Schlagwort: schreibprozess

Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Die wunderbare Autorin, die ich euch heute vorstelle war auch eine der Personen, die mich überhaupt erst zu diesem Projekt inspiriert haben. Und je mehr ich über ihre Projekte erfahre, desto dringender brauche ich diese als Buch zum inhalieren und verinnerlichen. Also look at this cutie

Hi! Ich bin Laura. Ganze 23 Jahre alt und wohne in der bayerischen Hochburg Schwabens – also viele Grüße aus Augsburg. 😀

Ich schreibe eigentlich schon, seit ich weiß, wie herum man einen Stift halten muss. Ich glaube, ich war 4 Jahre alt, als ich mich hinter einen Sessel im Wohnzimmer gequetscht habe und mich mit Kugelschreiber auf der weißen Tapete verewigt habe – und meinen Eltern auf ihre Nachfrage, was ich da denn mache, ganz stolz verkündet habe, dass ich da eine Geschichte geschrieben habe. (Das war übrigens auch der Moment, an dem ich dann lesen gelernt habe und meine Eltern mir Bücher geschenkt haben, damit ich weiterhin an meine Geschichten komme, aber die Wände im Haus in Ruhe lasse.)

Ein bisschen ernsthafter hat das Ganze dann in der Grundschule angefangen, da war ich so sechs/sieben Jahre alt. Da saß ich wie auf dem Schreibtischstuhl festgeklebt und habe eine ganz großartige Abenteuergeschichte geschrieben über einen Piratenschatz, den zwei Kinder während eines Schulausflugs finden. Und jetzt bin ich hier, schreibe mir seit 17 Jahren die Seele aus dem Leib und habe trotz mancher Flauten und Selbstzweifellawinen doch nie den Wunsch, damit aufzuhören. Ich will immer sagen, dass ich noch komplett unveröffentlicht bin, weil ich’s jedes Mal vergesse, aber man findet bisher eine Kurzgeschichte von mir (»Weiß das Leben, Schwarz der Tod«) in der Anthologie vom Schwäbischen Literaturpreis 2017. Ansonsten gibt’s ein paar Schnipsel auf meinem Ko-Fi-Account, aber die großen Projekte (aka Romane) sind alle noch unveröffentlicht.

 

Regennächte und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Die meiste Arbeit stecke ich (immer noch) in „Regennächte“, weil es einfach mein ultimatives Herzprojekt ist. (Und, weil ich Anfang des Jahres großspurig behauptet habe, ich würde es 2019 noch in die Veröffentlichung davon schaffen – wir werden sehen, wie das funktioniert, hm? :D) Regennächte ist vor allem Slice of Life und Romance. In Buchhandlungen würde es wahrscheinlich bei den Jugendbüchern irgendwo stehen, schätze ich.

Bevor ich das Thema grob anreiße: Regennächte hat nicht umsonst eine halbe Seite Triggerwarnungen. Es ist kein fluffiges happy-ending-Liebeswolkenschloss, das ist vor allem Traumaaufarbeitung, das ist vor allem realistischer Umgang mit mental health und das Ausbrechen aus toxischen Beziehungen. Es ist auch eine Liebesgeschichte, aber es ist am Ende so viel mehr als nur das.

So, worum geht’s also?

Wir haben Charlie, die schon immer mit utopisch hohen Erwartungen aufgezogen worden ist, die schon immer dafür bestimmt war, die Zukunftsträume zu leben, die ihre Mutter träumt, die in der Schule systematisch gemobbt wird, weil sie mit ihrer angeschlagenen Psyche nicht ins System passt. Und die dann als Enttäuschung der Familie gebrandmarkt wird, weil sie diese Träume in den Wind schießt und sich für ein Leben nach ihren eigenen Plänen entscheidet . Weil sie nicht innerhalb der Grenzen, die ihre Familie und ihre Mitschüler ihr geschaffen haben, eingehen will.

Auf der anderen Seite haben wir Liam, der Charlie schon immer darin unterstützt hat, aus den Grenzen auszubrechen. Der schon immer da war, wenn Charlies depressive Episoden sie in tränenreiche, schlaflose Nächte (Regennächte, womit wir wieder beim Titel wären :D) getrieben haben. Der sie festgehalten hat, wenn sie in Scherben zu zerfallen drohte. Der sie am tiefsten Boden der Schlucht, in die Depressionen Menschen treiben können, gefunden hat und der jetzt jeden Schritt, den sie in Richtung Licht macht, neben ihr geht. Der dabei auch seine eigenen Päckchen trägt und lernt, dass Unterstützung in sowas keine Einbahnstraße ist.

Ich hab’s oben schon angerissen, aber gerne nochmal: Regennächte ist, Charlie dabei zuzusehen, wie sie aus toxischen Beziehungen ausbricht.

Wie sie durch Freundschaft und Liebe lernt, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich lohnt. Es ist, Charlie dabei zu begleiten, wie sie langsam lernt, mit den Folgen von Mobbing umzugehen. Ihr dabei zuzusehen, wie sie endlich, endlich, endlich lernt, dass sie den Krieg gegen die Depressionen, gegen die Dämonen in ihrem Kopf, nicht mehr allein ausfechten muss. Es ist auch, Liam dabei zuzusehen, wie er lernt, Ängste loszulassen. Es ist, Liam dabei zuzusehen, wie er lernt, dass Mauern im Kopf nicht immer das sicherste Versteck der Welt bedeuten.

Dass es manchmal nötig ist, eben diese Mauern einzureißen und sich anderen Leuten anzuvertrauen. Ganz große Motivation hierbei war tatsächlich, dass ich es leid bin, wie mental illnesses in Hollywood und Jugendbüchern immer romantisiert werden. Man ist nicht automatisch geheilt, wenn the one true love™ auftaucht und ewige Liebe schwört. Das passiert hier in Regennächte nicht. Das wird in keinem meiner Bücher passieren, weil es so verdammt unrealistisch ist.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Nachdem ich festgestellt hatte, dass Regennächte mit dem ursprünglichen Plot nicht in die Richtung geht, in der ich es haben wollte, habe ich nochmal komplett umgekrempelt, geplottet, geplottet und noch mehr geplottet und mache noch einen Rewrite. Den will ich im Juli eigentlich noch über die Bühne kriegen, damit ich hinterher genug Zeit für die Überarbeitung habe und es Mitte/Ende August hoffentlich in ein Paar der fähigsten Lektorenhände geben kann, die ich kenne. Im Hintergrund laufen da auch the talks™ mit zwei grandiosen Menschen, die auch – hoffentlich – maßgeblich dann am Endergebnis von Regennächte beteiligt sein werden. (Aber darüber breite ich ganz subtil den Mantel des Schweigens, mh? 😀)

Long story short: Ich plane seit Anfang des Jahres mit einer Veröffentlichung, aber wenn die sich nach 2020 schiebt, dann kann ich damit auch ganz gut leben. Aber es wird veröffentlicht. Das kann ich schonmal versprechen.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ufff, ich habe so viel in diversen Schubladen, wo soll ich da anfangen? Ich habe zum einen paper skin, was ein sehr düsterer Contemporary-Roman werden wird, der sich mit den tiefsten Abgründen beschäftigt, zu denen Menschen fähig sein können. Silberstreifen, das mit seinem militärisch-apokalyptischen Setting eher in die dystopische Schiene schlägt. Ich habe eins, das momentan noch unter the gods aren’t alright läuft und das sich viel mit der Reinkarnation von Seelen und mythologischen Figuren beschäftigt. Und nebenbei gibt’s noch inkskinned, was irgendwann mal in die lyrische Schiene geht, weil ich darin meine ganze Prosapoesie sammle.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass mir bei der Veröffentlichung irgendetwas ganz gravierend mquerschießt, weil ich so sagenhaftes Glück bei all den großen Baustellen hatte – mir sind Cover-, Lektorats- und Verlagssuche einfach komplett in den Schoß gefallen. Aber mal ernsthaft: Ich glaube, meine größte Herausforderung ist tatsächlich mein eigener Perfektionismus. Ich höre nie auf, an allen möglichen Ecken und Enden herumzuschrauben, weil ich nie vollständig zufrieden bin mit dem, was ich mache. In meinem Kopf klingt alles immer größer, besser, schöner als das, was dann am Ende rauskommt. Ich muss erst lernen, dass es irgendwann immer diesen einen Punkt gibt, an dem man aufhören muss – und wenn man das nicht tut, geht’s gravierend bergab. Davon abgesehen: Exposés und Klappentexte sind meine absoluten Endgegner.

Hast du eine Schreibroutine?
Mein Leben war schon immer viel zu unregelmäßig, um da eine gesunde Routine aufbauen zu können. Das wird jetzt, wo ich zwischen Studium, Freizeit, Nebenjob und meinem Job im Wohnheim hin- und herschaukle, nicht wirklich besser. Ich schreibe, wenn ich die Zeit dafür habe – dafür dann aber (mittlerweile wieder) in jeder freien Minute. Sei das mit Laptop auf dem Schoß im Zug oder mit Notizbuch aufm Boden in der Innenstadt, weil ich gerade eine Viertelstunde Pause habe, auf Freunde warte oder so. Ich brauche keine feste Tageszeit oder einen fixen Ort fürs Schreiben. Egal, ob das 3 Uhr morgens ist oder 16 Uhr nachmittags; wenn die Zeit da ist, dann schreibe ich. Und da kann es dann auch passieren, dass ich mit Bleistift auf umgedrehte Kassenbons kritzle – been there, done that.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
»Verbieg dich bitte nicht, um anderen zu gefallen. Das ist dein Stil. Das ist deine Stimme. Drück sie nicht zu einem Flüstern, weil andere mit deinem Thema nichts anfangen können. Lass dich nicht zum Schweigen bringen, weil andere Menschen glauben, sie wüssten besser, was du kannst und was nicht. Brenn für deine Projekte. Lass das einfach zu. Trag deine Begeisterung in die Welt hinaus und versteck dich nicht. Du kannst schreiben. Also lass es die Welt auch sehen, okay? Da wartet ein ganz grandioser Weg auf dich.«

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren alle Menschen, die für ihre Projekte brennen. Die ihre Begeisterung und ihren Ehrgeiz in die Welt schreien und damit Feuer entfachen, das einfach auf andere übergreift. Mich inspirieren Menschen, die ehrlich sind und nicht nur die schönsten Seiten des Autorenlebens beleuchten. Die auch dem Zweifel seinen Platz in der Öffentlichkeit zugestehen. Mich inspirieren und motivieren einfach alle Leute, die bereit sind, diesen Weg vom Ideenfunken zur Veröffentlichung mit mir zu gehen, ihn mit mir zu teilen und mit denen man Erfahrungen austauschen kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich weiß nicht, ob das komplett utopisch ist oder nicht, aber ich möchte irgendwann einmal durch eine Buchhandlung gehen und zumindest eins meiner Bücher in einem Regal stehen sehen. Einfach nur, damit ich es dann herausziehen, über das Cover streichen und es lächelnd wieder zurückstellen kann.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich glaube, einer meiner all-time-favorite-Momente bisher war, als die sagenhafte Nadine mir als Aufmunterung für einen bad mental health day ein so zauberhaftes Cover für Regennächte gebastelt hat, in das ich mich einfach schockverliebt habe. Was ansonsten auch jedes mal das Autorinnenherz in meiner Brust frohlocken lässt: Wenn Leute meine Sachen lesen und sich die Zeit nehmen, mir dann zu schreiben, wie sehr sie etwas bewegt hat. Oder dass man sie zu etwas inspiriert hat. Es ist ein ganz eigener Zauber, der sowas anhaftet: Wie grandios ist es, zündender Funke für Ideen oder Emotionen in Menschen sein zu dürfen? ♥

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus Regennächte:

»Charlie, hey. Wie sieht’s heute aus? Was haben wir? Soll ich mit dir reden oder ist’s dir lieber, wenn ich dich einfach nur umarm‘?«

Seine beste Freundin sieht so klein und verloren aus, wie sie sich am Fußende des Betts zusammengekauert hat und die Finger in ihre eigenen Oberarme krallt. Als hätte sie Angst, sonst einfach auseinanderzufallen. Liam hört ihr Weinen eher, als dass er es sieht; das Mondlicht reicht nicht bis in die Nische, in der das Gästebett steht, in dem sie übernachten. Aber Charlies schniefendes Nasehochziehen und das zittrige Atmen reichen auch so. Da braucht er keinen Blick in ihre garantiert tränennassen Augen mehr, um es zu kapieren.

»Nicht anfassen«, presst sie zwischen zwei Schluchzern hervor.

»Okay. Alles klar.«

Sie haben das hier schon so oft durch, manchmal wochenlang jede Nacht. Mittlerweile hat er den Dreh einigermaßen raus, um abschätzen zu können, in was für einer Art Regennacht sie stecken. In manchen braucht Charlie jedes bisschen Körperkontakt, das sie kriegen kann, dann flüchtet sie sich in seine Umarmungen und wenn sie könnte, würde sie wahrscheinlich mit in seine Haut kriechen, damit er die Kälte in ihrem Inneren vertreibt. Und wenn er wüsste, wie’s geht, würde er’s tun. Dann würde er sie in seine Haut lassen, damit sie ganz nah an dieser Wärme ist, die sein Herz immer, immer, immer für sie abstrahlt.

In anderen Regennächten erträgt sie schon eine Hand auf der Schulter nicht, da sind ihr seine Finger in ihren Haaren zu viel. Es ist meistens ein Anzeichen für so eine Art, dass sie sich dann von ihm losmacht und sich ganz klein am Fußende vom Bett zusammenrollt. Manchmal läuft sie dann auch ruhelos im Zimmer herum, weil sie nicht stillhalten kann, weil Stillhalten bedeutet, den Dämonen in ihrem Kopf noch mehr Raum zu geben, als sie sich in solchen Nächten sowieso schon erzwingen.

 


Laura Stadler

 

Die Anthologie des Schwäbischen Literaturpreises 2017 ist vergriffen. Bisher sind noch keine weiteren Veröffentlichungen vorhanden.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Ana Reinhardt #ProjektArbeitstitel

Ana Reinhardt #ProjektArbeitstitel

Ana Reinhardt #ProjektArbeitstitel

Auch heute habe ich wieder eine liebe Autorin für euch: Ana Reinhardt! Wer ist diese mysteriöse Dame mit den süßen Katzenfiguren als Avatar? Lest selbst.

