Schlagwort: romance

Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Die wunderbare Autorin, die ich euch heute vorstelle war auch eine der Personen, die mich überhaupt erst zu diesem Projekt inspiriert haben. Und je mehr ich über ihre Projekte erfahre, desto dringender brauche ich diese als Buch zum inhalieren und verinnerlichen. Also look at this cutie

Hi! Ich bin Laura. Ganze 23 Jahre alt und wohne in der bayerischen Hochburg Schwabens – also viele Grüße aus Augsburg. 😀

Ich schreibe eigentlich schon, seit ich weiß, wie herum man einen Stift halten muss. Ich glaube, ich war 4 Jahre alt, als ich mich hinter einen Sessel im Wohnzimmer gequetscht habe und mich mit Kugelschreiber auf der weißen Tapete verewigt habe – und meinen Eltern auf ihre Nachfrage, was ich da denn mache, ganz stolz verkündet habe, dass ich da eine Geschichte geschrieben habe. (Das war übrigens auch der Moment, an dem ich dann lesen gelernt habe und meine Eltern mir Bücher geschenkt haben, damit ich weiterhin an meine Geschichten komme, aber die Wände im Haus in Ruhe lasse.)

Ein bisschen ernsthafter hat das Ganze dann in der Grundschule angefangen, da war ich so sechs/sieben Jahre alt. Da saß ich wie auf dem Schreibtischstuhl festgeklebt und habe eine ganz großartige Abenteuergeschichte geschrieben über einen Piratenschatz, den zwei Kinder während eines Schulausflugs finden. Und jetzt bin ich hier, schreibe mir seit 17 Jahren die Seele aus dem Leib und habe trotz mancher Flauten und Selbstzweifellawinen doch nie den Wunsch, damit aufzuhören. Ich will immer sagen, dass ich noch komplett unveröffentlicht bin, weil ich’s jedes Mal vergesse, aber man findet bisher eine Kurzgeschichte von mir (»Weiß das Leben, Schwarz der Tod«) in der Anthologie vom Schwäbischen Literaturpreis 2017. Ansonsten gibt’s ein paar Schnipsel auf meinem Ko-Fi-Account, aber die großen Projekte (aka Romane) sind alle noch unveröffentlicht.

 

Regennächte und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Die meiste Arbeit stecke ich (immer noch) in „Regennächte“, weil es einfach mein ultimatives Herzprojekt ist. (Und, weil ich Anfang des Jahres großspurig behauptet habe, ich würde es 2019 noch in die Veröffentlichung davon schaffen – wir werden sehen, wie das funktioniert, hm? :D) Regennächte ist vor allem Slice of Life und Romance. In Buchhandlungen würde es wahrscheinlich bei den Jugendbüchern irgendwo stehen, schätze ich.

Bevor ich das Thema grob anreiße: Regennächte hat nicht umsonst eine halbe Seite Triggerwarnungen. Es ist kein fluffiges happy-ending-Liebeswolkenschloss, das ist vor allem Traumaaufarbeitung, das ist vor allem realistischer Umgang mit mental health und das Ausbrechen aus toxischen Beziehungen. Es ist auch eine Liebesgeschichte, aber es ist am Ende so viel mehr als nur das.

So, worum geht’s also?

Wir haben Charlie, die schon immer mit utopisch hohen Erwartungen aufgezogen worden ist, die schon immer dafür bestimmt war, die Zukunftsträume zu leben, die ihre Mutter träumt, die in der Schule systematisch gemobbt wird, weil sie mit ihrer angeschlagenen Psyche nicht ins System passt. Und die dann als Enttäuschung der Familie gebrandmarkt wird, weil sie diese Träume in den Wind schießt und sich für ein Leben nach ihren eigenen Plänen entscheidet . Weil sie nicht innerhalb der Grenzen, die ihre Familie und ihre Mitschüler ihr geschaffen haben, eingehen will.

Auf der anderen Seite haben wir Liam, der Charlie schon immer darin unterstützt hat, aus den Grenzen auszubrechen. Der schon immer da war, wenn Charlies depressive Episoden sie in tränenreiche, schlaflose Nächte (Regennächte, womit wir wieder beim Titel wären :D) getrieben haben. Der sie festgehalten hat, wenn sie in Scherben zu zerfallen drohte. Der sie am tiefsten Boden der Schlucht, in die Depressionen Menschen treiben können, gefunden hat und der jetzt jeden Schritt, den sie in Richtung Licht macht, neben ihr geht. Der dabei auch seine eigenen Päckchen trägt und lernt, dass Unterstützung in sowas keine Einbahnstraße ist.

Ich hab’s oben schon angerissen, aber gerne nochmal: Regennächte ist, Charlie dabei zuzusehen, wie sie aus toxischen Beziehungen ausbricht.

Wie sie durch Freundschaft und Liebe lernt, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich lohnt. Es ist, Charlie dabei zu begleiten, wie sie langsam lernt, mit den Folgen von Mobbing umzugehen. Ihr dabei zuzusehen, wie sie endlich, endlich, endlich lernt, dass sie den Krieg gegen die Depressionen, gegen die Dämonen in ihrem Kopf, nicht mehr allein ausfechten muss. Es ist auch, Liam dabei zuzusehen, wie er lernt, Ängste loszulassen. Es ist, Liam dabei zuzusehen, wie er lernt, dass Mauern im Kopf nicht immer das sicherste Versteck der Welt bedeuten.

Dass es manchmal nötig ist, eben diese Mauern einzureißen und sich anderen Leuten anzuvertrauen. Ganz große Motivation hierbei war tatsächlich, dass ich es leid bin, wie mental illnesses in Hollywood und Jugendbüchern immer romantisiert werden. Man ist nicht automatisch geheilt, wenn the one true love™ auftaucht und ewige Liebe schwört. Das passiert hier in Regennächte nicht. Das wird in keinem meiner Bücher passieren, weil es so verdammt unrealistisch ist.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Nachdem ich festgestellt hatte, dass Regennächte mit dem ursprünglichen Plot nicht in die Richtung geht, in der ich es haben wollte, habe ich nochmal komplett umgekrempelt, geplottet, geplottet und noch mehr geplottet und mache noch einen Rewrite. Den will ich im Juli eigentlich noch über die Bühne kriegen, damit ich hinterher genug Zeit für die Überarbeitung habe und es Mitte/Ende August hoffentlich in ein Paar der fähigsten Lektorenhände geben kann, die ich kenne. Im Hintergrund laufen da auch the talks™ mit zwei grandiosen Menschen, die auch – hoffentlich – maßgeblich dann am Endergebnis von Regennächte beteiligt sein werden. (Aber darüber breite ich ganz subtil den Mantel des Schweigens, mh? 😀)

