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[Rezension] New York Bastards: In deiner Erinnerung von K.C. Atkin

[Rezension] New York Bastards: In deiner Erinnerung von K.C. Atkin

[Rezension] New York Bastards: In deiner Erinnerung von K.C. Atkin

Nachdem mich der erste Band um die New Yorker Gangstertruppe positiv überrascht hat, wollte ich gleich den zweiten Band lesen, in dem es um Butch und Victoria geht. Zwei Charaktere, die mir auch im ersten Buch schon gut gefallen haben. Außerdem gilt eine Spoilerwarnung für den 1. Band, da dieses Buch sich unmittelbar daran anschließt.


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  • Autorin: K.C. Atkin
  • Titel: New York Bastards: In deiner Erinnerung (2. Band der New York Bastards Reihe)
  • Verlag: LYX
  • Genre: Thriller, Romantik
  • 458 Seiten, TB: 4,99€ | Ebook: 12,90€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Nach den Ereignissen aus dem 1. Band kämpft Butch mit den körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen als ihm eines Nachts ein Mädchen vor die Füße fällt. Sie spricht kaum, wurde offensichtlich misshandelt und ist unterernährt. Butch vermutet dahinter einen Ring von Kinderhändlern – ein No Go, selbst in der Gangsterwelt von New York.

Victoria hat ebenfalls an ihrem Päckchen aus Band 1 zu knabbern, doch sie konnte ihr Arbeit als Kinderkrankenschwester wiederaufnehmen. Als ein verstörtes Mädchen eingeliefert wird, ahnt sie nicht, dass sie damit abermals in die Machenschaften der New Yorker Unterwelt verstrickt wird. Butch und Victoria müssen zusammenarbeiten, um dem Mädchen zu helfen und die Verbrecher ein für alle Mal dingfest zu machen.

  • Triggerwarnungen zum Buch: Gewalt (auch gegen Kinder), Traumata, Medikamentenmissbrauch

Meine Meinung:

Das Buch legt in Sachen ernste Themen nochmal eine Schippe oben drauf. Die Autorin K.C. Atkin studierte in Osnabrück Psychologie und man merkt, dass sie auch bei ihren Figuren auf die psychischen Folgen achtet. Butch ist ein gebrochener Mann, der psychosomatisch stark angeschlagen ist. Victoria hat ihr Trauma aus dem ersten Band therapeutisch verarbeitet, aber es wird immer wieder eingestreut, dass beide noch an ihren Erfahrungen zu knabbern haben.

„In deiner Erinnerung“ ist mehr Thriller als Band 1, die Romantik und Erotik kamen sehr kurz. Während ich in der ersten Hälfte einer erneuten Annäherung der beiden Protagonisten entgegenfieberte, wurde es im zweiten Teil sehr schnell und lieblos abgewickelt. Generell fühlte sich das letzte Drittel – die Enthüllung, das Vertiefen der Beziehung, das große Finale – total gehetzt und hingeschludert an. Anders kann ich es wirklich nicht sagen. So mühsam und langsam in der ersten Hälfte alles aufgebaut wird, so zerstört wird es durch das Tohuwabohu am Ende.

Mir gefiel der Anfang wirklich gut, der Fokus auf die individuellen Probleme der Charaktere, ihre Päckchen, ihre psychische Entwicklung. Es war klar, dass die Verarbeitung nur langsam geschah, dass Heilung Zeit braucht. Umso schöner waren ebendiese kleinen Schritte bei Butch, Victoria und dem kleinen Mädchen.

Der Schreibstil war atmosphärisch und lebhaft, es war eher das ernste Thema, das beim Lesen manchmal etwas gebremst hat

Die zweite Hälfte schwächelt…

Ich mochte Butch & Victoria in Band 1 sehr gerne und auch in diesem Buch waren die beiden sympathisch und lebensecht mit ihren Ecken und Kanten. Leider wurde so viel davon wieder kaputtgemacht. Viele Probleme, die es in der gesamten ersten Hälfte gab, waren auf einmal nichtig. Ohne, dass sie durch ein Gespräch gelöst wurden. Natürlich kann man – wenn es sehr ernst wird – merken, dass die Probleme, die man vorher mit der Beziehung hatte, vielleicht nur im Kopf waren. Aber das nicht mal nachbesprechen, sondern in stillem Einverständnis sofort heile Welt spielen?

