Schlagwort: fantasy

Jasmin Engel #ProjektArbeitstitel

Jasmin Engel #ProjektArbeitstitel

Jasmin Engel #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich euch eine weitere liebe Schwester aus dem Nornennetz vorstellen zu dürfen: Jasmin Engel bei #ProjektArbeitstitel

Hallo! Ich bin Jasmin Engel, als ein Kind der 80er Jahre im schönen Unterfranken geboren, lebe ich heute mit meinem Mann und unseren zwei Hunden in Darmstadt.

Als kleines Mädchen konnte ich es kaum abwarten bis ich endlich in der Vorschule lesen gelernt habe. Ich wollte unbedingt Zugang erlangen zu den magischen Welten, die sich in all den Büchern zu Hause verborgen haben. Genauso begeistert habe ich dann meine eigenen Welten kreieren wollen. Ich habe kurze Märchen und Mini-Geschichten geschrieben. Bevor ich mit 16 meine erste Novelle verfasst habe, hat mich schon die Liebe zur Lyrik für sich gewonnen und bis heute nicht losgelassen. Das beeinflusst auch meinen Schreibstil in der Prosa.

 

Erst einmal habe ich eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin gemacht, einige Jahre später noch mein Abitur nachgeholt. Schon mit Anfang 20 hat sich für mich jedoch herauskristallisiert, dass ich nichts lieber als Autorin sein möchte. Die Phantastik hatte ich schon davor für mich entdeckt. Seitdem habe ich so einige Kurzgeschichten und Gedichte in Anthologien veröffentlichen können. 2012 ist mein Historical Fiction Roman fertig geworden und 2015 mein Fantasy-Mystery-Roman, der erste Teil einer Dilogie.

Mein Historical Fiction Roman „Die Götter der Dämmerung“ wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2020 erscheinen.

 

Zwischen den Welten und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Momentan schreibe ich parallel am zweiten Teil meiner Dilogie, „Zwischen den Welten“, und an einem Kurzroman mit dem Arbeitstitel „Orbis Alius – die Anderswelt“.

Der zweite Band meiner Dilogie soll sinn- und stimmungsvoll das fortsetzen und abschließen, was ich mit meinem ersten Band, „Zwischen den Träumen“, begonnen habe. Ich tue mir schwer damit, meine Dilogie Genre mäßíg einzuordnen. Die Geschichte um Marie und Ion hat gleich starke Fantasy- wie Mystery-Anteile. Das Hauptthema sind parallele Welten und die Möglichkeit, sich nachts auf Traumreisen dorthin zu begeben, was meine Hauptfigur mit Wundern und Schrecken konfrontiert. Marie hat damit zu kämpfen, auf Dauer mit einem Fuß in ihrem alltäglichen Leben zu stehen und mit dem anderen in der Welt ihrer Traumreisen. Das lässt sie auch zwischen ihrer alten und neuen Liebe stehen. Ich habe mich bei der Gestaltung des Kosmos, der diese und die Parallelwelten verbindet, an den altindischen, vedischen Schriften orientiert.

Im Gegensatz zu meinem 2. Band der Dilogie stehe ich bei meinem Kurzroman noch ziemlich am Anfang, selbst wenn der Plot grob steht. Er spielt überwiegend in der Anderswelt, wie der Titel schon sagt. Vorbild war zum Teil die keltische Vorstellung des Jenseits, zum anderen Teil meine eigene. Die Anderswelt wirkt zunächst „leer“ und still. Alles entwickelt und zeigt sich, je nachdem wie die Person selbst ist, die sie betritt, wie sie selbst sich entwickelt. Meine beiden sehr unterschiedlichen Protagonistinnen erleben daher eine jeweils sehr unterschiedliche jenseitige Welt, in der sie sich zurechtfinden und Prüfungen bestehen müssen. Es gibt auch eine Prise unkonventioneller Romantik.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Was meinen Kurzroman „Orbis Alius – die Anderswelt“ betrifft, bin ich mit einem Kleinverlag im Gespräch und er könnte Ende 2020 erscheinen. Das Gleiche gilt für meinen  Roman „Die Götter der Dämmerung“. Sollte es doch nicht klappen, würde ich zumindest den Roman selfpublishen. Bei meiner Dilogie bin ich noch nicht mit einem Verlag ins Gespräch gekommen. Falls die Verlage kein Interesse haben, kann ich mir hier ebenso Selfpublishing vorstellen, dann für 2021.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe vor Jahren ein Manuskript angefangen, das, genauso wie mein Historical Fiction Roman „Die Götter der Dämmerung“, mit dem Thema Prä-Astronautik spielt. Hier wäre das Setting nicht die Welt der Maya, sondern das alte Mesopotamien.

Außerdem würde ich gerne meine Novelle, die ich als 16-jähriges Mädchen geschrieben habe, noch einmal neu schreiben. Es ist eine Geschichte, die im Frankreich des 13. Jahrhunderts spielt, historisch mit Fantasy-Anteilen. Emanzipation ist ein großes Thema, daneben wahre Werte, anstelle von Macht und Besitz.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Dran zu bleiben, mich täglich neu zum Schreiben zu motivieren, obwohl ich schon mit vielen Absagen oder einfach gar keiner Reaktion von Agenturen und Verlagen umgehen musste.

Hast du eine Schreibroutine?
Ja, über die letzten Jahre hat es sich bei mir so ergeben, dass ich mir den späteren Nachmittag für das Schreiben freihalte. Ich sitze unter der Woche täglich etwa zwei Stunden an meinen Texten. Am Wochenende bin ich selten im kreativen Modus, wenn dann eher für Gedichte.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Ich würde mir den Tipp geben, einerseits ruhig ungebremst meine Kreativität auszuleben und das zu schreiben, was mir wichtig ist. Doch andererseits keine solch großen bis naiven Hoffnungen hinsichtlich der Agenturen und Verlage zu haben.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Im Grunde sind das für mich alle Autor*innen, die sich trauen, Romane abseits des Mainstreams zu schreiben. Etwas Eigenes, tiefgründig, gewagt. Nicht einfach nur Unterhaltung. Da man mit solchen Büchern nur sehr schwer bei Verlagen unterkommt, ist Selfpublishing meist die einzige Möglichkeit, zu veröffentlichen. Ich bewundere also auch alle mutigen Selfpublisher*innen.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ob ich nun jeweils bei einem Verlag oder selbst veröffentliche, ich wünsche mir am meisten, dass meine Romane gelesen werden, dass sie berühren, inspirieren und zum Nachdenken anregen. Ich träume zwar noch immer ein bisschen von der Zusammenarbeit mit einem netten Verlag, aber wichtiger ist mir, schreiben zu können, was ich für richtig halte, was es nicht ohnehin schon massenweise auf dem Markt gibt.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als ich die Rohfassung von meinem allerersten Roman „Die Götter der Dämmerung“, mit seinen fast 500 Normseiten, fertig hatte, „Ende“ darunter schreiben konnte. Fast genauso schön war es dann nach dem zweiten Durchgang der Überarbeitung und nach Beenden der Rohfassung von meinem zweiten Roman „Zwischen den Träumen“.

 

Eine kleine Kostprobe…

Gerne! Dieser Ausschnitt stammt aus dem zweiten Kapitel meines Historical Fiction Romans „Die Götter der Dämmerung“, der nächstes Jahr erscheinen wird. Xio ist unter meinen fünf Hauptcharakteren noch einmal die zentrale Person. Sie sind gerade auf Expedition bei den Maya.

„Fasziniert betrachtete er den grün schimmernden Leguan. Ja, Xio mochte Reptilien. Wieder etwas, das ihn von seinen nibiruanischen Kameraden unterschied, denn ihr Volk hegte eine erbitterte Feindschaft gegen die Reptiloiden. Das waren jene intelligenten Spezies im bekannten Teil der Galaxie, die sich aus Echsen anstatt aus Säugetieren entwickelt hatten.

Es ging sogar so weit, dass die Nibiruaner deren unschuldige Vorfahren, ob Salamander oder Schildkröte, verabscheuten. Schlange und Drache waren bei ihnen Symbole für das Böse – so wenig religiös und faktengläubig die meisten Nibiruaner auch sonst stets sein mochten. Diese Haltung, diese Symbole legten sie mit Vorliebe den noch jungen Zivilisationen der Galaxie ans Herz.

Oh, Commander Etharah rief bereits nach ihm… Xio beeilte sich, um wieder seinen Platz in der Gruppe einzunehmen. Gleich befand er sich erneut dicht hinter dem Captain, der sich kurz umdrehte und ihn nachsichtig anlächelte.

Nachdem sie eine Weile weitergelaufen waren, wandte Sephiram sich mit einer Frage an ihn. Dabei musste er ein wenig aufschauen zu seinem fast einen Kopf größeren Piloten. „Deine Vorfahren haben diese Gegend damals auch besucht, richtig?“

Xio blickte ihn überrascht an und fühlte sich etwas verunsichert. Über ihre unterschiedlichen Heimatvölker wurde in der Gruppe kaum gesprochen, da die Beziehungen zwischen Thokadiern und Nibiruanern sehr angespannt waren. „Das stimmt. Aber als wir hier auf Entdeckungsreise gingen, müssen Flora und Fauna noch ganz anders ausgesehen haben. Menschen traf mein Volk auch nicht an, denn sie hatten den Kontinent erst ein paar Jahrtausende später besiedelt.“

Sephiram nickte anerkennend vor sich hin. „Ich muss schon sagen, ihr Thokadier habt bei euren Expeditionen auf diesem Planeten kaum Spuren hinterlassen.“ Er pausierte kurz. „Zumindest sind wir nie eindeutig auf welche gestoßen, als wir Ersetu später ebenfalls besucht haben.“

Xio schluckte. Hoffentlich ging sein Captain jetzt nicht auf die recht verschiedenen ethischen Auffassungen ein, die ihre beiden Völker bei dem Thema Kontakt mit jungen Zivilisationen auf fremden Planeten vertraten. Sie hatten erst vor kurzem ein Streitgespräch darüber geführt und danach war ihm jetzt wirklich nicht zumute. „Man muss dabei bedenken, dass wir im Vergleich zu euch nicht oft hier waren.“

Zum Glück schmunzelte Sephiram bloß und gab zu: „Im Vergleich zu uns war niemand oft hier!“

Nach einigen weiteren Schritten wurde der Drei-Stern-Wächter ernster und ließ seinen Blick ergriffen um sich schweifen. „Ah! Ist das nicht eine faszinierende Gegend? Ich finde es jedes Mal aufs Neue, selbst wenn ich schon öfters hier war.“ Xio stimmte ihm zu.

 


Jasmin Engel

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Kathy Wild #ProjektArbeitstitel

Kathy Wild #ProjektArbeitstitel

Kathy Wild #ProjektArbeitstitel

Heute darf ich euch eine wunderbar liebe und entspannte Person vorstellen, auf deren erste Veröffentlichung ich auch schon sehnlichst warte: Kathy Wild bei #ProjektArbeitstitel

Hi, ich bin Kathy, meines Zeichens Bücherwurm und Autorin mit Fernweh.

Ich habe schon als Kind gerne Geschichten erzählt und mich in ferne Länder und Welten geträumt. Das Schreiben ist schon seit der Grundschule mein treuer Begleiter, wobei ich erst in den letzten Jahren angefangen habe auf eine Veröffentlichung hinzuarbeiten. Ich hoffe nächstes Jahr mein Debüt zu veröffentlichen, wahrscheinlich im Selfpublishing.

