Schlagwort: selfpublishing

Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Heute begrüße ich wieder eine großartige Autorin und einen absolut lieben Menschen bei #ProjektArbeitstitel: Anne Granert! Wenn ihr süßes Lächeln nicht reicht, um sie sofort super sympathisch zu finden, dann vielleicht, was sie euch über den Schreibprozess verrät…

Moin Moin, ich bin Anne und komme aus dem echten Norden Schleswig-Holstein.

Eines Nachts vor knapp 4 Jahren ereilte mich im Traum eine Szene zweier in Boston lebender Fremdweltler, die mich nicht mehr losließ. Bislang hatte ich erfolglos versucht, eine Fantasywelt zu erschaffen, war jedoch oft gescheitert. In dem Traum war dagegen alles so glasklar, dass eine Urban-Fantasy-Trilogie mit knapp 300.000 Wörtern entstanden ist, von denen ich die ersten beiden Bände bereits veröffentlicht habe (Des Sandes Widerhall/ Des Wassers Wiederkehr). Band 3 soll im Sommer 2020 folgen und ein Spin-Off ist auch in Planung.

Ich habe das große Glück, bei meinen Büchern mit Künstlern wie Marie Graßhoff und Anja Uhren zusammenzuarbeiten. Nebenbei arbeite ich an kleineren Projekten, darunter auch ein weihnachtliches Goodie für Kinder.

 

Die Talentierten und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Bislang habe ich mich am Genre Urban-Fantasy ausprobiert, was mir irre gut gefällt und bei dem ich langfristig auch bleiben werde. Langsam verbessert sich mein Schreibstil und mein Schreibhandwerk, meine tolle Lektorin Saskia Weyel (Zeilenrausch Lektorat) hat einiges dazu beigetragen. Daher arbeite ich nun zusätzlich an einer Belletristik-Frauen-Freundschafts-Geschichte, die mir sehr am Herzen liegt und die ich unter dem Pseudonym Marie Friedrich herausbringen werde.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Das Belletristik-Projekt spielt um Weihnachten herum. Daher ist eine Veröffentlichung im Herbst angedacht. Mitte Juli geht es ins Lektorat zu Alisha Schulz und dann habe ich noch ein paar Wochen für die Überarbeitung und das Korrektorat. An dem Buchsatz probiere ich mich selber aus, aber das Cover wird von Anja Uhren gestaltet.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
In dem Belletristik-Projekt geht es um eine Frauen-Freundschaft, die durch eine Krebserkrankung wieder aufblüht. Das Projekt für Kinder ist noch streng geheim. Achtung, geflüsterter Spoiler: Es hat was mit Weihnachten zu tun und ich darf mit der großartigen Künstlerin Anja Uhren zusammenarbeiten.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Die Welt geht nicht unter, wenn man Fehler entdeckt. Notfalls hilft eine Neuauflage. Und Leser sind natürlich subjektiv. Des einen Leid ist des anderen Freud und ich habe selten so unterschiedliche Meinungen zu Charakteren gehört, wie zu meiner Protagonistin Sunna.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Da ich zurzeit ein Belletristik-Projekt verschriftliche, ist ein anderes Genre der Hauptunterschied. Aber auch der Schreibstil ist anders. Im Urban-Fantasy-Bereich schreibe ich lockerer von der Leber weg, bisweilen ziemlich ironisch und lustig. Das Belletristik-Projekt fordert mich anders heraus und ich habe diesbezüglich meinen Stil noch nicht gefunden.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Als Selfpublisherin kann ich alles so und dann machen, wie ich möchte. Vielleicht ist dann eher die Herausforderung, mit selbstgewählten Deadlines zu arbeiten? Ich glaube, meine Herausforderungen sind von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Bei der Urban-Fantasy-Trilogie ist es das Plotting, weil ich sieben Hauptcharaktere miteinander verwebe. Zurzeit sagt mir mein Schreibstil im Belletristik-Projekt nicht zu und stellt mich vor eine sehr große Herausforderung. Werbung habe ich selbst in der Hand und da bleibe ich ganz entspannt. Ich habe noch eine kleine Familie und einen Brotjob, da kann ich nur die Sachen machen, die wirklich Spaß bringen, so wie Instagram zum Beispiel.

Hast du eine Schreibroutine?
Da ich als alleinerziehende Mutter neben dem Brotjob schreibe, muss ich mich gut organisieren und disziplinieren. Die Kinder haben absoluten Vorrang – alles andere kommt danach. Also schreibe ich an freien Tagen und abends. Wenn ich richtig im Flow bin, kann es schon passieren, dass ich um  4 Uhr morgens aufstehe. Allerdings sind meine Kinder noch in dem Alter in dem sie dann schnell an den Schreibtisch folgen. Also mache ich das nicht zu oft.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Einfach schreiben, du überarbeitest sowieso noch etliche Male. Handlettering, Lithografie, Postkarten, Blumenpressen, Serien gucken und Häkeln sind Formen von Prokrastination. Lass sie, schreib!

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
In erster Linie meine Lektorin Saskia Weyel, ohne sie wäre es nie zur Urban-Fantasy-Reihe Die Talentierten gekommen. Generell orientiere ich mich gerne an Künstlerinnen wie Anja Uhren oder Pam Grout und Liz Gilbert.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich möchte gerne alle Plott-Enden meiner Trilogie Die Talentierten sinnig voreinanderbekommen. Außerdem wünsche ich mir für das Belletristik-Projekt einen schönen Twist im Schreibstil. Und natürlich, dass beide Werke Leser*innen begeistern und ihnen etwas mitgeben, und sei es nur ein dickes und fettes Grinsen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als mich die Twentysix.de-Jury zu einem Coaching nach Frankfurt auf die Buchmesse einlud und mein Werk zum Top-Titel kürte.

 

Eine kleine Kostprobe…

Prolog, LIAM (Des Mondes Widerstand – Die Talentierten 3, VÖ 2020)

»Das ist doch Wahnsinn!« Liam rieb sich die grau-glänzende Wange und verzog angewidert den Mund. »Selbst wenn ich wüsste wie, würden mich keine zwei kurvigen Nymphen dazu bringen, dich zu verwandelt. Du hast doch einen Sockenschuss.« Wütend stapfte er auf. Die dreckige Bodenfliese in der Bahnhofshalle zerbrach mit einem dumpfen Klirren.

»Pst«, zischte Jack und schob Liam in die hintere Ecke zwischen den verwaisten Schließfächern. Zumindest versuchte er das.

»Was soll das werden?«, fragte Liam trocken.

»Ich schiebe dich weiter in die Ecke.«

»Aha«, antwortete Liam, machte einen Schritt zurück und brachte Jack zu Fall. Er verschränkte die Arme vor der schmalen Brust und musterte seinen ehemaligen besten Freund von oben bis unten. Abendsonne schien durch verschmutzte Milchglasscheiben auf Jacks Haupt und veränderte sich zu verdünntem Blut.

Blut.

Liams Magen krampfte sich zusammen. Blut – hatte er noch welches? – rauschte in seinen Ohren und kämpfte mit seinen neuen, empfindlichen Sinnen um die Herrschaft.

Tausende von Eindrücken preschten auf Liam ein. Die tickende große Bahnhofsuhr. Die umblätternden Buchstaben und Zahlen in den Anzeigen. Entkräftetes Stöhnen einer alten Frau beim Erklimmen der steilen Treppe. Das feine Surren eines Kooati-Schwanzes, der am Saum eines langen Mantels entlangschwingt. Dicke Menschenfinger, denen der Schiebegriff des Reißverschlusses entgleitet. Die Säure des Filterkaffees bei Starbucks. Nein, das war nicht der Filterkaffee, das war der Mundgeruch eines Schaffners.

»Was hast du?«, fragte Jack. Er rieb sich den Arm, sein Sturz war auf dem rechten Ellenbogen geendet. Den Dreck von seiner taupefarbenen Jeanshose klopfend richtete er sich umständlich auf.

»Hunger«, knurrte Liam.

Jack wich zurück, die Augen erschrocken aufgerissen.


Anne Granert

 

Bereits veröffentlicht:

  • Des Sandes Widerhall – Die Talentierten 1, auf amazon* kaufen (24.01.2019)
  • Des Wassers Wiederkehr – Die Talentierten 2, auf amazon* kaufen (12.04.2019)

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Matthias Thurau #ProjektArbeistitel

Matthias Thurau #ProjektArbeistitel

Matthias Thurau #ProjektArbeitstitel

Hallo zusammen! Wie schön, dass ihr wieder dabei seid. Ich darf heute mit Matthias Thurau den ersten Herren in der Runde dieses Projekts vorstellen:

Ich heiße Matthias Thurau, bin 33 Jahre alt, lebe in Dortmund und schreibe bereits mein Leben lang. Auf alten Grundschulzeugnissen findet man die ersten Hinweise darauf. Offenbar war das erwähnenswert. Mit 13 fing ich an, Lyrik zu schreiben, und blieb einige Jahre dieser Gattung treu. Seitdem fühle ich mich als Autor. Inzwischen schreibe ich Romane, Erzählungen und weniger Lyrik.

Als Teenager kam ich zum Schreiben, um Probleme mit meiner Umwelt zu verarbeiten. Lyrik bietet die Möglichkeit, Dinge auszudrücken, die man nicht in exakte Worte fassen kann. Indem man Bilder und Gefühle erzeugt, transportiert man Inhalte, über die man möglicherweise noch nicht zu sprechen bereit ist.

In meinem Leben habe ich mehr oder minder freiwillig verschiedenste Milieus, Szenen und vor allem Menschen kennengelernt: Linke, Rechte, Metalheads, Punks, Kriminelle, Junkys, Alkoholiker, Arbeiter, Musiker, Studenten, Soldaten, Gläubige und viele viele mehr. Das ein oder andere war oder bin ich auch selbst.

Vieles davon war nicht schön, aber hat mich mit einer Menge Stoff versorgt, den ich nun literarisch verarbeite. Es handelt sich bei meinen Werken thematisch also nicht gerade um leichte Kost. Allerdings lockere ich meine Geschichten gerne mit Humor auf. Wie im echten Leben: etwas Lustiges findet man noch im schlimmsten Leid.