Es ging alles nur noch um das eine Thema – die Zerschlagung des Kinderhändlerrings, alles andere fiel komplett weg und die Charakterzüge der beiden gingen fast komplett unter. Es wurde teilweise nicht mal mehr darüber geredet. Im ersten Band gefiel mir die Mischung aus Spannung und Romantik total, hier war es irgendwie im Ungleichgewicht. Dadurch fielen einige Mängel eben auf. Der Bösewicht, der aufgebaut wird, ist am Ende so unspektakulär und unbedrohlich wie nur irgend möglich. Nebencharaktere verhalten sich total unsinnig, nehmen plötzlich ganz viel Raum im Buch ein und tauchen dann quasi wieder ab. Der Funke ist nicht übergesprungen.

Es ist schade, denn in Band 1 hat die Autorin für mich eigentlich bewiesen, dass sie diese Balance zwischen Romantik, Thriller mit glaubwürdigen und liebenswürdigen Charakteren hinbekommt.

Fazit:

Viel eher mittelmäßiger Thriller, wenig Romantik bzw. Erotik. In der ersten Hälfte baut das Buch eine gute Geschichte mit spannenden Dynamiken auf, die es am Ende nicht ordentlich zum Abschluss bringen kann. Das Ende wirkt gehetzt, konstruiert und wie eine unfertige Rohfassung. Wenn ihr den ersten Band mochtet, könnt ihr es gerne versuchen. Wer einen romantischen Thriller sucht, greift lieber zum ersten Band.

Weitere Meinungen:

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[Rezension] New York Bastards: In deinem Schatten von K.C. Atkin

[Rezension] New York Bastards: In deinem Schatten von K.C. Atkin

[Rezension] New York Bastards: In deinem Schatten von K.C. Atkin

Guilty Pleasure! Ich liebe Bösewichte mit einem guten Kern. Das ist mein liebster Literaturtrope, denn ich liebe es, wenn die rauen, fiesen Charaktere beweisen, dass sie eigentlich gar nicht so böse sind. Wenn sie die Chance bekommen, etwas Gutes zu tun und zu (Anti-)helden werden. Vermutlich auch deshalb habe ich mir vor ein paar Jahren das Ebook zu K.C. Atkins New York Bastards geholt.


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  • Titel: New York Bastards: In deinem Schatten
  • Autorin: K.C. Atkin
  • Verlag: LYX
  • Genre: Thriller, Erotik
  • Band 1 von bisher 3, in sich abgeschlossen
  • 488 Seiten, Ebook: 4,99€ | TB: 12,90€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Lissiana Stafford arbeitet als Polizistin in New York. Sie ist mit ihrem Kollegen Nathan dem „Bräutigam“ auf der Spur, einem Serienmörder, der Frauen ausbluten lässt und ihnen Brautkleider anzieht. Doch er ist scheinbar ein Phantom ohne klares Muster. Sie brauchen einen Experten für die Unterwelt der Verbrecher, um ihm auf die Schliche zu kommen. Lissiana bleibt keine andere Wahl, als sich an den Mann zu wenden, den die betrogen und ins Gefängnis gebracht hat: Den ehemaligen Gangsterboss John Cohen. Ihre Gefühle für ihn waren nicht gespielt, doch der Verrat sitzt tief und es fällt ihnen anfangs schwer, wieder Vertrauen zueinander zu fassen. Doch sie müssen sich zusammenreißen und zusammenarbeiten um den Killer hinter Gitter zu bringen. Doch John hat keineswegs vor, danach wieder wie abgemacht ins Gefängnis zu gehen…


Meine Meinung:

Es ist ein Erotikthriller und meine Erwartungen waren eher niedrig. Ich erwartete eine flache Geschichte mit vielen Plotlöchern, einer Menge heißer Sexszenen und wenig Tiefgang. Und ich wurde eines Besseren belehrt! Ich suchte süße Zerstreuung und fand einen unterhaltsamen Mix aus Romantik, Humor, Thriller und Erotik. Wer hätte das gedacht?

