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Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Janina (Flukke) #ProjektArbeitstitel

Heute bei #ProjektArbeitstitel: Strahlefrau Janina (Flukke)

Hallo ich bin Janina, aber die meisten werden mich eher als Flukke auf Social Media kennen.

Ich schreibe vor allem Fantasy.

Ich schreibe eigentlich seit ich meinen ersten selbst ausgedachten Satz in der zweiten Klasse geschrieben habe.

Es war ein überwältigendes Gefühl zu wissen, dass ich etwas aus dem Nichts erschaffen konnte, um es mit der Welt zu teilen. Geschichten habe ich mir schon immer ausgedacht und Freunden erzählt. Ich fand es aber schade, dass all diese Abenteuer, Gefühle und Figuren nur für den Moment existieren. Darum entschied ich irgendwann, dass ich es aufschreiben möchte, um meine Geschichten langlebiger und für andere Menschen zugänglich zu machen.

Bis jetzt habe ich noch nichts veröffentlicht.

 

Sonne und Mond und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Mein Hauptprojekt ist eine High Fantasy Trilogie mit dem Arbeitstitel „Sonne und Mond“. Die Protagonistin Zoe gelangt durch einen Traum in den Besitz eines magischen Medaillons. Ihr wird vorgeworfen es  der unsterblichen Königin gestohlen zu haben und mit einem gefürchteten Magier zusammenzuarbeiten. Durch unglückliche Umstände gerät Zoe durch ein Portal in eine andere Welt, wo ihr wegen ihres vermeintlich begangenen Verbrechens die Todesstrafe droht. Doch dann erscheint eben dieser schwarze Magier und stiehlt das Medaillon. Zoe bekommt eine zweite Chance ihre Freiheit zu erlangen und zurück in ihr altes Leben zu ihrer Familie und ihren Freunden zu kehren, wenn sie den Dunklen Meister findet und das Medaillon zurückbringt.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Projekt „Sonne und Mond“ beschäftigt mich nun schon viele Jahre. In dieser Zeit habe ich mich sowohl handwerklich, als auch geistig enorm weiterentwickelt und entsprechend oft überarbeitet, angepasst und neugeschrieben. Ich denke ich bin jetzt endlich an einem Punkt, an dem ich Band 1 beenden kann und hoffe dies bis zum Ende diesen Jahres zu schaffen und mit der Überarbeitung starten zu können. Vermutlich werde ich mich dann sofort an den zweiten Teil machen, bevor ich den ersten Veröffentliche, weil sonst einfach die Abstände zwischen den Veröffentlichungen viel zu lang werden könnten. Ich dachte früher immer, dass ich mir dann einen Verlag suchen würde, bin mir darüber aber nach vielen Gesprächen mit Selfpublishern nicht mehr so sicher. Momentan tendiere ich tatsächlich sogar ein bisschen mehr in Richtung Selfpublishing. Was ich aber ganz sicher weiß ist, dass ich unter meinem echten Namen veröffentlichen möchte.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ich habe noch eine Menge angefangener Geschichten, von denen mich einige nicht vollständig loslassen. z.B eine düstere Fantasygeschichte mit Sirenen und Riesenkraken. Außerdem schreibe ich noch mit einer Freundin in Kooperation an einer Urban Fantasy Reihe mit Vampiren, Vampirjägern, Hexen und Werwölfen voller Dramen und Intrigen, deren Umfang und Komplexität völlig eskaliert ist.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ideen kommen mir eigentlich immer sehr schnell und nehmen auch schnell Form an. Ich liebe es Dialoge zu verfassen, aber sobald es in Richtung Beschreibungen geht stockt es einfach schnell und ich muss mich ziemlich durchbeißen. Ich mache mir auch zu viele Gedanken über den Ausdruck und bleibe dann schnell an einer Formulierung hängen, weil ich mich so schwer von dem Gedanken lösen kann, dass ein Text beim ersten Versuch perfekt sein muss. Außerdem glaube ich, dass ich ziemlich schlecht im Bewerben meiner Geschichten bin; vermutlich weil sich so viel geändert hat.

Hast du eine Schreibroutine?
Da ich Vollzeit arbeite verwende ich die meiste Freizeit aufs Schreiben, wobei dann die meiste Zeit an der gemeinsamen Vampirreihe mit meiner Freundin gearbeitet wird, da wir ja gemeinsam anwesend sein sollten. An „Sonne und Mond“ arbeite ich meist so gegen Mitternacht, denn ich bin eine Nachteule, bis ich ins Bett muss. Dann plane ich meist ein paar Szenen bis ich einschlafe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Hinterfrage die Motive und Beweggründe deiner Figuren vor dem letzten Kapitel, auch wenn dir die Geschichte stimmig erscheint, sonst fängst du nämlich kurz vor Schluss von vorne an.

Wie ist es, gemeinsam ein Buch zu schreiben?
Ich empfinde es als sehr anders gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. Man muss viel mehr planen und selbst dann interpretiert der andere eine Szene vielleicht anders als man es selbst getan hätte und man muss wieder besprechen welche Variante die bessere ist. Dafür kann man über einen viel längeren Zeitraum Schreiben ohne zu ermüden, weil man immer wieder Pausen hat, in denen der andere schreibt. Und es ist möglich eine ganz andere Vielfalt von Charakteren zu haben. Auch die Komplexität einer Geschichte kann durch eine Zusammenarbeit zunehmen und Logikfehler fallen etwas schneller auf, da man quasi sofort Rückmeldung bekommt, von jemandem, der alle Facetten der Handlung kennt.

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich motiviert und inspiriert es ehrlich gesagt grundsätzlich, wenn ich mitbekomme, dass jemand ein Buch geschrieben und veröffentlicht hat. Das spornt mich jedes mal an weiter zu schreiben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Wunsch wäre es in erster Linie vom Schreiben leben zu können, um einfach noch mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Das aktuelle Ziel ist aber erst mal etwas zu veröffentlichen und möglichst vielen Menschen mit meinen Geschichten ein paar schöne Stunden zu verschaffen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das gesamte letzte Jahr steckte voller toller Autorenmomente, die ich nicht wirklich gegeneinander aufwerten kann. Seit ich in der Buchcommunity unterwegs bin habe ich so viele wundervolle Menschen kennengelernt und Freunde dazugewonnen. Außerdem werde ich langsam als Autorin wahrgenommen und sogar mein privates Umfeld beginnt dies ernstzunehmen und zu unterstützen.

 

Eine kleine Kostprobe…

 

Ganz langsam gewöhnten sich ihre Augen wieder an die nächtliche Beleuchtung. Neugierig, aber vorsichtig ging Zoe zu der Stelle, an der die kämpfenden Kreaturen verschwunden waren. Es war keine bewusste Entscheidung ihrerseits, eher ein Gefühl, dass sie leitete. Ihre Beine waren noch etwas wacklig und ihr Puls erhöht. Freudige Erwartung wandelte steigerte sich mit jedem Schritt mehr und mehr in Euphorie. Sie erwartete Schmauchspuren oder einen kleinen Krater zu finden, doch nichts dergleichen war zu finden. Nicht einmal Hinweise auf einen Kampf waren dort. Stattdessen lag dort ein goldenes Medaillon.

Ohne zu zögern hob Zoe es auf. Sofort durchfuhr ein angenehmes Kribbeln, ausgehend von ihren Fingerspitzen, ihren gesamten Körper. Mit geschlossenen Augen ließ sie sich von diesem Gefühl durchströmen bis sie vollständig davon erfüllt war. Es war angenehm warm, beruhigend und doch belebend. Zoe schloss die Finger fester um den glänzenden Anhänger. Er pochte; leise, wie ein zaghafter Herzschlag.

In diesem Moment krähte ein Rabe in den Bäumen über ihr und riss sie aus ihren Gedanken. Suchend schaute sie sich nach dem Vogel um, während sie mit dem Daumen über die filigran verzierte Oberfläche strich, bis einen kleinen Knopf berührte. Der Rabe auf dem Ast tänzelte unruhig hin und her. Er schien sie erwartungsvoll zu beobachten. Nachdenklich schaute Zoe zwischen ihm und dem Schmuckstück in ihrer Hand hin und her. Dann öffnete sie es mit leisem Klicken, woraufhin der Rabe aufgeregt krächzte und mit den Flügeln schlug, bevor er sich kraftvoll vom Baum stieß und davon flog.

 


Janina (Flukke)

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung in den Startlöchern.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Melanie Henning #ProjektArbeitstitel

Melanie Henning #ProjektArbeitstitel

Melanie Henning #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich so sehr über all die kreativen Seelen, die ich durch diese Blogreihe besser kennen lernen darf. Heute bei #ProjektArbeitstitel: Melanie Henning!

Hallo! Ich bin Melanie / @federschwarzes und ich schreibe Fantasy. Momentan arbeite ich an meinem Debüt. Eigentlich wollte ich dafür ja mein Herzprojekt beenden, was mich seit rund zehn Jahren begleitet.

Eines Tages wachte ich auf und hatte dieses Buch in meinem Kopf. Seitdem ist viel passiert – ich bin mehrfach umgezogen, habe das Studium beendet, geheiratet und zwei Kinder bekommen. Nur das Buch wurde bisher nicht geschrieben. Und vermutlich muss es noch ein wenig länger warten, denn mittlerweile haben sich die Pläne fürs Debüt etwas geändert – eine andere Geschichte hat sich quasi vorgedrängelt.

Neben dem Schreiben versuche ich derzeit, als Texterin für Babythemen in verschiedenen Online Redaktionen Fuß zu fassen.

 

Die verschwundenen Frauen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Aktuell schreibe ich an einem gesellschaftskritischen Urban Fantasy Roman mit dem Arbeitstitel „Die verschwundenen Frauen.“ Im Kern geht es darum, dass Sprache Wirklichkeit schafft. Studien zeigen, wie wichtig gendergerechte Sprache ist. „Arzt“, „Bäcker“, „Student“ – na, welche Person taucht da vor eurem inneren Auge auf? Schon Kindergartenkinder denken bei „Feuerwehrmann“ automatisch an einen Mann / eine männlich gelesene Person.

Frauen und weiblich Gelesene fühlen sich beim generischen Maskulinum nicht automatisch mitgemeint und genau diese Thematik bildet die Grundlage zu „Die verschwundenen Frauen“. Denn wovon wir nicht sprechen, verschwindet aus den Köpfen der Menschen. Was wäre, wenn die Frauen nicht nur aus den Köpfen, sondern auch ganz real aus dem Leben verschwänden? Das passiert meiner Protagonistin Jen und zusammen mit dem Geschichtsprofessor Mario versucht sie, das Rätsel zu lösen.

Dunkelmond

Neben den verschwundenen Frauen gibt es natürlich noch mein Herzprojekt mit dem (vorläufigen) Titel „Dunkelmond“. Der Name verrät es vielleicht schon, es handelt sich um High Fantasy. Eine düstere Prophezeiung droht, das Leben der Herrscherin zu beenden. Thaliona, ihres Zeichens Mündel der Herrscherin, setzt alles daran, die „friedfertige Fürstin“ zu beschützen. Magie, Dämonen, eine Hexe, ein Kindsgott mit Amnesie und natürlich der Kampf zwischen Gut und Böse warten auf euch. Und vielleicht auch die Erkenntnis, dass nicht alles immer nur schwarz und weiß ist und sich in Schubladen einordnen lässt.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Leider ist eine Veröffentlichung noch in weiter Ferne. Aber ich habe beschlossen, nächstes Jahr auf der Leipziger Buchmesse mit Debüt zu erscheinen! Welches der beiden großen Projekte das sein wird, habe ich noch nicht entschieden. Vermutlich aber die verschwundenen Frauen, da ich mich mit diesem Projekt auch auf ein Autorenstipendium bewerben möchte.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Zwei Kinderbücher: ein queerfeministisches Vorlesebuch für Kleinkinder, was noch nicht näher ausgearbeitet ist und eine Vorlesegeschichte für Kinder im Alter von 4-7. Es erzählt die Geschichte von „Sigfrech, dem allerkleinsten Räuberdieb“ und wird definitiv meinem ersten Sohn gewidmet werden. Der hat sich die Story nämlich ausgedacht, ich bin nur die Verfasserin. 😉

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ideen habe ich einige, an Zeit mangelt es mir jedoch. Mit zwei kleinen Kindern und einem Hund ist Zeit halt immer Mangelware. Außerdem merke ich, dass ich seit Jahren nicht geschrieben habe und somit habe ich viel Handwerkszeug aufzuholen. Glücklicherweise gibt es das Internet, gute Freund*innen und tolle Betreuungspersonen für meine Kinder, so dass ich Wissen nachholen kann und hoffentlich ab September mehr Zeit für regelmäßige Schreibsessions haben werde.

