Schlagwort: selfpublishing

#SPBuch Adventskalender – 01 – Books on Demand

#SPBuch Adventskalender – 01 – Books on Demand

#SPBuch Adventskalender – 01 – Books on Demand

(Werbung wegen Namensnennung)

Herzlich Willkommen zum ersten Türchen des Selfpublishing Adventskalenders! Ich bin dankbar und freue mich sehr, die Aktion, die sich Janna und Kerstin von KeJas Blogbuch ausgedacht haben, eröffnen zu dürfen. Den ganzen Dezember über erwarten euch spannende Interviews, Berichte, Kurzgeschichten und weitere Highlights.

Bereits hinter der ersten Tür wartet mit Books on Demand ein besonders interessantes Leckerli auf euch!

Was ist Books on Demand?

Books on Demand wurde 1997 gegründet und ist ein Unternehmen mit Sitz in Norderstedt nahe Hamburg. Books on Demand, kurz „BoD“ versteht sich selbst als Selfpublishing Dienstleister und bietet Publikationsmöglichkeiten und umfassende Services für Autor*innen und Verlage. Die Bücher, egal ob Ebook, Hardcover oder Taschenbuch sind in zahlreichen Shops erhältlich z.B. bei Amazon, Thalia oder Tolino. Der praktische Print-on-Demand Service schützt vor Flops und finanziellen Schäden: Ein Buch wird erst gedruckt und gebunden, wenn es bestellt wurde. Dadurch vermeidet man, dass unnötig Bücher im Müll landen oder in Regalen verstauben und zerknautscht werden. Durch ISBN kann man die Books on Demand Bücher auch in jeder lokalen Buchhandlung bestellen.

Heute mein Gast ist Thorsten Simon, Pressesprecher und PR-Experte bei Books on Demand. Vielleicht kennt ihr ihn schon von der Buchmesse oder dem Litcamp.


1. Hallo Thorsten, Vielen Dank, dass du uns heute Rede und Antwort stehen wirst! BoD gibt es nun bereits seit 20 Jahren – Wie lange bist du schon dabei und wofür bist du zuständig?

Ich bin seit fünf Jahren bei BoD und als Pressesprecher für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Meine Aufgaben umfassen dabei auch Blogger-Relations, Social Media und das Eventmanagement.

 

2. Ich habe den Eindruck, dass Selfpublishing inzwischen viel weiterverbreitet ist und auch von der Buchbranche ernstgenommen und akzeptiert wird. Das kann man unter anderen am Selfpublishing-Preis, der großen Selfpub Area auf der Frankfurter Buchmesse und der Zunahme von Hybridautor*innen erkennen. Welche Auswirkung hat diese Entwicklung für BoD und welche Veränderungen hast du in den letzten Jahren beobachtet?

Der Self-Publishing-Boom ist weiter ungebrochen. Immer mehr leidenschaftliche Leser*innen werden mit Self-Publishing zu Autoren*innen und erfüllen sich den Traum, ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Heute ist bereits jedes dritte neue Buch selbstverlegt – Tendenz steigend. Eine wichtige Entwicklung in den letzten Jahren ist dabei die zunehmende Professionalisierung der Autor*innen und damit verbunden die steigende Qualität der Bücher. Wer heute erfolgreich im Self-Publishing insbesondere in den beliebten Genres Fantasy, Romance, Krimi und Science-Fiction veröffentlicht, hat zumeist ein festes Team aus Grafiker*innen, Lektor*innen und oft auch Testleser*innen oder Marketingexpert*innen um sich.

Im Ergebnis entstehen so heute Bücher im Self-Publishing, die immer mehr Leser*innen begeistern. Der Erfolg der Titel steigert den Stellenwert von Self-Publishing und erlaubt es Autor*innen vom Schreiben zu leben. Beispiele hierfür sind die Fantasyautorin Mira Valentin und die Romance-Autorin Sarah Saxx. Als Self-Publishing-Plattform ist es unser Ziel, Autor*innen auf diesem Weg zu begleiten und zu unterstützen – mit Tipps und Services rund um die Veröffentlichung und natürlich bei der Vermarktung. Zugleich machen wir es uns zur Aufgabe, neue Vertriebswege zu eröffnen sowie die Sichtbarkeit von Self-Publishing-Titeln im stationären Buchhandel zu verbessern, um mehr Leser für unsere Autor*innen zu erreichen.

 

3. Auf eurer Website bietet ihr zahlreiche Serviceleistungen für Autor*innen an. Wie gehe ich als junger Schreiberling am besten vor, wenn ich mein Buch frisch geschrieben habe und es jetzt unbedingt bei euch veröffentlichen will?

Bevor das Buch bei BoD hochgeladen und veröffentlicht wird, sollte unbedingte folgendes berücksichtigt werden: Informiert euch im Vorfeld über das Veröffentlichen im Self-Publishing, macht euer Buch so gut, wie es euch möglich ist, und beginnt frühzeitig, euch mit dem Thema Marketing auseinanderzusetzen.

Im Self-Publishing haben Autor*innen die komplette Kontrolle über Inhalt, Gestaltung und Vermarktung ihrer Bücher. Mit der Freiheit geht aber auch mehr Verantwortung einher. Self-Publisher sind ihre eigenen Verleger und damit auch für das Marketing zuständig. Dieser Doppelrolle müssen sich Self-Publishing-Newcomer bewusst sein.

Auf ihrem Weg unterstützt BoD Autor*innen in jeder Phase der Buchveröffentlichung – vom Schreiben über das Gestalten bis hin zum Vermarkten. Sei es mit Services wie Korrektorat, Lektorat, Coverdesign oder auch Onlinewerbung und kostenlosen Rezensionsexemplaren für Redakteure und Blogger. Zusätzlich geben wir auch noch zahlreiche Tipps rund um die Buchveröffentlichung in unserem Autorenblog und Newsletter, in Webinaren oder in Vorträgen und Workshops auf Veranstaltungen wie den Buchmessen.

 

4. Wie groß ist das BoD-Team und wer arbeitet noch hinter den Kulissen mit dir?

Insgesamt hat BoD mehr als 180 Mitarbeiter*innen. In der Verwaltung sind es über 80 Kolleg*innen und in der Produktion je nach Jahreszeit 80 bis 100 Mitarbeiter*innen. Im aktuellen Weihnachtsgeschäft sind es aufgrund des außergewöhnlich hohen Auftragseingangs bei Buchbestellungen sogar noch ein paar mehr Kolleg*innen. Ich selbst gehöre zum Marketingteam und wir arbeiten natürlich eng mit unseren anderen Abteilungen zusammen zu denen unter anderem der Kundenservice, unser Herstellungs- und Autorenservice-Team, der Vertrieb, die IT und auch unser internationales Team gehören. BoD ist nämlich nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv, sondern auch in Frankreich, Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen.

 

5. Veröffentlicht BoD alles? Oder gibt es eine Art Filter um z.B. gewaltverherrlichende, extremistische oder andere evtl. gesetzeswidrige Texte zu verhindern? Gibt es vielleicht sogar einen „Qualitätsfilter“ z.B. bezüglich Rechtschreibung und Grammatik?

Grundsätzlich kann jeder bei BoD sein Buch genauso veröffentlichen, wie er es möchte. Allerdings prüfen wir noch bevor es überhaupt zu einer Veröffentlichung kommt sehr genau, ob die Inhalte öffentlich Anstoß erregen können, politisch extremistische Positionen beinhalten, Personen verunglimpfen oder gegen geltende Gesetze verstoßen. Die großen Vertriebsplattformen geben zudem Richtlinien vor, an die sich Autoren und Distributoren zu halten haben.

Die Überprüfung erfolgt bei BoD in einem mehrstufigen Prozess. Zum einen kontrollieren erfahrene Mitarbeiter*innen die hochgeladenen Manuskripte sowie die verwendeten Bilder. Gleichzeitig suchen wir mit Hilfe eines umfangreichen Schlagwortkatalogs, der ständig aktualisiert und erweitert wird, nach auffälligen Inhalten. Strittige Titel werden abschließend von einer Expertenkommission begutachtet und entweder zur Veröffentlichung freigegeben oder abgelehnt.

Diesen umfassenden Prüfungsprozess durchlaufen sämtliche Bücher bei BoD – egal ob sie für eine Veröffentlichung über den Buchhandel vorgesehen sind oder nur für den Eigenbedarf ohne ISBN gedruckt werden sollen.

6. BoD vertreibt auch Bücher nach Großbritannien, Kanada, Australien und in die USA – kann man bei euch auch Bücher in anderen Sprachen veröffentlichen?

Als internationales Unternehmen unterstützen wir bereits heute Self-Publisher in acht europäischen Ländern dabei, ihr eigenes Buch professionell über den Buchhandel zu veröffentlichen. Da wir im Vorfeld einer Veröffentlichung jedes Buch prüfen und damit auch lesen müssen, können Autor*innen in jeder Sprache publizieren, die eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter von BoD beherrscht. So haben wir beispielsweise auch schon Bücher auf Türkisch und Russisch herausgebracht.