Moin! Ich bin Ana. Schreiben gehört schon sehr lange zu mir, und ohne bin ich nur halb – wenn überhaupt. Beim Schreiben fühle ich mich vor allem da wohl, wo es nachts unter dem Bett flüstert, wo es, im besten Sinne, ungeheuer ist. So ist der Roman an dem ich arbeite auch eine Mischung aus der realen Welt und den Wesen und Phänomenen der Sage, die sich in ihr bewegen, dem Untod und den Wegen der Seelen, die zwischen den Welten festhängen.

Mit dem Schreiben angefangen habe ich schon sehr früh. Bevor ich schreiben konnte, habe ich Bilderbücher gebastelt, und dann, wie auswendig gelernt, immer die jeweils gleichen Geschichten dazu erzählt. Später, als ich sogar eine Schreibmaschine bedienen konnte, gab es einen Roman – eigentlich sogar zwei – über die wir aber lieber den Mantel des Schweigens hüllen wollen. *hust* Lange habe ich Kurzgeschichten geschrieben, vor allem Krimi, Thriller, Mystery… Und Songtexte. (Wer hat das nicht?)

Von meinen Gedichten sind zwei in Anthologien erschienen die allerdings – wenn wir ehrlich sind – eher Geldschneiderei als wirkliche Anthologie waren. Auch das gehört zum Weg als Autor. Hinfallen, Notizen richten, räuspern, weitermachen.

 

Amaranth und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
There are we! Meinen großen Roman würde man wahrscheinlich in Fantasy/Medieval Fantasy einordnen – ich konnte mit solchen Schubkästen und Unter-unter-Schubkästen noch nie was anfangen, also nagelt mich nicht drauf fest. Der Arbeitstitel ist „Amaranth“. Die Urversion ist zwischen 2008 und 2011 entstanden. Dann musste ich alles liegenlassen, weil ich gesundheitlich nicht mehr zu irgendwas in der Lage war. 2014 etwa fing ich mit vertieften Hintergrundrecherchen an, und dann vor etwas mehr als 2 Jahren damit, das alte Skript zu lesen, mit Anmerkungen zu versehen und neu zu schreiben.

Immer Stück für Stück. Dabei ist inzwischen ein Umfang von deutlich über 3.000 Normseiten, a.k.a. >720.000 Wörtern zusammengekommen. Das Urskript existiert handschriftlich in 10 A5-Schreibblöcken. Ich hänge aktuell in Block 7. Und die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende… *hysterisches Lachen aus dem off einspielen*

Worum geht es? Nun.

Die Geschichte spielt im Siebenbürgen des 15. und 16. Jahrhunderts. – Wobei ich allerdings eine modernere Sprache verwende, denn ich möchte, dass Dialoge und Innenansichten der Figuren nicht künstlich oder „weit weg“ wirken, und, dass man sich auch als „Eigentlich lese ich nichts historisches“-Leser nicht abgeschreckt fühlt.

Mein Protagonist begegnet den Wächtern der himmlischen Zollhäuser; Das sind Orte aus dem orthodoxen Glaubensbereich, an denen die Seele nach dem Tode vorbeimuss, um in den Himmel zu gelangen. An jedem Haus wird eine andere Sünde verhandelt und gewogen. Kann man sich nicht ausreichend verteidigen, und die Sünden mit guten Taten aufwiegen, wird man in den Abgrund geworfen. Mein Protagonist kann sich entscheiden, bei den Wächtern zu bleiben und unter ihnen zu dienen, oder zurück in die Welt der Lebenden zu gehen. Bei den Wächtern zu bleiben würde aber auch bedeuten, über Seelen zu richten und sich zur Hälfte dem Bösen zu verschreiben; denn sie stehen mit einer Hälfte bei Gott, mit einer im Schatten. In die Welt der Lebenden zurück zu gehen allerdings birgt für ihn Gefahren, da er selbst ein strigoii vii ist – also jemand, der nach dem Tod als Wiedergänger erscheinen muss, zu Lebzeiten aber bereits bestimmte, i.d.R. schadenbringende, Kräfte hat.

Es geht um Schuld und Unschuld, den Glauben an Untote und was mit der Seele passiert, wenn sie zwischen den Welten bleibt, und weder zurück noch hinüber kann.

Was ist gut? Was ist böse? – Und was macht die Dinge dazu?

Mir ist wichtig, dass ich den Wesen die im Buch vorkommen, den Vorstellungen zu Untod und Übernatürlichem, gerecht werde. Sie sind alle dem realen Volksglauben, den Mythen und Sagen der Region entnommen. Der Schatz an Material, wenn auch nicht ganz so leicht zu heben, ist enorm reich und vielfältig. Man könnte sicher ein oder zwei Leben lang nichts anderes studieren. Ich möchte diese Vielfalt abbilden, und Details gut in die Geschichte einarbeiten. Beispielsweise die Kämpfe der strigoii in der Andreasnacht sind sehr interessant (Siehe auch: le Leseprobe). Laut dem überlieferten Glauben treffen die strigoii sich einmal im Jahr, und entscheiden im Kampf, wer für das kommende Jahr ihr Anführer wird, und wer in den folgenden Monaten welchen Schaden anrichten darf. Das macht sich natürlich großartig für einen Roman!

Zum anderen sehr wichtig für mich; glaubwürdige, individuelle, Figuren. Sie sollen wirklich lebendig wirken, und nicht nur Pappkameraden sein, die ich durch die Kulisse schiebe.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Veröffentlichung. Eines, hoffentlich nicht zu fernen, Tages das Buch im Laden besuchen gehen. Da will ich hin. Angepeilt ist, dass ich den Weg über eine Agentur wähle. Bevor ich mich aber an Bewerbungen setze, ist noch viel Land. Der Roman wird mich noch einige Jahre begleiten, so viel ist sicher. Wenn ich auf dem Weg vielleicht in der einen oder anderen Anthologie landen würde, wäre das natürlich schön. Mal das Gesicht in die Welt halten und nett winken. Aber ich suche nicht intensiv nach Ausschreibungen. Meine Energie brauche ich für den Roman, da bin ich konsequent.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
In den Giftschränken lagern noch verschiedene andere Ideen. Ich möchte zwei kurz anreißen. Beide haben, interessanter Weise, gar nichts mit Übernatürlichem zu tun.

Ein Konzept handelt von zwei Figuren die beide, im Affekt, jemanden töten, sich gegenseitig helfen die Taten zu vertuschen – und nach und nach beginnen auch in anderen Fällen Selbstjustiz zu üben. Sie verlieren die Kontrolle, und aus bösen Denkzetteln werden Morde. Aber; es ist ihnen jemand auf der Spur.

Ein anderes Konzept handelt von einem kleinen, mies ausgestatteten, archäologischen Institut. Dieses Projekt ist wesentlich weniger ernst als andere. Zwar gibt es auch in meinem großen, mehrbändigen Roman Humor, aber hier wird es insgesamt doch wesentlich entspannter und witziger zugehen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Recherche. Ganz klar. Die Quellenlage ist oft schwierig (vor allem auch deutschsprachige Quellen, aber nicht nur). Eigentlich brauchst du einen Navigator, wenn du mythologisch in die Tiefe gehen willst, und erstrecht einen, wenn es um die historischen Aspekte geht. Zwischenzeitlich kann ich Kontakte auftun, die weiterhelfen, aber das hält meist nicht lange an, weil man im Uni-Betrieb und der eigenen Forschung, die natürlich die höhere Priorität hat, einfach zu eingespannt ist. Es kam aber auch schon öfter vor, dass ein Kontakt mir sagen musste, „Sorry, das weiß ich nicht.“ oder – Horror! – „Dazu gibt es keine Forschung.“ Letzteres habe ich erst vor einigen Wochen wieder erlebt, als es um die Geschichte der Homosexualitäten ging, bezogen auf die für mich interessante Region Siebenbürgen/Ungarn. Da muss man dann sehen wie man dem Aspekt trotzdem gerecht werden kann.

Eigentlich bräuchte ich einen Assistenten, jemanden der mir helfen kann Quellen zu finden. (Freiwillige vor! 😉 )

Hast du eine Schreibroutine?
Meine Routine sieht vor, dass ich Montag bis Freitag nachmittags am Rechner hocke und arbeite. Wie weit ich komme ist immer so eine Frage der Energie und wie viele Symptome mir auf die Tastatur springen. Schreiben/Recherchieren/Auswerten zu verteilen, und allem genug Platz einzuräumen, ist eine ziemliche Axt. Mein Schnitt liegt sehr unterschiedlich, was den Wordcount angeht. Irgendwas zwischen 1.300 und 2.000. An sehr guten Tagen habe ich aber auch schon über 2.500-3.000 geschafft. An schlechten Tagen keine 1.000. Es ist schwierig. Ich weiß selbst, dass meine Ansprüche an mich in der Regel zu hoch sind, und ich mich nicht stressen sollte. Aber… Es frustriert einen schon, wenn man merkt, dass man nicht so kann wie man will.

Aktuell wechsle ich Recherche und Schreiben oft ab, um voran zu kommen. Routine finde ich, allgemein, sehr wichtig. Es hilft einem das Gefühl für Handlungsbögen, Figuren und Anschlüsse nicht zu verlieren. Grundsätzlich gilt ja: Read a lot and write a lot. Man sollte aber auch, so toll Routine ist, nie aus den Augen verlieren, dass Schreiben und Lesen vor allem eines sollte; Spaß machen. Man sollte Freude daran haben, und sich auch Pausen erlauben, wenn es einfach grad nicht passt und man keinen Bock hat. Sich zu zwingen ist kein guter Weg.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Schreib. Schreib, erzähl die Geschichten wie DU sie fühlst, hab Vertrauen in deine Fähigkeiten. Lass dir keine Scheiße erzählen, lass dir nicht reinreden. Die soll ‘n ma alle schön in ihrn Bart brabbeln, lass dir nich verrückt machen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Weniger. Es gibt da niemanden bei dem ich sagen könnte: Das ist ein Vorbild.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass ich gut mit dem Skript vorankomme, die Geschichte (so, dass ich wirklich glücklich damit bin), noch vor meinem 40. Geburtstag abschließen kann, und bei einem Verlag lande, der mich wirklich unterstützt. Dass der Roman seine Leser und seinen Erfolg findet, und ich das Schreiben zum Beruf machen kann.

Für jetzt wünsche ich mir, dass die Recherche besser läuft, und ich finde was ich brauche.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Einen einzelnen kann ich da nicht aussuchen. Für mich ist es schön, wenn „tha Magick“ ihre Wirkung tut; wenn ich auf ein Detail stoße, dass wirklich gut passt/Dinge erklärt, wenn ein Dialog wirklich sitzt… Die kleinen-großen Momente, wenn du einfach merkst „Es passt“. Sehr gut war auch das positive Feedback, das ich auf eine 30-seitige Textprobe bekommen habe – und dass die Tochter einer Bekannten ein Bild zu eben jener Textprobe gezeichnet hat. THE FAME, THE FAME! 😀

 

Eine kleine Kostprobe…

„Das Schlachtfeld am Ende der Welt glich einer sehr weiten, flachen Schale. Das Gelände hob und senkte sich nur wenig. Bot keine Schlupfwinkel, kein Zeichen von Leben. Nur auf dem Rand der Schale versammelten sich einige der trostlosen Bäume, und ihres eigenwilligen, glasartigen Laubs. Ein Wald aus Pfählen.

Und Nebel. Dichter Nebel, in dem die Wächter der Schlacht warteten. Es hieß, dass es lediglich die Wächter der Zollhäuser waren, die dort umhergingen. Hin und wieder tauchte, langgezogen und verzerrt, einer von ihnen auf. Schemenhaft. Nicht mehr als ein Phantom, Schatten, gebrochen in tausenden und abertausenden Nebeltropfen. Hin und wieder aber hörte man auch ein tiefes Grollen und Rufen in den grauen Schleiern. Nicht menschlich, nicht von einem Tier. Es hallte nach, breitete sich aus und versank. Ein Gespan hatte es einmal mit dem Klagen von Walen verglichen. Riesenhaften Fischen, die in den Meeren lebten. Nur härter war der Ton. Kantiger, wie aus besonders schwerem Holz geschnitten. Mancher meinte zu erkennen, wie sich etwas Großes hinter den Nebeln bewegte. Es blieb darin. Niemand hatte es je tatsächlich gesehen.

Die Kämpfer versammelten sich.

Man sah abgerissene Vukodlaks, Hexen in ihren Sieben und Fässern, einen Bischof mit seinem abgebrochenen Stab und einer mottenzerfressenen Mitra auf dem Kopf. Ein Aufhocker saß auf dem Buckel irgendeines armen Wanderers und zerrte ihn am Kragen, als sei es ein Zaumzeug. Scharen von Toten, Dienern der Künste, Verlorenen fand sich zu kleinen Trauben und langgezogenen Linien zusammen. Eine Strigoaică ritt hastig an Dragoș vorbei und drängte sich an ihre Position. Ihr Ziegenbock schlug aus wie ein feuriges Pferd.

Und da kam die Ertrunkene.

Es war das dumpfe Knarren von Schiffsplanken, dass sie ankündigte. Nicht wenige reckten die Köpfe nach ihr. Wichen vor dem Gefährt zurück, dass über die rote Erde zog. In weichen, losgelösten Bewegungen zog das Gerippe eines Schiffes heran. Unsichtbare Wellen ließen es dem Heer von Geistern zunicken. Viele seiner Planken waren verrottet, sein Mast gebrochen. Die Fetzen des Segels wogten, als wäre es noch immer von Wasser umspült. Seine Besatzung bestand aus zwei Handvoll Männern in zerschlissenen Kleidern. Einem fehlte ein Auge. Einem ein Arm. Ihre Gesichter waren aufgequollen. Mit langen Staken bewegten sie ihr Gefährt über die Ebene. Vorn am Bug stand die Ertrunkene. Sie sehnte nach ihrer Erlösung. Wie eine Königin sah sie auf die Gestalten herab, die sich zu den Seiten drückten, als das Schiff durch ihre Reihen zog. Gemächlich, in Gewässern, die niemand außer ihm berühren konnte. Geschickt drehten die Männer den hölzernen Leib, bis er hinter Dragoș angelangt war. Der durchlöcherte Bug ragte drohend hinter ihr auf. Sie drehte sich im Sattel und sah zur Ertrunkenen auf. Ihr mattes Gesicht trug einen Schimmer von Zuversicht.“

 

*Gespan: von ungarisch „ispán“, der oberste Verwaltungsbeamte eines Komitats, einer Verwaltungseinheit vergleichbar etwa mit einem heutigen Landkreis

 


Ana Reinhardt

 

Bisher ist noch keine Veröffentlichung geplant.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Nadja #ProjektArbeitstitel

Nadja #ProjektArbeitstitel

Nadja #ProjektArbeitstitel

Heute stelle ich euch eine meiner liebsten Freundinnen und Schreibkumpanin vor: Nadja!

