Schlagwort: urban fantasy

Kathy Wild #ProjektArbeitstitel

Kathy Wild #ProjektArbeitstitel

Kathy Wild #ProjektArbeitstitel

Heute darf ich euch eine wunderbar liebe und entspannte Person vorstellen, auf deren erste Veröffentlichung ich auch schon sehnlichst warte: Kathy Wild bei #ProjektArbeitstitel

Hi, ich bin Kathy, meines Zeichens Bücherwurm und Autorin mit Fernweh.

Ich habe schon als Kind gerne Geschichten erzählt und mich in ferne Länder und Welten geträumt. Das Schreiben ist schon seit der Grundschule mein treuer Begleiter, wobei ich erst in den letzten Jahren angefangen habe auf eine Veröffentlichung hinzuarbeiten. Ich hoffe nächstes Jahr mein Debüt zu veröffentlichen, wahrscheinlich im Selfpublishing.

 

Zwischen den Lügen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Aktuell habe ich zwei Projekte auf dem Schreibtisch. „Zwischen den Lügen“, eine Urban Fantasy Serial mit Romance, und (Arbeitstitel) „The Lost Prince“, ein High Fantasy Projekt mit Assassinen, Piraten und Magie.

In Zwischen den Lügen wird die achtzehnjährige Ann mit einer neuen Realität konfrontiert: Als totgeglaubte Tochter eines Tyrannen ist ihr ganzes Leben von Wächtern und Spionen konstruiert worden. Selbst ihr Freund Kian ist einer der Rebellen, die sie trainieren wollen, damit sie ihre übernatürliche Gabe gegen den König, ihren Vater, und seine Regierung einsetzen kann. Je schneller Ann lernt ihre Gabe einzusetzen, desto eher kann sie nach der Wahrheit zwischen all den Lügen suchen…

Zu „Lost Prince“ habe ich erstmal nur ein paar Stichworte für euch: Große Meere. Schlafende Götter. Mittendrin die verlorene Stadt, Perdua, bekannt als Paradies für Gesetzlose. Hier trifft ein junger Dieb von einem fernen Kontinent auf die letzte Assassine.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Das ist eine etwas kniffelige Frage, dieses Jahr musste das Autorenleben leider öfter mal hintenanstehen, aber aktuell arbeite ich wieder mit höchster Priorität neben dem neuen Brotjob an meinen Projekten. Sowohl für Zwischen den Lügen als auch für Lost Prince ist eine Veröffentlichung geplant, aber noch kann ich nicht sicher sagen, ob tatsächlich beide Projekte 2020 schon so weit sein werden. Aber sobald ich mehr weiß, werde ich es euch (sicher sehr aufgeregt) mitteilen 😀

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
In der Welt von Lost Prince liegen noch einige weitere Geschichten, auf die ich mich schon sehr freue. Ansonsten habe ich noch ein Projekt im Genre „Science Fiction mit Magie“ so wie zwei Romance Projekte, die viel Fernweh beinhalten und an Orten spielen, an denen ich selbst schon auf Reisen etwas Zeit verbringen durfte.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Vor der Veröffentlichung ist es wohl definitiv die Überarbeitungs-Phase, die mich die meisten Nerven kostet. Speziell der Teil, bevor ich erstes Feedback erhalte, also vor Testlesern und Lektorat, denn da sind die Selbstzweifel bei mir am größten. Wenn man den eigenen Text zu oft gelesen und geändert hat, ist es einfach sehr schwer einzuschätzen, ob es wirklich spannend genug ist oder ich das vermittle, was ich mit der Geschichte erzählen möchte. Da muss ich mich dann irgendwann zusammenreißen und anderen mein Herzensprojekt anvertrauen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe in meiner Freizeit, das war lange neben dem Studium und dem Nebenjob, seit kurzem ist es neben einem Vollzeitjob. Ich bin noch am Finden meines neuen Alltags und der passenden Schreibroutine, aber generell versuche ich mich nach Feierabend nochmal 1-2h an den Schreibtisch zu setzen (weit weg von meiner Couch und dem Fernseher) und ansonsten die Wochenenden zu nutzen. Routine ist für mich gerade in der Schreibphase wichtig, denn nur wenn ich regelmäßig am Manuskript sitze, kann ich auch wenn ich mal nur eine halbe Stunde Zeit noch relativ viel schaffen. Ansonsten nutze ich auch die Pomodoro Technik und setze mich ab und zu in ein Café oder eine Bibliothek, weil es mir dort oft leichter fällt mich zu konzentrieren und besonders nach einem Arbeitstag nicht in die  Prokrastinations-Falle zu tappen.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
„Trau dich und glaub an dich!“ Das würde ich meinen Vergangenheits-Ich in vielen Lebensbereichen empfehlen, insbesondere auch beim Schreiben. Angst nicht zu genug zu sein oder zu versagen hat mich früher von vielem abgehalten, aber wie J.K. Rowling sagte: „It is impossible to live without failing at something, unless you live so cautiously that you might as well not have lived at all – in which case, you fail by default.“

Und ich versuche es auch generell nicht als Versagen sondern als Lernen zu sehen, wenn etwas nicht so klappt wie ich es mir vorgestellt habe.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Sehr viele 😀 Ich bin immer wieder dankbar in den letzten Jahren viele andere Autoren und kreative Menschen kennengelernt zu haben und mittlerweile besteht ein großer Teil meines Freundeskreises aus anderen verrückten, tollen Buchmenschen. Ich bewundere sie alle, wie sie ihre Leidenschaften nebenberuflich oder hauptberuflich verfolgen und sie motivieren und inspirieren mich immer wieder. Gute Writing Buddies sind unersetzlich <3

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Ziel ist es mir stets Zeit für meine kreativen Projekte nehmen und vor allem meine Geschichten mit Lesern teilen. Ich verliere mich immer gerne in Büchern und so einige Geschichten haben mir schon sehr geholfen oder auch einfach die Stimmung/den Tag gerettet – das möchte ich gerne zurückgeben und unterstützen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das Schönste, neben dem Schreiben und Geschichten mit meinen Charakteren erleben selbst, ist für mich Feedback. Von Lesern oder Testlesern. Oder nachdem ich letztes Jahr zwei Mal bei 9lesen einen kleinen Ausschnitt aus meinen Manuskripten vorlesen durfte und hinterher neugierige Fragen nach mehr bekommen habe.

 

Eine kleine Kostprobe…

Eine kleine Kostprobe aus dem Anfang vom zweiten Kapitel von Zwischen dem Lügen.

Die Autoschlüssel lagen wie immer auf dem kleinen Beistelltisch bei der Treppe und ich machte automatisch den ersten Schritt darauf zu. Michael bewegte sich fast gleichzeitig mit mir. Ich war näher dran, doch kurz bevor ich zugreifen konnte, rutschten die Schlüssel weg, direkt in seine Hand. Ich starrte den Tisch an. Es gab keinen Grund warum er gewackelt haben sollte. Genau wie es vor Stunden in dem Lagerhaus niemanden gegeben hatte, der das Fenster vor meiner Nase schließen und verriegeln konnte. Übernatürliche Gaben. Konnte das wirklich sein? Ich schaute in die vertrauten grün-braunen Augen und fand Verständnis. Aber nicht die beruhigende Sorte.

„Du weißt Bescheid. Das hatte ich befürchtet.“ Er klang nicht ängstlich, eher enttäuscht. Als hätte ich etwas falsch gemacht. „Sarah, ruf an und sag Bescheid.“ Michael sprach ganz ruhig, aber er hatte meine Großmutter noch nie zuvor bei ihrem Namen genannt. Genauso wenig wie ich es tat. Er war zwar adoptiert, aber unsere Großeltern hatten nie Unterschiede zwischen uns gemacht. Sie nickte nur und entfernte sich ohne ein Wort zu mir in Richtung des Haustelefons.

Das alles ergab keinen Sinn. Michael musterte mich lauernd, als wartete er nur auf eine falsche Bewegung. Kälte breitete sich in mir aus und drang mit jedem Atemzug weiter vor. Zum ersten Mal in meinem Leben, war Michael nicht auf meiner Seite. Ein frischer Stich im Nadelkissen, in das mein Herz sich heute verwandelt hatte.

Er setzte dazu an, etwas zu sagen, aber ich wollte nichts mehr hören. In wenigen Schritten war ich an der Tür, hatte sie noch nicht komplett geöffnet, als ich sah, dass jemand draußen stand.

Kian hatte schon die Hand in Richtung des Klingelknopfs erhoben. Ich hielt inne, unsicher, wem ich mich lieber stellen sollte. Mein Bauchgefühl sprach sich für meinen Freund aus. Oder war er jetzt mein Exfreund? Doch gerade als ich das Haus verlassen wollte, merkte ich, dass es nicht ging.

„Ich kann dich nicht gehen lassen“, stellte Michael hinter mir fest. Als ob er genau wusste, dass ich mich nicht rühren konnte, egal wie verzweifelt ich es versuchte. Eingefroren hing ich in der Luft, konnte weder Arme noch Beine bewegen, nur Kian erschrocken anstarren. Er brauchte den Bruchteil einer Sekunde, um zu erkennen, dass etwas nicht stimmte. Seine Miene verfinsterte sich, er trat er vor und stieß die Tür so fest auf, dass sie meinen ohnmächtigen Fingern entglitt.

„Du!“ Pure Verachtung lag in Michaels Ausruf. Dann löste sich plötzlich die Blockade um mich herum wieder auf. Unvorbereitet fiel ich vorwärts und wäre unsanft auf der Veranda gelandet, wenn Kian nicht rechtzeitig einen Arm ausgesteckt hätte. Er gab mir Halt, schaute mich aber nicht an. Automatisch verfolgte ich seinen konzentrierten Blick. Gerade als sich meine Großmutter von hinten auf Michael stürzte. Ich blinzelte, aber die Szene vor mir änderte sich nicht.

„Wir müssen hier weg.“ Kian wartete meine Antwort nicht ab, sondern zog mich mit sich.


Kathy Wild

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Vanessa Glau #ProjektArbeitstitel

Vanessa Glau #ProjektArbeitstitel

Vanessa Glau #ProjektArbeitstitel

Für diese wundervolle Autorenkollegin durfte ich auch schon testlesen und kann euch sagen: Merkt sie euch! Heute zu Gast bei #ProjektArbeitstitel Vanessa Glau.

Hallo, ich bin Vanessa Glau und schreibe wie viele von uns schon seit ich denken kann.

Autorin war tatsächlich einer meiner ersten Berufswünsche! Als Teenager habe ich vor allem Kurzgeschichten und düstere Gedichte geschrieben, seit dem NaNoWriMo 2009 auch Romane. Bisher habe ich noch kein eigenes Buch veröffentlicht, dafür drei Kurzgeschichten in den Anthologien Sehnsuchtsfluchten, Briefe aus dem Sturm und Herzgezeiten, die von Nikas Erben herausgegeben werden.