Long story short: Ich plane seit Anfang des Jahres mit einer Veröffentlichung, aber wenn die sich nach 2020 schiebt, dann kann ich damit auch ganz gut leben. Aber es wird veröffentlicht. Das kann ich schonmal versprechen.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ufff, ich habe so viel in diversen Schubladen, wo soll ich da anfangen? Ich habe zum einen paper skin, was ein sehr düsterer Contemporary-Roman werden wird, der sich mit den tiefsten Abgründen beschäftigt, zu denen Menschen fähig sein können. Silberstreifen, das mit seinem militärisch-apokalyptischen Setting eher in die dystopische Schiene schlägt. Ich habe eins, das momentan noch unter the gods aren’t alright läuft und das sich viel mit der Reinkarnation von Seelen und mythologischen Figuren beschäftigt. Und nebenbei gibt’s noch inkskinned, was irgendwann mal in die lyrische Schiene geht, weil ich darin meine ganze Prosapoesie sammle.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass mir bei der Veröffentlichung irgendetwas ganz gravierend mquerschießt, weil ich so sagenhaftes Glück bei all den großen Baustellen hatte – mir sind Cover-, Lektorats- und Verlagssuche einfach komplett in den Schoß gefallen. Aber mal ernsthaft: Ich glaube, meine größte Herausforderung ist tatsächlich mein eigener Perfektionismus. Ich höre nie auf, an allen möglichen Ecken und Enden herumzuschrauben, weil ich nie vollständig zufrieden bin mit dem, was ich mache. In meinem Kopf klingt alles immer größer, besser, schöner als das, was dann am Ende rauskommt. Ich muss erst lernen, dass es irgendwann immer diesen einen Punkt gibt, an dem man aufhören muss – und wenn man das nicht tut, geht’s gravierend bergab. Davon abgesehen: Exposés und Klappentexte sind meine absoluten Endgegner.

Hast du eine Schreibroutine?
Mein Leben war schon immer viel zu unregelmäßig, um da eine gesunde Routine aufbauen zu können. Das wird jetzt, wo ich zwischen Studium, Freizeit, Nebenjob und meinem Job im Wohnheim hin- und herschaukle, nicht wirklich besser. Ich schreibe, wenn ich die Zeit dafür habe – dafür dann aber (mittlerweile wieder) in jeder freien Minute. Sei das mit Laptop auf dem Schoß im Zug oder mit Notizbuch aufm Boden in der Innenstadt, weil ich gerade eine Viertelstunde Pause habe, auf Freunde warte oder so. Ich brauche keine feste Tageszeit oder einen fixen Ort fürs Schreiben. Egal, ob das 3 Uhr morgens ist oder 16 Uhr nachmittags; wenn die Zeit da ist, dann schreibe ich. Und da kann es dann auch passieren, dass ich mit Bleistift auf umgedrehte Kassenbons kritzle – been there, done that.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
»Verbieg dich bitte nicht, um anderen zu gefallen. Das ist dein Stil. Das ist deine Stimme. Drück sie nicht zu einem Flüstern, weil andere mit deinem Thema nichts anfangen können. Lass dich nicht zum Schweigen bringen, weil andere Menschen glauben, sie wüssten besser, was du kannst und was nicht. Brenn für deine Projekte. Lass das einfach zu. Trag deine Begeisterung in die Welt hinaus und versteck dich nicht. Du kannst schreiben. Also lass es die Welt auch sehen, okay? Da wartet ein ganz grandioser Weg auf dich.«

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren alle Menschen, die für ihre Projekte brennen. Die ihre Begeisterung und ihren Ehrgeiz in die Welt schreien und damit Feuer entfachen, das einfach auf andere übergreift. Mich inspirieren Menschen, die ehrlich sind und nicht nur die schönsten Seiten des Autorenlebens beleuchten. Die auch dem Zweifel seinen Platz in der Öffentlichkeit zugestehen. Mich inspirieren und motivieren einfach alle Leute, die bereit sind, diesen Weg vom Ideenfunken zur Veröffentlichung mit mir zu gehen, ihn mit mir zu teilen und mit denen man Erfahrungen austauschen kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich weiß nicht, ob das komplett utopisch ist oder nicht, aber ich möchte irgendwann einmal durch eine Buchhandlung gehen und zumindest eins meiner Bücher in einem Regal stehen sehen. Einfach nur, damit ich es dann herausziehen, über das Cover streichen und es lächelnd wieder zurückstellen kann.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich glaube, einer meiner all-time-favorite-Momente bisher war, als die sagenhafte Nadine mir als Aufmunterung für einen bad mental health day ein so zauberhaftes Cover für Regennächte gebastelt hat, in das ich mich einfach schockverliebt habe. Was ansonsten auch jedes mal das Autorinnenherz in meiner Brust frohlocken lässt: Wenn Leute meine Sachen lesen und sich die Zeit nehmen, mir dann zu schreiben, wie sehr sie etwas bewegt hat. Oder dass man sie zu etwas inspiriert hat. Es ist ein ganz eigener Zauber, der sowas anhaftet: Wie grandios ist es, zündender Funke für Ideen oder Emotionen in Menschen sein zu dürfen? ♥

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus Regennächte:

»Charlie, hey. Wie sieht’s heute aus? Was haben wir? Soll ich mit dir reden oder ist’s dir lieber, wenn ich dich einfach nur umarm‘?«

Seine beste Freundin sieht so klein und verloren aus, wie sie sich am Fußende des Betts zusammengekauert hat und die Finger in ihre eigenen Oberarme krallt. Als hätte sie Angst, sonst einfach auseinanderzufallen. Liam hört ihr Weinen eher, als dass er es sieht; das Mondlicht reicht nicht bis in die Nische, in der das Gästebett steht, in dem sie übernachten. Aber Charlies schniefendes Nasehochziehen und das zittrige Atmen reichen auch so. Da braucht er keinen Blick in ihre garantiert tränennassen Augen mehr, um es zu kapieren.

»Nicht anfassen«, presst sie zwischen zwei Schluchzern hervor.

»Okay. Alles klar.«

Sie haben das hier schon so oft durch, manchmal wochenlang jede Nacht. Mittlerweile hat er den Dreh einigermaßen raus, um abschätzen zu können, in was für einer Art Regennacht sie stecken. In manchen braucht Charlie jedes bisschen Körperkontakt, das sie kriegen kann, dann flüchtet sie sich in seine Umarmungen und wenn sie könnte, würde sie wahrscheinlich mit in seine Haut kriechen, damit er die Kälte in ihrem Inneren vertreibt. Und wenn er wüsste, wie’s geht, würde er’s tun. Dann würde er sie in seine Haut lassen, damit sie ganz nah an dieser Wärme ist, die sein Herz immer, immer, immer für sie abstrahlt.

In anderen Regennächten erträgt sie schon eine Hand auf der Schulter nicht, da sind ihr seine Finger in ihren Haaren zu viel. Es ist meistens ein Anzeichen für so eine Art, dass sie sich dann von ihm losmacht und sich ganz klein am Fußende vom Bett zusammenrollt. Manchmal läuft sie dann auch ruhelos im Zimmer herum, weil sie nicht stillhalten kann, weil Stillhalten bedeutet, den Dämonen in ihrem Kopf noch mehr Raum zu geben, als sie sich in solchen Nächten sowieso schon erzwingen.

 


Laura Stadler

 

Die Anthologie des Schwäbischen Literaturpreises 2017 ist vergriffen. Bisher sind noch keine weiteren Veröffentlichungen vorhanden.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Christin Lindner #ProjektArbeitstitel

Christin Lindner #ProjektArbeitstitel

Christin Lindner #ProjektArbeitstitel

Was ich an #ProjektArbeitstitel auch wirklich bereichernd finde – ich lerne nicht nur gute Bekannte und Freunde noch besser kennen, sondern auch jede Menge neue Menschen. Heute: Christin Lindner!

