Schlagwort: wip

Era (Ena & Kira) #ProjektArbeitstitel

Era (Ena & Kira) #ProjektArbeitstitel

Era (Ena & Kira) #ProjektArbeitstitel

Es gibt kaum Autor*innen auf twitter, die mich so neugierig machen und gleichzeitig so motivieren, auch hart zu arbeiten und an meinen Träumen festzuhalten, wie die beiden Ladies heute: Era – das sind Ena und Kira – die als Duo an ihren Projekten arbeiten.

Hallihallo!

Wir sind Era, das heißt: wir sind natürlich Ena und Kira, aber das Verschmelzen hat längst begonnen – sei das im Stil, den wir nach dem Glätten nicht mehr auseinander halten können, sei das in den Gesten oder Ausdrücken, die wir uns in herrlichster Sprachi-Frenzy digital wie analog hin und herwerfen – da muss der Name nachziehen. Und es ist ein Name, der Programm sein möchte.

Wir sind nämlich zwar erst ein gutes halbes Jahr gemeinsam unterwegs, gucken aber auf eine jahrelange Freundschaft (und Zusammenarbeit!) zurück und in allem, was uns dieses Duo mit ins Leben gespült hat, alle Entscheidungen, die damit verbunden waren, die schlaflosen Nächte, die emotionalen Rollercoaster – sie haben uns immer wieder eines vor Augen geführt: dass wir gemeinsam besser sind und dass das hier a thing for life ist.

Pinkie Promise. Eheversprechen. Fingerherz.

Da wir gekommen sind, um zu bleiben – lasst uns doch mal sehen, ob ihr uns Gesellschaft leisten wollt. Wir haben von bester Erdbeerbowle über den morgendlichen Projekttalk-Kaffee und die Prinzenrollenkekse zum Trösten über Charakterherzschmerz schon alles bereitgestellt. Macht es euch also ruhig bequem.


Flowerboy und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzählt uns doch ein bisschen davon!
Starten werden wir mit unserem FLOWERBOY, dessen Punchline die Essenz der Geschichte so gut auf den Punkt bringt, dass wir gar nicht viel mehr Worte darüber verlieren wollen (und die, die uns doch unter den Fingerspitzen hindurch schlüpfen, findet ihr in glorreicher Manier auf unseren Twitterprofilen!): IST DEIN TRAUM GROSS GENUG, REICHT EINE CHANCE NICHT.

Wir kehren mit Yoo Kinam, einem achtzehnjährigen Rapper, in seine Heimatstadt zurück, nachdem sein Traum, in einer koreanischen Idolgroup debütieren zu dürfen, wie eine Seifenblase zerplatzt ist (vorausgesetzt die Seifenblase ist geplatzt, weil man ihr einen ordentlichen Kinnhaken verpasst hat). Das Problem ist nur: um diesen Traum zu leben, ist er vor anderthalb Jahren mit der Hilfe seines Freundes Chan der Gang entflohen, zu der seine Familie gehört. Seine Rückkehr bedeutet Schande – und das lassen sie ihn spüren. Aber vor allem lassen sie es auch Chan spüren, und das! Das kann Kinam nicht hinnehmen, nicht einfach so, nicht, wenn Chan doch der Junge ist, der ihm das Träumen erst beigebracht hat.

Damit bewegen wir uns in den Sphären einer COMING OF AGE Geschichte, auch wenn wir längst nicht mehr auf die Young Adult Audience abzielen, die wir ursprünglich mal im Sinn hatten. Testleserfeedback kann ja so erhellend sein, nicht wahr? SLICE OF LIFE mischt sich mit GANG AU – und leitet damit ein Genre ein, das wir erst noch etablieren wollen:

IDOL FICTION.

Romane, Kurzgeschichten, Serials allesamt um die koreanische Entertainment Branche angesiedelt. Von K-Pop habt ihr vielleicht schon gehört, und vielleicht sind euch die Musikvideos bislang zu bunt gewesen, vielleicht sind euch viele der Hits zu aufgeregt. Verstehen wir, ging uns am Anfang auch so, aber lüftet man erstmal den Vorhang, wirft man einen Blick hinter die Kulissen, lässt man sich ein auf diese Menschen, die an der Schwelle von Kindheit zu Jugendlichkeit entscheiden, dass sie ihr Leben ganz und gar ihrem Traum verschreiben wollen, findet man nicht nur Quelle um Quelle der Inspiration für das Verfolgen eigener Träume.

Man findet vor allem auch Schatztruhen voll menschlicher Abgründe, voll verrohter Menschlichkeit, die bei all den Restriktionen der Industry immer Outlets findet, um frei zu brechen, weil dort, wo das Licht am hellsten scheint, auch die längsten Schatten geworfen werden. Und wir wissen alle, was in diesen Schatten geschieht.

Falls ihr es noch nicht wisst, es aber erfahren wollt – hi, hello, annyeong. Be our guest, and put our service to the test. ♥

 

Wie schauen die Pläne für euer Projekt aus?
FLOWERBOY ist geschrieben! Hört ihr die Sektkorken noch knallen? Wenn nicht, stoßen wir auch gerne nochmal mit euch drauf an!

Dieser Tage trudelt das letzte Testleserfeedback ein und das heißt, wir starten in die heiße Phase der letzten Überarbeitung, internes Lektorat und Korrektorat, nebenbei: Buchsatz, nebenbei: grafische Aufbereitung. Nebenbei: Content Production Frenzy, damit #FLOWERBOY, wenn er schon kein gemachtes Nest bekommt, wenigstens auf eine mächtige (Rap) Crew in seinem Rücken zählen kann!

Wir sind also busy bis in die letzte Haarspitze, aber anders würden wir es auch nicht wollen. Und ganz ehrlich, anders können wir es nach diesem letzten halben Jahr auch gar nicht mehr!

