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Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Die wunderbare Autorin, die ich euch heute vorstelle war auch eine der Personen, die mich überhaupt erst zu diesem Projekt inspiriert haben. Und je mehr ich über ihre Projekte erfahre, desto dringender brauche ich diese als Buch zum inhalieren und verinnerlichen. Also look at this cutie

Hi! Ich bin Laura. Ganze 23 Jahre alt und wohne in der bayerischen Hochburg Schwabens – also viele Grüße aus Augsburg. 😀

Ich schreibe eigentlich schon, seit ich weiß, wie herum man einen Stift halten muss. Ich glaube, ich war 4 Jahre alt, als ich mich hinter einen Sessel im Wohnzimmer gequetscht habe und mich mit Kugelschreiber auf der weißen Tapete verewigt habe – und meinen Eltern auf ihre Nachfrage, was ich da denn mache, ganz stolz verkündet habe, dass ich da eine Geschichte geschrieben habe. (Das war übrigens auch der Moment, an dem ich dann lesen gelernt habe und meine Eltern mir Bücher geschenkt haben, damit ich weiterhin an meine Geschichten komme, aber die Wände im Haus in Ruhe lasse.)

Ein bisschen ernsthafter hat das Ganze dann in der Grundschule angefangen, da war ich so sechs/sieben Jahre alt. Da saß ich wie auf dem Schreibtischstuhl festgeklebt und habe eine ganz großartige Abenteuergeschichte geschrieben über einen Piratenschatz, den zwei Kinder während eines Schulausflugs finden. Und jetzt bin ich hier, schreibe mir seit 17 Jahren die Seele aus dem Leib und habe trotz mancher Flauten und Selbstzweifellawinen doch nie den Wunsch, damit aufzuhören. Ich will immer sagen, dass ich noch komplett unveröffentlicht bin, weil ich’s jedes Mal vergesse, aber man findet bisher eine Kurzgeschichte von mir (»Weiß das Leben, Schwarz der Tod«) in der Anthologie vom Schwäbischen Literaturpreis 2017. Ansonsten gibt’s ein paar Schnipsel auf meinem Ko-Fi-Account, aber die großen Projekte (aka Romane) sind alle noch unveröffentlicht.

 

Regennächte und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Die meiste Arbeit stecke ich (immer noch) in „Regennächte“, weil es einfach mein ultimatives Herzprojekt ist. (Und, weil ich Anfang des Jahres großspurig behauptet habe, ich würde es 2019 noch in die Veröffentlichung davon schaffen – wir werden sehen, wie das funktioniert, hm? :D) Regennächte ist vor allem Slice of Life und Romance. In Buchhandlungen würde es wahrscheinlich bei den Jugendbüchern irgendwo stehen, schätze ich.

Bevor ich das Thema grob anreiße: Regennächte hat nicht umsonst eine halbe Seite Triggerwarnungen. Es ist kein fluffiges happy-ending-Liebeswolkenschloss, das ist vor allem Traumaaufarbeitung, das ist vor allem realistischer Umgang mit mental health und das Ausbrechen aus toxischen Beziehungen. Es ist auch eine Liebesgeschichte, aber es ist am Ende so viel mehr als nur das.

So, worum geht’s also?

Wir haben Charlie, die schon immer mit utopisch hohen Erwartungen aufgezogen worden ist, die schon immer dafür bestimmt war, die Zukunftsträume zu leben, die ihre Mutter träumt, die in der Schule systematisch gemobbt wird, weil sie mit ihrer angeschlagenen Psyche nicht ins System passt. Und die dann als Enttäuschung der Familie gebrandmarkt wird, weil sie diese Träume in den Wind schießt und sich für ein Leben nach ihren eigenen Plänen entscheidet . Weil sie nicht innerhalb der Grenzen, die ihre Familie und ihre Mitschüler ihr geschaffen haben, eingehen will.

Auf der anderen Seite haben wir Liam, der Charlie schon immer darin unterstützt hat, aus den Grenzen auszubrechen. Der schon immer da war, wenn Charlies depressive Episoden sie in tränenreiche, schlaflose Nächte (Regennächte, womit wir wieder beim Titel wären :D) getrieben haben. Der sie festgehalten hat, wenn sie in Scherben zu zerfallen drohte. Der sie am tiefsten Boden der Schlucht, in die Depressionen Menschen treiben können, gefunden hat und der jetzt jeden Schritt, den sie in Richtung Licht macht, neben ihr geht. Der dabei auch seine eigenen Päckchen trägt und lernt, dass Unterstützung in sowas keine Einbahnstraße ist.

Ich hab’s oben schon angerissen, aber gerne nochmal: Regennächte ist, Charlie dabei zuzusehen, wie sie aus toxischen Beziehungen ausbricht.

Wie sie durch Freundschaft und Liebe lernt, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich lohnt. Es ist, Charlie dabei zu begleiten, wie sie langsam lernt, mit den Folgen von Mobbing umzugehen. Ihr dabei zuzusehen, wie sie endlich, endlich, endlich lernt, dass sie den Krieg gegen die Depressionen, gegen die Dämonen in ihrem Kopf, nicht mehr allein ausfechten muss. Es ist auch, Liam dabei zuzusehen, wie er lernt, Ängste loszulassen. Es ist, Liam dabei zuzusehen, wie er lernt, dass Mauern im Kopf nicht immer das sicherste Versteck der Welt bedeuten.

Dass es manchmal nötig ist, eben diese Mauern einzureißen und sich anderen Leuten anzuvertrauen. Ganz große Motivation hierbei war tatsächlich, dass ich es leid bin, wie mental illnesses in Hollywood und Jugendbüchern immer romantisiert werden. Man ist nicht automatisch geheilt, wenn the one true love™ auftaucht und ewige Liebe schwört. Das passiert hier in Regennächte nicht. Das wird in keinem meiner Bücher passieren, weil es so verdammt unrealistisch ist.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Nachdem ich festgestellt hatte, dass Regennächte mit dem ursprünglichen Plot nicht in die Richtung geht, in der ich es haben wollte, habe ich nochmal komplett umgekrempelt, geplottet, geplottet und noch mehr geplottet und mache noch einen Rewrite. Den will ich im Juli eigentlich noch über die Bühne kriegen, damit ich hinterher genug Zeit für die Überarbeitung habe und es Mitte/Ende August hoffentlich in ein Paar der fähigsten Lektorenhände geben kann, die ich kenne. Im Hintergrund laufen da auch the talks™ mit zwei grandiosen Menschen, die auch – hoffentlich – maßgeblich dann am Endergebnis von Regennächte beteiligt sein werden. (Aber darüber breite ich ganz subtil den Mantel des Schweigens, mh? 😀)

Long story short: Ich plane seit Anfang des Jahres mit einer Veröffentlichung, aber wenn die sich nach 2020 schiebt, dann kann ich damit auch ganz gut leben. Aber es wird veröffentlicht. Das kann ich schonmal versprechen.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ufff, ich habe so viel in diversen Schubladen, wo soll ich da anfangen? Ich habe zum einen paper skin, was ein sehr düsterer Contemporary-Roman werden wird, der sich mit den tiefsten Abgründen beschäftigt, zu denen Menschen fähig sein können. Silberstreifen, das mit seinem militärisch-apokalyptischen Setting eher in die dystopische Schiene schlägt. Ich habe eins, das momentan noch unter the gods aren’t alright läuft und das sich viel mit der Reinkarnation von Seelen und mythologischen Figuren beschäftigt. Und nebenbei gibt’s noch inkskinned, was irgendwann mal in die lyrische Schiene geht, weil ich darin meine ganze Prosapoesie sammle.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass mir bei der Veröffentlichung irgendetwas ganz gravierend mquerschießt, weil ich so sagenhaftes Glück bei all den großen Baustellen hatte – mir sind Cover-, Lektorats- und Verlagssuche einfach komplett in den Schoß gefallen. Aber mal ernsthaft: Ich glaube, meine größte Herausforderung ist tatsächlich mein eigener Perfektionismus. Ich höre nie auf, an allen möglichen Ecken und Enden herumzuschrauben, weil ich nie vollständig zufrieden bin mit dem, was ich mache. In meinem Kopf klingt alles immer größer, besser, schöner als das, was dann am Ende rauskommt. Ich muss erst lernen, dass es irgendwann immer diesen einen Punkt gibt, an dem man aufhören muss – und wenn man das nicht tut, geht’s gravierend bergab. Davon abgesehen: Exposés und Klappentexte sind meine absoluten Endgegner.

Hast du eine Schreibroutine?
Mein Leben war schon immer viel zu unregelmäßig, um da eine gesunde Routine aufbauen zu können. Das wird jetzt, wo ich zwischen Studium, Freizeit, Nebenjob und meinem Job im Wohnheim hin- und herschaukle, nicht wirklich besser. Ich schreibe, wenn ich die Zeit dafür habe – dafür dann aber (mittlerweile wieder) in jeder freien Minute. Sei das mit Laptop auf dem Schoß im Zug oder mit Notizbuch aufm Boden in der Innenstadt, weil ich gerade eine Viertelstunde Pause habe, auf Freunde warte oder so. Ich brauche keine feste Tageszeit oder einen fixen Ort fürs Schreiben. Egal, ob das 3 Uhr morgens ist oder 16 Uhr nachmittags; wenn die Zeit da ist, dann schreibe ich. Und da kann es dann auch passieren, dass ich mit Bleistift auf umgedrehte Kassenbons kritzle – been there, done that.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
»Verbieg dich bitte nicht, um anderen zu gefallen. Das ist dein Stil. Das ist deine Stimme. Drück sie nicht zu einem Flüstern, weil andere mit deinem Thema nichts anfangen können. Lass dich nicht zum Schweigen bringen, weil andere Menschen glauben, sie wüssten besser, was du kannst und was nicht. Brenn für deine Projekte. Lass das einfach zu. Trag deine Begeisterung in die Welt hinaus und versteck dich nicht. Du kannst schreiben. Also lass es die Welt auch sehen, okay? Da wartet ein ganz grandioser Weg auf dich.«

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren alle Menschen, die für ihre Projekte brennen. Die ihre Begeisterung und ihren Ehrgeiz in die Welt schreien und damit Feuer entfachen, das einfach auf andere übergreift. Mich inspirieren Menschen, die ehrlich sind und nicht nur die schönsten Seiten des Autorenlebens beleuchten. Die auch dem Zweifel seinen Platz in der Öffentlichkeit zugestehen. Mich inspirieren und motivieren einfach alle Leute, die bereit sind, diesen Weg vom Ideenfunken zur Veröffentlichung mit mir zu gehen, ihn mit mir zu teilen und mit denen man Erfahrungen austauschen kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich weiß nicht, ob das komplett utopisch ist oder nicht, aber ich möchte irgendwann einmal durch eine Buchhandlung gehen und zumindest eins meiner Bücher in einem Regal stehen sehen. Einfach nur, damit ich es dann herausziehen, über das Cover streichen und es lächelnd wieder zurückstellen kann.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich glaube, einer meiner all-time-favorite-Momente bisher war, als die sagenhafte Nadine mir als Aufmunterung für einen bad mental health day ein so zauberhaftes Cover für Regennächte gebastelt hat, in das ich mich einfach schockverliebt habe. Was ansonsten auch jedes mal das Autorinnenherz in meiner Brust frohlocken lässt: Wenn Leute meine Sachen lesen und sich die Zeit nehmen, mir dann zu schreiben, wie sehr sie etwas bewegt hat. Oder dass man sie zu etwas inspiriert hat. Es ist ein ganz eigener Zauber, der sowas anhaftet: Wie grandios ist es, zündender Funke für Ideen oder Emotionen in Menschen sein zu dürfen? ♥

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus Regennächte:

»Charlie, hey. Wie sieht’s heute aus? Was haben wir? Soll ich mit dir reden oder ist’s dir lieber, wenn ich dich einfach nur umarm‘?«

Seine beste Freundin sieht so klein und verloren aus, wie sie sich am Fußende des Betts zusammengekauert hat und die Finger in ihre eigenen Oberarme krallt. Als hätte sie Angst, sonst einfach auseinanderzufallen. Liam hört ihr Weinen eher, als dass er es sieht; das Mondlicht reicht nicht bis in die Nische, in der das Gästebett steht, in dem sie übernachten. Aber Charlies schniefendes Nasehochziehen und das zittrige Atmen reichen auch so. Da braucht er keinen Blick in ihre garantiert tränennassen Augen mehr, um es zu kapieren.

»Nicht anfassen«, presst sie zwischen zwei Schluchzern hervor.

»Okay. Alles klar.«

Sie haben das hier schon so oft durch, manchmal wochenlang jede Nacht. Mittlerweile hat er den Dreh einigermaßen raus, um abschätzen zu können, in was für einer Art Regennacht sie stecken. In manchen braucht Charlie jedes bisschen Körperkontakt, das sie kriegen kann, dann flüchtet sie sich in seine Umarmungen und wenn sie könnte, würde sie wahrscheinlich mit in seine Haut kriechen, damit er die Kälte in ihrem Inneren vertreibt. Und wenn er wüsste, wie’s geht, würde er’s tun. Dann würde er sie in seine Haut lassen, damit sie ganz nah an dieser Wärme ist, die sein Herz immer, immer, immer für sie abstrahlt.

