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Leseliste zum Black History Month

Leseliste zum Black History Month

Leseliste zum Black History Month

Was ist der Black History Month? In vielen anderen Ländern wird im Februar der Kultur und Geschichte von PoCs (=people of color) gedacht. In Deutschland gibt es kleinere Veranstaltungen z.B. in Hamburg.

Vorweg: Ich bin eine Kartoffel aus einem richtig kartoffeligen Dorf im Allgäu – viel Erfahrung zum Thema Rassismus kann ich also nicht vorweisen. Ich weiß nur, dass ich bis zur Mittelstufe nur eine dunkelhäutige Person kannte. Dass ich kaum etwas über die Kultur und die Geschichte außerhalb von Deutschland und Mitteleuropa in der Schule gelernt habe. Dass ich nicht erahnen kann, wie sich jemand fühlen muss, der in einem urbayerischen Dorf voller Konservativer schräg angeschaut, angepöbelt und beleidigt wird.
Es ist mir egal, welche Hautfarbe jemand hat“ – Nein, es ist nicht egal, solange jemand dadurch benachteiligt und diskriminiert wird.

Ich hoffe, dass es vielleicht irgendwann mal egal sein wird wie wir aussehen. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. Jeder von uns hat irgendwelche Vorurteile und nur, wenn wir uns bewusst und aktiv damit auseinandersetzen, können wir Rassismus besser bekämpfen.

Black History Month

Für den Februar, den Black History Month, habe ich mir gezielt ein paar Bücher von PoC Autoren herausgesucht, die ich diesen Monat lesen möchte. Denn die Vielfalt in der Literatur hängt auch immer davon ab, welche Bücher gekauft werden. Habt ihr gerade ein Buch von PoC Autor*in zur Hand? Nein? Vielleicht inspiriert euch dann dieser Blogeintrag… Hier findet ihr eine Liste von Büchern, die ich irgendwann noch lesen möchte. Ich möchte meinen Horizont erweitern. Leuten zuhören, die Erfahrungen direkt gemacht haben. Autobiografisch, politisch, gesellschaftskritisch, witzig, ernst, fantastisch. Es ist alles dabei.

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Meine Leseliste für den Februar:

Theodor Michael – Deutsch sein und schwarz dazu (deutsch)* [Biografie]
9783423348577Theodor Michael wird 1925 als Sohn eines Deutschen und einer Kamerunerin geboren. Er überlebt das Arbeitslager, studiert, arbeitet am Theater, hat eine Familie. Er ist in Deutschland geboren und aufgewachsen – und bleibt doch für viele aufgrund seiner Hautfarbe ein Außenseiter. Theodor erzählt die Geschichte seines Lebens.

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Nnedi Okofaror – Wer fürchtet den Tod (deutsch)* [Dystopische Fantasy/SciFi]
Die dunkelhäutigen Okeke werden von den hellhäutigen Nuru untedrückt. Onyesonwu macht sich auf, sich am Vergewaltiger ihrer Mutter zu rächen. Dieser ist aber ein mächtiger Zauberer namens Daibu und außerdem ihr Vater.

 


Weitere Leseempfehlungen:

    • Nic Stone – Dear Martin (engl.)* [Jugendbuch]
      Justyce ist Klassenbester, ein ordentlicher Junge. Aber das ist den Cops und den Medien egal, die ihn und seinen Kumpel Manny für eine Schießerei verantwortlich machen.
    • Angie Thomas – The Hate U Give (engl. | deutsch)* [Jugendbuch]
      Meine Rezension
      Starr ist dabei, als ihr Kumpel ungerechtfertigterweise von einem weißen Cop erschossen wird. Sie ist hin- und hergerissen, denn sie hat Angst auszusagen, Angst, ihrer Wut Luft zu machen und als „wütende Schwarze“ abgestempelt zu werden. Wird sie im Prozess aussagen und ihre Stimme erheben?
    • Margot Lee Shetterly – Hidden Figures (Unbekannte Heldinnen) (deutsch)* [Erzählung, wahre Geschichte]
      1943 werden erstmals afroamerikanische Frauen bei der NASA eingestellt. Trotz Diskriminierung und Skepsis setzen sich die brillianten Mathematikerinnen durch.
    • Reni Eddo-Lodge – Why I’m no longer talking to white people about race (engl.)* [Sachbuch, Gesellschaftsbuch]
      Die Diskussion über Rassismus, was beleidigend ist und was nicht, wird oft von solchen Leuten geführt, die keine Ahnung davon haben. PoCs hingegen müssen sich oft rechtfertigen, wenn sie sich aufgrund einer Bezeichnung schlecht fühlen. Die Journalistin Reni Eddo-Lodge wirft einen ungeschönten, direkten Blick auf unsere Gesellschaft.
    • Trevor Noah – Farbenblind (deutsch)* [biografische Kurzgeschichten, Humor]
      Trevor kam 1984 als Sohn einer Xhosa und eines Schweizers zur Welt. Das südafrikanische Apartheidssystem stellte „gemischtrassige“ Beziehungen zu dieser Zeit noch unter Strafe. Wie es für Trevor war unter diesen Bedingungen aufzuwachsen erzählt der heutige Comedian in 18 Kurzgeschichten.
    • Lori Hewett – Coming of Age (engl.)* [Jugendbuch]
      Vier Jugendliche erleben die Hochs und Tiefs der Highschool. Sie kämpfen um Liebe, Respekt und ihre Zukunft. (Ich habe das Buch in der 9. oder 10. Klasse als Lektüre im Englischunterricht gelesen)
    • Rosa Parks – My Story (engl.)* [Biografie]
      Rosa Parks ist vielen bekannt als die Frau aus dem Bus. Aber ihr Leben hat so viel mehr Spannendes, Aufrüttelndes und Wichtiges.
    • Martin Luther King Jr. – Autobiography (engl.)* [Biografie]
      „I have a dream.“ – Strahlende Figur der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, erschossen von politischen Gegner. Warum seine Worte bis heute bewegen und welchen Einfluss sie haben.
    • Barack Obama – Dreams from my father (deutsch| engl.)* [Biografie]
      In seiner Biografie erzählt der ehemalige Präsident der Vereignigten Staaten von Amerika über seine Kindheit, Jugend und was ihn geprägt hat.
    • Hans J. Massaquoi – „Neger, Neger, Schornsteinfeger!“: Meine Kindheit in Deutschland (deutsch)* [Biografie]
      Hans beschreibt seine Jugend als Kind einer weißen Mutter und seines schwarzen Vaters zu Zeiten des Nationalsozialismus.
    • Noah Sow – Deutschland Schwarz Weiß (deutsch)* [Essays/Sachbuch]
      Rassismus gegen Schwarze – das ist doch kein Problem in Deutschland. Alles ganz harmlos. Vom N-Kuss und „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann“ und anderen offensichtlichen Dingen mal abgesehen. Der Rassismus ist in unserer Gesellschaft tief verankert.

Blogbeiträge:

  • Ein Blog gegen Rassismus, der nicht müde wird, aufzuklären.
  • African Book Addict stellt 56 englischsprachige Neuerscheinungen diverser Autoren und Autorinnen vor. Schaut bei ihr vorbei!
  • Bücher, Musik, Medien und vieles mehr findet ihr auch bei Yasmin!

Videos:

Leute, denen ihr folgen solltet:

Weitere Leselisten:

Hinterlasst mir gerne weitere Buch-, Serien- oder Blogbeitragsempfehlungen in den Kommentaren. Vielleicht gibt es ja in eurer Stadt eine Veranstaltung zum #BlackHistoryMonth, die ihr unterstützen könnt? Auf jeden Fall sollten wir nicht am 28.02 damit aufhören, kulturelle Vielfalt zu feiern und uns für andere Leute zu interessieren.

Tüdelü, eure Babsi

p.s.: Ich will mit diesem Beitrag niemanden angreifen oder beleidigen. Ist es dreist und vermessen, dass ich als weiße Nicht-Betroffene über dieses Thema schreibe? Ich weiß es nicht. Ich möchte aber auch nicht dazu schweigen. Ich möchte diverser lesen, ich möchte „own voices“ unterstützen und ich möchte mehr Vielfalt in meiner Literaturblase.


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[Rezension] Sebastian Fitzek – Das Paket

[Rezension] Sebastian Fitzek – Das Paket

Nach einer längeren unibedingten Leseflaute im letzten Jahr habe ich aktuell wieder richtig Spaß und Lust am Lesen. <3

Endlich habe ich mich einem besonderen Schätzchen gewidmet: „Das Paket“ von Sebastian Fitzek – der erste Fitzek, den ich gelesen habe.

