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Sophie Grossalber #ProjektArbeitstitel

Sophie Grossalber #ProjektArbeitstitel

Sophie Grossalber #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, mit Sophie Grossalber eine Autorin in der Runde begrüßen zu dürfen, deren Schnipsel mir persönlich immer sehr gut gefallen!

(c) Lorena Viciconte

Hallöchen! Mein Name ist Sophie Grossalber, ich bin aus Österreich und schreibe Fantasy auf Englisch und Deutsch.

Angefangen mit dem Schreiben hat alles bei mir mit einer Eragon Fanfiction als ich etwa 12 war. Dann bin ich zu text-basierten Rollenspielen gewechselt für eine Zeit, bevor ich mich wieder Fanfictions gewidmet habe und jetzt auch originale Geschichten schreibe. Letztes Jahr durfte ich zum ersten Mal etwas veröffentlichen und zwar meine Kurgeschichte „Phönixflamme“ in den P-Files vom Talawah Verlag. Dieses Jahr kommen gleich zwei Sachen von und mit mir heraus. Einmal die A-Files (auch von Talawah), in denen ich meine Amazonen-Geschichte „Anaia Montgomery und der Sirenen-Stalker“ veröffentlichen darf. Und dann noch mein erstes Selfpublishing-Projekt „Blood and Guilt – Geschichten aus Dumornay“, eine kleine Kurzgeschichten-Sammlung aus der Welt meiner geplanten Roman-Trilogie, die im September auf Deutsch und Englisch erscheinen soll.

Wie man sieht, bestehen meine Veröffentlichungen bisher nur aus Kurzgeschichten, aber ich arbeite im Hintergrund an Romanprojekten. Dauert halt nur etwas länger.

 

Dumornay und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Abgesehen von den beiden oben genannten Trilogien habe ich momentan noch drei Kurzgeschichten zu schreiben und ein Roman-Projekt am Schreibtisch.

Die Kurzgeschichten sind komplett quer durch die Bahn, was die Thematiken angeht, allerdings alle Fantasy bzw eine Science Fantasy, und alle für Ausschreibungen. Da wäre einmal eine über meine Version von Azrael, dem Engel des Todes, die mich schon sehr drängt, geschrieben zu werden, da die Deadline bald ansteht. Dann hab ich da noch eine für die Ausschreibung zu WayPoint FiftyNine, in der es um eine Kreuzfahrt zu den Jupiter-Monden geht, und dem, was dabei schief gehen kann, wenn man Werwölfe und blinde Passagiere an Bord hat. Und die dritte Kurzgeschichte für dieses Jahr ist für die D-Files Ausschreibung vom Talawah Verlag, aber da steht der Plot noch nicht.

(c) Lorena Viciconte

Romantechnisch hab ich momentan zwei offene Projekte, wobei eines davon gerade auf Eis liegt, da ich das andere vorgezogen habe.

Zuerst wär da mal „The Gold of Falling Stars“ (Arbeitstitel), Steamfantasy Adventure Roman auf Englisch, in dem die Navy Navigatorin Kat sich auf die Suche nach ihrem Bruder in den hohen Norden meiner eigenen Fantasywelt begibt (die noch gar keinen Namen hat, upps). Dabei trifft sie auf eine sehr verärgerte Göttin des Winters, Wölfe aus Nordlichtern und entdeckt ihre eigenen bis dato schlummernden Fähigkeiten.