 

Nachtgesichter und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Mein Hauptprojekt sind die Nachtgesichter, ein Urban Fantasy-Kurzroman, der im Tokio der Gegenwart spielt und sich um einen Shinto-Schrein, magische Füchse und die Suche des Protagonisten nach einem richtigen Zuhause dreht. Diesen Roman habe ich ungefähr im Frühling 2018 begonnen und bin jetzt dabei, ihn zu überarbeiten.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Ich habe auf jeden Fall vor, die Nachtgesichter zu veröffentlichen! Bald werde ich sie an einige Verlage und Agenturen schicken, die ich mir schon herausgesucht habe. Falls dabei nichts herauskommt, kann ich mir aber auch vorstellen, den Roman selbst zu veröffentlichen … Es reizt mich, alles selbst bestimmen zu können, aber von effektiver Bewerbung habe ich keine Ahnung und auch keine Lust, mich damit zu beschäftigen (haha), daher hoffe ich schon eher auf den traditionellen Verlagsweg.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ja, nebenbei arbeite ich an einem neuen Roman mit dem Arbeitstitel Arboretum, über den ich noch nicht allzu viel sagen will … nur, dass die Geschichte in eine ganz andere Richtung geht als die Nachtgesichter und (bisher) weniger fantastisch ist. Außerdem schreibe ich immer wieder die eine oder andere Kurzgeschichte, wenn mich eine Idee nicht mehr loslässt.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Auf jeden Fall die Überarbeitung, genauer gesagt der Plot. Vielleicht habe ich noch zu wenig Erfahrung darin, aber ich traue meinem Urteil nicht so recht und weiß nie, ob die Plotlöcher, die ich zu sehen glaube, auch von Lesern so wahrgenommen werden oder ob es große Schwächen gibt, die ich total übersehe. Daher sind Testleser für mich sehr wichtig! Auf ihre Kritik kann ich dann aufbauen und umstrukturieren, wo es nötig ist. Manchmal habe ich auch Probleme, gute Lösungen für Plotlöcher zu finden und auf natürliche Art und Weise einzubauen, aber ich glaube, in der Hinsicht haben mir die Nachtgesichter schon viel beigebracht. Allerdings versuche ich auch immer, den Plot im Vorhinein so zu konstruieren, dass ich nachher nicht mehr viel daran schrauben muss.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe neben meinem Brotjob. Da ich aber selbständig bin und momentan nicht Vollzeit arbeiten muss, kann ich mir vergleichsweise viel Zeit fürs Schreiben nehmen und bin sehr dankbar dafür! Momentan ist alles etwas durcheinander, da ich bis Ende September noch meine Masterarbeit schreibe, aber grob gesagt ist mein Tag dem Brotjob und der Abend dem Schreiben, Lesen, Nachdenken etc. gewidmet. Früher habe ich versucht, jeden Tag zu schreiben, inzwischen gehe ich das lockerer an.

Wenn ich am NaNoWriMo teilnehme (was ich seit 2009 jedes Jahr getan habe und weiterhin vorhabe), sind 1700 Wörter pro Tag mein Ziel. Zu anderen Zeiten setze ich mir vielleicht ein loses Ziel von 1000 geschriebenen Wörtern oder einer Stunde Überarbeitung pro Tag, zwinge mich aber auch nicht jeden Tag dazu. Wenn ich merke, dass ich nicht in der richtigen Stimmung oder zu müde bin, pausiere ich auch ein paar Tage, um dann mit frischer Energie zur Geschichte zurückzukommen.

Eigentlich kann ich über meine Schreibroutine nur sagen, dass ich ständig an irgendetwas arbeite. Alles andere ist flexibel und ich experimentiere auch gerne herum, um zu sehen, ob ich noch irgendwo optimieren kann …

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Ja, du kannst Worte zu Papier bringen, aber halt ab und zu auch inne und frag dich, was dahinter steckt. Welche Botschaft willst du damit nach außen tragen, warum schreibst du gerade diese Geschichte und keine andere, was bedeutet sie dir und was willst du später damit anfangen? Rückblickend scheint mir, ich habe mich sehr lange sehr stark auf die Form konzentriert (deshalb sind meine „Rohfassungen“ jetzt so hübsch), ohne allzu viel über Handlung, Spannungsbogen oder die Botschaften zwischen den Zeilen nachzudenken. Schreiben an sich ist toll, aber wenn dieses Schreiben gelesen werden soll, muss man sich meiner Meinung nach irgendwann Gedanken über diese Fragen machen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Die Menschen, die mich immer wieder am meisten motivieren, sind auf jeden Fall meine Autorenkollegen auf Twitter: Magret, Julia, Denny und einige andere. Ich bewundere ihr Schreiben, ihre Ideen und sie sind wunderbare Testleser. Ohne die Gespräche mit ihnen wäre ich bestimmt nicht so schnell dorthin gekommen, wo ich jetzt bin, vielleicht auch überhaupt nicht. Daneben finde ich es immer wieder sehr inspirierend, auf Buchmessen mit Autoren und Buchmenschen zu plaudern.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich wünsche mir, die Nachtgesichter bei einem Verlag veröffentlichen zu können, der den Kern der Geschichte erkennt, schätzt und für die Veröffentlichung gut umsetzen kann – am liebsten im nächsten Jahr. Abgesehen davon wünsche ich mir, danach noch viele Romane und Kurzgeschichten veröffentlichen zu können, egal ob traditionell oder als Selfpublisher. Irgendwann würde ich auch gerne eine Kurzgeschichtensammlung herausgeben, was wahrscheinlich kein Projekt für einen Verlag ist.

Und dann wünsche ich mir einfach, dass jeder meiner Romane besser wird als der davor.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Auf jeden Fall der Abend, als ich im Rahmen von 9lesen auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse aus den Nachtgesichtern lesen durfte! Das war meine erste Lesung seit langer Zeit (insgesamt meine zweite) und dann bekam ich so viele liebe Worte zur Geschichte, dass sie etwas ganz Eigenes wäre und dass sie Sehnsucht nach Japan hervorgerufen hätte … Genau dieses japanische Feeling war mein Ziel beim Schreiben, daher kann ich gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber gefreut habe, dass es genauso bei anderen angekommen ist.

 

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus dem Prolog der Nachtgesichter, in dem der jugendliche Protagonist Maru sich in einem überfüllten Café zu einem etwas älteren Mädchen an den Tisch setzen muss und eigentlich lesen will:

Gerade als ich mich auf die Schauspiele und Gedankenkriege eingestimmt hatte, die Mishima in Bekenntnisse einer Maske beschrieb, sprach das Mädchen mich an. „Er muss sehr eingebildet gewesen sein, meinst du nicht?“

Ich sah auf. Tatsächlich waren ihre Augen nicht nur dunkel, sondern tiefschwarz und glänzend wie im traditionellen Stil lackierte Bento-Boxen, einzig die aufgemalten Blumen fehlten. In diesen Augen erkannte ich jedoch nichts, das Grün und Wachstum gefördert hätte. Anders gesagt: Weder Regen noch Sonnenschein würden eine besondere Wirkung auf sie ausüben.

Da sie mich locker angesprochen hatte, ließ auch ich die Höflichkeit fallen. „Wie kommst du darauf?“

„Er nimmt an, dass kein Mensch dem anderen die Gefühle und Gedanken ansehen kann. Ist es nicht vermessen, von sich selbst auf andere zu schließen?“ Ich fragte mich, von welcher staatlichen Uni diese gewählte Ausdrucksweise auf sie abgefärbt hatte. An einer Kurzuni hatte sie bestimmt nicht gelernt, so über Literatur zu diskutieren.

Ich dachte nach, musste erst die richtigen Worte finden. „Wäre es andererseits nicht auch vermessen, Verständnis und Mitgefühl zu heucheln, obwohl man keines verspürt?“

„Natürlich. Dennoch leben wir in einer Gesellschaft, in der alle sehr eng miteinander verknüpft sind. Jemand, der nicht das geringste Gespür für seine Mitmenschen zeigt, muss entweder sehr dumm oder sehr gleichgültig sein.“

„Willst du damit sagen, es ist eine Frage des Respekts?“

„Nein. Es ist etwas, das jeder auf natürliche Art und Weise lernt, indem er in der Gesellschaft lebt. Schon im Kindergarten werden wir dazu erzogen, auf andere Rücksicht zu nehmen.“

Ich lehnte mich zurück. „Ich verstehe deinen Punkt. Aber gibt es nicht gewisse Dinge, die dem Blick von außen verborgen bleiben?“

„Für denjenigen, der richtig hinsieht, gibt es vieles zu entdecken. Beispielsweise habe ich gleich erkannt, dass du nicht oft mit anderen Menschen sprichst. Du grenzt dich ab, weil du dich unverstanden fühlst.“

 


Vanessa Glau

 

Bisherige Veröffentlichungen:

  • „Gespräche mit Bergen“ in Sehnsuchtsfluchten (2017 bei Twentysix), auf amazon* kaufen
  • „Abgesang“ in Briefe aus dem Sturm (2018 bei Twentysix), auf amazon* kaufen
  •  „Nachtschattengewächse“ in Herzgezeiten (2019 bei Twentysix), auf amazon* kaufen

 

 

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Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Heute begrüße ich Anne Zandt bei #ProjektArbeitstitel! Sie ist eine der treibenden Kräfte hinter den Kulissen des Nornennetzes und eine großherzige und liebe Person.

Foto (c) Ela Bellcut

Ich bin Anne Zandt, online auch als Poisonpainter unterwegs und stamme aus dem wunderschönen Mecklenburg-Vorpommern. Dort lebe und schreibe ich, wenn ich nicht gerade meinem Brotjob als Software-Engineer nachgehe, Aktionen für meinen Blog plane/umsetze oder für das Nornennetz (https://www.nornennetz.de/ ) Messeauftritte u.ä. organisiere.

Alles begann in der zweiten Klasse mit einem Kängeruh[sic!], das rückwärts sprach, weil man das in Australien so macht, und bildete sich dann durch Ausflüge in FanFictions über die Jahre hinweg immer weiter aus. Relativ regelmäßig schreibe ich seit 2011 an verschiedensten Projekten. Beendet habe ich allerdings bisher nur Kurzgeschichten für Ausschreibungen, Aktionen auf meinem oder anderen Blogs/Seiten, wie z.B. dem Bücherstadt Kurier (https://buecherstadtkurier.com/).
Zwei Kurzgeschichten haben es in Anthologien geschafft.

 

Neubrandenwolf und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Momentan, arbeite ich hauptsächlich an der Fertigstellung des #Neubrandenwolf. Einer Urban-Fantasy-Geschichte über einen Werwolf, der in Neubrandenburg lebt. Nach Jahren, in denen er auf sich allein gestellt war, trifft er mit einem syrischen Flüchtling und einer Unternehmensberaterin andere Wölfe. Es geht in erster Linie um deren Freundschaft, aber auch um die Vorurteile, mit denen sie zu kämpfen haben – und deren Konsequenzen.

Das Ganze fing als einfache Kurzgeschichte an, die ich 2017 auf meinem Blog veröffentlichte, damals noch in Englisch. Dann griffen die Plotbunnies an und dem einen folgte ein weiteres Kapitel und Ideen für einen Plot, der ein Jahr überspannen sollte.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Der ursprüngliche Plan war es, den Neubrandenwolf zunächst komplett auf Englisch als Blogroman weiterschreiben. Der wurde aber mittlerweile über den Haufen geworfen. Nun arbeite ich daran, die vorhandenen sechs Kapitel und Textfragmente zu übersetzen und vor allem zu überarbeiten und auf eine ähnliche Länge zu bringen, wie das erste Kapitel, dass bereits lektoriert in einer Anthologie erschienen ist.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe mehrere Projekte und Felder voll Plotbunnies, die alle nur darauf warten, beendet zu werden.
Meine Umfangreichsten dabei sind:

  • #WunschDerKönigin – High Fantasy: Nachdem ihr Vater den Intrigen seiner Schwester zum Opfer gefallen ist, liegt es an Ahnya das gespaltene Reich wieder zu vereinen. Mit klugem Kopf und loyaler Unterstützung stellt sie sich ihren Herausforderungen als Königin.
  • The Unnamed One – Urban Fantasy: Eine Saga über Werwölfe und Vampire, deren Leben mit- und gegeneinander.

Und noch viiieles mehr …

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Nicht zu prokrastinieren. Wenn neben einer Veröffentlichung, für die man sich selbst die Deadlines setzen muss, auch andere Termine an die Tür klopfen, leg ich Dinge beiseite. Nicht zu vergessen, dass ich auch gerne mal einen ruhigen Abend zum Entspannen nutze.