 

Hallo zusammen 😊

Ich bin Nadja und seit diesem Sommer mit meinem Master fertig. Im Gegensatz zu meinem technischen Studium steht meine Kreativität. Bereits mit Zwölf Jahren wollte ich Schriftstellerin werden, so wie man das mit Zwölf nun mal selbstsicher und naiv beschließt. Ich dachte mir, Bücher zu schreiben wäre der Traumjob schlechthin. Doch schnell stellte sich heraus, dass das Schreiben ein aufwendiger Prozess ist und man nur selten davon leben kann.

Trotz Schreibpausen und jeder Menge abgebrochener Projekte, gab ich meinen Herzenswunsch nicht auf und hielt an meiner Leidenschaft fest. Auch nach fast 15 Jahren Schreiben glaube ich an mein Ziel: ein Buch zu veröffentlichen.

Aber erst seit ich auf LBM18 war, packte mich der Tatendrang endlich mein eigenes Projekt anzugehen. Ich wollte keine Fanfiktions mehr schreiben, sondern meine ganz eigene Geschichte. Nach Abgabe der Masterarbeit gab ich mir endlich einen Ruck und begann an meinem Manuskript zu schreiben.

 

4 bunte Steine und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Mein eigenes Projekt trägt den Arbeitstitel „4 bunte Steine“. Der Grund für diese vorläufige Namensgebung beruht auf einer Aussage eines Charakters, der in der Geschichte vorkommt.

Der Roman ist im Genre Urban Fantasy angesiedelt, der in der Fortsetzung – es steht noch nicht einmal die Rohfassung des ersten Teils – auch Züge von Romantasy annehmen wird. Dennoch bleibt das Hauptgenre dasselbe sowie der grundlegende Inhalt: die vier Elemente. Ich habe mal versucht in wenigen Worten zusammenzufassen, um was es im ersten Teil von „4 bunte Steine“ geht:

Bei dem Versuch sich ihren Pass von ihrer Exfreundin zurückholen, trifft Elli auf Jess. Die beiden sind sich direkt unsympathisch. Als Jess dann auch noch behauptet, sie wisse etwas über das Herz der Lüfte, ist ihr klar: Blondie spinnt. Doch er lässt nicht locker und identifiziert Elli als Luftbegabte. Trotz einem Haufen eigener Probleme, wie die Verfolgung durch ihre ehemalige Gang oder die bohrende Frage nach ihrer Herkunft, siegt Ellis Neugierde. Sie lässt sich auf seine Welt der Elemente ein. Aber die anfängliche Faszination für Windklingen und alte Runen schwindet schnell. Ihr neues Zuhause ist nicht nur konservativ und regelvernarrt, sondern auch verschwiegen und von Intrigen geprägt. Gerade als Elli beschließt lieber zu verschwinden, kommt sie einer uralten Verschwörung auf die Spur und plötzlich will auch sie das Herz der Lüfte finden.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Ich möchte den ersten Teil von „4 bunte Steine“ erst einmal beenden. Das ist noch viel Arbeit. Ich bin gerade dabei die Rohfassung zu schreiben und manche Charaktere müssen noch ausgearbeitet werden. Die NadNad-Reihe (s.u.) plane ich bereits mit Babsi seit Anfang des Jahres. Sie wird noch diesen Sommer starten. Ich bin gespannt, wie sie ankommt.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Neben meinem großen Urban Fantasy Projekt „4 bunte Steine“ arbeite ich immer mal wieder an Fanfiktions zu Harry Potter. Dort habe ich ein Langzeitprojekt (3 Wünsche für Hazel). Darüber hinaus quellen meine Notizbücher von Plotbunnies über.

Konkret geplant ist eine kleine Sparte direkt hier bei Babsi, liebevoll „NadNad“ getauft. Kolumnenhaft möchte ich über verschiedene Themen schreiben. Dabei geht es mir vor allem darum Gedanken und Erfahrungen zu teilen. Es gibt viele Dinge, die interessant sind und über die ich gern reden würde, wie Menstruationstassen oder als Frau in der Männerdomäne zu arbeiten. Aber auch über LGBTQ+ würde ich gern etwas berichten.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Da ich noch nichts veröffentlicht habe, was über eine Fanfiktion hinausging, ist für mich dann später sicher alles Unbekannte, wie Verlag, Werbung und Co, eine Herausforderung. Doch im Moment ist es der Schreibprozess an sich. Eine Idee zu haben ist einfach, doch diese auch in eine logische Struktur zu lenken ist wahre Kunst.

Im Schreibprozess allgemein finde ich es schwierig am Ball zu bleiben. Die Ausreden und Entschuldigungen nicht weiterzuschreiben sind vielfältig. Hinzu kommt bei „4 bunte Steine“, dass ich meine Schreibgewohnheiten geändert habe. Ich habe diesmal einiges an Zeit in die Vorarbeit investiert. Im Vergleich zu meinem sonstigen Geschreibsel, habe ich aufs Plotten verzichtet und stattdessen auf Charakterbögen, Weltenbau und ähnliches gesetzt. Natürlich habe ich eine grobe Richtung, wo es hingeht und bestimmte Vorstellungen was passieren soll. Doch dieses Mal sehe ich von einer konkreten Plotplanung ab und überlasse es von vornherein meinen Figuren die Geschichte zu beschreiten. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass sie sich ja doch nicht an meinen Plot halten, also spare ich mir die Arbeit.

Hast du eine Schreibroutine?
Schreibdates helfen oder auch früher aufstehen, um sich Zeit für wenigstens 500 Worte zu nehmen. Trotzdem passiert es schnell, dass ich nicht so viel tippe, wie ich gern wollte. Auch weil das Schreiben neben dem großen, kräftezehrenden Job geschieht.

Aber so schwierig es auch ist regelmäßig zu schreiben, noch viel schwieriger ist es nicht zu schreiben. Daher nutze ich Zugfahrten oder ähnliches für Szenenideen oder andere Kleinigkeiten, die mir später über Plotlöcher oder Schreibblockaden hinweghelfen können. Mein ultimativer Tipp: ein/e Betaleser/in! Jemanden zu haben, der sich immer alles zu deiner Idee anhört und kritische Fragen stellt, hilft unglaublich weiter.

Wie vermutliche viele Autoren habe auch ich eine Pinnwand bei Pinterest und eine Playlist bei Spotify. Extrem hilfreich sind auch Charakterbögen, die ich zwischendurch ausfüllen kann, wenn es mit der Story an sich gerade nicht weiter geht. Ich schreibe trotzdem an meiner Geschichte, auch wenn es erst einmal nur eine Personenbeschreibung ist. Das alles hilft sehr, sich wieder in Stimmung zu bringen und die Sehnsucht zu wecken, die eigene Geschichte in Händen halten zu wollen.

Ansonsten helfen mir persönlich feste Schreibtermine, ähnlich wie das wöchentliche Fußballtraining anderer, und Notizbücher voller kreativer Ergüsse. Auch versuche ich, wenn ich merke, dass ich gerade besonders große Lust aufs Schreiben habe, dann auch tatsächlich etwas zu Papier zu bringen, egal ob digital oder analog.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Es ist der Erstentwurf! Es wird sowieso nicht perfekt sein, also lass es so stehen und weiter geht’s. Hör auf ständig daran herumzudoktern, sondern schreib lieber weiter. Verbessern musst du alles sowieso noch ein dutzend Mal, aber dafür hast du Zeit, wenn die Story geschrieben ist. Bring dein Projekt erst mal zu Ende und dann mach dir Gedanken über Perfektion.

Also auf geht’s, kleine Autorin: schreiben, schreiben, schreiben. Alles andere kommt mit der Zeit. Ach, und suche dir Leidensgenossen! So völlig allein am PC zu tippen ist zwar nötig, aber auf Dauer eher mühsam, wenn man sich nicht darüber austauschen kann.

Oh, und Fanfiktions sind ein großartiger Einstieg in die Welt des Schreibens. Es gibt genügend Websites, wo man sie veröffentlichen kann und mit anderen Schreiberlingen in Kontakt kommt. Also nur Mut und glaub an dich, meine Liebe.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich bewundere Autoren, die ein ganzes Universum erschaffen haben, wie J.K. Rowling. Auch die Schreiberlinge auf Twitter, die darüber berichten wie ihre Schreibarbeit, Veröffentlichung und ähnliches laufen, motivieren mich. Aber ein direktes Vorbild habe ich nicht. Kurz gesagt: mit anderen Autoren im Austausch zu stehen, das spornt mich mehr an als irgendjemand Unbekanntes, von der/dem ich „nur“ das fertige Buch gelesen habe.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Genügend Zeit für meine Leidenschaft haben. Ich liebe das Schreiben, es gehört zu mir. Darum wünsche ich mir vor allem Freiraum dafür zu haben. Als Ziel steht fest: ein Buch, eine eigene Geschichte, veröffentlichen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Auf FanFiktion.de habe ich hin und wieder gelesen, dass die/der ein oder andere Leser/in mit meiner Protagonistin mitgefühlt hat. Ich hatte es geschafft mit meinen Worten Emotionen zu erzeugen, wie Wut, Traurigkeit oder Nervosität. Das war wahnsinnig toll zu lesen, dass man eine fiktive Figur erschaffen hat, der etwas ausgedachtes wiederfahren ist, was wiederum bei jemand völlig Unbekanntem zu Gefühlsregungen geführt hat. Total verrückt, was Worte von mir bewegt haben.

Direkt danach kommt, wie viele Leser mir rückgemeldet haben, dass ich spannend erzähle. Gerade die lange, unfertige Fanfiktion: insbesondere neue Leser, die sich dann zu Wort melden, sagen, dass sie die Geschichte bis zum aktuellen Stand in einem Rutsch durchgelesen haben. Das ist auch total schön zu hören.

Diese beiden Dinge habe ich nun schon einige Male gesagt bekommen. Das macht mich stolz und lässt mich selbst jetzt, da ich mich nur daran zurückerinnere, breit grinsen. Irgendwas muss ich richtig machen bisher und daran halte ich fest, wenn es gerade mal wieder nicht so optimal vorangeht mit dem Schreiben. <3

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus „4 bunte Steine“:

Für einen unendlichen langen Moment konnte Elli sich vom Anblick der Männer nicht losreißen, die aufeinander einprügelten. Sie verspürte Reue, dass sie den Zweien eine Überzahl an Angreifern aufgehalst hatte. Doch als ihr Blick auf den unbewachten Eingang des Clubs fiel, war ihr schlechtes Gewissen verflogen.

Mit dem Ziel vor Augen hastete Elli los. Hinter sich hörte sie wilde Beschimpfungen und Stimmen durcheinanderrufen. Es war nicht mehr weit, nur noch ein paar Schritte, dann war es endlich geschafft. Ihr Plan funktionierte! Sie war so gut wie drinnen.

„Hey, kleine Lufti!“, grollte eine tiefe Stimme hinter ihr und ließ sie zusammenzucken. Entgegen ihres besseren Wissens drehte sie sich um.

Es war Blondie, der sie mit Blicken zu erdolchen versuchte. Ihm klebte das nasse Haar im Gesicht und Blut tropfte von seiner Nasenspitze. Mit dem Handrücken wischte er es weg und fragte: „Wem unterstehst du, Lufti?“

„Niemandem“, war alles was Elli herausbrauchte, während sie sich gleichzeitig fragte, warum er sie Lufti nannte.

Die Stirn krausziehend machte er den Anschein, als wollte er zu ihr herüberkommen. Doch da bekam ihn der Türsteher Heinz zu fassen. Unerbittlich schlang er seinen kräftigen Arm um Blondies Hals. Trotz des Würgegriffs wandte dieser den Blick nicht von Elli ab. Jetzt flogen auch Heinz‘ Augen hoch und bemerkten sie.

Der Schock ließ sie erstarren und ihren Herzschlag aussetzen. Dann wirbelte Elli herum und rannte blindlings hinein in den Club. Hinter sich hörte sie die Worte: „Folg ihr!“

Verdammte Scheiße!

Nackte Angst ergriff Besitz von Elli, doch sie hatte keine Zeit dafür. Sie drängte sich selbst weiterzugehen und bloß nicht zurück zu sehen. Das eklige Gefühl der lähmenden Furcht raubte ihr den Atem und benebelte ihr die Sinne. Entschlossen presste sie Luft in ihre Lunge. Sie würde die Panik nicht zulassen! Es gab nur diese eine Chance ihren Ausweis von Cato zurück zu holen.

In Gedanken war sie bereits im Flur des Büros ihrer Exfreundin. Sie dachte an die Sicherheitsvorkehrungen, die sie umgehen musste, als sie zu scharf um die Ecke bog und ausrutschte. Elli strauchelte, fiel fast, stoppte aber nicht. Ohne sich umzusehen, hetzte sie weiter.

Hatte Heinz sie erkannt? Kam er ihr tatsächlich nach? Was sollte sie dann tun? Gegen Heinz half ihr auch das mickrige Taschenmesser nichts. Das hätte er ihr schneller abgenommen, als sie es öffnen könnte.

Gottverdammte Scheiße!

 


Nadja

 

Bisher ist noch keine Veröffentlichung geplant.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Catherine Strefford #ProjektArbeitstitel

Catherine Strefford #ProjektArbeitstitel

Catherine Strefford #ProjektArbeitstitel

Ich bin immer wieder begeistert wie vielfältig die Menschen sind, die ich bei #ProjektArbeitstitel vorstellen darf. Heute Bloggerin, Grafikdesignerin (auch Buchcover!) und Autorin: Catherine Strefford!

Hallo, ich bin Catherine Strefford, noch unveröffentlichte Autorin und ich schreibe zur Zeit an meinem ersten Roman. Nun ja, jedenfalls der erste, der veröffentlicht werden soll.

Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht mehr so recht, wie das mit dem Schreiben überhaupt angefangen hat. Aber die erste Geschichte die ich geschrieben habe, an die ich mich bewusst erinnern kann, hieß „Soap Girls“ und handelte von meiner Cousine und mir und unserer Topkarriere als Girlband. Geschrieben auf der Schreibmaschine meiner Oma. Die Geschichte habe ich nie fertig gestellt und auch aus der Girlband ist nichts geworden … 😀
Später habe ich Fanfictions geschrieben. Oh ja, von mir geistern zwei Kim Possible Fanfictions im Netz herum. Ich habe auch mal ein Drehbuch für einen Friends-Film geschrieben. Und ein Theaterstück über eine Zahnfee und einen heimtückischen Zahnarzt (das möchte ich demnächst mal in Romanform umschreiben).