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Worum gehts?

Psychiaterin Emma Stein wird Opfer des „Friseurs“, eines Serientäters: sie wird vergewaltigt und ihr werden die Haare geschoren. Mit einem Unterschied: Sie überlebt. Doch die Tat hinterlässt tiefe seelische Narben und sie traut sich nicht mehr aus dem Haus, hat Panikattacken und ein normales Leben mit ihrem Mann Philipp scheint undenkbar. Dass einige an der Wahrheit ihrer Worte zweifeln macht alles noch schlimmer. Eines Tages nimmt Emma ein Päckchen für einen Nachbarn an, dessen Namen sie nicht kennt. Und dieses Päckchen soll der Beginn einer schrecklichen Geschichte sein, bei dem sich Emma ihrem Trauma und dem verrückten Serienmörder erneut stellen muss.

Meine Meinung:

Ich weiß noch, ich war ganz verzückt als es ganz neu bei uns im Buchladen in der Lieferung war. Das Design des Buches ist on point. Der Inhalt klang auch ganz spannend, aber ich glaube die unfassbar coole Verpackung war einer der Hauptgründe für meinen Kauf. Hut ab dafür lieber Droemer-Knaur Verlag!

Als Psychologiestudentin freue ich mich immer über Personen aus meiner Berufsgruppe als Protagonisten. (Seelenbrecher von Fitzek möchte ich übrigens auch noch lesen) Einerseits weil man sich mit der Figur dadurch mehr verbunden wird, andererseits weil die Einblicke und das Verständnis der Charaktere dadurch tiefer wird. Emma weiß z.B. genau, welche Medikamente sie nimmt, was diese bewirken und was ihre Symptomatik bedeutet. Inhaltlich also eine spannende Ergänzung zur beklemmenden Atmosphäre. Natürlich macht es das umso frustrierender, dass ihre psychische Genesung nach der schrecklichen Attacke nicht so gut verläuft. Freunde und Polizei werfen ihr vor eine pathologische Lügnerin zu sein, dass sie in ihrer Kindheit bereits wegen eines eingebildeten Freundes in psychotherapeutischer Behandlung war, macht es nicht besser. Diese Selbstzweifel – bin ich wirklich verrückt, bilde ich mir das alles ein oder kann ich meinen Sinnen trauen? – ziehen sich durch das ganze Buch und tragen maßgeblich zur Spannung bei. Atemlos und ebenso vorsichtig folgen wir Emma über das dünne Eis, auf dem sie sich bewegt. Ein paar Mal werden wir auf der Suche nach dem Schuldigen auf den Holzweg geführt und erst ganz zum Schluss offenbart sich das Ausmaß dieser Enthüllung.

Das Buch hat einen starken Anfang, war in der Mitte für mich manchmal etwas vorhersehbar und hat zum Ende hin nochmal beschleunigt. Mein erster Verdacht hat sich nicht bestätigt, wobei ich gar nicht so falsch lag, aber ich war dann doch etwas überrascht. Für mich war die Auflösung in ihrer mangelnden Detailierheit etwas unbefriedigend, weil ich mich weiterhin gefragt hab: „Und wie hat er das jetzt unentdeckt, abgesehen vom Hotelzimmer, geschafft? Wie kam er da und dort hinein?“

Zum Schreibstil von Sebastian Fitzek kann ich nicht wirklich viel sagen. Er trägt einen angenehm durch die Geschichte, lässt sich gut lesen, könnte aber an der ein oder anderen Stelle für meinen Geschmack durchaus eine Schippe drauflegen. Manchmal hätte ich mir genauere Ausführungen zum Tathergang, den Details, der Psychologie o.Ä. gewünscht. Die Eingangsszenen waren sehr fesselnd, danach hat das Buch die Atmosphäre nicht mehr so beklemmend hinbekommen finde ich.

Wir bleiben das ganze Buch über beim Charakter Emma Stein, andere auftretende Personen – außer Ehemann Philipp, Paketemfpänger A. Palandt, Anwalt Konrad – kommen eher am Rande vor. Emma war verschwommen und unklar, weil sie selbst nicht genau wusste, wer sie war, was sie einst ausmachte und psychisch heftig angeschlagen war. Dennoch kämpfte sie verbissen, um Gewissheit zu bekommen und den Friseur zur Strecke zu bringen. Die anderen Charaktere verhielten sich durchaus glaubhaft, blieben aber relativ blass. Ihre Persönlichkeiten trugen auf ihre Art zur Geschichte bei.

