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Elenor Avelle #ProjektArbeitstitel

Elenor Avelle #ProjektArbeitstitel

Elenor Avelle #ProjektArbeitstitel

Lasst euch von den blutigen Zombieromanen nicht täuschen, diese Frau ist zuckersüß und unglaublich lieb und enaggiert sich außerdem im Nornenetz! Heute bei #ProjektArbeitstitel Elenor Avelle

Ich bin Elenor Avelle, vornehmlich Autorin von Dystopien, Fantasy und Science Fiction.

Die ersten Romane, die ich veröffentlicht habe, sind zombiekalyptisch. Schreiben ist für mich die ideale Ausdrucksmöglichkeit, um meine Gedanken über die Welt, Politik und die Gesellschaft auszudrücken. Deshalb habe ich wahrscheinlich auch so ein Faible für Zombies, denn nichts symbolisiert den Untergang der Vernunft in der Masse so gut und wandelt sich dabei fortlaufend mit der Vorstellung der Zivilisation.

 

Schneerot und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich arbeite zurzeit an drei Projekten.

Das erste ist der Abschluss meiner Gefesselt-Trilogie. Gill, ein Nebencharakter aus Infiziert, der mit Gefesselt ein eigenes Spin-off bekommen hat, in dem er die Hauptrolle spielt, wollte eigentlich nur nach Hause nach London und musste sich jetzt vorher durch zwei Geschichten gegen die Firma Genetics und den Weltuntergang erwehren. Armer Kerl.

Das zweite Projekt ist ein Gruppenprojekt mit anderen Autoren und ist ganz Genreuntypisch für mich, eine Familiengeschichte. Wir sind vier Autoren und jeder schreibt aus der Sicht eines anderen Familienmitglieds. Ich schreibe über Max, den mittleren Sohn, der sich schon mit Sechzehn aus dem Staub gemacht hat, weil er sich von niemandem verstanden fühlte. Jetzt kehrt er als Erwachsener zurück und stellt fest, dass nicht alles so war, wie er sich zu erinnern glaubt.

Das dritte Projekt ist mein neues Herzensprojekt. Es ist eine Märchenadaption von Schneeweißchen und Rosenrot, auf Grundlage der Fabel, die die Grimms mit ihren Prinzen entfremdet haben. Es geht um die unerschütterliche Beziehung der beiden Schwestern, die sich trotz aller Unterschiede lieben und unterstützen. Das Setting wird eine atmosphärische Mischung aus venezianischem und Voodoo Flair. Das Genre wird Clockpunk und auch wenn ein Prinz vorkommt, wird Rosenrot ganz ohne sein Zutun alle Probleme lösen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Im nächsten Sommer (2020) schließe ich die Gefesselt Reihe ab. Dann erfahren endlich alle, wie es mit Gill endet.

Wann Projekt #schneerot fertig wird, steht noch in den Sternen. Ich hätte es gerne diese Weihnachten rausgebracht, aber das wird vermutlich auch erst nächstes Jahr etwas. Die Geschichte ist so toll, da möchte ich es nicht aus Zeitdruck an Sorgfalt mangeln lassen.

 

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe unter anderem ein vierbändiges Fantasy Epos in meiner Schublade, das ich irgendwann gerne veröffentlichen möchte. Der Arbeitstitel ist „Zeit der Stürme“. Ce’vanne, ein Mädchen aus einfachen Verhältnissen, deckt ihre magische Herkunft auf. Sie ist die Widergeburt der Tochter des Chaos und des Lichts. Auf ihrer Suche nach der Vergangenheit, deckt sie die finsteren Pläne ihres Vaters auf und muss sich selbst finden, um ihn aufzuhalten. Ich mag besonders die kulturelle Vielfalt, die diese Geschichte enthält.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deiner ersten Veröffentlichungen und deinen jetzigen Projekten?
Ich habe schon immer viel Wert auf geschlechtsunabhängige starke Charaktere gelegt. Es war mir wichtig, dass Frauen auch ihre eigene Geschichte und ihre eigene Rolle haben, statt Randdeko zu sein. Was ich dazugelernt habe, ist, verstärkt auf weitere Diversität zu achten, wenn ich meine Charaktere designe.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Die Bürokratie, die mit der Veröffentlichung eines Buches verbunden ist, empfinde ich persönlich als sehr große Herausforderung. Der Schreibprozess selbst gefällt mir in allen Facetten. Ich habe aber auch das passende System für mich gefunden.

Hast du eine Schreibroutine?
Manchmal lässt sich das Schreiben gar nicht mit meinen sonstigen Pflichten vereinbaren. Hin und wieder erschöpfen sie mich auch so sehr, dass für das Schreiben keine Energie mehr da ist. Aber das ist okay, ich nehme es wie es kommt.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Gar keinen. Entwicklung kommt mit der Erfahrung. Unsere Eltern geben uns viele Tipps. Auf die meisten hören wir nicht, weil es erst verstehen, wenn wir es selbst fühlen können.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Die Menschen, die mich am meisten inspirieren, sind diejenigen die mein Leben berühren. Es sind keine großen Namen, sondern die echten Personen, die mir ihre Zeit schenken, darunter viele Menschen aus der Onlinebuchwelt bei Twitter und co. Und mein Mann und meine Söhne.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich würde gerne vom Schreiben leben können und hätte gerne einen Verlag oder Distributor an meiner Seite, der mich aktiv unterstützt.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Die schönsten Momente, sind die Interaktionen mit anderen Autoren, Literaturmenschen und Bloggern, die einen gut leiden können. Das schönste Erlebnis, das mir gerade im Gedächtnis ist, weil es mir zeitlich am nächsten liegt, ist die interaktive Leserunde mit @AnisBuecherwelt @Pink_Anemone77 und @vermukkelt. Es war ein Spaß.

 

 

Eine kleine Kostprobe…

„Hol dir so viele Fleischsäcke wie möglich. Lass sie ausbluten. Mach schneller.“

Sie schüttelte wie betäubt den Kopf. „Das geht nicht.“

„Jetzt ist keine Zeit für Gewissensbisse. Hol dir diese Invitros. Ich warne dich.“ Malcom wandte sich ab und ließ sie stehen. Erschöpft blieb sie mit Reynell zurück.

„Ich wurde angewiesen, das HAB abzuholen, damit das Personal und die Gäste geimpft werden können“, informierte er sie.

„Was auch sonst.“ Natürlich wollte Malcom das HAB nicht, um bedeutungslose Menschen von draußen zu retten.

„Du solltest weniger Rücksicht auf das Leben der Retortenheinis nehmen. Sonst kommt Dr. Addison noch auf die Idee, dich zu melken.“

„Für Sie immer noch Dr. Meo, Mr. Reynell“, zischte sie. „Und wenn er mir zugehört hätte, wüsste er, dass ich unsere Antivirenquelle versiegen lassen würde, wenn ich die Invitros töte.“

„Wieso?“, fragte Reynell.

„Deshalb habe ich die Versuchssimulationen gemacht, während ich auf die Bewilligung der Probanden wartete. HAB bleibt im Organismus, es heftet sich an, damit keine neue Infektion durch X passieren kann. Ich kann nur die umprogrammierten Nanos mit dem Blut entnehmen. Die sind allerdings schwächer, weil die Bekämpfung von X nicht ihre Hauptprogrammierung ist. Brächte ich die HAB-Träger um und würde immer neue Invitros leeren, dann wäre die Wirkung irgendwann gleich null.“

„Dann mach mehr von dem harten Zeug.“

„Das ginge zu langsam. Vor allem jetzt. Die effektivste Methode wird die Extraktion aus dem Blut der zehn Probanden sein.“

Reynell runzelte die Stirn. „Bist du dir sicher, dass du nicht bloß eine Ausrede suchst, um keine Opfer bringen zu müssen, Dr. Weiße Weste?“

Natürlich wollte Rebecca keine Invitros töten. Schon gar nicht zugunsten von irgendwelchen reichen Typen, die X hinter sicheren Toren ausschließen konnten. Aber wie sollte sie den Menschen dort draußen helfen? In diesem Moment starben tausende überall auf der Welt.

„Vielleicht könnte ich eine Streuwirkung programmieren“, überlegte sie laut. „Dann würde sich HAB verbreiten wie X.“

„Würde das nicht auch immer schwächer werden?“, fragte Reynell wenig interessiert.

„Schon möglich.“ Fluchend verwüstete Rebecca ihre Frisur. „Aber wir müssen etwas tun.“

Reynell zog geringschätzig einen Mundwinkel hoch. „Sie haben keine Ahnung, was die Infizierten mit wehrlosem Frischfleisch machen. Die Träger und die paar Menschen, die sie immun machen, werden da draußen nicht lange überleben.“

Rebecca sah ihn verständnislos an. „Wir müssen die Immunen dann natürlich hierher evakuieren.“

Genetics wird den Bereich abriegeln. Sobald die letzten Gäste hier sind, kommt nichts mehr in den Komplex rein oder raus.“

„Was ist mit den Leuten da draußen? Die Kinder! Wir können sie doch nicht ihrem Schicksal überlassen.“

„Alle Personen, die von Bedeutung sind, werden hergebracht. Konzentrieren Sie sich nur darauf, genug von Ihrem Teufelszeug herzustellen, damit wir hier alle bei guter Gesundheit bleiben. Der Rest ist egal.“

War es das, was Elli gesehen hat? Das Ende der Welt?

 


Elenor Avelle

 

Ihre bisherigen Veröffentlichungen:

  • „Infiziert – Geheime Sehnsucht“, SP bei BoD Juli 2017, Postapokalypse
  • „Gefesselt – Der Anfang“, SP bei BoD Juli 2018, Band 1 von 3, Technothriller
  • „Gefesselt – Der Aufstand“, SP bei BoD Juli 2019, Band 2 von 3, Dystopie

 

Geplant:

  • „Gefesselt – Die Rückkehr“, geplant als SP bei BoD Juni 2020, Band 3 von 3, Postapokalypse
  • Arbeitstitel Schneerot, geplant Dezember 2020, Clockpunk

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Jasmin Engel #ProjektArbeitstitel

Jasmin Engel #ProjektArbeitstitel

Jasmin Engel #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich euch eine weitere liebe Schwester aus dem Nornennetz vorstellen zu dürfen: Jasmin Engel bei #ProjektArbeitstitel

Hallo! Ich bin Jasmin Engel, als ein Kind der 80er Jahre im schönen Unterfranken geboren, lebe ich heute mit meinem Mann und unseren zwei Hunden in Darmstadt.

Als kleines Mädchen konnte ich es kaum abwarten bis ich endlich in der Vorschule lesen gelernt habe. Ich wollte unbedingt Zugang erlangen zu den magischen Welten, die sich in all den Büchern zu Hause verborgen haben. Genauso begeistert habe ich dann meine eigenen Welten kreieren wollen. Ich habe kurze Märchen und Mini-Geschichten geschrieben. Bevor ich mit 16 meine erste Novelle verfasst habe, hat mich schon die Liebe zur Lyrik für sich gewonnen und bis heute nicht losgelassen. Das beeinflusst auch meinen Schreibstil in der Prosa.

 

Erst einmal habe ich eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin gemacht, einige Jahre später noch mein Abitur nachgeholt. Schon mit Anfang 20 hat sich für mich jedoch herauskristallisiert, dass ich nichts lieber als Autorin sein möchte. Die Phantastik hatte ich schon davor für mich entdeckt. Seitdem habe ich so einige Kurzgeschichten und Gedichte in Anthologien veröffentlichen können. 2012 ist mein Historical Fiction Roman fertig geworden und 2015 mein Fantasy-Mystery-Roman, der erste Teil einer Dilogie.

Mein Historical Fiction Roman „Die Götter der Dämmerung“ wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2020 erscheinen.

 

Zwischen den Welten und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Momentan schreibe ich parallel am zweiten Teil meiner Dilogie, „Zwischen den Welten“, und an einem Kurzroman mit dem Arbeitstitel „Orbis Alius – die Anderswelt“.

Der zweite Band meiner Dilogie soll sinn- und stimmungsvoll das fortsetzen und abschließen, was ich mit meinem ersten Band, „Zwischen den Träumen“, begonnen habe. Ich tue mir schwer damit, meine Dilogie Genre mäßíg einzuordnen. Die Geschichte um Marie und Ion hat gleich starke Fantasy- wie Mystery-Anteile. Das Hauptthema sind parallele Welten und die Möglichkeit, sich nachts auf Traumreisen dorthin zu begeben, was meine Hauptfigur mit Wundern und Schrecken konfrontiert. Marie hat damit zu kämpfen, auf Dauer mit einem Fuß in ihrem alltäglichen Leben zu stehen und mit dem anderen in der Welt ihrer Traumreisen. Das lässt sie auch zwischen ihrer alten und neuen Liebe stehen. Ich habe mich bei der Gestaltung des Kosmos, der diese und die Parallelwelten verbindet, an den altindischen, vedischen Schriften orientiert.