Bisher habe ich noch keine Veröffentlichungen vorzuweisen. Sofern keine Katastrophe mehr dazwischenkommt, werde ich aber noch diesen Monat meinen ersten Roman „Sorck“ im Selbstverlag herausbringen.

 

 

Sorck und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
„Sorck“ ist ein Reiseroman und gleichzeitig so viel mehr als das. Die Geschichte handelt von Martin Sorck, der bei einem Wohnungsbrand alles verliert, von zwei Koffern und einem Kreuzfahrtticket abgesehen. Auf der Reise muss er eigentlich sein Leben sortieren und schauen, wie es danach weitergehen soll, aber es geschehen viel zu viele skurrile Dinge, als dass er wirklich Zeit dazu fände. Wichtig bei diesem Projekt war mir, dass es auf mehreren Ebenen funktioniert. Man kann es lesen und die Story genießen und lachen. Man kann den Roman allerdings auch tiefergehend interpretieren und beispielsweise versteckte Details und Bezüge zu Mythologie, Religion, Literatur, Kunst und Philosophie finden.

 

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
„Sorck“ ist weitestgehend fertig. Der Roman ging durchs Korrektorat und durchlief einen professionellen Buchsatz. Was fehlt, ist das Cover. Daran arbeite ich derzeit mit einem guten Freund, der zum Glück auch Ahnung hat. Es dürfte in Kürze bereit sein. Dann kann ich veröffentlichen. Hier könnte man anmerken, dass man das Cover idealerweise sehr früh fertig haben sollte, um gut damit werben zu können. Daran dachte ich allerdings noch nicht, als ich mir in den Kopf setzte, den Roman zu veröffentlichen.

Alles Weitere sind ein paar Klicks und Werbung. Noch immer habe ich ein seltsames Gefühl dabei, meine eigenen Werke zu vermarkten. Zweifel an der Qualität habe ich nicht, sondern will mich nicht aufdrängen. Das kennen sicherlich viele. Ich hoffe einfach, dass ich mehr Interesse als Widerwillen damit wecke. All die anderen Projekte brauchen noch mindestens eine Überarbeitungsrunde, Lektorate, Korrektorate und Cover. Dennoch hoffe ich noch auf mindestens eine weitere Veröffentlichung dieses Jahr.

 

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ideen für die nächsten Veröffentlichungen habe ich en masse. Einige davon sind bereits weit fortgeschritten und beinahe fertig, andere bloß Notizen. Hauptsächlich handelt es sich um Erzählungen.

Als nächstes wird eine kurze Dystopie kommen, die das Schicksal einer einzelnen Person darstellt und dadurch einen Teil des Staatsapparats und der herrschenden Gesellschaftsordnung. Sie trägt den etwas sperrigen Arbeitstitel „Wiedereingliederungsverfahren“.

Danach folgt eine weitere gesellschaftskritische Geschichte und eine, die das Thema Verlust behandelt. Sie sind bisher mit „Der Tod in Porto I“ und „Der Tod in Porto II“ betitelt, weil sie beide auf einer Portugal-Reise entstanden. Zwei kafkaeske Erzählungen warten noch und die Idee für den nächsten Roman steht auch bereits. Irgendwann soll definitiv noch ein Lyrikband erscheinen, aber damit lasse ich mir Zeit. Ob es also dieses Jahr noch klappen wird, weiß ich nicht.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Mein Schreibprozess beginnt mit viel Gedankenarbeit und Planung. Ich stelle Ideensammlungen zusammen, prüfe, wie und ob die Ideen zusammenpassen, sammele Material und recherchiere. Dann schreibe ich. Nach einer Pause von mehreren Wochen oder sogar Monaten überarbeite ich. „Sorck“ habe ich auf diese Weise geschrieben und das Manuskript dann weggelegt. Nach einer fast sechsmonatigen Pause habe ich es etwa drei Monate lang täglich bearbeitet, um am Ende ein anderes, runderes und 65 Seiten dickeres Manuskript zu haben. Um den Arbeitsaufwand zu verbildlichen: der Roman wird 252 Seiten (inklusive Impressum, Triggerwarnung etc.) umfassen, aber ich neben mir liegt ein Stapel mit etwa 800 bis 1000 Seiten an Ideensammlungen, Notizen, Hintergründen, Plänen und Arbeitsschritten dafür.

Dennoch empfinde ich das Drumherum der Veröffentlichung um vieles anstrengender als den kreativen Prozess. Klappentext, Autorenvita, Kurzbeschreibungen, Einordnung in Genres, Keywords und all das, was ich als Neuling in Sachen Selfpublishing zu lernen hatte. Und natürlich die Werbung sowie der Social Media Auftritt. Ich gehöre zu den etwas altmodischen Schriftstellern, die am liebsten nur schreiben würden und möglicherweise ein paar zusätzliche Essays veröffentlichen, um den Schreibprozess und die Ideengeschichte aufzuzeigen. Instagram und besonders Twitter haben zwar viele Vorteile, aber eigentlich bin ich eine recht private Person und würde auf viele Posts verzichten, wenn es heutzutage noch möglich wäre. Bedenkt man das alles, wäre ein Verlag vermutlich die bessere Lösung gewesen. Doch „Sorck“ musste endlich veröffentlicht werden, also mache ich das eben selbst.

 

Hast du eine Schreibroutine?
Einen festen Ablauf habe ich nicht. Ich arbeite täglich an meinen Werken. Alle zwei bis drei Wochen gibt es mal einen Tag, an dem ich nichts daran tue. Üblicherweise bin ich vormittags am produktivsten, habe dann ein Mittagstief und kann nachmittags weitermachen. Abends entspanne ich mich. Manchmal packt es mich auch und ich schreibe 10 oder 12 Stunden an einem Tag. In manchen Phasen schlägt sich diese Arbeitsweise als Flexibilität nieder. Dann wird mein restliches Leben davon nicht tangiert. In anderen Phasen allerdings wird dadurch jede Planung zerschlagen und ich verschiebe Treffen, trainiere und esse nicht mehr regelmäßig. Das Schreiben steht dann an erster Stelle. Alles und jeder andere wird untergeordnet.

Das hat zwei Hauptgründe: Einerseits das altbekannte „Ich kann nicht nicht schreiben“, also ein Getriebensein, andererseits die Tatsache, dass ich das Schreiben als einen Lebenssinnersatz betrachte. Dürrenmatt schrieb einmal, dass der Mensch alles aushalten könne, sofern er einen Sinn darin erkennen könne. Ich kenne nichts, was einem höheren Sinn näherkäme, als das Schreiben. Ohne diese Arbeit kommt mir mein Leben leer vor.

Schreiben ist mein Beruf, aber leider noch nicht meine Haupteinnahmequelle.

 

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
„Wenn du glaubst, das Werk sei fertig, glaub dir nicht!“

Man sollte Manuskripte eine Weile ruhen lassen und dann vollständig überarbeiten. Zwar muss es irgendwann abgeschlossen werden, aber selten ist es bereit für eine Veröffentlichung, wenn man es zum ersten Mal dafür hält. Ansonsten hat mein Vergangenheits-Ich im Rahmen seiner Möglichkeiten alles richtig gemacht. Es dauert seine Zeit, bis man reif genug schreibt, um an die Öffentlichkeit zu treten, und genug erlebt hat, um etwas von Bedeutung erzählen zu können. Diese Zeit habe ich mir genommen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Über meine literarischen Vorbilder und Inspirationen spreche ich immer gerne.

Es gibt eine ganze Reihe von Autoren und Werken, die für mich und meine Arbeit wichtig sind. Häufig fällt mir erst nach Fertigstellung einer Geschichte auf, an wen oder was sie mich erinnert. „Sorck“ enthält Bezüge und Parallelen zu verschiedenen Vorbildern, aber in einer Mischung, durch die es niemals wie eine Kopie klingt. Das hoffe ich jedenfalls.

Am deutlichsten sind wohl die Einflüsse von Hermann Burger, Albert Camus, Hermann Hesse und Franz Kafka im Roman. Sprachlich und durch die Vermischung scheinbar nicht zusammengehöriger Storyelemente erinnert er an Burger, philosophisch an Camus, aufgrund des Protagonisten und der Struktur an Hesse und aufgrund mancher Szenen an Kafka. Was Alkohol und Drogen angeht, könnte man auch an Hunter S. Thompson, Charles Bukowski oder Henry Miller denken, die ich ebenfalls gern gelesen habe.

„Der Tod in Porto II“ ist stark von Hermann Hesse inspiriert (besonders vom Gedicht „Stufen“), während „Wiedereingliederungsverfahren“ einen Teil Orwell und einen Teil Kafka mit einer Liebesgeschichte verstrickt.

Als generelle Einflüsse sollte ich die Liste noch um Jorge Luis Borges, Daniel Kehlmann, Sartre, eine handvoll Graphic Novel Autoren und Philosophen erweitern. Die Liste ist also zu lang, um ins Detail zu gehen, was mich an welchem Vorbild besonders fasziniert. Meine Freunde können jedoch bestätigen, dass ich über jeden einzelnen von ihnen stundenlang begeistert erzählen kann, ohne darauf zu achten, ob es jemanden interessiert.

An den Namen kann man unschwer erkennen, was ich am liebsten lese. Etliche Einflüsse brachten mir damals auch die Jahre des Studiums (Komparatistik und Philosophie). Hinzu kommen natürlich noch persönliche Erlebnisse, die meine Hauptinspirationsquelle darstellen.

 

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Für mich wird „Sorck“ ein Erfolg sein, wenn die Verkaufszahlen mindestens dreistellig sind. Mir geht es dabei nicht ums Geld – wäre auch ein schlechter Ansatz bei meiner Art des Schreibens –, sondern darum, meine Gedanken zu verbreiten und Leser*innen zu finden, die sich davon angesprochen fühlen. Entsprechend ist es mir lieber, wenn 100 Leser*innen mein Werk kaufen und es lieben, es ihnen vielleicht sogar hilft, als wenn 1000 Leser*innen es kaufen und dann vergessen.

Ich wünsche mir, dass meine Texte die Leser*innen so intensiv beschäftigen, wie meine Lieblingstexte mich beschäftigt haben und es noch immer tun. Gute Bücher verändern ein Leben. Selbstverständlich würde ich zusätzlich gerne in Zukunft vom Schreiben leben können. Konkretere Ziele umfassen die Veröffentlichung von ein bis zwei Erzählungen noch in diesem Jahr, zwei im nächsten sowie einen Roman und einen Lyrikband.