 

7. Was macht dir an der Arbeit bei BoD am meisten Spaß?

Am meisten Spaß bereiten mir die Bandbreite meiner Aufgaben sowie die Zusammenarbeit mit den Autor*innen. Jeder Tag bietet Abwechslung. Immer neue Autor*innen erzählen mit Self-Publishing ihre Geschichten und es ist sehr spannend, sie auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Das macht die Arbeit bei BoD auch so besonders. Seit 20 Jahren sind wir ein Vorreiter mit unseren digitalen Publikationsleistungen wie Print on Demand und Self-Publsihing und erweitern gemeinsam mit den Autor*innen und Verlagen die Vielfalt im Buchmarkt.

 

8. Ich möchte BoD und die Autor*innen des Hauses unterstützen! Wie macht man das am besten? Sollte ich die Bücher direkt über euren Shop ordern oder z.B. in die nächste Buchhandlung bestellen, um auf die Titel aufmerksam zu machen?

Wenn Leser*innen BoD-Autor*innen besonders unterstützen wollen, haben sie verschiedene Möglichkeiten. Titel, die über BoD erscheinen, sind im gesamten Buchhandel verfügbar – in über 1.000 Online-Buchshops und in allen Buchhandlungen. Wo Leser*innen ihre gewünschten Bücher bestellen, steht ihnen natürlich frei. Bei Bestellungen über den BoD Shop erhalten BoD-Autor*innen allerdings mehr Marge pro verkauftem Buch. Rezensionen in Online-Shops sind eine weitere wertvolle Hilfe, um auf ein Buch aufmerksam zu machen.

Als Partner der Autor*innen und auch des stationären Buchhandels ist für BoD eine größere Sichtbarkeit von Self-Publishing-Titeln in Buchhandlungen tatsächlich ein wichtiges Anliegen. Bestellungen über den stationären Buchhandel können daher helfen, selbstverlegte Bücher bei Buchhändler*innen mehr in den Fokus rücken. Auf diese Weise unterstützt man dann auch gleich noch den lokalen Buchhandel.

 

9. Vielen Dank für das Interview, lieber Thorsten! Zum Schluss: Gibt es ein aktuelles Buch aus eurem Haus, dass du den Leuten unbedingt empfehlen möchtest?

Aktuell lese ich das Buch „Löwenblut“ von Monika Pfundmeier. Ein historischer Roman über den letzten Staufer Konradin von Hohenstaufen, der als junger Regent in einen tödlichen Konflikt mit dem Pabst gerät. Das Buch hat im Oktober den Deutschen Selfpublishing Preis gewonnen und ist eine perfekte Mischung aus Unterhaltung und Historie.

„Infiziert“ von Elenor Avelle ist bei BoD erschienen. So sieht das ganze von Innen aus.

Vielen Dank für das Interview, lieber Thorsten! Damit habt ihr schon das Ende des 1. Türchens des #SPBuch Adventskalenders erreicht. Aber verzagt nicht! Schon morgen geht es weiter und zwar bei der wundebaren Janna!


Weitere Adventskalender-Stationen:

2. Dezember: Julia von Rein-Hrubesch

3. Dezember: Nora Bendzko

4. Dezember: Benjamin Spang

5. Dezember: Martin Krist

Teilnehmende Blogs:


Titelbild von tolino media

Der Adventskalender ist eine unbezahlte Kooperation mit tolino Media, Books on Demand und verschiedenen Selfpublisher*innen. Unter dem Hashtag #SPbuch finden sich Leseempfehlungen und weitere Selfpublishing-Autor*innen.

[Rezension] Dein Paradies wächst von Julia von Rein-Hrubesch

[Rezension] Dein Paradies wächst von Julia von Rein-Hrubesch

Von der lieben Julia von Rein-Hrubesch habe ich bereits „Das Flüstern der Pappeln“ gelesen. Schon da mochte ich ihre Art mit Worten zu malen und in wenigen Seiten eine Geschichte zu erzählen, die reichhaltiger ist als manch 600 Seiten Wälzer. Mit „Dein Paradies wächst“ legt sie eine phantastische Erzählung vor, auf die ich mich schon sehr gefreut habe.

Julia von Rein-Hrubesch: Dein Paradies wächst


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  • Titel: Dein Paradies wächst
  • Autorin: Julia von Rein-Hrubesch
  • Verlag: TWENTYSIX
  • Genre: Novelle, Phantastik
  • 60 Seiten, Taschenbuch: 6,99€
  • auf amazon* kaufen

Worum geht’s?
Wir begleiten ein mysteriöses Wesen, der wartet und Leute beobachtet und wartet. Er beobachtet ein junges Mädchen, das fast jeden Tag an den Strand kommt, um aus einem Buch zu lesen. Bald gesellt sich ein herrenloser Hund zu ihr. Beide wissen nicht von dem Beobachter, von den Geheimnissen des anderen und nicht, dass es schon zu spät sein könnte.


 

Meine Meinung:

Wie beschreibt man ein Buch, das gerade mal 60 Seiten hat, ohne zu viel zu verraten? Wie beschreibe ich die vielen Gefühle und Gedanken, die diese Lektüre ausgelöst hat? Binnen einer Zugfahrt hatte ich dieses Geschichte verschlungen. Sie hat nachgehallt.

Ich denke ich beginne damit, wieder Julias wunderbaren Schreibstil hervorzuheben. Ich liebe ihre Art, Geschichten zu erzählen. Mit wenigen präzise gesetzten Worten ein Universum vor dem inneren Auge zu malen. Sätze, die im Gedächtnis bleiben. Sätze, die man mehrmals lesen möchte. Viel zwischen den Zeilen und doch eindeutig.

Die Menschen denken, sie sinken in die Tiefe. Dabei steigen sie hinauf.

Diese Geschichte ist ungewöhnlich, phantastisch und doch vielleicht irgendwo alltäglich. Durch die Augen des mysteriösen Beobachters gehen wir dem Schicksal und dem Leben eines Mädchens auf den Grund. Obwohl wir nur 60 Seiten dafür haben, entsteht ein kleiner Mensch. Ein Leben. Eine Geschichte.

Winziges Wehmütströpfchen sind ein paar Editierfehler, die bei der Endkorrektur wohl durchgeflutscht sind.

Bei dieser Rezension weiß ich wirklich nicht genau, was ich schreiben soll. Die Geschichte hat mich tief berührt, mich bewegt und nachdenklich gemacht. Ich will darüber reden, rätseln und philosophieren. Ich möchte sie nochmal lesen, um nach Details zu suchen, nach Hinweisen, um das Puzzle zu vervollständigen. Ganz klar: Wer eine linear erzählte Geschichte mit klassischen Fantasyelementen lesen will, bei der am Ende alle offenen Fragen geklärt sind, der sollte sich eine andere Lektüre suchen. Denn Julias Geschichte ist anders, besonders.

Auch, wenn die Andeutungen zunehmen, wenn vieles im Nachhinein zusammenpasst, bleiben einige Teile des Bildes weiß. Man fragt sich, was passiert ist. Und als ich das Buch beendet hatte, habe ich mich erstmal verwirrt gefühlt. „Hä?„, dachte ich und wusste trotzdem, dass es schön war. Traurig-schön. Berührend. Aufwühlend. Es war nicht so wirr, dass man es mit Stirnrunzeln zuklappt und sich fragt, was der Autor geraucht hat. Es war bizarr, ungewöhnlich und inspirierend. Eine kreative Art und Weise, eine Geschichte zu erzählen. Eine unvollständige Perspektive.

Mein Fazit:

Du willst eine ungewöhnliche Geschichte, die berührt? Eine Geschichte mit bildhafter Sprache, die nachdenklich und ruhig ist? Ein literarischer Ausflug, der berührt und so ganz anders ist? Dann greife beherzt zu. Man muss sich darauf einlassen können. Mich hat „Dein Paradies wächst“ überrollt wie eine Welle. Ich wurde aufgewühlt und denke immer noch viel über diese 60 Seiten und ihre Bedeutung nach. Das Buch hat mich bewegt und ergriffen. Und es gehört – so seltsam es auch ist – jetzt schon zu meinen Jahresfavoriten. Ich würde mir wünschen, dass viele Leute es lesen. Denn ich möchte mit jemandem über dieses Buch philosophieren können.

Weitere Meinungen:

 


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[Rezension] Ich fühle so tief ich kann von Liane Cornelius

[Rezension] Ich fühle so tief ich kann von Liane Cornelius

Ich war ziemlich überrascht, als mich die E-Mail erreichte, in dem mir „Ich fühle so tief ich kann“ von Liane Cornelius als Rezensionsexemplar angeboten wurde. Von der Autorin hatte ich nie zuvor gehört, aber sie hatte sich die Mühe gemacht meinen Blog genau anzusehen und mir eine liebe und persönliche Mail zu schreiben. Außerdem hat Liane mir Zeit gelassen, ihr Buch zu lesen und war nicht ungeduldig und unhöflich. Eine angenehme Abwechslung zu den lieblosen Massenmails à la „Lieber Blogger…“.

