Schlagwort: schreibprozess

Vanessa Glau #ProjektArbeitstitel

Vanessa Glau #ProjektArbeitstitel

Vanessa Glau #ProjektArbeitstitel

Für diese wundervolle Autorenkollegin durfte ich auch schon testlesen und kann euch sagen: Merkt sie euch! Heute zu Gast bei #ProjektArbeitstitel Vanessa Glau.

Hallo, ich bin Vanessa Glau und schreibe wie viele von uns schon seit ich denken kann.

Autorin war tatsächlich einer meiner ersten Berufswünsche! Als Teenager habe ich vor allem Kurzgeschichten und düstere Gedichte geschrieben, seit dem NaNoWriMo 2009 auch Romane. Bisher habe ich noch kein eigenes Buch veröffentlicht, dafür drei Kurzgeschichten in den Anthologien Sehnsuchtsfluchten, Briefe aus dem Sturm und Herzgezeiten, die von Nikas Erben herausgegeben werden.

 

Nachtgesichter und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Mein Hauptprojekt sind die Nachtgesichter, ein Urban Fantasy-Kurzroman, der im Tokio der Gegenwart spielt und sich um einen Shinto-Schrein, magische Füchse und die Suche des Protagonisten nach einem richtigen Zuhause dreht. Diesen Roman habe ich ungefähr im Frühling 2018 begonnen und bin jetzt dabei, ihn zu überarbeiten.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Ich habe auf jeden Fall vor, die Nachtgesichter zu veröffentlichen! Bald werde ich sie an einige Verlage und Agenturen schicken, die ich mir schon herausgesucht habe. Falls dabei nichts herauskommt, kann ich mir aber auch vorstellen, den Roman selbst zu veröffentlichen … Es reizt mich, alles selbst bestimmen zu können, aber von effektiver Bewerbung habe ich keine Ahnung und auch keine Lust, mich damit zu beschäftigen (haha), daher hoffe ich schon eher auf den traditionellen Verlagsweg.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ja, nebenbei arbeite ich an einem neuen Roman mit dem Arbeitstitel Arboretum, über den ich noch nicht allzu viel sagen will … nur, dass die Geschichte in eine ganz andere Richtung geht als die Nachtgesichter und (bisher) weniger fantastisch ist. Außerdem schreibe ich immer wieder die eine oder andere Kurzgeschichte, wenn mich eine Idee nicht mehr loslässt.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Auf jeden Fall die Überarbeitung, genauer gesagt der Plot. Vielleicht habe ich noch zu wenig Erfahrung darin, aber ich traue meinem Urteil nicht so recht und weiß nie, ob die Plotlöcher, die ich zu sehen glaube, auch von Lesern so wahrgenommen werden oder ob es große Schwächen gibt, die ich total übersehe. Daher sind Testleser für mich sehr wichtig! Auf ihre Kritik kann ich dann aufbauen und umstrukturieren, wo es nötig ist. Manchmal habe ich auch Probleme, gute Lösungen für Plotlöcher zu finden und auf natürliche Art und Weise einzubauen, aber ich glaube, in der Hinsicht haben mir die Nachtgesichter schon viel beigebracht. Allerdings versuche ich auch immer, den Plot im Vorhinein so zu konstruieren, dass ich nachher nicht mehr viel daran schrauben muss.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe neben meinem Brotjob. Da ich aber selbständig bin und momentan nicht Vollzeit arbeiten muss, kann ich mir vergleichsweise viel Zeit fürs Schreiben nehmen und bin sehr dankbar dafür! Momentan ist alles etwas durcheinander, da ich bis Ende September noch meine Masterarbeit schreibe, aber grob gesagt ist mein Tag dem Brotjob und der Abend dem Schreiben, Lesen, Nachdenken etc. gewidmet. Früher habe ich versucht, jeden Tag zu schreiben, inzwischen gehe ich das lockerer an.

Wenn ich am NaNoWriMo teilnehme (was ich seit 2009 jedes Jahr getan habe und weiterhin vorhabe), sind 1700 Wörter pro Tag mein Ziel. Zu anderen Zeiten setze ich mir vielleicht ein loses Ziel von 1000 geschriebenen Wörtern oder einer Stunde Überarbeitung pro Tag, zwinge mich aber auch nicht jeden Tag dazu. Wenn ich merke, dass ich nicht in der richtigen Stimmung oder zu müde bin, pausiere ich auch ein paar Tage, um dann mit frischer Energie zur Geschichte zurückzukommen.

Eigentlich kann ich über meine Schreibroutine nur sagen, dass ich ständig an irgendetwas arbeite. Alles andere ist flexibel und ich experimentiere auch gerne herum, um zu sehen, ob ich noch irgendwo optimieren kann …

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Ja, du kannst Worte zu Papier bringen, aber halt ab und zu auch inne und frag dich, was dahinter steckt. Welche Botschaft willst du damit nach außen tragen, warum schreibst du gerade diese Geschichte und keine andere, was bedeutet sie dir und was willst du später damit anfangen? Rückblickend scheint mir, ich habe mich sehr lange sehr stark auf die Form konzentriert (deshalb sind meine „Rohfassungen“ jetzt so hübsch), ohne allzu viel über Handlung, Spannungsbogen oder die Botschaften zwischen den Zeilen nachzudenken. Schreiben an sich ist toll, aber wenn dieses Schreiben gelesen werden soll, muss man sich meiner Meinung nach irgendwann Gedanken über diese Fragen machen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Die Menschen, die mich immer wieder am meisten motivieren, sind auf jeden Fall meine Autorenkollegen auf Twitter: Magret, Julia, Denny und einige andere. Ich bewundere ihr Schreiben, ihre Ideen und sie sind wunderbare Testleser. Ohne die Gespräche mit ihnen wäre ich bestimmt nicht so schnell dorthin gekommen, wo ich jetzt bin, vielleicht auch überhaupt nicht. Daneben finde ich es immer wieder sehr inspirierend, auf Buchmessen mit Autoren und Buchmenschen zu plaudern.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich wünsche mir, die Nachtgesichter bei einem Verlag veröffentlichen zu können, der den Kern der Geschichte erkennt, schätzt und für die Veröffentlichung gut umsetzen kann – am liebsten im nächsten Jahr. Abgesehen davon wünsche ich mir, danach noch viele Romane und Kurzgeschichten veröffentlichen zu können, egal ob traditionell oder als Selfpublisher. Irgendwann würde ich auch gerne eine Kurzgeschichtensammlung herausgeben, was wahrscheinlich kein Projekt für einen Verlag ist.

Und dann wünsche ich mir einfach, dass jeder meiner Romane besser wird als der davor.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Auf jeden Fall der Abend, als ich im Rahmen von 9lesen auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse aus den Nachtgesichtern lesen durfte! Das war meine erste Lesung seit langer Zeit (insgesamt meine zweite) und dann bekam ich so viele liebe Worte zur Geschichte, dass sie etwas ganz Eigenes wäre und dass sie Sehnsucht nach Japan hervorgerufen hätte … Genau dieses japanische Feeling war mein Ziel beim Schreiben, daher kann ich gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber gefreut habe, dass es genauso bei anderen angekommen ist.

 

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus dem Prolog der Nachtgesichter, in dem der jugendliche Protagonist Maru sich in einem überfüllten Café zu einem etwas älteren Mädchen an den Tisch setzen muss und eigentlich lesen will:

Gerade als ich mich auf die Schauspiele und Gedankenkriege eingestimmt hatte, die Mishima in Bekenntnisse einer Maske beschrieb, sprach das Mädchen mich an. „Er muss sehr eingebildet gewesen sein, meinst du nicht?“

Ich sah auf. Tatsächlich waren ihre Augen nicht nur dunkel, sondern tiefschwarz und glänzend wie im traditionellen Stil lackierte Bento-Boxen, einzig die aufgemalten Blumen fehlten. In diesen Augen erkannte ich jedoch nichts, das Grün und Wachstum gefördert hätte. Anders gesagt: Weder Regen noch Sonnenschein würden eine besondere Wirkung auf sie ausüben.

Da sie mich locker angesprochen hatte, ließ auch ich die Höflichkeit fallen. „Wie kommst du darauf?“

„Er nimmt an, dass kein Mensch dem anderen die Gefühle und Gedanken ansehen kann. Ist es nicht vermessen, von sich selbst auf andere zu schließen?“ Ich fragte mich, von welcher staatlichen Uni diese gewählte Ausdrucksweise auf sie abgefärbt hatte. An einer Kurzuni hatte sie bestimmt nicht gelernt, so über Literatur zu diskutieren.

Ich dachte nach, musste erst die richtigen Worte finden. „Wäre es andererseits nicht auch vermessen, Verständnis und Mitgefühl zu heucheln, obwohl man keines verspürt?“

„Natürlich. Dennoch leben wir in einer Gesellschaft, in der alle sehr eng miteinander verknüpft sind. Jemand, der nicht das geringste Gespür für seine Mitmenschen zeigt, muss entweder sehr dumm oder sehr gleichgültig sein.“

„Willst du damit sagen, es ist eine Frage des Respekts?“

„Nein. Es ist etwas, das jeder auf natürliche Art und Weise lernt, indem er in der Gesellschaft lebt. Schon im Kindergarten werden wir dazu erzogen, auf andere Rücksicht zu nehmen.“

Ich lehnte mich zurück. „Ich verstehe deinen Punkt. Aber gibt es nicht gewisse Dinge, die dem Blick von außen verborgen bleiben?“

„Für denjenigen, der richtig hinsieht, gibt es vieles zu entdecken. Beispielsweise habe ich gleich erkannt, dass du nicht oft mit anderen Menschen sprichst. Du grenzt dich ab, weil du dich unverstanden fühlst.“

 


Vanessa Glau

 

Bisherige Veröffentlichungen:

  • „Gespräche mit Bergen“ in Sehnsuchtsfluchten (2017 bei Twentysix), auf amazon* kaufen
  • „Abgesang“ in Briefe aus dem Sturm (2018 bei Twentysix), auf amazon* kaufen
  •  „Nachtschattengewächse“ in Herzgezeiten (2019 bei Twentysix), auf amazon* kaufen

 

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Jessica Bradley #ProjektArbeitstitel

Jessica Bradley #ProjektArbeitstitel

Jessica Bradley #ProjektArbeitstitel

Und wieder darf ich euch eine falbehafte Autorin und einen herzensguten Menschen vorstellen. Ich bin sehr gespannt auf ihr Buch: Jessica Bradley bei #ProjektArbeitstitel

Foto von Anne Servos

Hi, ich bin Jessica Bradley. Ich lebe mit meiner Familie und zwei Katzen in Bonn.

Ich bin Autorin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Ursprünglich komme ich aus dem Theaterbereich, habe aber dieses Jahr in den Film- und Serienbereich gewechselt. Zusätzlich bin ich noch Autorin von Kinder- und Jugendliteratur und „All Age“. Ich bin meistens im Drama und Fantasy Genre glücklich, schreibe aber auch Mystery und Horror.
Wie lange ich schon schreibe, kann ich gar nicht genau beantworten. Es hat mir jedenfalls sehr geholfen, die dunklen Seiten meiner Vergangenheit zu verarbeiten.
Mein erstes Drehbuch habe ich mit dreizehn Jahren geschrieben und am Kinder- und Jugendtheater aufgeführt. Seitdem begleitet mich, auch wenn in verschiedenen, künstlerischen Bereichen, das Schreiben regelmäßig.
Bisher habe ich noch keinen Roman veröffentlicht. Aber das wird sich im September dieses Jahres ändern.