 

Zwischen den Lügen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Aktuell habe ich zwei Projekte auf dem Schreibtisch. „Zwischen den Lügen“, eine Urban Fantasy Serial mit Romance, und (Arbeitstitel) „The Lost Prince“, ein High Fantasy Projekt mit Assassinen, Piraten und Magie.

In Zwischen den Lügen wird die achtzehnjährige Ann mit einer neuen Realität konfrontiert: Als totgeglaubte Tochter eines Tyrannen ist ihr ganzes Leben von Wächtern und Spionen konstruiert worden. Selbst ihr Freund Kian ist einer der Rebellen, die sie trainieren wollen, damit sie ihre übernatürliche Gabe gegen den König, ihren Vater, und seine Regierung einsetzen kann. Je schneller Ann lernt ihre Gabe einzusetzen, desto eher kann sie nach der Wahrheit zwischen all den Lügen suchen…

Zu „Lost Prince“ habe ich erstmal nur ein paar Stichworte für euch: Große Meere. Schlafende Götter. Mittendrin die verlorene Stadt, Perdua, bekannt als Paradies für Gesetzlose. Hier trifft ein junger Dieb von einem fernen Kontinent auf die letzte Assassine.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Das ist eine etwas kniffelige Frage, dieses Jahr musste das Autorenleben leider öfter mal hintenanstehen, aber aktuell arbeite ich wieder mit höchster Priorität neben dem neuen Brotjob an meinen Projekten. Sowohl für Zwischen den Lügen als auch für Lost Prince ist eine Veröffentlichung geplant, aber noch kann ich nicht sicher sagen, ob tatsächlich beide Projekte 2020 schon so weit sein werden. Aber sobald ich mehr weiß, werde ich es euch (sicher sehr aufgeregt) mitteilen 😀

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
In der Welt von Lost Prince liegen noch einige weitere Geschichten, auf die ich mich schon sehr freue. Ansonsten habe ich noch ein Projekt im Genre „Science Fiction mit Magie“ so wie zwei Romance Projekte, die viel Fernweh beinhalten und an Orten spielen, an denen ich selbst schon auf Reisen etwas Zeit verbringen durfte.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Vor der Veröffentlichung ist es wohl definitiv die Überarbeitungs-Phase, die mich die meisten Nerven kostet. Speziell der Teil, bevor ich erstes Feedback erhalte, also vor Testlesern und Lektorat, denn da sind die Selbstzweifel bei mir am größten. Wenn man den eigenen Text zu oft gelesen und geändert hat, ist es einfach sehr schwer einzuschätzen, ob es wirklich spannend genug ist oder ich das vermittle, was ich mit der Geschichte erzählen möchte. Da muss ich mich dann irgendwann zusammenreißen und anderen mein Herzensprojekt anvertrauen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe in meiner Freizeit, das war lange neben dem Studium und dem Nebenjob, seit kurzem ist es neben einem Vollzeitjob. Ich bin noch am Finden meines neuen Alltags und der passenden Schreibroutine, aber generell versuche ich mich nach Feierabend nochmal 1-2h an den Schreibtisch zu setzen (weit weg von meiner Couch und dem Fernseher) und ansonsten die Wochenenden zu nutzen. Routine ist für mich gerade in der Schreibphase wichtig, denn nur wenn ich regelmäßig am Manuskript sitze, kann ich auch wenn ich mal nur eine halbe Stunde Zeit noch relativ viel schaffen. Ansonsten nutze ich auch die Pomodoro Technik und setze mich ab und zu in ein Café oder eine Bibliothek, weil es mir dort oft leichter fällt mich zu konzentrieren und besonders nach einem Arbeitstag nicht in die  Prokrastinations-Falle zu tappen.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
„Trau dich und glaub an dich!“ Das würde ich meinen Vergangenheits-Ich in vielen Lebensbereichen empfehlen, insbesondere auch beim Schreiben. Angst nicht zu genug zu sein oder zu versagen hat mich früher von vielem abgehalten, aber wie J.K. Rowling sagte: „It is impossible to live without failing at something, unless you live so cautiously that you might as well not have lived at all – in which case, you fail by default.“

Und ich versuche es auch generell nicht als Versagen sondern als Lernen zu sehen, wenn etwas nicht so klappt wie ich es mir vorgestellt habe.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Sehr viele 😀 Ich bin immer wieder dankbar in den letzten Jahren viele andere Autoren und kreative Menschen kennengelernt zu haben und mittlerweile besteht ein großer Teil meines Freundeskreises aus anderen verrückten, tollen Buchmenschen. Ich bewundere sie alle, wie sie ihre Leidenschaften nebenberuflich oder hauptberuflich verfolgen und sie motivieren und inspirieren mich immer wieder. Gute Writing Buddies sind unersetzlich <3

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Ziel ist es mir stets Zeit für meine kreativen Projekte nehmen und vor allem meine Geschichten mit Lesern teilen. Ich verliere mich immer gerne in Büchern und so einige Geschichten haben mir schon sehr geholfen oder auch einfach die Stimmung/den Tag gerettet – das möchte ich gerne zurückgeben und unterstützen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das Schönste, neben dem Schreiben und Geschichten mit meinen Charakteren erleben selbst, ist für mich Feedback. Von Lesern oder Testlesern. Oder nachdem ich letztes Jahr zwei Mal bei 9lesen einen kleinen Ausschnitt aus meinen Manuskripten vorlesen durfte und hinterher neugierige Fragen nach mehr bekommen habe.

 

Eine kleine Kostprobe…

Eine kleine Kostprobe aus dem Anfang vom zweiten Kapitel von Zwischen dem Lügen.

Die Autoschlüssel lagen wie immer auf dem kleinen Beistelltisch bei der Treppe und ich machte automatisch den ersten Schritt darauf zu. Michael bewegte sich fast gleichzeitig mit mir. Ich war näher dran, doch kurz bevor ich zugreifen konnte, rutschten die Schlüssel weg, direkt in seine Hand. Ich starrte den Tisch an. Es gab keinen Grund warum er gewackelt haben sollte. Genau wie es vor Stunden in dem Lagerhaus niemanden gegeben hatte, der das Fenster vor meiner Nase schließen und verriegeln konnte. Übernatürliche Gaben. Konnte das wirklich sein? Ich schaute in die vertrauten grün-braunen Augen und fand Verständnis. Aber nicht die beruhigende Sorte.

„Du weißt Bescheid. Das hatte ich befürchtet.“ Er klang nicht ängstlich, eher enttäuscht. Als hätte ich etwas falsch gemacht. „Sarah, ruf an und sag Bescheid.“ Michael sprach ganz ruhig, aber er hatte meine Großmutter noch nie zuvor bei ihrem Namen genannt. Genauso wenig wie ich es tat. Er war zwar adoptiert, aber unsere Großeltern hatten nie Unterschiede zwischen uns gemacht. Sie nickte nur und entfernte sich ohne ein Wort zu mir in Richtung des Haustelefons.

Das alles ergab keinen Sinn. Michael musterte mich lauernd, als wartete er nur auf eine falsche Bewegung. Kälte breitete sich in mir aus und drang mit jedem Atemzug weiter vor. Zum ersten Mal in meinem Leben, war Michael nicht auf meiner Seite. Ein frischer Stich im Nadelkissen, in das mein Herz sich heute verwandelt hatte.

Er setzte dazu an, etwas zu sagen, aber ich wollte nichts mehr hören. In wenigen Schritten war ich an der Tür, hatte sie noch nicht komplett geöffnet, als ich sah, dass jemand draußen stand.

Kian hatte schon die Hand in Richtung des Klingelknopfs erhoben. Ich hielt inne, unsicher, wem ich mich lieber stellen sollte. Mein Bauchgefühl sprach sich für meinen Freund aus. Oder war er jetzt mein Exfreund? Doch gerade als ich das Haus verlassen wollte, merkte ich, dass es nicht ging.

„Ich kann dich nicht gehen lassen“, stellte Michael hinter mir fest. Als ob er genau wusste, dass ich mich nicht rühren konnte, egal wie verzweifelt ich es versuchte. Eingefroren hing ich in der Luft, konnte weder Arme noch Beine bewegen, nur Kian erschrocken anstarren. Er brauchte den Bruchteil einer Sekunde, um zu erkennen, dass etwas nicht stimmte. Seine Miene verfinsterte sich, er trat er vor und stieß die Tür so fest auf, dass sie meinen ohnmächtigen Fingern entglitt.

„Du!“ Pure Verachtung lag in Michaels Ausruf. Dann löste sich plötzlich die Blockade um mich herum wieder auf. Unvorbereitet fiel ich vorwärts und wäre unsanft auf der Veranda gelandet, wenn Kian nicht rechtzeitig einen Arm ausgesteckt hätte. Er gab mir Halt, schaute mich aber nicht an. Automatisch verfolgte ich seinen konzentrierten Blick. Gerade als sich meine Großmutter von hinten auf Michael stürzte. Ich blinzelte, aber die Szene vor mir änderte sich nicht.

„Wir müssen hier weg.“ Kian wartete meine Antwort nicht ab, sondern zog mich mit sich.


Kathy Wild

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Magret Kindermann #ProjektArbeitstitel

Magret Kindermann #ProjektArbeitstitel

Magret Kindermann #ProjektArbeitstitel

Die liebe Magret Kindermann, die ich euch heute bei #ProjektArbeitstitel vorstellen möchte, hat ein Händchen für schöne, nachdenkliche Worte und besondere Texte.

Ich bin Magret und schreibe Geschichten, seitdem ich das Schreiben lernte.

2011 oder 12 veröffentlichte ich in einem Blog Geschichten über Begegnungen beim Bahnfahren. Die waren oft eine Mischung aus Fiktion und Wahrheit. Ich erinnere mich an ein Paar, dessen Liebesgeschichte ich über Monate hinweg immer weiter erzählte, jedes Mal mit anderen Personen bestückt. Bis zum Schluss, denn leider trennten sie sich. Durch diesen Blog schrieb ich zum ersten Mal regelmäßig und mir wurde bewusst, dass ich so besser wurde. Aber erst Ende  2015 begann ich ernsthaft mit dem Schreiben und damit mit meinem Debüt. Diesen Sommer veröffentlichte ich mein viertes Buch, das erste in einem Verlag. Der New-Adult-Roman „Killing Zombies and Kissing You“ erschien im GedankenReich Verlag.

 

Die Feindin des Todes und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Zum ersten Mal schreibe ich Fantasy. Das ist ein Genre, das ich eigentlich gar nicht ausstehen kann. Aber das Prinzip finde ich toll und das will ich umsetzen. Aber mal gucken, ich bin nämlich kein Plotter oder Worldbuilder. Vielleicht setze ich das Projekt auch total in den Sand. Dazu kommt, dass ich momentan fast nur mit einer Hand tippe, weil mein Baby nur auf mir schlafen will. Erschwerte Bedingungen also.

