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Hobbyautoren vs. seriöse Autoren? Von Spaßprojekten und ernsten Kindern

Hobbyautoren vs. seriöse Autoren? Von Spaßprojekten und ernsten Kindern

Hobbyautor*innen – gibt es das überhaupt? Sind alle Autor*innen, die nicht vom Schreiben leben können gleich Hobbyautor*innen? Oder ist jeder, der eine Geschichte schreibt ein Autor*in?

Früher, als ich hauptsächlich Fanfiction geschrieben habe, und noch keinerlei Ambitionen hatte meine Geschichten bei einem Verlag zu veröffentlichen, habe ich mich selbst als „Hobbyautorin“ betitelt. Ich sehe mich als Autorin, denn ich habe eigene Projekte beendet und möchte bald mit meinem Exposé auf der Suche nach einer passenden Agentur gehen.

Kurzgeschichten habe ich schon immer ohne große Bedenken im Internet veröffentlich, bei manchen Projekten – vor allem bei meinem Baby Save Our Souls – war ich da zurückhaltender. Aber warum? Liegt es daran, dass SoS ein „ernstes“ Projekt ist? Und was bedeutet das? Sind „nicht-ernste“ Geschichte automatisch schludrig und nachlässig geschrieben?

 

Plotten, Komplott, Kompott

Ich bin kein Plotter. Je genauer ich eine Geschichte plane, desto sicherer schreibe ich mich in eine Sackgasse. Die erste, richtig lange Geschichte, die ich beendet habe, war eine Fanfiction. Ich habe immer ein paar Kapitel mit ca. 2000 Wörtern geschrieben, dann veröffentlicht und auf Leserfeedback gewartet. Ein grober Plan. Einige Eckpunkte. Mehr gab es nicht und die Kapitel sind nach Lust und Laune, nach Tagesstimmung aus meinen Fingern geflossen. Natürlich haben sich einige Logikfehlerchen oder Inkonsistenzen ergeben, denn mit 50 Kapiteln habe ich gut über ein Jahr an der Geschichte geschrieben. Es hat unfassbar viel Spaß gemacht und ich bin dieses Projekt ernsthaft angegangen. Als Fanfiction allerdings mit dem Wissen, dass es nie bei einem Verlag landen wird (Shades of Grey war da noch nicht so bekannt). Ich konnte mich austoben, ausprobieren. Und dass ohne den Druck irgendeinem Maßstab gerecht zu werden.

 

Die ernsten Kinderlein

Dann aber gibt es Projekte, an denen ich im stillen Arbeite. Mit etwas mehr Plan als die Fanfictions. Der große Unterschied: Kaum jemand bekommt sie zu Gesicht, bevor sie fertig sind. Und der Grund?

Das ist eine ernsthafte, wichtige Geschichte.“

Alle meine Geschichten sind meine Babys, aber es gibt ein paar, die sind mir besonders wichtig. Die möchte ich polieren, perfektionieren, ihr Potenzial und ihre Charaktere ausschöpfen. Wie bei Save Our Souls. Ich hoffe, dass es irgendwann in einem Verlag unterkommt. Oder dass ich es als Selfpublisher veröffentliche. Das ist keine Geschichte, die ich „leichtfertig“ aus der Hand gebe. Nichts, das im Internet landen soll und eventuell kopiert und auf einer anderen Plattform von jemandem hochgeladen wird, der sich meine Lorbeeren umhängen will. Man veröffentlicht nur Ausschnitte, Schnipsel, vielleicht eine Kurzgeschichte zur Welt, aber auf keinen Fall die ganze Geschichte. Heutzutage treiben sich bei Sweek und Wattpad auch Leute herum, die nach guten Geschichten mit großer Fangemeinde Ausschau halten. Aber früher hieß es: „Wenn die Story schon irgendwo gepostet ist, hast du keine Chance mehr bei einem Verlag.“ Der Gedanke hält sich immer noch hartnäckig bei mir. Die Chance entdeckt zu werden ist mir zu gering als das ich bestimmte Geschichtenschätze freilassen würde.