Außerdem klang dieses Buch wirklich interessant – ob es mir gefallen hat?

Liane Cornelius – Ich fühle so tief ich kann


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  • Autorin: Liane Cornelius
  • Titel: Ich fühle so tief ich kann (396 Seiten)
  • Genre: Entwicklungsroman
  • BOD, Taschenbuch: 15,99€ | Ebook: 11,99€
  • auf amazon*

 

Worum geht’s?
Liane „Lilly“ ist in der Mitte ihres Lebens angelangt und hat viel mitgemacht. Vier OPs braucht es noch, damit sie wieder schmerzfrei gehen kann. Als Physiotherapeut Andreas in ihr Leben tritt, ahnen beide noch nicht, dass ihre Begegnung weitreiche Folgen haben wird. Liane ist verletzt und hat Angst, fallen gelassen zu werden. Andreas hingegen ist manipulativ, sexsüchtig und eiskalt hinter seiner freundlichen Fassade. Doch der Kontakt der beiden entwickelt sich zu einem tiefgründigen Austausch und sie lernen sich tiefer kennen als ihnen lieb ist.


 

Meine Meinung:

Ich kannte aus der Mail nur den groben Inhalt, den Klappentext und die psychologischen Themen, die im Buch angeschnitten werden. Als ich das Buch dann anfing war ich vom Aufbau und der Geschichte doch recht überrascht. Auch, wenn am Ende der Hinweis kommt, dass alle handelnden Figuren frei erfunden sind, liest es sich wie eine Art Biografie, ein Tagebuch. Denn wir als Leser sind untrennbar mit Lillys Gedanken verbunden, erleben und fühlen durch sie. Der Schreibstil passt dazu und ist persönlich gefärbt und reich an Sinneseindrücken. Das fand ich schön!

Zwischen den Passagen, die ihren schwierigen Alltag behandeln, streuen sich Erinnerungen an ihre Kindheit. Spannend und sehr nah erleben wir, was Lilly mitmachen musste und wie sie die Frau wurde, die sie im Buch ist.

Nach und nach decken wir ihre Gedanken, Gefühle und Narben auf. Während Andreas zuerst unnahbar und irrational erscheint, erreicht die seltsame, beinahe magisch anmutende und ungewöhnliche Beziehung der Beiden tiefe Gefielde. Fast schon phantastisch mutet die telepathische Kommunikation an. Die Gespräche und Liebeleien finden oft nur in Lillys Kopf statt und eine Zeit lang wissen wir nicht, ob sie sich das vielleicht nur einbildet. Schließlich ist Andreas nur selten physisch so ehrlich, so offen und so ruchlos wie seine „Seele“.

Das Cover ist simpel gehalten und sieht ordentlich aus. Ich persönlich hätte die Schrift noch ein bisschen konstrastreicher gemacht. Aber das sind nur Äußerlichkeiten.

An dieser Stelle eine kleine Warnung: Das Buch spricht Themen wie Missbrauch, Suizid und psychische sowie physische Gewalt an.

Wir fühlen wirklich so tief es geht, explorieren und grübeln mit Lilly was mit ihr und Andreas los ist. Als Hobby Psychologen arbeiten wir mit den Bröckchen Interaktion, mit Gesten und wenigen Worten und versuchen herauszufinden, welche Puzzleteile Andreas erklären. Der reale Alltag um Lillys Krankheit wird damit oft zur Oase der Ruhe, aber auch zur Nebensache. Denn sie ist eigentlich glücklich mit Tony verheiratet und Andreas hat seine Freundin Laura.

Außerkörperliche Erfahrung…

Zugegeben, am Anfang wirkte die esoterische, rein geistige Beziehung der Beiden etwas abstrus, absurd auf mich. Zwei Seelenverwandte, die im Geiste miteinander kommunizieren und sich berühren und Gefühle auslösen. Das habe ich nicht erwartet und es hat ein bisschen gebraucht, mich darauf einzulassen. Einfach, weil ich dieses „phantastische“ Element nicht erwartet habe.

Die Beziehung von Andreas und Lilly – generell alle von Andreas‘ Beziehungen – scheinen im Machtgefüge etwas verrutscht, sicher nicht ideal oder gesund zu sein. Aber das stellt die Autorin auch nicht so dar. Es ist klar, dass diese Form der Kommunikation, diese Beziehung etwas Seltsames, Intensives aber auch Belastendes darstellt. Dass es sich um zwei schwer verletzte und traumatisierte Personen handelt, die sich gegenseitig mit seltsamen Methoden versuchen über Wasser zu halten.

Lässt man sich jedoch darauf ein, bekommt man als Leser*in ein spannendes Spiel serviert, ein Ringen und Zerren, ein interessantes Bild zweier Menschen und immer wieder psychologische Anekdoten und Informationen.

Liane Cornelius kann diese Form der Visualisierung wunderbar beschreiben. Wie man z.B. seine „Angst“ als Figur zeichnet und diese in die Ecke des Raumes stellt. Solche gedanklichen Bilder werden oft eingesetzt, um Genesungsprozesse zu unterstützen und komplexe Sachverhalte wie Gefühle greifbarer zu machen. Auch Entspannungsübungen und Traumreisen werden so eingesetzt und man merkt im Buch, dass Liane die richtigen Worte für solche Sachverhalte finden kann.

Wehmutstropfen

Ein größeres Manko für mich war das fehlende(?) Lektorat. Das Buch ist im Selfpublishing bei Book on Demand erschienen und man merkt leider an manchen Stellen, dass kein professionelles, umfassendes Lektorat bzw. Korrektorat stattgefunden hat. Weniger an Rechtschreib- oder Grammatikfehlern („Wochen-Ende“), sondern an Formulierungen oder einzelnen Szenen, die ich nach meinem Empfinden in so einem Durchgang gestrichen hätte. Letztlich hat es den Lesefluss nicht so sehr gestört, aber es ist eben doch hier und da aufgefallen.

Fazit:

Dieses Buch ist definitiv etwas Besonderes und hat mich an vielerlei Stellen überrascht. Wer eine seichte Liebesgeschichte oder Erotikschmonzette sucht, ist hier falsch. Viel mehr geht es mehr um Gefühle, Traumata und die Bewältigung der Erfahrungen. Die Beziehung von Lilly und Andreas ist interessant, manchmal seltsam und erschreckend. Nachdem ich mich auf den „esoterischen“ Austausch der beiden Seelen eingelassen habe, war das Buch spannend und interessant, sehr nah und sehr gefühlvoll. Von mir gibt es deshalb vier Seesterne.

Ein wirklich süßes Extra: Auf der Homepage von Liane könnt ihr einen Test machen, ob das Buch etwas für euch sein könnte! Den Test habe ich erst nach dem Lesen entdeckt, aber mir wurde die Leseprobe empfohlen. Hihihi.

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Orelios: Das Erwachen von Clemens Kiefhaber

[Rezension] Orelios: Das Erwachen von Clemens Kiefhaber

Durch eine gemeinsame Freundin erhielt ich die Gelegenheit mit Clemens Kiefhaber in Kontakt zu treten. Freundlich und sichtlich aufgeregt stellte er mir sein Debut „Orelios: Das Erwachen“ als Rezensionsexemplar zur Verfügung. Vielen lieben Dank!


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  • Autor: Clemens Kiefhaber
  • Titel: Orelios – Das Erwachen
  • Selpfublishing via Kindle Direct Publishing
  • Genre: High Fantasy, 612 Seiten
  • auf amazon* kaufen
  • Band 1 von voraussichtlich 5

Worum geht’s?
Die Länder Antaijan und Tenrack sind seit Jahrhunderten getrennt. Erzürnte Geister und ein grausamer Krieg entzweiten die beiden Länder einst. Das Überqueren der Grenze ist strengstens verboten. Einige Studenten aus Antaijan stoßen in der Bibliothek auf ein mysteriöses Tagebuch, das alle Geschichten ihres Landes auf den Kopf stellt. Im nördlichen Tenrack erscheint ein blasser Junge, der ein Dorf nach dem anderen abschlachtet. Während die Studenten die Grenze in den Norden passieren, droht im Süden ein politischer Umbruch und es scheint, als wäre die Zeit des Friedens in beiden Ländern vorbei.


Meine Meinung:

 

~Videorezension folgt~

Ein 612 Seiten starkes Debut erfordert viel Arbeit und man merkt bei Clemens Kiefhaber, dass er viel Mühe und Liebe hineingesteckt hat. Mit den Ländern Antaijan und Tenrack baut er eigene Kulturen, Religionen und Traditionen auf, zeichnet eine komplexe und reiche Fantasy-Welt abseits des Elfen-Zwerge-Einheitsbreis. Eigene Fauna, Flora, Tiere und Mythen geben dem ganzen einen wunderbaren Rahmen.

