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Jessica Bradley #ProjektArbeitstitel

Jessica Bradley #ProjektArbeitstitel

Jessica Bradley #ProjektArbeitstitel

Und wieder darf ich euch eine falbehafte Autorin und einen herzensguten Menschen vorstellen. Ich bin sehr gespannt auf ihr Buch: Jessica Bradley bei #ProjektArbeitstitel

Foto von Anne Servos

Hi, ich bin Jessica Bradley. Ich lebe mit meiner Familie und zwei Katzen in Bonn.

Ich bin Autorin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Ursprünglich komme ich aus dem Theaterbereich, habe aber dieses Jahr in den Film- und Serienbereich gewechselt. Zusätzlich bin ich noch Autorin von Kinder- und Jugendliteratur und „All Age“. Ich bin meistens im Drama und Fantasy Genre glücklich, schreibe aber auch Mystery und Horror.
Wie lange ich schon schreibe, kann ich gar nicht genau beantworten. Es hat mir jedenfalls sehr geholfen, die dunklen Seiten meiner Vergangenheit zu verarbeiten.
Mein erstes Drehbuch habe ich mit dreizehn Jahren geschrieben und am Kinder- und Jugendtheater aufgeführt. Seitdem begleitet mich, auch wenn in verschiedenen, künstlerischen Bereichen, das Schreiben regelmäßig.
Bisher habe ich noch keinen Roman veröffentlicht. Aber das wird sich im September dieses Jahres ändern.

 

Nachtfrost und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich habe im Moment ziemlich viele Projekte offen.
Zum einen die baldige Veröffentlichung meines ersten Romans: „Nachtfrost“.
Nachtfrost ist eine Hommage an das Märchen von H.C. Andersen, Das Mädchen mit den Schwefelhölzern. Dieses Märchen war bereits in meiner Kindheit mein Liebstes. Den Roman selbst würde ich als sozialkritisches Drama sehen.

Zusätzlich schreibe ich noch an meiner Dystopie: „Vyrus“. Hier habe ich einen Genre-Mix von Fantasy und Dystopie erschaffen, von dem es voraussichtlich drei Bände geben wird.

Weiterhin arbeite ich gerade mit meinen Kollegen an einer Mystery/ Horror Serie, dessen Arbeitstitel: Dark Legends ist. Weiter kann ich aber nicht erzählen, lass euch überraschen. 😉

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Für Nachtfrost steht bereits ein Veröffentlichungsdatum an. Es wird der 16.09.2019 (meinen 42 Geburtstag^^) sein.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ehrlich? Viel zu viel um es auch nur anzuteasern. 😉

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Nicht alles sofort und gleichzeitig zu machen. Das war ein Fehler, den ich am Anfang gemacht habe. Dabei habe ich einigen Menschen ziemlich vor den Kopf gestoßen. Was ich im Nachhinein wirklich bereue. Ich wollte zu viel in zu kurzer Zeit.
Mittlerweile konzentriere ich mich auf max. vier Projekte gleichzeitig. Ist eins abgeschlossen, kommt das nächste Projekt dazu.

Hast du eine Schreibroutine?
Früher hatte ich keine. Ich habe mich hingesetzt, wenn ich dachte die Muse küsst mich.
Dabei habe ich so gut wie nichts geschafft.

Deshalb habe ich jetzt eine feste Schreibroutine. Jeder Tag, an dem ich nicht meinem Brotjob nachgegen muss, ist jetzt Schreibtag. Da nehme ich mir vier bis sechs Stunden Zeit.
Dazu gehört aber auch Organisatorisches, wie Mails beantworten und sonstiger Papierkram

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Lerne! Deine! Grenzen! kennen!
Schreibe und lese was das Zeug hält. Je mehr du schreibst und je mehr du liest umso besser wirst du.
Bleibe nicht allein in deiner Kammer sitzen. Geh raus und tausche dich mit anderen aus. Du wirst enorm davon profitieren und andere auch.

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich habe einige Vorbilder. Meist sind es Menschen, die eine ähnliche Vergangenheit haben wie ich und trotzdem etwas Künstlerisches daraus entwickeln konnten. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich nur um Autor*innen. Auch im Film und Musik Bereich, gibt es einige Menschen, die ich bewundere und die mich mit ihrer Geschichte motivieren.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein größter Wunsch ist es mich nur noch auf meine Kunst konzentrieren zu können. Die Menschen mit meinen Projekten zu begeistern und vielleicht zu motivieren, wie ich motiviert wurde.
Ich möchte Geschichten erzählen, egal mit welchem Medium, die die Menschen berühren.
In unserer schnell lebigen Zeit, brauchen wir etwas, dass uns kurz innehalten lässt und vielleicht sogar näherbringt. Dazu würde ich gerne meinen Teil beitragen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Mein schönster Moment war letztes Jahr bei der Bonntastik Veranstaltung. Als ich meine Kurzgeschichte „Zeitdieb“ vorgetragen habe und sehen konnte, wie ergriffen das Publikum von der Geschichte war.
Einige der Anwesenden hatte sogar Tränen in den Augen und haben mich später angesprochen und mir gesagt, wie sehr sie die Geschichte berührt hat. Das war ein unbeschreibliches Gefühl.

(Okay, die Autogramm Anfragen waren auch cool 😉)

 

 

Eine kleine Kostprobe…

Der Kurzroman Nachtfrost enthält eine Vielzahl sog. Trigger. Sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Deshalb ein genereller Hinweis: Menschen, die sich z. Z. in einer instabilen, emotionalen Verfassung befinden, rate ich ab, Nachtfrost zu lesen. Es besteht die Gefahr von sog. Flashbacks, Dissoziationen und ähnlichen Reaktionen.

Lauras Beine schmerzten, dennoch wagte sie nicht, ihre Position zu verändern. Seit Stunden hockte sie hinter ihrer Zimmertür. Ihr Magen knurrte. Sie hatte zwei Tagen nichts gegessen. Erschöpft kippte ihr Kopf zur Seite. Doch sie fing sich, bevor er geräuschvoll gegen die Tür schlagen konnte.

Angestrengt versuchte sie, auf die Geräusche zu horchen, die aus der Wohnung drangen. Jedes Mal, wenn sie Schritte vernahm, zuckte sie zusammen und rechnete damit, dass die Tür aufgestoßen wurde. Doch nichts geschah.

Aus der Wohnung über ihr drang Musik. Laura wusste nur zu gut, weshalb an Tagen wie diesen, die Nachbarn ihre Stereoanlage aufdrehten. Ihre Hilflosigkeit quälte sie, längst hatte sie aufgegeben. Die anfängliche Illusion jemand würde kommen und sie retten, verloren an Kraft von Monat zu Monat bis sie verpuffte.

Wie ein weiterer Schlag in die Magengrube. Sie wusste, nichts würde sie retten, wenn sie es nicht selbst tat. Und genau das hatte sie heute vor. Lange hatte sie an diesem Plan gefeilt, jede Möglichkeit abgewogen und alles genau durchdacht und geplant. Laura kaute an ihren Fingern und schmeckte den kupfernen Geschmack von Blut im Mund.

Sie wischte sich den Finger an ihrer Jeans ab und schob sie wieder unter ihr Knie. Ihr Gesicht pochte. Besonders die Stelle unter ihrem rechten Auge. Wieder Schritte im Flur. Laura spannte alle Muskeln an. Die Klobrille klapperte, dann hörte sie die Toilettenspülung rauschen; Schritte die sich entfernten.

Der Boden vor ihrem Zimmer knarzte. Laura atmete tief ein und hielt die Luft an. Die Wohnzimmertür, kurze Stimmfetzen aus dem Fernseher; anschließend war es wieder still.

Langsam löste sich ihre Anspannung wieder. Sie zählte ihre Herzschläge, die in ihren Ohren trommelten. Konzentrierte sich nur auf dieses dumpfe Geräusch. Es hatte Tage gegeben, da hatte sie gehofft, dass ihr Herz einfach damit aufhören würde. Doch diese Hoffnung entfernte sich mit jedem neuen Klopfen.

Als Laura die Wohnzimmertür erneut hörte, ging ihr Atem stoßweise. Sie wusste, dass ihr Zimmer, keinerlei Schutz bot. Die schlurfenden Schritte kamen langsam näher. Der Boden vor ihrer Tür ächzte.

 


Jessica Bradley

Die Veröffentichung von „Nachtfrost“ steht kurz bevor!

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Heute begrüße ich Anne Zandt bei #ProjektArbeitstitel! Sie ist eine der treibenden Kräfte hinter den Kulissen des Nornennetzes und eine großherzige und liebe Person.

Foto (c) Ela Bellcut

Ich bin Anne Zandt, online auch als Poisonpainter unterwegs und stamme aus dem wunderschönen Mecklenburg-Vorpommern. Dort lebe und schreibe ich, wenn ich nicht gerade meinem Brotjob als Software-Engineer nachgehe, Aktionen für meinen Blog plane/umsetze oder für das Nornennetz (https://www.nornennetz.de/ ) Messeauftritte u.ä. organisiere.

Alles begann in der zweiten Klasse mit einem Kängeruh[sic!], das rückwärts sprach, weil man das in Australien so macht, und bildete sich dann durch Ausflüge in FanFictions über die Jahre hinweg immer weiter aus. Relativ regelmäßig schreibe ich seit 2011 an verschiedensten Projekten. Beendet habe ich allerdings bisher nur Kurzgeschichten für Ausschreibungen, Aktionen auf meinem oder anderen Blogs/Seiten, wie z.B. dem Bücherstadt Kurier (https://buecherstadtkurier.com/).
Zwei Kurzgeschichten haben es in Anthologien geschafft.

 

Neubrandenwolf und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Momentan, arbeite ich hauptsächlich an der Fertigstellung des #Neubrandenwolf. Einer Urban-Fantasy-Geschichte über einen Werwolf, der in Neubrandenburg lebt. Nach Jahren, in denen er auf sich allein gestellt war, trifft er mit einem syrischen Flüchtling und einer Unternehmensberaterin andere Wölfe. Es geht in erster Linie um deren Freundschaft, aber auch um die Vorurteile, mit denen sie zu kämpfen haben – und deren Konsequenzen.

Das Ganze fing als einfache Kurzgeschichte an, die ich 2017 auf meinem Blog veröffentlichte, damals noch in Englisch. Dann griffen die Plotbunnies an und dem einen folgte ein weiteres Kapitel und Ideen für einen Plot, der ein Jahr überspannen sollte.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Der ursprüngliche Plan war es, den Neubrandenwolf zunächst komplett auf Englisch als Blogroman weiterschreiben. Der wurde aber mittlerweile über den Haufen geworfen. Nun arbeite ich daran, die vorhandenen sechs Kapitel und Textfragmente zu übersetzen und vor allem zu überarbeiten und auf eine ähnliche Länge zu bringen, wie das erste Kapitel, dass bereits lektoriert in einer Anthologie erschienen ist.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe mehrere Projekte und Felder voll Plotbunnies, die alle nur darauf warten, beendet zu werden.
Meine Umfangreichsten dabei sind:

  • #WunschDerKönigin – High Fantasy: Nachdem ihr Vater den Intrigen seiner Schwester zum Opfer gefallen ist, liegt es an Ahnya das gespaltene Reich wieder zu vereinen. Mit klugem Kopf und loyaler Unterstützung stellt sie sich ihren Herausforderungen als Königin.
  • The Unnamed One – Urban Fantasy: Eine Saga über Werwölfe und Vampire, deren Leben mit- und gegeneinander.

