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Nina C. Hasse #ProjektArbeitstitel

Nina C. Hasse #ProjektArbeitstitel

Nina C. Hasse #ProjektArbeitstitel

Eine der allerersten Rezensionen auf diesem Blog schrieb ich zum ihrem Buch! Heute bei #ProjektArbeitstitel Nina C. Hasse!

Hallo zusammen! Ich bin Nina, wohne in Münster und schreibe hauptsächlich Steampunk-Geschichten.

Etwa seit meinem 13. Lebensjahr schreibe ich mit dem Ziel, zu veröffentlichen. Bis dahin sollten aber noch einige Jahre ins Land gehen. Meinen Debütroman „Ersticktes Matt“, einen Steampunk-Krimi & der 1. Band der Floodlands-Reihe, habe ich nach fünfjähriger Schreibzeit im Sommer 2016 veröffentlicht.

 

Ad Lucem und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Oh, an Projekten mangelt es nicht! (Aber bei welchem Autor tut es das schon?) Aktuell arbeite ich an zwei Romanen. Zum einen natürlich den 2. Band der Floodlands-Reihe, in dem Gesichtsanalytiker Remy Lafayette wieder in der Pfahlbautensiedlung im East River auf Mörderjagd geht.

Und zum anderen ein Steampunk-Abenteuer, das den Arbeitstitel „Ad Lucem“ trägt und das ich gerne mit „Lara Croft meets Jules Verne“ anteasere. Wer Abenteuer, Schatzsuche, Indiana Jones usw. mag, wird dort bestimmt auf seine Kosten kommen.

Und exklusiv für meine Unterstützer bei Patreon schreibe ich noch an einem dritten, vielleicht etwas seltsam anmutenden Projekt. Es heißt „Die Schatten von Manhattan“ und handelt von einer Bande Straßenkatzen, die sich im New York der 1920er Jahre herumtreibt. Ein richtiges Catventure, sozusagen 😊

Und eine Veröffentlichung steht auch kurz bevor: In den vergangenen Monaten habe ich auch viel Zeit mit der Hafermann-Anthologie „Erntenacht“ verbracht, die am 6. Oktober erscheint. Insgesamt 17 Autoren haben sich in Kurzgeschichten deutscher Folklore beschäftigt. Ich freue mich sehr darauf, wenn ihr das Buch in einigen Tagen in den Händen halten dürft. Es war und ist ein großartiges Projekt, an dem wir Autor*Innen viel Freude hatten und ich hoffe, dass euch bald ebenso viel Vergnügen beim Lesen beschert.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Im kommenden Jahr möchte ich auf jeden Fall den 2. Band der Floodlands veröffentlichen, das ist aktuell meine Priorität Nr. 1. Dieser wird wieder im Self-Publishing erscheinen. Mit „Ad Lucem“ würde ich es gerne einmal bei einem Verlag versuchen, um mich in der Hinsicht breiter aufzustellen und noch einmal einen anderen Blickwinkel auf den Literaturbetrieb zu erhalten. Mal sehen, ob und wie das klappt.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe vor Kurzem den ersten Halbsatz eines Klappentextes geträumt und war sofort Feuer und Flamme, diese Idee zu Papier zu bringen. Bisher schwirren in meinem Kopf ein paar Figuren und das Setting umher, aber das ist alles sehr vage und braucht noch ein wenig Zeit zum Reifen. Zwei Schlagworte kann ich aber schon verraten: Steampunk (wer hätte es gedacht?) und Raumfahrt.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Dass es immer länger dauert, als man anfangs glaubt. Ich kann Zeit nicht sehr gut einschätzen, v. a. wenn es sich um langfristige Projekte handelt. Das hat mich oft aus der Bahn geworfen, weil ich es frustrierend fand, wenn ich das Gefühl hatte, es geht nicht zügig genug voran. Mittlerweile bin ich da entspannter – zumindest ein wenig. Ich möchte die bestmögliche Geschichte schreiben, zu der ich zu diesem Zeitpunkt in der Lage bin, und dafür brauche ich Zeit, Durchhaltevermögen und eine Menge Geduld. Ich bin kein schneller Schreiber, der ein oder mehrere Bücher pro Jahr veröffentlicht. Das zu akzeptieren, ist ein Prozess, der immer noch andauert.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
Ich gehe den Schreibprozess anders an, habe einen ausführlicher ausgearbeiteten Plot als beim ersten Buch. Ich weiß, was ich zu tun habe, um ein Manuskript fertigzustellen. Aber ich würde nicht sagen, dass es dadurch einfacher geworden ist. Plötzlich treten ganz andere Sorgen auf: Was, wenn ich nicht in der Lage bin, nochmal eine Geschichte zu schreiben, die an den Erstling heranreicht? Was, wenn ich die Erwartungen meiner Leser nicht erfüllen kann? Erzähle ich immer wieder die gleiche Geschichte, nur in anderer Form? Diese Gedanken hatte ich beim Debütroman nicht, meine eigene Erwartungshaltung an mich selbst war damals schon hoch, durch das positive Feedback von Leser*Innen, die nun auf ein neues Buch warten, ist sie jedoch noch einmal gestiegen. Ich hoffe, dass zukünftige Geschichten den Erwartungen der Leser*Innen und meinen eigenen gerecht werden.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
So simpel wie schwierig: das Anfangen. Nicht der Anfang einer Geschichte – der geht mir meist recht leicht von der Hand (und wird dann noch etwa tausendmal umgeschrieben) –, sondern der Beginn jeder Schreibsession. Ich bin ein Meister der Prokrastination. Wenn ich erst einmal angefangen habe, läuft es meistens wie geschmiert und ich mag gar nicht mehr aufhören. Aber anfangen …

Hast du eine Schreibroutine?
Ich arbeite als freiberufliche Lektorin und habe daher den ganzen Tag mit Literatur zu tun. Wenn ich mich um die Manuskripte meiner Autor*Innen kümmere, bleibt das Schreiben häufig auf der Strecke. Vor Kurzem habe ich daher die Entscheidung getroffen, zukünftig weniger Manuskripte im Lektorat anzunehmen, um meinen eigenen Projekten wieder mehr Zeit und Raum zu geben. Ich bin daher derzeit dabei, mir eine neue Schreibroutine anzugewöhnen, muss aber noch herausfinden, wie es für mich am besten funktioniert.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Bleib dran – auch wenn’s oft schwerfällt. Und arbeite einen Plot aus, verdammt nochmal! Du bist kein Discovery Writer.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Da gibt es einige. Vom literarischen Können würde ich hier Simon Beckett, Alan Bradley und – obwohl es mittlerweile ein Klischee ist – auch J. K. Rowling nennen. Auf Neil Gaimans Output bin ich einigermaßen neidisch und Liz Gilbert finde ich wahnsinnig inspirierend. Und dann gibt es noch eine fiktive Figur, die ich schon seit Teenager-Zeiten als Vorbild ansehe: Jessica Fletcher aus der Krimi-Serie „Mord ist ihr Hobby“. Meine kriminalistischen Ambitionen stufe ich als einigermaßen gering ein, aber diese Figur hat mich nachhaltig beeindruckt und inspiriert mich bis heute. Ihr verdanke ich zum Teil auch meine Liebe zum Genre des Kriminalromans.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Regelmäßig schreiben, veröffentlichen und gelesen werden.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, es gab und gibt so viele schöne Momente. Ein einzelner Tweet jemandem, der eine meiner Geschichten mochte, versüßt mir den ganzen Tag. Aber mein schönstes Erlebnis war wohl der Thementag zu „Ersticktes Matt“ an der Akademie für Kommunikation in Stuttgart im vergangenen November. Die Schüler*Innen haben sich wahnsinnig viel Mühe gegeben, die Designstudent*Innen hatten Bilder und Collagen zu meinem Roman angefertigt, es gab Diskussionsrunden und am Abend durfte ich noch eine Lesung halten. Es war unglaublich aufregend und wahnsinnig bereichernd. Das ist auf jeden Fall ein Erlebnis, an das ich mich immer wieder gerne zurückerinnere und das mich immer wieder motiviert, wenn es mal nicht so gut läuft.

 

Eine kleine Kostprobe…

Sehr gerne! Hier könnt ihr exklusiv die ersten Wörter von „Ad Lucem“ lesen. Es handelt sich allerdings um die Rohfassung, daher kann sich noch einiges ändern.

Der Alarm schrillte in einer Lautstärke, die Tote wecken konnte, und es hätte Faedra nicht gewundert, wenn sich die Mumien der Ägyptischen Abteilung nebenan in ihren gläsernen Särgen regten. Dies war nun wirklich das letzte Geräusch auf der Welt, das sie hören wollte. Denn im Moment baumelte sie kopfüber an einem Seil, etwa fünfzehn Fuß über dem Boden des Museums, die Hände nach der Abdeckung eines Schaukastens ausgestreckt.

Soviel zu: unbemerkt rein und wieder raus in unter sechs Minuten. Eine neue Bestzeit konnte sie jetzt wohl vergessen.

»Otis«, zischte sie. Wo zur Hölle war der Kauz, wenn man ihn brauchte? »Otis, komm her!«

Keine Spur von dem Vogel.

In Ordnung, Fae, bleib ruhig.

Die Dublin Metropolitan Police würde mindestens zehn Minuten brauchen, um zum Museum zu gelangen, und wenn sie Glück hatte, weitere drei bis fünf, bis man sie hier entdeckte. Der Nachtwächter war ihr geringstes Problem, nicht umsonst hatte sie den heutigen Abend für die Umsetzung ihres Plans gewählt. Freitagnacht hatte Carl Dienst. Carl war mindestens Mitte siebzig, verschlief den Großteil seiner Schicht und schlurfte so langsam durch die Gänge, dass sie ihm rückwärts auf einem Bein hüpfend entkommen wäre. Die Polizei hingegen war ein anderes Kaliber.

Sie atmete einmal tief durch, konzentrierte sich auf das Rauschen des Blutes in ihren Ohren, spürte, wie es von dem kräftig klopfenden Herzen durch ihre Adern gepumpt wurde. So lebendig hatte sie sich schon lange nicht mehr gefühlt.

Noch elf Minuten, vielleicht zehneinhalb.

Jetzt oder nie!

Mit einer schnellen Handbewegung löste sie den Diamantschneider von ihrem Gürtel, setzte ihn auf dem Glasdeckel auf, wie sie es bereits bei der Glaskuppel auf dem Dach gemacht hatte, und zog einen präzisen Kreis um die Mitte herum. Dann hob sie die Platte behutsam heraus und legte sie auf dem Rand der Vitrine ab.

»Otis«, rief sie erneut, doch der Kauz blieb verschwunden. Verflixt nochmal! Eigentlich sollte er sie vorwarnen, sobald sich Menschen näherten, doch falls er sich von einer Maus hatte ablenken lassen, war sie auf sich allein gestellt.

Sie zog sich noch ein wenig tiefer, langte in den Kasten und entnahm die enthaltenen Schmuckstücke. Eilig stopfte sie sie in einen schwarzen Samtbeutel. Zum Bestaunen war später noch genug Zeit, nun musste sie hier verschwinden. Wo zur Hölle blieb Otis?

Sie löste den Diamantschneider von der Scheibe, befestigte ihn wieder an ihrem Gürtel und verstaute das Säckchen in ihrer Hüfttasche. Mit Schwung richtete sie sich an dem Seil auf. Für einen Augenblick hatte der Schwindel sie im Griff, dann klärte sich ihr Blick wieder.

Sechs Minuten. Maximal.

Ein Geräusch an der Tür ließ sie aufmerken.

»Wer ist da?«, fragte eine Stimme, die eher verärgert als ängstlich klang.

Sie presste die Lippen aufeinander. So schnell hatte sie nicht mit dem alten Nachtwächter gerechnet. Hätte er nicht draußen auf die Polizei warten können?


Nina C. Hasse

 

Bisherige Veröffentlichungen:

  • Ersticktes Matt (Floodlands, Band 1), auf amazon* kaufen
  • Der Traum vom Fliegen (Floodlands Kurzkrimi), auf amazon* kaufen

Die Hafemann Anthologie „Erntenacht“ erscheint am 7. Oktober 2019.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Katrin Biasi #ProjektArbeitstitel

Katrin Biasi #ProjektArbeitstitel

Katrin Biasi #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, euch eine weitere liebe Schwester aus dem Nornennetz bei #ProjektArbeitstitel vorstellen zu dürfen: Katrin Biasi!

Huhu! Ich bin Katrin Biasi und wohne mit meinem Mann und zwei Katern im Herzen des Ruhrgebiets.

Das Schreiben hat schon immer zu mir gehört. Seit ich wusste, dass Bücher existieren, wollte ich auch eins (oder mehrere) schreiben. Spätestens, als ich meinen ersten eigenen Büchereiausweis bekam und sich mir ein Universum eröffnete, dessen Existenz ich kaum für möglich gehalten hatte. So viele Menschen auf der Welt schreiben Bücher? Das kann ich auch!

In meinen mittlerweile dreißig Jahren habe ich mich mal mehr, mal weniger aufs Schreiben konzentriert, aber schönerweise kam es immer wieder zurück. Seit vier Jahren schaffe ich es endlich, durchgehend dranzubleiben. Und vor knapp zwei Jahren habe ich beschlossen, mein Hobby auf größere Füße zu stellen, damit es den Platz erhält, den es verdient. Bisher habe ich eine Kurzgeschichte in einer Anthologie („Dark Islands“, herausgegeben vom Geisterspiegel und der Romantruhe) veröffentlicht, bei zwei weiteren Ausschreibungen warte ich noch auf Rückmeldung.

 

ToKi und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Anfang 2018 habe ich #ProjektToKi ins Leben gerufen. Ursprünglich wollte ich nur eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung verfassen, doch bereits der Plot umfasste ein Fünftel der maximalen Zeichenzahl … Die Geschichte verlangte nach mehr Aufmerksamkeit. Ich beschloss, sie ihr zu geben und habe es keine Sekunde bereut.

#ProjektToKi, ein Dark Fantasy – Roman mit (Psycho)Thriller-Einflüssen, der ohne Romanzen auskommen wird, steht noch immer ziemlich am Anfang. Ich merke ständig, dass ich noch mehr plotten muss, damit ich die begonnene Rohfassung geschrieben bekomme. Einen „Klappentext“-Entwurf möchte ich euch aber nicht vorenthalten!

In einer von Göttern beherrschten und bürokratisierten Welt muss jeder, der das sechzehnte Lebensjahr vollendet hat, seinen Dienst für einen der Götter aufnehmen und so seinen Beitrag für eine funktionierende Gesellschaft leisten. Nur, wer über Magie verfügen kann, hat dabei die Wahl, welchem Gott er seine Fähigkeiten anbietet – sogenannte „Agenten” (*wird noch durch ein anderes Wort ersetzt) der Götter versuchen hierbei, die vielversprechendsten unter den Magiebegabten für sich zu gewinnen.

Die zweiundzwanzigjährige, magiebegabte Kiara hingegen hat es geschafft, ein friedliches und vor allem unabhängiges Leben auf den Straßen der Hauptstadt Marosk zu führen – bis sie von Tomosh, dem einzigen verbliebenen „Agenten” des in die Enge gedrängten Todesgottes Yashtan, ausgetrickst und entführt wird. Tomosh, von Haus aus verbittert und engstirnig, muss Kiara zu seiner Nachfolgerin ausbilden, um sich seinen eigenen Traum von Freiheit zu erfüllen. Doch dabei setzt er nicht nur sein eigenes Ziel, sondern die Stabilität einer ganzen Gesellschaft aufs Spiel.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Meine ursprüngliche Zeitplanung sah vor, dass ich #ProjektToKi gerade überarbeite und Testleser suche. Ha, ha. Das echte Leben hat alles so sehr durcheinandergewirbelt, dass ich immer noch mit der Rohfassung beschäftigt bin. Inzwischen habe ich zum Glück gelernt, das zu akzeptieren. #ProjektToKi wird fertig, wenn es fertig wird. Wenn es dann so weit ist, möchte ich #ProjektToKi gerne, wahrscheinlich über eine Agentur, bei einem Verlag unterbringen. Es ist ein hochgestecktes Ziel, aber nur mit einem Ziel vor Augen kann ich mein Handeln danach ausrichten!