Hast du eine Schreibroutine?
Momentan schreibe ich meistens nachts, wenn meine Familie schläft. Als Nachteule kann ich in der Zeit von 22 – 4 Uhr morgens am besten arbeiten. Dummerweise habe ich zwei Lerchenkinder, die um 6 Uhr auf der Matte stehen. Schreibnächte sind also sehr rar gesät, denn allzu oft kann ich das so natürlich nicht machen. Ab September sind beide Kinder von 8-14 Uhr betreut, dann werde ich meine Schreibzeit auf Vormittags verlegen. Ich hoffe, dass meine Kreativität mich dann nicht im Stich lässt. 😉

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Hör. Nicht. Auf. Du brauchst die Geschichten wie eine Meerjungfrau das Wasser. Es wird Zeiten geben, in denen du selber nicht mehr weißt, wie wichtig dir Bücher sind. Gerade dann schreib weiter. Hör nicht auf. Niemals. (Ich wünschte, ich hätte mich selbst besucht. Hat jemand schnell einen Zeitumkehrer für mich?)

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Meine Freundin Annette Juretzki, die ich noch aus dem Studium kenne. Sie hatte eigentlich immer einen Stift in der Hand und eine Geschichte im Kopf und jetzt ist sie dabei, ihren dritten Roman zu schreiben. Das motiviert mich ungemein, es zeigt mir, dass Durchhalten sich lohnt. Außerdem würde ich zu gern mal mit Kathrin Ills einen Kaffee trinken gehen – ich liebe ihre Youtube Videos. Und natürlich der beste aller Ehemänner, der mir zwar nur bedingt beim Plotten hilft, aber mir den Rücken frei hält, damit ich meinen Traum verwirklichen kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein Ziel: Bis zur LBM20 möchte ich ein fertiges Manuskript von Dunkelmond in den Händen halten. Außerdem möchte ich mich mehr vernetzen und auf LitCamps gehen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als die Dozentin im kreativ Schreiben Kurs mir beim Vorlesen einer Textstelle mit leuchtenden Augen an den Lippen hing und hinterher „Ach, SCHÖÖÖÖN“ seufzte. Das hat gut getan. Und heute, als ich zwei Teenagern von den verschwundenen Frauen erzählt habe und sie beide instant mit leuchtenden Augen eine Erstausgabe vorbestellten. Jetzt muss ich es ja nur noch schreiben, hm? 😉

 

Eine kleine Kostprobe…

Klar, hier ist eine Szene aus Dunkelmond. 🙂

Heißer Schmerz duchzuckte Wendala. Sie machte sich einen Spaß daraus, streichelte seinen Nacken, kitzelte ihn spielerisch an der Seite. Er spürte, wie er sich verwandelte. Schuppen überzogen seinen Körper dort, wo sie ihn berührt hatte. Sehnen zogen sich zusammen, formten eine groteske schiefe Gestalt. Knochen brachen und wuchsen wieder zusammen. Wendala schrie.

Der ehemals schlanke Bauch blähte sich auf und ein Geruch von Fäulnis umgab ihn plötzlich. Seine Haare fielen büschelweise zu Boden und er wurde fast ohnmächtig, als sich zwei gedrehte Hörner auf seinem nunmehr kahlen Schädel erhoben und die Kopfhaut aufrissen. Blut tropfte herab. Es kümmerte sie nicht.

Sie benötigte sein Blut nicht, was sie wollte, war sein Lebenswille. Dieser unbändige Wille zu Leben, zu empfinden, zu fühlen – das war es, was sie nährte, nicht jene Körperflüssigkeit, die fälschlicherweise als Lebenssaft verschrien war.

Ein Körper konnte ohne Blut überleben, solange der Wille stark war, das wusste sie. Es kam auf den Geist an. Sie ernährte sich davon, von all den Gefühlen, der Angst, der Qual, dem Schmerz. Sie entzog ihren Opfern jegliche Hoffnung, brachte sie durch Manipulationen dazu, ihr zu glauben und verwandelte einen nach dem anderen in jene bedauernswerten Kreaturen, die kein Quäntchen Glück mehr empfinden konnten.

Dämonen wie in den Schauermärchen, die kleinen Kindern erzählt wurden, damit sie nicht zu tief in den Wald gingen. Welche Gestalt ihre Opfer annahmen, kam ganz auf deren Wesen an. Stolze Krieger wurden oftmals zu dämonische Katzenwesen, loyale Soldaten verwandelten sich in Höllenhunde.

Die eher verschlagenen unter ihnen, die Söldner und Diebe, wurden oft zu schlangenartigen Reptilien. Aber auch zwergenhafte Gestalten kamen ans Licht, Figuren mit verdrehten Leibern und grotesk geformten Klauen. Vertrocknete Krieger mit ausdruckslosen Gesichtern fanden sich ebenso wie Wesen, dessen Wunden ewig weiter bluteten.

Sie alle verfügten über ledrige Haut und wehrhafte Klauen. Und noch nie hatte einer seine Flügel bei der Verwandlung behalten. Bis auf ihn. Wendala. Die großen engelsgleichen Flügel waren verschwunden, die Federn hatten sich in Asche verwandelt. Zurück blieben große Schwingen, die mit einer ledrigen Haut überzogen waren. Sie quietschte vor Entzücken und ein Gefühl von Euphorie durchzuckte sie.

„Du bist mein Meisterstück!“ rief sie. „Du wirst ihr Anführer werden!“ Sie klatschte vor Freude in die Hände. Noch war er schwach, aber schon bald würde er sich von den Strapazen der Verwandlung erholt haben. Und dann würde sie Nichts und Niemand mehr aufhalten können, das wusste sie. Sie lockerte den Zauber.

Er würde ihr nichts mehr anhaben, das sah sie in seinen Augen. Dunkel und nahezu ebenso hasserfüllt wie die ihren waren sie. Aber hinter dem Zorn konnte sie bedingungslose Ergebenheit spüren. Dieser Hass galt nicht ihr, das wusste sie. Von nun an würde er ihr gehören und ihr Schoßhündchen sein.

„Verneige dich vor mir! Schließlich bin ich deine Göttin!“ zischte sie und der ehemals so stolze Krieger ging wortlos in die Knie. Sie lächelte. »Nun geh. Flieg zu den anderen und verbreite Chaos und Unheil, mein Freund.«

 


Melanie Henning

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung in den Startlöchern.

 

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Anabelle Stehl #ProjektArbeitstitel

Anabelle Stehl #ProjektArbeitstitel

Anabelle Stehl #ProjektArbeitstitel

Die meisten von euch kennen Anabelle vermutlich von ihrem tollen Blog oder ihren interessanten Videos. Aber wusstest ihr, dass Anabelle auch schreibt?

Hey! Ich bin Anabelle und schreibe – typische Autorenantwort – schon immer. Meine erste vollendete Geschichte habe ich in der Grundschule geschrieben. Sie handelt von einer Schnecke, deren Haus bemalt wurde, wodurch sie gehänselt und aus ihrem Schneckendorf vertrieben wurde. Spoiler: Entgegen des dramatischen Anfangs hat die Geschichte ein Happy End.

Leider wurde sie nicht veröffentlicht, weshalb ich gerade an der Veröffentlichung meines New-Adult-Projekts arbeite. Für gewöhnlich schreibe ich Fantasy und Science-Fiction und habe hier bereits mehrere Bücher geschrieben, die ich aber alle noch einmal überarbeiten würde, bevor ich versuche, sie zu veröffentlichen.

Eine New Adult Geschichte und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Gerade schreibe ich, wie schon gesagt, an einem New-Adult-Projekt. So viel mag ich gar nicht darüber erzählen, außer, dass ich darin Themen anspreche, die mir sehr wichtig sind und die mich seit meiner Jugend, aber auch noch heute, sehr beschäftigen und geprägt haben.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Aktuell habe ich 25.000 Wörter und wollte das Projekt bis Oktober beenden. Leider habe ich den Blog und die Arbeit ein wenig unterschätzt, aber dieses Jahr wird es auf jeden Fall noch fertig!

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Zu viele. Ein Projekt, das ich gerne überarbeiten würde, ist eine Urban-Fantasy-Trilogie, in der Bücher, luzides Träumen und griechische Mythologie eine große Rolle spielen. Das Buch, das ich begonnen habe und dessen Geschichte schon am längsten in mir wohnt, ist ein Science-Fiction-Projekt. Die ersten 180 Seiten sind auch bereits geschrieben und ich freue mich, die Geschichte noch fertigerzählen zu können.

Außerdem schlummern da etliche lyrische Texte – insbesondere aus der Zeit, in der ich in Irland gelebt habe – aber ich weiß nicht, ob ich mich jemals traue, die zu publizieren.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Mir die Zeit zum Schreiben zu nehmen. Sobald ich die habe, bin ich noch nie auf Probleme gestoßen. Leider haben Arbeit, Blog und Instagram häufig Vorrang, da dort aktuell wahnsinnig viel passiert und die Erfolge im Gegensatz zum Schreiben zeitnah absehbar sind, sodass ich dem Schreiben oft erst danach Raum gebe – dann, wenn ich eigentlich schlafen sollte. Aber da arbeite ich dran.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich schreibe, wie oben schon angedeutet, abends, wenn alle anderen To Dos erledigt sind. Das mag nicht besonders schlau sein, aber erst dann habe ich den Kopf wirklich frei.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Lies nicht alles hundertmal, lösch nicht so viel, schreib einfach. Man entwickelt sich beim Schreiben so sehr weiter, dass es – insbesondere direkt am Anfang – gar nicht auf Perfektion ankommt. Der Spruch „Don’t Compare Your Chapter 1 To Someone Else’s Chapter 20“ passt hier ganz gut. Zeit zum Überarbeiten ist immer. Und Schreiben ist nie umsonst. Egal, ob es veröffentlicht wird, egal, ob es – subjektiv gesehen – schlecht ist, das ist alles Teil des Prozesses.

 

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Laura Kneidl, Bianca Iosivoni und Marie Graßhoff, weil sie die beste Schreibtruppe der Welt sind, unfassbar ehrgeizig, professionell, kreativ – und einfach rundum wundervoll. Ansonsten natürlich Lieblingsautoren wie Patrick Rothfuss und Goethe, die mich sowohl von ihrem Schreiben als auch von ihrem sonstigen Wirken her inspirieren.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Jemandem das geben zu können, was Bücher mir gegeben haben. Durch meine Bücher mehr Raum für Toleranz und Selbstakzeptanz zu schaffen.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich freue mich über jedes positive Feedback der Testleserinnen. Und einmal, als ich mich auf dem Blog doch getraut habe, Auszüge der Gedichte zu zeigen, kamen ebenfalls positive Rückmeldungen. Das war toll, weil es mich so viel Überwindung gekostet hatte.

 

Eine kleine Kostprobe…

„Wow, du bist echt mutig.“

Ich stutzte und hätte fast laut aufgelacht. „Glaub mir, das denkst du nur, weil dieser kleine Ausschnitt das Erste ist, was ich dir von mir und meinem Leben erzählt habe.“

Obwohl ich ihre Worte abtat, merkte ich, wie meine Wangen warm wurden. Um die Verlegenheit zu überspielen, nahm ich schnell einen Schluck von meinem Kaffee. Er schmeckte himmlisch.

„Und wenn dein Finger zufällig in Florida gelandet oder hoch nach Alaska gerutscht wäre, dann wärst du jetzt dort?“, fragte Shae. Ich hatte ihr erzählt, wieso meine Wahl auf Colorado Springs gefallen war. Wie ich mir die Karte an der Wand unserer WG-Küche geschnappt und die Augen geschlossen hatte. Und dann solange mit dem Finger über das vergilbte Papier gestrichen war, bis es sich richtig angefühlt hatte. Und er war in Colorado gelandet, etwas unterhalb der Markierung für Denver. Zugegeben, es hätte jede kleinere Stadt in dem Staat sein können, aber als mein Blick auf den kleinen Punkt fiel, der als Colorado Springs gekennzeichnet war, wusste ich einfach, dass es die richtige Entscheidung war. Und mit den Bergen, Seen und Wäldern im Westen hatte es direkt mein Interesse geweckt.

„Alaska war nicht mit auf der Karte, nur noch ein Teil Kanadas“, gab ich zu bedenken. „Aber ja, vermutlich. Wenn meine Ersparnisse es zugelassen hätten.“

„Das ist so cool. Und von deinen Freunden wolltest du niemanden dabeihaben?“

Ich schüttelte den Kopf.

„Ich habe niemandem gesagt, dass ich gehe“, ergänzte ich, als Shae mich fragend ansah. „Nur meiner Mitbewohnerin hab ich einen Zettel auf den Tisch gelegt, dass ich im Urlaub bin.“ Ich grinste schief. „Und selbst sie hat mir direkt geschrieben, ob es ein Scherz sei, und mir erst geglaubt, als ich ihr ein Selfie vom Flughafen geschickt habe. Ich bin sonst nicht besonders abenteuerlustig. Also … so viel zum Mutigsein.“

Shae schüttelte vehement den Kopf, sodass ihre dunklen Locken wild um ihre Schultern flogen.

„Nein, Lia, du siehst das falsch. Wer ist mutiger: derjenige, der ständig ein Abenteuer nach dem anderen erlebt, immer auf Achse ist? Oder die Person, die ihre gewohnte Umgebung und Routine liebt und es dann plötzlich wagt, aus ihr herauszubrechen? Ich glaube, wir Menschen sind alle Gewohnheitstiere. Es kommt einfach nur darauf an, was deine Gewohnheit ist. Die zu durchbrechen, das ist mutig.“

 


Anabelle Stehl

 

Aktuell steht noch keine Veröffentlichung in den Startlöchern.