 

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Es gab ein paar schöne Momente. Ein Leser interpretierte ein Gedicht von mir und zeigte auf, welche Passagen ihn besonders berührten, und eine Testleserin erzählte mir mehreren Wochen, nachdem sie eine Geschichte („Der Tod in Porto I“) gelesen hatte, dass sie noch immer darüber nachdenke. Beides entspricht genau der Wirkung, die ich erreichen möchte. Meine Werke sollen keine kurze Ablenkung vom Leben sein und keine kurzlebige Unterhaltung, sondern sollen etwas auslösen. Was das genau ist, hängt von der Leserin/dem Leser ab. Mehr als einmal bin ich auf reges Interesse für meine Geschichten gestoßen, wenn ich davon erzählte. Solche Momente geben Mut.

Außerdem war ich häufig beeindruckt von der Hilfsbereitschaft anderer Selfpublisher*innen und Lektorinnen, von denen ich so vieles habe lernen können. Das habe ich mir übrigens als Vorbild genommen und helfe selbst gern, wenn jemand tatsächlich weniger Ahnung haben sollte als ich.

 

Eine kleine Kostprobe…

Das hier ist der Anfang von „Sorck“, meinem Debütroman:

So, wie Martin Sorck am Bordstein stand, hätte man ihn für vieles halten können. Oder auch für sehr wenig.

Im Schein der Flammen und Blaulichter feierten seine speckig-ledernen Koffer ein stilles Fest, an das sich seine Mimik anpasste. Gesichtslos starrte er die backsteinerne Häuserfront auf der anderen Straßenseite an. Es brannte. Er spürte die Hitze des Feuers deutlich auf der Stirn und konnte nicht fassen, wie pompös das Feuerwerk war, das seine Wohnung sich leistete. Eine Befreiungsfeier mit musikalischer Begleitung. Knarzend, krachend und knackend fraß sich der Brand durch die Dachbalken. Da oben hing bisher seine Wäsche zum Trocknen. Was vorhin noch dort war, war jetzt nicht mehr.

In mehreren Grüppchen leisteten Schaulustige dem dauerhaft Ausgesperrten Gesellschaft, deuteten mit erregten Fingern, filmten mit schwarzen Kameras. Andere verlangsamten für eine Weile den Schritt auf dem Weg zur Arbeit. Mit jedem lauten Krachen zuckten sie zusammen, raunten auf. Ungläubig hielten sie die Hände vor den Mund. Oder versteckten sie ein Lächeln?

Im Rhythmus eines weiteren gebrochenen Balkens bewegten die Gaffer ihre Köpfe, versteckten sie zwischen den Schultern, versanken in halbe Kniebeugen. Dann reckten sie sich wieder neugierig vor.

Nur Martin Sorck stand still.

Wortlos, ausdruckslos, fassungslos stand er still.

 


Matthias Thurau

 

Das Buch „Sorck“ erscheint Ende Mai/Juni. Update: Ihr könnt es jetzt auf amazon* kaufen!

Klappentext:

»Häufiger als Zitronen gibt das Leben dir Skorbut.«

Martin steht an der Straße und betrachtet seine brennende Wohnung.

Nur zwei Koffer und ein Kreuzfahrtticket bleiben ihm.

Doch spätestens, als sich der erste Landgang als paramilitärische Übung entpuppt, droht auch der Urlaub zur Katastrophe zu werden…

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Katania de Groot #ProjektArbeitstitel

Katania de Groot #ProjektArbeitstitel

Katania de Groot #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, #ProjektArbeitstitel mit einer so wunderbaren und coolen Person zu eröffnen: Katania de Groot! Ihr Debut „Wolfkisses: Ankunft der Jäger“ erscheint übrigens in genau einer Woche. Höchste Eisenbahn also, Katania näher kennen zu lernen!

Hallo! Ich bin Katania. Ich komme aus der Nähe von Erlangen und schreibe eigentlich schon immer. Nur, dass ich es offiziell mache, ist erst ein Jahr her.

 

Wolfkisses und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Gerade fertig und in Druck ist der erste Band von Wolfkisses. Einer Wolfwandler-Dark-Romantasy-Reihe. Mich hat geärgert, dass Männer in Romance eigentlich immer übergriffig dargestellt wurden. Noch mehr, wenn sie in irgend einer Form paranormal sind. Das war etwas, dass ich anders machen wollte. So entstand der Plot für Sofie und Luke. Dazu kam dann der von Becca und Alex, in den ich mich vielleicht ein bisschen zu sehr verliebt habe.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Der erste Wolfkisses Teil, Ankunft der Jäger, erscheint am 20. Mai. Wenn alles so läuft, wie ich mir das vorstelle, soll hier halbjährlich ein neuer Teil erscheinen. Auf Steampunk und Dystopie werdet ihr noch etwas warten müssen. Ich will beide Geschichten erst vollständig fertig haben und konzentriere mich aber aus Zeitgründen vor allem auf die Wölfe.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Einiges! Ich plotte gerade eine Steampunk-Piraten Geschichte mit paranormalen Meereslebewesen, von der ich noch nicht so wirklich sicher bin, wo sie mit hinführen wird. Bis jetzt haben wir da Piraten-Sirenen-Dämonen. Dann gibt es da noch diese »King Arthur trifft auf Robin Hood Dystopie« auf die ich mich total freue.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Das ständige Wechselbad zwischen »Boar ist das geiler Scheiß« und »Das kann man doch niemanden lesen lassen« Ich hab ungefähr das Selbstvertrauen einer Kartoffel und das ist es, was mir den ganzen Prozess teilweise recht schwer macht.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich würde sagen halbberuflich?  Ich habe das Glück sehr viel Zeit zum Schreiben zu haben und diese auch zu nutzen. Allerdings verdiene noch nichts damit. Aber selbst, wenn ich gerade nicht schreibe, arbeite ich im Hintergrund meiner Gedanken an Plot, Figuren, Dialogen. Es ist eigentlich immer präsent.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Lass dich nicht kleinreden. Du hast etwas zu sagen? Dann sag es auch.

 

Motivation

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich habe einige Autorinnen, mit denen ich mich austausche. Darunter Katrin Ils, Jill Noll und Kathy Wild. Dazu kommen viele liebe Autoren auf Twitter, das Gemeinsamkeitsgefühl, das dort entsteht, hat mir unglaublich geholfen und dank der LitCamps konnte ich so viel lernen. Austausch ist etwas, dass ich jedem empfehlen kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Vermutlich ähnliche, wie jeder andere Autor auch. Irgendwann würde ich gerne vom Schreiben leben können und irgendwann vielleicht sogar anderen Autoren unter die Arme greifen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich habe meinen Testleserinnen das Manuskript ausgedruckt und zugesendet und als es zurückkam, und die Kommentare gelesen hab. Die Gefühle die ich hervorrufen wollte scheinen genau an den richtigen Stellen auch angekommen zu sein. Man könnte sagen, ich hab ein Bild mit Worten gemalt und meine Testleser konnten zu der Melodie tanzen.

 

Eine kleine Kostprobe…

Es ist ein Teil der Szene die ich schon in Leipzig bei #9lesen vorgetragen habe. Ich mag sie sehr gerne.

»Es riecht nach nassem Hund.« Die barsche Stimme im Nebenraum war ihm unbekannt. »Nach fremdem, nassem Hund. Wieso erzählst du mir nicht, was er hier zu suchen hat?«
»Ich habe es dir schon gesagt. Zwei Mal. Aber ich erkläre es dir auch gerne noch ein drittes Mal. Er war hier um mich abzuholen. Wegen eines Jobs.«
»Du hättest mich anrufen können, ich hätte dich gefahren.« Der Fremde knurrte, die Drohung darin jagte Luke einen Schauer über den Rücken.
»Und ich dachte, ich hätte dir ausreichend klargemacht, dass ich nichts mehr mit dir oder deinen Speichelleckern zu tun haben will.« Die Lautstärke in Sofies Stimme nahm zu. Sie hatte keine Angst vor ihrem Gegenüber. Etwas, das Luke von sich nicht sagen konnte. Die Clanmacht tobte in ihm. Verzweifelt versuchte sie, ihn zum Gehen zu bewegen, drängte ihn, den Laden und die Stadt zu verlassen. Und zwar, bevor King ihn bemerkte.
»Entschuldigung?«, sagte Luke und verfluchte sich im gleichen Moment selbst dafür. »Sofie, du hast die Notizen liegenlassen.« Er klammerte sich an das Klemmbrett und betete, dass der Schutz durch die Arbeit ausreichte, obwohl er seinen zweiten Besuch nicht angemeldet hatte.
Sofie kam aus dem Hinterzimmer zum Tresen.
»Danke, Luke.« Sofie griff über die Theke und legte ihre Hand auf seine.

Er zuckte zusammen, als der fremde Wolf den Raum betrat. King musterte ihn abfällig, dann beugte er sich zu Sofie herab und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. Für einen Moment schloss Luke die Augen. Seine Fingernägel gruben sich in die Handballen, wo sie deutliche Spuren hinterließen.
Jede von Kings Handlungen drückte Missbilligung aus. Der kurze Kuss gehörte genauso dazu, wie die Tatsache, dass er den Wolf in Luke komplett ignorierte.
Luke sank in sich zusammen, damit er möglichst klein und ungefährlich wirkte. Klein, ungefährlich, unscheinbar. Bloß nicht auffallen. Sein Mantra bei jeder Begegnung mit einem Fremden.
King schritt an dem Tresen vorbei und Luke drückte sich gegen ein Pflanzenregal, um ihm möglichst viel Platz zu lassen. Einen Moment blieb der Ranghöhere neben ihm stehen und musterte ihn. Luke senkte den Blick, gab so auch in der menschlichen Gestalt seinen Nacken frei um seine Unterlegenheit deutlicher zu betonen. Es gab hier keine Gefahr für den Warith, nur Bestätigung. King schnaubte abfällig, ehe er den Weg zum Ausgang fortsetzte.
Erst als die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen war, wagte Luke, sich zu bewegen. Er sah auf. Sofie musterte ihn.