 

Mögt ihr uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Nachdem wir mit FLOWERBOY die TRAPNEST-Romanreihe lostreten, die zwar alles nur nicht seicht ist, aber in den üblichen Konzepten abläuft, die wir alle aus unserem Bücherregal gewöhnt sind, hüpfen wir mit dem nächsten Projekt auf Metaebenen, die am Ende nicht nur uns quietschen lassen werden, versprochen!

Noch kennt ihr sie vielleicht nicht, die koreanischen Dramen, aber ihre Dramaturgie toppt alles, was wir von gängigen Branchen wie Hollywood und Bestseller-Listen angeboten bekommen haben. Ihr Charakterdesign, ihr Storytelling ist uns stetig Inspiration und in allem Vorbild wie Maßstab. Wie könnten wir euch da mit BLANKSCHATTEN nicht in ein New Adult goes Adult Fiction Serial entführen? Es kann ohne Frage alleinstehend gelesen werden, aber seit unserer Entscheidung für ERA und gegen die üblichen Veröffentlichungskanäle ist es wunderbar in dasselbe Universum gebettet, das wir euch auch schon mit FLOWERBOY vorstellen. Heißt: Augen aufhalten, wer euch da womöglich wiederbegegnet! Heißt vor allem aber auch: Zeit für Entwicklung, Zeit für die Zwischentöne, Zeit für die Graunuancen. Zeit für die Menschlichkeit. (Na, habt ihr unser Theme schon erkannt?)

 

Schreiballtag

 

Was ist eure größte Herausforderung im Schreibprozess?
Was soll ich sagen? Man beachte den Gebrauch von ALL CAPS und seufze zufrieden ein ›quod erat demonstrandum‹. Nein, tatsächlich sind wir in unseren Kreativprozessen nicht nur so gesettled, sondern sowieso so ähnlich (und wo wir nicht ähnlich sind, inzwischen bestens synchronisiert), dass es noch nie der Schreibprozess war, der uns schlaflose Nächte gekostet hat. Der Aufbau einer Präsenz in den Sozialen Medien … unsere Ansprüche gemessen an den Skills, die wir uns noch aneignen müssen … nun ja, das ist ein anderes Thema.

Aber sei es Charakterdesign per Sprachi, sei es Plottingfrenzy über Erdbeerbowle und in Straßenbahnwagons, sei es das Hin und Herspielen verschiedener Sichten in den einzelnen Szenen oder auch die Glättungsprozesse, die darauffolgen – wir können nicht genug davon kriegen, man könnte es obsessiv nennen.

Oder wir nennen es, Hustle. Nennen es, Dream Chasing. Nennen es, Putting in the Work. Klingt dann besser.

 

Habt ihr eine Schreibroutine?
Wir schreiben neben Studium, neben Nebenjob, neben dem Pflegen von Beziehungen und dem Leben mit zwei Kleinkindern. Darin sind unsere größten Verbündeten die Prioritäten, unsere besten Freunde die Kompromisse und unsere ärgste Feinde Familienbesuche und Feiertage. Haha, just kidding. Sort of. Kinda. Maybe.

Work and Life Balance, ihr kennt das Problem. Wir arbeiten dran und das tun wir besonders gerne. Die ultimative Effizienz werden wir aber sowieso entwickeln, wenn Kira dann im Herbst übersiedelt und Bonn verlässt, um gemeinsam mit Ena Dresden unsicher zu machen. Wir hibbeln jetzt schon darauf hin und wir können versprechen, ihr werdet merken, wenn’s soweit ist!

 

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Trau dich. Probier dich aus. Gib dich mit Herz und Seele in deine Projekte. Verlieb dich in all deine Schreibfreunde – sie werden dir nicht nur das Handwerk beibringen, du wirst von ihnen auch so viel über das Leben lernen, dass dir manchmal der Kopf davon schwirrt. Lass sie weiterziehen, wenn eure gemeinsame Zeit vorüber ist, aber behalt das, was sie dir geschenkt haben, in wärmster Erinnerung. Schreib deine Projekte nicht zehn Mal neu. Lass sie stehen als das, was sie in jenem Moment waren, was sie in jenem Moment sein konnten, und wende dich neuen Geschichten zu.

Mach alles genauso, wie du’s sowieso machst, denn so wirst du unweigerlich bei dem Ladyboss landen, mit dem du jetzt durch Projekte fliegst, von denen du alleine nicht einmal geträumt hättest. All the roads that lead you there are winding, aber goddammit, sind sie es wert.

 

Wie ist es, gemeinsam ein Buch zu schreiben?
Es ist das eigentliche Highlight in allem. Wir nehmen an, dass es ein bisschen auf deinen Duo-Partner ankommt, das ist also kein Blanko-Schein, das alleinige Schreiben an den Nagel zu hängen und sich dem Nächst-Willigen an den Hals zu schreiben, aber stolpert man durch Zufall (oder kosmische Einwirkung, we see you, Universe!) über den Goldtopf am Ende des Regenbogens, so wie wir das getan haben, gibt es nichts Besseres.

Wir sind uns zumindest sicher, dass wir nicht mehr ins Solo-Schreiben zurückkehren wollen. Weil wir zu zweit besser sind. Mehr als ein Jahrzehnt des alleinigen Schreibens und das, was wirklich den Deckel wegsprengt, ist, wenn die Eine zur Anderen sagt: Ja, aber so leicht ist das nicht.

Und dann geht man zurück, und guckt genauer hin, und quatscht einander die Ohren ab, aber vor allem die Herzen voll.  Weil man dem, was man da ins Leben ruft, an Dämonen und an Abgründen und an Großartigkeiten, nicht allein gegenübersteht. Da, wo man bisher ungenügend war, ist jetzt eine andere Stimme, ein anderes Set an Fähigkeiten, an Stärken, an Blickwinkeln da und der restliche Hirnschmalz außerdem, der einem sonst fehlte, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sah. Und dann wird das Kino ganz, ganz groß.

