Schlagwort: anthologie

Jessica Iser #ProjektArbeitstitel

Jessica Iser #ProjektArbeitstitel

Jessica Iser #ProjektArbeitstitel

Ich kam bereits in den Genuss eines ihrer Manuskripte testzulesen – und ich will mehr! Heute bei #ProjektArbeitstitel: Jessica Iser!

Hallo, ich heiße Jessica Iser, wurde 1991 in Südhessen geboren und schreibe schon von Kindesbeinen an – das gehörte schon immer dazu und ist fester Bestandteil meines Lebens. Bisher habe ich einige Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht, hoffe aber, dass auch bald der erste Roman folgt. Mein Brotjob ist Bibliothekarin, also bin ich auch dort von Büchern umgeben, das Schreiben ist und bleibt aber meine Leidenschaft.

 

Herbstprojekt und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Im Moment arbeite ich an einem Urban Fantasy-Roman. Viel kann ich dazu noch nicht verraten, aber die zentralen Themen sind Familie, Liebe und ein jahrhundertealter Fluch. Die Geschichte spielt hauptsächlich im Herbst und erstreckt sich über sieben Jahre. Dementsprechend ist es inzwischen schon über 150.000 Wörter stark. Ihr könnt meine Fortschritte auf Social Media unter dem Hashtag #Herbstprojekt verfolgen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Aktuell schreibe ich noch an der Rohfassung. Meine selbst gelegte Deadline ist Mitte November 2019. Wenn ich das schaffe, geht es als nächstes in die Überarbeitung mit Testlesern und danach hoffe ich darauf, eine Literaturagentur und/oder einen Verlag dafür zu finden. Sollte das nicht klappen, werde ich die Veröffentlichung als Selfpublisher planen, aber das ist alles noch Zukunftsmusik. Zuerst muss es geschrieben werden!

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Viel zu viele! Aber die Sci-Fi-Cyberpunk-Dystopie oder das Projekt, in dem es um Albträume geht, werden wohl als nächstes das Rennen machen.

Was hast du aus deinen bisherigen Veröffentlichungen gelernt?
Dass Kritik sich nicht immer anfühlen muss wie ein Rückschlag, sondern wie eine Chance. Und man muss manchmal Geduld haben – viel Geduld!

Hast du seit der ersten Veröffentlichung deine Herangehensweise geändert?
Ich finde, Kurzgeschichten sind immer eine gute Möglichkeit, mal in ein anderes Genre „hineinzuschnuppern“, daher mache ich das zwischendurch immer ganz gerne. Was die Herangehensweise betrifft: Früher habe ich kaum geplottet, das Schreiben kam immer so mit dem Flow. Inzwischen brauche ich das aber oft, zumal meine Projekte auch immer länger werden und da muss eine gute Struktur vorhanden sein, um den Überblick zu behalten und Plotholes so gut wie möglich zu vermeiden.

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Es gibt immer wieder Phasen, in denen es mal weniger gut läuft mit dem Schreiben. Aber ich glaube, die größte Herausforderung ist immer noch das „Danach“. Sich in der Überarbeitung noch einmal ganz anders mit dem Projekt, an dem man jahrelang gearbeitet hat, auseinandersetzen und bei der Verlagssuche immer wieder hoffen und bangen, ohne an sich selbst zu zweifeln und aufzugeben.

Hast du eine Schreibroutine?
Ich arbeite Vollzeit, also muss ich mich abends und an den Wochenenden ransetzen. Ich bin leider gar kein Morgenmensch, aber eine Nachteule und kann am ehesten bei gemütlichem Licht und guter Musik schreiben. Jedes meiner Projekte bekommt eine eigene Playlist und eine Pinterest-Pinnwand, die sich während des Prozesses mit entwickeln. Das hilft mir, bei Blockaden meine Gedanken auch mal schweifen zu lassen und mir verschiedene Ideen wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Gib niemals auf, aber stress dich nicht so.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ein bestimmtes Vorbild gibt es nicht wirklich, ich bewundere viele Autoren für ihre Geschichten, Disziplin und Schaffenskraft. Mich inspiriert vor allem Musik, Natur und Kunst. Außerdem bin ich sehr dankbar für die Menschen, die während des Schreibprozesses „hautnah“ dabei sind, hinter mir stehen und mich immer wieder motivieren, weiterzumachen. Allen voran Lily (http://www.lily-magdalena.de/) – ich weiß gar nicht, was das #Herbstprojekt ohne ihre Unterstützung und Begeisterung jetzt wäre.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mein nächstes großes Ziel ist wie gesagt die Fertigstellung meines Manuskripts. Ich versuche mich erst einmal darauf zu konzentrieren, bevor ich konkrete Pläne mache.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Puh, schwierig! Es gab schon so viele. Über jede Veröffentlichung habe ich mich gefreut, ebenso wie über die Rückmeldungen der Leser und Testleser. Ich glaube, besonders stolz war ich, als mir ein Lektor schrieb, dass meine Actionszenen immer spektakulär und mitreißend geschrieben seien – die schreibe ich nämlich am liebsten und durch diese Einschätzung von außen, habe ich mich noch einmal darin bestärkt gefühlt, dass ich das gut kann.