»Es tut mir leid, ich hätte gehen sollen.«
Mit wenigen Schritten umrundete sie die Theke und griff nach seinen Händen. »Beruhig dich. Es ist alles in Ordnung.«
»Das war dein Freund?« Seine Stimme versagte mitten in der Frage.
»Mein Ex-Freund und ja, er und bevor du fragst: Ja, sein Benehmen ist der Grund dafür, dass ich nicht mit Werwölfen ausgehe.«
Luke lachte auf. »Jede Wölfin würde dir erklären, dass er ein äußerst guter Fang ist.«
»Wenn man darauf steht, als Besitz oder Trophäe angesehen zu werden, vielleicht. King ist so sehr Wolf, dass er immer vergisst, dass ich ein Mensch und kein Wolf bin. Ich kann nicht immer gegen ihn kämpfen. Ich will keinen Mann, dessen Gene dafür sorgen, dass er versucht, mich zu dominieren. Damit will ich nicht leben-«, sie lächelte gequält, »Ich bin eine eigenständige Person und ich will nicht darum kämpfen müssen, es zu sein.«


Katania de Groot

 

Das Buch „Wolfskisses: Ankunft der Jäger“ erscheint am 20.05.2019 im Selfpublishing. Ihr könnt es bei amazon* bereits vorbestellen.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

#ProjektArbeitstitel – Was ist das?

#ProjektArbeitstitel – Was ist das?

#ProjektArbeitstitel – Was ist das?

Hallo zusammen, vielleicht habt ihr den Aufruf auf twitter mitbekommen. Ich habe gefragt, ob unveröffentlichte und bald veröffentlichende Autor*innen Lust auf eine Interview-Reihe hätten. Und die positive Resonanz war riesengroß.

Worum geht es?

Bei #ProjektArbeitstitel interviewe ich vor allem Autor*innen, die noch nichts veröffentlicht haben, bald veröffentlichen oder noch nicht so viele Veröffentlichungen haben. Weil ich Projektschnipsel, Work in Progress und den Schreibprozess so liebe und so gerne mitverfolge. Viele von euch posten regelmäßig Ausschnitte in Social Media und machen mich ganz hungrig auf die tollen Bücher, die da wachsen. Und ich bin sicher, damit bin ich nicht allein!

Außerdem finde ich es immer spannend als Schreibende von den Herausforderungen, Tipps und Prozessen anderer Schreibender zu lesen. Das motiviert und inspiriert.

Wann?

Die Interviews werden jeweils montags und donnerstags hier auf meinem Blog erscheinen.

Und ich habe so viele Teilnehmer, dass sich diese Aktion wohl bis in den Oktober erstrecken wird. Ihr dürft euch also auf geballte Autor*innenpower freuen!

„Ich würde auch gerne mitmachen!“

Ich konnte leider nicht alle Personen, die sich gemeldet haben, mitaufnehmen (Sonst würde die Aktion wohl locker 1 Jahr lang dauern). Auch jetzt sind es schon sehr viele Autor*innen und dadurch natürlich auch ein recht großer Organisationsaufwand. Allerdings werde ich nach Ende der Aktion die Fragen hier posten, sodass jeder sie auf dem eigenen Blog oder der eigenen Website beantworten kann. Quasi als Tag! Wenn ihr hier kommentiert, verlinke ich euch auch gerne.


Übersicht der Teilnehmenden

#SPBuch Adventskalender – 01 – Books on Demand

#SPBuch Adventskalender – 01 – Books on Demand

#SPBuch Adventskalender – 01 – Books on Demand

(Werbung wegen Namensnennung)

Herzlich Willkommen zum ersten Türchen des Selfpublishing Adventskalenders! Ich bin dankbar und freue mich sehr, die Aktion, die sich Janna und Kerstin von KeJas Blogbuch ausgedacht haben, eröffnen zu dürfen. Den ganzen Dezember über erwarten euch spannende Interviews, Berichte, Kurzgeschichten und weitere Highlights.

Bereits hinter der ersten Tür wartet mit Books on Demand ein besonders interessantes Leckerli auf euch!

Was ist Books on Demand?

Books on Demand wurde 1997 gegründet und ist ein Unternehmen mit Sitz in Norderstedt nahe Hamburg. Books on Demand, kurz „BoD“ versteht sich selbst als Selfpublishing Dienstleister und bietet Publikationsmöglichkeiten und umfassende Services für Autor*innen und Verlage. Die Bücher, egal ob Ebook, Hardcover oder Taschenbuch sind in zahlreichen Shops erhältlich z.B. bei Amazon, Thalia oder Tolino. Der praktische Print-on-Demand Service schützt vor Flops und finanziellen Schäden: Ein Buch wird erst gedruckt und gebunden, wenn es bestellt wurde. Dadurch vermeidet man, dass unnötig Bücher im Müll landen oder in Regalen verstauben und zerknautscht werden. Durch ISBN kann man die Books on Demand Bücher auch in jeder lokalen Buchhandlung bestellen.

Heute mein Gast ist Thorsten Simon, Pressesprecher und PR-Experte bei Books on Demand. Vielleicht kennt ihr ihn schon von der Buchmesse oder dem Litcamp.


1. Hallo Thorsten, Vielen Dank, dass du uns heute Rede und Antwort stehen wirst! BoD gibt es nun bereits seit 20 Jahren – Wie lange bist du schon dabei und wofür bist du zuständig?

Ich bin seit fünf Jahren bei BoD und als Pressesprecher für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Meine Aufgaben umfassen dabei auch Blogger-Relations, Social Media und das Eventmanagement.

 

2. Ich habe den Eindruck, dass Selfpublishing inzwischen viel weiterverbreitet ist und auch von der Buchbranche ernstgenommen und akzeptiert wird. Das kann man unter anderen am Selfpublishing-Preis, der großen Selfpub Area auf der Frankfurter Buchmesse und der Zunahme von Hybridautor*innen erkennen. Welche Auswirkung hat diese Entwicklung für BoD und welche Veränderungen hast du in den letzten Jahren beobachtet?

Der Self-Publishing-Boom ist weiter ungebrochen. Immer mehr leidenschaftliche Leser*innen werden mit Self-Publishing zu Autoren*innen und erfüllen sich den Traum, ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Heute ist bereits jedes dritte neue Buch selbstverlegt – Tendenz steigend. Eine wichtige Entwicklung in den letzten Jahren ist dabei die zunehmende Professionalisierung der Autor*innen und damit verbunden die steigende Qualität der Bücher. Wer heute erfolgreich im Self-Publishing insbesondere in den beliebten Genres Fantasy, Romance, Krimi und Science-Fiction veröffentlicht, hat zumeist ein festes Team aus Grafiker*innen, Lektor*innen und oft auch Testleser*innen oder Marketingexpert*innen um sich.

Im Ergebnis entstehen so heute Bücher im Self-Publishing, die immer mehr Leser*innen begeistern. Der Erfolg der Titel steigert den Stellenwert von Self-Publishing und erlaubt es Autor*innen vom Schreiben zu leben. Beispiele hierfür sind die Fantasyautorin Mira Valentin und die Romance-Autorin Sarah Saxx. Als Self-Publishing-Plattform ist es unser Ziel, Autor*innen auf diesem Weg zu begleiten und zu unterstützen – mit Tipps und Services rund um die Veröffentlichung und natürlich bei der Vermarktung. Zugleich machen wir es uns zur Aufgabe, neue Vertriebswege zu eröffnen sowie die Sichtbarkeit von Self-Publishing-Titeln im stationären Buchhandel zu verbessern, um mehr Leser für unsere Autor*innen zu erreichen.

 

3. Auf eurer Website bietet ihr zahlreiche Serviceleistungen für Autor*innen an. Wie gehe ich als junger Schreiberling am besten vor, wenn ich mein Buch frisch geschrieben habe und es jetzt unbedingt bei euch veröffentlichen will?

Bevor das Buch bei BoD hochgeladen und veröffentlicht wird, sollte unbedingte folgendes berücksichtigt werden: Informiert euch im Vorfeld über das Veröffentlichen im Self-Publishing, macht euer Buch so gut, wie es euch möglich ist, und beginnt frühzeitig, euch mit dem Thema Marketing auseinanderzusetzen.

Im Self-Publishing haben Autor*innen die komplette Kontrolle über Inhalt, Gestaltung und Vermarktung ihrer Bücher. Mit der Freiheit geht aber auch mehr Verantwortung einher. Self-Publisher sind ihre eigenen Verleger und damit auch für das Marketing zuständig. Dieser Doppelrolle müssen sich Self-Publishing-Newcomer bewusst sein.

Auf ihrem Weg unterstützt BoD Autor*innen in jeder Phase der Buchveröffentlichung – vom Schreiben über das Gestalten bis hin zum Vermarkten. Sei es mit Services wie Korrektorat, Lektorat, Coverdesign oder auch Onlinewerbung und kostenlosen Rezensionsexemplaren für Redakteure und Blogger. Zusätzlich geben wir auch noch zahlreiche Tipps rund um die Buchveröffentlichung in unserem Autorenblog und Newsletter, in Webinaren oder in Vorträgen und Workshops auf Veranstaltungen wie den Buchmessen.

 

4. Wie groß ist das BoD-Team und wer arbeitet noch hinter den Kulissen mit dir?

Insgesamt hat BoD mehr als 180 Mitarbeiter*innen. In der Verwaltung sind es über 80 Kolleg*innen und in der Produktion je nach Jahreszeit 80 bis 100 Mitarbeiter*innen. Im aktuellen Weihnachtsgeschäft sind es aufgrund des außergewöhnlich hohen Auftragseingangs bei Buchbestellungen sogar noch ein paar mehr Kolleg*innen. Ich selbst gehöre zum Marketingteam und wir arbeiten natürlich eng mit unseren anderen Abteilungen zusammen zu denen unter anderem der Kundenservice, unser Herstellungs- und Autorenservice-Team, der Vertrieb, die IT und auch unser internationales Team gehören. BoD ist nämlich nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv, sondern auch in Frankreich, Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen.

 

5. Veröffentlicht BoD alles? Oder gibt es eine Art Filter um z.B. gewaltverherrlichende, extremistische oder andere evtl. gesetzeswidrige Texte zu verhindern? Gibt es vielleicht sogar einen „Qualitätsfilter“ z.B. bezüglich Rechtschreibung und Grammatik?