Ich bin Christin Lindner, 38 Jahre alt, bin verheiratet, habe 2 Kinder und einen Hund.

Ich schreibe Liebesromane oder wie man vielleicht auch sagt Romance. Die Protagonisten meiner Geschichten sind ganz normale Leute und meine Deichkicker-Reihe spielt in meiner Heimat Bremen-Nord.

Tatsächlich habe ich erst 2016 mein erstes Buch veröffentlicht.

Bücher gehören seit jeher zu meinem Leben dazu und ich habe immer schon mal Gedichte und kurze Geschichten geschrieben. Auch als Kind. Meine Aufsätze wurden in der Schule auch in Bezug auf Einfallsreichtum und interessante Inhalte gelobt. Das Schreiben eines Buches gehörte definitiv zu den Dingen, die ich unbedingt machen wollte, aber wie das so ist, ist es ein Wunsch, der mehr so im Hintergrund schwelt. Ich habe mich nicht näher damit beschäftigt.

Dann hatte ich lustigerweise einen Traum, bin aufgewacht und hab gedacht „das wäre eine tolle Szene für ein Buch“. Ich habe diese aufgeschrieben und dann ein Buch drum herum geschrieben. Die Geschichte war innerhalb von 14 Tagen fertig. Bis ich es veröffentlicht habe, hat es allerdings noch etwas gedauert. Es musste ja noch überarbeitet werden, das Cover gestaltet werden. Derzeit sind „Ein turbulentes Jahr“, sowie „Freiheit für Hannah“ nicht auf dem Markt. Ich möchte sie noch einmal unter Berücksichtigung meiner bisherigen Erfahrungen überarbeiten und dann neu veröffentlichen.

Wie bereits erwähnt, sind schon ein paar meiner Bücher auf dem Markt. Derzeit meine Deichkicker-Reihe, die seit kurzem aus vier Bänden besteht: 1. Mitten in die Elf 2. Und dann kam alles anders … 3. Lack und Vorurteile, 4. Anstoß zum Glück. Der vierte Band ist gerade erst erschienen.

 

Deichkicker und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich kann ehrlich gesagt gar nicht so schnell schreiben, wie mir meine Ideen kommen. Eigentlich wollte ich meine Deichkicker-Reihe erst einmal ruhen lassen und mich auf andere Dinge konzentrieren, mal etwas ganz neues starten, doch nun habe ich schon das Gerüst für Band 5, in dem Andrés Schwester im Vordergrund steht und seit Band 1 schwelt in meinem Kopf schon eine weitere Geschichte über den Torwart der Fußballmannschaft herum, die auch irgendwann zu Papier gebracht werden musss.

Wie schon erwähnt möchte ich „Ein turbulentes Jahr“ und „Freiheit für Hannah“ überarbeiten, wobei mir vor allem zweiteres besonders am Herzen liegt. Die Geschichte gefällt mir einfach. Und darum geht es:

Hannah lebt in ihrer Beziehung zu Michael in ständiger Angst vor seinen Misshandlungen. Sie sieht keinen Ausweg ihrer Misere zu entkommen. Als in die Wohnung gegenüber ein fröhlicher und gut aussehender junger Mann einzieht, wird Michael grundlos misstrauisch. Hannah lernt den neuen Nachbarn Marco jedoch ohne sein Wissen kennen und erfährt im Laufe der Zeit mysteriöse Dinge über ihn.

Der Wunsch, Michael zu verlassen und ein Leben ohne Angst zu führen, wird immer größer. Eines Tages reicht es und sie verlässt ihn mit Hilfe ihrer Freundin. Doch leider läuft nicht alles wie geplant und sie beschließt, die Stadt zu verlassen.

Auch Marco muss die Stadt verlassen und nimmt Hannah kurzentschlossen mit, da sie den gleichen Weg haben. Wird es Hannah gelingen, Michael ein für alle Mal zu entkommen? Oder findet er sie sogar am Bodensee, wo sie versucht sich ein neues Leben aufzubauen? Wird sich Hannahs und Marcos Weg noch einmal kreuzen? Und findet sie vielleicht doch noch ihre große Liebe?

Zu „Ein turbulentes Jahr“ soll es eine Fortsetzung geben, die halb fertig ist. Aber tatsächlich habe ich jetzt erst einmal einen Roman im Genre Young Adult Romance in Angriff genommen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Da „Anstoß zum Glück“ gerade erst erschienen ist, habe ich erst mal keine weiteren Pläne. Ich arbeite erst einmal an dem neuen Buch und wenn es soweit vorzeigefähig ist, möchte ich es versuchen bei einem Verlag einzureichen.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Deichkicker Band 5: Susann (Andrés Schwester. André ist Protagonist in Band 4, Maurer und Mittelfeldspieler beim FC Deichkicker) zieht in die Wohnung über ihren Bruder, der immer noch nicht besonders gut auf sie zu sprechen ist, da sie ihre Tochter vor einiger Zeit einfach bei ihm gelassen und für ein halbes Jahr verschwunden war. Langsam bekommt sie ihr Leben einigermaßen in den Griff, aber es ist nicht immer ganz einfach. Das André ihr ständig Vorschriften macht, nimmt sie hin, weil ihr schlechtes Gewissen an ihr nagt, doch manchmal ist sie kurz davor auszurasten. Schließlich ist sie erwachsen und möchte nicht bevormundet werden. Schon gar nicht, wenn es darum geht, mit wem sie sich trifft.

Fortsetzung „Ein turbulentes Jahr“ ohne Titel: Während Emma und Jeremy verliebt ihre Hochzeit planen zieht auch Jenna nach Kalifornien. Sie hat in einem angesehenen Fotostudio eine Stelle als Fotografin ergattert. Da sie sich mit Emma wieder gut versteht, fällt ihr der Umzug nicht schwer, hat sie in Minneapolis doch keine Familie mehr. Als Einzelkind stand sie früh allein da, als ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Während sie sich in Kalifornien langsam einlebt, erreicht sie eine Nachricht, die sie erschüttert: Angeblich hat sie einen Halbbruder. Und er ist jünger als sie …

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Ganz genau kann ich das gar nicht sagen. Ich mache mittlerweile vieles anders und habe trotzdem das Gefühl irgendwie ahnungslos zu sein. Ich habe zwei unterschiedliche Plattformen ausprobiert und die eine für mich gestrichen, da ich dort nicht sehr zufrieden war. Doch für die Zukunft wünsche ich mir trotzdem etwas anderes. Ich muss erst noch schauen, ob sich meine Vorstellungen irgendwo umsetzen lassen.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
Ich finde mein erstes Buch richtig schnulzig und mag es selbst nicht mehr gern lesen. Ich habe meinen Stil im Laufe der Zeit verbessert und glaube ich auch den Spannungsbogen besser im Griff.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ich habe bislang nie versucht einen Verlag zu finden. Das ist etwas, was ich auch irgendwann versuchen möchte. Möglicherweise mit meinem zuvor erwähnten Young-Adult-Romance-Projekt.