Es geht um den Tod, der sich in ein Mädchen verliebt. Es ist eine Welt, in der kein Gott angebetet wird, sondern der Tod, voller Furcht vor dessen Macht. Also wird das Mädchen gemieden, selbst von ihrer Familie. Es verführt den Tod, sich sein Herz einzusetzen, um sich der Liebe ganz hingeben zu können, denn sie hofft auf sein Mitleid. Das tut er, doch die neuen intensiveren Gefühle machen ihn rasend. Aus Eifersucht tötet er den Verlobten der inzwischen jungen Frau und macht sie unsterblich, um sie für immer behalten zu können. Damit hat er allerdings gesorgt, dass sie damit eine Waffe gegen ihn hat. Zum ersten Mal hat der Tod eine Feindin …

Eigentlich ist dieses Projekt nur die Vorgeschichte eines weiteren Fantasy-Romans, in der sie ebenfalls eine Rolle spielt. Hoffentlich stolpere ich da nicht in etwas hinein, das mich jahrelang verfolgt. Der Arbeitstitel lautet sehr unkreativ: Der Tod und das Mädchen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Es gibt keine Pläne. Beziehungsweise momentan lautet der Plan, wenigstens ab und zu ein bisschen zu schreiben. Durch das Baby bin ich zwangsläufig in einer Pause und ich denke, bis zum nächsten Sommer wird nicht viel passieren. Bisher habe ich 749 Wörter, alle mit einer Hand geschrieben.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich hab Bock auf einen Krimi, sowas zwischen Agatha Christie, Gone Girl und Tana French. Außerdem hab ich noch was Experimentelles mit dem Arbeitstitel „Zuckerschock“ angefangen. Das wird wohl was Kürzeres und dafür Hartes. Ach ja, eine Fortsetzung meiner Novelle „Tulpologie“ wartet auch noch. Sie spielt in den 70ern und Marlene ist in einer Beziehung, in der sie sich hundertprozentige Ehrlichkeit schwören. Das wird „Himmelogie“ heißen.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Ich kann das. Wirklich, diese Erkenntnis ist bereichernd und machte für mich einen gigantischen Unterschied aus. Mein Debüt schrieb ich, um mal ein Buch geschrieben zu haben. Um nichts zu bereuen. Weiter schrieb ich, weil ich erkannte, dass ich gut bin und dass Bücher schreiben gar nicht so unmöglich schwer ist.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deiner ersten Veröffentlichungen und deinen jetzigen Projekten?
Ich traue mich mehr, Regeln zu brechen, aber auch, welche einzuhalten. Insgesamt bin ich selbstsicherer geworden. Ich denke weniger daran, was die Leser über mich denken, stattdessen will ich was Echtes, Wahres erschaffen. Es geht beim Werk nicht mehr um mich, die Autorin dahinter, sondern um die Geschichte.

Die Genres fliegen bei mir wild durcheinander. Am liebsten werde ich nicht in welche eingeordnet. Aber dazu kann man sagen, dass ich mir eingestehe, mich mit dem Schreiben mehr dem Geschmack der Masse anzupassen. Ich glaube – und es ist mir unangenehm, das zuzugeben –, dass ich früher zu eingebildet war, um weniger intellektuell zu schreiben. Jetzt habe ich erkannt, dass eine Geschichte über Zombies und Liebe nicht weniger intelligent oder künstlerisch sein muss. Im Gegenteil, eine solche Mischung ist richtig geil.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Am schwersten fällt mir das Weiterschreiben nach einer langen Pause. Dann traue ich mich nicht mal, das Projekt zu öffnen, und finde es scheiße. Ist es erst mal geöffnet, finde ich es plötzlich klasse und es geht wieder. Aber in der Zwischenzeit fühlt es sich an wie Versagen.

Hast du eine Schreibroutine?
Mein Debüt „Zwei Königinnen“ schrieb ich innerhalb eines Jahres in Vollzeit. Ich nahm mir 1.500 Wörter täglich vor, einen Tag die Woche hatte ich frei. Ich war zwischendurch aber auch mal in Griechenland und Budapest zur Selbstfindung. Das Schreiben ging überraschend flott, im Sommer war ich fertig und korrigierte schon. Die „Tulpologie“ und „Und dein Leben, dein Leben“, schrieb ich zwischendurch, das war Wahnschreiberei, fast am Stück. „Killing Zombies and Kissing You“ schrieb ich irgendwie zweigeteilt, denn der Beginn meiner Schwangerschaft brachte mich aus dem Konzept. Das Interesse des Verlages rüttelte mich Monate später wach und ich schrieb den Rest. Bisher gibt es also keinerlei Routine für mich. Ich kriege das Schreiben gut unter, weil ich keine Serien gucke, denke ich. Aber der Alltag mit Baby wird mir nun zeigen, was es heißt, wirklich nicht schreiben zu können.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Mach dir nicht so viele Gedanken, wie ein Buch zu sein hat. Und sei gewissenhafter und nicht so ungeduldig.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich mag, wie Jennifer Lawrence mit ihrem Erfolg umgeht, wie Muhammad Ali überzeugt Werbung für sich selbst machte, wie furchtlos sich Freddie Mercury sich seinem kreativen Wahn hingab, wie schamlos ehrlich Anaïs Nin schreibt und wie zärtlich Milan Kundera dies tut.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Noch tausend Geschichten schreiben können und dass diese gelesen und verkauft werden, denn ich will auf jeden Fall vom Schreiben leben können. Das sollte ich in den nächsten fünf Jahren schaffen können, oder?

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Meine erste Buchmesse in Leipzig, denn dort traf ich Menschen, die diese seltsame, schreibwütende Seite an mir sehr gut von sich selbst kannten. Ich war nicht mehr allein damit. Und ich dachte, ich bin der einzige Mensch, der so tickt.

 

 

Eine kleine Kostprobe…

Da öffnete das Neugeborene ein Auge. Neugierig beugte er sich über es. Er hatte schon mit Säuglingen zu tun gehabt, aber da waren sie meistens schon tot gewesen. Seine Schwester hatte drei Kinder bekommen, doch nach den Geburten hatte man ihn nicht eingeladen. Den Tod hält man lieber auf Abstand, selbst wenn er der Bruder war. Dieses Kind war anders. Dieses war am Anfang seines Lebens, an Tag Null.

»Niemand ist gerade so weit von mir entfernt wie du«, sagte er.

»Was sagt er?«, flüsterte die Alte.

»Lauter!«, sagte die Köchin.

Der Tod hob den Kopf und betrachtete das Wesen mit dem einen blauen Auge vor sich. An schönen Tagen war das Moor genauso blau, doch diese Tage waren selten. Er hob seine Hand über den Korb. Die Augen der Frauen wurden größer. Der Tod machte hilflos eine Handbewegung, als würde er Salz über das Mädchen streuen.

»Bist du überhaupt eine gute Fee?«, fragte die Köchin und stemmte einen Arm in die Hüfte. Es musste der sein, mit dem sie immer die Eier aufschlug, denn der Bizeps war deutlich zu sehen.

»Er hat’s gesagt!«, rief die Alte. »Mich trifft keine Schuld, ich habe überall gesucht und er hat’s gesagt.«

»Ich bin die beste gute Fee, die ihr hättet finden können und das gerade war erstklassige Magie. Macht man jetzt überall so, hat euer Moorloch wohl noch nicht erreicht.«

Die Köchin blickte ihn länger an. »Wir haben auch nur dich. Also mach fertig, drei Gaben und so und dann raus hier.«

Der Tod hatte sich wieder dem Mädchen genähert. Hallo, hallte es in seinem Kopf. Erschrocken fuhr er zusammen. Es hatte nicht wirklich das Wort benutzt, aber es war die Bedeutung dessen gewesen, das Kind hatte ihn begrüßt. Und es sagte noch mehr. Es sagte: Guck mal. Mit dem zweiten Auge, das es öffnete, zeigte es dem Tod seine Seele.

Tränen stießen ihm in die Augen. Ergriffen wischte er sie sich weg und schniefte. Die Seele war zwar jung und ungestüm, doch sie war stark und hatte eine Ruhe, die ihn in die Knie zwang. Während ganz Jui an nichts Übermenschliches als den Tod glaubte, begann eben dieser an Götter zu glauben.

»Darf ich es halten?«, fragte er.

Da lächelte selbst die Köchin.

Mit Fingern, die sonst eher zupackten und würgten, hob er das Neugeborene aus dem Hängekorb und hielt es sich an sein flatterndes Herz. Die Seele des Kindes flocht ein Band aus ihrer Selbst und schnürte es um das Organ des Todes, das sich sofort beruhigte. Die Körperwärme des Kindes ließ ihn schwindeln. Er spürte den starken Drang, am Köpfchen zu riechen. Durfte er das? Das wäre sicher merkwürdig.

»Also gut, drei Gaben«, sagte er und wiegte das Geschöpf in seinen Armen. »Ich wünsche dir, dass die, die dich am meisten lieben, immer an deiner Seite bleiben. Ich wünsche dir, dass du die Ruhe im Sturm bist. Ich wünsche dir, dass du erkennst, was du suchst, was du willst und was du brauchst.« Er drückte einen Kuss auf die winzige Stirn und das Kind schloss schnell die Augen.

»Das war schön«, seufzte die Geburtshelferin, die mit blutigen Händen auf einem Schemel saß und das Putzen vergessen hatte.

 


Magret Kindermann

 

Ihre bisherigen Veröffentlichungen:

  • Zwei Königinnen“ (Februar 2017)
    • Soft Sci-Fi, SP bei Twentysix – auf amazon* kaufen
  • Tulpologie“ (Oktober 2017)
    • Novelle, SP bei Twentysix – auf amazon* kaufen
  • Und dein Leben, dein Leben“ (März 2018)
    • Novelle, philosophischer Thriller, SP bei Twentysix – auf amazon* kaufen
  • Killing Zombies and Kissing You“ (Juli 2019)
    • New Adult, Endzeit + Romance, im GedankenReich Verlag

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Lily Wildfire #ProjektArbeitstitel

Lily Wildfire #ProjektArbeitstitel

Lily Wildfire #ProjektArbeitstitel

Zum Ende dieser Woche verzaubert uns Lily Wildfire bei #ProjektArbeitstitel – ich durfte bereits in den Genuss einer Lesestelle von ihr kommen und kann voller Überzeugung sagen: Ich bin ein Fan!

Hey! Ich bin Lily und schreibe Fantasy in allen Variationen, die das Genre zu bieten hat.

Meine ersten Geschichten habe ich verfasst, als ich gerade halbwegs Sätze schreiben konnte. Wirklich ernsthaft habe ich mich mit dem Schreiben aber erst als Teenagerin beschäftigt. Seither begleitet es mich durch alle Lebensphasen. Meine erste Veröffentlichung ist für Anfang 2020 geplant. Sobald der Termin feststeht, werde ich ihn natürlich verkünden.