Grundsätzlich kann jeder bei BoD sein Buch genauso veröffentlichen, wie er es möchte. Allerdings prüfen wir noch bevor es überhaupt zu einer Veröffentlichung kommt sehr genau, ob die Inhalte öffentlich Anstoß erregen können, politisch extremistische Positionen beinhalten, Personen verunglimpfen oder gegen geltende Gesetze verstoßen. Die großen Vertriebsplattformen geben zudem Richtlinien vor, an die sich Autoren und Distributoren zu halten haben.

Die Überprüfung erfolgt bei BoD in einem mehrstufigen Prozess. Zum einen kontrollieren erfahrene Mitarbeiter*innen die hochgeladenen Manuskripte sowie die verwendeten Bilder. Gleichzeitig suchen wir mit Hilfe eines umfangreichen Schlagwortkatalogs, der ständig aktualisiert und erweitert wird, nach auffälligen Inhalten. Strittige Titel werden abschließend von einer Expertenkommission begutachtet und entweder zur Veröffentlichung freigegeben oder abgelehnt.

Diesen umfassenden Prüfungsprozess durchlaufen sämtliche Bücher bei BoD – egal ob sie für eine Veröffentlichung über den Buchhandel vorgesehen sind oder nur für den Eigenbedarf ohne ISBN gedruckt werden sollen.

6. BoD vertreibt auch Bücher nach Großbritannien, Kanada, Australien und in die USA – kann man bei euch auch Bücher in anderen Sprachen veröffentlichen?

Als internationales Unternehmen unterstützen wir bereits heute Self-Publisher in acht europäischen Ländern dabei, ihr eigenes Buch professionell über den Buchhandel zu veröffentlichen. Da wir im Vorfeld einer Veröffentlichung jedes Buch prüfen und damit auch lesen müssen, können Autor*innen in jeder Sprache publizieren, die eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter von BoD beherrscht. So haben wir beispielsweise auch schon Bücher auf Türkisch und Russisch herausgebracht.

 

7. Was macht dir an der Arbeit bei BoD am meisten Spaß?

Am meisten Spaß bereiten mir die Bandbreite meiner Aufgaben sowie die Zusammenarbeit mit den Autor*innen. Jeder Tag bietet Abwechslung. Immer neue Autor*innen erzählen mit Self-Publishing ihre Geschichten und es ist sehr spannend, sie auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Das macht die Arbeit bei BoD auch so besonders. Seit 20 Jahren sind wir ein Vorreiter mit unseren digitalen Publikationsleistungen wie Print on Demand und Self-Publsihing und erweitern gemeinsam mit den Autor*innen und Verlagen die Vielfalt im Buchmarkt.

 

8. Ich möchte BoD und die Autor*innen des Hauses unterstützen! Wie macht man das am besten? Sollte ich die Bücher direkt über euren Shop ordern oder z.B. in die nächste Buchhandlung bestellen, um auf die Titel aufmerksam zu machen?

Wenn Leser*innen BoD-Autor*innen besonders unterstützen wollen, haben sie verschiedene Möglichkeiten. Titel, die über BoD erscheinen, sind im gesamten Buchhandel verfügbar – in über 1.000 Online-Buchshops und in allen Buchhandlungen. Wo Leser*innen ihre gewünschten Bücher bestellen, steht ihnen natürlich frei. Bei Bestellungen über den BoD Shop erhalten BoD-Autor*innen allerdings mehr Marge pro verkauftem Buch. Rezensionen in Online-Shops sind eine weitere wertvolle Hilfe, um auf ein Buch aufmerksam zu machen.

Als Partner der Autor*innen und auch des stationären Buchhandels ist für BoD eine größere Sichtbarkeit von Self-Publishing-Titeln in Buchhandlungen tatsächlich ein wichtiges Anliegen. Bestellungen über den stationären Buchhandel können daher helfen, selbstverlegte Bücher bei Buchhändler*innen mehr in den Fokus rücken. Auf diese Weise unterstützt man dann auch gleich noch den lokalen Buchhandel.

 

9. Vielen Dank für das Interview, lieber Thorsten! Zum Schluss: Gibt es ein aktuelles Buch aus eurem Haus, dass du den Leuten unbedingt empfehlen möchtest?

Aktuell lese ich das Buch „Löwenblut“ von Monika Pfundmeier. Ein historischer Roman über den letzten Staufer Konradin von Hohenstaufen, der als junger Regent in einen tödlichen Konflikt mit dem Pabst gerät. Das Buch hat im Oktober den Deutschen Selfpublishing Preis gewonnen und ist eine perfekte Mischung aus Unterhaltung und Historie.

„Infiziert“ von Elenor Avelle ist bei BoD erschienen. So sieht das ganze von Innen aus.

Vielen Dank für das Interview, lieber Thorsten! Damit habt ihr schon das Ende des 1. Türchens des #SPBuch Adventskalenders erreicht. Aber verzagt nicht! Schon morgen geht es weiter und zwar bei der wundebaren Janna!


Weitere Adventskalender-Stationen:

2. Dezember: Julia von Rein-Hrubesch

3. Dezember: Nora Bendzko

4. Dezember: Benjamin Spang

5. Dezember: Martin Krist

Teilnehmende Blogs:


Titelbild von tolino media

Der Adventskalender ist eine unbezahlte Kooperation mit tolino Media, Books on Demand und verschiedenen Selfpublisher*innen. Unter dem Hashtag #SPbuch finden sich Leseempfehlungen und weitere Selfpublishing-Autor*innen.

[Rezension] Dein Paradies wächst von Julia von Rein-Hrubesch

[Rezension] Dein Paradies wächst von Julia von Rein-Hrubesch

Von der lieben Julia von Rein-Hrubesch habe ich bereits „Das Flüstern der Pappeln“ gelesen. Schon da mochte ich ihre Art mit Worten zu malen und in wenigen Seiten eine Geschichte zu erzählen, die reichhaltiger ist als manch 600 Seiten Wälzer. Mit „Dein Paradies wächst“ legt sie eine phantastische Erzählung vor, auf die ich mich schon sehr gefreut habe.

Julia von Rein-Hrubesch: Dein Paradies wächst


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  • Titel: Dein Paradies wächst
  • Autorin: Julia von Rein-Hrubesch
  • Verlag: TWENTYSIX
  • Genre: Novelle, Phantastik
  • 60 Seiten, Taschenbuch: 6,99€
  • auf amazon* kaufen

Worum geht’s?
Wir begleiten ein mysteriöses Wesen, der wartet und Leute beobachtet und wartet. Er beobachtet ein junges Mädchen, das fast jeden Tag an den Strand kommt, um aus einem Buch zu lesen. Bald gesellt sich ein herrenloser Hund zu ihr. Beide wissen nicht von dem Beobachter, von den Geheimnissen des anderen und nicht, dass es schon zu spät sein könnte.


 

Meine Meinung:

Wie beschreibt man ein Buch, das gerade mal 60 Seiten hat, ohne zu viel zu verraten? Wie beschreibe ich die vielen Gefühle und Gedanken, die diese Lektüre ausgelöst hat? Binnen einer Zugfahrt hatte ich dieses Geschichte verschlungen. Sie hat nachgehallt.

Ich denke ich beginne damit, wieder Julias wunderbaren Schreibstil hervorzuheben. Ich liebe ihre Art, Geschichten zu erzählen. Mit wenigen präzise gesetzten Worten ein Universum vor dem inneren Auge zu malen. Sätze, die im Gedächtnis bleiben. Sätze, die man mehrmals lesen möchte. Viel zwischen den Zeilen und doch eindeutig.

Die Menschen denken, sie sinken in die Tiefe. Dabei steigen sie hinauf.

Diese Geschichte ist ungewöhnlich, phantastisch und doch vielleicht irgendwo alltäglich. Durch die Augen des mysteriösen Beobachters gehen wir dem Schicksal und dem Leben eines Mädchens auf den Grund. Obwohl wir nur 60 Seiten dafür haben, entsteht ein kleiner Mensch. Ein Leben. Eine Geschichte.

Winziges Wehmütströpfchen sind ein paar Editierfehler, die bei der Endkorrektur wohl durchgeflutscht sind.

Bei dieser Rezension weiß ich wirklich nicht genau, was ich schreiben soll. Die Geschichte hat mich tief berührt, mich bewegt und nachdenklich gemacht. Ich will darüber reden, rätseln und philosophieren. Ich möchte sie nochmal lesen, um nach Details zu suchen, nach Hinweisen, um das Puzzle zu vervollständigen. Ganz klar: Wer eine linear erzählte Geschichte mit klassischen Fantasyelementen lesen will, bei der am Ende alle offenen Fragen geklärt sind, der sollte sich eine andere Lektüre suchen. Denn Julias Geschichte ist anders, besonders.

Auch, wenn die Andeutungen zunehmen, wenn vieles im Nachhinein zusammenpasst, bleiben einige Teile des Bildes weiß. Man fragt sich, was passiert ist. Und als ich das Buch beendet hatte, habe ich mich erstmal verwirrt gefühlt. „Hä?„, dachte ich und wusste trotzdem, dass es schön war. Traurig-schön. Berührend. Aufwühlend. Es war nicht so wirr, dass man es mit Stirnrunzeln zuklappt und sich fragt, was der Autor geraucht hat. Es war bizarr, ungewöhnlich und inspirierend. Eine kreative Art und Weise, eine Geschichte zu erzählen. Eine unvollständige Perspektive.

Mein Fazit:

Du willst eine ungewöhnliche Geschichte, die berührt? Eine Geschichte mit bildhafter Sprache, die nachdenklich und ruhig ist? Ein literarischer Ausflug, der berührt und so ganz anders ist? Dann greife beherzt zu. Man muss sich darauf einlassen können. Mich hat „Dein Paradies wächst“ überrollt wie eine Welle. Ich wurde aufgewühlt und denke immer noch viel über diese 60 Seiten und ihre Bedeutung nach. Das Buch hat mich bewegt und ergriffen. Und es gehört – so seltsam es auch ist – jetzt schon zu meinen Jahresfavoriten. Ich würde mir wünschen, dass viele Leute es lesen. Denn ich möchte mit jemandem über dieses Buch philosophieren können.