Das Schwierigste ist in der Tat nicht das Schreiben an sich. Manchmal machen sich zwar die Figuren selbständig und es dauert etwas, bis so manche Szene oder vor allem das Ende funktionieren, aber im Großen und Ganzen ist das das geringste Problem. Anstrengend ist die Überarbeitung der Rohfassung. Hier steht weit mehr Konzentration an und es ist nicht so spannend, denn die Geschichte kenne ich dann ja und muss sie immer und immer wieder durcharbeiten und Kleinigkeiten verändern. Mir das Ganze erst mal auszudenken macht mehr Spaß 😊. Ich muss sagen, Werbung/Marketing liegt mir auch nicht sonderlich.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe leider neben meinem Hauptjob. Somit fällt die Schreibzeit meist in die Abendstunden, manchmal nachmittags ein wenig. Im Großen und Ganzen klappt es so ganz gut, auch wenn ich gern wesentlich mehr Zeit für das Schreiben aufwenden würde. Da ich eh eine Nachteule bin, fällt meine Schreibzeit in meine energetische Komfortzone zwischen zwanzig Uhr und Mitternacht.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Ach, ich weiß nicht. Ich habe schon einige Vorgänge verbessert, bin aber längst noch nicht beim Optimum angekommen. Das Schreiben in Word abzuschaffen war ein guter Schritt in die richtige Richtung. Das Buch zunächst durchzustrukturieren, bevor man losschreibt erleichtert den Prozess, auch wenn es in den Fingern juckt. Dann lieber einzelne Szenen schon mal separat schreiben. Aber erst mal ein Grundgerüst schaffen kann sehr gut helfen. Muss aber nicht.

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
In der Tat finde ich immer wieder Posts von Autoren, die mich inspirieren, es irgendwann mal genauso gut hinzubekommen. Gerade was interessanten Mehrwert für den Leser angeht.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mich würde generell freuen, ein größeres Publikum zu erreichen. Im großen Dschungel der Selfpublisher ist es nicht einfach, gesehen zu werden. Da ich bislang nur positive Rückmeldungen zu meinen Büchern bekommen habe, denke ich, kann mein Weg nicht ganz verkehrt sein und ich freue mich, wenn ich irgendwann mehr Menschen erreichen kann. Ich habe jetzt eine Hompage, www.christinlindner.de und möchte dort Steckbriefe meine Protagonisten einstellen und interessante Informationen rund um die Deichkicker und später natürlich auch die Personen anderer Bücher. Bislang findet man hier ausschließlich die Klappentexte meiner Bücher und die Cover. Ich freue mich über jeden Besucher und arbeite daran den Inhalt auszubauen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Besonders gefreut habe ich mich über erste positive Rezensionen von „fremden“ Menschen. Es ist ein ganz anderes Gefühl, wenn ein unbekannter Mensch begeistert von meinem Buch ist, als wenn es jemand aus der Verwandtschaft oder dem Freundeskreis ist. Ich schätze es sehr, dass einige Personen in Verwandtschaft und Freundeskreis meine Bücher gern lesen und sich auf Neues von mir freuen. Ich weiß, dass sie mich ehrlich kritisieren und fordere das auch ein, denn nur so habe ich die Möglichkeit Dinge zu verbessern. Trotzdem ist es eine tolle Bestätigung, wenn auch Außenstehende positives Feedback geben.

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus „Anstoß zum Glück“:

Schon am folgenden Wochenende wurden Andrés Pläne gewaltig durcheinandergebracht. Die Türklingel riss ihn am Samstagmorgen aus dem Schlaf. Er richtete sich erstaunt auf und schüttelte den Kopf, um seine Müdigkeit loszuwerden. Da es schon wieder läutete, schwang er die Beine aus dem Bett und ging zur Haustür.

André blinzelte. Auf der Türschwelle standen Susann und Merle.

„Zieh dir mal was an!“, wies seine Schwester ihn zurecht.

Er trug lediglich Schlafshorts. „Ich habe mich beeilt. Du hast mich geweckt.“

„Es ist spät genug.“ Sie hielt ihm beinahe anklagend ihr Handy mit der Uhrzeit vor die Nase. Zehn Uhr zweiunddreißig. „Scheiße, du hast ne Fahne!“

„Ich war gestern aus.“ Er sah die Tasche in der Hand seiner Schwester. „Hab ich was verpasst?“

„Du hast gesagt, du wolltest mal wieder was mit ihr machen. Bitte.“ Sie hielt ihm das Gepäck hin.

Statt danach zu greifen, bat er Merle ins Haus zu gehen bevor er Susann versuchte streng anzusehen. Mit seiner, wie er festgestellt hatte, vom Feiern leicht kratzigen Stimme fragte er sie, „sprechen wir so etwas nicht eigentlich ab?“

„Ich brauche mal eine Pause von ihr. Ich möchte auch mal ausgehen. Du warst gestern aus. Reicht das nicht?“

André hatte seine Nichte gern um sich. „Okay. Ich habe erst morgen ein Spiel. Ich überlege mir, was wir zusammen machen können. Ich bringe sie dir dann heute Abend nach Hause“, lenkte er ein.

Susanns Augen wurden bei diesem Vorschlag vor Entsetzen groß, statt dankbar einen weicheren Ausdruck anzunehmen. „Nein! Sie soll hier schlafen. Ich möchte mal abends weg. Und Mama hat keine Zeit“, beantwortete sie seine noch nicht gestellte Frage.

André seufzte. „Mein Spiel ist morgen Vormittag. Ich müsste sie dann gegen neun wieder zu dir bringen.“

„Das ist zu früh. Bitte nimm sie doch mit zum Spiel. Sie ist lieb. Sie guckt dir bestimmt gerne zu. Sie vergöttert dich.“

„Mit Warmmachen und anschließend Duschen, sind wir sicher drei Stunden auf dem Fußballplatz. Eher länger. Es ist kalt.“ Seine Schwester sah ihn flehend an. „Okay. Irgendwie kriege ich das hin. Dann kommt sie erst morgen Abend wieder. Ist dir das recht?“

„Danke“, fiel sie ihm um den Hals. „Wer ist das denn?“ Susann ließ ihn los.

André sah hinter sich, wo die Frau, die gerade noch in seinem Bett gelegen hatte, im Flur erschienen war und wenig amüsiert die junge Mutter bei ihm anstarrte. Mist, wie war gleich ihr Name? Jetzt sah sie ihn beinahe auffordernd an. „Äh …“

„Scheiße, hast du ein Kind? Ist das deine Ex?“, fragte die Unbekannte fassungslos.

„Nein, meine Schwester mit ihrer Tochter … wie war noch dein Name?“

Jetzt lief sie vor Wut rot an. „Blöder Penner!“ Sie rauschte ins Schlafzimmer und kehrte wenig später vollständig bekleidet zurück. Während sie die Tür passierte, stieß sie ihn unsanft beiseite.

Eine Weile sahen André und seine Schwester der Frau nach. Dann nickte Susann ihm zu und verschwand auf dem gleichen Weg.

 


Christin Lindner

 

 

  • Mitten in die Elf (Deichkicker 1), E-Book 3,49 Euro, TB 10,99 Euro. Auf amazon* bestellen.
  • Und dann kam alles anders … (Deichkicker 2), E-Book 3,49 Euro, TB 10,99 Euro. Auf amazon* bestellen.
  • Lack und Vorurteile (Deichkicker 3),  E-Book 3,49 Euro, TB 9,99 Euro. Auf amazon* bestellen.
  • Anstoß zum Glück (Deichkicker 4), E-Book 3,49 Euro, TB 12,99 Euro. Auf amazon* bestellen.