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Wahrscheinlich widerspreche ich jetzt einem der größten Klischees überhaupt, doch der Inhalt meiner Schublade ist überschaubar. Das liegt hauptsächlich daran, dass mir zwar viele Ideen kommen, ich aber neunzig Prozent davon verwerfe, weil sie mir nicht gut genug sind. Mir fehlt leider die Energie dafür, mehrere große Projekte auf einmal im Hinterkopf zu haben. Man könnte sogar behaupten, dass mir eine neue Idee für ein Großprojekt erst dann kommt, wenn ich mit dem alten abgeschlossen habe. Oftmals werde ich auch durch meinen aktuellen Lesestoff inspiriert. Allerdings hoppeln meine Plotbunnies sehr gerne (und sehr häufig) in Form von Kurzgeschichten vorbei.

So viel steht fest: Alle meine Schubladenhäschen drehen sich um Fantasy, (Psycho)Thriller, Horror/Mystery oder total Absurdes. Auch der, inzwischen wohl legendäre, Blauschimmelkäse Blu war einst nur ein kleines, niedliches Plotbunny. 🙂

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Dranbleiben. Nicht aufgeben. Die meisten AutorInnen haben bestimmt schon diesen Moment erlebt, wenn die anfängliche Energie verpufft ist und das Tal der Tränen folgt, durch das man sich kämpfen muss. Ich lasse mich viel, viel, VIEL zu sehr davon beeinflussen, denke, dass alles, was ich schreibe, gequirlter Mist ist, die Idee miserabel und ich selbst absolut unfähig. Diverse, (eventuell) vielversprechende Manuskripte sind auf diese Weise bei ca. 10.000 – 20.000 Wörtern schon in der Ablage gelandet. Mein einziger Trost: Das meiste davon ist „nur“ Fanfiction.

Außerdem muss ich dringend dafür sorgen, dass ich weniger prokrastiniere. Ich lasse mich ziemlich schnell ablenken … 😀

Hast du eine Schreibroutine?
Ich hätte so furchtbar gerne eine Schreibroutine … Während einer längeren Krankheitsphase vor ein paar Jahren habe ich es geschafft, jeden Morgen zu schreiben, doch kaum ging es wieder mit dem Brotjob los, war es damit vorbei (Morgenmuffel vom Dienst). Überhaupt frisst der Brotjob so viel von meiner Energie, dass mir die abends oft fehlt und ich mich doch nicht mehr ans Manuskript setze, obwohl alles in mir danach schreit. Die Work-Life-Write-Balance habe ich definitiv noch nicht auf die Reihe bekommen. Wer Tipps hat, die nicht „früher aufstehen“ lauten, immer gerne her damit!

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Glaube an dich selbst. Es ist völlig egal, was andere dazu sagen, dass du schreibst. Es ist völlig egal, ob scheinbar nur dein Deutschlehrer daran glaubt, dass du schreiben kannst (Danke, Herr H.). Gib nicht auf, lass nicht zu, dass das Leben dich am Schreiben hindert. Spring über deinen Schatten und traue dich, unangenehm zu sein. Du musst nicht jedem gefallen. Du musst nicht perfekt sein. Wichtig ist, dass du dir selbst gefällst.

 

Motivation

 

Jörg Neidhardt

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Früher hätte ich sofort J. K. Rowling gesagt und nichts weiter. Die Harry Potter-Reihe hat meine Jugend geprägt und ich verdanke ihr viel. Ich bewundere auch immer noch das Worldbuilding und all die versteckten Hinweise, die fünf Bücher später erst relevant werden.

Inzwischen hat sich der Kreis der Menschen, die mich motivieren und inspirieren, aber deutlich erweitert. Meine Writing-Buddy-Gruppe (Brainstormers olé!). Die unglaublich engagierten Nornen im Nornennetz. Und, last but not least: Die Freunde, die ich durch das Kölner Schreibnachttreffen gefunden habe. Ich hab euch sehr lieb!

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Eines Tages möchte ich in die Buchhandlung meiner Heimatstadt gehen und mein Buch dort liegen sehen. Diesen Traum habe ich, seit ich klein bin, und ich werde ihn mir erfüllen.

Außerdem möchte ich mittel- bis langfristig nur noch halbtags dem Brotjob nachgehen (und damit mein Einkommen sichern) und die andere Hälfte Autorin sein. Nur Zuhause am Schreibtisch sitzen (oder wo auch immer ich – allein – schreibe), würde mich zermürben. Gerade als introvertierte Person würde ich schnell dazu neigen, mich einzuigeln und das will ich nicht. Meine Kreativität lechzt nach Eindrücken, die ich nur am Schreibtisch nie finden werde.

Und ein weiteres Ziel ist mir erst in den letzten Monaten bewusst geworden: Ich würde mich wahnsinnig darüber freuen, wenn meine Kinder mein Buch lesen und es nicht mehr aus der Hand legen können. Aber das ist noch ferne Zukunftsmusik.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Mein schönster Moment war bislang der, die Zusage für „Dark Islands“ im Mailpostfach zu finden. Dicht gefolgt davon, die gedruckte Anthologie tatsächlich in Händen zu halten. Es fühlte sich so unwirklich und gleichzeitig unglaublich an, ein leibhaftiger Beweis, dass ich mir das alles nicht bloß eingebildet habe! Toll war auch die FBM 2018, auf der ich viele liebe AutorInnen kennenlernen durfte.

Doch auch der Autorenalltag birgt viele kleine, nicht minder schöne Momente. Wenn mir gesagt wird, meine Charaktere seien authentisch, dass man mit ihnen mitfühlt, oder schlicht und ergreifend, dass ich nicht ständig so fiese Cliffhanger einbauen soll. Muhaha!

 

Eine kleine Kostprobe…

Wie bereits erwähnt, ist #ProjektToKi noch nicht sooo weit, aber eine Szene aus dem ersten Kapitel möchte ich euch sehr gerne zeigen. Achtung, Rohfassung im Anmarsch! 😉

„Blöde Unratten”, murmele ich und untersuche weiter meine Decke. Zumindest scheinen sie nicht darauf gepinkelt zu haben. Mit Kötteln kann ich leben, doch bei Pisse hört der Spaß auf. Ich stecke die Decke unter meinen Mantel, um sie ein wenig aufzuwärmen und greife tiefer in die Nische im Brückenpfeiler hinein. Ein paar Äste und Zweige stecken noch dort drin, bei den beiden Feuersteinen, die, neben meinem Mantel, mein wertvollster Besitz sind. Ich schichte die Zweige genau zwischen Brücke und Bordstein auf, sodass sie wie ein spitz zulaufendes Haus aussehen, nehme die Feuersteine und schlage sie dreimal gegeneinander. Die aufstiebenden Funken sind so hell, dass ich kurz meine Augen zusammenkneife. Das Resultat ist ein minimal prasselndes Feuer, das nur deswegen am Leben bleibt, weil es durch Feuersteine entfacht wurde.

Ich breite meine Decke aus, lehne mich gegen die Brückenwand und ziehe meine Beine zur Brust. Heute ist einer dieser Tage, an denen ich mich am liebsten verkriechen würde. Das ist in einer so großen Stadt wie Marosk schwierig, aber nicht unmöglich. Wer verschwinden will, schafft das in der Regel. Doch es besteht ein großer Unterschied darin, lediglich untertauchen zu können oder sich auf Dauer erfolgreich zu verstecken.

Ein Rascheln lässt mich aufschrecken. Hastig sehe ich mich um.

„Oh. Hallo, Schmu.”

Schmu tapst auf mich zu, reckt ihre Nase in die Höhe und schnuppert.

„Nein, ich habe leider nichts zu fressen für dich.”

Die Nase der Felsenkatze senkt sich wieder, als ich ihr die Hand hinhalte und sie ihren knochigen Kopf daran reibt. Ihr nachtschwarzes Fell glänzt im Schein des Feuers und ihr langer Schwanz legt sich um meinen Arm, als wollte sie ihn nie wieder loslassen. Sanft streichle ich über ihren Rücken, den sie zufrieden durchstreckt. Ein heiseres Mauzen entweicht ihren Schnurrhaaren und nur wenige Sekunden später hat sie es sich auf meinen Oberschenkeln bequem gemacht.

„So kann ich aber nicht schlafen. Das weißt du.”

Schmu brummt leise. Das konnte sie schon immer gut. Seit ich ihr vor drei Jahren zum ersten Mal begegnet bin. Ich habe Damira damals von Schmu erzählt – ich nenne sie so, weil sie gerne schmust – und sie erzählte mir, dass es ein Zeichen großen Vertrauens sei, wenn eine Felsenkatze in deiner Gegenwart brummt. Wer weiß – hätte ich Schmu damals nicht vor dieser schrecklichen Unratte gerettet, wären wir einander vielleicht niemals begegnet. Eine traurige Vorstellung.

Ich muss mich bewegen und riskieren, dass Schmu deswegen sauer auf mich ist. Tatsächlich faucht sie kurz und versenkt ein Stück weit ihre Krallen in meine Oberschenkel, doch als ich die Decke über uns beide ziehe, legt sie sich neben mich und fängt wieder an zu brummen. Ich kann nicht anders – ich muss lächeln. Und schlafe nach wenigen Minuten ein.

 


Katrin Biasi

 

Die Anthologie „Dark Islands“ kann über amazon* bestellt werden.

 

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Melanie Henning #ProjektArbeitstitel

Melanie Henning #ProjektArbeitstitel

Melanie Henning #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich so sehr über all die kreativen Seelen, die ich durch diese Blogreihe besser kennen lernen darf. Heute bei #ProjektArbeitstitel: Melanie Henning!

Hallo! Ich bin Melanie / @federschwarzes und ich schreibe Fantasy. Momentan arbeite ich an meinem Debüt. Eigentlich wollte ich dafür ja mein Herzprojekt beenden, was mich seit rund zehn Jahren begleitet.

Eines Tages wachte ich auf und hatte dieses Buch in meinem Kopf. Seitdem ist viel passiert – ich bin mehrfach umgezogen, habe das Studium beendet, geheiratet und zwei Kinder bekommen. Nur das Buch wurde bisher nicht geschrieben. Und vermutlich muss es noch ein wenig länger warten, denn mittlerweile haben sich die Pläne fürs Debüt etwas geändert – eine andere Geschichte hat sich quasi vorgedrängelt.

Neben dem Schreiben versuche ich derzeit, als Texterin für Babythemen in verschiedenen Online Redaktionen Fuß zu fassen.

 

Die verschwundenen Frauen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Aktuell schreibe ich an einem gesellschaftskritischen Urban Fantasy Roman mit dem Arbeitstitel „Die verschwundenen Frauen.“ Im Kern geht es darum, dass Sprache Wirklichkeit schafft. Studien zeigen, wie wichtig gendergerechte Sprache ist. „Arzt“, „Bäcker“, „Student“ – na, welche Person taucht da vor eurem inneren Auge auf? Schon Kindergartenkinder denken bei „Feuerwehrmann“ automatisch an einen Mann / eine männlich gelesene Person.

Frauen und weiblich Gelesene fühlen sich beim generischen Maskulinum nicht automatisch mitgemeint und genau diese Thematik bildet die Grundlage zu „Die verschwundenen Frauen“. Denn wovon wir nicht sprechen, verschwindet aus den Köpfen der Menschen. Was wäre, wenn die Frauen nicht nur aus den Köpfen, sondern auch ganz real aus dem Leben verschwänden? Das passiert meiner Protagonistin Jen und zusammen mit dem Geschichtsprofessor Mario versucht sie, das Rätsel zu lösen.

Dunkelmond

Neben den verschwundenen Frauen gibt es natürlich noch mein Herzprojekt mit dem (vorläufigen) Titel „Dunkelmond“. Der Name verrät es vielleicht schon, es handelt sich um High Fantasy. Eine düstere Prophezeiung droht, das Leben der Herrscherin zu beenden. Thaliona, ihres Zeichens Mündel der Herrscherin, setzt alles daran, die „friedfertige Fürstin“ zu beschützen. Magie, Dämonen, eine Hexe, ein Kindsgott mit Amnesie und natürlich der Kampf zwischen Gut und Böse warten auf euch. Und vielleicht auch die Erkenntnis, dass nicht alles immer nur schwarz und weiß ist und sich in Schubladen einordnen lässt.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Leider ist eine Veröffentlichung noch in weiter Ferne. Aber ich habe beschlossen, nächstes Jahr auf der Leipziger Buchmesse mit Debüt zu erscheinen! Welches der beiden großen Projekte das sein wird, habe ich noch nicht entschieden. Vermutlich aber die verschwundenen Frauen, da ich mich mit diesem Projekt auch auf ein Autorenstipendium bewerben möchte.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Zwei Kinderbücher: ein queerfeministisches Vorlesebuch für Kleinkinder, was noch nicht näher ausgearbeitet ist und eine Vorlesegeschichte für Kinder im Alter von 4-7. Es erzählt die Geschichte von „Sigfrech, dem allerkleinsten Räuberdieb“ und wird definitiv meinem ersten Sohn gewidmet werden. Der hat sich die Story nämlich ausgedacht, ich bin nur die Verfasserin. 😉

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ideen habe ich einige, an Zeit mangelt es mir jedoch. Mit zwei kleinen Kindern und einem Hund ist Zeit halt immer Mangelware. Außerdem merke ich, dass ich seit Jahren nicht geschrieben habe und somit habe ich viel Handwerkszeug aufzuholen. Glücklicherweise gibt es das Internet, gute Freund*innen und tolle Betreuungspersonen für meine Kinder, so dass ich Wissen nachholen kann und hoffentlich ab September mehr Zeit für regelmäßige Schreibsessions haben werde.

Hast du eine Schreibroutine?
Momentan schreibe ich meistens nachts, wenn meine Familie schläft. Als Nachteule kann ich in der Zeit von 22 – 4 Uhr morgens am besten arbeiten. Dummerweise habe ich zwei Lerchenkinder, die um 6 Uhr auf der Matte stehen. Schreibnächte sind also sehr rar gesät, denn allzu oft kann ich das so natürlich nicht machen. Ab September sind beide Kinder von 8-14 Uhr betreut, dann werde ich meine Schreibzeit auf Vormittags verlegen. Ich hoffe, dass meine Kreativität mich dann nicht im Stich lässt. 😉

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Hör. Nicht. Auf. Du brauchst die Geschichten wie eine Meerjungfrau das Wasser. Es wird Zeiten geben, in denen du selber nicht mehr weißt, wie wichtig dir Bücher sind. Gerade dann schreib weiter. Hör nicht auf. Niemals. (Ich wünschte, ich hätte mich selbst besucht. Hat jemand schnell einen Zeitumkehrer für mich?)