 

Nachtfrost und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich habe im Moment ziemlich viele Projekte offen.
Zum einen die baldige Veröffentlichung meines ersten Romans: „Nachtfrost“.
Nachtfrost ist eine Hommage an das Märchen von H.C. Andersen, Das Mädchen mit den Schwefelhölzern. Dieses Märchen war bereits in meiner Kindheit mein Liebstes. Den Roman selbst würde ich als sozialkritisches Drama sehen.

Zusätzlich schreibe ich noch an meiner Dystopie: „Vyrus“. Hier habe ich einen Genre-Mix von Fantasy und Dystopie erschaffen, von dem es voraussichtlich drei Bände geben wird.

Weiterhin arbeite ich gerade mit meinen Kollegen an einer Mystery/ Horror Serie, dessen Arbeitstitel: Dark Legends ist. Weiter kann ich aber nicht erzählen, lass euch überraschen. 😉

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Für Nachtfrost steht bereits ein Veröffentlichungsdatum an. Es wird der 16.09.2019 (meinen 42 Geburtstag^^) sein.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ehrlich? Viel zu viel um es auch nur anzuteasern. 😉

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Nicht alles sofort und gleichzeitig zu machen. Das war ein Fehler, den ich am Anfang gemacht habe. Dabei habe ich einigen Menschen ziemlich vor den Kopf gestoßen. Was ich im Nachhinein wirklich bereue. Ich wollte zu viel in zu kurzer Zeit.
Mittlerweile konzentriere ich mich auf max. vier Projekte gleichzeitig. Ist eins abgeschlossen, kommt das nächste Projekt dazu.

Hast du eine Schreibroutine?
Früher hatte ich keine. Ich habe mich hingesetzt, wenn ich dachte die Muse küsst mich.
Dabei habe ich so gut wie nichts geschafft.

Deshalb habe ich jetzt eine feste Schreibroutine. Jeder Tag, an dem ich nicht meinem Brotjob nachgegen muss, ist jetzt Schreibtag. Da nehme ich mir vier bis sechs Stunden Zeit.
Dazu gehört aber auch Organisatorisches, wie Mails beantworten und sonstiger Papierkram

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Lerne! Deine! Grenzen! kennen!
Schreibe und lese was das Zeug hält. Je mehr du schreibst und je mehr du liest umso besser wirst du.
Bleibe nicht allein in deiner Kammer sitzen. Geh raus und tausche dich mit anderen aus. Du wirst enorm davon profitieren und andere auch.

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich habe einige Vorbilder. Meist sind es Menschen, die eine ähnliche Vergangenheit haben wie ich und trotzdem etwas Künstlerisches daraus entwickeln konnten. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich nur um Autor*innen. Auch im Film und Musik Bereich, gibt es einige Menschen, die ich bewundere und die mich mit ihrer Geschichte motivieren.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein größter Wunsch ist es mich nur noch auf meine Kunst konzentrieren zu können. Die Menschen mit meinen Projekten zu begeistern und vielleicht zu motivieren, wie ich motiviert wurde.
Ich möchte Geschichten erzählen, egal mit welchem Medium, die die Menschen berühren.
In unserer schnell lebigen Zeit, brauchen wir etwas, dass uns kurz innehalten lässt und vielleicht sogar näherbringt. Dazu würde ich gerne meinen Teil beitragen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Mein schönster Moment war letztes Jahr bei der Bonntastik Veranstaltung. Als ich meine Kurzgeschichte „Zeitdieb“ vorgetragen habe und sehen konnte, wie ergriffen das Publikum von der Geschichte war.
Einige der Anwesenden hatte sogar Tränen in den Augen und haben mich später angesprochen und mir gesagt, wie sehr sie die Geschichte berührt hat. Das war ein unbeschreibliches Gefühl.

(Okay, die Autogramm Anfragen waren auch cool 😉)

 

 

Eine kleine Kostprobe…

Der Kurzroman Nachtfrost enthält eine Vielzahl sog. Trigger. Sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Deshalb ein genereller Hinweis: Menschen, die sich z. Z. in einer instabilen, emotionalen Verfassung befinden, rate ich ab, Nachtfrost zu lesen. Es besteht die Gefahr von sog. Flashbacks, Dissoziationen und ähnlichen Reaktionen.

Lauras Beine schmerzten, dennoch wagte sie nicht, ihre Position zu verändern. Seit Stunden hockte sie hinter ihrer Zimmertür. Ihr Magen knurrte. Sie hatte zwei Tagen nichts gegessen. Erschöpft kippte ihr Kopf zur Seite. Doch sie fing sich, bevor er geräuschvoll gegen die Tür schlagen konnte.

Angestrengt versuchte sie, auf die Geräusche zu horchen, die aus der Wohnung drangen. Jedes Mal, wenn sie Schritte vernahm, zuckte sie zusammen und rechnete damit, dass die Tür aufgestoßen wurde. Doch nichts geschah.

Aus der Wohnung über ihr drang Musik. Laura wusste nur zu gut, weshalb an Tagen wie diesen, die Nachbarn ihre Stereoanlage aufdrehten. Ihre Hilflosigkeit quälte sie, längst hatte sie aufgegeben. Die anfängliche Illusion jemand würde kommen und sie retten, verloren an Kraft von Monat zu Monat bis sie verpuffte.

Wie ein weiterer Schlag in die Magengrube. Sie wusste, nichts würde sie retten, wenn sie es nicht selbst tat. Und genau das hatte sie heute vor. Lange hatte sie an diesem Plan gefeilt, jede Möglichkeit abgewogen und alles genau durchdacht und geplant. Laura kaute an ihren Fingern und schmeckte den kupfernen Geschmack von Blut im Mund.

Sie wischte sich den Finger an ihrer Jeans ab und schob sie wieder unter ihr Knie. Ihr Gesicht pochte. Besonders die Stelle unter ihrem rechten Auge. Wieder Schritte im Flur. Laura spannte alle Muskeln an. Die Klobrille klapperte, dann hörte sie die Toilettenspülung rauschen; Schritte die sich entfernten.

Der Boden vor ihrem Zimmer knarzte. Laura atmete tief ein und hielt die Luft an. Die Wohnzimmertür, kurze Stimmfetzen aus dem Fernseher; anschließend war es wieder still.

Langsam löste sich ihre Anspannung wieder. Sie zählte ihre Herzschläge, die in ihren Ohren trommelten. Konzentrierte sich nur auf dieses dumpfe Geräusch. Es hatte Tage gegeben, da hatte sie gehofft, dass ihr Herz einfach damit aufhören würde. Doch diese Hoffnung entfernte sich mit jedem neuen Klopfen.

Als Laura die Wohnzimmertür erneut hörte, ging ihr Atem stoßweise. Sie wusste, dass ihr Zimmer, keinerlei Schutz bot. Die schlurfenden Schritte kamen langsam näher. Der Boden vor ihrer Tür ächzte.

 


Jessica Bradley

Die Veröffentichung von „Nachtfrost“ steht kurz bevor!

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Heute begrüße ich Anne Zandt bei #ProjektArbeitstitel! Sie ist eine der treibenden Kräfte hinter den Kulissen des Nornennetzes und eine großherzige und liebe Person.

Foto (c) Ela Bellcut

Ich bin Anne Zandt, online auch als Poisonpainter unterwegs und stamme aus dem wunderschönen Mecklenburg-Vorpommern. Dort lebe und schreibe ich, wenn ich nicht gerade meinem Brotjob als Software-Engineer nachgehe, Aktionen für meinen Blog plane/umsetze oder für das Nornennetz (https://www.nornennetz.de/ ) Messeauftritte u.ä. organisiere.

Alles begann in der zweiten Klasse mit einem Kängeruh[sic!], das rückwärts sprach, weil man das in Australien so macht, und bildete sich dann durch Ausflüge in FanFictions über die Jahre hinweg immer weiter aus. Relativ regelmäßig schreibe ich seit 2011 an verschiedensten Projekten. Beendet habe ich allerdings bisher nur Kurzgeschichten für Ausschreibungen, Aktionen auf meinem oder anderen Blogs/Seiten, wie z.B. dem Bücherstadt Kurier (https://buecherstadtkurier.com/).
Zwei Kurzgeschichten haben es in Anthologien geschafft.

 

Neubrandenwolf und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Momentan, arbeite ich hauptsächlich an der Fertigstellung des #Neubrandenwolf. Einer Urban-Fantasy-Geschichte über einen Werwolf, der in Neubrandenburg lebt. Nach Jahren, in denen er auf sich allein gestellt war, trifft er mit einem syrischen Flüchtling und einer Unternehmensberaterin andere Wölfe. Es geht in erster Linie um deren Freundschaft, aber auch um die Vorurteile, mit denen sie zu kämpfen haben – und deren Konsequenzen.

Das Ganze fing als einfache Kurzgeschichte an, die ich 2017 auf meinem Blog veröffentlichte, damals noch in Englisch. Dann griffen die Plotbunnies an und dem einen folgte ein weiteres Kapitel und Ideen für einen Plot, der ein Jahr überspannen sollte.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Der ursprüngliche Plan war es, den Neubrandenwolf zunächst komplett auf Englisch als Blogroman weiterschreiben. Der wurde aber mittlerweile über den Haufen geworfen. Nun arbeite ich daran, die vorhandenen sechs Kapitel und Textfragmente zu übersetzen und vor allem zu überarbeiten und auf eine ähnliche Länge zu bringen, wie das erste Kapitel, dass bereits lektoriert in einer Anthologie erschienen ist.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe mehrere Projekte und Felder voll Plotbunnies, die alle nur darauf warten, beendet zu werden.
Meine Umfangreichsten dabei sind:

  • #WunschDerKönigin – High Fantasy: Nachdem ihr Vater den Intrigen seiner Schwester zum Opfer gefallen ist, liegt es an Ahnya das gespaltene Reich wieder zu vereinen. Mit klugem Kopf und loyaler Unterstützung stellt sie sich ihren Herausforderungen als Königin.
  • The Unnamed One – Urban Fantasy: Eine Saga über Werwölfe und Vampire, deren Leben mit- und gegeneinander.

Und noch viiieles mehr …

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Nicht zu prokrastinieren. Wenn neben einer Veröffentlichung, für die man sich selbst die Deadlines setzen muss, auch andere Termine an die Tür klopfen, leg ich Dinge beiseite. Nicht zu vergessen, dass ich auch gerne mal einen ruhigen Abend zum Entspannen nutze.

Vielleicht ist es für mich aber auch einfacher mich hinter Aktionen und Pflichten zu verstecken, um mich vor all dem danach drücken zu können … so oft mir Leute auch sagen, sie mögen, was ich schreibe, so oft schreit der innere Kritiker, dass das doch alles gar nicht stimmen kann …

Hast du eine Schreibroutine?
Nicht wirklich. Da ich circa vierzig Stunden pro Woche im Brotjob verbringe, ist meine Schreibzeit davon abhängig, wie viel Energie ich am Ende des Tages noch habe. Am Häufigsten ist es aber so, dass ich im Bus zur oder von der Arbeit, meist per Hand auf Schmierpapier, schreibe oder editiere. Nach einer Ruhephase fange ich dann abends am Laptop an zu arbeiten. Als Eule würde ich die ganze Nacht durcharbeiten, zumindest, wenn ich tatsächlich am nächsten Tag ausschlafen könnte …

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Eigentlich keinen. Natürlich könnte ich mir sagen: Schaff mehr, aber da würde ich mir selbst im Weg stehen und das genaue Gegenteil tun. Ich denke, so wie lief, ist es ganz in Ordnung. Für einige Ideen und Geschichten wäre ich zu einem früheren Zeitpunkt vermutlich gar nicht bereit gewesen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Als Autor*in fließt vieles von dem, was man liest/sieht/hört in die eigene Schreibe ein. Genaue Menschen könnte ich in diesem Sinne nicht benennen. Mein größter Motivator war meine Mutter, die mich immer unterstützte und meist als erste meine Geschichten las. Mittlerweile bekomme ich gelegentlich virtuelle A****tritte von meinen Mit-Nornen Elenor Avelle (https://www.elenoravelle.de/ ) und June Is(https://twitter.com/ypical_writer). Erstere um den Neubrandenwolf zu beenden, letztere um nebenbei Kurzgeschichten zu Wettbewerben einzureichen.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Am liebsten hätte ich es, wenn ich bis zu meinem dreißigsten Geburtstag ein eigenes Buch veröffentlichen würde. Da dieser allerdings bereits in vier Monaten ist, sehe ich dafür schwarz. Ich will auf alle Fälle den Neubrandenwolf beenden und veröffentlichen. Schön wären auch weitere Anthologie-Veröffentlichungen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich möchte das gar nicht auf einen bestimmten Moment festlegen. Meine erste Anthologie in den Händen zu halten war ein merkwürdiges und großartiges Gefühl, genauso aber auch die Lesungen auf der Leipziger Buchmesse. Sehr viel ziehe ich aber auch aus den Interaktionen mit anderen Autorinnen und Buchbegeisterten, was jeden Messeauftritt, jedes Litcamp, jedes Treffen zu einem wunderbaren Moment macht.