Und noch viiieles mehr …

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Nicht zu prokrastinieren. Wenn neben einer Veröffentlichung, für die man sich selbst die Deadlines setzen muss, auch andere Termine an die Tür klopfen, leg ich Dinge beiseite. Nicht zu vergessen, dass ich auch gerne mal einen ruhigen Abend zum Entspannen nutze.

Vielleicht ist es für mich aber auch einfacher mich hinter Aktionen und Pflichten zu verstecken, um mich vor all dem danach drücken zu können … so oft mir Leute auch sagen, sie mögen, was ich schreibe, so oft schreit der innere Kritiker, dass das doch alles gar nicht stimmen kann …

Hast du eine Schreibroutine?
Nicht wirklich. Da ich circa vierzig Stunden pro Woche im Brotjob verbringe, ist meine Schreibzeit davon abhängig, wie viel Energie ich am Ende des Tages noch habe. Am Häufigsten ist es aber so, dass ich im Bus zur oder von der Arbeit, meist per Hand auf Schmierpapier, schreibe oder editiere. Nach einer Ruhephase fange ich dann abends am Laptop an zu arbeiten. Als Eule würde ich die ganze Nacht durcharbeiten, zumindest, wenn ich tatsächlich am nächsten Tag ausschlafen könnte …

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Eigentlich keinen. Natürlich könnte ich mir sagen: Schaff mehr, aber da würde ich mir selbst im Weg stehen und das genaue Gegenteil tun. Ich denke, so wie lief, ist es ganz in Ordnung. Für einige Ideen und Geschichten wäre ich zu einem früheren Zeitpunkt vermutlich gar nicht bereit gewesen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Als Autor*in fließt vieles von dem, was man liest/sieht/hört in die eigene Schreibe ein. Genaue Menschen könnte ich in diesem Sinne nicht benennen. Mein größter Motivator war meine Mutter, die mich immer unterstützte und meist als erste meine Geschichten las. Mittlerweile bekomme ich gelegentlich virtuelle A****tritte von meinen Mit-Nornen Elenor Avelle (https://www.elenoravelle.de/ ) und June Is(https://twitter.com/ypical_writer). Erstere um den Neubrandenwolf zu beenden, letztere um nebenbei Kurzgeschichten zu Wettbewerben einzureichen.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Am liebsten hätte ich es, wenn ich bis zu meinem dreißigsten Geburtstag ein eigenes Buch veröffentlichen würde. Da dieser allerdings bereits in vier Monaten ist, sehe ich dafür schwarz. Ich will auf alle Fälle den Neubrandenwolf beenden und veröffentlichen. Schön wären auch weitere Anthologie-Veröffentlichungen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich möchte das gar nicht auf einen bestimmten Moment festlegen. Meine erste Anthologie in den Händen zu halten war ein merkwürdiges und großartiges Gefühl, genauso aber auch die Lesungen auf der Leipziger Buchmesse. Sehr viel ziehe ich aber auch aus den Interaktionen mit anderen Autorinnen und Buchbegeisterten, was jeden Messeauftritt, jedes Litcamp, jedes Treffen zu einem wunderbaren Moment macht.

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus dem ersten Kapitel des Neubrandenwolf – Wolfsmond:

Seine Miene verfinsterte sich wieder. Heute wäre es beinahe schiefgegangen. Seine Kollegen ahnten vermutlich nicht einmal, wie viel Glück sie gehabt hatten. Wie nah er dran gewesen war, einen von ihnen zu Kratzen oder, schlimmer, zu beißen. „Kündigungsgrund: Chef mit Lycanthropie angesteckt“, das würde sich wunderbar in seiner Bewerbung machen. Für die nächsten Monde musste er wieder darauf achten, rechtzeitig zu gehen.

[…]

Regelmäßig öffneten und schlossen sich die Türen [des Busses] und ein Hauch frischer Winterluft wehte in den Bus hinein. Eine willkommene Abwechslung zum Geruch der Weihnachtsmarktbesucher, aber auch ein Versprechen von dem, was bald kommen würde. Jedes Mal musste er die Augen schließen, um sich von den verlockenden Düften nicht noch mehr aufreizen zu lassen. Seine Nase hielt das jedoch nicht davon ab zu schnüffeln.

Jemand tippte ihm auf die Schulter und er blickte zur Seite.
„Brauchen Sie eine Flasche Blut?“, fragte die alte Dame mit einem Lächeln.
Seine Augen verengten sich und er sah sie fragend an.
Sie stand im Gang und wedelte ihm etwas Kleines, Rechteckiges entgegen. Er folgte der Bewegung und erkannte schließlich, was sie in der Hand hielt.
„Brauchen Sie ein Taschentuch?“, wiederholte sie ihre Frage, diesmal schwang Sorge in ihrer Stimme mit.
Er schnaubte und schüttelte den Kopf, bevor er sich wieder dem Mond widmete.

 


Anne Zandt

 

Geschichten von Anne Zandt findet ihr u.a. in

  • „Entzünde den Funken“ Benefiz Anthologie (Hrsg. Siiri Saunders & Adrian R. Stiller), auf amazon* kaufen

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Katrin Biasi #ProjektArbeitstitel

Katrin Biasi #ProjektArbeitstitel

Katrin Biasi #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, euch eine weitere liebe Schwester aus dem Nornennetz bei #ProjektArbeitstitel vorstellen zu dürfen: Katrin Biasi!

Huhu! Ich bin Katrin Biasi und wohne mit meinem Mann und zwei Katern im Herzen des Ruhrgebiets.

Das Schreiben hat schon immer zu mir gehört. Seit ich wusste, dass Bücher existieren, wollte ich auch eins (oder mehrere) schreiben. Spätestens, als ich meinen ersten eigenen Büchereiausweis bekam und sich mir ein Universum eröffnete, dessen Existenz ich kaum für möglich gehalten hatte. So viele Menschen auf der Welt schreiben Bücher? Das kann ich auch!

In meinen mittlerweile dreißig Jahren habe ich mich mal mehr, mal weniger aufs Schreiben konzentriert, aber schönerweise kam es immer wieder zurück. Seit vier Jahren schaffe ich es endlich, durchgehend dranzubleiben. Und vor knapp zwei Jahren habe ich beschlossen, mein Hobby auf größere Füße zu stellen, damit es den Platz erhält, den es verdient. Bisher habe ich eine Kurzgeschichte in einer Anthologie („Dark Islands“, herausgegeben vom Geisterspiegel und der Romantruhe) veröffentlicht, bei zwei weiteren Ausschreibungen warte ich noch auf Rückmeldung.

 

ToKi und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Anfang 2018 habe ich #ProjektToKi ins Leben gerufen. Ursprünglich wollte ich nur eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung verfassen, doch bereits der Plot umfasste ein Fünftel der maximalen Zeichenzahl … Die Geschichte verlangte nach mehr Aufmerksamkeit. Ich beschloss, sie ihr zu geben und habe es keine Sekunde bereut.

#ProjektToKi, ein Dark Fantasy – Roman mit (Psycho)Thriller-Einflüssen, der ohne Romanzen auskommen wird, steht noch immer ziemlich am Anfang. Ich merke ständig, dass ich noch mehr plotten muss, damit ich die begonnene Rohfassung geschrieben bekomme. Einen „Klappentext“-Entwurf möchte ich euch aber nicht vorenthalten!

In einer von Göttern beherrschten und bürokratisierten Welt muss jeder, der das sechzehnte Lebensjahr vollendet hat, seinen Dienst für einen der Götter aufnehmen und so seinen Beitrag für eine funktionierende Gesellschaft leisten. Nur, wer über Magie verfügen kann, hat dabei die Wahl, welchem Gott er seine Fähigkeiten anbietet – sogenannte „Agenten” (*wird noch durch ein anderes Wort ersetzt) der Götter versuchen hierbei, die vielversprechendsten unter den Magiebegabten für sich zu gewinnen.

Die zweiundzwanzigjährige, magiebegabte Kiara hingegen hat es geschafft, ein friedliches und vor allem unabhängiges Leben auf den Straßen der Hauptstadt Marosk zu führen – bis sie von Tomosh, dem einzigen verbliebenen „Agenten” des in die Enge gedrängten Todesgottes Yashtan, ausgetrickst und entführt wird. Tomosh, von Haus aus verbittert und engstirnig, muss Kiara zu seiner Nachfolgerin ausbilden, um sich seinen eigenen Traum von Freiheit zu erfüllen. Doch dabei setzt er nicht nur sein eigenes Ziel, sondern die Stabilität einer ganzen Gesellschaft aufs Spiel.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Meine ursprüngliche Zeitplanung sah vor, dass ich #ProjektToKi gerade überarbeite und Testleser suche. Ha, ha. Das echte Leben hat alles so sehr durcheinandergewirbelt, dass ich immer noch mit der Rohfassung beschäftigt bin. Inzwischen habe ich zum Glück gelernt, das zu akzeptieren. #ProjektToKi wird fertig, wenn es fertig wird. Wenn es dann so weit ist, möchte ich #ProjektToKi gerne, wahrscheinlich über eine Agentur, bei einem Verlag unterbringen. Es ist ein hochgestecktes Ziel, aber nur mit einem Ziel vor Augen kann ich mein Handeln danach ausrichten!

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Wahrscheinlich widerspreche ich jetzt einem der größten Klischees überhaupt, doch der Inhalt meiner Schublade ist überschaubar. Das liegt hauptsächlich daran, dass mir zwar viele Ideen kommen, ich aber neunzig Prozent davon verwerfe, weil sie mir nicht gut genug sind. Mir fehlt leider die Energie dafür, mehrere große Projekte auf einmal im Hinterkopf zu haben. Man könnte sogar behaupten, dass mir eine neue Idee für ein Großprojekt erst dann kommt, wenn ich mit dem alten abgeschlossen habe. Oftmals werde ich auch durch meinen aktuellen Lesestoff inspiriert. Allerdings hoppeln meine Plotbunnies sehr gerne (und sehr häufig) in Form von Kurzgeschichten vorbei.

So viel steht fest: Alle meine Schubladenhäschen drehen sich um Fantasy, (Psycho)Thriller, Horror/Mystery oder total Absurdes. Auch der, inzwischen wohl legendäre, Blauschimmelkäse Blu war einst nur ein kleines, niedliches Plotbunny. 🙂

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Dranbleiben. Nicht aufgeben. Die meisten AutorInnen haben bestimmt schon diesen Moment erlebt, wenn die anfängliche Energie verpufft ist und das Tal der Tränen folgt, durch das man sich kämpfen muss. Ich lasse mich viel, viel, VIEL zu sehr davon beeinflussen, denke, dass alles, was ich schreibe, gequirlter Mist ist, die Idee miserabel und ich selbst absolut unfähig. Diverse, (eventuell) vielversprechende Manuskripte sind auf diese Weise bei ca. 10.000 – 20.000 Wörtern schon in der Ablage gelandet. Mein einziger Trost: Das meiste davon ist „nur“ Fanfiction.

Außerdem muss ich dringend dafür sorgen, dass ich weniger prokrastiniere. Ich lasse mich ziemlich schnell ablenken … 😀

Hast du eine Schreibroutine?
Ich hätte so furchtbar gerne eine Schreibroutine … Während einer längeren Krankheitsphase vor ein paar Jahren habe ich es geschafft, jeden Morgen zu schreiben, doch kaum ging es wieder mit dem Brotjob los, war es damit vorbei (Morgenmuffel vom Dienst). Überhaupt frisst der Brotjob so viel von meiner Energie, dass mir die abends oft fehlt und ich mich doch nicht mehr ans Manuskript setze, obwohl alles in mir danach schreit. Die Work-Life-Write-Balance habe ich definitiv noch nicht auf die Reihe bekommen. Wer Tipps hat, die nicht „früher aufstehen“ lauten, immer gerne her damit!

