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#SPBuch Adventskalender – 12 – Nina C. Hasse

#SPBuch Adventskalender – 12 – Nina C. Hasse

#SPBuch Adventskalender – 12 – Nina C. Hasse

(Werbung wegen Namensnennung)

Heute darf ich die liebe Nina C. Hasse im Adventskalender begrüßen!

Die liebe Nina war eine der ersten Personen, der ich damals auf twitter gefolgt bin und die mich auf meiner ersten Frankfurter Buchmesse als Autorin begrüßt und unter ihre Fittiche genommen hat. Aber sie ist nicht nur eine unglaublich liebe Person, sondern auch Autorin und Lektorin!

Übrigens, ihr Buch „Ersticktes Matt“ habe ich bereits hier auf meinem Blog rezensiert. Es ist eine der ersten Rezensionen, die ich hier geschrieben habe und ist noch ganz anders aufgebaut als meine jetzigen Rezis.

Auf Ninas Website erfahrt ihr mehr über ihre Bücher und die Arbeit als Lektorin. Auf ihrem Blog gibt es persönlichere Beiträge und auch die spannende Create & Inspire Interviewreihe.


 

  1. Hallo Nina! Wie bist du zum Schreiben gekommen? Und wie entstand die Idee, einen Steampunk-Krimi zu schreiben?

Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wann ich mit dem Schreiben begonnen habe. Ich weiß aber noch, dass ich bereits in der Grundschule Geschichten zu Bildern aus Zeitschriften geschrieben habe, teilweise mit verkehrt herum geschriebenen Buchstaben. Als ich 16 Jahre alt war, habe ich so richtig ernsthaft mit dem Schreiben begonnen. Damals war der Wunsch zu veröffentlichen schon da, allerdings habe ich das meiste für die Schublade geschrieben, darunter einen halben Fantasy-Roman und einen über die Hexenverfolgung in Salem.

Der Steampunk-Krimi war ursprünglich ein normaler Krimi – ganz ohne Steampunk. Allerdings habe ich beim Schreiben recht schnell gemerkt, dass der Roman in unserer »normalen« Welt nicht funktionierte. Ich bin dann recht zufällig auf Steampunk gestoßen  und dachte mir »Hey, das ist cool, damit will ich mich näher beschäftigen«. Ich habe den bis dato verfassten Roman dann noch einmal neu geschrieben und plötzlich funktionierte die Geschichte wesentlich besser.

 

  1. Dein Steampunk-Krimi „Ersticktes Matt“ spielt in einer überfluteten Welt in New York – was hat dich zu diesem Setting inspiriert?

Ehrlich gesagt, war auch das wieder Zufall. Ich hatte jetzt die Steampunk-Version meiner Geschichte, dennoch fehlte noch das gewisse Etwas. Im Urlaub sah ich eine Dokumentation über den Klimawandel und den Anstieg der Meeresspiegel und sogleich setzte mein Kopfkino ein. Also habe ich die Geschichte noch einmal umgeschrieben, die Floodlands entwickelt und Story und Figuren daran angepasst. Erst nach drei verschiedenen Fassungen hatte ich dann endlich ein rundes Bild.

 

  1. Feiern die Menschen in den Floodlands und der Stadt auch noch Weihnachten? Fährt der Weihnachtsmann vielleicht im Schnellboot statt im Schlitten?

Natürlich wird auch in meiner Version von New York Weihnachten gefeiert und auch die Menschen in den Floodlands feiern ihren Möglichkeiten entsprechend, wenn sie dem christlichen Glauben anhängen. Mit Santa bin ich persönlich nie so wirklich warm geworden, aber ich könnte mir Madelines Ehemann Antoni sehr gut als Weihnachtsmann verkleidet vorstellen.

  1. Du arbeitest sowohl als Autorin als auch als Lektorin – beeinflusst das dein eigenes Schreiben?

Auf jeden Fall! Mit jedem Manuskript, das ich im Lektorat bearbeite, lerne ich auch etwas für mein eigenes Schreiben dazu. Die vielen Fragen, die ich den Autoren im Manuskript stelle, versuche ich auch in meinem eigenen anzuwenden. Auf ein Lektorat kann ich meinerseits leider auch nicht verzichten. Man kann seine Texte zwar bis zu einem gewissen Grad überarbeiten, aber nicht selbst lektorieren. Irgendwann setzt die Betriebsblindheit dann doch ein.