Ich habe viel ausprobiert, viel angefangen, nur wenig zu Ende gebracht. Das Schreiben war immer ein Hobby, nichts von dem ich dachte, daraus könnte man was machen, damit könnte man Erfolg haben. Andererseits war der Beruf den ich in Freundebücher eingetragen habe fast immer: Autorin. (Wenn nicht Autorin, dann Malerin, aber der Zug ist wirklich abgefahren. ^^)

Also habe ich 2017 die Ärmel hochgekrempelt und den Stift wieder aufgenommen. Beim damaligen NaNoWriMo habe ich die Rohfassung von „Better World Project“ geschrieben, welches eigentlich mein Debüt werden sollte. Aber es fühlte sich noch nicht richtig an. Es musste noch mal zur Seite und „Nur kurz leben“ durfte vortreten – mein aktuelles Projekt.

 

Nur kurz leben und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Gerade arbeite ich an meinem Debüt „Nur kurz leben“, ein Entwicklungsroman mit Road-Trip-Touch. Es geht um Richie, der die Schnauze voll hat von seinem Leben. Es läuft einfach nicht so richtig. Das Gras auf der anderen Seite ist immer grüner. Darum raubt er eine Tankstelle aus und will sich in den Süden absetzen. Um schnell dorthin zu kommen, klaut er ein Auto. Zu spät fällt ihm sein Fehler auf: Leon, der auf der Rückbank geschlafen hat und den er nun nicht mehr los wird. Den Rest müsst ihr dann selbst lesen, wenn es soweit ist. 😉

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Als Selbermacherin habe ich mich entschieden das Buch ohne Verlag im Rücken zu publizieren, also als Selfpublisherin. Dafür muss noch einiges geplant und gemacht werden:  aktuell stecke ich Hals über Kopf in der Überarbeitung, da ich „Nur kurz leben“ Ende Mai an meine Testleser übergeben möchte, parallel überlege ich mir bereits eine Marketing-Strategie und wie ich das Buch bewerbe, zudem ist für den Spätsommer/Herbst eine Crowdfunding-Kampagne vorgesehen, mit der ich das Lektorat finanzieren möchte und wenn alles nach Zeitplan läuft, soll „Nur kurz leben“ nächstes Jahr um diese Zeit veröffentlicht werden.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich kann mich für vieles begeistern: Gegenwartsliteratur, Fantasy, Dystopien, Science Fiction und mag mich auch gar nicht festlegen, was das Genre angeht. Ich handhabe es da lieber wie Matt Haig, der mal sagte: be your own genre.
„Nur kurz leben“ ist ein Entwicklungsroman, während „Better World Project“ eher gesellschaftskritisch ist, mit minimalem dystopischen Touch, „Edward van Fear“ ist eher übersinnlich geprägt, während das Theaterstück mit der Zahnfee ein Gruselmärchen ist.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ich kenne noch nicht alle Herausforderungen, die einem von der ersten Idee bis zum fertigen Buch in der Hand und der Vermarktung so bevorstehen. Aber ich glaube, das eine der schwierigsten Herausforderungen immer sein wird, sich nur auf ein Projekt zu konzentrieren. Die anderen so lange in der Schublade zu behalten, dass sie einen nicht ablenken und man am Ende nicht eine Autorin mit zig unveröffentlichten Rohfassungen ist. Man fühlt sich immer ein bisschen wie eine Rabenmutter, wenn man die anderen Ideen immer so wegstoßen und vernachlässigen muss.

Hast du eine Schreibroutine?
Für gewöhnlich schreibe/überarbeite ich morgens 1-2 Stunden, bevor ich mich dann an meine Arbeit als Gestalterin mache. Das klappt auch meistens ganz gut. Wenn eine Deadline näher rückt, dann räume ich mir auch tagsüber mehr Zeit ein. Das ist das schöne, wenn man selbstständig arbeitet, man kann sich die Zeit so einplanen, wie man sie braucht.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Schreibe jeden Tag, höre niemals auf, alles ist subjektiv und glücklich und zufrieden sein ist wichtiger als ein Job, der viel Geld bringt.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Im Grunde begeistert, motiviert und inspiriert mich jeder Mensch, der aus seinem Können etwas macht. Der begriffen hat, dass Erfolg nichts damit zu tun hat, dass es einem einfach in den Schoss fällt, sondern dass man hart für seine Träume und Ziele arbeiten muss und das auch tut. Es gibt nichts motivierendes als sich mit so Jemandem zu unterhalten.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Weiterhin viel, viel Schreiben und mein Debüt und noch viele weitere Bücher veröffentlichen. Ich würde mich sehr freuen, wenn irgendjemandem meine Geschichten genau so sehr gefallen, wie sie mir gefallen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Mit Kurzgeschichten habe ich bisher erfolgreich an zwei Wettbewerben teilgenommen, das war schon sehr toll. Aber noch schöner war, als ich eine Kurzgeschichte zum Testlesen an die liebe Antonie (auch bekannt als @lesewahn) geschickt habe und nicht nur eine, sondern gleich VIER begeisterte Mails als Rückmeldung bekam. Das war schon wirklich toll!

 

Eine kleine Kostprobe…

Ein Ausschnitt aus „Nur kurz leben“:

Es dauert kaum zehn Minuten, bis ich die Küste sehen kann. Die Sonne geht langsam unter, trotzdem sind noch immer viele Menschen unterwegs. Vermutlich nicht die beste Idee, in einen Urlaubsort zu flüchten. Aber flüchte ich überhaupt noch? Oder zögere ich nur hinaus?
Ich parke den Wagen an einer Böschung, vermutlich Halteverbot, aber es juckt mich nicht weiter. Ich schüttle Leon vorsichtig an der Schulter, aber er schläft tief und fest. Ich lasse ihn schlafen. Er wird mich schon finden. Ich hole eine Packung mit Eclairs und eine Flasche Cola aus dem Kofferraum. Dann gehe ich in den Sonnenuntergang. Fühle mich wie einer dieser Westernhelden und verstehe nun genau, warum sie die immer in den Sonnenuntergang reiten lassen.

Der Weg ist steil und ein paar Mal rutsche ich fast ab und befürchte, dass ich mir den Hals breche, ehe ich da bin, aber dann endlich wird es eben und das Gestrüpp wird weniger. Das Gras wird abgelöst von Sand und vor mir die unendliche Weite irgendeines Ozeans. Geografie war nie so mein Ding.
Ich gehe ganz nah ans Meer und setze mich dort in den Sand. Ziehe die Schuhe aus, so dass ich mit meinen Zehen im Sand graben kann. Ich esse einen Eclair und dann noch einen. Denn wann sitzt man schon mal am Meer, sieht zu wie die Sonne untergeht und die Sterne zu leuchten beginnen und isst einfach nur einen Eclair? Viel zu selten.

Als von der Sonne nur noch ein bisschen rot am Horizont übrig ist, lege ich mich in den Sand. Sehe den Sternen beim Leuchten zu. Versuche sie zu zählen. Dabei das stetige Rauschen des Meeres in den Ohren. Und das erste Mal seit einer Unendlichkeit, bin ich einfach zufrieden. Vielleicht sogar glücklich. Es ist egal, ob sie mich wegen dem Tankstellen-Geld einsperren oder denken ich habe einen Jungen entführt. Es ist egal, dass ich nicht weiß, was ich eigentlich möchte und was morgen oder übermorgen vielleicht sein wird. Alles nicht wichtig. Wichtig ist nur das hier.


Catherine Strefford

Aktuell steht noch kein Datum für eine Veröffentlichung fest.

 

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Julia von Rein-Hrubesch #ProjektArbeitstitel

Julia von Rein-Hrubesch #ProjektArbeitstitel

Julia von Rein-Hrubesch #ProjektArbeitstitel

Heute habe ich eine Autorin, die auf meinem Blog schon das ein oder andere Mal aufgetaucht ist. Sie ist einer meiner liebsten Buchmenschen überhaupt: Julia von Rein-Hrubesch! Ihre Bücher „Dein Paradies wächst“ und „Das Flüstern der Pappeln“ habe ich auch bereits rezensiert.

Hallo! Mein Name ist Julia. Die Frage „Wer bist du“ amüsiert mich, obwohl sie eigentlich eine sehr schwierige Frage ist. Man ist gezwungen, über sich nachzudenken und das, was man gefunden hat, auf einen Punkt zu bringen. Ich versuche das mal: Ich bin ein Mensch voller Emotionen, Kreativität und Liebe.

Angefangen zu schreiben … hm. Ich erinnere mich an Aufsätze, an denen ich die größte Freude hatte, während meine Mitschüler darüber stöhnten. Ich sollte mal eine Beschreibung eines Ölgemäldes als Hausarbeit machen, die die Lehrerin nicht benoten wollte, weil sie nicht glaubte, dass sie von mir sei. Ein Buch habe ich mit 11 Jahren angefangen zu schreiben, aber da habe ich nur den Anfang geschafft, das schien mir viel zu anstrengend. Erst mit Zwanzig habe ich das wieder aufgenommen und dann dafür gebrannt. Seitdem empfinde ich das Schreiben tatsächlich als meine Berufung. Ich habe mehrere Romane und Kurzgeschichten im Selfpublishing veröffentlicht.

 

Fallendes Wasser und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Zurzeit schreibe ich an „Fallendes Wasser“, eine Geschichte, in der eine junge Frau als Ferienjob in einem verlassenen Anwesen arbeitet, da dies verkauft werden soll. Als dort Türen schlagen und seltsame Dinge geschehen, ist sie wie besessen davon, herauszufinden, was in diesem Haus passiert ist. Sie ist sich sicher, dass das Anwesen und die Geister, die es bewohnen, ihr etwas mitteilen wollen. Mir gefällt der Gedanke, dass die Frau sich nicht fürchtet, wie es uns gern in diesen Geschichten erzählt wird. Sie ist neugierig und auch ein bisschen naiv, und sie bekommt Hilfe von einer sehr interessanten Figur, deren Persönlichkeit für mich eine Herausforderung ist.

Dann gibt es noch „Monster“, die Erzählung von Lise, die jeden Abend Kekse unter ihr Bett stellt. Eines Tages verschwindet der Großvater ihres besten Freundes, und sie ist sicher, dass er sich in der Welt der Monster aufhält. Diese Geschichte liegt in den letzten Zügen, sie ist bald fertig.

Und dann freue ich mich auf Hennie, eine meiner liebsten Figuren. „Das Flüstern der Pappeln“ ist mein beliebtestes und bestverkauftes Buch, was lustig ist, da ich Hennie anfangs überhaupt nicht mochte und dachte, dass es dem Leser genauso geht. Auch ist es das einzige Buch, das ich nicht an einen Verlag schickte, sondern gleich selbst herausbrachte. „Im Rauschen der Weiden“ ist die Fortsetzung von „Das Flüstern der Pappeln“. Ein Mammutprojekt, da ich den ersten Teil noch immer für mein bestes Werk halte. Es ist dicht und bringt alles auf den Punkt ohne Schmuck. Hach.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Ich schreibe zu jedem Projekt ein Exposé. Das mache ich sehr gern, es hilft vor allem zu sehen, ob man das, was man sagen will, auch tut. Wie ein Filter oder ein Trichter. Ich nenne es auch Bericht schreiben. Genauso wie ein Klappentext. Beides entsteht bei mir parallel zur Geschichte, ich empfinde es als Hilfsmittel. Ist das Exposé irgendwann final, schicke ich es zu Verlagen. Bisher habe ich das nicht immer gemacht, doch für die Zukunft ist das mein Plan.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ähm, da bräuchte ich viel Platz. Ich bin ein Ideen-Monster. Ich habe einen ganzen Ordner voll von Entwürfen, die ich alle ganz hervorragend finde. Ich denke, nach den genannten Projekten widme ich mich der Fantasy, da habe ich was in Planung. Das ist allerdings so riesig, dass ich mich ein wenig fürchte. Ich brenne schnell, doch das Feuer stets zu halten, ist dann schwierig.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Es dauert. Man muss geduldig sein. Das ist schwer für mich. Ich will mich immer gleich ins nächste Projekt stürzen, da bin ich extrem lustgesteuert. Und: Setze auf Profis! Ich habe Lektorat, Satz und Cover machen lassen. Das find ich unheimlich wichtig, und das Ergebnis war so … extrem befriedigend. Es gibt nichts anderes mehr für mich.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Ich schreibe anders. Das Handwerk hat sich geändert. Weiterentwickelt. Ich möchte sagen, dass ich immer besser werde, was ja auch wichtig ist. Das Schreiben lernt man immer weiter, da ist man nie fertig. Ich schreibe langsamer, dafür sorgfältiger. Früher schrieb ich wie besessen und sortierte dann aus. Jetzt prüfe ich jeden Satz mehrmals auf seine Daseinsberechtigung, bevor ich ihn aufschreibe. Das ist anstrengender. Doch ich bin sehr zufrieden damit.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Oh, das ist einfach: Kontinuierliches Arbeiten und Marketing. Letzteres bekomme ich einfach nicht hin, ich weiß nicht, ob man dafür ein bestimmter Typ sein muss. Das kontinuierliche Arbeiten ist ein Prozess, an dem ich arbeiten kann, ich trainiere immer und immer wieder. Doch Vermarkten nicht. Das ist auch einer der Gründe, warum ich vermehrt Exposés verschicken werde.

Hast du eine Schreibroutine?
Diese Frage ist schon schwieriger zu beantworten. Das letzte Jahr habe ich damit verbracht, eine gute Routine zu finden. Überhaupt eine. Früher habe ich geschrieben, egal wie laut oder chaotisch es war. Ich erinnere mich an wuselnde Kinder und Lärm, und ich habe eine ganze Fantasy Reihe geschrieben. Heute kann ich das nicht mehr. Ich brauche Ruhe und Ordnung. Mann, klingt öde, oder? Und ich brauche einen ganzen Tag, um den Kopf frei zu kriegen. Ab September habe ich einen festen Schreibtag in der Woche. Ich bin sehr gespannt!

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Mach weiter. Schreib mehr Bewerbungen. Mehr. Mehr. Mehr.