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Glaube an dich selbst. Es ist völlig egal, was andere dazu sagen, dass du schreibst. Es ist völlig egal, ob scheinbar nur dein Deutschlehrer daran glaubt, dass du schreiben kannst (Danke, Herr H.). Gib nicht auf, lass nicht zu, dass das Leben dich am Schreiben hindert. Spring über deinen Schatten und traue dich, unangenehm zu sein. Du musst nicht jedem gefallen. Du musst nicht perfekt sein. Wichtig ist, dass du dir selbst gefällst.

 

Motivation

 

Jörg Neidhardt

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Früher hätte ich sofort J. K. Rowling gesagt und nichts weiter. Die Harry Potter-Reihe hat meine Jugend geprägt und ich verdanke ihr viel. Ich bewundere auch immer noch das Worldbuilding und all die versteckten Hinweise, die fünf Bücher später erst relevant werden.

Inzwischen hat sich der Kreis der Menschen, die mich motivieren und inspirieren, aber deutlich erweitert. Meine Writing-Buddy-Gruppe (Brainstormers olé!). Die unglaublich engagierten Nornen im Nornennetz. Und, last but not least: Die Freunde, die ich durch das Kölner Schreibnachttreffen gefunden habe. Ich hab euch sehr lieb!

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Eines Tages möchte ich in die Buchhandlung meiner Heimatstadt gehen und mein Buch dort liegen sehen. Diesen Traum habe ich, seit ich klein bin, und ich werde ihn mir erfüllen.

Außerdem möchte ich mittel- bis langfristig nur noch halbtags dem Brotjob nachgehen (und damit mein Einkommen sichern) und die andere Hälfte Autorin sein. Nur Zuhause am Schreibtisch sitzen (oder wo auch immer ich – allein – schreibe), würde mich zermürben. Gerade als introvertierte Person würde ich schnell dazu neigen, mich einzuigeln und das will ich nicht. Meine Kreativität lechzt nach Eindrücken, die ich nur am Schreibtisch nie finden werde.

Und ein weiteres Ziel ist mir erst in den letzten Monaten bewusst geworden: Ich würde mich wahnsinnig darüber freuen, wenn meine Kinder mein Buch lesen und es nicht mehr aus der Hand legen können. Aber das ist noch ferne Zukunftsmusik.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Mein schönster Moment war bislang der, die Zusage für „Dark Islands“ im Mailpostfach zu finden. Dicht gefolgt davon, die gedruckte Anthologie tatsächlich in Händen zu halten. Es fühlte sich so unwirklich und gleichzeitig unglaublich an, ein leibhaftiger Beweis, dass ich mir das alles nicht bloß eingebildet habe! Toll war auch die FBM 2018, auf der ich viele liebe AutorInnen kennenlernen durfte.

Doch auch der Autorenalltag birgt viele kleine, nicht minder schöne Momente. Wenn mir gesagt wird, meine Charaktere seien authentisch, dass man mit ihnen mitfühlt, oder schlicht und ergreifend, dass ich nicht ständig so fiese Cliffhanger einbauen soll. Muhaha!

 

Eine kleine Kostprobe…

Wie bereits erwähnt, ist #ProjektToKi noch nicht sooo weit, aber eine Szene aus dem ersten Kapitel möchte ich euch sehr gerne zeigen. Achtung, Rohfassung im Anmarsch! 😉

„Blöde Unratten”, murmele ich und untersuche weiter meine Decke. Zumindest scheinen sie nicht darauf gepinkelt zu haben. Mit Kötteln kann ich leben, doch bei Pisse hört der Spaß auf. Ich stecke die Decke unter meinen Mantel, um sie ein wenig aufzuwärmen und greife tiefer in die Nische im Brückenpfeiler hinein. Ein paar Äste und Zweige stecken noch dort drin, bei den beiden Feuersteinen, die, neben meinem Mantel, mein wertvollster Besitz sind. Ich schichte die Zweige genau zwischen Brücke und Bordstein auf, sodass sie wie ein spitz zulaufendes Haus aussehen, nehme die Feuersteine und schlage sie dreimal gegeneinander. Die aufstiebenden Funken sind so hell, dass ich kurz meine Augen zusammenkneife. Das Resultat ist ein minimal prasselndes Feuer, das nur deswegen am Leben bleibt, weil es durch Feuersteine entfacht wurde.

Ich breite meine Decke aus, lehne mich gegen die Brückenwand und ziehe meine Beine zur Brust. Heute ist einer dieser Tage, an denen ich mich am liebsten verkriechen würde. Das ist in einer so großen Stadt wie Marosk schwierig, aber nicht unmöglich. Wer verschwinden will, schafft das in der Regel. Doch es besteht ein großer Unterschied darin, lediglich untertauchen zu können oder sich auf Dauer erfolgreich zu verstecken.

Ein Rascheln lässt mich aufschrecken. Hastig sehe ich mich um.

„Oh. Hallo, Schmu.”

Schmu tapst auf mich zu, reckt ihre Nase in die Höhe und schnuppert.

„Nein, ich habe leider nichts zu fressen für dich.”

Die Nase der Felsenkatze senkt sich wieder, als ich ihr die Hand hinhalte und sie ihren knochigen Kopf daran reibt. Ihr nachtschwarzes Fell glänzt im Schein des Feuers und ihr langer Schwanz legt sich um meinen Arm, als wollte sie ihn nie wieder loslassen. Sanft streichle ich über ihren Rücken, den sie zufrieden durchstreckt. Ein heiseres Mauzen entweicht ihren Schnurrhaaren und nur wenige Sekunden später hat sie es sich auf meinen Oberschenkeln bequem gemacht.

„So kann ich aber nicht schlafen. Das weißt du.”

Schmu brummt leise. Das konnte sie schon immer gut. Seit ich ihr vor drei Jahren zum ersten Mal begegnet bin. Ich habe Damira damals von Schmu erzählt – ich nenne sie so, weil sie gerne schmust – und sie erzählte mir, dass es ein Zeichen großen Vertrauens sei, wenn eine Felsenkatze in deiner Gegenwart brummt. Wer weiß – hätte ich Schmu damals nicht vor dieser schrecklichen Unratte gerettet, wären wir einander vielleicht niemals begegnet. Eine traurige Vorstellung.

Ich muss mich bewegen und riskieren, dass Schmu deswegen sauer auf mich ist. Tatsächlich faucht sie kurz und versenkt ein Stück weit ihre Krallen in meine Oberschenkel, doch als ich die Decke über uns beide ziehe, legt sie sich neben mich und fängt wieder an zu brummen. Ich kann nicht anders – ich muss lächeln. Und schlafe nach wenigen Minuten ein.

 


Katrin Biasi

 

Die Anthologie „Dark Islands“ kann über amazon* bestellt werden.

 

 

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Tanja Hanika #ProjektArbeitstitel

Tanja Hanika #ProjektArbeitstitel

Tanja Hanika #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, auch Horrorautorin Tanja Hanika bei #ProjektArbeitstitel vorstellen zu können. Ihre Bücher „Scream Run Die“ und „Zwietracht – Mörderische Freundschaft“ habe ich auch schon auf dem Blog rezensiert.

(c) D. Pfingstmann

Hallo, mein Name ist Tanja Hanika und ich schreibe Horrorgeschichten in unterschiedlichsten Spielarten. Von Schauerromanen über Splatter bis hin zu Psychohorror ist alles dabei. Mit dem Schreiben habe ich angefangen, als ich mit acht Jahren eine Kinderversion von Stokers „Dracula“ in die Hände bekam. Seither ist Horror mein Ding und ich bin überglücklich, inzwischen hauptberuflich meinen Traumjob als Autorin ausüben zu dürfen.

Außerdem habe ich das „Arbeitsbuch für Schriftsteller“ und dessen englische Übersetzung „Writer’s Workbook“ veröffentlicht. Aktuell sind es zwölf Veröffentlichungen: Gerade erschien die englische Übersetzung von „Der Angstfresser“ („The Fear Monger“) und Anfang September erscheint dann „Hexenwerk – Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach“.

 

Hexenwerk und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Das nächste Projekt, das ich veröffentliche, ist mein gerade erwähnter Hexenhorrorroman. Er spielt in der Gegenwart mit ein paar Rückblenden in die frühe Neuzeit und damit in die Zeit der Hexenverbrennungen. Ein paar Jungs werden bezüglich dreier Nachbarinnen skeptisch. Sie halten sie für Kinderfresserinnen und opfern ihre Sommerferien, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Daneben arbeite ich längerfristig an meiner nächsten Horroranthologie, plotte einen Horrorroman mit Projektnamen #Roadkill und veröffentliche bald die dritte Auflage vom „Writer’s Workbook“. Und am fabelhaften Projekt #darklegends darf ich auch mitschreiben, zu dem es bestimmt bald mehr Infos geben wird.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Die Veröffentlichung für meinen Hexenhorror ist direkt Anfang September geplant.

Momentan bereite ich das Marketing vor. Wenn alles nach Plan verläuft, müsste ich die Datei genau heute hochladen, damit Amazon dann das Buch freischaltet und es in den nächsten Tagen erhältlich ist.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe noch vieles in Vorbereitung. Plot und die ersten Kapitel eines modernen Schauerromans, bei dem es aussieht, als gäbe es in einer vermeintlichen Spukburg nicht Geister, sondern Vampire, sind fertig. Auch für meinen nächsten Psychohorrorroman stehen die Grundidee und die allerersten Plotpunkte. Und es schlummern sehr sehr viele weitere Ideen auf der Festplatte.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
– Den inneren Kritiker zu ignorieren, bis es ans Überarbeiten geht. Und ihm auch dann nur bedingt zuzuhören: Falls er nicht mit generellen Selbstzweifeln kommt, wird er geknebelt, aber falls er produktive Textkritik übt, bekommt er einen Kaffee gereicht.

– Mit dem Marketing am besten schon während des Schreibens der Rohfassung beginnen und am besten die potenziellen Leser mit einbeziehen, wo es geht.

– Trau dich das zu schreiben, von dem du überzeugt bist, und was dir Spaß macht! (Hat im Horror vielleicht noch einmal eine andere Bedeutung als in anderen Genres. ^^)

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
Ich wurde handwerklich sehr viel besser. Das ist zwar irgendwo ärgerlich, weil ich gerne alte Projekte überarbeiten/verbessern würde, aber dann käme ich nicht voran. Mit wirklich jedem Roman lernt man dazu.

Meine Herangehensweise habe ich eigentlich nur minimal verändert. Hier und da haben sich Vorgänge gefestigt oder auch ein bisschen verändert. Wie man das Schreiben lernt, lernt man es auch zu korrigieren, gerade da wurde ich sehr viel sicherer.

Covergestaltung Cathy Strefford

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Beim Plotten, Schreiben und Korrigieren habe ich keine größeren Probleme. Manchmal brauche ich eine Weile, bis der Twist rund ist oder ich die Lösung für ein Plotproblem finde, aber das gehört dazu und ist ganz normal. Der Schreibprozess läuft bei mir inzwischen glücklicherweise sehr routiniert, was Sicherheit gibt.

Die Aufgabe, die mir nicht so leicht von der Hand geht, ist das Marketing. Bei der Veröffentlichung weniger, aber später dann immer wieder auf das Projekt hinzuweisen, fällt mir manchmal schwer, weil ich nicht nerven möchte. Ich versuche Werbung mit Inhalt zu bieten. Ich will mich nicht aufdrängen, aber genau das ist ein Stück weit nötig, um Bücher zu verkaufen.