Weitere Meinungen:

 


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[Rezension] Ich fühle so tief ich kann von Liane Cornelius

[Rezension] Ich fühle so tief ich kann von Liane Cornelius

Ich war ziemlich überrascht, als mich die E-Mail erreichte, in dem mir „Ich fühle so tief ich kann“ von Liane Cornelius als Rezensionsexemplar angeboten wurde. Von der Autorin hatte ich nie zuvor gehört, aber sie hatte sich die Mühe gemacht meinen Blog genau anzusehen und mir eine liebe und persönliche Mail zu schreiben. Außerdem hat Liane mir Zeit gelassen, ihr Buch zu lesen und war nicht ungeduldig und unhöflich. Eine angenehme Abwechslung zu den lieblosen Massenmails à la „Lieber Blogger…“.

Außerdem klang dieses Buch wirklich interessant – ob es mir gefallen hat?

Liane Cornelius – Ich fühle so tief ich kann


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  • Autorin: Liane Cornelius
  • Titel: Ich fühle so tief ich kann (396 Seiten)
  • Genre: Entwicklungsroman
  • BOD, Taschenbuch: 15,99€ | Ebook: 11,99€
  • auf amazon*

 

Worum geht’s?
Liane „Lilly“ ist in der Mitte ihres Lebens angelangt und hat viel mitgemacht. Vier OPs braucht es noch, damit sie wieder schmerzfrei gehen kann. Als Physiotherapeut Andreas in ihr Leben tritt, ahnen beide noch nicht, dass ihre Begegnung weitreiche Folgen haben wird. Liane ist verletzt und hat Angst, fallen gelassen zu werden. Andreas hingegen ist manipulativ, sexsüchtig und eiskalt hinter seiner freundlichen Fassade. Doch der Kontakt der beiden entwickelt sich zu einem tiefgründigen Austausch und sie lernen sich tiefer kennen als ihnen lieb ist.


 

Meine Meinung:

Ich kannte aus der Mail nur den groben Inhalt, den Klappentext und die psychologischen Themen, die im Buch angeschnitten werden. Als ich das Buch dann anfing war ich vom Aufbau und der Geschichte doch recht überrascht. Auch, wenn am Ende der Hinweis kommt, dass alle handelnden Figuren frei erfunden sind, liest es sich wie eine Art Biografie, ein Tagebuch. Denn wir als Leser sind untrennbar mit Lillys Gedanken verbunden, erleben und fühlen durch sie. Der Schreibstil passt dazu und ist persönlich gefärbt und reich an Sinneseindrücken. Das fand ich schön!

Zwischen den Passagen, die ihren schwierigen Alltag behandeln, streuen sich Erinnerungen an ihre Kindheit. Spannend und sehr nah erleben wir, was Lilly mitmachen musste und wie sie die Frau wurde, die sie im Buch ist.

Nach und nach decken wir ihre Gedanken, Gefühle und Narben auf. Während Andreas zuerst unnahbar und irrational erscheint, erreicht die seltsame, beinahe magisch anmutende und ungewöhnliche Beziehung der Beiden tiefe Gefielde. Fast schon phantastisch mutet die telepathische Kommunikation an. Die Gespräche und Liebeleien finden oft nur in Lillys Kopf statt und eine Zeit lang wissen wir nicht, ob sie sich das vielleicht nur einbildet. Schließlich ist Andreas nur selten physisch so ehrlich, so offen und so ruchlos wie seine „Seele“.

Das Cover ist simpel gehalten und sieht ordentlich aus. Ich persönlich hätte die Schrift noch ein bisschen konstrastreicher gemacht. Aber das sind nur Äußerlichkeiten.

An dieser Stelle eine kleine Warnung: Das Buch spricht Themen wie Missbrauch, Suizid und psychische sowie physische Gewalt an.

Wir fühlen wirklich so tief es geht, explorieren und grübeln mit Lilly was mit ihr und Andreas los ist. Als Hobby Psychologen arbeiten wir mit den Bröckchen Interaktion, mit Gesten und wenigen Worten und versuchen herauszufinden, welche Puzzleteile Andreas erklären. Der reale Alltag um Lillys Krankheit wird damit oft zur Oase der Ruhe, aber auch zur Nebensache. Denn sie ist eigentlich glücklich mit Tony verheiratet und Andreas hat seine Freundin Laura.

Außerkörperliche Erfahrung…

Zugegeben, am Anfang wirkte die esoterische, rein geistige Beziehung der Beiden etwas abstrus, absurd auf mich. Zwei Seelenverwandte, die im Geiste miteinander kommunizieren und sich berühren und Gefühle auslösen. Das habe ich nicht erwartet und es hat ein bisschen gebraucht, mich darauf einzulassen. Einfach, weil ich dieses „phantastische“ Element nicht erwartet habe.

Die Beziehung von Andreas und Lilly – generell alle von Andreas‘ Beziehungen – scheinen im Machtgefüge etwas verrutscht, sicher nicht ideal oder gesund zu sein. Aber das stellt die Autorin auch nicht so dar. Es ist klar, dass diese Form der Kommunikation, diese Beziehung etwas Seltsames, Intensives aber auch Belastendes darstellt. Dass es sich um zwei schwer verletzte und traumatisierte Personen handelt, die sich gegenseitig mit seltsamen Methoden versuchen über Wasser zu halten.

Lässt man sich jedoch darauf ein, bekommt man als Leser*in ein spannendes Spiel serviert, ein Ringen und Zerren, ein interessantes Bild zweier Menschen und immer wieder psychologische Anekdoten und Informationen.

Liane Cornelius kann diese Form der Visualisierung wunderbar beschreiben. Wie man z.B. seine „Angst“ als Figur zeichnet und diese in die Ecke des Raumes stellt. Solche gedanklichen Bilder werden oft eingesetzt, um Genesungsprozesse zu unterstützen und komplexe Sachverhalte wie Gefühle greifbarer zu machen. Auch Entspannungsübungen und Traumreisen werden so eingesetzt und man merkt im Buch, dass Liane die richtigen Worte für solche Sachverhalte finden kann.

Wehmutstropfen

Ein größeres Manko für mich war das fehlende(?) Lektorat. Das Buch ist im Selfpublishing bei Book on Demand erschienen und man merkt leider an manchen Stellen, dass kein professionelles, umfassendes Lektorat bzw. Korrektorat stattgefunden hat. Weniger an Rechtschreib- oder Grammatikfehlern („Wochen-Ende“), sondern an Formulierungen oder einzelnen Szenen, die ich nach meinem Empfinden in so einem Durchgang gestrichen hätte. Letztlich hat es den Lesefluss nicht so sehr gestört, aber es ist eben doch hier und da aufgefallen.

Fazit:

Dieses Buch ist definitiv etwas Besonderes und hat mich an vielerlei Stellen überrascht. Wer eine seichte Liebesgeschichte oder Erotikschmonzette sucht, ist hier falsch. Viel mehr geht es mehr um Gefühle, Traumata und die Bewältigung der Erfahrungen. Die Beziehung von Lilly und Andreas ist interessant, manchmal seltsam und erschreckend. Nachdem ich mich auf den „esoterischen“ Austausch der beiden Seelen eingelassen habe, war das Buch spannend und interessant, sehr nah und sehr gefühlvoll. Von mir gibt es deshalb vier Seesterne.

Ein wirklich süßes Extra: Auf der Homepage von Liane könnt ihr einen Test machen, ob das Buch etwas für euch sein könnte! Den Test habe ich erst nach dem Lesen entdeckt, aber mir wurde die Leseprobe empfohlen. Hihihi.

Weitere Meinungen:


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[Rezension] Orelios: Das Erwachen von Clemens Kiefhaber

[Rezension] Orelios: Das Erwachen von Clemens Kiefhaber

Durch eine gemeinsame Freundin erhielt ich die Gelegenheit mit Clemens Kiefhaber in Kontakt zu treten. Freundlich und sichtlich aufgeregt stellte er mir sein Debut „Orelios: Das Erwachen“ als Rezensionsexemplar zur Verfügung. Vielen lieben Dank!


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  • Autor: Clemens Kiefhaber
  • Titel: Orelios – Das Erwachen
  • Selpfublishing via Kindle Direct Publishing
  • Genre: High Fantasy, 612 Seiten
  • auf amazon* kaufen
  • Band 1 von voraussichtlich 5

Worum geht’s?
Die Länder Antaijan und Tenrack sind seit Jahrhunderten getrennt. Erzürnte Geister und ein grausamer Krieg entzweiten die beiden Länder einst. Das Überqueren der Grenze ist strengstens verboten. Einige Studenten aus Antaijan stoßen in der Bibliothek auf ein mysteriöses Tagebuch, das alle Geschichten ihres Landes auf den Kopf stellt. Im nördlichen Tenrack erscheint ein blasser Junge, der ein Dorf nach dem anderen abschlachtet. Während die Studenten die Grenze in den Norden passieren, droht im Süden ein politischer Umbruch und es scheint, als wäre die Zeit des Friedens in beiden Ländern vorbei.


Meine Meinung:

 

~Videorezension folgt~

Ein 612 Seiten starkes Debut erfordert viel Arbeit und man merkt bei Clemens Kiefhaber, dass er viel Mühe und Liebe hineingesteckt hat. Mit den Ländern Antaijan und Tenrack baut er eigene Kulturen, Religionen und Traditionen auf, zeichnet eine komplexe und reiche Fantasy-Welt abseits des Elfen-Zwerge-Einheitsbreis. Eigene Fauna, Flora, Tiere und Mythen geben dem ganzen einen wunderbaren Rahmen.

Wir begleiten allerlei Charaktere aus beiden Ländern und so ist das Charakterverzeichnis am Ende wirklich sehr hilfreich, da es zeitweise schwer ist, einen Überblick zu behalten, wer wer war. Einige Perspektiven heben sich positiv hervor, wie die der tenrackischen Jägerin Noriat oder die des Soldaten Ilfran, dessen Rolle im Gefüge noch nicht ganz klar wird. Dass alle Charaktere irgendwie zusammenhängen, wird Stück für Stück deutlich. Alle sind Zahnräder in der Geschichte einer Welt, denn wir erleben live den Umbruch zweier Länder.