Vielleicht ist es für mich aber auch einfacher mich hinter Aktionen und Pflichten zu verstecken, um mich vor all dem danach drücken zu können … so oft mir Leute auch sagen, sie mögen, was ich schreibe, so oft schreit der innere Kritiker, dass das doch alles gar nicht stimmen kann …

Hast du eine Schreibroutine?
Nicht wirklich. Da ich circa vierzig Stunden pro Woche im Brotjob verbringe, ist meine Schreibzeit davon abhängig, wie viel Energie ich am Ende des Tages noch habe. Am Häufigsten ist es aber so, dass ich im Bus zur oder von der Arbeit, meist per Hand auf Schmierpapier, schreibe oder editiere. Nach einer Ruhephase fange ich dann abends am Laptop an zu arbeiten. Als Eule würde ich die ganze Nacht durcharbeiten, zumindest, wenn ich tatsächlich am nächsten Tag ausschlafen könnte …

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Eigentlich keinen. Natürlich könnte ich mir sagen: Schaff mehr, aber da würde ich mir selbst im Weg stehen und das genaue Gegenteil tun. Ich denke, so wie lief, ist es ganz in Ordnung. Für einige Ideen und Geschichten wäre ich zu einem früheren Zeitpunkt vermutlich gar nicht bereit gewesen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Als Autor*in fließt vieles von dem, was man liest/sieht/hört in die eigene Schreibe ein. Genaue Menschen könnte ich in diesem Sinne nicht benennen. Mein größter Motivator war meine Mutter, die mich immer unterstützte und meist als erste meine Geschichten las. Mittlerweile bekomme ich gelegentlich virtuelle A****tritte von meinen Mit-Nornen Elenor Avelle (https://www.elenoravelle.de/ ) und June Is(https://twitter.com/ypical_writer). Erstere um den Neubrandenwolf zu beenden, letztere um nebenbei Kurzgeschichten zu Wettbewerben einzureichen.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Am liebsten hätte ich es, wenn ich bis zu meinem dreißigsten Geburtstag ein eigenes Buch veröffentlichen würde. Da dieser allerdings bereits in vier Monaten ist, sehe ich dafür schwarz. Ich will auf alle Fälle den Neubrandenwolf beenden und veröffentlichen. Schön wären auch weitere Anthologie-Veröffentlichungen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich möchte das gar nicht auf einen bestimmten Moment festlegen. Meine erste Anthologie in den Händen zu halten war ein merkwürdiges und großartiges Gefühl, genauso aber auch die Lesungen auf der Leipziger Buchmesse. Sehr viel ziehe ich aber auch aus den Interaktionen mit anderen Autorinnen und Buchbegeisterten, was jeden Messeauftritt, jedes Litcamp, jedes Treffen zu einem wunderbaren Moment macht.

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus dem ersten Kapitel des Neubrandenwolf – Wolfsmond:

Seine Miene verfinsterte sich wieder. Heute wäre es beinahe schiefgegangen. Seine Kollegen ahnten vermutlich nicht einmal, wie viel Glück sie gehabt hatten. Wie nah er dran gewesen war, einen von ihnen zu Kratzen oder, schlimmer, zu beißen. „Kündigungsgrund: Chef mit Lycanthropie angesteckt“, das würde sich wunderbar in seiner Bewerbung machen. Für die nächsten Monde musste er wieder darauf achten, rechtzeitig zu gehen.

[…]

Regelmäßig öffneten und schlossen sich die Türen [des Busses] und ein Hauch frischer Winterluft wehte in den Bus hinein. Eine willkommene Abwechslung zum Geruch der Weihnachtsmarktbesucher, aber auch ein Versprechen von dem, was bald kommen würde. Jedes Mal musste er die Augen schließen, um sich von den verlockenden Düften nicht noch mehr aufreizen zu lassen. Seine Nase hielt das jedoch nicht davon ab zu schnüffeln.

Jemand tippte ihm auf die Schulter und er blickte zur Seite.
„Brauchen Sie eine Flasche Blut?“, fragte die alte Dame mit einem Lächeln.
Seine Augen verengten sich und er sah sie fragend an.
Sie stand im Gang und wedelte ihm etwas Kleines, Rechteckiges entgegen. Er folgte der Bewegung und erkannte schließlich, was sie in der Hand hielt.
„Brauchen Sie ein Taschentuch?“, wiederholte sie ihre Frage, diesmal schwang Sorge in ihrer Stimme mit.
Er schnaubte und schüttelte den Kopf, bevor er sich wieder dem Mond widmete.

 


Anne Zandt

 

Geschichten von Anne Zandt findet ihr u.a. in

  • „Entzünde den Funken“ Benefiz Anthologie (Hrsg. Siiri Saunders & Adrian R. Stiller), auf amazon* kaufen

 

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[Rezension] Bin hexen: Wünscht mir Glück von Liane Mars

[Rezension] Bin hexen: Wünscht mir Glück von Liane Mars

[Rezension]  Bin hexen: Wünscht mir Glück von Liane Mars

Die entspannten Tage im Freibad im Juni wirken wie eine Ewigkeit her. Klausurenphase, dann Urlaub und jetzt ein launisch, kühler August. Aber vielleicht rappelt sich das Wetter je nochmal. Natürlich geht es bei mir nicht ohne Buch zum Baden und auf der Wiese liegen. Mit dabei war mein erstes Drachenmond Verlag Buch – „Bin hexen: Wünscht mir Glück“ von Liane Mars.


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  • Autorin: Liane Mars
  • Titel: Bin hexen – Wünscht mir Glück
  • Verlag: Drachenmond Verlag
  • Genre: Urban Fantasy, Humor
  • bisher zwei Bände, in sich stimmig abgeschlossene Geschichte
  • 280 Seiten, TB: 12,90€ | Ebook: 3,99€
  • Auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Magie ist eigensinnig und launisch. Besonders, wenn Hexe Prim sie einsetzt. Nichts scheint zu klappen und auch ihren Hexenzwilling, eine menschliche Person mit der sie auf magische Weise seit der Geburt verbunden ist, hat sie noch nicht gefunden. Doch bald findet sie ihn: Ausgerechnet Hexenjäger Liam, der die Welt von der Existenz und der Gefahr von Hexen überzeugen will. Prim fühlt, dass sie ihn kennenlernen muss. Doch sie läuft Gefahr, sich selbst und ihre liebsten dadurch in große Gefahr zu bringen. Und die Magie gerät immer mehr aus dem Ruder.


Meine Meinung:

 

Ein interessanter Gedanke und ein urkomisches Worldbuilding. Magie, die sich so gar nicht bändigen lässt, das ist ziemlich neu. In diesem Buch sorgt die Magie hauptsächlich für Chaos, seltsame Zufälle und sehr witzige Namensgebungen.

Das Thema des Buches – Hexe trifft Hexenjäger und möchte ihn davon abhalten, ihre ganze Sippe zu verhaften – ist simpel. Und doch gelingt es Liane Mars durch ihre schrulligen und lebhaften Charaktere etwas Besonderes daraus zu machen.

Quietschbunt, emotional und absolut liebenswürdig kommt unsere Chaosprotagonistin Prim daher. Hexenjäger Liam hingegen ist rational, kühl und sehr ernst. Eine explosive Mischung, aber eine Chemie, die stimmt. Das Herantasten und die Entwicklung der Beziehung der Beiden sind absolut niedlich(?) mitanzusehen und man fiebert wirklich mit. Dem Happy End stehen dabei natürlich allerlei Dinge im Weg.

Dabei gelingt es Liane Mars in den richtigen Situationen auch den richtigen Ton zu treffen. Wobei die lustigen, nicht ganz so ernsten Szenen und Gedanken überwiegen. Mir hat der Humor auf jeden Fall total gefallen, ich mochte die Situationskomik und die aberwitzigen Ideen. Es ist so herrlich viel schiefgelaufen!

Das Buch ist nicht allzu dick, die Geschichte legt also ein ordentliches Tempo vor, dass sich trotzdem nicht allzu gehetzt oder unvollständig anfühlt. Ich habe es richtig gern gelesen, viel geschmunzelt und eine gute Zeit gehabt! Einzig die Bösewichte wirkten oft etwas blass und wenig bedrohlich, da hätte ich mir noch etwas mehr Action gewünscht. Viele ernsthafte und spannende Szenen wurden zu schnell mit Humor entschärft.

Liane Mars schreibt locker-fluffig, wortgewandt und sorgt damit für noch mehr Lesespaß. Ich freue mich auch, dass es einen zweiten Band gibt, denn von dieser Autorin will ich mehr lesen.

Mein Fazit:

Eine ungewöhnliche Herangehensweise, jede Menge Witze, Situationskomik und ein wunderbar leichtes Buch für Zwischendurch. Mir hat die Mischung aus Urban Fantasy, Liebesgeschichte und Humor total gut gefallen. Auch die ernsteren Töne trifft Liane Mars gut, wenngleich an einigen Stellen die Spannung und Bedrohlichkeit ein bisschen unter der ulkigen Stimmung des Buches gelitten haben. Eine klare Empfehlung für alle Hexen und Magiefans und alle, die ein fröhliches Buch für Zwischendurch suchen.

Weitere Meinungen:

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Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Heute bei #ProjektArbeitstitel: Strahlefrau Janina (Flukke)

Hallo ich bin Janina, aber die meisten werden mich eher als Flukke auf Social Media kennen.

Ich schreibe vor allem Fantasy.

Ich schreibe eigentlich seit ich meinen ersten selbst ausgedachten Satz in der zweiten Klasse geschrieben habe.

Es war ein überwältigendes Gefühl zu wissen, dass ich etwas aus dem Nichts erschaffen konnte, um es mit der Welt zu teilen. Geschichten habe ich mir schon immer ausgedacht und Freunden erzählt. Ich fand es aber schade, dass all diese Abenteuer, Gefühle und Figuren nur für den Moment existieren. Darum entschied ich irgendwann, dass ich es aufschreiben möchte, um meine Geschichten langlebiger und für andere Menschen zugänglich zu machen.

Bis jetzt habe ich noch nichts veröffentlicht.

 

Sonne und Mond und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Mein Hauptprojekt ist eine High Fantasy Trilogie mit dem Arbeitstitel „Sonne und Mond“. Die Protagonistin Zoe gelangt durch einen Traum in den Besitz eines magischen Medaillons. Ihr wird vorgeworfen es  der unsterblichen Königin gestohlen zu haben und mit einem gefürchteten Magier zusammenzuarbeiten. Durch unglückliche Umstände gerät Zoe durch ein Portal in eine andere Welt, wo ihr wegen ihres vermeintlich begangenen Verbrechens die Todesstrafe droht. Doch dann erscheint eben dieser schwarze Magier und stiehlt das Medaillon. Zoe bekommt eine zweite Chance ihre Freiheit zu erlangen und zurück in ihr altes Leben zu ihrer Familie und ihren Freunden zu kehren, wenn sie den Dunklen Meister findet und das Medaillon zurückbringt.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Projekt „Sonne und Mond“ beschäftigt mich nun schon viele Jahre. In dieser Zeit habe ich mich sowohl handwerklich, als auch geistig enorm weiterentwickelt und entsprechend oft überarbeitet, angepasst und neugeschrieben. Ich denke ich bin jetzt endlich an einem Punkt, an dem ich Band 1 beenden kann und hoffe dies bis zum Ende diesen Jahres zu schaffen und mit der Überarbeitung starten zu können. Vermutlich werde ich mich dann sofort an den zweiten Teil machen, bevor ich den ersten Veröffentliche, weil sonst einfach die Abstände zwischen den Veröffentlichungen viel zu lang werden könnten. Ich dachte früher immer, dass ich mir dann einen Verlag suchen würde, bin mir darüber aber nach vielen Gesprächen mit Selfpublishern nicht mehr so sicher. Momentan tendiere ich tatsächlich sogar ein bisschen mehr in Richtung Selfpublishing. Was ich aber ganz sicher weiß ist, dass ich unter meinem echten Namen veröffentlichen möchte.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe noch eine Menge angefangener Geschichten, von denen mich einige nicht vollständig loslassen. z.B eine düstere Fantasygeschichte mit Sirenen und Riesenkraken. Außerdem schreibe ich noch mit einer Freundin in Kooperation an einer Urban Fantasy Reihe mit Vampiren, Vampirjägern, Hexen und Werwölfen voller Dramen und Intrigen, deren Umfang und Komplexität völlig eskaliert ist.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ideen kommen mir eigentlich immer sehr schnell und nehmen auch schnell Form an. Ich liebe es Dialoge zu verfassen, aber sobald es in Richtung Beschreibungen geht stockt es einfach schnell und ich muss mich ziemlich durchbeißen. Ich mache mir auch zu viele Gedanken über den Ausdruck und bleibe dann schnell an einer Formulierung hängen, weil ich mich so schwer von dem Gedanken lösen kann, dass ein Text beim ersten Versuch perfekt sein muss. Außerdem glaube ich, dass ich ziemlich schlecht im Bewerben meiner Geschichten bin; vermutlich weil sich so viel geändert hat.