Hast du eine Schreibroutine?
Eine feste Routine habe ich nicht. Ich arbeite vormittags und falls aus Zeitplangründen nötig auch abends. Der Mittag gehört bis zu seiner Bett-Geh-Zeit dem Sohn. Sollte der aber keine Zeit für mich haben (Spieleverabredungen etc.), dann nutze ich die Zeit immer als Extraschreibzeit. Meine freiberufliche Tätigkeit weiß ich sehr zu schätzen, so bin ich flexibel, wann ich was (und von wo aus) erledige.

Ich plotte meine Geschichten und höre nur mit dem Schreiben an Stellen auf, wenn ich weiß, wie es weitergeht, wodurch mir Schreibblockaden erspart bleiben. Rituale, die ich zum Schreiben brauche, habe ich keine, aber irgendwie schleicht sich öfter mal eine Kaffeetasse auf den Schreibtisch. Ich kann immer und überall schreiben, wenn man mich lässt. ^^

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Sei mutig und glaube an dich. Jede Geschichte hat eine Daseinsberechtigung. Es warten viel mehr begeisterte Leser*innen auf dich, als du denkst, du musst es nur durchziehen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich finde Autorenbiografien generell sehr inspirierend und lese gerne Schreibratgeber. Mich motiviert besonders der Gedanke an die nächste Veröffentlichung und das Leserfeedback, das ich bekomme.

Stephen King ist natürlich im Horrorbereich ein Name, um den man nicht herumkommt. Was er erreicht hat, ist erstaunlich. Aber da mir die meisten seiner Geschichten nicht so sehr liegen, würde ich als Schreibvorbild eher Richard Laymon nennen. Besonders inspirierend finde ich Edgar Allan Poe und seinen wunderschönen düsteren Sprachstil.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass es künftig mehr mutige Leserinnen gibt, die sich ganz allgemein an Horrortexte/Gruselgeschichten heranwagen und sie nicht grundsätzlich aus Angst vor Albträumen ablehnen. Der Nervenkitzel macht solchen Spaß, man muss sich nur trauen. Außerdem hat hier der Protagonist immerhin eine Chance sein Leben zu retten, indem er über sich hinauswächst, im Gegensatz zu den typischen Krimi-Leichen.

Mein Ziel ist es, vielen Lesern einen spannenden Horrortrip zu ermöglichen und jeden Tag mein Leben als Autorin zu genießen und auszuschöpfen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das teilt sich in ganz unterschiedliche Bereiche auf, für einen kann ich mich beim besten Willen nicht entscheiden.

An Leserrückmeldungen freue ich mich am meisten, wenn mir Menschen schreiben, die durch einen meiner Romane ihre Liebe zum Horrorgenre (wieder-)entdeckt haben oder wenn sie mich als Lieblingsautorin nennen. Das bedeutet mir beides sehr viel.

Inzwischen sind einige coole Dinge geschehen: Nicht nur, dass es eine Übersetzung gibt oder dass ich nun hauptberuflich Schriftstellerin sein darf, es gibt da noch etwas Inoffizielles, über das ich nicht reden darf, aber damit geht DER Autorentraum schlechthin in Erfüllung, falls alles klappt.

Auch die volle Unterstützung und Begeisterung seitens der Familie bedeutet mir viel. Mein Sohn hat beispielsweise letztens angekündigt, alle meine Bücher zu lesen, sobald er erwachsen ist. <3

 

Eine kleine Kostprobe…

Hier ganz exklusiv ein Ausschnitt aus „Hexenwerk – Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach“:

Sie schlichen den Flur entlang, spähten in die Türspalte der angelehnten Türen, aber entdeckten keine der Frauen. Zwar war es nicht ihr Plan, sie direkt anzugreifen, aber es wäre von Vorteil zu wissen, wo sie sich aufhielten. Nach heftiger Debatte hatten sie auf Simons Dachboden beschlossen, ein Feuer zu legen: Wenn im Mittelalter Hexen verbrannt wurden, um sie vom Bösen zu säubern, sollte ein Brand auch Schwarzbach von den Hexen reinigen. Chris hatte sich darin durchgesetzt, dass sie zumindest einen Gegenstand oder irgendein Zeugnis finden mussten, der ihr böses Treiben bewies. Erst dann durften sie das Feuer legen – mit allen Konsequenzen für die Frauen und für die Jungen selbst. Die nötigen Beweise hatten sie Simons Auffassung nach gefunden.

Irgendwie wünschte er sich dennoch, die Polizei in dieses Haus samt grässlichem Keller zu schicken. Die Fotos auf seinem Handy könnten sie nicht ignorieren, auch nicht, wenn Kinder sie präsentierten, die unerlaubt dort eingebrochen waren.

Vielleicht lässt sich das mit dem Einbruch noch anders verpacken, dachte Simon. Wenn sie die Bilder als anonymen Hinweis aushändigten, wären sie aus dem Schneider, aber indem sie alle gemeinsam im Polizeirevier aufschlugen, würden sie wohl eher etwas bewirken. Die Beamten müssen doch zumindest hierherkommen, mit den Hexen reden und nachsehen, grübelte Simon.

Hier lag jedoch auch das Problem für ihn: Sie würden die Hexen verkennen. Die Polizei würde die Hexen nur als alte, verbrecherische Frauen sehen, wenn überhaupt. Sie würden mit ihnen nicht fertigwerden.

Lenni, den es wie üblich zur Küche zog, flüsterte: »Leute, schaut euch das an.« Simon erreichte ihn als Erster, lehnte sich über seine Schulter und sah eine mittelalterliche Kochstelle mit großem Kessel.

»Ob die darin die Kinder kochen?«, fragte Lenni und Simon hörte ihn schlucken.

»Nein«, sagte eine alte, verdorrte Stimme hinter ihnen. Die Frau, deren faltiges und von Schwielen überzogenes Gesicht Simon bereits bei sich zu Hause begegnet war, stand auf der ersten Stufe der Treppe zum Obergeschoß und hielt Chris fest. Einen Arm hatte sie um seine Kehle gelegt, bereit dafür, zuzudrücken, und mit der anderen Hand hielt sie Chris‘ Hände mühelos fest. Er regte sich nicht, starrte aber seine Freunde mit aufgerissenen Augen an. Es war die Frau, die Linus und ihn beim Steinewerfen beobachtet hatte.

Damals hatte ihr Gesicht aber anders ausgesehen, mehr wie das einer gewöhnlichen alten Frau, nicht so scheußlich wie bei ihm daheim und heute Abend. Lediglich ihre seltsam silbrigen Haare waren dieselben.

»Wir kochen die Kinder nicht, wir braten sie an einem Spieß. Aber wir benutzen tatsächlich diese Feuerstelle.«


Tanja Hanika

 

„Hexenwerk – Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach“ erscheint Anfang September.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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[Rezension] Himmeldonnerglöckchen von Jasmin Zipperling

[Rezension] Himmeldonnerglöckchen von Jasmin Zipperling

[Rezension] Himmeldonnerglöckchen von Jasmin Zipperling

Ich habe die Ehre, euch heute das Debüt der lieben Jasmin Zipperling zu präsentieren. Ihr weihnachtliches Kinderbuch Himmeldonnerglöckchen! Vielen Dank, Jasmin, dass du mir das Buch vorab zum Lesen zur Verfügung gestellt hast.


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  • Autorin: Jasmin Zipperling
  • Titel: Himmeldonnerglöckchen
  • Illustrationen: Esther Wagner (kirana.de)
  • Genre: Vorlesebuch für Kinder ab 5 Jahren, Weihnachten
  • 76 Seiten, gebunden 16,99€ | Taschenbuch 8,99€ | Ebook 3,99€,
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Hopsi soll Osterhäsin werden. Gemeinsam mit anderen Hasenkindern lernt sie von ihrer Schwester alle wichtigen Dinge. Aber Hopsi ist tollpatschig, verspielt und schmatzt. Irgendwie klappt das nicht so recht. Als sie eines Tages den Weihnachtselfen Michi trifft und er sie auf einen Ausflug in die Weihnachtswerkstatt mitnimmt, stellt sich für Hopsi die Frage: Was spricht eigentlich dagegen, Weihnachtshäsin zu werden?


Meine Meinung:

Wie ich das süße Paket auspacke, das Jasmin mir geschickt hat, könnt ihr im Video sehen. Auch für Projekt Arbeitstitel hat sie mir bereits ein Interview gegeben.

Ich glaube, Himmeldonnerglöckchen ist das erste Kindervorlesebuch, das ich auf dem Blog vorstelle. Aber darüber könnte ich nicht glücklicher sein. Hopsi ist eine aufgeweckte und neugierige Häsin, die so niedlich und liebenswürdig ist, dass es mich wirklich sauer macht, wie fies manche andere Hasen zu ihr sind! Sie bemüht sich sehr, ihrer großen Schwester nachzueifern und eine gute Osterhäsin zu werden, aber so ganz klappt das einfach nicht.

Das Gefühl kennen wir sicher alle – es gibt einfach Dinge und Tätigkeiten, die allen anderen viel besser liegen und bei denen wir nicht so wirklich erfolgreich sind. Umso schöner, wenn dann jemand kommt, einem Mut macht und hilft, seine anderen Talente zu finden.

In der Weihnachtsbäckerei~

Probesitzen in der Buchhandlung für die Weihnachtszeit

So passiert es (ein bisschen unfreiwillig) dem Weihnachtselfen Michi, der sehr viel, aber sehr jugendfrei flucht und von dem auch der Ausruf „Himmeldonnerglöckchen!“ stammt. Hopsi kommt mit ihm in die Weihnachtswerkstatt und wird mit freundlichen Armen empfangen. Alle sind geduldig, erzählen von ihrer Arbeit und lassen Hopsi auch mal ausprobieren. Die junge Häsin blüht auf. Die Weihnachtswerkstatt ist ein Ort der Wunder, der Kreativität und des geliebten Chaos. Wippen, Rutschen, Trampoline und viel Gewusel. Dabei überzeugt Jasmin mit so vielen unglaublich cleveren und putzigen Einfällen, dass ich beim Lesen konstant glücklich vor mich hin Seufzen konnte.

Aber die Weihnachtswerkstatt hat ein Problem: Immer wieder verschwinden Plätzchen, die Engelin Angelina so liebevoll zubereitet hat. Klar, dass Hopsi beim Nachbacken und Ermitteln hilft.

Dabei zeigt sich, dass Hopsis Tollpatschigkeit auch ihre guten Seiten hat und dass manchmal aus vermeintlichen Fehlern oder Missgeschicken tolle Sachen entstehen. In der Weihnachtswerkstatt herrscht eine herzerwärmende Atmosphäre von Liebe und Harmonie. Balsam für Hopsi und die Leserseele!

Ihre Bemühungen, ihre Hilfsbereitschaft und ihre Kreativität wird wahrgenommen und akzeptiert. Ihre Macken sind eben da und niemand zieht sie deswegen auf. Akzeptanz und Nächstenliebe ist in dieser Weihnachtswerkstatt nicht nur leeres Gerede! Es ist so niedlich, dass ich wirklich dachte, meine Blutzuckerwerte würde jetzt bald kritische Werte erreichen.

Esther, ich will ein Tierbilderbuch von dir…

Die Illustrationen von Esther sind wunderschön, detailreich und so unglaublich niedlich. Sie unterstreichen die Geschichte von Jasmin, die zuckersüße Grundstimmung und lassen fantastische Ideen scheinbar zum Leben erstehen. Die Kombination aus Text  und Bildern ist wundervoll gelungen und sicherlich perfekt zum Vorlesen geeignet, denn es gibt immer was zu schauen. Ich glaube „Moritz“ ist meine allerliebste Illustration, ich bin einfach nur noch quietschend durchs Bett gerollt.