In anderen Regennächten erträgt sie schon eine Hand auf der Schulter nicht, da sind ihr seine Finger in ihren Haaren zu viel. Es ist meistens ein Anzeichen für so eine Art, dass sie sich dann von ihm losmacht und sich ganz klein am Fußende vom Bett zusammenrollt. Manchmal läuft sie dann auch ruhelos im Zimmer herum, weil sie nicht stillhalten kann, weil Stillhalten bedeutet, den Dämonen in ihrem Kopf noch mehr Raum zu geben, als sie sich in solchen Nächten sowieso schon erzwingen.

 


Laura Stadler

 

Die Anthologie des Schwäbischen Literaturpreises 2017 ist vergriffen. Bisher sind noch keine weiteren Veröffentlichungen vorhanden.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Nadja #ProjektArbeitstitel

Nadja #ProjektArbeitstitel

Nadja #ProjektArbeitstitel

Heute stelle ich euch eine meiner liebsten Freundinnen und Schreibkumpanin vor: Nadja!

 

Hallo zusammen 😊

Ich bin Nadja und seit diesem Sommer mit meinem Master fertig. Im Gegensatz zu meinem technischen Studium steht meine Kreativität. Bereits mit Zwölf Jahren wollte ich Schriftstellerin werden, so wie man das mit Zwölf nun mal selbstsicher und naiv beschließt. Ich dachte mir, Bücher zu schreiben wäre der Traumjob schlechthin. Doch schnell stellte sich heraus, dass das Schreiben ein aufwendiger Prozess ist und man nur selten davon leben kann.

Trotz Schreibpausen und jeder Menge abgebrochener Projekte, gab ich meinen Herzenswunsch nicht auf und hielt an meiner Leidenschaft fest. Auch nach fast 15 Jahren Schreiben glaube ich an mein Ziel: ein Buch zu veröffentlichen.

Aber erst seit ich auf LBM18 war, packte mich der Tatendrang endlich mein eigenes Projekt anzugehen. Ich wollte keine Fanfiktions mehr schreiben, sondern meine ganz eigene Geschichte. Nach Abgabe der Masterarbeit gab ich mir endlich einen Ruck und begann an meinem Manuskript zu schreiben.

 

4 bunte Steine und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Mein eigenes Projekt trägt den Arbeitstitel „4 bunte Steine“. Der Grund für diese vorläufige Namensgebung beruht auf einer Aussage eines Charakters, der in der Geschichte vorkommt.

Der Roman ist im Genre Urban Fantasy angesiedelt, der in der Fortsetzung – es steht noch nicht einmal die Rohfassung des ersten Teils – auch Züge von Romantasy annehmen wird. Dennoch bleibt das Hauptgenre dasselbe sowie der grundlegende Inhalt: die vier Elemente. Ich habe mal versucht in wenigen Worten zusammenzufassen, um was es im ersten Teil von „4 bunte Steine“ geht:

Bei dem Versuch sich ihren Pass von ihrer Exfreundin zurückholen, trifft Elli auf Jess. Die beiden sind sich direkt unsympathisch. Als Jess dann auch noch behauptet, sie wisse etwas über das Herz der Lüfte, ist ihr klar: Blondie spinnt. Doch er lässt nicht locker und identifiziert Elli als Luftbegabte. Trotz einem Haufen eigener Probleme, wie die Verfolgung durch ihre ehemalige Gang oder die bohrende Frage nach ihrer Herkunft, siegt Ellis Neugierde. Sie lässt sich auf seine Welt der Elemente ein. Aber die anfängliche Faszination für Windklingen und alte Runen schwindet schnell. Ihr neues Zuhause ist nicht nur konservativ und regelvernarrt, sondern auch verschwiegen und von Intrigen geprägt. Gerade als Elli beschließt lieber zu verschwinden, kommt sie einer uralten Verschwörung auf die Spur und plötzlich will auch sie das Herz der Lüfte finden.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Ich möchte den ersten Teil von „4 bunte Steine“ erst einmal beenden. Das ist noch viel Arbeit. Ich bin gerade dabei die Rohfassung zu schreiben und manche Charaktere müssen noch ausgearbeitet werden. Die NadNad-Reihe (s.u.) plane ich bereits mit Babsi seit Anfang des Jahres. Sie wird noch diesen Sommer starten. Ich bin gespannt, wie sie ankommt.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Neben meinem großen Urban Fantasy Projekt „4 bunte Steine“ arbeite ich immer mal wieder an Fanfiktions zu Harry Potter. Dort habe ich ein Langzeitprojekt (3 Wünsche für Hazel). Darüber hinaus quellen meine Notizbücher von Plotbunnies über.

Konkret geplant ist eine kleine Sparte direkt hier bei Babsi, liebevoll „NadNad“ getauft. Kolumnenhaft möchte ich über verschiedene Themen schreiben. Dabei geht es mir vor allem darum Gedanken und Erfahrungen zu teilen. Es gibt viele Dinge, die interessant sind und über die ich gern reden würde, wie Menstruationstassen oder als Frau in der Männerdomäne zu arbeiten. Aber auch über LGBTQ+ würde ich gern etwas berichten.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Da ich noch nichts veröffentlicht habe, was über eine Fanfiktion hinausging, ist für mich dann später sicher alles Unbekannte, wie Verlag, Werbung und Co, eine Herausforderung. Doch im Moment ist es der Schreibprozess an sich. Eine Idee zu haben ist einfach, doch diese auch in eine logische Struktur zu lenken ist wahre Kunst.

Im Schreibprozess allgemein finde ich es schwierig am Ball zu bleiben. Die Ausreden und Entschuldigungen nicht weiterzuschreiben sind vielfältig. Hinzu kommt bei „4 bunte Steine“, dass ich meine Schreibgewohnheiten geändert habe. Ich habe diesmal einiges an Zeit in die Vorarbeit investiert. Im Vergleich zu meinem sonstigen Geschreibsel, habe ich aufs Plotten verzichtet und stattdessen auf Charakterbögen, Weltenbau und ähnliches gesetzt. Natürlich habe ich eine grobe Richtung, wo es hingeht und bestimmte Vorstellungen was passieren soll. Doch dieses Mal sehe ich von einer konkreten Plotplanung ab und überlasse es von vornherein meinen Figuren die Geschichte zu beschreiten. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass sie sich ja doch nicht an meinen Plot halten, also spare ich mir die Arbeit.

Hast du eine Schreibroutine?
Schreibdates helfen oder auch früher aufstehen, um sich Zeit für wenigstens 500 Worte zu nehmen. Trotzdem passiert es schnell, dass ich nicht so viel tippe, wie ich gern wollte. Auch weil das Schreiben neben dem großen, kräftezehrenden Job geschieht.

Aber so schwierig es auch ist regelmäßig zu schreiben, noch viel schwieriger ist es nicht zu schreiben. Daher nutze ich Zugfahrten oder ähnliches für Szenenideen oder andere Kleinigkeiten, die mir später über Plotlöcher oder Schreibblockaden hinweghelfen können. Mein ultimativer Tipp: ein/e Betaleser/in! Jemanden zu haben, der sich immer alles zu deiner Idee anhört und kritische Fragen stellt, hilft unglaublich weiter.

Wie vermutliche viele Autoren habe auch ich eine Pinnwand bei Pinterest und eine Playlist bei Spotify. Extrem hilfreich sind auch Charakterbögen, die ich zwischendurch ausfüllen kann, wenn es mit der Story an sich gerade nicht weiter geht. Ich schreibe trotzdem an meiner Geschichte, auch wenn es erst einmal nur eine Personenbeschreibung ist. Das alles hilft sehr, sich wieder in Stimmung zu bringen und die Sehnsucht zu wecken, die eigene Geschichte in Händen halten zu wollen.

Ansonsten helfen mir persönlich feste Schreibtermine, ähnlich wie das wöchentliche Fußballtraining anderer, und Notizbücher voller kreativer Ergüsse. Auch versuche ich, wenn ich merke, dass ich gerade besonders große Lust aufs Schreiben habe, dann auch tatsächlich etwas zu Papier zu bringen, egal ob digital oder analog.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Es ist der Erstentwurf! Es wird sowieso nicht perfekt sein, also lass es so stehen und weiter geht’s. Hör auf ständig daran herumzudoktern, sondern schreib lieber weiter. Verbessern musst du alles sowieso noch ein dutzend Mal, aber dafür hast du Zeit, wenn die Story geschrieben ist. Bring dein Projekt erst mal zu Ende und dann mach dir Gedanken über Perfektion.

Also auf geht’s, kleine Autorin: schreiben, schreiben, schreiben. Alles andere kommt mit der Zeit. Ach, und suche dir Leidensgenossen! So völlig allein am PC zu tippen ist zwar nötig, aber auf Dauer eher mühsam, wenn man sich nicht darüber austauschen kann.

Oh, und Fanfiktions sind ein großartiger Einstieg in die Welt des Schreibens. Es gibt genügend Websites, wo man sie veröffentlichen kann und mit anderen Schreiberlingen in Kontakt kommt. Also nur Mut und glaub an dich, meine Liebe.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich bewundere Autoren, die ein ganzes Universum erschaffen haben, wie J.K. Rowling. Auch die Schreiberlinge auf Twitter, die darüber berichten wie ihre Schreibarbeit, Veröffentlichung und ähnliches laufen, motivieren mich. Aber ein direktes Vorbild habe ich nicht. Kurz gesagt: mit anderen Autoren im Austausch zu stehen, das spornt mich mehr an als irgendjemand Unbekanntes, von der/dem ich „nur“ das fertige Buch gelesen habe.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Genügend Zeit für meine Leidenschaft haben. Ich liebe das Schreiben, es gehört zu mir. Darum wünsche ich mir vor allem Freiraum dafür zu haben. Als Ziel steht fest: ein Buch, eine eigene Geschichte, veröffentlichen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Auf FanFiktion.de habe ich hin und wieder gelesen, dass die/der ein oder andere Leser/in mit meiner Protagonistin mitgefühlt hat. Ich hatte es geschafft mit meinen Worten Emotionen zu erzeugen, wie Wut, Traurigkeit oder Nervosität. Das war wahnsinnig toll zu lesen, dass man eine fiktive Figur erschaffen hat, der etwas ausgedachtes wiederfahren ist, was wiederum bei jemand völlig Unbekanntem zu Gefühlsregungen geführt hat. Total verrückt, was Worte von mir bewegt haben.

Direkt danach kommt, wie viele Leser mir rückgemeldet haben, dass ich spannend erzähle. Gerade die lange, unfertige Fanfiktion: insbesondere neue Leser, die sich dann zu Wort melden, sagen, dass sie die Geschichte bis zum aktuellen Stand in einem Rutsch durchgelesen haben. Das ist auch total schön zu hören.

Diese beiden Dinge habe ich nun schon einige Male gesagt bekommen. Das macht mich stolz und lässt mich selbst jetzt, da ich mich nur daran zurückerinnere, breit grinsen. Irgendwas muss ich richtig machen bisher und daran halte ich fest, wenn es gerade mal wieder nicht so optimal vorangeht mit dem Schreiben. <3

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus „4 bunte Steine“:

Für einen unendlichen langen Moment konnte Elli sich vom Anblick der Männer nicht losreißen, die aufeinander einprügelten. Sie verspürte Reue, dass sie den Zweien eine Überzahl an Angreifern aufgehalst hatte. Doch als ihr Blick auf den unbewachten Eingang des Clubs fiel, war ihr schlechtes Gewissen verflogen.

Mit dem Ziel vor Augen hastete Elli los. Hinter sich hörte sie wilde Beschimpfungen und Stimmen durcheinanderrufen. Es war nicht mehr weit, nur noch ein paar Schritte, dann war es endlich geschafft. Ihr Plan funktionierte! Sie war so gut wie drinnen.

„Hey, kleine Lufti!“, grollte eine tiefe Stimme hinter ihr und ließ sie zusammenzucken. Entgegen ihres besseren Wissens drehte sie sich um.

Es war Blondie, der sie mit Blicken zu erdolchen versuchte. Ihm klebte das nasse Haar im Gesicht und Blut tropfte von seiner Nasenspitze. Mit dem Handrücken wischte er es weg und fragte: „Wem unterstehst du, Lufti?“

„Niemandem“, war alles was Elli herausbrauchte, während sie sich gleichzeitig fragte, warum er sie Lufti nannte.

Die Stirn krausziehend machte er den Anschein, als wollte er zu ihr herüberkommen. Doch da bekam ihn der Türsteher Heinz zu fassen. Unerbittlich schlang er seinen kräftigen Arm um Blondies Hals. Trotz des Würgegriffs wandte dieser den Blick nicht von Elli ab. Jetzt flogen auch Heinz‘ Augen hoch und bemerkten sie.

Der Schock ließ sie erstarren und ihren Herzschlag aussetzen. Dann wirbelte Elli herum und rannte blindlings hinein in den Club. Hinter sich hörte sie die Worte: „Folg ihr!“

Verdammte Scheiße!