Bis Ende Juni gibt es alle E-Books zum Einstiegspreis von 0,99€ für alle, die mit der Reihe beginnen wollen.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Eine ganz liebe Person darf ich euch heute vorstellen: Francis, die das Internet als Buchbummelant unsicher macht.

Hallo! Mein Name ist Francis, aber in den meisten sozialen Medien und Foren bin ich als „Buchbummelant“ unterwegs.

Ich schreibe sowohl Fantasy als auch Romance, wobei ich meist ältere Zielgruppen im Auge habe – also Young Adult, New Adult, Adult. Meist lasse ich mich aber von der Idee inspirieren und schaue danach erst, in welche Richtung es geht. Der Zeitpunkt, der Ort, die Magie, das ist alles etwas nebensächlich. Ich schreibe schon sehr lange. Meine beste Freundin Babsi hat mir eines Tages ihre Harry Potter Fanfiction in die Hand gedrückt und zunächst war ich skeptisch, aber dann… dann war ich Feuer und Flamme und bin es immer noch. Sie hat definitiv den größten Einfluss gehabt, dass ich am Ball bleibe. Über das Schreiben habe ich tolle Menschen kennengelernt, aber sie ist mein Ausgangspunkt. Ich glaube, zu dem Zeitpunkt war ich elf oder zwölf Jahre alt.

Ich habe noch kein Buch veröffentlicht, weil ich eine kleine Perfektionistin bin, aber ich arbeite gerade intensiv an einem Manuskript, das ich gerne veröffentlichen möchte – vorausgesetzt, alles stimmt. Die Testlesermeinungen waren bisher wirklich ermutigend!

 

M&D und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich arbeite meist an mehreren Projekten gleichzeitig. Im Vordergrund steht aber gerade eine New Adult Romance, die ich vor einem Jahr als Rohfassung beendet habe. Ich habe sie damals „Marc & Drew“ genannt, weil die männliche Perspektive auf ungeplante Schwangerschaften im Vordergrund steht, aber da das zu Verwirrung geführt hat, kürze ich es meist als „M&D“ ab oder nenne es jetzt „Marc & Dodo“. Die Geschichte beginnt damit, dass der Biologiedoktorand Marc seine Freundin Belinda verlässt, die sich daraufhin an ihm rächen möchte – und Kondome im Badezimmer zersticht. Marc hat einen Mitbewohner namens Drew, der auch als Barkeeper jobbt und ihn ablenken möchte. In der Bar lernen die beiden jungen Männer Violet und Dodo kennen. Marc und Dodo haben einen One Night Stand und von da an nimmt die Geschichte ihren Lauf. Auch wenn ungeplante Schwangerschaften das Hauptthema der dreibändig angelegten Geschichte sind, es geht auch um Freundschaft, um Vertrauen, um Liebe. Dabei sind die Freundschaften und Hintergründe der Hauptfiguren als Ausgangspunkt sehr wichtig. Jeder hat eine Geschichte, und in meiner Geschichte lernt man Marc, Dodo, Drew und Violet sehr gut kennen und fiebert hoffentlich mit ihnen mit.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Für viele meiner Geschichten ist eine Veröffentlichung gedacht, aber ich stehe da definitiv noch am Anfang. Mein Perfektionismus führte bisher häufig dazu, dass die Geschichten in einer Schublade verschwunden sind, bevor ich sie beendet habe, aber diesmal ist es anders. Erstens möchte ich M&D nicht in der Schublade verstecken und zweitens brenne ich für diese Charaktere. Ich möchte die Figuren mit der Welt teilen. Sobald ich diesen Überarbeitungsdurchgang beendet und das Testleserfeedback eingearbeitet habe, geht das Manuskript an Agenten oder gleich an Verlage.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Parallel arbeite ich immer wieder an einem Fantasyprojekt, das ich #Feuerteufel nenne. Da ich noch am Anfang stehe, kann sich noch viel daran ändern, aber Rache ist ein wesentliches Motiv, das alle drei Hauptfiguren miteinander verbindet. Besonders spannend ist für mich das Projekt, weil ich die meisten Charaktere als Antihelden konzipiert habe, die sich in einer Stadt zurechtfinden müssen, in der Verbrechen an der Tagesordnung stehen und Gangs die Menschen eher beherrschen als der Bürgermeister oder die Adeligen. Der Handlungsort ist an London im 19. Jahrhundert angelehnt, ist aber fiktiv. Phantastische Elemente kommen zwar immer wieder vor, stehen aber nicht im Vordergrund. Wie gesagt, die Geschichte steht noch am Anfang und vieles kann sich noch ändern, aber ich bin gespannt, wie mein Feuerteufel sich noch entwickelt.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Bisher ist die größte Herausforderung definitiv das „Dranbleiben“. Ich habe sehr viele Ideen, aber meist war es so, dass neue Ideen immer reizvoller waren als die, an denen ich zuvor gearbeitet habe. Da mache ich den Bummelanten alle Ehre… Ich schreibe viel und an sich macht auch jeder Prozess mir Spaß, aber das Leben wirft mir da gerne Steine in den Weg. Multitasking ist nicht meins, daher: Wenn ich schreibe, darf ich nichts anderes machen, und daher kann ich nebenbei weder ein Buch lesen noch an Hausarbeiten schreiben. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn mich ein Buch packt, kann ich nicht mehr aufhören, es zu lesen.

Das ist das reinste Suchtverhalten. Beim Schreiben geht es mir da auch so. Wenn ich im Flow bin, kann ich an nichts anderes denken, und daher muss ich einteilen, wann ich wirklich Zeit habe, an meiner Geschichte zu arbeiten. Wenn ich keine Zeit habe, kann ich das, was ich schreibe, auch wieder in die Tonne hauen, weil weder mein Herz drin steckt noch meine handwerklichen Fähigkeiten zum Tragen kommen. Wenn ich Zeit habe und mich auf ein Manuskript konzentrieren kann, dann ist jeder Schritt ähnlich herausfordernd – und macht gleichzeitig Spaß.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich habe immer viel geschrieben – ob für’s Studium oder das Referendariat -, aber ich schreibe auch unglaublich viel in meiner Freizeit. Das beginnt im Schreibnachtforum und endet auf leeren Manuskriptseiten. Wichtig ist dabei, dass ich meine Ruhe haben – kurz zwischendurch zu schreiben funktioniert für mich überhaupt nicht – und dass ich in der Lage bin, mich zu konzentrieren. Konzentration ist wichtig. Um mich in Schreibstimmung zu bringen, mache ich mir meist einen Tee (derzeit Darjeeling, sonst auch gerne Pefferminz- oder Weihnachtstee), lese die letzten Zeilen nochmal durch und fange an. Wenn’s gut läuft, kann ich das mit kleinen Unterbrechungen (Essen, Toilette, Beine vertreten) den ganzen Tag. Wenn ich frei habe, mache ich das auch gerne. Ansonsten nutze ich den Abend und schreibe bis tief in die Nacht. Wenn ich am nächsten Morgen arbeiten muss, siegt irgendwann die Vernunft, ansonsten schreibe ich, bis ich zu müde bin, und wiederhole den Vorgang. So habe ich bis zu fünf Hausarbeiten pro Semesterferien geschrieben, so kann ich das auch bei Geschichten durchziehen. Beim Schreiben bin ich der reinste Workaholic.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
„Wirf deine Zweifel über Bord und mach’s einfach!“ Ich bin ein sehr selbstkritischer, aber auch selbstreflexiver Mensch, und in vielen Fällen hätte ich nur über meinen Schatten springen müssen. Networking ist etwas, das mir sehr viel Angst bereitet hat, aber es macht so viel Spaß, sich mit Autor_innen zu vernetzen, sich auszutauschen, neue Leute zu treffen… und meistens wollen sie mir nicht einmal den Kopf abreißen! Ich fühle mich in der Buch- und Autorenbubble sehr wohl und habe das Gefühl, dass ich hier sein kann, wie ich bin. Wenn ich daran denke, wie lange ich manchmal gezögert habe, den neuen Schritt zu wagen…