Jasmin bringt in ihrem Kinderbuch so viele tolle und wichtige Botschaften unter: Es ist in Ordnung, du selbst zu sein und dich nicht zu verstecken. Jeder kann irgendwas gut. Akzeptiere dich und andere. Miteinander reden und zuhören. Freundlichkeit. Mut zum albern sein und herumtollen. Akzeptanz und Nächstenliebe.

Das sind wirklich tolle Werte, wenn ihr mich fragt!

 

Fazit:

Dieses Vorlesebuch ist sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ein quietschbuntes, zuckersüßes Vergnügen mit liebevollen und wichtigen Botschaften. Jasmin Zipperling hat so viele wunderbare, kreative Ideen, mit der sie eine unvergleichlich bunte und lebendige Weihnachtswerkstatt erschaffen hat. Die niedlichen Illustrationen runden das Buch wunderbar ab. Ein absoluter Volltreffer!

Weitere Meinungen:

 


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Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Heute stelle ich euch eine wunderbar vielfältige und engagierte Autorin vor. Außerdem ist sie die treibende Kraft hinter 9lesen. Heute gehört die Bühne von #ProjektArbeitstitel ganz ihr: Andrea Schrader!

Ich bin Andrea Schrader und habe mir das Schreiben zum Beruf gemacht – leider aber noch nicht durch meine Bücher. Meine Brötchen verdiente ich erst als Journalistin, mittlerweile als Online-Redakteurin auf Firmenseite.

Ich bin in der glücklichen Position, halbtags arbeiten zu können, sodass trotz Job und Familie zumindest ein Tag in der Woche Zeit zum Schreiben bleibt. Der ist auch nötig, immerhin sollen auf meine zwei veröffentlichten Fantasy-Bücher noch einige mehr folgen. Der Plan ist ein Buch pro Jahr. 2018 klappte das nicht, da kam das Babyjahr dazwischen. 9lesen hat außerdem viel meiner Zeit verlangt – die Lesung hat sich ja wie von selbst in eine Lesungsreihe entwickelt und bisher ist zum Glück kein Ende in Sicht.

Aber dieses Jahr, spätestens Anfang nächsten Jahres wird mein nächstes Buch erscheinen. Geschrieben habe ich schon immer – aber ich habe lange gebraucht, um mich dazu zu entschließen, das Schreiben auch zum Beruf machen zu wollen. Erst als mir nach ein oder zwei Jahren auf dem Gymnasium klar wurde, dass mein Abi-Schnitt niemals zum Tiermedizin-Studium reichen würde, habe ich den Schritt gewagt und meinen Berufswunsch umorientiert. Eine der wahrscheinlich besten Entscheidungen meines Lebens.

 

Uhrengeschichte und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Der zweite Teil zu meinen „Boten des Schicksals“ – „Die Reiter“ – ist gerade im Lektorat. Die Rohfassung des dritten Teils – „Die Apokalypse“ – habe ich im Juni beendet. Meine beiden Testleser sind schon am Lesen und haben schon einige gute Anmerkungen gebracht, die in die Überarbeitung einfließen werden. Außerdem schreibe ich an meiner Uhrengeschichte (Arbeitstitel). Ebenfalls ein Urban-Fantasy-Projekt, aber mit sehr wenig Magie. Es ist meine erste Ich-Geschichte, die ich schreibe und das erste Mal, dass meine Protagonisten teilweise meine Planung über den Haufen wirft. Ich genieße es aber, ganz in ihren Gedanken abzutauchen und herauszufinden, was sie eigentlich will.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
„Die Boten des Schicksals – Die Reiter“ werden hoffentlich noch dieses Jahr veröffentlicht, spätestens Anfang nächsten Jahres. Da der dritte Teil in der Rohfassung fertig ist, stehen die Chancen gut, dass er schon Ende nächsten Jahres folgen kann. Für die Uhrengeschichte suche ich noch einen Verlag, der sie veröffentlichen will.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Einige! Ich plane noch eine Wolfsgeschichte (Arbeitstitel) und habe dafür schon Kontakt mit dem NABU aufgenommen, damit ich die Wölfe möglichst realitätsgetreu darstellen kann. Außerdem ist mir im Traum ein Pirat erschienen, der leider nichtmehr verschwinden will, bis ich endlich seine Geschichte erzählt. Wahrscheinlich wird das sogar mal ein Manuskript, das im Romantasy-Bereich angesiedelt ist. Diese beiden Ideen sind gerade am präsentesten, aber in meinem Notizbuch stehen noch so einige mehr.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Ein Buch zu veröffentlich reicht nicht – man muss es auch bewerben, damit es gekauft wird. An dem Punkt arbeite ich immer noch an mir. Außerdem ist es immer besser, keinen genauen Veröffentlichungstermin zu geben, wenn noch zu viele Schritte (Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Coverdesign etc.) zu erledigen sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines davon länger braucht als gedacht und sich der VÖ-Termin nach hinten schiebt, ist riesig.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
„Spür den Regen“ habe ich in eine mittelalterliche Welt gesetzt. Die Boten und die Uhrengeschichte spielen in unserer heutigen Welt. Das macht mir mehr Spaß, mein Stil passt eher zu Geschichten, die in der Moderne und nicht im Mittelalter spielen. Bereut habe ich es aber keineswegs, Spür den Regen in das Setting gesetzt zu haben. Ich lerne mit jedem Buch auch ein bisschen mehr über mich. Als ich Spür den Regen geschrieben habe, habe die mittelalterliche Zeit nicht in Frage gestellt. Mittlerweile überlege ich beim Plotten genau, welche Zeit am besten zu der Geschichte passt. Das Setting ist daher der größte Unterschied. Aber auch am Stil ist zu merken, dass ich mich weiterentwickelt habe. Meine nachfolgenden Bücher werden sicher auch wieder einen Unterschied im Stil  zu den Boten und der Uhrengeschichte aufweisen, einfach, weil sich das eigene Schreibhandwerk stetig weiterentwickelt.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Die Werbung! Ich bin einfach keine Rampensau. Ich weiß zwar theoretisch, wie Social Media funktioniert, praktisch denke ich mir aber bei 80% meiner Posts „Interessiert das die Leute wirklich? Kann ich das wirklich so posten?“ und lösche sie dann wieder. Eine gute Freundin hilft mir mittlerweile, meine Kanäle ein wenig auf Vordermann zu bringen und da bin ich ihr unendlich dankbar für! Das Schreiben an sich stellt mich auch manchmal vor Herausforderungen – vor allem, wenn die Zweifel wieder überhand nehmen. Sich dann trotzdem hinzusetzen und durchzubeißen, bis die Zweifel wieder der Begeisterung für die Geschichte weichen, ist jedes Mal wieder eine Herausforderung.

Hast du eine Schreibroutine?
Nein, leider nicht. Als ich noch bei der Zeitung gearbeitet habe, habe ich meist vor der Arbeit geschrieben – dem geschuldet, dass Redaktionen generell eher später als früher mit der Arbeit anfangen. Mittlerweile schreibe ich einfach dann, wenn ich gerade ein paar Minuten dafür erübrigen kann und keine anderen, dringenden Sachen im Autorenleben oder bei 9lesen anstehen.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Erzähl mehr Leuten, dass du schreibst! Versteck das nicht, nur weil du dein Manuskript seit ein paar Wochen (oder Monaten *hust*) nicht mehr angeschaut hast! Und gib es auch endlich mal aus der Hand, wenn du schon zum dritten oder vierten Mal „Ende“ darunter geschrieben hast. Es ist fertig, es braucht nicht noch eine Überarbeitung. Alles Weitere kannst du im Lektorat glatt bügeln – und ein Verlag findet sich im Übrigen nur, wenn du dich auch traust, auf Verlage zuzugehen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Jede einzelne Leserstimme motiviert mich, weil ich es unglaublich finde, dass meine Geschichten wirklich gelesen werden. Und es war eine große Inspiration, als ich 2016 in die Autorencommunity hereingekommen bin, unter anderem auf Twitter, und plötzlich überall um mich her andere Autoren waren. Dass da plötzlich Leute waren, die meine Probleme verstanden. Jeder einzelne inspiriert mich ungemein – es sind alles Menschen, die ihren Traum leben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Noch mehr Bücher schreiben, irgendwann wirklich Vollzeit-Autorin sein. Und 9lesen zusammen mit meinem Team noch weiter voranbringen. Ich liebe mein Autorenleben gerade und hoffe, dass es in der Zukunft genauso so wunderbar weitergehen wird.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das Angebot meines ersten Verlagsvertrags. Das war ein wunderbarer Moment und ich bin dem Verlag Schruf & Stipetic nach wie vor dankbar, dass sie mir die Chance gegeben haben. Außerdem habe ich in meinem ersten Buch eine Widmung an meine Eltern eingebaut – ich habe das große Glück, dass meine Eltern meinen Traum, zu schreiben, immer bedingungslos unterstützt haben. Als mein erstes Buch, Spür den Regen, dann auch noch gedruckt als Taschenbuch erschien, habe ich die Widmung für sie persönlich ergänzt und zu dem „Für meine Eltern“ ein handschriftliches „und baldige Großeltern“ eingefügt. Es war einer der schönsten Momente in meinem ganzen Leben, als ich ihnen die Widmung zeigte.

 

Eine kleine Kostprobe…

Der Anfang meiner Uhrengeschichte:

Bin ich der Bücher überdrüssig, der immer gleichen Geschichten?

Ich habe schon so oft mit Ali Baba gegen die vierzig Räuber gekämpft, bin mit Faust auf den Teufel hereingefallen, habe mit Kapitän Ahab Moby Dick gejagt.

Meine Hände streichen über die ledergebundenen Buchrücken, dicke und dünne Bände zieren die endlosen Regale. Doch was endlos scheint, ist endlich. Nach genau einhundert Schritten stoßen meine Finger an eine glatte Wand. Die Regale sind auf ihr weitergemalt. Wenn ich meine Hand nicht auf die Wand lege, weiß ich nicht, wo sie beginnt und meine Welt endet.

Einhundert Schritte in jeder Richtung, das ist mein zu Hause, meine Welt. Drei Wände sind glatt wie Glas und bemalt. So oft bin ich schon dagegen gelaufen, weil ich durch meine Augen nicht erkennen kann, wo sie beginnen. Die vierte Wand ist mir lieber. Sie ist ein großes, sich immer weiter drehendes Zahnrad. Zahnräder sind auch in meinem Himmel, lassen mich ihr stetes Klicken hören.

Tick tack, tick tack.

Manchmal, wenn ich fest die Augen schließe und mich darauf konzentriere, kann ich das große Zahnrad verschwinden lassen. Ich sehe eine bunte Welt mit blauem Himmel. Weiße Wolken ziehen über den Himmel, grünes Gras wächst auf den Wiesen, rote Äpfel hängen an Bäumen. Diese Welt ist nicht kupfern und golden wie meine. Aber diese Welt ist immer einen Schritt zu weit entfernt. Nur ein Ticken später ist das Zahnrad wieder da, klickt sich weiter in seinem ewig gleichen Spiel.

Tick tack, tick tack.

Vor langer Zeit einmal habe ich zu den Bäumen rennen und einen Apfel pflücken können. Wie lange ist das schon her?

Doch Hoffnung habe ich weiterhin. Mein Großvater brachte mich an diesen sicheren Ort. Er versprach mir, mich wieder zu sich zu holen, wenn in dieser bunten Welt mit dem wunderschönen blauen Himmel keine Gefahr mehr droht.