 

 

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Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Andrea Schrader #ProjektArbeitstitel

Heute stelle ich euch eine wunderbar vielfältige und engagierte Autorin vor. Außerdem ist sie die treibende Kraft hinter 9lesen. Heute gehört die Bühne von #ProjektArbeitstitel ganz ihr: Andrea Schrader!

Ich bin Andrea Schrader und habe mir das Schreiben zum Beruf gemacht – leider aber noch nicht durch meine Bücher. Meine Brötchen verdiente ich erst als Journalistin, mittlerweile als Online-Redakteurin auf Firmenseite.

Ich bin in der glücklichen Position, halbtags arbeiten zu können, sodass trotz Job und Familie zumindest ein Tag in der Woche Zeit zum Schreiben bleibt. Der ist auch nötig, immerhin sollen auf meine zwei veröffentlichten Fantasy-Bücher noch einige mehr folgen. Der Plan ist ein Buch pro Jahr. 2018 klappte das nicht, da kam das Babyjahr dazwischen. 9lesen hat außerdem viel meiner Zeit verlangt – die Lesung hat sich ja wie von selbst in eine Lesungsreihe entwickelt und bisher ist zum Glück kein Ende in Sicht.

Aber dieses Jahr, spätestens Anfang nächsten Jahres wird mein nächstes Buch erscheinen. Geschrieben habe ich schon immer – aber ich habe lange gebraucht, um mich dazu zu entschließen, das Schreiben auch zum Beruf machen zu wollen. Erst als mir nach ein oder zwei Jahren auf dem Gymnasium klar wurde, dass mein Abi-Schnitt niemals zum Tiermedizin-Studium reichen würde, habe ich den Schritt gewagt und meinen Berufswunsch umorientiert. Eine der wahrscheinlich besten Entscheidungen meines Lebens.

 

Uhrengeschichte und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Der zweite Teil zu meinen „Boten des Schicksals“ – „Die Reiter“ – ist gerade im Lektorat. Die Rohfassung des dritten Teils – „Die Apokalypse“ – habe ich im Juni beendet. Meine beiden Testleser sind schon am Lesen und haben schon einige gute Anmerkungen gebracht, die in die Überarbeitung einfließen werden. Außerdem schreibe ich an meiner Uhrengeschichte (Arbeitstitel). Ebenfalls ein Urban-Fantasy-Projekt, aber mit sehr wenig Magie. Es ist meine erste Ich-Geschichte, die ich schreibe und das erste Mal, dass meine Protagonisten teilweise meine Planung über den Haufen wirft. Ich genieße es aber, ganz in ihren Gedanken abzutauchen und herauszufinden, was sie eigentlich will.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
„Die Boten des Schicksals – Die Reiter“ werden hoffentlich noch dieses Jahr veröffentlicht, spätestens Anfang nächsten Jahres. Da der dritte Teil in der Rohfassung fertig ist, stehen die Chancen gut, dass er schon Ende nächsten Jahres folgen kann. Für die Uhrengeschichte suche ich noch einen Verlag, der sie veröffentlichen will.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Einige! Ich plane noch eine Wolfsgeschichte (Arbeitstitel) und habe dafür schon Kontakt mit dem NABU aufgenommen, damit ich die Wölfe möglichst realitätsgetreu darstellen kann. Außerdem ist mir im Traum ein Pirat erschienen, der leider nichtmehr verschwinden will, bis ich endlich seine Geschichte erzählt. Wahrscheinlich wird das sogar mal ein Manuskript, das im Romantasy-Bereich angesiedelt ist. Diese beiden Ideen sind gerade am präsentesten, aber in meinem Notizbuch stehen noch so einige mehr.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Ein Buch zu veröffentlich reicht nicht – man muss es auch bewerben, damit es gekauft wird. An dem Punkt arbeite ich immer noch an mir. Außerdem ist es immer besser, keinen genauen Veröffentlichungstermin zu geben, wenn noch zu viele Schritte (Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Coverdesign etc.) zu erledigen sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines davon länger braucht als gedacht und sich der VÖ-Termin nach hinten schiebt, ist riesig.

Welche Unterschiede gibt es zwischen deinem 1. Buch und dem jetzt?
„Spür den Regen“ habe ich in eine mittelalterliche Welt gesetzt. Die Boten und die Uhrengeschichte spielen in unserer heutigen Welt. Das macht mir mehr Spaß, mein Stil passt eher zu Geschichten, die in der Moderne und nicht im Mittelalter spielen. Bereut habe ich es aber keineswegs, Spür den Regen in das Setting gesetzt zu haben. Ich lerne mit jedem Buch auch ein bisschen mehr über mich. Als ich Spür den Regen geschrieben habe, habe die mittelalterliche Zeit nicht in Frage gestellt. Mittlerweile überlege ich beim Plotten genau, welche Zeit am besten zu der Geschichte passt. Das Setting ist daher der größte Unterschied. Aber auch am Stil ist zu merken, dass ich mich weiterentwickelt habe. Meine nachfolgenden Bücher werden sicher auch wieder einen Unterschied im Stil  zu den Boten und der Uhrengeschichte aufweisen, einfach, weil sich das eigene Schreibhandwerk stetig weiterentwickelt.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Die Werbung! Ich bin einfach keine Rampensau. Ich weiß zwar theoretisch, wie Social Media funktioniert, praktisch denke ich mir aber bei 80% meiner Posts „Interessiert das die Leute wirklich? Kann ich das wirklich so posten?“ und lösche sie dann wieder. Eine gute Freundin hilft mir mittlerweile, meine Kanäle ein wenig auf Vordermann zu bringen und da bin ich ihr unendlich dankbar für! Das Schreiben an sich stellt mich auch manchmal vor Herausforderungen – vor allem, wenn die Zweifel wieder überhand nehmen. Sich dann trotzdem hinzusetzen und durchzubeißen, bis die Zweifel wieder der Begeisterung für die Geschichte weichen, ist jedes Mal wieder eine Herausforderung.

Hast du eine Schreibroutine?
Nein, leider nicht. Als ich noch bei der Zeitung gearbeitet habe, habe ich meist vor der Arbeit geschrieben – dem geschuldet, dass Redaktionen generell eher später als früher mit der Arbeit anfangen. Mittlerweile schreibe ich einfach dann, wenn ich gerade ein paar Minuten dafür erübrigen kann und keine anderen, dringenden Sachen im Autorenleben oder bei 9lesen anstehen.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Erzähl mehr Leuten, dass du schreibst! Versteck das nicht, nur weil du dein Manuskript seit ein paar Wochen (oder Monaten *hust*) nicht mehr angeschaut hast! Und gib es auch endlich mal aus der Hand, wenn du schon zum dritten oder vierten Mal „Ende“ darunter geschrieben hast. Es ist fertig, es braucht nicht noch eine Überarbeitung. Alles Weitere kannst du im Lektorat glatt bügeln – und ein Verlag findet sich im Übrigen nur, wenn du dich auch traust, auf Verlage zuzugehen.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Jede einzelne Leserstimme motiviert mich, weil ich es unglaublich finde, dass meine Geschichten wirklich gelesen werden. Und es war eine große Inspiration, als ich 2016 in die Autorencommunity hereingekommen bin, unter anderem auf Twitter, und plötzlich überall um mich her andere Autoren waren. Dass da plötzlich Leute waren, die meine Probleme verstanden. Jeder einzelne inspiriert mich ungemein – es sind alles Menschen, die ihren Traum leben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Noch mehr Bücher schreiben, irgendwann wirklich Vollzeit-Autorin sein. Und 9lesen zusammen mit meinem Team noch weiter voranbringen. Ich liebe mein Autorenleben gerade und hoffe, dass es in der Zukunft genauso so wunderbar weitergehen wird.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das Angebot meines ersten Verlagsvertrags. Das war ein wunderbarer Moment und ich bin dem Verlag Schruf & Stipetic nach wie vor dankbar, dass sie mir die Chance gegeben haben. Außerdem habe ich in meinem ersten Buch eine Widmung an meine Eltern eingebaut – ich habe das große Glück, dass meine Eltern meinen Traum, zu schreiben, immer bedingungslos unterstützt haben. Als mein erstes Buch, Spür den Regen, dann auch noch gedruckt als Taschenbuch erschien, habe ich die Widmung für sie persönlich ergänzt und zu dem „Für meine Eltern“ ein handschriftliches „und baldige Großeltern“ eingefügt. Es war einer der schönsten Momente in meinem ganzen Leben, als ich ihnen die Widmung zeigte.

 

Eine kleine Kostprobe…

Der Anfang meiner Uhrengeschichte:

Bin ich der Bücher überdrüssig, der immer gleichen Geschichten?

Ich habe schon so oft mit Ali Baba gegen die vierzig Räuber gekämpft, bin mit Faust auf den Teufel hereingefallen, habe mit Kapitän Ahab Moby Dick gejagt.

Meine Hände streichen über die ledergebundenen Buchrücken, dicke und dünne Bände zieren die endlosen Regale. Doch was endlos scheint, ist endlich. Nach genau einhundert Schritten stoßen meine Finger an eine glatte Wand. Die Regale sind auf ihr weitergemalt. Wenn ich meine Hand nicht auf die Wand lege, weiß ich nicht, wo sie beginnt und meine Welt endet.

Einhundert Schritte in jeder Richtung, das ist mein zu Hause, meine Welt. Drei Wände sind glatt wie Glas und bemalt. So oft bin ich schon dagegen gelaufen, weil ich durch meine Augen nicht erkennen kann, wo sie beginnen. Die vierte Wand ist mir lieber. Sie ist ein großes, sich immer weiter drehendes Zahnrad. Zahnräder sind auch in meinem Himmel, lassen mich ihr stetes Klicken hören.

Tick tack, tick tack.

Manchmal, wenn ich fest die Augen schließe und mich darauf konzentriere, kann ich das große Zahnrad verschwinden lassen. Ich sehe eine bunte Welt mit blauem Himmel. Weiße Wolken ziehen über den Himmel, grünes Gras wächst auf den Wiesen, rote Äpfel hängen an Bäumen. Diese Welt ist nicht kupfern und golden wie meine. Aber diese Welt ist immer einen Schritt zu weit entfernt. Nur ein Ticken später ist das Zahnrad wieder da, klickt sich weiter in seinem ewig gleichen Spiel.

Tick tack, tick tack.

Vor langer Zeit einmal habe ich zu den Bäumen rennen und einen Apfel pflücken können. Wie lange ist das schon her?

Doch Hoffnung habe ich weiterhin. Mein Großvater brachte mich an diesen sicheren Ort. Er versprach mir, mich wieder zu sich zu holen, wenn in dieser bunten Welt mit dem wunderschönen blauen Himmel keine Gefahr mehr droht.

Wie lange bin ich schon hier? Ich weiß es nicht. Länger, als Dschinni in seiner Wunderlampe gefangen war? An manchen Tagen fühlt es sich so an. Ich ziehe das Buch aus dem Regal. Es bleibt mir nichts als zu lesen und auf das Klicken zu hören.

Tick tack, tick.

Das Buch fällt aus meinen Händen. Der Aufschlag klingt dumpf in dieser Stille ohne ein Klicken. Ich reibe mir die Ohren. Warum höre ich das Ticken nicht mehr? Ich drehe mich zu dem großen Zahnrad um. Es steht still. Genau wie die Zahnräder in meinem Himmel. Mein Herz setzt einen Schlag aus, als hätte es durch das fehlende Ticken vergessen, dass es schlagen muss. Es schlägt doppelt so schnell wie vorher weiter. Ich strecke zitternd eine Hand nach dem großen Zahnrad aus. Kann ich es wieder anschieben? Hat es sich nur verklemmt?

Gleißendes Licht fällt durch das große Zahnrad herein. Geblendet schließe ich die Augen. Ich gehe einen Schritt zurück, suche das Regal hinter mir. Daran will ich mich entlang hangeln, weg von dem gleißenden Licht. Meine Finger greifen ins Leere. Ich verliere das Gleichgewicht, stürze auf einen weichen Boden.

 


Andrea Schrader

 

Ihre Veröffentlichungen:

  • Spür den Regen, auf amazon* kaufen
  • Die Boten des Schicksals, auf amazon* kaufen

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Ivy Lang #ProjektArbeitstitel

Ivy Lang #ProjektArbeitstitel

Ivy Lang #ProjektArbeitstitel

Aaaah so gut wie Halbzeit bei #ProjektArbeitstitel! Wie schnell die Zeit vergeht. Heute stelle ich euch eine Person vor, die mir immer ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn ich sie sehe: Ivy Lang!

Hallo! Ich bin Ivy und ich schreibe Geschichten eigentlich schon seit ich schreiben kann.

Ja, ich habe schon in der Grundschule Geschichten am PC meiner Eltern geschrieben, um mir die Zeit zu vertreiben und mich in andere Welten zu träumen. Seitdem ist Schreiben für mich Entspannung, Unterhaltung und Eskapismus. Was alle meine Geschichten gemeinsam haben, ist der Kern, der immer eine Liebesgeschichte ist. Doch einfach „nur“ Romantik ist mir persönlich zu wenig. Es muss krachen, meine Figuren müssen einiges durchmachen. Die dunkle Seite der menschlichen Seele fasziniert mich einfach zu sehr. Auch die negative Kraft, die von Liebe ausgehen kann, ist bei mir immer ein Thema.