Hast du eine Schreibroutine?
Da ich Vollzeit arbeite verwende ich die meiste Freizeit aufs Schreiben, wobei dann die meiste Zeit an der gemeinsamen Vampirreihe mit meiner Freundin gearbeitet wird, da wir ja gemeinsam anwesend sein sollten. An „Sonne und Mond“ arbeite ich meist so gegen Mitternacht, denn ich bin eine Nachteule, bis ich ins Bett muss. Dann plane ich meist ein paar Szenen bis ich einschlafe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Hinterfrage die Motive und Beweggründe deiner Figuren vor dem letzten Kapitel, auch wenn dir die Geschichte stimmig erscheint, sonst fängst du nämlich kurz vor Schluss von vorne an.

Wie ist es, gemeinsam ein Buch zu schreiben?
Ich empfinde es als sehr anders gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. Man muss viel mehr planen und selbst dann interpretiert der andere eine Szene vielleicht anders als man es selbst getan hätte und man muss wieder besprechen welche Variante die bessere ist. Dafür kann man über einen viel längeren Zeitraum Schreiben ohne zu ermüden, weil man immer wieder Pausen hat, in denen der andere schreibt. Und es ist möglich eine ganz andere Vielfalt von Charakteren zu haben. Auch die Komplexität einer Geschichte kann durch eine Zusammenarbeit zunehmen und Logikfehler fallen etwas schneller auf, da man quasi sofort Rückmeldung bekommt, von jemandem, der alle Facetten der Handlung kennt.

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich motiviert und inspiriert es ehrlich gesagt grundsätzlich, wenn ich mitbekomme, dass jemand ein Buch geschrieben und veröffentlicht hat. Das spornt mich jedes mal an weiter zu schreiben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Wunsch wäre es in erster Linie vom Schreiben leben zu können, um einfach noch mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Das aktuelle Ziel ist aber erst mal etwas zu veröffentlichen und möglichst vielen Menschen mit meinen Geschichten ein paar schöne Stunden zu verschaffen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das gesamte letzte Jahr steckte voller toller Autorenmomente, die ich nicht wirklich gegeneinander aufwerten kann. Seit ich in der Buchcommunity unterwegs bin habe ich so viele wundervolle Menschen kennengelernt und Freunde dazugewonnen. Außerdem werde ich langsam als Autorin wahrgenommen und sogar mein privates Umfeld beginnt dies ernstzunehmen und zu unterstützen.

 

Eine kleine Kostprobe…

 

Ganz langsam gewöhnten sich ihre Augen wieder an die nächtliche Beleuchtung. Neugierig, aber vorsichtig ging Zoe zu der Stelle, an der die kämpfenden Kreaturen verschwunden waren. Es war keine bewusste Entscheidung ihrerseits, eher ein Gefühl, dass sie leitete. Ihre Beine waren noch etwas wacklig und ihr Puls erhöht. Freudige Erwartung wandelte steigerte sich mit jedem Schritt mehr und mehr in Euphorie. Sie erwartete Schmauchspuren oder einen kleinen Krater zu finden, doch nichts dergleichen war zu finden. Nicht einmal Hinweise auf einen Kampf waren dort. Stattdessen lag dort ein goldenes Medaillon.

Ohne zu zögern hob Zoe es auf. Sofort durchfuhr ein angenehmes Kribbeln, ausgehend von ihren Fingerspitzen, ihren gesamten Körper. Mit geschlossenen Augen ließ sie sich von diesem Gefühl durchströmen bis sie vollständig davon erfüllt war. Es war angenehm warm, beruhigend und doch belebend. Zoe schloss die Finger fester um den glänzenden Anhänger. Er pochte; leise, wie ein zaghafter Herzschlag.

In diesem Moment krähte ein Rabe in den Bäumen über ihr und riss sie aus ihren Gedanken. Suchend schaute sie sich nach dem Vogel um, während sie mit dem Daumen über die filigran verzierte Oberfläche strich, bis einen kleinen Knopf berührte. Der Rabe auf dem Ast tänzelte unruhig hin und her. Er schien sie erwartungsvoll zu beobachten. Nachdenklich schaute Zoe zwischen ihm und dem Schmuckstück in ihrer Hand hin und her. Dann öffnete sie es mit leisem Klicken, woraufhin der Rabe aufgeregt krächzte und mit den Flügeln schlug, bevor er sich kraftvoll vom Baum stieß und davon flog.

 


Janina (Flukke)

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung in den Startlöchern.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Melanie Henning #ProjektArbeitstitel

Melanie Henning #ProjektArbeitstitel

Melanie Henning #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich so sehr über all die kreativen Seelen, die ich durch diese Blogreihe besser kennen lernen darf. Heute bei #ProjektArbeitstitel: Melanie Henning!

Hallo! Ich bin Melanie / @federschwarzes und ich schreibe Fantasy. Momentan arbeite ich an meinem Debüt. Eigentlich wollte ich dafür ja mein Herzprojekt beenden, was mich seit rund zehn Jahren begleitet.

Eines Tages wachte ich auf und hatte dieses Buch in meinem Kopf. Seitdem ist viel passiert – ich bin mehrfach umgezogen, habe das Studium beendet, geheiratet und zwei Kinder bekommen. Nur das Buch wurde bisher nicht geschrieben. Und vermutlich muss es noch ein wenig länger warten, denn mittlerweile haben sich die Pläne fürs Debüt etwas geändert – eine andere Geschichte hat sich quasi vorgedrängelt.

Neben dem Schreiben versuche ich derzeit, als Texterin für Babythemen in verschiedenen Online Redaktionen Fuß zu fassen.

 

Die verschwundenen Frauen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Aktuell schreibe ich an einem gesellschaftskritischen Urban Fantasy Roman mit dem Arbeitstitel „Die verschwundenen Frauen.“ Im Kern geht es darum, dass Sprache Wirklichkeit schafft. Studien zeigen, wie wichtig gendergerechte Sprache ist. „Arzt“, „Bäcker“, „Student“ – na, welche Person taucht da vor eurem inneren Auge auf? Schon Kindergartenkinder denken bei „Feuerwehrmann“ automatisch an einen Mann / eine männlich gelesene Person.

Frauen und weiblich Gelesene fühlen sich beim generischen Maskulinum nicht automatisch mitgemeint und genau diese Thematik bildet die Grundlage zu „Die verschwundenen Frauen“. Denn wovon wir nicht sprechen, verschwindet aus den Köpfen der Menschen. Was wäre, wenn die Frauen nicht nur aus den Köpfen, sondern auch ganz real aus dem Leben verschwänden? Das passiert meiner Protagonistin Jen und zusammen mit dem Geschichtsprofessor Mario versucht sie, das Rätsel zu lösen.

Dunkelmond

Neben den verschwundenen Frauen gibt es natürlich noch mein Herzprojekt mit dem (vorläufigen) Titel „Dunkelmond“. Der Name verrät es vielleicht schon, es handelt sich um High Fantasy. Eine düstere Prophezeiung droht, das Leben der Herrscherin zu beenden. Thaliona, ihres Zeichens Mündel der Herrscherin, setzt alles daran, die „friedfertige Fürstin“ zu beschützen. Magie, Dämonen, eine Hexe, ein Kindsgott mit Amnesie und natürlich der Kampf zwischen Gut und Böse warten auf euch. Und vielleicht auch die Erkenntnis, dass nicht alles immer nur schwarz und weiß ist und sich in Schubladen einordnen lässt.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Leider ist eine Veröffentlichung noch in weiter Ferne. Aber ich habe beschlossen, nächstes Jahr auf der Leipziger Buchmesse mit Debüt zu erscheinen! Welches der beiden großen Projekte das sein wird, habe ich noch nicht entschieden. Vermutlich aber die verschwundenen Frauen, da ich mich mit diesem Projekt auch auf ein Autorenstipendium bewerben möchte.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Zwei Kinderbücher: ein queerfeministisches Vorlesebuch für Kleinkinder, was noch nicht näher ausgearbeitet ist und eine Vorlesegeschichte für Kinder im Alter von 4-7. Es erzählt die Geschichte von „Sigfrech, dem allerkleinsten Räuberdieb“ und wird definitiv meinem ersten Sohn gewidmet werden. Der hat sich die Story nämlich ausgedacht, ich bin nur die Verfasserin. 😉

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ideen habe ich einige, an Zeit mangelt es mir jedoch. Mit zwei kleinen Kindern und einem Hund ist Zeit halt immer Mangelware. Außerdem merke ich, dass ich seit Jahren nicht geschrieben habe und somit habe ich viel Handwerkszeug aufzuholen. Glücklicherweise gibt es das Internet, gute Freund*innen und tolle Betreuungspersonen für meine Kinder, so dass ich Wissen nachholen kann und hoffentlich ab September mehr Zeit für regelmäßige Schreibsessions haben werde.

Hast du eine Schreibroutine?
Momentan schreibe ich meistens nachts, wenn meine Familie schläft. Als Nachteule kann ich in der Zeit von 22 – 4 Uhr morgens am besten arbeiten. Dummerweise habe ich zwei Lerchenkinder, die um 6 Uhr auf der Matte stehen. Schreibnächte sind also sehr rar gesät, denn allzu oft kann ich das so natürlich nicht machen. Ab September sind beide Kinder von 8-14 Uhr betreut, dann werde ich meine Schreibzeit auf Vormittags verlegen. Ich hoffe, dass meine Kreativität mich dann nicht im Stich lässt. 😉

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Hör. Nicht. Auf. Du brauchst die Geschichten wie eine Meerjungfrau das Wasser. Es wird Zeiten geben, in denen du selber nicht mehr weißt, wie wichtig dir Bücher sind. Gerade dann schreib weiter. Hör nicht auf. Niemals. (Ich wünschte, ich hätte mich selbst besucht. Hat jemand schnell einen Zeitumkehrer für mich?)

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Meine Freundin Annette Juretzki, die ich noch aus dem Studium kenne. Sie hatte eigentlich immer einen Stift in der Hand und eine Geschichte im Kopf und jetzt ist sie dabei, ihren dritten Roman zu schreiben. Das motiviert mich ungemein, es zeigt mir, dass Durchhalten sich lohnt. Außerdem würde ich zu gern mal mit Kathrin Ills einen Kaffee trinken gehen – ich liebe ihre Youtube Videos. Und natürlich der beste aller Ehemänner, der mir zwar nur bedingt beim Plotten hilft, aber mir den Rücken frei hält, damit ich meinen Traum verwirklichen kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Ziel: Bis zur LBM20 möchte ich ein fertiges Manuskript von Dunkelmond in den Händen halten. Außerdem möchte ich mich mehr vernetzen und auf LitCamps gehen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als die Dozentin im kreativ Schreiben Kurs mir beim Vorlesen einer Textstelle mit leuchtenden Augen an den Lippen hing und hinterher „Ach, SCHÖÖÖÖN“ seufzte. Das hat gut getan. Und heute, als ich zwei Teenagern von den verschwundenen Frauen erzählt habe und sie beide instant mit leuchtenden Augen eine Erstausgabe vorbestellten. Jetzt muss ich es ja nur noch schreiben, hm? 😉

 

Eine kleine Kostprobe…

Klar, hier ist eine Szene aus Dunkelmond. 🙂

Heißer Schmerz duchzuckte Wendala. Sie machte sich einen Spaß daraus, streichelte seinen Nacken, kitzelte ihn spielerisch an der Seite. Er spürte, wie er sich verwandelte. Schuppen überzogen seinen Körper dort, wo sie ihn berührt hatte. Sehnen zogen sich zusammen, formten eine groteske schiefe Gestalt. Knochen brachen und wuchsen wieder zusammen. Wendala schrie.