Wie lange bin ich schon hier? Ich weiß es nicht. Länger, als Dschinni in seiner Wunderlampe gefangen war? An manchen Tagen fühlt es sich so an. Ich ziehe das Buch aus dem Regal. Es bleibt mir nichts als zu lesen und auf das Klicken zu hören.

Tick tack, tick.

Das Buch fällt aus meinen Händen. Der Aufschlag klingt dumpf in dieser Stille ohne ein Klicken. Ich reibe mir die Ohren. Warum höre ich das Ticken nicht mehr? Ich drehe mich zu dem großen Zahnrad um. Es steht still. Genau wie die Zahnräder in meinem Himmel. Mein Herz setzt einen Schlag aus, als hätte es durch das fehlende Ticken vergessen, dass es schlagen muss. Es schlägt doppelt so schnell wie vorher weiter. Ich strecke zitternd eine Hand nach dem großen Zahnrad aus. Kann ich es wieder anschieben? Hat es sich nur verklemmt?

Gleißendes Licht fällt durch das große Zahnrad herein. Geblendet schließe ich die Augen. Ich gehe einen Schritt zurück, suche das Regal hinter mir. Daran will ich mich entlang hangeln, weg von dem gleißenden Licht. Meine Finger greifen ins Leere. Ich verliere das Gleichgewicht, stürze auf einen weichen Boden.

 


Andrea Schrader

 

Ihre Veröffentlichungen:

  • Spür den Regen, auf amazon* kaufen
  • Die Boten des Schicksals, auf amazon* kaufen

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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[Rezension] Water & Air von Laura Kneidl

[Rezension] Water & Air von Laura Kneidl

[Rezension] Water & Air von Laura Kneidl

Von Laura Kneidl liegen einige Bücher auf meinem SuB und ich nehme mir eines nach dem anderen vor. Ihr „Light & Darkness“ war für mich eine solide Romantasy Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Im Freibad habe ich mir ihr nächstes Buch vorgenommen, das thematisch perfekt zum Baden passt: Water & Air.


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  • Autorin: Laura Kneidl
  • Titel: Water & Air
  • Verlag: Carlsen
  • Genre: Dystopie, Romantik
  • 480 Seiten, TB: 12,99€ | Ebook: 9,99€
  • auf amazon* kaufen

 

Worum geht’s?
Der Meeresspiegel ist angestiegen, die Kontinente und Städte versunken. Die Menschen scharen sich in Wasser- und Luftkolonien zusammen, die nur sporadisch Handel und Kontakt pflegen. Die achtzehnjährige Kenzie hat noch nie die Sonne gesehen und sie ist das Leben in ihrer strengen Wasserkolonie leid. Als sich ihr die Möglichkeit bietet, flieht sie in eine Luftkolonie. Doch dort wird sie schnell entdeckt und als unbefugter Eindringling ist sie der perfekte Sündenbock für eine Reihe von Morden und Diebstählen in der sonst so friedlichen Luftkolonie. Nur Callum hält zu ihr, doch damit droht er seine eigene Position in der Kolonie zu gefährden.


Meine Meinung:

Das Setting hat mich total neugierig gemacht. Und da hat sich Laura Kneidl auch wirklich Gedanken gemacht. Sowohl die Wasserkolonie als auch die Luftkolonie wirkten total faszinierend auf mich und waren gut beschrieben. Wie auch in „Light & Darkness“ war der Schreibstil für mich angenehm flüssig zu lesen und gleichzeitig abwechslungsreich und richtig zum Abtauchen. Beziehungsweise Auftauchen. 😉

Kenzie ist eine abenteuerlustige Protagonistin, die Mut und Eigenständigkeit beweist. Das hat mir sehr gut gefallen.

Callum war für mich weniger gut zu fassen, er blieb lange undurchschaubar und geheimnisvoll. Seine Beweggründe machten nicht immer Sinn. Im Laufe des Buches haben wir jedoch mehr über ihn erfahren und mir gefiel, wie sein Verhalten begründet wurde und welche Facetten er dadurch bekam.

Luft und Wasser…

Die Nebenfiguren blieben etwas blass, ich hätte gerne noch mehr erfahren. Dennoch freue ich mich über die Diversität, denn Kenzies bester Freund ist homosexuell. Ich hätte mich gefreut, wenn er etwas mehr Platz im Buch bekommt. Die Interaktion zwischen den beiden war am Anfang nämlich sehr intensiv und vertraut, in der zweiten Hälfte war davon nicht mehr ganz so viel übrig.

Was für mich bei den Charakteren leider etwas gehinkt hat, war die Liebesgeschichte, die sich vor dem Hintergrund schwelender Konflikte ziemlich unmittelbar entwickelt hat. Hier hätte ich mir etwas mehr Zeit, etwas mehr Zweisamkeit und Szenen gewünscht, in denen Callum und Kenzie miteinander agieren und sprechen. Die wurden nämlich sehr oft nur angedeutet oder gekürzt. So blieben meist das gemeinsame Abenteuer, die Konflikte und der Fokus auf der Lösung der Mordfälle im Vordergrund.

Das Setting hat mir wie gesagt total gut gefallen und ich würde supergerne mehr Geschichten aus dieser dystopischen Welt lesen. Die Spannung und die Problematiken, die sich durch die begrenzten Ressourcen und das generelle Misstrauen aufgebaut haben, fühlten sich real und verständlich an.

Auch viele Themen, moralische Fragen nach Ressourcen, nach Menschlichkeit, nach Gemeinwohl wurden besprochen. Das war eine sehr gute Mischung, die sich auch wunderbar in die Geschichte eingebettet hat.

Ich war ein bisschen traurig als das Buch zu Ende war. Bisher ist es ein Einzelband und ich weiß nicht, ob da nochmal was kommen wird. Ich würde mich freuen!

Fazit:

Mir ging es mit der Romanze ein bisschen zu plötzlich, aber ansonsten überzeugte mich das Buch auf voller Linie. Angenehm zu lesen, spannend und düster, interessantes Worldbuilding und eine gute Balance zwischen actionreichen und ruhigen Szenen. Eine Empfehlung für alle, die gerne mal ein anderes Setting als klassiche Fantasy-Wälder und Zombie-Dystopie ausprobieren möchte. Laura Kneidl hat mich mit diesem Buch geangelt!

Weitere Meinungen:

 


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Ivy Lang #ProjektArbeitstitel

Ivy Lang #ProjektArbeitstitel

Ivy Lang #ProjektArbeitstitel

Aaaah so gut wie Halbzeit bei #ProjektArbeitstitel! Wie schnell die Zeit vergeht. Heute stelle ich euch eine Person vor, die mir immer ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn ich sie sehe: Ivy Lang!

Hallo! Ich bin Ivy und ich schreibe Geschichten eigentlich schon seit ich schreiben kann.

Ja, ich habe schon in der Grundschule Geschichten am PC meiner Eltern geschrieben, um mir die Zeit zu vertreiben und mich in andere Welten zu träumen. Seitdem ist Schreiben für mich Entspannung, Unterhaltung und Eskapismus. Was alle meine Geschichten gemeinsam haben, ist der Kern, der immer eine Liebesgeschichte ist. Doch einfach „nur“ Romantik ist mir persönlich zu wenig. Es muss krachen, meine Figuren müssen einiges durchmachen. Die dunkle Seite der menschlichen Seele fasziniert mich einfach zu sehr. Auch die negative Kraft, die von Liebe ausgehen kann, ist bei mir immer ein Thema.

Man kann mich daher wohl am ehesten im Genre Romantic Suspense ansiedeln. Tatsächlich kombiniere ich Romance aber immer mit anderen Genres, z.B. Mystery Thriller, wie bei meinem veröffentlichten Roman „Teufelswetter“ oder einer Mafia-/Crime-Thematik, wie bei meinem aktuellen WiP „Lola“. Daneben habe ich Konzepte für Romantasy und SciFi-Romance in meiner Schublade.

 

Lola und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Aktuell überarbeite ich das Manuskript zu meinem WiP „Lola“ (#ProjektLola). Hier handelt ich sich um eine Romantic Suspense/ Dark Roamce-Geschichte. Die junge Lauren wird durch ihren Bruder in Mafia-Geschäfte verwickelt. Notgedrungen macht sie mit und stellt schnell fest, wie einfach sich hier Geld verdienen lässt. Daneben interessiert sie sich für Dominic, den Neffen des großen Capo, der zwar immer einen lockeren Spruch drauf hat, aber sonst so gar nicht ihrem Vorurteil eines Mafioso (Mobsters) entspricht. Das ist kein Zufall, denn Dominic ist eigentlich gar kein Mobster, sondern als Undercover-Agent in die Mafia-Strukturen eingebunden, um gegen eine Gruppe der Russenmafia vorzugehen. Beide kommen sich näher – finden ineinander jeweils das, was sie brauchen –, doch Dominics Auftrag wird bald erledigt sein und er wird aus Laurens Leben verschwinden müssen. Natürlich wird es zum Schluss ziemlich actionreich und spannend.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Mein Plan sah eigentlich vor, den Roman Projekt „Lola“ (Arbeitstitel „Mobster“) im Spätsommer im Selfpublishing rauszubringen. Nun habe ich eine Textprobe spontan bei einer Verlags-Challenge eingereicht, weil der Plot hier zufällig gepasst hat. Ein weiterer Verlag hat Interesse angemeldet. Sollte es mit den beiden Verlagen nicht klappen, gehe ich den Weg im Selfpublishing wie geplant weiter, allerdings dann vorrausichtlich erst etwas später im Jahr.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Meine Schublade ist voller Konzepte/ groben Plots und es fällt mir momentan schwer, mich für ein nächstes Projekt zu entscheiden. Erste Szenen habe ich u. A. verfasst für eine romantische SciFi-Dystopie, allerdings ist dies eigentlich ein Plot für eine ganze Reihe (mind. 4-5 Teile) und mir fehlt – realistisch betrachtet – die Zeit, um die Teile in entsprechend kurzer Frequenz fertigzustellen. Ebenfalls infrage kommen die Projekte „Flong“ (Fantasy ohne Drachen und epische Schlachten), „Bullseye“ (sehr düstere Romantik Suspense), „Kryptonite“ (New Adult Romance) oder „Loose“ (eher ein Psycho Thriller rund um die Anschläge des 11. September). Aktuell schreibe ich an Szenen für Projekt „Bullseye“ und hier flutscht es gerade sehr gut. Also, vielleicht wird das das nächste WiP. Tja, mal sehen.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Ich habe innerhalb kürzester Zeit so unglaublich viel Neues gelernt. Ich würde jedem, der aktuell noch zögert, ob er es wagen soll oder nicht, raten es einfach zu tun. Mit dem ersten Roman wird man eh nicht groß – er wird buchstäblich und in vielerlei Hinsicht ein Lehrstück sein. Durch die Erfahrungen mit der ersten Veröffentlichung bin ich mittlerweile definitiv besser geworden, sowohl was das Schreiben, als auch das Organisatorische angeht.