Im Gegensatz zu meinem 2. Band der Dilogie stehe ich bei meinem Kurzroman noch ziemlich am Anfang, selbst wenn der Plot grob steht. Er spielt überwiegend in der Anderswelt, wie der Titel schon sagt. Vorbild war zum Teil die keltische Vorstellung des Jenseits, zum anderen Teil meine eigene. Die Anderswelt wirkt zunächst „leer“ und still. Alles entwickelt und zeigt sich, je nachdem wie die Person selbst ist, die sie betritt, wie sie selbst sich entwickelt. Meine beiden sehr unterschiedlichen Protagonistinnen erleben daher eine jeweils sehr unterschiedliche jenseitige Welt, in der sie sich zurechtfinden und Prüfungen bestehen müssen. Es gibt auch eine Prise unkonventioneller Romantik.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Was meinen Kurzroman „Orbis Alius – die Anderswelt“ betrifft, bin ich mit einem Kleinverlag im Gespräch und er könnte Ende 2020 erscheinen. Das Gleiche gilt für meinen  Roman „Die Götter der Dämmerung“. Sollte es doch nicht klappen, würde ich zumindest den Roman selfpublishen. Bei meiner Dilogie bin ich noch nicht mit einem Verlag ins Gespräch gekommen. Falls die Verlage kein Interesse haben, kann ich mir hier ebenso Selfpublishing vorstellen, dann für 2021.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe vor Jahren ein Manuskript angefangen, das, genauso wie mein Historical Fiction Roman „Die Götter der Dämmerung“, mit dem Thema Prä-Astronautik spielt. Hier wäre das Setting nicht die Welt der Maya, sondern das alte Mesopotamien.

Außerdem würde ich gerne meine Novelle, die ich als 16-jähriges Mädchen geschrieben habe, noch einmal neu schreiben. Es ist eine Geschichte, die im Frankreich des 13. Jahrhunderts spielt, historisch mit Fantasy-Anteilen. Emanzipation ist ein großes Thema, daneben wahre Werte, anstelle von Macht und Besitz.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Dran zu bleiben, mich täglich neu zum Schreiben zu motivieren, obwohl ich schon mit vielen Absagen oder einfach gar keiner Reaktion von Agenturen und Verlagen umgehen musste.

Hast du eine Schreibroutine?
Ja, über die letzten Jahre hat es sich bei mir so ergeben, dass ich mir den späteren Nachmittag für das Schreiben freihalte. Ich sitze unter der Woche täglich etwa zwei Stunden an meinen Texten. Am Wochenende bin ich selten im kreativen Modus, wenn dann eher für Gedichte.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Ich würde mir den Tipp geben, einerseits ruhig ungebremst meine Kreativität auszuleben und das zu schreiben, was mir wichtig ist. Doch andererseits keine solch großen bis naiven Hoffnungen hinsichtlich der Agenturen und Verlage zu haben.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Im Grunde sind das für mich alle Autor*innen, die sich trauen, Romane abseits des Mainstreams zu schreiben. Etwas Eigenes, tiefgründig, gewagt. Nicht einfach nur Unterhaltung. Da man mit solchen Büchern nur sehr schwer bei Verlagen unterkommt, ist Selfpublishing meist die einzige Möglichkeit, zu veröffentlichen. Ich bewundere also auch alle mutigen Selfpublisher*innen.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ob ich nun jeweils bei einem Verlag oder selbst veröffentliche, ich wünsche mir am meisten, dass meine Romane gelesen werden, dass sie berühren, inspirieren und zum Nachdenken anregen. Ich träume zwar noch immer ein bisschen von der Zusammenarbeit mit einem netten Verlag, aber wichtiger ist mir, schreiben zu können, was ich für richtig halte, was es nicht ohnehin schon massenweise auf dem Markt gibt.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als ich die Rohfassung von meinem allerersten Roman „Die Götter der Dämmerung“, mit seinen fast 500 Normseiten, fertig hatte, „Ende“ darunter schreiben konnte. Fast genauso schön war es dann nach dem zweiten Durchgang der Überarbeitung und nach Beenden der Rohfassung von meinem zweiten Roman „Zwischen den Träumen“.

 

Eine kleine Kostprobe…

Gerne! Dieser Ausschnitt stammt aus dem zweiten Kapitel meines Historical Fiction Romans „Die Götter der Dämmerung“, der nächstes Jahr erscheinen wird. Xio ist unter meinen fünf Hauptcharakteren noch einmal die zentrale Person. Sie sind gerade auf Expedition bei den Maya.

„Fasziniert betrachtete er den grün schimmernden Leguan. Ja, Xio mochte Reptilien. Wieder etwas, das ihn von seinen nibiruanischen Kameraden unterschied, denn ihr Volk hegte eine erbitterte Feindschaft gegen die Reptiloiden. Das waren jene intelligenten Spezies im bekannten Teil der Galaxie, die sich aus Echsen anstatt aus Säugetieren entwickelt hatten.

Es ging sogar so weit, dass die Nibiruaner deren unschuldige Vorfahren, ob Salamander oder Schildkröte, verabscheuten. Schlange und Drache waren bei ihnen Symbole für das Böse – so wenig religiös und faktengläubig die meisten Nibiruaner auch sonst stets sein mochten. Diese Haltung, diese Symbole legten sie mit Vorliebe den noch jungen Zivilisationen der Galaxie ans Herz.

Oh, Commander Etharah rief bereits nach ihm… Xio beeilte sich, um wieder seinen Platz in der Gruppe einzunehmen. Gleich befand er sich erneut dicht hinter dem Captain, der sich kurz umdrehte und ihn nachsichtig anlächelte.

Nachdem sie eine Weile weitergelaufen waren, wandte Sephiram sich mit einer Frage an ihn. Dabei musste er ein wenig aufschauen zu seinem fast einen Kopf größeren Piloten. „Deine Vorfahren haben diese Gegend damals auch besucht, richtig?“

Xio blickte ihn überrascht an und fühlte sich etwas verunsichert. Über ihre unterschiedlichen Heimatvölker wurde in der Gruppe kaum gesprochen, da die Beziehungen zwischen Thokadiern und Nibiruanern sehr angespannt waren. „Das stimmt. Aber als wir hier auf Entdeckungsreise gingen, müssen Flora und Fauna noch ganz anders ausgesehen haben. Menschen traf mein Volk auch nicht an, denn sie hatten den Kontinent erst ein paar Jahrtausende später besiedelt.“

Sephiram nickte anerkennend vor sich hin. „Ich muss schon sagen, ihr Thokadier habt bei euren Expeditionen auf diesem Planeten kaum Spuren hinterlassen.“ Er pausierte kurz. „Zumindest sind wir nie eindeutig auf welche gestoßen, als wir Ersetu später ebenfalls besucht haben.“

Xio schluckte. Hoffentlich ging sein Captain jetzt nicht auf die recht verschiedenen ethischen Auffassungen ein, die ihre beiden Völker bei dem Thema Kontakt mit jungen Zivilisationen auf fremden Planeten vertraten. Sie hatten erst vor kurzem ein Streitgespräch darüber geführt und danach war ihm jetzt wirklich nicht zumute. „Man muss dabei bedenken, dass wir im Vergleich zu euch nicht oft hier waren.“

Zum Glück schmunzelte Sephiram bloß und gab zu: „Im Vergleich zu uns war niemand oft hier!“

Nach einigen weiteren Schritten wurde der Drei-Stern-Wächter ernster und ließ seinen Blick ergriffen um sich schweifen. „Ah! Ist das nicht eine faszinierende Gegend? Ich finde es jedes Mal aufs Neue, selbst wenn ich schon öfters hier war.“ Xio stimmte ihm zu.

 


Jasmin Engel

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Kathy Wild #ProjektArbeitstitel

Kathy Wild #ProjektArbeitstitel

Kathy Wild #ProjektArbeitstitel

Heute darf ich euch eine wunderbar liebe und entspannte Person vorstellen, auf deren erste Veröffentlichung ich auch schon sehnlichst warte: Kathy Wild bei #ProjektArbeitstitel

Hi, ich bin Kathy, meines Zeichens Bücherwurm und Autorin mit Fernweh.

Ich habe schon als Kind gerne Geschichten erzählt und mich in ferne Länder und Welten geträumt. Das Schreiben ist schon seit der Grundschule mein treuer Begleiter, wobei ich erst in den letzten Jahren angefangen habe auf eine Veröffentlichung hinzuarbeiten. Ich hoffe nächstes Jahr mein Debüt zu veröffentlichen, wahrscheinlich im Selfpublishing.

 

Zwischen den Lügen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Aktuell habe ich zwei Projekte auf dem Schreibtisch. „Zwischen den Lügen“, eine Urban Fantasy Serial mit Romance, und (Arbeitstitel) „The Lost Prince“, ein High Fantasy Projekt mit Assassinen, Piraten und Magie.

In Zwischen den Lügen wird die achtzehnjährige Ann mit einer neuen Realität konfrontiert: Als totgeglaubte Tochter eines Tyrannen ist ihr ganzes Leben von Wächtern und Spionen konstruiert worden. Selbst ihr Freund Kian ist einer der Rebellen, die sie trainieren wollen, damit sie ihre übernatürliche Gabe gegen den König, ihren Vater, und seine Regierung einsetzen kann. Je schneller Ann lernt ihre Gabe einzusetzen, desto eher kann sie nach der Wahrheit zwischen all den Lügen suchen…

Zu „Lost Prince“ habe ich erstmal nur ein paar Stichworte für euch: Große Meere. Schlafende Götter. Mittendrin die verlorene Stadt, Perdua, bekannt als Paradies für Gesetzlose. Hier trifft ein junger Dieb von einem fernen Kontinent auf die letzte Assassine.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Das ist eine etwas kniffelige Frage, dieses Jahr musste das Autorenleben leider öfter mal hintenanstehen, aber aktuell arbeite ich wieder mit höchster Priorität neben dem neuen Brotjob an meinen Projekten. Sowohl für Zwischen den Lügen als auch für Lost Prince ist eine Veröffentlichung geplant, aber noch kann ich nicht sicher sagen, ob tatsächlich beide Projekte 2020 schon so weit sein werden. Aber sobald ich mehr weiß, werde ich es euch (sicher sehr aufgeregt) mitteilen 😀

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
In der Welt von Lost Prince liegen noch einige weitere Geschichten, auf die ich mich schon sehr freue. Ansonsten habe ich noch ein Projekt im Genre „Science Fiction mit Magie“ so wie zwei Romance Projekte, die viel Fernweh beinhalten und an Orten spielen, an denen ich selbst schon auf Reisen etwas Zeit verbringen durfte.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Vor der Veröffentlichung ist es wohl definitiv die Überarbeitungs-Phase, die mich die meisten Nerven kostet. Speziell der Teil, bevor ich erstes Feedback erhalte, also vor Testlesern und Lektorat, denn da sind die Selbstzweifel bei mir am größten. Wenn man den eigenen Text zu oft gelesen und geändert hat, ist es einfach sehr schwer einzuschätzen, ob es wirklich spannend genug ist oder ich das vermittle, was ich mit der Geschichte erzählen möchte. Da muss ich mich dann irgendwann zusammenreißen und anderen mein Herzensprojekt anvertrauen.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe in meiner Freizeit, das war lange neben dem Studium und dem Nebenjob, seit kurzem ist es neben einem Vollzeitjob. Ich bin noch am Finden meines neuen Alltags und der passenden Schreibroutine, aber generell versuche ich mich nach Feierabend nochmal 1-2h an den Schreibtisch zu setzen (weit weg von meiner Couch und dem Fernseher) und ansonsten die Wochenenden zu nutzen. Routine ist für mich gerade in der Schreibphase wichtig, denn nur wenn ich regelmäßig am Manuskript sitze, kann ich auch wenn ich mal nur eine halbe Stunde Zeit noch relativ viel schaffen. Ansonsten nutze ich auch die Pomodoro Technik und setze mich ab und zu in ein Café oder eine Bibliothek, weil es mir dort oft leichter fällt mich zu konzentrieren und besonders nach einem Arbeitstag nicht in die  Prokrastinations-Falle zu tappen.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
„Trau dich und glaub an dich!“ Das würde ich meinen Vergangenheits-Ich in vielen Lebensbereichen empfehlen, insbesondere auch beim Schreiben. Angst nicht zu genug zu sein oder zu versagen hat mich früher von vielem abgehalten, aber wie J.K. Rowling sagte: „It is impossible to live without failing at something, unless you live so cautiously that you might as well not have lived at all – in which case, you fail by default.“