Allerdings bin ich mittlerweile sehr sensibel für gern genutzte Formulierungen wie das allseits bemühte „Achselzucken“, „lächelte“, „blickte“ usw. Die fallen mir besonders auf, wenn ich sie in mein Manuskript schreibe. In der Rohfassung lasse ich sie oftmals stehen, spätestens der Überarbeitung fallen sie dann aber meist zum Opfer. 😀

  1. Selbst Schreiben und Lektorieren – das sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Was macht dir in diesen zwei unterschiedlichen Prozessen denn am meisten Spaß?

Im Schreibprozess mag ich das Plotten am liebsten. Dieses Gefühl, wenn noch alles möglich ist, du die Figuren und eine ganze Welt um sie herum erschaffen kannst, ist manchmal ziemlich überwältigend, aber herrlich.

Beim Lektorieren mag ich auch das erste Lesen des Textes besonders, bei dem ich die Geschichte erst einmal selbst entdecken darf und nur erste Anmerkungen zu Figuren/Spannungsbogen/etc. mache. Dann habe ich das Gefühl, meinen Autorenkollegen am nächsten zu sein.

 

  1. Wie verbringst du Weihnachten am liebsten? Feiert ihr groß mit der Familie mit brennenden Tannen, angekokeltem Truthahn und Gezanke? Oder läuft alles besinnlich und friedlich ab?

Weihnachten ist bei uns eindeutig ein Familienfest, das seit ich denken kann gleich abläuft. Heiligabend verbringen wir bei Oma und Opa, mit Bescherung und leckerem Essen. Am 1. Weihnachtstag kommen dann Tanten und Cousinen dazu. Es ist immer fast schon kitschig-harmonisch und wir genießen diese Zeit gemeinsam sehr, weil wir eine recht große Familie sind und nur selten alle zusammenkommen.

  1. Was ist deine liebste Weihnachtsleckerei? (Falls du ein altes Familiengeheimrezept für umwerfend gute Plätzchen hast, gerne her damit!)

Ich liebe Zimtsterne und Lebkuchen, die ich aber immer kaufe. Ich bin koch- und backtechnisch nur so semi-begabt. Meine Oma macht superleckere Kokosmakronen, die ich dieses Jahr auch gerne selbst einmal ausprobieren möchte. Drückt mir bitte die Daumen, dass ich dabei nicht die Küche in Brand setze!

Hier das Rezept:

  • 4 Eiweiß
  • 200g feiner Zucker
  • 1 Messerspitze Zimt
  • 2 Tropfen Bittermandel Backöl
  • 200g Kokosraspeln

Das Eiweiß zu Schnee schlagen, der so fest ist, dass ein Schnitt mit einer Messerspitze sichtbar bleibt. Nach und nach mit einem Esslöffel Zucker, Zimt und das Backöl unterschlagen. Danach langsam die Kokosraspeln unterheben. Mithilfe zweier Teelöffel kleine Teighäufchen auf Backoblaten setzen und bei leichter Hitze (je nach Ofen etwa 100° – 130°C) auf einem Backblech für etwa 35 Minuten backen. *yummy*

  1. Hast du ein aktuelles Projekt, an dem du arbeitest bzw. vielleicht in den Startlöchern zur VÖ? Und kannst/magst du uns mehr darüber erzählen?

In den Startlöchern zur Veröffentlichung leider noch nicht, aber ich arbeite natürlich am 2. Teil der Floodlands-Reihe. Und jetzt im NaNoWriMo habe ich ein Projekt geschrieben (bzw. schreibe es noch), das ich im Alter von 17 Jahren begonnen und irgendwann auf Eis gelegt habe. Die Geschichte hat mich allerdings nie losgelassen und bekommt jetzt endlich einen neuen Anstrich und ein funkelndes Steampunk-Gewand. Ausnahmsweise wird es mal kein Krimi, sondern ein Abenteuerroman, den ich gerne mit „Lara Croft trifft Jules Verne“ beschreibe. Wer also Abenteuer, Archäologie, Schatzsuche, Indiana Jones und Steampunk mag, kann sich unter dem Hashtag #AdLucem bei Twitter und Instagram schon einmal einen ersten Eindruck verschaffen. Ach, und eine Pinterest-Pinnwand gibt es natürlich auch – wie für alle meine Projekte.

