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[Rezension] Psyche? Hat doch jeder! von Lena Kuhlmann

[Rezension] Psyche? Hat doch jeder! von Lena Kuhlmann

Eine bloggende Psychotherapeutin? Irgendwie schäme ich mich ja schon, dass ich noch nicht früher über Lena Kuhlmann von freudmich gestolpert bin. Im Urlaub hat mir eine Bekannte von dem Buch vorgeschwärmt:

„Sag mal, Babsi, du studierst doch auch Psychologie, oder? Was hältst du von diesem Buch? Ich fand das soooo toll!

Ich habe mir den Klappentext durchgelesen, ein bisschen reingeblättert und war ziemlich angetan. Ein Psychologie Buch? Von einer jungen Autorin? Nicht über-esoterisch? Nicht reißerisch gegen Internet oder die Jugend von heute? Heureka!

Kaum war ich zuhause, flatterte auch schon eine Mail von der bezaubernden Anabelle (Stehlblüten) herein, die bei Eden Books ein Praktikum macht und bei dem Buch an mich denken musste. So habe ich dann ein Rezensionsexemplar und ein Buch zum Verlosen bekommen. Dankeschön!

Warum zur Hölle auf dem Bild oben eine Banane liegt und wie ihr ein Exemplar von diesem Buch gewinnen könnt, verrate ich euch am Ende des Beitrags!

Lena Kuhlmann: Psyche? Hat doch jeder!


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  • Titel: Psyche? Hat doch jeder
  • Autorin: Lena Kuhlmann
  • Verlag: Eden Books
  • Genre: Sachbuch, Psychologie
  • 256 Seiten, Ebook: 12,99€ | Paperback: 16,95€
  • auf amazon* anschauen

 

Worum geht’s?
Psychotherapeutin und Bloggerin Lena Kuhlmann will aufklären, hartnäckige Vorurteile aus der Welt schaffen und informieren. Über Psychotherapeuten, Depressionen, psychische Erkrankungen und alles drumherum. Liegt man apathisch und auf der Couch und spricht nur von seinen Eltern? Denkste! Wie spannend und vielseitig Psychologie ist und warum Schokolade zwar lecker ist, aber eben leider keine Depressionen heilt – all das erklärt Lena Kuhlmann in diesem Buch.


Meine Meinung:

Vorneweg: Ich fange in ca. einem Monat meinen Master in Psychologie an – für mich standen in dem Buch fast ausschließlich Dinge, die ich schon wusste. Für die meisten mag das Buch aber vor allem neue Erkenntnisse und Aha-Effekte beinhalten. 😉

Wir beginnen mit den Basics: Wie ist die Psychologie entstanden, welche Richtungen gibt es und wie unterscheiden die sich. Im zweiten Themenbereich geht es um Psychotherapeut, Psychologe, Psychosomatiker, Heilpraktiker. Behandlung mit oder ohne Medikamenten, Hilfe für Betroffene und Angehörige und die gängingen Krankheitsbilder. Zum Schluss gibt es noch einen Blick hinter die Kulissen der Psychotherapeuten.

Was mir besonders gut gefällt: Neben den Klassikern – Freud, Piaget, Bandura – bezieht Lena Kuhlmann auch soziale Medien, aktuelle Studien und Entwicklungen mit ein,  ohne sie zu verurteilen (wie es Manfred Spitzer gerne tut). Hintergrundwissen und Studien finde ich auch bei Sachbüchern unverzichtbar.

Für mich ist das einfach ein Zeichen von Qualität, denn viele Bücher rund ums Thema Geist und Gehirn sind gerne mal esoterische Meinungsbilder ohne wirkliche Fakten. In diesem Buch finden wir stattdessen Fachwissen, Fakten, angereichert mit persönlichen Erfahrungen aus dem Psychotherapie-Alltag.

Du psycho, ich psycho, alle psycho.