Und ich versuche es auch generell nicht als Versagen sondern als Lernen zu sehen, wenn etwas nicht so klappt wie ich es mir vorgestellt habe.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Sehr viele 😀 Ich bin immer wieder dankbar in den letzten Jahren viele andere Autoren und kreative Menschen kennengelernt zu haben und mittlerweile besteht ein großer Teil meines Freundeskreises aus anderen verrückten, tollen Buchmenschen. Ich bewundere sie alle, wie sie ihre Leidenschaften nebenberuflich oder hauptberuflich verfolgen und sie motivieren und inspirieren mich immer wieder. Gute Writing Buddies sind unersetzlich <3

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Ziel ist es mir stets Zeit für meine kreativen Projekte nehmen und vor allem meine Geschichten mit Lesern teilen. Ich verliere mich immer gerne in Büchern und so einige Geschichten haben mir schon sehr geholfen oder auch einfach die Stimmung/den Tag gerettet – das möchte ich gerne zurückgeben und unterstützen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das Schönste, neben dem Schreiben und Geschichten mit meinen Charakteren erleben selbst, ist für mich Feedback. Von Lesern oder Testlesern. Oder nachdem ich letztes Jahr zwei Mal bei 9lesen einen kleinen Ausschnitt aus meinen Manuskripten vorlesen durfte und hinterher neugierige Fragen nach mehr bekommen habe.

 

Eine kleine Kostprobe…

Eine kleine Kostprobe aus dem Anfang vom zweiten Kapitel von Zwischen dem Lügen.

Die Autoschlüssel lagen wie immer auf dem kleinen Beistelltisch bei der Treppe und ich machte automatisch den ersten Schritt darauf zu. Michael bewegte sich fast gleichzeitig mit mir. Ich war näher dran, doch kurz bevor ich zugreifen konnte, rutschten die Schlüssel weg, direkt in seine Hand. Ich starrte den Tisch an. Es gab keinen Grund warum er gewackelt haben sollte. Genau wie es vor Stunden in dem Lagerhaus niemanden gegeben hatte, der das Fenster vor meiner Nase schließen und verriegeln konnte. Übernatürliche Gaben. Konnte das wirklich sein? Ich schaute in die vertrauten grün-braunen Augen und fand Verständnis. Aber nicht die beruhigende Sorte.

„Du weißt Bescheid. Das hatte ich befürchtet.“ Er klang nicht ängstlich, eher enttäuscht. Als hätte ich etwas falsch gemacht. „Sarah, ruf an und sag Bescheid.“ Michael sprach ganz ruhig, aber er hatte meine Großmutter noch nie zuvor bei ihrem Namen genannt. Genauso wenig wie ich es tat. Er war zwar adoptiert, aber unsere Großeltern hatten nie Unterschiede zwischen uns gemacht. Sie nickte nur und entfernte sich ohne ein Wort zu mir in Richtung des Haustelefons.

Das alles ergab keinen Sinn. Michael musterte mich lauernd, als wartete er nur auf eine falsche Bewegung. Kälte breitete sich in mir aus und drang mit jedem Atemzug weiter vor. Zum ersten Mal in meinem Leben, war Michael nicht auf meiner Seite. Ein frischer Stich im Nadelkissen, in das mein Herz sich heute verwandelt hatte.

Er setzte dazu an, etwas zu sagen, aber ich wollte nichts mehr hören. In wenigen Schritten war ich an der Tür, hatte sie noch nicht komplett geöffnet, als ich sah, dass jemand draußen stand.

Kian hatte schon die Hand in Richtung des Klingelknopfs erhoben. Ich hielt inne, unsicher, wem ich mich lieber stellen sollte. Mein Bauchgefühl sprach sich für meinen Freund aus. Oder war er jetzt mein Exfreund? Doch gerade als ich das Haus verlassen wollte, merkte ich, dass es nicht ging.

„Ich kann dich nicht gehen lassen“, stellte Michael hinter mir fest. Als ob er genau wusste, dass ich mich nicht rühren konnte, egal wie verzweifelt ich es versuchte. Eingefroren hing ich in der Luft, konnte weder Arme noch Beine bewegen, nur Kian erschrocken anstarren. Er brauchte den Bruchteil einer Sekunde, um zu erkennen, dass etwas nicht stimmte. Seine Miene verfinsterte sich, er trat er vor und stieß die Tür so fest auf, dass sie meinen ohnmächtigen Fingern entglitt.

„Du!“ Pure Verachtung lag in Michaels Ausruf. Dann löste sich plötzlich die Blockade um mich herum wieder auf. Unvorbereitet fiel ich vorwärts und wäre unsanft auf der Veranda gelandet, wenn Kian nicht rechtzeitig einen Arm ausgesteckt hätte. Er gab mir Halt, schaute mich aber nicht an. Automatisch verfolgte ich seinen konzentrierten Blick. Gerade als sich meine Großmutter von hinten auf Michael stürzte. Ich blinzelte, aber die Szene vor mir änderte sich nicht.

„Wir müssen hier weg.“ Kian wartete meine Antwort nicht ab, sondern zog mich mit sich.


Kathy Wild

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Deborah N. May #ProjektArbeitstitel

Deborah N. May #ProjektArbeitstitel

Deborah N. May #ProjektArbeitstitel

Heute stelle ich euch eine Schweizer Autorin vor: Deborah N. May bei #ProjektArbeitstitel

Vor vielen Jahren hatte die deutlich jüngere Ausgabe von mir die Idee, ein Buch schreiben zu wollen. Sie setzte sich hin und begann. Hunderte Male. Aber fertig wurde sie nie. Weil sie keine Ahnung hatte, wie man das macht. Irgendwann hatte sie genug davon und wollte „es“ endlich anpacken. Also hat sie sich selber ausgebildet, zwei Jahre lang täglich gebüffelt, was eine Autorin alles so wissen muss. Vom ersten Wort bis zum fertigen Buch.

Sodala, da bin ich also. Deborah N. May, Autorin mit Leib und Seele. Ich lebe in der Schweiz (darum gibt’s bei mir auch kein β. In den Romanen natürlich schon.)

 

Das Honighurenhaus und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Das Debut, welches gerade veröffentlicht wurde, handelt von einer Schulabgängerin die in die USA reist, um die Freiheit zu finden. Leider findet sie etwas ganz anderes. Es ist ein New-Adult Roman für Frauen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Es ist ein Herzensprojekt, wie man so schön sagt, welches mich mehr als die Hälfte meines Lebens begleitet hat und nun endlich freigelassen wird.
Nebenbei habe ich ein Manuskript namens „Das HonigHurenHaus“ in der Testlesephase. Darin geht es um eine Mutter, die 1938 allen ihren Kindern und schließlich sich selbst das Leben nimmt. Rund 80 Jahre später zieht eine junge Malerin namens Jessica in das Nachbarhaus der sogenannten „Honighure“ (also die Kindsmutter von 1938) und von da an ändert sich ihr Leben schlagartig, denn auf einmal steht ein Schauspieler in ihrem Garten.

Nach einer Überarbeitung ist noch einmal eine Testleserunde angesetzt, bei diesem Buch nehme ich nur Testleser, die „Maysider“ sind. Das sind Deborah N. May-Insider, also meine Newsletterabonnenten. Die bekommen von mir ganz spezielle Aufmerksamkeit und haben ab und zu sogar die Möglichkeit, mit ihrer Meinung Details eines Romans zu beeinflussen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
„Der letzte Bus nach Talmey“ ist ja jetzt gerade herausgekommen, da kann ich kaum noch was tun, ausser das Buch „an die Frau“ bringen. „Das HonigHurenHaus“ ist für im Oktober geplant, mal sehen, ob ich das so hinbekomme. Für ein paar Sekunden lehne ich mich jetzt mal zurück und schaue, was passiert.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Sehr gerne. Es gibt einen weiteren Roman, der Arbeitstitel ist „Alexa und das Schiff“. Darin geht es um einen jungen Mann, der mit seinem Lebensgeheimnis erpresst wird. Alexa hingegen, die reist nach England um ein Schiff zu verkaufen. Dumm, es wurde eingebrochen und sie eingeschneit. Natürlich kreuzen sich Alexas und Nicks Wege, Liebe ist im Spiel aber das ist gar nicht so einfach, wenn man etwas zu verbergen und den Kopf voll mit anderen Dingen hat. Die Namen der Protagonisten sind noch nicht fix, ich habe neuerlich gelesen, dass Leserinnen genervt über bestimmte Männernamen in Romanen sind. Unter anderem „Nick“. Mal sehen, wie ich mich da entscheide. Mir gefällt der Name gut. Er ist auch weder besonders muskulös, noch blauäugig mit dunklen Haaren, nicht 1.90 gross und ebenfalls kein anfänglicher arroganter Schnösel, soviel kann ich zu den Klischees schonmal verraten.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Eigentlich der Umgang mit Social Media. Ich mag es, aber es ist ein elender Zeitfresser. Sich da abzugrenzen und es trotzdem sinnvoll zu nutzen, das ist ein langer Lernprozess.

Hast du eine Schreibroutine?
Sobald ich Zeit habe, setze ich mich hin. Aber zwei Vormittage sind fix, da gibt’s nichts anderes, auch kein Zahnarzt. In diesen Zeiten schreibe ich aber nicht immer, da ich momentan noch vier Manuskripte (Rohfassung) bereit habe. Dann mache ich mir selber Pläne, gestalte einen Kalender (momentan zum Thema: Von der Idee zum veröffentlichten Roman in 12 Monaten. Zum reinschreiben und abhaken.) oder gestalte Werbung.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Mach es exakt so, wie du es gemacht hast, liebe Deborah.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Da gibt es ganz viele. Mich inspirieren Menschen, die nicht aufgeben, die sich Ziele setzen und diese dann auch erreichen. Geht nicht immer einfach und schnell, aber es geht.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Naja, vom Schreiben leben natürlich! *hüstel* Wer will das nicht … seine Leidenschaft zum Beruf machen?

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das allererste „Ende“ unter ein Manuskript zu schreiben. Und das Feedback von den ersten Lesern.

 

 

Eine kleine Kostprobe…

Ui, so kurz? Bin ich gar nicht gewohnt. Na gut, ich versuch’s mit einer Kurzgeschichte.

Flieder

Ein schlichtes Wort ist in der Lage, eine Seele zu retten. Anna kam aus einem Leben, in welchem die Schönheit einer Blume keine Rolle spielte. Nie hatte Anna von ihren Eltern eine einzige Blüte bekommen, nicht einmal an ihrem Geburtstag, nein, sie taten, als wäre dies das nutzloseste Gut der Erde.

Aber Anna liebte Blumen, sie würde für sie sterben.

Sie war die Strasse entlang gehastet, rüber zur Brücke, die im Wind klapperte. Ihre Eltern würden den Zettel bemerken und vielleicht nach ihr suchen.

„Blumen? Zu teuer!“, hatte ihre Mutter jeweils gesagt und der Vater hat gerumpelt: „Was willst du mit dem Scheiss?“

Wieder und wieder hatte Anna sich am Wegrand oder von einer Wiese welche gepflückt, in alte Yoghurtbecher gesteckt und sich daran erfreut.

Wenn Mutter es bemerkte seufzte sie und Vater schüttelte den Kopf.

Anna war nichts anderes übrig geblieben. Auf den Zettel hatte sie nur ein Wort geschrieben. Dann war sie losgerannt. Die Brücke war ihre letzte Rettung. Es waren nicht nur die fehlenden Blumen, aber dies war mit Abstand das Traurigste. Ihren Eltern würde ein Licht aufgehen – und eins erlöschen.

Jetzt lag sie in einer Holzkiste, Deckel drauf. Um sie herum Menschen mit entsetzten Blicken und ein Meer aus Flieder. Endlich hatten sie es begriffen.