Natürlich würde es mir sauer aufstoßen, wenn jemand einfach meine Fanfiction kopiert und unter anderem Namen veröffentlicht. Aber es ist eine Geschichte, die ich wissentlich und bewusst bereits in einem frühen Stadium in die Welt hinaussetze.

 

Liebst du nicht all deine Kinder gleichermaßen?

Jein. Ich mag meine Geschichten. Ich mag meine Charaktere. Aber ich weiß, dass es qualitative Unterschiede gibt. Ideen, die Potenzial haben. Ideen, die neu und außergewöhnlich sind. Und Geschichten, die ich vielleicht aus einem Gefühl heraus schreibe, weil ich Lust auf eine romantische Geschichte habe. Womöglich haben all diese Rohlinge dasselbe Potenzial, aber ich kann nicht alle Steinchen schmirgeln und polieren, die in meiner Schatztruhe liegen. Meine aktuelle „Romantasy“-Idee ist so ein Steinchen. Ich glaube, dass die Welt durchaus Potenzial hat, dass es nicht der totale Einheitsbrei ist – aber ich möchte die Geschichte in die Welt schicken, um sie wachsen zu sehen. Möchte Kapitel für Kapitel auf Abenteurreise gehen und Leserfeedback hören und einbauen. Es ist ein Stein, der sich hoffentlich durchs über den Boden rollen und über das Wasser flitschen, abreibt und den Edelstein freigibt. Es ist eine Geschichte, die ich zwanglos und entspannt angehen kann. Eine, bei der ich mir keine hohen Maßstäbe setzen muss, bei der ich einfach schreibe. Gerade wenn man sehr verbissen und konzentriert an einer Story feilt, kann es gut tun, zwischendurch mal ein bisschen gröber arbeiten zu können. Ein bisschen weniger anspruchsvoll zu sein, ohne zu schludern.

 

Hä, Babsi?

Ich prüfe die Geschichten trotzdem auf Herz und Niere, lese die Kapitel Korrektur, aber ich schicke sie mit einem anderen Zweck in die Welt hinaus. Und ich lerne daraus für die Feinarbeit, die Save Our Souls mir aktuell abverlangt – denn das Testleserfeedback trudelt nach und nach ein und die große, zweite Überarbeitung steht an. Denn Save Our Souls lässt sich nicht so Kapitel für Kapitel mit dem Kopf in den Wolken schreiben, Save Our Souls packt mich am Kragen und zwingt mich zur vollsten Konzentration, da es viel komplexer ist.

Zwischendurch also eine „einfache“ Geschichte zu konstruieren ist eine willkommene Abwechslung, ein Ausflug, eine Fingerübung. Einfach bedeutet dabei aber nicht gleich schlecht. Es ist anders, eben ein bisschen kompliziert. Autorinnenhirnwortsalatdings.

 

Üben, üben, Üben

„Seriöse“ Autor*innen belächeln gerne die Fanfiction-Schreiber, die jungen Teenager, die ihre Geschichten auf Wattpad, fanfiktion.de etc. hochladen. Aber das ist falsch und ziemlich dumm. JUNGE MENSCHEN, die SCHREIBEN. Die LESEN. Die ihre Geschichten präsentieren und riskieren, kritisiert zu werden. Was Besseres gibt es doch gar nicht? Aber vermutlich sind diese „seriösen“ Kritiker genau diejenigen, die sich über Jugendliche mit Smartphones aufregen und die Verrohung der Gesellschaft fürchten. Schreiben & Lesen sind das genaue Gegenteil. Und wenn es eine simpel konstruierte Twilight Kopie mit jeder Menge Kitsch und peinlichen Sexszenen ist – es ist ein Anfang. Es ist ein geschriebenes Wort, es ist eine Geschichte, ein Stein. Nicht überall schlummern Juwelen, aber das findet man erst mit der Zeit heraus. Schreiben ist ein Handwerk, das man lernen kann. Und ein Handwerk für das man sich begeistern kann. Ich finde es wundervoll, dass junge Leute schreiben und lesen und sich trauen, ihre eigenen Werke im Internet zu publizieren, wo sie manchmal ziemlich schroffe Kritik abbekommen. Macht niemanden nieder, weil er nicht „ernsthaft“ genug schreibt. Ermutigt stattdessen, sich zu verbessern, Potenzial auszuschöpfen, die Edelsteine freizulegen.