Am Ende wurde es nochmal spannend, aber ganz zufrieden war ich mit dem Abschluss nicht. Die Enthüllung der Identität des Friseurs und das letzte Gespräch konnten für mich nicht die Tiefe und Betroffenheit erzeugen, die ich mir gewünscht hatte. Es war mir irgendwie gleichgültig. Zum zehnjährigen Autoren-Jubiläum sind hinten noch Leserbriefe abgedruckt, die sich wirklich rührend lesen. Sebastian Fitzek kommt als Mensch einfach sehr bodenständig, sympathisch rüber (Ich meine Hallo?!, er hat ein Kinderbuch namens „Pupsi & Stinki“ geschrieben!) und das finde ich unfassbar toll.

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Fazit:

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, war spannend und ließ sich schnell lesen. Da Sebastian Fitzek von vielen Leuten sehr gefeiert wird, war ich irgendwie etwas „underwhelmed“, also unterwältigt. Ich fand das Buch gut, aber es hat mich nicht durchgehend gepackt und wirklich emotional mitgerissen. Vielleicht liegt es einfach ein wenig am Genre, da ich nicht so der Krimi/Thriller Leser bin. Dass ich meistens schnell weiß, wo der Hase lang läuft und was wie zusammenhängt. Dennoch kann ich das Paket als spannende, gute Lektüre gerne weiterempfehlen!

Ich werde auf jeden Fall noch ein paar weitere Fitzeks lesen (Passagier 23 liegt schon im Regal, der Seelenbrecher soll noch zuziehen). Vielleicht schafft es eines seiner anderen Bücher mich komplett zu fesseln. Ich vergebe 4 Seesterne, da das Buch spannend, unterhaltsam und für mich ein Grund war, definitiv mehr von Sebastian Fitzek lesen zu wollen!

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Weitere Stimmen zum Buch:


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[Rezension] Zeitlose – Simeons Rückkehr von Eva-Maria Obermann

[Rezension] Zeitlose – Simeons Rückkehr von Eva-Maria Obermann

Ich habe ein Buch beendet und ich bin wieder mal ein bisschen verliebt. *seufzt glücklich*

Und zwar handelt es sich bei diesem Schätzchen um „Zeitlose – Simeons Rückkehr“ von der famosen Eva-Maria Obermann, die als schreibtrieb, selbst bloggt.

Das Buch ist im „Schwarzer Drachen Verlag*“ erschienen und kostet als Taschenbuch* 9,90€ und als Ebook* 4,99€. Das Genre lässt sich nicht so leicht festlegen, denn es ist eine verträumte, fantastische Geschichte mit Spuren von Romantik. Irgendwie Urban Fantasy, aber irgendwie doch etwas ganz Eigenes. (Über L-Choice kaufen)

Ich habe das Buch auf lovelybooks im Rahmen einer Leserunde als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen lieben Dank dafür!

Hier ist die Rezension in Videoform!

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Diese Rezension ist wie immer spoilerfrei 🙂

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Meine Katze möchte sich nicht fotogen neben das Buch setzen 🙁

Worum geht’s?

Dora hat seltsame Träume, die sich anfühlen wie die Realität. Aber sie weiß, dass es nicht ihre Realität ist, denn sie lebt im 21. Jahrhundert, studiert, arbeitet in einem Kindergarten und ist in einer glücklichen Beziehung mit Oscar. In den Träumen hingegen ist sie Nancea, eine einfach Magd in einer mittelalterlich anmutenden Welt. Und sie verliebt sich dort in Simeon. Als Dora dann im realen Leben einen Mann trifft, der genau so riecht und dieselben Augen hat wie Simeon, ist sie vollends verwirrt. Was bedeuten ihre Träume und was bedeutet das schreckliche Ende, das Nancea und Simeon im Traum ereilt für Dora in der Wirklichkeit?

Das Buch ist in sich abgeschlossen, aber es wird mindestens noch zwei weitere Bände geben. Die Geschichte an sich geht nämlich noch weiter, aber es gibt keine fiesen Cliffhanger.