Deborah N. May

 

Veröffentlichungen:

„Der letzte Bus nach Talmey“, auf amazon* kaufen

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Magret Kindermann #ProjektArbeitstitel

Magret Kindermann #ProjektArbeitstitel

Magret Kindermann #ProjektArbeitstitel

Die liebe Magret Kindermann, die ich euch heute bei #ProjektArbeitstitel vorstellen möchte, hat ein Händchen für schöne, nachdenkliche Worte und besondere Texte.

Ich bin Magret und schreibe Geschichten, seitdem ich das Schreiben lernte.

2011 oder 12 veröffentlichte ich in einem Blog Geschichten über Begegnungen beim Bahnfahren. Die waren oft eine Mischung aus Fiktion und Wahrheit. Ich erinnere mich an ein Paar, dessen Liebesgeschichte ich über Monate hinweg immer weiter erzählte, jedes Mal mit anderen Personen bestückt. Bis zum Schluss, denn leider trennten sie sich. Durch diesen Blog schrieb ich zum ersten Mal regelmäßig und mir wurde bewusst, dass ich so besser wurde. Aber erst Ende  2015 begann ich ernsthaft mit dem Schreiben und damit mit meinem Debüt. Diesen Sommer veröffentlichte ich mein viertes Buch, das erste in einem Verlag. Der New-Adult-Roman „Killing Zombies and Kissing You“ erschien im GedankenReich Verlag.

 

Die Feindin des Todes und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Zum ersten Mal schreibe ich Fantasy. Das ist ein Genre, das ich eigentlich gar nicht ausstehen kann. Aber das Prinzip finde ich toll und das will ich umsetzen. Aber mal gucken, ich bin nämlich kein Plotter oder Worldbuilder. Vielleicht setze ich das Projekt auch total in den Sand. Dazu kommt, dass ich momentan fast nur mit einer Hand tippe, weil mein Baby nur auf mir schlafen will. Erschwerte Bedingungen also.

Es geht um den Tod, der sich in ein Mädchen verliebt. Es ist eine Welt, in der kein Gott angebetet wird, sondern der Tod, voller Furcht vor dessen Macht. Also wird das Mädchen gemieden, selbst von ihrer Familie. Es verführt den Tod, sich sein Herz einzusetzen, um sich der Liebe ganz hingeben zu können, denn sie hofft auf sein Mitleid. Das tut er, doch die neuen intensiveren Gefühle machen ihn rasend. Aus Eifersucht tötet er den Verlobten der inzwischen jungen Frau und macht sie unsterblich, um sie für immer behalten zu können. Damit hat er allerdings gesorgt, dass sie damit eine Waffe gegen ihn hat. Zum ersten Mal hat der Tod eine Feindin …

Eigentlich ist dieses Projekt nur die Vorgeschichte eines weiteren Fantasy-Romans, in der sie ebenfalls eine Rolle spielt. Hoffentlich stolpere ich da nicht in etwas hinein, das mich jahrelang verfolgt. Der Arbeitstitel lautet sehr unkreativ: Der Tod und das Mädchen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Es gibt keine Pläne. Beziehungsweise momentan lautet der Plan, wenigstens ab und zu ein bisschen zu schreiben. Durch das Baby bin ich zwangsläufig in einer Pause und ich denke, bis zum nächsten Sommer wird nicht viel passieren. Bisher habe ich 749 Wörter, alle mit einer Hand geschrieben.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich hab Bock auf einen Krimi, sowas zwischen Agatha Christie, Gone Girl und Tana French. Außerdem hab ich noch was Experimentelles mit dem Arbeitstitel „Zuckerschock“ angefangen. Das wird wohl was Kürzeres und dafür Hartes. Ach ja, eine Fortsetzung meiner Novelle „Tulpologie“ wartet auch noch. Sie spielt in den 70ern und Marlene ist in einer Beziehung, in der sie sich hundertprozentige Ehrlichkeit schwören. Das wird „Himmelogie“ heißen.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Ich kann das. Wirklich, diese Erkenntnis ist bereichernd und machte für mich einen gigantischen Unterschied aus. Mein Debüt schrieb ich, um mal ein Buch geschrieben zu haben. Um nichts zu bereuen. Weiter schrieb ich, weil ich erkannte, dass ich gut bin und dass Bücher schreiben gar nicht so unmöglich schwer ist.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deiner ersten Veröffentlichungen und deinen jetzigen Projekten?
Ich traue mich mehr, Regeln zu brechen, aber auch, welche einzuhalten. Insgesamt bin ich selbstsicherer geworden. Ich denke weniger daran, was die Leser über mich denken, stattdessen will ich was Echtes, Wahres erschaffen. Es geht beim Werk nicht mehr um mich, die Autorin dahinter, sondern um die Geschichte.

Die Genres fliegen bei mir wild durcheinander. Am liebsten werde ich nicht in welche eingeordnet. Aber dazu kann man sagen, dass ich mir eingestehe, mich mit dem Schreiben mehr dem Geschmack der Masse anzupassen. Ich glaube – und es ist mir unangenehm, das zuzugeben –, dass ich früher zu eingebildet war, um weniger intellektuell zu schreiben. Jetzt habe ich erkannt, dass eine Geschichte über Zombies und Liebe nicht weniger intelligent oder künstlerisch sein muss. Im Gegenteil, eine solche Mischung ist richtig geil.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Am schwersten fällt mir das Weiterschreiben nach einer langen Pause. Dann traue ich mich nicht mal, das Projekt zu öffnen, und finde es scheiße. Ist es erst mal geöffnet, finde ich es plötzlich klasse und es geht wieder. Aber in der Zwischenzeit fühlt es sich an wie Versagen.

Hast du eine Schreibroutine?
Mein Debüt „Zwei Königinnen“ schrieb ich innerhalb eines Jahres in Vollzeit. Ich nahm mir 1.500 Wörter täglich vor, einen Tag die Woche hatte ich frei. Ich war zwischendurch aber auch mal in Griechenland und Budapest zur Selbstfindung. Das Schreiben ging überraschend flott, im Sommer war ich fertig und korrigierte schon. Die „Tulpologie“ und „Und dein Leben, dein Leben“, schrieb ich zwischendurch, das war Wahnschreiberei, fast am Stück. „Killing Zombies and Kissing You“ schrieb ich irgendwie zweigeteilt, denn der Beginn meiner Schwangerschaft brachte mich aus dem Konzept. Das Interesse des Verlages rüttelte mich Monate später wach und ich schrieb den Rest. Bisher gibt es also keinerlei Routine für mich. Ich kriege das Schreiben gut unter, weil ich keine Serien gucke, denke ich. Aber der Alltag mit Baby wird mir nun zeigen, was es heißt, wirklich nicht schreiben zu können.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Mach dir nicht so viele Gedanken, wie ein Buch zu sein hat. Und sei gewissenhafter und nicht so ungeduldig.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich mag, wie Jennifer Lawrence mit ihrem Erfolg umgeht, wie Muhammad Ali überzeugt Werbung für sich selbst machte, wie furchtlos sich Freddie Mercury sich seinem kreativen Wahn hingab, wie schamlos ehrlich Anaïs Nin schreibt und wie zärtlich Milan Kundera dies tut.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Noch tausend Geschichten schreiben können und dass diese gelesen und verkauft werden, denn ich will auf jeden Fall vom Schreiben leben können. Das sollte ich in den nächsten fünf Jahren schaffen können, oder?

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Meine erste Buchmesse in Leipzig, denn dort traf ich Menschen, die diese seltsame, schreibwütende Seite an mir sehr gut von sich selbst kannten. Ich war nicht mehr allein damit. Und ich dachte, ich bin der einzige Mensch, der so tickt.

 

 

Eine kleine Kostprobe…

Da öffnete das Neugeborene ein Auge. Neugierig beugte er sich über es. Er hatte schon mit Säuglingen zu tun gehabt, aber da waren sie meistens schon tot gewesen. Seine Schwester hatte drei Kinder bekommen, doch nach den Geburten hatte man ihn nicht eingeladen. Den Tod hält man lieber auf Abstand, selbst wenn er der Bruder war. Dieses Kind war anders. Dieses war am Anfang seines Lebens, an Tag Null.

»Niemand ist gerade so weit von mir entfernt wie du«, sagte er.

»Was sagt er?«, flüsterte die Alte.

»Lauter!«, sagte die Köchin.

Der Tod hob den Kopf und betrachtete das Wesen mit dem einen blauen Auge vor sich. An schönen Tagen war das Moor genauso blau, doch diese Tage waren selten. Er hob seine Hand über den Korb. Die Augen der Frauen wurden größer. Der Tod machte hilflos eine Handbewegung, als würde er Salz über das Mädchen streuen.

»Bist du überhaupt eine gute Fee?«, fragte die Köchin und stemmte einen Arm in die Hüfte. Es musste der sein, mit dem sie immer die Eier aufschlug, denn der Bizeps war deutlich zu sehen.

»Er hat’s gesagt!«, rief die Alte. »Mich trifft keine Schuld, ich habe überall gesucht und er hat’s gesagt.«

»Ich bin die beste gute Fee, die ihr hättet finden können und das gerade war erstklassige Magie. Macht man jetzt überall so, hat euer Moorloch wohl noch nicht erreicht.«

Die Köchin blickte ihn länger an. »Wir haben auch nur dich. Also mach fertig, drei Gaben und so und dann raus hier.«

Der Tod hatte sich wieder dem Mädchen genähert. Hallo, hallte es in seinem Kopf. Erschrocken fuhr er zusammen. Es hatte nicht wirklich das Wort benutzt, aber es war die Bedeutung dessen gewesen, das Kind hatte ihn begrüßt. Und es sagte noch mehr. Es sagte: Guck mal. Mit dem zweiten Auge, das es öffnete, zeigte es dem Tod seine Seele.

Tränen stießen ihm in die Augen. Ergriffen wischte er sie sich weg und schniefte. Die Seele war zwar jung und ungestüm, doch sie war stark und hatte eine Ruhe, die ihn in die Knie zwang. Während ganz Jui an nichts Übermenschliches als den Tod glaubte, begann eben dieser an Götter zu glauben.

»Darf ich es halten?«, fragte er.

Da lächelte selbst die Köchin.

Mit Fingern, die sonst eher zupackten und würgten, hob er das Neugeborene aus dem Hängekorb und hielt es sich an sein flatterndes Herz. Die Seele des Kindes flocht ein Band aus ihrer Selbst und schnürte es um das Organ des Todes, das sich sofort beruhigte. Die Körperwärme des Kindes ließ ihn schwindeln. Er spürte den starken Drang, am Köpfchen zu riechen. Durfte er das? Das wäre sicher merkwürdig.

»Also gut, drei Gaben«, sagte er und wiegte das Geschöpf in seinen Armen. »Ich wünsche dir, dass die, die dich am meisten lieben, immer an deiner Seite bleiben. Ich wünsche dir, dass du die Ruhe im Sturm bist. Ich wünsche dir, dass du erkennst, was du suchst, was du willst und was du brauchst.« Er drückte einen Kuss auf die winzige Stirn und das Kind schloss schnell die Augen.

»Das war schön«, seufzte die Geburtshelferin, die mit blutigen Händen auf einem Schemel saß und das Putzen vergessen hatte.

 


Magret Kindermann

 

Ihre bisherigen Veröffentlichungen:

  • Zwei Königinnen“ (Februar 2017)
    • Soft Sci-Fi, SP bei Twentysix – auf amazon* kaufen
  • Tulpologie“ (Oktober 2017)
    • Novelle, SP bei Twentysix – auf amazon* kaufen
  • Und dein Leben, dein Leben“ (März 2018)
    • Novelle, philosophischer Thriller, SP bei Twentysix – auf amazon* kaufen
  • Killing Zombies and Kissing You“ (Juli 2019)
    • New Adult, Endzeit + Romance, im GedankenReich Verlag

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Marco M. Anders #ProjektArbeitstitel

Marco M. Anders #ProjektArbeitstitel

Marco M. Anders #ProjektArbeitstitel

Der Hashtag #Maggophonie kommt nicht von ungefähr! Marco M. Anders, den ich euch heute bei #ProjektArbeitstitel vorstellend darf, ist nicht nur ein fabelhafter Autor mit einem Talent für witzige Texte, spitze Pointen und spannende DSA Abenteuer, sondern hat auch eine „Karamell-Frappuccion-Stimme“. Oh yeah!

Hi! Mein Name ist Marco, aber so nennen mich nur mein Vater, das Finanzamt und die Polizei. Für alle anderen bin ich Maggo, mit variabler Sanftheit der Aussprache des Doppel-G.