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Meine Freundin Annette Juretzki, die ich noch aus dem Studium kenne. Sie hatte eigentlich immer einen Stift in der Hand und eine Geschichte im Kopf und jetzt ist sie dabei, ihren dritten Roman zu schreiben. Das motiviert mich ungemein, es zeigt mir, dass Durchhalten sich lohnt. Außerdem würde ich zu gern mal mit Kathrin Ills einen Kaffee trinken gehen – ich liebe ihre Youtube Videos. Und natürlich der beste aller Ehemänner, der mir zwar nur bedingt beim Plotten hilft, aber mir den Rücken frei hält, damit ich meinen Traum verwirklichen kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Ziel: Bis zur LBM20 möchte ich ein fertiges Manuskript von Dunkelmond in den Händen halten. Außerdem möchte ich mich mehr vernetzen und auf LitCamps gehen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als die Dozentin im kreativ Schreiben Kurs mir beim Vorlesen einer Textstelle mit leuchtenden Augen an den Lippen hing und hinterher „Ach, SCHÖÖÖÖN“ seufzte. Das hat gut getan. Und heute, als ich zwei Teenagern von den verschwundenen Frauen erzählt habe und sie beide instant mit leuchtenden Augen eine Erstausgabe vorbestellten. Jetzt muss ich es ja nur noch schreiben, hm? 😉

 

Eine kleine Kostprobe…

Klar, hier ist eine Szene aus Dunkelmond. 🙂

Heißer Schmerz duchzuckte Wendala. Sie machte sich einen Spaß daraus, streichelte seinen Nacken, kitzelte ihn spielerisch an der Seite. Er spürte, wie er sich verwandelte. Schuppen überzogen seinen Körper dort, wo sie ihn berührt hatte. Sehnen zogen sich zusammen, formten eine groteske schiefe Gestalt. Knochen brachen und wuchsen wieder zusammen. Wendala schrie.

Der ehemals schlanke Bauch blähte sich auf und ein Geruch von Fäulnis umgab ihn plötzlich. Seine Haare fielen büschelweise zu Boden und er wurde fast ohnmächtig, als sich zwei gedrehte Hörner auf seinem nunmehr kahlen Schädel erhoben und die Kopfhaut aufrissen. Blut tropfte herab. Es kümmerte sie nicht.

Sie benötigte sein Blut nicht, was sie wollte, war sein Lebenswille. Dieser unbändige Wille zu Leben, zu empfinden, zu fühlen – das war es, was sie nährte, nicht jene Körperflüssigkeit, die fälschlicherweise als Lebenssaft verschrien war.

Ein Körper konnte ohne Blut überleben, solange der Wille stark war, das wusste sie. Es kam auf den Geist an. Sie ernährte sich davon, von all den Gefühlen, der Angst, der Qual, dem Schmerz. Sie entzog ihren Opfern jegliche Hoffnung, brachte sie durch Manipulationen dazu, ihr zu glauben und verwandelte einen nach dem anderen in jene bedauernswerten Kreaturen, die kein Quäntchen Glück mehr empfinden konnten.

Dämonen wie in den Schauermärchen, die kleinen Kindern erzählt wurden, damit sie nicht zu tief in den Wald gingen. Welche Gestalt ihre Opfer annahmen, kam ganz auf deren Wesen an. Stolze Krieger wurden oftmals zu dämonische Katzenwesen, loyale Soldaten verwandelten sich in Höllenhunde.

Die eher verschlagenen unter ihnen, die Söldner und Diebe, wurden oft zu schlangenartigen Reptilien. Aber auch zwergenhafte Gestalten kamen ans Licht, Figuren mit verdrehten Leibern und grotesk geformten Klauen. Vertrocknete Krieger mit ausdruckslosen Gesichtern fanden sich ebenso wie Wesen, dessen Wunden ewig weiter bluteten.

Sie alle verfügten über ledrige Haut und wehrhafte Klauen. Und noch nie hatte einer seine Flügel bei der Verwandlung behalten. Bis auf ihn. Wendala. Die großen engelsgleichen Flügel waren verschwunden, die Federn hatten sich in Asche verwandelt. Zurück blieben große Schwingen, die mit einer ledrigen Haut überzogen waren. Sie quietschte vor Entzücken und ein Gefühl von Euphorie durchzuckte sie.

„Du bist mein Meisterstück!“ rief sie. „Du wirst ihr Anführer werden!“ Sie klatschte vor Freude in die Hände. Noch war er schwach, aber schon bald würde er sich von den Strapazen der Verwandlung erholt haben. Und dann würde sie Nichts und Niemand mehr aufhalten können, das wusste sie. Sie lockerte den Zauber.

Er würde ihr nichts mehr anhaben, das sah sie in seinen Augen. Dunkel und nahezu ebenso hasserfüllt wie die ihren waren sie. Aber hinter dem Zorn konnte sie bedingungslose Ergebenheit spüren. Dieser Hass galt nicht ihr, das wusste sie. Von nun an würde er ihr gehören und ihr Schoßhündchen sein.

„Verneige dich vor mir! Schließlich bin ich deine Göttin!“ zischte sie und der ehemals so stolze Krieger ging wortlos in die Knie. Sie lächelte. »Nun geh. Flieg zu den anderen und verbreite Chaos und Unheil, mein Freund.«

 


Melanie Henning

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung in den Startlöchern.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Heute möchte ich euch bei #ProjektArbeitstitel die liebe Sina vorstellen, die großartige und interessante Blogbeiträge schreibt und auf deren Projekte ich ebenfalls wirklich gespannt bin!

Hallo zusammen! Ich bin Sina und ich schreibe Geschichten, Märchen und Gedichte in fast allen Genres, obwohl mir die Fantasy am liebsten geworden ist.

Wie ich zum Schreiben gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr. Seit ich mich erinnern kann, habe ich kleine Gedichte, Märchen und eben längere Geschichten geschrieben. Seit ein paar Jahren nehme ich mein „Hobby“ ein bisschen ernster und habe neben meinem Blog (Sinas Geschichten) ein Buch geschrieben. Aber dazu im Verlauf der weiteren Fragen mehr. 😉

 

Die Chroniken der alten Welt und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Im Moment schreibe ich an meiner Fantasy-Reihe, die ich unter dem Titel „Die Chroniken der alten Welt“ auf meinem PC gespeichert habe, aber der Titel überzeugt mich noch nicht wirklich. Der erste Teil heißt „Göttersterben“ und ist eine High Fantasy Geschichte in einem orientalischen Setting. Dabei geht es um die Freunde Taymour (kurz: Tomo) und Rouka, die bei einem Kampf zwischen zwei Göttern auf unterschiedliche Seiten gezogen werden. Das woran ich gerade schreibe, hat den Arbeitstitel „Königsbrecher“ und ist eine lose Fortsetzung von Göttersterben, die zwar in derselben Welt stattfindet aber mit komplett neuen Figuren bestückt ist.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Mein absoluter Traum wäre es, bei einem Verlag veröffentlicht zu werden. Ich habe tatsächlich auch schon mein Exposé abgeschickt, aber die Wartezeiten von ca. 6 Monaten pro Bewerbung haben meinem Veröffentlichungsplan ein bisschen den Wind aus den Segeln genommen. Aber veröffentlichen möchte ich auf jeden Fall! Wenn es mit den Verlagen nicht funktioniert, dann werde ich mich ans Selfpublishing wagen. Bis es aber so weit ist, werden wohl eher noch ein oder zwei Jährchen ins Land gehen.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Uff, da schlummert viel. Hauptsächlich die nächsten 7 Bände meiner „Chroniken der alten Welt“-Reihe. Aber da kann ich leider nicht allzu viel zu erzählen, ohne die ersten beiden zu spoilern. 😉

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
An Ideen und Inspiration hat es mir noch nie gemangelt. Es ist eher die Zeit, die mir Schwierigkeiten bereitet. Weil ich durch das Schreiben kein Geld verdiene, fällt es mir schwer da so viel Zeit reinzuinvestieren, wie ich es gerne hätte. Aber leider kann ich mich nicht einfach hinsetzen und an meinen Geschichten schreiben, wenn Bewerbungen und ähnliches ausstehen. Da geht das „normale“ Leben (leider) vor.

Hast du eine Schreibroutine?
Aus den oben genannten Gründen habe ich keine feste Schreibroutine. Trotzdem schaffe ich es meistens mich jede Woche ein paar Stunden hinzusetzen und an meinen Projekten zu arbeiten. Das muss nicht immer wirkliches Schreiben sein, sondern hat auch viel mit Planung und Weltenbau zu tun. Das muss gerade bei so einer lang-geplanten Fantasyreihe getan werden. Im Moment behandle ich das Schreiben am ehesten wie ein sehr zeitintensives Hobby.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Das ist eine schwierige Frage. Vielleicht das: „Dein Wordcount sagt nichts über deine Produktivität aus. Gerade das Plotten und Planen nimmt viel Zeit in Anspruch, ist aber ein unglaublich wichtiger Teil des Schreibprozesses. Oft bringt es dich viel weiter, dich für eine Stunde hinzusetzen und den Plot/die Welt auszuarbeiten, als dir irgendwelche Worte aus den Fingern zu saugen, die du später eh löschen wirst.“

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Nicht im wörtlichen Sinne „Vorbilder“. Ich ziehe Inspiration aus meinen Freunden und dafür müssen sie sich noch nicht einmal an meinem Schreiben interessiert sein. Aber wenn ich sehe, dass sie sich Ziele setzen, sie verfolgen und schließlich erreichen, gibt es mir Hoffnung, dass ich es auch schaffen kann. 🙂

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein absoluter Traum wäre es, Vollzeit als Autorin zu arbeiten. Oder einfach nur veröffentlicht zu werden. Ich möchte, dass Leute meine Geschichten lesen und ich sie zum Träumen bringe.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das ist mir bisher zweimal passiert: Zwei meiner Testleser haben mein Buch erstes Buch „Göttersterben“ an einem Tag durchgelesen (einer von ihnen trotz wichtiger Klausur am nächsten Tag), obwohl sie es eigentlich nur antesten wollten. Und dann haben sie mir ewig lange (Sprach)Nachrichten auf WhatsApp geschickt und mit mir „geschimpft“, dass ich sie ja hätte warnen können. 😀

 

Eine kleine Kostprobe…

Nur zu gerne. Damit ich euch nicht viel von der Hintergrundgeschichte erzählen muss, nehme ich doch direkt die erste Szene. Viel Spaß damit!

Staubteufel tanzten über die Dächer von Hedassimar, rissen lose Tücher von den Schultern der Feiernden und ließen sie in einiger Entfernung wieder zu Boden sinken.

Obwohl die Sonne unerträglich vom Himmel brannte, blieben die Menschen auf den Straßen. Blütenblätter rieselten aus ihren Taschen und hinterließen bunte Farbtropfen auf den abgenutzten Sandsteinplatten.

Tomo schloss die Augen und zog sich noch weiter in den Schatten des Hauseingangs zurück. Es roch nach frischem Gebäck und Gewürzen. Musik schallte aus allen Richtungen und mischte sich mit den lebhaften Gesprächen der Menschen. Er konnte in dem Chaos kaum einen eigenen Gedanken fassen und er genoss es in vollen Zügen.

Heute war kein Tag zum Nachdenken. Es war Yaam alsah‘me, Tag des Pfeiles, der größte Feiertag in Hedassimar zu Ehren ihrer Göttin Hedia. Tagelang hatten sich die Bewohner der Stadt auf die Feierlichkeiten vorbereitet und nun kosteten sie das Ergebnis ihrer Arbeit mit Begeisterung aus.

Sogar in den schmalsten Gassen hatten Händler ihre Stände aufgebaut und boten allerlei Kleinigkeiten zu absurden Preisen feil. Blumen, Datteln, delikat gearbeitete Opferschalen und Anhänger mit dem Zeichen von Hedia. Die Menschen gaben ihr Geld mit einem Lächeln im Gesicht aus, denn schließlich war dieses Fest nur einmal im Jahr.

Unwillkürlich musste Tomo grinsen.

Er hatte seinen Geldbeutel zu Hause gelassen, wohlwissend wie groß die Versuchung wäre, sich ein wenig gezuckerten Granatapfel zu gönnen. Es war besser, wenn ihm gar nicht erst der Gedanke kam.

»Ich bin dann weg«, tönte eine Stimme aus dem Inneren des Hauses hinter ihm und die Tür schwang mit einem leisen Knarren auf. Vor ihm stand ein ausgemergelter Junge mit blonden Haaren, der erstaunt den Kopf hob.

Kein Junge, schalt sich Tomo innerlich, ein Mann. Sein Freund zählte bereits zwanzig Sommer, auch wenn sein kleiner Wuchs ihn deutlich kindlicher wirken ließ.

»Du bist ja schon da!«, sagte Rouka und schlüpfte neben ihm ins Freie, »Ich wollte dich nicht warten lassen. Ich hätte mich beeilt.«

»Ich weiß«, antwortete Tomo, »Deswegen habe ich nicht geklopft.«

Rouka hatte dunkle Ringe unter den Augen und seine Bewegungen waren zittrig. Tomo schüttelte innerlich den Kopf. Er hätte ihn überreden müssen, im Bett zu bleiben. Vielleicht sollte er es immer noch tun.

»Bist du so weit?«, fragte er stattdessen.

Rouka nickte atemlos. »Bereit.«

 


Sina Bennhardt

 

Aktuell sind keine Veröffentlichungen geplant.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Stephanie Koshka #ProjektArbeitstitel

Stephanie Koshka #ProjektArbeitstitel

Stephanie Koshka #ProjektArbeitstitel

Heute stelle ich euch wieder eine kreative Autorin vor: Stephanie Koshka, alias „Fieberherz“, die ihren Gedichtband selbst liebevoll für jede Person selbst heftet. Darin finden sich neben ihren Gedichten auch eigene Illustrationen!

Mein Name ist Steffi, begreife mich als Nacht- & Sturmkind, kreiere Texte, Bilder und luzide Träume, wenn ich nicht gerade an dem Abschluss meines Studiums arbeite.

Das Schreiben begleitet mich schon immer, aber als ich klein war, wollte ich unbedingt hauptberuflich Autorin werden. Dieser Traum zerbrach ein bisschen an der (mich lähmenden) Realität und den Erwartungen anderer an mich. Die Möglichkeit, einen anderen Hauptberuf zu haben und dennoch Autorin sein zu können, kannte ich nicht. Das begriff ich erst in meinen Zwanzigern und das Gefühl, hinsichtlich des Traums versagt zu haben, wich der neu entflammten Liebe für das Schreiben, ohne das ich einfach nicht kann.

Vornehmlich schrieb ich ganz früher Fanfictions, dann viele Blogbeiträge, prosaische Lyrik und Kurzgeschichten, aber eigentlich sollten – sollen – es Romane werden. Daran arbeite ich noch, in meinem Tempo eben und das ist so legitim, wie niemand es außer mir selbst nachvollziehen kann. Aber immerhin, in Maßstäben von „Veröffentlichung“, hat es 2018 eine Science-Fiction-Kurzgeschichte in eine Anthologie geschafft und ich habe 2019 ein Gedichtheft herausgebracht.

 

Die Asche des Prinzen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Momentan sind drei Projekte in drei Stadien vorhanden. Zuerst ist da „Die Asche des Prinzen“, Urban Fantasy mit fertiger Rohfassung und in Überarbeitung. Dann ist da „Geist und Schatten“ (Arbeitstitel), ebenfalls Urban Fantasy, dessen Rohfassung in der Fertigstellung begriffen ist. Und zu guter Letzt plotte ich gerade Projekt Nr. 3, „Wie Federn so schwer“ (Arbeitstitel) quasi alternative Zukunft, weil Magie darin unsere uns bekannte Welt doch schon sehr verändert hat, aber insgesamt eher dem Genre Science Fantasy zuzuordnen ist.