Unterscheiden werden sich die beiden Bücher natürlich im Inhalt, denn WiP „Lola“ hat keine Mystery-Elemente, wie „Teufelswetter“. Vom Umfang (Wortanzahl) her sind sie ähnlich, „Lola“ wird etwas kürzer sein. Aber natürlich hat sich auch mein Schreibstil geändert – neben den bewussten Änderungen, die dem anderen Genre geschuldet sind, bin ich nun auch etwas „erwachsener“ in meiner Sprache geworden.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Zeit, Zeit, Zeit. Mir fehlt als Working Mom mit einer chronischen Krankheit (Diabetes Typ 1) einfach immer die Zeit. Ich musste zu einem „Opportunistic Writer“ werden, einer Autorin, die jede Gelegenheit zum Schreiben nutzt. Leider haut das nicht immer hin. Oft ist es dann so, dass ich nicht in Schreibstimmung bin, wenn sich plötzlich unverhofft doch ein Zeitfenster öffnet. Ich denke oft: Hätte ich mehr Zeit, meine ganzen Konzepte konkret anzugehen und fertigzustellen, dann könnte ich mir z.B. für ein Projekt einen Verlag suchen, während ich das andere im Selfpublishing rausbringe usw. Im Selfpublishing ist die größte Herausforderung die mangelnde Sichtbarkeit.

Hast du eine Schreibroutine?
Meistens schreibe ich tatsächlich dann, wenn ich Zeit dafür finde. Oft ist das abends/nachts, wenn der Sohn im Bett ist. Aber ich kann es schlecht planen, denn es kann auch immer was mit dem Sohn sein oder anderes dazwischenkommen. Ich versuche allerdings, jeden Tag etwas für mein Autorenleben zu tun. Wenn es nicht schreiben ist, dann vielleicht ein Beitrag für Instagram oder basteln an der Homepage, Papierkram oder Recherche.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Vielleicht würde ich mir sagen, früher ans Veröffentlichen zu denken. Ich habe sehr lange Zeit geglaubt, das wäre völlig illusorisch – keiner würde es lesen wollen, usw. Ich würde mir also raten, mutiger zu sein und den Weg als Autorin früher bewusst ein zuschlagen.

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Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich versuche mich natürlich an anderen Autoren zu orientieren – weniger, wenn es um den Inhalt meiner Geschichten geht, als vielmehr an ihrem Auftreten, ihrer Strategie bei Veröffentlichungen etc. Daneben finde ich die „Buchbubble“, die Menschen, die ich in den letzten Jahren im Zusammenhang mit meiner Autorentätigkeit kennengelernt habe, unglaublich inspirierend. Der Austausch mit anderen Autoren und/oder Bloggern ist sehr motivierend, weil es einfach Spaß macht. Das macht den Unterschied zwischen „Schreiben, um der Welt zu entfliehen“ und richtigem Autorenleben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Es wäre schön, mit dem Veröffentlichen weiterzumachen, weiter Neues dazuzulernen und den Spaß am Schreiben selbst zu erhalten.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Vor Freude geweint habe ich bei den Rezensionen nach der Leserunde zu „Teufelswetter“, denn die Resonanz war so überwältigend gut, wie ich sie niemals erwartet hätte. Ich bin blutige Anfängerin, keine studierte Germanistin etc., aber das hat mir gezeigt, dass ich wohl doch in der Lage bin Geschichten gut zu erzählen. Und es ist immer noch wunderschön, das Taschenbuch in die Hand zu nehmen, sein eigenes Werk in den Händen zu halten.

 

Eine kleine Kostprobe…

Ein Auszug aus „Teufelswetter“:

Zögernd öffnete Rachel den Verschluss der kleinen Flasche. Sie fürchtete sich vor dem Ergebnis dieses Experiments, doch mehr noch besorgte sie die Tatsache, dass sie ihm nicht wehtun wollte.

Vorsichtig träufelte sie eine kleine Menge von dem Weihwasser auf Lous Hand. Zuerst geschah gar nichts und Rachel war versucht, noch etwas mehr von dem Wasser zu nehmen. Doch dann zog Lou plötzlich seine Hand zurück und starrte angewidert darauf. Nach einer Weile hob er sie hoch, sodass Rachel sie sehen konnte und seine Augen leuchteten böse.

Die Stelle, die mit dem Weihwasser in Berührung gekommen war, war stark gerötet und die Haut warf kleine Brandblasen auf. Auch Rachel verzog das Gesicht. Ob aus Ekel oder aus Mitleid hätte sie in dem Moment selbst nicht zu sagen gewusst. Lou spuckte auf seine Hand, und verrieb den Speichel; dann zog er ein Stofftaschentuch aus der Hosentasche und wickelte es sich provisorisch um die verletzte Hand.

»Das tut mir leid«, platzte Rachel heraus. »Ehrlich.«

Lou sah sie kurz an und prustete dann laut vor Lachen los. »Es tut dir ehrlich leid?! Mann! Die gewöhnliche Reaktion ist lautes Gekreische: ›Hilfe, er ist der Teufel! Gott, beschütze mich!‹« Lou äffte die Reaktionen nach, die er sonst erhielt, wenn Menschen ihn wahrhaftig als Teufel erkannten. Dann lachte er wieder, bis sein Lachen nur noch dünn und eher verzweifelt klang.

»So weit ist es schon gekommen«, murmelte er in sich hinein.

Rachel stand unschlüssig da. Ja, es war absurd, Lou zu bemitleiden. Sie dachte an Michaelas Worte: Der Teufel wird immer menschlicher. Nun stand sie hier und wusste nicht, was sie tun sollte.

Lou hatte sich wieder gefangen und war zur Fahrerseite seines Wagens gelaufen. Erwartungsvoll sah er Rachel an. »Und? Kommst du nun mit?«

»Was wird es mich kosten?«, fragte sie.

Lou, der im Begriff war, in sein Auto zu steigen, schloss die Fahrertür und stütze seine Arme auf dem Dach des Wagens ab. Er sah Rachel prüfend an und kratzte sich am Kopf, so als würde er angestrengt nachdenken.

»Ich muss nach Vegas«, begann er. »Du willst nach Vegas. Hier stehen wir und es ist nur logisch, dass du mitfährst.«

»Aber du bist der Teufel.«

»Hör zu«, sagte Lou unvermittelt, »ich will deine Seele nicht. Du kannst tun, was du willst. Diese Fahrt nach Vegas wird dich nicht deine Seele kosten. Wir fahren, wir kommen an, das war’s.«

Rachel fragte sich, ob sie ihm trauen konnte. Wahrscheinlich würde das alles noch ein böses Ende nehmen. Sie überlegte kurz, ob sie das nicht beunruhigen sollte, wenigstens ein bisschen. Aber es war ihr einfach egal.

Lou schenkte ihr ein breites Grinsen. »Natürlich werde ich nicht ›Nein‹ sagen, wenn du dich mir anbietest.«

Rachel nickte, seufzte tief und stieg in den Wagen.

 


Ivy Lang

 

Das Buch „Teufelswetter“ könnt ihr u.a. auf amazon* bestellen. Bisher sind keine weiteren Veröffentlichungen geplant.

 

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Heute möchte ich euch bei #ProjektArbeitstitel die liebe Sina vorstellen, die großartige und interessante Blogbeiträge schreibt und auf deren Projekte ich ebenfalls wirklich gespannt bin!

Hallo zusammen! Ich bin Sina und ich schreibe Geschichten, Märchen und Gedichte in fast allen Genres, obwohl mir die Fantasy am liebsten geworden ist.

Wie ich zum Schreiben gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr. Seit ich mich erinnern kann, habe ich kleine Gedichte, Märchen und eben längere Geschichten geschrieben. Seit ein paar Jahren nehme ich mein „Hobby“ ein bisschen ernster und habe neben meinem Blog (Sinas Geschichten) ein Buch geschrieben. Aber dazu im Verlauf der weiteren Fragen mehr. 😉

 

Die Chroniken der alten Welt und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Im Moment schreibe ich an meiner Fantasy-Reihe, die ich unter dem Titel „Die Chroniken der alten Welt“ auf meinem PC gespeichert habe, aber der Titel überzeugt mich noch nicht wirklich. Der erste Teil heißt „Göttersterben“ und ist eine High Fantasy Geschichte in einem orientalischen Setting. Dabei geht es um die Freunde Taymour (kurz: Tomo) und Rouka, die bei einem Kampf zwischen zwei Göttern auf unterschiedliche Seiten gezogen werden. Das woran ich gerade schreibe, hat den Arbeitstitel „Königsbrecher“ und ist eine lose Fortsetzung von Göttersterben, die zwar in derselben Welt stattfindet aber mit komplett neuen Figuren bestückt ist.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Mein absoluter Traum wäre es, bei einem Verlag veröffentlicht zu werden. Ich habe tatsächlich auch schon mein Exposé abgeschickt, aber die Wartezeiten von ca. 6 Monaten pro Bewerbung haben meinem Veröffentlichungsplan ein bisschen den Wind aus den Segeln genommen. Aber veröffentlichen möchte ich auf jeden Fall! Wenn es mit den Verlagen nicht funktioniert, dann werde ich mich ans Selfpublishing wagen. Bis es aber so weit ist, werden wohl eher noch ein oder zwei Jährchen ins Land gehen.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Uff, da schlummert viel. Hauptsächlich die nächsten 7 Bände meiner „Chroniken der alten Welt“-Reihe. Aber da kann ich leider nicht allzu viel zu erzählen, ohne die ersten beiden zu spoilern. 😉

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
An Ideen und Inspiration hat es mir noch nie gemangelt. Es ist eher die Zeit, die mir Schwierigkeiten bereitet. Weil ich durch das Schreiben kein Geld verdiene, fällt es mir schwer da so viel Zeit reinzuinvestieren, wie ich es gerne hätte. Aber leider kann ich mich nicht einfach hinsetzen und an meinen Geschichten schreiben, wenn Bewerbungen und ähnliches ausstehen. Da geht das „normale“ Leben (leider) vor.

Hast du eine Schreibroutine?
Aus den oben genannten Gründen habe ich keine feste Schreibroutine. Trotzdem schaffe ich es meistens mich jede Woche ein paar Stunden hinzusetzen und an meinen Projekten zu arbeiten. Das muss nicht immer wirkliches Schreiben sein, sondern hat auch viel mit Planung und Weltenbau zu tun. Das muss gerade bei so einer lang-geplanten Fantasyreihe getan werden. Im Moment behandle ich das Schreiben am ehesten wie ein sehr zeitintensives Hobby.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Das ist eine schwierige Frage. Vielleicht das: „Dein Wordcount sagt nichts über deine Produktivität aus. Gerade das Plotten und Planen nimmt viel Zeit in Anspruch, ist aber ein unglaublich wichtiger Teil des Schreibprozesses. Oft bringt es dich viel weiter, dich für eine Stunde hinzusetzen und den Plot/die Welt auszuarbeiten, als dir irgendwelche Worte aus den Fingern zu saugen, die du später eh löschen wirst.“

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Nicht im wörtlichen Sinne „Vorbilder“. Ich ziehe Inspiration aus meinen Freunden und dafür müssen sie sich noch nicht einmal an meinem Schreiben interessiert sein. Aber wenn ich sehe, dass sie sich Ziele setzen, sie verfolgen und schließlich erreichen, gibt es mir Hoffnung, dass ich es auch schaffen kann. 🙂

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein absoluter Traum wäre es, Vollzeit als Autorin zu arbeiten. Oder einfach nur veröffentlicht zu werden. Ich möchte, dass Leute meine Geschichten lesen und ich sie zum Träumen bringe.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das ist mir bisher zweimal passiert: Zwei meiner Testleser haben mein Buch erstes Buch „Göttersterben“ an einem Tag durchgelesen (einer von ihnen trotz wichtiger Klausur am nächsten Tag), obwohl sie es eigentlich nur antesten wollten. Und dann haben sie mir ewig lange (Sprach)Nachrichten auf WhatsApp geschickt und mit mir „geschimpft“, dass ich sie ja hätte warnen können. 😀

 

Eine kleine Kostprobe…

Nur zu gerne. Damit ich euch nicht viel von der Hintergrundgeschichte erzählen muss, nehme ich doch direkt die erste Szene. Viel Spaß damit!