Ich komme aus Darmstadt und lebe dort auch heute wieder. Beruflich bin ich als Softwareentwickler, IT-Techniker, Dozent in der Seniorenbildung und ab und zu als Texter tätig. Ab und zu versuche ich mein Informatikstudium zu Ende zu bringen. In meiner Freizeit spiele ich viel (Video-, Rollen- und Brettspiele), beschäftige mich mit meinem Hund Django oder verbringe viel zu viel Zeit mit der Erschaffung fremder Welten, die niemand je zu Gesicht bekommen wird.

Mein erstes „Buch“ war ein Bilderbuch, welches ich mit acht oder neun Jahren im Kinderhort gemalt und geschrieben habe. In der Schule gerieten meine Erzählungen und Berichte oft zu lang und fantastisch, aber meine liebste Erzählform war lange Zeit die mündliche Erzählung, die ich vor allem über Pen&Paper-Rollenspiele ausgelebt habe. Als Schriftsteller im klassischen Sinne bemühe ich mich erst seit einem großen gesundheitlichen und beruflichen Umbruch in meinem Leben vor vier Jahren.

 

Alternative Zombie Western und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich schreibe gerade an einem Alternative History Zombie Western… oder so. Das Projekt hat noch keinen Namen, weswegen ich ganz entgegen meiner sonstigen Plotter-Natur darauf hoffe, dass mich im Laufe der Entstehung irgendein toller Titel anspringt.

Die Geschichte spielt in einer alternativen Version der 1860er Jahre, in der fünf Sechstel der Menschheit praktisch über Nacht jegliche Persönlichkeit und Intelligenz verloren und zu „Gefallenen“ wurden die nun, je nach Kontinent von verschiedenen Urinstinkten geprägt, ihr Dasein als Sklaven, Nutzvieh, Naturgewalt oder heilige Wesen verbringen.

Der Protagonist Chuck verliert seine gesamte Familie an diese Plage, verkauft die Familienranch im Hinterland von North Carolina und flieht in den Wilden Westen, wo alles irgendwie besser aber auch sehr viel schlechter ist. Einige Jahre später ergibt sich die Möglichkeit mit Profit aus der Sache herauszukommen, aber nicht ohne sich mächtige Feinde zu machen. Natürlich läuft es nicht so wie geplant und Chuck trifft auf Ninette, eine indigene Medizinfrau und Zahnärztin, und Amanda, ihre Ziehtochter teils afrikanischer Abstammung. Ninette bietet ihm einen Haufen Geld, wenn er sie nach Florida bringt, wo die Zombies eine eigene Gesellschaft haben sollen, angeführt von karibischen Schamanen, sprechenden Alligatoren und Orakelbäumen, und auf Weiße überhaupt nicht gut zu sprechen sind…

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Erst einmal fertig schreiben, hm? Ich habe nichts gegen Selfpublishing, werde aber definitiv erst einmal auf Verlagstour damit gehen und schauen, ob sich ein Interessent dafür findet. Dabei habe ich keine große Eile; Erstlingswerke schreibt man ja bekanntlich für die Schublade.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Oh so viele… zwei meiner Welten haben ein Eigenleben angenommen und werden immer mal wieder bearbeitet.

Da wäre zum einen das Sternenpilger-Universum, in welchem die Menschheit sich über die gesamte Milchstraße ausgebreitet hat, ohne jedoch Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit erreicht zu haben. So liegen die verschiedenen Sternensysteme praktisch unendlich weit auseinander und werden nur von den Schiffen eines uralten Kults im Kontakt gehalten, der über die Jahrhunderttausende alte Technologie, Sprache und Kultur erhalten hat, um eine Kommunikation zwischen den Zivilisationen überhaupt erst zu ermöglichen. Eine Novelle und eine Kurzgeschichte sind bereits fertig, zwei Romane sind derzeit geplottet: Ein Krimi und ein Horrorthriller.

Das zweite Dauerprojekt ist meine Fantasywelt Merina, die neben grob niedergeschriebenen 1.800 Jahren Geschichte, vier größeren Imperien, zwei sehr unterschiedlichen Spezies humanoider Echsenwesen und einem den Planeten umspannenden Netz fliegender Hügel bereits diverse Kurzgeschichten und eine Novelle beheimatet. Die Geschichten spielen alle im Umfeld von Halbard, einem zur Unsterblichkeit verfluchten Söldner, der das Ende der Welt knapp verpasste und nun dabei helfen muss dieses herbeizuführen und entweder zu Ende zu bringen oder eben zu verhindern. Vier Romanideen sind grob ausgeplottet, wobei mein Favorit eine Erzählung um die Machenschaften eines politisch begabten Hofnarren ist, welcher die wahre Macht hinter dem Thron darstellt und, trotz aller gegenteiligen Bemühungen seines Herzogs, mit besten Kräften versucht seine Heimat sicher durch schwierige Zeiten zu lenken.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Anzufangen. Sobald ich einmal am Tisch sitze und die ersten Wörter geschrieben sind, habe ich eigentlich keine Probleme. Meine Eigenheiten kenne ich mittlerweile, sodass Ablenkungen oder Schreibblockade keine Herausforderung mehr sind. Aber meinen Arsch einfach mal in den Stuhl zu setzen und tatsächlich anzufangen ist jeden Tag ein Kampf, den ich öfter verliere, als dass ich ihn gewinne.

Hast du eine Schreibroutine?
Trotz meiner vielen Tätigkeiten habe ich vergleichsweise viel Zeit, da ich alles nur in Teilzeit oder stundenweise mache. Trotzdem habe ich keine Schreibroutine, denn diese Flexibilität bezahle ich mit schlechter Planbarkeit. Wann ich Zeit und Ruhe finde tatsächlich etwas zu schreiben ist von Tag zu Tag und Woche zu Woche anders.

Einzige Konstante ist, dass ich Hintergrundbeschallung brauche. Meine Sammlung von Playlists auf YouTube, Soundcloud und Spotify hat epische Ausmaße angenommen, hilft mir aber auch dabei jederzeit in die gewünschte Stimmung zu kommen.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Sei egoistischer! Schade anderen nicht, aber nimm dir was du brauchst. Es ist niemandem geholfen, wenn du dich für andere aufopferst und am Ende unglücklich damit wirst. Und hol dir gute, dämpfende Kopfhörer. Du wirst es mir danken.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Vorbilder nicht, aber ich bewundere William Gibson als Schriftsteller. Sein Stil spricht mich auf einer unterbewussten Ebene an, sodass ich gar nicht sagen kann was mich an ihm so inspiriert, aber ich kann eigentlich jedes seiner Bücher aus dem Schrank ziehen, eine beliebige Seite aufschlagen und ein paar Absätze lesen und schon habe ich Lust Geschichten zu erzählen.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Nachdem meine privaten und professionellen Verhältnisse mittlerweile einigermaßen geordnet sind, möchte ich das auch für meine kreativen Bestrebungen erreichen. Einen vollen Tag pro Woche nur fürs Schreiben zu haben – ohne dafür an anderer Stelle hetzen oder merklich zurückstecken zu müssen – wäre eine feine Entwicklung für das kommende Jahr.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Die Lesung von 9lesen in Frankfurt 2018. Der Abend, die Leute, die Geschichte, meine diabolische Lache, es passte einfach alles zusammen und die Rückmeldungen im Nachgang waren wunderbar. Danach war das Selbstbewusstsein erstmals größer, als die ewig nagenden Zweifel.

 

 

Eine kleine Kostprobe…

Na klar! Ein Abschnitt aus dem alternative Zombie Western:

Samuel winkte ihm zu, als er aus der Versenkung hervor kam und trabte zu ihm herüber. Neben ihm angekommen fiel er in einen sanften Trott und setzte das gleiche, nichtssagende und doch aufmunternde Lächeln auf, das seinen ergrauenden Bart so oft zierte. Sein roter Hut war etwas nach hinten verschoben, sodass seine kahlen Stirn, die er sonst gut versteckte, darunter hervorschaute. Sein Gewehr hing ungeladen und falsch herum seitlich am Sattel.

„Dachte fast, du hättest dich davon gemacht“, sagte er.

„Isaac schuldet mir noch Geld. Bevor ich das habe werdet ihr mich nicht los“, antwortete Chuck.

„Sag ihm das nicht. Sonst zahlt er dich nie aus und du darfst seine Herden bis ans Ende aller Tage begleiten“, sagte er und lächelte nur mit dem Mund. Sein Blick glitt zur besagten Herde herüber und das Lächeln war wie weggewischt.

„Oder noch länger“, fügte er leiser hinzu.

„In Assock Springs gibt es einen Sheriff und einen Notar. Der Sheriff ist neu, habe ich gehört. Kommt von der Küste, will was verändern. Da lasse ich mir die Forderung beglaubigen und ziehe notfalls durch ganz Arkansas, bis kein Finanzier ihm auch nur noch einen Cent vorschießt. Reputation ist alles, wie er immer sagt und hier draußen hat er vielleicht sogar recht damit. Also trete ich da hin, wo es ihm weh tut.“

Samuel hört mit unbewegter Miene zu. Nur seine Augen wanderten umher, nach potenziellen Mithörern suchend. Er spuckt aus und fuhr sich mit der Zunge über die Zähne.

„Du hast Eier, aber damit machst du dir  Feinde. Einflussreiche Feinde. Isaac kennt hier draußen jeden oder zumindest jeden, der es Wert ist, dass man ihn kennt. Damit verbaust du dir vielleicht alles.“

„Wen kümmerts? Ich will sowieso weg“, antwortet Chuck. Er wich dem Blick seines Kollegen aus, sah über die schmutzige Herde hinweg zum Horizont und fühlt, wie der Wind die Richtung wechselte, bevor er es roch.

„Woanders ist es genauso. Die Menschen sind überall gleich, mehr oder minder. Du rennst nur von einem Drecksack zum nächsten. Und bevor du das machen kannst, musst du erst mal mit den Drecksäcken hier fertig werden. Egal vor welchen Richter das geht, Isaac kennt entweder ihn oder den Kerl, der ihn auf seinen Posten gehievt hat. Die Aasfresser hacken sich nicht gegenseitig die Augen aus. Und in der Zwischenzeit musst du sehen wo du bleibst.“

Chuck war versucht Samuel zu fragen, ob er seinen Plan gerade eben so gründlich durchdacht hatte oder ob er aus Erfahrung sprach. Aber Samuel hätte nur gelächelt und den Kopf geschüttelt.

„Die Feds machen Jagd auf die Herder. Auf ihr Geld. Uncle Sam will seinen Anteil. In Little Creek Hallows hat ein Marshall einen erschossen, als der sich nicht enteignen lassen wollte. Seine Handlanger haben danach den Marshall kalt gemacht, aber jetzt hängen ihnen die Kopfgeldjäger wie die Fliegen am Arsch. Da tut sich was, sage ich dir.“

Samuel seufzte.

„So aufrechte Marshalls gibt es hier nicht“, sagte er.

„Nein, aber genug Leute, die einem Herder in den Rücken schießen würden, wenn sich die Gelegenheit ergibt“, antwortete Chuck.

 


Marco M. Anders

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Vanessa Glau #ProjektArbeitstitel

Vanessa Glau #ProjektArbeitstitel

Vanessa Glau #ProjektArbeitstitel

Für diese wundervolle Autorenkollegin durfte ich auch schon testlesen und kann euch sagen: Merkt sie euch! Heute zu Gast bei #ProjektArbeitstitel Vanessa Glau.

Hallo, ich bin Vanessa Glau und schreibe wie viele von uns schon seit ich denken kann.

Autorin war tatsächlich einer meiner ersten Berufswünsche! Als Teenager habe ich vor allem Kurzgeschichten und düstere Gedichte geschrieben, seit dem NaNoWriMo 2009 auch Romane. Bisher habe ich noch kein eigenes Buch veröffentlicht, dafür drei Kurzgeschichten in den Anthologien Sehnsuchtsfluchten, Briefe aus dem Sturm und Herzgezeiten, die von Nikas Erben herausgegeben werden.

