Schlagwort: western

Marco M. Anders #ProjektArbeitstitel

Marco M. Anders #ProjektArbeitstitel

Marco M. Anders #ProjektArbeitstitel

Der Hashtag #Maggophonie kommt nicht von ungefähr! Marco M. Anders, den ich euch heute bei #ProjektArbeitstitel vorstellend darf, ist nicht nur ein fabelhafter Autor mit einem Talent für witzige Texte, spitze Pointen und spannende DSA Abenteuer, sondern hat auch eine „Karamell-Frappuccion-Stimme“. Oh yeah!

Hi! Mein Name ist Marco, aber so nennen mich nur mein Vater, das Finanzamt und die Polizei. Für alle anderen bin ich Maggo, mit variabler Sanftheit der Aussprache des Doppel-G.

Ich komme aus Darmstadt und lebe dort auch heute wieder. Beruflich bin ich als Softwareentwickler, IT-Techniker, Dozent in der Seniorenbildung und ab und zu als Texter tätig. Ab und zu versuche ich mein Informatikstudium zu Ende zu bringen. In meiner Freizeit spiele ich viel (Video-, Rollen- und Brettspiele), beschäftige mich mit meinem Hund Django oder verbringe viel zu viel Zeit mit der Erschaffung fremder Welten, die niemand je zu Gesicht bekommen wird.

Mein erstes „Buch“ war ein Bilderbuch, welches ich mit acht oder neun Jahren im Kinderhort gemalt und geschrieben habe. In der Schule gerieten meine Erzählungen und Berichte oft zu lang und fantastisch, aber meine liebste Erzählform war lange Zeit die mündliche Erzählung, die ich vor allem über Pen&Paper-Rollenspiele ausgelebt habe. Als Schriftsteller im klassischen Sinne bemühe ich mich erst seit einem großen gesundheitlichen und beruflichen Umbruch in meinem Leben vor vier Jahren.

 

Alternative Zombie Western und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich schreibe gerade an einem Alternative History Zombie Western… oder so. Das Projekt hat noch keinen Namen, weswegen ich ganz entgegen meiner sonstigen Plotter-Natur darauf hoffe, dass mich im Laufe der Entstehung irgendein toller Titel anspringt.

Die Geschichte spielt in einer alternativen Version der 1860er Jahre, in der fünf Sechstel der Menschheit praktisch über Nacht jegliche Persönlichkeit und Intelligenz verloren und zu „Gefallenen“ wurden die nun, je nach Kontinent von verschiedenen Urinstinkten geprägt, ihr Dasein als Sklaven, Nutzvieh, Naturgewalt oder heilige Wesen verbringen.

Der Protagonist Chuck verliert seine gesamte Familie an diese Plage, verkauft die Familienranch im Hinterland von North Carolina und flieht in den Wilden Westen, wo alles irgendwie besser aber auch sehr viel schlechter ist. Einige Jahre später ergibt sich die Möglichkeit mit Profit aus der Sache herauszukommen, aber nicht ohne sich mächtige Feinde zu machen. Natürlich läuft es nicht so wie geplant und Chuck trifft auf Ninette, eine indigene Medizinfrau und Zahnärztin, und Amanda, ihre Ziehtochter teils afrikanischer Abstammung. Ninette bietet ihm einen Haufen Geld, wenn er sie nach Florida bringt, wo die Zombies eine eigene Gesellschaft haben sollen, angeführt von karibischen Schamanen, sprechenden Alligatoren und Orakelbäumen, und auf Weiße überhaupt nicht gut zu sprechen sind…

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Erst einmal fertig schreiben, hm? Ich habe nichts gegen Selfpublishing, werde aber definitiv erst einmal auf Verlagstour damit gehen und schauen, ob sich ein Interessent dafür findet. Dabei habe ich keine große Eile; Erstlingswerke schreibt man ja bekanntlich für die Schublade.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Oh so viele… zwei meiner Welten haben ein Eigenleben angenommen und werden immer mal wieder bearbeitet.