Der ehemals schlanke Bauch blähte sich auf und ein Geruch von Fäulnis umgab ihn plötzlich. Seine Haare fielen büschelweise zu Boden und er wurde fast ohnmächtig, als sich zwei gedrehte Hörner auf seinem nunmehr kahlen Schädel erhoben und die Kopfhaut aufrissen. Blut tropfte herab. Es kümmerte sie nicht.

Sie benötigte sein Blut nicht, was sie wollte, war sein Lebenswille. Dieser unbändige Wille zu Leben, zu empfinden, zu fühlen – das war es, was sie nährte, nicht jene Körperflüssigkeit, die fälschlicherweise als Lebenssaft verschrien war.

Ein Körper konnte ohne Blut überleben, solange der Wille stark war, das wusste sie. Es kam auf den Geist an. Sie ernährte sich davon, von all den Gefühlen, der Angst, der Qual, dem Schmerz. Sie entzog ihren Opfern jegliche Hoffnung, brachte sie durch Manipulationen dazu, ihr zu glauben und verwandelte einen nach dem anderen in jene bedauernswerten Kreaturen, die kein Quäntchen Glück mehr empfinden konnten.

Dämonen wie in den Schauermärchen, die kleinen Kindern erzählt wurden, damit sie nicht zu tief in den Wald gingen. Welche Gestalt ihre Opfer annahmen, kam ganz auf deren Wesen an. Stolze Krieger wurden oftmals zu dämonische Katzenwesen, loyale Soldaten verwandelten sich in Höllenhunde.

Die eher verschlagenen unter ihnen, die Söldner und Diebe, wurden oft zu schlangenartigen Reptilien. Aber auch zwergenhafte Gestalten kamen ans Licht, Figuren mit verdrehten Leibern und grotesk geformten Klauen. Vertrocknete Krieger mit ausdruckslosen Gesichtern fanden sich ebenso wie Wesen, dessen Wunden ewig weiter bluteten.

Sie alle verfügten über ledrige Haut und wehrhafte Klauen. Und noch nie hatte einer seine Flügel bei der Verwandlung behalten. Bis auf ihn. Wendala. Die großen engelsgleichen Flügel waren verschwunden, die Federn hatten sich in Asche verwandelt. Zurück blieben große Schwingen, die mit einer ledrigen Haut überzogen waren. Sie quietschte vor Entzücken und ein Gefühl von Euphorie durchzuckte sie.

„Du bist mein Meisterstück!“ rief sie. „Du wirst ihr Anführer werden!“ Sie klatschte vor Freude in die Hände. Noch war er schwach, aber schon bald würde er sich von den Strapazen der Verwandlung erholt haben. Und dann würde sie Nichts und Niemand mehr aufhalten können, das wusste sie. Sie lockerte den Zauber.

Er würde ihr nichts mehr anhaben, das sah sie in seinen Augen. Dunkel und nahezu ebenso hasserfüllt wie die ihren waren sie. Aber hinter dem Zorn konnte sie bedingungslose Ergebenheit spüren. Dieser Hass galt nicht ihr, das wusste sie. Von nun an würde er ihr gehören und ihr Schoßhündchen sein.

„Verneige dich vor mir! Schließlich bin ich deine Göttin!“ zischte sie und der ehemals so stolze Krieger ging wortlos in die Knie. Sie lächelte. »Nun geh. Flieg zu den anderen und verbreite Chaos und Unheil, mein Freund.«

 


Melanie Henning

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung in den Startlöchern.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Heute stelle ich euch eine wunderbar vielfältige und engagierte Autorin vor. Außerdem ist sie die treibende Kraft hinter 9lesen. Heute gehört die Bühne von #ProjektArbeitstitel ganz ihr: Andrea Schrader!

Ich bin Andrea Schrader und habe mir das Schreiben zum Beruf gemacht – leider aber noch nicht durch meine Bücher. Meine Brötchen verdiente ich erst als Journalistin, mittlerweile als Online-Redakteurin auf Firmenseite.

Ich bin in der glücklichen Position, halbtags arbeiten zu können, sodass trotz Job und Familie zumindest ein Tag in der Woche Zeit zum Schreiben bleibt. Der ist auch nötig, immerhin sollen auf meine zwei veröffentlichten Fantasy-Bücher noch einige mehr folgen. Der Plan ist ein Buch pro Jahr. 2018 klappte das nicht, da kam das Babyjahr dazwischen. 9lesen hat außerdem viel meiner Zeit verlangt – die Lesung hat sich ja wie von selbst in eine Lesungsreihe entwickelt und bisher ist zum Glück kein Ende in Sicht.

Aber dieses Jahr, spätestens Anfang nächsten Jahres wird mein nächstes Buch erscheinen. Geschrieben habe ich schon immer – aber ich habe lange gebraucht, um mich dazu zu entschließen, das Schreiben auch zum Beruf machen zu wollen. Erst als mir nach ein oder zwei Jahren auf dem Gymnasium klar wurde, dass mein Abi-Schnitt niemals zum Tiermedizin-Studium reichen würde, habe ich den Schritt gewagt und meinen Berufswunsch umorientiert. Eine der wahrscheinlich besten Entscheidungen meines Lebens.

 

Uhrengeschichte und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Der zweite Teil zu meinen „Boten des Schicksals“ – „Die Reiter“ – ist gerade im Lektorat. Die Rohfassung des dritten Teils – „Die Apokalypse“ – habe ich im Juni beendet. Meine beiden Testleser sind schon am Lesen und haben schon einige gute Anmerkungen gebracht, die in die Überarbeitung einfließen werden. Außerdem schreibe ich an meiner Uhrengeschichte (Arbeitstitel). Ebenfalls ein Urban-Fantasy-Projekt, aber mit sehr wenig Magie. Es ist meine erste Ich-Geschichte, die ich schreibe und das erste Mal, dass meine Protagonisten teilweise meine Planung über den Haufen wirft. Ich genieße es aber, ganz in ihren Gedanken abzutauchen und herauszufinden, was sie eigentlich will.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
„Die Boten des Schicksals – Die Reiter“ werden hoffentlich noch dieses Jahr veröffentlicht, spätestens Anfang nächsten Jahres. Da der dritte Teil in der Rohfassung fertig ist, stehen die Chancen gut, dass er schon Ende nächsten Jahres folgen kann. Für die Uhrengeschichte suche ich noch einen Verlag, der sie veröffentlichen will.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Einige! Ich plane noch eine Wolfsgeschichte (Arbeitstitel) und habe dafür schon Kontakt mit dem NABU aufgenommen, damit ich die Wölfe möglichst realitätsgetreu darstellen kann. Außerdem ist mir im Traum ein Pirat erschienen, der leider nichtmehr verschwinden will, bis ich endlich seine Geschichte erzählt. Wahrscheinlich wird das sogar mal ein Manuskript, das im Romantasy-Bereich angesiedelt ist. Diese beiden Ideen sind gerade am präsentesten, aber in meinem Notizbuch stehen noch so einige mehr.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Ein Buch zu veröffentlich reicht nicht – man muss es auch bewerben, damit es gekauft wird. An dem Punkt arbeite ich immer noch an mir. Außerdem ist es immer besser, keinen genauen Veröffentlichungstermin zu geben, wenn noch zu viele Schritte (Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Coverdesign etc.) zu erledigen sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines davon länger braucht als gedacht und sich der VÖ-Termin nach hinten schiebt, ist riesig.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
„Spür den Regen“ habe ich in eine mittelalterliche Welt gesetzt. Die Boten und die Uhrengeschichte spielen in unserer heutigen Welt. Das macht mir mehr Spaß, mein Stil passt eher zu Geschichten, die in der Moderne und nicht im Mittelalter spielen. Bereut habe ich es aber keineswegs, Spür den Regen in das Setting gesetzt zu haben. Ich lerne mit jedem Buch auch ein bisschen mehr über mich. Als ich Spür den Regen geschrieben habe, habe die mittelalterliche Zeit nicht in Frage gestellt. Mittlerweile überlege ich beim Plotten genau, welche Zeit am besten zu der Geschichte passt. Das Setting ist daher der größte Unterschied. Aber auch am Stil ist zu merken, dass ich mich weiterentwickelt habe. Meine nachfolgenden Bücher werden sicher auch wieder einen Unterschied im Stil  zu den Boten und der Uhrengeschichte aufweisen, einfach, weil sich das eigene Schreibhandwerk stetig weiterentwickelt.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Die Werbung! Ich bin einfach keine Rampensau. Ich weiß zwar theoretisch, wie Social Media funktioniert, praktisch denke ich mir aber bei 80% meiner Posts „Interessiert das die Leute wirklich? Kann ich das wirklich so posten?“ und lösche sie dann wieder. Eine gute Freundin hilft mir mittlerweile, meine Kanäle ein wenig auf Vordermann zu bringen und da bin ich ihr unendlich dankbar für! Das Schreiben an sich stellt mich auch manchmal vor Herausforderungen – vor allem, wenn die Zweifel wieder überhand nehmen. Sich dann trotzdem hinzusetzen und durchzubeißen, bis die Zweifel wieder der Begeisterung für die Geschichte weichen, ist jedes Mal wieder eine Herausforderung.

Hast du eine Schreibroutine?
Nein, leider nicht. Als ich noch bei der Zeitung gearbeitet habe, habe ich meist vor der Arbeit geschrieben – dem geschuldet, dass Redaktionen generell eher später als früher mit der Arbeit anfangen. Mittlerweile schreibe ich einfach dann, wenn ich gerade ein paar Minuten dafür erübrigen kann und keine anderen, dringenden Sachen im Autorenleben oder bei 9lesen anstehen.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Erzähl mehr Leuten, dass du schreibst! Versteck das nicht, nur weil du dein Manuskript seit ein paar Wochen (oder Monaten *hust*) nicht mehr angeschaut hast! Und gib es auch endlich mal aus der Hand, wenn du schon zum dritten oder vierten Mal „Ende“ darunter geschrieben hast. Es ist fertig, es braucht nicht noch eine Überarbeitung. Alles Weitere kannst du im Lektorat glatt bügeln – und ein Verlag findet sich im Übrigen nur, wenn du dich auch traust, auf Verlage zuzugehen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Jede einzelne Leserstimme motiviert mich, weil ich es unglaublich finde, dass meine Geschichten wirklich gelesen werden. Und es war eine große Inspiration, als ich 2016 in die Autorencommunity hereingekommen bin, unter anderem auf Twitter, und plötzlich überall um mich her andere Autoren waren. Dass da plötzlich Leute waren, die meine Probleme verstanden. Jeder einzelne inspiriert mich ungemein – es sind alles Menschen, die ihren Traum leben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Noch mehr Bücher schreiben, irgendwann wirklich Vollzeit-Autorin sein. Und 9lesen zusammen mit meinem Team noch weiter voranbringen. Ich liebe mein Autorenleben gerade und hoffe, dass es in der Zukunft genauso so wunderbar weitergehen wird.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das Angebot meines ersten Verlagsvertrags. Das war ein wunderbarer Moment und ich bin dem Verlag Schruf & Stipetic nach wie vor dankbar, dass sie mir die Chance gegeben haben. Außerdem habe ich in meinem ersten Buch eine Widmung an meine Eltern eingebaut – ich habe das große Glück, dass meine Eltern meinen Traum, zu schreiben, immer bedingungslos unterstützt haben. Als mein erstes Buch, Spür den Regen, dann auch noch gedruckt als Taschenbuch erschien, habe ich die Widmung für sie persönlich ergänzt und zu dem „Für meine Eltern“ ein handschriftliches „und baldige Großeltern“ eingefügt. Es war einer der schönsten Momente in meinem ganzen Leben, als ich ihnen die Widmung zeigte.