Man kann mich daher wohl am ehesten im Genre Romantic Suspense ansiedeln. Tatsächlich kombiniere ich Romance aber immer mit anderen Genres, z.B. Mystery Thriller, wie bei meinem veröffentlichten Roman „Teufelswetter“ oder einer Mafia-/Crime-Thematik, wie bei meinem aktuellen WiP „Lola“. Daneben habe ich Konzepte für Romantasy und SciFi-Romance in meiner Schublade.

 

Lola und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Aktuell überarbeite ich das Manuskript zu meinem WiP „Lola“ (#ProjektLola). Hier handelt ich sich um eine Romantic Suspense/ Dark Roamce-Geschichte. Die junge Lauren wird durch ihren Bruder in Mafia-Geschäfte verwickelt. Notgedrungen macht sie mit und stellt schnell fest, wie einfach sich hier Geld verdienen lässt. Daneben interessiert sie sich für Dominic, den Neffen des großen Capo, der zwar immer einen lockeren Spruch drauf hat, aber sonst so gar nicht ihrem Vorurteil eines Mafioso (Mobsters) entspricht. Das ist kein Zufall, denn Dominic ist eigentlich gar kein Mobster, sondern als Undercover-Agent in die Mafia-Strukturen eingebunden, um gegen eine Gruppe der Russenmafia vorzugehen. Beide kommen sich näher – finden ineinander jeweils das, was sie brauchen –, doch Dominics Auftrag wird bald erledigt sein und er wird aus Laurens Leben verschwinden müssen. Natürlich wird es zum Schluss ziemlich actionreich und spannend.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Mein Plan sah eigentlich vor, den Roman Projekt „Lola“ (Arbeitstitel „Mobster“) im Spätsommer im Selfpublishing rauszubringen. Nun habe ich eine Textprobe spontan bei einer Verlags-Challenge eingereicht, weil der Plot hier zufällig gepasst hat. Ein weiterer Verlag hat Interesse angemeldet. Sollte es mit den beiden Verlagen nicht klappen, gehe ich den Weg im Selfpublishing wie geplant weiter, allerdings dann vorrausichtlich erst etwas später im Jahr.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Meine Schublade ist voller Konzepte/ groben Plots und es fällt mir momentan schwer, mich für ein nächstes Projekt zu entscheiden. Erste Szenen habe ich u. A. verfasst für eine romantische SciFi-Dystopie, allerdings ist dies eigentlich ein Plot für eine ganze Reihe (mind. 4-5 Teile) und mir fehlt – realistisch betrachtet – die Zeit, um die Teile in entsprechend kurzer Frequenz fertigzustellen. Ebenfalls infrage kommen die Projekte „Flong“ (Fantasy ohne Drachen und epische Schlachten), „Bullseye“ (sehr düstere Romantik Suspense), „Kryptonite“ (New Adult Romance) oder „Loose“ (eher ein Psycho Thriller rund um die Anschläge des 11. September). Aktuell schreibe ich an Szenen für Projekt „Bullseye“ und hier flutscht es gerade sehr gut. Also, vielleicht wird das das nächste WiP. Tja, mal sehen.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Ich habe innerhalb kürzester Zeit so unglaublich viel Neues gelernt. Ich würde jedem, der aktuell noch zögert, ob er es wagen soll oder nicht, raten es einfach zu tun. Mit dem ersten Roman wird man eh nicht groß – er wird buchstäblich und in vielerlei Hinsicht ein Lehrstück sein. Durch die Erfahrungen mit der ersten Veröffentlichung bin ich mittlerweile definitiv besser geworden, sowohl was das Schreiben, als auch das Organisatorische angeht.

Unterscheiden werden sich die beiden Bücher natürlich im Inhalt, denn WiP „Lola“ hat keine Mystery-Elemente, wie „Teufelswetter“. Vom Umfang (Wortanzahl) her sind sie ähnlich, „Lola“ wird etwas kürzer sein. Aber natürlich hat sich auch mein Schreibstil geändert – neben den bewussten Änderungen, die dem anderen Genre geschuldet sind, bin ich nun auch etwas „erwachsener“ in meiner Sprache geworden.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Zeit, Zeit, Zeit. Mir fehlt als Working Mom mit einer chronischen Krankheit (Diabetes Typ 1) einfach immer die Zeit. Ich musste zu einem „Opportunistic Writer“ werden, einer Autorin, die jede Gelegenheit zum Schreiben nutzt. Leider haut das nicht immer hin. Oft ist es dann so, dass ich nicht in Schreibstimmung bin, wenn sich plötzlich unverhofft doch ein Zeitfenster öffnet. Ich denke oft: Hätte ich mehr Zeit, meine ganzen Konzepte konkret anzugehen und fertigzustellen, dann könnte ich mir z.B. für ein Projekt einen Verlag suchen, während ich das andere im Selfpublishing rausbringe usw. Im Selfpublishing ist die größte Herausforderung die mangelnde Sichtbarkeit.

Hast du eine Schreibroutine?
Meistens schreibe ich tatsächlich dann, wenn ich Zeit dafür finde. Oft ist das abends/nachts, wenn der Sohn im Bett ist. Aber ich kann es schlecht planen, denn es kann auch immer was mit dem Sohn sein oder anderes dazwischenkommen. Ich versuche allerdings, jeden Tag etwas für mein Autorenleben zu tun. Wenn es nicht schreiben ist, dann vielleicht ein Beitrag für Instagram oder basteln an der Homepage, Papierkram oder Recherche.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Vielleicht würde ich mir sagen, früher ans Veröffentlichen zu denken. Ich habe sehr lange Zeit geglaubt, das wäre völlig illusorisch – keiner würde es lesen wollen, usw. Ich würde mir also raten, mutiger zu sein und den Weg als Autorin früher bewusst ein zuschlagen.

.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich versuche mich natürlich an anderen Autoren zu orientieren – weniger, wenn es um den Inhalt meiner Geschichten geht, als vielmehr an ihrem Auftreten, ihrer Strategie bei Veröffentlichungen etc. Daneben finde ich die „Buchbubble“, die Menschen, die ich in den letzten Jahren im Zusammenhang mit meiner Autorentätigkeit kennengelernt habe, unglaublich inspirierend. Der Austausch mit anderen Autoren und/oder Bloggern ist sehr motivierend, weil es einfach Spaß macht. Das macht den Unterschied zwischen „Schreiben, um der Welt zu entfliehen“ und richtigem Autorenleben.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Es wäre schön, mit dem Veröffentlichen weiterzumachen, weiter Neues dazuzulernen und den Spaß am Schreiben selbst zu erhalten.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Vor Freude geweint habe ich bei den Rezensionen nach der Leserunde zu „Teufelswetter“, denn die Resonanz war so überwältigend gut, wie ich sie niemals erwartet hätte. Ich bin blutige Anfängerin, keine studierte Germanistin etc., aber das hat mir gezeigt, dass ich wohl doch in der Lage bin Geschichten gut zu erzählen. Und es ist immer noch wunderschön, das Taschenbuch in die Hand zu nehmen, sein eigenes Werk in den Händen zu halten.

 

Eine kleine Kostprobe…

Ein Auszug aus „Teufelswetter“:

Zögernd öffnete Rachel den Verschluss der kleinen Flasche. Sie fürchtete sich vor dem Ergebnis dieses Experiments, doch mehr noch besorgte sie die Tatsache, dass sie ihm nicht wehtun wollte.

Vorsichtig träufelte sie eine kleine Menge von dem Weihwasser auf Lous Hand. Zuerst geschah gar nichts und Rachel war versucht, noch etwas mehr von dem Wasser zu nehmen. Doch dann zog Lou plötzlich seine Hand zurück und starrte angewidert darauf. Nach einer Weile hob er sie hoch, sodass Rachel sie sehen konnte und seine Augen leuchteten böse.

Die Stelle, die mit dem Weihwasser in Berührung gekommen war, war stark gerötet und die Haut warf kleine Brandblasen auf. Auch Rachel verzog das Gesicht. Ob aus Ekel oder aus Mitleid hätte sie in dem Moment selbst nicht zu sagen gewusst. Lou spuckte auf seine Hand, und verrieb den Speichel; dann zog er ein Stofftaschentuch aus der Hosentasche und wickelte es sich provisorisch um die verletzte Hand.

»Das tut mir leid«, platzte Rachel heraus. »Ehrlich.«

Lou sah sie kurz an und prustete dann laut vor Lachen los. »Es tut dir ehrlich leid?! Mann! Die gewöhnliche Reaktion ist lautes Gekreische: ›Hilfe, er ist der Teufel! Gott, beschütze mich!‹« Lou äffte die Reaktionen nach, die er sonst erhielt, wenn Menschen ihn wahrhaftig als Teufel erkannten. Dann lachte er wieder, bis sein Lachen nur noch dünn und eher verzweifelt klang.

»So weit ist es schon gekommen«, murmelte er in sich hinein.

Rachel stand unschlüssig da. Ja, es war absurd, Lou zu bemitleiden. Sie dachte an Michaelas Worte: Der Teufel wird immer menschlicher. Nun stand sie hier und wusste nicht, was sie tun sollte.

Lou hatte sich wieder gefangen und war zur Fahrerseite seines Wagens gelaufen. Erwartungsvoll sah er Rachel an. »Und? Kommst du nun mit?«

»Was wird es mich kosten?«, fragte sie.

Lou, der im Begriff war, in sein Auto zu steigen, schloss die Fahrertür und stütze seine Arme auf dem Dach des Wagens ab. Er sah Rachel prüfend an und kratzte sich am Kopf, so als würde er angestrengt nachdenken.

»Ich muss nach Vegas«, begann er. »Du willst nach Vegas. Hier stehen wir und es ist nur logisch, dass du mitfährst.«

»Aber du bist der Teufel.«

»Hör zu«, sagte Lou unvermittelt, »ich will deine Seele nicht. Du kannst tun, was du willst. Diese Fahrt nach Vegas wird dich nicht deine Seele kosten. Wir fahren, wir kommen an, das war’s.«

Rachel fragte sich, ob sie ihm trauen konnte. Wahrscheinlich würde das alles noch ein böses Ende nehmen. Sie überlegte kurz, ob sie das nicht beunruhigen sollte, wenigstens ein bisschen. Aber es war ihr einfach egal.

Lou schenkte ihr ein breites Grinsen. »Natürlich werde ich nicht ›Nein‹ sagen, wenn du dich mir anbietest.«

Rachel nickte, seufzte tief und stieg in den Wagen.

 


Ivy Lang

 

Das Buch „Teufelswetter“ könnt ihr u.a. auf amazon* bestellen. Bisher sind keine weiteren Veröffentlichungen geplant.

 

 

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Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Sina Bennhardt #ProjektArbeitstitel

Heute möchte ich euch bei #ProjektArbeitstitel die liebe Sina vorstellen, die großartige und interessante Blogbeiträge schreibt und auf deren Projekte ich ebenfalls wirklich gespannt bin!

Hallo zusammen! Ich bin Sina und ich schreibe Geschichten, Märchen und Gedichte in fast allen Genres, obwohl mir die Fantasy am liebsten geworden ist.

Wie ich zum Schreiben gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr. Seit ich mich erinnern kann, habe ich kleine Gedichte, Märchen und eben längere Geschichten geschrieben. Seit ein paar Jahren nehme ich mein „Hobby“ ein bisschen ernster und habe neben meinem Blog (Sinas Geschichten) ein Buch geschrieben. Aber dazu im Verlauf der weiteren Fragen mehr. 😉

 

Die Chroniken der alten Welt und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Im Moment schreibe ich an meiner Fantasy-Reihe, die ich unter dem Titel „Die Chroniken der alten Welt“ auf meinem PC gespeichert habe, aber der Titel überzeugt mich noch nicht wirklich. Der erste Teil heißt „Göttersterben“ und ist eine High Fantasy Geschichte in einem orientalischen Setting. Dabei geht es um die Freunde Taymour (kurz: Tomo) und Rouka, die bei einem Kampf zwischen zwei Göttern auf unterschiedliche Seiten gezogen werden. Das woran ich gerade schreibe, hat den Arbeitstitel „Königsbrecher“ und ist eine lose Fortsetzung von Göttersterben, die zwar in derselben Welt stattfindet aber mit komplett neuen Figuren bestückt ist.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Mein absoluter Traum wäre es, bei einem Verlag veröffentlicht zu werden. Ich habe tatsächlich auch schon mein Exposé abgeschickt, aber die Wartezeiten von ca. 6 Monaten pro Bewerbung haben meinem Veröffentlichungsplan ein bisschen den Wind aus den Segeln genommen. Aber veröffentlichen möchte ich auf jeden Fall! Wenn es mit den Verlagen nicht funktioniert, dann werde ich mich ans Selfpublishing wagen. Bis es aber so weit ist, werden wohl eher noch ein oder zwei Jährchen ins Land gehen.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Uff, da schlummert viel. Hauptsächlich die nächsten 7 Bände meiner „Chroniken der alten Welt“-Reihe. Aber da kann ich leider nicht allzu viel zu erzählen, ohne die ersten beiden zu spoilern. 😉

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
An Ideen und Inspiration hat es mir noch nie gemangelt. Es ist eher die Zeit, die mir Schwierigkeiten bereitet. Weil ich durch das Schreiben kein Geld verdiene, fällt es mir schwer da so viel Zeit reinzuinvestieren, wie ich es gerne hätte. Aber leider kann ich mich nicht einfach hinsetzen und an meinen Geschichten schreiben, wenn Bewerbungen und ähnliches ausstehen. Da geht das „normale“ Leben (leider) vor.