Abgesehen von dem Fantasy-Aspekt eint auch alle Projekte, dass sie möglichst nicht normativ daherkommen und wenn doch stellenweise, genau das zur Diskussion stellen. Mir fehlt Diversität in der Fantasy-Literatur, ich möchte also genau das zu einem Markt beitragen, in dem sich schon meist weiße/(binär gedacht) männliche/heterosexuelle/cis/able-bodied und -minded Menschen 1:1 wiederfinden. Das heißt nicht, dass ich Diversität zum Thema und/oder „Plotkatalysator“ mache, aber sie ist da. Sie spielt manchmal kaum eine Rolle, ich kann aber auch nie so schreiben, als wäre sie „egal“, denn dann verschließe ich mich der mir selbstauferlegten Aufgabe, problematische Aspekte unserer Gesellschaft durch die Phantastik widerzuspiegeln.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Für die Romane, allen voran eben erst einmal „Die Asche des Prinzen“, strebe ich einen Verlagsvertrag an, am liebsten aber mag ich vorher in einer Agentur unterkommen, um so verlagsunabhängiger mehr aus meinen Texten herauszuholen und eine*n erfahrene*n Agent*in zu haben, der/die die Verlagsbranche kennt. Da es direkt nach dem Studium in den Beruf geht, traue ich mir gerade Selfpublishing (noch) nicht zu, insbesondere aufgrund meiner knappen Ressourcen in Sachen Zeit und Geld. Und wenn jetzt jemand sagt „Du musst dir nur Zeit nehmen wollen!“, der Person kann ich nur sagen: Zeit (bei mir auch stark gekoppelt mit Kraft) ist in meiner Welt keine unbegrenzte Ressource, besonders dann, wenn man (hauptberuflich) auch noch einen weiteren Traum verfolgt. Einteilung muss bei mir sein, damit es gut wird. Und Unterstützung zu erhoffen ist in meinen Augen keine Schande.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
In der Schublade schlummert ganz offiziell Projekt 0, namentlich „Saint Blake“ (Science Fantasy). Meine große Projektliebe, aber ich muss dem Roman noch gerecht werden, indem ich mich mit anderen Projekten vorher entwickle. Bislang stehen 100k, damit sind 2/3 fertig, aber die wollen noch mit Erkenntnissen aus den Folgeprojekten runderneuert werden.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Habe erstmal (voll nett gemeint) Leuten die Anthologie mit meiner Kurzgeschichte zum reduzierten Autor*innen-Preis angeboten und musste ganz fix zurückrudern, wegen der Buchpreisbindung, haha. Ansonsten habe ich gemerkt, dass nur weil ein*e Verleger*in Begeisterung für einen Text zeigt, daraus nicht zwingend gute und wertschätzende Kommunikation von der Seite des Verlages oder gar gute Werbung folgt. Das klingt jetzt bitter, macht es mich aber nicht. Ich weiß, dass es auch sehr oft anders läuft und habe Zuversicht, dass es so positiv anders kommen wird.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Die Rohfassung. Bei gerade einer beendeten Rohfassung und einer in ihren Endzügen vermutlich auch kein Wunder. Aber ich bin optimistisch, dass es besser wird, ich lasse mich von Langstrecken nicht mehr so entmutigen wie noch vor 10 Jahren und identifiziere immer besser, womit bzw. wie ich mich selbst hindere.

Hast du eine Schreibroutine?
Eine Schreibroutine habe ich am ehesten während des NaNoWriMo, da klinke ich mich immer komplett aus SoMe aus und fahre Sozialkontakte fast auf Null herunter. In der Zeit schreibe ich auch nur am PC und immer mit Rücken- und Handgelenkstützen mehrere Stunden pro Tag.
Routine im Sinne von „Gewohnheiten“ sind abseits dieses Aktionsmonats eher hinderlich für mich, weil mein Studium und meine Arbeit immer wieder spontanes Planen erfordern. Außerhalb des NaNo komme ich am besten voran, indem ich kurzentschlossen bleibe, da ist für Routine neben Arbeit und Studium bei mir wenig bis kein Platz. Also schreibe ich auch mal in einem Park, in einem leeren Vorlesungsaal, in Wartezimmern etc., mal 100 Worte, mal 1000. Oder auch mal nichts am Manuskript selbst, sondern nur am Worldbuilding eines Projekts, das noch nicht im Stadium einer Rohfassung ist.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
1) Strukturiere deinen Roman vor, zumindest grob. Aber eben von Anfang bis Ende. Das verringert die Chance, dass du beim Überarbeiten komplett sauer auf dich selbst bist oder dass du gar mitten drin bei Ideenlosigkeit meinst, das ganze Projekt wäre „Müll“.

2) Teste, womit und wie du am besten plotten, schreiben und überarbeiten kannst. Und entscheide dich, auch einfach nur je Projekt. Wechseln kannst du immer. Was einmal gut funktioniert hat, muss nicht immer funktionieren (und andersherum). Es gibt meiner Ansicht nach je schreibende Person und je Projekt kein Patentrezept. Stick to design thinking, not designs.

3) Trau dich, Fehler zu machen, besser – akzeptiere sie, denn du wirst sie noch und nöcher machen. Eine Rohfassung ist NIE das Endprodukt. Das Ausmaß der Überarbeitung entspricht in meinen Augen nicht der Qualität der Idee, denn der Schreibprozess wird von zu vielen Faktoren beeinflusst (bewusst, unbewusst).

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Inspiriert werde ich von einige, motivieren kann nur ich mich selbst. Inspiration ist für mich in großem Maße seit vielen Jahren z.B. Marie Graßhoff, weil sie nicht nur die guten Seiten des Schreibens teilt, sondern auch mal von Selbstzweifeln berichtet. Und zusätzlich an ihren Träumen festhält und so von Selfpublisherin zu Autorin bei Agentur und namhaften Verlagen geworden ist.

Da sind aber auch Tanja Voosen und Lea Melcher.

Tanja, weil sie eine großartige und dabei bodenständige Autorin ist, die unglaublich sympathisch und offen sowohl on-, als auch offline kommuniziert. Sie betont immer wieder, dass man immer klein anfängt und macht anderen Mut, an ihre Ideen zu glauben. Zusätzlich unterstützt sie Kolleg*innen bei VÖ so sehr, überhaupt alles, was sie mag, dass mir regelmäßig das Herz überschwappt, wenn ich z.B. ihre Stories auf Insta sehe und mir am liebsten alles kaufen will, was sie begeistert teilt.

Lea, weil sie sich neben dem Schreiben auch hinsichtlich Illustration betätigt (und da ganz wunderbare Dinge zaubert, die zeigen, wieviel Herz & Fleiß daran hängen) und mir (wo ich auch blogge, fotografiere, dichte) so die Angst nimmt, ich müsse „nur“ Autorin sein. Abgesehen davon ist sie auch ganz groß darin, auf ihre Leserschaft einzugehen und so sehr nahbar und sympathisch zu sein.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ein Agenturvertrag und/oder ein Verlagsvertrag. Nicht, weil ich Selfpublishing nicht mag, ganz im Gegenteil, aber weil ich glaube, dass ich mich etwas besser dem Schreiben widmen kann neben dem Hauptberuf, wenn ich da Unterstützung habe bzw. Menschen, die genug an mich glauben, um ihre Zeit und Kreativität in meine Ideen zu stecken und sie gemeinsam mit mir zu optimieren. Außerdem wird das trotz (gerade wegen?) Designstudium eine neverending story, wenn ich für mich selbst das Cover gestalten würde, haha.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als eine liebe Bekannte mich beim Erzählen von die „Die Asche des Prinzen“ stoppte und sagte, sie wolle „vor der Veröffentlichung“ nicht gespoilert werden. Als ich mein erstes Belegexemplar in den Händen hielt. Oder als ich das erste Mal nach einer Widmung gefragt wurde. Zum Beispiel. Aber die stehen für mich alle auf einer Stufe, ich kann mich nicht entscheiden.

 

Eine kleine Kostprobe…

Ja, kann ich, sind aber ohne Lektorat. You have been warned 😉. Ausschnitt aus der Rohfassung von „Geist und Schatten“:

„Sicher, sicher, wie du magst“, ließ Mars halb im Wegdrehen begriffen verlauten und begann, Aris Tee anzurichten. Im nächsten Moment zuckte sie etwas zusammen, als Ari sie sachte an einer Schulter berührte und die Hand dann in Marcelines Nacken wandern ließ. Und es war immer ein gutes Zeichen, wenn Mars sich umdrehte, die Augen geschlossen, und Aris Gesicht ertastete. So wie jetzt, wo die Aussicht auf Tee plötzlich um so vieles uninteressanter geworden war.

Ari wartete, bis Mars sie küsste, so wenig zögerlich bereits, dass sie das alles am liebsten direkt ins Schlafzimmer verlegt hätte. Aber irgendetwas trübte heute Marcelines Licht und Ari wollte sie nicht verschrecken. Und versuchte zu verdrängen, wie lange sie sie heute stumm verfolgt hatte, weil sie meinte, das heute zu brauchen und zu dürfen.
„Was ist los?“ Mars pausierte kurz und legte ihre Stirn an Aris. Ihr Atem war deutlich hastiger geworden und zwischen jedem Wort der Sorge stand leichter Unwille, sich jetzt überhaupt mit etwas anderem als dem Schweigen zu befassen.

Ari lachte leise auf, legte Mars beide Hände unterhalb des Steißes und setzte sie auf die Anrichte. Wem brachte es etwas, wenn Mars erfuhr, was heute geschehen war. Wem brachte es etwas, wenn sie jetzt aufhörten.
„Was-“
„Augen zu!“, unterbrach Ari sie. „Ich pass schon auf, auf dein Kleid. Auf dich“, flüsterte sie dann, um so viel Sanftheit bemüht, wie sie nur aufbringen konnte. „Wirklich. Vertrau mir.“ Und zwischen dem nächsten und übernächsten Kuss auf die Halsbeuge ihrer kleinen Sängerin wiederholte sie „Vertrau mir“ und glaubte gerade selbst, dass das gerechtfertigt sein musste. Schon immer war. Immer so sein würde.

 


Stephanie Koshka

 

Steffis Veröffentlichungen könnt ihr auf ihrem Blog einsehen. Dort könnt ihr auch das Gedichtheft „Blnk“ bestellen.

 

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Ana Reinhardt #ProjektArbeitstitel

Ana Reinhardt #ProjektArbeitstitel

Ana Reinhardt #ProjektArbeitstitel

Auch heute habe ich wieder eine liebe Autorin für euch: Ana Reinhardt! Wer ist diese mysteriöse Dame mit den süßen Katzenfiguren als Avatar? Lest selbst.

Moin! Ich bin Ana. Schreiben gehört schon sehr lange zu mir, und ohne bin ich nur halb – wenn überhaupt. Beim Schreiben fühle ich mich vor allem da wohl, wo es nachts unter dem Bett flüstert, wo es, im besten Sinne, ungeheuer ist. So ist der Roman an dem ich arbeite auch eine Mischung aus der realen Welt und den Wesen und Phänomenen der Sage, die sich in ihr bewegen, dem Untod und den Wegen der Seelen, die zwischen den Welten festhängen.

Mit dem Schreiben angefangen habe ich schon sehr früh. Bevor ich schreiben konnte, habe ich Bilderbücher gebastelt, und dann, wie auswendig gelernt, immer die jeweils gleichen Geschichten dazu erzählt. Später, als ich sogar eine Schreibmaschine bedienen konnte, gab es einen Roman – eigentlich sogar zwei – über die wir aber lieber den Mantel des Schweigens hüllen wollen. *hust* Lange habe ich Kurzgeschichten geschrieben, vor allem Krimi, Thriller, Mystery… Und Songtexte. (Wer hat das nicht?)

Von meinen Gedichten sind zwei in Anthologien erschienen die allerdings – wenn wir ehrlich sind – eher Geldschneiderei als wirkliche Anthologie waren. Auch das gehört zum Weg als Autor. Hinfallen, Notizen richten, räuspern, weitermachen.

 

Amaranth und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
There are we! Meinen großen Roman würde man wahrscheinlich in Fantasy/Medieval Fantasy einordnen – ich konnte mit solchen Schubkästen und Unter-unter-Schubkästen noch nie was anfangen, also nagelt mich nicht drauf fest. Der Arbeitstitel ist „Amaranth“. Die Urversion ist zwischen 2008 und 2011 entstanden. Dann musste ich alles liegenlassen, weil ich gesundheitlich nicht mehr zu irgendwas in der Lage war. 2014 etwa fing ich mit vertieften Hintergrundrecherchen an, und dann vor etwas mehr als 2 Jahren damit, das alte Skript zu lesen, mit Anmerkungen zu versehen und neu zu schreiben.

Immer Stück für Stück. Dabei ist inzwischen ein Umfang von deutlich über 3.000 Normseiten, a.k.a. >720.000 Wörtern zusammengekommen. Das Urskript existiert handschriftlich in 10 A5-Schreibblöcken. Ich hänge aktuell in Block 7. Und die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende… *hysterisches Lachen aus dem off einspielen*

Worum geht es? Nun.

Die Geschichte spielt im Siebenbürgen des 15. und 16. Jahrhunderts. – Wobei ich allerdings eine modernere Sprache verwende, denn ich möchte, dass Dialoge und Innenansichten der Figuren nicht künstlich oder „weit weg“ wirken, und, dass man sich auch als „Eigentlich lese ich nichts historisches“-Leser nicht abgeschreckt fühlt.

Mein Protagonist begegnet den Wächtern der himmlischen Zollhäuser; Das sind Orte aus dem orthodoxen Glaubensbereich, an denen die Seele nach dem Tode vorbeimuss, um in den Himmel zu gelangen. An jedem Haus wird eine andere Sünde verhandelt und gewogen. Kann man sich nicht ausreichend verteidigen, und die Sünden mit guten Taten aufwiegen, wird man in den Abgrund geworfen. Mein Protagonist kann sich entscheiden, bei den Wächtern zu bleiben und unter ihnen zu dienen, oder zurück in die Welt der Lebenden zu gehen. Bei den Wächtern zu bleiben würde aber auch bedeuten, über Seelen zu richten und sich zur Hälfte dem Bösen zu verschreiben; denn sie stehen mit einer Hälfte bei Gott, mit einer im Schatten. In die Welt der Lebenden zurück zu gehen allerdings birgt für ihn Gefahren, da er selbst ein strigoii vii ist – also jemand, der nach dem Tod als Wiedergänger erscheinen muss, zu Lebzeiten aber bereits bestimmte, i.d.R. schadenbringende, Kräfte hat.

Es geht um Schuld und Unschuld, den Glauben an Untote und was mit der Seele passiert, wenn sie zwischen den Welten bleibt, und weder zurück noch hinüber kann.

Was ist gut? Was ist böse? – Und was macht die Dinge dazu?

Mir ist wichtig, dass ich den Wesen die im Buch vorkommen, den Vorstellungen zu Untod und Übernatürlichem, gerecht werde. Sie sind alle dem realen Volksglauben, den Mythen und Sagen der Region entnommen. Der Schatz an Material, wenn auch nicht ganz so leicht zu heben, ist enorm reich und vielfältig. Man könnte sicher ein oder zwei Leben lang nichts anderes studieren. Ich möchte diese Vielfalt abbilden, und Details gut in die Geschichte einarbeiten. Beispielsweise die Kämpfe der strigoii in der Andreasnacht sind sehr interessant (Siehe auch: le Leseprobe). Laut dem überlieferten Glauben treffen die strigoii sich einmal im Jahr, und entscheiden im Kampf, wer für das kommende Jahr ihr Anführer wird, und wer in den folgenden Monaten welchen Schaden anrichten darf. Das macht sich natürlich großartig für einen Roman!