Ein bunter Mix von Charakteren…

Die Kapitel mit Regotar haben mir leider am wenigstens gefallen. Es ist zwar interessant, die Steinmetzzucht und das Dorfleben kennen zu lernen und mehr über das geheimnisvolle blaue Metall zu erfahren, aber seine persönliche Geschichte und sein Charakter haben bei mir für keinerlei Interesse gesorgt. Seine Abschnitte habe ich meistens übersprungen.

Student Dargan wirkt in der altertümlichen Welt durch seine Gewieftheit und Intelligenz fast etwas fehlplatziert. Seine Handlungen und die seiner Freunde bringen jedoch die wichtigsten Steine ins Rollen und lehren uns mehr über die Welt. Manchmal waren mir seine Gedankengänge zu ausufernd und ich hoffe, er wird noch etwas menschlicher. Er ist sehr sympathisch, aber er scheint mir fast etwas zu perfekt und liebenswert? Ich würde ihn mit Sherlock Holmes vergleichen – da er noch zu wichtig und intelligent ist, fürchtet man nicht wirklich um ihn und bangt mit ihm mit.

Noriats erstes Kapitel war fesselnd und auch sonst war die tapfere Jägerin mein liebster Charakter im Buch. Sie ist hitzköpfig, liebevoll und entschlossen. Ihre verschiedenen Beziehungen zu ihrem Bruder, den anderen Jägern und Kriegern und den späteren Gefangenen sind vielschichtig und faszinieren. In ihren Kapiteln erfahren wir außerdem viele Schlüsselmomente und Informationen.

Die Kapitel von Aschandreij und Sheijan haben sich teilweise etwas gezogen, waren aber interessant und ein spannender, wenngleich weniger turbulenter Gegensatz zu Noriats und Dargans Abenteuern.

Da ist noch Luft nach oben…

Clemens Kiefhabers Schreibstil ist solide und lässt sich flüssig lesen. Dennoch sehe ich an einigen Stellen noch Verbesserungsbedarf bzw. mehr Gründlichkeit des Lektorats.

Ich musste beim Lesen oft ausufernde Beschreibungs- und Gedankenabsätze überspringen. Eine komplett eigene Welt zu erschaffen ist eine große Leistung und benötigt viele Erklärungen, jedoch fühlte ich mich manchmal von den Informationsblöcken erschlagen. Hier würde ich mir für kommende Bände mehr „Show, don’t tell“ und Selektion wünschen (Was ist jetzt für den Leser wichtig? Was spielt im folgenden Kapitel eine Rolle? Was kann ich in Dialoge oder Handlungen einweben?). Außerdem sind mir einige Redundanzen aufgefallen – Die Charaktere dachten sehr viel nach und stellten sich oft viele Fragen. Fragen, die ich mir als Leserin ohnehin stelle. Manchmal waren es auch unnötige Dopplungen und Füllwörter.

Dargan machte sich schon jetzt Sorgen um Teveij, die es selbst in einer kühlen Nacht schon zu sehr fror. Wie sollten sie die eisige Kälte von Tenrack überstehen?

Man kann dem Leser ruhig ein wenig eigene Denkleistung zumuten, denke ich.

Die erste Hälfte war teilweise etwas zäh und es dauerte bis ich in die Geschichte hineinkam und die Charaktere und ihre Bedeutung verstanden habe. Der umfangreiche Weltenbau und die vielen originellen Ideen und Verstrickungen sind jedoch definitiv Pluspunkte und für ein Debut ist das auf jeden Fall richtig gut. Außerdem gibt es eine liebevoll gestaltete Karte am Anfang!

Da das ganze erst der Auftakt zu einem epischen Abenteuer ist, würde ich mir folgende Bände ein bisschen mehr Pfeffer und Tempo wünschen. Ansonsten: Mehr von dieser Welt und ihren Geschichten!

Fazit:

Das High Fantasy Debut von Clemens Kiefhaber hat noch einige kleine Kinderkrankheiten, hat jedoch durch den tollen, einfallsreichen Weltenbau und die komplex gestrickte Geschichte eine Menge Potenzial. Für Fans von detailliertem Weltenbau und genauen Beschreibungen ein Genuss, für ungeduldige Leser aber leider etwas zu langatmig. Von mir gibt es drei Seesterne.

Weitere Meinungen:

Ihr habt eine Rezension zu diesem Buch geschrieben? Schreibt mir gerne, dann verlinke ich euch!


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Interview mit Autorin Bianca Fuchs – Seelenläufer 2 erscheint!

Interview mit Autorin Bianca Fuchs – Seelenläufer 2 erscheint!

Heute präsentiere ich euch ein weiteres Interview und zwar mit der bezaubernden Selfpublisherin Bianca Fuchs!

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Ich durfte Bianca (links) auf dem Litcamp 2017 in Bonn kennen lernen <3

Ihr erstes Buch „Seelenläufer“ aus dem Genre Urban Fantasy erschien im April 2016 und nun ist es soweit.

Am 16.11.2018 erscheint endlich die Fortsetzung „Seelenräuber„!

Ihr könnt übrigens hübsche signierte Exemplare direkt bei Bianca selbst erwerben. Auf twitter gibt es außerdem mehr Infos zu Bianca und ihren Projekten!

Lasst uns loslegen!

*

  • Hallo Bianca, nach „Seelenläufer“ erscheint nun bald dein zweites Buch als Selfpublisherin! Erstmal Glückwunsch dazu.

Bianca Fuchs: Vielen Dank, liebe Babsi.

  • Worum geht es in der „Seelenläufer“ Reihe?

Es geht um Zoya, die eines Tages entdeckt, dass sie die Gabe besitzt, die Seelen von Menschen zu sehen und sogar zu verändern. Sie muss lernen, mit dieser Gabe umzugehen, wobei sie schnell merkt, dass es auch Seelenläufer gibt, die ganz andere Interessen haben, als anderen zu helfen.

  • Welchen Charakter magst du am liebsten und warum?

Ich mag Robert Hautcrave, weil in ihm die Ambivalenz zwischen Gut und Böse am sichtbarsten wird. Er muss für seine Ziele sehr hart kämpfen und hat so Einiges zu verlieren. Aber ich mag auch Zoya, weil sie diejenige ist, für die wohl das meiste auf dem Spiel steht.

  • Wie viele Teile soll es geben?

Es wird eine Trilogie.

(Babsi: Ich hoffe, es gibt keine fiesen Cliffhanger! xD)

  • Wie viel Zeit braucht es, bis ein Buch fertig ist? Welcher Schritt dabei macht dir am meisten Spaß?

Für Teil I habe ich fünf Jahre gebraucht, für den zweiten 1,5 Jahre. Der dritte Teil wird 2 Jahre in Anspruch nehmen. Wie du siehst, ist es sehr unterschiedlich. Zu Beginn war natürlich sehr viel Recherchearbeit nötig, Figuren mussten zum Leben erweckt werden, der Ort des Geschehens – Cambridge – musste gefunden werden.

Ich mag eigentlich alle Schritte. Ich mag es, wenn sich der Plot entwickelt, wenn die Seitenzahl stetig wächst, aber auch, wenn der Text reift. Es ist gut, dass sich die drei Schritte Plotten, Schreiben, Überarbeiten abwechseln.

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  • Wer macht diese schönen Cover?

Das Cover hat Juliane Schneeweiss entworfen. Und ich liebe es. Ich habe lange nach einer Coverdesignerin gesucht und bin umso glücklicher, dass ich sie gefunden habe. Sie leistet eine tolle Arbeit, kann meine Ideen perfekt umsetzen. Wer mal schauen möchte, was sie noch so entworfen hat, kann dies gerne auf ihrer Homepage tun: Juliane Schneeweiss

 

  • Was hast du aus der Veröffentlichung von „Seelenläufer“ Teil 1 gelernt?
    Was ist dein schönste Erfahrung mit dem ersten Teil?

Das man viel Zeit benötigt, um sein Buch zu vermarkten. Teil 1 hatte ich eigentlich nur für mich geschrieben, bis mich mein Coach auf die Idee brachte, „Seelenläufer“ im Selbstverlag zu veröffentlichen. Damals stand nicht einmal sicher fest, ob es eine Fortsetzung geben würde. Mit dem Marketing hatte ich mich damals also noch gar nicht auseinandergesetzt und völlig unterschätzt, was da eigentlich auf mich zukommt. Vielleicht war das auch gut so ;-).

Ich glaube, es ist diese Ambivalenz, die Selfpublisher in sich tragen. Der Kontakt mit den Lesern war die schönste Erfahrung, die ich machen durfte. Dass mein Roman Gefallen findet, dass es sogar Leser gibt, die sehnsüchtig auf Teil 2 warten, das ist ein unglaubliches Gefühl. Aber bis das gedruckte Buch seinen Weg zu den Lesern findet, ist es eben eine weite Strecke.

Babsi: Oh ja, es ist sehr viel Arbeit, die in so einem Buch steckt, auch nach dem es geschrieben ist. Das wird ja gerne mal unterschätzt!

  • Möchtest du weiterhin Selfpublisherin bleiben oder kannst du dir für zukünftige Projekte auch den Verlagsweg vorstellen? Was gefällt dir am Selfpublishing am besten?

Das Marketing ein Stück weit einem Verlag zu überlassen, wäre tatsächlich ein Grund, warum ich mir auch diesen Weg vorstellen könnte. Aber grundsätzlich bin ich sehr gerne Selbstverleger, weil ich meine Zeit so einteilen kann, wie ich möchte, was für mich als berufstätige Mutter von zwei Kindern ein sehr wichtiger Faktor ist, aber auch, dass ich über mein Cover sowie den Buchsatz, also das Innenlayout, selbst bestimmen kann.

  • Hast du neben Seelenläufer noch andere Projekte?

Mir schwirrt seit einiger Zeit eine Geschichte im Kopf herum, die sich immer weiter in den Vordergrund drängt. Doch ich halte sie zurück, weil ich mich dazu entschieden habe, jetzt erst einmal den Weg mit Zoya bis zum Ende zu gehen. Ich tanze ungern auf zwei Hochzeiten.

  • Liest du aktuell ein Buch oder bleibt dafür keine Zeit? Welches Buch würdest du  – neben deinen eigenen Werken – empfehlen?