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich bin ein großer Fan von Joanne K. Rowling. Auch wenn ich aus heutiger Perspektive vieles kritischer sehe (und nach wie vor verleugne, dass sie an Cursed Child mitgearbeitet hat), ich sehe die Harry Potter-Reihe als Meisterwerk eines langfristigen Plotkonstrukts. Die vielen kleinen Informationen, die sich über sieben Bände erstrecken… die Hinweise, die Ausblicke, die Struktur. Sie ist definitiv mein Vorbild, wenn es darum geht, einen kohärenten Plot zu entwickeln. Dasselbe gilt für Suzanne Collins. „The Hunger Games“ (Die Tribute von Panem) war mein letztes großes Highlight, ein absolutes Meisterwerk. Der Stil, der deep POV von Katniss, der Spannungsbogen. Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich an dieses Buch denke, und es ist definitiv meine liebste Trilogie. Band 1 ist Perfektion, und ich möchte irgendwann in der Lage sein, ein Buch zu schreiben, das meine Leser_innen genauso begeistert.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich möchte gerne ein Buch veröffentlichen. Früher hätte ich „bei einem Verlag“ hinzugefügt, aber es gibt so viele tolle Selfpublisher_innen auf Twitter und sie sind wirklich eine Inspiration! Mir ist nicht mehr nur wichtig, dass eine meiner Geschichten Leser_innen erreicht, ich möchte vor allem, dass diese Geschichte meiner Vision entspricht, und ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ich sehe, wie manche Autor_innen ihren Weg gehen. So möchte ich auch handeln können… und vielleicht, nur vielleicht, gehöre ich eines Tages zu ihnen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich darf zwei Momente nennen, oder? Ich mach das einfach mal. Also Nummero Uno: Als ich am 5. Mai 2018 das erste Mal seit über zehn Jahren „Ende“ unter ein Manuskript schreiben konnte, das war atemberaubend. Bei den Manuskripten davor wollte ich irgendwann nur noch, dass es vorbei ist, und ich war mir danach immer darüber im Klaren, dass es meinen eigenen Ansprüchen nicht genügen würde, aber dieses Manuskript… es war zu lang, es hat massive Überarbeitungsbedürfnisse, aber ich habe die Geschichte danach immer noch geliebt, ich habe mich in die Charaktere verliebt, und ich hätte am liebsten weitergeschrieben. Das Gefühl war einfach berauschend. Mein zweiter, schönster Autorinnen-Moment war kürzlich, als ich die ersten Kapitel an Testleser_innen verschickt habe und so, so, so tolles Feedback bekommen habe. Natürlich waren auch viele Dinge dabei, die noch verbessert werden müssen, aber es war so viel Lob dabei, so häufig der Kommentar, man hätte gerne weiter gelesen, und das war für mich einfach nur unglaublich. Da gibt es Menschen, die meinen Stil gut finden, die meine Geschichte lesen möchten! Kann man von Glück berauscht werden?

 

Eine kleine Kostprobe…

So beginnt M&D:

Als Drew nach Hause kam, lag ich nackt auf dem Esstisch. Er putzte seine Schuhe mit einem dumpfen, schweren Kratzen an der Fußmatte ab, schwang die Tür auf. Ich unterdrückte einen Fluch, richtete mich auf und griff nach der roten, dünnen Decke, die ich nur Minuten zuvor über den Lehnstuhl drapiert hatte. Bevor er in den Raum und somit mein Blickfeld treten konnte, bedeckte ich meine Brüste. Drew ließ den Wohnungsschlüssel mit einem lauten Klirren in die Schüssel fallen, die rechts neben der Haustür auf einer Kommode stand, und trat vor, in mein Sichtfeld.

Ich rutschte an die Kante des Tisches vor und keine Sekunde später zog Drew seinen grünen Koffer ins Zimmer und trat beiseite, um Marc einzulassen, der mit Einkaufstüten beladen war. „Soll ich gleich kochen?“, fragte er Drew und schloss die Tür hinter sich. Ich nahm es als schlechtes Zeichen auf, dass bisher keiner von beiden meine Anwesenheit bemerkt hatte.

Mein Blick fiel auf Drew und seinen unwillkommenen dunklen Krauskopf. Er drehte mir den Rücken zu, hängte erst eine Mütze und dann die Daunenjacke an die Garderobe und kniete sich auf den Boden, um die Winterschuhe aufzuschnüren. Marc schlüpfte in aller Seelenruhe aus den Schuhen und der Jacke, als gäbe es mich gar nicht.

„Solltest du nicht erst nächste Woche wiederkommen?“

Marc fuhr herum und stieß dabei die Einkaufstasche um, aus der eine Dose Tomaten kullerte. „Was machst du hier?“ Definitiv nicht die Begrüßung, die ich erwartet hatte.

Meine Überraschung schien angesichts von Drew fehl am Platze, daher sprang ich von dem Tisch und wickelte die Decke wie ein Kleid um mich. So war Marc in der Lage, meine braun gebrannten Schultern zu bewundern. „Ich wollte dich überraschen“, gurrte ich und trat zu ihm. Er biss die Zähne zusammen, hob die Tomatendose auf und schob mich mit dem anderen Arm zur Seite. Die Einkaufstüten kratzten über meine Decke, rissen sie fast mit sich. Ich widerstand dem Impuls, die Hände in die Hüften zu stemmen und mich ihm in den Weg zu stellen, und ließ ihn die Tüten in der Küche abstellen.

„Nadia hatte andere Pläne.“ Ich sah über meine Schulter, fixierte Drew mit Wut im Bauch. Eine Woche Planung und fünf Stunden im Schönheitssalon für die Katz‘. Drew rieb sich über die Augen, unterdrückte brummend ein Gähnen. Selbst für einen Transatlantikflug sah er scheiße aus. Sein Blick fuhr über mich, und entweder bemerkte er meine Wut oder ihm fiel auf, dass ich keine Klamotten anhatte, und er gab sich einen Ruck, räusperte sich. Wenigstens der Kerl wusste, was ich wollte. „Ich bringe meinen Koffer ins Zimmer.“

Ich wartete, bis Drew in den Flur verschwunden war, dann setzte ich mein schönstes Strahlen auf und schritt auf Marc zu, guckte zu ihm auf. Er trug den sexy grauen Pullover, den seine Stiefmutter Charlotte ihm letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte, und den ich ihm einige Male vom Leib gezerrt hatte – wenn das kein gutes Omen für meine Pläne war! „Den Abend hatte ich mir anders vorgestellt.“

 


Francis

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung an.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

[Rezension] Lost in a Kiss von Kati Wilde

Auf jellybooks habe ich vorab eine XXL Leseprobe zu diesem Buch gelesen und war am Haken, obwohl ich „New Adult“ Büchern gegenüber sehr skeptisch bin. Auch der Klappentext klingt eigentlich nach Klischee hoch zehn. Aber die Leseprobe war gut, ich mochte den Schlagabtausch und so habe ich das Buch nach erscheinen bei Droemer Knaur angefragt und als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank!