Zum anderen sehr wichtig für mich; glaubwürdige, individuelle, Figuren. Sie sollen wirklich lebendig wirken, und nicht nur Pappkameraden sein, die ich durch die Kulisse schiebe.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Veröffentlichung. Eines, hoffentlich nicht zu fernen, Tages das Buch im Laden besuchen gehen. Da will ich hin. Angepeilt ist, dass ich den Weg über eine Agentur wähle. Bevor ich mich aber an Bewerbungen setze, ist noch viel Land. Der Roman wird mich noch einige Jahre begleiten, so viel ist sicher. Wenn ich auf dem Weg vielleicht in der einen oder anderen Anthologie landen würde, wäre das natürlich schön. Mal das Gesicht in die Welt halten und nett winken. Aber ich suche nicht intensiv nach Ausschreibungen. Meine Energie brauche ich für den Roman, da bin ich konsequent.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
In den Giftschränken lagern noch verschiedene andere Ideen. Ich möchte zwei kurz anreißen. Beide haben, interessanter Weise, gar nichts mit Übernatürlichem zu tun.

Ein Konzept handelt von zwei Figuren die beide, im Affekt, jemanden töten, sich gegenseitig helfen die Taten zu vertuschen – und nach und nach beginnen auch in anderen Fällen Selbstjustiz zu üben. Sie verlieren die Kontrolle, und aus bösen Denkzetteln werden Morde. Aber; es ist ihnen jemand auf der Spur.

Ein anderes Konzept handelt von einem kleinen, mies ausgestatteten, archäologischen Institut. Dieses Projekt ist wesentlich weniger ernst als andere. Zwar gibt es auch in meinem großen, mehrbändigen Roman Humor, aber hier wird es insgesamt doch wesentlich entspannter und witziger zugehen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Recherche. Ganz klar. Die Quellenlage ist oft schwierig (vor allem auch deutschsprachige Quellen, aber nicht nur). Eigentlich brauchst du einen Navigator, wenn du mythologisch in die Tiefe gehen willst, und erstrecht einen, wenn es um die historischen Aspekte geht. Zwischenzeitlich kann ich Kontakte auftun, die weiterhelfen, aber das hält meist nicht lange an, weil man im Uni-Betrieb und der eigenen Forschung, die natürlich die höhere Priorität hat, einfach zu eingespannt ist. Es kam aber auch schon öfter vor, dass ein Kontakt mir sagen musste, „Sorry, das weiß ich nicht.“ oder – Horror! – „Dazu gibt es keine Forschung.“ Letzteres habe ich erst vor einigen Wochen wieder erlebt, als es um die Geschichte der Homosexualitäten ging, bezogen auf die für mich interessante Region Siebenbürgen/Ungarn. Da muss man dann sehen wie man dem Aspekt trotzdem gerecht werden kann.

Eigentlich bräuchte ich einen Assistenten, jemanden der mir helfen kann Quellen zu finden. (Freiwillige vor! 😉 )

Hast du eine Schreibroutine?
Meine Routine sieht vor, dass ich Montag bis Freitag nachmittags am Rechner hocke und arbeite. Wie weit ich komme ist immer so eine Frage der Energie und wie viele Symptome mir auf die Tastatur springen. Schreiben/Recherchieren/Auswerten zu verteilen, und allem genug Platz einzuräumen, ist eine ziemliche Axt. Mein Schnitt liegt sehr unterschiedlich, was den Wordcount angeht. Irgendwas zwischen 1.300 und 2.000. An sehr guten Tagen habe ich aber auch schon über 2.500-3.000 geschafft. An schlechten Tagen keine 1.000. Es ist schwierig. Ich weiß selbst, dass meine Ansprüche an mich in der Regel zu hoch sind, und ich mich nicht stressen sollte. Aber… Es frustriert einen schon, wenn man merkt, dass man nicht so kann wie man will.

Aktuell wechsle ich Recherche und Schreiben oft ab, um voran zu kommen. Routine finde ich, allgemein, sehr wichtig. Es hilft einem das Gefühl für Handlungsbögen, Figuren und Anschlüsse nicht zu verlieren. Grundsätzlich gilt ja: Read a lot and write a lot. Man sollte aber auch, so toll Routine ist, nie aus den Augen verlieren, dass Schreiben und Lesen vor allem eines sollte; Spaß machen. Man sollte Freude daran haben, und sich auch Pausen erlauben, wenn es einfach grad nicht passt und man keinen Bock hat. Sich zu zwingen ist kein guter Weg.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Schreib. Schreib, erzähl die Geschichten wie DU sie fühlst, hab Vertrauen in deine Fähigkeiten. Lass dir keine Scheiße erzählen, lass dir nicht reinreden. Die soll ‘n ma alle schön in ihrn Bart brabbeln, lass dir nich verrückt machen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Weniger. Es gibt da niemanden bei dem ich sagen könnte: Das ist ein Vorbild.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass ich gut mit dem Skript vorankomme, die Geschichte (so, dass ich wirklich glücklich damit bin), noch vor meinem 40. Geburtstag abschließen kann, und bei einem Verlag lande, der mich wirklich unterstützt. Dass der Roman seine Leser und seinen Erfolg findet, und ich das Schreiben zum Beruf machen kann.

Für jetzt wünsche ich mir, dass die Recherche besser läuft, und ich finde was ich brauche.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Einen einzelnen kann ich da nicht aussuchen. Für mich ist es schön, wenn „tha Magick“ ihre Wirkung tut; wenn ich auf ein Detail stoße, dass wirklich gut passt/Dinge erklärt, wenn ein Dialog wirklich sitzt… Die kleinen-großen Momente, wenn du einfach merkst „Es passt“. Sehr gut war auch das positive Feedback, das ich auf eine 30-seitige Textprobe bekommen habe – und dass die Tochter einer Bekannten ein Bild zu eben jener Textprobe gezeichnet hat. THE FAME, THE FAME! 😀

 

Eine kleine Kostprobe…

„Das Schlachtfeld am Ende der Welt glich einer sehr weiten, flachen Schale. Das Gelände hob und senkte sich nur wenig. Bot keine Schlupfwinkel, kein Zeichen von Leben. Nur auf dem Rand der Schale versammelten sich einige der trostlosen Bäume, und ihres eigenwilligen, glasartigen Laubs. Ein Wald aus Pfählen.

Und Nebel. Dichter Nebel, in dem die Wächter der Schlacht warteten. Es hieß, dass es lediglich die Wächter der Zollhäuser waren, die dort umhergingen. Hin und wieder tauchte, langgezogen und verzerrt, einer von ihnen auf. Schemenhaft. Nicht mehr als ein Phantom, Schatten, gebrochen in tausenden und abertausenden Nebeltropfen. Hin und wieder aber hörte man auch ein tiefes Grollen und Rufen in den grauen Schleiern. Nicht menschlich, nicht von einem Tier. Es hallte nach, breitete sich aus und versank. Ein Gespan hatte es einmal mit dem Klagen von Walen verglichen. Riesenhaften Fischen, die in den Meeren lebten. Nur härter war der Ton. Kantiger, wie aus besonders schwerem Holz geschnitten. Mancher meinte zu erkennen, wie sich etwas Großes hinter den Nebeln bewegte. Es blieb darin. Niemand hatte es je tatsächlich gesehen.

Die Kämpfer versammelten sich.

Man sah abgerissene Vukodlaks, Hexen in ihren Sieben und Fässern, einen Bischof mit seinem abgebrochenen Stab und einer mottenzerfressenen Mitra auf dem Kopf. Ein Aufhocker saß auf dem Buckel irgendeines armen Wanderers und zerrte ihn am Kragen, als sei es ein Zaumzeug. Scharen von Toten, Dienern der Künste, Verlorenen fand sich zu kleinen Trauben und langgezogenen Linien zusammen. Eine Strigoaică ritt hastig an Dragoș vorbei und drängte sich an ihre Position. Ihr Ziegenbock schlug aus wie ein feuriges Pferd.

Und da kam die Ertrunkene.

Es war das dumpfe Knarren von Schiffsplanken, dass sie ankündigte. Nicht wenige reckten die Köpfe nach ihr. Wichen vor dem Gefährt zurück, dass über die rote Erde zog. In weichen, losgelösten Bewegungen zog das Gerippe eines Schiffes heran. Unsichtbare Wellen ließen es dem Heer von Geistern zunicken. Viele seiner Planken waren verrottet, sein Mast gebrochen. Die Fetzen des Segels wogten, als wäre es noch immer von Wasser umspült. Seine Besatzung bestand aus zwei Handvoll Männern in zerschlissenen Kleidern. Einem fehlte ein Auge. Einem ein Arm. Ihre Gesichter waren aufgequollen. Mit langen Staken bewegten sie ihr Gefährt über die Ebene. Vorn am Bug stand die Ertrunkene. Sie sehnte nach ihrer Erlösung. Wie eine Königin sah sie auf die Gestalten herab, die sich zu den Seiten drückten, als das Schiff durch ihre Reihen zog. Gemächlich, in Gewässern, die niemand außer ihm berühren konnte. Geschickt drehten die Männer den hölzernen Leib, bis er hinter Dragoș angelangt war. Der durchlöcherte Bug ragte drohend hinter ihr auf. Sie drehte sich im Sattel und sah zur Ertrunkenen auf. Ihr mattes Gesicht trug einen Schimmer von Zuversicht.“

 

*Gespan: von ungarisch „ispán“, der oberste Verwaltungsbeamte eines Komitats, einer Verwaltungseinheit vergleichbar etwa mit einem heutigen Landkreis

 


Ana Reinhardt

 

Bisher ist noch keine Veröffentlichung geplant.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Nadja #ProjektArbeitstitel

Nadja #ProjektArbeitstitel

Nadja #ProjektArbeitstitel

Heute stelle ich euch eine meiner liebsten Freundinnen und Schreibkumpanin vor: Nadja!

 

Hallo zusammen 😊

Ich bin Nadja und seit diesem Sommer mit meinem Master fertig. Im Gegensatz zu meinem technischen Studium steht meine Kreativität. Bereits mit Zwölf Jahren wollte ich Schriftstellerin werden, so wie man das mit Zwölf nun mal selbstsicher und naiv beschließt. Ich dachte mir, Bücher zu schreiben wäre der Traumjob schlechthin. Doch schnell stellte sich heraus, dass das Schreiben ein aufwendiger Prozess ist und man nur selten davon leben kann.

Trotz Schreibpausen und jeder Menge abgebrochener Projekte, gab ich meinen Herzenswunsch nicht auf und hielt an meiner Leidenschaft fest. Auch nach fast 15 Jahren Schreiben glaube ich an mein Ziel: ein Buch zu veröffentlichen.

Aber erst seit ich auf LBM18 war, packte mich der Tatendrang endlich mein eigenes Projekt anzugehen. Ich wollte keine Fanfiktions mehr schreiben, sondern meine ganz eigene Geschichte. Nach Abgabe der Masterarbeit gab ich mir endlich einen Ruck und begann an meinem Manuskript zu schreiben.

 

4 bunte Steine und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Mein eigenes Projekt trägt den Arbeitstitel „4 bunte Steine“. Der Grund für diese vorläufige Namensgebung beruht auf einer Aussage eines Charakters, der in der Geschichte vorkommt.

Der Roman ist im Genre Urban Fantasy angesiedelt, der in der Fortsetzung – es steht noch nicht einmal die Rohfassung des ersten Teils – auch Züge von Romantasy annehmen wird. Dennoch bleibt das Hauptgenre dasselbe sowie der grundlegende Inhalt: die vier Elemente. Ich habe mal versucht in wenigen Worten zusammenzufassen, um was es im ersten Teil von „4 bunte Steine“ geht:

Bei dem Versuch sich ihren Pass von ihrer Exfreundin zurückholen, trifft Elli auf Jess. Die beiden sind sich direkt unsympathisch. Als Jess dann auch noch behauptet, sie wisse etwas über das Herz der Lüfte, ist ihr klar: Blondie spinnt. Doch er lässt nicht locker und identifiziert Elli als Luftbegabte. Trotz einem Haufen eigener Probleme, wie die Verfolgung durch ihre ehemalige Gang oder die bohrende Frage nach ihrer Herkunft, siegt Ellis Neugierde. Sie lässt sich auf seine Welt der Elemente ein. Aber die anfängliche Faszination für Windklingen und alte Runen schwindet schnell. Ihr neues Zuhause ist nicht nur konservativ und regelvernarrt, sondern auch verschwiegen und von Intrigen geprägt. Gerade als Elli beschließt lieber zu verschwinden, kommt sie einer uralten Verschwörung auf die Spur und plötzlich will auch sie das Herz der Lüfte finden.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Ich möchte den ersten Teil von „4 bunte Steine“ erst einmal beenden. Das ist noch viel Arbeit. Ich bin gerade dabei die Rohfassung zu schreiben und manche Charaktere müssen noch ausgearbeitet werden. Die NadNad-Reihe (s.u.) plane ich bereits mit Babsi seit Anfang des Jahres. Sie wird noch diesen Sommer starten. Ich bin gespannt, wie sie ankommt.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Neben meinem großen Urban Fantasy Projekt „4 bunte Steine“ arbeite ich immer mal wieder an Fanfiktions zu Harry Potter. Dort habe ich ein Langzeitprojekt (3 Wünsche für Hazel). Darüber hinaus quellen meine Notizbücher von Plotbunnies über.

Konkret geplant ist eine kleine Sparte direkt hier bei Babsi, liebevoll „NadNad“ getauft. Kolumnenhaft möchte ich über verschiedene Themen schreiben. Dabei geht es mir vor allem darum Gedanken und Erfahrungen zu teilen. Es gibt viele Dinge, die interessant sind und über die ich gern reden würde, wie Menstruationstassen oder als Frau in der Männerdomäne zu arbeiten. Aber auch über LGBTQ+ würde ich gern etwas berichten.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Da ich noch nichts veröffentlicht habe, was über eine Fanfiktion hinausging, ist für mich dann später sicher alles Unbekannte, wie Verlag, Werbung und Co, eine Herausforderung. Doch im Moment ist es der Schreibprozess an sich. Eine Idee zu haben ist einfach, doch diese auch in eine logische Struktur zu lenken ist wahre Kunst.

Im Schreibprozess allgemein finde ich es schwierig am Ball zu bleiben. Die Ausreden und Entschuldigungen nicht weiterzuschreiben sind vielfältig. Hinzu kommt bei „4 bunte Steine“, dass ich meine Schreibgewohnheiten geändert habe. Ich habe diesmal einiges an Zeit in die Vorarbeit investiert. Im Vergleich zu meinem sonstigen Geschreibsel, habe ich aufs Plotten verzichtet und stattdessen auf Charakterbögen, Weltenbau und ähnliches gesetzt. Natürlich habe ich eine grobe Richtung, wo es hingeht und bestimmte Vorstellungen was passieren soll. Doch dieses Mal sehe ich von einer konkreten Plotplanung ab und überlasse es von vornherein meinen Figuren die Geschichte zu beschreiten. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass sie sich ja doch nicht an meinen Plot halten, also spare ich mir die Arbeit.

Hast du eine Schreibroutine?
Schreibdates helfen oder auch früher aufstehen, um sich Zeit für wenigstens 500 Worte zu nehmen. Trotzdem passiert es schnell, dass ich nicht so viel tippe, wie ich gern wollte. Auch weil das Schreiben neben dem großen, kräftezehrenden Job geschieht.