Nackte Angst ergriff Besitz von Elli, doch sie hatte keine Zeit dafür. Sie drängte sich selbst weiterzugehen und bloß nicht zurück zu sehen. Das eklige Gefühl der lähmenden Furcht raubte ihr den Atem und benebelte ihr die Sinne. Entschlossen presste sie Luft in ihre Lunge. Sie würde die Panik nicht zulassen! Es gab nur diese eine Chance ihren Ausweis von Cato zurück zu holen.

In Gedanken war sie bereits im Flur des Büros ihrer Exfreundin. Sie dachte an die Sicherheitsvorkehrungen, die sie umgehen musste, als sie zu scharf um die Ecke bog und ausrutschte. Elli strauchelte, fiel fast, stoppte aber nicht. Ohne sich umzusehen, hetzte sie weiter.

Hatte Heinz sie erkannt? Kam er ihr tatsächlich nach? Was sollte sie dann tun? Gegen Heinz half ihr auch das mickrige Taschenmesser nichts. Das hätte er ihr schneller abgenommen, als sie es öffnen könnte.

Gottverdammte Scheiße!

 


Nadja

 

Bisher ist noch keine Veröffentlichung geplant.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Jessica Iser #ProjektArbeitstitel

Jessica Iser #ProjektArbeitstitel

Jessica Iser #ProjektArbeitstitel

Ich kam bereits in den Genuss eines ihrer Manuskripte testzulesen – und ich will mehr! Heute bei #ProjektArbeitstitel: Jessica Iser!

Hallo, ich heiße Jessica Iser, wurde 1991 in Südhessen geboren und schreibe schon von Kindesbeinen an – das gehörte schon immer dazu und ist fester Bestandteil meines Lebens. Bisher habe ich einige Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht, hoffe aber, dass auch bald der erste Roman folgt. Mein Brotjob ist Bibliothekarin, also bin ich auch dort von Büchern umgeben, das Schreiben ist und bleibt aber meine Leidenschaft.

 

Herbstprojekt und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Im Moment arbeite ich an einem Urban Fantasy-Roman. Viel kann ich dazu noch nicht verraten, aber die zentralen Themen sind Familie, Liebe und ein jahrhundertealter Fluch. Die Geschichte spielt hauptsächlich im Herbst und erstreckt sich über sieben Jahre. Dementsprechend ist es inzwischen schon über 150.000 Wörter stark. Ihr könnt meine Fortschritte auf Social Media unter dem Hashtag #Herbstprojekt verfolgen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Aktuell schreibe ich noch an der Rohfassung. Meine selbst gelegte Deadline ist Mitte November 2019. Wenn ich das schaffe, geht es als nächstes in die Überarbeitung mit Testlesern und danach hoffe ich darauf, eine Literaturagentur und/oder einen Verlag dafür zu finden. Sollte das nicht klappen, werde ich die Veröffentlichung als Selfpublisher planen, aber das ist alles noch Zukunftsmusik. Zuerst muss es geschrieben werden!

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Viel zu viele! Aber die Sci-Fi-Cyberpunk-Dystopie oder das Projekt, in dem es um Albträume geht, werden wohl als nächstes das Rennen machen.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Dass Kritik sich nicht immer anfühlen muss wie ein Rückschlag, sondern wie eine Chance. Und man muss manchmal Geduld haben – viel Geduld!

Hast du seit der ersten Veröffentlichung deine Herangehensweise geändert?
Ich finde, Kurzgeschichten sind immer eine gute Möglichkeit, mal in ein anderes Genre „hineinzuschnuppern“, daher mache ich das zwischendurch immer ganz gerne. Was die Herangehensweise betrifft: Früher habe ich kaum geplottet, das Schreiben kam immer so mit dem Flow. Inzwischen brauche ich das aber oft, zumal meine Projekte auch immer länger werden und da muss eine gute Struktur vorhanden sein, um den Überblick zu behalten und Plotholes so gut wie möglich zu vermeiden.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Es gibt immer wieder Phasen, in denen es mal weniger gut läuft mit dem Schreiben. Aber ich glaube, die größte Herausforderung ist immer noch das „Danach“. Sich in der Überarbeitung noch einmal ganz anders mit dem Projekt, an dem man jahrelang gearbeitet hat, auseinandersetzen und bei der Verlagssuche immer wieder hoffen und bangen, ohne an sich selbst zu zweifeln und aufzugeben.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich arbeite Vollzeit, also muss ich mich abends und an den Wochenenden ransetzen. Ich bin leider gar kein Morgenmensch, aber eine Nachteule und kann am ehesten bei gemütlichem Licht und guter Musik schreiben. Jedes meiner Projekte bekommt eine eigene Playlist und eine Pinterest-Pinnwand, die sich während des Prozesses mit entwickeln. Das hilft mir, bei Blockaden meine Gedanken auch mal schweifen zu lassen und mir verschiedene Ideen wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Gib niemals auf, aber stress dich nicht so.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ein bestimmtes Vorbild gibt es nicht wirklich, ich bewundere viele Autoren für ihre Geschichten, Disziplin und Schaffenskraft. Mich inspiriert vor allem Musik, Natur und Kunst. Außerdem bin ich sehr dankbar für die Menschen, die während des Schreibprozesses „hautnah“ dabei sind, hinter mir stehen und mich immer wieder motivieren, weiterzumachen. Allen voran Lily (http://www.lily-magdalena.de/) – ich weiß gar nicht, was das #Herbstprojekt ohne ihre Unterstützung und Begeisterung jetzt wäre.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein nächstes großes Ziel ist wie gesagt die Fertigstellung meines Manuskripts. Ich versuche mich erst einmal darauf zu konzentrieren, bevor ich konkrete Pläne mache.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Puh, schwierig! Es gab schon so viele. Über jede Veröffentlichung habe ich mich gefreut, ebenso wie über die Rückmeldungen der Leser und Testleser. Ich glaube, besonders stolz war ich, als mir ein Lektor schrieb, dass meine Actionszenen immer spektakulär und mitreißend geschrieben seien – die schreibe ich nämlich am liebsten und durch diese Einschätzung von außen, habe ich mich noch einmal darin bestärkt gefühlt, dass ich das gut kann.

Besonders hervorheben möchte ich auch, wie viele wunderbare und talentierte Menschen ich bereits durch das Schreiben kennenlernen durfte. Der Austausch ist immer so wertvoll und zeigt, dass Schreiben kein einsames Hobby ist.

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus #Herbstprojekt

Je tiefer Islene dem Fuchs in die Wildnis folgte, desto höher ragten die Bäume über ihr auf. Sie stellte fest, dass sie durch eine Senke lief, die mit einer raschelnden Decke aus tiefrotem und braunem Herbstlaub bedeckt war. Zu beiden Seiten ragten Hügel auf, die ebenfalls vollständig unter Blättern begraben waren. Hier und da ragte eine Baumwurzel aus der Erde und schien mit ihren knorrigen Verzweigungen nach ihr zu greifen. Vor ihr bildeten zwei sich gegenüberstehende Bäume eine Art Bogen über dem Graben. Wie versteinerte Wächter thronten sie stumm und alt über ihr, während sie darunter hindurchging.

Islene wunderte sich über die trocken knisternde Laubdecke – der Herbst schien hier schon viel weiter fortgeschritten zu sein. Noch während sie darüber nachgrübelte, stellte sie fest, dass der Fuchs verschwunden war, und blieb stehen.

„Verdammt.“ Suchend sah Islene sich um und lauschte auf ein Rascheln im Unterholz oder sonstige Geräusche, um das Tier wiederzufinden. Erst da fiel ihr auf, dass es um sie herum ungewöhnlich still war.

„Überhaupt nicht unheimlich“, murmelte sie und beschloss auf der Stelle umzukehren, bevor sie sich hier noch verlief.

Als Islene sich umwandte, sah sie sich einer Wand aus Baumwurzeln gegenüber, die sich von einer Seite der Senke zur anderen erstreckte. Islene keuchte und ein Atemwölkchen wirbelte vor ihr durch die Luft.

„Das kann doch nicht …“ Sie schüttelte ungläubig den Kopf und sah sich in alle Richtungen um, als würde vor ihr doch noch der ursprüngliche Weg auftauchen.

Sie setzte dazu an, den Hügel zu ihrer Rechten zu erklimmen, da fuhr ihr eine melodische Stimme durch Mark und Bein.

„Suchst du etwas?“


Jessica Iser

 

Jessica Iser hat mehrere Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht:

  • in Herzgezeiten, auf amazon* kaufen
  • in Briefe aus dem Sturm, auf amazon* kaufen
  • in Sehnsuchtsfluchten, auf amazon* kaufen
  • in Wolfstod, auf amazon* kaufen
  • in Kemet: Die Götter Ägyptens, auf amazon* kaufen
  • in Horror Cocktail, auf amazon* kaufen

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Nadine Föhse/Ruhrpottmutti #ProjektArbeitstitel

Heute habe ich wieder eine wunderbare Autorin für euch und sie heißt, wie unsere Montagskandidatin, ebenfalls Nadine. Im Internet ist Nadine Föhse aber hauptsächlich als „Ruhrpottmutti“ unterwegs und arbeitet auch als Lektorin.

Hallo! Ich bin Nadine, online besser bekannt als „Ruhrpottmutti“.

Im Grunde schreibe ich schon seit meinem achten Lebensjahr. Angefangen habe ich mit kurzen „Horror“-Geschichten – ob die allerdings wirklich so gruselig waren, wage ich heute zu bezweifeln. In meiner Jugend wurde das Schreiben von mir sträflich vernachlässig. Dann habe ich 2011 angefangen, Germanistik zu studieren und die Sprache rückte wieder mehr in den Fokus. Seit meinem Bachelor-Abschluss 2016 (ja, ich habe ewig gebraucht!) träume ich davon, endlich mal ein eigenes Werk zu veröffentlichen. Und jetzt ist es ganz bald wirklich endlich soweit! Wie aufgeregt ich bin, könnt ihr euch sicher ausmalen.

 

Zweifelhafte Wahrheiten und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Grundsätzlich würde ich sagen, dass all meine Projekte in die Sparte Jugendbuch / New Adult passen. Aktuell in Arbeit sind zwei Projekte. Zum einen der Roman Zweifelhafte Wahrheiten. Es geht um Isabel, eine junge Abiturientin, die bei einem Konzert ihrer Lieblingsband dessen Sänger kennenlernt. Er nimmt Kontakt zu ihr auf und sie freundet sich mit ihm und seinen Kumpels an. Ihrer Schulfreundin Michelle gefällt das zwar gar nicht, aber davon lässt Isabel sich nicht beirren. Dann verliebt sich plötzlich einer ihrer neuen Freunde in sie. Das Chaos ist also vorprogrammiert!

Das zweite Buch läuft unter dem Arbeitstitel #queer und behandelt – wie der Name schon sagt – eine queere Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern. Sie müssen durchaus das ein oder andere Hindernis überwinden, um wirklich glücklich miteinander werden zu können.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Zweifelhafte Wahrheiten liegt gerade bei der weltbesten Lektorin und meinen Probelesern und wird nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Die Veröffentlichung ist im Selfpublishing geplant. Das E-Book erscheint am 30. Juni und das Taschenbuch kurz darauf. Auch #queer soll noch in diesem Jahr erscheinen, am liebsten bereits am 31. Juli als E-Book und entsprechend kurze Zeit später als Taschenbuch.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Zweifelhafte Wahrheiten soll lediglich der erste Band einer Reihe werden, die in diesem und im kommenden Jahr weitergeführt wird. Außerdem ist noch eine Kurzgeschichtensammlung in Überlegung. Auf meinem Handy schlummern zusätzlich noch gefühlt 1000 weitere Ideen für Krimis und Jugendbücher, zum Beispiel Der Bauernmörder vom Rhein-Erft-Kreis, ein Krimi, der bisher nur einen Titel hat!

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Puh, das ist wirklich eine schwierige Frage. Ich veröffentliche ja selbst. Von daher kommen auf mich unter Garantie andere Herausforderungen zu als auch Autor*innen, die im Verlag veröffentlichen. Einerseits muss ich mich als Selfpublisherin um alles selbst kümmern, andererseits habe ich natürlich auch alle Fäden in der Hand. Den Überblick zu behalten, finde ich teilweise echt nicht so einfach. Das könnte aber auch damit zu tun haben, dass ich Mutter einer kleinen Tochter bin, die mich natürlich sehr braucht. Da Zeit zum Schreiben zu finden, ist auch schwierig.

Hast du eine Schreibroutine?
Bis dato schreibe ich neben Muttersein und Brotjob. Allerdings bin ich im Hauptberuf als Lektorin und Texterin selbstständig – das heißt, dass ich sowieso bei freier Zeiteinteilung von zu Hause arbeite. Es ist rein beruflich betrachtet nicht schwierig, das Schreiben einzubinden. Das größere „Problem“ stellt mein Privatleben dar. Ich kann generell vorwiegend abends arbeiten und eben auch schreiben, wenn mein Mann daheim ist. Das heißt, die Zeit für Job und Schreiben ist begrenzt. Deshalb muss ich besonders effektiv arbeiten und manchmal einfach auf Knopfdruck kreativ sein. Eine klassische Routine gibt es also nicht – ich schreibe immer, wenn ich Zeit habe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Bleib dran!