Besonders hervorheben möchte ich auch, wie viele wunderbare und talentierte Menschen ich bereits durch das Schreiben kennenlernen durfte. Der Austausch ist immer so wertvoll und zeigt, dass Schreiben kein einsames Hobby ist.

 

Eine kleine Kostprobe…

Aus #Herbstprojekt

Je tiefer Islene dem Fuchs in die Wildnis folgte, desto höher ragten die Bäume über ihr auf. Sie stellte fest, dass sie durch eine Senke lief, die mit einer raschelnden Decke aus tiefrotem und braunem Herbstlaub bedeckt war. Zu beiden Seiten ragten Hügel auf, die ebenfalls vollständig unter Blättern begraben waren. Hier und da ragte eine Baumwurzel aus der Erde und schien mit ihren knorrigen Verzweigungen nach ihr zu greifen. Vor ihr bildeten zwei sich gegenüberstehende Bäume eine Art Bogen über dem Graben. Wie versteinerte Wächter thronten sie stumm und alt über ihr, während sie darunter hindurchging.

Islene wunderte sich über die trocken knisternde Laubdecke – der Herbst schien hier schon viel weiter fortgeschritten zu sein. Noch während sie darüber nachgrübelte, stellte sie fest, dass der Fuchs verschwunden war, und blieb stehen.

„Verdammt.“ Suchend sah Islene sich um und lauschte auf ein Rascheln im Unterholz oder sonstige Geräusche, um das Tier wiederzufinden. Erst da fiel ihr auf, dass es um sie herum ungewöhnlich still war.

„Überhaupt nicht unheimlich“, murmelte sie und beschloss auf der Stelle umzukehren, bevor sie sich hier noch verlief.

Als Islene sich umwandte, sah sie sich einer Wand aus Baumwurzeln gegenüber, die sich von einer Seite der Senke zur anderen erstreckte. Islene keuchte und ein Atemwölkchen wirbelte vor ihr durch die Luft.

„Das kann doch nicht …“ Sie schüttelte ungläubig den Kopf und sah sich in alle Richtungen um, als würde vor ihr doch noch der ursprüngliche Weg auftauchen.

Sie setzte dazu an, den Hügel zu ihrer Rechten zu erklimmen, da fuhr ihr eine melodische Stimme durch Mark und Bein.

„Suchst du etwas?“


Jessica Iser

 

Jessica Iser hat mehrere Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht:

  • in Herzgezeiten, auf amazon* kaufen
  • in Briefe aus dem Sturm, auf amazon* kaufen
  • in Sehnsuchtsfluchten, auf amazon* kaufen
  • in Wolfstod, auf amazon* kaufen
  • in Kemet: Die Götter Ägyptens, auf amazon* kaufen
  • in Horror Cocktail, auf amazon* kaufen

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


mit * gekennzeichnete Links sind affiliate Links des amazon Partnerprogramms. Falls ihr ein Produkt über den Link kauft, entstehen für euch keinerlei Mehrkosten, ich erhalte jedoch einen kleinen Anteil als Provision.

Nadine Wahl #ProjektArbeitstitel

Nadine Wahl #ProjektArbeitstitel

Nadine Wahl #ProjektArbeitstitel

Viele Personen auf dieser Liste haben auch (Buch-)blogs und ich habe lange nicht gewusst, dass sie selbst auch schreiben. Nadine gehört dazu. Umso neugieriger bin ich auf ihre Projekte! Außerdem ist sie Grafikdesignerin und die Header, die hier fein säuberlich die Abschnitte teilen, stammen von ihr. So cool!