Aber so schwierig es auch ist regelmäßig zu schreiben, noch viel schwieriger ist es nicht zu schreiben. Daher nutze ich Zugfahrten oder ähnliches für Szenenideen oder andere Kleinigkeiten, die mir später über Plotlöcher oder Schreibblockaden hinweghelfen können. Mein ultimativer Tipp: ein/e Betaleser/in! Jemanden zu haben, der sich immer alles zu deiner Idee anhört und kritische Fragen stellt, hilft unglaublich weiter.

Wie vermutliche viele Autoren habe auch ich eine Pinnwand bei Pinterest und eine Playlist bei Spotify. Extrem hilfreich sind auch Charakterbögen, die ich zwischendurch ausfüllen kann, wenn es mit der Story an sich gerade nicht weiter geht. Ich schreibe trotzdem an meiner Geschichte, auch wenn es erst einmal nur eine Personenbeschreibung ist. Das alles hilft sehr, sich wieder in Stimmung zu bringen und die Sehnsucht zu wecken, die eigene Geschichte in Händen halten zu wollen.

Ansonsten helfen mir persönlich feste Schreibtermine, ähnlich wie das wöchentliche Fußballtraining anderer, und Notizbücher voller kreativer Ergüsse. Auch versuche ich, wenn ich merke, dass ich gerade besonders große Lust aufs Schreiben habe, dann auch tatsächlich etwas zu Papier zu bringen, egal ob digital oder analog.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Es ist der Erstentwurf! Es wird sowieso nicht perfekt sein, also lass es so stehen und weiter geht’s. Hör auf ständig daran herumzudoktern, sondern schreib lieber weiter. Verbessern musst du alles sowieso noch ein dutzend Mal, aber dafür hast du Zeit, wenn die Story geschrieben ist. Bring dein Projekt erst mal zu Ende und dann mach dir Gedanken über Perfektion.

Also auf geht’s, kleine Autorin: schreiben, schreiben, schreiben. Alles andere kommt mit der Zeit. Ach, und suche dir Leidensgenossen! So völlig allein am PC zu tippen ist zwar nötig, aber auf Dauer eher mühsam, wenn man sich nicht darüber austauschen kann.

Oh, und Fanfiktions sind ein großartiger Einstieg in die Welt des Schreibens. Es gibt genügend Websites, wo man sie veröffentlichen kann und mit anderen Schreiberlingen in Kontakt kommt. Also nur Mut und glaub an dich, meine Liebe.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich bewundere Autoren, die ein ganzes Universum erschaffen haben, wie J.K. Rowling. Auch die Schreiberlinge auf Twitter, die darüber berichten wie ihre Schreibarbeit, Veröffentlichung und ähnliches laufen, motivieren mich. Aber ein direktes Vorbild habe ich nicht. Kurz gesagt: mit anderen Autoren im Austausch zu stehen, das spornt mich mehr an als irgendjemand Unbekanntes, von der/dem ich „nur“ das fertige Buch gelesen habe.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Genügend Zeit für meine Leidenschaft haben. Ich liebe das Schreiben, es gehört zu mir. Darum wünsche ich mir vor allem Freiraum dafür zu haben. Als Ziel steht fest: ein Buch, eine eigene Geschichte, veröffentlichen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Auf FanFiktion.de habe ich hin und wieder gelesen, dass die/der ein oder andere Leser/in mit meiner Protagonistin mitgefühlt hat. Ich hatte es geschafft mit meinen Worten Emotionen zu erzeugen, wie Wut, Traurigkeit oder Nervosität. Das war wahnsinnig toll zu lesen, dass man eine fiktive Figur erschaffen hat, der etwas ausgedachtes wiederfahren ist, was wiederum bei jemand völlig Unbekanntem zu Gefühlsregungen geführt hat. Total verrückt, was Worte von mir bewegt haben.

Direkt danach kommt, wie viele Leser mir rückgemeldet haben, dass ich spannend erzähle. Gerade die lange, unfertige Fanfiktion: insbesondere neue Leser, die sich dann zu Wort melden, sagen, dass sie die Geschichte bis zum aktuellen Stand in einem Rutsch durchgelesen haben. Das ist auch total schön zu hören.

Diese beiden Dinge habe ich nun schon einige Male gesagt bekommen. Das macht mich stolz und lässt mich selbst jetzt, da ich mich nur daran zurückerinnere, breit grinsen. Irgendwas muss ich richtig machen bisher und daran halte ich fest, wenn es gerade mal wieder nicht so optimal vorangeht mit dem Schreiben. <3

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus „4 bunte Steine“:

Für einen unendlichen langen Moment konnte Elli sich vom Anblick der Männer nicht losreißen, die aufeinander einprügelten. Sie verspürte Reue, dass sie den Zweien eine Überzahl an Angreifern aufgehalst hatte. Doch als ihr Blick auf den unbewachten Eingang des Clubs fiel, war ihr schlechtes Gewissen verflogen.

Mit dem Ziel vor Augen hastete Elli los. Hinter sich hörte sie wilde Beschimpfungen und Stimmen durcheinanderrufen. Es war nicht mehr weit, nur noch ein paar Schritte, dann war es endlich geschafft. Ihr Plan funktionierte! Sie war so gut wie drinnen.

„Hey, kleine Lufti!“, grollte eine tiefe Stimme hinter ihr und ließ sie zusammenzucken. Entgegen ihres besseren Wissens drehte sie sich um.

Es war Blondie, der sie mit Blicken zu erdolchen versuchte. Ihm klebte das nasse Haar im Gesicht und Blut tropfte von seiner Nasenspitze. Mit dem Handrücken wischte er es weg und fragte: „Wem unterstehst du, Lufti?“

„Niemandem“, war alles was Elli herausbrauchte, während sie sich gleichzeitig fragte, warum er sie Lufti nannte.

Die Stirn krausziehend machte er den Anschein, als wollte er zu ihr herüberkommen. Doch da bekam ihn der Türsteher Heinz zu fassen. Unerbittlich schlang er seinen kräftigen Arm um Blondies Hals. Trotz des Würgegriffs wandte dieser den Blick nicht von Elli ab. Jetzt flogen auch Heinz‘ Augen hoch und bemerkten sie.

Der Schock ließ sie erstarren und ihren Herzschlag aussetzen. Dann wirbelte Elli herum und rannte blindlings hinein in den Club. Hinter sich hörte sie die Worte: „Folg ihr!“

Verdammte Scheiße!

Nackte Angst ergriff Besitz von Elli, doch sie hatte keine Zeit dafür. Sie drängte sich selbst weiterzugehen und bloß nicht zurück zu sehen. Das eklige Gefühl der lähmenden Furcht raubte ihr den Atem und benebelte ihr die Sinne. Entschlossen presste sie Luft in ihre Lunge. Sie würde die Panik nicht zulassen! Es gab nur diese eine Chance ihren Ausweis von Cato zurück zu holen.

In Gedanken war sie bereits im Flur des Büros ihrer Exfreundin. Sie dachte an die Sicherheitsvorkehrungen, die sie umgehen musste, als sie zu scharf um die Ecke bog und ausrutschte. Elli strauchelte, fiel fast, stoppte aber nicht. Ohne sich umzusehen, hetzte sie weiter.

Hatte Heinz sie erkannt? Kam er ihr tatsächlich nach? Was sollte sie dann tun? Gegen Heinz half ihr auch das mickrige Taschenmesser nichts. Das hätte er ihr schneller abgenommen, als sie es öffnen könnte.

Gottverdammte Scheiße!

 


Nadja

 

Bisher ist noch keine Veröffentlichung geplant.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Linda Rottler #ProjektArbeitstitel

Linda Rottler #ProjektArbeitstitel

Linda Rottler #ProjektArbeitstitel

Heute stellte ich euch die liebe Linda Rottler vor, die bald ein Buch im dtv Verlag herausbringen wird. Wie cool ist das denn? Auf jeden Fall ist mir Linda durch ihre Antworten für #ProjektArbeitstitel und ihre Social Media Kanäle total sympathisch!

Mein Name ist Linda Rottler, ich bin 25 Jahre alt, studiere in Stuttgart Germanistik und ehrlich gesagt weiß ich nicht, wann und wo die Sache mit dem Schreiben zu einem Teil von mir geworden ist. Scheinbar habe ich schon in Tagträumen gelebt und Geschichten erzählt, bevor ich schreiben konnte. Und bis heute vergeht kein Tag, an dem mein Kopf nicht mindestens 2 verschiedene Geschichten (weiter)spinnt. Die meisten davon bleiben für immer da oben, aber manche wenige schaffen’s tatsächlich aufs Papier.

Noch bin ich unveröffentlicht, aber der eBook-Vertrag ist bereits unterschrieben. Das fühlt sich alles sehr surreal an. Aber vielleicht liegt es daran, dass es mein Debüt ist und mir dieses ganze Schriftstellerdasein noch nicht ganz vertraut ist. Erst mit der Teilnahme am #dtvfantasynewcomer-Wettbewerb auf der Online-Plattform Sweek wurde ich in diese Welt katapultiert und das auch noch mit der allerersten Geschichte, die ich je beendet habe. Ich dachte immer, ich hätte noch genug Zeit, mir eine Online-Präsenz aufzubauen und herauszufinden, wie es hinter den Kulissen abläuft, weil es sowieso noch Jahre dauern würde, bis meine Projekte bereit für die Welt sein würden. Tja, jetzt bin ich hier und ich beabsichtige, zu bleiben.

 

Die Hehler der Sphären und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Der Arbeitstitel meines Buchs ist Die Hehler der Sphären. Lange wird er das aber nicht mehr bleiben. Ich weiß bereits den offiziellen Titel, war an der Auswahl beteiligt und finde ihn um einiges besser, aber ich möchte ihn noch nicht verraten.

Die Geschichte bewegt sich ungefähr im Genre zeitgenössische Urban Fantasy und sie wurde einst als „hochatmosphärisch“ bezeichnet. Bringt mich immer noch zum Lächeln. Jedenfalls geht es um die Frage: Was passiert eigentlich in einer Stadt, in der man Träume klauen und verkaufen kann? Meine Protagonistin heißt Nevya und hat von Natur aus sehr lebhafte Träume. Eines Tages hat es sich aber ausgeträumt und sie muss sich im düsteren Gewerbe selbst durchkämpfen, in der Hoffnung, ihre Träume wiederzufinden. Das Ganze spielt in der fiktiven Stadt Great Shell in Nordamerika. Manche dort glauben, dass Träume aus Nebel bestehen, den sie einst von den Alben erhalten haben (deshalb auch Albtraum). Ob das stimmt und ob Nevya daran glaubt, muss der Leser selbst herausfinden.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Das Manuskript für Die Hehler der Sphären liegt bei der Lektorin und wird jetzt erst mal ordentlich poliert. Das Cover steht ebenfalls noch aus und nächstes Frühjahr erscheint es dann als eBook. Ich persönlich wünsche mir, dass das Buch auch noch gedruckt wird. Die Option besteht zumindest. Und dann hätte ich auch noch einen zweiten und dritten Teil, aber da Teil 1 eigentlich in sich abgeschlossen ist, müssen diese nicht notwendigerweise erscheinen. Im Moment konzentriere ich mich darauf, mir Tipps für die Vermarktung einzuholen und mir einen Plan zu erstellen.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich glaube nicht, dass ich je etwas anderes außer Fantasy schreiben werde. Mit meinem nächsten Projekt möchte ich allerdings ein kleines Experiment wagen. Es soll in Richtung historische Fantasy gehen – aber eben nur grob. Die Geschichte spielt im viktorianischen England (hat aber nichts mit Steampunk zu tun) und beschäftigt sich mit vielen eigensinnigen Charakteren, die auf zwei Arten gelesen werden können: Eine plausible und eine fantasievolle. Ist die Protagonistin nur melancholisch oder ist sie tatsächlich eine Untote? Der Mann nur ein enthusiastischer Pharmakologe oder ist er ein Magier? Ist die unheimliche Frau wirklich nur die Leiterin eines Waisenhauses oder sind die Kinder dort lebende Puppen, die sie an Fäden tanzen lässt? Der Leser soll es nicht erfahren – er soll selbst entscheiden. Das wird schwierig umzusetzen, aber ich habe viele Ideen und kann es kaum erwarten, mich in die Geschichte hineinzustürzen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Kleine Anekdote: Vor über sechs Jahren hatte ich die Idee für die Geschichte über das Mädchen ohne Träume. Drei Jahre hat es gedauert, bis der erste Entwurf stand. Zweieinhalb weitere Jahre habe ich überarbeitet, gekürzt, umstrukturiert, geschnippelt, gebastelt und geblutet, nur um (mithilfe ehrlicher Testleserinnen) festzustellen, dass ich das Ding zur Hälfte würde umschreiben müssen. Es war frustrierend. Ich habe es dann aber tatsächlich innerhalb von zwei Monaten umgeschrieben getan und tadaa – zum ersten Mal hatte ich ein Manuskript, das sich richtig und sogar einigermaßen fertig angefühlt hat. Loslassen war also immer die größte Herausforderung für mich. Mittlerweile kann ich löschen und umschreiben wie ein Profi! Aber was wohl immer am schwierigsten sein wird, ist es, den inneren Kritiker stummzuschalten und einfach zu machen. Ein Buch, das nicht fertig ist, kann man auch nicht überarbeiten.

Hast du eine Schreibroutine?
Manchmal treffe ich mich mit Freunden zum Schreiben. Das klappt teils super und teils weniger super. Manchmal schreibe ich im Zug, manchmal in der Bibliothek, manchmal sogar zu Hause und am liebsten abends oder nachts, wenn alle schlafen und nur ich und meine Geschichte existieren. Aber eine Routine gibt es nicht. Ich brauche nicht unbedingt einen festen Ort mit Snacks und Tee. Kaffee hilft, ist aber nicht essenziell (Kaffee hilft sowieso bei allem). Am besten schreibe ich, wenn ich nebenbei ein gutes Buch lese.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Mach weiter so. Mach einfach immer weiter so. Lass dich nicht demotivieren, wenn du jemanden siehst, der besser ist. Das könntest du sein, wenn du immer brav weiterübst. Aber andererseits weißt du auch bereits, dass du schreiben kannst und musst, also was erzähl ich dir hier überhaupt? Ach ja, wenn andere Leute sagen, dass Bücher uncool sind, dann hör nicht auf sie. Ändere am besten auch gleich dein SchülerVZ-Profil, auf dem steht, dass Bücher bäh sind. Wir wissen beide, dass das nicht stimmt.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Wo fange ich an? Ich habe das unglaubliche Privileg, dass an meiner Uni noch mehr Leute wie ich rumlaufen. Dort bin ich zuerst auf @buchstabensarah gestoßen, dann auf @jaanaschreibt und jüngst auf @mirasbuntewelt. Alle drei haben mich auf unterschiedlichste Art inspiriert, motiviert und mir geholfen, mich weiterzuentwickeln. Noch nie habe ich so viel geschrieben und dabei so signifikante Fortschritte gemacht, wie seit dem Studium.