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus dem ersten Kapitel des Neubrandenwolf – Wolfsmond:

Seine Miene verfinsterte sich wieder. Heute wäre es beinahe schiefgegangen. Seine Kollegen ahnten vermutlich nicht einmal, wie viel Glück sie gehabt hatten. Wie nah er dran gewesen war, einen von ihnen zu Kratzen oder, schlimmer, zu beißen. „Kündigungsgrund: Chef mit Lycanthropie angesteckt“, das würde sich wunderbar in seiner Bewerbung machen. Für die nächsten Monde musste er wieder darauf achten, rechtzeitig zu gehen.

[…]

Regelmäßig öffneten und schlossen sich die Türen [des Busses] und ein Hauch frischer Winterluft wehte in den Bus hinein. Eine willkommene Abwechslung zum Geruch der Weihnachtsmarktbesucher, aber auch ein Versprechen von dem, was bald kommen würde. Jedes Mal musste er die Augen schließen, um sich von den verlockenden Düften nicht noch mehr aufreizen zu lassen. Seine Nase hielt das jedoch nicht davon ab zu schnüffeln.

Jemand tippte ihm auf die Schulter und er blickte zur Seite.
„Brauchen Sie eine Flasche Blut?“, fragte die alte Dame mit einem Lächeln.
Seine Augen verengten sich und er sah sie fragend an.
Sie stand im Gang und wedelte ihm etwas Kleines, Rechteckiges entgegen. Er folgte der Bewegung und erkannte schließlich, was sie in der Hand hielt.
„Brauchen Sie ein Taschentuch?“, wiederholte sie ihre Frage, diesmal schwang Sorge in ihrer Stimme mit.
Er schnaubte und schüttelte den Kopf, bevor er sich wieder dem Mond widmete.

 


Anne Zandt

 

Geschichten von Anne Zandt findet ihr u.a. in

  • „Entzünde den Funken“ Benefiz Anthologie (Hrsg. Siiri Saunders & Adrian R. Stiller), auf amazon* kaufen

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Katrin Biasi #ProjektArbeitstitel

Katrin Biasi #ProjektArbeitstitel

Katrin Biasi #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, euch eine weitere liebe Schwester aus dem Nornennetz bei #ProjektArbeitstitel vorstellen zu dürfen: Katrin Biasi!

Huhu! Ich bin Katrin Biasi und wohne mit meinem Mann und zwei Katern im Herzen des Ruhrgebiets.

Das Schreiben hat schon immer zu mir gehört. Seit ich wusste, dass Bücher existieren, wollte ich auch eins (oder mehrere) schreiben. Spätestens, als ich meinen ersten eigenen Büchereiausweis bekam und sich mir ein Universum eröffnete, dessen Existenz ich kaum für möglich gehalten hatte. So viele Menschen auf der Welt schreiben Bücher? Das kann ich auch!

In meinen mittlerweile dreißig Jahren habe ich mich mal mehr, mal weniger aufs Schreiben konzentriert, aber schönerweise kam es immer wieder zurück. Seit vier Jahren schaffe ich es endlich, durchgehend dranzubleiben. Und vor knapp zwei Jahren habe ich beschlossen, mein Hobby auf größere Füße zu stellen, damit es den Platz erhält, den es verdient. Bisher habe ich eine Kurzgeschichte in einer Anthologie („Dark Islands“, herausgegeben vom Geisterspiegel und der Romantruhe) veröffentlicht, bei zwei weiteren Ausschreibungen warte ich noch auf Rückmeldung.

 

ToKi und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Anfang 2018 habe ich #ProjektToKi ins Leben gerufen. Ursprünglich wollte ich nur eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung verfassen, doch bereits der Plot umfasste ein Fünftel der maximalen Zeichenzahl … Die Geschichte verlangte nach mehr Aufmerksamkeit. Ich beschloss, sie ihr zu geben und habe es keine Sekunde bereut.

#ProjektToKi, ein Dark Fantasy – Roman mit (Psycho)Thriller-Einflüssen, der ohne Romanzen auskommen wird, steht noch immer ziemlich am Anfang. Ich merke ständig, dass ich noch mehr plotten muss, damit ich die begonnene Rohfassung geschrieben bekomme. Einen „Klappentext“-Entwurf möchte ich euch aber nicht vorenthalten!

In einer von Göttern beherrschten und bürokratisierten Welt muss jeder, der das sechzehnte Lebensjahr vollendet hat, seinen Dienst für einen der Götter aufnehmen und so seinen Beitrag für eine funktionierende Gesellschaft leisten. Nur, wer über Magie verfügen kann, hat dabei die Wahl, welchem Gott er seine Fähigkeiten anbietet – sogenannte „Agenten” (*wird noch durch ein anderes Wort ersetzt) der Götter versuchen hierbei, die vielversprechendsten unter den Magiebegabten für sich zu gewinnen.

Die zweiundzwanzigjährige, magiebegabte Kiara hingegen hat es geschafft, ein friedliches und vor allem unabhängiges Leben auf den Straßen der Hauptstadt Marosk zu führen – bis sie von Tomosh, dem einzigen verbliebenen „Agenten” des in die Enge gedrängten Todesgottes Yashtan, ausgetrickst und entführt wird. Tomosh, von Haus aus verbittert und engstirnig, muss Kiara zu seiner Nachfolgerin ausbilden, um sich seinen eigenen Traum von Freiheit zu erfüllen. Doch dabei setzt er nicht nur sein eigenes Ziel, sondern die Stabilität einer ganzen Gesellschaft aufs Spiel.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Meine ursprüngliche Zeitplanung sah vor, dass ich #ProjektToKi gerade überarbeite und Testleser suche. Ha, ha. Das echte Leben hat alles so sehr durcheinandergewirbelt, dass ich immer noch mit der Rohfassung beschäftigt bin. Inzwischen habe ich zum Glück gelernt, das zu akzeptieren. #ProjektToKi wird fertig, wenn es fertig wird. Wenn es dann so weit ist, möchte ich #ProjektToKi gerne, wahrscheinlich über eine Agentur, bei einem Verlag unterbringen. Es ist ein hochgestecktes Ziel, aber nur mit einem Ziel vor Augen kann ich mein Handeln danach ausrichten!

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Wahrscheinlich widerspreche ich jetzt einem der größten Klischees überhaupt, doch der Inhalt meiner Schublade ist überschaubar. Das liegt hauptsächlich daran, dass mir zwar viele Ideen kommen, ich aber neunzig Prozent davon verwerfe, weil sie mir nicht gut genug sind. Mir fehlt leider die Energie dafür, mehrere große Projekte auf einmal im Hinterkopf zu haben. Man könnte sogar behaupten, dass mir eine neue Idee für ein Großprojekt erst dann kommt, wenn ich mit dem alten abgeschlossen habe. Oftmals werde ich auch durch meinen aktuellen Lesestoff inspiriert. Allerdings hoppeln meine Plotbunnies sehr gerne (und sehr häufig) in Form von Kurzgeschichten vorbei.

So viel steht fest: Alle meine Schubladenhäschen drehen sich um Fantasy, (Psycho)Thriller, Horror/Mystery oder total Absurdes. Auch der, inzwischen wohl legendäre, Blauschimmelkäse Blu war einst nur ein kleines, niedliches Plotbunny. 🙂

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Dranbleiben. Nicht aufgeben. Die meisten AutorInnen haben bestimmt schon diesen Moment erlebt, wenn die anfängliche Energie verpufft ist und das Tal der Tränen folgt, durch das man sich kämpfen muss. Ich lasse mich viel, viel, VIEL zu sehr davon beeinflussen, denke, dass alles, was ich schreibe, gequirlter Mist ist, die Idee miserabel und ich selbst absolut unfähig. Diverse, (eventuell) vielversprechende Manuskripte sind auf diese Weise bei ca. 10.000 – 20.000 Wörtern schon in der Ablage gelandet. Mein einziger Trost: Das meiste davon ist „nur“ Fanfiction.

Außerdem muss ich dringend dafür sorgen, dass ich weniger prokrastiniere. Ich lasse mich ziemlich schnell ablenken … 😀

Hast du eine Schreibroutine?
Ich hätte so furchtbar gerne eine Schreibroutine … Während einer längeren Krankheitsphase vor ein paar Jahren habe ich es geschafft, jeden Morgen zu schreiben, doch kaum ging es wieder mit dem Brotjob los, war es damit vorbei (Morgenmuffel vom Dienst). Überhaupt frisst der Brotjob so viel von meiner Energie, dass mir die abends oft fehlt und ich mich doch nicht mehr ans Manuskript setze, obwohl alles in mir danach schreit. Die Work-Life-Write-Balance habe ich definitiv noch nicht auf die Reihe bekommen. Wer Tipps hat, die nicht „früher aufstehen“ lauten, immer gerne her damit!

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Glaube an dich selbst. Es ist völlig egal, was andere dazu sagen, dass du schreibst. Es ist völlig egal, ob scheinbar nur dein Deutschlehrer daran glaubt, dass du schreiben kannst (Danke, Herr H.). Gib nicht auf, lass nicht zu, dass das Leben dich am Schreiben hindert. Spring über deinen Schatten und traue dich, unangenehm zu sein. Du musst nicht jedem gefallen. Du musst nicht perfekt sein. Wichtig ist, dass du dir selbst gefällst.

 

Motivation

 

Jörg Neidhardt

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Früher hätte ich sofort J. K. Rowling gesagt und nichts weiter. Die Harry Potter-Reihe hat meine Jugend geprägt und ich verdanke ihr viel. Ich bewundere auch immer noch das Worldbuilding und all die versteckten Hinweise, die fünf Bücher später erst relevant werden.

Inzwischen hat sich der Kreis der Menschen, die mich motivieren und inspirieren, aber deutlich erweitert. Meine Writing-Buddy-Gruppe (Brainstormers olé!). Die unglaublich engagierten Nornen im Nornennetz. Und, last but not least: Die Freunde, die ich durch das Kölner Schreibnachttreffen gefunden habe. Ich hab euch sehr lieb!

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Eines Tages möchte ich in die Buchhandlung meiner Heimatstadt gehen und mein Buch dort liegen sehen. Diesen Traum habe ich, seit ich klein bin, und ich werde ihn mir erfüllen.

Außerdem möchte ich mittel- bis langfristig nur noch halbtags dem Brotjob nachgehen (und damit mein Einkommen sichern) und die andere Hälfte Autorin sein. Nur Zuhause am Schreibtisch sitzen (oder wo auch immer ich – allein – schreibe), würde mich zermürben. Gerade als introvertierte Person würde ich schnell dazu neigen, mich einzuigeln und das will ich nicht. Meine Kreativität lechzt nach Eindrücken, die ich nur am Schreibtisch nie finden werde.