Ich bin Nadine und komme aus dem Thüringer Wald. Dort bin ich umgeben von Sagen und ganz nah der Natur aufgewachsen, also irgendwie war es nur natürlich für mich, alles zu hinterfragen, zu erforschen und Geschichten zu erfinden. Zunächst habe ich diese zeichnerisch festgehalten, dann brachte mich meine beste Freundin zum Schreiben. Da war ich gerade in der Pubertät, also mit der Welt eh im Krieg 😀

Heute schreibe ich hauptsächlich Contemporary Fantasy, Science Fiction und Horror oder eine Mischung ebendieser Genres. Experimente machen mir am meisten Spaß und derzeit probiere ich mich an Cyber- und Solarpunk aus.

Bisher habe ich drei Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. Mein Debüt plane ich im SP zu Ende des Jahres. Ein genaues Datum kann ich noch nicht nennen, da derzeit vieles im Umbruch ist und ich auch den Aufwand noch nicht voll abschätzen kann.

 

Der Klang von Sternschnuppen und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Oh je, die Liste wird etwas länger. Dafür schon im Voraus ein großes SORRY.

Mein Debüt trägt den Namen „Der Klang von Sternschnuppen“ und ist ein mehrteiliges Contemporary-Fantasy-Abenteuer, das mir sehr am Herzen liegt. Darin werdet ihr von zwei duellierenden Magiern lesen, die nach und nach die Stadt um sich herum verändern. Außerdem begegnen euch die verschiedensten magischen Wesen, die durch diesen langsam aufbauenden Krieg beeinflusst werden. Die Sternschnuppen sind ein langsamer, melancholischer Epos, der mich viele Jahre begleitet hat und gerade überarbeitet wird.

Als nächstes lauern noch die abgeschlossenen Rußfedern auf ihre Veröffentlichung. Der vollständige Titel lautet „Das Fallen von Rußfedern“ und auch dieses Projekt ist Contemporary, aber um einiges introspektiver als die Sternschnuppen. Ihr werdet hier einer Neuinterpretation von Engeln und Dämonen begegnen und etwas über den Krieg erfahren, in dem die größte Hoffnung ein Mischwesen aus beiden Rassen scheint. Auch die Rußfedern befinden sich derzeit in Überarbeitung und werden wohl im SP erscheinen.

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Die Sternschnuppen und Rußfedern möchte ich im SP umsetzen, da mir die beiden viel bedeuten und ich mir wenig reinreden lassen möchte. Aber ich mache mir keinen Druck und nehme mir die Zeit, die sie brauchen.

Beide sind komplett in Rohfassung geschrieben – auch die gesamte Reihe der Sternschnuppen – nur die Überarbeitung fehlt noch und ist bei solch großen Romanen natürlich sehr zeitintensiv.

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Aktuell schreibe ich an einem riesigen und wieder mehrteiligen Projekt über Götter und Riesen, das in einer technischen Zukunft spielt und mich ehrlichgesagt etwas überfordert. 😀 Außerdem hat mich die Idee zur Neuauflage des Hamlet-Stoffs nicht losgelassen, sodass ich auch diese in die Zukunft verlegt und schon einige Worte auf Papier gebracht habe. Hier möchte ich mich im Solarpunk austoben.

 

 

Schreiballtag

 

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Ehrlichgesagt war das zum einen das Beenden meines ersten Schreibprojektes. Das waren die Sternschnuppen. Davor habe ich bestimmt zwei Dutzend Geschichten angefangen und in verschiedenen Phasen abgebrochen. Was auch okay war und ist. Ich finde, gerade als Autor*In sollte man sich ausprobieren und Ideen auch mal verwerfen oder bewusst nur für sich schreiben – auch wenn nichts dabei ehrauskommt oder man ins Nichts schreibt.

Aber die Sternschnuppen waren mir wichtig und ich wollte ein Ende für sie und möchte sie veröffentlichen.

Schwer wie die Hölle fand ich dann auch die Verlagssuche. Vom Anschreiben über das Exposé und die Auswahl ist es einfach das schlimmste, das eigene geliebte Projekt auf das Wesentliche zu reduzieren und auf Antworten zu warten. Oder in meinem Fall Absagen.

Für die Sternschnuppen hatte ich tatsächlich einen Verlagsvertrag erhalten, der aber leider aus verschiedenen Gründen gescheitert ist. Diese Erfahrung hat mich aber in meiner Entscheidung zum SP bestärkt.