  1. Was wünscht du dir für 2019 und worauf freust du dich im neuen Jahr besonders?

In erster Linie wünsche ich mir Gesundheit und ein wunderbares Jahr für mein gesamtes (digitales) Umfeld, meine Familie und Freunde und natürlich auch für mich. In Bezug auf meine schriftstellerische Tätigkeit hoffe ich, zwei Romane so weit fertig zu schreiben, dass sie in absehbarer Zeit veröffentlicht werden können.

Besonders freue ich mich auf eine Europareise, die ich im Sommer gerne machen würde, auf die Geburt meiner zweiten Großcousine und auf viele tolle Begegnungen mit lieben Menschen – online wie offline. Und natürlich auf spannende Abenteuer mit meinen Figuren.

Vielen Dank für das tolle Interview, liebe Nina!

Wenn ihr euch das Buch kaufen möchtet, dann ist der Dezember die beste Gelegenheit. Denn die liebe Nina spendet pro verkauftem Buch 1€ an den Bund Naturschutz. Tolle Sache!


Weitere Adventskalender-Stationen:


Titelbild von tolino media

Der Adventskalender ist eine unbezahlte Kooperation mit tolino Media, Books on Demand und verschiedenen Selfpublisher*innen. Unter dem Hashtag #SPbuch finden sich Leseempfehlungen und weitere Selfpublishing-Autor*innen.

#SPBuch Adventskalender – 06 – Elenor Avelle

#SPBuch Adventskalender – 06 – Elenor Avelle

#SPBuch Adventskalender – 06 – Elenor Avelle

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Heute im Adventskalender darf ich euch eine liebe Freundin und Nornennetz-Kollegin vorstellen.

Die kreative, engangierte und fabelhafte Elenor Avelle!

Bei so einer liebevollen und vergnügten Persönlichkeit würde man es nicht erwarten – aber Elenor liebt Grusel, Zombies und Halloween! Ihr erstes Buch „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ habe ich rezensiert und zum Release damals mit einer Blogtour begleitet.

Auf ihrer Website findet ihr immer kreative Aktionen und spannende Hintergrundinfos rund um ihre Bücher.


1. Deine Geschichten „Infiziert“ und „Gefesselt“ spielen beide in einem dystopischen Settings mit immerhungrigen Zombies. Feiern die Charaktere trotzdem Weihnachten? Und wenn ja, wie?

Weihnachten spielt vor allem in „Infiziert“ eine große Rolle. Die Zombiekalypse findet kurz vor Weihnachten statt und der langsam verrottende Schmuck des Festtages, verkörpert den Niedergang unserer Zivilisation und der Werte der westlichen Welt insbesondere. Eine Weihnachtsfeier kommt allerdings in beiden Büchern nicht vor.

 

2. Dieser Adventskalender präsentiert eine Fülle wunderbarer Selfpublisher*innen. Wo liegen für dich die Vorteile des Selfpublishing?

Als Selfpublisher bin ich nicht an Marktforschung gebunden. Während ein Verlag Bücher veröffentlicht, die den gerade vorherrschenden Vorlieben entgegenkommen, kann ich schreiben, was immer mir am Herzen liegt.

 

3. Zu Halloween verwandelt sich dein Haus in einen magischen Hexenhof mit Zaubersteinen, Labyrinth und tollen Extras – wie sieht Weihnachten bei dir aus?

Wie Weihnachten bei mir aussieht, hängt sehr von meiner Jahresstimmung ab. Da wir nicht religiös sind, feiern wir das Ende der langen Nächte. Je nachdem, wie weihnachtlich mir zumute war, habe ich von Tannenzweigen, Kerzen, Spekulatius und Kakao Ende Dezember genug und packe zu Sylvester freudig alles wieder weg.