Wie ist es, gemeinsam mit anderen ein Buch zu schreiben?
Es ist toll! Als würden sich ständig Türen öffnen, die man vorher nicht sah. Die man sich nicht mal vorstellen konnte. Zusammen schreiben bereichert und bringt Wissen. Schwierig ist, wenn man eine gewisse Vorstellung vom Text oder der Figuren hat und der Co-Autor es dann anders macht. Da muss man flexibel sein und nicht steif. Auch das kann ein Lernprozess sein.

 

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Leser*innen! Wenn ich eine begeisterte Leserstimme höre, springe ich gleich auf und schreibe. Ich glaube, es wird unterschätzt, was begeistertes Lesen mit uns Autoren macht. Vor allem Hennie aus „Das Flüstern der Pappeln“ hat mich fasziniert, das tut sie noch immer. Mir erzählen Leser*innen, wie sehr sie sich mit ihr identifizieren können. Das macht mich so selig.

Autor*innen! Autor*innen, die sich gegenseitig interviewen zum Beispiel. Zusammen zu schreiben, zusammen zu planen, ist unheimlich motivierend. Gegenseitig Werke analysieren. Vor allem Magret Kindermann, Nika Sachs und Vanessa Glau möchte ich hier nennen. Sie sind meine Motivationsriege.

Echte Menschen! Ihr Leben, ihre Ansichten, ihr Handeln.

Menschen, die Kunst machen! Musik! Ich habe unzählige Kurzgeschichten, die ich nach Songs geschrieben habe, vor allem nach Wintersleep. Und ich hab einen ganzen Roman nach „Deep below the earth“ von Matthew and the atlas geschrieben. Kunst allgemein, dahinter stecken ja auch Menschen. Esther Wagner zum Beispiel, ihre Bilder erzählen Geschichten, die man sofort aufschreiben möchte. Caspar David Friedrich malt ganze Universen voller Geschichten. Mich fasziniert oft die Atmosphäre, sie ist pure Inspiration. Reisen ist ebenfalls inspirierend, sagt ja jeder, aber das ist nun mal so ;).

Vorbilder habe ich nicht wirklich. Ich bin großer Fan von King, weil er Bilder im Kopf malt wie kein zweiter. Und weil er Dialoge kann. Ich bewundere jeden Autor, der Dialoge schreibt, die man einfach so überfliegt, ohne zu stolpern. Das ist sehr schwer. Zurzeit lese ich „Geisternächte“ von André Mumot, da sind Dialoge drin, die ich mehrmals lese, weil sie vom Handwerk so gut sind. Man kann also sagen, ich habe auch „aktuelle Vorbilder“. Und ich bin großer Hesse Fan, weil ich mich von seinen Texten verstanden fühle. Matt Ruff finde ich großartig, und Joselyne Saucier. Sie zählen auch als Vorbilder.

Bäume sind zwar keine Menschen, doch die muss ich unbedingt nennen. Die Natur, die Erde, auf der wir leben, sind oft große Inspiration für mich.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mach weiter. Schreib mehr Bewerbungen. Mehr. Mehr. Mehr.“ – Das! Vor allem will ich das mit dem festen Schreibtag hinkriegen. Organisatorisch habe ich das bereits. Nun müssen Disziplin und Kontinuität folgen. Und ich will damit glücklich sein.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Mir hat mal eine Leserin auf der Straße hinterhergerufen, was für ein wundervolles Buch „Das Flüstern der Pappeln“ doch sei. Noch heute kommt mir dieser Moment unwirklich vor, eine Begebenheit, die man sich wünscht, und wenn sie dann eintrifft, kann man es kaum glauben. Und ich habe eine Mail von einem Verlag bekommen, eines meiner Projekte betreffend. Mehr kann ich da noch nicht verraten. Das war natürlich auch ein wahnsinnig aufregend Gefühl!

 

Eine kleine Kostprobe…

Sehr gern! „Fallendes Wasser“, (Psycho)Thriller + Entwicklungsroman

Es wurde viel zu schnell dunkel.  Madeleine trug den Tee und die Gebäckstücke, die sie in der Speisekammer gefunden hatte, auf einem Tablett in das Gärtnerhaus. Ihre Laptoptasche hängte sie um.

Edda nannte es Gästehaus, doch der andere Name gefiel Madeleine besser. Sie mochte die Vorstellung, in dem Häuschen zu wohnen, in dem einst der Gärtner von Fallendes Wasser gelebt hatte, auch wenn das einige Jahre zurücklag. Und sie war gespannt auf die Dame, die sich um die Rosen kümmerte. Vor ihrem inneren Auge tat sich ein Bild auf, wie sie zusammen im Pavillon saßen und Kaffee tranken und von Fallendes Wasser schwärmten. Wie sie wohl aussehen mochte, die Gärtnerin? Sicher trug sie einen geflochtenen Hut mit breiter Krempe und einem Band darum.

Das Gärtnerhaus stand schräg hinter dem Hauptgebäude. Es zeigte sich umringt von Birken und Sträuchern, doch nicht versteckt. Weiter hinten befanden sich Stall und Scheune, auf der anderen Seite der kleine See.

Madeleine seufzte, als sie den passenden Schlüssel suchte. Dies war ein Traum. Wie konnte man diesen Ort freiwillig verlassen? Sie wusste nicht, wo die Stampsons jetzt lebten. Überhaupt hatte sie keine Informationen über den Fortgang der Familie. Bei der Recherche hatte sie nur Zeitungsartikel über Pferderennen gefunden. Die Stampsons waren passionierte Reiter gewesen. Sicher haben sie sich zerstritten, dachte Madeleine. Und dann sind sie fortgegangen, weil sie sich nicht einigen konnten, wer Fallendes Wasser bekommt. Das, oder es spukt.


Julia von Rein-Hrubesch

 

Einen Buchtrailer zu „Das Flüstern der Pappeln“ gibt es hier:

Ihre bisherigen Veröffentlichungen:
  • Das Flüstern der Pappeln, auf amazon* kaufen
  • Dein Paradies wächst, auf amazon* kaufen

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Reni Rubin #ProjektArbeitstitel

Reni Rubin #ProjektArbeitstitel

Reni Rubin #ProjektArbeitstitel

Kinderbücher habe ich gar nicht so sehr auf dem Schirm, auch wenn ich sie meistens total niedlich und wunderbar finde. Wie gut, dass Reni Rubin heute in #ProjektArbeitstitel von ihren Werken berichtet!

Hallo, mein Name ist Verena (unter Freunden auch Vreni oder Reni) und ich schreibe Kinderbücher.

Das Schreiben begleitet mich seit meiner Teenagerzeit, in der ich meine Tagebücher mit Gedichten und Geschichtenschnipseln gefüllt und meine Lieblingsbücher weitergesponnen habe, weil ich nicht wollte, dass sie enden. Inzwischen hat sich viel getan. Neben zahlreichen Geschichten, die ich geschrieben habe und die wohl niemals die Schublade verlassen werden, habe ich meine Vorliebe für das Schreiben von Kinderliteratur entdeckt. Ich möchte vor allem bei den Jüngsten die Lust am Lesen wecken und hoffe natürlich, dass mein Debüt diesem Anspruch gerecht wird. Die Geschichte um Oskar, den kleinen Vampinguin, soll noch diesen Sommer bei BoD, also im Self Publishing erscheinen.

Oskar, der kleine Vampirpinguin und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Just in diesem Augenblick ist mein Kinderbuch „Oskar, der kleine Vampinguin. Die Suche nach dem verschwundenen Verband“ in der Mache.

Wie der Titel bereits verrät, geht es um den kleinen Vampinguin Oskar – ja, er ist Pinguin und Vampir in einem –, der sich gemeinsam mit seiner besten Freundin Ursi, einer Vampirfledermaus, auf die Suche nach dem verschwundenen Verband der Mumie Anubis macht. Auf ihrem Weg quer durch Schreckenberg begegnen sie nicht nur einer Nixe, sondern auch einer diebischen Elster. Aber entgegen der naheliegenden Vermutung hat diese nichts mit dem Diebstahl zu tun. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Wer also wissen möchte, was hinter dem Diebstahl steckt, der sollte unbedingt mein Buch kaufen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Während ich dies hier schreibe, befindet sich das Manuskript von „Oskar, der kleine Vampinguin. Die Suche nach dem verschwundenen Verband“ zum zweiten Mal bei der Lektorin. Danach wird es noch komplett illustriert, worauf ich mich schon besonders freue. Ich hoffe, dass alles bis zum Sommer 2019 steht, sodass ich das Buch dann veröffentlichen kann.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe noch einige Ideen rund um Oskar und seine Freunde und würde gerne eine kleine Reihe dazu schreiben und veröffentlichen. Außerdem möchte ich unbedingt einmal einen Kinderroman herausbringen. Geschrieben habe ich schon einige, aber die sind leider nicht veröffentlichungswürdig.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Bei Romanprojekten fällt es mir zwischendurch oft schwer, dran zu bleiben und weiterzuschreiben. Wenn es mal wieder soweit ist, wechsle ich oft das Projekt, um etwas Abstand zu bekommen. Nach ein paar Wochen oder manchmal auch Monaten läuft es dann meist wieder besser.

Hast du eine Schreibroutine?
Nein, ich besitze keine Schreibroutine. Vor der Geburt meines Sohnes habe ich es einige Zeit versucht, doch das war einfach nichts für mich. Ich will mir da auch gar keinen Druck machen, denn ich weiß, dass es mir den Spaß an der ganzen Sache nehmen würde. Manchmal schreibe ich ein paar Tage nicht, manchmal ganze Wochen oder gar Monate. Das mag für einige Autor*innen vielleicht frustrierend sein, für mich war es das anfangs auch. Aber ich habe inzwischen eingesehen, dass ich diese Schreibpausen brauche, wenn ich weiterhin kreativ und mit Freude dabei sein möchte. Und das ist für mich die Hauptsache. Geld verdienen steht für mich (noch) nicht im Vordergrund, denn dafür habe ich einen Brotjob, dem ich gerne nachgehe. Da ich keinem Verlag verpflichtet bin, stehe ich auch nicht so unter Druck, etwas liefern zu müssen. Das ist vielleicht auch gut so.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Setz dich nicht zu sehr unter Druck. Der erste Entwurf muss nicht perfekt sein, dafür ist die Überarbeitung da!

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Vorbilder gibt es viele. Da wären Cornelia Funke, Astrid Lindgren, Enid Blyton, Jostein Gaarder, Otfried Preußler oder auch Anja Kiel (@anjakielautorin), um nur einige zu nennen. Inspiriert werde ich vor allem durch den kleinen Menschen, der seit einiger Zeit mein Leben bereichert. Gute Bücher zu schreiben, die er später stolz mit seinen Freunden teilt, motiviert zudem ungemein.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Wunsch ist es, dass die anstehende Veröffentlichung reibungslos verläuft und ich mit der Geschichte zumindest einige Kinder glücklich mache. Ich hoffe auch, dass mir die Inspiration nicht ausgeht, damit ich weiterhin spannende Geschichten schreiben und veröffentlichen kann. Ein Ziel, das aber noch in weiter Ferne liegt, wäre es, irgendwann zumindest teilweise vom Schreiben leben zu können. Aber davon träumen wahrscheinlich die meisten Autor*innen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als ich die ersten Illustrationen zu meinem Kinderbuch gesehen habe, die fast eins zu eins den Vorstellungen in meinem Kopf entsprochen haben. Ich bin so froh, dass mir Risto (@Risto_Licious) von meiner Lektorin empfohlen wurde! Danke noch mal an dieser Stelle, liebe Marieke (@textzucker)!

 

Eine kleine Kostprobe…

Da das Kinderbuch selbst nur aus rund 4500 Wörtern besteht, gibt es hier nur einen kurzen Auszug aus der aktuellen Lektoratsrunde. Seht es mir also nach, wenn der Text noch nicht perfekt ist.

Mit einem Mal schießt ein Vogel auf sie zu. […] Bei jedem Flügelschlag stoßen die vielen Becher, Armbänder und Ketten aneinander, die der Vogel mit sich trägt. Unter lautem Getöse landet er neben den Freunden auf dem Boden. Das muss Pica, die Elster sein.

»Wer seid ihr? Und was macht ihr hier?«, fragt sie mit schriller Stimme.

»Ich bin Oskar und das ist meine Freundin Ursi«, murmelt der kleine Vampinguin und geht einen Schritt zurück. Die Elster ist viel größer als Ursi und er. Und ihre Stimme macht ihm Angst. Oskar versucht, ganz fest an sein Versprechen an Anubis zu denken. Er nimmt allen Mut zusammen und ruft: »Gib den Verband zurück, den du Anubis gestohlen hast!«

»Wir wissen, dass du ihn hast«, stimmt Ursi ein. Beim Anblick der Elster hat sie sich entschlossen, ihrem Freund weiterhin beizustehen. »Wir haben das hier in deinem Nest gefunden.« Sie zeigt der Elster das Stück Stoff.

Pica sieht sie mit großen Augen an. Dann bricht sie in schrilles Gelächter aus.

»Warum lachst du?«, fragt Oskar und legt die Stirn in Falten. »Ein Dieb zu sein ist nicht lustig.« Doch die Elster lacht nur noch lauter.

»Hör auf zu lachen!«, fordert Ursi. »Bestimmt hast du die Sachen dort auch gestohlen.« Sie deutet auf den Schmuck und die silbernen Becher auf dem Boden. Das Lachen verstummt.

»Das geht euch gar nichts an!« Hastig versucht die Elster, ihre Schätze hinter sich zu schieben.

»Gib uns den Verband zurück!«, fordert Oskar erneut.

»Wie kommt ihr darauf, dass ich ihn habe? Nur weil dieser Fetzen Stoff bei mir im Nest lag?«

»Ja«, sagt Oskar. Ursi nickt.

»Und was soll ich bitte mit einem Verband anfangen? Er glänzt ja nicht einmal«, kreischt die Elster und verzieht das Gesicht. »Ich habe ihn nicht gestohlen.«

»Wieso sollen wir dir glauben?«, fragt Ursi. »Du bist eine Diebin!«

»Wenn etwas nicht glänzt und funkelt, stehle ich es auch nicht« […].

 


Reni Rubin

 

Ihr Debüt wird vorraussichtlich im Juli erscheinen.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Christin Lindner #ProjektArbeitstitel

Christin Lindner #ProjektArbeitstitel

Christin Lindner #ProjektArbeitstitel

Was ich an #ProjektArbeitstitel auch wirklich bereichernd finde – ich lerne nicht nur gute Bekannte und Freunde noch besser kennen, sondern auch jede Menge neue Menschen. Heute: Christin Lindner!