So eine positive Autor*innengemeinschaft wünsche ich mir jedenfalls. <3

→ Meine maritime Romantasy-Geschichte bei Sweek: Der Horizont hinter den Wellen

 

Konntet ihr diesen Gedankenwust entknoten, am Ende sogar nachvollziehen? Schreibt mir gerne eure Meinung dazu in die Kommentare!
Tüdelü, eure Babsi

 

Babsi schreibt #1 Wie die Idee zu mir fand

Babsi schreibt #1 Wie die Idee zu mir fand

„Save Our Souls“ lautet der Arbeitstitel meines Herzprojektes. Einer Geschichte, die ich Anfang des Jahres beenden konnte und die nun mitten in der Überarbeitung steckt. Eine Leseprobe gibt es hier. Aufgesetzt habe ich die Geschichte allerdings schon mehrmals, teils auch wirklich weit geschrieben. Noch länger begleitet mich die Idee – oder besser gesagt die beiden Protagonisten:

Victoria, ein Medium, das Geister sehen und mit ihnen kommunizieren kann und Nero, ein launischer Teufel aus der Hölle, der sich gerne in die Angelegenheiten von Menschen einmischt.

Woher kamen die beiden? Wie kam ich auf ihre Geschichte?

Ich habe in meiner Jugend, zwischen 13 und 16, unglaublich viel gelesen. Durchschnittlich zwei Bücher pro Woche – mindestens. Harry Potter, Bis(s) zum Morgengrauen, Chroniken der Unterwelt. Nebenzu auch Mangas wie Naruto, One Piece und Vampire Knight. Ich habe Charmed und Supernatural im TV verfolgt. Gezockt habe ich auch, am liebsten Witcher und Devil May Cry. Warum ich genau diese Titel nenne? Weil sie alle etwas mit der Enstehungsgeschichte zu tun haben.

Viele von uns mögen die rebellischen, bösen Jungs, die anecken, Tabus brechen und Schwierigkeiten selbstbewusst entgegen treten. Gleichzeitig war ich in dem Alter vor allem von Liebesgeschichten und Romantasy angezogen. Ich habe alles gelesen, was mir in die Finger kam. Wer sich in dem Genre auskennt, weiß, dass die meisten Geschichten sich sehr ähneln. Das stört mich z.B. heute viel mehr als damals.
Angefangen ernsthaft zu schreiben habe ich mit Fanfictions. Ich stieß irgendwie darauf und begann auch schlechte, sehr schauderhafte Liebesgeschichten zu schreiben zwischen erdachten Charakteren (OCs) und beispielsweise Charaktere aus One Piece oder Naruto. Ich habe wirklich viel geschrieben und es hat unfassbar viel Spaß gemacht. Aber es hat mir nicht gereicht nur über bereits existente Charaktere in einer bereits fertigen Welt zu schreiben.