  • Meine Meinung:

Das Cover ist sehr schön und unterstreicht die verträumte, mystische Atmosphäre des Buchs. Einzig die Schriftart und Platzierung des Verlagslogos finde ich nicht ganz so gut.

Ich mag es, wenn Bücher sich nicht eindeutig in ein Genre einordnen lassen. Bereits früh beim Lesen wurde klar, dass wir hier eine philosophisch anmutende Geschichte mit fantastischen und romantischen Elementen haben. Es geht auch um Selbstfindung, Träume und Wünsche. Dass Eva-Maria Obermann sich viel mit Literatur beschäftigt merkt man, denn man fliegt – getragen vom luftig, wolkigen Schreibstil – ganz lockerleicht durch die Geschichte hindurch. Dabei mangelt es nie an Sprachgewandheit oder Augenzwinkern. Die Traumszenen wechseln sich fabelhaft mit den Szenen aus Doras Alltag ab, sodass man selbst in den spannenden Strudel und der Frage nach der Realität und dem Ursprung dieser Vermischung hineingezogen wird.

Ich bin kein Freund von Kitsch und allzu viel Schnulzereien – ich bin als Single sehr zufrieden und brauche keine Beziehung, um mit meinem Leben zufrieden zu sein. Aber Eva schafft hier etwas sehr Gemeines. Sie beschreibt die Liebe, das Zusammensein so umfangreich, liebevoll und unterschwellig, dass einem ganz warm ums Herz wird und man sich in jemandes Arme kuscheln möchte. Das Buch ist gefühlsbetont, aber ohne einem die Emotionen ins Gesicht zu klatschen. Der Schreibgrundsatz „Show, don’t tell“ ist meiner Meinung nach wunderbar gelungen, denn es wirkt nie überladen und plump sondern immer wie ein feiner Hauch, ein leichtes Kribbeln. Es ist definitiv ein Wohlfühl-Buch und auch beim Zuklappen am Ende hatte ich ein Lächeln auf den Lippen. (Obwohl ich gespannt auf Band 2 bin)

Dennoch mangelte es auch nicht an Spannung, Geheimnissen und einer kleinen Portion Action. So wohltuend und balsamierend die schönen Szenen waren, so schmutzig und schmerzhaft waren die Szenen, in denen Nancea oder Dora leiden mussten. Ich habe richtig mitgefiebert.

Die Charaktere haben mir gut gefallen, lediglich das „Böse“, war mir eine Spur zu eindimensional, auch wenn die Beweggründe schon Sinn ergeben haben.

Dora, unsere Protagonistin, war sehr sympathisch in ihrer neugieren Art, ihrer Nachdenklichkeit und ihrem Wunsch einerseits Nancea zu helfen, aber andererseits ihren eigenen Weg zu gehen. Obwohl Dora und Nancea durch die Geschichte hindurch verbunden waren, wirkten beide eigenständig und lebendig, auch wenn sie einige Ähnlichkeiten teilten.

Simeon war ein strahlender Charakter mit einem goldenen Herz und seine Leidenschaft und seine Hingabe für Nancea war absolut hinreißend.

Nathan, der mysteriöse Mann, brachte ein wunderbare Portion Düsternis und Gefährlichkeit in die Geschichte. Dennoch zeigte er seine nachdenkliche Seite und eine Tiefe und Entschlossenheit, die ihn durchaus sympathisch machten.

Oscar & Jonathan waren absolute Goldschätze! Ich möchte sie adoptieren und verhätscheln und drücken. *Mutterinstinkt aktiviert*

Ich fand auch toll, dass Eva einige Inhalte aus dem Studium und ein bisschen Literaturwissenschaft eingewoben hat, ohne dass es großartig aufgefallen ist.

Was hat mir nicht so gut gefallen? Das Böse in der Geschichte, aber hierzu will ich nicht spoilern, deswegen sage ich an dieser Stelle nicht mehr dazu. Die Geschichte hätte sich beim Ende ruhig noch ein bisschen mehr Zeit lassen können, finde ich. Im Buch wurde viel reflektiert und nachgedacht und das bleibt am Ende ein bisschen zurück bzw. wir werden vermutlich auf weitere Bände vertröstet.

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Du sollst in die Kamera schauen, Kater! Mhm, so wird das nichts mit der Grumpy Cat Nachfolge!

Eine Meinung reicht euch nicht? Dann werft doch einen Blick auf den Blog der lieben   Buchstabenträumerin und lest ihre  Rezension!