Lissiana (ich finde diesen Namen grauenhaft und muss jedes Mal nachschauen, wie er geschrieben wird. Dabei frage ich mich auch wie die Autorin das in dem Buch hingekriegt hat.) ist eine interessante Figur. Sie ist eine überarbeitete Polizistin, mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und Biss. Aber sie hat zu knabbern. Daran, dass sie sich in den Mann verliebt hat, den sie verraten hat. John Cohen, einer der Cohen Brüder und Boss eines Verbrecher Syndikats aus New York. Undercover schmuggelte sie sich in seine Organisation und sein Herz, aber auch sie verliebte sich – und sammelte Beweise gegen ihn. Dabei fand sie auch viele Eigenschaften, die sie an ihm Schätzen lernte. Und die werden auch herausgearbeitet. Dreidimensionale! Charaktere! in! einem! Erotikbuch! Danke!

Natürlich ist John Cohen auch gutaussehend und durch seine illegalen Geschäfte reich – im Buch wird auch gut auf den moralischen Zwiespalt eingegangen, der damit einhergeht. Dazu hätte ich gerne noch mehr Gespräche von Lissiana und John gehört. Dass er „nur“ Drogenhandel, Prostitution, Schmuggel etc. betreibt und von Kinderhandel oder Missbrauch die Finger lässt, mag zwar für ihn sprechen, aber er ist dennoch ein Verbrecher und ein Mörder. Da die beiden bereits vor dem Beginn des Buches einmal ein Paar waren, hat sich Lissiana sicher ihre Gedanken dazu gemacht, aber ich hätte gerne mehr davon gelesen. Andere Figuren stellen John Cohen nämlich mehr in Frage und das zurecht. Ein bisschen hat es sich die Autorin auch „zu leicht“ gemacht, indem sie nur Andeutungen über die Machenschaften und das Ausmaß der Taten der Cohen Brüder gemacht hat. Für den legendären Ruf, den John und sein Bruder Butch haben, muss es aber Einiges sein.

Gangster, aber Gentleman

John Cohen ist ein harter Hund, nicht ganz so derb und brutal wie sien Bruder Butch, aber eben ein Mann der Straße. Dennoch behandelt er Lissiana gut und mit Respekt. Am Anfang gibt es eine Art Fluchtversuch und eine Rangelei, aber dass die beiden sich dabei eine reinhauen macht absolut Sinn. Natürlich gibt es im Buch weiterhin Konflikte zwischen den beiden, aber niemand wird handgreiflich und die Grenzen werden geachtet. Es gefällt mir, dass John Cohen eine dunkle, raue Persönlichkeit bleiben kann ohne dabei ein übergriffiger Arsch zu sein. Er ist mitfühlend, intelligent und ermutigt und stärkt Lissiana, ist bereit, ihr zu verzeihen, obwohl sie ihn hintergangen hat.

Aber auch Lissiana ist eine toughe Frau. Sie hat ihre Schwester Victoria nach dem Tod der Mutter fast alleine großgezogen und wacht mit Argusaugen über ihre Schwester. Sie glaubt an die Gerechtigkeit, an ihre Moral, aber zweifelt oft an sich selbst und ihren Entscheidungen, leidet mit Betroffenen und Opfern und ist zielstrebig.

Es wird gemordet!

Interessant waren auch die Absätze aus der Perspektive unseres Killers, der absolut nicht zurechnungsfähig, sondern besessen und brutal dargestellt wird. Dass er Lissiana und John augenscheinlich kennt und auch beobachtet, verleiht dem Buch außerdem mehr Spannung. Auch, wenn seine Denkweise als Serienkiller und sein Motiv nicht komplett neu oder außergewöhnlich waren, hat es die Geschichte gut getragen. Und das, obwohl ich Serienmörder selten wirklich stark finde.

Generell waren neben der komplizierten und vorbelasteten Beziehung zwischen Lissiana und John und den moralischen Fragen auch die Ermittlungsabschnitte und die Suche nach dem Killer zentral. Es gab actionreiche Szenen, auch brutale Szenen und somit war für mich ein gelungener Genremix geschaffen. Für ein Buch mit einem nackten Männeroberkörper auf dem Buch gab es vergleichweise wenig explizite Sexszenen – was mich nicht so gestört hat. Mehr hätte bei der Thematik und dem Tempo der Geschichte auch gestört und dadurch waren die Techtelmechtel auch etwas besonderes für Lissiana und John.