Hast du eine Schreibroutine?
Wie viele andere Autor*Innen schreibe ich neben meinem Brotjob und eher abends. Ich versuche immer, etwa eine Seite zu füllen, habe das in letzter Zeit aber nicht so konsequent durchgehalten und müsste diese Routine mal wieder etablieren. Und ich bin oft beim jährlichen NaNoWriMo oder demselbigen Camp dabei, wenn ich es einrichten kann. Bisher habe ich auch schon viermal die 50.000 Wörter geschafft.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Es ist eine Superkraft, schreiben und Welten erschaffen zu können. Halte sie fest. Sei furchtlos. Schreib nur für dich und wachse an konstruktiver Kritik.

 

Motivation

 

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
Ich finde ja Marie Graßhoff unheimlich inspirierend. Sie bleibt ihren unaustauschbaren Stil treu, designed Cover und lebt die Kreativität einfach mal den ganzen Tag aus. Außerdem sind ihre Geschichten melancholisch und nachdenklich und vermitteln wichtige Botschaften. Mit Kernstaub und den Schöpfern hat sich Marie in mein Herz geschrieben.

Außerdem vergöttere ich ja Patrick Rothfuss für seine Erzählweise, die Langsamkeit seiner Geschichten und seine Beschreibungen.

Neil Gaiman ist ein unheimlich inspirierender Mann, der mich immer wieder an das wichtigste beim Schreiben erinnert: dass ich schreibe, was ich liebe und wie ich es liebe und dass ich furchtlos schreibe.

Seit neuesten reiht sich noch Jay Kristoff ein, der unfassbar grandios schreibt. Auf eine Empfehlung der lieben Chii Rempel habe ich die ersten beiden Bände seiner „Nevernight“-Reihe verschlungen und bin immer noch ganz sprachlos darüber, wie man so großartig schreiben kann.

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Eine große Veröffentlichung, also die Veröffentlichung meines Debüts und dass es eine Handvoll Menschen vielleicht sogar berührt. Vor allem aber möchte ich mir selber treu bleiben und nicht für den Markt schreiben oder was andere von mir erwarten, sondern nur was ich möchte und was ich liebe. Ich möchte weiter experimentieren und noch furchtloser werden. Denn das ist wohl das schwierigste am Schreiben: so offen zu sein, als würde man sich nackt allen Menschen dieser Welt präsentieren.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Puh, das ist schwer, weil es wirklich ganz viele tolle Momente gibt. Auch ganz viele kleine. Wenn ich eine Kurzgeschichte beende oder wenn ich eine Ausschreibung für eine Anthologie sehe und die Geschichte langsam in meinem Kopf Gestalt annimmt.

Ein besonderer Moment war für mich, als ich meine Sternschnuppen beendet habe. Das war ein ganz ruhiger, ganz bewusster Tag, an dem ich mir Zeit nahm und noch wirklich jedes Wort auskostet habe, als ich den Epilog schrieb. Diese Geschichte hat mich so viel gelehrt, die Figuren sind mir wie enge Freunde ans Herz gewachsen und innerlich habe ich ihnen allen gedankt und mich bei ihnen verabschiedet.

Gefreut habe ich mich natürlich auch über jede Zusage zu einer Veröffentlichung und habe bei jeder der drei Kurzgeschichten kleine Freudentänzchen aufgeführt.

Und ganz besonders war auch der Tag für mich, als ich nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder ein Gedicht geschrieben habe (im Rahmen des #writeinktobers) und darauf viel positive Rückmeldung erhielt.

Mich freut nicht nur positive Rückmeldung, sondern auch konstruktive Kritik, bei der ich spüre, dass meine Geschichten und ich selbst als Autorin an ihr wachsen.

Also alles in allem liebe ich wohl jeden Moment des Autorenlebens: das Schreiben, das Weltenerschaffen, das Träumen, das Verbessern, das Teilen, das Besprechen und das Wachstum, das ich durch mein Schreiben erfahre.

 

Eine kleine Kostprobe…

Natürlich!

  • Der Klang von Sternschnuppen, Prolog

„Es war sein eisblaues Auge, das mir mordlüstern entgegen funkelte. Nie hatte mich die unterschiedliche Farbe seiner Augen irritiert, doch heute war ihr Ungleichgewicht wie eine Metapher unserer gemeinsamen Zeit. Zu Beginn war er wie ein Sohn für mich gewesen, würde er nun wie ein Vampir nach meinem Blut trachten?