Nicht zu ausführlich und doch ausführlich genug werden die verschiedenen Therapierichtungen, die Geschichte der Psychologie und einzelne Krankheitsbilder beleuchtet. Das Buch dient als Überblick und schneidet die meisten Themen nur an. Zwar verstecken sich viele Weisheiten, hilfreiche Gedankenanstöße und einige Therapieansätze darin, aber wer sich genauer über ein bestimmtes Störungsbild informieren will, der muss noch weitere Bücher kaufen.

Dieses Buch sagt alles, was ich in meiner Litcamp Session angesprochen habe, nochmal geordneter, ein bisschen ausführlicher und kompakt zum Nachlesen. Im Bachelor Psychologie hat man unter anderem Wahrnehmungspsychologie, Motivation & Emotion, Entwicklungspsychologie, Psychopathologie, Gesundheitspsychologie und klinische Psychologie. Papageno-Effekt, Werther-Effekt, Übetragung, Kleiner Albert… Alle diese Bereiche werden im Buch zumindest angeschnitten und einige Worte dazu gesagt. Das finde ich für ein Buch mit knapp 256 Seiten echt beachtlich! (Lena Kuhlmann kann sich definitiv kürzer fassen als ich, hihi!)

Serotonin beim Lesen!

Und deswegen macht mich dieses Buch auch so rundum zufrieden und glücklich. Als Betroffene von Depressionen und Psychologie Studentin kann ich dieses Buch guten Gewissens absegnen und weiterempfehlen. Denn es klärt auf und baut Vorurteile ab, räumt mit Missverständnissen auf und gibt genug Einblick in die Marterie um ein Grundgefühl zu bekommen.

Dazu ist es schön gestaltet, sinnvoll und übersichtlich in kleine Wissenshäppchen gegliedert und gut geschrieben. Neben vollendeten Tatsachen gibt Lena Kuhlmann kein Allheilmittel – denn das gibt es nicht – sondern gibt viele Gedankenanstöße.

Da ich auch schon viele fragwürdige Bücher von Psycholog*innen gelesen habe bzw. seltsame Meinungen und Persönlichkeiten getroffen habe, bin ich zuversichtlich, dass Lena Kuhlmann mit ihrem Buch und ihrem Blog gute Arbeit leistet. Hirn, Herz und Gefühle stehen in diesem Buch im Vordergrund, nicht die Person hinter dem Buch.

Außerdem teile ich viele Ansichten der Autorin – denn sie schreckt nicht davor, auch ganz klar die Probleme beim Namen zu nennen: Die ewig langen Wartezeiten, die miesen Bedingungen bei der Ausbildung zum Psychotherapeuten. Genauso wie sie wünsche ich mir, dass die Menschen irgendwann so selbstverständlich und regelmäßig zum Psychologen gehen können wie zum Hausarzt. Denn immer erst dann helfen, wenn es eigentlich schon richtig schlimm ist – da sind wir uns wohl alle einig – ist nicht so prickelnd. Auch VR Brillen zur Angstexposition kann ich mir gut vorstellen!

Versprochen ist versprochen

Kommen wir nun zum Hintergrund des doch leicht befremdlichen Fotos und zum Gewinnspiel!

Schrauben locker? Nicht mehr alle Tassen im Schrank? Vollkommen Banane? – Ja, die Gegenstände auf dem Foto wirken neben dem Buch auf den ersten Blick etwas deplatziert und willkürlich. Andererseits haben wir ziemlich viele Synonyme fürs „verrückt sein“ – aber hey, wer von euch würde sich als vollkommen normal bezeichnen?

Außerdem ist die Bananen tatsächlich ein kleiner Insider für alle, die in Bamberg studieren und die Vorlesung bei Professor Carbon besuchen. Seine Folien zur Gestaltpsychologie inklusive mühevoll ausgewählter Schnappschüsse von Bananen (wegen dem nervigen Copyright bei Stockfotos etc!) sind wohl legendär. Banane im Dunkeln, Banane hinterm Wasserglas, Banane von oben, Banane in rot, Banane in schwarz-weiß… Liebe Grüße an dieser Stelle!

Das Gewinnspiel ist diesmal exklusiv auf Instagram zu finden!