Ich habe mir in meinen Herbstferien bewusst Zeit fürs Lesen genommen. Tatsächlich war dies während der Schreib- und Überarbeitungsphase nicht möglich. Und ich kann alle drei gelesenen Bücher nur empfehlen: Nina C. Hasse: „Ersticktes Matt“, J.M. Volckmann: „Neunundneunzig Namen“ und „Weil wir längst woanders sind“ von Rasha Khayat. Sonst bin ich ein großer Fan von Brandon Sanderson. Zwei Bücher, die mich sehr berührt haben sind auch „Sieben Minuten nach Mitternacht“ von Siobhan Dowd und „Ich nannte ihn Krawatte“ von Milena Michiko Flasar. Und jetzt höre ich auf. Es gibt einfach zu viele gute Bücher auf dieser Welt.

Babsi: Wundervolle Empfehlungen! Zwei davon habe ich auch schon gelesen und geliebt! 🙂

  • Was sind deine Pläne und Wünsche für 2018?

Ich wünsche mir, dass viele Leser noch viel mehr Spaß mit meinen Romanen haben. Auch wünsche ich mir, dass ich mit dem dritten Teil vom Seelenläufer gut vorankomme. Außerdem würde ich gerne einen weiteren Schreibkurs belegen, wenn ich die Zeit finde. Ich hätte sie gerne, denn ich möchte mich weiterentwickeln.

  • Auf welchen Events 2018 kann man dich vielleicht persönlich treffen?

Ich wünsche mir, dass ich es endlich auf die Frankfurter Buchmesse schaffe. Auf der BonnBuch bin ich aber sicher wieder anzutreffen. Auch steht noch die Entscheidung aus, ob ich die Zeit für Rheinfantasie freischaufeln kann.

Liebe Babsi, ich danke dir sehr, dass ich an deinem Interview teilnehmen durfte.

Babsi: Ich danke DIR liebe Bianca, dass du mir Rede und Antwort gestanden hast und in der stressigen Release-Woche noch ein bisschen Zeit für meine Fragen gefunden hast!

*

Ich hoffe, euch hat das Interview genauso gut gefallen wie mir und wir hypen jetzt zusammen das Release von „Seelenläufer 2“.

 


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Babsis #Litcamp17 Rückblick

Babsis #Litcamp17 Rückblick

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Mit Eva @variemaa und Nora @ElenorAvelle

Literaturcamp in Heidelberg

Am 25.06.2017 und 26.06.2017 fand das zweite Literaturcamp in Heidelberg statt. Genauer gesagt in den Räumen des Dezernat 16, einer alten Feuerwache in der Nähe des Hauptbahnhofes.

DSCN8322Die Sessions im größten Raum wurden außerdem aufgezeichnet und auf dem offiziellen Youtube Kanal des Literaturcamps hochgeladen. Das Ganze wurde ermöglicht durch Livestream-Watch.

DSCN8342

Valentin Bachem war fleißig unterwegs um Fotos zu schießen, schaut euch unbedingt die tollen Schnappschüsse an.

 

Hier berichte ich über meine liebsten Sessions:

Zusammen mit der lieben Rena und der lieben Julia habe ich übrigens eine Session zum Thema Autorengesundheit gehalten. Unter anderem kamen Themen vor wie man den inneren Kritiker wegscheucht, wie man mit Rückschlägen umgeht usw.. Auch die liebe Nicole Neubauer hatte eine ähnliche Session gehalten, in dem sie durch die Beschwörung eines hauseigenen Patronus den Kritiker/Dementor ganz flix wegzaubert.

Mir hat vor allem die Session von Kathrin von be_ebooks zum Exposé geholfen, da mein Manuskript gerade in der Überarbeitung ist und ich mich bald daran machen möchte, es bei Verlagen einzureichen. Ich wusste z.B. nicht, dass es durchaus gewünscht wird überhaupt Vergleichstitel zu nennen à la „Mein Buch könnte Lesern von Kim Harrisons Blutspur-Reihe gefallen“. Sie hat es auf jeden Fall geschafft, mir die Angst vor diesem Schritt zu nehmen und nach den Klausuren und dem Umzug, werde ich mich wohl an die Arbeit machen!

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Ich durfte mir mit der lieben Jana Tomy ein Zimmer teilen und habe am Sonntag ihre Session „Charaktere (er)leben“ besucht, die Improtheater und Charaktererstellung vereint. Im Raumlauf sollten wir uns vorstellen, welche Körperteile schwer sind, wie man als Tier läuft und wie unsere Charaktere laufen und anderen begegnen würden. Dabei musste man nicht nur die Gangart imitieren sondern durfte auch am eigenen Leib erfahren, wie ebendas auf den Charakter wirkt. Wenn ein Charakter selbstbewusst läuft, muss er noch lange nicht selbstbewusst sein. Ich konnte tolle Impulse und Anreize für mich mitnehmen.

Außerdem hatte ich die Ehre nicht nur die Session der fabelhaften Bianca aka Literatouristin zu besuchen, wir sind auch gemeinsam mit anderen abends auch noch durch Heidelberg gezogen und haben eine köstliche Männermilch im Thanner getrunken. Während der Session haben wir in der Runde fleißig gebrainstormed was für Beiträge und Möglichkeiten es gibt, den eigenen Blog zu pimpen und ihn zu etwas Besonderem zu machen. „10 Dinge, die Autoren niemals sagen würden“ – und Nummer 2 wird dich überraschen! Dabei war besonders der Appell laut: „Seid kreativ, traut euch und schreibt auch seltsame Gedankengänge und Ideen auf!“ – ob man danach auf veröffentlichen klickt oder nicht, die grauen Zellen sind in Schwung gekommen.

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Als bekennendes Benjamin Spang Fangirl musste ich natürlich auch seine Session zum Thema Crowdfunding besuchen. Dabei konnte man wieder mal merken, wie viel Arbeit hinter so einer Kampagne steckt, wie viel Mühe, Herzblut und Liebe – und dass es weniger um das Geld geht als darum das eigene Projekt zu verwirklichen. Benni hatte viele hilfreiche Tipps parat. Die Kampagne sollte früh bekannt gegeben werden und nicht zu lange dauern. Reizvolle Dankeschöns, liebevolle Mails an Blogger und mögliche Unterstützer sowie ein seriöses Marketing gehören zu dem ganzen aufwendigen Paket namens Crowdfunding.

Eva-Maria Obermann hielt eine Session wie Blogger*innen sich professionalisieren und was Buchblogs mit Literatuwissenschaften gemein haben. Dabei kam nicht nur eine Liste mit Leuten zustande, die eine LitWi-Blogparade machen wollen, sondern es gab auch interessante Anekdoten, Beispiele und konkrete Ideen, wie man Themen aus der Literaturwissenschaft auf dem eigenen Blog aufarbeiten kann. Dazu muss der Beitrag nicht perfekt wissenschaftlich sein, sich z.B. mit Stereotypen oder bestimmten Motiven genauer auseinanderzusetzen, ist bereits ein interessanter Schritt. Durch solche Themen haben nicht nur Leser mehr davon, sondern auch der eigenen Blog wird womöglich Leute anlocken, die vielleicht sogar Literaturwissenschaften studieren – und wer weiß, vielleicht wird euer Blogeintrag demnächst im Vorwort einer Bachelorarbeit zitiert?!

Außerdem wohnte ich einer spannenden Diskussion zum Thema Digitalisierung von Janet Clark bei.
Bastian von MeinVerlag2020 machte deutlich, wie wichtig es ist, seine Zielgruppe zu kennen und sich auch fernab des Buchbereichs zu vernetzen.
Maggo, der beste Pen&Paper Leiter überhaupt, verzückte das Publikum mit seiner Karamell-Frapuccino-Stimme und brachte uns seine kreative Herangehensweise an den Weltenbau nahe.
Anna von inkofbooks erklärte, wie man den eigenen Blog persönlicher gestalten kann und wie man einen Wiederkennungswert schafft. Ihre Session „Lebe deinen Blog“ hat sie auch auf ihrem Blog nochmal zusammengefasst.

Abends unterhielt uns die liebe Susanne Kasper von literaturschock mit den witzigsten Buchcovern, den skurrilsten Ratgebern und einigen wirklich hilfreichen Rezensionen.

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Einhorn – Insel von Ruhe und Regebogen in Dezernat16 Farben

Es gab so viele interessante Runden, Workshops und Sessions, dass es wirklich schwierig war, sich zu entscheiden. Man wünschte sich einen Zeitumdreher oder die Fähigkeit sich zu vervielfältigen. Und in jeder Session konnte ich doch das ein oder andere Bisschen für mich mitnehmen.

Für mich war mein zweites Literaturcamp und das erste Mal in Heidelberg ein absolutes Highlight. Eine angenehme Atmosphäre, spannende Sessions und das alles im Rundum-Sorglos-Paket: Slushies, Kaffee, Getränke und köstliches veganes Catering, Sonnencreme, ein Pool für die Füße, kostenlose Kinderbetreuung, Hunde zum Streicheln, Sofas,  ein Ruheraum, bunte Pfeile zur Orientierung, ein aufblasbares Einhorn – für all diese Dinge wurde gesorgt. Einfach nur wow.

Dafür ein großes DANKESCHÖN an alle Beteiligten, die dazu beigetragen haben. Zwischen den spannenden Sessions gab es wunderbare, lockere Gespräche und nirgends fühlte man sich unwillkommen. Große Autoren neben absoluten Neulingen im umgezwungenen Plausch bei Tschunk.

Natürlich, an manchen Punkten könnte man vielleicht noch ein bisschen optimieren. Und wahrscheinlich wird man es nie allen Recht machen können, aber für mich war es wieder ein wundervolles Spektakel voller neuer Eindrücke, toller Kontakte und lieber Menschen.

Ich bin totmüde, aber motiviert und voller Freude nach Hause gefahren. Mein Herz und meine Gedanken hängen immer noch ein wenig vor dem Dezernat in der brütenden Sonne herum und lassen den Blick verträumt über die Menschenmenge schweifen.

Vielen vielen Dank an alle, die dabei waren, die mitgemacht haben, die sich beteiligt haben, die geholfen haben und alle, die da waren. Ich habe ein unvergessliches Wochenende in Heidelberg verbracht und freue mich schon aufs nächste Jahr!

Weitere Impressionen:

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Ein großes Danke auch an die lieben Sponsoren, ohne die das Litcamp nicht möglich wäre:

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