 

Eine kleine Kostprobe…

Der Anfang meiner Uhrengeschichte:

Bin ich der Bücher überdrüssig, der immer gleichen Geschichten?

Ich habe schon so oft mit Ali Baba gegen die vierzig Räuber gekämpft, bin mit Faust auf den Teufel hereingefallen, habe mit Kapitän Ahab Moby Dick gejagt.

Meine Hände streichen über die ledergebundenen Buchrücken, dicke und dünne Bände zieren die endlosen Regale. Doch was endlos scheint, ist endlich. Nach genau einhundert Schritten stoßen meine Finger an eine glatte Wand. Die Regale sind auf ihr weitergemalt. Wenn ich meine Hand nicht auf die Wand lege, weiß ich nicht, wo sie beginnt und meine Welt endet.

Einhundert Schritte in jeder Richtung, das ist mein zu Hause, meine Welt. Drei Wände sind glatt wie Glas und bemalt. So oft bin ich schon dagegen gelaufen, weil ich durch meine Augen nicht erkennen kann, wo sie beginnen. Die vierte Wand ist mir lieber. Sie ist ein großes, sich immer weiter drehendes Zahnrad. Zahnräder sind auch in meinem Himmel, lassen mich ihr stetes Klicken hören.

Tick tack, tick tack.

Manchmal, wenn ich fest die Augen schließe und mich darauf konzentriere, kann ich das große Zahnrad verschwinden lassen. Ich sehe eine bunte Welt mit blauem Himmel. Weiße Wolken ziehen über den Himmel, grünes Gras wächst auf den Wiesen, rote Äpfel hängen an Bäumen. Diese Welt ist nicht kupfern und golden wie meine. Aber diese Welt ist immer einen Schritt zu weit entfernt. Nur ein Ticken später ist das Zahnrad wieder da, klickt sich weiter in seinem ewig gleichen Spiel.

Tick tack, tick tack.

Vor langer Zeit einmal habe ich zu den Bäumen rennen und einen Apfel pflücken können. Wie lange ist das schon her?

Doch Hoffnung habe ich weiterhin. Mein Großvater brachte mich an diesen sicheren Ort. Er versprach mir, mich wieder zu sich zu holen, wenn in dieser bunten Welt mit dem wunderschönen blauen Himmel keine Gefahr mehr droht.

Wie lange bin ich schon hier? Ich weiß es nicht. Länger, als Dschinni in seiner Wunderlampe gefangen war? An manchen Tagen fühlt es sich so an. Ich ziehe das Buch aus dem Regal. Es bleibt mir nichts als zu lesen und auf das Klicken zu hören.

Tick tack, tick.

Das Buch fällt aus meinen Händen. Der Aufschlag klingt dumpf in dieser Stille ohne ein Klicken. Ich reibe mir die Ohren. Warum höre ich das Ticken nicht mehr? Ich drehe mich zu dem großen Zahnrad um. Es steht still. Genau wie die Zahnräder in meinem Himmel. Mein Herz setzt einen Schlag aus, als hätte es durch das fehlende Ticken vergessen, dass es schlagen muss. Es schlägt doppelt so schnell wie vorher weiter. Ich strecke zitternd eine Hand nach dem großen Zahnrad aus. Kann ich es wieder anschieben? Hat es sich nur verklemmt?

Gleißendes Licht fällt durch das große Zahnrad herein. Geblendet schließe ich die Augen. Ich gehe einen Schritt zurück, suche das Regal hinter mir. Daran will ich mich entlang hangeln, weg von dem gleißenden Licht. Meine Finger greifen ins Leere. Ich verliere das Gleichgewicht, stürze auf einen weichen Boden.

 


Andrea Schrader

 

Ihre Veröffentlichungen:

  • Spür den Regen, auf amazon* kaufen
  • Die Boten des Schicksals, auf amazon* kaufen

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Stephanie Koshka #ProjektArbeitstitel

Stephanie Koshka #ProjektArbeitstitel

Stephanie Koshka #ProjektArbeitstitel

Heute stelle ich euch wieder eine kreative Autorin vor: Stephanie Koshka, alias „Fieberherz“, die ihren Gedichtband selbst liebevoll für jede Person selbst heftet. Darin finden sich neben ihren Gedichten auch eigene Illustrationen!

Mein Name ist Steffi, begreife mich als Nacht- & Sturmkind, kreiere Texte, Bilder und luzide Träume, wenn ich nicht gerade an dem Abschluss meines Studiums arbeite.

Das Schreiben begleitet mich schon immer, aber als ich klein war, wollte ich unbedingt hauptberuflich Autorin werden. Dieser Traum zerbrach ein bisschen an der (mich lähmenden) Realität und den Erwartungen anderer an mich. Die Möglichkeit, einen anderen Hauptberuf zu haben und dennoch Autorin sein zu können, kannte ich nicht. Das begriff ich erst in meinen Zwanzigern und das Gefühl, hinsichtlich des Traums versagt zu haben, wich der neu entflammten Liebe für das Schreiben, ohne das ich einfach nicht kann.

Vornehmlich schrieb ich ganz früher Fanfictions, dann viele Blogbeiträge, prosaische Lyrik und Kurzgeschichten, aber eigentlich sollten – sollen – es Romane werden. Daran arbeite ich noch, in meinem Tempo eben und das ist so legitim, wie niemand es außer mir selbst nachvollziehen kann. Aber immerhin, in Maßstäben von „Veröffentlichung“, hat es 2018 eine Science-Fiction-Kurzgeschichte in eine Anthologie geschafft und ich habe 2019 ein Gedichtheft herausgebracht.

 

Die Asche des Prinzen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Momentan sind drei Projekte in drei Stadien vorhanden. Zuerst ist da „Die Asche des Prinzen“, Urban Fantasy mit fertiger Rohfassung und in Überarbeitung. Dann ist da „Geist und Schatten“ (Arbeitstitel), ebenfalls Urban Fantasy, dessen Rohfassung in der Fertigstellung begriffen ist. Und zu guter Letzt plotte ich gerade Projekt Nr. 3, „Wie Federn so schwer“ (Arbeitstitel) quasi alternative Zukunft, weil Magie darin unsere uns bekannte Welt doch schon sehr verändert hat, aber insgesamt eher dem Genre Science Fantasy zuzuordnen ist.

Abgesehen von dem Fantasy-Aspekt eint auch alle Projekte, dass sie möglichst nicht normativ daherkommen und wenn doch stellenweise, genau das zur Diskussion stellen. Mir fehlt Diversität in der Fantasy-Literatur, ich möchte also genau das zu einem Markt beitragen, in dem sich schon meist weiße/(binär gedacht) männliche/heterosexuelle/cis/able-bodied und -minded Menschen 1:1 wiederfinden. Das heißt nicht, dass ich Diversität zum Thema und/oder „Plotkatalysator“ mache, aber sie ist da. Sie spielt manchmal kaum eine Rolle, ich kann aber auch nie so schreiben, als wäre sie „egal“, denn dann verschließe ich mich der mir selbstauferlegten Aufgabe, problematische Aspekte unserer Gesellschaft durch die Phantastik widerzuspiegeln.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Für die Romane, allen voran eben erst einmal „Die Asche des Prinzen“, strebe ich einen Verlagsvertrag an, am liebsten aber mag ich vorher in einer Agentur unterkommen, um so verlagsunabhängiger mehr aus meinen Texten herauszuholen und eine*n erfahrene*n Agent*in zu haben, der/die die Verlagsbranche kennt. Da es direkt nach dem Studium in den Beruf geht, traue ich mir gerade Selfpublishing (noch) nicht zu, insbesondere aufgrund meiner knappen Ressourcen in Sachen Zeit und Geld. Und wenn jetzt jemand sagt „Du musst dir nur Zeit nehmen wollen!“, der Person kann ich nur sagen: Zeit (bei mir auch stark gekoppelt mit Kraft) ist in meiner Welt keine unbegrenzte Ressource, besonders dann, wenn man (hauptberuflich) auch noch einen weiteren Traum verfolgt. Einteilung muss bei mir sein, damit es gut wird. Und Unterstützung zu erhoffen ist in meinen Augen keine Schande.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
In der Schublade schlummert ganz offiziell Projekt 0, namentlich „Saint Blake“ (Science Fantasy). Meine große Projektliebe, aber ich muss dem Roman noch gerecht werden, indem ich mich mit anderen Projekten vorher entwickle. Bislang stehen 100k, damit sind 2/3 fertig, aber die wollen noch mit Erkenntnissen aus den Folgeprojekten runderneuert werden.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Habe erstmal (voll nett gemeint) Leuten die Anthologie mit meiner Kurzgeschichte zum reduzierten Autor*innen-Preis angeboten und musste ganz fix zurückrudern, wegen der Buchpreisbindung, haha. Ansonsten habe ich gemerkt, dass nur weil ein*e Verleger*in Begeisterung für einen Text zeigt, daraus nicht zwingend gute und wertschätzende Kommunikation von der Seite des Verlages oder gar gute Werbung folgt. Das klingt jetzt bitter, macht es mich aber nicht. Ich weiß, dass es auch sehr oft anders läuft und habe Zuversicht, dass es so positiv anders kommen wird.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Die Rohfassung. Bei gerade einer beendeten Rohfassung und einer in ihren Endzügen vermutlich auch kein Wunder. Aber ich bin optimistisch, dass es besser wird, ich lasse mich von Langstrecken nicht mehr so entmutigen wie noch vor 10 Jahren und identifiziere immer besser, womit bzw. wie ich mich selbst hindere.

Hast du eine Schreibroutine?
Eine Schreibroutine habe ich am ehesten während des NaNoWriMo, da klinke ich mich immer komplett aus SoMe aus und fahre Sozialkontakte fast auf Null herunter. In der Zeit schreibe ich auch nur am PC und immer mit Rücken- und Handgelenkstützen mehrere Stunden pro Tag.
Routine im Sinne von „Gewohnheiten“ sind abseits dieses Aktionsmonats eher hinderlich für mich, weil mein Studium und meine Arbeit immer wieder spontanes Planen erfordern. Außerhalb des NaNo komme ich am besten voran, indem ich kurzentschlossen bleibe, da ist für Routine neben Arbeit und Studium bei mir wenig bis kein Platz. Also schreibe ich auch mal in einem Park, in einem leeren Vorlesungsaal, in Wartezimmern etc., mal 100 Worte, mal 1000. Oder auch mal nichts am Manuskript selbst, sondern nur am Worldbuilding eines Projekts, das noch nicht im Stadium einer Rohfassung ist.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
1) Strukturiere deinen Roman vor, zumindest grob. Aber eben von Anfang bis Ende. Das verringert die Chance, dass du beim Überarbeiten komplett sauer auf dich selbst bist oder dass du gar mitten drin bei Ideenlosigkeit meinst, das ganze Projekt wäre „Müll“.

2) Teste, womit und wie du am besten plotten, schreiben und überarbeiten kannst. Und entscheide dich, auch einfach nur je Projekt. Wechseln kannst du immer. Was einmal gut funktioniert hat, muss nicht immer funktionieren (und andersherum). Es gibt meiner Ansicht nach je schreibende Person und je Projekt kein Patentrezept. Stick to design thinking, not designs.

3) Trau dich, Fehler zu machen, besser – akzeptiere sie, denn du wirst sie noch und nöcher machen. Eine Rohfassung ist NIE das Endprodukt. Das Ausmaß der Überarbeitung entspricht in meinen Augen nicht der Qualität der Idee, denn der Schreibprozess wird von zu vielen Faktoren beeinflusst (bewusst, unbewusst).