„Aber, wenn das so und so wäre…“ „Wenn das so wäre und nicht so…“ „Wenn Edward kein glitzernder Waschlappen, sondern ein mächtiger und düsterer Typ wäre“ „Wenn eine weibliche Protagonistin kein unbeschriebendes Blatt, sondern tough und intelligent wäre…“ „Mir fehlt etwas an dieser Geschichte, es wäre doch viel cooler, wenn…“ „Hier fehlt mir das und das…“ „Also nur Romantik ist öde, ich möchte mehr Action“

Ich wollte eine Geschichte erzählen, die es so noch nicht gab. Die zwar viele Elemente meiner liebsten Bücher und Geschichte hatte, aber eben anders war. Von diesen Gedanken kam ich nie los und daraus wurde irgendwann Victoria geboren. Ich erinnere mich daran, dass sie zuerst einen japanischen Namen hatte und Halb-Deutsche, Halb-Japanerin sein sollte, weil ich so ein krasser Japan-Fan war. Meine FFs und sie waren damals von allen möglichen Klischees geprägt, die man sich so über Fanfiktion-Schreiber erzählt. *hust* Aber die Grundzüge waren nicht komplett für die Tonne.
Ich habe die Geschichte oft angefangen, oft durchdacht und halbherzig einige Szenen geschrieben. Weil ich innerlich nicht zufrieden mit dem stereotypen Mädchen war. Und weil das Gegenüber, heute Nero, nicht fest war. Ich wollte einen mächtigen Typen, cool, böse und unabhängig. Jemand, der nicht sofort der Protagonistin verfällt und ein weichgespülter Wischi-Waschi Typ ist. Aber gewalttätige Rapefiction wollte ich auch nicht schreiben. (Wobei einige meiner FFs teils ungünstige Beziehungsmuster hatten… durch Twilight etc. dachte ich damals, dass sowas wie „Nachstellen“ wirklich romantisch ist… Ja, dafür haue ich heute auch noch gerne meinen Kopf uffe Tischplatte)

Hierbei sollte ich vielleicht auch erwähnen, dass die Geschichte sehr lange als Romantasy gedacht war. Davon bin ich vor zwei, drei Jahren abgekommen, da sich andere Charaktere auch weiterentwickelt haben und klarer geworden sind. Zum Beispiel Victorias Mitbewohnerin die Dämonenjägerin Dawn oder die Lamia-Dame Sasha. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt. Mit mir und meinem Alter haben sich also meine Charaktere auch weiterentwickelt und haben sich schließlich von mir gelöst.

Victoria wurde erwachsener, unabhängiger und weniger self-insert. Nero hingegen wechselte mehrmals die Spezies, wurde dreidimensionaler, komplexer und geheimnisvoller. Sie haben wirklich einen Prozess durchgemacht, ebenso wie ihre Geschichte. Heute kann ich sagen, dass es kein Mädchentraum mehr ist, in dem ein dunkler Ritter eine sensible Maid aus ihrer öden Welt befreit.

Heute ist es wirklich nahe dran an dem, was ich gewollt habe. Ein Mix aus diversen Genres: Action, Horror, Übernatürliches und ein bisschen Drama und Romantik. Mit lebendigen Charakteren und verzwickten Dilemmata. (Also ich hoffe, dass es mir gelungen ist).

Und ich glaube mein jüngeres Ich würde die Geschichte auch gut finden. 😉


Euch hat dieser Beitrag gefallen? Was würdet ihr gerne noch über meine Geschichte wissen?

Beitragsbild: https://pixabay.com/photo-525958/

Babsis #Litcamp17 Rückblick

Babsis #Litcamp17 Rückblick

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Mit Eva @variemaa und Nora @ElenorAvelle

Literaturcamp in Heidelberg

Am 25.06.2017 und 26.06.2017 fand das zweite Literaturcamp in Heidelberg statt. Genauer gesagt in den Räumen des Dezernat 16, einer alten Feuerwache in der Nähe des Hauptbahnhofes.

DSCN8322Die Sessions im größten Raum wurden außerdem aufgezeichnet und auf dem offiziellen Youtube Kanal des Literaturcamps hochgeladen. Das Ganze wurde ermöglicht durch Livestream-Watch.