 

Maskenmacht und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Gerade arbeite ich am zweiten Band meiner Maskenmacht-Reihe. Der erste Band wird mein Debütroman sein. Die Geschichte spielt in einer düsteren Fantasy-Welt mit vielen Intrigen, politischen Wirrungen und natürlich den titelgebenden Maskierten, die in der Nahrungskette deutlich über den Menschen stehen. Das ist mit einigen Abenteuern für meine temperamentvolle Protagonistin Vaara verbunden, die mit ihren kopflosen Entscheidungen gerne mal für Chaos sorgt.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Mein Manuskript ist gerade im Lektorat. Die Vorbereitung läuft also auf Hochtouren. Da ich den Roman im Selfpublishing rausbringe, organisiere ich die Veröffentlichung selbst. Der nächste Punkt auf der Liste ist besonders spannend: Der Roman braucht noch ein Cover.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe unter anderem noch eine post-apokalyptische Dystopie in der Schublade, die auch einige sensible Themen behandelt, aber wann und ob ich den Roman beende, steht derzeit noch in den Sternen. Ansonsten ist natürlich mehr aus dem Maskenmacht-Universum geplant.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Meine größte Herausforderung ist sicherlich mein Perfektionismus. Damit stehe ich mir gerade beim ersten Entwurf gerne mal selbst im Weg und bremse mich aus. Ich könnte jeden Satz direkt zehnmal umstellen. Ich muss mich also zwingen, einfach weiterzuschreiben und nicht jede Idee und jede Formulierung direkt in Frage zu stellen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich habe noch einen Brotjob, plane aber langfristig komplett selbstständig zu arbeiten. Eine Routine ist für mich aber so oder so unerlässlich. Wenn ich nicht regelmäßig schreibe, verliere ich den Bezug zum aktuellen Projekt. Ich versuche das Schreiben deshalb als festen Punkt in meinen Alltag zu integrieren. Das klappt mal besser und mal schlechter. Grundsätzlich ist es so, dass meine starken Schreibtage derzeit jobbedingt noch Samstag und Sonntag sind.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Ich denke, ich würde meinem Vergangenheits-Ich raten, früher mit den eigenen Texten an die Öffentlichkeit zu gehen und nicht so sehr auf die blöden Selbstzweifel zu hören.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ohne meine Freundinnen Steffi Walther, Juliana Fabula, Jana Tomy und Kathy Wild wäre ich sicherlich schon so manches Mal an einem kreativen Projekt verzweifelt. Auf ihre Ratschläge, ihre Kreativität und ihren Zuspruch würde ich nicht verzichten wollen. Ansonsten gibt es natürlich einige Autoren und Autorinnen, die ich für ihre Arbeit bewundere. Weil ich hier nicht alle nennen kann: Mich inspirieren zum Beispiel Victoria Schwab und Samantha Shannon immer wieder.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich hoffe natürlich, dass meine Veröffentlichung ein Erfolg wird. Gar nicht unbedingt in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern vor allem auf emotionaler Ebene. Ich wünsche mir, dass mein Buch einigen Lesern und Leserinnen für ein paar Stunden eine Freude macht, weil sie es gerne lesen. Und natürlich möchte ich in Zukunft noch viele weitere Bücher publizieren.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich glaube, ich kann nicht nur einen benennen. An erster Stelle steht da ganz sicher meine Partnerin, die meine Arbeit am Roman seit Jahren unterstützt und sich kürzlich (heimlich!) ein Symbol aus meinem Buch tätowieren ließ. Ansonsten wären da noch meine Lesungen. Ich bin zwar vorher jedes Mal ein Nervenbündel, freue mich aber immer, wenn ich aus Maskenmacht vorlesen darf. Das Buch an die Testleser zu geben, war für mich ebenfalls ein schöner und ganz besonderer Moment.

 

Eine kleine Kostprobe…

Ausnahmsweise bekommt ihr einen Ausschnitt aus dem ersten Kapitel zu sehen — noch bevor er durchs Lektorat gewandert ist J

Vaara kauerte unter der offenen Fensterluke und wartete. Seit Stunden harrte sie auf dem kalten Hüttenboden aus. Ihre Zehen längst taub und ihre Finger steif. Die herbe Seeluft pfiff durch jede Ritze im Holz und bauschte ihr dünnes Leinenhemd auf. Aus Furcht vor dem verräterischen Knarzen der Dielen holte sie sich keine Decke. Sie hatte einen ganzen Mondlauf auf diese Nacht gewartet.

Vor drei Tagen war dann endlich eine Blutkrähe auf dem Fensterbrett gelandet. Seitdem zählte sie die Stunden. Der schaurige Vogel mit dem schneeweißen Gefieder und dem blutroten Schnabel hatte ihrer Familie eine Nachricht überbracht. Dabei war eine Blutkrähe allein ein Zeichen. Die Vögel waren eigensinnig und schwer zu zähmen. Luvianer sandten deshalb lieber Nebelfalken oder Wintertauben. Nur einer kündigte sein Kommen mit einer Blutkrähe an. Der einäugige Mann.

Seinem Eintreffen fieberte Vaara in der Dunkelheit entgegen. Ihre Eltern nahmen ihn immer vor der Hütte in Empfang. Hätten sie gewusst, dass Vaara sie heimlich dabei beobachtete, wären sie außer sich gewesen. Doch die Aussicht auf eine Strafe schreckte sie nicht ab. Der einäugige Mann kam selten in ihr abgelegenes Dorf. Diese Gelegenheit durfte sie sich nicht entgehen lassen.

Was er tat, war nicht nur verboten, sondern unmöglich.

Er schmuggelte Waren aus ganz Ghodria über die Mauer ins Grüne Reich. Hinter ihr befand sich das Gebiet der Maskierten. Angeblich wimmelte es dort von Zrash und anderen Monstern. Vaara musste einfach wissen, wie der einäugige Mann die mächtigsten Wesen der Welt austrickste. Außerdem wollte sie einen Blick auf seinen Wagen werfen. Neben getrockneten Früchten, Gewürzen und schillernden Stoffen brachte er auch einige höchst interessante Dinge aus den fernen Ländern mit.

Magische Dinge.

 


Lily Wildfire

 

Die Vorbereitungen für die Veröffentlichung von „Maskenmacht“ laufen auf Hochtouren.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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[Rezension] Bin hexen: Wünscht mir Glück von Liane Mars

[Rezension] Bin hexen: Wünscht mir Glück von Liane Mars

[Rezension]  Bin hexen: Wünscht mir Glück von Liane Mars

Die entspannten Tage im Freibad im Juni wirken wie eine Ewigkeit her. Klausurenphase, dann Urlaub und jetzt ein launisch, kühler August. Aber vielleicht rappelt sich das Wetter je nochmal. Natürlich geht es bei mir nicht ohne Buch zum Baden und auf der Wiese liegen. Mit dabei war mein erstes Drachenmond Verlag Buch – „Bin hexen: Wünscht mir Glück“ von Liane Mars.


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  • Autorin: Liane Mars
  • Titel: Bin hexen – Wünscht mir Glück
  • Verlag: Drachenmond Verlag
  • Genre: Urban Fantasy, Humor
  • bisher zwei Bände, in sich stimmig abgeschlossene Geschichte
  • 280 Seiten, TB: 12,90€ | Ebook: 3,99€
  • Auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Magie ist eigensinnig und launisch. Besonders, wenn Hexe Prim sie einsetzt. Nichts scheint zu klappen und auch ihren Hexenzwilling, eine menschliche Person mit der sie auf magische Weise seit der Geburt verbunden ist, hat sie noch nicht gefunden. Doch bald findet sie ihn: Ausgerechnet Hexenjäger Liam, der die Welt von der Existenz und der Gefahr von Hexen überzeugen will. Prim fühlt, dass sie ihn kennenlernen muss. Doch sie läuft Gefahr, sich selbst und ihre liebsten dadurch in große Gefahr zu bringen. Und die Magie gerät immer mehr aus dem Ruder.


Meine Meinung:

 

Ein interessanter Gedanke und ein urkomisches Worldbuilding. Magie, die sich so gar nicht bändigen lässt, das ist ziemlich neu. In diesem Buch sorgt die Magie hauptsächlich für Chaos, seltsame Zufälle und sehr witzige Namensgebungen.

Das Thema des Buches – Hexe trifft Hexenjäger und möchte ihn davon abhalten, ihre ganze Sippe zu verhaften – ist simpel. Und doch gelingt es Liane Mars durch ihre schrulligen und lebhaften Charaktere etwas Besonderes daraus zu machen.

Quietschbunt, emotional und absolut liebenswürdig kommt unsere Chaosprotagonistin Prim daher. Hexenjäger Liam hingegen ist rational, kühl und sehr ernst. Eine explosive Mischung, aber eine Chemie, die stimmt. Das Herantasten und die Entwicklung der Beziehung der Beiden sind absolut niedlich(?) mitanzusehen und man fiebert wirklich mit. Dem Happy End stehen dabei natürlich allerlei Dinge im Weg.

Dabei gelingt es Liane Mars in den richtigen Situationen auch den richtigen Ton zu treffen. Wobei die lustigen, nicht ganz so ernsten Szenen und Gedanken überwiegen. Mir hat der Humor auf jeden Fall total gefallen, ich mochte die Situationskomik und die aberwitzigen Ideen. Es ist so herrlich viel schiefgelaufen!

Das Buch ist nicht allzu dick, die Geschichte legt also ein ordentliches Tempo vor, dass sich trotzdem nicht allzu gehetzt oder unvollständig anfühlt. Ich habe es richtig gern gelesen, viel geschmunzelt und eine gute Zeit gehabt! Einzig die Bösewichte wirkten oft etwas blass und wenig bedrohlich, da hätte ich mir noch etwas mehr Action gewünscht. Viele ernsthafte und spannende Szenen wurden zu schnell mit Humor entschärft.

Liane Mars schreibt locker-fluffig, wortgewandt und sorgt damit für noch mehr Lesespaß. Ich freue mich auch, dass es einen zweiten Band gibt, denn von dieser Autorin will ich mehr lesen.

Mein Fazit:

Eine ungewöhnliche Herangehensweise, jede Menge Witze, Situationskomik und ein wunderbar leichtes Buch für Zwischendurch. Mir hat die Mischung aus Urban Fantasy, Liebesgeschichte und Humor total gut gefallen. Auch die ernsteren Töne trifft Liane Mars gut, wenngleich an einigen Stellen die Spannung und Bedrohlichkeit ein bisschen unter der ulkigen Stimmung des Buches gelitten haben. Eine klare Empfehlung für alle Hexen und Magiefans und alle, die ein fröhliches Buch für Zwischendurch suchen.

Weitere Meinungen:

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Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Heute bei #ProjektArbeitstitel: Strahlefrau Janina (Flukke)

Hallo ich bin Janina, aber die meisten werden mich eher als Flukke auf Social Media kennen.

Ich schreibe vor allem Fantasy.

Ich schreibe eigentlich seit ich meinen ersten selbst ausgedachten Satz in der zweiten Klasse geschrieben habe.

Es war ein überwältigendes Gefühl zu wissen, dass ich etwas aus dem Nichts erschaffen konnte, um es mit der Welt zu teilen. Geschichten habe ich mir schon immer ausgedacht und Freunden erzählt. Ich fand es aber schade, dass all diese Abenteuer, Gefühle und Figuren nur für den Moment existieren. Darum entschied ich irgendwann, dass ich es aufschreiben möchte, um meine Geschichten langlebiger und für andere Menschen zugänglich zu machen.

Bis jetzt habe ich noch nichts veröffentlicht.