Wir begleiten allerlei Charaktere aus beiden Ländern und so ist das Charakterverzeichnis am Ende wirklich sehr hilfreich, da es zeitweise schwer ist, einen Überblick zu behalten, wer wer war. Einige Perspektiven heben sich positiv hervor, wie die der tenrackischen Jägerin Noriat oder die des Soldaten Ilfran, dessen Rolle im Gefüge noch nicht ganz klar wird. Dass alle Charaktere irgendwie zusammenhängen, wird Stück für Stück deutlich. Alle sind Zahnräder in der Geschichte einer Welt, denn wir erleben live den Umbruch zweier Länder.

Ein bunter Mix von Charakteren…

Die Kapitel mit Regotar haben mir leider am wenigstens gefallen. Es ist zwar interessant, die Steinmetzzucht und das Dorfleben kennen zu lernen und mehr über das geheimnisvolle blaue Metall zu erfahren, aber seine persönliche Geschichte und sein Charakter haben bei mir für keinerlei Interesse gesorgt. Seine Abschnitte habe ich meistens übersprungen.

Student Dargan wirkt in der altertümlichen Welt durch seine Gewieftheit und Intelligenz fast etwas fehlplatziert. Seine Handlungen und die seiner Freunde bringen jedoch die wichtigsten Steine ins Rollen und lehren uns mehr über die Welt. Manchmal waren mir seine Gedankengänge zu ausufernd und ich hoffe, er wird noch etwas menschlicher. Er ist sehr sympathisch, aber er scheint mir fast etwas zu perfekt und liebenswert? Ich würde ihn mit Sherlock Holmes vergleichen – da er noch zu wichtig und intelligent ist, fürchtet man nicht wirklich um ihn und bangt mit ihm mit.

Noriats erstes Kapitel war fesselnd und auch sonst war die tapfere Jägerin mein liebster Charakter im Buch. Sie ist hitzköpfig, liebevoll und entschlossen. Ihre verschiedenen Beziehungen zu ihrem Bruder, den anderen Jägern und Kriegern und den späteren Gefangenen sind vielschichtig und faszinieren. In ihren Kapiteln erfahren wir außerdem viele Schlüsselmomente und Informationen.

Die Kapitel von Aschandreij und Sheijan haben sich teilweise etwas gezogen, waren aber interessant und ein spannender, wenngleich weniger turbulenter Gegensatz zu Noriats und Dargans Abenteuern.

Da ist noch Luft nach oben…

Clemens Kiefhabers Schreibstil ist solide und lässt sich flüssig lesen. Dennoch sehe ich an einigen Stellen noch Verbesserungsbedarf bzw. mehr Gründlichkeit des Lektorats.

Ich musste beim Lesen oft ausufernde Beschreibungs- und Gedankenabsätze überspringen. Eine komplett eigene Welt zu erschaffen ist eine große Leistung und benötigt viele Erklärungen, jedoch fühlte ich mich manchmal von den Informationsblöcken erschlagen. Hier würde ich mir für kommende Bände mehr „Show, don’t tell“ und Selektion wünschen (Was ist jetzt für den Leser wichtig? Was spielt im folgenden Kapitel eine Rolle? Was kann ich in Dialoge oder Handlungen einweben?). Außerdem sind mir einige Redundanzen aufgefallen – Die Charaktere dachten sehr viel nach und stellten sich oft viele Fragen. Fragen, die ich mir als Leserin ohnehin stelle. Manchmal waren es auch unnötige Dopplungen und Füllwörter.

Dargan machte sich schon jetzt Sorgen um Teveij, die es selbst in einer kühlen Nacht schon zu sehr fror. Wie sollten sie die eisige Kälte von Tenrack überstehen?

Man kann dem Leser ruhig ein wenig eigene Denkleistung zumuten, denke ich.

Die erste Hälfte war teilweise etwas zäh und es dauerte bis ich in die Geschichte hineinkam und die Charaktere und ihre Bedeutung verstanden habe. Der umfangreiche Weltenbau und die vielen originellen Ideen und Verstrickungen sind jedoch definitiv Pluspunkte und für ein Debut ist das auf jeden Fall richtig gut. Außerdem gibt es eine liebevoll gestaltete Karte am Anfang!

Da das ganze erst der Auftakt zu einem epischen Abenteuer ist, würde ich mir folgende Bände ein bisschen mehr Pfeffer und Tempo wünschen. Ansonsten: Mehr von dieser Welt und ihren Geschichten!

Fazit:

Das High Fantasy Debut von Clemens Kiefhaber hat noch einige kleine Kinderkrankheiten, hat jedoch durch den tollen, einfallsreichen Weltenbau und die komplex gestrickte Geschichte eine Menge Potenzial. Für Fans von detailliertem Weltenbau und genauen Beschreibungen ein Genuss, für ungeduldige Leser aber leider etwas zu langatmig. Von mir gibt es drei Seesterne.

Weitere Meinungen:

Ihr habt eine Rezension zu diesem Buch geschrieben? Schreibt mir gerne, dann verlinke ich euch!


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Interview mit Autorin Bianca Fuchs – Seelenläufer 2 erscheint!

Interview mit Autorin Bianca Fuchs – Seelenläufer 2 erscheint!

Heute präsentiere ich euch ein weiteres Interview und zwar mit der bezaubernden Selfpublisherin Bianca Fuchs!

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Ich durfte Bianca (links) auf dem Litcamp 2017 in Bonn kennen lernen <3

Ihr erstes Buch „Seelenläufer“ aus dem Genre Urban Fantasy erschien im April 2016 und nun ist es soweit.

Am 16.11.2018 erscheint endlich die Fortsetzung „Seelenräuber„!

Ihr könnt übrigens hübsche signierte Exemplare direkt bei Bianca selbst erwerben. Auf twitter gibt es außerdem mehr Infos zu Bianca und ihren Projekten!

Lasst uns loslegen!

*

  • Hallo Bianca, nach „Seelenläufer“ erscheint nun bald dein zweites Buch als Selfpublisherin! Erstmal Glückwunsch dazu.

Bianca Fuchs: Vielen Dank, liebe Babsi.

  • Worum geht es in der „Seelenläufer“ Reihe?

Es geht um Zoya, die eines Tages entdeckt, dass sie die Gabe besitzt, die Seelen von Menschen zu sehen und sogar zu verändern. Sie muss lernen, mit dieser Gabe umzugehen, wobei sie schnell merkt, dass es auch Seelenläufer gibt, die ganz andere Interessen haben, als anderen zu helfen.

  • Welchen Charakter magst du am liebsten und warum?

Ich mag Robert Hautcrave, weil in ihm die Ambivalenz zwischen Gut und Böse am sichtbarsten wird. Er muss für seine Ziele sehr hart kämpfen und hat so Einiges zu verlieren. Aber ich mag auch Zoya, weil sie diejenige ist, für die wohl das meiste auf dem Spiel steht.

  • Wie viele Teile soll es geben?

Es wird eine Trilogie.

(Babsi: Ich hoffe, es gibt keine fiesen Cliffhanger! xD)

  • Wie viel Zeit braucht es, bis ein Buch fertig ist? Welcher Schritt dabei macht dir am meisten Spaß?

Für Teil I habe ich fünf Jahre gebraucht, für den zweiten 1,5 Jahre. Der dritte Teil wird 2 Jahre in Anspruch nehmen. Wie du siehst, ist es sehr unterschiedlich. Zu Beginn war natürlich sehr viel Recherchearbeit nötig, Figuren mussten zum Leben erweckt werden, der Ort des Geschehens – Cambridge – musste gefunden werden.

Ich mag eigentlich alle Schritte. Ich mag es, wenn sich der Plot entwickelt, wenn die Seitenzahl stetig wächst, aber auch, wenn der Text reift. Es ist gut, dass sich die drei Schritte Plotten, Schreiben, Überarbeiten abwechseln.

auf amazon anschauen*

  • Wer macht diese schönen Cover?

Das Cover hat Juliane Schneeweiss entworfen. Und ich liebe es. Ich habe lange nach einer Coverdesignerin gesucht und bin umso glücklicher, dass ich sie gefunden habe. Sie leistet eine tolle Arbeit, kann meine Ideen perfekt umsetzen. Wer mal schauen möchte, was sie noch so entworfen hat, kann dies gerne auf ihrer Homepage tun: Juliane Schneeweiss

 

  • Was hast du aus der Veröffentlichung von „Seelenläufer“ Teil 1 gelernt?
    Was ist dein schönste Erfahrung mit dem ersten Teil?