Hast du eine Schreibroutine?
Aus den oben genannten Gründen habe ich keine feste Schreibroutine. Trotzdem schaffe ich es meistens mich jede Woche ein paar Stunden hinzusetzen und an meinen Projekten zu arbeiten. Das muss nicht immer wirkliches Schreiben sein, sondern hat auch viel mit Planung und Weltenbau zu tun. Das muss gerade bei so einer lang-geplanten Fantasyreihe getan werden. Im Moment behandle ich das Schreiben am ehesten wie ein sehr zeitintensives Hobby.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Das ist eine schwierige Frage. Vielleicht das: „Dein Wordcount sagt nichts über deine Produktivität aus. Gerade das Plotten und Planen nimmt viel Zeit in Anspruch, ist aber ein unglaublich wichtiger Teil des Schreibprozesses. Oft bringt es dich viel weiter, dich für eine Stunde hinzusetzen und den Plot/die Welt auszuarbeiten, als dir irgendwelche Worte aus den Fingern zu saugen, die du später eh löschen wirst.“

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Nicht im wörtlichen Sinne „Vorbilder“. Ich ziehe Inspiration aus meinen Freunden und dafür müssen sie sich noch nicht einmal an meinem Schreiben interessiert sein. Aber wenn ich sehe, dass sie sich Ziele setzen, sie verfolgen und schließlich erreichen, gibt es mir Hoffnung, dass ich es auch schaffen kann. 🙂

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein absoluter Traum wäre es, Vollzeit als Autorin zu arbeiten. Oder einfach nur veröffentlicht zu werden. Ich möchte, dass Leute meine Geschichten lesen und ich sie zum Träumen bringe.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Das ist mir bisher zweimal passiert: Zwei meiner Testleser haben mein Buch erstes Buch „Göttersterben“ an einem Tag durchgelesen (einer von ihnen trotz wichtiger Klausur am nächsten Tag), obwohl sie es eigentlich nur antesten wollten. Und dann haben sie mir ewig lange (Sprach)Nachrichten auf WhatsApp geschickt und mit mir „geschimpft“, dass ich sie ja hätte warnen können. 😀

 

Eine kleine Kostprobe…

Nur zu gerne. Damit ich euch nicht viel von der Hintergrundgeschichte erzählen muss, nehme ich doch direkt die erste Szene. Viel Spaß damit!

Staubteufel tanzten über die Dächer von Hedassimar, rissen lose Tücher von den Schultern der Feiernden und ließen sie in einiger Entfernung wieder zu Boden sinken.

Obwohl die Sonne unerträglich vom Himmel brannte, blieben die Menschen auf den Straßen. Blütenblätter rieselten aus ihren Taschen und hinterließen bunte Farbtropfen auf den abgenutzten Sandsteinplatten.

Tomo schloss die Augen und zog sich noch weiter in den Schatten des Hauseingangs zurück. Es roch nach frischem Gebäck und Gewürzen. Musik schallte aus allen Richtungen und mischte sich mit den lebhaften Gesprächen der Menschen. Er konnte in dem Chaos kaum einen eigenen Gedanken fassen und er genoss es in vollen Zügen.

Heute war kein Tag zum Nachdenken. Es war Yaam alsah‘me, Tag des Pfeiles, der größte Feiertag in Hedassimar zu Ehren ihrer Göttin Hedia. Tagelang hatten sich die Bewohner der Stadt auf die Feierlichkeiten vorbereitet und nun kosteten sie das Ergebnis ihrer Arbeit mit Begeisterung aus.

Sogar in den schmalsten Gassen hatten Händler ihre Stände aufgebaut und boten allerlei Kleinigkeiten zu absurden Preisen feil. Blumen, Datteln, delikat gearbeitete Opferschalen und Anhänger mit dem Zeichen von Hedia. Die Menschen gaben ihr Geld mit einem Lächeln im Gesicht aus, denn schließlich war dieses Fest nur einmal im Jahr.

Unwillkürlich musste Tomo grinsen.

Er hatte seinen Geldbeutel zu Hause gelassen, wohlwissend wie groß die Versuchung wäre, sich ein wenig gezuckerten Granatapfel zu gönnen. Es war besser, wenn ihm gar nicht erst der Gedanke kam.

»Ich bin dann weg«, tönte eine Stimme aus dem Inneren des Hauses hinter ihm und die Tür schwang mit einem leisen Knarren auf. Vor ihm stand ein ausgemergelter Junge mit blonden Haaren, der erstaunt den Kopf hob.

Kein Junge, schalt sich Tomo innerlich, ein Mann. Sein Freund zählte bereits zwanzig Sommer, auch wenn sein kleiner Wuchs ihn deutlich kindlicher wirken ließ.

»Du bist ja schon da!«, sagte Rouka und schlüpfte neben ihm ins Freie, »Ich wollte dich nicht warten lassen. Ich hätte mich beeilt.«

»Ich weiß«, antwortete Tomo, »Deswegen habe ich nicht geklopft.«

Rouka hatte dunkle Ringe unter den Augen und seine Bewegungen waren zittrig. Tomo schüttelte innerlich den Kopf. Er hätte ihn überreden müssen, im Bett zu bleiben. Vielleicht sollte er es immer noch tun.

»Bist du so weit?«, fragte er stattdessen.

Rouka nickte atemlos. »Bereit.«

 


Sina Bennhardt

 

Aktuell sind keine Veröffentlichungen geplant.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Stephanie Koshka #ProjektArbeitstitel

Stephanie Koshka #ProjektArbeitstitel

Stephanie Koshka #ProjektArbeitstitel

Heute stelle ich euch wieder eine kreative Autorin vor: Stephanie Koshka, alias „Fieberherz“, die ihren Gedichtband selbst liebevoll für jede Person selbst heftet. Darin finden sich neben ihren Gedichten auch eigene Illustrationen!

Mein Name ist Steffi, begreife mich als Nacht- & Sturmkind, kreiere Texte, Bilder und luzide Träume, wenn ich nicht gerade an dem Abschluss meines Studiums arbeite.

Das Schreiben begleitet mich schon immer, aber als ich klein war, wollte ich unbedingt hauptberuflich Autorin werden. Dieser Traum zerbrach ein bisschen an der (mich lähmenden) Realität und den Erwartungen anderer an mich. Die Möglichkeit, einen anderen Hauptberuf zu haben und dennoch Autorin sein zu können, kannte ich nicht. Das begriff ich erst in meinen Zwanzigern und das Gefühl, hinsichtlich des Traums versagt zu haben, wich der neu entflammten Liebe für das Schreiben, ohne das ich einfach nicht kann.

Vornehmlich schrieb ich ganz früher Fanfictions, dann viele Blogbeiträge, prosaische Lyrik und Kurzgeschichten, aber eigentlich sollten – sollen – es Romane werden. Daran arbeite ich noch, in meinem Tempo eben und das ist so legitim, wie niemand es außer mir selbst nachvollziehen kann. Aber immerhin, in Maßstäben von „Veröffentlichung“, hat es 2018 eine Science-Fiction-Kurzgeschichte in eine Anthologie geschafft und ich habe 2019 ein Gedichtheft herausgebracht.

 

Die Asche des Prinzen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Momentan sind drei Projekte in drei Stadien vorhanden. Zuerst ist da „Die Asche des Prinzen“, Urban Fantasy mit fertiger Rohfassung und in Überarbeitung. Dann ist da „Geist und Schatten“ (Arbeitstitel), ebenfalls Urban Fantasy, dessen Rohfassung in der Fertigstellung begriffen ist. Und zu guter Letzt plotte ich gerade Projekt Nr. 3, „Wie Federn so schwer“ (Arbeitstitel) quasi alternative Zukunft, weil Magie darin unsere uns bekannte Welt doch schon sehr verändert hat, aber insgesamt eher dem Genre Science Fantasy zuzuordnen ist.

Abgesehen von dem Fantasy-Aspekt eint auch alle Projekte, dass sie möglichst nicht normativ daherkommen und wenn doch stellenweise, genau das zur Diskussion stellen. Mir fehlt Diversität in der Fantasy-Literatur, ich möchte also genau das zu einem Markt beitragen, in dem sich schon meist weiße/(binär gedacht) männliche/heterosexuelle/cis/able-bodied und -minded Menschen 1:1 wiederfinden. Das heißt nicht, dass ich Diversität zum Thema und/oder „Plotkatalysator“ mache, aber sie ist da. Sie spielt manchmal kaum eine Rolle, ich kann aber auch nie so schreiben, als wäre sie „egal“, denn dann verschließe ich mich der mir selbstauferlegten Aufgabe, problematische Aspekte unserer Gesellschaft durch die Phantastik widerzuspiegeln.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Für die Romane, allen voran eben erst einmal „Die Asche des Prinzen“, strebe ich einen Verlagsvertrag an, am liebsten aber mag ich vorher in einer Agentur unterkommen, um so verlagsunabhängiger mehr aus meinen Texten herauszuholen und eine*n erfahrene*n Agent*in zu haben, der/die die Verlagsbranche kennt. Da es direkt nach dem Studium in den Beruf geht, traue ich mir gerade Selfpublishing (noch) nicht zu, insbesondere aufgrund meiner knappen Ressourcen in Sachen Zeit und Geld. Und wenn jetzt jemand sagt „Du musst dir nur Zeit nehmen wollen!“, der Person kann ich nur sagen: Zeit (bei mir auch stark gekoppelt mit Kraft) ist in meiner Welt keine unbegrenzte Ressource, besonders dann, wenn man (hauptberuflich) auch noch einen weiteren Traum verfolgt. Einteilung muss bei mir sein, damit es gut wird. Und Unterstützung zu erhoffen ist in meinen Augen keine Schande.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
In der Schublade schlummert ganz offiziell Projekt 0, namentlich „Saint Blake“ (Science Fantasy). Meine große Projektliebe, aber ich muss dem Roman noch gerecht werden, indem ich mich mit anderen Projekten vorher entwickle. Bislang stehen 100k, damit sind 2/3 fertig, aber die wollen noch mit Erkenntnissen aus den Folgeprojekten runderneuert werden.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Habe erstmal (voll nett gemeint) Leuten die Anthologie mit meiner Kurzgeschichte zum reduzierten Autor*innen-Preis angeboten und musste ganz fix zurückrudern, wegen der Buchpreisbindung, haha. Ansonsten habe ich gemerkt, dass nur weil ein*e Verleger*in Begeisterung für einen Text zeigt, daraus nicht zwingend gute und wertschätzende Kommunikation von der Seite des Verlages oder gar gute Werbung folgt. Das klingt jetzt bitter, macht es mich aber nicht. Ich weiß, dass es auch sehr oft anders läuft und habe Zuversicht, dass es so positiv anders kommen wird.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Die Rohfassung. Bei gerade einer beendeten Rohfassung und einer in ihren Endzügen vermutlich auch kein Wunder. Aber ich bin optimistisch, dass es besser wird, ich lasse mich von Langstrecken nicht mehr so entmutigen wie noch vor 10 Jahren und identifiziere immer besser, womit bzw. wie ich mich selbst hindere.

Hast du eine Schreibroutine?
Eine Schreibroutine habe ich am ehesten während des NaNoWriMo, da klinke ich mich immer komplett aus SoMe aus und fahre Sozialkontakte fast auf Null herunter. In der Zeit schreibe ich auch nur am PC und immer mit Rücken- und Handgelenkstützen mehrere Stunden pro Tag.
Routine im Sinne von „Gewohnheiten“ sind abseits dieses Aktionsmonats eher hinderlich für mich, weil mein Studium und meine Arbeit immer wieder spontanes Planen erfordern. Außerhalb des NaNo komme ich am besten voran, indem ich kurzentschlossen bleibe, da ist für Routine neben Arbeit und Studium bei mir wenig bis kein Platz. Also schreibe ich auch mal in einem Park, in einem leeren Vorlesungsaal, in Wartezimmern etc., mal 100 Worte, mal 1000. Oder auch mal nichts am Manuskript selbst, sondern nur am Worldbuilding eines Projekts, das noch nicht im Stadium einer Rohfassung ist.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
1) Strukturiere deinen Roman vor, zumindest grob. Aber eben von Anfang bis Ende. Das verringert die Chance, dass du beim Überarbeiten komplett sauer auf dich selbst bist oder dass du gar mitten drin bei Ideenlosigkeit meinst, das ganze Projekt wäre „Müll“.

2) Teste, womit und wie du am besten plotten, schreiben und überarbeiten kannst. Und entscheide dich, auch einfach nur je Projekt. Wechseln kannst du immer. Was einmal gut funktioniert hat, muss nicht immer funktionieren (und andersherum). Es gibt meiner Ansicht nach je schreibende Person und je Projekt kein Patentrezept. Stick to design thinking, not designs.