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Valentin Bachem war fleißig unterwegs um Fotos zu schießen, schaut euch unbedingt die tollen Schnappschüsse an.

 

Hier berichte ich über meine liebsten Sessions:

Zusammen mit der lieben Rena und der lieben Julia habe ich übrigens eine Session zum Thema Autorengesundheit gehalten. Unter anderem kamen Themen vor wie man den inneren Kritiker wegscheucht, wie man mit Rückschlägen umgeht usw.. Auch die liebe Nicole Neubauer hatte eine ähnliche Session gehalten, in dem sie durch die Beschwörung eines hauseigenen Patronus den Kritiker/Dementor ganz flix wegzaubert.

Mir hat vor allem die Session von Kathrin von be_ebooks zum Exposé geholfen, da mein Manuskript gerade in der Überarbeitung ist und ich mich bald daran machen möchte, es bei Verlagen einzureichen. Ich wusste z.B. nicht, dass es durchaus gewünscht wird überhaupt Vergleichstitel zu nennen à la „Mein Buch könnte Lesern von Kim Harrisons Blutspur-Reihe gefallen“. Sie hat es auf jeden Fall geschafft, mir die Angst vor diesem Schritt zu nehmen und nach den Klausuren und dem Umzug, werde ich mich wohl an die Arbeit machen!

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Ich durfte mir mit der lieben Jana Tomy ein Zimmer teilen und habe am Sonntag ihre Session „Charaktere (er)leben“ besucht, die Improtheater und Charaktererstellung vereint. Im Raumlauf sollten wir uns vorstellen, welche Körperteile schwer sind, wie man als Tier läuft und wie unsere Charaktere laufen und anderen begegnen würden. Dabei musste man nicht nur die Gangart imitieren sondern durfte auch am eigenen Leib erfahren, wie ebendas auf den Charakter wirkt. Wenn ein Charakter selbstbewusst läuft, muss er noch lange nicht selbstbewusst sein. Ich konnte tolle Impulse und Anreize für mich mitnehmen.

Außerdem hatte ich die Ehre nicht nur die Session der fabelhaften Bianca aka Literatouristin zu besuchen, wir sind auch gemeinsam mit anderen abends auch noch durch Heidelberg gezogen und haben eine köstliche Männermilch im Thanner getrunken. Während der Session haben wir in der Runde fleißig gebrainstormed was für Beiträge und Möglichkeiten es gibt, den eigenen Blog zu pimpen und ihn zu etwas Besonderem zu machen. „10 Dinge, die Autoren niemals sagen würden“ – und Nummer 2 wird dich überraschen! Dabei war besonders der Appell laut: „Seid kreativ, traut euch und schreibt auch seltsame Gedankengänge und Ideen auf!“ – ob man danach auf veröffentlichen klickt oder nicht, die grauen Zellen sind in Schwung gekommen.

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Als bekennendes Benjamin Spang Fangirl musste ich natürlich auch seine Session zum Thema Crowdfunding besuchen. Dabei konnte man wieder mal merken, wie viel Arbeit hinter so einer Kampagne steckt, wie viel Mühe, Herzblut und Liebe – und dass es weniger um das Geld geht als darum das eigene Projekt zu verwirklichen. Benni hatte viele hilfreiche Tipps parat. Die Kampagne sollte früh bekannt gegeben werden und nicht zu lange dauern. Reizvolle Dankeschöns, liebevolle Mails an Blogger und mögliche Unterstützer sowie ein seriöses Marketing gehören zu dem ganzen aufwendigen Paket namens Crowdfunding.