Fazit:

Danke Lena Kuhlmann! Dieses Buch war dringend überfällig. Verständlich, unterhaltsam, kompakt – die wichtigsten Basics, das wichtigste Wissen über psychologische Grundlagen in einem schmucken Buch verpackt. Ich würde mir wünschen, dass dieses Buch zum Kanon gehört. Jedenfalls, wenn ich mir die Leute anschaue, die noch Witze über Suizide machen oder Menschen mit psychischen Erkrankungen raten „Sie sollen sich zusammenreißen“.

Allgemeinwissen für jeden. Jeeeeeeedeeeeen. Ja, auch für dich. Wer sich schon mit Psychologie und psychischen Erkrankungen auseinandergesetzt hat oder gar Psychologie studiert, der wird in dem Buch eher bestätigend nicken und laut „Ja“ ausrufen, als Neues zu lernen. Aber das ist auch mal ganz schön. Volle Punktzahl von mir für dieses Buch!

Zusätzlich möchte ich mich dem Ende des Buches anschließen und diesen Beitrag nicht mit einem Punkt, sondern mit einem Zeichen der Mental Health Bewegung und der Hoffnung abschließen ;

Weitere Meinungen:


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Babsi taucht ab (April 2018)

Babsi taucht ab (April 2018)

Der April macht, was er will und es ist wieder an der Zeit für ein neues „Babsi taucht ab“.

Blogbeiträge

  • Dass Frauen in der Gesellschaft noch nicht komplett gleichberechtigt sind, ist ein allgegenwärtiges Thema. Der Feminismus setzt sich für gleiche Rechte und weniger Sexualisierung und Objektifizierung ein. Warum vor allem Objektifizierung von Frauen gefährlich ist, erzählt uns Katie.
  • Wenn man Autor*innen fragt, was sie beim Prozess des Buch Schreibens und Veröffentlichens am meisten stört, lautet die Antwort oft: Das Überarbeiten! Einen guten Tipp, um aus der mühevollen Kleinstarbeit mehr Spaß zu machen hat Sina für euch.
  • Ich bin bei langen Reihen immer sehr zögerlich… Umso besser, dass es bei nobody-knows ein paar Empfehlungen für gute Dilogien gibt!
  • Mit vermenschlichten Bösewichten und dem Wandel der Antagonisten setzt sich die liebe Aurelia in einem – wie immer – grandiosen Beitrag auf geekgeflüster auseinander.
  • Du zweifelst an deinen Fähigkeiten als Autor*in weil du die Geschichte einfach nicht so niedergeschrieben bekommst, wie sie in deinem Kopf ist. Christian Milkus hat da ein paar Worte für euch
  • Ihr interessiert euch für Anime, aber auch für die Lizenzierung ausländischer Serien für den deutschen Markt und generell die Aufgaben und Schwierigkeiten von Publishern? Dann lasst euch das Interview von Mia & Fuma mit KSM Anime nicht entgehen!
  • Ich linse immer ganz verstohlen zum dtv Verlag, der viele japanische Autor*innen verlegt. „Der Dieb“ hört sich sehr interessant an und die Rezension von travelwithoutmoving macht neugierig!
  • Leider war ich dieses Jahr nicht beim Litcamp in Bonn dabei, aber die Beiträge – u.a. von Stephanie Müller – machen wirklich Lust, nächstes Jahr auf jeden Fall wieder die lange Fahrt auf mich zu nehmen.
  • Search Engine Optimization – was ist das und warum kann das für mich nützlich sein?  All meine Träume erklärt es euch!

Videos

Mary und die Blumen der Hexe, ein neuer Film aus den Ghibli Studios!