Und ein weiteres Ziel ist mir erst in den letzten Monaten bewusst geworden: Ich würde mich wahnsinnig darüber freuen, wenn meine Kinder mein Buch lesen und es nicht mehr aus der Hand legen können. Aber das ist noch ferne Zukunftsmusik.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Mein schönster Moment war bislang der, die Zusage für „Dark Islands“ im Mailpostfach zu finden. Dicht gefolgt davon, die gedruckte Anthologie tatsächlich in Händen zu halten. Es fühlte sich so unwirklich und gleichzeitig unglaublich an, ein leibhaftiger Beweis, dass ich mir das alles nicht bloß eingebildet habe! Toll war auch die FBM 2018, auf der ich viele liebe AutorInnen kennenlernen durfte.

Doch auch der Autorenalltag birgt viele kleine, nicht minder schöne Momente. Wenn mir gesagt wird, meine Charaktere seien authentisch, dass man mit ihnen mitfühlt, oder schlicht und ergreifend, dass ich nicht ständig so fiese Cliffhanger einbauen soll. Muhaha!

 

Eine kleine Kostprobe…

Wie bereits erwähnt, ist #ProjektToKi noch nicht sooo weit, aber eine Szene aus dem ersten Kapitel möchte ich euch sehr gerne zeigen. Achtung, Rohfassung im Anmarsch! 😉

„Blöde Unratten”, murmele ich und untersuche weiter meine Decke. Zumindest scheinen sie nicht darauf gepinkelt zu haben. Mit Kötteln kann ich leben, doch bei Pisse hört der Spaß auf. Ich stecke die Decke unter meinen Mantel, um sie ein wenig aufzuwärmen und greife tiefer in die Nische im Brückenpfeiler hinein. Ein paar Äste und Zweige stecken noch dort drin, bei den beiden Feuersteinen, die, neben meinem Mantel, mein wertvollster Besitz sind. Ich schichte die Zweige genau zwischen Brücke und Bordstein auf, sodass sie wie ein spitz zulaufendes Haus aussehen, nehme die Feuersteine und schlage sie dreimal gegeneinander. Die aufstiebenden Funken sind so hell, dass ich kurz meine Augen zusammenkneife. Das Resultat ist ein minimal prasselndes Feuer, das nur deswegen am Leben bleibt, weil es durch Feuersteine entfacht wurde.

Ich breite meine Decke aus, lehne mich gegen die Brückenwand und ziehe meine Beine zur Brust. Heute ist einer dieser Tage, an denen ich mich am liebsten verkriechen würde. Das ist in einer so großen Stadt wie Marosk schwierig, aber nicht unmöglich. Wer verschwinden will, schafft das in der Regel. Doch es besteht ein großer Unterschied darin, lediglich untertauchen zu können oder sich auf Dauer erfolgreich zu verstecken.

Ein Rascheln lässt mich aufschrecken. Hastig sehe ich mich um.

„Oh. Hallo, Schmu.”

Schmu tapst auf mich zu, reckt ihre Nase in die Höhe und schnuppert.

„Nein, ich habe leider nichts zu fressen für dich.”

Die Nase der Felsenkatze senkt sich wieder, als ich ihr die Hand hinhalte und sie ihren knochigen Kopf daran reibt. Ihr nachtschwarzes Fell glänzt im Schein des Feuers und ihr langer Schwanz legt sich um meinen Arm, als wollte sie ihn nie wieder loslassen. Sanft streichle ich über ihren Rücken, den sie zufrieden durchstreckt. Ein heiseres Mauzen entweicht ihren Schnurrhaaren und nur wenige Sekunden später hat sie es sich auf meinen Oberschenkeln bequem gemacht.

„So kann ich aber nicht schlafen. Das weißt du.”

Schmu brummt leise. Das konnte sie schon immer gut. Seit ich ihr vor drei Jahren zum ersten Mal begegnet bin. Ich habe Damira damals von Schmu erzählt – ich nenne sie so, weil sie gerne schmust – und sie erzählte mir, dass es ein Zeichen großen Vertrauens sei, wenn eine Felsenkatze in deiner Gegenwart brummt. Wer weiß – hätte ich Schmu damals nicht vor dieser schrecklichen Unratte gerettet, wären wir einander vielleicht niemals begegnet. Eine traurige Vorstellung.

Ich muss mich bewegen und riskieren, dass Schmu deswegen sauer auf mich ist. Tatsächlich faucht sie kurz und versenkt ein Stück weit ihre Krallen in meine Oberschenkel, doch als ich die Decke über uns beide ziehe, legt sie sich neben mich und fängt wieder an zu brummen. Ich kann nicht anders – ich muss lächeln. Und schlafe nach wenigen Minuten ein.

 


Katrin Biasi

 

Die Anthologie „Dark Islands“ kann über amazon* bestellt werden.

 

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Ricarda Howe #ProjektArbeitstitel

Ricarda Howe #ProjektArbeitstitel

Ricarda Howe #ProjektArbeitstitel

Eine weitere ganz liebe Autorin kennt ihr vielleicht schon von 9lesen? Falls nicht, wird es höchste Eisenbahn: Ricarda Howe bei #ProjektArbeitstitel!

Foto (c) Dieter Düvelmeyer

Ich bin schreibsüchtig.

Wenn ich morgens aufwache, schlage ich mein Notizbuch auf und schreibe die Morgenseiten. Das ist eine Art automatisches Schreiben: Der Stift flitzt über das Papier, ohne abzusetzen.

(Übrigens eine tolle Methode, um Schreibblockaden zu durchbrechen.)

Ohne Stift gehe ich nicht aus dem Haus. Eigentlich logisch, dass ich auch beruflich mit Worten jongliere: zuerst in der Werbung, dann in der Unternehmenskommunikation, jetzt als freiberufliche Kommunikationsstrategin und Autorin.

Aber es hat ewig gedauert, bis ich mich traute, meiner eigenen Schreibstimme zu folgen.

Mit 37 Jahren begann ich eine Autorenausbildung im Schreibhain Berlin.

Jetzt lebe ich meinen Traum, schreibe meinen ersten Roman und blogge über dieses Abenteuer.

 

Live on Mars und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Drei Jahre schreibe ich schon an meinem Debütroman. Der Arbeitstitel lautet: „Live on Mars“. Es ist ein Science Thriller über die erste bemannte Marsmission.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Ich hätte nicht gedacht, dass es so lange dauert, einen Roman zu schreiben. Die Rohversion steht. Jetzt raufe ich mir beim Überarbeiten der 430 Seiten wortwörtlich die Haare. Perfektionismus ist auch eine Form der Schreibblockade, oder? Mein Ziel ist es, mein Manuskript  dieses Jahr veröffentlichungsreif zu machen, damit ich es nächstes Jahr Agenturen anbieten kann.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ideen habe ich so viele wie Sterne im Universum. Meine Herausforderung ist, diesen verdammten ersten Roman endlich zu Ende zu bringen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Der eigene Anspruch. An meinem Bildschirm klebt ein Zettel: „80% sind genug!“ Doch was kann ein kleiner Zettel gegen quälenden Perfektionismus ausrichten?  Es ist kurios: Bei meinen Auftragstexten weiß ich, wann ein Text fertig ist. Bei meinen Roman fehlt mir das Selbstvertrauen.  Will das überhaupt jemand lesen?

Zum Schreiben gehört offenbar auch Mut.

Ab Oktober hole ich mir daher Unterstützung durch einen Profi: Ich investiere in ein Lektorat, auch wenn das finanziell echt schmerzt.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich habe mir ein Schreibzimmer gemietet, in das ich vier Vormittage in der Woche gehe und schreibe. Da ich meinen Roman nebenberuflich schreibe, brauche ich feste Termine fürs Schreiben. Aber mindestens genauso wichtig ist für mich ein eigener Schreibort. Der Mietvertrag fürs Schreibzimmer läuft noch bis Ende Oktober. Ich hoffe, dass er verlängert wird. Denn in Berlin sind bezahlbare Orte für kreatives Arbeiten leider rar geworden.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Schreiben macht glücklich. Aber nur, wenn Du regelmäßig schreibst. Wenn Du einen Roman schreiben willst, setze von Anfang an Prioritäten – durch feste Schreibzeiten und einen eigenen Schreibort.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich bewundere alle Autorinnen und Autoren, die vom Schreiben leben können. Wow!

Inspirieren lasse ich mich von allen, die schreiben, obwohl sie damit (noch) kein Geld verdienen – die morgens um 5 Uhr aufstehen oder um Mitternacht den Rechner anschalten oder im Brotjob auf Teilzeit gehen oder den Urlaub investieren, um zu schreiben.

Ich bin so froh, dass es euch gibt!

Mich motiviert der persönliche Austausch mit anderen Autor*innen: in Autorengruppen, auf Buchmessen, LiteraturCamps, literarischen Stammtischen und auf Twitter. Auch Dein #ProjektArbeitstitel hilft, sich im Autorenleben zu verorten und voneinander zu lernen.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Traum: Bestseller-Autorin. Und natürlich würde ich gern, wie meine Roman-Heldin, zum Mars fliegen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das Glitzern in den Augen des Publikums, als ich das erste Mal aus meinem Romanprojekt vorlas – dieser Moment war magisch.

 

Eine kleine Kostprobe…

Die Minuten waren abgelaufen. Auf dem Helmdisplay blinkten die Sekunden: neunundfünfzig, achtundfünfzig, siebenundfünfzig …

Elena trat in die Ausstiegsluke der Landekapsel. Am Ende der Leiter warteten rotbrauner Sand und spitzes Geröll auf ihren Fußabdruck. Ein großer Schritt für die Menschheit hatte Armstrong damals auf dem Mond gesagt. Dann war die Geschichte stehen geblieben und die Menschen drehten sich im Orbit um sich selbst, statt neue Welten zu betreten.

Das sollte sich heute ändern. Sie sollte es ändern. Sie, die Jüngste im Team. Sie hätte mehr Zeit gebraucht, sich vorzubereiten – auf den größten Moment ihres Lebens, den sie vorhin beim Frühstück gewonnen hatte.

Noch fünfzig Sekunden.

„Mein Leben ist ein Countdown“, dachte Elena laut.

„Das ist das Los einer Heldin“, scherzte Scott, woraufhin Jewgeni und Mae-Lin lachten. Die Raumanzüge stießen aneinander. Elenas Kollegen drängten sich dicht hinter ihr, um zuzusehen, wie sie Geschichte schrieb.

Das Los einer Heldin – war das ein Scherz oder bereute Scott seinen Vorschlag? Laut Plan sollte er der erste Mensch auf dem Mars sein und nicht sie. Er war ihr Kommandant. Die ganze Welt kannte seine Verdienste und Schicksalsschläge. Seine Biografie „Black Astronaut“ stand auf den Bestsellerlisten. Dafür hatte die Marsagentur mit einer weltweiten Kampagne gesorgt. Würde Mission Control darüber lachen, dass er sein Privileg in den Hut geworfen hatte? Würde die PR- und Medienabteilung fluchen, weil sie die Ausstiegsreihenfolge neu ausgelost hatten? Es hing davon ab, wie der große Chef reagierte.

Vierzig Sekunden.

Und davon, dass sie es nicht vermasselte. Die Stufen der Leiter waren schmal und die Stiefel ihres Raumanzugs klobig. An das Gewicht ihres Köpers hatte sie sich noch nicht wieder gewöhnt.

„Zittern eure Beine auch?“, fragte sie ihre Kollegen.

Zwanzig Sekunden.