»Du bist gekommen, Lucian«, begrüßte er mich.

»Hattest du Zweifel?«

»Du hast mich schon immer gefürchtet.«

»Ich habe befürchtet, dass das hier aus dir wird. Aber ich hatte gehofft, es abzuwenden.«

»Dass was aus mir wird? Ein größerer Magier, als du es bist? Du sahst es nicht gerne, wie früh ich dich übertraf.« Sein Mund verzerrte sich zu einem dämonischen Lachen über dem sein helles Auge wie ein einzelnes Fragment des mit Wolken verhangenen Winterhimmels hing. Statt Freude über unser Widersehen brachte Elijah nur Kälte in diese feierliche Nacht, die sich wie Nadeln in meine Eingeweide legte.“

 

  • Die Tollheit des Grabes (Hamlet), Prolog: noch ganz roh und ungekürzt

„In dem Moment, als der eisige Atem der Winternacht über meinen Nacken fuhr und ich ein geisterhaftes Schimmern zwischen fahlen Baumstämmen vernahm, in diesem Moment wusste ich, dass ich sterben würde. Dies war der Beginn meines Todes.

Die unsichtbaren Eiskristalle in der Luft brachten mich zum Niesen. Gut, vielleicht war es kein Wunder, dass ich draufging, wenn ich nachts durch die Kälte stapfte. Ich hatte keinen von den anderen Wachen etwas gesagt, als ich aufgebrochen war. Ich sagte nie etwas. Nur Kiara wusste, dass ich manche Nächte nur mit mir und der abweisenden Dunkelheit des Waldes verbringen musste. Tief sog ich die Kälte in meine Lungen und fühlte auch Klarheit in dem stechenden Schmerz. Ich war am Leben, ich war hier und kein Feuer, kein Feuer um mich herum konnte mir das nehmen.

Bei jedem meiner Schritte knirschte der frische Schnee unter meinen Füßen. Über mir glitzerten Sterne wie das verblassende Licht verhauchter Versprechen. Ich arbeitete mich einem baumbewachsenen Hügel empor und bog hinter der alten Eiche nach rechts ein, wo mich eine sanfte Mulde zu einer erneuten Anhebe führte. Neben mir raschelte etwas in dem dichten Grau aus Ästen und Gestrüpp, aber ich machte mir keine Mühe, mich umzusehen. Es musste irgendein Tier sein. Tagsüber jagte ich manchmal Hirsche, Füchse und Wildschweine. Das Gebirge hier wimmelte von Leben, gerade so, als wäre es aus dem Palast entwichen und stattdessen in seinem Umland konserviert wurden.

Ein bleiches Leuchten stieß mich nach vorne. Nein, nur eine Einbildung meines müden Kopfes. Oder das Spiegelbild des Mondes, das sich auf Wasser bettete und sein weißes Haar über Schwärze legte.

Ich zog meinen Schal über meine Nase und ging weiter, bis ich auch endlich diesen Berg erklommen hatte und nur noch einem schmalen Pfad abwärts folgen musste. Aber ich sah es schon – das Wasser eines vertrauten Ozeans, der aus meinem Innersten in der Welt vergossen worden war.“

 


Nadine Wahl

 

Nadine Wahl hat bereits mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht:

  • „Das Leuchten der Träume“ im piepmatz Verlag (Anthologie „So schön die Nacht“), auf amazon* kaufen
  • „Das leblose Verklingen der Melancholie“ im Schwarzer Drachen Verlag (Anthologie „Grusel Spezial“ der magischen Kurzgeschichten) , auf amazon* kaufen
  • „Das Ding, das sie Sonne nannten“ im Schwarzer Drachen Verlag (Anthologie „Frühlings-Erwachen“ der magischen Kurzgeschichten), auf amazon* kaufen

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Sophie Grossalber #ProjektArbeitstitel

Sophie Grossalber #ProjektArbeitstitel

Sophie Grossalber #ProjektArbeitstitel

Ich freue mich sehr, mit Sophie Grossalber eine Autorin in der Runde begrüßen zu dürfen, deren Schnipsel mir persönlich immer sehr gut gefallen!

(c) Lorena Viciconte

Hallöchen! Mein Name ist Sophie Grossalber, ich bin aus Österreich und schreibe Fantasy auf Englisch und Deutsch.