Ich bin Christin Lindner, 38 Jahre alt, bin verheiratet, habe 2 Kinder und einen Hund.

Ich schreibe Liebesromane oder wie man vielleicht auch sagt Romance. Die Protagonisten meiner Geschichten sind ganz normale Leute und meine Deichkicker-Reihe spielt in meiner Heimat Bremen-Nord.

Tatsächlich habe ich erst 2016 mein erstes Buch veröffentlicht.

Bücher gehören seit jeher zu meinem Leben dazu und ich habe immer schon mal Gedichte und kurze Geschichten geschrieben. Auch als Kind. Meine Aufsätze wurden in der Schule auch in Bezug auf Einfallsreichtum und interessante Inhalte gelobt. Das Schreiben eines Buches gehörte definitiv zu den Dingen, die ich unbedingt machen wollte, aber wie das so ist, ist es ein Wunsch, der mehr so im Hintergrund schwelt. Ich habe mich nicht näher damit beschäftigt.

Dann hatte ich lustigerweise einen Traum, bin aufgewacht und hab gedacht „das wäre eine tolle Szene für ein Buch“. Ich habe diese aufgeschrieben und dann ein Buch drum herum geschrieben. Die Geschichte war innerhalb von 14 Tagen fertig. Bis ich es veröffentlicht habe, hat es allerdings noch etwas gedauert. Es musste ja noch überarbeitet werden, das Cover gestaltet werden. Derzeit sind „Ein turbulentes Jahr“, sowie „Freiheit für Hannah“ nicht auf dem Markt. Ich möchte sie noch einmal unter Berücksichtigung meiner bisherigen Erfahrungen überarbeiten und dann neu veröffentlichen.

Wie bereits erwähnt, sind schon ein paar meiner Bücher auf dem Markt. Derzeit meine Deichkicker-Reihe, die seit kurzem aus vier Bänden besteht: 1. Mitten in die Elf 2. Und dann kam alles anders … 3. Lack und Vorurteile, 4. Anstoß zum Glück. Der vierte Band ist gerade erst erschienen.

 

Deichkicker und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich kann ehrlich gesagt gar nicht so schnell schreiben, wie mir meine Ideen kommen. Eigentlich wollte ich meine Deichkicker-Reihe erst einmal ruhen lassen und mich auf andere Dinge konzentrieren, mal etwas ganz neues starten, doch nun habe ich schon das Gerüst für Band 5, in dem Andrés Schwester im Vordergrund steht und seit Band 1 schwelt in meinem Kopf schon eine weitere Geschichte über den Torwart der Fußballmannschaft herum, die auch irgendwann zu Papier gebracht werden musss.

Wie schon erwähnt möchte ich „Ein turbulentes Jahr“ und „Freiheit für Hannah“ überarbeiten, wobei mir vor allem zweiteres besonders am Herzen liegt. Die Geschichte gefällt mir einfach. Und darum geht es:

Hannah lebt in ihrer Beziehung zu Michael in ständiger Angst vor seinen Misshandlungen. Sie sieht keinen Ausweg ihrer Misere zu entkommen. Als in die Wohnung gegenüber ein fröhlicher und gut aussehender junger Mann einzieht, wird Michael grundlos misstrauisch. Hannah lernt den neuen Nachbarn Marco jedoch ohne sein Wissen kennen und erfährt im Laufe der Zeit mysteriöse Dinge über ihn.

Der Wunsch, Michael zu verlassen und ein Leben ohne Angst zu führen, wird immer größer. Eines Tages reicht es und sie verlässt ihn mit Hilfe ihrer Freundin. Doch leider läuft nicht alles wie geplant und sie beschließt, die Stadt zu verlassen.

Auch Marco muss die Stadt verlassen und nimmt Hannah kurzentschlossen mit, da sie den gleichen Weg haben. Wird es Hannah gelingen, Michael ein für alle Mal zu entkommen? Oder findet er sie sogar am Bodensee, wo sie versucht sich ein neues Leben aufzubauen? Wird sich Hannahs und Marcos Weg noch einmal kreuzen? Und findet sie vielleicht doch noch ihre große Liebe?

Zu „Ein turbulentes Jahr“ soll es eine Fortsetzung geben, die halb fertig ist. Aber tatsächlich habe ich jetzt erst einmal einen Roman im Genre Young Adult Romance in Angriff genommen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Da „Anstoß zum Glück“ gerade erst erschienen ist, habe ich erst mal keine weiteren Pläne. Ich arbeite erst einmal an dem neuen Buch und wenn es soweit vorzeigefähig ist, möchte ich es versuchen bei einem Verlag einzureichen.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Deichkicker Band 5: Susann (Andrés Schwester. André ist Protagonist in Band 4, Maurer und Mittelfeldspieler beim FC Deichkicker) zieht in die Wohnung über ihren Bruder, der immer noch nicht besonders gut auf sie zu sprechen ist, da sie ihre Tochter vor einiger Zeit einfach bei ihm gelassen und für ein halbes Jahr verschwunden war. Langsam bekommt sie ihr Leben einigermaßen in den Griff, aber es ist nicht immer ganz einfach. Das André ihr ständig Vorschriften macht, nimmt sie hin, weil ihr schlechtes Gewissen an ihr nagt, doch manchmal ist sie kurz davor auszurasten. Schließlich ist sie erwachsen und möchte nicht bevormundet werden. Schon gar nicht, wenn es darum geht, mit wem sie sich trifft.

Fortsetzung „Ein turbulentes Jahr“ ohne Titel: Während Emma und Jeremy verliebt ihre Hochzeit planen zieht auch Jenna nach Kalifornien. Sie hat in einem angesehenen Fotostudio eine Stelle als Fotografin ergattert. Da sie sich mit Emma wieder gut versteht, fällt ihr der Umzug nicht schwer, hat sie in Minneapolis doch keine Familie mehr. Als Einzelkind stand sie früh allein da, als ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Während sie sich in Kalifornien langsam einlebt, erreicht sie eine Nachricht, die sie erschüttert: Angeblich hat sie einen Halbbruder. Und er ist jünger als sie …

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Ganz genau kann ich das gar nicht sagen. Ich mache mittlerweile vieles anders und habe trotzdem das Gefühl irgendwie ahnungslos zu sein. Ich habe zwei unterschiedliche Plattformen ausprobiert und die eine für mich gestrichen, da ich dort nicht sehr zufrieden war. Doch für die Zukunft wünsche ich mir trotzdem etwas anderes. Ich muss erst noch schauen, ob sich meine Vorstellungen irgendwo umsetzen lassen.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
Ich finde mein erstes Buch richtig schnulzig und mag es selbst nicht mehr gern lesen. Ich habe meinen Stil im Laufe der Zeit verbessert und glaube ich auch den Spannungsbogen besser im Griff.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ich habe bislang nie versucht einen Verlag zu finden. Das ist etwas, was ich auch irgendwann versuchen möchte. Möglicherweise mit meinem zuvor erwähnten Young-Adult-Romance-Projekt.

Das Schwierigste ist in der Tat nicht das Schreiben an sich. Manchmal machen sich zwar die Figuren selbständig und es dauert etwas, bis so manche Szene oder vor allem das Ende funktionieren, aber im Großen und Ganzen ist das das geringste Problem. Anstrengend ist die Überarbeitung der Rohfassung. Hier steht weit mehr Konzentration an und es ist nicht so spannend, denn die Geschichte kenne ich dann ja und muss sie immer und immer wieder durcharbeiten und Kleinigkeiten verändern. Mir das Ganze erst mal auszudenken macht mehr Spaß 😊. Ich muss sagen, Werbung/Marketing liegt mir auch nicht sonderlich.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe leider neben meinem Hauptjob. Somit fällt die Schreibzeit meist in die Abendstunden, manchmal nachmittags ein wenig. Im Großen und Ganzen klappt es so ganz gut, auch wenn ich gern wesentlich mehr Zeit für das Schreiben aufwenden würde. Da ich eh eine Nachteule bin, fällt meine Schreibzeit in meine energetische Komfortzone zwischen zwanzig Uhr und Mitternacht.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Ach, ich weiß nicht. Ich habe schon einige Vorgänge verbessert, bin aber längst noch nicht beim Optimum angekommen. Das Schreiben in Word abzuschaffen war ein guter Schritt in die richtige Richtung. Das Buch zunächst durchzustrukturieren, bevor man losschreibt erleichtert den Prozess, auch wenn es in den Fingern juckt. Dann lieber einzelne Szenen schon mal separat schreiben. Aber erst mal ein Grundgerüst schaffen kann sehr gut helfen. Muss aber nicht.

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
In der Tat finde ich immer wieder Posts von Autoren, die mich inspirieren, es irgendwann mal genauso gut hinzubekommen. Gerade was interessanten Mehrwert für den Leser angeht.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mich würde generell freuen, ein größeres Publikum zu erreichen. Im großen Dschungel der Selfpublisher ist es nicht einfach, gesehen zu werden. Da ich bislang nur positive Rückmeldungen zu meinen Büchern bekommen habe, denke ich, kann mein Weg nicht ganz verkehrt sein und ich freue mich, wenn ich irgendwann mehr Menschen erreichen kann. Ich habe jetzt eine Hompage, www.christinlindner.de und möchte dort Steckbriefe meine Protagonisten einstellen und interessante Informationen rund um die Deichkicker und später natürlich auch die Personen anderer Bücher. Bislang findet man hier ausschließlich die Klappentexte meiner Bücher und die Cover. Ich freue mich über jeden Besucher und arbeite daran den Inhalt auszubauen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Besonders gefreut habe ich mich über erste positive Rezensionen von „fremden“ Menschen. Es ist ein ganz anderes Gefühl, wenn ein unbekannter Mensch begeistert von meinem Buch ist, als wenn es jemand aus der Verwandtschaft oder dem Freundeskreis ist. Ich schätze es sehr, dass einige Personen in Verwandtschaft und Freundeskreis meine Bücher gern lesen und sich auf Neues von mir freuen. Ich weiß, dass sie mich ehrlich kritisieren und fordere das auch ein, denn nur so habe ich die Möglichkeit Dinge zu verbessern. Trotzdem ist es eine tolle Bestätigung, wenn auch Außenstehende positives Feedback geben.

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus „Anstoß zum Glück“:

Schon am folgenden Wochenende wurden Andrés Pläne gewaltig durcheinandergebracht. Die Türklingel riss ihn am Samstagmorgen aus dem Schlaf. Er richtete sich erstaunt auf und schüttelte den Kopf, um seine Müdigkeit loszuwerden. Da es schon wieder läutete, schwang er die Beine aus dem Bett und ging zur Haustür.

André blinzelte. Auf der Türschwelle standen Susann und Merle.

„Zieh dir mal was an!“, wies seine Schwester ihn zurecht.

Er trug lediglich Schlafshorts. „Ich habe mich beeilt. Du hast mich geweckt.“

„Es ist spät genug.“ Sie hielt ihm beinahe anklagend ihr Handy mit der Uhrzeit vor die Nase. Zehn Uhr zweiunddreißig. „Scheiße, du hast ne Fahne!“

„Ich war gestern aus.“ Er sah die Tasche in der Hand seiner Schwester. „Hab ich was verpasst?“

„Du hast gesagt, du wolltest mal wieder was mit ihr machen. Bitte.“ Sie hielt ihm das Gepäck hin.

Statt danach zu greifen, bat er Merle ins Haus zu gehen bevor er Susann versuchte streng anzusehen. Mit seiner, wie er festgestellt hatte, vom Feiern leicht kratzigen Stimme fragte er sie, „sprechen wir so etwas nicht eigentlich ab?“

„Ich brauche mal eine Pause von ihr. Ich möchte auch mal ausgehen. Du warst gestern aus. Reicht das nicht?“

André hatte seine Nichte gern um sich. „Okay. Ich habe erst morgen ein Spiel. Ich überlege mir, was wir zusammen machen können. Ich bringe sie dir dann heute Abend nach Hause“, lenkte er ein.

Susanns Augen wurden bei diesem Vorschlag vor Entsetzen groß, statt dankbar einen weicheren Ausdruck anzunehmen. „Nein! Sie soll hier schlafen. Ich möchte mal abends weg. Und Mama hat keine Zeit“, beantwortete sie seine noch nicht gestellte Frage.

André seufzte. „Mein Spiel ist morgen Vormittag. Ich müsste sie dann gegen neun wieder zu dir bringen.“

„Das ist zu früh. Bitte nimm sie doch mit zum Spiel. Sie ist lieb. Sie guckt dir bestimmt gerne zu. Sie vergöttert dich.“

„Mit Warmmachen und anschließend Duschen, sind wir sicher drei Stunden auf dem Fußballplatz. Eher länger. Es ist kalt.“ Seine Schwester sah ihn flehend an. „Okay. Irgendwie kriege ich das hin. Dann kommt sie erst morgen Abend wieder. Ist dir das recht?“

„Danke“, fiel sie ihm um den Hals. „Wer ist das denn?“ Susann ließ ihn los.

André sah hinter sich, wo die Frau, die gerade noch in seinem Bett gelegen hatte, im Flur erschienen war und wenig amüsiert die junge Mutter bei ihm anstarrte. Mist, wie war gleich ihr Name? Jetzt sah sie ihn beinahe auffordernd an. „Äh …“

„Scheiße, hast du ein Kind? Ist das deine Ex?“, fragte die Unbekannte fassungslos.

„Nein, meine Schwester mit ihrer Tochter … wie war noch dein Name?“

Jetzt lief sie vor Wut rot an. „Blöder Penner!“ Sie rauschte ins Schlafzimmer und kehrte wenig später vollständig bekleidet zurück. Während sie die Tür passierte, stieß sie ihn unsanft beiseite.

Eine Weile sahen André und seine Schwester der Frau nach. Dann nickte Susann ihm zu und verschwand auf dem gleichen Weg.

 


Christin Lindner

 

 

  • Mitten in die Elf (Deichkicker 1), E-Book 3,49 Euro, TB 10,99 Euro. Auf amazon* bestellen.
  • Und dann kam alles anders … (Deichkicker 2), E-Book 3,49 Euro, TB 10,99 Euro. Auf amazon* bestellen.
  • Lack und Vorurteile (Deichkicker 3),  E-Book 3,49 Euro, TB 9,99 Euro. Auf amazon* bestellen.
  • Anstoß zum Glück (Deichkicker 4), E-Book 3,49 Euro, TB 12,99 Euro. Auf amazon* bestellen.