 

Sonne und Mond und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Mein Hauptprojekt ist eine High Fantasy Trilogie mit dem Arbeitstitel „Sonne und Mond“. Die Protagonistin Zoe gelangt durch einen Traum in den Besitz eines magischen Medaillons. Ihr wird vorgeworfen es  der unsterblichen Königin gestohlen zu haben und mit einem gefürchteten Magier zusammenzuarbeiten. Durch unglückliche Umstände gerät Zoe durch ein Portal in eine andere Welt, wo ihr wegen ihres vermeintlich begangenen Verbrechens die Todesstrafe droht. Doch dann erscheint eben dieser schwarze Magier und stiehlt das Medaillon. Zoe bekommt eine zweite Chance ihre Freiheit zu erlangen und zurück in ihr altes Leben zu ihrer Familie und ihren Freunden zu kehren, wenn sie den Dunklen Meister findet und das Medaillon zurückbringt.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Projekt „Sonne und Mond“ beschäftigt mich nun schon viele Jahre. In dieser Zeit habe ich mich sowohl handwerklich, als auch geistig enorm weiterentwickelt und entsprechend oft überarbeitet, angepasst und neugeschrieben. Ich denke ich bin jetzt endlich an einem Punkt, an dem ich Band 1 beenden kann und hoffe dies bis zum Ende diesen Jahres zu schaffen und mit der Überarbeitung starten zu können. Vermutlich werde ich mich dann sofort an den zweiten Teil machen, bevor ich den ersten Veröffentliche, weil sonst einfach die Abstände zwischen den Veröffentlichungen viel zu lang werden könnten. Ich dachte früher immer, dass ich mir dann einen Verlag suchen würde, bin mir darüber aber nach vielen Gesprächen mit Selfpublishern nicht mehr so sicher. Momentan tendiere ich tatsächlich sogar ein bisschen mehr in Richtung Selfpublishing. Was ich aber ganz sicher weiß ist, dass ich unter meinem echten Namen veröffentlichen möchte.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe noch eine Menge angefangener Geschichten, von denen mich einige nicht vollständig loslassen. z.B eine düstere Fantasygeschichte mit Sirenen und Riesenkraken. Außerdem schreibe ich noch mit einer Freundin in Kooperation an einer Urban Fantasy Reihe mit Vampiren, Vampirjägern, Hexen und Werwölfen voller Dramen und Intrigen, deren Umfang und Komplexität völlig eskaliert ist.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ideen kommen mir eigentlich immer sehr schnell und nehmen auch schnell Form an. Ich liebe es Dialoge zu verfassen, aber sobald es in Richtung Beschreibungen geht stockt es einfach schnell und ich muss mich ziemlich durchbeißen. Ich mache mir auch zu viele Gedanken über den Ausdruck und bleibe dann schnell an einer Formulierung hängen, weil ich mich so schwer von dem Gedanken lösen kann, dass ein Text beim ersten Versuch perfekt sein muss. Außerdem glaube ich, dass ich ziemlich schlecht im Bewerben meiner Geschichten bin; vermutlich weil sich so viel geändert hat.

Hast du eine Schreibroutine?
Da ich Vollzeit arbeite verwende ich die meiste Freizeit aufs Schreiben, wobei dann die meiste Zeit an der gemeinsamen Vampirreihe mit meiner Freundin gearbeitet wird, da wir ja gemeinsam anwesend sein sollten. An „Sonne und Mond“ arbeite ich meist so gegen Mitternacht, denn ich bin eine Nachteule, bis ich ins Bett muss. Dann plane ich meist ein paar Szenen bis ich einschlafe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Hinterfrage die Motive und Beweggründe deiner Figuren vor dem letzten Kapitel, auch wenn dir die Geschichte stimmig erscheint, sonst fängst du nämlich kurz vor Schluss von vorne an.

Wie ist es, gemeinsam ein Buch zu schreiben?
Ich empfinde es als sehr anders gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. Man muss viel mehr planen und selbst dann interpretiert der andere eine Szene vielleicht anders als man es selbst getan hätte und man muss wieder besprechen welche Variante die bessere ist. Dafür kann man über einen viel längeren Zeitraum Schreiben ohne zu ermüden, weil man immer wieder Pausen hat, in denen der andere schreibt. Und es ist möglich eine ganz andere Vielfalt von Charakteren zu haben. Auch die Komplexität einer Geschichte kann durch eine Zusammenarbeit zunehmen und Logikfehler fallen etwas schneller auf, da man quasi sofort Rückmeldung bekommt, von jemandem, der alle Facetten der Handlung kennt.

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich motiviert und inspiriert es ehrlich gesagt grundsätzlich, wenn ich mitbekomme, dass jemand ein Buch geschrieben und veröffentlicht hat. Das spornt mich jedes mal an weiter zu schreiben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Wunsch wäre es in erster Linie vom Schreiben leben zu können, um einfach noch mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Das aktuelle Ziel ist aber erst mal etwas zu veröffentlichen und möglichst vielen Menschen mit meinen Geschichten ein paar schöne Stunden zu verschaffen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das gesamte letzte Jahr steckte voller toller Autorenmomente, die ich nicht wirklich gegeneinander aufwerten kann. Seit ich in der Buchcommunity unterwegs bin habe ich so viele wundervolle Menschen kennengelernt und Freunde dazugewonnen. Außerdem werde ich langsam als Autorin wahrgenommen und sogar mein privates Umfeld beginnt dies ernstzunehmen und zu unterstützen.

 

Eine kleine Kostprobe…

 

Ganz langsam gewöhnten sich ihre Augen wieder an die nächtliche Beleuchtung. Neugierig, aber vorsichtig ging Zoe zu der Stelle, an der die kämpfenden Kreaturen verschwunden waren. Es war keine bewusste Entscheidung ihrerseits, eher ein Gefühl, dass sie leitete. Ihre Beine waren noch etwas wacklig und ihr Puls erhöht. Freudige Erwartung wandelte steigerte sich mit jedem Schritt mehr und mehr in Euphorie. Sie erwartete Schmauchspuren oder einen kleinen Krater zu finden, doch nichts dergleichen war zu finden. Nicht einmal Hinweise auf einen Kampf waren dort. Stattdessen lag dort ein goldenes Medaillon.

Ohne zu zögern hob Zoe es auf. Sofort durchfuhr ein angenehmes Kribbeln, ausgehend von ihren Fingerspitzen, ihren gesamten Körper. Mit geschlossenen Augen ließ sie sich von diesem Gefühl durchströmen bis sie vollständig davon erfüllt war. Es war angenehm warm, beruhigend und doch belebend. Zoe schloss die Finger fester um den glänzenden Anhänger. Er pochte; leise, wie ein zaghafter Herzschlag.

In diesem Moment krähte ein Rabe in den Bäumen über ihr und riss sie aus ihren Gedanken. Suchend schaute sie sich nach dem Vogel um, während sie mit dem Daumen über die filigran verzierte Oberfläche strich, bis einen kleinen Knopf berührte. Der Rabe auf dem Ast tänzelte unruhig hin und her. Er schien sie erwartungsvoll zu beobachten. Nachdenklich schaute Zoe zwischen ihm und dem Schmuckstück in ihrer Hand hin und her. Dann öffnete sie es mit leisem Klicken, woraufhin der Rabe aufgeregt krächzte und mit den Flügeln schlug, bevor er sich kraftvoll vom Baum stieß und davon flog.

 


Janina (Flukke)

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung in den Startlöchern.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Heute stelle ich euch eine wunderbar vielfältige und engagierte Autorin vor. Außerdem ist sie die treibende Kraft hinter 9lesen. Heute gehört die Bühne von #ProjektArbeitstitel ganz ihr: Andrea Schrader!

Ich bin Andrea Schrader und habe mir das Schreiben zum Beruf gemacht – leider aber noch nicht durch meine Bücher. Meine Brötchen verdiente ich erst als Journalistin, mittlerweile als Online-Redakteurin auf Firmenseite.

Ich bin in der glücklichen Position, halbtags arbeiten zu können, sodass trotz Job und Familie zumindest ein Tag in der Woche Zeit zum Schreiben bleibt. Der ist auch nötig, immerhin sollen auf meine zwei veröffentlichten Fantasy-Bücher noch einige mehr folgen. Der Plan ist ein Buch pro Jahr. 2018 klappte das nicht, da kam das Babyjahr dazwischen. 9lesen hat außerdem viel meiner Zeit verlangt – die Lesung hat sich ja wie von selbst in eine Lesungsreihe entwickelt und bisher ist zum Glück kein Ende in Sicht.

Aber dieses Jahr, spätestens Anfang nächsten Jahres wird mein nächstes Buch erscheinen. Geschrieben habe ich schon immer – aber ich habe lange gebraucht, um mich dazu zu entschließen, das Schreiben auch zum Beruf machen zu wollen. Erst als mir nach ein oder zwei Jahren auf dem Gymnasium klar wurde, dass mein Abi-Schnitt niemals zum Tiermedizin-Studium reichen würde, habe ich den Schritt gewagt und meinen Berufswunsch umorientiert. Eine der wahrscheinlich besten Entscheidungen meines Lebens.

 

Uhrengeschichte und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Der zweite Teil zu meinen „Boten des Schicksals“ – „Die Reiter“ – ist gerade im Lektorat. Die Rohfassung des dritten Teils – „Die Apokalypse“ – habe ich im Juni beendet. Meine beiden Testleser sind schon am Lesen und haben schon einige gute Anmerkungen gebracht, die in die Überarbeitung einfließen werden. Außerdem schreibe ich an meiner Uhrengeschichte (Arbeitstitel). Ebenfalls ein Urban-Fantasy-Projekt, aber mit sehr wenig Magie. Es ist meine erste Ich-Geschichte, die ich schreibe und das erste Mal, dass meine Protagonisten teilweise meine Planung über den Haufen wirft. Ich genieße es aber, ganz in ihren Gedanken abzutauchen und herauszufinden, was sie eigentlich will.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
„Die Boten des Schicksals – Die Reiter“ werden hoffentlich noch dieses Jahr veröffentlicht, spätestens Anfang nächsten Jahres. Da der dritte Teil in der Rohfassung fertig ist, stehen die Chancen gut, dass er schon Ende nächsten Jahres folgen kann. Für die Uhrengeschichte suche ich noch einen Verlag, der sie veröffentlichen will.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Einige! Ich plane noch eine Wolfsgeschichte (Arbeitstitel) und habe dafür schon Kontakt mit dem NABU aufgenommen, damit ich die Wölfe möglichst realitätsgetreu darstellen kann. Außerdem ist mir im Traum ein Pirat erschienen, der leider nichtmehr verschwinden will, bis ich endlich seine Geschichte erzählt. Wahrscheinlich wird das sogar mal ein Manuskript, das im Romantasy-Bereich angesiedelt ist. Diese beiden Ideen sind gerade am präsentesten, aber in meinem Notizbuch stehen noch so einige mehr.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Ein Buch zu veröffentlich reicht nicht – man muss es auch bewerben, damit es gekauft wird. An dem Punkt arbeite ich immer noch an mir. Außerdem ist es immer besser, keinen genauen Veröffentlichungstermin zu geben, wenn noch zu viele Schritte (Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Coverdesign etc.) zu erledigen sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines davon länger braucht als gedacht und sich der VÖ-Termin nach hinten schiebt, ist riesig.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
„Spür den Regen“ habe ich in eine mittelalterliche Welt gesetzt. Die Boten und die Uhrengeschichte spielen in unserer heutigen Welt. Das macht mir mehr Spaß, mein Stil passt eher zu Geschichten, die in der Moderne und nicht im Mittelalter spielen. Bereut habe ich es aber keineswegs, Spür den Regen in das Setting gesetzt zu haben. Ich lerne mit jedem Buch auch ein bisschen mehr über mich. Als ich Spür den Regen geschrieben habe, habe die mittelalterliche Zeit nicht in Frage gestellt. Mittlerweile überlege ich beim Plotten genau, welche Zeit am besten zu der Geschichte passt. Das Setting ist daher der größte Unterschied. Aber auch am Stil ist zu merken, dass ich mich weiterentwickelt habe. Meine nachfolgenden Bücher werden sicher auch wieder einen Unterschied im Stil  zu den Boten und der Uhrengeschichte aufweisen, einfach, weil sich das eigene Schreibhandwerk stetig weiterentwickelt.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Die Werbung! Ich bin einfach keine Rampensau. Ich weiß zwar theoretisch, wie Social Media funktioniert, praktisch denke ich mir aber bei 80% meiner Posts „Interessiert das die Leute wirklich? Kann ich das wirklich so posten?“ und lösche sie dann wieder. Eine gute Freundin hilft mir mittlerweile, meine Kanäle ein wenig auf Vordermann zu bringen und da bin ich ihr unendlich dankbar für! Das Schreiben an sich stellt mich auch manchmal vor Herausforderungen – vor allem, wenn die Zweifel wieder überhand nehmen. Sich dann trotzdem hinzusetzen und durchzubeißen, bis die Zweifel wieder der Begeisterung für die Geschichte weichen, ist jedes Mal wieder eine Herausforderung.