Das Zweite ist die oben erwähnte Roman-Trilogie, ebenfalls auf Englisch. „Dumornay’s Legacy“, Band 1 der Trilogie, ist zwar schon fertig geschrieben (der momentane Entwurf), bedarf aber noch sehr viel polishing und Feinarbeit (bzw eventuell eines fast kompletten rewrites) bevor ich es an Agenturen schicken kann. Und mit Trilogien hat man’s bekanntlich schwerer als Debütautorin, daher habe ich TGoFS vorgezogen und werde das auch als Erstes einschicken. Dumornay’s Legacy, bzw die Dumornay Trilogy, dreht sich um die Traumachirurgin Alexandria Dumornay, die auch noch die Erstgeborene einer prominenten Jägerfamilie ist. Als der Vampir, der ihre Mutter vor 20 Jahren ermordet hat, zurück kommt und danach trachtet, ihre gesamte Familie auszulöschen, muss sich Ria entscheiden, ob sie kämpfen will oder nicht. Aber sie bekommt Hilfe von Vampiren und Werwölfen – und muss dadurch ihre eigenen Vorurteile konfrontieren.

 

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Die A-Files kommen voraussichtlich am 14.06.2019 raus, d.h. da ist inzwischen alles aus meiner Hand. Bei Blood and Guilt muss ich noch fertig übersetzen, setzen, illustrieren, blablabla. Aber die Veröffentlichung sollte im September stattfinden – außer Books on Demand ist schlussendlich schneller mit der Prüfung als ich erwarte. Für The Gold of Falling Stars wäre der Plan, es an englischsprachige Agenturen zu schicken (ich hab da zwei Wunschagenten, bei denen ich sicher super glücklich wäre). Aber vorher muss ich es erstmal fertig schreiben, überarbeiten, überarbeiten und nochmal überarbeiten.

 

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Puuuuh. Da hab ich so Einiges! Urban Fantasy Serial zu meiner Amazone Anaia Montgomery, wäre mal eins. Dann:

– Dystopische Fantasy Version des Artusmythos (wobei ich da den ersten Akt schon geschrieben hab)

– Historical/Urban Fantasy, die eine fiktive Entstehungsgeschichte von Christopher Marlowe’s Doktor Faustus spinnt, indem Kit Marlowe mit Dämonen(-jägern) in Berührung kommt (Und es wird vermutlich SEHR GAY)

– LGBTQ+ Romantasy, in der Dumornay-Welt = „Wolves of Verona“ (Arbeitstitel): zwei Werwolfsrudel in Verona, verfeindet, deren Töchter sich in einander verlieben. Quasi-Rewrite von Romeo und Julia

– High Fantasy in der Welt von „The Gold of Falling Stars“, allerdings 300-400 Jahre vorher

– und ein Science Fantasy Sequel für Dumornay geistert auch noch irgendwo in meinem Kopf rum. Hängt aber alles davon ab, ob und wie gut sich Dumornay verkauft

 

Schreiballtag

 

(c) Talawah Verlag/Marie Graßhoff

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Generell die Überwindung, 1. Einmal anzufangen und 2. Nicht dem inneren Kritiker nachzugeben, der immer alles bemängelt und meint, man kann doch das Ganze in die Tonne kloppen und am besten noch den Laptop anzünden, wenn man schon dabei ist. Von den Selbstzweifeln abgesehen, liegt mein größtes Problem darin, dass ich darin neige, mich zu sehr mit anderen zu vergleichen und dann neidisch zu werden, wenn ich sehe, was die Leute alles in einem Jahr schaffen und wie viele Bücher sie veröffentlichen können oder schon haben. ABER ich bin ja noch am Anfang meiner Karriere und habe Zeit. Ich glaub, so ziemlich jeder kann sich mit dem Zitat aus dem Musical Hamilton identifizieren XD „Why do you write like you’re running out of time?“ Dabei bin ich ja SO LANGSAM!

Hast du eine Schreibroutine?
Mein Vollzeit-Bachelor-Studium lässt es leider im Moment nicht zu, dass ich hauptberuflich schreiben kann. (Und ich glaube, das wird sich auch nachher nicht ändern) Aber, wenn ich nicht gerade von Uni-Deadlines erschlagen werde, versuche ich entweder morgens oder abends ein paar Wörter zu schreiben.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Lass dich bloß nicht unterkriegen. Ja zu den Drachen und Schwertern und den badass Ladies, aber lass die Romanzen erstmal außen vor.