Da wäre zum einen das Sternenpilger-Universum, in welchem die Menschheit sich über die gesamte Milchstraße ausgebreitet hat, ohne jedoch Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit erreicht zu haben. So liegen die verschiedenen Sternensysteme praktisch unendlich weit auseinander und werden nur von den Schiffen eines uralten Kults im Kontakt gehalten, der über die Jahrhunderttausende alte Technologie, Sprache und Kultur erhalten hat, um eine Kommunikation zwischen den Zivilisationen überhaupt erst zu ermöglichen. Eine Novelle und eine Kurzgeschichte sind bereits fertig, zwei Romane sind derzeit geplottet: Ein Krimi und ein Horrorthriller.

Das zweite Dauerprojekt ist meine Fantasywelt Merina, die neben grob niedergeschriebenen 1.800 Jahren Geschichte, vier größeren Imperien, zwei sehr unterschiedlichen Spezies humanoider Echsenwesen und einem den Planeten umspannenden Netz fliegender Hügel bereits diverse Kurzgeschichten und eine Novelle beheimatet. Die Geschichten spielen alle im Umfeld von Halbard, einem zur Unsterblichkeit verfluchten Söldner, der das Ende der Welt knapp verpasste und nun dabei helfen muss dieses herbeizuführen und entweder zu Ende zu bringen oder eben zu verhindern. Vier Romanideen sind grob ausgeplottet, wobei mein Favorit eine Erzählung um die Machenschaften eines politisch begabten Hofnarren ist, welcher die wahre Macht hinter dem Thron darstellt und, trotz aller gegenteiligen Bemühungen seines Herzogs, mit besten Kräften versucht seine Heimat sicher durch schwierige Zeiten zu lenken.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Anzufangen. Sobald ich einmal am Tisch sitze und die ersten Wörter geschrieben sind, habe ich eigentlich keine Probleme. Meine Eigenheiten kenne ich mittlerweile, sodass Ablenkungen oder Schreibblockade keine Herausforderung mehr sind. Aber meinen Arsch einfach mal in den Stuhl zu setzen und tatsächlich anzufangen ist jeden Tag ein Kampf, den ich öfter verliere, als dass ich ihn gewinne.

Hast du eine Schreibroutine?
Trotz meiner vielen Tätigkeiten habe ich vergleichsweise viel Zeit, da ich alles nur in Teilzeit oder stundenweise mache. Trotzdem habe ich keine Schreibroutine, denn diese Flexibilität bezahle ich mit schlechter Planbarkeit. Wann ich Zeit und Ruhe finde tatsächlich etwas zu schreiben ist von Tag zu Tag und Woche zu Woche anders.

Einzige Konstante ist, dass ich Hintergrundbeschallung brauche. Meine Sammlung von Playlists auf YouTube, Soundcloud und Spotify hat epische Ausmaße angenommen, hilft mir aber auch dabei jederzeit in die gewünschte Stimmung zu kommen.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Sei egoistischer! Schade anderen nicht, aber nimm dir was du brauchst. Es ist niemandem geholfen, wenn du dich für andere aufopferst und am Ende unglücklich damit wirst. Und hol dir gute, dämpfende Kopfhörer. Du wirst es mir danken.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Vorbilder nicht, aber ich bewundere William Gibson als Schriftsteller. Sein Stil spricht mich auf einer unterbewussten Ebene an, sodass ich gar nicht sagen kann was mich an ihm so inspiriert, aber ich kann eigentlich jedes seiner Bücher aus dem Schrank ziehen, eine beliebige Seite aufschlagen und ein paar Absätze lesen und schon habe ich Lust Geschichten zu erzählen.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Nachdem meine privaten und professionellen Verhältnisse mittlerweile einigermaßen geordnet sind, möchte ich das auch für meine kreativen Bestrebungen erreichen. Einen vollen Tag pro Woche nur fürs Schreiben zu haben – ohne dafür an anderer Stelle hetzen oder merklich zurückstecken zu müssen – wäre eine feine Entwicklung für das kommende Jahr.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Die Lesung von 9lesen in Frankfurt 2018. Der Abend, die Leute, die Geschichte, meine diabolische Lache, es passte einfach alles zusammen und die Rückmeldungen im Nachgang waren wunderbar. Danach war das Selbstbewusstsein erstmals größer, als die ewig nagenden Zweifel.