Für das eigentliche Schreiben hilft es, wenn man für den Schreibstil des Anderen auf die Knie gehen würde. Für das eigentliche Schreiben hilft es, Zeit und Liebe in Szenenplanungen zu investieren, die sicherstellen, dass man in dieselbe Richtung schreibt, selbst wenn es vier Hände statt zweien sind, die über die Klaviatur fliegen und Worte in Melodien weben.

Aber das Wichtigste ist, in our humble opinion, bereit zu sein, sich vom Leben synchronisieren zu lassen. Das schickt Funken in die Welt, die zu Projekt-Waldfeuern auflodern – und diesen Rausch wünschen wir jedem mindestens einmal im Leben. ♥

 

Motivation

 

Habt ihr Vorbilder bzw. Menschen, die euch inspirieren und motivieren?
Okay, okay, wollt ihr die cheesy Antwort? Wir einander, immer, immer, immer. Und das ist noch nicht mal gelogen.

Aber selbstverständlich ist die Welt voll unglaublicher Menschen, die uns auf unserem Weg auf die ein oder andere Weise in diese Richtung gestoßen haben, die uns schließlich zusammen und an diesen Punkt geführt hat. Kira hat zum Beispiel frohlockt, als sie White Oleander von Janet Fitch gelesen hat, weil es alles erklärt, das man über Enas Schreibpräferenzen wissen muss. Und Ena weiß, ist Kira nicht an Softness gestorben, bringt das Gucken von koreanischen Talent/Survival Shows einen Inspirations-Boost mit sich, der nachts um vier Sprüche gebärt wie „Trainee Tage sind keine Idol Tage“ und nach denen wir seitdem leben.

Spannender ist aber, welchen Unterschied es gemacht hat, unser Gemeinsam aus dem stillen Kämmerchen zu holen und ins Licht eurer Aufmerksamkeit zu rücken. Die Liebe, die wir auf Twitter in die Welt brüllen und die uns von euch zurückschallt, ist unbezahlbar und tagtäglich Quelle unserer Motivation. Keep it up, people. ♥

 

Was sind eure Wünsche und Ziele für die Zukunft?
„Maybe … Grammies?“

Entschuldigt, hier einfach so Min Yoongi Quotes reinzuhauen, ist vielleicht etwas voreilig, aber dann auch wieder nicht: mit GRMY launchen wir ein Label, das sich der IDOL FICTION verschreibt. Und der Traum, die Vision in allem ist und war immer, dass sich damit eine Bühne öffnet, die nicht nur wir beide bespielen. Wir stehen bereits in Gesprächen mit ultratollen Leuten mit noch viel cooleren Projekten, die wir auf keinen Fall ziehen lassen können, weil sie uns nicht nur von den Füßen geholt, sondern durch und durch bereichert haben.

Denn die Wege, die wir bereiten, sind keine, auf denen uns andere folgen sollen – es sind immer Wege, die es gemeinsam zu bestreiten gilt. Gemeinsam mit den Charakteren, gemeinsam mit den Leser*innen, aber eben auch immer gemeinsam mit anderen Kreativseelen und -herzen. Wo wären wir ohne sie? Wo stünden wir ohne sie? Wie käme man jemals vom Fleck, ohne sie?

 

Was war euer schönster Autor*innen-Moment bisher?
Es müssen die Momente sein, wenn wir bemerken, dass die Charaktere angekommen sind. Manchmal bringen sie Dynamiken mit, die wir im ersten Moment noch nicht sehen konnten, aber kommen sie an, ist er ein weiteres Mal vollbracht, dieser kleine, aber feine Zaubertrick, der aus dem Nichts, was da war, ein Leben geschürft hat. Von da an muss sich die Magie nur noch entfalten, sich zwischen die Worte weben wie eine Melodie, die Leser*in, Charakter und Autorin nicht nur für die Dauer des Lesens miteinander verschmelzen lässt.

So wie wir kommen, um zu bleiben, tun das auch unsere Charaktere – und egal, durch welche Hölle wir sie schicken, am Ende gehen wir jeden Schritt davon gemeinsam.

 

Eine kleine Kostprobe..

Aus FLOWERBOY:

»Hab die Episoden auch gesehen. Zumindest die Youtube-Sachen«, beginnt er. »Das war sicherlich poliert, durch Schnitt nochmal alles inszeniert, aber …« Chan zuckt mit den Schultern. »Wieso nicht? Ich würde dich auch dabei haben wollen.«

Schnaubend hebt Kinam einen Fuß aufs Bett und schiebt ihn unter seinen Oberschenkel, die Dog Tags vergessen. »Bullshit. Wie viele Leute kennst du, denen Seoul eine zweite Chance zuwirft? Zero. Weil es keine zweiten Chancen gibt. Seoul hat keine zweiten Chancen nötig. Und erst recht nicht-«

»Warum ist es so abwegig, dass du in anderen etwas inspirierst?« Die ruhige Gelassenheit von Chans Worten nimmt Kinam den Wind aus den Segeln, und seine Augen verhaken sich in Kinams, lassen Braun mit Braun kollidieren, bis die Gewissheit Chans auch auf Kinam übergehen will.