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  • Autorin: Kati Wilde, übersetzt von Karla Lowen
  • Titel: Lost in a kiss
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Romantik, Erotik, New Adult
  • 412 Seiten, Paperback: 12,99€ | Ebook: 9,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Aspen wollte eigentlich mit ihrer besten Freundin Bethany und derem unausstehlichen Bruder Bram Urlaub machen, um den Uni Abschluss zu feiern. Aber als Bethany absagt und Aspen bittet, mit Bram den Urlaub durchzuziehen und ihrem Bruder zu verschweigen, dass sie selbst in Schwierigkeiten steckt, willigt Aspen ein. Der kontrollfreudige Bram ist überhaupt nicht begeistert von Aspen und ihrem Schweigen über seine Schwester. Sie beschließen jedoch das Kriegsbeil zu begraben und Bethany mit schönen Fotos aus dem Urlaub vielleicht aus der Reserve zu locken. Dabei kämpfen Aspen und Bram immer wieder in fiesen Wortgefechten und rufen um Bethany Willen immer neue Waffenruhen aus. Doch zwei so feurige Persönlichkeiten können nicht lange auf einem Fleck sein, ohne dass Funken fliegen und sprühen…


Meine Meinung:

Vorweg – Im Englischen lautet der Titel des Buches „Going nowhere fast“ und den finde ich persönlich so viel aussagekräftiger als den „deutschen“ Titel. Es ist schade, dass hier zugunsten eines nichtssagenden Titel entschieden wurde.

Dass Aspen und Bram gemeinsam den Urlaub durchziehen, obwohl Bethany abgesprungen ist und dieses Spiel durchziehen um sie doch noch herzulocken, finde ich ziemlich aus der Luft gegriffen, aber es ist die Prämisse, ohne die die Geschichte nicht funktionieren würde. Das Buch überzeugte mich durch die kratzbürstige Dynamik der beiden Protagonisten doch davon, weiterzulesen.

Aschenputtel und der dunkle Prinz

Wie die Prämisse schon sagt ist Bram reich, dominant und mag es, die Kontrolle über die Dinge zu haben. Viele Dinge, die ihn richtig ätzend machen. Er ist kein Sympathiebolzen, auch wenn seine schnippischen und zynischen Bemerkungen ihn ziemlich witzig machen. Rührend ist auch die Liebe und Besorgnis seiner Schwester gegenüber. Auch bei Aspen wird er eher zahm, zumindest wenn es ihr schlecht geht oder sie Probleme hat.

Aspen ist eine Kämpferin aus schwierigen Familienverhältnissen. Auch sie hat ein Mundwerk wie eine Rasierklinge und würde dennoch viel ertragen für die Menschen liebt. Weswegen sie auch Bethanys Geheimnis bewahrt und damit Brams Zorn auf sich zieht. Gleichzeitig hat sie (nachvollziehbare) Vorurteile gegenüber Brams Reichtum und hält ihn für einen lackierten Schnösel – und ganz unrecht hat sie damit auch nicht. Was mir auch gut gefallen hat, war das Aspen kein Mauerblümchen war, die beim Wort „Kondom“ in Ohnmacht fällt. Sie ist in ihrer sturen Art zwar manchmal etwas kindlich, aber dennoch eine Frau, die weiß, was sie will und was sie hat. Es ist erfrischend mal eine Protagonistin zu haben, die um ihre eigenen Reize weiß und nicht ständig in Gegenwart des hübschen Kerls denkt, dass sie viel zu hässlich und fett sei.

Die Beziehung der beiden basiert auf ihrer Hassliebe, Mikroaggressionen und körperlicher Anziehung. Denn die beiden beginnen, ihre Wut gegenüber dem anderen, körperlich zu, ähm… verarbeiten. Während der Geschichte lernen sie einander besser kennen und merken, dass hinter der Fassade des anderen viel mehr steckt, als anfangs geahnt.

NACHSITZEN bei Jen und mir!

Ich weiß, die Dramatik von Liebesgeschichten basiert oft darauf, dass Dinge nicht ausreichend kommuniziert werden. Aber es ist nicht weniger zum Haare raufen. Gerade als die beiden eigentlich schon körperlich miteinander vertraut sind und beginnen liebevoll miteinander umzugehen, hören sie auf, offen miteinander zu reden. Natürlich hat Aspen ihre Gründe Bethanys Geheimnis nicht zu verraten, aber Bram könnte Aspen durch Offenheit und Ehrlichkeit so viel Schmerz ersparen. Aber nein, sie bleiben sturköpfig. Uff.

Wer Jens und meine Kommunikations-Session auf dem Litcamp Hamburg besucht hat, weiß, dass ich es hasse, wenn Charaktere nicht miteinander reden. Konflikte, die auf Schweigen aufbauen, finde ich ausgelutscht, deswegen hat mich dieser Abschnitt im Buch auch extrem genervt. Ich wollte ständig ins Buch springen und beide ohrfeigen. Die Autorin hat gezeigt, dass die beiden auch streiten können, wenn sie miteinander reden. Zum Glück gibt es von dem Miteinander reden und Konflikte haben mehr als vom Schweigen und Konflikte haben.

Die Reibereien zwischen den beiden waren umso anziehender, das schlug sich auch in den Erotik-Szenen nieder. Wenngleich mich der inflationäre Gebrauch des Wortes „pussy“ auch ein bisschen gestört hat. Gute Sexszenen zu schreiben ist eine Kunst für sich (siehe Patzer, gesammelt von Desasterotik), aber die Autorin bzw. die Übersetzerin haben das gut gemeistert.

Verschlungen!

Aber da hatte es die Autorin Kati Wilde schon geschafft. Ihr Schreibstil, ihre Art die Geschichte zu erzählen, das sanfte Einstreuen von Hinweisen auf die Geheimnisse und auch Bethanys Schicksal. Das Buch lässt sich angenehm lesen und man ist immer neugierig, was geschieht. Ob Bram und Aspen die Kurve bekommen, wie sie leidenschaftlich rumknutschen, sich wieder zerstreiten. Kanu durch Stromschnellen fahren, Motorradtour mit Aspens Cousin. Es war mächtig was los.

Meiner Meinung hätte es weniger von Brams Luxusgetue sein müssen. Denn er wird mit dem Fortschritt des Buches sympathischer. Seinen Reichtum und Einfluss weniger zu betonen, hätte seine Sympathie meiner Meinung nach geholfen. Genau wie es gereicht hätte, seinen muskulösen Körperbau ein oder zweimal zu betonen. Aber das ist eben typisch Erotik/New Adult, damit muss ich leben, wenn ich mir solche Bücher aussuche.