 

Motivation

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
SO VIELE. Bei den Autorenkollegen wären das unter anderem das gesamte Nornennetz und die Schwestern. Dann Leigh Bardugo, V.E. Schwab, Katharina V. Haderer, Katrin Ils, @bluebirdisdeadO auf twitter (die ich auch offline zu meinen Freunden zählen darf), und sooo viele mehr. Und dann wären da noch die nicht-schreibenden Leute in meinem Leben, wie meine Cousine, die Grafikdesign studiert hat oder eine langjährige Freundin, die auch zeichnet und immer mit einem Tritt in den Hintern bereit steht, sollte ich mal zu viel jammern.

(c) Talawah Verlag/Marie Graßhoff

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mehr Zeit zum Schreiben haben und sich über Veröffentlichungen freuen dürfen. Auch eventuell endlich etwas mehr Verständnis für die Schreiberei in meinem familiären Umfeld.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Da fällt definitiv die P-Files Signierstunde auf der Frankfurter Buchmesse letztes Jahr drunter! Ca 10 von 30 Autor*innen, die sich in einen kleinen Stand gequ- äh… gekuschelt und fleißig signiert haben.

 

Eine kleine Kostprobe…

Ich hab mal die ersten 250 Wörter aus „The Gold of Falling Stars“ mitgebracht. Achtung: Englisch und bis jetzt komplett unüberarbeitet!

Everybody always tells you how much losing a loved one hurts. But nobody said anything about the way hope twists your heart. How holding out for hope in a hopeless case feels like being stabbed in the back, repeatedly, a thousand times over every day.

And yet, you keep on hoping. Because without hope, what else is there?

Katarina Felski stood in the doorway to her small, cluttered office in one of the warehouses owned by the Navy of the Aldenian Republic, frozen in place, and stared at the leather-bound rectangle lying on her desk on top of her charts. Rob’s journal.

She glanced out into the deserted hallway. The floorboards creaked under her shifting weight, she could hear the faint bustle of the warehouse below and the docks outside. But no sight of whoever left that journal in her office. Kat hesitated, one foot ready to step into the room, but she was afraid, if she moved, the journal would vanish. Like a dream or one of those phantoms that appeared on a hot day in the south. Right now, she could still hope. There was nothing to stop her from clinging to the belief that her brother might have come back. Maybe he had finally returned and left it on her desk for her to find – and to read, like he had always made her promise she would. It was more likely though that it had found its way to her on its own, without her brother.


Sophie Großalber

 

 

Sophie Großalber wird dieses Jahr zwei Bücher veröffentlichen:

  1. voraussichtlich am 14.06.2019 in der Anthologie „The A-Files: Die Amazonen Akten“ vom Talawah Verlag
  2. voraussichtlich am 04.09.2019 – „Blood and Guilt – Geschichten aus Dumornay“ im Selfpublishing über BoD auf Deutsch und Englisch

Bisherige Veröffentlichungen: Anthologie „The P-Files: Die Phönix Akten“ vom Talawah Verlag, 26.05.2018 (auf amazon* kaufen)

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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[Rezension] Shadow and Bone von Leigh Bardugo

[Rezension] Shadow and Bone von Leigh Bardugo

Das Lied der Krähen“ war 2017 in aller Munde. Ich habe es auch hier liegen und möchte es unbedingt lesen. Es spielt in einer russisch-skandinavisch angehauchten Fantasywelt von Autorin Leigh Bardugo, in der es sog. „Grisha“ gibt, die magische Fäigkeiten haben. Im englischen wird dieses Universum als „Grishaverse“ bezeichnet. Zwar lässt sich die Krähen-Duologie unabhängig lesen, aber es wurde mir mehrfach empfohlen, die ursprüngliche Trilogie um Alina Starkov zu lesen. Spätestens nach dem Interview mit Leigh Bardugo bei Bookplanetarium war ich ziemlich angetan.