Unentdeckte, geheimnisvolle Unterwasserkreaturen sind genau meins…

Gelesen

Privat

Wie ihr vielleicht durch die Ruhe hier und auf Social Media bemerkt habt, bin ich durch mein Praktikum extrem eingespannt. Ich arbeite in einer psychosomatischen Akutklinik, begleite die Gruppentherapie und die Kunsttherapie, darf mit den Patienten Tests zur Verlaufsdiagnostik durchführen, lerne verschiedene Techniken kennen und lausche den verschiedenen Problemen und Themen. Das ist viel Input und verlangt die volle Aufmerksamkeit von 8:00 bis 16:00 Uhr. Zusätzlich sind viele Themen harter Tobak, sehr bewegend und emotional. Mein Kopf raucht, weil ich mir überlege, was ich sagen kann, welche Fragen ich stellen möchte und wie man vielleicht helfen kann, einen kleinen Schritt in die richtige Richtung zu gehen.

Wenn ich dann nachmittags heimkomme, bin ich platt. Ich lese zwar in der Mittagspause und abends, aber ich kann nichts mehr produzieren. Keine Videos und kaum Blogeinträge. All das konzentriert sich aufs Wochenende, das ich wirklich zu schätzen weiß. Freie Zeit und Zeit für mich, um mich von den Anstrengungen der Woche abzugrenzen und zu erholen. Nichtsdestotrotz macht mir das Praktikum (meistens) Spaß und ich habe schon einiges für mich lernen können. Auch im Mai werde ich noch dort arbeiten, also seid mir bitte nicht böse, wenn es sich auch im kommenden Monat auf wenigere Beiträge konzentriert. Ich habe mir schon einige Notizen gemacht für freie, nicht rein buchbezogene Beiträge, aber für die brauche ich mehr Kraft und geistige Fitness, also stelle ich sie hinten an.

Auch die DSGVO wirft ihre Schatten voraus und ich muss noch am Blog werkeln, damit er rechtskonform bleibt. Falls euch etwas auffällt, was ich noch nicht umgesetzt habe, würde ich mich über einen kleinen Hinweis freuen.

 

Vielen Dank, dass ihr immer noch hier seid. Seit dem Umzug ist es gefühlt etwas ruhiger hier geworden, umso mehr schätze ich die „alten Hasen“, die sich immer wieder blicken lassen.
Ich wünsche euch eine wunderschöne Frühlingszeit und einen guten Start in den Mai. Was hat euch diesen Monat so bewegt?

Tüdelü, eure Babsi

Titebild von Zen Photographer via Unsplash

Babsi taucht ab (Februar 2018)

Babsi taucht ab (Februar 2018)

Hallodriho, ihr Halunken! Der kürzeste Monat des Jahres ist vorbei, ebenso mein Geburtstag und das Wintersemester. Was mich diesen Monat begeistert, bewegt und berührt hat, lest ihr in der heutigen Ausgabe von „Babsi taucht ab“:

 

Blogbeiträge:
  • Die Debatte ist zwar schon etwas älter, aber Elea hat sich die Mühe gemacht die „Rape Fiction“ Debatte aus psychologischer Sicht zu beleuchten und das ganze differenziert und sachlich aufzudröseln. Auch, wenn ihr die Thematik satt habt, lohnt sich der Artikel.
  • Kann mir Improvisationstheater beim Schreiben helfen? Absolut! In Janas Schnupper-Session beim Litcamp in Heidelberg habe ich eine gute Methode kennen gelernt, meine Charaktere noch besser zu charakterisieren und kennen zu lernen. Nun bietet Jana das erste Mal ein professionelles Coaching für Autor*innen an. Lasst euch das nicht entgehen, wenn ihr an dem Termin Zeit habt.
  • Künstler sein wird vor allem mit kreativem Schaffen verbunden. Auf Knopfdruck kreativ zu sein. Aber was, wenn man eben nicht schreibt/zeichnet/musiziert? Michael Behr hat da einen guten Denkanstoß zur Entlastung!
  • Ich möchte generell eine Folgeempfehlung für Gondor statt Mordor aussprechen. Alle Beiträge bisher sind sehr gut, zum Beispiel der zum kritischen Lesen im Laufe der Zeit oder die Frage ob zu kritische Leser Spaßbremsen sind.