Die Ermittlungsarbeit und die Jagd nach dem Killer war etwas repetetiv und auch, wenn vieles vorhersehbar war, hat mich das Buch gut unterhalten. Ich freue mich auch, dass es im zweiten Band um Lissianas Schwester und Johns Bruder gehen wird, denn die beiden mochte ich von den Nebencharakteren am Liebsten. Die anderen auftretenden Charaktere, inklusive Lissianas Partner Nathan, waren ziemlich blass – auch, weil sie so gut wie keine großen Auftritte hatten. Auch deren absolute Loyalität und die „Gangsterehre“ vieler der Verbrecher im Buch fand ich etwas unglaubwürdig.

Ein paar Mal hat die Autorin auch in die Klischeekiste gegriffen, das aber auch im Buch in Lissianas Gedanken aufs Korn genommen z.B. den italienischen, schmierigen Mafioso.

Insgesamt hat mir das Buch also ziemlich gut gefallen und positiv überrascht. Die Autorin stammt übrigens aus Osnabrück und ist durch einen Schreibwettbewerb mit diesem Buch bei Lyx gelandet. Das habe ich erst während des Lesens herausgefunden, sonst hätte ich es vermutlich für ein amerikanisches Buch gehalten, denn das New York und die Stimmung dort fühlten sich sehr real an. Mich hat K.C. Atkins auf jeden Fall neugierig gemacht. Band 2 liegt schon auf dem E-Reader bereit.

Fazit:

Wer ein seichte Erotik sucht, muss woanders suchen. Wer einen hochkomplizierten Thriller sucht, auch. Aber die Mischung beider Genres, vereint mit sympathischen Charakteren und einem flüssigen Schreibstil haben für mich ein gutes Buch geschaffen. Ich hatte Spaß, Gefühle und Spannung beim Lesen und fand die Mischung aus allem wirklich gelungen.

Weitere Meinungen:

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[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

[Rezension] Die Geliebte des Captains von Kresley Cole

Huch?

Was ist das denn für ein ungewohnter Anblick? Ja – auch ich habe so meine Guilty Pleasure Reads. Um dieses Buch bin ich sooo lange rumgeschlichen und als die Dilogie um die toughen Seemänner bei uns im Buchladen in der Rabattkiste auftauchte, konnte ich nicht anders als zuzuschnappen.

 


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  • Autorin: Kresley Cole, übersetzt von Barbara Först
  • Titel: Die Geliebte des Captains (Sutherland Brothers 1)
  • Verlag: LYX (Bastei Lübbe)
  • Genre: historische Romanze/Erotik
  • 416 Seiten, Taschenbuch: 9,99€ | Ebook: 8,99€
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Worum geht’s?
Nicole Lassiters Vater und der Erbe einer Handelsfirma und Kapitän eines großen Schiffes Derek Sutherland sind erbitterte Rivalen. Als Nicoles Vater inhaftiert wird, ist für Nicole klar, dass sie an seiner Stelle ein großes Schiffsrennen nach Sydney bestreiten wird. Das Preisgeld können sie – aber auch Derek Sutherland, der mit seiner Familie im Streit liegt – gut gebrauchen. Auf rauer See kommen sich Derek und Nicole immer wieder in die Quere, zwischen ihnen knistert und knallt es gleichermaßen. Doch jemand scheint an beiden Schiffen Sabotage zu betreiben und bald steht Nicoles Leben auf dem Spiel. Können Derek und sie sich zusammenraufen oder ist die Kluft zwischen ihnen tiefer als der Ozean?


Meine Meinung:

Titel, Aufmachung, Inhaltsangabe und Verlag lassen auf eine seichte Romanze mit Erotik-Anteilen schließen. Früher habe ich die Lyx Bücher reihenweise verschlungen, heute bin ich wählerisch geworden. Mir gehen übergriffige Machos und charakterlose Frauenzimmer auf den Senkel. Eine Romanze zwischen zwei kratzbürstigen Schiffskapitänen klingt zumindest nach ein bisschen Abwechslung!

Seichte Gewässer

Ich hatte ehrlich gesagt wenig historische Elemente oder Schifffahrtskunst erwartet – meistens steht bei solchen Büchern die Beziehung im Vordergrund. Dennoch war ich von den verschiedenen Elementen und Beschreibungen der Schiffe positiv überrascht. Für meinen Geschmack hätte es davon ruhig noch mehr geben können, schließlich wurden tolle Städte wie Kapstadt auf der Rennstrecke bereist. Was das Setting und die Rahmenhandlung anging, kratzte das Buch leider nur an der Oberfläche.