 

»Dass du etwas bewegst; dass in deinem Spitten was freibricht, was andere nicht schaffen?«

»Darum geht es nicht, ich-«

»Nein. Hast Recht.« Chan faltet die Hände in seinem Schoß, ehe er sich aufrichtet und sich dann in der weichen Polsterung zurücklehnt, ohne Kinam auch nur eine Sekunde zu Atem kommen zu lassen. »Bei dir ging’s nie nur um den Rap, Rap war nur ein Outlet. Es war immer wichtiger, das, was da begraben liegt, an die Oberfläche zu reißen. Deshalb war dir niemand gewachsen. Du hast keine Behauptungen in den Raum gestellt. Wenn du auf diesen Bühnen standst, hast du Geschichten erzählt und das, was dabei rumkam, das war nie nur Musik-«

Mit dem Stolpern seines Herzens verengt Kinam die Augen. »Als käme es darauf an, das interessiert doch Seoul nicht, das-«

»… Fuck, Kinam«, schiebt Chan nach, und seine Stimme klingt so rau, sein Lachen so müde, aber sein Blick ist auch so gottverdammt warm und weicher, als noch Sekunden zuvor, weicher als Kinam ihn gesehen hat, seit er zurück ist. Weicher, als er für möglich gehalten hat, bei allem, was Chan gesehen haben muss, unweigerlich gesehen haben wird, weil Kinam seinen Bruder kennt.

»Wann checkst du endlich, dass da etwas ist, zwischen dem Universum und dir, das zurückgeschrien hat, in all den Nächten, in denen wir geschrieben, geredet und rumprobiert haben, bis jeder Verse eingeschlagen hat, wie er einschlagen sollte? In den Entscheidungen, die du getroffen hast, in den Entscheidungen, die wir getroffen haben«, Kinam erzittert unter der Intensität von Chans Blick, »haben wir was in den Nachthimmel geblasen, okay.«

 

Bullshit, will Kinam ihn unterbrechen. Lass die Esoterik-Kacke stecken. Aber das hier ist nicht Sehun, der beim Weed nicht aufgehört hat und jetzt mitten im Sprayen innehält, um Träume in die Welt zu schreien, die nichts als Hirngespinste gewesen sind.

Das hier ist Chan und als alle anderen nur das Problem in Kinam gesehen haben, ihn ungebremst in Konfrontationen rauschen ließen, befriedigt von der Bereitschaft Kinams für Provokationen jedweder Art, amüsiert von der Rastlosigkeit, die Kinam auf jede Herausforderung einsteigen ließ, … hat Chan das alles Mut genannt.

Hat sich die Zeit genommen, ihn anzusehen, sich die Mühe gemacht, hinzuhören – und Kinam hat alles daran gesetzt, seine Entdeckungen wahrwerden zu lassen.

 

»Kinam«, Chans Zunge legt sich auf eine Weise um seinen Namen, die Kinam zurück in die Gegenwart zerrt. »Es ist doch so – Entscheidungen treten Konsequenzen los und Konsequenzen kreieren Momentum. Und wenn du mir sagst, dass eine CEO Lady aus Seoul den Weg hierher auf sich genommen hat, um dir ein Angebot zu machen, klingt das nicht nach abstruser Scheiße für mich, sondern-«

»Sondern?« Die Gier bricht das Wort schneller aus Kinams Kehle frei, als er gucken kann.

Aber anstatt seine Ungeduld zu tadeln, brechen sich Chans Mundwinkel in ein Lächeln, das so schmerzlich selten geworden sein muss, dass mit jedem Herzschlag, den Chan noch in Schweigen hüllt, Tränen aus den verrohten Tiefen Kinams Seele emporsteigen.

»Ich würde es wieder tun, weißt du. Alles. Egal, was es am Ende bedeutet hat.«

 


Ena & Kira

 

 

Flowerboy, der 1. Teil der TRAPNEST-Reihe, wird im Sommer unter dem Label GRMY erscheinen.

Klappentext:

IST DEIN TRAUM GROSS GENUG, REICHT EINE CHANCE NICHT.

In Seoul reichen anderthalb Jahre, um vom Trainee zum Idol zu werden. Als Yoo Kinam jedoch kurz vor dem Debüt seiner Idolgroup aus der Hauptstadt zurückkehren muss, führen die Trümmer seines Traumes in eine Welt, die sich ohne ihn weitergedreht hat. Denn die Gang zu verlassen, ist ein Verbrechen. Aber die Gang zu verlassen, um Träume zu leben, ist unverzeihlich.

In seiner Abwesenheit geoutet und als verweichlicht verdammt ist er bereit, den Rap zu begraben und sich dem Schicksal seiner Herkunft hinzugeben. Immerhin meidet ihn seit seiner Rückkehr selbst Chan, der Einzige, der ihm einst half, sein Talent zu polieren. Doch als Kinam herausfindet, warum seine Nachrichten unbeantwortet bleiben, stehen die Zeichen auf Sturm. Denn in Daegu reichen anderthalb Jahre, um dich vom Producing Genie der hiesigen Undergroundszene in ein Ganggefüge zu reißen – und dein Schicksal ausweglos zu besiegeln.

Kinam weiß, dass die Gang ein zweites Mal zu verlassen Leben fordern wird. Aber sein Rap ist nicht nur Waffe, sondern auch Hoffnung, die grell genug flammen und ihnen einen letzten Weg zurück nach Seoul leuchten kann, brennt er diese Welt nur endgültig nieder.

Wie gut, dass Kinam bereit ist, über Leichen zu gehen, wenn es bedeutet, den Jungen zu retten, der ihm das Träumen beibrachte.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Julia von Rein-Hrubesch #ProjektArbeitstitel

Julia von Rein-Hrubesch #ProjektArbeitstitel

Julia von Rein-Hrubesch #ProjektArbeitstitel

Heute habe ich eine Autorin, die auf meinem Blog schon das ein oder andere Mal aufgetaucht ist. Sie ist einer meiner liebsten Buchmenschen überhaupt: Julia von Rein-Hrubesch! Ihre Bücher „Dein Paradies wächst“ und „Das Flüstern der Pappeln“ habe ich auch bereits rezensiert.