 

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Ich war zwischendurch mal wieder bei meinen Eltern zu Besuch und konnte ausgiebig mit meinem Lieblingskater schmusen. <3
  • Linus ist ein unglaublich lieber, engagierter und belesener junger Mann und wird dennoch oft im Netz heftig angegangen und beleidigt. Warum? Weil Linus im Körper einer Frau geboren wurde. Er berichtet in einem Artikel im tagesspiegel darüber mit wie viel Hass er täglich konfrontiert wird. Was man da lesen muss ist unglaublich und erschütternd und ich frage mich, was Leute motiviert mit solcher Leidenschaft zu hassen und anderen Menschen das Leben zu ruinieren. Ich stehe hinter Linus!
  • Für diverses, buntes Lesen – auch abseits des Wohlfühlgenres – argumentiert die liebe Tabi in ihrem neuen Beitrag.
  • Rezensionsverzeichnisse – die meisten Bücherblogs haben eines. Für mich ist es auch unverzichtbar und ich stöbere gerne bei anderen, ob wir dieselben Bücher gelesen haben usw.. Aber wie erstellt man sich das denn am Besten? RikeRandom erklärt’s.
  • Helden sind tot“ lautet der harte Aufhänger für einen Beitrag der lieben Aurelia. Auf Geekgeflüster schaut sie sich dieses Mal Heldenfiguren an und wie die Realität so manche strahlende Figur eiskalt vom Ross kickt.

 

 

Videos:
  • Ich liebe es, wenn Menschen, die ich toll finde, sich zusammenschließen und was Tolles auf die Beine stellen. So auch ganz viele liebe Menschen von der Bloggercrew. Das gibt es jetzt öfter? Hell yeah.
  • Ihr interessiert euch für Mythologie z.B. Nornen und Moiren? Doch was ist eigentlich der Unterschied? Liza Grimm erklärt es uns.
  • Die Irland Vlogs von Anabelle sorgen direkt für Wanderlust und Fernweh und haaach! <3 Die Aufnahmen sind sooo schön.

 

Gelesene Bücher:

 

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  • Ich glaube es kaum, aber ich werde auf der Leipziger Buchmesse 2018 eine Lesung halten! Meine allererste Lesung! Aus meinem unveröffentlichten Manuskript! Nebst tollen und hochgeschätzten Autorenkollegen und -kolleginnen. In einem Irish Pub! Und da gibt es Mopshunde! Waaaah! Ich hab noch gar keine Stelle ausgewählt und ich glaube ich hab Lampenfieber und OH-EM-GE!
    Alle Infos dazu findet ihr auf 9lesen.de und unter dem Hashtag #9lesen.
  • Meine Bachelor-Note ist da und ich freue mich soooo sehr. Jetzt fehlt nur noch ein Praktikum, das ich im April und Mai ableisten werde und dann steht meinem Abschluss rein theoretisch Nichts mehr im Wege.
  • Zu meine Geburtstag haben ganz viele liebe Leute an mich gedacht und mir Bücher geschickt. <3 Vielen vielen lieben Dank an euch! Ich hatte einen wunderschönen, gemütlichen Geburtstag und habe ihn mit meinen liebsten Freunden verbracht.G-r1DCYq.jpg
  • Am 01. März erscheinen fantastische Bücher! Das Taschenbuch zu „Die Götter von Asgard„, „Shape of Water“ und natürlich „Zeitlose 2: Doras Erwachen“ von Eva-Maria Obermann. Zu letzterem habe ich eine kleine Leseprobe einsprechen dürfen. <3
  • Am 24.02 war ich zum ersten Mal bei einem Treffen des bayerischen Buchclubs „Bücherbrezn“ dabei und wir waren in Nürnberg Kaffee trinken, über „The Circle“ von Dave Eggers diskutieren und natürlich Bücher stöbern. <3 Danke Mädels für den wundervollen Tag!

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Titelbild von Jeremy Bishop // Unsplash

[Rezension] The Hate U Give von Angie Thomas

[Rezension] The Hate U Give von Angie Thomas

Es wird gehyped, gehyped und gehyped. „The Hate U Give“, kurz THUG, der Debütroman von Angie Thomas, einer schwarzen Autorin aus den USA. Ist die Welle der Begeisterung gerechtfertigt?