Bis Ende Juni gibt es alle E-Books zum Einstiegspreis von 0,99€ für alle, die mit der Reihe beginnen wollen.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Heute habe ich wieder eine wunderbare Autorin für euch und sie heißt, wie unsere Montagskandidatin, ebenfalls Nadine. Im Internet ist Nadine Föhse aber hauptsächlich als „Ruhrpottmutti“ unterwegs und arbeitet auch als Lektorin.

Hallo! Ich bin Nadine, online besser bekannt als „Ruhrpottmutti“.

Im Grunde schreibe ich schon seit meinem achten Lebensjahr. Angefangen habe ich mit kurzen „Horror“-Geschichten – ob die allerdings wirklich so gruselig waren, wage ich heute zu bezweifeln. In meiner Jugend wurde das Schreiben von mir sträflich vernachlässig. Dann habe ich 2011 angefangen, Germanistik zu studieren und die Sprache rückte wieder mehr in den Fokus. Seit meinem Bachelor-Abschluss 2016 (ja, ich habe ewig gebraucht!) träume ich davon, endlich mal ein eigenes Werk zu veröffentlichen. Und jetzt ist es ganz bald wirklich endlich soweit! Wie aufgeregt ich bin, könnt ihr euch sicher ausmalen.

 

Zweifelhafte Wahrheiten und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Grundsätzlich würde ich sagen, dass all meine Projekte in die Sparte Jugendbuch / New Adult passen. Aktuell in Arbeit sind zwei Projekte. Zum einen der Roman Zweifelhafte Wahrheiten. Es geht um Isabel, eine junge Abiturientin, die bei einem Konzert ihrer Lieblingsband dessen Sänger kennenlernt. Er nimmt Kontakt zu ihr auf und sie freundet sich mit ihm und seinen Kumpels an. Ihrer Schulfreundin Michelle gefällt das zwar gar nicht, aber davon lässt Isabel sich nicht beirren. Dann verliebt sich plötzlich einer ihrer neuen Freunde in sie. Das Chaos ist also vorprogrammiert!

Das zweite Buch läuft unter dem Arbeitstitel #queer und behandelt – wie der Name schon sagt – eine queere Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern. Sie müssen durchaus das ein oder andere Hindernis überwinden, um wirklich glücklich miteinander werden zu können.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Zweifelhafte Wahrheiten liegt gerade bei der weltbesten Lektorin und meinen Probelesern und wird nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Die Veröffentlichung ist im Selfpublishing geplant. Das E-Book erscheint am 30. Juni und das Taschenbuch kurz darauf. Auch #queer soll noch in diesem Jahr erscheinen, am liebsten bereits am 31. Juli als E-Book und entsprechend kurze Zeit später als Taschenbuch.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Zweifelhafte Wahrheiten soll lediglich der erste Band einer Reihe werden, die in diesem und im kommenden Jahr weitergeführt wird. Außerdem ist noch eine Kurzgeschichtensammlung in Überlegung. Auf meinem Handy schlummern zusätzlich noch gefühlt 1000 weitere Ideen für Krimis und Jugendbücher, zum Beispiel Der Bauernmörder vom Rhein-Erft-Kreis, ein Krimi, der bisher nur einen Titel hat!

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Puh, das ist wirklich eine schwierige Frage. Ich veröffentliche ja selbst. Von daher kommen auf mich unter Garantie andere Herausforderungen zu als auch Autor*innen, die im Verlag veröffentlichen. Einerseits muss ich mich als Selfpublisherin um alles selbst kümmern, andererseits habe ich natürlich auch alle Fäden in der Hand. Den Überblick zu behalten, finde ich teilweise echt nicht so einfach. Das könnte aber auch damit zu tun haben, dass ich Mutter einer kleinen Tochter bin, die mich natürlich sehr braucht. Da Zeit zum Schreiben zu finden, ist auch schwierig.

Hast du eine Schreibroutine?
Bis dato schreibe ich neben Muttersein und Brotjob. Allerdings bin ich im Hauptberuf als Lektorin und Texterin selbstständig – das heißt, dass ich sowieso bei freier Zeiteinteilung von zu Hause arbeite. Es ist rein beruflich betrachtet nicht schwierig, das Schreiben einzubinden. Das größere „Problem“ stellt mein Privatleben dar. Ich kann generell vorwiegend abends arbeiten und eben auch schreiben, wenn mein Mann daheim ist. Das heißt, die Zeit für Job und Schreiben ist begrenzt. Deshalb muss ich besonders effektiv arbeiten und manchmal einfach auf Knopfdruck kreativ sein. Eine klassische Routine gibt es also nicht – ich schreibe immer, wenn ich Zeit habe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Bleib dran!

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren wahnsinnig viele Menschen, privat wie in der Öffentlichkeit. Was das Schreiben angeht, finde ich Jacky Vellguth sehr motivierend. Dank ihrem Projekt 12in12 habe ich angefangen, 2019 als mein Schreibjahr zu definieren, in dem ich vier Bücher in zwölf Monaten veröffentliche, also 4in12.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Irgendwann würde ich wirklich gern vom Schreiben leben können. Aber das sagt wahrscheinlich jede Autorin und jeder Autor. Doch es ist wahr: Das Hobby nutzen zu können, um den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, ist ein Lebenstraum! Abgesehen davon möchte ich es schaffen, dieses Jahr wirklich vier Bücher zu veröffentlichen. Das wird sportlich, aber ich gebe nicht auf.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Der schönste Moment bisher war definitiv der, als ich die ersten Reaktionen auf mein Manuskript bekam. Ich habe von zwei Probeleserinnen bereits Feedback bekommen und beide finden die Geschichte insgesamt toll. Das ist schon irre, das schwarz auf weiß zu lesen!

 

Eine kleine Kostprobe…

Auszug aus Zweifelhafte Wahrheiten

Nachdem das Konzert zu Ende war, schlenderten die Freundinnen noch zum Merchandise-Stand. Dort standen bereits Andi und der Sänger der Band, Phil, und unterhielten sich entspannt mit ein paar Fans. Isa stöberte durch das Sortiment am Stand und entschied, einen Jutebeutel zu kaufen. Einen schwarzen, natürlich!

»Hey, na, hat’s euch gefallen?«, fragte plötzlich Andi. Isa sah zu ihm hoch, er war bestimmt zwanzig Zentimeter größer als sie. »Hi, ihr wart super!«, antwortete sie, während sie das Geld für ihren Beutel herauskramte. Die Zeit nutzte Michelle, um an ihr vorbei zu huschen und Andi in ein Gespräch zu verwickeln.

»Oh mein Gott, es war so toll! Ihr seid so toll! Ehrlich, es hat so einen Spaß gemacht!«, hörte Isa sie begeistert rufen, während sie ihr Wechselgeld einsteckte. Sie verdrehte ob des Überschwangs heimlich die Augen. »Danke«, hörte sie Andi antworten.

»Freut uns, dass ihr Spaß hattet«, schaltete sich nun auch Phil ein. »Hatten wir! Sagt mal, würdet ihr meinen neuen Beutel vielleicht unterschreiben? So richtig promimäßig?«, fragte Isa grinsend. Auch Andi grinste.

»Klaro. Auch wenn ich uns nicht unbedingt für Promis halte«, lachte Andi.

»Nicht? Das heißt, wir sehen euch nicht demnächst im Fernsehen, wie ihr kleine Tiere und Geschlechtsteile größerer Tiere esst?«

Phil musste lachen. »Auf gar keinen Fall!«, rief er aus, während er schwungvoll auf dem Beutel unterschrieb.

»Schade, Mensch. Das hätte ich mir glatt angeguckt!«, erwiderte Isa. Sie sah zu Phil hoch und zwinkerte. Er grinste sie breit an. Isa merkte, wie ihr die Wärme in die Wangen kroch und sie langsam rot wurde.

Plötzlich mischte Michelle sich ungeduldig ein. »Isa, wir müssen sofort los! Sonst verpassen wir unseren Zug! Mein Vater killt mich, wenn ich die letzte Bahn verpasse!«, erklärte sie und zog Isa am Arm. »Mist!«, rief Isa, riss Phil förmlich ihren Jutesack aus der Hand und stürmte mit einem bedauernden »Ciao, Jungs!« nach draußen.

 


Nadine Föhse

 

Ihr Buch erscheint vorraussichtlich am 30. Juni 2019.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Nadine Wahl #ProjektArbeitstitel

Nadine Wahl #ProjektArbeitstitel

Nadine Wahl #ProjektArbeitstitel

Viele Personen auf dieser Liste haben auch (Buch-)blogs und ich habe lange nicht gewusst, dass sie selbst auch schreiben. Nadine gehört dazu. Umso neugieriger bin ich auf ihre Projekte! Außerdem ist sie Grafikdesignerin und die Header, die hier fein säuberlich die Abschnitte teilen, stammen von ihr. So cool!

Ich bin Nadine und komme aus dem Thüringer Wald. Dort bin ich umgeben von Sagen und ganz nah der Natur aufgewachsen, also irgendwie war es nur natürlich für mich, alles zu hinterfragen, zu erforschen und Geschichten zu erfinden. Zunächst habe ich diese zeichnerisch festgehalten, dann brachte mich meine beste Freundin zum Schreiben. Da war ich gerade in der Pubertät, also mit der Welt eh im Krieg 😀

Heute schreibe ich hauptsächlich Contemporary Fantasy, Science Fiction und Horror oder eine Mischung ebendieser Genres. Experimente machen mir am meisten Spaß und derzeit probiere ich mich an Cyber- und Solarpunk aus.

Bisher habe ich drei Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. Mein Debüt plane ich im SP zu Ende des Jahres. Ein genaues Datum kann ich noch nicht nennen, da derzeit vieles im Umbruch ist und ich auch den Aufwand noch nicht voll abschätzen kann.

 

Der Klang von Sternschnuppen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Oh je, die Liste wird etwas länger. Dafür schon im Voraus ein großes SORRY.

Mein Debüt trägt den Namen „Der Klang von Sternschnuppen“ und ist ein mehrteiliges Contemporary-Fantasy-Abenteuer, das mir sehr am Herzen liegt. Darin werdet ihr von zwei duellierenden Magiern lesen, die nach und nach die Stadt um sich herum verändern. Außerdem begegnen euch die verschiedensten magischen Wesen, die durch diesen langsam aufbauenden Krieg beeinflusst werden. Die Sternschnuppen sind ein langsamer, melancholischer Epos, der mich viele Jahre begleitet hat und gerade überarbeitet wird.

Als nächstes lauern noch die abgeschlossenen Rußfedern auf ihre Veröffentlichung. Der vollständige Titel lautet „Das Fallen von Rußfedern“ und auch dieses Projekt ist Contemporary, aber um einiges introspektiver als die Sternschnuppen. Ihr werdet hier einer Neuinterpretation von Engeln und Dämonen begegnen und etwas über den Krieg erfahren, in dem die größte Hoffnung ein Mischwesen aus beiden Rassen scheint. Auch die Rußfedern befinden sich derzeit in Überarbeitung und werden wohl im SP erscheinen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Die Sternschnuppen und Rußfedern möchte ich im SP umsetzen, da mir die beiden viel bedeuten und ich mir wenig reinreden lassen möchte. Aber ich mache mir keinen Druck und nehme mir die Zeit, die sie brauchen.

Beide sind komplett in Rohfassung geschrieben – auch die gesamte Reihe der Sternschnuppen – nur die Überarbeitung fehlt noch und ist bei solch großen Romanen natürlich sehr zeitintensiv.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Aktuell schreibe ich an einem riesigen und wieder mehrteiligen Projekt über Götter und Riesen, das in einer technischen Zukunft spielt und mich ehrlichgesagt etwas überfordert. 😀 Außerdem hat mich die Idee zur Neuauflage des Hamlet-Stoffs nicht losgelassen, sodass ich auch diese in die Zukunft verlegt und schon einige Worte auf Papier gebracht habe. Hier möchte ich mich im Solarpunk austoben.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ehrlichgesagt war das zum einen das Beenden meines ersten Schreibprojektes. Das waren die Sternschnuppen. Davor habe ich bestimmt zwei Dutzend Geschichten angefangen und in verschiedenen Phasen abgebrochen. Was auch okay war und ist. Ich finde, gerade als Autor*In sollte man sich ausprobieren und Ideen auch mal verwerfen oder bewusst nur für sich schreiben – auch wenn nichts dabei ehrauskommt oder man ins Nichts schreibt.

Aber die Sternschnuppen waren mir wichtig und ich wollte ein Ende für sie und möchte sie veröffentlichen.

Schwer wie die Hölle fand ich dann auch die Verlagssuche. Vom Anschreiben über das Exposé und die Auswahl ist es einfach das schlimmste, das eigene geliebte Projekt auf das Wesentliche zu reduzieren und auf Antworten zu warten. Oder in meinem Fall Absagen.

Für die Sternschnuppen hatte ich tatsächlich einen Verlagsvertrag erhalten, der aber leider aus verschiedenen Gründen gescheitert ist. Diese Erfahrung hat mich aber in meiner Entscheidung zum SP bestärkt.

Hast du eine Schreibroutine?
Wie viele andere Autor*Innen schreibe ich neben meinem Brotjob und eher abends. Ich versuche immer, etwa eine Seite zu füllen, habe das in letzter Zeit aber nicht so konsequent durchgehalten und müsste diese Routine mal wieder etablieren. Und ich bin oft beim jährlichen NaNoWriMo oder demselbigen Camp dabei, wenn ich es einrichten kann. Bisher habe ich auch schon viermal die 50.000 Wörter geschafft.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Es ist eine Superkraft, schreiben und Welten erschaffen zu können. Halte sie fest. Sei furchtlos. Schreib nur für dich und wachse an konstruktiver Kritik.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich finde ja Marie Graßhoff unheimlich inspirierend. Sie bleibt ihren unaustauschbaren Stil treu, designed Cover und lebt die Kreativität einfach mal den ganzen Tag aus. Außerdem sind ihre Geschichten melancholisch und nachdenklich und vermitteln wichtige Botschaften. Mit Kernstaub und den Schöpfern hat sich Marie in mein Herz geschrieben.

Außerdem vergöttere ich ja Patrick Rothfuss für seine Erzählweise, die Langsamkeit seiner Geschichten und seine Beschreibungen.

Neil Gaiman ist ein unheimlich inspirierender Mann, der mich immer wieder an das wichtigste beim Schreiben erinnert: dass ich schreibe, was ich liebe und wie ich es liebe und dass ich furchtlos schreibe.