Angefangen mit dem Schreiben hat alles bei mir mit einer Eragon Fanfiction als ich etwa 12 war. Dann bin ich zu text-basierten Rollenspielen gewechselt für eine Zeit, bevor ich mich wieder Fanfictions gewidmet habe und jetzt auch originale Geschichten schreibe. Letztes Jahr durfte ich zum ersten Mal etwas veröffentlichen und zwar meine Kurgeschichte „Phönixflamme“ in den P-Files vom Talawah Verlag. Dieses Jahr kommen gleich zwei Sachen von und mit mir heraus. Einmal die A-Files (auch von Talawah), in denen ich meine Amazonen-Geschichte „Anaia Montgomery und der Sirenen-Stalker“ veröffentlichen darf. Und dann noch mein erstes Selfpublishing-Projekt „Blood and Guilt – Geschichten aus Dumornay“, eine kleine Kurzgeschichten-Sammlung aus der Welt meiner geplanten Roman-Trilogie, die im September auf Deutsch und Englisch erscheinen soll.

Wie man sieht, bestehen meine Veröffentlichungen bisher nur aus Kurzgeschichten, aber ich arbeite im Hintergrund an Romanprojekten. Dauert halt nur etwas länger.

 

Dumornay und andere Projekte

 

Welche Projekte sind gerade in Arbeit? Erzähl uns doch ein bisschen davon!
Abgesehen von den beiden oben genannten Trilogien habe ich momentan noch drei Kurzgeschichten zu schreiben und ein Roman-Projekt am Schreibtisch.

Die Kurzgeschichten sind komplett quer durch die Bahn, was die Thematiken angeht, allerdings alle Fantasy bzw eine Science Fantasy, und alle für Ausschreibungen. Da wäre einmal eine über meine Version von Azrael, dem Engel des Todes, die mich schon sehr drängt, geschrieben zu werden, da die Deadline bald ansteht. Dann hab ich da noch eine für die Ausschreibung zu WayPoint FiftyNine, in der es um eine Kreuzfahrt zu den Jupiter-Monden geht, und dem, was dabei schief gehen kann, wenn man Werwölfe und blinde Passagiere an Bord hat. Und die dritte Kurzgeschichte für dieses Jahr ist für die D-Files Ausschreibung vom Talawah Verlag, aber da steht der Plot noch nicht.

(c) Lorena Viciconte

Romantechnisch hab ich momentan zwei offene Projekte, wobei eines davon gerade auf Eis liegt, da ich das andere vorgezogen habe.

Zuerst wär da mal „The Gold of Falling Stars“ (Arbeitstitel), Steamfantasy Adventure Roman auf Englisch, in dem die Navy Navigatorin Kat sich auf die Suche nach ihrem Bruder in den hohen Norden meiner eigenen Fantasywelt begibt (die noch gar keinen Namen hat, upps). Dabei trifft sie auf eine sehr verärgerte Göttin des Winters, Wölfe aus Nordlichtern und entdeckt ihre eigenen bis dato schlummernden Fähigkeiten.

Das Zweite ist die oben erwähnte Roman-Trilogie, ebenfalls auf Englisch. „Dumornay’s Legacy“, Band 1 der Trilogie, ist zwar schon fertig geschrieben (der momentane Entwurf), bedarf aber noch sehr viel polishing und Feinarbeit (bzw eventuell eines fast kompletten rewrites) bevor ich es an Agenturen schicken kann. Und mit Trilogien hat man’s bekanntlich schwerer als Debütautorin, daher habe ich TGoFS vorgezogen und werde das auch als Erstes einschicken. Dumornay’s Legacy, bzw die Dumornay Trilogy, dreht sich um die Traumachirurgin Alexandria Dumornay, die auch noch die Erstgeborene einer prominenten Jägerfamilie ist. Als der Vampir, der ihre Mutter vor 20 Jahren ermordet hat, zurück kommt und danach trachtet, ihre gesamte Familie auszulöschen, muss sich Ria entscheiden, ob sie kämpfen will oder nicht. Aber sie bekommt Hilfe von Vampiren und Werwölfen – und muss dadurch ihre eigenen Vorurteile konfrontieren.