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Inspiriert werde ich von einige, motivieren kann nur ich mich selbst. Inspiration ist für mich in großem Maße seit vielen Jahren z.B. Marie Graßhoff, weil sie nicht nur die guten Seiten des Schreibens teilt, sondern auch mal von Selbstzweifeln berichtet. Und zusätzlich an ihren Träumen festhält und so von Selfpublisherin zu Autorin bei Agentur und namhaften Verlagen geworden ist.

Da sind aber auch Tanja Voosen und Lea Melcher.

Tanja, weil sie eine großartige und dabei bodenständige Autorin ist, die unglaublich sympathisch und offen sowohl on-, als auch offline kommuniziert. Sie betont immer wieder, dass man immer klein anfängt und macht anderen Mut, an ihre Ideen zu glauben. Zusätzlich unterstützt sie Kolleg*innen bei VÖ so sehr, überhaupt alles, was sie mag, dass mir regelmäßig das Herz überschwappt, wenn ich z.B. ihre Stories auf Insta sehe und mir am liebsten alles kaufen will, was sie begeistert teilt.

Lea, weil sie sich neben dem Schreiben auch hinsichtlich Illustration betätigt (und da ganz wunderbare Dinge zaubert, die zeigen, wieviel Herz & Fleiß daran hängen) und mir (wo ich auch blogge, fotografiere, dichte) so die Angst nimmt, ich müsse „nur“ Autorin sein. Abgesehen davon ist sie auch ganz groß darin, auf ihre Leserschaft einzugehen und so sehr nahbar und sympathisch zu sein.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ein Agenturvertrag und/oder ein Verlagsvertrag. Nicht, weil ich Selfpublishing nicht mag, ganz im Gegenteil, aber weil ich glaube, dass ich mich etwas besser dem Schreiben widmen kann neben dem Hauptberuf, wenn ich da Unterstützung habe bzw. Menschen, die genug an mich glauben, um ihre Zeit und Kreativität in meine Ideen zu stecken und sie gemeinsam mit mir zu optimieren. Außerdem wird das trotz (gerade wegen?) Designstudium eine neverending story, wenn ich für mich selbst das Cover gestalten würde, haha.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als eine liebe Bekannte mich beim Erzählen von die „Die Asche des Prinzen“ stoppte und sagte, sie wolle „vor der Veröffentlichung“ nicht gespoilert werden. Als ich mein erstes Belegexemplar in den Händen hielt. Oder als ich das erste Mal nach einer Widmung gefragt wurde. Zum Beispiel. Aber die stehen für mich alle auf einer Stufe, ich kann mich nicht entscheiden.

 

Eine kleine Kostprobe…

Ja, kann ich, sind aber ohne Lektorat. You have been warned 😉. Ausschnitt aus der Rohfassung von „Geist und Schatten“:

„Sicher, sicher, wie du magst“, ließ Mars halb im Wegdrehen begriffen verlauten und begann, Aris Tee anzurichten. Im nächsten Moment zuckte sie etwas zusammen, als Ari sie sachte an einer Schulter berührte und die Hand dann in Marcelines Nacken wandern ließ. Und es war immer ein gutes Zeichen, wenn Mars sich umdrehte, die Augen geschlossen, und Aris Gesicht ertastete. So wie jetzt, wo die Aussicht auf Tee plötzlich um so vieles uninteressanter geworden war.

Ari wartete, bis Mars sie küsste, so wenig zögerlich bereits, dass sie das alles am liebsten direkt ins Schlafzimmer verlegt hätte. Aber irgendetwas trübte heute Marcelines Licht und Ari wollte sie nicht verschrecken. Und versuchte zu verdrängen, wie lange sie sie heute stumm verfolgt hatte, weil sie meinte, das heute zu brauchen und zu dürfen.
„Was ist los?“ Mars pausierte kurz und legte ihre Stirn an Aris. Ihr Atem war deutlich hastiger geworden und zwischen jedem Wort der Sorge stand leichter Unwille, sich jetzt überhaupt mit etwas anderem als dem Schweigen zu befassen.

Ari lachte leise auf, legte Mars beide Hände unterhalb des Steißes und setzte sie auf die Anrichte. Wem brachte es etwas, wenn Mars erfuhr, was heute geschehen war. Wem brachte es etwas, wenn sie jetzt aufhörten.
„Was-“
„Augen zu!“, unterbrach Ari sie. „Ich pass schon auf, auf dein Kleid. Auf dich“, flüsterte sie dann, um so viel Sanftheit bemüht, wie sie nur aufbringen konnte. „Wirklich. Vertrau mir.“ Und zwischen dem nächsten und übernächsten Kuss auf die Halsbeuge ihrer kleinen Sängerin wiederholte sie „Vertrau mir“ und glaubte gerade selbst, dass das gerechtfertigt sein musste. Schon immer war. Immer so sein würde.

 


Stephanie Koshka

 

Steffis Veröffentlichungen könnt ihr auf ihrem Blog einsehen. Dort könnt ihr auch das Gedichtheft „Blnk“ bestellen.

 

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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(Blogtour) Die magischen Wesen aus „Das steinerne Schloss“ von Anna Weydt

(Blogtour) Die magischen Wesen aus „Das steinerne Schloss“ von Anna Weydt

Die magischen Wesen aus „Das steinerne Schloss“ von Anna Weydt

Ahoi ihr Lieben!

Willkommen zum letzten Stopp der Blogtour. Ich stelle euch heute die magischen Wesen aus „Das steinerne Schloss“ von Anna Weydt vor!

 

Magische Wesen

Greif

Ein Greif ist ein mythologisches Geschöpf, das bereits in vielen Büchern eine Heimat gefunden hat. Seidenschnabel aus der Harry Potter Reihe dürfte eines der bekanntesten Exemplare sein. In der Rollenspielreihe „Das schwarze Auge“ ist der Gott Praios eine Greif. Greife haben einen Vogelkopf, Flügel und einen Löwenkörper. Es gibt Abwandlungen in denen nur die Hinterläufe die eines Löwen sind. Sind die Hinterbeine die von Pferden – wie bei Seidenschnabel – spricht man von einem Hippogreif.

http://kulturschnitte.de/Rollenspiel/Bobbel/alveran.htm

Mit ihren Flügeln erobern sie den Himmel und mit ihren scharfen Pranken haschen sie nach ihrer Beute. Überall werden Greife als majestätische und mächtige Geschöpfe bewundert. Sie gelten als intelligent, stolz und eigensinnig. Gelingt es einem Menschen, die Gunst eines Greifen zu erlangen, so darf er vielleicht eine Runde auf dem breiten Rücken mitfliegen.

Sie hörte Krallen über den Boden schaben, und kurz darauf schob sich ein gefiederter Kopf in ihr Sichtfeld. Eilig wollte sie sich abwenden, doch die goldenen Augen des Greifen bannten sie an Ort und Stelle. Sie bewegte sich nicht, und auch er verharrte einen Herzschlag lang. Dann begann er sich an ihrer Hand zu reiben. Dabei schnurrte er so laut wie ein alter Dieselmotor und knabberte mit seinem Schnabel an ihrer Hand. Charlie grub ihre Finger in den fedrigen Kopf, was den Greifen nur noch lauter schnurren ließ.

Protagonistin Charlie begegnet im Buch recht früh einem Vertreter dieser Rasse und lernt: „Die Weibchen haben bunte [Federn], die Männchen schwarze.“ Greife sind der menschlichen Sprache nicht mächtig, sind jedoch intelligent genug, um Menschen zu verstehen und durch ziepen, zwicken und kuscheln zu kommunizieren.

 


Ghul

Ein schattenartiges Wesen mit stacheligem Schwanz, das krabbelt und kriecht oder auf seinen hufigen Hinterläufen geht. Sein Biss kann für normale Menschen tödlich sein, wenn er nicht sofort behandelt wird. Dieser Kreatur will man weder tags noch nachts begegnen!

Über den Lärm hinweg hörte sie sein Geifern, roch den faulen Hauch, der ihn umgab. Wie in Zeitlupe sah sie das Wesen auf allen Vieren mit verdrehtem Gang bis zur Kante des Bahnsteigs rennen – und abspringen. (…) Gleich würde der Ghul über sie herfallen, sie zerreißen, mit seinem stacheligen Schwanz würgen, wie er es schon im Altenheim hatte tun wollen.

Ghule gelten in der persisch-arabischen Mythologie als sehr gefährliche Dämonen, finden sich jedoch in vielen Kultur- und Mythologiekreisen wieder. Durch die „Geschichten aus tausenduneiner Nacht“ erlangten sie weltweite Popularität und bevölkern seither zahlreiche Bücher, Filme und Serien. Wie Zombies haben sie oft großen Hunger auf Menschenfleisch und gelten als eher einfältig. Jedoch sind Ghule im Gegensatz zu Zombies oder Wiedergängern nie Menschen gewesen.


Hydra

Das Wesen war eine Schlange – zumindest, wenn man davon absah, dass es mehr als sieben Köpfe besaß, die sie alle mit einer Intensität anstarrten, die ihr angst und bange werden ließ.

Die vielen Augen der Hydra zogen sich zu schmalen Schlitzen zusammen. „Dir steht die Wahl nicht frei, Trägerin. Du kannsssst dich entscheiden: Entweder du kommsssst mit, oder deiner Familie wird essss schlecht ergehen.“

Auch die Hydra ist ein Wesen aus der griechischen Mythologie. Für jeden Kopf, den man ihr abschlägt, wächst einer nach. Will man das wirklich ausprobieren, wenn man keine Superkräfte wie Hercules hat? Jedenfalls ist die Hamburger Hydra auch in dieser Erzählung keine freundliche Gestalt, sondern arbeitet gegen unsere Helden Charlie.

 


Harpye

Harpyen gibt es auch in Hamburg! Von Griechenland aus haben sich diese Vogelwesen inzwischen überall ausgebreitet. Scharfe Klauen, Flügel und ihr elsterngleiches Wesen machen sie zu hartnäckigen Feinden. Wer einen Schatz aus ihren gut bewachten Nestern stibitzen will, sollte sich vor diesen launischen Kreaturen hüten! Ihr natürlichen Erzfeinde sind die Greifen.

Behutsam bahnte sie sich ihren Weg über die verschmolzenen Metallgegenstände, die den Boden und die Wände des Nestes bildeten. (…) Stattdessen flogen sie hinein und heraus. /

Sie hatte sich mit ihren Vogelkrallen an den Rand des Nestes gekrallt. (…) Ihr Blick aus reptilienartigen Augen (…). Das Wesen hatte in etwa die Größe eines Menschen. Mit Ausnahme des menschlichen Kopfs glich die Harpyie ansonsten aber eher einem Vogel.

Wusstet ihr, dass Harpyen in „Das steinerne Schloss“ wie Fledermäuse über Kopf schlafen? Irgendwie niedlich. Zumindest solange bis sie aufwachen! Ihre Flügel können sie zumindest für kurze Zeit in menschliche Arme verwandeln, um besser Dinge greifen zu können.

„Was tut ihr hier?“, fragte sie mit einer Stimme wie der Wind selbst. Sie klang so fremd, dass Charlie ein kalter Schauer über den Rücken lief.


Weitere Wesen

In Anna Weydst Buchwelt wimmelt es nur so von Kreaturen! Natürlich kann nicht jedes Wesen eine wichtige Rolle einnehmen und viel Platz im Buch klauen, denn schließlich geht es um unsere menschliche, aber besondere Charlie! Vorenthalten möchte ich sie euch dennoch nicht. Einigen magischen Wesen werdet ihr nur begegnen, wenn ihr das Buch selbst lest…

Baby-Kraken?

[Die Kreatur] ähnelte einem Oktopus. Einem Oktopus, der extrem viele, extrem scharfe Zähne zu haben schien. (…) Das Vieh war total auf sie fixiert(…) und streckte seine Tentakel nach ihr aus. Er riss sein Maul auf, und Charlie stockte der Atem: Hinter der vorderen Reihe Zähne rotierten in seinem Rachen fünf weitere.