3) Trau dich, Fehler zu machen, besser – akzeptiere sie, denn du wirst sie noch und nöcher machen. Eine Rohfassung ist NIE das Endprodukt. Das Ausmaß der Überarbeitung entspricht in meinen Augen nicht der Qualität der Idee, denn der Schreibprozess wird von zu vielen Faktoren beeinflusst (bewusst, unbewusst).

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Inspiriert werde ich von einige, motivieren kann nur ich mich selbst. Inspiration ist für mich in großem Maße seit vielen Jahren z.B. Marie Graßhoff, weil sie nicht nur die guten Seiten des Schreibens teilt, sondern auch mal von Selbstzweifeln berichtet. Und zusätzlich an ihren Träumen festhält und so von Selfpublisherin zu Autorin bei Agentur und namhaften Verlagen geworden ist.

Da sind aber auch Tanja Voosen und Lea Melcher.

Tanja, weil sie eine großartige und dabei bodenständige Autorin ist, die unglaublich sympathisch und offen sowohl on-, als auch offline kommuniziert. Sie betont immer wieder, dass man immer klein anfängt und macht anderen Mut, an ihre Ideen zu glauben. Zusätzlich unterstützt sie Kolleg*innen bei VÖ so sehr, überhaupt alles, was sie mag, dass mir regelmäßig das Herz überschwappt, wenn ich z.B. ihre Stories auf Insta sehe und mir am liebsten alles kaufen will, was sie begeistert teilt.

Lea, weil sie sich neben dem Schreiben auch hinsichtlich Illustration betätigt (und da ganz wunderbare Dinge zaubert, die zeigen, wieviel Herz & Fleiß daran hängen) und mir (wo ich auch blogge, fotografiere, dichte) so die Angst nimmt, ich müsse „nur“ Autorin sein. Abgesehen davon ist sie auch ganz groß darin, auf ihre Leserschaft einzugehen und so sehr nahbar und sympathisch zu sein.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ein Agenturvertrag und/oder ein Verlagsvertrag. Nicht, weil ich Selfpublishing nicht mag, ganz im Gegenteil, aber weil ich glaube, dass ich mich etwas besser dem Schreiben widmen kann neben dem Hauptberuf, wenn ich da Unterstützung habe bzw. Menschen, die genug an mich glauben, um ihre Zeit und Kreativität in meine Ideen zu stecken und sie gemeinsam mit mir zu optimieren. Außerdem wird das trotz (gerade wegen?) Designstudium eine neverending story, wenn ich für mich selbst das Cover gestalten würde, haha.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Als eine liebe Bekannte mich beim Erzählen von die „Die Asche des Prinzen“ stoppte und sagte, sie wolle „vor der Veröffentlichung“ nicht gespoilert werden. Als ich mein erstes Belegexemplar in den Händen hielt. Oder als ich das erste Mal nach einer Widmung gefragt wurde. Zum Beispiel. Aber die stehen für mich alle auf einer Stufe, ich kann mich nicht entscheiden.

 

Eine kleine Kostprobe…

Ja, kann ich, sind aber ohne Lektorat. You have been warned 😉. Ausschnitt aus der Rohfassung von „Geist und Schatten“:

„Sicher, sicher, wie du magst“, ließ Mars halb im Wegdrehen begriffen verlauten und begann, Aris Tee anzurichten. Im nächsten Moment zuckte sie etwas zusammen, als Ari sie sachte an einer Schulter berührte und die Hand dann in Marcelines Nacken wandern ließ. Und es war immer ein gutes Zeichen, wenn Mars sich umdrehte, die Augen geschlossen, und Aris Gesicht ertastete. So wie jetzt, wo die Aussicht auf Tee plötzlich um so vieles uninteressanter geworden war.

Ari wartete, bis Mars sie küsste, so wenig zögerlich bereits, dass sie das alles am liebsten direkt ins Schlafzimmer verlegt hätte. Aber irgendetwas trübte heute Marcelines Licht und Ari wollte sie nicht verschrecken. Und versuchte zu verdrängen, wie lange sie sie heute stumm verfolgt hatte, weil sie meinte, das heute zu brauchen und zu dürfen.
„Was ist los?“ Mars pausierte kurz und legte ihre Stirn an Aris. Ihr Atem war deutlich hastiger geworden und zwischen jedem Wort der Sorge stand leichter Unwille, sich jetzt überhaupt mit etwas anderem als dem Schweigen zu befassen.

Ari lachte leise auf, legte Mars beide Hände unterhalb des Steißes und setzte sie auf die Anrichte. Wem brachte es etwas, wenn Mars erfuhr, was heute geschehen war. Wem brachte es etwas, wenn sie jetzt aufhörten.
„Was-“
„Augen zu!“, unterbrach Ari sie. „Ich pass schon auf, auf dein Kleid. Auf dich“, flüsterte sie dann, um so viel Sanftheit bemüht, wie sie nur aufbringen konnte. „Wirklich. Vertrau mir.“ Und zwischen dem nächsten und übernächsten Kuss auf die Halsbeuge ihrer kleinen Sängerin wiederholte sie „Vertrau mir“ und glaubte gerade selbst, dass das gerechtfertigt sein musste. Schon immer war. Immer so sein würde.

 


Stephanie Koshka

 

Steffis Veröffentlichungen könnt ihr auf ihrem Blog einsehen. Dort könnt ihr auch das Gedichtheft „Blnk“ bestellen.

 

 

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Jasmin Zipperling #ProjektArbeitstitel

Jasmin Zipperling #ProjektArbeitstitel

Jasmin Zipperling #ProjektArbeitstitel

Kennt irgendjemand Jasmin Zipperling alias Zippi noch nicht? Falls ja, dann wird es höchste Eisenbahn! Ihr Buch „Himmeldonnerglöckchen“ erscheint nämlich schon bald. Und es ist mindestens so süß wie Jasmin selbst.

Quelle: Miriam Wagner

Ich heiße Jasmin Zipperling, ich bin Teammitglied der Autorenwelt und freies Redaktionsmitglied der Fachzeitschrift Federwelt.

Bisher habe ich Kinderbücher geschrieben. Meine Agentin (ja, ich habe eine Agentin! Als unveröffentlichte Autorin – wie abgefahren ist das denn bitte???) würde sich aber sehr über einen Roman von mir freuen. Hab damit auch schon angefangen!
Eigentlich habe ich schon als Teenager geschrieben, aber ich erinnere mich nicht mehr, wie das alles angefangen hat. Bei uns zu Hause gab es immer Bücher und Hörspielkassetten.

In diesem Jahr wird mein allererstes Buch bei Books on Demand erscheinen und ich bin dezent aufgeregt. Geplant ist Ende August, womit meine Premierenlesung am 31. August bei „9lesen“ zum Literaturcamp Hamburg stattfände.

 

Himmeldonnerglöckchen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Auf mein Kinderbuch in diesem Jahr folgt noch eines im nächsten Jahr – es sind beides Vorlesebücher für Kinder ab 5 Jahren. Zuerst erscheint „Himmeldonnerglöckchen“. Darin geht es um Hopsi. Sie ist eine kleine Häsin und landet mit dem Wichtel Michi in der Weihnachtswerkstatt. Und auf einmal fragt sie sich, ob sie nicht lieber eine Weihnachts- als eine Osterhäsin werden möchte.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Die Veröffentlichung ist derzeit nur für die beiden Kinderbücher angepeilt, die im Selfpublishing bei Books on Demand erscheinen werden. Zu einigen Projekten hält meine Agentin mich auf dem Laufenden und dann gibt es noch Manuskripte, die erst einmal gut genug werden müssen, damit ich sie ihr zeige. Zum Glück kenne ich jede Menge tolle Menschen, die mir zur Seite stehen. Überhaupt ist das derzeit eine fantastische Erfahrung, die ich mache: So viele liebe Menschen sagen mir ihre Unterstützung zu – Gerüchten zufolge soll mir schon das eine oder andere Freudentränchen über die Wange gekullert sein.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Bei meiner Agentin schlummern noch ein Vorlese- und ein Bilderbuch. Ich habe einen Roman begonnen, in dem es viel um Mutterschaft geht. Dann habe ich grobe Skizzen für einen … ja, was ist das eigentlich? Könnte ein Thriller werden. Aber mit Humor. Bin noch nicht sicher. Darf es überhaupt lustige Thriller geben? Werde ich dafür verhaftet? *googelt die Caymaninseln*

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Mich auf den Ar*** setzen und schreiben. 😀 Wenn ich einmal angefangen habe, geht es. Aber vorher fällt mir auf, wie dreckig meine Wohnung ist oder dass ich noch Sachen für die Autorenwelt erledigen muss. Und ein Artikel für die Federwelt muss ja bereits in zwei Monaten abgegeben werden. Und ich bin ja immer gerne pünktlich und zuverlässig …  Ich habe den schwarzen Gürtel in Prokrastination.

Hast du eine Schreibroutine?
Nope. Hauptberuflich arbeite ich als Sekretärin in der Kölner Innenstadt. Das ernährt mich. Und es finanziert mein Buch-Leben. Ich nehme an vielen Veranstaltungen mit Buchmenschen teil. Anreise und Unterkunft müssen also bezahlt werden. Und neben diesen Ausflügen, meiner Arbeit für die Autorenwelt und meinen Artikeln für die Federwelt und den Selfpublisher schreibe ich meine eigenen Projekte. Immer wenn es gerade passt. Und wenn meine Wohnung endlich sauber ist. Das alles klappt auch nur, weil ich nebenberuflich nichts anderes mache, als diesen Buch-Kram. Trotzdem warte ich noch auf den Tag, an dem ich endlich kapiere, dass ich meinen Schreibprojekten die höchste Priorität zuordnen sollte.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Ja, ich weiß, dass du jetzt glaubst, dass du eine untalentierte Vollpflaume bist. Ja, ich sehe, dass du gerade in embryonaler Haltung auf der Couch liegst und heulst, weil dein Text im Forum auf unsensibelste Weise zerpflückt wurde. Und ich weiß auch, dass du von nun an Angst haben wirst, jemandem deine Texte zu zeigen. Aber es wird besser werden. Du wirst länger brauchen als alle anderen, um dein erstes Buch zu veröffentlichen, weil du Angst hast. Das ist okay. Du wirst das Schreiben ja doch nicht lassen können und du wirst besser werden. Auf der Buchmesse 2018 wirst du dann endlich den verbalen Tritt bekommen, den du brauchst und dann legst du los. Mach einfach weiter.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich verehre Astrid Lindgren und Michael Ende. Aber die sind beide tot. Vielleicht sollte ich einfach sagen, dass meine gesamte Buchbubble mich inspiriert und motiviert. Wir unterstützen uns gegenseitig und stehen einander zur Seite. Das finde ich unheimlich toll.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Okay, das ist jetzt echt doof und meine Antwort ist voll peinlich. Aber leider auch ehrlich. Ich will im Grunde immer nur eines und das ist Anerkennung beziehungsweise das Gefühl dazuzugehören. Ich denke, das wird sich auch in Zukunft nicht so schnell ändern.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Puh … da gibt es einige. Mein erster Artikel in der Federwelt. Mein Cover für den Selfpublisher. Dass Books on Demand mich zum 20-jährigen Jubiläum eingeladen hat. Als ich den Vertrag mit meiner Illustratorin Esther Wagner unterschrieben habe (dadurch wurde es real, dass es wirklich ein Buch von mir geben wird – und eure Reaktion auf mein Cover zeigen eindeutig, dass Esther eine Göttin ist).

 

Eine kleine Kostprobe…

Ausschnitt aus Himmeldonnerglöckchen:

Hopsi starrte auf den Holzboden unter ihr. Was war gerade geschehen? Sie klammerte sich immer noch an Michis Hand. Sie hörte viele Stimmen und ein Windhauch streichelte ihr Gesicht. Hopsis Mümmelnase wackelte. Sie wusste nicht, wonach es hier roch, aber der Geruch war süß und machte ihr großen Appetit.

„Motziges Marzipan! Was zum dreimal gerührten Keksteig machst du in der Weihnachtswerkstatt?“, fragte Michi.

Weihnachtswerkstatt? Hopsi hob den Blick. Sie befanden sich in einem seltsamen Raum. Er war riesig, aber es gab hier so viele Wichtel, dass Hopsi Michis Hand losließ und die Arme eng an den Körper zog. Aus dem Nichts tauchte ein Mädchen auf. Sie hatte tatsächlich Flügel und flog direkt auf Hopsi zu. Ach, du liebe Möhre! Jeden Moment würde sie mit ihr zusammenstoßen. Die kleine Häsin hielt sich schützend die Arme vors Gesicht. Doch nichts geschah. Sie lugte zwischen ihren Armen hindurch. Das Mädchen schlug kräftig mit den Flügeln und glitt einfach über sie hinweg. Hopsi sah ihm verwundert nach und schmatzte. Wieso konnte es fliegen?

„Sie ist ein Engel. Die haben Flügel“, erklärte Michi. Dann drehte er sich mit seinem Bündel aus Zweigen einfach um und hüpfte davon.

Hopsi folgte Michi zaghaft durch die Menge. Sie wusste nicht so recht, wie sie sich hier unter den seltsamen Wesen zu benehmen hatte. Die Wichtel trugen alle grüne Kleidung, aber Michis Mütze war die einzige mit einem Glöckchen. Das war auch gut so, denn so konnte Hopsi dem Glöckchenklingeln folgen. Bei dem Gewusel war Michi nicht immer zu sehen. Sie duckte sich, weil ein Wichtel über ihren Kopf hechtete.