 

 

Eine kleine Kostprobe…

Na klar! Ein Abschnitt aus dem alternative Zombie Western:

Samuel winkte ihm zu, als er aus der Versenkung hervor kam und trabte zu ihm herüber. Neben ihm angekommen fiel er in einen sanften Trott und setzte das gleiche, nichtssagende und doch aufmunternde Lächeln auf, das seinen ergrauenden Bart so oft zierte. Sein roter Hut war etwas nach hinten verschoben, sodass seine kahlen Stirn, die er sonst gut versteckte, darunter hervorschaute. Sein Gewehr hing ungeladen und falsch herum seitlich am Sattel.

„Dachte fast, du hättest dich davon gemacht“, sagte er.

„Isaac schuldet mir noch Geld. Bevor ich das habe werdet ihr mich nicht los“, antwortete Chuck.

„Sag ihm das nicht. Sonst zahlt er dich nie aus und du darfst seine Herden bis ans Ende aller Tage begleiten“, sagte er und lächelte nur mit dem Mund. Sein Blick glitt zur besagten Herde herüber und das Lächeln war wie weggewischt.

„Oder noch länger“, fügte er leiser hinzu.

„In Assock Springs gibt es einen Sheriff und einen Notar. Der Sheriff ist neu, habe ich gehört. Kommt von der Küste, will was verändern. Da lasse ich mir die Forderung beglaubigen und ziehe notfalls durch ganz Arkansas, bis kein Finanzier ihm auch nur noch einen Cent vorschießt. Reputation ist alles, wie er immer sagt und hier draußen hat er vielleicht sogar recht damit. Also trete ich da hin, wo es ihm weh tut.“

Samuel hört mit unbewegter Miene zu. Nur seine Augen wanderten umher, nach potenziellen Mithörern suchend. Er spuckt aus und fuhr sich mit der Zunge über die Zähne.

„Du hast Eier, aber damit machst du dir  Feinde. Einflussreiche Feinde. Isaac kennt hier draußen jeden oder zumindest jeden, der es Wert ist, dass man ihn kennt. Damit verbaust du dir vielleicht alles.“

„Wen kümmerts? Ich will sowieso weg“, antwortet Chuck. Er wich dem Blick seines Kollegen aus, sah über die schmutzige Herde hinweg zum Horizont und fühlt, wie der Wind die Richtung wechselte, bevor er es roch.

„Woanders ist es genauso. Die Menschen sind überall gleich, mehr oder minder. Du rennst nur von einem Drecksack zum nächsten. Und bevor du das machen kannst, musst du erst mal mit den Drecksäcken hier fertig werden. Egal vor welchen Richter das geht, Isaac kennt entweder ihn oder den Kerl, der ihn auf seinen Posten gehievt hat. Die Aasfresser hacken sich nicht gegenseitig die Augen aus. Und in der Zwischenzeit musst du sehen wo du bleibst.“

Chuck war versucht Samuel zu fragen, ob er seinen Plan gerade eben so gründlich durchdacht hatte oder ob er aus Erfahrung sprach. Aber Samuel hätte nur gelächelt und den Kopf geschüttelt.

„Die Feds machen Jagd auf die Herder. Auf ihr Geld. Uncle Sam will seinen Anteil. In Little Creek Hallows hat ein Marshall einen erschossen, als der sich nicht enteignen lassen wollte. Seine Handlanger haben danach den Marshall kalt gemacht, aber jetzt hängen ihnen die Kopfgeldjäger wie die Fliegen am Arsch. Da tut sich was, sage ich dir.“

Samuel seufzte.

„So aufrechte Marshalls gibt es hier nicht“, sagte er.

„Nein, aber genug Leute, die einem Herder in den Rücken schießen würden, wenn sich die Gelegenheit ergibt“, antwortete Chuck.

 


Marco M. Anders

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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