„Ich kann gern für dich einspringen, Wackelpudding“, antwortete Jewgeni.

„Das erträgt dein Ego wohl nicht“, konterte Mae-Lin. „Eine Frau als Erste auf dem Mars …“

 


Ricarda Howe

 

Bisher steht keine Veröffentlichung in den Startlöchern.

 

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Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Heute bei #ProjektArbeitstitel: Strahlefrau Janina (Flukke)

Hallo ich bin Janina, aber die meisten werden mich eher als Flukke auf Social Media kennen.

Ich schreibe vor allem Fantasy.

Ich schreibe eigentlich seit ich meinen ersten selbst ausgedachten Satz in der zweiten Klasse geschrieben habe.

Es war ein überwältigendes Gefühl zu wissen, dass ich etwas aus dem Nichts erschaffen konnte, um es mit der Welt zu teilen. Geschichten habe ich mir schon immer ausgedacht und Freunden erzählt. Ich fand es aber schade, dass all diese Abenteuer, Gefühle und Figuren nur für den Moment existieren. Darum entschied ich irgendwann, dass ich es aufschreiben möchte, um meine Geschichten langlebiger und für andere Menschen zugänglich zu machen.

Bis jetzt habe ich noch nichts veröffentlicht.

 

Sonne und Mond und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Mein Hauptprojekt ist eine High Fantasy Trilogie mit dem Arbeitstitel „Sonne und Mond“. Die Protagonistin Zoe gelangt durch einen Traum in den Besitz eines magischen Medaillons. Ihr wird vorgeworfen es  der unsterblichen Königin gestohlen zu haben und mit einem gefürchteten Magier zusammenzuarbeiten. Durch unglückliche Umstände gerät Zoe durch ein Portal in eine andere Welt, wo ihr wegen ihres vermeintlich begangenen Verbrechens die Todesstrafe droht. Doch dann erscheint eben dieser schwarze Magier und stiehlt das Medaillon. Zoe bekommt eine zweite Chance ihre Freiheit zu erlangen und zurück in ihr altes Leben zu ihrer Familie und ihren Freunden zu kehren, wenn sie den Dunklen Meister findet und das Medaillon zurückbringt.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Projekt „Sonne und Mond“ beschäftigt mich nun schon viele Jahre. In dieser Zeit habe ich mich sowohl handwerklich, als auch geistig enorm weiterentwickelt und entsprechend oft überarbeitet, angepasst und neugeschrieben. Ich denke ich bin jetzt endlich an einem Punkt, an dem ich Band 1 beenden kann und hoffe dies bis zum Ende diesen Jahres zu schaffen und mit der Überarbeitung starten zu können. Vermutlich werde ich mich dann sofort an den zweiten Teil machen, bevor ich den ersten Veröffentliche, weil sonst einfach die Abstände zwischen den Veröffentlichungen viel zu lang werden könnten. Ich dachte früher immer, dass ich mir dann einen Verlag suchen würde, bin mir darüber aber nach vielen Gesprächen mit Selfpublishern nicht mehr so sicher. Momentan tendiere ich tatsächlich sogar ein bisschen mehr in Richtung Selfpublishing. Was ich aber ganz sicher weiß ist, dass ich unter meinem echten Namen veröffentlichen möchte.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe noch eine Menge angefangener Geschichten, von denen mich einige nicht vollständig loslassen. z.B eine düstere Fantasygeschichte mit Sirenen und Riesenkraken. Außerdem schreibe ich noch mit einer Freundin in Kooperation an einer Urban Fantasy Reihe mit Vampiren, Vampirjägern, Hexen und Werwölfen voller Dramen und Intrigen, deren Umfang und Komplexität völlig eskaliert ist.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ideen kommen mir eigentlich immer sehr schnell und nehmen auch schnell Form an. Ich liebe es Dialoge zu verfassen, aber sobald es in Richtung Beschreibungen geht stockt es einfach schnell und ich muss mich ziemlich durchbeißen. Ich mache mir auch zu viele Gedanken über den Ausdruck und bleibe dann schnell an einer Formulierung hängen, weil ich mich so schwer von dem Gedanken lösen kann, dass ein Text beim ersten Versuch perfekt sein muss. Außerdem glaube ich, dass ich ziemlich schlecht im Bewerben meiner Geschichten bin; vermutlich weil sich so viel geändert hat.

Hast du eine Schreibroutine?
Da ich Vollzeit arbeite verwende ich die meiste Freizeit aufs Schreiben, wobei dann die meiste Zeit an der gemeinsamen Vampirreihe mit meiner Freundin gearbeitet wird, da wir ja gemeinsam anwesend sein sollten. An „Sonne und Mond“ arbeite ich meist so gegen Mitternacht, denn ich bin eine Nachteule, bis ich ins Bett muss. Dann plane ich meist ein paar Szenen bis ich einschlafe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Hinterfrage die Motive und Beweggründe deiner Figuren vor dem letzten Kapitel, auch wenn dir die Geschichte stimmig erscheint, sonst fängst du nämlich kurz vor Schluss von vorne an.

Wie ist es, gemeinsam ein Buch zu schreiben?
Ich empfinde es als sehr anders gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. Man muss viel mehr planen und selbst dann interpretiert der andere eine Szene vielleicht anders als man es selbst getan hätte und man muss wieder besprechen welche Variante die bessere ist. Dafür kann man über einen viel längeren Zeitraum Schreiben ohne zu ermüden, weil man immer wieder Pausen hat, in denen der andere schreibt. Und es ist möglich eine ganz andere Vielfalt von Charakteren zu haben. Auch die Komplexität einer Geschichte kann durch eine Zusammenarbeit zunehmen und Logikfehler fallen etwas schneller auf, da man quasi sofort Rückmeldung bekommt, von jemandem, der alle Facetten der Handlung kennt.

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich motiviert und inspiriert es ehrlich gesagt grundsätzlich, wenn ich mitbekomme, dass jemand ein Buch geschrieben und veröffentlicht hat. Das spornt mich jedes mal an weiter zu schreiben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Wunsch wäre es in erster Linie vom Schreiben leben zu können, um einfach noch mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Das aktuelle Ziel ist aber erst mal etwas zu veröffentlichen und möglichst vielen Menschen mit meinen Geschichten ein paar schöne Stunden zu verschaffen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das gesamte letzte Jahr steckte voller toller Autorenmomente, die ich nicht wirklich gegeneinander aufwerten kann. Seit ich in der Buchcommunity unterwegs bin habe ich so viele wundervolle Menschen kennengelernt und Freunde dazugewonnen. Außerdem werde ich langsam als Autorin wahrgenommen und sogar mein privates Umfeld beginnt dies ernstzunehmen und zu unterstützen.

 

Eine kleine Kostprobe…

 

Ganz langsam gewöhnten sich ihre Augen wieder an die nächtliche Beleuchtung. Neugierig, aber vorsichtig ging Zoe zu der Stelle, an der die kämpfenden Kreaturen verschwunden waren. Es war keine bewusste Entscheidung ihrerseits, eher ein Gefühl, dass sie leitete. Ihre Beine waren noch etwas wacklig und ihr Puls erhöht. Freudige Erwartung wandelte steigerte sich mit jedem Schritt mehr und mehr in Euphorie. Sie erwartete Schmauchspuren oder einen kleinen Krater zu finden, doch nichts dergleichen war zu finden. Nicht einmal Hinweise auf einen Kampf waren dort. Stattdessen lag dort ein goldenes Medaillon.

Ohne zu zögern hob Zoe es auf. Sofort durchfuhr ein angenehmes Kribbeln, ausgehend von ihren Fingerspitzen, ihren gesamten Körper. Mit geschlossenen Augen ließ sie sich von diesem Gefühl durchströmen bis sie vollständig davon erfüllt war. Es war angenehm warm, beruhigend und doch belebend. Zoe schloss die Finger fester um den glänzenden Anhänger. Er pochte; leise, wie ein zaghafter Herzschlag.

In diesem Moment krähte ein Rabe in den Bäumen über ihr und riss sie aus ihren Gedanken. Suchend schaute sie sich nach dem Vogel um, während sie mit dem Daumen über die filigran verzierte Oberfläche strich, bis einen kleinen Knopf berührte. Der Rabe auf dem Ast tänzelte unruhig hin und her. Er schien sie erwartungsvoll zu beobachten. Nachdenklich schaute Zoe zwischen ihm und dem Schmuckstück in ihrer Hand hin und her. Dann öffnete sie es mit leisem Klicken, woraufhin der Rabe aufgeregt krächzte und mit den Flügeln schlug, bevor er sich kraftvoll vom Baum stieß und davon flog.

 


Janina (Flukke)

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung in den Startlöchern.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Melanie Henning #ProjektArbeitstitel

Melanie Henning #ProjektArbeitstitel

Melanie Henning #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich so sehr über all die kreativen Seelen, die ich durch diese Blogreihe besser kennen lernen darf. Heute bei #ProjektArbeitstitel: Melanie Henning!

Hallo! Ich bin Melanie / @federschwarzes und ich schreibe Fantasy. Momentan arbeite ich an meinem Debüt. Eigentlich wollte ich dafür ja mein Herzprojekt beenden, was mich seit rund zehn Jahren begleitet.

Eines Tages wachte ich auf und hatte dieses Buch in meinem Kopf. Seitdem ist viel passiert – ich bin mehrfach umgezogen, habe das Studium beendet, geheiratet und zwei Kinder bekommen. Nur das Buch wurde bisher nicht geschrieben. Und vermutlich muss es noch ein wenig länger warten, denn mittlerweile haben sich die Pläne fürs Debüt etwas geändert – eine andere Geschichte hat sich quasi vorgedrängelt.

Neben dem Schreiben versuche ich derzeit, als Texterin für Babythemen in verschiedenen Online Redaktionen Fuß zu fassen.

 

Die verschwundenen Frauen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Aktuell schreibe ich an einem gesellschaftskritischen Urban Fantasy Roman mit dem Arbeitstitel „Die verschwundenen Frauen.“ Im Kern geht es darum, dass Sprache Wirklichkeit schafft. Studien zeigen, wie wichtig gendergerechte Sprache ist. „Arzt“, „Bäcker“, „Student“ – na, welche Person taucht da vor eurem inneren Auge auf? Schon Kindergartenkinder denken bei „Feuerwehrmann“ automatisch an einen Mann / eine männlich gelesene Person.

Frauen und weiblich Gelesene fühlen sich beim generischen Maskulinum nicht automatisch mitgemeint und genau diese Thematik bildet die Grundlage zu „Die verschwundenen Frauen“. Denn wovon wir nicht sprechen, verschwindet aus den Köpfen der Menschen. Was wäre, wenn die Frauen nicht nur aus den Köpfen, sondern auch ganz real aus dem Leben verschwänden? Das passiert meiner Protagonistin Jen und zusammen mit dem Geschichtsprofessor Mario versucht sie, das Rätsel zu lösen.