Ich habe mir das englische Hardcover gekauft, als es kurzzeitig im Angebot war. Gelesen habe ich es zusammen mit ein paar lieben Leuten – u.a. Leseratz, Isabel, Eva, Liila, Sophia und Nise – in einer Leserunde (#readingthug)

Diese Rezension ist spoilerfrei, leichte Andeutungen konnte ich jedoch nicht vermeiden.

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Worum geht’s?

Nach einer Party wird die 16-jährige Starr von ihrem Kindheitsfreund Khalil nach Hause gefahren. Jedoch werden sie von einem weißen Officer angehalten, die Situation ist angespannt und eskaliert: Khalil wird erschossen und stirbt in Starrs Armen. Ein brisantes Thema, eine Tragödie wie viele anderen. Weißer Cop erschießt schwarzen Jugendlichen. Die Nachrichten machen schnell die Runde. In Garden Heights, Starrs Viertel, in dem hauptsächlich Schwarze wohnen, starten Proteste, die Stimmung brodelt und es wird nach Rechtssprechung gerufen.
Justice for Khalil„, schallt es durch die Straßen.
Die Medien zeichnen ein anderes Bild und nehmen den Cop in Schutz. Khalil sei ein Drogendealer, ein Gangster, ein Bandenmitglied gewesen. Inmitten all dessen ist Starr hin- und hergerissen, denn sie lebt in zwei Welten. Einmal mit ihrer Familie in Garden Heights und einmal auf der weißen Privatschule, auf die ihre Freunde und auch ihr fester Freund Chris geht. Niemand weiß, dass sie die ominöse Zeugin ist, die zum Zeitpunkt des Geschehens mit in Khalils Auto saß. Sie hat Angst vor den Konsequenzen, Angst vor den Veränderungen und Angst, ihre eigene Identität als Schwarze aufzugeben, wenn sie nicht dafür sorgt, dass Khalil Gerechtigkeit widerfährt.  Wird sie ihre Stimme erheben und damit ihr eigenes Leben, ihre Freundschaften und Beziehungen aufs Spiel setzen?

  • Genre: Jugendbuch
  • Verlag: cbt Verlag (deutsch), Walker Books Ltd. (Englisch)
  • Hardcover*: 17,99€ (deutsch) | Ebook*: 13,99€ (deutsch)| Taschenbuch*: 7,99€ (englisch)

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Meine Meinung:

Das Hardcover besticht durch sein schlichtes, aber aussagekräftiges Design. Die Taschenbuchversion wirkt unauffällig, schlicht und deswegen mag ich das gebundene Buch viel lieber. Außerdem wirkt es frischer, aktueller und jugendlicher.

Da ich das Buch auf englisch gelesen habe, kann ich nichts zur deutschen Übersetzung sagen. Ich fand das Buch ließ sich gut lesen, nur eine Slang-Ausdrücke musste ich googlen. Es war spannend und treffend geschrieben, wir begleiten Starr als Ich-Erzählerin, erhalten Einblick in die Gedankenwelt eines modernen, sechzehnjährigen Mädchens und das bringt der frische, peppige Schreibstil klar rüber. Hier und dort gab es einige Wortwiederholungen, besonders „snickered“ ist mir immer wieder aufgefallen. An sich war das aber nicht störend und der Schreibstil als Stilmittel wurde gut genutzt und steht auch eher im Hintergrund der Geschichte und ihrer Botschaft, was vollkommen in Ordnung ist. Für einen Debütroman hat Angie Thomas hier eine solide Leistung abgeliefert und uns Starrs Welt bunt, chaotisch und lebhaft gezeichnet.