In der heutigen Rezension geht es um „Shadow and Bone“ von Leigh Bardugo.

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Ich habe mich selbst zu Weihnachten mit einem wunderschönen Schuber* beschenkt (Leider sind die deutschen Hardcover so gut wie vergriffen und Band 3 erschien nicht als Taschenbuch, weshalb ich zur englischen Variante gegriffen habe). Dem Schuber liegt außerdem ein Poster mit der Weltkarte bei.


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Da ich die Bücher auf Englisch gelesen habe, sind mir nicht alle deutschen Begrifflichkeiten bekannt. Ich hoffe, das ist nicht allzu schlimm.

Worum geht’s?
Eine an Russland und Skandinavien angelehnte Fantasy-Welt. Es gibt normale Menschen und die magisch begabten Grisha. Alina und ihr Freund Mal dienen in der Armee des Zars von Ravka. Alina ist Kartografin, Mal ein Fährtenleser. Gemeinsam mit ihrer Einheit sollen sie die Ödsee – ein schattenhaftes, verfluchtes Meer voller Monster – überqueren. Die Überfahrt ist gefährlich und schwächt das von Feinden umgebene Land. Dennoch wagt die Einheit einen Versuch und gerät prompt in Schwierigkeiten. Alina entdeckt in ärgster Not eine besondere Fähigkeit – könnte sie selbst eine Grisha sein? Noch dazu eine, der es gelingen könnte den Schattenriss zu verschließen. Ein mächtiger Grisha im Dienste des Zaren, den alle nur „Den Dunklen“ nennen nimmt Alina direkt mit zum Hof, um ihre Fähigkeiten zu trainieren und sie zu stärken. Zuerst ist Alina von den schillernden Veränderungen am Zarenhof und ihrem Schicksal nicht überzeugt, aber sie beginnt ihr Herz nicht nur für Veränderungen zu öffnen. Doch kann sie dem Dunklen wirklich vertrauen? Wird es ihr gelingen die Ödsee ein für alle mal zu schließen und ihr eigenes Land zu retten? Und was geschieht mit ihrem Sandkastenfreund Mal, von dem sie seit ihrer Abreise nichts mehr gehört hat?

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Meine Meinung:

Ich fühlte mich sofort in den Bann der Welt gezogen. Leigh Bardugos Schreibstil führt einen sanft in die Geschichte hinein, die Welt wird sachte aufgebaut und im Verlauf erklärt. Nur manchmal musste ich zur Karte und einer Liste mit Begriffen zurückblättern, um nachzusehen was genau gemeint war.

Die Geschichte klingt runtergebrochen unspektakulär: Mädchen, das in Jugendfreund verliebt ist, entdeckt mächtige Kräfte und wird an den Königshof gebracht, wo sie lernt und über sich hinauswachsen muss. Dort gibt es neue Bekanntschaften, Intrigen und Gefahren und einen weiteren Kandidaten, der ihr Herz stehlen könnte. Je näher die Entscheidungsschlacht rückt, desto mehr Verschwörungen tun sich auf.

Leigh Bardugo schafft es, dieses schlichte Fantasy-Setting in ein schickes Gewand zu verpacken. Dennoch ist die Grundgeschichte nicht unbedingt der stärkste Punkt des Buches, denn es bleibt anfangs zu seicht, zu „Kleine-Mädchen-Traum-wird-wahr“. Wird man am Anfang direkt mit Alina und Mal in die Ödsee geworfen und muss den schrecklichen Monstern ins Gesicht sehen, so flacht es danach stark ab. Man muss als Leser doch einige mühselige Trainingssequenzen und Hofgeschnatter, sowie Ankleidungsszenen über sich ergehen lassen, ehe es wieder actionreicher wird. Bis zum Finale hin bleibt es dann allerdings spannend und man möchte unbedingt wissen, wie es für Alina ausgehen wird. Der Plottwist war nicht komplett unvorhersehbar, aber ich fand die Umsetzung gut gemacht. Leigh Bardugo scheut jedenfalls nicht davor, ihre Charaktere auch ordentlich in den Dreck zu schubsen und leiden zu lassen. Am Ende bleiben noch einige Fragen offen, die sich hoffentlich in den nächsten Bänden klären. Ich bin jedenfalls heilfroh, den ganzen Schuber hierzuhaben, denn ich habe das Buch in einem Tag durchgesuchtet.