Hast du eine Schreibroutine?
Nein, leider nicht. Als ich noch bei der Zeitung gearbeitet habe, habe ich meist vor der Arbeit geschrieben – dem geschuldet, dass Redaktionen generell eher später als früher mit der Arbeit anfangen. Mittlerweile schreibe ich einfach dann, wenn ich gerade ein paar Minuten dafür erübrigen kann und keine anderen, dringenden Sachen im Autorenleben oder bei 9lesen anstehen.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Erzähl mehr Leuten, dass du schreibst! Versteck das nicht, nur weil du dein Manuskript seit ein paar Wochen (oder Monaten *hust*) nicht mehr angeschaut hast! Und gib es auch endlich mal aus der Hand, wenn du schon zum dritten oder vierten Mal „Ende“ darunter geschrieben hast. Es ist fertig, es braucht nicht noch eine Überarbeitung. Alles Weitere kannst du im Lektorat glatt bügeln – und ein Verlag findet sich im Übrigen nur, wenn du dich auch traust, auf Verlage zuzugehen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Jede einzelne Leserstimme motiviert mich, weil ich es unglaublich finde, dass meine Geschichten wirklich gelesen werden. Und es war eine große Inspiration, als ich 2016 in die Autorencommunity hereingekommen bin, unter anderem auf Twitter, und plötzlich überall um mich her andere Autoren waren. Dass da plötzlich Leute waren, die meine Probleme verstanden. Jeder einzelne inspiriert mich ungemein – es sind alles Menschen, die ihren Traum leben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Noch mehr Bücher schreiben, irgendwann wirklich Vollzeit-Autorin sein. Und 9lesen zusammen mit meinem Team noch weiter voranbringen. Ich liebe mein Autorenleben gerade und hoffe, dass es in der Zukunft genauso so wunderbar weitergehen wird.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das Angebot meines ersten Verlagsvertrags. Das war ein wunderbarer Moment und ich bin dem Verlag Schruf & Stipetic nach wie vor dankbar, dass sie mir die Chance gegeben haben. Außerdem habe ich in meinem ersten Buch eine Widmung an meine Eltern eingebaut – ich habe das große Glück, dass meine Eltern meinen Traum, zu schreiben, immer bedingungslos unterstützt haben. Als mein erstes Buch, Spür den Regen, dann auch noch gedruckt als Taschenbuch erschien, habe ich die Widmung für sie persönlich ergänzt und zu dem „Für meine Eltern“ ein handschriftliches „und baldige Großeltern“ eingefügt. Es war einer der schönsten Momente in meinem ganzen Leben, als ich ihnen die Widmung zeigte.

 

Eine kleine Kostprobe…

Der Anfang meiner Uhrengeschichte:

Bin ich der Bücher überdrüssig, der immer gleichen Geschichten?

Ich habe schon so oft mit Ali Baba gegen die vierzig Räuber gekämpft, bin mit Faust auf den Teufel hereingefallen, habe mit Kapitän Ahab Moby Dick gejagt.

Meine Hände streichen über die ledergebundenen Buchrücken, dicke und dünne Bände zieren die endlosen Regale. Doch was endlos scheint, ist endlich. Nach genau einhundert Schritten stoßen meine Finger an eine glatte Wand. Die Regale sind auf ihr weitergemalt. Wenn ich meine Hand nicht auf die Wand lege, weiß ich nicht, wo sie beginnt und meine Welt endet.

Einhundert Schritte in jeder Richtung, das ist mein zu Hause, meine Welt. Drei Wände sind glatt wie Glas und bemalt. So oft bin ich schon dagegen gelaufen, weil ich durch meine Augen nicht erkennen kann, wo sie beginnen. Die vierte Wand ist mir lieber. Sie ist ein großes, sich immer weiter drehendes Zahnrad. Zahnräder sind auch in meinem Himmel, lassen mich ihr stetes Klicken hören.

Tick tack, tick tack.

Manchmal, wenn ich fest die Augen schließe und mich darauf konzentriere, kann ich das große Zahnrad verschwinden lassen. Ich sehe eine bunte Welt mit blauem Himmel. Weiße Wolken ziehen über den Himmel, grünes Gras wächst auf den Wiesen, rote Äpfel hängen an Bäumen. Diese Welt ist nicht kupfern und golden wie meine. Aber diese Welt ist immer einen Schritt zu weit entfernt. Nur ein Ticken später ist das Zahnrad wieder da, klickt sich weiter in seinem ewig gleichen Spiel.

Tick tack, tick tack.

Vor langer Zeit einmal habe ich zu den Bäumen rennen und einen Apfel pflücken können. Wie lange ist das schon her?

Doch Hoffnung habe ich weiterhin. Mein Großvater brachte mich an diesen sicheren Ort. Er versprach mir, mich wieder zu sich zu holen, wenn in dieser bunten Welt mit dem wunderschönen blauen Himmel keine Gefahr mehr droht.

Wie lange bin ich schon hier? Ich weiß es nicht. Länger, als Dschinni in seiner Wunderlampe gefangen war? An manchen Tagen fühlt es sich so an. Ich ziehe das Buch aus dem Regal. Es bleibt mir nichts als zu lesen und auf das Klicken zu hören.

Tick tack, tick.

Das Buch fällt aus meinen Händen. Der Aufschlag klingt dumpf in dieser Stille ohne ein Klicken. Ich reibe mir die Ohren. Warum höre ich das Ticken nicht mehr? Ich drehe mich zu dem großen Zahnrad um. Es steht still. Genau wie die Zahnräder in meinem Himmel. Mein Herz setzt einen Schlag aus, als hätte es durch das fehlende Ticken vergessen, dass es schlagen muss. Es schlägt doppelt so schnell wie vorher weiter. Ich strecke zitternd eine Hand nach dem großen Zahnrad aus. Kann ich es wieder anschieben? Hat es sich nur verklemmt?

Gleißendes Licht fällt durch das große Zahnrad herein. Geblendet schließe ich die Augen. Ich gehe einen Schritt zurück, suche das Regal hinter mir. Daran will ich mich entlang hangeln, weg von dem gleißenden Licht. Meine Finger greifen ins Leere. Ich verliere das Gleichgewicht, stürze auf einen weichen Boden.

 


Andrea Schrader

 

Ihre Veröffentlichungen:

  • Spür den Regen, auf amazon* kaufen
  • Die Boten des Schicksals, auf amazon* kaufen

 

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[Rezension] Water & Air von Laura Kneidl

[Rezension] Water & Air von Laura Kneidl

[Rezension] Water & Air von Laura Kneidl

Von Laura Kneidl liegen einige Bücher auf meinem SuB und ich nehme mir eines nach dem anderen vor. Ihr „Light & Darkness“ war für mich eine solide Romantasy Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Im Freibad habe ich mir ihr nächstes Buch vorgenommen, das thematisch perfekt zum Baden passt: Water & Air.


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  • Autorin: Laura Kneidl
  • Titel: Water & Air
  • Verlag: Carlsen
  • Genre: Dystopie, Romantik
  • 480 Seiten, TB: 12,99€ | Ebook: 9,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Der Meeresspiegel ist angestiegen, die Kontinente und Städte versunken. Die Menschen scharen sich in Wasser- und Luftkolonien zusammen, die nur sporadisch Handel und Kontakt pflegen. Die achtzehnjährige Kenzie hat noch nie die Sonne gesehen und sie ist das Leben in ihrer strengen Wasserkolonie leid. Als sich ihr die Möglichkeit bietet, flieht sie in eine Luftkolonie. Doch dort wird sie schnell entdeckt und als unbefugter Eindringling ist sie der perfekte Sündenbock für eine Reihe von Morden und Diebstählen in der sonst so friedlichen Luftkolonie. Nur Callum hält zu ihr, doch damit droht er seine eigene Position in der Kolonie zu gefährden.


Meine Meinung:

Das Setting hat mich total neugierig gemacht. Und da hat sich Laura Kneidl auch wirklich Gedanken gemacht. Sowohl die Wasserkolonie als auch die Luftkolonie wirkten total faszinierend auf mich und waren gut beschrieben. Wie auch in „Light & Darkness“ war der Schreibstil für mich angenehm flüssig zu lesen und gleichzeitig abwechslungsreich und richtig zum Abtauchen. Beziehungsweise Auftauchen. 😉

Kenzie ist eine abenteuerlustige Protagonistin, die Mut und Eigenständigkeit beweist. Das hat mir sehr gut gefallen.

Callum war für mich weniger gut zu fassen, er blieb lange undurchschaubar und geheimnisvoll. Seine Beweggründe machten nicht immer Sinn. Im Laufe des Buches haben wir jedoch mehr über ihn erfahren und mir gefiel, wie sein Verhalten begründet wurde und welche Facetten er dadurch bekam.

Luft und Wasser…

Die Nebenfiguren blieben etwas blass, ich hätte gerne noch mehr erfahren. Dennoch freue ich mich über die Diversität, denn Kenzies bester Freund ist homosexuell. Ich hätte mich gefreut, wenn er etwas mehr Platz im Buch bekommt. Die Interaktion zwischen den beiden war am Anfang nämlich sehr intensiv und vertraut, in der zweiten Hälfte war davon nicht mehr ganz so viel übrig.

Was für mich bei den Charakteren leider etwas gehinkt hat, war die Liebesgeschichte, die sich vor dem Hintergrund schwelender Konflikte ziemlich unmittelbar entwickelt hat. Hier hätte ich mir etwas mehr Zeit, etwas mehr Zweisamkeit und Szenen gewünscht, in denen Callum und Kenzie miteinander agieren und sprechen. Die wurden nämlich sehr oft nur angedeutet oder gekürzt. So blieben meist das gemeinsame Abenteuer, die Konflikte und der Fokus auf der Lösung der Mordfälle im Vordergrund.

Das Setting hat mir wie gesagt total gut gefallen und ich würde supergerne mehr Geschichten aus dieser dystopischen Welt lesen. Die Spannung und die Problematiken, die sich durch die begrenzten Ressourcen und das generelle Misstrauen aufgebaut haben, fühlten sich real und verständlich an.

Auch viele Themen, moralische Fragen nach Ressourcen, nach Menschlichkeit, nach Gemeinwohl wurden besprochen. Das war eine sehr gute Mischung, die sich auch wunderbar in die Geschichte eingebettet hat.

Ich war ein bisschen traurig als das Buch zu Ende war. Bisher ist es ein Einzelband und ich weiß nicht, ob da nochmal was kommen wird. Ich würde mich freuen!

Fazit:

Mir ging es mit der Romanze ein bisschen zu plötzlich, aber ansonsten überzeugte mich das Buch auf voller Linie. Angenehm zu lesen, spannend und düster, interessantes Worldbuilding und eine gute Balance zwischen actionreichen und ruhigen Szenen. Eine Empfehlung für alle, die gerne mal ein anderes Setting als klassiche Fantasy-Wälder und Zombie-Dystopie ausprobieren möchte. Laura Kneidl hat mich mit diesem Buch geangelt!

Weitere Meinungen:

 


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Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Heute möchte ich euch bei #ProjektArbeitstitel die liebe Sina vorstellen, die großartige und interessante Blogbeiträge schreibt und auf deren Projekte ich ebenfalls wirklich gespannt bin!