Staubteufel tanzten über die Dächer von Hedassimar, rissen lose Tücher von den Schultern der Feiernden und ließen sie in einiger Entfernung wieder zu Boden sinken.

Obwohl die Sonne unerträglich vom Himmel brannte, blieben die Menschen auf den Straßen. Blütenblätter rieselten aus ihren Taschen und hinterließen bunte Farbtropfen auf den abgenutzten Sandsteinplatten.

Tomo schloss die Augen und zog sich noch weiter in den Schatten des Hauseingangs zurück. Es roch nach frischem Gebäck und Gewürzen. Musik schallte aus allen Richtungen und mischte sich mit den lebhaften Gesprächen der Menschen. Er konnte in dem Chaos kaum einen eigenen Gedanken fassen und er genoss es in vollen Zügen.

Heute war kein Tag zum Nachdenken. Es war Yaam alsah‘me, Tag des Pfeiles, der größte Feiertag in Hedassimar zu Ehren ihrer Göttin Hedia. Tagelang hatten sich die Bewohner der Stadt auf die Feierlichkeiten vorbereitet und nun kosteten sie das Ergebnis ihrer Arbeit mit Begeisterung aus.

Sogar in den schmalsten Gassen hatten Händler ihre Stände aufgebaut und boten allerlei Kleinigkeiten zu absurden Preisen feil. Blumen, Datteln, delikat gearbeitete Opferschalen und Anhänger mit dem Zeichen von Hedia. Die Menschen gaben ihr Geld mit einem Lächeln im Gesicht aus, denn schließlich war dieses Fest nur einmal im Jahr.

Unwillkürlich musste Tomo grinsen.

Er hatte seinen Geldbeutel zu Hause gelassen, wohlwissend wie groß die Versuchung wäre, sich ein wenig gezuckerten Granatapfel zu gönnen. Es war besser, wenn ihm gar nicht erst der Gedanke kam.

»Ich bin dann weg«, tönte eine Stimme aus dem Inneren des Hauses hinter ihm und die Tür schwang mit einem leisen Knarren auf. Vor ihm stand ein ausgemergelter Junge mit blonden Haaren, der erstaunt den Kopf hob.

Kein Junge, schalt sich Tomo innerlich, ein Mann. Sein Freund zählte bereits zwanzig Sommer, auch wenn sein kleiner Wuchs ihn deutlich kindlicher wirken ließ.

»Du bist ja schon da!«, sagte Rouka und schlüpfte neben ihm ins Freie, »Ich wollte dich nicht warten lassen. Ich hätte mich beeilt.«

»Ich weiß«, antwortete Tomo, »Deswegen habe ich nicht geklopft.«

Rouka hatte dunkle Ringe unter den Augen und seine Bewegungen waren zittrig. Tomo schüttelte innerlich den Kopf. Er hätte ihn überreden müssen, im Bett zu bleiben. Vielleicht sollte er es immer noch tun.

»Bist du so weit?«, fragte er stattdessen.

Rouka nickte atemlos. »Bereit.«

 


Sina Bennhardt

 

Aktuell sind keine Veröffentlichungen geplant.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Jasmin Zipperling #ProjektArbeitstitel

Jasmin Zipperling #ProjektArbeitstitel

Jasmin Zipperling #ProjektArbeitstitel

Kennt irgendjemand Jasmin Zipperling alias Zippi noch nicht? Falls ja, dann wird es höchste Eisenbahn! Ihr Buch „Himmeldonnerglöckchen“ erscheint nämlich schon bald. Und es ist mindestens so süß wie Jasmin selbst.

Quelle: Miriam Wagner

Ich heiße Jasmin Zipperling, ich bin Teammitglied der Autorenwelt und freies Redaktionsmitglied der Fachzeitschrift Federwelt.

Bisher habe ich Kinderbücher geschrieben. Meine Agentin (ja, ich habe eine Agentin! Als unveröffentlichte Autorin – wie abgefahren ist das denn bitte???) würde sich aber sehr über einen Roman von mir freuen. Hab damit auch schon angefangen!
Eigentlich habe ich schon als Teenager geschrieben, aber ich erinnere mich nicht mehr, wie das alles angefangen hat. Bei uns zu Hause gab es immer Bücher und Hörspielkassetten.

In diesem Jahr wird mein allererstes Buch bei Books on Demand erscheinen und ich bin dezent aufgeregt. Geplant ist Ende August, womit meine Premierenlesung am 31. August bei „9lesen“ zum Literaturcamp Hamburg stattfände.

 

Himmeldonnerglöckchen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Auf mein Kinderbuch in diesem Jahr folgt noch eines im nächsten Jahr – es sind beides Vorlesebücher für Kinder ab 5 Jahren. Zuerst erscheint „Himmeldonnerglöckchen“. Darin geht es um Hopsi. Sie ist eine kleine Häsin und landet mit dem Wichtel Michi in der Weihnachtswerkstatt. Und auf einmal fragt sie sich, ob sie nicht lieber eine Weihnachts- als eine Osterhäsin werden möchte.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Die Veröffentlichung ist derzeit nur für die beiden Kinderbücher angepeilt, die im Selfpublishing bei Books on Demand erscheinen werden. Zu einigen Projekten hält meine Agentin mich auf dem Laufenden und dann gibt es noch Manuskripte, die erst einmal gut genug werden müssen, damit ich sie ihr zeige. Zum Glück kenne ich jede Menge tolle Menschen, die mir zur Seite stehen. Überhaupt ist das derzeit eine fantastische Erfahrung, die ich mache: So viele liebe Menschen sagen mir ihre Unterstützung zu – Gerüchten zufolge soll mir schon das eine oder andere Freudentränchen über die Wange gekullert sein.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Bei meiner Agentin schlummern noch ein Vorlese- und ein Bilderbuch. Ich habe einen Roman begonnen, in dem es viel um Mutterschaft geht. Dann habe ich grobe Skizzen für einen … ja, was ist das eigentlich? Könnte ein Thriller werden. Aber mit Humor. Bin noch nicht sicher. Darf es überhaupt lustige Thriller geben? Werde ich dafür verhaftet? *googelt die Caymaninseln*

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Mich auf den Ar*** setzen und schreiben. 😀 Wenn ich einmal angefangen habe, geht es. Aber vorher fällt mir auf, wie dreckig meine Wohnung ist oder dass ich noch Sachen für die Autorenwelt erledigen muss. Und ein Artikel für die Federwelt muss ja bereits in zwei Monaten abgegeben werden. Und ich bin ja immer gerne pünktlich und zuverlässig …  Ich habe den schwarzen Gürtel in Prokrastination.

Hast du eine Schreibroutine?
Nope. Hauptberuflich arbeite ich als Sekretärin in der Kölner Innenstadt. Das ernährt mich. Und es finanziert mein Buch-Leben. Ich nehme an vielen Veranstaltungen mit Buchmenschen teil. Anreise und Unterkunft müssen also bezahlt werden. Und neben diesen Ausflügen, meiner Arbeit für die Autorenwelt und meinen Artikeln für die Federwelt und den Selfpublisher schreibe ich meine eigenen Projekte. Immer wenn es gerade passt. Und wenn meine Wohnung endlich sauber ist. Das alles klappt auch nur, weil ich nebenberuflich nichts anderes mache, als diesen Buch-Kram. Trotzdem warte ich noch auf den Tag, an dem ich endlich kapiere, dass ich meinen Schreibprojekten die höchste Priorität zuordnen sollte.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Ja, ich weiß, dass du jetzt glaubst, dass du eine untalentierte Vollpflaume bist. Ja, ich sehe, dass du gerade in embryonaler Haltung auf der Couch liegst und heulst, weil dein Text im Forum auf unsensibelste Weise zerpflückt wurde. Und ich weiß auch, dass du von nun an Angst haben wirst, jemandem deine Texte zu zeigen. Aber es wird besser werden. Du wirst länger brauchen als alle anderen, um dein erstes Buch zu veröffentlichen, weil du Angst hast. Das ist okay. Du wirst das Schreiben ja doch nicht lassen können und du wirst besser werden. Auf der Buchmesse 2018 wirst du dann endlich den verbalen Tritt bekommen, den du brauchst und dann legst du los. Mach einfach weiter.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich verehre Astrid Lindgren und Michael Ende. Aber die sind beide tot. Vielleicht sollte ich einfach sagen, dass meine gesamte Buchbubble mich inspiriert und motiviert. Wir unterstützen uns gegenseitig und stehen einander zur Seite. Das finde ich unheimlich toll.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Okay, das ist jetzt echt doof und meine Antwort ist voll peinlich. Aber leider auch ehrlich. Ich will im Grunde immer nur eines und das ist Anerkennung beziehungsweise das Gefühl dazuzugehören. Ich denke, das wird sich auch in Zukunft nicht so schnell ändern.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Puh … da gibt es einige. Mein erster Artikel in der Federwelt. Mein Cover für den Selfpublisher. Dass Books on Demand mich zum 20-jährigen Jubiläum eingeladen hat. Als ich den Vertrag mit meiner Illustratorin Esther Wagner unterschrieben habe (dadurch wurde es real, dass es wirklich ein Buch von mir geben wird – und eure Reaktion auf mein Cover zeigen eindeutig, dass Esther eine Göttin ist).

 

Eine kleine Kostprobe…

Ausschnitt aus Himmeldonnerglöckchen:

Hopsi starrte auf den Holzboden unter ihr. Was war gerade geschehen? Sie klammerte sich immer noch an Michis Hand. Sie hörte viele Stimmen und ein Windhauch streichelte ihr Gesicht. Hopsis Mümmelnase wackelte. Sie wusste nicht, wonach es hier roch, aber der Geruch war süß und machte ihr großen Appetit.

„Motziges Marzipan! Was zum dreimal gerührten Keksteig machst du in der Weihnachtswerkstatt?“, fragte Michi.

Weihnachtswerkstatt? Hopsi hob den Blick. Sie befanden sich in einem seltsamen Raum. Er war riesig, aber es gab hier so viele Wichtel, dass Hopsi Michis Hand losließ und die Arme eng an den Körper zog. Aus dem Nichts tauchte ein Mädchen auf. Sie hatte tatsächlich Flügel und flog direkt auf Hopsi zu. Ach, du liebe Möhre! Jeden Moment würde sie mit ihr zusammenstoßen. Die kleine Häsin hielt sich schützend die Arme vors Gesicht. Doch nichts geschah. Sie lugte zwischen ihren Armen hindurch. Das Mädchen schlug kräftig mit den Flügeln und glitt einfach über sie hinweg. Hopsi sah ihm verwundert nach und schmatzte. Wieso konnte es fliegen?

„Sie ist ein Engel. Die haben Flügel“, erklärte Michi. Dann drehte er sich mit seinem Bündel aus Zweigen einfach um und hüpfte davon.

Hopsi folgte Michi zaghaft durch die Menge. Sie wusste nicht so recht, wie sie sich hier unter den seltsamen Wesen zu benehmen hatte. Die Wichtel trugen alle grüne Kleidung, aber Michis Mütze war die einzige mit einem Glöckchen. Das war auch gut so, denn so konnte Hopsi dem Glöckchenklingeln folgen. Bei dem Gewusel war Michi nicht immer zu sehen. Sie duckte sich, weil ein Wichtel über ihren Kopf hechtete.

 


Jasmin Zipperling

 

„Himmeldonnerglöckchen“ erscheint voraussichtlich im August bei Books on Demand.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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