 


Jasmin Zipperling

 

„Himmeldonnerglöckchen“ erscheint voraussichtlich im August bei Books on Demand.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Kiara Roth #ProjektArbeitstitel

Kiara Roth #ProjektArbeitstitel

Kiara Roth #ProjektArbeitstitel

Mit Kiara Roth habe ich bei #ProjektArbeitstitel quasi eine Kollegin. Auch sie studiert Psychologie! Ob Themen des Studiums auch in ihrem Schreiben auftauchen? Lest selbst.

Ich bin Kiara, bin 25 Jahre alt und studiere forschungsorientierte Psychologie im Master. Ich weiß, dass „ich schreibe, seit ich es kann“ mittlerweile zum Klischeesatz verkommen ist, aber es beschreibt mein Verhältnis zum Schreiben immer noch am besten. Ich kann an keine Zeit zurückdenken, in der ich mein Umfeld nicht mit ausgedachten Geschichten genervt habe. Mit ungefähr 14 Jahren habe ich dann begonnen, mich ernsthafter mit dem Schreiben und dem Schreibhandwerk zu beschäftigen und meinen ersten Roman fertiggeschrieben – davor haben sich etliche Romananfänge angesammelt. Sechs weitere fertige Romanenden folgten auf mein erstes, allerdings habe ich noch nicht alle fertigen Romane überarbeitet.

Bisher habe ich noch keinen Roman veröffentlicht, aber mein Debüt Dem Horizont entgegen wird voraussichtlich dieses Jahr noch erscheinen.

 

Dem Horizont entgegen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Ich arbeite meistens an mehreren Projekten parallel. Dem Horizont entgegen ist ein Coming-of-Age-Roman, bei dem die Themen Mental Health und Trauer im Vordergrund stehen. Es geht um Leila, die anfängt, ihre tote Schwester zu sehen und in dem Glauben, diese sei ihr Schutzengel, vieles aufs Spiel setzt, um sie bei sich zu behalten.

Vor kurzem habe ich die Rohfassung meines Romans The Years We Lost beendet, ein Jugendbuch und das erste, das ich im weiteren Sinne der Romance zuordnen würde. Auch hier ist Mental Health ein zentrales Thema, genauso wie Mobbing und Freundschaft. Es geht um Marek, der nach jahrelangen Psychiatrieaufenthalten an seine alte Schule zurückkehrt und versucht, die Jahre seiner Jugend, die er verpasst hat, nachzuholen, um Jara und darum, wie die ehemaligen besten Freunde sich wieder annähern.

Das Projekt, das ich zurzeit in der zweiten Runde überarbeite, trägt den Arbeitstitel Lebensrausch. Es ist – richtig geraten – ein Jugendroman. Hier geht es um Enya, die an eine Jugendbande gerät, zu der sie unbedingt gehören möchte, wobei sie sich bald in Gruppenkonflikten verfängt und es ihr immer schwerer fällt, zwischen Richtig und Falsch zu unterscheiden.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Dem Horizont entgegen wird in den nächsten Monaten in einem luxemburgischen Kleinverlag erscheinen. Für Lebensrausch und The Years We Lost habe ich noch keine konkreten Pläne. Eine Veröffentlichung ist natürlich das Endziel, aber die nächsten Schritte bestehen erst einmal darin, die Überarbeitungen komplett abzuschließen und Exposés zu schreiben. Dann werde ich mir überlegen, ob ich die Projekte Agenturen anbieten möchte oder mir lieber passende Kleinverlage heraussuche und da mein Glück versuche. Noch lieber wäre mir, wenn ein passender Romanwettbewerb auftaucht, aber mal sehen. 🙂

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Wie bereits erwähnt habe ich viele Romananfänge in der Schublade liegen, die ich irgendwann vielleicht neu aufrollen möchte, und natürlich wie wohl alle Autor*innen eine weitere Schublade voller Ideen. Einige davon sind:

Irrwege, Urban Fantasy über widersprüchliche Wünsche und was sie anrichten können,

Silberseele 2, eine Fortsetzung meiner Dystopie mit empathischen Androiden und einer Rebellion, die noch keine ist,

This is not a Love Story, eine Geschichte über Missbrauch, Misstrauen und vielleicht doch ein kleines bisschen Liebe?,

Namenloser potenzieller NaNo-Roman, irgendwas mit einer App, Gruppendenken, anerkennungsdurstigen Jugendlichen und vielen Eskalationen.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Beim Schreiben selbst ist oft der Mittelteil besonders fies, wenn die Anfangseuphorie nachlässt und Selbstzweifel aufkommen. Die Anfänge sind meistens noch gut geplottet, die Motivation für das neue Projekt frisch – und in der Mitte wird es dann wahnsinnig schwer, nicht doch den neuen, viel besseren Ideen zu verfallen.

Auch das Überarbeiten ist eine Sache für sich. Ich gehöre zu den Autor*innen, die prinzipiell gerne überarbeiten. Oft verliebe ich mich erst während der Überarbeitung so richtig in meine Geschichte (während des Schreibens finde ich sie hingegen oft grottig). Allerdings habe ich oft Hemmungen, mit der Überarbeitung überhaupt anzufangen, weil dann mein Perfektionismus einsetzt und ich genau weiß, dass dieser mir vieles erschwert.

(Das Plotten hingegen liebe ich. Das ist der Moment, in dem die Ideen fließen, ich in den Flow gerate und spüre, wie alles entsteht. Ich weiß, das ist nicht die Frage, wollte ich aber auch mal erwähnen. 😊)

Über die Projektarbeit hinaus wird bald meine größte Herausforderung sein, mich in die Buchwelt hinauszuwagen und mich öffentlich zu präsentieren. Am schwierigsten wird es sein, mich meinen Versagensängsten zu stellen und mit den Rückschlägen und Absagen klarzukommen, die wohl alle Anfänger*innen erwarten.

Hast du eine Schreibroutine?
Leider macht die Uni es schwierig, eine richtige Routine in mein Schreiben reinzubekommen. In den Prüfungs- und Projektphasen schreibe ich kaum, während ich am Anfang des Semesters, wenn der Lernstress sich noch im Rahmen hält, mehr an meinen Schreibprojekten arbeite.

Was mir hilft, dennoch an einer gewissen Routine festzuhalten, ist der regelmäßige Austausch mit meinen Schreibfreund*innen, im Autorenforum oder auf Autorenstammtischen. Unter anderem hilft es mir, mir konkrete Monats- und Jahresziele zu setzen. Am liebsten schreibe ich abends nach der Uni oder dem Praktikum, wenn ich einen (ansatzweise) freien Kopf habe.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Mach so weiter wie bisher! Genieß es, wie wenig Gedanken du dir beim Schreiben machst. Erlaube dir ruhig, dich in deinen Geschichten zu verlieren. Nichts muss perfekt sein, aber die Leidenschaft zu behalten, ist das Wichtigste. Ach, aber lass das mit dem Bad Boy-Trope vielleicht doch lieber.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Das eine Vorbild habe ich eigentlich nicht, stattdessen ganz viele oder oft einfach die Autor*innen der Bücher, die ich derzeit lese, von denen man sich fast immer irgendwas abschauen kann. Viele bewundere ich für einzelne Sachen, z.B. John Green für die Dialoge, Ava Reed dafür, wie sie Emotionen zwischen den Zeilen transportiert, Gillian Flynn für ihren bissigen Schreibstil. Nicht zuletzt bewundere ich sehr viele Autor*innen in meinem privaten Umfeld für ihre Zielstrebigkeit, ihre Ideen, ihr Nicht-Aufgeben. Gerade die Werke meiner Autorenkolleg*innen mitverfolgen zu dürfen und zu sehen, wie viele Ideen in uns allen schlummern, inspiriert mich.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Auf kurze Sicht: Dass tatsächlich ein paar Menschen mein Debüt lesen und dass ich auch für Silberseele, Lebensrausch und The Years We Lost ein Verlagszuhause finde.

Auf lange Sicht: Veröffentlichung in Publikumsverlagen, vielleicht Messeauftritte und Lesungen, im Idealfall die Zusammenarbeit mit einer tollen Agentur.

Auf noch längere Sicht: Mein größter Traum wäre es, mit dem Schreiben eines Tages genug Geld zu verdienen, um nur in Teilzeit arbeiten zu müssen. Im besten Fall könnte ich mich dabei meinen beiden Leidenschaften widmen: der psychologischen Forschung und dem literarischen Schreiben.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Leider gibt es (noch?) gar nicht den schönsten Autorinnenmoment bei mir. Zu meinen Erfolgsmomenten zählt, dass ich zwei Mal beim impress-tolino-media-Wettbewerb auf die Long List gekommen bin und dass ich im Finale des luxemburgischen Jugendliteraturwettbewerbs Prix Laurence meinen Text vor Publikum lesen durfte. Am besten allerdings bleiben die Momente, in denen ich mich in meine eigenen Texte verliebe. Das kann beim Schreiben, Überarbeiten oder bereits beim Plotten passieren und gehört zu den unbezahlbarsten und motivierendsten Erfahrungen überhaupt.

 

Eine kleine Kostprobe…

Ausschnitt aus der Rohfassung von The Years We Lost:

Laut meinen Kalkulationen hätte ich damit rechnen müssen. Zwei gemeinsame Grundkurse mit Marek entsprechen so sehr der durchschnittlichen Wahrscheinlichkeit, dass ich nicht einmal auf das Schicksal wütend sein kann.

Er spricht mich nicht an. Ich ihn noch weniger. Dennoch kommunizieren wir miteinander, mit Blicken, von denen ich gerne behaupten würde, dass sie mehr sagen als tausend Worte. Vielleicht tun sie das auch, doch was bringt das, wenn ich kein einziges davon verstehe? Wir sprechen einander unergründliche Fremdsprachen. […]

»Ich brauche das hier!« Sein Blick wird gehetzter, verzweifelter. »Diese Normalität. Eine entspannte, oberflächliche Party. Es klang so wunderbar.«

»Und wie soll ich dir dabei helfen?« Ich verschränke die Arme.

»Du bist die Einzige in dieser Halle, die mich kennt. Die mich nicht vorverurteilt. Die Einzige, der etwas an mir liegt. Überzeug mich vom Gegenteil und ich haue ab. Doch wenn ich recht habe … Hilf mir, bitte.«

Der Stein in meinem Magen macht sich wieder bemerkbar. Ich will nicht, dass er geht. Ich will auch nicht, dass er bleibt, weil ich keine Ahnung habe, was ich zu ihm sagen soll. Alles fühlt sich falsch und unvollständig an. »Es ist besser, wenn du gehst, wirklich. Du bist mir …« Es fällt mir unendlich schwer, das Wort auszusprechen. »Egal.«

Seine Mundwinkel zucken. Er sieht beinahe erleichtert aus. »Mach mir nichts vor.«

»Warum denkst du das?«

»Das Armband. Du trägst es immer noch.« Er deutet auf meinen Glücksklee. »Das zeigt, dass es eine Lüge ist. Du magst mich vielleicht hassen, aber das ist alles andere als Gleichgültigkeit.«

»Ich hasse dich nicht.« Meine Stimme wird brüchig. Verdammter Glühwein. »Außerdem habe ich mich einfach an das Armband gewöhnt. Ich habe fast schon vergessen, dass du derjenige warst, der es mir geschenkt hat.«

So eine dämliche Lüge.

Flashback. Mein dreizehnter Geburtstag. Meine Eltern streiten, Jamiro und Taynara nerven. Marek hat mir damals den Tag gerettet, nicht nur mit seinem Geschenk, sondern auch mit seinen Umarmungen, seinen tröstenden Worten, seinen Versuchen, mich mit Pinguinvideos aufzumuntern.

Ich habe ihm viel zu verdanken und das kann ich nicht leugnen.

»Also gibst du es zu?« Sein Blick ist eine stumme Herausforderung.

Ich beschließe, sie anzunehmen. Diese Art der Interaktion liegt mir besser als das peinlich berührte Anschweigen. »Okay. Du bist mir nicht egal. Kein Mensch ist mir egal. Lust auf Glühwein?«

 


Kiara Roth

 

Bisher sind noch keine Veröffentlichungen vorhanden.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Laura Stadler #ProjektArbeitstitel

Die wunderbare Autorin, die ich euch heute vorstelle war auch eine der Personen, die mich überhaupt erst zu diesem Projekt inspiriert haben. Und je mehr ich über ihre Projekte erfahre, desto dringender brauche ich diese als Buch zum inhalieren und verinnerlichen. Also look at this cutie

Hi! Ich bin Laura. Ganze 23 Jahre alt und wohne in der bayerischen Hochburg Schwabens – also viele Grüße aus Augsburg. 😀

Ich schreibe eigentlich schon, seit ich weiß, wie herum man einen Stift halten muss. Ich glaube, ich war 4 Jahre alt, als ich mich hinter einen Sessel im Wohnzimmer gequetscht habe und mich mit Kugelschreiber auf der weißen Tapete verewigt habe – und meinen Eltern auf ihre Nachfrage, was ich da denn mache, ganz stolz verkündet habe, dass ich da eine Geschichte geschrieben habe. (Das war übrigens auch der Moment, an dem ich dann lesen gelernt habe und meine Eltern mir Bücher geschenkt haben, damit ich weiterhin an meine Geschichten komme, aber die Wände im Haus in Ruhe lasse.)