Dazu hat aber auch eine Dame namens Sarah J. Maas maasgeblich (hehe) beigetragen. Irgendwie nimmt mich ihr Schreibstil vollkommen gefangen und gibt mir Treibstoff für meine eigenen Geschichten. Ich schreibe ungefähr doppelt so viel, wenn ich nebenbei ein Maas Buch lese.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich möchte gerne in einem Beruf landen, in dem ich nebenbei schreiben kann. Das ist alles, mehr verlange ich gar nicht. Ach ja, und eines Tages würde ich gerne im Wittwer, meinem liebsten Buchladen in Stuttgart, mein Buch stehen sehen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Letztes Jahr habe ich beim #dtvfantasynewcomer-Wettbewerb mitgemacht und er hat für sehr viele schöne Momente gesorgt. Ich könnte jetzt von dem allerersten mir unbekannten Menschen erzählen, der mein Buch online an einem Wochenende durchgelesen und einen rührenden Kommentar hinterlassen hat. Oder ich könnte davon berichten, wie ich die Bekanntgabe der Finalisten verschlafen habe und ich, als ich aus meinem Nickerchen aufgewacht bin, mehrere Nachrichten von Leuten auf dem Handy fand, die mir gratulierten und einfach nicht fassen konnten, dass ich die Bekanntgabe verschlafen hatte.

Ich könnte auch von der Einladung ins Verlagshaus nach München berichten und dem unglaublichen Gefühl, wenn eine richtige Lektorin die Namen der eigenen Charaktere ausspricht. Oder von den lieben Menschen bei dtv und den Juroren, darunter auch Jenny-Mai Nuyen, die so viele nette Worte für mich und meine Geschichte übrig hatten. Oder der Umarmung mit den anderen Finalistinnen, als wir erfuhren, dass wir alle drei einen Vertrag bekommen würden. Ich wüsste gar nicht, wo ich da anfangen sollte, also belasse ich es dabei.

 

Leider keine Kostprobe, auf Wunsch des Verlags.


Linda Rottler

 

Ihr Buch „Der Hehler der Sphären“ (Arbeitstitel) wird voraussichtlich im Frühjahr bei dtv erscheinen.

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Jessica Iser #ProjektArbeitstitel

Jessica Iser #ProjektArbeitstitel

Jessica Iser #ProjektArbeitstitel

Ich kam bereits in den Genuss eines ihrer Manuskripte testzulesen – und ich will mehr! Heute bei #ProjektArbeitstitel: Jessica Iser!

Hallo, ich heiße Jessica Iser, wurde 1991 in Südhessen geboren und schreibe schon von Kindesbeinen an – das gehörte schon immer dazu und ist fester Bestandteil meines Lebens. Bisher habe ich einige Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht, hoffe aber, dass auch bald der erste Roman folgt. Mein Brotjob ist Bibliothekarin, also bin ich auch dort von Büchern umgeben, das Schreiben ist und bleibt aber meine Leidenschaft.

 

Herbstprojekt und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Im Moment arbeite ich an einem Urban Fantasy-Roman. Viel kann ich dazu noch nicht verraten, aber die zentralen Themen sind Familie, Liebe und ein jahrhundertealter Fluch. Die Geschichte spielt hauptsächlich im Herbst und erstreckt sich über sieben Jahre. Dementsprechend ist es inzwischen schon über 150.000 Wörter stark. Ihr könnt meine Fortschritte auf Social Media unter dem Hashtag #Herbstprojekt verfolgen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Aktuell schreibe ich noch an der Rohfassung. Meine selbst gelegte Deadline ist Mitte November 2019. Wenn ich das schaffe, geht es als nächstes in die Überarbeitung mit Testlesern und danach hoffe ich darauf, eine Literaturagentur und/oder einen Verlag dafür zu finden. Sollte das nicht klappen, werde ich die Veröffentlichung als Selfpublisher planen, aber das ist alles noch Zukunftsmusik. Zuerst muss es geschrieben werden!

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Viel zu viele! Aber die Sci-Fi-Cyberpunk-Dystopie oder das Projekt, in dem es um Albträume geht, werden wohl als nächstes das Rennen machen.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Dass Kritik sich nicht immer anfühlen muss wie ein Rückschlag, sondern wie eine Chance. Und man muss manchmal Geduld haben – viel Geduld!

Hast du seit der ersten Veröffentlichung deine Herangehensweise geändert?
Ich finde, Kurzgeschichten sind immer eine gute Möglichkeit, mal in ein anderes Genre „hineinzuschnuppern“, daher mache ich das zwischendurch immer ganz gerne. Was die Herangehensweise betrifft: Früher habe ich kaum geplottet, das Schreiben kam immer so mit dem Flow. Inzwischen brauche ich das aber oft, zumal meine Projekte auch immer länger werden und da muss eine gute Struktur vorhanden sein, um den Überblick zu behalten und Plotholes so gut wie möglich zu vermeiden.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Es gibt immer wieder Phasen, in denen es mal weniger gut läuft mit dem Schreiben. Aber ich glaube, die größte Herausforderung ist immer noch das „Danach“. Sich in der Überarbeitung noch einmal ganz anders mit dem Projekt, an dem man jahrelang gearbeitet hat, auseinandersetzen und bei der Verlagssuche immer wieder hoffen und bangen, ohne an sich selbst zu zweifeln und aufzugeben.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich arbeite Vollzeit, also muss ich mich abends und an den Wochenenden ransetzen. Ich bin leider gar kein Morgenmensch, aber eine Nachteule und kann am ehesten bei gemütlichem Licht und guter Musik schreiben. Jedes meiner Projekte bekommt eine eigene Playlist und eine Pinterest-Pinnwand, die sich während des Prozesses mit entwickeln. Das hilft mir, bei Blockaden meine Gedanken auch mal schweifen zu lassen und mir verschiedene Ideen wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Gib niemals auf, aber stress dich nicht so.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ein bestimmtes Vorbild gibt es nicht wirklich, ich bewundere viele Autoren für ihre Geschichten, Disziplin und Schaffenskraft. Mich inspiriert vor allem Musik, Natur und Kunst. Außerdem bin ich sehr dankbar für die Menschen, die während des Schreibprozesses „hautnah“ dabei sind, hinter mir stehen und mich immer wieder motivieren, weiterzumachen. Allen voran Lily (http://www.lily-magdalena.de/) – ich weiß gar nicht, was das #Herbstprojekt ohne ihre Unterstützung und Begeisterung jetzt wäre.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein nächstes großes Ziel ist wie gesagt die Fertigstellung meines Manuskripts. Ich versuche mich erst einmal darauf zu konzentrieren, bevor ich konkrete Pläne mache.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Puh, schwierig! Es gab schon so viele. Über jede Veröffentlichung habe ich mich gefreut, ebenso wie über die Rückmeldungen der Leser und Testleser. Ich glaube, besonders stolz war ich, als mir ein Lektor schrieb, dass meine Actionszenen immer spektakulär und mitreißend geschrieben seien – die schreibe ich nämlich am liebsten und durch diese Einschätzung von außen, habe ich mich noch einmal darin bestärkt gefühlt, dass ich das gut kann.

Besonders hervorheben möchte ich auch, wie viele wunderbare und talentierte Menschen ich bereits durch das Schreiben kennenlernen durfte. Der Austausch ist immer so wertvoll und zeigt, dass Schreiben kein einsames Hobby ist.

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus #Herbstprojekt

Je tiefer Islene dem Fuchs in die Wildnis folgte, desto höher ragten die Bäume über ihr auf. Sie stellte fest, dass sie durch eine Senke lief, die mit einer raschelnden Decke aus tiefrotem und braunem Herbstlaub bedeckt war. Zu beiden Seiten ragten Hügel auf, die ebenfalls vollständig unter Blättern begraben waren. Hier und da ragte eine Baumwurzel aus der Erde und schien mit ihren knorrigen Verzweigungen nach ihr zu greifen. Vor ihr bildeten zwei sich gegenüberstehende Bäume eine Art Bogen über dem Graben. Wie versteinerte Wächter thronten sie stumm und alt über ihr, während sie darunter hindurchging.

Islene wunderte sich über die trocken knisternde Laubdecke – der Herbst schien hier schon viel weiter fortgeschritten zu sein. Noch während sie darüber nachgrübelte, stellte sie fest, dass der Fuchs verschwunden war, und blieb stehen.

„Verdammt.“ Suchend sah Islene sich um und lauschte auf ein Rascheln im Unterholz oder sonstige Geräusche, um das Tier wiederzufinden. Erst da fiel ihr auf, dass es um sie herum ungewöhnlich still war.

„Überhaupt nicht unheimlich“, murmelte sie und beschloss auf der Stelle umzukehren, bevor sie sich hier noch verlief.

Als Islene sich umwandte, sah sie sich einer Wand aus Baumwurzeln gegenüber, die sich von einer Seite der Senke zur anderen erstreckte. Islene keuchte und ein Atemwölkchen wirbelte vor ihr durch die Luft.

„Das kann doch nicht …“ Sie schüttelte ungläubig den Kopf und sah sich in alle Richtungen um, als würde vor ihr doch noch der ursprüngliche Weg auftauchen.

Sie setzte dazu an, den Hügel zu ihrer Rechten zu erklimmen, da fuhr ihr eine melodische Stimme durch Mark und Bein.

„Suchst du etwas?“


Jessica Iser

 

Jessica Iser hat mehrere Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht:

  • in Herzgezeiten, auf amazon* kaufen
  • in Briefe aus dem Sturm, auf amazon* kaufen
  • in Sehnsuchtsfluchten, auf amazon* kaufen
  • in Wolfstod, auf amazon* kaufen
  • in Kemet: Die Götter Ägyptens, auf amazon* kaufen
  • in Horror Cocktail, auf amazon* kaufen

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Era (Ena & Kira) #ProjektArbeitstitel

Era (Ena & Kira) #ProjektArbeitstitel

Era (Ena & Kira) #ProjektArbeitstitel

Es gibt kaum Autor*innen auf twitter, die mich so neugierig machen und gleichzeitig so motivieren, auch hart zu arbeiten und an meinen Träumen festzuhalten, wie die beiden Ladies heute: Era – das sind Ena und Kira – die als Duo an ihren Projekten arbeiten.

Hallihallo!

Wir sind Era, das heißt: wir sind natürlich Ena und Kira, aber das Verschmelzen hat längst begonnen – sei das im Stil, den wir nach dem Glätten nicht mehr auseinander halten können, sei das in den Gesten oder Ausdrücken, die wir uns in herrlichster Sprachi-Frenzy digital wie analog hin und herwerfen – da muss der Name nachziehen. Und es ist ein Name, der Programm sein möchte.

Wir sind nämlich zwar erst ein gutes halbes Jahr gemeinsam unterwegs, gucken aber auf eine jahrelange Freundschaft (und Zusammenarbeit!) zurück und in allem, was uns dieses Duo mit ins Leben gespült hat, alle Entscheidungen, die damit verbunden waren, die schlaflosen Nächte, die emotionalen Rollercoaster – sie haben uns immer wieder eines vor Augen geführt: dass wir gemeinsam besser sind und dass das hier a thing for life ist.

Pinkie Promise. Eheversprechen. Fingerherz.

Da wir gekommen sind, um zu bleiben – lasst uns doch mal sehen, ob ihr uns Gesellschaft leisten wollt. Wir haben von bester Erdbeerbowle über den morgendlichen Projekttalk-Kaffee und die Prinzenrollenkekse zum Trösten über Charakterherzschmerz schon alles bereitgestellt. Macht es euch also ruhig bequem.


Flowerboy und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzählt uns doch ein bisschen davon!
Starten werden wir mit unserem FLOWERBOY, dessen Punchline die Essenz der Geschichte so gut auf den Punkt bringt, dass wir gar nicht viel mehr Worte darüber verlieren wollen (und die, die uns doch unter den Fingerspitzen hindurch schlüpfen, findet ihr in glorreicher Manier auf unseren Twitterprofilen!): IST DEIN TRAUM GROSS GENUG, REICHT EINE CHANCE NICHT.

Wir kehren mit Yoo Kinam, einem achtzehnjährigen Rapper, in seine Heimatstadt zurück, nachdem sein Traum, in einer koreanischen Idolgroup debütieren zu dürfen, wie eine Seifenblase zerplatzt ist (vorausgesetzt die Seifenblase ist geplatzt, weil man ihr einen ordentlichen Kinnhaken verpasst hat). Das Problem ist nur: um diesen Traum zu leben, ist er vor anderthalb Jahren mit der Hilfe seines Freundes Chan der Gang entflohen, zu der seine Familie gehört. Seine Rückkehr bedeutet Schande – und das lassen sie ihn spüren. Aber vor allem lassen sie es auch Chan spüren, und das! Das kann Kinam nicht hinnehmen, nicht einfach so, nicht, wenn Chan doch der Junge ist, der ihm das Träumen erst beigebracht hat.

Damit bewegen wir uns in den Sphären einer COMING OF AGE Geschichte, auch wenn wir längst nicht mehr auf die Young Adult Audience abzielen, die wir ursprünglich mal im Sinn hatten. Testleserfeedback kann ja so erhellend sein, nicht wahr? SLICE OF LIFE mischt sich mit GANG AU – und leitet damit ein Genre ein, das wir erst noch etablieren wollen:

IDOL FICTION.

Romane, Kurzgeschichten, Serials allesamt um die koreanische Entertainment Branche angesiedelt. Von K-Pop habt ihr vielleicht schon gehört, und vielleicht sind euch die Musikvideos bislang zu bunt gewesen, vielleicht sind euch viele der Hits zu aufgeregt. Verstehen wir, ging uns am Anfang auch so, aber lüftet man erstmal den Vorhang, wirft man einen Blick hinter die Kulissen, lässt man sich ein auf diese Menschen, die an der Schwelle von Kindheit zu Jugendlichkeit entscheiden, dass sie ihr Leben ganz und gar ihrem Traum verschreiben wollen, findet man nicht nur Quelle um Quelle der Inspiration für das Verfolgen eigener Träume.

Man findet vor allem auch Schatztruhen voll menschlicher Abgründe, voll verrohter Menschlichkeit, die bei all den Restriktionen der Industry immer Outlets findet, um frei zu brechen, weil dort, wo das Licht am hellsten scheint, auch die längsten Schatten geworfen werden. Und wir wissen alle, was in diesen Schatten geschieht.

Falls ihr es noch nicht wisst, es aber erfahren wollt – hi, hello, annyeong. Be our guest, and put our service to the test. ♥

 

Wie schauen die Pläne für euer Projekt aus?
FLOWERBOY ist geschrieben! Hört ihr die Sektkorken noch knallen? Wenn nicht, stoßen wir auch gerne nochmal mit euch drauf an!

Dieser Tage trudelt das letzte Testleserfeedback ein und das heißt, wir starten in die heiße Phase der letzten Überarbeitung, internes Lektorat und Korrektorat, nebenbei: Buchsatz, nebenbei: grafische Aufbereitung. Nebenbei: Content Production Frenzy, damit #FLOWERBOY, wenn er schon kein gemachtes Nest bekommt, wenigstens auf eine mächtige (Rap) Crew in seinem Rücken zählen kann!

Wir sind also busy bis in die letzte Haarspitze, aber anders würden wir es auch nicht wollen. Und ganz ehrlich, anders können wir es nach diesem letzten halben Jahr auch gar nicht mehr!

 

Mögt ihr uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Nachdem wir mit FLOWERBOY die TRAPNEST-Romanreihe lostreten, die zwar alles nur nicht seicht ist, aber in den üblichen Konzepten abläuft, die wir alle aus unserem Bücherregal gewöhnt sind, hüpfen wir mit dem nächsten Projekt auf Metaebenen, die am Ende nicht nur uns quietschen lassen werden, versprochen!