Das man viel Zeit benötigt, um sein Buch zu vermarkten. Teil 1 hatte ich eigentlich nur für mich geschrieben, bis mich mein Coach auf die Idee brachte, „Seelenläufer“ im Selbstverlag zu veröffentlichen. Damals stand nicht einmal sicher fest, ob es eine Fortsetzung geben würde. Mit dem Marketing hatte ich mich damals also noch gar nicht auseinandergesetzt und völlig unterschätzt, was da eigentlich auf mich zukommt. Vielleicht war das auch gut so ;-).

Ich glaube, es ist diese Ambivalenz, die Selfpublisher in sich tragen. Der Kontakt mit den Lesern war die schönste Erfahrung, die ich machen durfte. Dass mein Roman Gefallen findet, dass es sogar Leser gibt, die sehnsüchtig auf Teil 2 warten, das ist ein unglaubliches Gefühl. Aber bis das gedruckte Buch seinen Weg zu den Lesern findet, ist es eben eine weite Strecke.

Babsi: Oh ja, es ist sehr viel Arbeit, die in so einem Buch steckt, auch nach dem es geschrieben ist. Das wird ja gerne mal unterschätzt!

  • Möchtest du weiterhin Selfpublisherin bleiben oder kannst du dir für zukünftige Projekte auch den Verlagsweg vorstellen? Was gefällt dir am Selfpublishing am besten?

Das Marketing ein Stück weit einem Verlag zu überlassen, wäre tatsächlich ein Grund, warum ich mir auch diesen Weg vorstellen könnte. Aber grundsätzlich bin ich sehr gerne Selbstverleger, weil ich meine Zeit so einteilen kann, wie ich möchte, was für mich als berufstätige Mutter von zwei Kindern ein sehr wichtiger Faktor ist, aber auch, dass ich über mein Cover sowie den Buchsatz, also das Innenlayout, selbst bestimmen kann.

  • Hast du neben Seelenläufer noch andere Projekte?

Mir schwirrt seit einiger Zeit eine Geschichte im Kopf herum, die sich immer weiter in den Vordergrund drängt. Doch ich halte sie zurück, weil ich mich dazu entschieden habe, jetzt erst einmal den Weg mit Zoya bis zum Ende zu gehen. Ich tanze ungern auf zwei Hochzeiten.

  • Liest du aktuell ein Buch oder bleibt dafür keine Zeit? Welches Buch würdest du  – neben deinen eigenen Werken – empfehlen?

Ich habe mir in meinen Herbstferien bewusst Zeit fürs Lesen genommen. Tatsächlich war dies während der Schreib- und Überarbeitungsphase nicht möglich. Und ich kann alle drei gelesenen Bücher nur empfehlen: Nina C. Hasse: „Ersticktes Matt“, J.M. Volckmann: „Neunundneunzig Namen“ und „Weil wir längst woanders sind“ von Rasha Khayat. Sonst bin ich ein großer Fan von Brandon Sanderson. Zwei Bücher, die mich sehr berührt haben sind auch „Sieben Minuten nach Mitternacht“ von Siobhan Dowd und „Ich nannte ihn Krawatte“ von Milena Michiko Flasar. Und jetzt höre ich auf. Es gibt einfach zu viele gute Bücher auf dieser Welt.

Babsi: Wundervolle Empfehlungen! Zwei davon habe ich auch schon gelesen und geliebt! 🙂

  • Was sind deine Pläne und Wünsche für 2018?

Ich wünsche mir, dass viele Leser noch viel mehr Spaß mit meinen Romanen haben. Auch wünsche ich mir, dass ich mit dem dritten Teil vom Seelenläufer gut vorankomme. Außerdem würde ich gerne einen weiteren Schreibkurs belegen, wenn ich die Zeit finde. Ich hätte sie gerne, denn ich möchte mich weiterentwickeln.

  • Auf welchen Events 2018 kann man dich vielleicht persönlich treffen?

Ich wünsche mir, dass ich es endlich auf die Frankfurter Buchmesse schaffe. Auf der BonnBuch bin ich aber sicher wieder anzutreffen. Auch steht noch die Entscheidung aus, ob ich die Zeit für Rheinfantasie freischaufeln kann.

Liebe Babsi, ich danke dir sehr, dass ich an deinem Interview teilnehmen durfte.

Babsi: Ich danke DIR liebe Bianca, dass du mir Rede und Antwort gestanden hast und in der stressigen Release-Woche noch ein bisschen Zeit für meine Fragen gefunden hast!

*

Ich hoffe, euch hat das Interview genauso gut gefallen wie mir und wir hypen jetzt zusammen das Release von „Seelenläufer 2“.

 


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Babsis #Litcamp17 Rückblick

Babsis #Litcamp17 Rückblick

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Mit Eva @variemaa und Nora @ElenorAvelle

Literaturcamp in Heidelberg

Am 25.06.2017 und 26.06.2017 fand das zweite Literaturcamp in Heidelberg statt. Genauer gesagt in den Räumen des Dezernat 16, einer alten Feuerwache in der Nähe des Hauptbahnhofes.

DSCN8322Die Sessions im größten Raum wurden außerdem aufgezeichnet und auf dem offiziellen Youtube Kanal des Literaturcamps hochgeladen. Das Ganze wurde ermöglicht durch Livestream-Watch.

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Valentin Bachem war fleißig unterwegs um Fotos zu schießen, schaut euch unbedingt die tollen Schnappschüsse an.

 

Hier berichte ich über meine liebsten Sessions:

Zusammen mit der lieben Rena und der lieben Julia habe ich übrigens eine Session zum Thema Autorengesundheit gehalten. Unter anderem kamen Themen vor wie man den inneren Kritiker wegscheucht, wie man mit Rückschlägen umgeht usw.. Auch die liebe Nicole Neubauer hatte eine ähnliche Session gehalten, in dem sie durch die Beschwörung eines hauseigenen Patronus den Kritiker/Dementor ganz flix wegzaubert.

Mir hat vor allem die Session von Kathrin von be_ebooks zum Exposé geholfen, da mein Manuskript gerade in der Überarbeitung ist und ich mich bald daran machen möchte, es bei Verlagen einzureichen. Ich wusste z.B. nicht, dass es durchaus gewünscht wird überhaupt Vergleichstitel zu nennen à la „Mein Buch könnte Lesern von Kim Harrisons Blutspur-Reihe gefallen“. Sie hat es auf jeden Fall geschafft, mir die Angst vor diesem Schritt zu nehmen und nach den Klausuren und dem Umzug, werde ich mich wohl an die Arbeit machen!

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Ich durfte mir mit der lieben Jana Tomy ein Zimmer teilen und habe am Sonntag ihre Session „Charaktere (er)leben“ besucht, die Improtheater und Charaktererstellung vereint. Im Raumlauf sollten wir uns vorstellen, welche Körperteile schwer sind, wie man als Tier läuft und wie unsere Charaktere laufen und anderen begegnen würden. Dabei musste man nicht nur die Gangart imitieren sondern durfte auch am eigenen Leib erfahren, wie ebendas auf den Charakter wirkt. Wenn ein Charakter selbstbewusst läuft, muss er noch lange nicht selbstbewusst sein. Ich konnte tolle Impulse und Anreize für mich mitnehmen.

Außerdem hatte ich die Ehre nicht nur die Session der fabelhaften Bianca aka Literatouristin zu besuchen, wir sind auch gemeinsam mit anderen abends auch noch durch Heidelberg gezogen und haben eine köstliche Männermilch im Thanner getrunken. Während der Session haben wir in der Runde fleißig gebrainstormed was für Beiträge und Möglichkeiten es gibt, den eigenen Blog zu pimpen und ihn zu etwas Besonderem zu machen. „10 Dinge, die Autoren niemals sagen würden“ – und Nummer 2 wird dich überraschen! Dabei war besonders der Appell laut: „Seid kreativ, traut euch und schreibt auch seltsame Gedankengänge und Ideen auf!“ – ob man danach auf veröffentlichen klickt oder nicht, die grauen Zellen sind in Schwung gekommen.

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Als bekennendes Benjamin Spang Fangirl musste ich natürlich auch seine Session zum Thema Crowdfunding besuchen. Dabei konnte man wieder mal merken, wie viel Arbeit hinter so einer Kampagne steckt, wie viel Mühe, Herzblut und Liebe – und dass es weniger um das Geld geht als darum das eigene Projekt zu verwirklichen. Benni hatte viele hilfreiche Tipps parat. Die Kampagne sollte früh bekannt gegeben werden und nicht zu lange dauern. Reizvolle Dankeschöns, liebevolle Mails an Blogger und mögliche Unterstützer sowie ein seriöses Marketing gehören zu dem ganzen aufwendigen Paket namens Crowdfunding.