Ich möchte eins! Ob das ein Baby-Kraken ist?

Drachen

Sie gehören zu den bedrohlichsten Kreaturen der Welt in „Das steinerne Schloss“.

Ein Kreischen durchbrach die Stille der Nacht. Es klang wie tausend Stimmen, gefangen in einer. (…) „Das war ein Drache. Verflucht, das macht es uns schwerer. Drachen sind ein ganz anderes Kaliber als Ghule und Vampire.“

Vor ihnen stand ein einzelner Mann auf der Straße. Er war wie aus dem Nichts erschienen, hatte seine Finger in die Gürtelschlaufen gehängt und starrte sie aus rot glühenden Augen an.

Fee

Feen spielen in „Das steinerne Schloss“ keine allzu große Rolle. Sie sind klein und verstecken sich gerne in Bücherregalen. Sie sind liebreizend und flirten gern.

Irrlicht

„(…) Irrlichter haben nur dann einen freien Willen, wenn sie in der Nähe eines Moores sind. Ansonsten sind sie wie schwebende Glühbirnen.“

 

„Das steinerne Schloss“ lohnt sich nicht nur wegen Magie, ein bisschen Romantik und Action, sondern auch um die beeindruckende Riege an magischen Kreaturen besser kennen zu lernen. Zu viel wollte ich nämlich nicht verraten, denn einige dieser Kreaturen spielen wichtige Rollen im Buch.


Gewinnspiel:

Natürlich gibt es auch ein Gewinnspiel! Es läuft vom 13.09 bis zum 18.09 um 23:59 Uhr. Die Gewinner werden am 19.09 von Anna Weydt bekannt gegeben (Teilnahmebedingungen).

Was müsst ihr tun? Besucht diesen Beitrag von Anna Weydt und macht den Test, welcher euer magische Begleiter sein wird. (Den Test findet ihr hier.)

Die Beiträge zur Blogtour


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Das Buch

  • Autorin: Anna Weydt
  • Titel: Das steinerne Schloss
  • Verlag: books2read
  • Genre: Urban Fantasy
  • 323 Seiten, Ebook: 0,99€
  • auf amazon* anschauen

Worum geht’s?
Die Hamburger Studentin Charlie vergisst den Talisman ihres Großvaters eigentlich nie. Als es trotzdem eines Abends passiert, werden sie und ihr Dozent von einer schattenartigen Kreatur gejagt und verletzt. Ein mysteriöser junger Mann, der auf einem Greif reitet, kommt ihnen zu Hilfe. Damit wird Charlie in eine magische Parallelgesellschaft und einen uralten Kampf verwickelt, in dem sie selbst noch eine große Rolle spielen soll. Doch jeder verbirgt Geheimnisse und hat eigene Interessen und Charlie scheint der Schlüssel zu sein – wem kann Charlie vertrauen?


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[Rezension] Zeitlose – Doras Erwachen von Eva-Maria Obermann

[Rezension] Zeitlose – Doras Erwachen von Eva-Maria Obermann

Ich respektiere die liebe Eva nicht nur als großartige Autorin und Bloggerkollegin, sondern zähle sie auch als Freundin. Nachdem ich bei einer Leserunde Band 1 der Zeitlose Reihe gelesen hatte, war klar: Ich muss wissen, wie es weitergeht! Das Buch von der lieben Eva übrigens als Rezensionsexemplar geschenkt bekommen, aber leider bin ich erst jetzt dazu gekommen, es zu lesen.
Ob es den ersten Teil übertreffen konnte? Die Leseprobe zum Buch habe ich übrigens anlässlich des Erscheinens vertont.

Eva-Maria Obermann: Zeitlose 2 – Doras Erwachen


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  • Autorin: Eva-Maria Obermann
  • Titel: Zeitlose – Doras Erwachen (Band 2 der Zeitlose Trilogie)
  • Verlag: Schwarzer Drachen Verlag
  • Genre: Urban Fantasy, Romantik
  • 314 Seiten, Taschenbuch: 14,90€ | Ebook: 6,90€
  • auf amazon* anschauen

Worum geht’s?

Dora ist nach den Ereignissen um Nathan, Fiona, Simeon und Nancea aus dem ersten Band sehr verwirrt. Sie weiß nicht mehr, was ihre Träume oder Gefühle sind und wer sie selbst ist. Oder wer sie sein möchte? Mit der Hilfe ihrer besten Freundin Anna und deren Partner Carl, versucht sie ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Doch anstatt von Nancea zu träumen sieht Dora nachts nun die Bilder und Geschichten anderer Frauen, die ebenfalls von Nancea träumten. Und die meisten von ihnen starben eines schrecklichen Todes. Dora spürt, dass es noch nicht vorbei ist und als sie den Mädchen auf den Grund geht, muss sie sich unweigerlich wieder mit Nathan auseinandersetzen. Außerdem steht Oscar vor der Tür und will eine zweite Chance. Unverhoffte Hilfe findet sie in einem kleinen mysteriösen Buchladen in den Gassen Mannheims…


 

Meine Meinung:

Der erste Band endete zwar nicht mit einem fiesen Cliffhanger, aber ich war doch sehr neugierig, wie es weitergeht. Einige Fragen blieben ungeklärt und vor allem Doras Leben war ordentlich durcheinander gewürfelt. Damit hatte sie in der ersten Hälfte auch ordentlich zu kämpfen. Panikattacken, soziale Isolation, depressive Züge – Dora hatte es nicht leicht, doch ihre liebenswerte Mitbewohnerin Anna und deren Freund Carl waren stets an ihrer Seite um Dora aufzubauen.

Nach allem, was Dora durchmachen musste, fiebert man mit ihr und wünscht sich so sehr, dass sich alles zum Guten wendet. Im ersten Teil war ich definitiv für ihren Oscar, doch im zweiten Teil merkte man deutlich, dass er aufdringlich ist und Dora nicht den Freiraum lässt, den sie braucht. Auch Nathan war keine große Hilfe, denn wenn er auftrat, brachten seine Handlungen Dora noch mehr durcheinander.

 

Turbulente Träumerei

Anstatt von Nancea und Simeon zu träumen, wurde Dora nun von anderen Visionen heimgesucht. Körperlich einnehmende und viel zu reale Träume von den Mädchen, die ihr Schicksal teilten und meist eines unglücklichen Todes starben. Mädchen, die es nicht geschafft hatten, Nancae und Simeon zu retten oder loszulassen, die von den Träumen aufgefressen oder in den Wahnsinn getrieben wurden. Dora spürt, dass diese Träume wieder etwas bedeuten, doch sie verschließt sich, will flüchten. Ihre Verletzlichkeit und ihre Erschöpfung wurde hier deutlich, jedoch hat mich in der ersten Hälfte des Buches ihr Unwillen etwas zu verändern, sich Hilfe zu holen (außer von Freundin Anna) oftmals aufseufzen lassen. Sie versank in Gedankenspiralen und Selbstmitleid, sodass es Dora selbst und mir als Leserin irgendwann ein wenig auf die Nerven ging.

Aber sobald Dora über die Schwelle von Elisabeths Buchladen stolperte, nahm das Buch Fahrt auf. Dora erwachte aus ihrer Ohnmacht und begann, endlich wieder zu forschen, zu hinterfragen und zu agieren. Die vielen Offenbarungen und neuen Erkenntnisse, die Entwicklung der Träume und ihrer Bedeutung fand ich total spannend. Immer wieder Erinnerungsschnipsel gemischt mit dem langsame Vortasten – das war superspannend. Dass dabei Doras Privatleben – also Oscar, der um eine zweite Chance bettelte; ihre Freundin Anna und deren Probleme; die Uni – nicht komplett ausgeblendet wurde, fand ich sehr gut und realistisch. Außerdem hat es die Spannung nochmal gekitzelt, wenn Dora nicht weiterforschen konnte, sondern sich anderen Dingen widmen musste.

Das Leben kommt einem eben oft dazwischen.

Das Finale war wiedereinmal grandios konstruiert – wie es sich langsam zugespitzt hat, dann die Offenbarung wie ein Knall und ein Showdown. Das Ende vom zweiten Band ist deutlich fieser als von Band 1. Denn mit all den gewonnen Erkenntnissen und den großen Schritten in die richtige Richtung ist Dora nicht nur erwacht, sondern voll in Aktion. Und das ist einfach nur cool!

Einfach traumhaft!

Evas Schreibstil ist eine angenehme Abwechslung. Sie schafft es gefühlvoll und intensiv zu schreiben, ohne Kitsch und Überdramatisierung. Auch Alltagshandlungen, Essen, Gerüche, Sinneseindrücke webt sie mit Leichtigkeit in die Geschichte ein, zeichnet lebendige Charaktere und Bilder im Kopf.

Während es in Band 1 vor allem um Nancea und Simeon ging, lernen wir in Band 2 die eigentliche Heldin Dora besser kennen. Und ihre Entwicklung ist wirklich großartig. Wie sie ihren Weg geht, sich sucht, zweifelt, liebt und auch mal schlechte Entscheidungen trifft – das fand ich großartig. Aber es wird auch klar, dass die Unterstützung guter Freunde unabdingbar ist. Und solche Freunde wie Anna und Carl kann man sich einfach nur wünschen. Deswegen hat es mich sehr gefreut, dass auch die beiden ihre Zeiten im Buch hatten. Die Probleme und Sorgen der anderen Charaktere gingen nicht unter, auch wenn Dora oft mit sich selbst beschäftigt war. Die innige Zuneigung und das Band der Freundschaft zwischen Anna und Dora wurde deutlich.

Originelle Entwicklungen

Für eine traumhafte Urban Fantasy/Romantasy Geschichte geht „Zeitlose“ neue Pfade. Mannheim und unsere Zeit als Schauplatz sind der Anker, der uns nach den traumhaften Sequenzen daran erinnert, dass wir es hier mit Menschen zu tun haben. Realen Menschen, die lieben, leiden und sterben. Dora ist eine erwachsene Frau mit Zielen, Wünschen, aber auch Verpflichtungen. Die treten keinesfalls in den Hintergrund, nur weil übersinnliche Träume oder Ereignisse sie heimsuchen. Die Arbeits- bzw. Uni-Welt hat nicht so viel Verständnis und lässt nicht so viel Zeit für Nachforschungen und Träumereien. Realistik in einem sonst verträumten Roman. Und soll ich euch was sagen? Das finde ich sehr gut. Viel zu oft läuft Urban Fantasy nach einem Schema ab, dass mit Auftreten den Love Interests oder der Schwierigkeiten alles egal wird – Arbeit, Miete, Essen, Familie, alte Freunde, Wäsche waschen. Nur, weil wir Magie haben, löst sich das Ganze in „Zeitlose“ nicht von Zauberhand auf, sondern bereitet den Charakteren eben zusätzlich Probleme. Diese Prise Realismus macht „Zeitlose“ für mich zu einer erwachsenen und besonderen Reihe.

Wer ungewöhnliche romantische Urban Fantasy Geschichten mit Träumen und Geheimnissen mag, kommt voll auf seine Kosten. Alle Fans von klischeehafter Liebe-auf-den-ersten-Blick und dem linearen Schema von Liebesgeschichten mit viel Fluff, Gepimper und Gesülze sollten lieber die Finger von „Zeitlose 2“ lassen.

Fazit:

Die erste Hälfte war durch Doras innere Konflikte ein klitzekleines Bisschen zäh, aber ab der zweiten Hälfte nahm die Geschichte wie gewohnt Fahrt auf und das rasant. Evas sanfter, malerischer Schreibstil, ihre gefühlvollen und aufmerksamen Beschreibungen machen das Buch zu einem Lesegenuss! Das Ende lässt mich neugierig und aufgekratzt zurück. Ich kann es kaum erwarten, bis Band 3 erscheint!

Weitere Meinungen:

 


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