  • Fazit:

Von mir gibt es für „Zeitlose – Simeons Rückkehr“ eine klare Leseempfehlung. Das Buch war wunderbar geschrieben, die Geschichte war interessant und spielte mit allerlei Elementen aus verschiedenen Genres. Für mich war es ein tolles Lesevergnügen und ich freue mich sehr auf den nächsten Band und weitere Projekte von Eva. Am Besten fand ich die Story, den Schreibstil und den Erzählstil. Die Figuren waren gut gezeichnet und sympathisch, einige Abzüge gibt es jedoch – der ein oder andere Charakter war für meinen Geschmack ein bisschen zu klischeehaft. Da ist noch Luft nach oben!

Eine fluffige, süße, philosophische, vielseitige, fantastische, romantische Geschichte, die einen richtig in den Bann zieht. Dafür gibt es von mir 4,5 Seesterne.

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Weitere Stimmen zum Buch:


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[Rezension] Laura Kneidl – Light & Darkness

[Rezension] Laura Kneidl – Light & Darkness

Hallo ihr Lieben!

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Heute präsentiere ich euch die Rezension zu „Light & Darkness“ von Laura Kneidl. Das Buch ist im Carlsen Verlag erschienen, kostet als Taschenbuch 8,99€ und als Ebook 3,99€.

Die Viderezension findet ihr hier.

Genre: Jugendbuch Fantasy

Kauft Light & Darkness* auf amazon! 🙂

Worum geht’s?

Light macht die Ausbildung zu einer Delegierten. Delegierte bekommen ein zu ihnen passendes übernatürliches Wesen zugeteilt und bestreiten gemeinsam den Alltag. Das soll die Differenzen zwischen Menschen und Wesen verkleinern und für ein friedliches Miteinander sorgen. Alle erwarten, dass die engelsgleiche, tüchtige Light eine Fee oder Elfe zugeteilt bekommt, jedoch gibt es einen Fehler im System und sie bekommt den männlichen Dämon Dante an die Seite, der so gar keine Lust auf das Delegationssystem oder Light hat. Light nimmt ihren Job jedoch sehr ernst und möchte alles dafür tun, dass es dem geheimnisvollen Dante gut geht, auch wenn er sich dagegen sträubt.

Jedoch hat Dante ein dunkles Geheimnis, das die wackelige Beziehung der beiden schon bald auf eine harte Probe stellt.

Design:

Das Cover finde ich okay. Mir gefällt, dass die Personen darauf zu Light und Dante im Buch passen. Die Schrift und die schnörkeligen Blätter finde ich nicht so schön, aber die Farbgebung gefällt mir gut.

Schreibstil:

Das Buch ließ sich wirklich sehr flüssig lesen, die Sprache ist einfach gehalten, war aber dennoch passend und abwechslungsreich. Für ein Jugendbuch absolut angemessen.

Inhalt:

Wir befinden uns in einer Welt ein wenig in der Zukunft, die unserer Welt gleicht. Jedoch weiß dort jeder, dass es Vampire, Furien, Dämonen, Lykanthropen etc. gibt. Um die besonderen Wesen in die Gesellschaft zu integrieren, vorherrschende Differenzen zwischen Menschen und Wesen zu überbrücken und für ein friedliches Miteinander zu sorgen gibt es das System der Delegierten. Einem Menschen wird dabei ein Wesen, das speziell durch psychologische Tests ausgewählt wurde, zugewiesen und die beiden begleiten und leben miteinander. Normalerweise sind Delegierter und Wesen vom selben Geschlecht. Bei Light macht das System allerdings einen Fehler und sie bekommt den männlichen Dämon Dante. Bis zu einem Revisionsverfahren und einer neuen Auswahl müssen die beiden miteinander leben und klar kommen.

Lights Familie und vor allem der Vampir Kane, das Wesen ihres älteren Bruders, der in Light verliebt ist, reagieren abweisend und negativ. Die gutherzige Light ist sauer, dass alle so gemein zu dem Dämon sind und will versuchen, so offen und freundlich wie möglich zu sein. Dante macht es ihr jedoch nicht so leicht, ihn zu mögen und versucht mit allen Mitteln Light zu sabotieren. Dennoch beginnt Light damit, wider aller Vernunft Gefühle für Dante zu entwickeln.