Alina Starkov, unsere Protagonistin, ist ein Waisenmädchen, das heimlich in ihren besten Freund Mal verliebt ist. Sie denkt, sie sei mehr als nur gewöhnlich, lässt sich aber davon nicht einschüchtern, sondern geht ihren Weg als Kartografin der Armee des Zaren. Sie ist jung und ein wenig naiv, aber weder strunzdumm, noch total überlegen, als sie ihre besonderen Kräfte entdeckt. Einfach irgendwie angenehm. Sie wird vom Dunklen, vom Zaren und vielen als Heldenfigur instrumentalisiert und findet das anfangs gar nicht so unangenehm. Vom Tellerwäscher zum Millionär, danach sehnen wir uns alle insgeheim, oder? Alina sagt meistens, was sie denkt, ist dabei aber nicht unsensibel, sondern jugendlich forsch. Zwar hatte ich bis zum Ende nicht das Gefühl, dass ich sie besonders gut kenne, aber sie ist eine Heldin, mit der sich viele junge Mädchen identifizieren können.

Maljen, Alinas Sandkastenfreund, ist ein netter, gutaussehender Kerl. Zuerst bemerkt er Alinas Schwärmerei für ihn nicht. Da er während einem Großteil des Buches nicht direkt vorkommt, bleibt auch er ein wenig blass. In der englischen Ausgabe war jedoch hinten als Extra ein Brief von ihm für Alina angehängt. Er ist ein aufrichtiger, tapferer und guter Kerl, den man gerne und schnell mag. Ich wünsche mir etwas mehr Ecken und Kanten für Band 2!

Der Dunkle ist so gesehen wohl der interessanteste Charakter. Sein Ruf, die Geschichten, die sich um ihm spinnen und die Pläne, die er schmiedet. Dadurch, dass wir nur stückchenweise erfahren, was er will und welche Ziele er verfolgt, wirkt er interessant. Er ist der dunkle, erwachsene Teil, der im Gegensatz zu Alina einen angenehmen Kontrast bildet.
Die Nebencharaktere waren  ziemlich stereotyp. So hatte man bei Hof die klassische, zickige Rivalin, das nette Dienstmädchen, einige Alibi-Freundinnen und urige Lehrmeister. Der Antagonist gefiel mir gut, so machten seine Handlungen und Ziele durchaus Sinn, sind aber moralisch fragwürdig, genau wie seine Methoden.

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Wenn man nur die Charaktere und die Grundgeschichte nimmt, dann hat man ein mittelmäßiges Buch. Aber ich möchte euch den größten Pluspunkt nicht vorenthalten: Das Setting und den Weltenbau. Die Welt ist detailreich, die Schnipsel über Magie, über Verstärker, Folklore und verschiedene Grisha-Fertigkeiten machen dieses Buch zu einem besonderen Schmankerl. Die Karten, die Topographie, die Länder – alles ist gut durchdacht und nicht nur als Kulisse für eine Liebesgeschichte hingeklatscht worden. Wir haben nicht die klassischen Elfe-Zwerge-Drache-Fantasy Welt, sondern etwas ganz Eigenes. Eine Welt, die ähnlich wie Hogwarts oder Mittelerde, einzigartig fantastisch ist und Lust auf Mehr macht. Politische Beziehungen, gesellschaftliche Phänomene wie das Verehren von Alina als Heilige aufgrund ihrer Fähigkeiten – all das sind kleine Details, die die Welt zum Leben erwecken und es so unfassbar spannend machen. Die Welt lebt und interagiert mit den Charakteren. Anders als z.B. bei „Throne of Glass“ oder „Auf immer gejagt“ hatte ich hier das Gefühl, dass die Geschichte genau in diesem Setting spielen muss, um zu funktionieren. Für mich ist das bei Fantasy ein gutes Zeichen!