Eva-Maria Obermann hielt eine Session wie Blogger*innen sich professionalisieren und was Buchblogs mit Literatuwissenschaften gemein haben. Dabei kam nicht nur eine Liste mit Leuten zustande, die eine LitWi-Blogparade machen wollen, sondern es gab auch interessante Anekdoten, Beispiele und konkrete Ideen, wie man Themen aus der Literaturwissenschaft auf dem eigenen Blog aufarbeiten kann. Dazu muss der Beitrag nicht perfekt wissenschaftlich sein, sich z.B. mit Stereotypen oder bestimmten Motiven genauer auseinanderzusetzen, ist bereits ein interessanter Schritt. Durch solche Themen haben nicht nur Leser mehr davon, sondern auch der eigenen Blog wird womöglich Leute anlocken, die vielleicht sogar Literaturwissenschaften studieren – und wer weiß, vielleicht wird euer Blogeintrag demnächst im Vorwort einer Bachelorarbeit zitiert?!

Außerdem wohnte ich einer spannenden Diskussion zum Thema Digitalisierung von Janet Clark bei.
Bastian von MeinVerlag2020 machte deutlich, wie wichtig es ist, seine Zielgruppe zu kennen und sich auch fernab des Buchbereichs zu vernetzen.
Maggo, der beste Pen&Paper Leiter überhaupt, verzückte das Publikum mit seiner Karamell-Frapuccino-Stimme und brachte uns seine kreative Herangehensweise an den Weltenbau nahe.
Anna von inkofbooks erklärte, wie man den eigenen Blog persönlicher gestalten kann und wie man einen Wiederkennungswert schafft. Ihre Session „Lebe deinen Blog“ hat sie auch auf ihrem Blog nochmal zusammengefasst.

Abends unterhielt uns die liebe Susanne Kasper von literaturschock mit den witzigsten Buchcovern, den skurrilsten Ratgebern und einigen wirklich hilfreichen Rezensionen.

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Einhorn – Insel von Ruhe und Regebogen in Dezernat16 Farben

Es gab so viele interessante Runden, Workshops und Sessions, dass es wirklich schwierig war, sich zu entscheiden. Man wünschte sich einen Zeitumdreher oder die Fähigkeit sich zu vervielfältigen. Und in jeder Session konnte ich doch das ein oder andere Bisschen für mich mitnehmen.

Für mich war mein zweites Literaturcamp und das erste Mal in Heidelberg ein absolutes Highlight. Eine angenehme Atmosphäre, spannende Sessions und das alles im Rundum-Sorglos-Paket: Slushies, Kaffee, Getränke und köstliches veganes Catering, Sonnencreme, ein Pool für die Füße, kostenlose Kinderbetreuung, Hunde zum Streicheln, Sofas,  ein Ruheraum, bunte Pfeile zur Orientierung, ein aufblasbares Einhorn – für all diese Dinge wurde gesorgt. Einfach nur wow.

Dafür ein großes DANKESCHÖN an alle Beteiligten, die dazu beigetragen haben. Zwischen den spannenden Sessions gab es wunderbare, lockere Gespräche und nirgends fühlte man sich unwillkommen. Große Autoren neben absoluten Neulingen im umgezwungenen Plausch bei Tschunk.

Natürlich, an manchen Punkten könnte man vielleicht noch ein bisschen optimieren. Und wahrscheinlich wird man es nie allen Recht machen können, aber für mich war es wieder ein wundervolles Spektakel voller neuer Eindrücke, toller Kontakte und lieber Menschen.

Ich bin totmüde, aber motiviert und voller Freude nach Hause gefahren. Mein Herz und meine Gedanken hängen immer noch ein wenig vor dem Dezernat in der brütenden Sonne herum und lassen den Blick verträumt über die Menschenmenge schweifen.

Vielen vielen Dank an alle, die dabei waren, die mitgemacht haben, die sich beteiligt haben, die geholfen haben und alle, die da waren. Ich habe ein unvergessliches Wochenende in Heidelberg verbracht und freue mich schon aufs nächste Jahr!

Weitere Impressionen:

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Ein großes Danke auch an die lieben Sponsoren, ohne die das Litcamp nicht möglich wäre:

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[Rezension] Andreas Hagemann – Xerubian 1 Aath lan’tis

[Rezension] Andreas Hagemann – Xerubian 1 Aath lan’tis

Hallo meine lieben!

Püntklich zum Osterwochenende gibt es eine neue Rezension von mir. Und zwar zu Xerubian Band 1 – Aath lan’tis vom bezaubernden Kollegen Andreas Hagemann.

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Hinten seht ihr Andreas Hagemann und Bianca Fuchs, vorne Jana Tomy und mich. Das Foto entstand bei strahlendem Sonnenschein auf dem Litcamp 2017 in Bonn.

Ich habe ein Buch mit lieber Widmung bekommen und ich bin ein Fan von Andi, versuche aber natürlich die Rezension neutral zu halten. 😉

Eine Videorezension wird auch nach meinem Urlaub folgen!

Ihr könnt das Buch als Taschenbuch signiert direkt bei Andreas auf der Homepage  oder als Ebook* über amazon erwerben!

Worum geht’s?

Gott würfelt? Nein, er spielt Billard! Mit Planeten als Kugeln versteht sich. Als Gott jedoch einen Stoß ordentlich versemmelt, prallen zwei Welten aufeinander und vermischen sich. Das bringt natürlich einige Probleme mit sich, die sich im Laufe der Geschichte offenbaren werden.

Als ein mysteriöser Edelstein aus der örtlichen Kathedrale von einem Dieb entwendet wird, entschließt sich der schwerfällige Inspektor Dalon die Ermittlungen aufzunehmen. Begleitet wird er dabei von seinem Dienstdrachen Nerol, der zwar eine schnelle Zunge hat, ansonsten aber auch eher verschlafen ist. Sie verfolgen den Dieb und reisen dabei aus ihrer vertrauten Heimatstadt hinaus in die große und bunte Welt ihres Planeten Xerubian. Nicht nur neue Gefährten und Geheimnisse eines alten Volkes warten auf sie, sondern auch viel Spaß und einige Gefahren.

Genre: Fantasy, Humor

Design:

Ich liebe das Cover. Es ist detailreich, ohne zugekleistert zu sein. Die Farben sehen total schön aus und ich mag, das auch Band 2 und 3 sich an diesem Design orientieren. Es sieht hochwertig aus.

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Schreibstil:

Anfangs etwas wirr und durcheinander hat Andreas Hagemann im Laufe des Buches die richtige Balance zwischen Erzählen und Humor gefunden. Es hat sich flüssig lesen lassen, auch wenn man die ein oder andere Beschreibung etwas kürzen, an einer anderen Stelle wiederum verlängern hätte können. Im Laufe des Buches hat sich der Schreibstil meiner Meinung nach stetig verbessert. Für mich war es noch nicht ganz rund, aber dennoch beweist Andreas, dass er über einen großen Wortschatz, eine bunte Fantasie und viel Humor verfügt.

Inhalt:

Xerubian, ein Planet mit zwei Sonnen.

Inspektor Dalon ist unmotiviert, der Alltagstrott im Büro und seine Frau, die längst die beste Zeit hinter sich hat, nerven ihn. Es scheint, einzig die Flüge mit Dienstdrache Nerol können ihm ein bisschen Gute Laune verschaffen.

Doch dann wird aus einer Kirche ein Edelstein entwendet und was zuerst wie ein besonders unkomplizierter Fall wirkt, der schnell zu den Akten gelegt werden kann und damit keine Anstrengungen für Dalon bereithält, entpuppt sich als verworrene Reise in die xerubianische Mythologie. Geflügelte Wesen aus einer anderen Welt? So langsam erwacht bei Dalon das Interesse und zusammen mit Drache Nerol, dem Beamten Martandi und dessen Drache Dragon nehmen die vier die Verfolgung der vermummten Gestalt auf, die aus der Stadt flieht.

Zuerst führt sie die Spur entlang einiger Städte und in einem Gebüsch gabeln sie eine fliegende Hummel, eh pardon, einen kleinen Drachen namens Muliks auf, der sich damit rühmt den Dieb, der sein Haus, zertrampelt hat am Geschmack wiederzuerkennen. Anfänglich ist keiner so richtig begeistert von dem kleinen Quälgeist, aber bald schweißt die gemeinsame Reise die Gefährten zusammen.

Könnte der Dieb tatsächlich auf dem Weg in da sagenumwobene Aath lan’tis sein, in dem die mysteriösen Wesen aus der anderen Welt leben sollen? Aber was wollen sie mit einem Edelstein aus einer unbedeutenden Kirche? Je weiter die Gruppe sich von den Städten und der Zivilisation entfernt, desto mehr Gefahren, Überraschungen und neue Geheimnisse warten auf sie. Dabei verlieren sie zwar das ein oder andere Mal die Orientierung, aber niemals ihren Humor (und ihren Appetit).

Wird es Inspektor Dalon und seinen Begleitern gelingen den Dieb dingfest zu machen? Und werden sie dabei auch das mystische Aath lan’tis finden?