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren wahnsinnig viele Menschen, privat wie in der Öffentlichkeit. Was das Schreiben angeht, finde ich Jacky Vellguth sehr motivierend. Dank ihrem Projekt 12in12 habe ich angefangen, 2019 als mein Schreibjahr zu definieren, in dem ich vier Bücher in zwölf Monaten veröffentliche, also 4in12.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Irgendwann würde ich wirklich gern vom Schreiben leben können. Aber das sagt wahrscheinlich jede Autorin und jeder Autor. Doch es ist wahr: Das Hobby nutzen zu können, um den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, ist ein Lebenstraum! Abgesehen davon möchte ich es schaffen, dieses Jahr wirklich vier Bücher zu veröffentlichen. Das wird sportlich, aber ich gebe nicht auf.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Der schönste Moment bisher war definitiv der, als ich die ersten Reaktionen auf mein Manuskript bekam. Ich habe von zwei Probeleserinnen bereits Feedback bekommen und beide finden die Geschichte insgesamt toll. Das ist schon irre, das schwarz auf weiß zu lesen!

 

Eine kleine Kostprobe…

Auszug aus Zweifelhafte Wahrheiten

Nachdem das Konzert zu Ende war, schlenderten die Freundinnen noch zum Merchandise-Stand. Dort standen bereits Andi und der Sänger der Band, Phil, und unterhielten sich entspannt mit ein paar Fans. Isa stöberte durch das Sortiment am Stand und entschied, einen Jutebeutel zu kaufen. Einen schwarzen, natürlich!

»Hey, na, hat’s euch gefallen?«, fragte plötzlich Andi. Isa sah zu ihm hoch, er war bestimmt zwanzig Zentimeter größer als sie. »Hi, ihr wart super!«, antwortete sie, während sie das Geld für ihren Beutel herauskramte. Die Zeit nutzte Michelle, um an ihr vorbei zu huschen und Andi in ein Gespräch zu verwickeln.

»Oh mein Gott, es war so toll! Ihr seid so toll! Ehrlich, es hat so einen Spaß gemacht!«, hörte Isa sie begeistert rufen, während sie ihr Wechselgeld einsteckte. Sie verdrehte ob des Überschwangs heimlich die Augen. »Danke«, hörte sie Andi antworten.

»Freut uns, dass ihr Spaß hattet«, schaltete sich nun auch Phil ein. »Hatten wir! Sagt mal, würdet ihr meinen neuen Beutel vielleicht unterschreiben? So richtig promimäßig?«, fragte Isa grinsend. Auch Andi grinste.

»Klaro. Auch wenn ich uns nicht unbedingt für Promis halte«, lachte Andi.

»Nicht? Das heißt, wir sehen euch nicht demnächst im Fernsehen, wie ihr kleine Tiere und Geschlechtsteile größerer Tiere esst?«

Phil musste lachen. »Auf gar keinen Fall!«, rief er aus, während er schwungvoll auf dem Beutel unterschrieb.

»Schade, Mensch. Das hätte ich mir glatt angeguckt!«, erwiderte Isa. Sie sah zu Phil hoch und zwinkerte. Er grinste sie breit an. Isa merkte, wie ihr die Wärme in die Wangen kroch und sie langsam rot wurde.

Plötzlich mischte Michelle sich ungeduldig ein. »Isa, wir müssen sofort los! Sonst verpassen wir unseren Zug! Mein Vater killt mich, wenn ich die letzte Bahn verpasse!«, erklärte sie und zog Isa am Arm. »Mist!«, rief Isa, riss Phil förmlich ihren Jutesack aus der Hand und stürmte mit einem bedauernden »Ciao, Jungs!« nach draußen.

 


Nadine Föhse

 

Ihr Buch erscheint vorraussichtlich am 30. Juni 2019.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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[Rezension] Kurt von Sarah Kuttner

[Rezension] Kurt von Sarah Kuttner

[Rezension] Kurt von Sarah Kuttner

The perks of being a Buchhändlerin – ich habe Zeit, in Neuerscheinungen reinzulesen, obwohl zuhause zwei volle Regale (und mehrere schiefe Türmchen in anderen Ecken) sehnsüchtig auf mich warten. Schwups, waren 100 Seiten von „Kurt“ verschluckt und schwups landete es am Ende des Arbeitstages in meinem Einkaufskörbchen. Mein erstes Buch von Sarah Kuttner war „Mängelexemplar“. Das habe ich vor zwei Jahren als Hörbuch im Krankenhaus gehört und fand es großartig. Aber heute widmen wir uns „Kurt.“


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  • Autorin: Sarah Kuttner
  • Titel: Kurt
  • Verlag: S. Fischer
  • Genre: Gegenwartsroman, Trauerbewältigung
  • 240 Seiten, gebunden: 20€ | Ebook: 16,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Lena lebt mit zwei Kurts zusammen. Ihr Lebensgefährte, der große Kurt, und dessen Sohn aus erster Ehe, der kleine Kurt. Lena und Kurt haben sich ein Haus in Brandenburg gekauft und sind noch dabei, Kartons auszupacken, den Garten zu bepflanzen und sich mit der Patchwork Routine zu arrangieren. Dann geschieht es. Der kleine Kurt stirbt bei einem Unfall. Das Schlimmste, was Eltern zustoßen kann. Lena leidet und muss mitansehen, wie der große Kurt leidet. In all der Trauer, der Verarbeitungen und den Erinnerungen fragt sie sich – darf sie auch trauern? Sie fühlt sich wie eine Fremde und auch der große Kurt entfernt sich immer weiter von ihr. Kann das Leben und kann die Liebe nach so einer Tragödie überhaupt weitergehen?

 


Meine Meinung:

Dass Sarah Kuttner auch schwermütige Thematiken wie Depression, Verlust und quälende Lebensfragen gut beantworten kann, hat sie mir schon mit Mängelexemplar bewiesen. „Kurt“ greift jedoch nochmal ein ganz anderes Thema auf. Was passiert, wenn ein Kind stirbt. Es erscheint so grausam, so unfair und ist wohl für alle Eltern die allerschlimmste Vorstellung.

Sarah Kuttners Humor und Schreibstil sind locker, frech und durchaus eigenwillig. Als Hörbuch hat mir das total gut gefallen. Ich hatte ein bisschen Sorge, dass es mich in geschriebener Form stören würde, aber das tat es gar nicht. Es war direkt und unverblümt. Mit vielen Alltagsdingen, Banalitäten und dazwischen verstreut philosophische, gehaltvollere Gedanken.

Das Buch gliedert sich in drei Teile – im ersten Teil lernen wir das Leben von Lena und den zwei Kurts genauer kennen. Das Buch wirbt damit, dass man sich in Kurt verlieben wird. Und ja, das tut man. Mit dem Beginn des zweiten Aktes ist der kleine Kurt tot. Ganz plötzlich. Es fühlt sich sinnlos an, grausam und unwirklich. Aber die Realität sickert langsam in das Bewusstsein der Figuren und der Lesenden. Ja, man hat sich verliebt in diese Figur und das Herz bricht. Ich musste während des Buches nicht weinen (das tue ich sehr selten), aber ich musste oft schwer schlucken.

Auch, wenn es Sarah Kuttner, abermals gelingt ein so trauriges und ernstes Thema relativ sanft und feinfühlig aufzuarbeiten, ist es oft ein Schlag in die Magengrube.

Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit

Mit Protagonistin Lena arbeiten wir gemeinsam auf, was geschehen ist. Oder viel weniger was danach geschah. Wie sehr man als „Außenstehende“ als die Lena sich oft sieht und fühlt, trauern darf. Wie stark sie für ihren Freund sein sollte, was sie alles schweigend über sich ergehen lassen sollte, wann man neu anfangen sollte. Wann räumt man das Kinderzimmer aus, wann darf man wieder lachen, lieben, nach vorne schauen.

Psychologisch gesehen ist Trauer sehr individuell. Von „pathologischem Trauern“ spricht man nach DSM-5 ab etwa ein Jahr anhaltender Trauer und der damit einhergehenden starken Beeinträchtigung in wichtigen Lebensbereichen. Das klingt ebenso hölzern wie die Vorschriften zu Grabpflege, Beerdigungen und vielen anderen rechtlichen Dingen, die nach einem Todesfall hinzukommen. Mitschwingt die Frage – wie viel Trauer, wie viel Leiden ist normal?

Diese Frage kann man nicht beantworten und sie wird im Buch auch nicht beantwortet. Man merkt, wie real, wie nah und wie sanft Sarah Kuttner das Thema behandelt.

Die fallen Charaktere schon ab den ersten Szenen durch ihre unbeeindruckte, normale Art und den liebevollen Umgang miteinander positiv auf. Auf den folgenden Seiten wachsen sie einem so sehr ans Herz, das man wirklich mit ihnen leidet und hofft.  Trotz all des Schwermuts, liest sich das Buch gut und schnell. Es ist an den schmerzenden Stellen nicht zu lang und an den schönen Stellen nicht zu kurz. Und so gelingt der Balance-Akt. Zwischen Trauer und Freude, Tod und Leben, Zukunft und Vergangenheit. Man besinnt sich ein bisschen mehr auf die Welt und die Menschen um sich herum. Und man beendet das Buch mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

p.s.: In Ehren an das Buch und den kleinen Kurt heißt unser Lavendel auf dem Balkon jetzt Kurt.

 

Fazit:

Ein feinfühliges Buch über das Thema Trauer. Mit Sprachwitz, einem Auge für Alltagskomik, Sensibilität in den leisen Tönen, Charakteren zum lieb haben. Sarah Kuttner beweist, dass sie alltägliche Ereignisse und Emotionen gleichzeitig mit Scharfsinn und Behutsamkeit in ein wunderbares Buch verarbeiten kann. Trotz des traurigen Themas ein schönes, hoffnungsvolles Buch. Für Sarah Kuttner Fans eine dicke Leseempfehlung! Für alle anderen, die ein nicht zu deprimierendes Buch über das Thema „Tod eines Kindes“ lesen wollen, auch.

Weitere Meinungen:

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Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Anne Granert #ProjektArbeitstitel

Heute begrüße ich wieder eine großartige Autorin und einen absolut lieben Menschen bei #ProjektArbeitstitel: Anne Granert! Wenn ihr süßes Lächeln nicht reicht, um sie sofort super sympathisch zu finden, dann vielleicht, was sie euch über den Schreibprozess verrät…

Moin Moin, ich bin Anne und komme aus dem echten Norden Schleswig-Holstein.

Eines Nachts vor knapp 4 Jahren ereilte mich im Traum eine Szene zweier in Boston lebender Fremdweltler, die mich nicht mehr losließ. Bislang hatte ich erfolglos versucht, eine Fantasywelt zu erschaffen, war jedoch oft gescheitert. In dem Traum war dagegen alles so glasklar, dass eine Urban-Fantasy-Trilogie mit knapp 300.000 Wörtern entstanden ist, von denen ich die ersten beiden Bände bereits veröffentlicht habe (Des Sandes Widerhall/ Des Wassers Wiederkehr). Band 3 soll im Sommer 2020 folgen und ein Spin-Off ist auch in Planung.

Ich habe das große Glück, bei meinen Büchern mit Künstlern wie Marie Graßhoff und Anja Uhren zusammenzuarbeiten. Nebenbei arbeite ich an kleineren Projekten, darunter auch ein weihnachtliches Goodie für Kinder.

 

Die Talentierten und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Bislang habe ich mich am Genre Urban-Fantasy ausprobiert, was mir irre gut gefällt und bei dem ich langfristig auch bleiben werde. Langsam verbessert sich mein Schreibstil und mein Schreibhandwerk, meine tolle Lektorin Saskia Weyel (Zeilenrausch Lektorat) hat einiges dazu beigetragen. Daher arbeite ich nun zusätzlich an einer Belletristik-Frauen-Freundschafts-Geschichte, die mir sehr am Herzen liegt und die ich unter dem Pseudonym Marie Friedrich herausbringen werde.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Das Belletristik-Projekt spielt um Weihnachten herum. Daher ist eine Veröffentlichung im Herbst angedacht. Mitte Juli geht es ins Lektorat zu Alisha Schulz und dann habe ich noch ein paar Wochen für die Überarbeitung und das Korrektorat. An dem Buchsatz probiere ich mich selber aus, aber das Cover wird von Anja Uhren gestaltet.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
In dem Belletristik-Projekt geht es um eine Frauen-Freundschaft, die durch eine Krebserkrankung wieder aufblüht. Das Projekt für Kinder ist noch streng geheim. Achtung, geflüsterter Spoiler: Es hat was mit Weihnachten zu tun und ich darf mit der großartigen Künstlerin Anja Uhren zusammenarbeiten.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Die Welt geht nicht unter, wenn man Fehler entdeckt. Notfalls hilft eine Neuauflage. Und Leser sind natürlich subjektiv. Des einen Leid ist des anderen Freud und ich habe selten so unterschiedliche Meinungen zu Charakteren gehört, wie zu meiner Protagonistin Sunna.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Da ich zurzeit ein Belletristik-Projekt verschriftliche, ist ein anderes Genre der Hauptunterschied. Aber auch der Schreibstil ist anders. Im Urban-Fantasy-Bereich schreibe ich lockerer von der Leber weg, bisweilen ziemlich ironisch und lustig. Das Belletristik-Projekt fordert mich anders heraus und ich habe diesbezüglich meinen Stil noch nicht gefunden.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Als Selfpublisherin kann ich alles so und dann machen, wie ich möchte. Vielleicht ist dann eher die Herausforderung, mit selbstgewählten Deadlines zu arbeiten? Ich glaube, meine Herausforderungen sind von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Bei der Urban-Fantasy-Trilogie ist es das Plotting, weil ich sieben Hauptcharaktere miteinander verwebe. Zurzeit sagt mir mein Schreibstil im Belletristik-Projekt nicht zu und stellt mich vor eine sehr große Herausforderung. Werbung habe ich selbst in der Hand und da bleibe ich ganz entspannt. Ich habe noch eine kleine Familie und einen Brotjob, da kann ich nur die Sachen machen, die wirklich Spaß bringen, so wie Instagram zum Beispiel.