Hallo zusammen! Ich bin Sina und ich schreibe Geschichten, Märchen und Gedichte in fast allen Genres, obwohl mir die Fantasy am liebsten geworden ist.

Wie ich zum Schreiben gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr. Seit ich mich erinnern kann, habe ich kleine Gedichte, Märchen und eben längere Geschichten geschrieben. Seit ein paar Jahren nehme ich mein „Hobby“ ein bisschen ernster und habe neben meinem Blog (Sinas Geschichten) ein Buch geschrieben. Aber dazu im Verlauf der weiteren Fragen mehr. 😉

 

Die Chroniken der alten Welt und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Im Moment schreibe ich an meiner Fantasy-Reihe, die ich unter dem Titel „Die Chroniken der alten Welt“ auf meinem PC gespeichert habe, aber der Titel überzeugt mich noch nicht wirklich. Der erste Teil heißt „Göttersterben“ und ist eine High Fantasy Geschichte in einem orientalischen Setting. Dabei geht es um die Freunde Taymour (kurz: Tomo) und Rouka, die bei einem Kampf zwischen zwei Göttern auf unterschiedliche Seiten gezogen werden. Das woran ich gerade schreibe, hat den Arbeitstitel „Königsbrecher“ und ist eine lose Fortsetzung von Göttersterben, die zwar in derselben Welt stattfindet aber mit komplett neuen Figuren bestückt ist.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Mein absoluter Traum wäre es, bei einem Verlag veröffentlicht zu werden. Ich habe tatsächlich auch schon mein Exposé abgeschickt, aber die Wartezeiten von ca. 6 Monaten pro Bewerbung haben meinem Veröffentlichungsplan ein bisschen den Wind aus den Segeln genommen. Aber veröffentlichen möchte ich auf jeden Fall! Wenn es mit den Verlagen nicht funktioniert, dann werde ich mich ans Selfpublishing wagen. Bis es aber so weit ist, werden wohl eher noch ein oder zwei Jährchen ins Land gehen.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Uff, da schlummert viel. Hauptsächlich die nächsten 7 Bände meiner „Chroniken der alten Welt“-Reihe. Aber da kann ich leider nicht allzu viel zu erzählen, ohne die ersten beiden zu spoilern. 😉

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
An Ideen und Inspiration hat es mir noch nie gemangelt. Es ist eher die Zeit, die mir Schwierigkeiten bereitet. Weil ich durch das Schreiben kein Geld verdiene, fällt es mir schwer da so viel Zeit reinzuinvestieren, wie ich es gerne hätte. Aber leider kann ich mich nicht einfach hinsetzen und an meinen Geschichten schreiben, wenn Bewerbungen und ähnliches ausstehen. Da geht das „normale“ Leben (leider) vor.

Hast du eine Schreibroutine?
Aus den oben genannten Gründen habe ich keine feste Schreibroutine. Trotzdem schaffe ich es meistens mich jede Woche ein paar Stunden hinzusetzen und an meinen Projekten zu arbeiten. Das muss nicht immer wirkliches Schreiben sein, sondern hat auch viel mit Planung und Weltenbau zu tun. Das muss gerade bei so einer lang-geplanten Fantasyreihe getan werden. Im Moment behandle ich das Schreiben am ehesten wie ein sehr zeitintensives Hobby.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Das ist eine schwierige Frage. Vielleicht das: „Dein Wordcount sagt nichts über deine Produktivität aus. Gerade das Plotten und Planen nimmt viel Zeit in Anspruch, ist aber ein unglaublich wichtiger Teil des Schreibprozesses. Oft bringt es dich viel weiter, dich für eine Stunde hinzusetzen und den Plot/die Welt auszuarbeiten, als dir irgendwelche Worte aus den Fingern zu saugen, die du später eh löschen wirst.“

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Nicht im wörtlichen Sinne „Vorbilder“. Ich ziehe Inspiration aus meinen Freunden und dafür müssen sie sich noch nicht einmal an meinem Schreiben interessiert sein. Aber wenn ich sehe, dass sie sich Ziele setzen, sie verfolgen und schließlich erreichen, gibt es mir Hoffnung, dass ich es auch schaffen kann. 🙂

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein absoluter Traum wäre es, Vollzeit als Autorin zu arbeiten. Oder einfach nur veröffentlicht zu werden. Ich möchte, dass Leute meine Geschichten lesen und ich sie zum Träumen bringe.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das ist mir bisher zweimal passiert: Zwei meiner Testleser haben mein Buch erstes Buch „Göttersterben“ an einem Tag durchgelesen (einer von ihnen trotz wichtiger Klausur am nächsten Tag), obwohl sie es eigentlich nur antesten wollten. Und dann haben sie mir ewig lange (Sprach)Nachrichten auf WhatsApp geschickt und mit mir „geschimpft“, dass ich sie ja hätte warnen können. 😀

 

Eine kleine Kostprobe…

Nur zu gerne. Damit ich euch nicht viel von der Hintergrundgeschichte erzählen muss, nehme ich doch direkt die erste Szene. Viel Spaß damit!

Staubteufel tanzten über die Dächer von Hedassimar, rissen lose Tücher von den Schultern der Feiernden und ließen sie in einiger Entfernung wieder zu Boden sinken.

Obwohl die Sonne unerträglich vom Himmel brannte, blieben die Menschen auf den Straßen. Blütenblätter rieselten aus ihren Taschen und hinterließen bunte Farbtropfen auf den abgenutzten Sandsteinplatten.

Tomo schloss die Augen und zog sich noch weiter in den Schatten des Hauseingangs zurück. Es roch nach frischem Gebäck und Gewürzen. Musik schallte aus allen Richtungen und mischte sich mit den lebhaften Gesprächen der Menschen. Er konnte in dem Chaos kaum einen eigenen Gedanken fassen und er genoss es in vollen Zügen.

Heute war kein Tag zum Nachdenken. Es war Yaam alsah‘me, Tag des Pfeiles, der größte Feiertag in Hedassimar zu Ehren ihrer Göttin Hedia. Tagelang hatten sich die Bewohner der Stadt auf die Feierlichkeiten vorbereitet und nun kosteten sie das Ergebnis ihrer Arbeit mit Begeisterung aus.

Sogar in den schmalsten Gassen hatten Händler ihre Stände aufgebaut und boten allerlei Kleinigkeiten zu absurden Preisen feil. Blumen, Datteln, delikat gearbeitete Opferschalen und Anhänger mit dem Zeichen von Hedia. Die Menschen gaben ihr Geld mit einem Lächeln im Gesicht aus, denn schließlich war dieses Fest nur einmal im Jahr.

Unwillkürlich musste Tomo grinsen.

Er hatte seinen Geldbeutel zu Hause gelassen, wohlwissend wie groß die Versuchung wäre, sich ein wenig gezuckerten Granatapfel zu gönnen. Es war besser, wenn ihm gar nicht erst der Gedanke kam.

»Ich bin dann weg«, tönte eine Stimme aus dem Inneren des Hauses hinter ihm und die Tür schwang mit einem leisen Knarren auf. Vor ihm stand ein ausgemergelter Junge mit blonden Haaren, der erstaunt den Kopf hob.

Kein Junge, schalt sich Tomo innerlich, ein Mann. Sein Freund zählte bereits zwanzig Sommer, auch wenn sein kleiner Wuchs ihn deutlich kindlicher wirken ließ.

»Du bist ja schon da!«, sagte Rouka und schlüpfte neben ihm ins Freie, »Ich wollte dich nicht warten lassen. Ich hätte mich beeilt.«

»Ich weiß«, antwortete Tomo, »Deswegen habe ich nicht geklopft.«

Rouka hatte dunkle Ringe unter den Augen und seine Bewegungen waren zittrig. Tomo schüttelte innerlich den Kopf. Er hätte ihn überreden müssen, im Bett zu bleiben. Vielleicht sollte er es immer noch tun.

»Bist du so weit?«, fragte er stattdessen.

Rouka nickte atemlos. »Bereit.«

 


Sina Bennhardt

 

Aktuell sind keine Veröffentlichungen geplant.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Ana Reinhardt #ProjektArbeitstitel

Ana Reinhardt #ProjektArbeitstitel

Ana Reinhardt #ProjektArbeitstitel

Auch heute habe ich wieder eine liebe Autorin für euch: Ana Reinhardt! Wer ist diese mysteriöse Dame mit den süßen Katzenfiguren als Avatar? Lest selbst.

Moin! Ich bin Ana. Schreiben gehört schon sehr lange zu mir, und ohne bin ich nur halb – wenn überhaupt. Beim Schreiben fühle ich mich vor allem da wohl, wo es nachts unter dem Bett flüstert, wo es, im besten Sinne, ungeheuer ist. So ist der Roman an dem ich arbeite auch eine Mischung aus der realen Welt und den Wesen und Phänomenen der Sage, die sich in ihr bewegen, dem Untod und den Wegen der Seelen, die zwischen den Welten festhängen.

Mit dem Schreiben angefangen habe ich schon sehr früh. Bevor ich schreiben konnte, habe ich Bilderbücher gebastelt, und dann, wie auswendig gelernt, immer die jeweils gleichen Geschichten dazu erzählt. Später, als ich sogar eine Schreibmaschine bedienen konnte, gab es einen Roman – eigentlich sogar zwei – über die wir aber lieber den Mantel des Schweigens hüllen wollen. *hust* Lange habe ich Kurzgeschichten geschrieben, vor allem Krimi, Thriller, Mystery… Und Songtexte. (Wer hat das nicht?)

Von meinen Gedichten sind zwei in Anthologien erschienen die allerdings – wenn wir ehrlich sind – eher Geldschneiderei als wirkliche Anthologie waren. Auch das gehört zum Weg als Autor. Hinfallen, Notizen richten, räuspern, weitermachen.

 

Amaranth und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
There are we! Meinen großen Roman würde man wahrscheinlich in Fantasy/Medieval Fantasy einordnen – ich konnte mit solchen Schubkästen und Unter-unter-Schubkästen noch nie was anfangen, also nagelt mich nicht drauf fest. Der Arbeitstitel ist „Amaranth“. Die Urversion ist zwischen 2008 und 2011 entstanden. Dann musste ich alles liegenlassen, weil ich gesundheitlich nicht mehr zu irgendwas in der Lage war. 2014 etwa fing ich mit vertieften Hintergrundrecherchen an, und dann vor etwas mehr als 2 Jahren damit, das alte Skript zu lesen, mit Anmerkungen zu versehen und neu zu schreiben.

Immer Stück für Stück. Dabei ist inzwischen ein Umfang von deutlich über 3.000 Normseiten, a.k.a. >720.000 Wörtern zusammengekommen. Das Urskript existiert handschriftlich in 10 A5-Schreibblöcken. Ich hänge aktuell in Block 7. Und die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende… *hysterisches Lachen aus dem off einspielen*

Worum geht es? Nun.

Die Geschichte spielt im Siebenbürgen des 15. und 16. Jahrhunderts. – Wobei ich allerdings eine modernere Sprache verwende, denn ich möchte, dass Dialoge und Innenansichten der Figuren nicht künstlich oder „weit weg“ wirken, und, dass man sich auch als „Eigentlich lese ich nichts historisches“-Leser nicht abgeschreckt fühlt.

