zu dominieren. Damit will ich nicht leben-«, sie lächelte gequält, »Ich bin eine eigenständige Person und ich will nicht darum kämpfen müssen, es zu sein.«


Katania de Groot

 

Das Buch „Wolfskisses: Ankunft der Jäger“ erscheint am 20.05.2019 im Selfpublishing. Ihr könnt es bei amazon* bereits vorbestellen.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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