 

4. Welchen Charakter aus deinen Büchern würdest du gerne mal treffen?

Ich würde Gill gerne treffen. Nicht nur viele meiner Leser sind #TeamGill. Er ist ein außergewöhnlicher Mensch, ehrlich, verlässlich und locker.

 

5. Elenor Avelle ist nicht dein richtiger Name, oder? Wie bist du auf dein Pseudonym gekommen und warum hast du dir eines ausgewählt?

Meine Persönlichkeit kommt den Anforderungen des heutigen Autorendaseins nicht sehr entgegen. Deshalb finde ich ein Alter Ego für mich unerlässlich, dass meine Autorenseite nach außen präsentiert. Ein Pseudonym zu finden, ist gar nicht so einfach. Ich habe meinen Vornamen eingebaut, meinen Lieblingscharakter aus den Jane Austen Romanen, eine Schriftstellerin, die ich sehr bewundere. Auch ein Teil meines Nachnamens ist enthalten und da ich ein Fable für Schnörkel habe, habe ich noch zwei Buchstaben mit weichem Klang eingebaut.

6. Wie gehst du beim Schreiben deiner Geschichten vor? Wird alles haarfein geplottet oder lässt du deine Charaktere auch manchmal ins Ungewisse laufen?

Ich plotte so gut wie gar nicht. Das ist für mich, als würde ich als Mutter meinen Kindern vorschreiben wollen, wer sie zu sein haben. Das Schreiben ist für mich ähnlich wie ein Rollenspiel. Es entwickelt sich, von Gewissen Grundlagen ausgehend, selbst.

 

7. Was macht dir bei der Entstehung eines Buches, vom Schreiben über Überarbeitung bis hin zur Veröffentlichung und dem Marketing am meisten Spaß?

Das hängt stark von meiner Stimmung ab. Alles kann Spaß machen und ich habe auch schon bei jedem Schritt höllisch geflucht.

 

8. Was war dein bisheriges Highlight als Autorin?

Es gab viele Highlights. Der Schritt mich in die Autorenwelt hinauszuwagen, ist für mich wahrscheinlich das größte aller Highlights insgesamt.

 

9. Wird dein nächstes Buch auch wieder im „Infiziert“ Universum spielen und kannst du uns schon ein bisschen was darüber verraten?

Mein nächstes Buch, das im kommenden Sommer 2019 erscheinen soll, wird der Abschluss der Reihe. Es ist der Folgeteil zu „Gefesselt-Der Anfang“. „Gefesselt“ war eigentlich nie geplant. Die Geschichte ist entstanden, weil einige meiner Leser sagten, sie würden gerne mehr über Gill und die Hintergründe erfahren. Allen voran eine gute Freundin von mir, der ich das Buch auch gewidmet habe. Ursprünglich habe ich Gills Geschichte nur für sie geschrieben, doch das ganze hat sich verselbstständig und dann wurde nicht nur ein Roman daraus, sondern zwei. „Gefesselt – Die Rückkehr“, die Geschichte, in der es um Gills Heimreise nach London geht, und was er in seiner Heimatstadt vorfindet, ist das Buch, dass ich nach „Infiziert“ geschrieben habe. Daraus entwickelte sich dann der Vorgängerband „Gefesselt- Der Anfang“ und Rebecca erwachte zum Leben. Das ist der spannendste Moment für mich als Schriftstellerin, wenn eine Welt oder ein Charakter aus dem Nichts entsteht.

 

10. Was wünscht du dir für 2019 und worauf freust du dich im neuen Jahr besonders?

 Ich freue mich auf viele weitere tolle Momente mit Lesern und Kollegen und bin gespannt, wohin der Wind mich treiben wird.
Vielen Dank für das spannende Interview!

Weitere Adventskalender-Stationen:


Titelbild von tolino media

Der Adventskalender ist eine unbezahlte Kooperation mit tolino Media, Books on Demand und verschiedenen Selfpublisher*innen. Unter dem Hashtag #SPbuch finden sich Leseempfehlungen und weitere Selfpublishing-Autor*innen.