Noch kennt ihr sie vielleicht nicht, die koreanischen Dramen, aber ihre Dramaturgie toppt alles, was wir von gängigen Branchen wie Hollywood und Bestseller-Listen angeboten bekommen haben. Ihr Charakterdesign, ihr Storytelling ist uns stetig Inspiration und in allem Vorbild wie Maßstab. Wie könnten wir euch da mit BLANKSCHATTEN nicht in ein New Adult goes Adult Fiction Serial entführen? Es kann ohne Frage alleinstehend gelesen werden, aber seit unserer Entscheidung für ERA und gegen die üblichen Veröffentlichungskanäle ist es wunderbar in dasselbe Universum gebettet, das wir euch auch schon mit FLOWERBOY vorstellen. Heißt: Augen aufhalten, wer euch da womöglich wiederbegegnet! Heißt vor allem aber auch: Zeit für Entwicklung, Zeit für die Zwischentöne, Zeit für die Graunuancen. Zeit für die Menschlichkeit. (Na, habt ihr unser Theme schon erkannt?)

 

Schreiballtag

 

Was ist eure größte Herausforderung im Schreibprozess?
Was soll ich sagen? Man beachte den Gebrauch von ALL CAPS und seufze zufrieden ein ›quod erat demonstrandum‹. Nein, tatsächlich sind wir in unseren Kreativprozessen nicht nur so gesettled, sondern sowieso so ähnlich (und wo wir nicht ähnlich sind, inzwischen bestens synchronisiert), dass es noch nie der Schreibprozess war, der uns schlaflose Nächte gekostet hat. Der Aufbau einer Präsenz in den Sozialen Medien … unsere Ansprüche gemessen an den Skills, die wir uns noch aneignen müssen … nun ja, das ist ein anderes Thema.

Aber sei es Charakterdesign per Sprachi, sei es Plottingfrenzy über Erdbeerbowle und in Straßenbahnwagons, sei es das Hin und Herspielen verschiedener Sichten in den einzelnen Szenen oder auch die Glättungsprozesse, die darauffolgen – wir können nicht genug davon kriegen, man könnte es obsessiv nennen.

Oder wir nennen es, Hustle. Nennen es, Dream Chasing. Nennen es, Putting in the Work. Klingt dann besser.

 

Habt ihr eine Schreibroutine?
Wir schreiben neben Studium, neben Nebenjob, neben dem Pflegen von Beziehungen und dem Leben mit zwei Kleinkindern. Darin sind unsere größten Verbündeten die Prioritäten, unsere besten Freunde die Kompromisse und unsere ärgste Feinde Familienbesuche und Feiertage. Haha, just kidding. Sort of. Kinda. Maybe.

Work and Life Balance, ihr kennt das Problem. Wir arbeiten dran und das tun wir besonders gerne. Die ultimative Effizienz werden wir aber sowieso entwickeln, wenn Kira dann im Herbst übersiedelt und Bonn verlässt, um gemeinsam mit Ena Dresden unsicher zu machen. Wir hibbeln jetzt schon darauf hin und wir können versprechen, ihr werdet merken, wenn’s soweit ist!

 

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Trau dich. Probier dich aus. Gib dich mit Herz und Seele in deine Projekte. Verlieb dich in all deine Schreibfreunde – sie werden dir nicht nur das Handwerk beibringen, du wirst von ihnen auch so viel über das Leben lernen, dass dir manchmal der Kopf davon schwirrt. Lass sie weiterziehen, wenn eure gemeinsame Zeit vorüber ist, aber behalt das, was sie dir geschenkt haben, in wärmster Erinnerung. Schreib deine Projekte nicht zehn Mal neu. Lass sie stehen als das, was sie in jenem Moment waren, was sie in jenem Moment sein konnten, und wende dich neuen Geschichten zu.

Mach alles genauso, wie du’s sowieso machst, denn so wirst du unweigerlich bei dem Ladyboss landen, mit dem du jetzt durch Projekte fliegst, von denen du alleine nicht einmal geträumt hättest. All the roads that lead you there are winding, aber goddammit, sind sie es wert.

 

Wie ist es, gemeinsam ein Buch zu schreiben?
Es ist das eigentliche Highlight in allem. Wir nehmen an, dass es ein bisschen auf deinen Duo-Partner ankommt, das ist also kein Blanko-Schein, das alleinige Schreiben an den Nagel zu hängen und sich dem Nächst-Willigen an den Hals zu schreiben, aber stolpert man durch Zufall (oder kosmische Einwirkung, we see you, Universe!) über den Goldtopf am Ende des Regenbogens, so wie wir das getan haben, gibt es nichts Besseres.

Wir sind uns zumindest sicher, dass wir nicht mehr ins Solo-Schreiben zurückkehren wollen. Weil wir zu zweit besser sind. Mehr als ein Jahrzehnt des alleinigen Schreibens und das, was wirklich den Deckel wegsprengt, ist, wenn die Eine zur Anderen sagt: Ja, aber so leicht ist das nicht.

Und dann geht man zurück, und guckt genauer hin, und quatscht einander die Ohren ab, aber vor allem die Herzen voll.  Weil man dem, was man da ins Leben ruft, an Dämonen und an Abgründen und an Großartigkeiten, nicht allein gegenübersteht. Da, wo man bisher ungenügend war, ist jetzt eine andere Stimme, ein anderes Set an Fähigkeiten, an Stärken, an Blickwinkeln da und der restliche Hirnschmalz außerdem, der einem sonst fehlte, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sah. Und dann wird das Kino ganz, ganz groß.

Für das eigentliche Schreiben hilft es, wenn man für den Schreibstil des Anderen auf die Knie gehen würde. Für das eigentliche Schreiben hilft es, Zeit und Liebe in Szenenplanungen zu investieren, die sicherstellen, dass man in dieselbe Richtung schreibt, selbst wenn es vier Hände statt zweien sind, die über die Klaviatur fliegen und Worte in Melodien weben.

Aber das Wichtigste ist, in our humble opinion, bereit zu sein, sich vom Leben synchronisieren zu lassen. Das schickt Funken in die Welt, die zu Projekt-Waldfeuern auflodern – und diesen Rausch wünschen wir jedem mindestens einmal im Leben. ♥

 

Motivation

 

Habt ihr Vorbilder bzw. Menschen, die euch inspirieren und motivieren?
Okay, okay, wollt ihr die cheesy Antwort? Wir einander, immer, immer, immer. Und das ist noch nicht mal gelogen.

Aber selbstverständlich ist die Welt voll unglaublicher Menschen, die uns auf unserem Weg auf die ein oder andere Weise in diese Richtung gestoßen haben, die uns schließlich zusammen und an diesen Punkt geführt hat. Kira hat zum Beispiel frohlockt, als sie White Oleander von Janet Fitch gelesen hat, weil es alles erklärt, das man über Enas Schreibpräferenzen wissen muss. Und Ena weiß, ist Kira nicht an Softness gestorben, bringt das Gucken von koreanischen Talent/Survival Shows einen Inspirations-Boost mit sich, der nachts um vier Sprüche gebärt wie „Trainee Tage sind keine Idol Tage“ und nach denen wir seitdem leben.

Spannender ist aber, welchen Unterschied es gemacht hat, unser Gemeinsam aus dem stillen Kämmerchen zu holen und ins Licht eurer Aufmerksamkeit zu rücken. Die Liebe, die wir auf Twitter in die Welt brüllen und die uns von euch zurückschallt, ist unbezahlbar und tagtäglich Quelle unserer Motivation. Keep it up, people. ♥

 

Was sind eure Wünsche und Ziele für die Zukunft?
„Maybe … Grammies?“

Entschuldigt, hier einfach so Min Yoongi Quotes reinzuhauen, ist vielleicht etwas voreilig, aber dann auch wieder nicht: mit GRMY launchen wir ein Label, das sich der IDOL FICTION verschreibt. Und der Traum, die Vision in allem ist und war immer, dass sich damit eine Bühne öffnet, die nicht nur wir beide bespielen. Wir stehen bereits in Gesprächen mit ultratollen Leuten mit noch viel cooleren Projekten, die wir auf keinen Fall ziehen lassen können, weil sie uns nicht nur von den Füßen geholt, sondern durch und durch bereichert haben.

Denn die Wege, die wir bereiten, sind keine, auf denen uns andere folgen sollen – es sind immer Wege, die es gemeinsam zu bestreiten gilt. Gemeinsam mit den Charakteren, gemeinsam mit den Leser*innen, aber eben auch immer gemeinsam mit anderen Kreativseelen und -herzen. Wo wären wir ohne sie? Wo stünden wir ohne sie? Wie käme man jemals vom Fleck, ohne sie?

 

Was war euer schönster Autor*innen-Moment bisher?
Es müssen die Momente sein, wenn wir bemerken, dass die Charaktere angekommen sind. Manchmal bringen sie Dynamiken mit, die wir im ersten Moment noch nicht sehen konnten, aber kommen sie an, ist er ein weiteres Mal vollbracht, dieser kleine, aber feine Zaubertrick, der aus dem Nichts, was da war, ein Leben geschürft hat. Von da an muss sich die Magie nur noch entfalten, sich zwischen die Worte weben wie eine Melodie, die Leser*in, Charakter und Autorin nicht nur für die Dauer des Lesens miteinander verschmelzen lässt.

So wie wir kommen, um zu bleiben, tun das auch unsere Charaktere – und egal, durch welche Hölle wir sie schicken, am Ende gehen wir jeden Schritt davon gemeinsam.

 

Eine kleine Kostprobe..

Aus FLOWERBOY:

»Hab die Episoden auch gesehen. Zumindest die Youtube-Sachen«, beginnt er. »Das war sicherlich poliert, durch Schnitt nochmal alles inszeniert, aber …« Chan zuckt mit den Schultern. »Wieso nicht? Ich würde dich auch dabei haben wollen.«

Schnaubend hebt Kinam einen Fuß aufs Bett und schiebt ihn unter seinen Oberschenkel, die Dog Tags vergessen. »Bullshit. Wie viele Leute kennst du, denen Seoul eine zweite Chance zuwirft? Zero. Weil es keine zweiten Chancen gibt. Seoul hat keine zweiten Chancen nötig. Und erst recht nicht-«

»Warum ist es so abwegig, dass du in anderen etwas inspirierst?« Die ruhige Gelassenheit von Chans Worten nimmt Kinam den Wind aus den Segeln, und seine Augen verhaken sich in Kinams, lassen Braun mit Braun kollidieren, bis die Gewissheit Chans auch auf Kinam übergehen will.

 

»Dass du etwas bewegst; dass in deinem Spitten was freibricht, was andere nicht schaffen?«

»Darum geht es nicht, ich-«

»Nein. Hast Recht.« Chan faltet die Hände in seinem Schoß, ehe er sich aufrichtet und sich dann in der weichen Polsterung zurücklehnt, ohne Kinam auch nur eine Sekunde zu Atem kommen zu lassen. »Bei dir ging’s nie nur um den Rap, Rap war nur ein Outlet. Es war immer wichtiger, das, was da begraben liegt, an die Oberfläche zu reißen. Deshalb war dir niemand gewachsen. Du hast keine Behauptungen in den Raum gestellt. Wenn du auf diesen Bühnen standst, hast du Geschichten erzählt und das, was dabei rumkam, das war nie nur Musik-«

Mit dem Stolpern seines Herzens verengt Kinam die Augen. »Als käme es darauf an, das interessiert doch Seoul nicht, das-«

»… Fuck, Kinam«, schiebt Chan nach, und seine Stimme klingt so rau, sein Lachen so müde, aber sein Blick ist auch so gottverdammt warm und weicher, als noch Sekunden zuvor, weicher als Kinam ihn gesehen hat, seit er zurück ist. Weicher, als er für möglich gehalten hat, bei allem, was Chan gesehen haben muss, unweigerlich gesehen haben wird, weil Kinam seinen Bruder kennt.

»Wann checkst du endlich, dass da etwas ist, zwischen dem Universum und dir, das zurückgeschrien hat, in all den Nächten, in denen wir geschrieben, geredet und rumprobiert haben, bis jeder Verse eingeschlagen hat, wie er einschlagen sollte? In den Entscheidungen, die du getroffen hast, in den Entscheidungen, die wir getroffen haben«, Kinam erzittert unter der Intensität von Chans Blick, »haben wir was in den Nachthimmel geblasen, okay.«

 

Bullshit, will Kinam ihn unterbrechen. Lass die Esoterik-Kacke stecken. Aber das hier ist nicht Sehun, der beim Weed nicht aufgehört hat und jetzt mitten im Sprayen innehält, um Träume in die Welt zu schreien, die nichts als Hirngespinste gewesen sind.

Das hier ist Chan und als alle anderen nur das Problem in Kinam gesehen haben, ihn ungebremst in Konfrontationen rauschen ließen, befriedigt von der Bereitschaft Kinams für Provokationen jedweder Art, amüsiert von der Rastlosigkeit, die Kinam auf jede Herausforderung einsteigen ließ, … hat Chan das alles Mut genannt.

Hat sich die Zeit genommen, ihn anzusehen, sich die Mühe gemacht, hinzuhören – und Kinam hat alles daran gesetzt, seine Entdeckungen wahrwerden zu lassen.

 

»Kinam«, Chans Zunge legt sich auf eine Weise um seinen Namen, die Kinam zurück in die Gegenwart zerrt. »Es ist doch so – Entscheidungen treten Konsequenzen los und Konsequenzen kreieren Momentum. Und wenn du mir sagst, dass eine CEO Lady aus Seoul den Weg hierher auf sich genommen hat, um dir ein Angebot zu machen, klingt das nicht nach abstruser Scheiße für mich, sondern-«

»Sondern?« Die Gier bricht das Wort schneller aus Kinams Kehle frei, als er gucken kann.

Aber anstatt seine Ungeduld zu tadeln, brechen sich Chans Mundwinkel in ein Lächeln, das so schmerzlich selten geworden sein muss, dass mit jedem Herzschlag, den Chan noch in Schweigen hüllt, Tränen aus den verrohten Tiefen Kinams Seele emporsteigen.

»Ich würde es wieder tun, weißt du. Alles. Egal, was es am Ende bedeutet hat.«

 


Ena & Kira

 

 

Flowerboy, der 1. Teil der TRAPNEST-Reihe, wird im Sommer unter dem Label GRMY erscheinen.

Klappentext:

IST DEIN TRAUM GROSS GENUG, REICHT EINE CHANCE NICHT.

In Seoul reichen anderthalb Jahre, um vom Trainee zum Idol zu werden. Als Yoo Kinam jedoch kurz vor dem Debüt seiner Idolgroup aus der Hauptstadt zurückkehren muss, führen die Trümmer seines Traumes in eine Welt, die sich ohne ihn weitergedreht hat. Denn die Gang zu verlassen, ist ein Verbrechen. Aber die Gang zu verlassen, um Träume zu leben, ist unverzeihlich.

In seiner Abwesenheit geoutet und als verweichlicht verdammt ist er bereit, den Rap zu begraben und sich dem Schicksal seiner Herkunft hinzugeben. Immerhin meidet ihn seit seiner Rückkehr selbst Chan, der Einzige, der ihm einst half, sein Talent zu polieren. Doch als Kinam herausfindet, warum seine Nachrichten unbeantwortet bleiben, stehen die Zeichen auf Sturm. Denn in Daegu reichen anderthalb Jahre, um dich vom Producing Genie der hiesigen Undergroundszene in ein Ganggefüge zu reißen – und dein Schicksal ausweglos zu besiegeln.

Kinam weiß, dass die Gang ein zweites Mal zu verlassen Leben fordern wird. Aber sein Rap ist nicht nur Waffe, sondern auch Hoffnung, die grell genug flammen und ihnen einen letzten Weg zurück nach Seoul leuchten kann, brennt er diese Welt nur endgültig nieder.

Wie gut, dass Kinam bereit ist, über Leichen zu gehen, wenn es bedeutet, den Jungen zu retten, der ihm das Träumen beibrachte.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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