Kresley Coles Schreibstil bzw. die Übersetzung ist jedoch gut gelungen. Das Buch lässt sich locker weglesen, bietet durch die verschiedenen Perspektiven von Nicole und Derek Abwechslung und unterhaltsame Einblicke in die Köpfe der beiden. Die Schiffsmanöver, Stürme und das Leben an Bord wurden – soweit ich das beurteilen kann – glaubhaft und gut beschrieben. Man fühlte sich als wäre man mit den Protagonisten an Bord. Manchmal hätte ich mir beim Einstreuen der Informationen, Andeutungen bezüglich der Sabotagen und Schuldfragen etwas mehr Cleverness gewünscht. Einiges wirkte einfach als käme es schwuppdiwupp aus dem Nichts.

Widerborstig

Natürlich knisterte die Luft zwischen den beiden Rivalen Nicole und Derek. Es war ein Hin- und Her, ein Tauziehen und Kräftemessen. Ich mochte die Entwicklung der Beziehung der beiden. Von distanzierten Kabbeleien, hin zu vertrauten Momenten. Natürlich war die magische Anziehungskraft und Faszination von Anfang an da – aber das hätte es meiner Meinung nach gar nicht unbedingt gebraucht.

Nicole Lassiter fiel angenehm als hitzköpfige und sture Frau auf, die dem wortkargen Derek, oftmals die Leviten ließ. Auch, wenn das Buch die Rollenbilder des starken Mannes und der zarten Frau, beibehält, war Nicole auf ihre Weise eine starke Figur mit eigenen Motiven und Beweggründen.

Derek Sutherland fand ich als Charakter spannend. Trotz selbstbewusstem Auftreten und Sturkopf, besaß er eine innerliche Zerrissenheit. Einerseits zeichnete ihn seine ungesunde Beziehung zum Alkohol, andererseits seine Familienkonflikte. Dass er sich selbst als Schuft und Taugenichts sah, verlieh seinem Charakter einen interessanten Zug. Dadurch war er mehr als Sixpack und Muskeln, was mir zugegeben, ganz gut gefallen hat. Auch wenn sein Verhalten Nicole gegenüber nicht immer ganz einwandfrei war, so nahm er Rücksicht auf ihre Bedürfnisse und Wünsche.

Die erotischen Szenen waren romantisch, sinnlich und deutlich beschrieben. Manche Formulierung und gewisse Synonyme („Rute„) sorgten bei mir aber eher für Rumoren als Kribbeln im Bauch. Aber das ist nunmal Geschmackssache.

Deus ex machina

Natürlich steht die Liebesgeschichte im Vordergrund. Dennoch wurden am Ende einige Probleme derart problemlos von Autorenhand gelöst, dass man durchaus die Stirn gerunzelt hat. Da bereits vereinzelt in der Geschichte Hinweise zu streuen, würde manche plötzliche Wendungen nicht ganz so unglaubwürdig wirken lassen.

Auch die Nebencharaktere und Umstände waren oft mehr klischeehaft konstruiert und sollten das historische Setting unterstreichen, als dass sie besonders gelungen umgesetzt waren. Ich würde mir zwar Geschichten wünschen, die all das mit einer ordentlichen Liebesgeschichten und heißen Sexszenen verbinden, aber irgendwie ist das eben eher selten. Von dem her konnte ich es verschmerzen, weil ich ohnehin keine allzu hohen Erwartungen hatte.

Fazit:

Jepp, das Buch ist eine seichte Erotikromanze mit historischem Seefahrttouch. Ein ideales Badewannen oder Feierabendbuch. Wer anspruchsvollen Tiefgang und historisch ausgefeilte Abenteuer möchte, der sollte hier nicht zugreifen. Dennoch konnten mich die Charaktere, das Setting und das abenteuerliche Rennen insgesamt von sich überzeugen. Für Abwechslung und leichte Lektüre zwischendurch ist das Buch bestens geeignet. Die Kabbeleien zwischen Nicole und Derek waren erheiternd, Abenteuer und Romantik hielten sich die Waage und es knisterte beim Lesen angenehm in der Luft. Das Buch hat meine Erwartungen erfüllt und der zweite Band über Dereks Bruder Grant liegt auch schon hier.

Weitere Meinungen:


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