Wir haben einige Charaktere in diesem Buch: Allen voran unsere Protagonistin und Erzählerin Starr, ein schwarzes Mädchen aus einer großen, liebevoll-strengen Familie, die in zwei Welten lebt. Einmal in dem Viertel Garden Heights, wo ihr Vater einen kleinen Supermarkt betreibt: ärmlich, etwas heruntergekommen, mit vielen Problemen, aber mit einer starken schwarzen Gemeinschaft. Auf der anderen Seite geht sie seit einem Vorfall in ihrer Kindheit auf eine weiße Privatschule, auf der sie fast die einzige Person mit dunkler Hautfarbe ist. Dort gibt sie sich anders und versucht mit aller Macht nicht „Ghetto“ oder „abgeranzt“ rüberzukommen, sondern wie ein cooles, schwarzes Mädchen. Auch ihre Freunde Maya, Hayley und ihr fester Freund Chris (den sie vor ihrer Familie insbes. ihrem Vater geheim hält, weil er weiß ist) besuchen diese Schule. Der Kontrast der beiden Welten wird immer wieder deutlich, in dem wie sich die Charaktere geben, was sie sagen und was sie besitzen, was sie beschäftigt. Im Verlauf der Geschichte erleben wir einige Reibereien und Freundschaften gehen zu Bruch. Maya hat chinesische Wurzeln, womit Chris und Hayley neben dem Officer die einzigen weißen Personen sind, die eine größere Rolle spielen. Chris war mir sehr sympathisch und ich mochte, wie er dargestellt wurde. Ein bisschen tollpatschig, aber lieb und herzensgut, ehrlich um Starr bemüht.

Dann gibt es noch Starrs Familie, ihren Vater Maverick, einen ehemaligen Dealer und Gangster, der es sich nach seinem Aufenthalt im Gefängnis in den Kopf gesetzt hat, auch anderen zu helfen und sich sehr für die Recht der Schwarzen und Frieden im Viertel einsetzt. Starrs Mama Lisa ist Krankenschwester und besticht durch ihre liebevolle Strenge, ihre aufmerksamen Worte und ihr großes Herz. So eine Mama kann man sich nur wünschen. Zusätzlich besteht die Familie noch aus ihre kleinen Bruder Sekani und ihrem Halbbruder Seven, dessen leibliche Mutter die Geliebte des größten Drogenbosses des Viertels ist. Ihr Onkel Carlos ist ebenfalls Polizist und zeigt uns, dass es keine „Seiten“ sondern nur Menschen gibt.

Außerdem treten noch Kenya, leibliche Tochter des Drogenbosses und DeVante, ein junger Dealer, er aus dem Geschäft aussteigen will, auf.

All diese vielen Charaktere werden durch Angie Thomas Erzählstil, ihre Gespräche und die kleinen, detailreichen Infos zu lebendigen Menschen, zu Freunden und Feinden. Auch wenn ich über Starrs Vater manchmal nur den Kopf schütteln konnte und die Begeisterung für Sneaker und Basketball nicht nachvollziehen kann – ich habe mich mit Starr wie ein Teil dieser Welt gefühlt. Wie ein Teil von Garden Heights und der schwarzen Community. Und das als weißes Mädchen, das im idyllischen Allgäu aufgewachsen ist und bis zu ihrem Grundschulalter nur eine dunkelhäutige Person kannte. Natürlich spielt dieses Geschichte in Amerika und ich weiß nicht inwiefern man überhaupt Deutschland und Amerika in dieser Hinsicht vergleichen kann. Jedoch wurde mir klar, dass es durchaus viele Unterschiede gibt, viele Dinge, die uns unverständlich erscheinen, aber auf ihre Weise bezaubernd und cool sind z.B. der gemeinschaftliche Zusammenheit, das politische Wissen & Engagement von Starrs Familie. Dinge, die einem als verwöhntes weißes Dorfkind, in dem Alter noch ganz fremd waren.