„Shadow and Bone“ war Leigh Bardugos Debut und man merkt ihm sicherlich einige Kinderkrankheiten an, aber ich habe mich vor allem in die wunderbare Welt, in Ravka, die wahre See, in Fjerda und Kerch verliebt. Der Schreibstil liest sich flüssig, ist angenehm und abwechlslungsreich. Spannende Szenen und Kämpfe könnten für meinen Geschmack durchaus noch etwas knackiger werden, aber ansonsten habe ich nicht mehr viel zu meckern. Neben Sarah J Maas ist Leigh Bardugo eine der gefeierten Fantasy-Autorinnen des aktuellen Jahres – der Auftakt zu beiden Reihen hat mir gut gefallen und ich kann trotz einiger Minuspunkte bei Shadow and Bone nicht weniger Seesterne vergeben als bei Throne of Glass. Denn bisher gefällt mir Leigh Bardugos Welt und die Geschichte besser! Schnell, wo ist Band 2?

Fazit:

Die Geschichte ist eine klassische Helden-Romantasy-Reise ohne groß mit den Erwartungen zu brechen. Das Buch als Ganzes hat mich aber komplett abgeholt, was nicht zuletzt an Leigh Bardugos tollem, flüssigen Schreibstil liegt. Umgehauen hat mich die umfangreiche und liebevoll gezeichnete Fantasy-Welt, die Leigh Bardugo hier erschaffen hat. Eine Welt, die inspiriert und zum Träumen anregt. Weltenbau der ganz großen Art! Ich habe unglaublich Lust auf weitere Bücher aus dieser Welt und sehe sehr viel Potenzial für weitere Geschichten aus dem Grisha-Universum. Eine klare Leseempfehlung für Fantasy-Fans!

4,5seesterne

Weitere Stimmen zum Buch:


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[Lesen] Robert Frost – Stopping by woods on a snowy evening

[Lesen] Robert Frost – Stopping by woods on a snowy evening

„Stopping by woods on a snowy evening“ von Robert Frost.

Dieses Gedicht zählt zu meinen absoluten Lieblingsgedichten. Der Klang und die Rhythmik passen sehr gut zu der Szenerie, es ist magisch, wie klar man die Winterwälder trotz der sparsamen Worte vor sich hat.

Vor allem die Version gelesen von Susan Sarandon mit den Hintergrundgeräuschen ist absolut zauberhaft.

Normalerweise zucke ich bei vielen Gedichten eher in Kunstbanausen-Manier mit der Schulter, aber dieses Gedicht lässt mich glücklich schaudern. Es ist düster, ruhig, aber am Ende schimmert eine zaghafte Hoffnung und Entschlossenheit durch. (Die deutsche Übersetzung finde ich übrigens grauenvoll. Die wird der Stimmung des Gedichts in keinster Weise gerecht)

Aber da ich mich immer mal wieder erwische, wie ich dieses Gedicht vor mich hin sage oder daran denke, wollte ich mich auch daran versuchen. Ich habe es mehrmals geübt, damit man mir möglichst nicht anmerkt, dass Englisch nicht meine Muttersprache ist. 😀 (Huus wutz dies are Ei sink Ei nou!)

Hier lese ich euch das Gedicht von Robert Frost vor.

Viel Spaß beim Lauschen!

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