Dunkelmond

Neben den verschwundenen Frauen gibt es natürlich noch mein Herzprojekt mit dem (vorläufigen) Titel „Dunkelmond“. Der Name verrät es vielleicht schon, es handelt sich um High Fantasy. Eine düstere Prophezeiung droht, das Leben der Herrscherin zu beenden. Thaliona, ihres Zeichens Mündel der Herrscherin, setzt alles daran, die „friedfertige Fürstin“ zu beschützen. Magie, Dämonen, eine Hexe, ein Kindsgott mit Amnesie und natürlich der Kampf zwischen Gut und Böse warten auf euch. Und vielleicht auch die Erkenntnis, dass nicht alles immer nur schwarz und weiß ist und sich in Schubladen einordnen lässt.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Leider ist eine Veröffentlichung noch in weiter Ferne. Aber ich habe beschlossen, nächstes Jahr auf der Leipziger Buchmesse mit Debüt zu erscheinen! Welches der beiden großen Projekte das sein wird, habe ich noch nicht entschieden. Vermutlich aber die verschwundenen Frauen, da ich mich mit diesem Projekt auch auf ein Autorenstipendium bewerben möchte.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Zwei Kinderbücher: ein queerfeministisches Vorlesebuch für Kleinkinder, was noch nicht näher ausgearbeitet ist und eine Vorlesegeschichte für Kinder im Alter von 4-7. Es erzählt die Geschichte von „Sigfrech, dem allerkleinsten Räuberdieb“ und wird definitiv meinem ersten Sohn gewidmet werden. Der hat sich die Story nämlich ausgedacht, ich bin nur die Verfasserin. 😉

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ideen habe ich einige, an Zeit mangelt es mir jedoch. Mit zwei kleinen Kindern und einem Hund ist Zeit halt immer Mangelware. Außerdem merke ich, dass ich seit Jahren nicht geschrieben habe und somit habe ich viel Handwerkszeug aufzuholen. Glücklicherweise gibt es das Internet, gute Freund*innen und tolle Betreuungspersonen für meine Kinder, so dass ich Wissen nachholen kann und hoffentlich ab September mehr Zeit für regelmäßige Schreibsessions haben werde.

Hast du eine Schreibroutine?
Momentan schreibe ich meistens nachts, wenn meine Familie schläft. Als Nachteule kann ich in der Zeit von 22 – 4 Uhr morgens am besten arbeiten. Dummerweise habe ich zwei Lerchenkinder, die um 6 Uhr auf der Matte stehen. Schreibnächte sind also sehr rar gesät, denn allzu oft kann ich das so natürlich nicht machen. Ab September sind beide Kinder von 8-14 Uhr betreut, dann werde ich meine Schreibzeit auf Vormittags verlegen. Ich hoffe, dass meine Kreativität mich dann nicht im Stich lässt. 😉

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Hör. Nicht. Auf. Du brauchst die Geschichten wie eine Meerjungfrau das Wasser. Es wird Zeiten geben, in denen du selber nicht mehr weißt, wie wichtig dir Bücher sind. Gerade dann schreib weiter. Hör nicht auf. Niemals. (Ich wünschte, ich hätte mich selbst besucht. Hat jemand schnell einen Zeitumkehrer für mich?)

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Meine Freundin Annette Juretzki, die ich noch aus dem Studium kenne. Sie hatte eigentlich immer einen Stift in der Hand und eine Geschichte im Kopf und jetzt ist sie dabei, ihren dritten Roman zu schreiben. Das motiviert mich ungemein, es zeigt mir, dass Durchhalten sich lohnt. Außerdem würde ich zu gern mal mit Kathrin Ills einen Kaffee trinken gehen – ich liebe ihre Youtube Videos. Und natürlich der beste aller Ehemänner, der mir zwar nur bedingt beim Plotten hilft, aber mir den Rücken frei hält, damit ich meinen Traum verwirklichen kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Ziel: Bis zur LBM20 möchte ich ein fertiges Manuskript von Dunkelmond in den Händen halten. Außerdem möchte ich mich mehr vernetzen und auf LitCamps gehen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als die Dozentin im kreativ Schreiben Kurs mir beim Vorlesen einer Textstelle mit leuchtenden Augen an den Lippen hing und hinterher „Ach, SCHÖÖÖÖN“ seufzte. Das hat gut getan. Und heute, als ich zwei Teenagern von den verschwundenen Frauen erzählt habe und sie beide instant mit leuchtenden Augen eine Erstausgabe vorbestellten. Jetzt muss ich es ja nur noch schreiben, hm? 😉

 

Eine kleine Kostprobe…

Klar, hier ist eine Szene aus Dunkelmond. 🙂

Heißer Schmerz duchzuckte Wendala. Sie machte sich einen Spaß daraus, streichelte seinen Nacken, kitzelte ihn spielerisch an der Seite. Er spürte, wie er sich verwandelte. Schuppen überzogen seinen Körper dort, wo sie ihn berührt hatte. Sehnen zogen sich zusammen, formten eine groteske schiefe Gestalt. Knochen brachen und wuchsen wieder zusammen. Wendala schrie.

Der ehemals schlanke Bauch blähte sich auf und ein Geruch von Fäulnis umgab ihn plötzlich. Seine Haare fielen büschelweise zu Boden und er wurde fast ohnmächtig, als sich zwei gedrehte Hörner auf seinem nunmehr kahlen Schädel erhoben und die Kopfhaut aufrissen. Blut tropfte herab. Es kümmerte sie nicht.

Sie benötigte sein Blut nicht, was sie wollte, war sein Lebenswille. Dieser unbändige Wille zu Leben, zu empfinden, zu fühlen – das war es, was sie nährte, nicht jene Körperflüssigkeit, die fälschlicherweise als Lebenssaft verschrien war.

Ein Körper konnte ohne Blut überleben, solange der Wille stark war, das wusste sie. Es kam auf den Geist an. Sie ernährte sich davon, von all den Gefühlen, der Angst, der Qual, dem Schmerz. Sie entzog ihren Opfern jegliche Hoffnung, brachte sie durch Manipulationen dazu, ihr zu glauben und verwandelte einen nach dem anderen in jene bedauernswerten Kreaturen, die kein Quäntchen Glück mehr empfinden konnten.

Dämonen wie in den Schauermärchen, die kleinen Kindern erzählt wurden, damit sie nicht zu tief in den Wald gingen. Welche Gestalt ihre Opfer annahmen, kam ganz auf deren Wesen an. Stolze Krieger wurden oftmals zu dämonische Katzenwesen, loyale Soldaten verwandelten sich in Höllenhunde.

Die eher verschlagenen unter ihnen, die Söldner und Diebe, wurden oft zu schlangenartigen Reptilien. Aber auch zwergenhafte Gestalten kamen ans Licht, Figuren mit verdrehten Leibern und grotesk geformten Klauen. Vertrocknete Krieger mit ausdruckslosen Gesichtern fanden sich ebenso wie Wesen, dessen Wunden ewig weiter bluteten.

Sie alle verfügten über ledrige Haut und wehrhafte Klauen. Und noch nie hatte einer seine Flügel bei der Verwandlung behalten. Bis auf ihn. Wendala. Die großen engelsgleichen Flügel waren verschwunden, die Federn hatten sich in Asche verwandelt. Zurück blieben große Schwingen, die mit einer ledrigen Haut überzogen waren. Sie quietschte vor Entzücken und ein Gefühl von Euphorie durchzuckte sie.

„Du bist mein Meisterstück!“ rief sie. „Du wirst ihr Anführer werden!“ Sie klatschte vor Freude in die Hände. Noch war er schwach, aber schon bald würde er sich von den Strapazen der Verwandlung erholt haben. Und dann würde sie Nichts und Niemand mehr aufhalten können, das wusste sie. Sie lockerte den Zauber.

Er würde ihr nichts mehr anhaben, das sah sie in seinen Augen. Dunkel und nahezu ebenso hasserfüllt wie die ihren waren sie. Aber hinter dem Zorn konnte sie bedingungslose Ergebenheit spüren. Dieser Hass galt nicht ihr, das wusste sie. Von nun an würde er ihr gehören und ihr Schoßhündchen sein.

„Verneige dich vor mir! Schließlich bin ich deine Göttin!“ zischte sie und der ehemals so stolze Krieger ging wortlos in die Knie. Sie lächelte. »Nun geh. Flieg zu den anderen und verbreite Chaos und Unheil, mein Freund.«

 


Melanie Henning

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung in den Startlöchern.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Anabelle Stehl #ProjektArbeitstitel

Anabelle Stehl #ProjektArbeitstitel

Anabelle Stehl #ProjektArbeitstitel

Die meisten von euch kennen Anabelle vermutlich von ihrem tollen Blog oder ihren interessanten Videos. Aber wusstest ihr, dass Anabelle auch schreibt?

Hey! Ich bin Anabelle und schreibe – typische Autorenantwort – schon immer. Meine erste vollendete Geschichte habe ich in der Grundschule geschrieben. Sie handelt von einer Schnecke, deren Haus bemalt wurde, wodurch sie gehänselt und aus ihrem Schneckendorf vertrieben wurde. Spoiler: Entgegen des dramatischen Anfangs hat die Geschichte ein Happy End.

Leider wurde sie nicht veröffentlicht, weshalb ich gerade an der Veröffentlichung meines New-Adult-Projekts arbeite. Für gewöhnlich schreibe ich Fantasy und Science-Fiction und habe hier bereits mehrere Bücher geschrieben, die ich aber alle noch einmal überarbeiten würde, bevor ich versuche, sie zu veröffentlichen.

Eine New Adult Geschichte und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Gerade schreibe ich, wie schon gesagt, an einem New-Adult-Projekt. So viel mag ich gar nicht darüber erzählen, außer, dass ich darin Themen anspreche, die mir sehr wichtig sind und die mich seit meiner Jugend, aber auch noch heute, sehr beschäftigen und geprägt haben.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Aktuell habe ich 25.000 Wörter und wollte das Projekt bis Oktober beenden. Leider habe ich den Blog und die Arbeit ein wenig unterschätzt, aber dieses Jahr wird es auf jeden Fall noch fertig!

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Zu viele. Ein Projekt, das ich gerne überarbeiten würde, ist eine Urban-Fantasy-Trilogie, in der Bücher, luzides Träumen und griechische Mythologie eine große Rolle spielen. Das Buch, das ich begonnen habe und dessen Geschichte schon am längsten in mir wohnt, ist ein Science-Fiction-Projekt. Die ersten 180 Seiten sind auch bereits geschrieben und ich freue mich, die Geschichte noch fertigerzählen zu können.

Außerdem schlummern da etliche lyrische Texte – insbesondere aus der Zeit, in der ich in Irland gelebt habe – aber ich weiß nicht, ob ich mich jemals traue, die zu publizieren.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Mir die Zeit zum Schreiben zu nehmen. Sobald ich die habe, bin ich noch nie auf Probleme gestoßen. Leider haben Arbeit, Blog und Instagram häufig Vorrang, da dort aktuell wahnsinnig viel passiert und die Erfolge im Gegensatz zum Schreiben zeitnah absehbar sind, sodass ich dem Schreiben oft erst danach Raum gebe – dann, wenn ich eigentlich schlafen sollte. Aber da arbeite ich dran.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe, wie oben schon angedeutet, abends, wenn alle anderen To Dos erledigt sind. Das mag nicht besonders schlau sein, aber erst dann habe ich den Kopf wirklich frei.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Lies nicht alles hundertmal, lösch nicht so viel, schreib einfach. Man entwickelt sich beim Schreiben so sehr weiter, dass es – insbesondere direkt am Anfang – gar nicht auf Perfektion ankommt. Der Spruch „Don’t Compare Your Chapter 1 To Someone Else’s Chapter 20“ passt hier ganz gut. Zeit zum Überarbeiten ist immer. Und Schreiben ist nie umsonst. Egal, ob es veröffentlicht wird, egal, ob es – subjektiv gesehen – schlecht ist, das ist alles Teil des Prozesses.

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Laura Kneidl, Bianca Iosivoni und Marie Graßhoff, weil sie die beste Schreibtruppe der Welt sind, unfassbar ehrgeizig, professionell, kreativ – und einfach rundum wundervoll. Ansonsten natürlich Lieblingsautoren wie Patrick Rothfuss und Goethe, die mich sowohl von ihrem Schreiben als auch von ihrem sonstigen Wirken her inspirieren.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Jemandem das geben zu können, was Bücher mir gegeben haben. Durch meine Bücher mehr Raum für Toleranz und Selbstakzeptanz zu schaffen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich freue mich über jedes positive Feedback der Testleserinnen. Und einmal, als ich mich auf dem Blog doch getraut habe, Auszüge der Gedichte zu zeigen, kamen ebenfalls positive Rückmeldungen. Das war toll, weil es mich so viel Überwindung gekostet hatte.