Der Inhalt klingt abenteuerlich und außergewöhnlich. Ich habe den Prolog und die Idee mit dem billardspielenden Gott einfach nur toll gefunden. Leider fing das Buch etwas wirr an und es war schwer, den Überblick zu behalten. Aber davon sollte man sich nicht entmutigen lassen, denn bereits nach einem Kapitel fühlt man sich etwas besser in die Welt ein. Das Buch hat viele witzige Anspielungen, Sarkasmus und Seitenhiebe parat und entführt uns in eine ganz außergewöhnliche Welt – fernab vom typischen Elfen-Zwerge-Fantasy Einheitsbrei. Für mich ist in der ersten Hälfte des Buches ein bisschen zu wenig passiert, es wurde viel beschrieben, viel gegessen und manche Szenen haben für mich keinen allzugroßen Sinn gemacht. Ab der zweiten Hälfte hat es Andreas Hagemann dann geschafft, das Ruder herumzureißen. Es wurde turbulenter und actionreicher und man hatte das Gefühl, endlich voranzukommen.

Der Humor und die Originalität erinnern an Terry Pratchett und trotz einigen Abzügen bezüglich Spannungsaufbau, einigen Längen auf der Reise und dem verwirrenden Anfang hat mich Xerubian nach einigen Startschwierigkeiten in seinen Bann gezogen.

Charaktere:

Dalon, der träge Inspektor ist der sympathische Held der Geschichte. Er ist bereits etwas älter, beleibt und hat anfangs nicht so richtig Lust auf das Abenteuer. Er ist sarkastisch und nachdenklich, aber nicht auf den Kopf gefallen. Im Laufe des Abenteuers wird in ihm der verloren geglaubte Entdecker-Sinn geweckt und er treibt seine Kumpanen freundlich, aber bestimmt voran. Ich mochte ihn sehr gerne! Manchmal wäre ich gerne noch tiefer in seine Gedankenwelt getaucht.

Nerol, der Drache mit Akzent ist ein Liebling. Verfressen, große Schnauze, tapsig und albern. Er ist einfach ein Charmebolzen und seine Sprüche sind teilweise wirklich zum Schießen!

Martandi und Dragon mochte ich sehr gerne. Die Interaktionen zwischen dem roten Drachen Dragon und seinem blauen Freund Nerol waren einfach nur bezaubernd. Martandi hingegen blieb für mich das ganze Buch ein wenig blass und ich hätte mir mehr von seinem Charakter gewünscht. Denn außer, dass er Beamter ist und wohl gerne mit seiner blonden Kollegin in die Badewanne steigt, wissen wir recht wenig über ihn. In seinen Handlungen war er recht sympathisch, aber konnte keine besonderen Charaktereigenschaften vorweisen.

Muliks, der Mini-Drache, der immer wie ein Kolibri um die Gruppe rumfliegt. Anfangs war ich mindestens ebenso genervt von ihm wie Nerol und die anderen, aber im Laufe des Abenteuers ist er mir wahrlich ans Herz gewachsen. Ein niedlicher kleiner Racker!

Das Augenmerk in Xerubian lag nicht unbedingt auf den Charakteren. Das war nicht schlimm, denn in der Welt von Xerubian gab es genug zu entdecken, dennoch hätte ich mir manchmal ein bisschen mehr Tiefe und Augenmerk auf die Truppe gewünscht, da wir sie oft nur beim Essen und Rumalbern am Lagerfeuer wirklich näher kennen gelernt hat.

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Ende:

Das Ende kam dann doch viel zackiger als erwartet, dafür, dass die Reise sehr mühsam war. Ich fand es gelungen, hätte mir aber dann hier wieder ein bisschen mehr xerubianische bzw. eben Geschichte von Olaf und Co. gewünscht. 😉

Der Epilog hat einen schönen Bogen zum Anfang hingezogen. Es gab keine fiesen Cliffhanger, aber das Abenteuer wird weitergehen und ich habe ebenso wie Dalon noch keine Lust, wieder ins beschauliche Punkt zurückzukehren!

Fazit:

Die originelle Idee, der skurrile Humor und die liebenswerten Figuren können ganz gut über einige Längen und Verwirrungsmomente hinwegtrösten. Es lohnt sich, dem Buch die Chance zu geben, sich zu entfalten, denn ab der zweiten Hälfte kommt die Geschichte ins Rollen und wird zu einem fantastischen Abenteuer. Man merkt dem Buch an, dass es ein Debüt ist, aber im Laufe des Buches hat auch Andreas Hagemann zu sich und seinem Stil gefunden.

Ich werde die Folgebände auf jeden Fall lesen und hoffe, dass sie nochmal eine Schippe drauflegen was die Spannung angeht!

Wer Lust auf eine bunte, witzige Reise durch eine komplett eigene und originelle Fantasy-Welt hat, sollte und darf hier beherzt zugreifen!

Das Buch bekommt von mir insgesamt 3,5 Seesterne, aufgrund einiger Kritikpunkte leider eher mit Tendenz zur 3.

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*via Affiliate-Link, den ich freiwillig angebe. Es entstehen für euch keinerlei Mehrkosten wenn ihr über diesen Link etwas bei amazon kauft. Diese Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Rückblick: Das Literaturcamp Bonn 2017

Rückblick: Das Literaturcamp Bonn 2017

Tut mir leid, dass ich in letzter Zeit kaum längere, vernünftige Beiträge für den Blog verfasse und nur ganz dröge meine Videos ohne Kommentar verlinke. Ich gelobe baldige Besserung! (Ich habe einige Themen, über die ich noch schreiben möchte, aber die Muße ist gerade im Urlaub)

Auch für das Literaturcamp in Bonn habe ich ein paar Fotos und Aufnahmen gemacht. Dennoch gibt es noch ein paar Worte von mir direkt unter dem Video. 😉

Aktuell genieße ich eine kleine Auszeit bei meinen Eltern und meinem Kater und traumhaften Wetter und lasse mir die Sonne auf den weißen Bauch scheinen. Das Wochenende war ich auf dem Literaturcamp in Bonn – mein allererstes Barcamp.

Ich wusste zwar, dass ich zumindest drei Leute aus meinem Verein BartBroAuthors treffen würde und so nicht ganz allein sein würde, aber ich war trotzdem nervös.

Neue Menschen, spontane Workshops, Vorträge und Diskussionen? Da geht mein introvertierter Popö auf Grundeis! Generell habe ich keine Probleme mit sowas, aber ich weiß gerne, was mich erwartet. Aber dank dem vielversprechenden Glückskeks im Hotel und der angenehmen Stimmung in der Bonner Innenstadt fühlte ich mich ermutigt.

Früh morgens habe ich dann die liebe Jana vom Bahnhof abgeholt und zusammen machten wir uns dann auf. Wir wurden sofort freundlich begrüßt und im Foyer tummelten sich schon einige Literatur-Menschen, die alle noch etwas ruhig waren und auf Kaffee warteten. Dann ging es los. Ich war total gespannt und freute mich total, einige bekannte „twitter Namen“ auf den schicken Umhängeschildern zu lesen und nun endlich ein Gesicht zu vielen Leuten zu haben. Andere kannte ich gar nicht, aber mein vierter (oder fünfter?) Name wäre nicht Barbarazzi, wenn ich nicht sofort auf twitter und Facebook nachgeschaut hätte!

Die Vorstellungsrunde zog sich ein wenig und danach ging es zur Sessionplanung! Und zack war da eine Riesenschlange von Leuten mit tollen Ideen und Themen, sodass ich mir gar keine Sorgen machen musste, auch vor einer Gruppe zu sprechen, die mich als angehende Autorin mit meinen 23 Jahren und keinem einzigen zu Ende geschriebenen Buch, überhaupt nicht ernst nehmen würde. Es gab so viele tolle Sessions, dass ich mich oft ärgerte, nicht den praktischen Zeitumkehrer von Hermine aus Harry Potter 3 zu besitzen. 🙁 Meine persönlichen Highlights waren jedoch die Vorträge zum Vorlesen von Almut Schnerring und die interaktive Runde für Netzwerken für Autoren von Jasmin Zipperling (und das liegt nicht daran, dass ich Angst vor ihrer Schere hatte oder mit Kinderschokolade bestochen wurde…).

Es hat jedenfalls unfassbar viel Spaß gemacht und mir gefiel die freundliche, entspannte Stimmung sehr gut. In den Pausen habe ich es leider nicht geschafft, mit allen Leuten zu quatschen, die ich auch anquatschen wollte. Und nach dem langen, aber spannenden Tag bin ich kurz in den Hotelpool und dann einfach ins Bett gefallen.

Auch den ganzen nächsten Tag war ich noch geflasht von den vielen Eindrücken und bin Zucker- und Koffeinvorräte auffrischend von einem Sitzplatz im Zug zum nächsten gewandert.

Danke an alle, die dabei waren und das Event möglich gemacht haben! Ich bin vollauf begeistert und hoffe, viele weitere Litcamps besuchen zu können.

p.s.: Ja, ich hab noch kein Ticket für Heidelberg und ja, ich liege auf der Lauer wie ein hungriger Tiger!