Hast du eine Schreibroutine?
Da ich als alleinerziehende Mutter neben dem Brotjob schreibe, muss ich mich gut organisieren und disziplinieren. Die Kinder haben absoluten Vorrang – alles andere kommt danach. Also schreibe ich an freien Tagen und abends. Wenn ich richtig im Flow bin, kann es schon passieren, dass ich um  4 Uhr morgens aufstehe. Allerdings sind meine Kinder noch in dem Alter in dem sie dann schnell an den Schreibtisch folgen. Also mache ich das nicht zu oft.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Einfach schreiben, du überarbeitest sowieso noch etliche Male. Handlettering, Lithografie, Postkarten, Blumenpressen, Serien gucken und Häkeln sind Formen von Prokrastination. Lass sie, schreib!

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
In erster Linie meine Lektorin Saskia Weyel, ohne sie wäre es nie zur Urban-Fantasy-Reihe Die Talentierten gekommen. Generell orientiere ich mich gerne an Künstlerinnen wie Anja Uhren oder Pam Grout und Liz Gilbert.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich möchte gerne alle Plott-Enden meiner Trilogie Die Talentierten sinnig voreinanderbekommen. Außerdem wünsche ich mir für das Belletristik-Projekt einen schönen Twist im Schreibstil. Und natürlich, dass beide Werke Leser*innen begeistern und ihnen etwas mitgeben, und sei es nur ein dickes und fettes Grinsen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als mich die Twentysix.de-Jury zu einem Coaching nach Frankfurt auf die Buchmesse einlud und mein Werk zum Top-Titel kürte.

 

Eine kleine Kostprobe…

Prolog, LIAM (Des Mondes Widerstand – Die Talentierten 3, VÖ 2020)

»Das ist doch Wahnsinn!« Liam rieb sich die grau-glänzende Wange und verzog angewidert den Mund. »Selbst wenn ich wüsste wie, würden mich keine zwei kurvigen Nymphen dazu bringen, dich zu verwandelt. Du hast doch einen Sockenschuss.« Wütend stapfte er auf. Die dreckige Bodenfliese in der Bahnhofshalle zerbrach mit einem dumpfen Klirren.

»Pst«, zischte Jack und schob Liam in die hintere Ecke zwischen den verwaisten Schließfächern. Zumindest versuchte er das.

»Was soll das werden?«, fragte Liam trocken.

»Ich schiebe dich weiter in die Ecke.«

»Aha«, antwortete Liam, machte einen Schritt zurück und brachte Jack zu Fall. Er verschränkte die Arme vor der schmalen Brust und musterte seinen ehemaligen besten Freund von oben bis unten. Abendsonne schien durch verschmutzte Milchglasscheiben auf Jacks Haupt und veränderte sich zu verdünntem Blut.

Blut.

Liams Magen krampfte sich zusammen. Blut – hatte er noch welches? – rauschte in seinen Ohren und kämpfte mit seinen neuen, empfindlichen Sinnen um die Herrschaft.

Tausende von Eindrücken preschten auf Liam ein. Die tickende große Bahnhofsuhr. Die umblätternden Buchstaben und Zahlen in den Anzeigen. Entkräftetes Stöhnen einer alten Frau beim Erklimmen der steilen Treppe. Das feine Surren eines Kooati-Schwanzes, der am Saum eines langen Mantels entlangschwingt. Dicke Menschenfinger, denen der Schiebegriff des Reißverschlusses entgleitet. Die Säure des Filterkaffees bei Starbucks. Nein, das war nicht der Filterkaffee, das war der Mundgeruch eines Schaffners.

»Was hast du?«, fragte Jack. Er rieb sich den Arm, sein Sturz war auf dem rechten Ellenbogen geendet. Den Dreck von seiner taupefarbenen Jeanshose klopfend richtete er sich umständlich auf.

»Hunger«, knurrte Liam.

Jack wich zurück, die Augen erschrocken aufgerissen.


Anne Granert

 

Bereits veröffentlicht:

  • Des Sandes Widerhall – Die Talentierten 1, auf amazon* kaufen (24.01.2019)
  • Des Wassers Wiederkehr – Die Talentierten 2, auf amazon* kaufen (12.04.2019)

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Francis/Buchbummelant #ProjektArbeitstitel

Eine ganz liebe Person darf ich euch heute vorstellen: Francis, die das Internet als Buchbummelant unsicher macht.

Hallo! Mein Name ist Francis, aber in den meisten sozialen Medien und Foren bin ich als „Buchbummelant“ unterwegs.

Ich schreibe sowohl Fantasy als auch Romance, wobei ich meist ältere Zielgruppen im Auge habe – also Young Adult, New Adult, Adult. Meist lasse ich mich aber von der Idee inspirieren und schaue danach erst, in welche Richtung es geht. Der Zeitpunkt, der Ort, die Magie, das ist alles etwas nebensächlich. Ich schreibe schon sehr lange. Meine beste Freundin Babsi hat mir eines Tages ihre Harry Potter Fanfiction in die Hand gedrückt und zunächst war ich skeptisch, aber dann… dann war ich Feuer und Flamme und bin es immer noch. Sie hat definitiv den größten Einfluss gehabt, dass ich am Ball bleibe. Über das Schreiben habe ich tolle Menschen kennengelernt, aber sie ist mein Ausgangspunkt. Ich glaube, zu dem Zeitpunkt war ich elf oder zwölf Jahre alt.

Ich habe noch kein Buch veröffentlicht, weil ich eine kleine Perfektionistin bin, aber ich arbeite gerade intensiv an einem Manuskript, das ich gerne veröffentlichen möchte – vorausgesetzt, alles stimmt. Die Testlesermeinungen waren bisher wirklich ermutigend!

 

M&D und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich arbeite meist an mehreren Projekten gleichzeitig. Im Vordergrund steht aber gerade eine New Adult Romance, die ich vor einem Jahr als Rohfassung beendet habe. Ich habe sie damals „Marc & Drew“ genannt, weil die männliche Perspektive auf ungeplante Schwangerschaften im Vordergrund steht, aber da das zu Verwirrung geführt hat, kürze ich es meist als „M&D“ ab oder nenne es jetzt „Marc & Dodo“. Die Geschichte beginnt damit, dass der Biologiedoktorand Marc seine Freundin Belinda verlässt, die sich daraufhin an ihm rächen möchte – und Kondome im Badezimmer zersticht. Marc hat einen Mitbewohner namens Drew, der auch als Barkeeper jobbt und ihn ablenken möchte. In der Bar lernen die beiden jungen Männer Violet und Dodo kennen. Marc und Dodo haben einen One Night Stand und von da an nimmt die Geschichte ihren Lauf. Auch wenn ungeplante Schwangerschaften das Hauptthema der dreibändig angelegten Geschichte sind, es geht auch um Freundschaft, um Vertrauen, um Liebe. Dabei sind die Freundschaften und Hintergründe der Hauptfiguren als Ausgangspunkt sehr wichtig. Jeder hat eine Geschichte, und in meiner Geschichte lernt man Marc, Dodo, Drew und Violet sehr gut kennen und fiebert hoffentlich mit ihnen mit.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Für viele meiner Geschichten ist eine Veröffentlichung gedacht, aber ich stehe da definitiv noch am Anfang. Mein Perfektionismus führte bisher häufig dazu, dass die Geschichten in einer Schublade verschwunden sind, bevor ich sie beendet habe, aber diesmal ist es anders. Erstens möchte ich M&D nicht in der Schublade verstecken und zweitens brenne ich für diese Charaktere. Ich möchte die Figuren mit der Welt teilen. Sobald ich diesen Überarbeitungsdurchgang beendet und das Testleserfeedback eingearbeitet habe, geht das Manuskript an Agenten oder gleich an Verlage.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Parallel arbeite ich immer wieder an einem Fantasyprojekt, das ich #Feuerteufel nenne. Da ich noch am Anfang stehe, kann sich noch viel daran ändern, aber Rache ist ein wesentliches Motiv, das alle drei Hauptfiguren miteinander verbindet. Besonders spannend ist für mich das Projekt, weil ich die meisten Charaktere als Antihelden konzipiert habe, die sich in einer Stadt zurechtfinden müssen, in der Verbrechen an der Tagesordnung stehen und Gangs die Menschen eher beherrschen als der Bürgermeister oder die Adeligen. Der Handlungsort ist an London im 19. Jahrhundert angelehnt, ist aber fiktiv. Phantastische Elemente kommen zwar immer wieder vor, stehen aber nicht im Vordergrund. Wie gesagt, die Geschichte steht noch am Anfang und vieles kann sich noch ändern, aber ich bin gespannt, wie mein Feuerteufel sich noch entwickelt.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Bisher ist die größte Herausforderung definitiv das „Dranbleiben“. Ich habe sehr viele Ideen, aber meist war es so, dass neue Ideen immer reizvoller waren als die, an denen ich zuvor gearbeitet habe. Da mache ich den Bummelanten alle Ehre… Ich schreibe viel und an sich macht auch jeder Prozess mir Spaß, aber das Leben wirft mir da gerne Steine in den Weg. Multitasking ist nicht meins, daher: Wenn ich schreibe, darf ich nichts anderes machen, und daher kann ich nebenbei weder ein Buch lesen noch an Hausarbeiten schreiben. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn mich ein Buch packt, kann ich nicht mehr aufhören, es zu lesen.

Das ist das reinste Suchtverhalten. Beim Schreiben geht es mir da auch so. Wenn ich im Flow bin, kann ich an nichts anderes denken, und daher muss ich einteilen, wann ich wirklich Zeit habe, an meiner Geschichte zu arbeiten. Wenn ich keine Zeit habe, kann ich das, was ich schreibe, auch wieder in die Tonne hauen, weil weder mein Herz drin steckt noch meine handwerklichen Fähigkeiten zum Tragen kommen. Wenn ich Zeit habe und mich auf ein Manuskript konzentrieren kann, dann ist jeder Schritt ähnlich herausfordernd – und macht gleichzeitig Spaß.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich habe immer viel geschrieben – ob für’s Studium oder das Referendariat -, aber ich schreibe auch unglaublich viel in meiner Freizeit. Das beginnt im Schreibnachtforum und endet auf leeren Manuskriptseiten. Wichtig ist dabei, dass ich meine Ruhe haben – kurz zwischendurch zu schreiben funktioniert für mich überhaupt nicht – und dass ich in der Lage bin, mich zu konzentrieren. Konzentration ist wichtig. Um mich in Schreibstimmung zu bringen, mache ich mir meist einen Tee (derzeit Darjeeling, sonst auch gerne Pefferminz- oder Weihnachtstee), lese die letzten Zeilen nochmal durch und fange an. Wenn’s gut läuft, kann ich das mit kleinen Unterbrechungen (Essen, Toilette, Beine vertreten) den ganzen Tag. Wenn ich frei habe, mache ich das auch gerne. Ansonsten nutze ich den Abend und schreibe bis tief in die Nacht. Wenn ich am nächsten Morgen arbeiten muss, siegt irgendwann die Vernunft, ansonsten schreibe ich, bis ich zu müde bin, und wiederhole den Vorgang. So habe ich bis zu fünf Hausarbeiten pro Semesterferien geschrieben, so kann ich das auch bei Geschichten durchziehen. Beim Schreiben bin ich der reinste Workaholic.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
„Wirf deine Zweifel über Bord und mach’s einfach!“ Ich bin ein sehr selbstkritischer, aber auch selbstreflexiver Mensch, und in vielen Fällen hätte ich nur über meinen Schatten springen müssen. Networking ist etwas, das mir sehr viel Angst bereitet hat, aber es macht so viel Spaß, sich mit Autor_innen zu vernetzen, sich auszutauschen, neue Leute zu treffen… und meistens wollen sie mir nicht einmal den Kopf abreißen! Ich fühle mich in der Buch- und Autorenbubble sehr wohl und habe das Gefühl, dass ich hier sein kann, wie ich bin. Wenn ich daran denke, wie lange ich manchmal gezögert habe, den neuen Schritt zu wagen…