Hallo! Mein Name ist Julia. Die Frage „Wer bist du“ amüsiert mich, obwohl sie eigentlich eine sehr schwierige Frage ist. Man ist gezwungen, über sich nachzudenken und das, was man gefunden hat, auf einen Punkt zu bringen. Ich versuche das mal: Ich bin ein Mensch voller Emotionen, Kreativität und Liebe.

Angefangen zu schreiben … hm. Ich erinnere mich an Aufsätze, an denen ich die größte Freude hatte, während meine Mitschüler darüber stöhnten. Ich sollte mal eine Beschreibung eines Ölgemäldes als Hausarbeit machen, die die Lehrerin nicht benoten wollte, weil sie nicht glaubte, dass sie von mir sei. Ein Buch habe ich mit 11 Jahren angefangen zu schreiben, aber da habe ich nur den Anfang geschafft, das schien mir viel zu anstrengend. Erst mit Zwanzig habe ich das wieder aufgenommen und dann dafür gebrannt. Seitdem empfinde ich das Schreiben tatsächlich als meine Berufung. Ich habe mehrere Romane und Kurzgeschichten im Selfpublishing veröffentlicht.

 

Fallendes Wasser und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Zurzeit schreibe ich an „Fallendes Wasser“, eine Geschichte, in der eine junge Frau als Ferienjob in einem verlassenen Anwesen arbeitet, da dies verkauft werden soll. Als dort Türen schlagen und seltsame Dinge geschehen, ist sie wie besessen davon, herauszufinden, was in diesem Haus passiert ist. Sie ist sich sicher, dass das Anwesen und die Geister, die es bewohnen, ihr etwas mitteilen wollen. Mir gefällt der Gedanke, dass die Frau sich nicht fürchtet, wie es uns gern in diesen Geschichten erzählt wird. Sie ist neugierig und auch ein bisschen naiv, und sie bekommt Hilfe von einer sehr interessanten Figur, deren Persönlichkeit für mich eine Herausforderung ist.

Dann gibt es noch „Monster“, die Erzählung von Lise, die jeden Abend Kekse unter ihr Bett stellt. Eines Tages verschwindet der Großvater ihres besten Freundes, und sie ist sicher, dass er sich in der Welt der Monster aufhält. Diese Geschichte liegt in den letzten Zügen, sie ist bald fertig.

Und dann freue ich mich auf Hennie, eine meiner liebsten Figuren. „Das Flüstern der Pappeln“ ist mein beliebtestes und bestverkauftes Buch, was lustig ist, da ich Hennie anfangs überhaupt nicht mochte und dachte, dass es dem Leser genauso geht. Auch ist es das einzige Buch, das ich nicht an einen Verlag schickte, sondern gleich selbst herausbrachte. „Im Rauschen der Weiden“ ist die Fortsetzung von „Das Flüstern der Pappeln“. Ein Mammutprojekt, da ich den ersten Teil noch immer für mein bestes Werk halte. Es ist dicht und bringt alles auf den Punkt ohne Schmuck. Hach.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Ich schreibe zu jedem Projekt ein Exposé. Das mache ich sehr gern, es hilft vor allem zu sehen, ob man das, was man sagen will, auch tut. Wie ein Filter oder ein Trichter. Ich nenne es auch Bericht schreiben. Genauso wie ein Klappentext. Beides entsteht bei mir parallel zur Geschichte, ich empfinde es als Hilfsmittel. Ist das Exposé irgendwann final, schicke ich es zu Verlagen. Bisher habe ich das nicht immer gemacht, doch für die Zukunft ist das mein Plan.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ähm, da bräuchte ich viel Platz. Ich bin ein Ideen-Monster. Ich habe einen ganzen Ordner voll von Entwürfen, die ich alle ganz hervorragend finde. Ich denke, nach den genannten Projekten widme ich mich der Fantasy, da habe ich was in Planung. Das ist allerdings so riesig, dass ich mich ein wenig fürchte. Ich brenne schnell, doch das Feuer stets zu halten, ist dann schwierig.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Es dauert. Man muss geduldig sein. Das ist schwer für mich. Ich will mich immer gleich ins nächste Projekt stürzen, da bin ich extrem lustgesteuert. Und: Setze auf Profis! Ich habe Lektorat, Satz und Cover machen lassen. Das find ich unheimlich wichtig, und das Ergebnis war so … extrem befriedigend. Es gibt nichts anderes mehr für mich.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Ich schreibe anders. Das Handwerk hat sich geändert. Weiterentwickelt. Ich möchte sagen, dass ich immer besser werde, was ja auch wichtig ist. Das Schreiben lernt man immer weiter, da ist man nie fertig. Ich schreibe langsamer, dafür sorgfältiger. Früher schrieb ich wie besessen und sortierte dann aus. Jetzt prüfe ich jeden Satz mehrmals auf seine Daseinsberechtigung, bevor ich ihn aufschreibe. Das ist anstrengender. Doch ich bin sehr zufrieden damit.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Oh, das ist einfach: Kontinuierliches Arbeiten und Marketing. Letzteres bekomme ich einfach nicht hin, ich weiß nicht, ob man dafür ein bestimmter Typ sein muss. Das kontinuierliche Arbeiten ist ein Prozess, an dem ich arbeiten kann, ich trainiere immer und immer wieder. Doch Vermarkten nicht. Das ist auch einer der Gründe, warum ich vermehrt Exposés verschicken werde.

Hast du eine Schreibroutine?
Diese Frage ist schon schwieriger zu beantworten. Das letzte Jahr habe ich damit verbracht, eine gute Routine zu finden. Überhaupt eine. Früher habe ich geschrieben, egal wie laut oder chaotisch es war. Ich erinnere mich an wuselnde Kinder und Lärm, und ich habe eine ganze Fantasy Reihe geschrieben. Heute kann ich das nicht mehr. Ich brauche Ruhe und Ordnung. Mann, klingt öde, oder? Und ich brauche einen ganzen Tag, um den Kopf frei zu kriegen. Ab September habe ich einen festen Schreibtag in der Woche. Ich bin sehr gespannt!