 

Nachtgesichter und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Mein Hauptprojekt sind die Nachtgesichter, ein Urban Fantasy-Kurzroman, der im Tokio der Gegenwart spielt und sich um einen Shinto-Schrein, magische Füchse und die Suche des Protagonisten nach einem richtigen Zuhause dreht. Diesen Roman habe ich ungefähr im Frühling 2018 begonnen und bin jetzt dabei, ihn zu überarbeiten.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Ich habe auf jeden Fall vor, die Nachtgesichter zu veröffentlichen! Bald werde ich sie an einige Verlage und Agenturen schicken, die ich mir schon herausgesucht habe. Falls dabei nichts herauskommt, kann ich mir aber auch vorstellen, den Roman selbst zu veröffentlichen … Es reizt mich, alles selbst bestimmen zu können, aber von effektiver Bewerbung habe ich keine Ahnung und auch keine Lust, mich damit zu beschäftigen (haha), daher hoffe ich schon eher auf den traditionellen Verlagsweg.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ja, nebenbei arbeite ich an einem neuen Roman mit dem Arbeitstitel Arboretum, über den ich noch nicht allzu viel sagen will … nur, dass die Geschichte in eine ganz andere Richtung geht als die Nachtgesichter und (bisher) weniger fantastisch ist. Außerdem schreibe ich immer wieder die eine oder andere Kurzgeschichte, wenn mich eine Idee nicht mehr loslässt.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Auf jeden Fall die Überarbeitung, genauer gesagt der Plot. Vielleicht habe ich noch zu wenig Erfahrung darin, aber ich traue meinem Urteil nicht so recht und weiß nie, ob die Plotlöcher, die ich zu sehen glaube, auch von Lesern so wahrgenommen werden oder ob es große Schwächen gibt, die ich total übersehe. Daher sind Testleser für mich sehr wichtig! Auf ihre Kritik kann ich dann aufbauen und umstrukturieren, wo es nötig ist. Manchmal habe ich auch Probleme, gute Lösungen für Plotlöcher zu finden und auf natürliche Art und Weise einzubauen, aber ich glaube, in der Hinsicht haben mir die Nachtgesichter schon viel beigebracht. Allerdings versuche ich auch immer, den Plot im Vorhinein so zu konstruieren, dass ich nachher nicht mehr viel daran schrauben muss.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe neben meinem Brotjob. Da ich aber selbständig bin und momentan nicht Vollzeit arbeiten muss, kann ich mir vergleichsweise viel Zeit fürs Schreiben nehmen und bin sehr dankbar dafür! Momentan ist alles etwas durcheinander, da ich bis Ende September noch meine Masterarbeit schreibe, aber grob gesagt ist mein Tag dem Brotjob und der Abend dem Schreiben, Lesen, Nachdenken etc. gewidmet. Früher habe ich versucht, jeden Tag zu schreiben, inzwischen gehe ich das lockerer an.

Wenn ich am NaNoWriMo teilnehme (was ich seit 2009 jedes Jahr getan habe und weiterhin vorhabe), sind 1700 Wörter pro Tag mein Ziel. Zu anderen Zeiten setze ich mir vielleicht ein loses Ziel von 1000 geschriebenen Wörtern oder einer Stunde Überarbeitung pro Tag, zwinge mich aber auch nicht jeden Tag dazu. Wenn ich merke, dass ich nicht in der richtigen Stimmung oder zu müde bin, pausiere ich auch ein paar Tage, um dann mit frischer Energie zur Geschichte zurückzukommen.

Eigentlich kann ich über meine Schreibroutine nur sagen, dass ich ständig an irgendetwas arbeite. Alles andere ist flexibel und ich experimentiere auch gerne herum, um zu sehen, ob ich noch irgendwo optimieren kann …

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Ja, du kannst Worte zu Papier bringen, aber halt ab und zu auch inne und frag dich, was dahinter steckt. Welche Botschaft willst du damit nach außen tragen, warum schreibst du gerade diese Geschichte und keine andere, was bedeutet sie dir und was willst du später damit anfangen? Rückblickend scheint mir, ich habe mich sehr lange sehr stark auf die Form konzentriert (deshalb sind meine „Rohfassungen“ jetzt so hübsch), ohne allzu viel über Handlung, Spannungsbogen oder die Botschaften zwischen den Zeilen nachzudenken. Schreiben an sich ist toll, aber wenn dieses Schreiben gelesen werden soll, muss man sich meiner Meinung nach irgendwann Gedanken über diese Fragen machen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Die Menschen, die mich immer wieder am meisten motivieren, sind auf jeden Fall meine Autorenkollegen auf Twitter: Magret, Julia, Denny und einige andere. Ich bewundere ihr Schreiben, ihre Ideen und sie sind wunderbare Testleser. Ohne die Gespräche mit ihnen wäre ich bestimmt nicht so schnell dorthin gekommen, wo ich jetzt bin, vielleicht auch überhaupt nicht. Daneben finde ich es immer wieder sehr inspirierend, auf Buchmessen mit Autoren und Buchmenschen zu plaudern.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich wünsche mir, die Nachtgesichter bei einem Verlag veröffentlichen zu können, der den Kern der Geschichte erkennt, schätzt und für die Veröffentlichung gut umsetzen kann – am liebsten im nächsten Jahr. Abgesehen davon wünsche ich mir, danach noch viele Romane und Kurzgeschichten veröffentlichen zu können, egal ob traditionell oder als Selfpublisher. Irgendwann würde ich auch gerne eine Kurzgeschichtensammlung herausgeben, was wahrscheinlich kein Projekt für einen Verlag ist.

Und dann wünsche ich mir einfach, dass jeder meiner Romane besser wird als der davor.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Auf jeden Fall der Abend, als ich im Rahmen von 9lesen auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse aus den Nachtgesichtern lesen durfte! Das war meine erste Lesung seit langer Zeit (insgesamt meine zweite) und dann bekam ich so viele liebe Worte zur Geschichte, dass sie etwas ganz Eigenes wäre und dass sie Sehnsucht nach Japan hervorgerufen hätte … Genau dieses japanische Feeling war mein Ziel beim Schreiben, daher kann ich gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber gefreut habe, dass es genauso bei anderen angekommen ist.

 

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus dem Prolog der Nachtgesichter, in dem der jugendliche Protagonist Maru sich in einem überfüllten Café zu einem etwas älteren Mädchen an den Tisch setzen muss und eigentlich lesen will:

Gerade als ich mich auf die Schauspiele und Gedankenkriege eingestimmt hatte, die Mishima in Bekenntnisse einer Maske beschrieb, sprach das Mädchen mich an. „Er muss sehr eingebildet gewesen sein, meinst du nicht?“

Ich sah auf. Tatsächlich waren ihre Augen nicht nur dunkel, sondern tiefschwarz und glänzend wie im traditionellen Stil lackierte Bento-Boxen, einzig die aufgemalten Blumen fehlten. In diesen Augen erkannte ich jedoch nichts, das Grün und Wachstum gefördert hätte. Anders gesagt: Weder Regen noch Sonnenschein würden eine besondere Wirkung auf sie ausüben.

Da sie mich locker angesprochen hatte, ließ auch ich die Höflichkeit fallen. „Wie kommst du darauf?“

„Er nimmt an, dass kein Mensch dem anderen die Gefühle und Gedanken ansehen kann. Ist es nicht vermessen, von sich selbst auf andere zu schließen?“ Ich fragte mich, von welcher staatlichen Uni diese gewählte Ausdrucksweise auf sie abgefärbt hatte. An einer Kurzuni hatte sie bestimmt nicht gelernt, so über Literatur zu diskutieren.

Ich dachte nach, musste erst die richtigen Worte finden. „Wäre es andererseits nicht auch vermessen, Verständnis und Mitgefühl zu heucheln, obwohl man keines verspürt?“

„Natürlich. Dennoch leben wir in einer Gesellschaft, in der alle sehr eng miteinander verknüpft sind. Jemand, der nicht das geringste Gespür für seine Mitmenschen zeigt, muss entweder sehr dumm oder sehr gleichgültig sein.“

„Willst du damit sagen, es ist eine Frage des Respekts?“

„Nein. Es ist etwas, das jeder auf natürliche Art und Weise lernt, indem er in der Gesellschaft lebt. Schon im Kindergarten werden wir dazu erzogen, auf andere Rücksicht zu nehmen.“

Ich lehnte mich zurück. „Ich verstehe deinen Punkt. Aber gibt es nicht gewisse Dinge, die dem Blick von außen verborgen bleiben?“

„Für denjenigen, der richtig hinsieht, gibt es vieles zu entdecken. Beispielsweise habe ich gleich erkannt, dass du nicht oft mit anderen Menschen sprichst. Du grenzt dich ab, weil du dich unverstanden fühlst.“

 


Vanessa Glau

 

Bisherige Veröffentlichungen:

  • „Gespräche mit Bergen“ in Sehnsuchtsfluchten (2017 bei Twentysix), auf amazon* kaufen
  • „Abgesang“ in Briefe aus dem Sturm (2018 bei Twentysix), auf amazon* kaufen
  •  „Nachtschattengewächse“ in Herzgezeiten (2019 bei Twentysix), auf amazon* kaufen

 

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Nina C. Hasse #ProjektArbeitstitel

Nina C. Hasse #ProjektArbeitstitel

Nina C. Hasse #ProjektArbeitstitel

Eine der allerersten Rezensionen auf diesem Blog schrieb ich zum ihrem Buch! Heute bei #ProjektArbeitstitel Nina C. Hasse!

Hallo zusammen! Ich bin Nina, wohne in Münster und schreibe hauptsächlich Steampunk-Geschichten.

Etwa seit meinem 13. Lebensjahr schreibe ich mit dem Ziel, zu veröffentlichen. Bis dahin sollten aber noch einige Jahre ins Land gehen. Meinen Debütroman „Ersticktes Matt“, einen Steampunk-Krimi & der 1. Band der Floodlands-Reihe, habe ich nach fünfjähriger Schreibzeit im Sommer 2016 veröffentlicht.

 

Ad Lucem und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Oh, an Projekten mangelt es nicht! (Aber bei welchem Autor tut es das schon?) Aktuell arbeite ich an zwei Romanen. Zum einen natürlich den 2. Band der Floodlands-Reihe, in dem Gesichtsanalytiker Remy Lafayette wieder in der Pfahlbautensiedlung im East River auf Mörderjagd geht.

Und zum anderen ein Steampunk-Abenteuer, das den Arbeitstitel „Ad Lucem“ trägt und das ich gerne mit „Lara Croft meets Jules Verne“ anteasere. Wer Abenteuer, Schatzsuche, Indiana Jones usw. mag, wird dort bestimmt auf seine Kosten kommen.

Und exklusiv für meine Unterstützer bei Patreon schreibe ich noch an einem dritten, vielleicht etwas seltsam anmutenden Projekt. Es heißt „Die Schatten von Manhattan“ und handelt von einer Bande Straßenkatzen, die sich im New York der 1920er Jahre herumtreibt. Ein richtiges Catventure, sozusagen 😊

Und eine Veröffentlichung steht auch kurz bevor: In den vergangenen Monaten habe ich auch viel Zeit mit der Hafermann-Anthologie „Erntenacht“ verbracht, die am 6. Oktober erscheint. Insgesamt 17 Autoren haben sich in Kurzgeschichten deutscher Folklore beschäftigt. Ich freue mich sehr darauf, wenn ihr das Buch in einigen Tagen in den Händen halten dürft. Es war und ist ein großartiges Projekt, an dem wir Autor*Innen viel Freude hatten und ich hoffe, dass euch bald ebenso viel Vergnügen beim Lesen beschert.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Im kommenden Jahr möchte ich auf jeden Fall den 2. Band der Floodlands veröffentlichen, das ist aktuell meine Priorität Nr. 1. Dieser wird wieder im Self-Publishing erscheinen. Mit „Ad Lucem“ würde ich es gerne einmal bei einem Verlag versuchen, um mich in der Hinsicht breiter aufzustellen und noch einmal einen anderen Blickwinkel auf den Literaturbetrieb zu erhalten. Mal sehen, ob und wie das klappt.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe vor Kurzem den ersten Halbsatz eines Klappentextes geträumt und war sofort Feuer und Flamme, diese Idee zu Papier zu bringen. Bisher schwirren in meinem Kopf ein paar Figuren und das Setting umher, aber das ist alles sehr vage und braucht noch ein wenig Zeit zum Reifen. Zwei Schlagworte kann ich aber schon verraten: Steampunk (wer hätte es gedacht?) und Raumfahrt.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Dass es immer länger dauert, als man anfangs glaubt. Ich kann Zeit nicht sehr gut einschätzen, v. a. wenn es sich um langfristige Projekte handelt. Das hat mich oft aus der Bahn geworfen, weil ich es frustrierend fand, wenn ich das Gefühl hatte, es geht nicht zügig genug voran. Mittlerweile bin ich da entspannter – zumindest ein wenig. Ich möchte die bestmögliche Geschichte schreiben, zu der ich zu diesem Zeitpunkt in der Lage bin, und dafür brauche ich Zeit, Durchhaltevermögen und eine Menge Geduld. Ich bin kein schneller Schreiber, der ein oder mehrere Bücher pro Jahr veröffentlicht. Das zu akzeptieren, ist ein Prozess, der immer noch andauert.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
Ich gehe den Schreibprozess anders an, habe einen ausführlicher ausgearbeiteten Plot als beim ersten Buch. Ich weiß, was ich zu tun habe, um ein Manuskript fertigzustellen. Aber ich würde nicht sagen, dass es dadurch einfacher geworden ist. Plötzlich treten ganz andere Sorgen auf: Was, wenn ich nicht in der Lage bin, nochmal eine Geschichte zu schreiben, die an den Erstling heranreicht? Was, wenn ich die Erwartungen meiner Leser nicht erfüllen kann? Erzähle ich immer wieder die gleiche Geschichte, nur in anderer Form? Diese Gedanken hatte ich beim Debütroman nicht, meine eigene Erwartungshaltung an mich selbst war damals schon hoch, durch das positive Feedback von Leser*Innen, die nun auf ein neues Buch warten, ist sie jedoch noch einmal gestiegen. Ich hoffe, dass zukünftige Geschichten den Erwartungen der Leser*Innen und meinen eigenen gerecht werden.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
So simpel wie schwierig: das Anfangen. Nicht der Anfang einer Geschichte – der geht mir meist recht leicht von der Hand (und wird dann noch etwa tausendmal umgeschrieben) –, sondern der Beginn jeder Schreibsession. Ich bin ein Meister der Prokrastination. Wenn ich erst einmal angefangen habe, läuft es meistens wie geschmiert und ich mag gar nicht mehr aufhören. Aber anfangen …