Mir haben auch die Nebencharaktere Bethany und Murphy gut gefallen. Murphy wegen seiner direkten, humorvollen Art und Bethany weil sie trotz wenigen direkten Auftritten im Buch für mehr Komplexität und Tiefe in der Geschichte gesorgt hat. Auch der Schluss mit seinen Wendungen und Ergebnissen hat mir gut gefallen und die Beziehungen im Buch in ein anderes Licht getaucht.

 

Fazit:

Auch wenn das Buch einige Klischees bedient – reicher Typ mit Beschützerinstink und toughes Mädchen aus armen Verhältnissen – konnte mich die Geschichte in ihren Bann ziehen. Die Wortgefechte, die Reibereien und die Dynamik des „Blechmanns“ und dem „Mädchen mit dem schlechten Einfluss“ haben mir gut gefallen. Hier und da hätte ein bisschen weniger Klischee gut getan, aber die Charakterentwicklung der beiden hat mich berührt. Letztlich gibt es zwar einige Kritikpunkte, aber das ist Kritisiern auf hohem Niveau, denn im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Weitere Meinungen:

 


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[Rezension] Eva-Maria Obermann – Ellas Schmetterling

[Rezension] Eva-Maria Obermann – Ellas Schmetterling

Die liebe Eva von schreibtrieb ist nicht nur eine gute Freundin, ein Vorbild und eine ganz liebe Person, sondern auch Autorin (und schreibt ihre Doktorarbeit!). Ich habe bereits ihren Urban Fantasy Roman „Zeitlose – Simeons Rückkehr“ gelesen und freue mich schon auf Band 2 davon.

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<3

Auch dieses Buch von ihr hat sie mir mit einer lieben Widmung geschenkt, ein weiteres signiertes Exemplar durfte ich zu meinem 100 Abo Special auf Youtube verlosen.

 

Eva-Maria Obermann – Ellas Schmetterlinge

Worum geht’s?

Ihrem langjährigen Freund Jan zuliebe zieht Miri mit ihm für seinen Job nach Mingheim, ein kleines idyllisches Dorf irgendwo im Nirgendwo. Ein Albtraum für die Großstädterin! Alles zurückgebliebene, konservative Spießer denkt sie. Ihre Nachbarin Ella, eine junge, schwangere Dorfmutti mit bereits einem Kind ist offen und freundlich zu Miri. Aber eigentlich will Miri nichts wie weg und versucht anfangs nicht einmal sich auf den neuen Ort und die Leute dort einzulassen. Das führt natürlich zu Konflikten mit ihrem Freund Jan und es hilft der kriselnden Beziehung nicht, dass Miri Ellas Bruder Jonathan kennenlernt, der ihr Herz wie wild flattern lässt. Womit Miri nicht rechnet: Einige Ereignisse werden ihr Leben komplett auf den Kopf stellen.

  • Genre: humorvoller Gegenwartsroman mit einer Prise Romantik
  • Verlag: bookshouse Verlag*
  • Taschenbuch**: 10,99€| Ebook**: 3,99€

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Meine Meinung

Auch wenn sie in letzter Zeit sehr oft auf Buchcovern zu sehen sind – ich mag Schattenschnitte! Die junge Frau, die mit den Schmetterlingen tanzt vermittelt Leichtigkeit und Verträumtheit und passt sehr gut zur Geschichte. Der Hintergrund ist mir ein bisschen zu bunt und vollgestopft, aber das ist ja Geschmackssache.

Ich bezeichne Eva nicht umsonst oft als Vorbild und bin so ein Fan von ihr. Ich mag ihren leichten, schwungvollen und dynamischen Schreibstil. Sie versteht es wunderbar lebendige und liebenswerte, aber auch unsympathische Charaktere zu zeichnen und schnöde Alltagssituationen ansprechend zu formulieren. Bereits bei „Zeitlose“ waren die romantischen Szenen zum Dahinschmelzen schön beschrieben und auch die Gefühle bringt sie einfach mit ihren Worten so toll rüber. Mir war nach dem Lesen wieder ganz warm und wohlig in der Magengegend.

Der Inhalt fing recht gewöhnlich an und nahm eine spannende Richtung. Es gab mehrere recht unerwartete Wendungen, viele Momente zum Schmunzeln, zum Augenvedrehen und zum glücklich-verliebt Seufzen. Auch wenn das Buch romantisch daherkommt, steht Miris Entwicklung und ihre komplizierte Beziehung zu Nachbarin Ella im Vordergrund. Mir gefallen die feinen Nuancen der Beziehungen, die vielen relevanten Themen, die Eva scheinbar beiläufig in die Geschichte hineinwebt. In knapp 200 Seiten so viele Aspekte des Lebens anzuschneiden war ziemlich cool und es wirkte nicht unabgeschlossen. Es hat einfach gepasst. Lediglich ein Punkt hat mich etwas gestört, den ich hier nicht weiter erwähne. Als oller Liebhaber von Mysterien und Geheimnissen war mir die alte, stark duftende Dame mir doch zu schnell wieder abgehandelt (diejenigen, die das Buch kennen, wissen vermutlich wovon ich rede). Ellas Schmetterlingstheorie ist auf jeden Fall etwas, woran ich noch häufig denken werde.

Die Charaktere waren wahrlich zauberhaft. Miri war schön zickig, irgendwie stürmisch aber intelligent und gewitzt. Ella war einfach Honig pur und bewunderswert in ihrer selbstsicheren Zielstrebigkeit. Jan war der etwas unverständnisvolle, aber eigentlich nette Kerl und Jonathan der etwas geheimnisvolle Retter in Not. Sehr gerne mochte ich den Bankangestellten Cem, der einfach Charme hatte. Alle Charaktere waren lebendig, liebevoll, jeder hatte seine kleinen Dämonen.

Das Ende fand ich so herrlich unkonventionell, liebevoll und zeitgemäß. Ich finde schöner hätte man dieses Buch gar nicht beenden können!

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Der Herbst kommt! Mit flauschiger Därmel (= Decke mit Ärmeln) und heißer Schokolade in Buchform aber kein Problem

Mein Fazit:

Das Buch war ein kurzes, angenehmes Lesevergnügen mit vielen kleinen Weisheiten und starken Botschaften. Die Geschichte ist teils realistisch, teils aberwitzig, aber auf jeden Fall liebenswert und süß. Es liest sich leicht und angenehm wie Schmetterlinge und hinterlässt das Gefühl als hätte man eine heiße Schokolade getrunken. Das Buch eignet sich super für Zwischendurch und alle, die eine kurzweilige Unterhaltung suchen, die nicht vor Klischees und Kitsch tropft. Von mir gibt es vier blubbernde Seesterne.

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[Neuzugänge] Jede Menge Mangas bei arvelle

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Arvelle.de hat tolle Angebote. Und seit einiger Zeit versorgt Carlsen die Seite auch mit Mängelexemplaren von Mangas. Da rutscht einem doch glatt der Geldbeutel aus!

Ein paar Mangas waren sogar vergriffen als ich eine Stunde nachdem ich gestöbert hatte, endlich bestellt habe. *schnüff*

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