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich bin ein großer Fan von Joanne K. Rowling. Auch wenn ich aus heutiger Perspektive vieles kritischer sehe (und nach wie vor verleugne, dass sie an Cursed Child mitgearbeitet hat), ich sehe die Harry Potter-Reihe als Meisterwerk eines langfristigen Plotkonstrukts. Die vielen kleinen Informationen, die sich über sieben Bände erstrecken… die Hinweise, die Ausblicke, die Struktur. Sie ist definitiv mein Vorbild, wenn es darum geht, einen kohärenten Plot zu entwickeln. Dasselbe gilt für Suzanne Collins. „The Hunger Games“ (Die Tribute von Panem) war mein letztes großes Highlight, ein absolutes Meisterwerk. Der Stil, der deep POV von Katniss, der Spannungsbogen. Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich an dieses Buch denke, und es ist definitiv meine liebste Trilogie. Band 1 ist Perfektion, und ich möchte irgendwann in der Lage sein, ein Buch zu schreiben, das meine Leser_innen genauso begeistert.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich möchte gerne ein Buch veröffentlichen. Früher hätte ich „bei einem Verlag“ hinzugefügt, aber es gibt so viele tolle Selfpublisher_innen auf Twitter und sie sind wirklich eine Inspiration! Mir ist nicht mehr nur wichtig, dass eine meiner Geschichten Leser_innen erreicht, ich möchte vor allem, dass diese Geschichte meiner Vision entspricht, und ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ich sehe, wie manche Autor_innen ihren Weg gehen. So möchte ich auch handeln können… und vielleicht, nur vielleicht, gehöre ich eines Tages zu ihnen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich darf zwei Momente nennen, oder? Ich mach das einfach mal. Also Nummero Uno: Als ich am 5. Mai 2018 das erste Mal seit über zehn Jahren „Ende“ unter ein Manuskript schreiben konnte, das war atemberaubend. Bei den Manuskripten davor wollte ich irgendwann nur noch, dass es vorbei ist, und ich war mir danach immer darüber im Klaren, dass es meinen eigenen Ansprüchen nicht genügen würde, aber dieses Manuskript… es war zu lang, es hat massive Überarbeitungsbedürfnisse, aber ich habe die Geschichte danach immer noch geliebt, ich habe mich in die Charaktere verliebt, und ich hätte am liebsten weitergeschrieben. Das Gefühl war einfach berauschend. Mein zweiter, schönster Autorinnen-Moment war kürzlich, als ich die ersten Kapitel an Testleser_innen verschickt habe und so, so, so tolles Feedback bekommen habe. Natürlich waren auch viele Dinge dabei, die noch verbessert werden müssen, aber es war so viel Lob dabei, so häufig der Kommentar, man hätte gerne weiter gelesen, und das war für mich einfach nur unglaublich. Da gibt es Menschen, die meinen Stil gut finden, die meine Geschichte lesen möchten! Kann man von Glück berauscht werden?

 

Eine kleine Kostprobe…

So beginnt M&D:

Als Drew nach Hause kam, lag ich nackt auf dem Esstisch. Er putzte seine Schuhe mit einem dumpfen, schweren Kratzen an der Fußmatte ab, schwang die Tür auf. Ich unterdrückte einen Fluch, richtete mich auf und griff nach der roten, dünnen Decke, die ich nur Minuten zuvor über den Lehnstuhl drapiert hatte. Bevor er in den Raum und somit mein Blickfeld treten konnte, bedeckte ich meine Brüste. Drew ließ den Wohnungsschlüssel mit einem lauten Klirren in die Schüssel fallen, die rechts neben der Haustür auf einer Kommode stand, und trat vor, in mein Sichtfeld.

Ich rutschte an die Kante des Tisches vor und keine Sekunde später zog Drew seinen grünen Koffer ins Zimmer und trat beiseite, um Marc einzulassen, der mit Einkaufstüten beladen war. „Soll ich gleich kochen?“, fragte er Drew und schloss die Tür hinter sich. Ich nahm es als schlechtes Zeichen auf, dass bisher keiner von beiden meine Anwesenheit bemerkt hatte.

Mein Blick fiel auf Drew und seinen unwillkommenen dunklen Krauskopf. Er drehte mir den Rücken zu, hängte erst eine Mütze und dann die Daunenjacke an die Garderobe und kniete sich auf den Boden, um die Winterschuhe aufzuschnüren. Marc schlüpfte in aller Seelenruhe aus den Schuhen und der Jacke, als gäbe es mich gar nicht.

„Solltest du nicht erst nächste Woche wiederkommen?“

Marc fuhr herum und stieß dabei die Einkaufstasche um, aus der eine Dose Tomaten kullerte. „Was machst du hier?“ Definitiv nicht die Begrüßung, die ich erwartet hatte.

Meine Überraschung schien angesichts von Drew fehl am Platze, daher sprang ich von dem Tisch und wickelte die Decke wie ein Kleid um mich. So war Marc in der Lage, meine braun gebrannten Schultern zu bewundern. „Ich wollte dich überraschen“, gurrte ich und trat zu ihm. Er biss die Zähne zusammen, hob die Tomatendose auf und schob mich mit dem anderen Arm zur Seite. Die Einkaufstüten kratzten über meine Decke, rissen sie fast mit sich. Ich widerstand dem Impuls, die Hände in die Hüften zu stemmen und mich ihm in den Weg zu stellen, und ließ ihn die Tüten in der Küche abstellen.

„Nadia hatte andere Pläne.“ Ich sah über meine Schulter, fixierte Drew mit Wut im Bauch. Eine Woche Planung und fünf Stunden im Schönheitssalon für die Katz‘. Drew rieb sich über die Augen, unterdrückte brummend ein Gähnen. Selbst für einen Transatlantikflug sah er scheiße aus. Sein Blick fuhr über mich, und entweder bemerkte er meine Wut oder ihm fiel auf, dass ich keine Klamotten anhatte, und er gab sich einen Ruck, räusperte sich. Wenigstens der Kerl wusste, was ich wollte. „Ich bringe meinen Koffer ins Zimmer.“

Ich wartete, bis Drew in den Flur verschwunden war, dann setzte ich mein schönstes Strahlen auf und schritt auf Marc zu, guckte zu ihm auf. Er trug den sexy grauen Pullover, den seine Stiefmutter Charlotte ihm letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte, und den ich ihm einige Male vom Leib gezerrt hatte – wenn das kein gutes Omen für meine Pläne war! „Den Abend hatte ich mir anders vorgestellt.“

 


Francis

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung an.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Nika Sachs #ProjektArbeitstitel

Eine wahnsinnig talentierte Autorin, deren einzigartige Entwicklungsromane um ihre liebenswert angeknacksten Figuren Lukas, Inga und Silas viel mehr Aufmerksamkeit verdienen. Meine Rezension zu Schneepoet findet ihr auch hier auf dem Blog. Nika Sachs hat außerdem bereits einige Erfahrungen gesammelt, an denen sie uns heute hier teilhaben lässt.

Ich bin Nika, irgendwas knapp über 30 und Geschichtenverrückt, seit ich denken kann.

Mein erstes Buch habe ich geschrieben als ich vierzehn war. Leider fiel es einem PC-kurzschluss zum Opfer. Damals war kam mir der Gedanke noch nicht, dass ich meine Texte regelmäßig extern speichere. Nach langer Pause über mehrere Jahre begann ich mit Anfang Zwanzig wieder mit dem Schreiben und stellte 2015 mein Debut „Namenlos“ fertig. Danach war es um mich geschehen und ich schrieb in drei Jahren vier weitere Bücher. Leider ist am Ende der Zeit immer noch so viel Idee übrig.

Nach dem Buch ist vor dem Buch.

 

Schneepoet und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Derzeit schreibe ich am fünften Band der Reihe über meinen Protagonisten Luc und seine Familie. Da er bereits den fertigen Titel hat, kann ich noch nicht so viel verraten. Allerdings laufen meine Bücher gedanklich jederzeit als „Textbaustelle“ in meinem Hirn. Hin und wieder arbeite ich zwischendurch außerdem an einem Jugendbuch, das phantastische Elemente hat. Dieses Projekt hat in der Tat bisher keinen Arbeitstitel. Meine Projekte wachsen aus Alltagsgründen derzeit viel langsamer als bisher, aber nicht mit weniger Freude und Ideen. Eben nur ein bisschen mehr durch die Grauzone Leben ausgebremst als sonst.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Am liebsten würde ich bis Ende des Jahres mit dem aktuellen Luc veröffentlichen. Aber ich mag mir auch genauso viel Raum für seine aktuelle Lebensphase lassen, die mir nach den letzten drei Bänden Familienchaos sehr am Herzen liegt. Meine Protagonisten verändern sich und ich mich mit ihnen. Das erfordert immer neue Herangehensweisen beim Schreiben.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Tatsächlich habe ich über zehn angefangene Manuskripte im Bereich Jugendbuch bzw. Roman und Novelle. Und daneben habe ich noch ein paar weitere Ideen, die alle nach und nach reifen und sich in einen möglichen Weiterführungsprozess einreihen. Wahrscheinlich haben meine Projekte alle ein bisschen Melancholie, Philosophie und Faszination Alltagsmagie gemeinsam, da bleibe ich mir treu.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Dass mir ein Vertrag bei einem konventionellen Verlag nichts bedeutet, wenn ich nicht ich bleiben kann.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Ich schreibe routinierter in Bezug auf Technik des Schreibens und die Sprache der Protagonist*innen und befasse mich eigentlich direkt nur noch mit ihren Gedanken und Entwicklungen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Der Anspruch an mich selbst. Ich will es immer und immer wieder selbst lesen können ohne mich daran zu stören. Dabei geht es mir weniger um die genaue Wortwahl, etwaige Fehler im Sprachbild oder offene Fragen, ob eine andere Option an dieser oder jener Stelle besser gewesen wäre. Ich versuche immer das Bild eines Gefühls wiederbringbar mit Worten zu „zeichnen“. Wenn ich das Gefühl, das ich beim Schreiben hatte, beim Lesen immer wieder habe, bin ich glücklich. Da ich meine Bücher bisher selbst verlege und überwiegend selbst gestalte bzw. entwerfe, bin ich unabhängig. Werbung mache ich kaum, dafür fehlt mir die Zeit. Ich hoffe immer, dass meine Geschichten gefallen und sich, wenn auch langsam, durch die Leser in der Welt verteilen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe entweder, wenn ich Zeit und den unausweichlichen Drang dazu habe oder wenn ich eine grobe Idee habe und in naher Zukunft einen freien Abend dazu habe. Am besten schreibe ich abends bis spät in die Nacht oder vormittags. Da ich studiere und zudem in einem Angestelltenverhältnis arbeite, bin ich derzeit nicht so flexibel wie bei den Büchern, die ich bisher veröffentlicht habe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Noch weniger Erwartungen an Wirtschaftlichkeit der Kreativität zu stellen, dafür aber an die Qualität der Arbeit. Man kann es niemals allen recht machen und schreiben um gezielt damit zu verdienen finde ich sehr restriktiv für die Kreativität.

Wie ist es, gemeinsam mit anderen ein Buch zu schreiben?
Für den aktuell veröffentlichten Band „Abseitsliebe“ durfte ich ein ganzes Kapitel gemeinsam mit Nicole Neubauer schreiben und mir ihren Protagonisten Hannes Brandl „ausleihen“, der auf Luc trifft. Nicole ist meiner Meinung nach eine fabelhafte Krimiautorin und gegen meine Befürchtung hat das super geklappt, dass wir beim gemeinsamen Schreiben (an zwei Laptops im gleichen Raum) auch den jeweils fremden Protagonisten übernommen haben. Ich habe definitiv Lust, noch einmal ein gemeinsames Autorenprojekt anzugehen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren viele Menschen, weil sie ein Netz aus Erkenntnissen, Strukturen und Konzepten in sich tragen. Aber einige haben mir so viel Anerkennung für meine Arbeit zukommen lassen, dass mich das schon sehr motiviert, weiterzuschreiben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Den ersten Teil von Lucs Tagebüchern als Kunstprojekt zu verfilmen. Und vielleicht noch ein paar Leser mehr, denen meine Bücher Türen zu sich selbst öffnen oder ihnen einen anderen Blickwinkel ermöglichen, um andere besser zu verstehen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Dass ich Leser*innen habe, die meine Geschichten auch im realen Leben mit sich weiterführen wollen.

 

Eine kleine Kostprobe…

Diese Szene entstammt aus dem fünften Buch um Lukas, Inga, Silas und Véro, welches sich noch in Arbeit befindet.

Das war das hässlichste Geräusch seit Langem. Dabei hat der Tag vorhin so vielversprechend begonnen. Ich werfe der zugefallenen Tür einen wehleidigen Blick zu. Post aus dem Briefkasten holen wollte ich, jetzt habe ich mich ausgesperrt. Lukas hat mir zwar letztens gesagt, wo ich den Ersatzschlüssel finde, aber weil ich ihm wie immer nur so halb zugehört habe, weiß ich es natürlich jetzt nicht mehr. Shit.