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Mach weiter. Schreib mehr Bewerbungen. Mehr. Mehr. Mehr.

Wie ist es, gemeinsam mit anderen ein Buch zu schreiben?
Es ist toll! Als würden sich ständig Türen öffnen, die man vorher nicht sah. Die man sich nicht mal vorstellen konnte. Zusammen schreiben bereichert und bringt Wissen. Schwierig ist, wenn man eine gewisse Vorstellung vom Text oder der Figuren hat und der Co-Autor es dann anders macht. Da muss man flexibel sein und nicht steif. Auch das kann ein Lernprozess sein.

 

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Leser*innen! Wenn ich eine begeisterte Leserstimme höre, springe ich gleich auf und schreibe. Ich glaube, es wird unterschätzt, was begeistertes Lesen mit uns Autoren macht. Vor allem Hennie aus „Das Flüstern der Pappeln“ hat mich fasziniert, das tut sie noch immer. Mir erzählen Leser*innen, wie sehr sie sich mit ihr identifizieren können. Das macht mich so selig.

Autor*innen! Autor*innen, die sich gegenseitig interviewen zum Beispiel. Zusammen zu schreiben, zusammen zu planen, ist unheimlich motivierend. Gegenseitig Werke analysieren. Vor allem Magret Kindermann, Nika Sachs und Vanessa Glau möchte ich hier nennen. Sie sind meine Motivationsriege.

Echte Menschen! Ihr Leben, ihre Ansichten, ihr Handeln.

Menschen, die Kunst machen! Musik! Ich habe unzählige Kurzgeschichten, die ich nach Songs geschrieben habe, vor allem nach Wintersleep. Und ich hab einen ganzen Roman nach „Deep below the earth“ von Matthew and the atlas geschrieben. Kunst allgemein, dahinter stecken ja auch Menschen. Esther Wagner zum Beispiel, ihre Bilder erzählen Geschichten, die man sofort aufschreiben möchte. Caspar David Friedrich malt ganze Universen voller Geschichten. Mich fasziniert oft die Atmosphäre, sie ist pure Inspiration. Reisen ist ebenfalls inspirierend, sagt ja jeder, aber das ist nun mal so ;).

Vorbilder habe ich nicht wirklich. Ich bin großer Fan von King, weil er Bilder im Kopf malt wie kein zweiter. Und weil er Dialoge kann. Ich bewundere jeden Autor, der Dialoge schreibt, die man einfach so überfliegt, ohne zu stolpern. Das ist sehr schwer. Zurzeit lese ich „Geisternächte“ von André Mumot, da sind Dialoge drin, die ich mehrmals lese, weil sie vom Handwerk so gut sind. Man kann also sagen, ich habe auch „aktuelle Vorbilder“. Und ich bin großer Hesse Fan, weil ich mich von seinen Texten verstanden fühle. Matt Ruff finde ich großartig, und Joselyne Saucier. Sie zählen auch als Vorbilder.

Bäume sind zwar keine Menschen, doch die muss ich unbedingt nennen. Die Natur, die Erde, auf der wir leben, sind oft große Inspiration für mich.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mach weiter. Schreib mehr Bewerbungen. Mehr. Mehr. Mehr.“ – Das! Vor allem will ich das mit dem festen Schreibtag hinkriegen. Organisatorisch habe ich das bereits. Nun müssen Disziplin und Kontinuität folgen. Und ich will damit glücklich sein.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Mir hat mal eine Leserin auf der Straße hinterhergerufen, was für ein wundervolles Buch „Das Flüstern der Pappeln“ doch sei. Noch heute kommt mir dieser Moment unwirklich vor, eine Begebenheit, die man sich wünscht, und wenn sie dann eintrifft, kann man es kaum glauben. Und ich habe eine Mail von einem Verlag bekommen, eines meiner Projekte betreffend. Mehr kann ich da noch nicht verraten. Das war natürlich auch ein wahnsinnig aufregend Gefühl!

 

Eine kleine Kostprobe…

Sehr gern! „Fallendes Wasser“, (Psycho)Thriller + Entwicklungsroman

Es wurde viel zu schnell dunkel.  Madeleine trug den Tee und die Gebäckstücke, die sie in der Speisekammer gefunden hatte, auf einem Tablett in das Gärtnerhaus. Ihre Laptoptasche hängte sie um.

Edda nannte es Gästehaus, doch der andere Name gefiel Madeleine besser. Sie mochte die Vorstellung, in dem Häuschen zu wohnen, in dem einst der Gärtner von Fallendes Wasser gelebt hatte, auch wenn das einige Jahre zurücklag. Und sie war gespannt auf die Dame, die sich um die Rosen kümmerte. Vor ihrem inneren Auge tat sich ein Bild auf, wie sie zusammen im Pavillon saßen und Kaffee tranken und von Fallendes Wasser schwärmten. Wie sie wohl aussehen mochte, die Gärtnerin? Sicher trug sie einen geflochtenen Hut mit breiter Krempe und einem Band darum.

Das Gärtnerhaus stand schräg hinter dem Hauptgebäude. Es zeigte sich umringt von Birken und Sträuchern, doch nicht versteckt. Weiter hinten befanden sich Stall und Scheune, auf der anderen Seite der kleine See.

Madeleine seufzte, als sie den passenden Schlüssel suchte. Dies war ein Traum. Wie konnte man diesen Ort freiwillig verlassen? Sie wusste nicht, wo die Stampsons jetzt lebten. Überhaupt hatte sie keine Informationen über den Fortgang der Familie. Bei der Recherche hatte sie nur Zeitungsartikel über Pferderennen gefunden. Die Stampsons waren passionierte Reiter gewesen. Sicher haben sie sich zerstritten, dachte Madeleine. Und dann sind sie fortgegangen, weil sie sich nicht einigen konnten, wer Fallendes Wasser bekommt. Das, oder es spukt.