 

Wie schauen die Pläne für dein Projekt aus?
Die A-Files kommen voraussichtlich am 14.06.2019 raus, d.h. da ist inzwischen alles aus meiner Hand. Bei Blood and Guilt muss ich noch fertig übersetzen, setzen, illustrieren, blablabla. Aber die Veröffentlichung sollte im September stattfinden – außer Books on Demand ist schlussendlich schneller mit der Prüfung als ich erwarte. Für The Gold of Falling Stars wäre der Plan, es an englischsprachige Agenturen zu schicken (ich hab da zwei Wunschagenten, bei denen ich sicher super glücklich wäre). Aber vorher muss ich es erstmal fertig schreiben, überarbeiten, überarbeiten und nochmal überarbeiten.

 

Magst du uns verraten, was für Ideen evtl. noch in der Schublade schlummern?
Puuuuh. Da hab ich so Einiges! Urban Fantasy Serial zu meiner Amazone Anaia Montgomery, wäre mal eins. Dann:

– Dystopische Fantasy Version des Artusmythos (wobei ich da den ersten Akt schon geschrieben hab)

– Historical/Urban Fantasy, die eine fiktive Entstehungsgeschichte von Christopher Marlowe’s Doktor Faustus spinnt, indem Kit Marlowe mit Dämonen(-jägern) in Berührung kommt (Und es wird vermutlich SEHR GAY)

– LGBTQ+ Romantasy, in der Dumornay-Welt = „Wolves of Verona“ (Arbeitstitel): zwei Werwolfsrudel in Verona, verfeindet, deren Töchter sich in einander verlieben. Quasi-Rewrite von Romeo und Julia

– High Fantasy in der Welt von „The Gold of Falling Stars“, allerdings 300-400 Jahre vorher

– und ein Science Fantasy Sequel für Dumornay geistert auch noch irgendwo in meinem Kopf rum. Hängt aber alles davon ab, ob und wie gut sich Dumornay verkauft

 

Schreiballtag

 

(c) Talawah Verlag/Marie Graßhoff

Was ist deine größte Herausforderung im Schreibprozess?
Generell die Überwindung, 1. Einmal anzufangen und 2. Nicht dem inneren Kritiker nachzugeben, der immer alles bemängelt und meint, man kann doch das Ganze in die Tonne kloppen und am besten noch den Laptop anzünden, wenn man schon dabei ist. Von den Selbstzweifeln abgesehen, liegt mein größtes Problem darin, dass ich darin neige, mich zu sehr mit anderen zu vergleichen und dann neidisch zu werden, wenn ich sehe, was die Leute alles in einem Jahr schaffen und wie viele Bücher sie veröffentlichen können oder schon haben. ABER ich bin ja noch am Anfang meiner Karriere und habe Zeit. Ich glaub, so ziemlich jeder kann sich mit dem Zitat aus dem Musical Hamilton identifizieren XD „Why do you write like you’re running out of time?“ Dabei bin ich ja SO LANGSAM!

Hast du eine Schreibroutine?
Mein Vollzeit-Bachelor-Studium lässt es leider im Moment nicht zu, dass ich hauptberuflich schreiben kann. (Und ich glaube, das wird sich auch nachher nicht ändern) Aber, wenn ich nicht gerade von Uni-Deadlines erschlagen werde, versuche ich entweder morgens oder abends ein paar Wörter zu schreiben.

Welchen Tipp würdest du deinem Vergangenheits-Ich geben, das gerade mit dem Schreiben anfängt?
Lass dich bloß nicht unterkriegen. Ja zu den Drachen und Schwertern und den badass Ladies, aber lass die Romanzen erstmal außen vor.

 

Motivation

Hast du Vorbilder bzw. Menschen, die dich inspirieren und motivieren?
SO VIELE. Bei den Autorenkollegen wären das unter anderem das gesamte Nornennetz und die Schwestern. Dann Leigh Bardugo, V.E. Schwab, Katharina V. Haderer, Katrin Ils, @bluebirdisdeadO auf twitter (die ich auch offline zu meinen Freunden zählen darf), und sooo viele mehr. Und dann wären da noch die nicht-schreibenden Leute in meinem Leben, wie meine Cousine, die Grafikdesign studiert hat oder eine langjährige Freundin, die auch zeichnet und immer mit einem Tritt in den Hintern bereit steht, sollte ich mal zu viel jammern.

(c) Talawah Verlag/Marie Graßhoff

Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Mehr Zeit zum Schreiben haben und sich über Veröffentlichungen freuen dürfen. Auch eventuell endlich etwas mehr Verständnis für die Schreiberei in meinem familiären Umfeld.