#SPBuch Adventskalender – 01 – Books on Demand

#SPBuch Adventskalender – 01 – Books on Demand

#SPBuch Adventskalender – 01 – Books on Demand

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Herzlich Willkommen zum ersten Türchen des Selfpublishing Adventskalenders! Ich bin dankbar und freue mich sehr, die Aktion, die sich Janna und Kerstin von KeJas Blogbuch ausgedacht haben, eröffnen zu dürfen. Den ganzen Dezember über erwarten euch spannende Interviews, Berichte, Kurzgeschichten und weitere Highlights.

Bereits hinter der ersten Tür wartet mit Books on Demand ein besonders interessantes Leckerli auf euch!

Was ist Books on Demand?

Books on Demand wurde 1997 gegründet und ist ein Unternehmen mit Sitz in Norderstedt nahe Hamburg. Books on Demand, kurz „BoD“ versteht sich selbst als Selfpublishing Dienstleister und bietet Publikationsmöglichkeiten und umfassende Services für Autor*innen und Verlage. Die Bücher, egal ob Ebook, Hardcover oder Taschenbuch sind in zahlreichen Shops erhältlich z.B. bei Amazon, Thalia oder Tolino. Der praktische Print-on-Demand Service schützt vor Flops und finanziellen Schäden: Ein Buch wird erst gedruckt und gebunden, wenn es bestellt wurde. Dadurch vermeidet man, dass unnötig Bücher im Müll landen oder in Regalen verstauben und zerknautscht werden. Durch ISBN kann man die Books on Demand Bücher auch in jeder lokalen Buchhandlung bestellen.

Heute mein Gast ist Thorsten Simon, Pressesprecher und PR-Experte bei Books on Demand. Vielleicht kennt ihr ihn schon von der Buchmesse oder dem Litcamp.


1. Hallo Thorsten, Vielen Dank, dass du uns heute Rede und Antwort stehen wirst! BoD gibt es nun bereits seit 20 Jahren – Wie lange bist du schon dabei und wofür bist du zuständig?

Ich bin seit fünf Jahren bei BoD und als Pressesprecher für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Meine Aufgaben umfassen dabei auch Blogger-Relations, Social Media und das Eventmanagement.

 

2. Ich habe den Eindruck, dass Selfpublishing inzwischen viel weiterverbreitet ist und auch von der Buchbranche ernstgenommen und akzeptiert wird. Das kann man unter anderen am Selfpublishing-Preis, der großen Selfpub Area auf der Frankfurter Buchmesse und der Zunahme von Hybridautor*innen erkennen. Welche Auswirkung hat diese Entwicklung für BoD und welche Veränderungen hast du in den letzten Jahren beobachtet?

Der Self-Publishing-Boom ist weiter ungebrochen. Immer mehr leidenschaftliche Leser*innen werden mit Self-Publishing zu Autoren*innen und erfüllen sich den Traum, ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Heute ist bereits jedes dritte neue Buch selbstverlegt – Tendenz steigend. Eine wichtige Entwicklung in den letzten Jahren ist dabei die zunehmende Professionalisierung der Autor*innen und damit verbunden die steigende Qualität der Bücher. Wer heute erfolgreich im Self-Publishing insbesondere in den beliebten Genres Fantasy, Romance, Krimi und Science-Fiction veröffentlicht, hat zumeist ein festes Team aus Grafiker*innen, Lektor*innen und oft auch Testleser*innen oder Marketingexpert*innen um sich.

Im Ergebnis entstehen so heute Bücher im Self-Publishing, die immer mehr Leser*innen begeistern. Der Erfolg der Titel steigert den Stellenwert von Self-Publishing und erlaubt es Autor*innen vom Schreiben zu leben. Beispiele hierfür sind die Fantasyautorin Mira Valentin und die Romance-Autorin Sarah Saxx. Als Self-Publishing-Plattform ist es unser Ziel, Autor*innen auf diesem Weg zu begleiten und zu unterstützen – mit Tipps und Services rund um die Veröffentlichung und natürlich bei der Vermarktung. Zugleich machen wir es uns zur Aufgabe, neue Vertriebswege zu eröffnen sowie die Sichtbarkeit von Self-Publishing-Titeln im stationären Buchhandel zu verbessern, um mehr Leser für unsere Autor*innen zu erreichen.