 

Eine kleine Kostprobe…

„Wow, du bist echt mutig.“

Ich stutzte und hätte fast laut aufgelacht. „Glaub mir, das denkst du nur, weil dieser kleine Ausschnitt das Erste ist, was ich dir von mir und meinem Leben erzählt habe.“

Obwohl ich ihre Worte abtat, merkte ich, wie meine Wangen warm wurden. Um die Verlegenheit zu überspielen, nahm ich schnell einen Schluck von meinem Kaffee. Er schmeckte himmlisch.

„Und wenn dein Finger zufällig in Florida gelandet oder hoch nach Alaska gerutscht wäre, dann wärst du jetzt dort?“, fragte Shae. Ich hatte ihr erzählt, wieso meine Wahl auf Colorado Springs gefallen war. Wie ich mir die Karte an der Wand unserer WG-Küche geschnappt und die Augen geschlossen hatte. Und dann solange mit dem Finger über das vergilbte Papier gestrichen war, bis es sich richtig angefühlt hatte. Und er war in Colorado gelandet, etwas unterhalb der Markierung für Denver. Zugegeben, es hätte jede kleinere Stadt in dem Staat sein können, aber als mein Blick auf den kleinen Punkt fiel, der als Colorado Springs gekennzeichnet war, wusste ich einfach, dass es die richtige Entscheidung war. Und mit den Bergen, Seen und Wäldern im Westen hatte es direkt mein Interesse geweckt.

„Alaska war nicht mit auf der Karte, nur noch ein Teil Kanadas“, gab ich zu bedenken. „Aber ja, vermutlich. Wenn meine Ersparnisse es zugelassen hätten.“

„Das ist so cool. Und von deinen Freunden wolltest du niemanden dabeihaben?“

Ich schüttelte den Kopf.

„Ich habe niemandem gesagt, dass ich gehe“, ergänzte ich, als Shae mich fragend ansah. „Nur meiner Mitbewohnerin hab ich einen Zettel auf den Tisch gelegt, dass ich im Urlaub bin.“ Ich grinste schief. „Und selbst sie hat mir direkt geschrieben, ob es ein Scherz sei, und mir erst geglaubt, als ich ihr ein Selfie vom Flughafen geschickt habe. Ich bin sonst nicht besonders abenteuerlustig. Also … so viel zum Mutigsein.“

Shae schüttelte vehement den Kopf, sodass ihre dunklen Locken wild um ihre Schultern flogen.

„Nein, Lia, du siehst das falsch. Wer ist mutiger: derjenige, der ständig ein Abenteuer nach dem anderen erlebt, immer auf Achse ist? Oder die Person, die ihre gewohnte Umgebung und Routine liebt und es dann plötzlich wagt, aus ihr herauszubrechen? Ich glaube, wir Menschen sind alle Gewohnheitstiere. Es kommt einfach nur darauf an, was deine Gewohnheit ist. Die zu durchbrechen, das ist mutig.“

 


Anabelle Stehl

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung in den Startlöchern.

 

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Heute stelle ich euch eine wunderbar vielfältige und engagierte Autorin vor. Außerdem ist sie die treibende Kraft hinter 9lesen. Heute gehört die Bühne von #ProjektArbeitstitel ganz ihr: Andrea Schrader!

Ich bin Andrea Schrader und habe mir das Schreiben zum Beruf gemacht – leider aber noch nicht durch meine Bücher. Meine Brötchen verdiente ich erst als Journalistin, mittlerweile als Online-Redakteurin auf Firmenseite.

Ich bin in der glücklichen Position, halbtags arbeiten zu können, sodass trotz Job und Familie zumindest ein Tag in der Woche Zeit zum Schreiben bleibt. Der ist auch nötig, immerhin sollen auf meine zwei veröffentlichten Fantasy-Bücher noch einige mehr folgen. Der Plan ist ein Buch pro Jahr. 2018 klappte das nicht, da kam das Babyjahr dazwischen. 9lesen hat außerdem viel meiner Zeit verlangt – die Lesung hat sich ja wie von selbst in eine Lesungsreihe entwickelt und bisher ist zum Glück kein Ende in Sicht.

Aber dieses Jahr, spätestens Anfang nächsten Jahres wird mein nächstes Buch erscheinen. Geschrieben habe ich schon immer – aber ich habe lange gebraucht, um mich dazu zu entschließen, das Schreiben auch zum Beruf machen zu wollen. Erst als mir nach ein oder zwei Jahren auf dem Gymnasium klar wurde, dass mein Abi-Schnitt niemals zum Tiermedizin-Studium reichen würde, habe ich den Schritt gewagt und meinen Berufswunsch umorientiert. Eine der wahrscheinlich besten Entscheidungen meines Lebens.

 

Uhrengeschichte und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Der zweite Teil zu meinen „Boten des Schicksals“ – „Die Reiter“ – ist gerade im Lektorat. Die Rohfassung des dritten Teils – „Die Apokalypse“ – habe ich im Juni beendet. Meine beiden Testleser sind schon am Lesen und haben schon einige gute Anmerkungen gebracht, die in die Überarbeitung einfließen werden. Außerdem schreibe ich an meiner Uhrengeschichte (Arbeitstitel). Ebenfalls ein Urban-Fantasy-Projekt, aber mit sehr wenig Magie. Es ist meine erste Ich-Geschichte, die ich schreibe und das erste Mal, dass meine Protagonisten teilweise meine Planung über den Haufen wirft. Ich genieße es aber, ganz in ihren Gedanken abzutauchen und herauszufinden, was sie eigentlich will.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
„Die Boten des Schicksals – Die Reiter“ werden hoffentlich noch dieses Jahr veröffentlicht, spätestens Anfang nächsten Jahres. Da der dritte Teil in der Rohfassung fertig ist, stehen die Chancen gut, dass er schon Ende nächsten Jahres folgen kann. Für die Uhrengeschichte suche ich noch einen Verlag, der sie veröffentlichen will.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Einige! Ich plane noch eine Wolfsgeschichte (Arbeitstitel) und habe dafür schon Kontakt mit dem NABU aufgenommen, damit ich die Wölfe möglichst realitätsgetreu darstellen kann. Außerdem ist mir im Traum ein Pirat erschienen, der leider nichtmehr verschwinden will, bis ich endlich seine Geschichte erzählt. Wahrscheinlich wird das sogar mal ein Manuskript, das im Romantasy-Bereich angesiedelt ist. Diese beiden Ideen sind gerade am präsentesten, aber in meinem Notizbuch stehen noch so einige mehr.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Ein Buch zu veröffentlich reicht nicht – man muss es auch bewerben, damit es gekauft wird. An dem Punkt arbeite ich immer noch an mir. Außerdem ist es immer besser, keinen genauen Veröffentlichungstermin zu geben, wenn noch zu viele Schritte (Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Coverdesign etc.) zu erledigen sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines davon länger braucht als gedacht und sich der VÖ-Termin nach hinten schiebt, ist riesig.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
„Spür den Regen“ habe ich in eine mittelalterliche Welt gesetzt. Die Boten und die Uhrengeschichte spielen in unserer heutigen Welt. Das macht mir mehr Spaß, mein Stil passt eher zu Geschichten, die in der Moderne und nicht im Mittelalter spielen. Bereut habe ich es aber keineswegs, Spür den Regen in das Setting gesetzt zu haben. Ich lerne mit jedem Buch auch ein bisschen mehr über mich. Als ich Spür den Regen geschrieben habe, habe die mittelalterliche Zeit nicht in Frage gestellt. Mittlerweile überlege ich beim Plotten genau, welche Zeit am besten zu der Geschichte passt. Das Setting ist daher der größte Unterschied. Aber auch am Stil ist zu merken, dass ich mich weiterentwickelt habe. Meine nachfolgenden Bücher werden sicher auch wieder einen Unterschied im Stil  zu den Boten und der Uhrengeschichte aufweisen, einfach, weil sich das eigene Schreibhandwerk stetig weiterentwickelt.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Die Werbung! Ich bin einfach keine Rampensau. Ich weiß zwar theoretisch, wie Social Media funktioniert, praktisch denke ich mir aber bei 80% meiner Posts „Interessiert das die Leute wirklich? Kann ich das wirklich so posten?“ und lösche sie dann wieder. Eine gute Freundin hilft mir mittlerweile, meine Kanäle ein wenig auf Vordermann zu bringen und da bin ich ihr unendlich dankbar für! Das Schreiben an sich stellt mich auch manchmal vor Herausforderungen – vor allem, wenn die Zweifel wieder überhand nehmen. Sich dann trotzdem hinzusetzen und durchzubeißen, bis die Zweifel wieder der Begeisterung für die Geschichte weichen, ist jedes Mal wieder eine Herausforderung.

Hast du eine Schreibroutine?
Nein, leider nicht. Als ich noch bei der Zeitung gearbeitet habe, habe ich meist vor der Arbeit geschrieben – dem geschuldet, dass Redaktionen generell eher später als früher mit der Arbeit anfangen. Mittlerweile schreibe ich einfach dann, wenn ich gerade ein paar Minuten dafür erübrigen kann und keine anderen, dringenden Sachen im Autorenleben oder bei 9lesen anstehen.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Erzähl mehr Leuten, dass du schreibst! Versteck das nicht, nur weil du dein Manuskript seit ein paar Wochen (oder Monaten *hust*) nicht mehr angeschaut hast! Und gib es auch endlich mal aus der Hand, wenn du schon zum dritten oder vierten Mal „Ende“ darunter geschrieben hast. Es ist fertig, es braucht nicht noch eine Überarbeitung. Alles Weitere kannst du im Lektorat glatt bügeln – und ein Verlag findet sich im Übrigen nur, wenn du dich auch traust, auf Verlage zuzugehen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Jede einzelne Leserstimme motiviert mich, weil ich es unglaublich finde, dass meine Geschichten wirklich gelesen werden. Und es war eine große Inspiration, als ich 2016 in die Autorencommunity hereingekommen bin, unter anderem auf Twitter, und plötzlich überall um mich her andere Autoren waren. Dass da plötzlich Leute waren, die meine Probleme verstanden. Jeder einzelne inspiriert mich ungemein – es sind alles Menschen, die ihren Traum leben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Noch mehr Bücher schreiben, irgendwann wirklich Vollzeit-Autorin sein. Und 9lesen zusammen mit meinem Team noch weiter voranbringen. Ich liebe mein Autorenleben gerade und hoffe, dass es in der Zukunft genauso so wunderbar weitergehen wird.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das Angebot meines ersten Verlagsvertrags. Das war ein wunderbarer Moment und ich bin dem Verlag Schruf & Stipetic nach wie vor dankbar, dass sie mir die Chance gegeben haben. Außerdem habe ich in meinem ersten Buch eine Widmung an meine Eltern eingebaut – ich habe das große Glück, dass meine Eltern meinen Traum, zu schreiben, immer bedingungslos unterstützt haben. Als mein erstes Buch, Spür den Regen, dann auch noch gedruckt als Taschenbuch erschien, habe ich die Widmung für sie persönlich ergänzt und zu dem „Für meine Eltern“ ein handschriftliches „und baldige Großeltern“ eingefügt. Es war einer der schönsten Momente in meinem ganzen Leben, als ich ihnen die Widmung zeigte.

 

Eine kleine Kostprobe…

Der Anfang meiner Uhrengeschichte:

Bin ich der Bücher überdrüssig, der immer gleichen Geschichten?