Julia von Rein-Hrubesch

 

Einen Buchtrailer zu „Das Flüstern der Pappeln“ gibt es hier:

Ihre bisherigen Veröffentlichungen:
  • Das Flüstern der Pappeln, auf amazon* kaufen
  • Dein Paradies wächst, auf amazon* kaufen

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Eine wahnsinnig talentierte Autorin, deren einzigartige Entwicklungsromane um ihre liebenswert angeknacksten Figuren Lukas, Inga und Silas viel mehr Aufmerksamkeit verdienen. Meine Rezension zu Schneepoet findet ihr auch hier auf dem Blog. Nika Sachs hat außerdem bereits einige Erfahrungen gesammelt, an denen sie uns heute hier teilhaben lässt.

Ich bin Nika, irgendwas knapp über 30 und Geschichtenverrückt, seit ich denken kann.

Mein erstes Buch habe ich geschrieben als ich vierzehn war. Leider fiel es einem PC-kurzschluss zum Opfer. Damals war kam mir der Gedanke noch nicht, dass ich meine Texte regelmäßig extern speichere. Nach langer Pause über mehrere Jahre begann ich mit Anfang Zwanzig wieder mit dem Schreiben und stellte 2015 mein Debut „Namenlos“ fertig. Danach war es um mich geschehen und ich schrieb in drei Jahren vier weitere Bücher. Leider ist am Ende der Zeit immer noch so viel Idee übrig.

Nach dem Buch ist vor dem Buch.

 

Schneepoet und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Derzeit schreibe ich am fünften Band der Reihe über meinen Protagonisten Luc und seine Familie. Da er bereits den fertigen Titel hat, kann ich noch nicht so viel verraten. Allerdings laufen meine Bücher gedanklich jederzeit als „Textbaustelle“ in meinem Hirn. Hin und wieder arbeite ich zwischendurch außerdem an einem Jugendbuch, das phantastische Elemente hat. Dieses Projekt hat in der Tat bisher keinen Arbeitstitel. Meine Projekte wachsen aus Alltagsgründen derzeit viel langsamer als bisher, aber nicht mit weniger Freude und Ideen. Eben nur ein bisschen mehr durch die Grauzone Leben ausgebremst als sonst.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Am liebsten würde ich bis Ende des Jahres mit dem aktuellen Luc veröffentlichen. Aber ich mag mir auch genauso viel Raum für seine aktuelle Lebensphase lassen, die mir nach den letzten drei Bänden Familienchaos sehr am Herzen liegt. Meine Protagonisten verändern sich und ich mich mit ihnen. Das erfordert immer neue Herangehensweisen beim Schreiben.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Tatsächlich habe ich über zehn angefangene Manuskripte im Bereich Jugendbuch bzw. Roman und Novelle. Und daneben habe ich noch ein paar weitere Ideen, die alle nach und nach reifen und sich in einen möglichen Weiterführungsprozess einreihen. Wahrscheinlich haben meine Projekte alle ein bisschen Melancholie, Philosophie und Faszination Alltagsmagie gemeinsam, da bleibe ich mir treu.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Dass mir ein Vertrag bei einem konventionellen Verlag nichts bedeutet, wenn ich nicht ich bleiben kann.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Ich schreibe routinierter in Bezug auf Technik des Schreibens und die Sprache der Protagonist*innen und befasse mich eigentlich direkt nur noch mit ihren Gedanken und Entwicklungen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Der Anspruch an mich selbst. Ich will es immer und immer wieder selbst lesen können ohne mich daran zu stören. Dabei geht es mir weniger um die genaue Wortwahl, etwaige Fehler im Sprachbild oder offene Fragen, ob eine andere Option an dieser oder jener Stelle besser gewesen wäre. Ich versuche immer das Bild eines Gefühls wiederbringbar mit Worten zu „zeichnen“. Wenn ich das Gefühl, das ich beim Schreiben hatte, beim Lesen immer wieder habe, bin ich glücklich. Da ich meine Bücher bisher selbst verlege und überwiegend selbst gestalte bzw. entwerfe, bin ich unabhängig. Werbung mache ich kaum, dafür fehlt mir die Zeit. Ich hoffe immer, dass meine Geschichten gefallen und sich, wenn auch langsam, durch die Leser in der Welt verteilen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe entweder, wenn ich Zeit und den unausweichlichen Drang dazu habe oder wenn ich eine grobe Idee habe und in naher Zukunft einen freien Abend dazu habe. Am besten schreibe ich abends bis spät in die Nacht oder vormittags. Da ich studiere und zudem in einem Angestelltenverhältnis arbeite, bin ich derzeit nicht so flexibel wie bei den Büchern, die ich bisher veröffentlicht habe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Noch weniger Erwartungen an Wirtschaftlichkeit der Kreativität zu stellen, dafür aber an die Qualität der Arbeit. Man kann es niemals allen recht machen und schreiben um gezielt damit zu verdienen finde ich sehr restriktiv für die Kreativität.

Wie ist es, gemeinsam mit anderen ein Buch zu schreiben?
Für den aktuell veröffentlichten Band „Abseitsliebe“ durfte ich ein ganzes Kapitel gemeinsam mit Nicole Neubauer schreiben und mir ihren Protagonisten Hannes Brandl „ausleihen“, der auf Luc trifft. Nicole ist meiner Meinung nach eine fabelhafte Krimiautorin und gegen meine Befürchtung hat das super geklappt, dass wir beim gemeinsamen Schreiben (an zwei Laptops im gleichen Raum) auch den jeweils fremden Protagonisten übernommen haben. Ich habe definitiv Lust, noch einmal ein gemeinsames Autorenprojekt anzugehen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren viele Menschen, weil sie ein Netz aus Erkenntnissen, Strukturen und Konzepten in sich tragen. Aber einige haben mir so viel Anerkennung für meine Arbeit zukommen lassen, dass mich das schon sehr motiviert, weiterzuschreiben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Den ersten Teil von Lucs Tagebüchern als Kunstprojekt zu verfilmen. Und vielleicht noch ein paar Leser mehr, denen meine Bücher Türen zu sich selbst öffnen oder ihnen einen anderen Blickwinkel ermöglichen, um andere besser zu verstehen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Dass ich Leser*innen habe, die meine Geschichten auch im realen Leben mit sich weiterführen wollen.