Hast du eine Schreibroutine?
Ich arbeite als freiberufliche Lektorin und habe daher den ganzen Tag mit Literatur zu tun. Wenn ich mich um die Manuskripte meiner Autor*Innen kümmere, bleibt das Schreiben häufig auf der Strecke. Vor Kurzem habe ich daher die Entscheidung getroffen, zukünftig weniger Manuskripte im Lektorat anzunehmen, um meinen eigenen Projekten wieder mehr Zeit und Raum zu geben. Ich bin daher derzeit dabei, mir eine neue Schreibroutine anzugewöhnen, muss aber noch herausfinden, wie es für mich am besten funktioniert.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Bleib dran – auch wenn’s oft schwerfällt. Und arbeite einen Plot aus, verdammt nochmal! Du bist kein Discovery Writer.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Da gibt es einige. Vom literarischen Können würde ich hier Simon Beckett, Alan Bradley und – obwohl es mittlerweile ein Klischee ist – auch J. K. Rowling nennen. Auf Neil Gaimans Output bin ich einigermaßen neidisch und Liz Gilbert finde ich wahnsinnig inspirierend. Und dann gibt es noch eine fiktive Figur, die ich schon seit Teenager-Zeiten als Vorbild ansehe: Jessica Fletcher aus der Krimi-Serie „Mord ist ihr Hobby“. Meine kriminalistischen Ambitionen stufe ich als einigermaßen gering ein, aber diese Figur hat mich nachhaltig beeindruckt und inspiriert mich bis heute. Ihr verdanke ich zum Teil auch meine Liebe zum Genre des Kriminalromans.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Regelmäßig schreiben, veröffentlichen und gelesen werden.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, es gab und gibt so viele schöne Momente. Ein einzelner Tweet jemandem, der eine meiner Geschichten mochte, versüßt mir den ganzen Tag. Aber mein schönstes Erlebnis war wohl der Thementag zu „Ersticktes Matt“ an der Akademie für Kommunikation in Stuttgart im vergangenen November. Die Schüler*Innen haben sich wahnsinnig viel Mühe gegeben, die Designstudent*Innen hatten Bilder und Collagen zu meinem Roman angefertigt, es gab Diskussionsrunden und am Abend durfte ich noch eine Lesung halten. Es war unglaublich aufregend und wahnsinnig bereichernd. Das ist auf jeden Fall ein Erlebnis, an das ich mich immer wieder gerne zurückerinnere und das mich immer wieder motiviert, wenn es mal nicht so gut läuft.

 

Eine kleine Kostprobe…

Sehr gerne! Hier könnt ihr exklusiv die ersten Wörter von „Ad Lucem“ lesen. Es handelt sich allerdings um die Rohfassung, daher kann sich noch einiges ändern.

Der Alarm schrillte in einer Lautstärke, die Tote wecken konnte, und es hätte Faedra nicht gewundert, wenn sich die Mumien der Ägyptischen Abteilung nebenan in ihren gläsernen Särgen regten. Dies war nun wirklich das letzte Geräusch auf der Welt, das sie hören wollte. Denn im Moment baumelte sie kopfüber an einem Seil, etwa fünfzehn Fuß über dem Boden des Museums, die Hände nach der Abdeckung eines Schaukastens ausgestreckt.

Soviel zu: unbemerkt rein und wieder raus in unter sechs Minuten. Eine neue Bestzeit konnte sie jetzt wohl vergessen.

»Otis«, zischte sie. Wo zur Hölle war der Kauz, wenn man ihn brauchte? »Otis, komm her!«

Keine Spur von dem Vogel.

In Ordnung, Fae, bleib ruhig.

Die Dublin Metropolitan Police würde mindestens zehn Minuten brauchen, um zum Museum zu gelangen, und wenn sie Glück hatte, weitere drei bis fünf, bis man sie hier entdeckte. Der Nachtwächter war ihr geringstes Problem, nicht umsonst hatte sie den heutigen Abend für die Umsetzung ihres Plans gewählt. Freitagnacht hatte Carl Dienst. Carl war mindestens Mitte siebzig, verschlief den Großteil seiner Schicht und schlurfte so langsam durch die Gänge, dass sie ihm rückwärts auf einem Bein hüpfend entkommen wäre. Die Polizei hingegen war ein anderes Kaliber.

Sie atmete einmal tief durch, konzentrierte sich auf das Rauschen des Blutes in ihren Ohren, spürte, wie es von dem kräftig klopfenden Herzen durch ihre Adern gepumpt wurde. So lebendig hatte sie sich schon lange nicht mehr gefühlt.

Noch elf Minuten, vielleicht zehneinhalb.

Jetzt oder nie!

Mit einer schnellen Handbewegung löste sie den Diamantschneider von ihrem Gürtel, setzte ihn auf dem Glasdeckel auf, wie sie es bereits bei der Glaskuppel auf dem Dach gemacht hatte, und zog einen präzisen Kreis um die Mitte herum. Dann hob sie die Platte behutsam heraus und legte sie auf dem Rand der Vitrine ab.

»Otis«, rief sie erneut, doch der Kauz blieb verschwunden. Verflixt nochmal! Eigentlich sollte er sie vorwarnen, sobald sich Menschen näherten, doch falls er sich von einer Maus hatte ablenken lassen, war sie auf sich allein gestellt.

Sie zog sich noch ein wenig tiefer, langte in den Kasten und entnahm die enthaltenen Schmuckstücke. Eilig stopfte sie sie in einen schwarzen Samtbeutel. Zum Bestaunen war später noch genug Zeit, nun musste sie hier verschwinden. Wo zur Hölle blieb Otis?

Sie löste den Diamantschneider von der Scheibe, befestigte ihn wieder an ihrem Gürtel und verstaute das Säckchen in ihrer Hüfttasche. Mit Schwung richtete sie sich an dem Seil auf. Für einen Augenblick hatte der Schwindel sie im Griff, dann klärte sich ihr Blick wieder.

Sechs Minuten. Maximal.

Ein Geräusch an der Tür ließ sie aufmerken.

»Wer ist da?«, fragte eine Stimme, die eher verärgert als ängstlich klang.

Sie presste die Lippen aufeinander. So schnell hatte sie nicht mit dem alten Nachtwächter gerechnet. Hätte er nicht draußen auf die Polizei warten können?


Nina C. Hasse

 

Bisherige Veröffentlichungen:

  • Ersticktes Matt (Floodlands, Band 1), auf amazon* kaufen
  • Der Traum vom Fliegen (Floodlands Kurzkrimi), auf amazon* kaufen

Die Hafemann Anthologie „Erntenacht“ erscheint am 7. Oktober 2019.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Jessica Bradley #ProjektArbeitstitel

Jessica Bradley #ProjektArbeitstitel

Jessica Bradley #ProjektArbeitstitel

Und wieder darf ich euch eine falbehafte Autorin und einen herzensguten Menschen vorstellen. Ich bin sehr gespannt auf ihr Buch: Jessica Bradley bei #ProjektArbeitstitel

Foto von Anne Servos

Hi, ich bin Jessica Bradley. Ich lebe mit meiner Familie und zwei Katzen in Bonn.

Ich bin Autorin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Ursprünglich komme ich aus dem Theaterbereich, habe aber dieses Jahr in den Film- und Serienbereich gewechselt. Zusätzlich bin ich noch Autorin von Kinder- und Jugendliteratur und „All Age“. Ich bin meistens im Drama und Fantasy Genre glücklich, schreibe aber auch Mystery und Horror.
Wie lange ich schon schreibe, kann ich gar nicht genau beantworten. Es hat mir jedenfalls sehr geholfen, die dunklen Seiten meiner Vergangenheit zu verarbeiten.
Mein erstes Drehbuch habe ich mit dreizehn Jahren geschrieben und am Kinder- und Jugendtheater aufgeführt. Seitdem begleitet mich, auch wenn in verschiedenen, künstlerischen Bereichen, das Schreiben regelmäßig.
Bisher habe ich noch keinen Roman veröffentlicht. Aber das wird sich im September dieses Jahres ändern.

 

Nachtfrost und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich habe im Moment ziemlich viele Projekte offen.
Zum einen die baldige Veröffentlichung meines ersten Romans: „Nachtfrost“.
Nachtfrost ist eine Hommage an das Märchen von H.C. Andersen, Das Mädchen mit den Schwefelhölzern. Dieses Märchen war bereits in meiner Kindheit mein Liebstes. Den Roman selbst würde ich als sozialkritisches Drama sehen.

Zusätzlich schreibe ich noch an meiner Dystopie: „Vyrus“. Hier habe ich einen Genre-Mix von Fantasy und Dystopie erschaffen, von dem es voraussichtlich drei Bände geben wird.

Weiterhin arbeite ich gerade mit meinen Kollegen an einer Mystery/ Horror Serie, dessen Arbeitstitel: Dark Legends ist. Weiter kann ich aber nicht erzählen, lass euch überraschen. 😉

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Für Nachtfrost steht bereits ein Veröffentlichungsdatum an. Es wird der 16.09.2019 (meinen 42 Geburtstag^^) sein.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ehrlich? Viel zu viel um es auch nur anzuteasern. 😉

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Nicht alles sofort und gleichzeitig zu machen. Das war ein Fehler, den ich am Anfang gemacht habe. Dabei habe ich einigen Menschen ziemlich vor den Kopf gestoßen. Was ich im Nachhinein wirklich bereue. Ich wollte zu viel in zu kurzer Zeit.
Mittlerweile konzentriere ich mich auf max. vier Projekte gleichzeitig. Ist eins abgeschlossen, kommt das nächste Projekt dazu.

Hast du eine Schreibroutine?
Früher hatte ich keine. Ich habe mich hingesetzt, wenn ich dachte die Muse küsst mich.
Dabei habe ich so gut wie nichts geschafft.

Deshalb habe ich jetzt eine feste Schreibroutine. Jeder Tag, an dem ich nicht meinem Brotjob nachgegen muss, ist jetzt Schreibtag. Da nehme ich mir vier bis sechs Stunden Zeit.
Dazu gehört aber auch Organisatorisches, wie Mails beantworten und sonstiger Papierkram

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Lerne! Deine! Grenzen! kennen!
Schreibe und lese was das Zeug hält. Je mehr du schreibst und je mehr du liest umso besser wirst du.
Bleibe nicht allein in deiner Kammer sitzen. Geh raus und tausche dich mit anderen aus. Du wirst enorm davon profitieren und andere auch.