Seit neuesten reiht sich noch Jay Kristoff ein, der unfassbar grandios schreibt. Auf eine Empfehlung der lieben Chii Rempel habe ich die ersten beiden Bände seiner „Nevernight“-Reihe verschlungen und bin immer noch ganz sprachlos darüber, wie man so großartig schreiben kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Eine große Veröffentlichung, also die Veröffentlichung meines Debüts und dass es eine Handvoll Menschen vielleicht sogar berührt. Vor allem aber möchte ich mir selber treu bleiben und nicht für den Markt schreiben oder was andere von mir erwarten, sondern nur was ich möchte und was ich liebe. Ich möchte weiter experimentieren und noch furchtloser werden. Denn das ist wohl das schwierigste am Schreiben: so offen zu sein, als würde man sich nackt allen Menschen dieser Welt präsentieren.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Puh, das ist schwer, weil es wirklich ganz viele tolle Momente gibt. Auch ganz viele kleine. Wenn ich eine Kurzgeschichte beende oder wenn ich eine Ausschreibung für eine Anthologie sehe und die Geschichte langsam in meinem Kopf Gestalt annimmt.

Ein besonderer Moment war für mich, als ich meine Sternschnuppen beendet habe. Das war ein ganz ruhiger, ganz bewusster Tag, an dem ich mir Zeit nahm und noch wirklich jedes Wort auskostet habe, als ich den Epilog schrieb. Diese Geschichte hat mich so viel gelehrt, die Figuren sind mir wie enge Freunde ans Herz gewachsen und innerlich habe ich ihnen allen gedankt und mich bei ihnen verabschiedet.

Gefreut habe ich mich natürlich auch über jede Zusage zu einer Veröffentlichung und habe bei jeder der drei Kurzgeschichten kleine Freudentänzchen aufgeführt.

Und ganz besonders war auch der Tag für mich, als ich nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder ein Gedicht geschrieben habe (im Rahmen des #writeinktobers) und darauf viel positive Rückmeldung erhielt.

Mich freut nicht nur positive Rückmeldung, sondern auch konstruktive Kritik, bei der ich spüre, dass meine Geschichten und ich selbst als Autorin an ihr wachsen.

Also alles in allem liebe ich wohl jeden Moment des Autorenlebens: das Schreiben, das Weltenerschaffen, das Träumen, das Verbessern, das Teilen, das Besprechen und das Wachstum, das ich durch mein Schreiben erfahre.

 

Eine kleine Kostprobe…

Natürlich!

  • Der Klang von Sternschnuppen, Prolog

„Es war sein eisblaues Auge, das mir mordlüstern entgegen funkelte. Nie hatte mich die unterschiedliche Farbe seiner Augen irritiert, doch heute war ihr Ungleichgewicht wie eine Metapher unserer gemeinsamen Zeit. Zu Beginn war er wie ein Sohn für mich gewesen, würde er nun wie ein Vampir nach meinem Blut trachten?

»Du bist gekommen, Lucian«, begrüßte er mich.

»Hattest du Zweifel?«

»Du hast mich schon immer gefürchtet.«

»Ich habe befürchtet, dass das hier aus dir wird. Aber ich hatte gehofft, es abzuwenden.«

»Dass was aus mir wird? Ein größerer Magier, als du es bist? Du sahst es nicht gerne, wie früh ich dich übertraf.« Sein Mund verzerrte sich zu einem dämonischen Lachen über dem sein helles Auge wie ein einzelnes Fragment des mit Wolken verhangenen Winterhimmels hing. Statt Freude über unser Widersehen brachte Elijah nur Kälte in diese feierliche Nacht, die sich wie Nadeln in meine Eingeweide legte.“

 

  • Die Tollheit des Grabes (Hamlet), Prolog: noch ganz roh und ungekürzt

„In dem Moment, als der eisige Atem der Winternacht über meinen Nacken fuhr und ich ein geisterhaftes Schimmern zwischen fahlen Baumstämmen vernahm, in diesem Moment wusste ich, dass ich sterben würde. Dies war der Beginn meines Todes.

Die unsichtbaren Eiskristalle in der Luft brachten mich zum Niesen. Gut, vielleicht war es kein Wunder, dass ich draufging, wenn ich nachts durch die Kälte stapfte. Ich hatte keinen von den anderen Wachen etwas gesagt, als ich aufgebrochen war. Ich sagte nie etwas. Nur Kiara wusste, dass ich manche Nächte nur mit mir und der abweisenden Dunkelheit des Waldes verbringen musste. Tief sog ich die Kälte in meine Lungen und fühlte auch Klarheit in dem stechenden Schmerz. Ich war am Leben, ich war hier und kein Feuer, kein Feuer um mich herum konnte mir das nehmen.

Bei jedem meiner Schritte knirschte der frische Schnee unter meinen Füßen. Über mir glitzerten Sterne wie das verblassende Licht verhauchter Versprechen. Ich arbeitete mich einem baumbewachsenen Hügel empor und bog hinter der alten Eiche nach rechts ein, wo mich eine sanfte Mulde zu einer erneuten Anhebe führte. Neben mir raschelte etwas in dem dichten Grau aus Ästen und Gestrüpp, aber ich machte mir keine Mühe, mich umzusehen. Es musste irgendein Tier sein. Tagsüber jagte ich manchmal Hirsche, Füchse und Wildschweine. Das Gebirge hier wimmelte von Leben, gerade so, als wäre es aus dem Palast entwichen und stattdessen in seinem Umland konserviert wurden.

Ein bleiches Leuchten stieß mich nach vorne. Nein, nur eine Einbildung meines müden Kopfes. Oder das Spiegelbild des Mondes, das sich auf Wasser bettete und sein weißes Haar über Schwärze legte.

Ich zog meinen Schal über meine Nase und ging weiter, bis ich auch endlich diesen Berg erklommen hatte und nur noch einem schmalen Pfad abwärts folgen musste. Aber ich sah es schon – das Wasser eines vertrauten Ozeans, der aus meinem Innersten in der Welt vergossen worden war.“

 


Nadine Wahl

 

Nadine Wahl hat bereits mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht:

  • „Das Leuchten der Träume“ im piepmatz Verlag (Anthologie „So schön die Nacht“), auf amazon* kaufen
  • „Das leblose Verklingen der Melancholie“ im Schwarzer Drachen Verlag (Anthologie „Grusel Spezial“ der magischen Kurzgeschichten) , auf amazon* kaufen
  • „Das Ding, das sie Sonne nannten“ im Schwarzer Drachen Verlag (Anthologie „Frühlings-Erwachen“ der magischen Kurzgeschichten), auf amazon* kaufen

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Heute begrüße ich wieder eine großartige Autorin und einen absolut lieben Menschen bei #ProjektArbeitstitel: Anne Granert! Wenn ihr süßes Lächeln nicht reicht, um sie sofort super sympathisch zu finden, dann vielleicht, was sie euch über den Schreibprozess verrät…

Moin Moin, ich bin Anne und komme aus dem echten Norden Schleswig-Holstein.

Eines Nachts vor knapp 4 Jahren ereilte mich im Traum eine Szene zweier in Boston lebender Fremdweltler, die mich nicht mehr losließ. Bislang hatte ich erfolglos versucht, eine Fantasywelt zu erschaffen, war jedoch oft gescheitert. In dem Traum war dagegen alles so glasklar, dass eine Urban-Fantasy-Trilogie mit knapp 300.000 Wörtern entstanden ist, von denen ich die ersten beiden Bände bereits veröffentlicht habe (Des Sandes Widerhall/ Des Wassers Wiederkehr). Band 3 soll im Sommer 2020 folgen und ein Spin-Off ist auch in Planung.

Ich habe das große Glück, bei meinen Büchern mit Künstlern wie Marie Graßhoff und Anja Uhren zusammenzuarbeiten. Nebenbei arbeite ich an kleineren Projekten, darunter auch ein weihnachtliches Goodie für Kinder.

 

Die Talentierten und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Bislang habe ich mich am Genre Urban-Fantasy ausprobiert, was mir irre gut gefällt und bei dem ich langfristig auch bleiben werde. Langsam verbessert sich mein Schreibstil und mein Schreibhandwerk, meine tolle Lektorin Saskia Weyel (Zeilenrausch Lektorat) hat einiges dazu beigetragen. Daher arbeite ich nun zusätzlich an einer Belletristik-Frauen-Freundschafts-Geschichte, die mir sehr am Herzen liegt und die ich unter dem Pseudonym Marie Friedrich herausbringen werde.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Das Belletristik-Projekt spielt um Weihnachten herum. Daher ist eine Veröffentlichung im Herbst angedacht. Mitte Juli geht es ins Lektorat zu Alisha Schulz und dann habe ich noch ein paar Wochen für die Überarbeitung und das Korrektorat. An dem Buchsatz probiere ich mich selber aus, aber das Cover wird von Anja Uhren gestaltet.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
In dem Belletristik-Projekt geht es um eine Frauen-Freundschaft, die durch eine Krebserkrankung wieder aufblüht. Das Projekt für Kinder ist noch streng geheim. Achtung, geflüsterter Spoiler: Es hat was mit Weihnachten zu tun und ich darf mit der großartigen Künstlerin Anja Uhren zusammenarbeiten.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Die Welt geht nicht unter, wenn man Fehler entdeckt. Notfalls hilft eine Neuauflage. Und Leser sind natürlich subjektiv. Des einen Leid ist des anderen Freud und ich habe selten so unterschiedliche Meinungen zu Charakteren gehört, wie zu meiner Protagonistin Sunna.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Da ich zurzeit ein Belletristik-Projekt verschriftliche, ist ein anderes Genre der Hauptunterschied. Aber auch der Schreibstil ist anders. Im Urban-Fantasy-Bereich schreibe ich lockerer von der Leber weg, bisweilen ziemlich ironisch und lustig. Das Belletristik-Projekt fordert mich anders heraus und ich habe diesbezüglich meinen Stil noch nicht gefunden.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Als Selfpublisherin kann ich alles so und dann machen, wie ich möchte. Vielleicht ist dann eher die Herausforderung, mit selbstgewählten Deadlines zu arbeiten? Ich glaube, meine Herausforderungen sind von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Bei der Urban-Fantasy-Trilogie ist es das Plotting, weil ich sieben Hauptcharaktere miteinander verwebe. Zurzeit sagt mir mein Schreibstil im Belletristik-Projekt nicht zu und stellt mich vor eine sehr große Herausforderung. Werbung habe ich selbst in der Hand und da bleibe ich ganz entspannt. Ich habe noch eine kleine Familie und einen Brotjob, da kann ich nur die Sachen machen, die wirklich Spaß bringen, so wie Instagram zum Beispiel.

Hast du eine Schreibroutine?
Da ich als alleinerziehende Mutter neben dem Brotjob schreibe, muss ich mich gut organisieren und disziplinieren. Die Kinder haben absoluten Vorrang – alles andere kommt danach. Also schreibe ich an freien Tagen und abends. Wenn ich richtig im Flow bin, kann es schon passieren, dass ich um  4 Uhr morgens aufstehe. Allerdings sind meine Kinder noch in dem Alter in dem sie dann schnell an den Schreibtisch folgen. Also mache ich das nicht zu oft.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Einfach schreiben, du überarbeitest sowieso noch etliche Male. Handlettering, Lithografie, Postkarten, Blumenpressen, Serien gucken und Häkeln sind Formen von Prokrastination. Lass sie, schreib!

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
In erster Linie meine Lektorin Saskia Weyel, ohne sie wäre es nie zur Urban-Fantasy-Reihe Die Talentierten gekommen. Generell orientiere ich mich gerne an Künstlerinnen wie Anja Uhren oder Pam Grout und Liz Gilbert.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich möchte gerne alle Plott-Enden meiner Trilogie Die Talentierten sinnig voreinanderbekommen. Außerdem wünsche ich mir für das Belletristik-Projekt einen schönen Twist im Schreibstil. Und natürlich, dass beide Werke Leser*innen begeistern und ihnen etwas mitgeben, und sei es nur ein dickes und fettes Grinsen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als mich die Twentysix.de-Jury zu einem Coaching nach Frankfurt auf die Buchmesse einlud und mein Werk zum Top-Titel kürte.

 

Eine kleine Kostprobe…

Prolog, LIAM (Des Mondes Widerstand – Die Talentierten 3, VÖ 2020)

»Das ist doch Wahnsinn!« Liam rieb sich die grau-glänzende Wange und verzog angewidert den Mund. »Selbst wenn ich wüsste wie, würden mich keine zwei kurvigen Nymphen dazu bringen, dich zu verwandelt. Du hast doch einen Sockenschuss.« Wütend stapfte er auf. Die dreckige Bodenfliese in der Bahnhofshalle zerbrach mit einem dumpfen Klirren.

»Pst«, zischte Jack und schob Liam in die hintere Ecke zwischen den verwaisten Schließfächern. Zumindest versuchte er das.

»Was soll das werden?«, fragte Liam trocken.

»Ich schiebe dich weiter in die Ecke.«

»Aha«, antwortete Liam, machte einen Schritt zurück und brachte Jack zu Fall. Er verschränkte die Arme vor der schmalen Brust und musterte seinen ehemaligen besten Freund von oben bis unten. Abendsonne schien durch verschmutzte Milchglasscheiben auf Jacks Haupt und veränderte sich zu verdünntem Blut.

Blut.

Liams Magen krampfte sich zusammen. Blut – hatte er noch welches? – rauschte in seinen Ohren und kämpfte mit seinen neuen, empfindlichen Sinnen um die Herrschaft.

Tausende von Eindrücken preschten auf Liam ein. Die tickende große Bahnhofsuhr. Die umblätternden Buchstaben und Zahlen in den Anzeigen. Entkräftetes Stöhnen einer alten Frau beim Erklimmen der steilen Treppe. Das feine Surren eines Kooati-Schwanzes, der am Saum eines langen Mantels entlangschwingt. Dicke Menschenfinger, denen der Schiebegriff des Reißverschlusses entgleitet. Die Säure des Filterkaffees bei Starbucks. Nein, das war nicht der Filterkaffee, das war der Mundgeruch eines Schaffners.

»Was hast du?«, fragte Jack. Er rieb sich den Arm, sein Sturz war auf dem rechten Ellenbogen geendet. Den Dreck von seiner taupefarbenen Jeanshose klopfend richtete er sich umständlich auf.

»Hunger«, knurrte Liam.

Jack wich zurück, die Augen erschrocken aufgerissen.


Anne Granert

 

Bereits veröffentlicht:

  • Des Sandes Widerhall – Die Talentierten 1, auf amazon* kaufen (24.01.2019)
  • Des Wassers Wiederkehr – Die Talentierten 2, auf amazon* kaufen (12.04.2019)

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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