Mein Protagonist begegnet den Wächtern der himmlischen Zollhäuser; Das sind Orte aus dem orthodoxen Glaubensbereich, an denen die Seele nach dem Tode vorbeimuss, um in den Himmel zu gelangen. An jedem Haus wird eine andere Sünde verhandelt und gewogen. Kann man sich nicht ausreichend verteidigen, und die Sünden mit guten Taten aufwiegen, wird man in den Abgrund geworfen. Mein Protagonist kann sich entscheiden, bei den Wächtern zu bleiben und unter ihnen zu dienen, oder zurück in die Welt der Lebenden zu gehen. Bei den Wächtern zu bleiben würde aber auch bedeuten, über Seelen zu richten und sich zur Hälfte dem Bösen zu verschreiben; denn sie stehen mit einer Hälfte bei Gott, mit einer im Schatten. In die Welt der Lebenden zurück zu gehen allerdings birgt für ihn Gefahren, da er selbst ein strigoii vii ist – also jemand, der nach dem Tod als Wiedergänger erscheinen muss, zu Lebzeiten aber bereits bestimmte, i.d.R. schadenbringende, Kräfte hat.

Es geht um Schuld und Unschuld, den Glauben an Untote und was mit der Seele passiert, wenn sie zwischen den Welten bleibt, und weder zurück noch hinüber kann.

Was ist gut? Was ist böse? – Und was macht die Dinge dazu?

Mir ist wichtig, dass ich den Wesen die im Buch vorkommen, den Vorstellungen zu Untod und Übernatürlichem, gerecht werde. Sie sind alle dem realen Volksglauben, den Mythen und Sagen der Region entnommen. Der Schatz an Material, wenn auch nicht ganz so leicht zu heben, ist enorm reich und vielfältig. Man könnte sicher ein oder zwei Leben lang nichts anderes studieren. Ich möchte diese Vielfalt abbilden, und Details gut in die Geschichte einarbeiten. Beispielsweise die Kämpfe der strigoii in der Andreasnacht sind sehr interessant (Siehe auch: le Leseprobe). Laut dem überlieferten Glauben treffen die strigoii sich einmal im Jahr, und entscheiden im Kampf, wer für das kommende Jahr ihr Anführer wird, und wer in den folgenden Monaten welchen Schaden anrichten darf. Das macht sich natürlich großartig für einen Roman!

Zum anderen sehr wichtig für mich; glaubwürdige, individuelle, Figuren. Sie sollen wirklich lebendig wirken, und nicht nur Pappkameraden sein, die ich durch die Kulisse schiebe.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Veröffentlichung. Eines, hoffentlich nicht zu fernen, Tages das Buch im Laden besuchen gehen. Da will ich hin. Angepeilt ist, dass ich den Weg über eine Agentur wähle. Bevor ich mich aber an Bewerbungen setze, ist noch viel Land. Der Roman wird mich noch einige Jahre begleiten, so viel ist sicher. Wenn ich auf dem Weg vielleicht in der einen oder anderen Anthologie landen würde, wäre das natürlich schön. Mal das Gesicht in die Welt halten und nett winken. Aber ich suche nicht intensiv nach Ausschreibungen. Meine Energie brauche ich für den Roman, da bin ich konsequent.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
In den Giftschränken lagern noch verschiedene andere Ideen. Ich möchte zwei kurz anreißen. Beide haben, interessanter Weise, gar nichts mit Übernatürlichem zu tun.

Ein Konzept handelt von zwei Figuren die beide, im Affekt, jemanden töten, sich gegenseitig helfen die Taten zu vertuschen – und nach und nach beginnen auch in anderen Fällen Selbstjustiz zu üben. Sie verlieren die Kontrolle, und aus bösen Denkzetteln werden Morde. Aber; es ist ihnen jemand auf der Spur.

Ein anderes Konzept handelt von einem kleinen, mies ausgestatteten, archäologischen Institut. Dieses Projekt ist wesentlich weniger ernst als andere. Zwar gibt es auch in meinem großen, mehrbändigen Roman Humor, aber hier wird es insgesamt doch wesentlich entspannter und witziger zugehen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Recherche. Ganz klar. Die Quellenlage ist oft schwierig (vor allem auch deutschsprachige Quellen, aber nicht nur). Eigentlich brauchst du einen Navigator, wenn du mythologisch in die Tiefe gehen willst, und erstrecht einen, wenn es um die historischen Aspekte geht. Zwischenzeitlich kann ich Kontakte auftun, die weiterhelfen, aber das hält meist nicht lange an, weil man im Uni-Betrieb und der eigenen Forschung, die natürlich die höhere Priorität hat, einfach zu eingespannt ist. Es kam aber auch schon öfter vor, dass ein Kontakt mir sagen musste, „Sorry, das weiß ich nicht.“ oder – Horror! – „Dazu gibt es keine Forschung.“ Letzteres habe ich erst vor einigen Wochen wieder erlebt, als es um die Geschichte der Homosexualitäten ging, bezogen auf die für mich interessante Region Siebenbürgen/Ungarn. Da muss man dann sehen wie man dem Aspekt trotzdem gerecht werden kann.

Eigentlich bräuchte ich einen Assistenten, jemanden der mir helfen kann Quellen zu finden. (Freiwillige vor! 😉 )

Hast du eine Schreibroutine?
Meine Routine sieht vor, dass ich Montag bis Freitag nachmittags am Rechner hocke und arbeite. Wie weit ich komme ist immer so eine Frage der Energie und wie viele Symptome mir auf die Tastatur springen. Schreiben/Recherchieren/Auswerten zu verteilen, und allem genug Platz einzuräumen, ist eine ziemliche Axt. Mein Schnitt liegt sehr unterschiedlich, was den Wordcount angeht. Irgendwas zwischen 1.300 und 2.000. An sehr guten Tagen habe ich aber auch schon über 2.500-3.000 geschafft. An schlechten Tagen keine 1.000. Es ist schwierig. Ich weiß selbst, dass meine Ansprüche an mich in der Regel zu hoch sind, und ich mich nicht stressen sollte. Aber… Es frustriert einen schon, wenn man merkt, dass man nicht so kann wie man will.

Aktuell wechsle ich Recherche und Schreiben oft ab, um voran zu kommen. Routine finde ich, allgemein, sehr wichtig. Es hilft einem das Gefühl für Handlungsbögen, Figuren und Anschlüsse nicht zu verlieren. Grundsätzlich gilt ja: Read a lot and write a lot. Man sollte aber auch, so toll Routine ist, nie aus den Augen verlieren, dass Schreiben und Lesen vor allem eines sollte; Spaß machen. Man sollte Freude daran haben, und sich auch Pausen erlauben, wenn es einfach grad nicht passt und man keinen Bock hat. Sich zu zwingen ist kein guter Weg.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Schreib. Schreib, erzähl die Geschichten wie DU sie fühlst, hab Vertrauen in deine Fähigkeiten. Lass dir keine Scheiße erzählen, lass dir nicht reinreden. Die soll ‘n ma alle schön in ihrn Bart brabbeln, lass dir nich verrückt machen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Weniger. Es gibt da niemanden bei dem ich sagen könnte: Das ist ein Vorbild.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass ich gut mit dem Skript vorankomme, die Geschichte (so, dass ich wirklich glücklich damit bin), noch vor meinem 40. Geburtstag abschließen kann, und bei einem Verlag lande, der mich wirklich unterstützt. Dass der Roman seine Leser und seinen Erfolg findet, und ich das Schreiben zum Beruf machen kann.

Für jetzt wünsche ich mir, dass die Recherche besser läuft, und ich finde was ich brauche.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Einen einzelnen kann ich da nicht aussuchen. Für mich ist es schön, wenn „tha Magick“ ihre Wirkung tut; wenn ich auf ein Detail stoße, dass wirklich gut passt/Dinge erklärt, wenn ein Dialog wirklich sitzt… Die kleinen-großen Momente, wenn du einfach merkst „Es passt“. Sehr gut war auch das positive Feedback, das ich auf eine 30-seitige Textprobe bekommen habe – und dass die Tochter einer Bekannten ein Bild zu eben jener Textprobe gezeichnet hat. THE FAME, THE FAME! 😀

 

Eine kleine Kostprobe…

„Das Schlachtfeld am Ende der Welt glich einer sehr weiten, flachen Schale. Das Gelände hob und senkte sich nur wenig. Bot keine Schlupfwinkel, kein Zeichen von Leben. Nur auf dem Rand der Schale versammelten sich einige der trostlosen Bäume, und ihres eigenwilligen, glasartigen Laubs. Ein Wald aus Pfählen.

Und Nebel. Dichter Nebel, in dem die Wächter der Schlacht warteten. Es hieß, dass es lediglich die Wächter der Zollhäuser waren, die dort umhergingen. Hin und wieder tauchte, langgezogen und verzerrt, einer von ihnen auf. Schemenhaft. Nicht mehr als ein Phantom, Schatten, gebrochen in tausenden und abertausenden Nebeltropfen. Hin und wieder aber hörte man auch ein tiefes Grollen und Rufen in den grauen Schleiern. Nicht menschlich, nicht von einem Tier. Es hallte nach, breitete sich aus und versank. Ein Gespan hatte es einmal mit dem Klagen von Walen verglichen. Riesenhaften Fischen, die in den Meeren lebten. Nur härter war der Ton. Kantiger, wie aus besonders schwerem Holz geschnitten. Mancher meinte zu erkennen, wie sich etwas Großes hinter den Nebeln bewegte. Es blieb darin. Niemand hatte es je tatsächlich gesehen.

Die Kämpfer versammelten sich.

Man sah abgerissene Vukodlaks, Hexen in ihren Sieben und Fässern, einen Bischof mit seinem abgebrochenen Stab und einer mottenzerfressenen Mitra auf dem Kopf. Ein Aufhocker saß auf dem Buckel irgendeines armen Wanderers und zerrte ihn am Kragen, als sei es ein Zaumzeug. Scharen von Toten, Dienern der Künste, Verlorenen fand sich zu kleinen Trauben und langgezogenen Linien zusammen. Eine Strigoaică ritt hastig an Dragoș vorbei und drängte sich an ihre Position. Ihr Ziegenbock schlug aus wie ein feuriges Pferd.

Und da kam die Ertrunkene.

Es war das dumpfe Knarren von Schiffsplanken, dass sie ankündigte. Nicht wenige reckten die Köpfe nach ihr. Wichen vor dem Gefährt zurück, dass über die rote Erde zog. In weichen, losgelösten Bewegungen zog das Gerippe eines Schiffes heran. Unsichtbare Wellen ließen es dem Heer von Geistern zunicken. Viele seiner Planken waren verrottet, sein Mast gebrochen. Die Fetzen des Segels wogten, als wäre es noch immer von Wasser umspült. Seine Besatzung bestand aus zwei Handvoll Männern in zerschlissenen Kleidern. Einem fehlte ein Auge. Einem ein Arm. Ihre Gesichter waren aufgequollen. Mit langen Staken bewegten sie ihr Gefährt über die Ebene. Vorn am Bug stand die Ertrunkene. Sie sehnte nach ihrer Erlösung. Wie eine Königin sah sie auf die Gestalten herab, die sich zu den Seiten drückten, als das Schiff durch ihre Reihen zog. Gemächlich, in Gewässern, die niemand außer ihm berühren konnte. Geschickt drehten die Männer den hölzernen Leib, bis er hinter Dragoș angelangt war. Der durchlöcherte Bug ragte drohend hinter ihr auf. Sie drehte sich im Sattel und sah zur Ertrunkenen auf. Ihr mattes Gesicht trug einen Schimmer von Zuversicht.“

 

*Gespan: von ungarisch „ispán“, der oberste Verwaltungsbeamte eines Komitats, einer Verwaltungseinheit vergleichbar etwa mit einem heutigen Landkreis

 


Ana Reinhardt

 

Bisher ist noch keine Veröffentlichung geplant.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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