Ich habe schon so oft mit Ali Baba gegen die vierzig Räuber gekämpft, bin mit Faust auf den Teufel hereingefallen, habe mit Kapitän Ahab Moby Dick gejagt.

Meine Hände streichen über die ledergebundenen Buchrücken, dicke und dünne Bände zieren die endlosen Regale. Doch was endlos scheint, ist endlich. Nach genau einhundert Schritten stoßen meine Finger an eine glatte Wand. Die Regale sind auf ihr weitergemalt. Wenn ich meine Hand nicht auf die Wand lege, weiß ich nicht, wo sie beginnt und meine Welt endet.

Einhundert Schritte in jeder Richtung, das ist mein zu Hause, meine Welt. Drei Wände sind glatt wie Glas und bemalt. So oft bin ich schon dagegen gelaufen, weil ich durch meine Augen nicht erkennen kann, wo sie beginnen. Die vierte Wand ist mir lieber. Sie ist ein großes, sich immer weiter drehendes Zahnrad. Zahnräder sind auch in meinem Himmel, lassen mich ihr stetes Klicken hören.

Tick tack, tick tack.

Manchmal, wenn ich fest die Augen schließe und mich darauf konzentriere, kann ich das große Zahnrad verschwinden lassen. Ich sehe eine bunte Welt mit blauem Himmel. Weiße Wolken ziehen über den Himmel, grünes Gras wächst auf den Wiesen, rote Äpfel hängen an Bäumen. Diese Welt ist nicht kupfern und golden wie meine. Aber diese Welt ist immer einen Schritt zu weit entfernt. Nur ein Ticken später ist das Zahnrad wieder da, klickt sich weiter in seinem ewig gleichen Spiel.

Tick tack, tick tack.

Vor langer Zeit einmal habe ich zu den Bäumen rennen und einen Apfel pflücken können. Wie lange ist das schon her?

Doch Hoffnung habe ich weiterhin. Mein Großvater brachte mich an diesen sicheren Ort. Er versprach mir, mich wieder zu sich zu holen, wenn in dieser bunten Welt mit dem wunderschönen blauen Himmel keine Gefahr mehr droht.

Wie lange bin ich schon hier? Ich weiß es nicht. Länger, als Dschinni in seiner Wunderlampe gefangen war? An manchen Tagen fühlt es sich so an. Ich ziehe das Buch aus dem Regal. Es bleibt mir nichts als zu lesen und auf das Klicken zu hören.

Tick tack, tick.

Das Buch fällt aus meinen Händen. Der Aufschlag klingt dumpf in dieser Stille ohne ein Klicken. Ich reibe mir die Ohren. Warum höre ich das Ticken nicht mehr? Ich drehe mich zu dem großen Zahnrad um. Es steht still. Genau wie die Zahnräder in meinem Himmel. Mein Herz setzt einen Schlag aus, als hätte es durch das fehlende Ticken vergessen, dass es schlagen muss. Es schlägt doppelt so schnell wie vorher weiter. Ich strecke zitternd eine Hand nach dem großen Zahnrad aus. Kann ich es wieder anschieben? Hat es sich nur verklemmt?

Gleißendes Licht fällt durch das große Zahnrad herein. Geblendet schließe ich die Augen. Ich gehe einen Schritt zurück, suche das Regal hinter mir. Daran will ich mich entlang hangeln, weg von dem gleißenden Licht. Meine Finger greifen ins Leere. Ich verliere das Gleichgewicht, stürze auf einen weichen Boden.

 


Andrea Schrader

 

Ihre Veröffentlichungen:

  • Spür den Regen, auf amazon* kaufen
  • Die Boten des Schicksals, auf amazon* kaufen

 

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Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Heute möchte ich euch bei #ProjektArbeitstitel die liebe Sina vorstellen, die großartige und interessante Blogbeiträge schreibt und auf deren Projekte ich ebenfalls wirklich gespannt bin!

Hallo zusammen! Ich bin Sina und ich schreibe Geschichten, Märchen und Gedichte in fast allen Genres, obwohl mir die Fantasy am liebsten geworden ist.

Wie ich zum Schreiben gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr. Seit ich mich erinnern kann, habe ich kleine Gedichte, Märchen und eben längere Geschichten geschrieben. Seit ein paar Jahren nehme ich mein „Hobby“ ein bisschen ernster und habe neben meinem Blog (Sinas Geschichten) ein Buch geschrieben. Aber dazu im Verlauf der weiteren Fragen mehr. 😉

 

Die Chroniken der alten Welt und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Im Moment schreibe ich an meiner Fantasy-Reihe, die ich unter dem Titel „Die Chroniken der alten Welt“ auf meinem PC gespeichert habe, aber der Titel überzeugt mich noch nicht wirklich. Der erste Teil heißt „Göttersterben“ und ist eine High Fantasy Geschichte in einem orientalischen Setting. Dabei geht es um die Freunde Taymour (kurz: Tomo) und Rouka, die bei einem Kampf zwischen zwei Göttern auf unterschiedliche Seiten gezogen werden. Das woran ich gerade schreibe, hat den Arbeitstitel „Königsbrecher“ und ist eine lose Fortsetzung von Göttersterben, die zwar in derselben Welt stattfindet aber mit komplett neuen Figuren bestückt ist.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Mein absoluter Traum wäre es, bei einem Verlag veröffentlicht zu werden. Ich habe tatsächlich auch schon mein Exposé abgeschickt, aber die Wartezeiten von ca. 6 Monaten pro Bewerbung haben meinem Veröffentlichungsplan ein bisschen den Wind aus den Segeln genommen. Aber veröffentlichen möchte ich auf jeden Fall! Wenn es mit den Verlagen nicht funktioniert, dann werde ich mich ans Selfpublishing wagen. Bis es aber so weit ist, werden wohl eher noch ein oder zwei Jährchen ins Land gehen.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Uff, da schlummert viel. Hauptsächlich die nächsten 7 Bände meiner „Chroniken der alten Welt“-Reihe. Aber da kann ich leider nicht allzu viel zu erzählen, ohne die ersten beiden zu spoilern. 😉

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
An Ideen und Inspiration hat es mir noch nie gemangelt. Es ist eher die Zeit, die mir Schwierigkeiten bereitet. Weil ich durch das Schreiben kein Geld verdiene, fällt es mir schwer da so viel Zeit reinzuinvestieren, wie ich es gerne hätte. Aber leider kann ich mich nicht einfach hinsetzen und an meinen Geschichten schreiben, wenn Bewerbungen und ähnliches ausstehen. Da geht das „normale“ Leben (leider) vor.

Hast du eine Schreibroutine?
Aus den oben genannten Gründen habe ich keine feste Schreibroutine. Trotzdem schaffe ich es meistens mich jede Woche ein paar Stunden hinzusetzen und an meinen Projekten zu arbeiten. Das muss nicht immer wirkliches Schreiben sein, sondern hat auch viel mit Planung und Weltenbau zu tun. Das muss gerade bei so einer lang-geplanten Fantasyreihe getan werden. Im Moment behandle ich das Schreiben am ehesten wie ein sehr zeitintensives Hobby.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Das ist eine schwierige Frage. Vielleicht das: „Dein Wordcount sagt nichts über deine Produktivität aus. Gerade das Plotten und Planen nimmt viel Zeit in Anspruch, ist aber ein unglaublich wichtiger Teil des Schreibprozesses. Oft bringt es dich viel weiter, dich für eine Stunde hinzusetzen und den Plot/die Welt auszuarbeiten, als dir irgendwelche Worte aus den Fingern zu saugen, die du später eh löschen wirst.“

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Nicht im wörtlichen Sinne „Vorbilder“. Ich ziehe Inspiration aus meinen Freunden und dafür müssen sie sich noch nicht einmal an meinem Schreiben interessiert sein. Aber wenn ich sehe, dass sie sich Ziele setzen, sie verfolgen und schließlich erreichen, gibt es mir Hoffnung, dass ich es auch schaffen kann. 🙂

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein absoluter Traum wäre es, Vollzeit als Autorin zu arbeiten. Oder einfach nur veröffentlicht zu werden. Ich möchte, dass Leute meine Geschichten lesen und ich sie zum Träumen bringe.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das ist mir bisher zweimal passiert: Zwei meiner Testleser haben mein Buch erstes Buch „Göttersterben“ an einem Tag durchgelesen (einer von ihnen trotz wichtiger Klausur am nächsten Tag), obwohl sie es eigentlich nur antesten wollten. Und dann haben sie mir ewig lange (Sprach)Nachrichten auf WhatsApp geschickt und mit mir „geschimpft“, dass ich sie ja hätte warnen können. 😀

 

Eine kleine Kostprobe…

Nur zu gerne. Damit ich euch nicht viel von der Hintergrundgeschichte erzählen muss, nehme ich doch direkt die erste Szene. Viel Spaß damit!

Staubteufel tanzten über die Dächer von Hedassimar, rissen lose Tücher von den Schultern der Feiernden und ließen sie in einiger Entfernung wieder zu Boden sinken.

Obwohl die Sonne unerträglich vom Himmel brannte, blieben die Menschen auf den Straßen. Blütenblätter rieselten aus ihren Taschen und hinterließen bunte Farbtropfen auf den abgenutzten Sandsteinplatten.

Tomo schloss die Augen und zog sich noch weiter in den Schatten des Hauseingangs zurück. Es roch nach frischem Gebäck und Gewürzen. Musik schallte aus allen Richtungen und mischte sich mit den lebhaften Gesprächen der Menschen. Er konnte in dem Chaos kaum einen eigenen Gedanken fassen und er genoss es in vollen Zügen.

Heute war kein Tag zum Nachdenken. Es war Yaam alsah‘me, Tag des Pfeiles, der größte Feiertag in Hedassimar zu Ehren ihrer Göttin Hedia. Tagelang hatten sich die Bewohner der Stadt auf die Feierlichkeiten vorbereitet und nun kosteten sie das Ergebnis ihrer Arbeit mit Begeisterung aus.

Sogar in den schmalsten Gassen hatten Händler ihre Stände aufgebaut und boten allerlei Kleinigkeiten zu absurden Preisen feil. Blumen, Datteln, delikat gearbeitete Opferschalen und Anhänger mit dem Zeichen von Hedia. Die Menschen gaben ihr Geld mit einem Lächeln im Gesicht aus, denn schließlich war dieses Fest nur einmal im Jahr.

Unwillkürlich musste Tomo grinsen.

Er hatte seinen Geldbeutel zu Hause gelassen, wohlwissend wie groß die Versuchung wäre, sich ein wenig gezuckerten Granatapfel zu gönnen. Es war besser, wenn ihm gar nicht erst der Gedanke kam.

»Ich bin dann weg«, tönte eine Stimme aus dem Inneren des Hauses hinter ihm und die Tür schwang mit einem leisen Knarren auf. Vor ihm stand ein ausgemergelter Junge mit blonden Haaren, der erstaunt den Kopf hob.

Kein Junge, schalt sich Tomo innerlich, ein Mann. Sein Freund zählte bereits zwanzig Sommer, auch wenn sein kleiner Wuchs ihn deutlich kindlicher wirken ließ.

»Du bist ja schon da!«, sagte Rouka und schlüpfte neben ihm ins Freie, »Ich wollte dich nicht warten lassen. Ich hätte mich beeilt.«

»Ich weiß«, antwortete Tomo, »Deswegen habe ich nicht geklopft.«

Rouka hatte dunkle Ringe unter den Augen und seine Bewegungen waren zittrig. Tomo schüttelte innerlich den Kopf. Er hätte ihn überreden müssen, im Bett zu bleiben. Vielleicht sollte er es immer noch tun.

»Bist du so weit?«, fragte er stattdessen.

Rouka nickte atemlos. »Bereit.«

 


Sina Bennhardt

 

Aktuell sind keine Veröffentlichungen geplant.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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