 

3. Auf eurer Website bietet ihr zahlreiche Serviceleistungen für Autor*innen an. Wie gehe ich als junger Schreiberling am besten vor, wenn ich mein Buch frisch geschrieben habe und es jetzt unbedingt bei euch veröffentlichen will?

Bevor das Buch bei BoD hochgeladen und veröffentlicht wird, sollte unbedingte folgendes berücksichtigt werden: Informiert euch im Vorfeld über das Veröffentlichen im Self-Publishing, macht euer Buch so gut, wie es euch möglich ist, und beginnt frühzeitig, euch mit dem Thema Marketing auseinanderzusetzen.

Im Self-Publishing haben Autor*innen die komplette Kontrolle über Inhalt, Gestaltung und Vermarktung ihrer Bücher. Mit der Freiheit geht aber auch mehr Verantwortung einher. Self-Publisher sind ihre eigenen Verleger und damit auch für das Marketing zuständig. Dieser Doppelrolle müssen sich Self-Publishing-Newcomer bewusst sein.

Auf ihrem Weg unterstützt BoD Autor*innen in jeder Phase der Buchveröffentlichung – vom Schreiben über das Gestalten bis hin zum Vermarkten. Sei es mit Services wie Korrektorat, Lektorat, Coverdesign oder auch Onlinewerbung und kostenlosen Rezensionsexemplaren für Redakteure und Blogger. Zusätzlich geben wir auch noch zahlreiche Tipps rund um die Buchveröffentlichung in unserem Autorenblog und Newsletter, in Webinaren oder in Vorträgen und Workshops auf Veranstaltungen wie den Buchmessen.

 

4. Wie groß ist das BoD-Team und wer arbeitet noch hinter den Kulissen mit dir?

Insgesamt hat BoD mehr als 180 Mitarbeiter*innen. In der Verwaltung sind es über 80 Kolleg*innen und in der Produktion je nach Jahreszeit 80 bis 100 Mitarbeiter*innen. Im aktuellen Weihnachtsgeschäft sind es aufgrund des außergewöhnlich hohen Auftragseingangs bei Buchbestellungen sogar noch ein paar mehr Kolleg*innen. Ich selbst gehöre zum Marketingteam und wir arbeiten natürlich eng mit unseren anderen Abteilungen zusammen zu denen unter anderem der Kundenservice, unser Herstellungs- und Autorenservice-Team, der Vertrieb, die IT und auch unser internationales Team gehören. BoD ist nämlich nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv, sondern auch in Frankreich, Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen.

 

5. Veröffentlicht BoD alles? Oder gibt es eine Art Filter um z.B. gewaltverherrlichende, extremistische oder andere evtl. gesetzeswidrige Texte zu verhindern? Gibt es vielleicht sogar einen „Qualitätsfilter“ z.B. bezüglich Rechtschreibung und Grammatik?

Grundsätzlich kann jeder bei BoD sein Buch genauso veröffentlichen, wie er es möchte. Allerdings prüfen wir noch bevor es überhaupt zu einer Veröffentlichung kommt sehr genau, ob die Inhalte öffentlich Anstoß erregen können, politisch extremistische Positionen beinhalten, Personen verunglimpfen oder gegen geltende Gesetze verstoßen. Die großen Vertriebsplattformen geben zudem Richtlinien vor, an die sich Autoren und Distributoren zu halten haben.

Die Überprüfung erfolgt bei BoD in einem mehrstufigen Prozess. Zum einen kontrollieren erfahrene Mitarbeiter*innen die hochgeladenen Manuskripte sowie die verwendeten Bilder. Gleichzeitig suchen wir mit Hilfe eines umfangreichen Schlagwortkatalogs, der ständig aktualisiert und erweitert wird, nach auffälligen Inhalten. Strittige Titel werden abschließend von einer Expertenkommission begutachtet und entweder zur Veröffentlichung freigegeben oder abgelehnt.

Diesen umfassenden Prüfungsprozess durchlaufen sämtliche Bücher bei BoD – egal ob sie für eine Veröffentlichung über den Buchhandel vorgesehen sind oder nur für den Eigenbedarf ohne ISBN gedruckt werden sollen.