Nachdem ich im Garten die gängigen Verstecke dummer Menschen für einen Ersatzschlüssel abgeklappert habe ohne fündig zu werden, mache ich meinem eigenen Dasein als dummer Mensch alle Ehre. Ich klettere barfuß auf den Kirschbaum und von dort auf das Garagendach. Hoffentlich sieht mich niemand dabei, wie ich es jedem potenziellen Einbrecher vormache, uns zu überfallen. Mit etwas Anlauf schaffe ich es auf das flache Vordach. Von hier ist es leicht, über die Schindeln zum Badezimmerfenster rüber zu kriechen, das ich vorhin offengelassen habe. Okay, ich dachte das zumindest. Das Dach ist steiler und rutschiger als gedacht. Scheiße, scheiße, denke ich. »Drei Meter, du Muschi!«, sage ich zu mir selbst. Nach etwa zwei Metern geht mir die Kraft aus. Ich wäge ab, ob es sich ungefährlicher vom Dach rutschen lässt, oder ob ich besser ein paar Minuten warte, bis ich den Rest auch noch schaffe. Die Nachbarn mit einem Hilferuf zu mobilisieren scheint mir keine Option. Dann heißt es wieder ›Die Kartoffeln!‹

Ich entschließe mich, zu warten.

»Madame?«, ruft jemand. Das hat mir gerade noch gefehlt.

Ich drehe mich langsam um, in der Hoffnung, dass ich nicht gleich mit samt den Schindeln den Abflug mache. Mit in die Hüften gestemmten Händen steht er da und glotzt zu mir hoch, als wäre ich das einzige Problem in seinem Leben. Ich zeige langsam auf mich selbst. Bloß keine hektischen Bewegungen.

Der weißhaarige Hobbit nickt. »Qu’est-ce que vous faites là, hein?«

Ja, was mache ich hier wohl … Ich seufze und sehe mich um. Scheiße. Dann zucke ich mit den Schultern. »J’habite ici.«

»Vraiment?«

Ich nicke. Natürlich wohne ich hier!

Der Hobbit textet mich zu, aber ich verstehe nichts davon, weil er redet wie ein Wasserfall und ich seiner Sprache nicht mächtig bin. In der Hoffnung, es mir nachhaltig zu verkacken und ab sofort meine Ruhe zu haben, sage ich wehleidig die drei magischen Worte: »Je suis allmande.«

»Mon dieu!«, stöhnt er. Ich könnte gerade losprusten, so lustig finde ich sein Gesicht.

Der Hobbit flüchtet mit großen Schritten für so einen Zwerg, ich widme mich wieder der Aktion Dachfenster. Kurze Zeit später schleift etwas über unseren Steinweg.

»Attention, Foiärrrwärrr!«, ruft er mir zu. Dann stellt er die Leiter an die Hauswand und verschwindet aus meinem Sichtfeld. Ich glotze auf die Regenrinne und gehe durch, was ich gefrühstückt habe. Lukas hat mir bestimmt LSD ins Müsli gemischt. Kommt mich gerade ein bretonischer Hobbit vom Dach retten, der auf Deutsch – oder so was Ähnliches, Bestimmt hat er das im Panzerhandbuch gelernt – Feuerwehr ruft?! Okay, Leben, eins zu null für dich.


Nika Sachs

 

Worum geht’s in „Schneepoet“?
Luc ist innerlich zerissen. Zwischen seiner Identität, seiner Entscheidung die Liebe seines Lebens Inga zu verlassen, zwischen Deutschland und Frankreich. Er flüchtet sich zu seinem Zwillingsbruder Silas nach Paris, wo er Heilung und Ablenkung in Exzessen sucht. Frauen, Drogen – nichts stillt dauerhaft seinen Hunger nach Liebe. Im Kampf gegen sich selbst, seine bipolare Störunge und selbszerstörerischen Tendenzen begleiten wir Luc in Form von Tagebucheinträgen. Wir sehen die Welt mit seinen Augen, erhalten Einblick in seine verletztliche, poetische Seele.

 

Ihre bisherigen Veröffentlichungen:
  • Schneepoet (Band 1), auf amazon* kaufen, ISBN 978-374073164
  • Karmapoet (Band 2), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740743659
  • Abseitsliebe (Band 3), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740735777
  • Am Horizont Schwarz (Spin Off), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3740734312
  • Namenlos (Novelle), auf amazon* kaufen, ISBN 978-3741205149
  • Mitheerausgeberin der Anthologie „Sehnsuchtsfluchten“, auf amzaon* kaufen, ISBN 978-3740730710

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Ela Bellcut #ProjektArbeitstitel

Ela Bellcut #ProjektArbeitstitel

Ela Bellcut #ProjektArbeitstitel

Nach Carina Schnell habe ich nun die Ehre noch eine liebe Schwester aus dem Nornennetz zu interviewen: Ela Bellcut, die bald ihr Debüt veröffentlicht!

Gedanken, Träume, Wünsche und immer wieder diese Leere, die nur das geschriebene Wort füllen kann. Einfach mal an nichts denken, einfach mal nur sein, die Gedanken vergessen, die Fragen, die endlosen Vorwürfe und Selbstzweifel, all das fortgespült von dem Kratzen über das Papier, von dem Klackern der Tasten, von der ruhigen Musik Iron&Wine’s …

Hey, freut mich, dass ihr zu diesem Beitrag gefunden habt. Ich veröffentliche unter dem Pseudonym Ela Bellcut und mein erstes Buch „Aderunita I – das Seelenband“ (Contemporary Fantasy) steht aktuell in den Startlöchern und wird im Juni 2019 erscheinen.

1989 wurde ich im wunderschönen Mecklenburg-Vorpommern geboren. und lebe seit 2008 in Hamburg. Ich bin ein laufendes kreatives Chaos. Mithilfe von To-Do-Listen und diversen Notizbüchern versuche ich, irgendwie mein Leben als Fotografin und Autorin zu händeln.
Angefangen habe ich mit Gedichten, Kurzgeschichten und Texten als Filmkritikerin für eine Onlineplattform. Am liebsten ziehe ich mich ins Grüne zurück, verbringe Zeit mit meiner Katze oder widme mich meinen kreativen Ideen, die in allen möglichen Richtungen ausarten.
Seit 2017 bin ich Mitglied im Nornennetz und dort als Presse- und Ratsschwester tätig.

 

Aderunita und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Seitdem 2016 die erste Version des ersten Teils meiner Fantasy-Reihe abgeschlossen ist, habe ich bereits an Band 2-4 gearbeitet und parallel auch ein Sequel zum 2. Band geschrieben. Damals war mir einfach das Schreiben wichtiger und nun hab ich vier Manuskripte in den Händen, die ich allerdings weiter chronologisch veröffentlichen werden – sprich: Band 2 wird demnächst überarbeitet und wandert dann zu meiner Lektorin Saskia Weyel (http://zeilenrausch-lektorat.de/).

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
„Aderunita I – Das Seelenband“  wird im Juni veröffentlicht und die BuchBerlin dieses Jahr wird dann meine erste Messe mit eigenem Buch sein. Dort werde ich wieder mit dem Nornennetz vertreten sein – also kommt gerne vorbei und quatscht mich an.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Neben meiner Fantasy Reihe schreibe ich gerne Horror/Thriller oder nehme an Ausschreibungen teil. Aktuell steht die nächste Anthologie von einigen Autorinnen Kolleginnen zum Thema „Heldinnen“ auf dem Plan. Dort geht es um zwei kleine Mädchen, die ihren „Dämonen“ bzw. dem wahrgewordenen Grauen in Form eines Monsters im Schrank gegenübertreten müssen. Es wird eine Mischung aus Horror und Drama. Indem Sina und Lea gemeinsam gegen Vorurteile, Depressionen und Ängste kämpfen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Bei mir war es: Einfach mal machen! Einfach das Buch zu Ende schreiben – sich wirklich Zeit nehmen mit einem festgesetzten Plan und es durchziehen. Und es dann auch zu veröffentlichen! Sich trauen!

Probeleser, Lektoren oder Korrektoren zu finden, ist eigentlich ganz einfach (so zumindest bei mir – da ich parallel zur Fertigstellung schon meine SoMe-Präsenz aufgebaut habe.)
Bei der Verlagssuche hab ich nicht wirklich Erfahrung. Während des Arbeitsprozess hab ich zwar 10 Bewerbungen an größere Verlage rausgeschickt, aber ich denke, da Fuß zu fassen, ist ohne eine Agentur beinahe utopisch … Und Kleinverlage waren bei mir nie von Interesse, da die Kosten/Nutzenrechnung für mich zu wenig Vorteile bot (ggf. Einschränkungen beim Lektorat, nicht das Cover, was ich will und dafür Werbung selbst machen – da kann ich auch gleich SP machen – so mein Gedanke und kann dann Bilder reinbringen, die mir wichtig sind).

Zudem komme ich aus dem Werbebereich. Aktionen überlegen, Promoten ist für mich mit Spaß verbunden und keine Hürde.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich habe mit dem Schreiben angefangen, da war ich noch Filialleitung in einem Fotostudio – 6 Tage Woche. Da war das Schreiben nebenbei echt hart. Meist jeden Abend 2-3 Stunden nach der Arbeit. Das ging beinahe 2 Jahre, aber dann war mir das alles zu viel und mein Brotjob wurde mir gefühlt immer lästiger. Ich wollte nur noch schreiben.
Letztes Jahr hab ich dort gekündigt und mir einen Teilzeitjob gesucht, sodass ich 2-3 Tage in der Woche Zeit für meine Geschichten habe. Aktuell läuft es super so.
Ich hab die Sicherheit über die Runden zu kommen und kann mich dennoch kreativ voll ausleben. In heißen Phasen des Lektorats oder Korrektorats kommt das Privatleben dennoch oft zu kurz.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Zieh es durch und schreib es zu Ende – Überabreiten geht immer noch. (Kurzer Einwurf: Ich hab mit 16 angefangen, genau diese Idee zu formulieren – die ich jetzt erst mit 29 veröffentliche :D)

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ganz klar meine Autoren-Kolleginnen bei Instagram oder beim Nornennetz. Der Austausch mit anderen ist mir mega wichtig – denn das Autorendasein ist dann nicht so ein großes Ideal wie J.K.Rowling (an die man in der Vorstellung nie rankommen wird). Ich denke mir seitdem: Ach komm, das kannst du auch – lass dich nicht aufhalten.
Oft werden kreative Berufe nur belächelt. Als ich Fotografin wurde, war das bereits so. Aber die Fotografie ist ein Handwerk, man hat einen Gesellenbrief und es ist einfach etwas etablierter – als Autorin hatte ich immer den Eindruck, dass da nur gegenwind kommt, nach dem Motto: „Ach so groß wird man nie …“. Das hat mich lange aufgehalten bei meiner Veröffentlichung.

Der Austausch mit anderen und zu sehen: das sind auch alles nur Menschen mit ggf. Selbstzweifel – hat mich dran glauben lassen, dass ich es schaffen kann. Und auch im Entstehungsprozess wüsste ich nicht, was ich ohne Autorinnen wie Adriana Silver, Anne Granert, Katrin Ils oder Elenor Avelle  – als Motivation machen würde …
Aber die größte Unterstützerin ist immer noch meine Mutter.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Den Kontakt zu anderen Autor*innen beibehalten –  ggf. noch ausbauen. Und natürlich viele Leser begeistern und dass die Message, die in der Serie vorherrscht: Kümmert euch mehr um unsere Umwelt –vor allem in den jungen Köpfe eindringt und die Reihe vielleicht dahingehend etwas bewirkt.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das ist echt schwer! Die Mitglieder des Nornennetzes kennenzulernen oder auch andere Autor*innen die man nur per SoMe kennt, war jedes Mal super. Die erste Messe mit dem Netzwerk unvergesslich … Hm … aber ja, es ist wie die erste Liebe – der erste beste Moment war meine erste Buchmesse: LBM 2017. Mein erstes Buch war in der ersten Version fertiggeschrieben. 2017 hab ich erst mit Social Media angefangen und hab mich vor allem beim Blog Vom Schreiben leben belesen. Annika Bühnemann gibt dort super viele Tipps und auch Einblicke ins Marketing – ich wollte sie unbedingt kennenlernen. Bei der LBM war es dann soweit. Eigentlich fangirle ich nie, aber bei Annika war ich voll aufgeregt und wir machten Selfies + Autogramm und verbrachten dann noch ein paar Stunden zusammen. Comiccongelände besichtigt, zusammen gegessen, sie fragte mich nach meinem Buch, gab mir Tipps – ich hab mich bis dahin nie so fame gefühlt.

 

Eine kleine Kostprobe…

Da gibt’s meine absolute Lieblingsstelle im Buch, die man trotz fehlender Vorgeschichte hoffentlich versteht. Sie ist aus einem meiner eigenen Träume entstanden(gekürzt Seite 67-71):

Natura erwachte schlagartig. Ihr Herz hämmerte wie eine Horde Schlagbohrer. Sie sah sich um und stellte betrübt fest, dass sie allein war.