Im gemeinsamen Alltag merken die beiden, dass sie sie eigentlich ganz gut riechen können, doch Dantes dunkle Vergangenheit holt die beiden schließlich ein.

Die Impia und die Censio, zwei extreme Gruppen machen die Welt mit Terroranschlägen unsicher. Die Impia wollen alle Wesen vernichten, die Censio wollen die Herrschaft der Wesen über den schwächeren Menschen durchsetzen. Auch Light und Dante werden mit in die Sache hineingezogen. Ob ihre Beziehung dem Stand hält und ob die beiden durch die anstehende Neuverteilung der Wesen getrennt werden, müsst ihr selbst lesen.

Ich fand das Setting interessant und die rigide Systematik der Welt amüsant. Für mich war am Anfang ein bisschen zu viel Alltagsgeplänkel, aber ansonsten fühlte ich mich gut unterhalten.

Charaktere:

Light unsere fleißige und gutherzige Protagonistin wirkte auf mich sehr lebendig und dreidimensional. Ihre Handlungen waren nachvollziehbar und ihre Geduld und Offenheit waren sehr vorbildlich. Dennoch hat Laura Kneidl es geschafft, sie durch einige Eigenheiten zu einer realistischen Person zu machen. An Macken hätte es noch ein bisschen mehr sein können, aber insgesamt konnte ich gut mit Light.

Dante war schnuckelig. Man hat ihm von der ersten Sekunde nicht wirklich abgenommen, dass er so böse ist. Er war zwar frech und rebellisch, aber hatte doch einen weichen Kern. Dennoch hat er ein, zwei Aktionen gebracht, die Light berechtigterweise ausrasten ließen. Gegen Ende fand ich sein Verhalten etwas verwirrend, weil mir seine Gefühle nicht ganz klar waren bzw. der Übergang von der einen zur anderen Phase. Ohne zu spoilern kann ich hier nicht ganz so viel sagen, aber mir hat da noch ein Knackpunkt oder Gedankengang gefehlt.

Jude, Lights Bruder und sein Wesen Kane, fand ich interessant und sympathisch. Im Verlauf der Geschichte hatte ich jedoch das Gefühl, dass sie von ihrem Charakter abrückten und mehr Mittel zu Zweck wurden. Schachfiguren, die nur da sind, um die Geschichte voranzutreiben. Wie Kane, der in Light verliebt war, am Ende gehandelt hat, war für mich nicht nachvollziehbar. Gar nicht. Und für jemanden, der bereits 150 Jahre alt ist, hat er sich nicht so ganz angemessen verhalten.

Crispin, der Bösewicht der Geschichte, ist für mich auch eher durchgefallen. Er sollte der geniale, brutale Boss der Terrorgruppe Censio sein. Aber die ganze Gruppe war chaotisch und in ihrem Vorgehen etwas wirr. Mir hat es hier an Konsequenz gefehlt und ich hatte von Anfang an den Eindruck, dass er nicht auf Versöhnung aus ist. Für mich war er schlichtweg nicht gut genug ausgearbeitet.

Die Nebencharaktere hatten genug Charakter um eine eigene Persönlichkeit zu haben, aber keine Chance sich weiter zu entwickeln, weil sie keine so große Rolle gespielt haben.

Die beiden Hauptcharaktere haben mir ganz gut gefallen, die anderen Personen waren jedoch durch ihr irrationales Verhalten manchmal etwas mechanisch und unrealistisch. An dieser Stelle hätte ich persönlich nochmal den Rotstift in die Hand genommen und überarbeitet, weil Potenzial da ist, das nicht genutzt wurde.

Ende:

Das Ende fand ich irgendwie frisch und mir gefiel, dass die Geschichte abgeschlossen, aber nicht zu Ende war. Es hat mich glücklich und neugierig gemacht, wie es mit der Welt weitergeht.

Die Gesamtwertung:

Ich mochte das Setting sehr gerne! Mir gefiel die Welt und der Schreibstil und ich fände es toll, noch mehr Geschichten aus der Welt der Delegierten zu lesen. Gerne auch mit anderen Charakteren. Ein paar Abzüge gibt es für mich bei den Charakteren. Alles andere sind eher kleine Kritikpunkte, die dem Lesevergnügen keinen Abbruch tun.

Ergibt insgesamt also 3,5 Seesterne!3,5seesterne.png


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