6. BoD vertreibt auch Bücher nach Großbritannien, Kanada, Australien und in die USA – kann man bei euch auch Bücher in anderen Sprachen veröffentlichen?

Als internationales Unternehmen unterstützen wir bereits heute Self-Publisher in acht europäischen Ländern dabei, ihr eigenes Buch professionell über den Buchhandel zu veröffentlichen. Da wir im Vorfeld einer Veröffentlichung jedes Buch prüfen und damit auch lesen müssen, können Autor*innen in jeder Sprache publizieren, die eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter von BoD beherrscht. So haben wir beispielsweise auch schon Bücher auf Türkisch und Russisch herausgebracht.

 

7. Was macht dir an der Arbeit bei BoD am meisten Spaß?

Am meisten Spaß bereiten mir die Bandbreite meiner Aufgaben sowie die Zusammenarbeit mit den Autor*innen. Jeder Tag bietet Abwechslung. Immer neue Autor*innen erzählen mit Self-Publishing ihre Geschichten und es ist sehr spannend, sie auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Das macht die Arbeit bei BoD auch so besonders. Seit 20 Jahren sind wir ein Vorreiter mit unseren digitalen Publikationsleistungen wie Print on Demand und Self-Publsihing und erweitern gemeinsam mit den Autor*innen und Verlagen die Vielfalt im Buchmarkt.

 

8. Ich möchte BoD und die Autor*innen des Hauses unterstützen! Wie macht man das am besten? Sollte ich die Bücher direkt über euren Shop ordern oder z.B. in die nächste Buchhandlung bestellen, um auf die Titel aufmerksam zu machen?

Wenn Leser*innen BoD-Autor*innen besonders unterstützen wollen, haben sie verschiedene Möglichkeiten. Titel, die über BoD erscheinen, sind im gesamten Buchhandel verfügbar – in über 1.000 Online-Buchshops und in allen Buchhandlungen. Wo Leser*innen ihre gewünschten Bücher bestellen, steht ihnen natürlich frei. Bei Bestellungen über den BoD Shop erhalten BoD-Autor*innen allerdings mehr Marge pro verkauftem Buch. Rezensionen in Online-Shops sind eine weitere wertvolle Hilfe, um auf ein Buch aufmerksam zu machen.

Als Partner der Autor*innen und auch des stationären Buchhandels ist für BoD eine größere Sichtbarkeit von Self-Publishing-Titeln in Buchhandlungen tatsächlich ein wichtiges Anliegen. Bestellungen über den stationären Buchhandel können daher helfen, selbstverlegte Bücher bei Buchhändler*innen mehr in den Fokus rücken. Auf diese Weise unterstützt man dann auch gleich noch den lokalen Buchhandel.

 

9. Vielen Dank für das Interview, lieber Thorsten! Zum Schluss: Gibt es ein aktuelles Buch aus eurem Haus, dass du den Leuten unbedingt empfehlen möchtest?

Aktuell lese ich das Buch „Löwenblut“ von Monika Pfundmeier. Ein historischer Roman über den letzten Staufer Konradin von Hohenstaufen, der als junger Regent in einen tödlichen Konflikt mit dem Pabst gerät. Das Buch hat im Oktober den Deutschen Selfpublishing Preis gewonnen und ist eine perfekte Mischung aus Unterhaltung und Historie.

„Infiziert“ von Elenor Avelle ist bei BoD erschienen. So sieht das ganze von Innen aus.

Vielen Dank für das Interview, lieber Thorsten! Damit habt ihr schon das Ende des 1. Türchens des #SPBuch Adventskalenders erreicht. Aber verzagt nicht! Schon morgen geht es weiter und zwar bei der wundebaren Janna!


Weitere Adventskalender-Stationen:

2. Dezember: Julia von Rein-Hrubesch

3. Dezember: Nora Bendzko

4. Dezember: Benjamin Spang

5. Dezember: Martin Krist

Teilnehmende Blogs:


Titelbild von tolino media

Der Adventskalender ist eine unbezahlte Kooperation mit tolino Media, Books on Demand und verschiedenen Selfpublisher*innen. Unter dem Hashtag #SPbuch finden sich Leseempfehlungen und weitere Selfpublishing-Autor*innen.