 

Eine kleine Kostprobe…

Diese Szene entstammt aus dem fünften Buch um Lukas, Inga, Silas und Véro, welches sich noch in Arbeit befindet.

Das war das hässlichste Geräusch seit Langem. Dabei hat der Tag vorhin so vielversprechend begonnen. Ich werfe der zugefallenen Tür einen wehleidigen Blick zu. Post aus dem Briefkasten holen wollte ich, jetzt habe ich mich ausgesperrt. Lukas hat mir zwar letztens gesagt, wo ich den Ersatzschlüssel finde, aber weil ich ihm wie immer nur so halb zugehört habe, weiß ich es natürlich jetzt nicht mehr. Shit.

Nachdem ich im Garten die gängigen Verstecke dummer Menschen für einen Ersatzschlüssel abgeklappert habe ohne fündig zu werden, mache ich meinem eigenen Dasein als dummer Mensch alle Ehre. Ich klettere barfuß auf den Kirschbaum und von dort auf das Garagendach. Hoffentlich sieht mich niemand dabei, wie ich es jedem potenziellen Einbrecher vormache, uns zu überfallen. Mit etwas Anlauf schaffe ich es auf das flache Vordach. Von hier ist es leicht, über die Schindeln zum Badezimmerfenster rüber zu kriechen, das ich vorhin offengelassen habe. Okay, ich dachte das zumindest. Das Dach ist steiler und rutschiger als gedacht. Scheiße, scheiße, denke ich. »Drei Meter, du Muschi!«, sage ich zu mir selbst. Nach etwa zwei Metern geht mir die Kraft aus. Ich wäge ab, ob es sich ungefährlicher vom Dach rutschen lässt, oder ob ich besser ein paar Minuten warte, bis ich den Rest auch noch schaffe. Die Nachbarn mit einem Hilferuf zu mobilisieren scheint mir keine Option. Dann heißt es wieder ›Die Kartoffeln!‹

Ich entschließe mich, zu warten.

»Madame?«, ruft jemand. Das hat mir gerade noch gefehlt.

Ich drehe mich langsam um, in der Hoffnung, dass ich nicht gleich mit samt den Schindeln den Abflug mache. Mit in die Hüften gestemmten Händen steht er da und glotzt zu mir hoch, als wäre ich das einzige Problem in seinem Leben. Ich zeige langsam auf mich selbst. Bloß keine hektischen Bewegungen.

Der weißhaarige Hobbit nickt. »Qu’est-ce que vous faites là, hein?«

Ja, was mache ich hier wohl … Ich seufze und sehe mich um. Scheiße. Dann zucke ich mit den Schultern. »J’habite ici.«

»Vraiment?«

Ich nicke. Natürlich wohne ich hier!

Der Hobbit textet mich zu, aber ich verstehe nichts davon, weil er redet wie ein Wasserfall und ich seiner Sprache nicht mächtig bin. In der Hoffnung, es mir nachhaltig zu verkacken und ab sofort meine Ruhe zu haben, sage ich wehleidig die drei magischen Worte: »Je suis allmande.«

»Mon dieu!«, stöhnt er. Ich könnte gerade losprusten, so lustig finde ich sein Gesicht.

Der Hobbit flüchtet mit großen Schritten für so einen Zwerg, ich widme mich wieder der Aktion Dachfenster. Kurze Zeit später schleift etwas über unseren Steinweg.

»Attention, Foiärrrwärrr!«, ruft er mir zu. Dann stellt er die Leiter an die Hauswand und verschwindet aus meinem Sichtfeld. Ich glotze auf die Regenrinne und gehe durch, was ich gefrühstückt habe. Lukas hat mir bestimmt LSD ins Müsli gemischt. Kommt mich gerade ein bretonischer Hobbit vom Dach retten, der auf Deutsch – oder so was Ähnliches, Bestimmt hat er das im Panzerhandbuch gelernt – Feuerwehr ruft?! Okay, Leben, eins zu null für dich.


Nika Sachs

 

Worum geht’s in „Schneepoet“?
Luc ist innerlich zerissen. Zwischen seiner Identität, seiner Entscheidung die Liebe seines Lebens Inga zu verlassen, zwischen Deutschland und Frankreich. Er flüchtet sich zu seinem Zwillingsbruder Silas nach Paris, wo er Heilung und Ablenkung in Exzessen sucht. Frauen, Drogen – nichts stillt dauerhaft seinen Hunger nach Liebe. Im Kampf gegen sich selbst, seine bipolare Störunge und selbszerstörerischen Tendenzen begleiten wir Luc in Form von Tagebucheinträgen. Wir sehen die Welt mit seinen Augen, erhalten Einblick in seine verletztliche, poetische Seele.

 

Ihre bisherigen Veröffentlichungen:
  • Schneepoet (Band 1), auf amazon* kaufen, ISBN 978-374073164
  • Karmapoet (Band 2), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740743659
  • Abseitsliebe (Band 3), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740735777
  • Am Horizont Schwarz (Spin Off), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740734312
  • Namenlos (Novelle), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3741205149
  • Mitheerausgeberin der Anthologie „Sehnsuchtsfluchten“, auf amzaon* kaufen, ISBN 978-3740730710

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.