Was war dein schönster Autor*innen-Moment bisher?
Da fällt definitiv die P-Files Signierstunde auf der Frankfurter Buchmesse letztes Jahr drunter! Ca 10 von 30 Autor*innen, die sich in einen kleinen Stand gequ- äh… gekuschelt und fleißig signiert haben.

 

Eine kleine Kostprobe…

Ich hab mal die ersten 250 Wörter aus „The Gold of Falling Stars“ mitgebracht. Achtung: Englisch und bis jetzt komplett unüberarbeitet!

Everybody always tells you how much losing a loved one hurts. But nobody said anything about the way hope twists your heart. How holding out for hope in a hopeless case feels like being stabbed in the back, repeatedly, a thousand times over every day.

And yet, you keep on hoping. Because without hope, what else is there?

Katarina Felski stood in the doorway to her small, cluttered office in one of the warehouses owned by the Navy of the Aldenian Republic, frozen in place, and stared at the leather-bound rectangle lying on her desk on top of her charts. Rob’s journal.

She glanced out into the deserted hallway. The floorboards creaked under her shifting weight, she could hear the faint bustle of the warehouse below and the docks outside. But no sight of whoever left that journal in her office. Kat hesitated, one foot ready to step into the room, but she was afraid, if she moved, the journal would vanish. Like a dream or one of those phantoms that appeared on a hot day in the south. Right now, she could still hope. There was nothing to stop her from clinging to the belief that her brother might have come back. Maybe he had finally returned and left it on her desk for her to find – and to read, like he had always made her promise she would. It was more likely though that it had found its way to her on its own, without her brother.


Sophie Großalber

 

 

Sophie Großalber wird dieses Jahr zwei Bücher veröffentlichen:

  1. voraussichtlich am 14.06.2019 in der Anthologie „The A-Files: Die Amazonen Akten“ vom Talawah Verlag
  2. voraussichtlich am 04.09.2019 – „Blood and Guilt – Geschichten aus Dumornay“ im Selfpublishing über BoD auf Deutsch und Englisch

Bisherige Veröffentlichungen: Anthologie „The P-Files: Die Phönix Akten“ vom Talawah Verlag, 26.05.2018 (auf amazon* kaufen)

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer*innen findet ihr bei #ProjektArbeitstitel – Was ist das?


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Benefiz Anthologie – Entzünde den Funken

Benefiz Anthologie – Entzünde den Funken

Benefiz Anthologie – Entzünde den Funken

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Aaaah es ist soweit! Die Benefiz Anthologie „Entzünde den Funken“ von Siiri Saunders und Adrian R. Stiller ist erschienen. Mit darin: meine Geschichte.

Ich bin immer noch ganz baff, dass das so flott ging. Und dass meine Geschichte um Psychologin Julia auch auf dem Klappentext geteasert wird. Mein Exemplar trudelt bestimmt die Tage bei mir ein, damit ich all die tollen anderen Geschichten lesen darf. Die Druckfahne sah auf jeden Fall schon richtig schön aus. Mit dem Kauf der Anthologie spendet ihr übrigens an soziale Projekte in Deutschland.

Das Erscheinen ist aber auch euch zu verdanken, schließlich konnte dank euch das Crowdfunding und somit Lektorat, Korrektorat und Coverdesign finanziert werden.

Wer sich die Geschichte um die Entstehung des Buches durchlesen möchte, kann auf der Website der Anthologie nachlesen.

Über diesen Link gelangt ihr zum twentysix Shop, wo ihr das Buch als Paperback oder Ebook kaufen könnt.

  • Herausgeber: Siiri Saunders und Adrian R. Stiller
  • Titel: Entzünde den Funken
  • Benefiz Anthologie, verschiedene Genres
  • Enthaltene Geschichten:
    15x All Age, 8x ältere Teenager/Erwachsene, 2x ab 9 Jahren, 5 Gedichte
  • Autor*innen: A.M. Harries, Adrian Richard Stiller, Alexa Znih, Andrea Kerstinger, Anna Kleve, Anne Zandt, Barbara Weiß, Birgit Letsch, Constanzia Norström, Jana Schikorra, Jessica July, Jule Reichert, June Is, Katharina Rauh, Laura Nieland, Mia Schulz, Michaela Ofitsch, Nina E. Christ, Patrick Kaltwasser, Sandy Mercier, Siiri Saunders