Übrigens gibt es noch weitere, ausführliche und tolle Blogbeiträge zum Litcamp! Hier lang:

[Rezension] Nina C. Hasse – Ersticktes Matt

[Rezension] Nina C. Hasse – Ersticktes Matt

Das Ebook habe ich von meiner lieben BartBroAuthors Kollegin Nina C. Hasse als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Es hat leider ein bisschen gedauert, aber hier ist endlich die versprochene Rezension.

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(Spoiler: Es war so gut, ich musste mir die Taschenbuchversion kaufen 🙂 )
Das Ebook kostet 3,99€, das Taschenbuch 14,90€.

 

Worum geht’s?

In einer größtenteils überfluteten Welt in einem alternativen New York in dem Dampfmaschinen, Luftschiffe und U-Boote den Alltag bestimmen, gibt es eine Elendssiedlung, die sog. Floodlands. Diese wurden auf Pfählen in den East River gebaut und sie werden von einer erschreckenden Mordserie heimgesucht. Der Täter hinterlässt bei seinen jungen, weiblichen Opfern Schachfiguren. Doch warum? Dieser Frage nimmt sich die ein Team des Police Departments um Gesichtsanalytiker Remy Lafayette und Madeline Vézer an. Unterstützung bekommen sie dafür von einem raffinierten Schachexperten. Als klar wird, dass der Täter auch in Europa gemordet hat, schaltet sich auch ein britisches Ermittlerduo ein. Das Phantom macht es ihnen jedoch nicht leicht und die beiden müssen sich auch ihren eigen Ängsten stellen.

Eine verzwickte Jagd auf den Mörder beginnt, ebenso komplex und spannend wie eine gute Partie Schach.

Genre: Steampunk-Krimi

Design/Gestaltung:

Das Cover ist monochrom in schwarz-weiß und ich liebe es. Es ist unfassbar schön und detailliert ohne verschnörkelt und aufdringlich zu sein. Und nach dem Lesen sieht man es in einem anderen Licht.

Schreibstil:

Es ist beeindruckend. Ich hätte nicht erwartet, dass ich auf dem Selfpublisher Markt im Krimi-Genre so einen fein ausgeklügelte, detaillierte und anspruchsvoller Sprache finden würde. Das soll jetzt keine anderen Selfpublisher beleidigen, aber es ist eben nicht zu leugnen, dass viel Schrott auf dem Markt existiert, seit es relativ einfach geworden ist, Bücher zu veröffentlichen. Nina hat mehr Sprachgefühl und Wortgewandheit als manche Autoren, die tatsächlich bei einem Verlag untergekommen sind. Jedes Mal, wenn ich angefangen habe zu lesen, wurde ich tief in das Steampunk-New York entführt und ich fand es immer schwer, es wegzulegen, auch wenn sich das Lesen so lange hinausgezögert hat. Es ist kein Buch zum einfach von der Stelle weglesen, es ist spannend, klug und auf einem hohen Niveau ohne gestochen zu wirken.

Inhalt:

Ich mag Krimis nicht so gerne. Steampunk hingegen finde ich ziemlich cool und da ich die Books&Braun Bücher sehr gerne mochte, dachte ich mir ich möchte das auf jeden Fall lesen.  Das erste Opfer, eine junge Dame aus den Elendsvierteln in den Floodlands führt das Ermittlerteam zunächst auf keine wirklich ergiebige Fährte. Die Dinge kommen jedoch schneller ins Rollen als es allen lieb ist und bald gibt es mehr Opfer. Da die scheinbar einzige Gemeinsamkeit der Toten die Schachfiguren sind ziehen die beiden Experten der Schachliga zu Rate. Für sie abgestellt wird jedoch nicht der erwartete alte Herr, sondern ein aufmüpfiger Junge im Rollstuhl. Dennoch erweist sich die Jagd als schwierig und anscheinend gibt es auch Opfer in Europa. Deswegen machen sich die Ermittler Engels, genannt “Fox” und Loyd aus London ebenfalls auf den Weg. Remy wird tiefer in die Sache hineingezogen als es ihm lieb ist und er muss sich den Schatten seiner Vergangenheit stellen. Der Weg, den Mörder zu fassen, ist selbst ähnlich verstrickt und komplex wie eine Partie Schach. Und leider fordert sie auch Opfer.
Es war wirklich durchgehend spannend. Kaum hatte man das Gefühl, es ging ein wenig voran, flatterte die nächste Leiche oder ein Detail ins Haus, das alles wieder durcheinander brachte. Man fühlte sich mit den Charakteren frustriert und hilflos, weil  keine Lösung in Sicht war. Dennoch wurde es nicht langweilig, denn es passierte immer etwas.
An Krimis stört mich oft die monotone, abgewrackte Ermittlerfigur, die repetetiven Ermittlungsabläufe und dass ich – sobald der Mörder im Buch auftaucht – weiß, dass er der Schuldige ist. In Ninas Buch habe ich es jedoch wirklich nicht gemerkt bis kurz vor Schluss. Nur ganz kurz bevor es offensichtlich wurde. Das war cool, denn diesen Charakter hatte ich wirklich nicht im Visier!

Charaktere:

Remy Lafayette, Gesichtsanalytiker, ist ein sympathischer Zeitgenosse. Er ist Gentleman, zielstrebig und ehrlich, ohne abgehobene Moralansprüche an sich selbst zu haben. Er greift auch gerne mal zu nicht ganz legalen Mitteln und das ist sehr sympathisch. Seine Entwicklung durch das Buch hindurch fand ich sehr gut. Er hat sich im Grunde seines Herzens nicht stark verändert, aber er ist gewachsen.

Madeline Vezér mochte ich mit am liebsten. Sie ist eine toughe Polizistin, die mit mütterlicher Strenge versuchte, den Fall zu lösen und ihre Liebsten zu beschützen. Sie war zielstrebig, entschlossen und doch war sie nie emotionskalt, obwohl sie professionell handelte, merkte man ihr oft an, dass es Selbstkontrolle bedurfte.

Nathaniel, der junge Schachexperte, der an den Rollstuhl gefesselt ist, ist ein Goldschatz. Ein besserwisserischer, intelligenter und neugieriger Junge mit einer frechen Schnautze und viel Einfallsreichtum. Dennoch hat seine Kindlichkeit oft etwas Lockerung und Charme in die sonst so düstere Geschichte gebracht. Man möchte ihn knuddeln und irgendwie in die Nase kneifen zugleich.

Heimlich hoffe ich darauf, dass Nathaniels Mutter mit Remy zusammenkommt. Sie war  mein liebster Charakter, auch wenn sie nicht sprechen konnte. Sie wirkt sehr geheimnisvoll und ich hoffe sehr, dass wir mehr von ihr erfahren!
Ermeline Engels, „Fox“, war mir ein bisschen zu pathetisch-dramatisch. Ihre aufwallenden Gefühle, verschiedenfarbige Augen, ein Handicap, dazu noch die ständigen Selbstzweifel – das war mir alles ein bisschen zu viel. Vor allem, weil sie immer bewiesen hat, dass sie viel kann, wenn sie will. Sie hat sich ebenfalls entwickelt, auch wenn ihre Einsicht, dass sie doch keine Versagerin ist, ziemlich überfällig war, denn sie war cool und mutig!

Ihren Kollegen Loyd fand ich sehr sympathisch, aber leider war er mehr ein Mittel zum Zweck und um Fox inneren Konflikt besser zu beleuchten.

Die anderen Charaktere waren gut ausgearbeitet und man hat einfach gemerkt, dass Nina sich sehr viele Gedanken gemacht hat. Die Welt hat sich sehr lebendig angefühlt und die meisten Charaktere bedienten keine Stereotypen sondern wirkten wirklich wie lebendige Wesen.

Ende:

Das Ende war cool. Ich mochte es und ich mochte, dass es abgeschlossen war und wir trotzdem darauf hoffen dürfen, dass die Geschichte weitergeht. Ich habe wirklich erst spät bemerkt, wer der Mörder war aber es war kein deus ex machina, sondern hat Sinn ergeben. All die kleinen Symbole und Hinweise, ein Puzzle das sich langsam zusammengesetzt hat. Wirklich grandios und ich möchte es nochmal lesen mit dem Wissen von jetzt und sehen, was ich vielleicht beim ersten Lesen noch nicht gemerkt habe.

Mein Fazit: Dieses Buch ist handwerklich, storytechnisch und vom Schreibstil und Detailgrad einfach faszinierend genial. Es steht den großen Namen da draußen in absolut nichts nach. Und es wird einen festen Platz in meinem Regal bekommen, weil ich es durch und durch toll fand.
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Bald erscheint außerdem Ninas neuer Roman “Krähenherz”, der von der ersten Begegnung von Vezér und Lafayette erzählen wird!