Ein bisschen ernsthafter hat das Ganze dann in der Grundschule angefangen, da war ich so sechs/sieben Jahre alt. Da saß ich wie auf dem Schreibtischstuhl festgeklebt und habe eine ganz großartige Abenteuergeschichte geschrieben über einen Piratenschatz, den zwei Kinder während eines Schulausflugs finden. Und jetzt bin ich hier, schreibe mir seit 17 Jahren die Seele aus dem Leib und habe trotz mancher Flauten und Selbstzweifellawinen doch nie den Wunsch, damit aufzuhören. Ich will immer sagen, dass ich noch komplett unveröffentlicht bin, weil ich’s jedes Mal vergesse, aber man findet bisher eine Kurzgeschichte von mir (»Weiß das Leben, Schwarz der Tod«) in der Anthologie vom Schwäbischen Literaturpreis 2017. Ansonsten gibt’s ein paar Schnipsel auf meinem Ko-Fi-Account, aber die großen Projekte (aka Romane) sind alle noch unveröffentlicht.

 

Regennächte und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Die meiste Arbeit stecke ich (immer noch) in „Regennächte“, weil es einfach mein ultimatives Herzprojekt ist. (Und, weil ich Anfang des Jahres großspurig behauptet habe, ich würde es 2019 noch in die Veröffentlichung davon schaffen – wir werden sehen, wie das funktioniert, hm? :D) Regennächte ist vor allem Slice of Life und Romance. In Buchhandlungen würde es wahrscheinlich bei den Jugendbüchern irgendwo stehen, schätze ich.

Bevor ich das Thema grob anreiße: Regennächte hat nicht umsonst eine halbe Seite Triggerwarnungen. Es ist kein fluffiges happy-ending-Liebeswolkenschloss, das ist vor allem Traumaaufarbeitung, das ist vor allem realistischer Umgang mit mental health und das Ausbrechen aus toxischen Beziehungen. Es ist auch eine Liebesgeschichte, aber es ist am Ende so viel mehr als nur das.

So, worum geht’s also?

Wir haben Charlie, die schon immer mit utopisch hohen Erwartungen aufgezogen worden ist, die schon immer dafür bestimmt war, die Zukunftsträume zu leben, die ihre Mutter träumt, die in der Schule systematisch gemobbt wird, weil sie mit ihrer angeschlagenen Psyche nicht ins System passt. Und die dann als Enttäuschung der Familie gebrandmarkt wird, weil sie diese Träume in den Wind schießt und sich für ein Leben nach ihren eigenen Plänen entscheidet . Weil sie nicht innerhalb der Grenzen, die ihre Familie und ihre Mitschüler ihr geschaffen haben, eingehen will.

Auf der anderen Seite haben wir Liam, der Charlie schon immer darin unterstützt hat, aus den Grenzen auszubrechen. Der schon immer da war, wenn Charlies depressive Episoden sie in tränenreiche, schlaflose Nächte (Regennächte, womit wir wieder beim Titel wären :D) getrieben haben. Der sie festgehalten hat, wenn sie in Scherben zu zerfallen drohte. Der sie am tiefsten Boden der Schlucht, in die Depressionen Menschen treiben können, gefunden hat und der jetzt jeden Schritt, den sie in Richtung Licht macht, neben ihr geht. Der dabei auch seine eigenen Päckchen trägt und lernt, dass Unterstützung in sowas keine Einbahnstraße ist.

Ich hab’s oben schon angerissen, aber gerne nochmal: Regennächte ist, Charlie dabei zuzusehen, wie sie aus toxischen Beziehungen ausbricht.

Wie sie durch Freundschaft und Liebe lernt, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich lohnt. Es ist, Charlie dabei zu begleiten, wie sie langsam lernt, mit den Folgen von Mobbing umzugehen. Ihr dabei zuzusehen, wie sie endlich, endlich, endlich lernt, dass sie den Krieg gegen die Depressionen, gegen die Dämonen in ihrem Kopf, nicht mehr allein ausfechten muss. Es ist auch, Liam dabei zuzusehen, wie er lernt, Ängste loszulassen. Es ist, Liam dabei zuzusehen, wie er lernt, dass Mauern im Kopf nicht immer das sicherste Versteck der Welt bedeuten.

Dass es manchmal nötig ist, eben diese Mauern einzureißen und sich anderen Leuten anzuvertrauen. Ganz große Motivation hierbei war tatsächlich, dass ich es leid bin, wie mental illnesses in Hollywood und Jugendbüchern immer romantisiert werden. Man ist nicht automatisch geheilt, wenn the one true love™ auftaucht und ewige Liebe schwört. Das passiert hier in Regennächte nicht. Das wird in keinem meiner Bücher passieren, weil es so verdammt unrealistisch ist.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Nachdem ich festgestellt hatte, dass Regennächte mit dem ursprünglichen Plot nicht in die Richtung geht, in der ich es haben wollte, habe ich nochmal komplett umgekrempelt, geplottet, geplottet und noch mehr geplottet und mache noch einen Rewrite. Den will ich im Juli eigentlich noch über die Bühne kriegen, damit ich hinterher genug Zeit für die Überarbeitung habe und es Mitte/Ende August hoffentlich in ein Paar der fähigsten Lektorenhände geben kann, die ich kenne. Im Hintergrund laufen da auch the talks™ mit zwei grandiosen Menschen, die auch – hoffentlich – maßgeblich dann am Endergebnis von Regennächte beteiligt sein werden. (Aber darüber breite ich ganz subtil den Mantel des Schweigens, mh? 😀)

Long story short: Ich plane seit Anfang des Jahres mit einer Veröffentlichung, aber wenn die sich nach 2020 schiebt, dann kann ich damit auch ganz gut leben. Aber es wird veröffentlicht. Das kann ich schonmal versprechen.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Ufff, ich habe so viel in diversen Schubladen, wo soll ich da anfangen? Ich habe zum einen paper skin, was ein sehr düsterer Contemporary-Roman werden wird, der sich mit den tiefsten Abgründen beschäftigt, zu denen Menschen fähig sein können. Silberstreifen, das mit seinem militärisch-apokalyptischen Setting eher in die dystopische Schiene schlägt. Ich habe eins, das momentan noch unter the gods aren’t alright läuft und das sich viel mit der Reinkarnation von Seelen und mythologischen Figuren beschäftigt. Und nebenbei gibt’s noch inkskinned, was irgendwann mal in die lyrische Schiene geht, weil ich darin meine ganze Prosapoesie sammle.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass mir bei der Veröffentlichung irgendetwas ganz gravierend mquerschießt, weil ich so sagenhaftes Glück bei all den großen Baustellen hatte – mir sind Cover-, Lektorats- und Verlagssuche einfach komplett in den Schoß gefallen. Aber mal ernsthaft: Ich glaube, meine größte Herausforderung ist tatsächlich mein eigener Perfektionismus. Ich höre nie auf, an allen möglichen Ecken und Enden herumzuschrauben, weil ich nie vollständig zufrieden bin mit dem, was ich mache. In meinem Kopf klingt alles immer größer, besser, schöner als das, was dann am Ende rauskommt. Ich muss erst lernen, dass es irgendwann immer diesen einen Punkt gibt, an dem man aufhören muss – und wenn man das nicht tut, geht’s gravierend bergab. Davon abgesehen: Exposés und Klappentexte sind meine absoluten Endgegner.

Hast du eine Schreibroutine?
Mein Leben war schon immer viel zu unregelmäßig, um da eine gesunde Routine aufbauen zu können. Das wird jetzt, wo ich zwischen Studium, Freizeit, Nebenjob und meinem Job im Wohnheim hin- und herschaukle, nicht wirklich besser. Ich schreibe, wenn ich die Zeit dafür habe – dafür dann aber (mittlerweile wieder) in jeder freien Minute. Sei das mit Laptop auf dem Schoß im Zug oder mit Notizbuch aufm Boden in der Innenstadt, weil ich gerade eine Viertelstunde Pause habe, auf Freunde warte oder so. Ich brauche keine feste Tageszeit oder einen fixen Ort fürs Schreiben. Egal, ob das 3 Uhr morgens ist oder 16 Uhr nachmittags; wenn die Zeit da ist, dann schreibe ich. Und da kann es dann auch passieren, dass ich mit Bleistift auf umgedrehte Kassenbons kritzle – been there, done that.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
»Verbieg dich bitte nicht, um anderen zu gefallen. Das ist dein Stil. Das ist deine Stimme. Drück sie nicht zu einem Flüstern, weil andere mit deinem Thema nichts anfangen können. Lass dich nicht zum Schweigen bringen, weil andere Menschen glauben, sie wüssten besser, was du kannst und was nicht. Brenn für deine Projekte. Lass das einfach zu. Trag deine Begeisterung in die Welt hinaus und versteck dich nicht. Du kannst schreiben. Also lass es die Welt auch sehen, okay? Da wartet ein ganz grandioser Weg auf dich.«

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Mich inspirieren alle Menschen, die für ihre Projekte brennen. Die ihre Begeisterung und ihren Ehrgeiz in die Welt schreien und damit Feuer entfachen, das einfach auf andere übergreift. Mich inspirieren Menschen, die ehrlich sind und nicht nur die schönsten Seiten des Autorenlebens beleuchten. Die auch dem Zweifel seinen Platz in der Öffentlichkeit zugestehen. Mich inspirieren und motivieren einfach alle Leute, die bereit sind, diesen Weg vom Ideenfunken zur Veröffentlichung mit mir zu gehen, ihn mit mir zu teilen und mit denen man Erfahrungen austauschen kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Ich weiß nicht, ob das komplett utopisch ist oder nicht, aber ich möchte irgendwann einmal durch eine Buchhandlung gehen und zumindest eins meiner Bücher in einem Regal stehen sehen. Einfach nur, damit ich es dann herausziehen, über das Cover streichen und es lächelnd wieder zurückstellen kann.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Ich glaube, einer meiner all-time-favorite-Momente bisher war, als die sagenhafte Nadine mir als Aufmunterung für einen bad mental health day ein so zauberhaftes Cover für Regennächte gebastelt hat, in das ich mich einfach schockverliebt habe. Was ansonsten auch jedes mal das Autorinnenherz in meiner Brust frohlocken lässt: Wenn Leute meine Sachen lesen und sich die Zeit nehmen, mir dann zu schreiben, wie sehr sie etwas bewegt hat. Oder dass man sie zu etwas inspiriert hat. Es ist ein ganz eigener Zauber, der sowas anhaftet: Wie grandios ist es, zündender Funke für Ideen oder Emotionen in Menschen sein zu dürfen? ♥

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus Regennächte:

»Charlie, hey. Wie sieht’s heute aus? Was haben wir? Soll ich mit dir reden oder ist’s dir lieber, wenn ich dich einfach nur umarm‘?«

Seine beste Freundin sieht so klein und verloren aus, wie sie sich am Fußende des Betts zusammengekauert hat und die Finger in ihre eigenen Oberarme krallt. Als hätte sie Angst, sonst einfach auseinanderzufallen. Liam hört ihr Weinen eher, als dass er es sieht; das Mondlicht reicht nicht bis in die Nische, in der das Gästebett steht, in dem sie übernachten. Aber Charlies schniefendes Nasehochziehen und das zittrige Atmen reichen auch so. Da braucht er keinen Blick in ihre garantiert tränennassen Augen mehr, um es zu kapieren.

»Nicht anfassen«, presst sie zwischen zwei Schluchzern hervor.

»Okay. Alles klar.«

Sie haben das hier schon so oft durch, manchmal wochenlang jede Nacht. Mittlerweile hat er den Dreh einigermaßen raus, um abschätzen zu können, in was für einer Art Regennacht sie stecken. In manchen braucht Charlie jedes bisschen Körperkontakt, das sie kriegen kann, dann flüchtet sie sich in seine Umarmungen und wenn sie könnte, würde sie wahrscheinlich mit in seine Haut kriechen, damit er die Kälte in ihrem Inneren vertreibt. Und wenn er wüsste, wie’s geht, würde er’s tun. Dann würde er sie in seine Haut lassen, damit sie ganz nah an dieser Wärme ist, die sein Herz immer, immer, immer für sie abstrahlt.

In anderen Regennächten erträgt sie schon eine Hand auf der Schulter nicht, da sind ihr seine Finger in ihren Haaren zu viel. Es ist meistens ein Anzeichen für so eine Art, dass sie sich dann von ihm losmacht und sich ganz klein am Fußende vom Bett zusammenrollt. Manchmal läuft sie dann auch ruhelos im Zimmer herum, weil sie nicht stillhalten kann, weil Stillhalten bedeutet, den Dämonen in ihrem Kopf noch mehr Raum zu geben, als sie sich in solchen Nächten sowieso schon erzwingen.

 


Laura Stadler

 

Die Anthologie des Schwäbischen Literaturpreises 2017 ist vergriffen. Bisher sind noch keine weiteren Veröffentlichungen vorhanden.

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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