Eva-Maria Obermann hielt eine Session wie Blogger*innen sich professionalisieren und was Buchblogs mit Literatuwissenschaften gemein haben. Dabei kam nicht nur eine Liste mit Leuten zustande, die eine LitWi-Blogparade machen wollen, sondern es gab auch interessante Anekdoten, Beispiele und konkrete Ideen, wie man Themen aus der Literaturwissenschaft auf dem eigenen Blog aufarbeiten kann. Dazu muss der Beitrag nicht perfekt wissenschaftlich sein, sich z.B. mit Stereotypen oder bestimmten Motiven genauer auseinanderzusetzen, ist bereits ein interessanter Schritt. Durch solche Themen haben nicht nur Leser mehr davon, sondern auch der eigenen Blog wird womöglich Leute anlocken, die vielleicht sogar Literaturwissenschaften studieren – und wer weiß, vielleicht wird euer Blogeintrag demnächst im Vorwort einer Bachelorarbeit zitiert?!

Außerdem wohnte ich einer spannenden Diskussion zum Thema Digitalisierung von Janet Clark bei.
Bastian von MeinVerlag2020 machte deutlich, wie wichtig es ist, seine Zielgruppe zu kennen und sich auch fernab des Buchbereichs zu vernetzen.
Maggo, der beste Pen&Paper Leiter überhaupt, verzückte das Publikum mit seiner Karamell-Frapuccino-Stimme und brachte uns seine kreative Herangehensweise an den Weltenbau nahe.
Anna von inkofbooks erklärte, wie man den eigenen Blog persönlicher gestalten kann und wie man einen Wiederkennungswert schafft. Ihre Session „Lebe deinen Blog“ hat sie auch auf ihrem Blog nochmal zusammengefasst.

Abends unterhielt uns die liebe Susanne Kasper von literaturschock mit den witzigsten Buchcovern, den skurrilsten Ratgebern und einigen wirklich hilfreichen Rezensionen.

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Einhorn – Insel von Ruhe und Regebogen in Dezernat16 Farben

Es gab so viele interessante Runden, Workshops und Sessions, dass es wirklich schwierig war, sich zu entscheiden. Man wünschte sich einen Zeitumdreher oder die Fähigkeit sich zu vervielfältigen. Und in jeder Session konnte ich doch das ein oder andere Bisschen für mich mitnehmen.

Für mich war mein zweites Literaturcamp und das erste Mal in Heidelberg ein absolutes Highlight. Eine angenehme Atmosphäre, spannende Sessions und das alles im Rundum-Sorglos-Paket: Slushies, Kaffee, Getränke und köstliches veganes Catering, Sonnencreme, ein Pool für die Füße, kostenlose Kinderbetreuung, Hunde zum Streicheln, Sofas,  ein Ruheraum, bunte Pfeile zur Orientierung, ein aufblasbares Einhorn – für all diese Dinge wurde gesorgt. Einfach nur wow.

Dafür ein großes DANKESCHÖN an alle Beteiligten, die dazu beigetragen haben. Zwischen den spannenden Sessions gab es wunderbare, lockere Gespräche und nirgends fühlte man sich unwillkommen. Große Autoren neben absoluten Neulingen im umgezwungenen Plausch bei Tschunk.

Natürlich, an manchen Punkten könnte man vielleicht noch ein bisschen optimieren. Und wahrscheinlich wird man es nie allen Recht machen können, aber für mich war es wieder ein wundervolles Spektakel voller neuer Eindrücke, toller Kontakte und lieber Menschen.

Ich bin totmüde, aber motiviert und voller Freude nach Hause gefahren. Mein Herz und meine Gedanken hängen immer noch ein wenig vor dem Dezernat in der brütenden Sonne herum und lassen den Blick verträumt über die Menschenmenge schweifen.

Vielen vielen Dank an alle, die dabei waren, die mitgemacht haben, die sich beteiligt haben, die geholfen haben und alle, die da waren. Ich habe ein unvergessliches Wochenende in Heidelberg verbracht und freue mich schon aufs nächste Jahr!

Weitere Impressionen:

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Ein großes Danke auch an die lieben Sponsoren, ohne die das Litcamp nicht möglich wäre:

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