Inhaltlich ist das Buch brisant wie nie. Auf der ganzen Welt machen rechtsgesinnte Personen Lärm und es fühlt sich manchmal nicht an, als wären wir in 2017 und hätten Apartheid, Sklaverei und die schlimmste Zeit des Rassismus hinter uns. Rassismus, Tokenismus und all diese Dinge sind real und sie schmerzen. Kleine Worte, unbedachte Aussagen und die Weigerung einer großen Mehrheit der weißen, priviligierten Gesellschaft diese herrschenden Unterschiede zu sehen, führen eher dazu, dass wir uns als Gesellschaft wieder zurückentwickeln. Dabei wollen alle Menschen dasselbe: Eine liebevolle Familie, Sicherheit und das Nötigste zum Leben. Aber nicht nur Rassismus und die Frage nach Recht und Unrecht spielen in diesem Buch eine Rolle. Ich denke, The Hate U Give ist viel zeitloser, denn es geht auch um Selbstfindung, Identität, Dankbarkeit, darum toxische Freunde ziehen zu lassen, um die eigene Stimme und die Bedeutung von Mut, Familie und Liebe. All diese Themen untergebracht in einer spannenden und emotional bewegenden Geschichte, die uns mitreißt und uns betroffen, wütend und traurig macht. Angie Thomas ist es gelungen schwierige Themen in ein fesselndes Jugendbuch zu verpacken und Facetten zu zeichnen. Grautöne und kein Schwarz & Weiß. Wir haben „gute“ Cops und „böse“ Cops, wir haben „gute“ weiße und schwarze Personen und wir haben „böse“ weiße und schwarze Personen. Es ist kein Buch, das wütend mit dem Finger zeigt und beschuldigt. Es ist ein Buch, das stattdessen Doppelmoral aufdeckt, das die richtigen Fragen stellt und die richtigen Beobachtungen macht. Es zeigt, wie blauäugig und ignorant wir manchmal sind und wie wenig uns oft bewusst ist, wie es in einem anderen Teil der Gesellschaft aussieht. Es hat mich oft sehr nachdenklich gestimmt und mich über mein eigenes Verhalten nachdenken lassen.

Das Ende hat mir gut gefallen, es hat gepasst und es wirkte real und hoffnungsvoll, wenngleich nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Es war ein Ausschnitt aus Starrs Leben, den wir begleiten durften, eine Geschichte die erzählt wurde und erzählt werden musste.

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Fazit:

Für mich ist der Hype absolut gerechtfertigt. „The Hate U Give“ ist eine packende, brisante Geschichte, verpackt in eine zeitlose Geschichte mit vielen wichtigen Botschaften. Angie Thomas beweist durch ihre Erzählung und ihre Charaktere ein unfassbar hohes Maß an Sensibilität, an Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen. Sie schließt nicht verbittert ab, sondern hoffnungsvoll und motivierend. Ich habe Starrs Stimme gehört und ich hoffe, dass ganz viele Leute dieses Buch lesen und auch den Ruf vernehmen, den unsere mutige Heldin Starr in die Welt hinausschreit.

Ich gebe diesem Buch 5 Seesterne. Ich könnte zwar Abzüge wegen Schreibstil und einigen klischeehaften Charakteren geben, aber das möchte ich nicht. Denn die Geschichte und die Botschaft sind das wichtige und das einzigartige an diesem Buch. Wäre ich eine Deutschlehrerin würde ich es auf jeden Fall mit in meinen Lehrplan aufnehmen. Lest es, wenn ihr die Zeit findet. Lest es.

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Weitere Meinungen zum Buch:

 


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Kritisch lesen?

Kritisch lesen?

Heute gibt es kein Video von mir, sondern eine Empfehlung!

Die liebe Tasmin setzt sich kurz & knackig damit auseinander ob man als Bücher kritisch lesen und hinterfragen sollte, wo sie doch zumeist der Unterhaltung gedacht sind.

Ich finde: Ja, denn wie bei jedem Medium, finden viele Meinungen, Themen und Vorbilder bzw. Antagonisten eine Bühne. Nicht jeder muss jedes Buch mit Argusaugen scannen, aber man sollte immer offen bleiben für Diskussionen. Sensible Themen wie psychische Erkrankungen, Gewalt etc. sind in Büchern viel leichter zugänglich, da es keine offizielle FSK Beschränkung bzw. ein Kaufverbot gibt. Nicht immer werden die Themen mit dem nötigen Fingerspitzengefühl präsentiert. Manche Inhalte darf und sollte man unbedingt hinterfragen.

Was denkt ihr darüber?