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich habe einige Vorbilder. Meist sind es Menschen, die eine ähnliche Vergangenheit haben wie ich und trotzdem etwas Künstlerisches daraus entwickeln konnten. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich nur um Autor*innen. Auch im Film und Musik Bereich, gibt es einige Menschen, die ich bewundere und die mich mit ihrer Geschichte motivieren.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein größter Wunsch ist es mich nur noch auf meine Kunst konzentrieren zu können. Die Menschen mit meinen Projekten zu begeistern und vielleicht zu motivieren, wie ich motiviert wurde.
Ich möchte Geschichten erzählen, egal mit welchem Medium, die die Menschen berühren.
In unserer schnell lebigen Zeit, brauchen wir etwas, dass uns kurz innehalten lässt und vielleicht sogar näherbringt. Dazu würde ich gerne meinen Teil beitragen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Mein schönster Moment war letztes Jahr bei der Bonntastik Veranstaltung. Als ich meine Kurzgeschichte „Zeitdieb“ vorgetragen habe und sehen konnte, wie ergriffen das Publikum von der Geschichte war.
Einige der Anwesenden hatte sogar Tränen in den Augen und haben mich später angesprochen und mir gesagt, wie sehr sie die Geschichte berührt hat. Das war ein unbeschreibliches Gefühl.

(Okay, die Autogramm Anfragen waren auch cool 😉)

 

 

Eine kleine Kostprobe…

Der Kurzroman Nachtfrost enthält eine Vielzahl sog. Trigger. Sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Deshalb ein genereller Hinweis: Menschen, die sich z. Z. in einer instabilen, emotionalen Verfassung befinden, rate ich ab, Nachtfrost zu lesen. Es besteht die Gefahr von sog. Flashbacks, Dissoziationen und ähnlichen Reaktionen.

Lauras Beine schmerzten, dennoch wagte sie nicht, ihre Position zu verändern. Seit Stunden hockte sie hinter ihrer Zimmertür. Ihr Magen knurrte. Sie hatte zwei Tagen nichts gegessen. Erschöpft kippte ihr Kopf zur Seite. Doch sie fing sich, bevor er geräuschvoll gegen die Tür schlagen konnte.

Angestrengt versuchte sie, auf die Geräusche zu horchen, die aus der Wohnung drangen. Jedes Mal, wenn sie Schritte vernahm, zuckte sie zusammen und rechnete damit, dass die Tür aufgestoßen wurde. Doch nichts geschah.

Aus der Wohnung über ihr drang Musik. Laura wusste nur zu gut, weshalb an Tagen wie diesen, die Nachbarn ihre Stereoanlage aufdrehten. Ihre Hilflosigkeit quälte sie, längst hatte sie aufgegeben. Die anfängliche Illusion jemand würde kommen und sie retten, verloren an Kraft von Monat zu Monat bis sie verpuffte.

Wie ein weiterer Schlag in die Magengrube. Sie wusste, nichts würde sie retten, wenn sie es nicht selbst tat. Und genau das hatte sie heute vor. Lange hatte sie an diesem Plan gefeilt, jede Möglichkeit abgewogen und alles genau durchdacht und geplant. Laura kaute an ihren Fingern und schmeckte den kupfernen Geschmack von Blut im Mund.

Sie wischte sich den Finger an ihrer Jeans ab und schob sie wieder unter ihr Knie. Ihr Gesicht pochte. Besonders die Stelle unter ihrem rechten Auge. Wieder Schritte im Flur. Laura spannte alle Muskeln an. Die Klobrille klapperte, dann hörte sie die Toilettenspülung rauschen; Schritte die sich entfernten.

Der Boden vor ihrem Zimmer knarzte. Laura atmete tief ein und hielt die Luft an. Die Wohnzimmertür, kurze Stimmfetzen aus dem Fernseher; anschließend war es wieder still.

Langsam löste sich ihre Anspannung wieder. Sie zählte ihre Herzschläge, die in ihren Ohren trommelten. Konzentrierte sich nur auf dieses dumpfe Geräusch. Es hatte Tage gegeben, da hatte sie gehofft, dass ihr Herz einfach damit aufhören würde. Doch diese Hoffnung entfernte sich mit jedem neuen Klopfen.

Als Laura die Wohnzimmertür erneut hörte, ging ihr Atem stoßweise. Sie wusste, dass ihr Zimmer, keinerlei Schutz bot. Die schlurfenden Schritte kamen langsam näher. Der Boden vor ihrer Tür ächzte.

 


Jessica Bradley

Die Veröffentichung von „Nachtfrost“ steht kurz bevor!

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Anne Zandt #ProjektArbeitstitel

Heute begrüße ich Anne Zandt bei #ProjektArbeitstitel! Sie ist eine der treibenden Kräfte hinter den Kulissen des Nornennetzes und eine großherzige und liebe Person.

Foto (c) Ela Bellcut

Ich bin Anne Zandt, online auch als Poisonpainter unterwegs und stamme aus dem wunderschönen Mecklenburg-Vorpommern. Dort lebe und schreibe ich, wenn ich nicht gerade meinem Brotjob als Software-Engineer nachgehe, Aktionen für meinen Blog plane/umsetze oder für das Nornennetz (https://www.nornennetz.de/ ) Messeauftritte u.ä. organisiere.

Alles begann in der zweiten Klasse mit einem Kängeruh[sic!], das rückwärts sprach, weil man das in Australien so macht, und bildete sich dann durch Ausflüge in FanFictions über die Jahre hinweg immer weiter aus. Relativ regelmäßig schreibe ich seit 2011 an verschiedensten Projekten. Beendet habe ich allerdings bisher nur Kurzgeschichten für Ausschreibungen, Aktionen auf meinem oder anderen Blogs/Seiten, wie z.B. dem Bücherstadt Kurier (https://buecherstadtkurier.com/).
Zwei Kurzgeschichten haben es in Anthologien geschafft.

 

Neubrandenwolf und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Momentan, arbeite ich hauptsächlich an der Fertigstellung des #Neubrandenwolf. Einer Urban-Fantasy-Geschichte über einen Werwolf, der in Neubrandenburg lebt. Nach Jahren, in denen er auf sich allein gestellt war, trifft er mit einem syrischen Flüchtling und einer Unternehmensberaterin andere Wölfe. Es geht in erster Linie um deren Freundschaft, aber auch um die Vorurteile, mit denen sie zu kämpfen haben – und deren Konsequenzen.

Das Ganze fing als einfache Kurzgeschichte an, die ich 2017 auf meinem Blog veröffentlichte, damals noch in Englisch. Dann griffen die Plotbunnies an und dem einen folgte ein weiteres Kapitel und Ideen für einen Plot, der ein Jahr überspannen sollte.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Der ursprüngliche Plan war es, den Neubrandenwolf zunächst komplett auf Englisch als Blogroman weiterschreiben. Der wurde aber mittlerweile über den Haufen geworfen. Nun arbeite ich daran, die vorhandenen sechs Kapitel und Textfragmente zu übersetzen und vor allem zu überarbeiten und auf eine ähnliche Länge zu bringen, wie das erste Kapitel, dass bereits lektoriert in einer Anthologie erschienen ist.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe mehrere Projekte und Felder voll Plotbunnies, die alle nur darauf warten, beendet zu werden.
Meine Umfangreichsten dabei sind:

  • #WunschDerKönigin – High Fantasy: Nachdem ihr Vater den Intrigen seiner Schwester zum Opfer gefallen ist, liegt es an Ahnya das gespaltene Reich wieder zu vereinen. Mit klugem Kopf und loyaler Unterstützung stellt sie sich ihren Herausforderungen als Königin.
  • The Unnamed One – Urban Fantasy: Eine Saga über Werwölfe und Vampire, deren Leben mit- und gegeneinander.

Und noch viiieles mehr …

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Nicht zu prokrastinieren. Wenn neben einer Veröffentlichung, für die man sich selbst die Deadlines setzen muss, auch andere Termine an die Tür klopfen, leg ich Dinge beiseite. Nicht zu vergessen, dass ich auch gerne mal einen ruhigen Abend zum Entspannen nutze.

Vielleicht ist es für mich aber auch einfacher mich hinter Aktionen und Pflichten zu verstecken, um mich vor all dem danach drücken zu können … so oft mir Leute auch sagen, sie mögen, was ich schreibe, so oft schreit der innere Kritiker, dass das doch alles gar nicht stimmen kann …

Hast du eine Schreibroutine?
Nicht wirklich. Da ich circa vierzig Stunden pro Woche im Brotjob verbringe, ist meine Schreibzeit davon abhängig, wie viel Energie ich am Ende des Tages noch habe. Am Häufigsten ist es aber so, dass ich im Bus zur oder von der Arbeit, meist per Hand auf Schmierpapier, schreibe oder editiere. Nach einer Ruhephase fange ich dann abends am Laptop an zu arbeiten. Als Eule würde ich die ganze Nacht durcharbeiten, zumindest, wenn ich tatsächlich am nächsten Tag ausschlafen könnte …

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Eigentlich keinen. Natürlich könnte ich mir sagen: Schaff mehr, aber da würde ich mir selbst im Weg stehen und das genaue Gegenteil tun. Ich denke, so wie lief, ist es ganz in Ordnung. Für einige Ideen und Geschichten wäre ich zu einem früheren Zeitpunkt vermutlich gar nicht bereit gewesen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Als Autor*in fließt vieles von dem, was man liest/sieht/hört in die eigene Schreibe ein. Genaue Menschen könnte ich in diesem Sinne nicht benennen. Mein größter Motivator war meine Mutter, die mich immer unterstützte und meist als erste meine Geschichten las. Mittlerweile bekomme ich gelegentlich virtuelle A****tritte von meinen Mit-Nornen Elenor Avelle (https://www.elenoravelle.de/ ) und June Is(https://twitter.com/ypical_writer). Erstere um den Neubrandenwolf zu beenden, letztere um nebenbei Kurzgeschichten zu Wettbewerben einzureichen.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Am liebsten hätte ich es, wenn ich bis zu meinem dreißigsten Geburtstag ein eigenes Buch veröffentlichen würde. Da dieser allerdings bereits in vier Monaten ist, sehe ich dafür schwarz. Ich will auf alle Fälle den Neubrandenwolf beenden und veröffentlichen. Schön wären auch weitere Anthologie-Veröffentlichungen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich möchte das gar nicht auf einen bestimmten Moment festlegen. Meine erste Anthologie in den Händen zu halten war ein merkwürdiges und großartiges Gefühl, genauso aber auch die Lesungen auf der Leipziger Buchmesse. Sehr viel ziehe ich aber auch aus den Interaktionen mit anderen Autorinnen und Buchbegeisterten, was jeden Messeauftritt, jedes Litcamp, jedes Treffen zu einem wunderbaren Moment macht.

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus dem ersten Kapitel des Neubrandenwolf – Wolfsmond:

Seine Miene verfinsterte sich wieder. Heute wäre es beinahe schiefgegangen. Seine Kollegen ahnten vermutlich nicht einmal, wie viel Glück sie gehabt hatten. Wie nah er dran gewesen war, einen von ihnen zu Kratzen oder, schlimmer, zu beißen. „Kündigungsgrund: Chef mit Lycanthropie angesteckt“, das würde sich wunderbar in seiner Bewerbung machen. Für die nächsten Monde musste er wieder darauf achten, rechtzeitig zu gehen.

[…]

Regelmäßig öffneten und schlossen sich die Türen [des Busses] und ein Hauch frischer Winterluft wehte in den Bus hinein. Eine willkommene Abwechslung zum Geruch der Weihnachtsmarktbesucher, aber auch ein Versprechen von dem, was bald kommen würde. Jedes Mal musste er die Augen schließen, um sich von den verlockenden Düften nicht noch mehr aufreizen zu lassen. Seine Nase hielt das jedoch nicht davon ab zu schnüffeln.

Jemand tippte ihm auf die Schulter und er blickte zur Seite.
„Brauchen Sie eine Flasche Blut?“, fragte die alte Dame mit einem Lächeln.
Seine Augen verengten sich und er sah sie fragend an.
Sie stand im Gang und wedelte ihm etwas Kleines, Rechteckiges entgegen. Er folgte der Bewegung und erkannte schließlich, was sie in der Hand hielt.
„Brauchen Sie ein Taschentuch?“, wiederholte sie ihre Frage, diesmal schwang Sorge in ihrer Stimme mit.
Er schnaubte und schüttelte den Kopf, bevor er sich wieder dem Mond widmete.

 


Anne Zandt

 

Geschichten von Anne Zandt findet ihr u.a. in

  • „Entzünde den Funken“ Benefiz Anthologie (Hrsg. Siiri Saunders & Adrian R. Stiller), auf amazon* kaufen

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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