Es war dunkel, nur der Mond warf sein silbriges Licht auf ihre Umgebung.

Irgendetwas war anders. Irgendwie fremd. Als hätte sich die Atmosphäre verändert.

Aber nichts wirkte außergewöhnlich. Alles war still.

Zu still, wie sie begriff. Sie hörte kein einziges Geräusch. Nicht einmal die üblichen Klänge des Waldes oder des Meeres. Diese Nichtexistenz von Geräuschen ließ ihr Zuhause gruselig erscheinen.

Obwohl das Landhaus wie immer wirkte, hatte Natura das Gefühl, die vertrauten Schatten würden in ihren Konturen verschwimmen. Wären verzerrt. Lebendig. Würden sie beobachten, als läge irgendetwas auf der Lauer und wartete nur auf sie. Etwas zutiefst Dunkles. Sie konnte es zwar nicht sehen, aber fühlen.

Ihre Umgebung war beängstigend.

Der Wald ragte schwarz um sie herum auf. Die Schatten pulsierten.

Dann spürte sie den Sog. Den Sog, den sie auch am Morgen verspürt hatte. Er zog sie von neuem zu den Klippen.

Natura drehte sich nochmals zu der Weide um, an der sie eingenickt war. Es kam ihr vor, als wäre da jemand, der sie zurückhalten wollte. Allerdings sah sie nichts außer den wabernden Schatten, die sich wie zu einem inneren Herzschlag bewegten.

Sie bekam eine Gänsehaut. Ihr Adrenalinspiegel schoss in die Höhe und die Angst schnürte ihr die Kehle zu. Sie musste hier weg!

Blind vor Panik tauchte Natura in die Dunkelheit der Bäume ein. Dort hielt sie für einige Sekunden inne. Es war, als wäre sie über eine unsichtbare Grenze getreten, denn es erklangen wieder Geräusche.

Allerdings waren diese jetzt wirklich gruselig und machten dem Namen Geisterwald alle Ehre. Das Ächzen der Äste klang wie Schreie, Wehklagen. Wie etwas, das sie seit ihrer Kindheit kannte, plötzlich vollkommen fremd für sie sein konnte, verstand sie nicht. Aber sie konnte nicht leugnen, dass es ihr davor graute, diese sonst vertrauten Schritte zu gehen.

Es gab aber kein Zurück. Den Sog, der sie zu den Klippen zog, konnte sie nicht bezwingen.

Natura stolperte benommen weiter und als sie sich erneut umblickte, hatte sie den schreienden Wald bereits hinter sich gelassen.

Auch hier kam ihr alles fremd vor. Sie stand an einem Baum am Rand des Waldes und ließ ihren Blick über die in Dunkelheit gehüllten Steilklippen gleiten. Nichts wirkte wie gewohnt.

Unvermittelt hörte sie einen flachen Atem. Zuerst dachte sie, die über ihr stöhnenden Bäume würden das Geräusch verursachen. Aber der Atem wurde lauter und schien näherzukommen.

Sie blickte sich um, suchte nach der Quelle des Geräuschs. Komischerweise wirkten ihre Sinne mit einem Mal bis aufs Äußerste geschärft. Sie hörte alles viel näher, als es tatsächlich war. Denn das Keuchen gehörte zu einem Mann, den sie schemenhaft zwischen den Bäumen des Waldabschnitts ihr gegenüber erblickte. Er war gut zwanzig Meter von ihr entfernt und rannte zum Klippenvorsprung.

Alles passierte wie in Zeitlupe.

Der Mann passierte die letzten Bäume und strebte der schmalen Landzunge entgegen. Hinter ihm kam ein schwarzer Schatten zum Vorschein. Ein Wiehern. Ein schwarzes Pferd mit weißem Stern auf der Stirn. Natura erkannte ihre Stute Aurora. Und den Mann: Es war Phil – ihr Vater.

Verdammte Scheiße, was tun die denn hier?

Allmählich beschlich Natura das Gefühl, dass sie träumte. Alles kam ihr seit mittags wie ein unendlicher Traum vor. Und nicht von der guten Sorte. Die Begegnung mit Charlie, dieser verwirrende Nachmittag und jetzt das hier. Aber alles, was sie erlebte, fühlte sie, als wäre es real.

So was kann ich nicht träumen  außer ich bin Alice und das ist das Wunderland …

 

 


Ela Bellcut

 

Das Buch „Aderunita I – Das Seelenband“ ist im Juni erschienen. Ihr könnt es auf amazon* kaufen.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Carina Schnell #ProjektArbeitstitel

Carina Schnell #ProjektArbeitstitel

Carina Schnell #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, euch mit Carina Schnell eine wunderbar liebe Schwester aus dem Nornennetz vorzustellen! Carina veröffentlich bald ihr drittes Buch und hat somit schon Einiges an Erfahrung sammeln können.

Ich heiße Carina, komme aus Kaufungen bei Kassel und schreibe und lese schon immer am liebsten Fantasy.

Ich habe meinen Eltern und Großeltern schon Geschichten „vorgelesen“, als ich noch gar nicht lesen konnte und sobald ich schreiben konnte, habe ich meiner Fantasie auch auf dem Papier freien Lauf gelassen. Ich schreibe also schon seit ich denken kann – Kurzgeschichten, Gedichte und jetzt eben auch Bücher. Das war irgendwie immer selbstverständlich, so ein innerer Drang, die Ideen, die mir im Kopf herumspuken, aufzuschreiben. Eigentlich werde ich täglich von allem um mich herum inspiriert – ein schöner Sonnenuntergang, ein Falkenschrei, die besondere Stimme einer Person, die aus der Menge heraussticht.

Am Schreiben gefällt mir besonders, dass es sich anfühlt, als würde man eine neue Dimension betreten. Alles ist möglich, alles ist erlaubt, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Vor allem am Fantasyschreiben gefällt mir deshalb der Weltenbau, das Erschaffen von etwas völlig Neuem, das vorher nur in meinem Kopf existierte und dass ich dann durch das Schreiben mit meinen Lesern teilen kann.

Mein Debüt erschien 2017 in zwei Teilen bei Forever by Ullstein und die nächste Veröffentlichung steht schon am 01. Juni an.

 

Alba und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Da muss ich mich leider bedeckt halten. Ganz bald habe ich nämlich große Neuigkeiten zu verkünden. Bis dahin müsst ihr euch noch etwas gedulden. 😉

(c) Droemer Knaur

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Alba erscheint ja schon am 01. Juni dieses Jahres und ich stecke gerade bis zum Hals in den Vorbereitungen für die Veröffentlichung. Ich gebe mir viel Mühe beim Marketing und bin jetzt sehr gespannt, was die Blogger-Crew, die ich eigens dafür ausgewählt habe, Tolles auf die Beine stellen wird. Ansonsten poste ich schon fleißig Textschnipsel und Fun Facts über Schottland, wo meine Geschichte spielt, und es wird eine Woche vor der Veröffentlichung tolle Überraschungen auf meinen Kanälen in den sozialen Medien geben. Nach dem Erscheinungsdatum gibt es dann auch noch eine Leserunde bei Lovelybooks.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe noch eine fertige Märchenadaption (Jugendbuch) in der Schublade, für die ich als nächstes einen Verlag suche. Ansonsten habe ich noch zwei angefangene Thriller und eine Idee für historische Fantasy.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Das man sich nicht alles von Verlagen gefallen lassen sollte, bzw. die Zusammenarbeit von Verlag zu Verlag sehr unterschiedlich ist. Damit meine ich vor allem Mitspracherecht bei Titeln und Covern und die Qualität vom Lektorat. Und – ganz wichtig – dass dein Buch niemals allen gefallen kann und das ist auch gut so.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem ersten Buch und dem aktuellen Projekt?
Es gibt riesige Unterschiede. Ich möchte mal behaupten, dass sich mein Stil weiterentwickelt hat und ich vor allem gewisse Anfängerfehler hoffentlich nicht mehr mache. Da ich seitdem die Autorenschule der Textmanufaktur mit Sylvia Englert als meiner Mentorin absolviert habe, habe ich, vor allem handwerklich, unheimlich viel gelernt. Ich habe mir eine Schreibroutine zugelegt und gehe allgemein professioneller ans Schreiben ran, anstatt es nur als Hobby anzusehen. Und mittlerweile probiere ich mich auch an anderen Genres, z.B. Thriller.

 

Schreiballtag

 

(c) Forever by Ullstein

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ich glaube das Schwierigste ist für mich persönlich tatsächlich das Marketing, weil ich davon wenig Ahnung habe. Das Schreiben und Überarbeiten macht mir hauptsächlich Spaß, auch wenn es manchmal frustrierend sein kann. Und alle AutorInnen stimmen mir sicher zu, wenn ich sage, dass der schlimmste Teil des Autorenlebens das Warten ist – auf Antworten von Verlagen, Agenturen, LektorInnen etc. Das kann einen ziemlich verrückt machen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich bin gelernte Übersetzerin und übersetze neben dem Schreiben für einige große deutsche Publikumsverlage. Zweimal die Woche arbeite ich außerdem als Deutschlehrerin, weil man ja irgendwie auch seine Rechnungen bezahlen muss, nicht wahr? 😉 Das Schreiben passt dann irgendwie so dazwischen. Ich versuche, jeden Tag zu schreiben, aber wenn ich ehrlich bin, schaffe ich das nicht immer. Am meisten schreibe ich an Wochenenden. Ich hoffe aber, ab nächstem Jahr von meiner freiberuflichen Tätigkeit als Literaturübersetzern und Autorin leben zu können und dann endlich mehr Zeit dafür zu haben.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Schreib! Schreib immer weiter und hör nicht auf. Es ist das Wichtigste, dass man an sich selbst und seine Geschichten glaubt und nicht damit aufhört, nur weil man vielleicht nicht sofort Erfolg hat.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich glaube nicht, dass ich konkrete Vorbilder habe. Jeder orientiert sich im Leben an etwas und wir alle schauen auch zu gewissen Personen auf, bewundern sie, oder möchten so erfolgreich sein/so gut schreiben können wie sie, aber ich glaube lieber an mich selbst und versuche nicht, jemand anderem hinterher zu eifern, egal wie sehr mich eine andere Person auch faszinieren mag. Allerdings sind meine Autorenkolleginnen, von denen einige zu guten Freundinnen geworden sind, täglich eine große Inspiration für mich.

(c) Forever by Ullstein

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Schreiben, schreiben und nochmals schreiben. Wie gesagt, würde ich gerne vom Schreiben und Übersetzen leben können und arbeite darauf hin. Mein größtes Ziel ist es aber vor allem, all die tollen Geschichten zu Papier zu bringen, die ich im Kopf hab, egal, wie erfolgreich sie im Endeffekt sind.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich glaube dieser Moment kommt jedes Mal wieder, wenn ich eine E-Mail von einem Verlag mit einer Zusage im Postfach finde. Das ist jedes Mal ein Moment unfassbaren Glücks, der tagelang anhält. Ansonsten ist der Austausch mit anderen AutorInnen und BloggerInnen für mich immer eine der schönsten Dinge.

 

Eine kleine Kostprobe…

 

Hier sind ganz exklusiv für euch die ersten Zeilen von Alba – Zwischen den Welten. Ich hoffe, sie machen Lust auf mehr:

„Willst du mich heiraten?“

Ben sah mich mit seinen blauen Augen erwartungsvoll an. Er kniete vor mir auf dem exquisiten Teppich des The Palace, eine samtbezogene Schatulle in der einen Hand, die er mit der anderen langsam öffnete. Zum Vorschein kam ein Ring, gekrönt von einem gigantischen Diamanten.

Ich verschluckte mich an meinem Dom Pérignon.

Bens strahlendes Lächeln verwandelte sich in eine besorgte Grimasse, als ich äußerst undamenhaft zu husten begann. Die Blicke der anderen Gäste, die Ben mit seinem Kniefall auf uns gezogen hatte, erdrückten mich.

Ich hustete, konnte nicht atmen. Mein Blick huschte zwischen Ben, den reich verzierten Kronleuchtern an der Decke und dem Hummer auf meinem Teller hin und her. Ich bemühte mich, das immer lauter werdende Getuschel unserer Tischnachbarn auszublenden, während ich verzweifelt nach Luft schnappte. Mein panisch umherirrender Blick fiel auf den Diamantring, den Ben mir noch immer entgegenhielt.

Meine Brust zog sich schmerzhaft zusammen, der Champagner brannte in meinem Hals. Da schlug mir jemand von hinten heftig auf den Rücken.

 


Carina Schnell

(c) Droemer Knaur

 

Das Buch „Alba – Zwischen den Welten“ erscheint am 01.06.2019 bei Droemer Knaur. Ihr könnt das Buch bei amazon* vorbestellen.

 

Bisherige Veröffentlichungen:

  • „Die Kurtisane – Erwachen der Leidenschaft“ erschienen am 01.06. 2017 bei Forever by Ullstein (Magische Leidenschaft Teil 1).
  • „Die Magierin – Entscheidung aus Leidenschaft“ erschienen am 01.07. 2017 bei Forever by Ullstein (Magische Leidenschaft Teil 2)

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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